Nr.io Svüharrssabe 185. Jahrgang Donnerstag, 12. Januar 1933 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Crvrf und tcrlog: vrühl'fche Universttais-Vuch- und Sieinöruderet R. Lange in Gietzei. Sdfriftleitung und Geschäftsstelle: Schufstraße 7. 2innat)me von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undkür^enAn» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Ericheini täglich, autze, Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustriert, öiefiener Familienblatter Heimat m Bild Die Scholl, Monat» Bezugspreis: Mi« 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfvrechanfchliisse unter Sammelnummer 2251 Anichrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. poftschecktonto: Sronffvri an Mai- 11686. Vor neuen polnischen Verhandlungen. Der Führer der NGOAP aus Berlin abgereist — Ole Parielführer informieren stch. Ruhigere Beurteilung der Lage Berlin, 11. 3an. (121.) Lin Teil der Berliner Abendblätter beschäftigt sich wieder eingehend mit den bevorstehenden Ereignissen im Reichs- I a g und damit in Zusammenhang mit Verhandlungen bzw. Besprechungen, die in der nächsten Zeit zur vorherigen Klärung der politischen Lage geführt werden sollen. Die TNitteilung der „vossi- jchen Zeitung", das; der Reichskanzler an die Führer der bürgerlichen Fraktionen Einladungen zu Besprechungen für Ende dieser Woche habe ergehen lassen, wobei Besprechungen mit den Abgeordneten Kaas, 5)ugenberg und D i n g e l d e y vorgesehen seien, bestätigt sich in dieser Form nicht. Dagegen ist anzunehmen, das Reichskanzler von Schleicher mit einer Reihe von Persönlichkeiten in den nächsten Tagen zwanglose Unterhaltungen pflegen wird, wie man andererseits auch mit Besprechungen politischer Führer untereinander zu rechnen haben wird. 3n diesem Zusammenhang kann verzeichnet werden, daß der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, höchsiwahr- scheinlich am Wontag wieder in Berlin sein wird. Ueberhaupt dürften Besprechungen, die für den weiteren Gang der Ereignisse irgendwie von Bedeutung sein könnten, erst nach den lip- peschen Landeswahlen in Gang kommen. Eine Zusammenkunft Hitler-Schleicher ist, wie bereits berichtet, jedenfalls vom Reichskanzler aus nicht vorgesehen. 3n diesem Zusammenhang glaubt „Der Deutsche", dafz es um Hitlers und Schleichers Aktionsfreiheit ohne das Dazwischentreten von Popens besser bestellt gewesen wäre. Die Führung der Reichsregierung hoffe aber zuversichtlich, das; ihr die Auslosung d e s R e i ch s- tages erspart bleibe. Dauernden Erfolg würde sie hier allerdings dann erst haben, wenn es ihr gelingen würde, durch eine Umbildung der Reichsregierung zu erreichen, daß sich der Kreis der die Beranlroorlung Tragenden wesentlich erweitere. Der „Lokal-Anzeiger" erwartet, dah die KPD. im Preußischen Landtag einen Antrag aus Auflösung einbringen wird. Die Entscheidung hierüber würde ebenso wie die nächsten Entscheidungen im Reich bei den Rationalsozialisten liegen. Das Blatt verzeichnet weiter Besprechungen des Reichskanzlers mit dem Präsidenten des Reichswirtschaflsrates, von Siemens, und dem Gewerkschaftsführer L e i p a r t, und hält weiter die Behauptung aufrecht, das; am vergangenen Freitag zwischen dem Reichspräsidenten und Gregor S t r a fj e r eine Unterredung stattgesunden habe. Die Behauptung aber, daß hierbei feste Vereinbarungen über eine Beteiligung Straßers an der Regierung getroffen seien, sei falsch. 3m übrigen wird die ganze innerpolitische Situation In der Berliner Presse jetzt mit größerer Ruhe beurteilt. Die etwas aufgeregten Kombinationen, die in den letzten Tagen im Anschluß an die Kölner Zusammenkunft zwischen Adolf Hitler und von Popen in der Oeffent- lichkeit umgingen, hoben sich als nicht richtig erwiesen. Auch die Berliner Blätter stellen jetzt fest, daß man erst einmal das Ergebnis der lippe- fchen Wahlen abwarten muß. Danach werde sich zeigen, welche Taktik die nationalsozialistische Führung gegenüber dem Reichskabinett einschlägt. Es verstärkt sich der Eindruck, über den hier bereits vor einigen Tagen berichtet wurde, daß die Wahrscheinlichkeit doch mehr für eine weitere Verschiebung der Entscheidung im Reich spricht. Ob es dazu kommt, wird sich schon in der Sitzung des Aeltestenrats am 20. 3a- nuar zeigen. Das Reichskabinett jedenfalls wird die Entwicklung mit derselben Ruhe abwarten, mit der es den aufgebauschten Kombinationen und (Erörterungen der letzten Tage zugesehen hat. $ifter aus Berlin aboereisi. Keine Unterredung mit Lchleicher. Berlin, 11. San. (TU.) Mittwoch nachmittag Hot Adolf Hitler Berlin wieder verlassen und sich nach Lippe begeben. Wie der „Völkische Beobachter" mitteilt, haben sich die in der Berliner Presse erörterten Kombinationen über eine beabsichtigte Unterredung mit dem Reichskanzler von Schleicher damit erledigt. Eine derartige Besprechung sei von Seiten Hitlers an sich nicht in Aussicht genommen gewesen. Hitler habe lediglich eine längere Aussprache mit dem Reichstagspräsidenten Göring über die politische Lage und über einige interne Angelegenheiten der Partei gehabt. preußischer Landtag am 17 Januar Berlin, 11. Ian. (TU.) Der Preußische Landtag ist auf Dienstag, 17. Januar, 15 Uhr, einberufen morden Die Tagesordnung sieht, wie der Parlamentsdienst der TelegraphenUnion meldet, weder eine politische Aussprache, noch die Fortsetzung der im Dezember abgebrochenen Kulturaussprache vor Damit scheint die Vermutung bestätigt zu werden, daß bei den maßgebenden Par leien in Preußen der Wunsch besteht, wichtige politische Dinge bis zur Entscheidung i m R e i ch z u r ü ck z u st e 11 e n. Die Tagesordnung enthält nur kleine Vorlagen, u. a. die Entwürfe für die Verlängerung des Gesetzes über die Erhaltung des Baumbestandes, sowie die Erhaltung und Freigabe von Uferwegen und zahlreiche Anträge des Haupt- und des Landwirtschaftsausschusses. Ferner ist u. a. die Beratung von Bergwerksanträgen einzelner Fraktionen und eine Zentrumsanfrage auf Ausstellung eines einheitlichen Reichsbahnbauprogramms im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms vorgesehen. Klaggenerlaß der Thüringer Regierung. Weimar, 11. San. (CAB.) Das thüringische S t.a a t s m i n i st e r i u m hat eine Verordnung über dicBeflaggungvonDienst- gebäu den erlassen, wonach angeordnet wird, daß am 18. Oannuar aus Anlaß der Reichsgründung die staatlichen Dienstgebäude des Landes derart zu beflaggen sind, daß neben der weißroten Landesfahne refp. neben der Landesfahne und der jetzigen schwarz-rot-goldenen Reichsflagge, wo diese bisher gemeinsam gezeigt wurden. auch die alte schwarz-weiß-rote Flaggedes Deutschen Reiches zu zeigen ist. Sofern bisher nur die Landesfahne gezeigt wurde, ist jetzt auch die schwarz rot-goldene Reichsflagge mit zu zeigen. Falls drei Fahnen gezeigt werden, sott sich die alte schwarz weiß-rote Flagge rechts befinden, in der Mitte die Landesfahne bzw. die große Staatsflagge und links die jetzige schwarz- rot-goldene Reichsflagge. persönliche Haftung für Etatüberschreitungen. Dessau, 11. San. (WTB.) Es wird eine Verordnung des Ministeriums über die Haushaltsführung der Gemeinden und Gemeindeverbände veröffentlicht, die tiefeinschneidende Maßnahmen enthält. Der Grundsatz: „Keine Ausgabe ohne Deckung" wird dahin erweitert, daß künftig in Gemeindeparla- mcnten nicht einmal Anträge behandelt werden dürfen, die diesen Grundsatz nicht berücksichtigen. Ordnet ein Gemeindevorstand Maßnahmen oder Zahlungen an, durch die eine Haus- hattsüberschreitung unvermeidlich wird, so h astet e r der Gemeinde für die von ihm veranlaßte Zahlung. Weist ein Beamter schuldhaft eine Zahlung an, für die die Gemeinde verpflichtet ist, so ist er der Gemeinde zum Schadenersatz verpflichtet. Die deutschen Militär-Attaches. I W r Links: Oberst Fischer wird deutscher Militärattache -in Rom. — In der Mitte, oben: Oberst Geyer von Schweppenburg Attache für London; unten: Generalmajor Friedrich von Bötticher, Attache für Washington, — Rechts: Generalmajor Kuehlenthal übernimmt den Pariser Attache- Posten. Oie Marineaiiaches. Kapitän z. S. W a s s n e r, bisher Kommandant des Kreuzers „Karlsruhe", wurde zum Marineattache in London ernannt. Wafsner ist 1906 in die Marine eingetreten. Im Weltkriege hat er sich als einer der erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten in Flandern den Orden pour le merite erworben. Rom, 11. San. (TU.) Marineattache bei der deutschen Botschaft in Rom wird Korvettenkapitän Loycke. Er tritt seinen Posten am 1. April an. Paris. 