Nr. 290 Erstes Blaff 185. Jahrgang Montag, 11. Dezember 1935 Ericheini lüqltd). autz« Sonntags und Feiertage Beilagen. Dte 3Qu|trtertc Eiestenei ^amilienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monats» Bezugspreis: füllt 4 ‘Beilagen WIR 1 9b Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -2b Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giesten. postscheNfonlo: Kronffurt am Uiaiu 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vri'S vnd Verlag: Vrühl'fche Universttätr-Vuch' und Steinörntferei R. Lange in Gietzen. Schriftleitunq und Geschäftsstelle: Schusstraste 7. Annahme ocn Unze.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe fff Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennigi für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rerchspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Frisör. Wilh. Lange. Derantwortlich für‘Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein unöfür Öen Anzeigenteil L B.TH.Kümmel sämtlich m Gienen Blutige Anarchistenkämpfe in Spanien. Geiselfestnahmen und Brückensprengungen. - Die repubii anische Regierung müht sich, den kommunistischen Aufruhr zu dämpfen. Ran-noten. Heute vor einem Jahr, am 11. Dezember 1932, unterzeichneten die Vertreter der fünf Großmächte die bedeutsame Erklärung, daß einer der Grundsätze, die die Abrüstungstaqung zu leiten habe, darin bestehen solle, Deutschland und den anderen abgerüsteten Staaten die Gleichberechtigung zu gewähren in einem System, das allen Nationen Sicherheit biete. Diese Entwicklung der Abrüstungsfrage hatte Deutschland im September 1932 erzwungen, als es sich weigerte, an den Verhandlungen des Abrüstungsausschusses weiter teilzunehmen. Englands Außenminister war darüber zunächst erbost,' aber er lenkte ebenso schnell wieder ein, wie er das auch ein Jahr später, im Oktober 1933 getan hat. Wer die Erklärung vom 11. Dezember 1932 noch einmal nachliest, sieht, daß es sich u m d i e G l e i ch- berechtigung schlechthin handelt, die durch keine Probezeit und durch keine R ü st u n g s a u f s i ch t für die entwaffneten Staaten verklausuliert ist. Allerdings soll die Gleichberechtigung in einem System herbeigeführt werden, das allen Nationen Sicherheit bietet. Aber gerade diese Umschreibung und Voraussetzung ist es,' auf die Deutschland von jeher besonderen Wert gelegt hat. Deutschland will Sicherheit, schon deshalb, weil es auf allen Grenzen von hochaufgerüsteten Staaten umgeben und eingekreist ist, während es selbst nicht einmal über die militärischen Möglichkeiten verfügt, einen Teil der schwerbedrohten Grenzen verteidigen zu können. Es ist ein übler Trick der Dölkerbundsdiplomatie, sich von dieser feierlichen Erklärung mit der Begründung loszusagen, daß die Gleichberechtigung in einem System der Sicherheit für alle Nationen einem anderen Deutschland gewährt worden sei, als dem der nationalen Erhebung. Das ist nicht einmal eine schlechte Ausrede, das ist vielmehr die glatte Umbiegung der Tatsachen. Die nationale Erhebung war seit dem Abschluß des Poung-Plans im vollen Zuge, denn der Poung- Plan, sowie der Versuch der Ausführung brachten Deutschland im Sommer 1931 unmittelbar an den Rand des Abgrundes. Das deutsche Volk hat in seiner überwältigenden Mehrheit in diesen Jahren erkannt, daß das Versailler System nicht nur Deutschland, sondern ganz Europazugrunde richten muß. Der deutsche Außenminister, der die Dezember-Erklärung unterzeichnet hat, war Freiherr von Neurath, der noch heute der Außenminister der Regierung der nationalen Revolution ist.' In der Dezember-Erklärung findet sich aber auch der Satz, daß England, Frankreich, Italien und die Vereinigten Staaten entschlossen sind, unverzüglich auf der' Abrüstungstagung gemeinsam mit Deutschland ein Abkommen auszuarbeiten, das eine w e - sentliche Herabsetzung und eine Be - gr enzung der Rüstung herbeiführt. Eine Frist ist nicht angegeben worden, zumal aus dem Inhalt. unzweideutig heroorgeht, daß die Herabsetzung der Rüstungen und ihre Begrenzung s o - fort in Angriff genommen werden soll. Stattdessen wurde im Frühjahr 1933 in Genf das üble Schauspiel aufgeführt, sich von der Dezember- Erklärung loszusagen, also wortbrüchig zu werden. * In den letzten Tagen tarnen aus Spanien Meldungen von einem bevorstehenden Linksputsch. Von der Regierung wurde zwar darauf hingewiesen, daß völlige Ruhe im Lande herrsche und die Regierung im vollen Besitz aller Machtmittel sei. Aber nun haben doch die Berichterstatter recht bekommen, die ernste Unruhen voraussagten Fast im ganzen Lande ist es zu blutigen Auf ständen der Anarchisten und Syndikalisten gekommen, die wie jetzt festgestellt worden ist, den Plan verfolgten, Spanien in das bolschewistische Fahrwasser hinüberzulenken. Man hat Material gefunden, aus dem einwandfrei hervorgeht, daß die Vorbereitungen zur Ausrufung der Rätediktatur weit vorgeschritten waren. Wenn es den Putschisten nicht gelang, das gesteckte Ziel zu erreichen, so ist das lediglich dem tatkräftigen Auftreten der Polizei zu verdanken, die sich zu allen Zeiten als ein zuverlässiges Instrument des Staates erwies. Primas de Rivera hat aus ihr eine vorzüglich arbeitende Einrichtung gemacht, die es wagen konnte, selbst gegen militärische Verschwörer aufzutreten. Die Polizei ist von den Republikanern übernommen worden, weil es die republikanische Regierung nicht wagte, gegen dtv ntrem linksgerichteten Elemente mit dem erforderlichen Nachdruck aufzutreten. Aehnlich wie im nachrevolutionären Deutschland konnten sich und) in Spanien die Anarchisten und Kommunisten ungestört betätigen, konnten Waffenlager anlegen und Aufstände inszenieren. Der Ruck nach echts bei den letzten Wahlen war nun für sie das Signal, loszuschlagen, um durch einen Handstreich die Gewalt im Staate an sich zu bringen. Damit rechneten sie jedenfalls nicht mehr, daß ihnen im Laufe der Zeit durch intensive Propaganda gelingen würde, so stark an Anhang zu gewinnen, um nun auf dem Umweg über das Parlament zur Macht zu gelangen. Der Rechts- ruck hatte ihnen klar gemacht, daß die Spanier schon jetzt