11. San. (TTl.) Der Posten des Marineattaches bei der deutschen Botschaft in Paris wird am 1. April durch Korvettenkapitän Wever besetzt werden. Oer Militärattache in Warschau. Berlin, 11. San. (SU.) Zum Militärattache bei der deutschen Gesandtschaft in Warschau wird voraussichtlich Oberst Schindler, zur Zeit Kommandeur des 19. Bayerischen Snsanterie-Re- giments in München, ernannt werden. Keine französische Einwendung. Paris, 11. Ian. (TU.) Im Gegensatz zu der von nationalistischen französischen Blättern vertretenen Auffassung, daß die Entsendung deutscher Militärattaches in die Hauptstädte europäischer Länder mit dem Vertrag von Versailles angeblich im Widerspruch stände, wird an zuständiger französischer Stelle erklärt, daß nach dem Versailler Vertrag eine Entsendung von deutschen Militärattachäs wohl m ö g- l i ch sei. Katalanische Schreckensnacht. Sonderber:cht unseres v. Gss.i'BcridHerftatterS. (Aachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) Madrid, 10. San. 1933. Aoch waren die polizeilichen Untersuchungen des geplanten syndikalistischen und kommunistischen Silvesterputsches in Barcelona nicht abgeschlossen, als die radikalisierte Linke in der vergangenen Rächt zu einem neuen Schlag gegen die bestehende Ordnung ausholte. Wieder war die k a t a l a n i s ch e H a u p t st a d t der B r e n n- punkt des anarchistischen Vernichtung s w i l l e n s , über dessen Kampf aller gegen alle die kommunistischen und syndikalistischen Drahtzieher zur Macht auf der Halbinsel aufzusteigen gedachten. Die Herrschaft des Proletariats, besser gesagt die Diktatur des Proletariats unter dem Zeichen von Sichel und Hammer, ist das erträumte Ziel dieser Leute. So schlugen sie denn auch diesmal wieder unter öem Rufe „C s lebe Lenin!" -- los. Hatte es sich aber beim Reujahrsversuch um einen wohlvorbereiteten Plan zur Ergreifung der Macht in Kalalanien gehandelt, zu dessen Durchführung alle nötigen Waffen bereitgestellt und die An- griffskräste militärisch eingeteilt waren, so wollte man diesmal in der Hauptsache die durch die vorzeitige Entdeckung des erstgenannten Putlches verloren gegangenen Waffenbestände wieder au Hüllen und zu diesem Zweck die normaler Weise Sonntags schwach belegten Kasernen Überfällen und deren Waffenlager an sich reißen. Sm übrigen sollte das Unternehmen einschüchternd auf die Regierung sowohl, als ckuch auf die Bevölkerung wirken. Obwohl der spanische Snnenminifter erklärte, er habe auch von dieser revolutionären Bewegung schon seit Tagen gewußt und dem entsprechend seine Abwehrmaßnahmen getroffen, konnten die Umstürzler doch beinahe neun Stunden, d. h. die ganze Rächt vom Sonntag zum Montag mehr oder weniger die Straßen Barcelonas beherrschen. An 40 Punkten der Stadt zugleich veranstalteten die Anarchistenbanden Feuerüberfälle auf die Der* stärkste Polizei und das Militär. Mit Bewaffneten besetzte Automobile durchrasten die Stadt, überall Schrecken und Furcht verbreitend. Die Polizeidirektion wurde mit Bomben beworfen, der Haupt-, bahnhof besetzt, die Kasernen attackiert. D i c ganze Rächt über hörte man das Knattern der Gewehrschüsse und das Krachen der Bomben. Erst mit dem Morgengrauen gaben die Angreifer den Kampf auf, als sie sahen, daß der Endzweck, die Eroberung der militärischen Waffenlager, nicht zu erreichen war. Sn Hauseingängen versteckt, auf der Straße, in Automobilen und Eisenbahnwaggons fand die Polizei Hunderte von Bomben, die die Anarchisten auf der Fluch.t weggeworfen hatten Auch zahlreiche Pistolen und einige Gewehre fielen in ihre Hand. Sn den Vormittagsstunden begann die Stadt sich wieder zu beleben, di« während der Kämpfe wie ausgestorben war 40 Verhaftungen konnten vorgenommen werden Lieber die Verluste sind noch leine offiziellen Zahlen vorhanden. Es scheinen aber über 12 Tot« und 30 Verwundete allein in Barcelona und etwa 20 Tote und 40 Verwundete im restlichen Aufstandsgebiet auf dem Platze geblieben zu sein. Während der Vorgänge in der Hauptstadt Kataloniens versuchten die Revolutionäre gleichzeitig auf den katalanischen Dörfern und in den Barcelona vorgelagerten S n düst r i e o r t e n Llnruhen zu provozieren, was ihnen auch zum großen Teil gelang. Sn mehreren Der- fern ging die Sowjetfahne am Dach des Rat h a ules auf. Die verblendete Bevölkerung griff die Polizei an, und die Klänge der Snter» nationale begleiteten die wüste Szene. Sn Le - rida konnte das Militär im Verein mit der Polizei einen Heberfail auf die dortigen Snfan- teriekasernen noch rechtzeitig verhindern, wobei es allerdings mehrere Tote gab, ebenso wie auf den Dörfern. Sn Zaragoza und VaIen. c i a waren nur Versuche zur Beunruhigung fest- zustellen. Sn beiden Orten tarn es nicht zu größeren Aktionen, und die Polizei konnte die Ban- den in kürzester Zeit auseinandertreiben. Sn den beiden Militärlagern, die wenige Kilometer vor Madrid liegen, versuchten die Extremisten ebenfalls, sich den Kasernen zu nähern, ergriffen aber vor dem lebhaften Feuer, das sie empfing, schnell die Flucht. Sn Cadiz und Gandia kam es auch zu kleineren Unruhen, die mehrere Menschenleben kosteten, ohne aber zu ernsteren Konsequenzen zu führen. Daß es trotz der Tatsache, daß die Polizei angeblich über die Putschversuche informiert war, zu allen diesen Ausschreitungen kommen konnte, muß bedenklich stimmen. Es liegt die Frage nahe, was geschehen wäre, wenn die Unterneh - mungwirklichüberraschendgekommen wäre und wenn, was glücklicherweise nicht der Fall war, die E i s e n b a h n a r b e i t e r sich angejch.offen hätten. Man darf bei der Beurteilung solcher Aufstandsversuche in großen Städten nie vergessen, daß ein Erfolg in der Stadt einen großen Teil des spanischen flachen Landes sofort mit sich reißen würde, wo die Syndikalisten und Kommunisten durch ihre Wühlarbeit gemeinsam in hervorragendem Maße den Boden vorbereitet haben. Wie erst vor kurzem ein Abgeordneter im Madrider Parlament erklärte, befindet sich das Land in zahlreichen Provinzen in voller Anarchie. In dem besonderen Fall Katalonien aber ist zu berücksichtigen, daß gerade die Umsturzelemente die Wählerschaft für die jetzige Regierung Kataloniens abgegeben haben. Wenn es nicht zu paradox klänge Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst B l u m s ch e i n. Dampfer Boppard verlassen hatte, schossen die Streikenden vom Ufer aus nach der Kommando« brücke. Der Kapitän des „Condor", dem die Schüsse galten, wurde jedoch nicht getroffen. Das große Los. Der Haupttreffer der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie in der 4. Klasse in Höhe von 100 000 Mark ist auf die Nummer 61 485 gefallen. Das Glückslos wird in Berlin und Niederschlesien gespielt und ist in Achtellose aufgeteilt. 900 Kilogramm Opium beschlagnahmt. Wie „Echo de Paris“ aus Marseille berichtet, wurden auf dem Orient-Passagierdampser „Pierre Loti" 9 0 0 Kilogramm Opium von den Zollbeamten b e s ch l a g n a h^n t. Das Opium war in einem Kohlenbunker versteckt gehalten. Gepanzertes Schmugglerauto gestellt. In dem Waldgelände von Semb stellten, wie aus Köln gemeldet wird, Zollbeamte einen großen Personenkraftwagen, der von der Grenze herkam und eine für den Krastwagenverkehr gesperrte Privatstraße mit abgeblendeten Lichtern befuhr. Als die Grenzbeamten sich dem Wagen in den Weg stellten, gab der Führer des Autos Vollgas und steuerte auf' die Beamten los. Diese brachten sich durch einen Scitensprung in Sicherheit, schossen hinter den Schmugglern her und nahmen in einem zweiten Wagen die Verfolgung auf. Unterdessen war eine zweite Bamtenstaffel an der nächsten Schranke alarmiert worden, die den Führer des herannahenden Schmugglerautos mit Scheinwerfern blendete, so daß der Wagen in voller Fahrt gegen die Schranken sauste, sich überschlug und in den Graben stürzte. Die Insassen konnten unverletzt f e st g e n o m m e n werden. Der große Sechssitzer war mit doppelten Stahlplatten vollkommen g e - panzert und enthielt 10 Zentner Tabak und Kaffee, sowie 2000 Zigaretten. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen Holländer und einen Polen. Man fand bei ihnen mehrere Armeepistolen. Die Katastrophe des Sowjet-Luftschiffs dementiert. Die Telegraphenagentur der. Sowjetunion veröffentlicht folgendes Dementi : Die in der Aus-- landspresse verbreiteten Meldungen über eine Katastrophe des Sowjetlustschiffes sind unzutreffend. Bei dem Luftschiff war nur die Benzinzuleitung zu den Motoren gestört, wodurch die Motoren ausfehten. Das Luftschisf führte seinen Flug zu Ende und landete in der Nähe von Rishninowgorod. Lustschisf und Be- sahung sind nicht beschädigt worden. Strahenschlacht in Bombay. Cricket spielende Hindukinder gaben in Bombay Veranlassung zu schweren Straßenkämpfen, bei denen zwei Mohammedaner getötet und neun Hindus sowie fünf Mohammedaner Verletzungen davontrugcn. Der Kampf wurde in den engen Gassen mit Messern und Stöcken ausgetragen, und die Panik griff bis auf die Hauptstraßen über, wo Läden und Restaurants eiligst geschlossen wurden. Den Vater beim Reinigen des Jagdgewehrs erschossen. Der Bildhauer Fritz M e n n i ck e, ein passionierter Jäger, wollte auch seinen Sohn zu einem Jäger erziehen und pflegte den Jungen mit dem Reinigen seines Jagdgewehres zu beauftragen. Als er dieser Tage nach einem Jagdausflug wiederum seinem Sohn das Gewehr zum Reinigen übergeben hatte, löste sich plötzlich ein Schuß, der den Vater traf. Mennicke hatte aus Versehen noch eine Schrot- ladung im Gewehr gelassen. Er wurde so schwer verletzt, daß er kurz darauf starb. Kunst und Wissenschaft. Ein Denkmal für Johannes Brahms. In Thun in der Schweiz hat ein Arbeitsausschuß, der aus Vertretern von -Kunst, Wissenschaft und Kirche vor einiger Zeit gebildet wurde, beschlossen, zur Erinnerung an den Komponisten Johannes Brahms, der wiederholt in Thun zur Erholung weilte, ein Denkmal zu errichten. Der Ausschuß ist dahin übereingekommen, das Modell Hermann Hubachers zur Ausführung zu. empfehlen, das i eine lebensgroße weibliche Bronzefigur darstellt. sation verlassen kann, so steht dach fest, daß der revolutionäre Sd)wung der Confederation de tra- bajo diese schon etwas abgebröckelte sozialistische Mauer einzureißen imstande ist, wenn letzterer der ausgesprochene Schutz der Regierung einmal fehlen sollte. Die primitive Denkungsweise des spanischen Arbeiters und insbesondere die des Landarbeiters besteht auf der Einlösung jenes Wechsels, den die heutigen Machthaber vor dem ötun der Monarchie in propagandistischer Absicht leichtfertig unterschrieben haben. Wie hieß es doch damals? „Euch gehört die Erde, Ihr seid die Herren! Laßt Eud) nicht länger mehr ausbeuten und unterdrücken! Kommt mit uns zur Republik, und Euer wird das Paradies auf Erden sein!" Die heutigen Zustände aber als Paradies hinzunehmen, kann man auch vom primitivsten Proletarier nicht verlangen. Dagegen glaubt dieser den neuen Propheten, die ihm die Erringung jenes Zieles burd) neue Sümpfe und neuen Umsturz predigen. Das ist die einfache Erklärung für die verwickelt erscheinenden Vorgänge in Spanien. zum Ausdruck, die die Reichsregierung dafür hat. die eine oder andere in Aussicht genommene Maßnahme noch nicht im Augenblick durchzusuhren. Heber eine Reihe sehr williger Fragen, die d'.e Interessen der Landwirtschaft aufs allcrengfte berühren wird eine Gesetzesvorlage morgen vormittag in internen Ressortbesprechungen fertiggestellt, um dann «o schnell wie möglich zur Verabschiedung zu kommen. Die Reich-sregierung ift mit der Aus- arbeitung dieser Vorlage bereits einige Zeit beschäftigt. Der Reichspräsident selbst hat sich mit besonderer Wärme und Energie für die Interessen der Landwirtsckuft eingesetzt. Das ist auch beim heutigen Empfang sehr deutlich geworden Alm so stärker war das Des rem den, das die ungewöhnlich scharfe Entschließung des Reichs- landbunds in Kreisen der Reichsregierung und, wie man wohl annehmen darf, auch beim Reichspräsidenten hervorgerufen hat. Dieser Eindruck mußte noch durch die Tatsache gewinnen daß die Entschließung dem Reichspräsidenten imd der Reichsregierung keineswegs v o r ton Empfang bekanntgegeben worden ist. Vielmehr hat man beim Reichspräsidenten über eine Stunde verhandelt, ohne daß die Entschließung mit einem Wort erwähnt wurde. Erft nachdem die Herren vom Reichslandbund sich verabschiedet hatten, erhielt man in der Wilhelmstrahe von der Entschlie- ßung Kenntnis. Nie Kundgebung der Reichslandbundführung. Verl in, 11. Ian. (TL.) DerBundesvor- st and des Reichslandbundes hat am Mittwoch folgende Entschließung zur Lage angenommen: .Die Verelendung der deutschen Landwirtschaft, insbesondere der bäuerlichen Vcredelungswirtschaft, hat unter Duldung der derzeitigen Regierung ein selbst unter einer rein marxistischen Regierung nicht für möglich gehaltenes Ausmaß angenommen. Die Ausplünderung der Landwirtschaft zugunsten der allmächtigen Geldbeutelinter- essen der international eingestellten Export- industrie und ihrer Trabanten dauert an. Seitens der Regierung hört die Landwirtschaft im wesentlichen nur Rundfunkreden und inhaltlose Formulierungen, denen trotz längst vorhandener sachlicher Möglichkeiten entscheidende Taten nicht gefolgt sind. Obwohl mit Ende des Jahres 1932 die Holland gegenüber bestehenden Zollbindungen abgelaufen sind, ist bis heute diese Erleichterung der zollpolitischen Lag« nicht durch Inkraftsehen von Zollerhöhungen, über deren Ausmaß eine auf nationale Wirtschaft eingestellte ReichsZeitschriften. — Im Januarheft von Westermanns Monatsheften beginnt der neue Roman „Menschen gehen ins Licht", von Paul Derglar- Schröer. Der Schauplatz des Romans ist das österreichische Lcutaschtal, das sich zwischen Mittenwald und Seefeld hinzieht. Das Heft enthält wieder eine Reihe Abhandlungen. Dr. H. W. Gewände läßt sich über die Kultur des Brief- markensammelns aus. Carl Meißner bringt zum 60. Geburtstage von Cissarz einen mit vielen Abbildungen versehenen Artikel. Georg Enders über „Edison und der Zufall". „Paul Gerhardt plaudert über den deutschen Rundfunk und Hans Lebede über die Wunder der Schallplatte". Dr. Jörg Lechler bringt unter „Reuyorks andere Seite" Schilderungen, Erlebnisse und Deobachtun- gen, die dem Dutzendreisenden nicht gleich auffallen. Weiter sind erwähnenswert zwei Erzählungen „Die Wiedergeborene" von Ilse Reicke, „Die drei von Kleist" von Kurt Hehnicke. Die „Süddeutschen Monatshefte" widmen ein Heft der Persönlichkeit des bayerischen Thronerben und geben ihm den Titel „König Rupprecht". In einer Einleitung „Republik oder Monarchie?" begründet die Schr.ftleitung ihren Standpunkt. Dr. Erwcin F.hr. v. Aretin gibt dann in kurzen Strichen ein Lebensbild des Kronprinzen Rupprecht bis zum Krieg und erinnert daran, daß noch unter der Regentschaft seines Großvaters der Prinz das große Werk der Wiederbelebung einer bodenständigen Münchener Kunst von großem Format begann, dessen Ernte Krieg und Revolution vernichteten. Drei Artikel des Heftes sind diesem beginnenden Mäzenatentum gewidmet. Am meisten wird jedoch der Driefwechsel zwischen dem Prinzen und der stärksten Künstlerpersönlichkeit Münchens in diesen Jahren, Adolf v. Hildebrand, De- achtung finden. Heber die Tätigkeit des Prinzen im Felde verbreitet sich fein damaliger General- stabschi'f, General der Inf. a. D. Hermann v. Kuhl, während ein Mitschüler aus der Gymnasialzeit des Prinzen am Münchener Max-Gymnasium eine Reihe von Anekdoten zu erzählen weih. In das Gebiet der aktuellen Politik führt endlich ein Artikel des Frhrn. v. Aretin „Die bayerische Königsfrage" zurück. regierung nicht mehr im Zweifel sein kann, au8- genuht worden. Die daneben notwendigen Kontingentie- rungsmaß nahmen zum Schutze gegen aus- । ländische Ueberschwemmung sind auch von der jetzigen Reichsregierung nicht ergriffen worden. Eine Regierung, die den Willen zur Erhaltung deutschen Bauerntums hat, mußte wenigstens durch sofortige Erklärung eines vollständigen und generellen Zahlungsmoratoriums die Vertreibung des Bauern von Haus und Hof verbieten. Nichtsdergleichen ist geschehen. Durch das bisherige Versagen der Reichsregierung in den lebenswichtigsten Fragen der Agrarpolitik werden auch die vom Herrn Reichskanzler ausgestellten Ziele der Arbeitsbeschaffung und Siedlung zu reinen Illusionen. Die bisherige Betätigung der Reichsregierung wird daher auch den wiederholten Aufträgen, die der Herr Reichspräsident erteilt hat, nicht gerecht. Die Notgemeinschaft des Deutschen Landvolks steht z u m A e u ß e r st e n b e r e i t. Die Führung des Reichslandbundes fordert von jedem einzelnen den letzten Einsatz in dem dem gesamten Berufsstand aufgezwungenen Kampf um die nackte Existenz." Heute erneute Stellungnahme. Berlin, 11. Jan. (TU.) Wie die TU. erfährt, wird das Präsidium des Reichslandbunde s am Donnerstagvormittag zu der amtlichen Mitteilung der Reichsregierung über den Abbruch d e r Beziehungen zum Reichslandbund Stellung nehmen. Aus alter Welt. Ausländische Lisenbahnsachverständige im „Fliegenden Hamburger". An der jüngsten Fahrt des Schnelltrieb- wagens B e r l i n—H a m b u r g nahmen Vertreter der bedeutendsten Eisenbahngesellschaften Europas sowie eine große Anzahl ausländischer Ingenieure teil. Es tarn darauf an, die Brauchbar feit des Wagens auch für außerdeutsche Bahnstrecken zu untersuchen. Die ausländischen Gaste wurden in Hamburg von einer besonderen Kommission empfangen. Es wurde ihnen Gelegenheit gegeben, die wichtigen technischen Anlagen im Bereich der Reichsbahndirektion Altona zu besichtigen, sowie die seetechnischen Anlagen Hamburgs tennen- zulernen. Außer Vertretern französischer und englischer Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaften nahmen auch Interessenten aus Sck)weden, Norwegen, Holland, Belgien, Italien, Rußland und Japan an der Fahrt teil. Der Schiffsverkehr auf der Unlerelbe durch Nebel lahmgelegt. Seit Dienstagabend lagert über der Rordsee- küste und der ilnterelbe dichter Rebel, der den Schiffahrtsverkehr stark behindert. Zahlreiche Schiffe liegen auf der Elbe vor Anker, um bessere Sicht abzuwarten. Dor der Ankunft des hapag-TNotorschiffes „Ruhr" in Hamburg. Der dichte Rebel auf der älnterelbe hat die Ankunft des Hapag-Motorschiffes „Ruhr" im Hamburger Hafen sehr verzögert. Am Mittwochmorgen passierte das Schiss Cuxhaven und bald darauf Brunsbüttelkoog. Dann geriet es jedoch in eine dichte Rebelbanc, so daß es vor Lurker gehen mußte. In Hamburg sind inzwischen alle Vorbereitungen für einen to ür > bigen Empfang des Schiffes getroffen. Dekanntlich hat die „Ruhr" 86 Seeleute des brennenden französischen Dampfers „L Qltlantiquc gerettet. Die Schüsse auf den Rheindampfer „Londoc". In einem Pariser Mittagsblatt ist der Feuerüberfall aus den Rheindampfer „C o n d o r" so darge- ftcUt worden, als ob es sich etwa um einen deutschen Angriff handele. Demgegenüber veröffentlicht „Ha- oas" in einer Meldung aus Straßburg eine offizielle D a r ft e l l u n g der Reederei des „Condor". Danach hat ein Teil der Mannschaft des „Condor" gestreikt und in Boppard gelandet werden müffen. Der größere Teil der Besatzung habe sich | jedoch bereit erklärt, den Dienst unter dem | Schutze der Polizei weiter zu versehen. Als der line" unterschrieben, wobei der untere Bogen des C in einem langen Schnörkel um das letzte E herumgreift. Augenblicklich erinnert sich Maya und sieht die Trägerin dieses Namens so deutlich vor sich, als habe sich alles gestern zugetragen: Celine war scymal, bleichsüchtig und hatte einen blassen dünnen Mund. Es war der jungen Maya damals über alle Maßen verwunderlich, wo dieses zerbrechliche Mädchen den glühenden Atem hernahm, der über dem Ausdruck ihrer Liebe und Sehnsucht zitterte wie heiße Luft über sommerlichem Feld. Sie mußte die Worte wohl aus ihrem Herzblut heroortreiben, dorther, wo es am rötesten springt, — ein paar Tropfen blieben wie Tau immer an ihnen haften. Allerdings war es Krieg, und in alle Liebe damals der bittere Geschmack des Todes gemischt, außerdem aber das Schicksal dieser Liebe besonders ungewiß. Denn Celine war eine kleine belgische Näherin unb mit einem deutschen Soldaten heimlich verlobt. Gott mochte wissen, wie sie sich verständigt hatten, sie sprach nicht deutsch und er nicht französisch. Aber die Sprache der Liebe, die vor feindlichen Völkern noch niemals Halt gemacht hat, ist um Ausdruck nicht verlegen, solange Zwei zusammen sind, sie wird erst hilflos, wenn die Trennung kommt. Die hilflose Celine wandte sich, als ihr Geliebter wieder an die Front ausrücken mußte, an die vierzehnjährige Maya, in deren