zu einem guten Teil nichts mehr von dem wissen wollen, was ihnen noch vor gar nicht alluzu langer Zeit wie ein Geschenck des Himmels erschien. Syndikalisten und Anarchisten fürchteten nun von einer etwaigen Rechtsregierung restlos ausgeschaltet zu werden. Ihr Putsch ist mißglückt, die Staatsgewalt hat sich durchsetzen können. Das bedeutet aber nicht, daß der bolschewistische Vortrupp bereits die Flinte ins Korn werfen und auf weitere Aufstandsversuche verzichten wird. Es ist vielmehr damit zu rechnen, daß es bei der nächsten Gelegenheit wieder zu Madrid, 10. Dez. (TU.) Trotz der von der Regierung seit mehreren Tagen getroffenen umfangreichen Vorbeugungsmaßnahmen, die in der Nacht zum Samstag ihren Höhepunkt erreichten, hollen die Anarcho-Syndikalisten in den Morgenstunden des Samstags zum Schlag gegen den Staat aus. In mehreren Provinzen kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Revolutionären und der Polizei. Besondere Brennpunkte bildeten Logrono und Saragossa. In einem Vorort von Barcelona riefen die Revisionisten den freiheitlichen Kommunismus aus. Die Zugangsstraßen wurden aufgeriffeu und aus der bürgerlichen Bevölkerung Geiseln fe ff genommen, die beim Eingreifen der Polizei den Revolutionären als Schuh dienen mußten. Die Unglücklichen wurden als l e - bender Schuhwall vor d en Anarchi - st e n aufgeste11t. Erst um 18 Uhr war die Polizei Herr der Lage. Zahlreiche Läden sind geplündert worden. Das Feuergefecht zwischen den Aufständischen und der Polizei dauerte mehrere Stunden. Während in den großen Städten dank des zahlreichen Einsatzes von Polizeitruppen der Aufstand verhältnismäßig schnell eingedämmt werden konnte, dauerten in den kleineren Orten Kataloniens in verschiedenen Dörfern der Provinz Huesca und Lo- grono sowie in Teruel, wo überall nur schwache Polizeiposten stehen, die Kämpfe den ganzen Tag über an. In der Provinz Caceres stürmten zahlreiche Gruppen von Landarbeiterfrauen mehrere Gutshöfe, auf denen sie Zerstörung anrichteten und das Vieh wegtrieben. Bei Jaen raubten sozialistische Arbeiter auf mehreren Landgütern die Olivenernte. In Saragossa hatten die Extremisten ein Kloster angezündet. Sämtliche Gast- und Var- gnügungsstätten sind geschlossen Fast in sämtlichen Orten, wo die Extremisten den Ausstand versucht hatten, sind die Licht-, Telephon- und Telegraphenleitungen zerstört worden. Trotz der außerordentlich umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen der Regierung flammte die anarcho-syndikalistische Aufstandsbewegung i n der Rächt zum Sonntag erneut auf. 3n Madrid, wo bisher nichts vorgefallen war, explodierten elf Bomben. Wie durch ein wunder haben diese verbrecherischen Akte keine Menschenleben gefordert. Der Sachschaden ist groß. In Barcelona dauerte die Schießerei in den Vororten die ganze Nacht über an. In der Stadt selbst explodierten vier Bomben, von denen zwei Personen getötet und zahlreiche verwundet wurden. Außerdem traten die Bäcker in den Streit, so daß die Brotversorgung vom Militär übernommen werden mußte. Die Aufständischen versuchten in der Dunkelheit weiterhin Ueberfälle auf Polizeibeamte. Die Aufständischen in der Stadt Villa n u e v a haben sich noch nicht ergeben, die Polizei hält das Haus, in dem sich die Aufständischen verschanzt haben, umzingelt. Drei Aufständische sind getötet wopden. In Granada legten die Extremisten an sechs Kirchen und Klöstern Feuer, die zum großen Teil niederbrannten. Die Wasserleitungen sind zerstört. In Sa r a g o s s a versuchten die Anarchisten, das Zivilgouvernement zu stürmen, wobei es sechs Tote gab. Die Truppen wurden von den Dächern beschweren Schießereien, zu Plünderungen und zu Blutvergießen kommen wird. Aber jede Aktion der Anarchisten und Syndikalisten wirkt automatisch gegen sie aus. Denn je rascher sich diese Aufstände ablösen, desto eher werden sich die Spanier dazu aufraffen, alles, was nach Bolschewismus aussieht oder dem Bolschewismus irgendwie Vorschub leisten konnte, zu vernichten. Das bulqarischeKönigspaar inBelgrad Belgrad, 10. Dez. (TU.) Das bulgarische Königspaar traf am Sonntagnachmittag in Belgrad ein Das Königspaar wurde, nachdem es schon an der Grenzstation feierlich empfangen worden war, auch in der Hauptstadt Gegenstand großer Ehrungen. Am Bahnhof wurden das Königspaar und Ministerpräsident Muschanosf von der gesamten südslawischen Königsfamilie begrüßt. Nachdem König Boris die Ehrenkompanie abgeschritten hatte, begaben sich Gäste und Gastgeber in Autos, von großen Menschenmassen begrüßt, in die Hofburg. Am Abend fand die erste Besprechung zwischen dem bulgarischen und dem südslawischen Ministerpräsidenten statt, nach deren Beendigung zu Ehren Mu» schanoffs ein Festessen gegeben wurde. In Belgrader politischen Kreisen wird angenommen, daß es nicht zum Abschluß eines Vertrages kommen werde. Das Ziel der Königsreise bestehe darin, die Atmosphäre, zwischen beiden Ländern zu bessern. Hingegen sei es möglich, daß Handelsvertragsverhandlungen eingeleitet werden würden. Territoriale oder Minderheitenfragen würden nicht zur Sprache kommen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, daß die Verhandlungen auf die Vorbereitung eines Balkanpaktes hinzielten. schossen. Die Schießerei dauert im größten Teil der Stadt weiter an. In A l f a j a r bei Valencia fanden 14 Syndikalisten beim Verteilen von Bomben durch eine Frühzündung den Tod. 400 Bomben konnten dort beschlagnahmt werden. In Bilbao und Sevilla, wo zunächst noch Ruhe herrscht, sind die größten Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Das Militär hält mit Maschinengewehren und Panzerautos die wichtigsten Plätze besetzt. Zwei Elsenbahvaiientaie. Der Exprcßzug Valencia-Sevilla 20 Meter in die Tiefe gestürzt.—30 Todesopfer. Saragossa, 9. De;. (WTB.) Der Schnellzug Bilba o—5 aragossa ist in der Rühe der Slalion Zuera enlgleisi. Fünf Reisende Diplomatische Fühlungnahme Der Generalsekretär des Völkerbundes in Paris und London. Paris, 9. Dez. (TU.