Brüsseler Elternhaus sie gerade nähte, und der Backfisch ging mit Begeisterung daraus ein, die Dolmetscherrolle in diesem romantischen Bunde zu übernehmen, den die arme Celine vor ihrer Familie verbergen mußte, wollte sie nicht ihre ganze Verachtung auf sich herabbeschwören. Maya sühlte sich von der Wichtigkeit ihrer Mission ganz durchdrungen, wenn die kleine Näherin alle paar Tage mit ihren rührenden Zetteln kam, die übersetzt und abgeschrieben wurden, schüchterne Sätze zunächst, zarte und zurückhaltende Gefühlsausdrücke. Aber mit der Dauer der Trennung wuchs der liebenden Celine die Sehnsucht über den Kopf, sie überwand ihre Schamhaftigkeit vor der Vermittlerin und vertraute ihren Konzepten das Innigste an Gefühl an, das sie besaß. In allen Variationen schrieb Maya in ihrer unfertigen Schulschrift an einen fremden, unbekannten Mann: I ch liebe Dich, i ch liebe Di ch. Dabei machte sie errötend gleichsam die Augen zu — aber sie konnte es nicht verhindern, daß der vibrierende Ton des Geschriebenen erregend an die Pforte ihres Blutes klopfte und daß ihre Schrift sich wie etwas Beteiligtes, fast schon Zugehöriges mit dem Sinn der geschriebenen Worte verband. Konflikt zwischen Reichskabinett und Reichslandbund. Oie Regierung lehnt weiiere Verhandlungen mit der Tieichslondbundführung ab. Liebesbriefe um Celine. Don Anke Ehlers, Worpswede. Der Damenfchreibtisch hat ein geheimes Fach, das sich nur durch den Druck auf eine verborgene Feder öffnet. Maya lächelt, als sich unversehens unter ihren spielenden Fingern dieses Fach vor ihr auftut, in dem ein Stück ihrer Vergangenheit in Briesen und Blättern begraben liegt. Sie sah lange nicht mehr hinein, denn das Leben einer schönen, gefeierten Frau ist bis zum Rande mit Gegenwart gefüllt und hat keinen Raum für gefühlvolle Rückblicke. Auch sammelt Maya schon längst keine Liebesbriefe mehr, ja, sie sind ihr bis zum Ueberdruß verleidet, seitdem die Post sie dem berühmten Filmstar täglich schockweise ins Haus trägt, so daß eine ganze Registratur damit 3« fühlen wäre. Rudolf fchickt aus diesem Grunde nur Telegramme, und sie ist dem Freund dankbar für seinen Takt, der auch ihr alle schriftlichen Liebesbeteuerungen erläßt. Er würde sich daher wundern, wenn er von diesem kleinen Brief-Mausoleum in ihrem Schreibtisch wüßte, und er würde den schönen geliebten Mund verziehen, wenn er sähe, wie ihre Hand, statt die pietätvolle Lade schnell wieder zu schließen, tastend hineingreift, neugierig einen Zettel, ein Kärtchen aufnimmt und aus der seidenen Verschnürung der Briefpacken aufs Geradewohl ein Blatt herauszupft. Die Worte, die sie lieft, gehen ihr kaum ins Bewußtsein, soviel Leidenschaft, Sehnsucht und Begehren sich auch in ihnen konzentrieren, — Lava- ftröme, die ihr einst das Herz versengten und nun erkaltet sind. Das besondere Bild einer Handschrift, das ihr einmal in schmerzhafter Vertrautheit bis ins innerste Wesen griff, übt wohl noch einen blassen Zauber auf sie aus, aber wie in einem dämmernden Spiegelbild findet sie nur verschwommen die Umrisse des Schreibers darin wieder, und nur fern und schemenhaft ihre eigene Erscheinung, an die diese heißen zärtlichen Worte gerichtet sind. Ist es wirklich ihr Erlebnis, das dieses Papier in vielfachem Echo zurückgibt, ist es nicht das einer Fremden, längst Verschollenen, beinahe Toten ...? Ach, man vergißt schnell, und eine Frau vergißt noch schneller. In dem peinlichen Gefühl, vor sich selbst eine Indiskretion zu begehen, will Maya die Schublade zustoßen, da fällt ihr ein Blatt in die Augen mit unverkennbar weiblicher Schrift, Worte in französischer Sprache an einen Mann gerichtet, mit „CeBerlin, 11. Dan. (WTv.) Amtlich wird mit- geleilt: Nachdem in letzter Zeit in mehreren Besprechungen zwischen Ulitgliebern des Präsidiums des Reichslandbundes und dem, Reichskanzler eine weitgehende Einigung über die für die Landwirtschaft notwendigen Maßnahmen erzielt worden war, wurde heute nachmittag der Vorstand des Reichslandbundes vom Herrn Reichspräsidenten im Beisein des Reichskanzlers und des Rcichsministers warmb 0 lb und Freiherrn von Braun empfangen. Die- Vertreter des R e i ch s l a n d b u n d e s trugen ihre ernsten Sorgen über die Lage der Landwirt schäft und ihre Auffassung über die zu er greifenden Abhilfemahregeln vor. Jn der Aussprache ergab sich, daß durch die bereits getroffenen und noch beabsichtigten Maßnahmen der Reichsregierung den Wünschen der Abordnung schon soweit wie irgend möglich Rechnung getragen worden war. Rach der Sitzung wurde bekannt, daß der Vorstand des Reichslandbundes bereits vorher eine Entschließung gefaßt und der Presse übergeben hatte, die in demagogischer Form sachlich unbegründete Angriffe gegen die Reichsregierung enthielt. Die Entschließung ist weder dem Herrn Reichspräsidenten noch der Reichsregierung vor der Besprechung bekanntgegeben worden, wäre dies der Fall gewesen, so würde der Herr Reichspräsident von einem Empfang des Reichslandbundes abgesehen haben. Die Reichsregierung wird sich durch diese illoyale Handlungsweise des Vorstandes des Reichslandbundes davon nicht abbringen lassen, alles sachlich Mögliche für die Landwirtschaft z u tun. Sie sieht sich jedoch gelungen, von jetzt an Verhandlungen mit Mitgliedern des Vorst a n d e s des Reichslandbundes abzulehnen. Oie Konferenz beim Reichspräsidenten. Berlin, 11. Jan. (CRD. Eigene Meldung.) Wie wir erfahren, Haden an dem Empfang beim Reichspräsidenten vom Reichslandbund u. a. die Herren Grchf Kaldreuth, Droer, S y b e l und W i l l i n s teilgenommen. Die Besprechung erstreckte sich auf das gesamte Gebiet der Wünsche und Sorgen der Landwirtschaft. Dor allen Dingen standen Zollfragen im Vordergrund. Dabei kam auch auf Seiten der Landbund- Deitrctet durchaus Verständnis für die Gründe möchte man sagen, daß diese Pistolen- und Bombenhelden, die wieder einmal Blut und Unruhe über die herrliche Mittelmeerstadt gebracht haben, die „regierungstreue" Masse darstellen. Sie haben in allererster Linie den radikalen Linkselementen cmschließ- lich des Präsidenten Maiza erneut in den katalanischen Reqierungssattel geholfen. Hält man sich ferner vor Augen, daß gerade in diesen Tagen Katalonien in den Vollbesitz seiner Autonomie, die von so vielen aufrechten Vaterlandsfreunden als eine ungeheure Gefahr für das spanische Gesamtleben erkannt und als solche bekämpft worden ist, treten soll, so wird man versucht, diese aus den dunklen Wolken des politischen Horizonts herabjausenden Blitze als W a r n n n g s z e , ch e n des Himmels zu deuten. Die äußerste linke Organisation der radikalen Arbeiterschaft, die Nacion.il confederacion de trabajo, bekommt ständig neuen Zulauf aus den Reihen der sozialistischen Gewerk- 1 Schaft der Union general de trabajadores. Zugegeben, daß die spanische Regierung sich auf die Loyalität der Sozialdemokratie und ihrer Organt- s In mädchenhafter Scheu wollte sie Celine veranlassen, wenigstens ihre „tausend Küsse" selbst unter den Brief zu setzen, es wäre leicht gewesen, ihrer Feder den Satz geläufig zu machen. Aber hiergegen sträubte sich Celine aus Zartgefühl, um nicht durch die zweifache Schrift ihren Liebsten in ton Augenblick, der ihnen beiden ganz allein gehörte, an die Gegenwart eines Dritten zu erinnern — obwohl er natürlich von Mayas Dolmetschertätigkeit unterrichtet war. Nur ihre Unterschrift setzte Celine selbst unter das Schreiben, diesen Namenszug, der sich rote das Symbol ihres zärtlichsehnsüchtigen Herzens in die Muschel des Buchstaben C schmiegte. Wie der Empfänger dieser Briefe aussah, hatte Maya nie vermocht sich oorzustellen. Er war für sie der Mann schlechthin, der Krieger, der Held. Seine Briefe mit der schweren, ungeschulten Schrift und ihren kargen Mitteilungen verstärkten diesen unpersönlichen Eindruck. Sie sagten ihr gar nichts, und sie begriff nicht recht, daß sie trotz ihrer Unbeholfenheit für Celine die Seligkeit des Htmmels erschöpften, weil sie ihn ihr körperlich nahebrachten und wie Blutwärme und Atemhauch in sie eingingen. Anderseits beschloß sie, genau wie Celine es tat nach uraltem Brauch, solche Briefe später ebenfalls auf der Brust zu tragen, vorausgesetzt, daß sie je welche empfing ... Die schöne Frau am Schreibtisch legt den armseligen Zettel, der chr auf dem Umweg über ein fremdes Schicksal so eindringlich die eigene Jugend beschwört, behutsam ins Fach zurück. Diesen Brief hat sie, sie erinnert sich, nicht mehr übersetzt und abgeschickt, da die Nachricht aus einem Lazarett da- zwischenkam, die Celine an das Bett eines Verwundeten, vielleicht eines Krüppels, vielleicht eines Sterbenden rief ... Der Briefwechsel fand ein jähes Ende, Maya hat Celine danach nicht wiedergesehen. Sie hat nie erfahren, ob die Braut ihr kleines bebendes Gluck aus den Krallen des Krieges gerettet hat oder ob ihr Leben in bitterlichen Verzicht gemündet ist. Und der Mann, an den Maya im Namen einer anderen und doch eigentlich für sich die ersten Liebesbriefe ihres Lebens schrieb, ist ihr für immer namenlos geblieben, unwirklich, ein unbekannter Soldat ... Mit dem bezwingenden Lächeln, das chre Verehrer in Entzücken versetzt und einen Teil ihres Ruhmes ausmacht, denkt die Schauspielerin, sich vom Schreibtisch erhebend: Die Geschichte muß ich Rudolf erzählen: Habe ich nicht damals schon ihn 1 gemeint? Aus der Provinzialhauptfladt Buntes Allerlei Durch die Gründung des „Hessischen Heimatwerkes" des landschaftlichen Zusammenschlusses der haupt- sachlichsten Dienstträger und Förderer des FAD., ist dafür gesorgt worden, daß der Freiwillige Arbeitsdienst in Hessen nach Möglichkeit ein ziemlich einheitliches Gesicht bekam: in dem Sinne, daß er nicht ZU einer bloßen Notbeschäftigung wurde, sondern t>aß von Anfang an feine sozialpädagogische und rolkspolitische Bedeutung herausgestellk wurde, vielfach fehlte es zwar an geeigneten Führern und auch jugendlichen Mithelfern, durch Schulungs- kurse für Lagerleiter und Helfer im ten sollen m keiner Weise schablonenhaft behandelt I Werden. Den vielseitigen Formen der einzelnen verbände und Bünde wird bei der Einhaltung der Mindestrichtlinien weitestgehend Rechnung getragen. In keiner Weise wird durch den praktischen Unterricht eine Konkurfenz für die freie Wirtschaft ausgebildet. Die Berufs- und Handelsschulen mit ihren Lehr- und Hilfskräften haben sich bisher größten Dank verdient. Bei der jetzt geplanten Ausgestaltung sollen auch Junglehrer stärker heran- gezogen werden. Die Arbeitsämter erteilen aufklärende Bordrucke über die Durchführung des Not Werks, das in erster Linie auch die bereits innerlich notleidenden jungen Menschen ergreifen will, bie feinen eigenen Antrieb mehr aufbringen, ober aus äußeren Gründen der seitherigen Notwerksar- beit sich entzogen haben. In der ausgedehnten Aussprache erklärt Oberschulrat H a f j i n g e r, daß der hessische Kultusminister bereits Ausschreiben an die Lehrerschaft und die Ortsausschüsse jiir Jugendpflege und Volksbildung zur intensiven Durchfüh- rung des 'Jlotmerfs habe ergehet, lassen. Bürgermeister Dr. Kraus Mainz berichtete über das Mainzer Hilfswerk für die arheitslofe Jugend, das beispielhaft für alle Gemeinden fein kann, da es allen lokalen Verschiedenheiten genügend Spielraum läßt. Am Schluß appellierte Oberschulrai H a s - f i n g e r erneut an alle bie zahlreichen Helfer der i Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der charitativen, | lirchlichen, hündischen und beamteten Kreise, nicht Zu nörgeln, sondern zu rcst- und rastloser Tat Hand anzulegen. also eine zweite Anmeldung der gleichen Erfindung, so wird einfach die Eintragung in die Patentrolle abgelehnt. Viel schwieriger sind aber Anmeldungen zu behandeln, die lediglich alte Erfindungen ein wenig variieren. Dann muß eine endlose Arbeit einsetzen, um festzustellen, ob tatsächlich ein neues Detail da bei ist. Das Ergebnis ist dann leider oft genug reichlich grotesk. Und wenn man beispielsweise findet, daß nicht weniger als zwanzig v e r s ch i e bene eier lege nbe Osterhasen ein Patent erhalten haben, muß man sich boch fragen, ob in folrfjen Fällen etwas weniger minutiöse Kleinarbeit nicht boch ein Mehr bebeuten würbe. Den weitaus größten, Rückgang weist die Zahl der industriellen Patentanmeldungen auf. Große farmen, die früher Hunderte und Aberhunderte Patente im Jahr anmelbeten und selbst ganz geringfügige technische Verbesserungen schützen ließen, überlegen es sich heute erheblich genauer, ob der Patentgegenstand wirklich die Kosten wert ist. Welche mühevolle Kleinarbeit die Behandlung auch der unwichtigsten Anmeldung erfordert, davon kann sich der Außenstehende nur schwer einen '.Begriff machen. In 89 Hauptabteilungen sitzen mehr als 100 0 sachverständige Pr ü f c r, die den laufenden Stoff sichten und über seine Patentfähigkeit entscheiden müssen. Dabei ist vor allem zu berücksichtigen, ob über das behandelte Gebiet in den letzten hunbert Jahren etwas »erösfentlicht wurde. Diese Feststellung ist nur mit Hilfe der schon erwähnten Riesenkartei möglich, die täglich "nicht weniger als 1100 neue Eintragungen aufnimmt. Sie zweite Frage ist die, ob die Erfindung tatsäch lich einen Fortschritt in der technischen Entwicklung bedeutet, der einen Patentschutz rechtfertigen würde. Und schließlich wird natürlich untersucht, ob die betreffende Erfindung beim Deutschen Reichspatent amt zuin ersten Male angemeldet wird. Daß für eine derartige detaillierte Untersuchung nur Spe zialfachleute mit hervorragendem Wissen gebraucht werden können, versteht sich von selbst. Es ist charakteristisch für die Erfindungswut nuferes technischen Jahrhunderts, daß nur knapp ein Drittel aller Anmeldungen patentiert wer den kann. Das hängt vor allem damit zusammen, daß die Zahl der erfinderischen Nichtfachleute außer ordentlich groß ist. Es soll durchaus nicht geleugnet werden, daß eine ganze Reihe bedeutsamster Ersin düngen von Laien stammen. Die Hauptgruppe der technischen Erfindungen umfaßt aber Verbesserun gen an bestehenden Verfahren, Apparaten oder Maschinen. Diese Materie zu beherrschen, ist bei der Spezialisierung der Technik und ihrer Methoden aber heutzutage nur noch Sachverständigen möglich. So ist denn auch eine der umfangreichsten Abteilungen des Reichspatentamtes die sogenannte „-L o t e n f a ni in e r", in der alle Anmeldungen aufgehoben werden, die zu keinem Ergebnis geführt haben. Fünfzehn Jahre lang ruhen sie bann in den Regalen, um schließlich ihrer Bestimmung: dem Ofen zugeführt zu werden. Gegen Boykoiiagiiation. Anweisung der Innenminister des Reidjs und Hessens. Hollywood in tteberfallspanik. „Das Geld oder das Leben!" — dieser Ruf ertönt jetzt so oft in der Filmstadt Hollywood, daß die unglücklichen Stars ihres Lebens nicht mehr froh werden und die Nachfrage nach Detektiven, d:e für ihre und ihrer Kinder Sicherheit wachen sollen^ immer größer wird. Ms jüngster Fall in b«r Ne-he der Tlebersälle wird soeben ein verwegener Anschlag auf Betty Co mvson gemeldet, bei dem dem Einbrecher Juwelen im Werte von 140 000 Mark in die Hände fielen. Betty Compson sah mit ihrem Manager Mr. Leshin benn Kartenspiel, als es einige Minuten vor Mitternacht klingelte. Da sie einen Mann in der Kleidung eines Dotenjungen erblickte, öffnete sie. Aber kaum eingelaften, warf der Fremde seine friedliche Maske ab und hielt ihr einen Revolver entgegen. Er fesselte dann die Filmschauspielerin und den Manager mit Drahtsaiten, durch,uchte alle Räume, öffnete die Behälter in ihrem Schlafzimmer und nahm ihren Schmuck an nK- Mit der nicht mihzuverstehenden Drohung: „Ich verstehe mich auf mein Handwerk. Wenn Sie Lärm schlagen, werde ich das Haus bis zum Grunde niederbrennen.'" suchte er dann das Weite Erst nach einer Weile konnte sich Betty Compson befreien und telephonisch die Polizei herbei- rufen. Das ist nur ein Fall aus der langen Berbrecherchronik der letzten Wochen. Erst kürzlich tourte Irene Dunne in dem Augenblick, als sie ihr Auto verlieh, um in das Haus einzutreten, überfallen und beraubt. In gleicher Weise tourte vor kurzem auch Mae W e st, die in einem Stuck „D.e Diamanten-Lili" auftrat, um Schmuck und Bargeld im Werte von 56 000 Mark erleid)= tert. Auch ter bekannte Regisseur Joses von $at s'ch bis ZU seiner kürzlichen Abreise von Hollywood nur noch in Begleitung eines bewaffneten Leibwächters sehen lassen, seitdem er einmal in seinem eigenen Auto nieter= ß5Aagen und beraubt wurde. Reben den tat- ,achl:ch ausgesührten Berbrechen sind es aber noch m^r d.« zahlreichen Drohungen und ErpreFungs- **r'u$*’ die das Leben im Filmparadies zur Hotte machen. So muhte Marlene Dietrich ihr Töchterchen unter ständige Bewachung stel- len, da es mit Entführung bedroht wird, und zu dem gleichen Mittel muhte Anne H a r d i n g zum Schuhe ihrer Tochter und Chaplin für i€m« beiten Söhne greifen. Auch Jeanette M a c Donald hatte jüngst ten Verlust ihres EinIahr „Hessisches Heimatwerk Das Notwerk in volkspolitischer und sozialpädagogischer Richtung. Eswirdimmernocheiwaserfunden! Ein Besuch im Neichspateniamt in Berlin. Don G E. Meißner. Freiwilligen Arbeitsdienst wird jedoch hier Ab- geschaffen. Wir dürfen hoffen, daß im Lsruchahr, wenn der Arbeitsbienst roieber auf ber ganzen Linie in Gang kommen wirb, es keine Lager unb Arbeitsstellen mehr geben wirb, bie nur Arbeitslager sind unb nicht unter bem Gedanken bes Gemeinschaftsdienftes gestellt sinb. Der Winter hat bie Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes zu einer Einschränkung gezwungen und fordert die ganze Konzentration der in Betracht kommenden Stellen auf, bie Vorbereitung für das kommende Frühjahr. Im Frühjahr soll in Hessen eine möglichst große v ° h l von geschlossenen Lagern eingerichtet werben, so baß anzunehmen ist, daß wir neben den burch die Struktur unseres Landes bedingten sehr zahlreichen offenen Arbeitsstellen im kommenden Frühjahr wohl mit etwa 100 geschloffenen Lagern rechnen müssen. Hot zu Beginn der Tätigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes gemeint, mit der Freiwilligkeit ginge es nicht. Der Ansturm war jedoch so stark, daß er gar nicht bewältigt werden konnte. Um den Dienst an den Jugendlichen weiter auszubauen und der Volksgesamtheit dienstbar zu machen, soll das „Rotwerk der deutschen Jugend" WbR- Amtlich wird aus Darmstadt mitgeteilt: Der Reichsminister des Innern hat den lianbe»* regierungen eine Mitteilung zugehen lasten über u»nahmen gegen bie sich immer mehr häufenden tyolle von Boykott gegen bestimmte Geschäfte, oder bestimmte Gattungen von Geschäften. Da es sich dabei um Boykott aus politischen oder weltanschaulichen Gründen handelt, der teilweise Formen angenommen hat, die über eine geschäftliche Schädigung ber Betreffenden hinaus eine Störung der Ruhe und Ordnung mit sich brachten, hat der Reichs- Minister^ die Länder darauf hingewiesen, daß gegen solche Störungen ber öffentlichen Ordnung die Polizei auf Grund ihrer allgemeinen Befugnisse zum Einschreiten berechtigt und verpflichtet ist. . gleichen Sinne hat Der hessische Innenminister Im gleichen Sinne hat Der hessische Innenminister bie Große Anfrage der nationalsozialistischen Land- tagsfraftion beantwortet, die sich auf die Behandlung der Propaganda für die Berücksichtigung deutscher Geschäfte und gegen den Kauf in Warenhäusern, jüdischer, Geschäften usw. durch die Polizei bezog. Die hessische Regierungsantwort besagt, daß die zur Zeit in großem Umfang betriebene Agitation gegen jüdische Geschäftsleute, bie meist darin besteht, daß die Bevölkerung durch Flugblätter aufgefordert wird, Geschäfte mit jüdischen Inhabern zu meiden unb nur bei Christen einzukaufen, bereits Zu ernsten Störungen ber öffentlichen Drbnung geführt habe. In Gießen und Mainz wurden am Goldenen Sonntag in mehreren Warenhäusern der bezeichneten Art Tränengas- und Stinkbomben geworfen, die die Besucher dieser Geschäfte erheblich beunruhigt haben. Deshalb habe der hessische Innen Minister Anweisung gegeben, daß im Intereste der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung diese die öffentliche Ordnung gefährdende Agitation mit allem Nachdruck zu unterbinden ist. diese Aufführung sogar verbilligte Märchenspiel- preise angeseht. - Ium siebten Male am Sonn- tQ9; I5te?afnu£?