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, A v e n o l, der am Samstag vom französischen Außenminister empfangen wurde, erklärte, daß die Ausführungen Paul-Voncours über die Haltung Frankreichs zum Völkerbund eine klare und unzweideutige Sage geschaffen hätten. Es fei ihm nunmehr möglich, in London die fest umgrenzte Auffassung der französischen Regierung darzulegen. Avenol hat dem französischen Außenminister die Ansicht Mussolinis t> ar gelegt. Man glaubt zu wissen, 'daß' Italien, oly.ie bereits feste Vorschläge für die Neuorganisierung des Völkerbundes unterbreitet zu haben, den Wunsch hat, die Einstimmigkeit bei Abstim- mungen abzuschaffen und eine Art ober- ft e n R a t einzusetzen, in den nur d i e Großmächte vertreten fein sollen, und der die Fragen erst sichten soll, bevor sie dem Völkerbund vorgelegt werden. Avenol ist am Sonntag zu mehrtägigem Besuch in London eingetroffen. Er erklärte, daß er Besprechungen mit Sir John Simon und mehreren anderen Mitgliedern des Kabinetts haben werde. Der britische Botschafter in Paris Lord Tyrrell reifte am Sonntag nach Paris zurück. Ueber die Londoner Abrüstungsbesprechungen bringt die englische Sonntagspresse noch keine klaren Anhaltspunkte. Die Vermutung, daß England bereits vermittelnd in den deutsch-französischen Meinungsaustausch eingegriffen habe, wird vom „Obseroer" bezweifelt. Zur Zeit versuchten England, Frankreich, Deutschland und Italien — hauptsächlich auf dem Wege über die Botschafter — eine Klärung. „Sun- day Times" will von zuständiger Seite erfahren haben, daß Lord Tyrrell den französischen Außenminister von der Absicht Englands unterrichten werde, den Meinungsaustausch zwischen Berlin und Paris zu erleichtern. — Das Pariser „O e u - v r e" bemerkt, es sei nicht daran zu zweifeln, daß England in einem Konfliktsfall auf die Seite Frankreichs treten werde. Immerhin müsse man befürchten, daß dies, wie stets, zu spät geschehe. Vor allem wünsche England den Schiedsrich- „Revision bedeutet Krieg " Tie Kleine Entente rüstet zürn Widerstand. K a s ch a u, 11. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der rumänische Außenminister T i t u l e s c u traf am Sonntag in Kasch au ein. Auf dem Bahnhof wurde er vom tschechoslowakischen Außenminister Dr. Bene s ch begrüßt. Titulescu erklärte, er sei gekommen, um mit Minister Dr. Benesch d e n W i r t s ch a f t s - plan der Kleinen Entente zu behandeln. Zu den Revisionsbestrebungen sagte er, es kann uns niemand verübeln, wenn ich in meinem Namen und im Namen des Minister Beneschs erkläre, Revision b e d e u t e t K r i e g. Ich will nicht den Krieg, aber eben deswegen will ich auch nicht die Revision. Wenn jemand die Revision und den Krieg will, werden wir uns nicht fürchten und st a r k genug sein, diesen Angriff abzuschlagen. Vorher erklärte Minister Titulescu, er werde alles tun, was in feiner Macht stehe, um mit friedlichen Mitteln die Verträge und ihre Einhaltung zu verteidigen. Diejenigen, die den Willen der Kleinen Entente, nämlich die Wahrung der Unantastbarkeit der Verträge, nicht achten, bereiten den Krieg vor. Auch Zs and gibt die Prohibition auf. Reykjavik, 10. Dez. (WTB.) In der letzten Vollsitzung des Atting wurde eine Resolution behandelt, die der Regierung anheimgibt, das Alkoholverbot Folge zu leisten, gibt der Atting der zum 1. Januar aufzuheben. Mit 26 gegen 16 Stimmen wurde folgende Resolution angenommen: Um dem Ergebnis der Volksabstimmung über das Alkoholverbot otge zu leisten, gibt der Atting der Regierung anheim, dem nächsten Atting in lieber- einftimmung mit dem vom Volk ausgesprochenen sollen ums Leben gekommen und 40 verletzt worden sein. Es handel! sich um einen Anschlag von extremistischer Seife. Die Eisenbahngleise sind an der Unfallsfelle zersägt worden. 15 Kilometer von Valencia entfernt wurde dec Expreßzug Valencia — Sevilla durch Sprengung ein et Drücke zum Lntglei- fen gebracht. Eine große Bombe war auf einer über eine tiefe Schlucht führende Brücke niedergelegt worden, die in dem Augenblick explodierte, als der Zug die Brücke passierte. Die Brücke brach ein, und die meisten Wagen stürz- ten 20 Bieter in die Tiefe, havas berichtet, daß die Zahl der Todesopfer des Eisenbahnunglücks bei Valencia über 30 betragen soll. ter zu spielen. Solche Partner benützten gern die erste beste Gelegenheit, um ihre Freiheit roieber- zuerlangen. Deshalb habe man auf der Abrüstungskonferenz erlebt, daß England sofort nach dem Austritt Deutschlands nach irgendeinem Kompromiß gesucht habe. Dieses Kompromiß scheine jedoch auf Kosten der Abrüstung selbst gehen zu sollen. Auch „V o 1 o n t 6" bedauert das fortwährende „Schwanken" Englands und fordert Frankreich auf, trotz alledem d i e Genfer Fahne h o ch z u h a 1 t e n. Es müßte allerdings die dringendste Aufgabe des Völkerbunds fein, unter Frankreichs Führung die Verträge zu revidieren, denn fönst werde es keinen Frieden und keine Abrüstung geben. Nur eine aus freien Stücken beschlossene Revision könne die Gefahr eines Krieges bannen. Frankreichs Bundesgenossen. Paul-Voncours Rundreise wird vorbereitet Warschau, 10. Dez. (TU.) Am Samstag wurde der französische Botschafter Laroche von Außenminister Beck empfangen. Die Unterredung dürfte im Zusammenhang mit der bevorstehenden diplomatischen Rundreise des französischen Außenministers Paul-Boncour gestanden haben. Es heißt, daß der Besuch bereits in den ersten Januartagen erfolgen werde. In gewissen Kreisen wird kein Hehl daraus gemacht, daß die Reise als ein Versuch einer ftrafferen diplomatischen Mobilmachung der französischen Bundesgenossenschaft gewertet werden dürfte. Die Fragen, die hierbei eine Rolle spielten, seien im wesentlichen in den letzten Erklärungen Paul-Boncours angeschnitten worden. Indes scheint sich ein gewisser Zweifel über die Folgerichtigkeit und d en i n n e r p o 1 i t i s ch e n Rückhalt der französischen Außenpolitik auch in die franzosentreuesten Kreise der Nationatdemokratie eingeschlichen zu haben. So macht z. B. das rechts- oppositionette „ABC" die Wiederherstellung des Versailler Werkes von 1919 „als alleinige Sicherung des Friedens" abhängig von der Stabilisierung der innerpolitischen Verhältnisse