- lS W. das deutsche Fron t stück: r®1’ ÜDn ^aff und Hintze, un- Spielleitung des Intendanten. Ende ^stellung nach 22 Uhr. Außer Abonne- Dorzugsgutscheine haben ?E6keit. — Die nächsten Wiederholungen der Operette. „3m weihen Röhl" findet am Samstag, A und Sonntag, 22. Januar statt. In beidm J3*H ™ ermäßigte Operettenpreise. Außerdem haben Dvrzugsscheine Gültigkeit. . o t he l s e r . D e r s a m m l u n g. Dhch mit Vorträgen und Schulung nahe kommt. Er will nicht nur Objekt einer Arbeit fein, sondern es Drangt ihn auch nach eigener Betätigung. Er will Arbeit leisten und auch ben Fortschritt biefer Arbeit beobachten. Hier schaltete sich nun ber Freiwillige Arbeitsdienst ein. Durch unsere Lager unb diejenigen dec angeschlossenen unb befreunbden Organisationen sinb im vergangenen Jahre mehr als 15 000 Jugenb- lidj€ aller Schichten. Berufsftänbc unb politischen Gruppen gegangen. Spende für die Winiernothilfe. Dm der Geldannahmestelle des ^Gießener Anzeigers" für bie Gießener Winternot- Hilfe ging weiter folgende Spende ein: 70 Mark von ter Milchhändler-Dereinigung für Gießen und älmgegend, i. A.: L Dönges Heuchelheim. . Weitere Spenten für das Hilfswerk werden seterzeit mit Dank angenommen. LZoruotizen. — Aus bem Stadttheaterbureau totrb uns geschrieben: Morgen, Freitag, als 14. Vorstellung im Freitag-Abonnement Wiederholung des Schtoantes: „Stöpsel", von Arnold und Bach. Spielleitung: Peter Fas sott. Gewöhnliche Preise. Spielzeit von 20 bis 22 15 Ahr — Zugunsten ter Gießener Winternothilfe findet am Samstag, 14. Januar, im Stadttheater 20 Mr ein „Bunter Abend" statt. Ende gegen 22.30 Mr' — Auf vielseitigen Wunsch, da viele Theaterbesucher am letzten Sonntag keine Karten mehr erhalten konnten, wiederholt die Intendanz das Weihnachtsmärchen: „Aschenbrödel" nochmals am Sonntag, 15. Januar, 15.15 Mr. Um allen Eltern ihren Kindern die Freude eines Besuches des Weihnachtsmärchens zu ermöglichen, sind für Dom rein theoretischen Unterricht ist die Schulung immer mehr zur werkstatt-mäßigen Fortbildung iibergegangen. Das Notwerk will nun vor allem an bie körperliche unb menschliche Not bes Arbeits- b [ losen heran. Der Redner behandelte bann anfjanb = der Richtlinien bes Notwerkes Einzelheiten ber n | praktischen Hilfe. Die einzurichtenden Kameradschaf- Allgemeiner deutscher Frauen- herein. Man schreibt uns: Im Allgemeinen tend) 1I p "i)al pH öic Wirtschaftskrise auch auf die Tätig einim S1 € 1 $ der Erfinder ausgewirkt?" — Das ist eine traute -<5lC i5rage, bie den Beamten des Reichspalenlamtes von nitrater t die on Handwerkern und Ge- Geld unb seine teure Zeit zu opfern wenn' hm ^^Möglichkeiten nicht zuininbest bie Hoffnung auf Zeinen materiellen erschließe. Rachtem Frau Kletoitz das Zweck- Vorteil winkt. Auf der anderen Seite findet man sparen in ten Bausparkassen und deren verschie- eine Auffassung, die genau das Gegenteil erwartet 9C£rClLf h<"te, schilderte sie einen die vielen Millionen Arbeitslo en unter Einfach- denen sich eine nicht unbeträchtliche Zahl geschulter ber ^ubautrni denn Komfort sei gewiß an- Ingenieure und Techniker befindet, haben doch Pflege unb ber Gebrauch vieler eigentlich genügend freie Zeit um berunuubafteln in^dies^Rch^tt ^ fXtCUehC die Lebenshaltung sich etwas auszudenken und aus diesem Wege Er-' bä m und erschwere den Be- findungen zu machen. Die Zahl der Patentanmel- Ei^^helms. Im zweiten Teil des Dor- düngen müßte demnach erheblich gestiegen sein 0er öffentlichen Hand Beide Ansichten sind falsch, oder zumindest über Station -ja 6t?bte nad),ber lchätzensie gewisse Faktoren. Tatsächlich ist die Zahl Inflation, zog Vergleiche zwischen den einzelnen der Patentanmeldungen im abgelaufenen Jahr nickt .TnS hrnÄn9sn\L-®- und Potsdam, unerheblich gesunken. 1932 mären es in5gefamt unb braditc die Vorschläge eines bekannten Sozial- nur 63 000 gegenüber 78 000 im Jahre 1931 Die Säbtefe tenUİr ^Cr bie Auflockerung ber Groß- Öriinbe für diesen Rückgang sind nicht ohne weite- stadte, den Abbau der ungesunden Mietskasernen, res ersichtlich. Der Prozentsatz derjenigen die es Örüni• r^rten und angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage' für um teu unÄi,h hi?rSChn Z-Ü UberAen S edlungs- zweckmäßig halten, sich mit irgendwelchen neuen xr Webnenn zunächst zwischen der Iden zu beschäftigen, ist zweifelws nur sehr gering, m UCrxr^en .^'Edlung bie auf lanbwirtschaftlicher Er wird bestimmt von der Zahl der Laien über^ Se,xn%^!tendJ^affen ^Oü' ro°9cn' ihre erzwungene Muße auf diese Weise hirnrh nnnund Stadtrandsiedlung. Sie praktisch ausnutzen. Die wahren Ursachen liegen auf iSL x? flto&en Siedlung m Ostpreußen, er- anderem Gebiet. Vor allem ist es die A n me l d e - £unhf nn* ^uswanderungsplan des General gebühr, bie viele abschreckt. Zumeist handelt es ^- ^°xi ^k.0^Ulnenka beschrieb eingehender sich ledoch dabei um jene Sorte von Patenten bie «n ? 1n95hbautmn Sozialpolitikers Georg von vornherein wenig Aussicht zur Genehmigung ' hlb ®xflenrÄ7 F°^b"rg, .schilderte besitzen. Die Beamten des riesigen Gebäudes in ber ?‘ab ftoIn'x [treifle "den Gitschinerstraße zu Berlin begrüßen diesen Ausfall Sh- cm ah r au n und sprach zuletzt nur mit erleichtertem Ausatmen. Mit wieviel w e r t= über die Moorsiedlung. Sie schloß mit einem Appell losen Spielereien und H i r n g e sp i n - UCVfn Sledlungsgedanken, der an sich sten haben sie sich in früheren Jahren abplagen schölle bedeute und die müssen! Das ist jetzt ein wenig besser geworden, Sn nü! Ertüchtigung des wenn auch diese Kategorie noch längst nicht aus- schöße, bewußt zu fordern unb zu gestorben ist. Sie wird es auch wohl niemals. Jm- 'ner wieder tauchen die alten, längst als unlösbar erkannten Probleme auf: das Perpetuum m o - | bile und die Quadratur des Zirkels ---- etwa. Bei näherem Zusehen erweist es sich meist, i// daß diese Leute lieber den Weg zum Nervenarzt •• I als zum Patentamt wählen sollten. Es ist einfach unmöglich, ihnen klarzumachen, daß ihre Idee aus ganz primitiven, naturgesetzlichen oder mathematischen Gründen nicht durchführbar ist. Daneben gibt es dann noch Tausende von Fällen, in denen eine längst patentierte Erfindung noch einmal an- geboten wird. Das zu erkennen, ist Verhältnis-' mäßig einfach. Es gibt nämlich im Patentamt eine Riesenkartei, eine geradezu grandiose Organisationsleistung, in der jedes Patent unter ganz bestimmten Gesichtspunkten aufgefunden werden kann. Kommt ©Jl.-'fponi Wirischast Bickel Bickel Bickel zu 1,50 v. H. fester, ebenso zogen Scheideanstalt erneut um 2 v. S). an. Am Rentenmartt waren deutsche Anleihen 0,13 bis 0,25 v.H. höher. Von Stadtanleihen zogen 7 v. H. Heidelberger von 1926 um 1,25 v. H. auf 67 v.H. an. Bon Auslandsrenten tendierten Rumänen fest, auch Zolltürken waren höher. Neubesitz 9,55 bis 9,65, Altbesitz 69,25, Schutzgebiete 6,65, Zolltürken 4,20 bis 4,30, 4 o. H. Rumänen 5,60, 4 50 v. 5). Goldrumänen 9,75, Reichsbank 154,50, IG. Farben 104 bis 103,90, Aku 42, Bemberg 55,50, Scheideanstalt 161,50 bis 162,50, Gelsenkirchen 52,50, Phönix 36,25 bis 36,40, Licht und Kraft 98,50 Die Arbeitsmarktlage im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen Sek.: 200 Meter: Bud. F e r n au 22,9 Sek.: 400 Meter: Erich Ploch 52,8 Sek.: Schleuderball: O. Linden st ruth 52,55 Meter. Mit ihrer Kceishöchstleistung im Hochsprung mit 1,55 Meter steht Fcl. Bickelhaupt auher- dem auch in der Deutschen Höchstleistungsliste hinter Frl. Botte und Frl. 27 i e d e r h ö f f t an dritter Stelle. Beben diesen besonderen Leistungen verdienen die Leistungen von B. B e ck e r und E. Seh b in den Kurzstrecken, und von F. S a k o b in den Sprüngen hervorgehoben zu werden. Sn den Jugendklassen entwickelten sich K. S t r a ck, W. Magner und H. B a r t h sehr gut. Bei den ö-Sugendlichen ist besonders die Hochfprung- leistung von W. Huste (1,55 Meter) zu er. wähnen. Bei den Turnerinnen sind in der letzten Saison große Leistungssteigerungen zu verzeichnen gewesen. Eine Zusammenstellung der Erfolge hat gezeigt, daß die Leichlathletikabteilung des Männer-Turn- Vereins in der abgelaufenen Saison insgesamt 271 Siege errungen hat. wovon allein 68 erste zu verzeichnen waren. Mit diesem Resultat kann der Mtv. Gießen, der auf seine Abteilung stolz sein kann, sehr zufrieden sein. Sn Anbetracht des hoffnungsvollen Bachwuchses und des Geistes, der in der Abteilung steckt, kann aber auch der Verein voller Zuversicht der Saison 1933 entgegensetzen. zielten, die in der ßreishöchstteisiungsliste festgehalten werden. Es sind dies: Turnerinnen: 100 Meter: Else insgesamt 51 Siegen. Sn dem bei dem Gau- rauenwetturnen in Bad-Bauheim durchgeführten volkstümlichen Bieriampf waren die Erfolge spärlich, da die aussichtsreichsten Bewerberinnen den Wettkampf nicht beenden durften. Bon all den Veranstaltungen, auf denen die Mtver in der abgelaufenen Saison vertreten waren, verdienen aber die zweiten kreisoffenen volkstümlichen Wettkämpfe des Männer-Turnvereins besondere Erwähnung. Bamhafte Der>i: e der Umgebung hatten ihre Besten entsandt. Wenn die Turner und Turnerinnen bei einer solch erstklassigen Besetzung trotzdem 58 Siege, hiervon 17 erste erringen tonnten, so ist dies ein Beweis dafür, daß sich dec Mtv. Gießen in den letzten Sahren sehr emporgearbeitet hat. Das Sportfest bildete den Höhepunkt der Saison. Abschluß war der Gauwaldlauf in Gießen, wobei ebenfalls mehrere Einzel- und Mannschaftssiege er* rungen wurden. Besonders muß hervorgehoben werden, daß einige Turnerinnen und Turner Leistungen erber verfügbaren Arbeitsuchenden über 15 000 betrug. Diese Zunahme verteilt sich fast gleichmäßig auf die Außenberufe und die übrigen vorwiegend konjunkturell beeinflußten Berufe. Sm Baugewerbe nahm die Zahl der Arbeitsuchenden um 2765 in der Sndustrie der Steine und C>.den um 2225 in der Landwirtschaft um 907. bei der Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art um 1516 zu. von den vorwiegend konjunkturell beeinflußten Berufen war die Zunahme am erheblichsten in der Metallindustrie mit rund 2000, im Holzgewerbe mit 1222, in der Lederindustrie mit 1200. Sm Berketzrsgewerbe nahm die Zayl der verfügbaren Arbeitsuchenden um rund 1500 za. Sn der Arbeitslosenversicherung wurden Cnve Dezember 37 527, in der Krisenfürsorge 61 37o, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen also 98 902 Hauptunterstützunasempfänger gezahlt. Gegenüber den Bestandszatzlen von Qllitte Dezember liegt die Zahl der HauptuntersAtzung-,- empfänger in der versicherungsmaßigen Arbeitslosenunterstützung um 4253, in der Krisenfürsorge um 4641 höher. Die stärkere Belastung des Ar- beitsmarktes während des letzten Monats hat sich nun auch in einer stärkeren Snauspruchnahme der Arbeitslosenversicherung ausgewirkt, während fick in der Zunahme der Destandszahl. der Hauptunterstühungsemrfänger in der Krisenfur- sorge die Verordnung vom 7. Bovernber 1932 bereits stärker als bisher auswirkt, wonach Aus- steuerungen bis Ende Blärz 1933 nicht mehr erfolgen können. Unter den verfügbaren Arbeitsuchenden Ende Dezeknber 1932 befanden sich rund 132'650 Wohlfahrkserwerbslose. Haupt 12,9 Sek.: Hochsprung: Else Haupt 1,55 Meter: Weitsprung: Else Haupt 5,08 Meter, 80 Meter Hürdenlauf 13,2 Sek., und Kugelstoßen 16,48 Meter: Weitsvrung: Erika Röhmig 5,04 Meter: Schlagballweitwurf: Christ. Schmidt 64,30 Meter. Turner: 100 Meter: Bud. Fernau 11,1 Sugendverbände gibt es zusammen 32 000 mit 2 8 Millionen Mitgliedern. Unter den Wa^er- sportverbänden ist der Deutsche Schwimmverband mit 128 Ouj Milg e cr.i una 82j Vereinen der stärkste. Shm zunächst kommt der Den'.'che Ruder- verband mit 121 000 Mitgliedern und 1100 Vereinen. Der Deutsche Fußballverband steht bei den Spielverbänden an erster Stelle mit 986 000 M tgliedern und <9")3 Vereinen. Unter Den Radfahrern hat die größte Zahl der Arbei4er-Rad- und Kraftfahrbund „Solidarität" m.t 330 000 Mitgliedern. Der Allgemeine Deutsche Qluto- mobil-Club zählte 1930 rund 128 000 Mitglieder, ber Deutsche Luftfahrtverband 51 000. Bei den Wanderverbänden zählt der Touristenverein „D.e 27aturfreunde" 230 000 Mitglieder, der Deutsch- Oe sterreichische Alpenverein 195 000 und der Der» band Deutscher Sugenßherbergen 85 000 2I7it» glieder (1929). Der katholische Sugendverband für Leibesübungen, „Deu.sche Sugendkraft", umfaßt 220 000 Mitglieder (nach neueren Angaben 253 000), die eva. gelischen Sungmännerverbände Eich mireu'>" h .a. n 223 030 Mckg'.ieder. Der 'Deutsche Skiverband umfaßt 108 000 Mitglieder. WEB. Frankfurt a. 217., 11. San. Die Zu» nähme der verfügbaren Arbeitsuchenden bei den Arbeitsämtern war in der zweiten Dezemberhalste 1932 absolut und relativ geringer als in der vor- hergehenden Berichtszeit: sie betrug 6199 oder 1.9 vom Hundert des Standes von Mitte Dezember gegenüber 9095 oder 2.8 v. H. in der ersten De» zemberhälste. Die Zunahme wahrend der Berichtszeit entfällt in der Hauptsache aus die männlichen Arbeitsuchenden: bei den Frauen war sie gering. Sn drei von den 18 Arbeitsämtern ergab sich noch eine Abnahme, nämlich in Darmstadt Limburg und Biederlahn st ein, die nach den Berichten der Arbeitsämter darauf zurückzufützren ist, daß die aus Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes Aus^eschiedenen auf eine Aufrechterhaltung ihres Arbeitsgesuches verzichteten. Vie Zunahme war gegenüber dem Durchschnitt verhältnismäßig am stärksten in Treysa (15.6 v. h.j, Gießen (6.7 v. h.) und Dillenburg (5.9 v. £).). Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich in gleichem Umfange wie die der Arbeitsuchenden. Sns- gesamt wurden am Schlüsse der Berichtszeit 334 547 verlügbare Arbeitsuchende gezählt, davon waren 49 937 oder 14.9 v. H. Frauen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende Dezember 325 403, davon waren 49 458 oder 15,2 v. H. Frauen. Ta die berufliche G l i e d e r u n g der verfügbaren Arbeitsuchenden Mitte Dezember nicht erstellt wurde, ist die Entwicklung der einzelnen Berufsgruppen nur für den ganzen Monat Dezember zu übersehen, in dem die Gesamtzunahme Leichtathletik im Mnner-Turnverem Gießen Rückblick aus die Saison 1932. jährige Wilhelm Arzt und der 17jährige Oskar E i ch. Die beiden ersteren waren des Mordes, der letztere der Beihilfe zum Mord beschuldigt. Bach mehrtägiger Verhandlung beantragte ber Staatsanwalt, Stubenrauch und Arzt des Mordes. und Eich der Mittäterschaft schuldig zu erkennen. Gegen Stubenrauch wurde die Tode s st r a f e , für den noch jugendlichen Arzt die höchstzulässige Strafe von zehn Sahren Gefängnis beantragt. Der Strafantrag gegen E i ch lautete auf ein Sahr ©efängn i s. Zu später Bachtstunde wurde das Urteil gefällt. Stubenrauch erhielt wegen Totschlags 12 S a h r e Z u ch t h a u s . die beiden Mitangeklagten Arzt und Eich wurden frei gesprochen. Sn der Begründung des Urteils tuurcc u. a. betont: Das Gericht nimmt an, daß der Angeklagte Stubenrauch mit Emma Bu,se Beziehungen unterhielt, die nicht ohne Folgen blieben. Es tarn zu dem Zusammentreffen zwischen den Angeklagten am Bachmittag des 7. Dezember. Wie diese Unterredung verlief, ist nicht genau festzustellen, soviel steht aber fest, daß die Angeklagten überein gekommen sind, dieDesei- tigungderEmmaDussezuversuchen. und daß Arzt und Eich ihre Unterstützung dabei zugesagt haben. Das Gericht stellte sich den Tod der Busse folgendermaßen vor: Als sie von Sachsenhausen nach Franksurl über die Brücke gingen, habe auf der Drücke ein Aufenthalt ftattgejun- den und Dann hat Stubenrauch ste allein in den Main gestürzt, indem er dabei die Vorstellung benutzte, daß er bereit sei, mit ihr in den Tod zu gehen. Das Gericht glaubt, daß sich Arzt an dieser Tat nicht beteiligt hat. Das Gericht war nicht in der Lage, mit Sicherheit die Ueberlegtheit festzustellen, es, nimmt vielmehr an, daß Stubenrauch die Tat in einem Augenblick vollbrachte, als er nicht vollkommen im Besitz seiner Ueberlegung war. Das Strafmaß, auf das erkannt werden mußte, schwankte zwischen 5 und 15 Sahren Zuchthaus. Die Haftbefehle gegen Arzt und Eich wurden aufgehoben. Kurze Sportnotizen. 18 Nationen, darunter auch Deutschland, haben bisher für den Kampf um den Davispokal 1933 gemeldet. Von ihnen entfallen 11 auf die europäische, zwei auf die nordamerikanische und fünf auf die siidamcrikanische Zone. Man erwartet jedoch noch weitere Nennungen. N ü h l e i n , der sich zusammen mit Tilden wieder auf einer Amerika-Tournee befindet, schlug in Trenton seinen „Chef" im Einzel 4:6, 6:1, 7:5, 6:4 und zusammen mit dem Amerikaner Pare bezwang er Tilden-Barnes in zwei Sätzen mit 7:5, 6:4. I n St. Moritz hielten sich von Cramm-Maier im Endspiel zum Herrendoppel gegen die Franzosen Borotra-Voussus sehr gut: sie verloren erst nach Kampf mit 10:8, 4:6, 15:13. Siegerin im Dameneinzel wurde die Schweizerin Payot durch einen Dreisatzsieg über Mlle. Adamoff. * 2527 Nennungen wurden für das am 27. Januar beginnende internationale Berliner Reitturnier abgegeben. « Der deutsche Wasserball m ei st er Wei- ßensee 96 wird am 5. Februar erneut in Magdeburg gastieren, und zwar auf Einladung von Magdeburg 96. 12 Lahre Zuchthaus für Mädchenmord WSB. Frankfurt a. M., 12. San. Bach sechstägiger Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht wurde gestern im Prozeß Stubenrauch das Urkeil gefällt. Stubenrauch und Genossen waren beschuldigt, die 19jährige Emma Busse, eine Hausangestellte aus Bocken- hcim, von der Main-Beckar-Drücke in den Main gestoßen zu haben. Auf der Anklagebank saßen der 22jährige Robert S t u b e n r a u ch, der 18- ♦ Die Devisen Höch st betrüge im Februar. Der Reichswirtschaftsminister Hut an- geordnet. daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die Wareneinfuhr im Monat Februar nur bis zur Höhe von 50 Prozent in Anspruch genommen werden dars. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M„ 11. San. An der Abendbörse war das Geschäft bei freundlicher Grundtendenz klein. IG. Farben lagen etwas schwacher, während an den übrigen Marktgebieten die Kurse gut behauptet blieben. Kunstseidenwerte lagen bis Das Sahr 1932 war für den Manner- Turnverein Gießen, besonders für Die Leichtathletik-Abteilung, außerordentlich erfolgreich. Turnerinnen, Turner und Sugendliche haben viele Siege errungen. Unter der Leitung von Sportwart Malkomesius hat die Leicht- athletik-Abteilung an Mitgliedern angenommen. Die Leistungen verbesserten sich. Der Manner- Tumverein hat auch in diesem Sahre wieder wertvolle Arbeit im Snteresse der Sugcnöer- ziehung und Dolksgesundung geleistet. 