in Frankreich, die diesem Staat erneut erlauben würden, die „führende Rolle in der Kon- fequentenpolitit zur Verteidigung der Friedensverträge von 1919" zu übernehmen. Willen ein Weingesetz oorzulegen. Der nächste Alting wird wahrscheinlich im Herbst 1934 zusammentreten. Oie Finanzsanierung von der französischen Kammer angenommen. Tas Kabinett Chautempö setzt sich durch. Paris, 12. Dez. (TU.) Die französische Kammer setzte am Sonntag die Beratungen des Finanzprogramms fort, nachdem sich der Finanzausschuß eingebend mit Artikel 12 befaßt und ihn in Ueber- cinstimmung mit der Regierung in seinen wesentlichen Punkten abgeändert hatte. Dieser Artikel sieht die Rückgängigmachung einerReihe früher gewährter Steuererleichterungen vor. Es wurde beschlossen, von der Erhöhung der Zuckersteuer abzusehen. Die Verkehrssteuer für Automobile wird abgeschafft und dafür eine Brenn st off st euer von 50 Centimes je Liter eingeführt. Der Ausschuß beschloß ferner, die nicht in Frankreich wohnenden ausländischen Arbeiter mit 10 v. H. und die in Frankreich wohnenden mit 5 v. H. zu besteuern. Die Kammer hat dann in den frühen Morgenstunden die Durchberatung des Finanzsanierungs gesetzentwurfes beendet und den Gesetzentwurf in seiner Gesamtheit mit 280 gegen 175 Stimmen angenommen. Die Regierung hat somit bei dieser Abstimmung, für die die Vertrauensfrage eingesetzt wurde, eine Stimmenmehrheit non 105 Stimmen erhalten. Der Gesetzentwurf muß nun an den Senat gehen. Völksrbundsreform undAbrüsiung Weitere Millionen für Arbeitsbeschaffung. Derbelst der Acbeilsbeschaffungslotterie der AGOAP. -um Erfolg! Gnad« in diesem Winter muß der Kamps gegen die Arbeitslosigkeit mit besonderer Schorfe geführt werden. Erst recht gilt es jetzt, mit oller Macht die Arbeitslosigkeit, den Jeinb jeglichen Wiederaufbaues, zu bekämpfen. Alle Mittet müssen eingesetzt werden, denn jeder zur Arbeit Zurückgesührte ist ein neuer Kämpfer gegen die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber, seid Luch bewußt, daß Arbeit geben Arbeit schaffen heißt! Arbeitnehmer denkt daran, daß es viel leichter ist, Arbeit zu nehmen, als Arbeit zu geben! Aber beide müßt Ihr Luch zu einer Iront vereinigen! Aus Gedeih und verderb seid Ihr verbunden! verbunden müßt Ihr mit allen Mitteln heifen, Arbeit zu schaffen. Millionen wurden bisher schon au» der Geldlotterie der NSDAP- für «rbeits- beschasfung bereitgestellt? weitere Millionen mü fen gerade jetzt ausgebracht werden. Arbeitnehmer, denkt an Eure Volksgenossen, die heute noch sehnsüchtig auf den Ruf zur Arbeit warten! Ihr seid oerpstichlet, der Arbeitsbeschaffung»' lotterie der NSDAP, zuw Erfolg zu verhelfen. Jeder, der da. Glück Hal, eine Arbeitsstätte zu haben, muß seinem arbeilslofen Volksgenossen als Ausweis für seine Mithilfe ein blaues Los der Arbeils- bkjchoffungvlotterie oorzeigeu können. Arbeitgeber, wenn Ihr in Euren Betrieben wieder arbeiten könnt, so denkt daran, daß cs das Werk de» Führer» ist! Auch Ihr seid verpflichtet, der Lrbeitsbcfchasfungslotlerie zum Erfolg zu verhelfen. Ihr könnt Euren Dank beweisen, wenn Ihr jedem Eurer Angestellten bei der nächsten Gehaltszahlung ein blaues Los für Arbeitsbefchaffung fchenkt. Deutsche Volksgenossen, es muß Euer Wille fein, den Sieg zu erringen. Ieder, der zur Arbeitsbeschaffung beitragen kann und es dennoch nicht tut, stellt sich außerhalb unserer Volksgemeinschaft. ®ej.: Schwarz Reichsschahmeister der NSDAP. Ausbau uub Ausgaben Berlin, S. Dez. (WTB) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther D a r r 6 Hal die Erste Verordnung über den v o r - aufigen Aufbau des Reichsnährstands erlassen. Der Reichsnährstand ist eine S e l b st v e r - waltungskörperschaft des öffentlichen Rechts. Er hat die Ausgabe, seine Angehörigen zu einer lebenskräftigen Stütze für den Ausbau-, die Erhaltung und die Kräftigung des deutschen Volks zusammenzuschließen, das deutsche Bauerntum und die Landwirtschaft, die landwirtschaftlichen Genossenschaften und den Lanühandel, jawie die Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu fördern, die wirtschaftlichen und gesellschaftliche Angelegenheiten zwischen seinen Angehörigen zu regeln, zwischen den Bestrebungen der von ihm umschlossenen Strafte einen dem Gemeinwohl dienenden Ausgleich herbeizufüh- rcn und die Behörden bei allen den Reichsnährstand betreffenden Fragen zu unter ft ü^en. Der Reichsnährstand hat die Verpflichtung, über die Stande seh re seiner Angehörigen zu wachen. Der Reichsnährstand umfaßt alle, die im Deutschen Reich als Eigentümer, Eigenbesitzer, Eigen- berechtigte, Nutznießer, Pächter oder Verpächter bäuerlicher ober landwirtschaftlicher Betriebe als Familienangehöriae, Arbeiter, Angestellte ober Beamte in ber Landwirtschaft nicht nur vorübergehend tätig sind, ferner frühere Eigentümer und Nutznießer landwirtschaftlicher Grundstücke, welche an diese noch bestimmte Ansprüche haben. Ferner gehören zum Reichsnährstand die landwirtschaftlichen Genossenschaften und alle, die im Deutschen Reich den Landhandel (Groß- und Kleinhandel) des Reichsnährstands. oder die Be- ober Verarbeitung lanbwirtschaftlicher Erzeugnisse betreiben. Die Landwirtschaft im Sinne dieser Verordnung umfaßt auch Forstwirtschaft, Gartenbau, Weinbau, Fischerei in den Binnen- und Küstengewässern, die Imkerei und die Jagd. An die Stelle des Deutschen Landwirtschaftsrats, der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer und der öffentlich-rechtlichen landwirtschaftlichen Berufs- Vertretungen (Landwirtschaftskammern, Bauernkammern) tritt als deren Rechtsnachfolger der Reichsnährstand. Zur Vereinfachung des Ausbaues und der Verwaltung des Reichsnährstandes können Vereine, Vereinigungen und Verbände, welche die wirtschaftspolitische, sachliche und geistige Förde- rung, sowie die Wahrung der Belange der Landwirtschaft ober ber Angehörigen bes Reichsnährstandes zum Zweck haben, durch Anordnung des Reichsbauernführers in den Reichsnährstand eingegliedert werden. Der Reichsbauernführer wird vom Reichskanzler ernannt. Er ordnet die innere Gliederung des Reichsnährstands. Er kann seine Befugnisie auf Nachgeordnete Stellen übertragen. Der Reichsnährstand gliedert sich örtlich in Landesbauern- schaften, Kreisbauernschaften und nach Bedarf in Ortsbauernschaften. Der Reichsnährstand erhebt von seinen Mitgliedern Beiträge, die der Reichs- bauernlührer festlegt. Die Beiträge werden wie öffentliche Abgaben von den Finanzämtern eingezogen und ohne Abzug an den Reichsnährstand abgeführt. Die Staatsaufsicht über den Reichsnährstand führt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Organisierte Auslandshehe ehemaliger deutscher Marxisten. Friedensstörer an der Arbeit. — Frevelhafter Mißbrauch des AsylrechlS. Saarbrücken, 10. Dez. (CNB.) Die „Saarbrücker Zeitung" veröffentlicht einen ihr übermittelten Bericht, ber d i e gegen Deutschland von ehemaligen deutschen Marxisten entfesselte Hetze in ihrer stanzen Niedertracht enthüllt. Es handelt sich um eine Niederschrift über die A II s s ch u ß s i tz u n g der Ersten internationalen S o z i a l i st e n - K o n s e - renz über deutsche Fragen in Paris oom 21. bis 26. August 1933. Das Referat erstattete in dieser Sitzung Wels: er führte u. a. ans: Unsere Organisation ist in Deutschland in vollem Aufbau begriffen. Unsere leitenden Funktionäre sind alle mit neutralen Dassen versehen. Und wenn - einige tausend einmal abgesangen werden, so steht doch fest, daß wöchentlich ber „Vorwärts" mindestens eine Auflage von Atrla 1 Million im Kleinformat nach Deutschland sendet. Allen Berichten zufolge werden die SPD -Schriften begeistert empfangen und weitergegeben. Demgegenüber mache sich schon jetzt unter den NSDAP 'Anhängern die Unzufriedenheit breit. Für den Winter sei mit einer großen Teuerung und Unruhen, sowie mit einem großen Anschwellen des Arbeitslosenheeres zu rech- neu. Hier müssen die Maßnahmen der internationale einsetzen. Hierbei mußten die Genossen im Ausland helfen. Um die Situation in Deutschland verschärfen zu helfen, muß ber Boykott ganz ftreng durchgefuhrt werben. Alle Zeitungen, die uns zur Verfügung stehen, müßten täglich Meldungen über b i e Greuel ber Ron- zentration »lager berichten. Wesentlich ist es, auf die Regierungen einzuwirken, daß man Deutschland außenpolitisch s o viel Schwierigkeiten wie möglich macht. Zusammenfasienb könne gesagt werden, daß für die Nazi-Regierung sich innen- und außenpolitisch die Lage katastrophal zuspitze und der Zusammen- brud) im Winter zu erwarten sei. B r e 11 s ch e i b betonte, daß der Bcwkott viel schärfer durchgeführt werden mülle. E» müsse zur Trunsportlpcrre kommen Höltermann äußerte, nach der Diktatur filtlcr» könne nur bie Diktatur der Arbeiterklasse folgen. Der '.'Infang dazu sei gemadit. Formationen feien im ganzen Reich in Fünfergruppen ohne Unterschied ber ehemaligen Parteizugehörigkeit unter neuen Führern die früher nicht hexDorgetrcten sind, neu- gebildet. Ein ernste» Kapitel '*ten ffe dai A nl" der D»:-,okratie miß- e.i'.!ch,-n Es sind nicht nur von tödlichem Haß er- 1 iE* Deufchfeinde. sondern Friedensstörer, die gewistenlos genug sind, ein 60-Millionenoolk in Unheil stürzen zu wollen, um ihren Rachedurst be- friedigen zu können. Der Erbhof des bayerischen Landesbauernführers Luber. Eine Erklärung des NcichöbauernführerS. Berlin, 8. Dez. (WTB.) Die Presieabteilung des Reichsnährstandes gibt nachfolgende Erklärung des Reichsbauernführers R. Walther Darrt bekannt: „Die Kreisbauernschaft Schwaden in ber Landes- bauernschaft Bayern hatte dem Landesdauernsührer Luber einen Erbhof geschenkt. Diese Schenkung ist dem Landesbauernführer Luber verübelt worden, da man in vollkommener Verkennung des Wesens eines Erbhofes in diesem eineBereicherunas- quelle erbl.tft, wobei man offenbar die aus dem Liberalismus stammende Vorstellung hat, daß der Bauernhof die Grundlage eines Wirtschaftsunternehmens darstelle und damit Bereicherungsmöglichkeiten biete. Damit übersieht man aber, daß ein „Erb- Hof" feit dem Reichserbhofgefetz kein Wirt- schaftsunternehmen mehr ist, sondern die Verankerung eines Geschlechtes mit Grund unb Boden bedeutet, also eine Verpflichtung bar- stellt. Ein Erbhof ist nicht mehr veräußerlich, was eine Voraussetzung für Bereicherungs- mögl.chkeiten wäre. Der Landesbauernführer Luber hat wegen der Verkennung, die diese Schenkung aus- gelöst hat, den Erbhof den Schenkern wieder zurückgegeben mit ber Bestimmung, ihn b e - dürftigen Kindern ber S A. unb SS. zur Verfügung zu stellen. Da auf Grund der Ergebnisse meiner Untersuchungen in dieser Angelegenheit der Landesbauernführer Luder sich in der Vorgeschichte der Schenkung vollkommen einwandfrei verhalten hat, insbesondere selber von der Absicht der Schenkung keine Ahnung hatte, so sehe ich keinen Anlaß, Luber aus dem Vorgang an sich einen Vorwurf zu machen und ihn von seinem Posten als Landesbauernführer Bayerns zu entheben. Ich bedauere nur aufrichtig, daß die gut- iemeinte Schenkung dem bewährten Landesbauern, ührer der bayerischen Landesbauemschaft so viele Ingelegenheiten bereitet hat." Wertere AvMillronen RM für Arbeitsbeschaffung. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Die Deutsche G e - sellschaft für öffentliche Arbeiten AG. (Dcffa) hat im Rahmen des Arbeitsbeschaffungr- programins oom 1. Juni 1933 weitere Darlehen im Gesamtbetrag von rund 30 Millionen Mark bewilligt. Der Stadt Berlin wurden über 5,4 Millio- nen Mark zugesagt, wovon 3,4 Millionen Mark auf Ergänzungsarbeiten an Verwaltungs-, Schul- und sonstigen Gebäuden und über 1,6 Millionen Mark auf Instandsetzungsarbeiten an den l, iz- und maschinentechnischen Anlagen städtischer (Jebäuöe entfallen. Das Land Preußen erhielt 1,6 Millionen Mark für Instandsetzungsarbeiten an den Gebäuden staatlicher Domänen, an Forstdienstgehösten unb an Polizeigebäuden. Zur Verbreiterung des Dort- mund-Ems-Kanals wurde ein Darlehen in Höhe von 5,5 Millionen Mark bewilligt. Für Strahenbauarbeiten erhielt die Provinz D b e r fd) I e f i e n 300 000 Mk., das Land Wärt- temberg über 800 000 Mark und bas Lanb Bayern 2,4 Millionen Mark. Ferner würben für eine Reihe anderer größerer Maßnahmen Mittel bereitgestellt, so