3m Laufe der 19wöchigen Saison des Jahres 1932 wurden von der Leichtathletik-Abteilung 14 Veranstaltungen besucht. Don diesen 2)eranstaltungen wurden drei vom Verein selbst mit gutem Erfolg durchgeführt. Bachdem die neue Saison mit dem ruh - jahrswaldlaus ihren Anfang genommen hatte, besuchte man die kreisoffenen volkstümlichen Wettkämpfe der Turn gerne in de Frankfurt-Rödelheim und konnte 18 Siege (4 erste, 10 zweite und 4 dritte) erringen. Auch das kreisoffene Sportfest inOffenbach brachte der Abteilung mehrere Siege (13 Siege, 5 erste). Ein weiterer Erfolg war den Leichtathleten und Leichtathletinnen bei dem Staffellauf „Rund um die Anlagen" beschieden. Die Tumerinnenstaffel konnte nach hartem Kampfe gegen Spielvereinigung 1900 Gießen und VfL. Wetzlar als erste durchs Ziel gehen. Bei dem Bezirksturnfest des 2. Bezirkes (Gießen-Wetzlar-Grünberg) in Krofdor, war der Männer-Turnverein der weitaus erfolgreichste 2krein und konnte insgesamt 61 Siege an sich bringen. Acht Tage später waren die Männertumer mit bestem Erfolg bei dem reichsoffenen Feldbergturnfest vertreten. Snsgesamt konnten die Männerturner dort 18 Siege erringen, zum oierkenmal gelangten die Turnerinnen bei der 4X75-2Heter-5(affe( in den Besitz des Brunhildenschildes. Die Turner, die bei der 5xl00-Meter-Pendel° staffel den Emanuel-Schmuckschild zu verteidigen hatten, kamen leider durch Pech um den Sieg. Während bei den kreisoffenen volkstümlichen Wettkämpfen des Tv. Vorwärts (Docken- Heim) bei stärkster Konkurrenz aus den Großstädten des Rhein- und Maingebietes eine ganze Anzahl eindrucksvoller Siege errungen wurden, war die Ciegesausbeute bei den 11. 27 a t i o n a - len Wettkämpfen der Spvgg. 1900 Gießen nur spärlich. Bei den mittelrheinischen Kreismei ft erschaffen in Trier wartete Fräulein Bickelhaupt mit hervorragenden Leistungen auf und errang drei Kreismeist e r s ch a f t e n : (Hochsprung 1,52 Meter, 80 Meter Hürdenlauf 13,2 Sek., Vierkampf 88 P.). Mit guten Leistungen und einer großen Anzahl von Siegen kehrten die Männerturner auch vom Volizeifportfest in Butzbach zurück. Snsgesamt errangen sie 15 Siege, (8 erste, 3 zweite und 4 dritte). Bei den ©aumeifter- schäften in Gießen blieb der Mtv. er« folgreich st er Verein und sicherte sich von 42 Wettbewerben allein 19 Gaumeisterschaften, bei Fußball der Un versitäi. Gestern nachmittag trug d.e Fußballmannschaft her Universität Gießen vor verhältnismäßig Dielen Zuschauern ein Spiel um die Südwestdeutsche Hochschulmeisterschaft im Fußball gegen die Mannschaft Der Technischen Hochschule Darmstadt aus. Die Gießener gewannen überraschend mit 3:0 Toren. Statistik des Sportes. 3m Statistischen Sahrbuch für das Deutsche Reich sind einige Zahlen über deutsche obort- verbände angegeben, die allgemein interer.eren dürften. Es gibt in Deutschland 17 700 Turnvereine mit 1 982 000 Mitgliedern, die im Deutschen Reichsausfchuß für Leibesübungen zusam- mengeschlosfen sind, und 7000 Vereine des Ar- beiter-Turn- und Sportverbandes m.t 746 000 Mitgliedern. Einschl.e lich dieser B.-rbäide sind es alles in allem rund 25 900 Vereine mit 2,9 Millionen Mitgliedern. Die Verbände der „Leicht- und Schwerathleten" haben 74 000 Vereine mit 837 000 Mitgliedern. Wassersport-, Radfahr-, Maschinenwort-, Wintersport-, Wander- und 11. Januar 10- Januar •■ämtlidK Jioherunr, iämthdic Jloiieruny Eric Geld 3nc 77,5 77,5 65,5 65,5 62,5 I 63,75 63 63,75 86,9 87,4 87,4 86,9 88,75 88,7 89,75 89 85 ! 85 85 Banknoten 85 85 85 1,2 1,05 1,15 i,05 angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. den 68,75 8,75 6,75 4,15 69,25 9,65 69,13 9,45 7,13 4,25 80 94 79 2,48 77,05 81,14 34,43 SfHeT 4722 58,42 73,05 14,13 16,445 169,64 21,56 72,85 4,3 4,3 5,6 9,3 5 2,46 76,75 80,82 34,29 4,6 6,2 9.3 5.35 22.4 Helssngiars. Wien ..... Prag Budapest ... Sofia ..... Holland .... C61o ..... Kopenhagen. Stodholm.. London ..... Buenos Airee Oleunort ... Brüssel.... Italien----- Paris Schweiz ... Spanien... Danzig .... Japan..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon .. 4,3 5,75 9,75 5,6 4,5 4,5 < 5.6 9 i 4,9 •>2.5 80 94 77,8 , 80,5 94.65 77.5 80,75 94.65 79.5 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a ITC 7 4,13 6% Deutsche Retchsanielhe v. 1921 6% ehem.7% Dl. Retchsanl. v. 1929 Daung-Anleihe non 1930 Deutsche Anl.-Ablbl.-Schuld mb Äuslos.-Rechten Desgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. Boltsslaa, 1929 lrückzahlb. 102%) ......... Chethelfen Provinz. Anleihe otl- Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Serie! mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hnv.-Banl cyoldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% grants. Hyp.-Ban! Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 &’/2% ehern. 4'/,% itranfl. Hyp. Bank-Llau.-Pfandbriese ..... 67i% ehern. 4'/i% Rheinische Hnv.-Bank-Liqu.-Goldpfe. 6% ehern. 8% Pr. Landespfand brlefanltali, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landesvfand briefanÜaJl. Pfandbriefe R M 4% Oefienelditiche (SolDreme... 4,20% cefterreichssche Silberrenle 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatorente v. 1910 4!4% desgl. von 1913 6% abfleft. Golbmexifaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I 4% vesgl. Serie II .......... e% Rnmün. vereinh- Rente v. 1903 4^,%Rumcln.vereinh Renlev.1913 4% Rumänische vereinh- Rente 8%% Onatollor 6,75 4,3 _______Berlin, 1 hjanuar Amerikanische Noten.............. Belgische Noten ................ Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländifche Noten Italienische Noten... Norwegische Noten Deutsch Lesserreich, ä 100 Schilling Rumänssche Noten .............. Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Roten................. Ungarische Roten Geld 4,20 58,18 72,75 14,07 16,385 i68,96 21,48 72,55 68,4 . 8.5 1 77,5 i Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H $ranifun äeru. Echluß- kurS Schluß!. Abend- bori Schluß» iurs Echlußk. Mitiag- böse Datum 10.1. 11.1. 10.1. 11.1. >>an, ui Schluß- kurS Lchlußk. Abend- börfe öcr Schluß- kur« Echlußk. Miiiaq- börfc Hranklur Schluß- kurS a.M. Schluß!. Abend- börs 3c Sch uß- kurS lin Schlugt. Uli lag« bSr e Datum 10.1. 11.1- 10-1. ! 11.1. Datum 10-1. 11.1. 10.1. ; 11-1- Hamburg-Amerika-Palei ..... 1 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Tamvsschifs........... 0 Norddeutscher Llopd .........0 -21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 BerlinerHaiideligesellfchasl.... -1 Commerz- und Prival-Bank ... 0 Deutsche Bank und Diseonto- Gekellschast................ 0 Dresdner Bank..............0 Reichsbant ................. 1 A.E.G......................o Elektr. Lieserungsgesellschast ... 5 Licht und Straft .........6 Gelten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen .............. ■> Rheinische Elektrizität ........ 5 Schuckert L Co..............0 Siemen« & Halske...........1 Lahmener LCo..............1° Buderus ..................< Deutsche Erdöl .............< Gelsenkirchener.............. 0 Harpener................0 Hoefch Gien — Köln-Neuessen.. ( Ilse Bergbau ............7 Ilse Bergbau toenühe........7 tilödnerroerfe .............. 0 Atannesmann-Röhren........0 Mansfelder Bergbau.........0 Oberfchlei St ofsroerfe.........0 Phönix Bergbau............ Rheinische Braunkohlen ......10 Rbelnssnbi .......... 19.13 — 19,75 46,5 93 53 73 61,75 153.5 31 98,25 55 84 97 91,65 125 120 44 90,25 50,75 85,5 104 47,13 62,65 26 36 77.5 19 19,65 93 53 73 61,75 154,5 31,25 98,5 57,25 84,25 90,5 124,5 121.25 44.9 91.25 52,5 101,5 63,9 25 36,4 18.75 27,5 ' 19.65 46,75 93,5 53,5 73 61,75 152,65 31,4 84 98,25 54,65 84 97,25 90,5 124,5 119.65 44,25 90 51,13 85 53,4 ■35,5 102 47 62,65 25,65 74,9 35,5 183,75 77.5 19.13 28,5 19.9 46 53,5 73 61,75 154.5 31,13 84 98 57 84,75 96.5 90 124,25 120,5 44,75 91 52.4 83.25 54 135.25 101 46.9 63.65 25 74,5 36,25 185 76,65 Bereinigte Stahlwerke........r, Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........C Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......» 3 G- Farben-Industrie....... 7 Sdielbcanftall...............10 Goldschmidt ................ 0 Rütgerswerke ............... 0 Metallgclellschast............•' Phllipp HoUmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Zementwerk Karlstadt......... 0 Wank & Freytag ............ 0 Schultheis Payenhoser........0 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg ..................0 Zellstoff Waldhos ............O Zellstoss Aschaffenburg .......O Dessauer Gas .............. 7 Daimler Motoren ............ 0 Deutsche Linoleum .......... O Crenftein & Koppel .......... O Leonhard Tietz.............. 6 'habe -............. 12 Aritzner ................... MainkraslwerkeHöchst a.M. ... Süddeutscher Zucker ....... 35,4 । 16 1 114 1 119 176 105,13 159 41 44.9 37 62,5 54 5,13 42 56 47 19,75 21,5 42,5 41 | 29,5 70 I 140 35,65 114,5 119 175 103,9 162,S 40,25 45 38,25 63 53,9 5,5 — 42 55,5 >7,25 28 21,5 2 44,5 147 ’ 32,5 70 i 140 35,13 15,75 114 119,25 175,25 105 41 44.9 37.25 62,75 5,5 110,5 42,25 55,9 15,9 111.25 21,75 12,75 45,4 41,5 144 1 31r! 1 139 35,75 16,75 114,5 118.5 175 104,25 40 45,5 38 63 5,65 110,25 40.9 54 47,25 28 111,5 21,4 43 45,75 45,25 147 | 32 140 6,204 6,216 6,214 6,226 51,95 52,05 51,95 52,05 12,465 12,485 12,465 12,485 3,057 3,063 3,057 3,063 169,33 169,67 169.33 169,67 72,58 72,72 72,73 72,87 72,98 73,12 76,83 73,13 73,27 76,67 76,92 77, J8 14,08 14.12 14,11 14,15 0,858 0,862 0,858 0,882 4,217 4,209 4,217 4,209 58,29 58,41 58,34 58.46 21,54 21,58 21,54 21,58 16,42 16.46 i6.425 16,465 30,99 81.15 81,00 81,16 34,42 34,48 34,43 34,49 81,72 81,88 81,72 81.88 0,869 0,871 0,869 0,871 0,239 0,241 0,239 0.241 5,554 5,566 5,554 5,566 12,83 12,85 12,85 . 12,87