für Den Ausbau der Gasversorgung der Gemeinde Rheinhausen 750 000 Mark, für Dberbauarbciten an Kleinbahnen 600 000 Mark, für verschiedene Arbeiten in Breslau 500 000 Mark, in Koblenz 320 000 Mark, in Osfenbach a. M. 350 000 Mk. unb in 91 ü r n • berg 300 000 Mark. Die Reichsbahn in der Arvertssch'.acht. Der stellv. Generaldirektor Kleinman» vor zehntausend triscnbahnarbeitern. Düf felborf, 10. Dez. (TU.) Auf einer großen Kundgebung sprach der Stellvertretende General- direktor der Reichsbahn, Kleinmann, zu 10 000 (Eifenbahnarbeitern aus dem Rhein-, Ruhr-, Wupper- und Sieg-Gebiet. Er führte u. a. aus: Die Deutsche Reichsbahn, in deren Verwaltungs- rat keine Ausländer mehr sind, steht bei der Ar- beitsfchlacht der Reichsregierung mit in vorderster Linie. Bisher sind allein für Erneuerungen, Neubefchaffungen und Neuanlagen nicht weniger als 1,8 Milliarden Mark in die Wirtschaft gepumpt worden Die 62000 Zeitarbeiter, die sonst bei Beginn des Win- ters zur Entlassung kommen, werden diesmal ihre A r d e i t s st e l l e behalten. Ferner werden sämtliche Kohlenlager neu aufgefüllt. Dadurch werden im Dezember 3000 Kohlen- arbeiter Arbeit erhalten. Beim Winterhilfswerk haben die (Eifenbahnarbeiter den größten Opfersinn gezeigt. Ich appelliere an die Reichsbahnbeamten, freigiebiger zu (ein als bisher. 3m Ganzen kommen bei der Reichsbahn monatlich etwa 2 Millionen auf. Die Reichsbahn hat ferner bisher 170 000 Eisenbahnwaggons mit Winterhilfe- gaben frachtfrei befördert. Ich werde meine ganze Kraft einsetzen, daß der Eifenbahnarbeiter sich in der Deutschen Reichsbahn wieder wohl fühlt. Der neue Arbeitsvertrag wird Verbesserungen bringen. U. a. wird die Treueprämie wieder eingeführt werden. Von den 320 000 Arbeitern der Reichsbahn werden an dieser Treueprämie, die 50 bis 300 Mark beträgt, rund 100 000 teilnehmen. Die Kündigungsfrist wird auf vier Wochen erhöht werden. (Sdfrftänbiae Handwerker in Wohifahrlsbetreuuna. Berlin, 9. Dez. (Bdz) Der Reichsstand des Deutschen Handwerk» hat eine Eingabe an den Reichsarbeitsminister gerichtet, in ber Beschwerden der Handwerker darüber mitgeteilt werden, daß die Inanspruchnahme von Wohlfahrtsunterftützung durch selbständige Handwerker davon abhängig gemacht werde, daß die Handwerker i h r Gewerbe abmelben und s i ch feder Beschäftigung Im Beruf enthalten. Wenn auch al» Mittel gegen die „Schwarzarbeit" die Vorschritt berechtigt erscheine, werde doch andererseits der Handwerker, der Wohlfahrts Unterstützung in Anspruch nimmt, schwer dadurch betroffen, weil t» ihm unmöglich gemacht werde, bei Abmeldung feines (Bewerbe» bie Verbindung mit seiner Kunbschaft aufrechtzuerhalten und feinen Betrieb später wieder aufzunehmen. Die Existenz bes Handwerkers werde also durch diese Vorschrift in der Mehrzahl ber Fälle zerstört. Die Eingabe macht bann Bor» schläge für eine Neuregelung, bie bie Abmeldung des Gewerbes bei den unterstützten Handwerkern erübrigt unb anbererfeils eine Ä entrollt einsührt, in die die Handwerkskammern und Innungen eingeschaltet werden sollen. L^eoeutsame Tagung »m braunen Haus München, 9 Dez. (TU.) Die ReichspresiestEllo ber NSDAP, teilt mit: ,Llrn Samstag, S. Dezember, vormittags, fand im großen Sitzungssaal bes Braunen Hauses eine bedeutsame Sitzung statt, die der Stellvertreter des § üp r e r • einberufen hatte. Es waren anwesend die Reichsleiter der Partei, die Amtswalter der PO. und einige andere führende Männer ber Bewegung. Bor ber Aussprache wurden dem Stellvertreter des Führers bie schwebenden Fragen ber Parteiorganisation in aller Ausführlichkeit vorgetragen. Es würbe befenbers betont, daß ein enger Zusammenhang zwischen den einzel- nen Parteigenossen unb ber Reichs» I e i t u n g gewährleistet ist. In Sonderheit wurde in den Berichten an den stellvertretenden Führer der alten Parteigenossen gedacht, bie in unveränderter Treue, Hingabe unb Opferbereit- schäft auf ihrem Posten im Reich stehen. Auf diesen Parteigenossen, in denen der Führer seine stärkste Stütze im deutschen Volk hat, ruht bie große Organisation ber NSDAP.: Das war das wesentlichste, stimmungsmäßige Ergebnis der Tagung. Ein erstes Verzeichnis für die neuen Schu'buchereien in preuhn. Berlin, 9. Dez. (VdZ.) Das preußische Kultusministerium hat ein erstes Verzeichnis der für die Hereinnahme in S ch u l b ü ch e r e i e n geeigneten Werke des vaterländischen S ch r i f f t u m s bekanntgegeben. Es handelt sich da- bei um über 50 einzelne ^chri,ten, an deren Spitze Adolf Hitlers „Mein Kampf" und tllireb Rosenbergs „M ythus des 20. Jahrhunderts" steht. Ferner finden sich auf der Liste Hans Zoeberleins „Glaube an Deutschland", das „Äriegserlben von Verdun bis zum Umsturz", Spectators „Deutschlands Erwachen", Wolfgang v. Gronaus ^Im Grönland-Wal" und Franz v. P a • pens „Appell an das deutsche Gewis - | e n" (Reden zur nationalen Revolution). Uebrigens zeichnet sich die Aufstellung der für die Schulbuche- reien geeigneten Werke noch besonders durch die Einbeziehung bedeutender Reden aus. So sotten bie Schulen u. a. Adolf Hitlers Rebe über Frieben unb Sicherheit im Reichstag am 17. Mai, ferner bes Reichsinnenministers Dr. Fricks Ansprache „Erziehung zum lebenblgen Volk" und des Ministerpräsidenten Hermann G ö • rings große Rede im Preußischen Landtag am 18. Mai 1933 „Der Geist des neuen Staats" in ihren Büchereien führen. Selbstverständlich wurde auch des Reichsprefscchefe ber NSDAP. Dr. Dietrichs Werk „TI i t Hitler in bie Macht" ausgenommen. Von ben übrigen Autoren seien vor allem erwähnt Hindenburg (Lu» meinem Leben), Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Werner Beumelburg, Möller van ben Bruck usw. In Kürze sollen weitere Veröffentlichungen über für Schulbüchereien erwünschte Werke erfolgen. Vor Eingliederung des Evangelischen Zugendwerks in die HI. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Der Reichsbischof unb ber Reichsjugendsuhrer geben folgendes bekannt: Die Derhanblungen über bie Eingliederung bes Evangelischen Jugenowerks in bie HitlerIugend stehen vor dem Abschluß. Um dem Ergebnis btefer Verhandlungen nicht oorzu- greifen und der hier unb bort emgetretenen Beunruhigung entgeaenzutreten, wirb nunmehr sämtlichen unterstellten Organisationen und deren Gliederungen untersagt, irgendwelche Vereinbarungen zu schließen ober sonstige felbstänbige Maßnahmen zu treffen. Die Fragen der Tieichsreforni. Berlin, 9.Dey (WTB.) Amtlich wird mlt- gefellt, daß In der Frage der Rddjsrcform noch kelneplänebestlmmlerArt feflgelcgt wurden. Insbesondere Ist es unzutreffend, daß die neuerdings in der presse häufig erwähnte, schon 1931 verfaßte Schrift „Grundlagen ber kommenden Verfassung" von Jt l c o I a l irgendwie für bas Rklchsinncnministerium bindend fei. Ein nationalsozialistischer Block in Schweden. Stockholm, 9. Dez. (CNB.) Oberst Marzin E k st r o e m hat der Schwedischen Telegraphen- agentur mitgeteilt, daß nach Verhandlungen zwischen dem schwedischen nationalsozialistischen Bund, der schwedischen nationalsozialistischen Sammlung*- partei und anderen nationalsozialistischen Organisationen eine Sammlungsorganifatlon „Der Nationalsozialistische Block" gebildet worden ist. Oberst Ekstroern wird besten Führer. Die Organisation, die den unvergleichlich größten Teil der schwedischen Nationalsozialisten hinter sich hat, so beißt es in der Erklärung, betont ihren festen Dillen, auf nationaler unb gesetzmäßiger Grundlage f ü r eine schwedische Volksgemeinschaft zu kämpfen. Sie weist jeden fremden Einsiuh auf die Entwicklung bes schwedischen Nationalsozialismus zurück und berücksichtigt nur vaterländische Interessen unb Traditionen. Die beiden bekanntesten nationalsozialistischen P a r t e i r i ch t u n a e n Schwedens, bie Furugard-Richtung und bie Lindholm-Richtung sind anscheinend der neuen Organisation nicht beigetreten. Auflösung der .Eisernen Garde" in Rumänien Bukarest, 9. Dez. (WTB.) Die unter dem Namen „Eiserne Garde" bekannte Organisation der äußer st en Rechten wurde durch Beschluß des Ministerrates a u f g e I ö fL Die von der „Eisernen Garde" im Hinblick auf Die am 20. Dezember beginnenden Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung aufgestellten Kandidatenlisten werden für null und nichtig erklärt. Der Beschluß bes Ministerrates wird damit begründet, day die „Eiserne Garde" eine Abänderung der gesetzlichen Ordnung auf revolutionärem Wege beabsichttge unb die Einsetzung einer Regierung erstrebe, bie zu der non ber Verfassung unb Dem Friedensvertrag errichteten sozialen und politischen Ordnung in Gegensatz stehe. Steuerfreiheit für Weihnachtsgeschenke an Arbeitnehmer. Berlin, 8. Dez. (TU.) Wegen der Voraus- e tz u n g e n , unter denen Weihnachtsge- chenke frei von Lohnsteuer, Ehe- t a n d s h i l f e und Schenkungssteuer bleiben, find bei denjenigen Volksgenossen, die den Runderlaß vom 30. November 1933 nicht vollständig gelesen haben, Zweifel aufgetreten. Hinsichtlich der Steuerfreiheit für Weihnachtsgeschenke von Arbeitgebern an solche Arbeitnehmer, deren vereinbarter Arbeitslohn 3 6 0 0 Mark jährlich nicht übersteigt, gilt das folgende: 1. Beträgt der Wert des Weihnachtsgeschenkes im Einzelfall weniger als 25 Mark, so ist diese einmalige Zuwendung i n jedem Fall fteuerfrei. Dabei ist es ohne Belang, ob die Zuwendung in bar oder in Sachen erfolgt. 2. Beträgt der Wert des Weihnachtsgeschenkes im Cinzelfall 2 5 M a r k ober mehr, so ist die Steuerfreiheit an die Voraussetzung geknüpft, daß jede vollen 25 Mark in Bedarfsdeckungsscheinen gegeben werden und nur der über 25 Mark oder ein vielfaches davon hinausgehende Teil in bar oder in Sachen gegeben wird (Beispiele: 30 Mark, davon 25 Mark in einem Bedarfsdeckungsschein und 5 Mark in bar oder in Sachen. — 65 Mark, davon 50 Mark in zwei Bedarfsdeckungsscheinen zu je 25 Mark und 15 Mk. in bar oder in Sachen). Wenn der durch 25 teilbare Markbetrag nur zum Teil in Bedarfsdeckungsscheinen gegeben wird, so ist der in bar oder in Sachen gegebene Teil steuerpflichtig (Beispiele: 50 Mark, davon 25 Mark in einem Bedarfs- deckungsschein und 25 Mark in bar oder in Sachen. Die zweiten 25 Mark sind steuerpflichtig, weil sie nicht ebenfalls in einem Bedarfsdeckungsfchein gegeben werden. — 80 Mark, davon 25 Mark in einem Bedarfsdeckungsschein und 55 Mark in bar oder in Sachen. Die 55 Mark sind steuerpflichtig, weil der in diesem Rahmen durch 25 teilbare Mark- betrag nicht ebenfalls in Bedarfsdeckungsscheinen gegeben wird. Steuerfrei würden auch die 55 Mark sein, wenn sie nicht voll in bar ober in Sachen gegeben würden, sondern nur in Höhe von 5 Mark und die 50 Mark in zwei Bedarfsdeckungsscheinen zu je 25 Mark). 3. Bedarfsdeckungsscheine sind bei den Finanzämter erhältlich. Jeder Arbeitgeber, der im Einzelfall Geschenke im Betrag von 25 Mark oder mehr als 25 Mark geben will, muß seinen Bedarf an Bedarfsbeckungsscheinen beim Finanzamt u n - verzüglich anmelben, weil bie Finanzämter Vorräte an Bedarfsbeckungsscheinen nicht unterhalten. Die Bebarfsbeckungsscheine können zu beliebiger Zeit, auch noch im Jahr 1934, zum Einkauf von Kleibung, Wäsche unb sonstigen Gebrauchsgegen- ftänben verwenbet werben. Die Finanzämter finb gerne bereit, Auskunft zu erteilen. Das Nobelfest in Stockholm. Am Sonntaaabenb fanb im Stockholmer Konzert- Haus bas Nooelfest in besonders festlichem Rahmen statt, da sich der Geburtstag des großen Erfinders Dr. Alfred Nobel 1933 zum 100. Male gejährt hat. König Gustav von Schweden nahm mit Mitgliedern des Königshauses, darunter Prinzessin Sibylle, an der Feier teil. Mit Ausnahme des medizinischen Nobelpreisträgers Thonias Hunt Morgan (Amerika) hatten sich alle Preisträger in Stockholm eingefunden. Im riesengroßen Konzertsaal hatten sich alle führenden Persönlichkeiten der schwedischen Behöroen unb des Geisteslebens eingefunden. Nach einem Musikstück hieß der frühere Ministerpräsident und Landeshauptmann Hamerfkiold, der Präsident der Nobelstiftung, die Festversammlung willkommen. Der einzige überlebende persönliche Mitarbeiter unb Testamentsvollstrecker Nobels, Kommerzienrat S o h l m a n , hielt anschließenb bie Gebenkrede auf den Stifter. Professor P l e t j e l, ber Vorsitzende des Physikalischen Nobel-Komitees, würdigte sodann die Arbeit der physikalischen Preisträger Heisenberg, Schrödinger und D i - r a c. Als Vertreter der Phnsiologisch-medizinischen Nobelkomitees sprach Professor He n sch en über bie Arbeit bes amerikanischen Biologen Morgan. Die Nobelpreisträger, bie auf ber blumenge- fchmückten Bühne inmitten ber schwebischen Aka- bemiemitglieber unb früheren Preisträger Platz genommen hatten, begaben sich bann in den Saal hinunter, wo ihnen König Gustav die Preise überreichte unb sie unter dem Beifall ber Zuschauer beglückwünschte. Das Diplom und bie Geldanweisung für den abwesenden Professor Morgan nahm ber amerikanische Gesanbte in Empfang. Als letzter kam der Literaturpreisträger, der russische Emigrant Iwan Bunin an bie Reihe, dessen Bedeutung ber schwedische Dichter und ständige Generalsekretär ber schwedischen Akademie, Dr. Per H a l l st r ö m , würdigte. Der gemeinsame Gesang der schwedischen Nationalbymne beschloß bie Feier. Den gesellschaftlichen Höhepunkt des Nobelfestes brachte am Sonntagabend das große NobelBankett, das von jeher als größtes Gesellschaftsereignis der Saison gilt. Das schwedische Kron- prinzenpaar unb eine Reihe anderer Mitglieder des Königshauses nahmen an dem Fest teil, desgleichen das neue deutsche Gesandtenpaar Prinz und Prinzessin zu Wied. Nachdem der Präsident der Stiftung, Landeshauptmann Hammar- s k i ö l d, ein Hoch auf den König ausgebracht hatte, ergriff ber Kronprinz von Schweden das Wort. Er erinnerte an den hundertsten Geburtstag von Alfred Nobel, der, wie wenige dazu beigetragen habe, den Namen Schwedens in der Welt bekannt zu machen. Der Kronprinz dankte dem Schweden und dem Weltbürger Alfred Nobel und forderte die Anwesenden auf, still ihre Gläser auf ihn zu leeren. Professor Nordensson feierte bie Nobelpreis- träger, die einzeln antworteten. An Stelle des amerikanischen Mebizinpreisträgers Morgan sprach der amerikanische Gesandte Stein Hard: ber rus- sche Dichter Iwan Bunin hielt auf französisch eine geistreiche Ansprache, Professor Schrödinger schilderte temperamentvoll den überwältigenden Eindruck, den Stockholm unb Schweden auf ihn gemacht hätten. Er dankte dem Stifter Nobel, dem schwedischen Königshaus und dem schwedischen Volk für die in ber ganzen Welt einzig dastehende Einrichtung ber Nobelpreisstiftung. Als letzter ergriff Professor Heisenberg das Wort und führte aus, wie er vor 10 Jahren als Student zum erstenmal nach Schweden gekommen sei. Der stärkste Eindruck sei für ihn die schwedische Gastfreundschaft unb das verständnisvolle Entgegenkommen geblieben. Er brachte ein Hoch auf den jugendlichen Geist Schwedens aus. Erst in später Nachtstunde schloß bas Bankett. * Mit den letzten Preisen sind insgesamt 20 Millionen an 170 Preisträger aus 15 Ländern verteilt worden. Mit 40 Preisträgern nimmt Deutschland nach wie vor die Führung unter allen Kulturnationen ein. Die Negierung hat mit aller Schärfe die Ans- lösung ber Eisernen Garbe burchgesuhrt. Im aan» zen Lande wurden alle Deretnslokale der Garde geschlossen unb versiegelt. Bei emzel- nen Haussuchungen sollen nach einer offiziellen Verlautbarung Hanoseuerwaffen unb Druckschriften gefunden worden fein. Die Ortsgruppenführer ber Garde wurden in Haft genommen. Damit sind sämtliche Kandidaten ber Eisernen Garde für bie Wahlen verhaftet. Der Führer Cornelius C o • brean u, der in Klausenburg festgenommen werden sollte, konnte, als Frau verkleidet, in einem Auto fliehen. In Bukarest kam es zu Zusam- menstößen mit Polizei unb Feuerwehr, wobei ein Polizeioffizier getötet würbe. In den Abendstunden bes Sonntags fanden in Bukarest Studenten- Unruhen statt. Ein großes Polizei- unb Genbar- merieaufgebot zerstreute bie Menge. Kleine politische Nachrichten. Die Oberste SA.-Führung teilt mit: Der Chef bes Stabs ber SA. Ernst Röhm ist an Grippe erkrankt unb hat sich in häusliche Pflege begeben. Infolge biefer Erkrankung ist er außerstanbe, in ber nächsten Zeit dienstlichen unb privaten Einlabungen, auch solchen, die er bereits angenommen hat, Folge zu leisten. * Der Reichsjuristenführer Dr. Frank hat den preußischen Justizminister, Staatsrat Pg. K e r r l, zu seinem Vertreter in ber Führung bes Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen berufen. Zum zweiten Stellvertreter wurde Staatssekretär Dr. Roland F r e i s I c r berufen. Gleichzeitig hat ber Reichsjuristenführer zum Gauinspektor den Gauführer bes BNSDJ. von Düsselborf, Pg. Rechtsanwalt Hermann S ch r o e r, ernannt unter gleichzeitiger Ernennung zum kommissarischen Leiter des Reichsschulungsamtes des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen. Reichssendeleiter Eugen Hadamowsky hat Parteigenossen Karl Scherfs im Einvernehmen mit dem Reichsjugenbführer Baldur von Schirach in die Reichssendeleitung berufen. Karl Scherff ist langjähriges Mitglied ber Hitler- fügend unb Oberbannführer im Stab der Reichs- jugenbführung unb soll als Sonberbeauftragter des Reichsjugendführers die Hitlerjugend im Rahmen ber Reichssendeleitung vertreten. • Der Präsident des Danziger Senats, Dr. Rausch- ning, hat sich nach Warschau begeben, um dort verschiedene Danzig-polniscye Angelegenheiten zu besprechen. Die halbamtliche Iskra-Agentur meldet, daß Rausching auch von Marschall Pil- f u b f f i empfangen werden dürfte. * De Valero hat die Verhaftung des Führers ber „Blauhemde n", General O' Duffy ange- ordnet. Dieser hat bie Grenze Norbirlands überschritten und sich dadurch der Gerichtsbarkeit des irischen Freistaates entzogen. Polizeibeamte sind in einer bekannten Tuchfabrik in Dublin erschienen unb haben mit Strafanzeige gebroht, falls die Firma dem Jungirlanb-Derband Blauhemben liefere. Aus aller Wett Zwei Todesopfer eines Brandunglücks in England. Bei einem großen Drandunglück in Whit- church (Hampshire) kam der 23jährige Herzog de la Tremville ums Leben. Der englische Flie- oerhauptmann Rodney wurde ebenfalls ein Opfer des Brandes. Das Feuer brach im Dachgeschoß des Landhauses von James Mac Corrn i ck, einem Mitglied der bekannten Chikagoer Millionärsfamilie aus, wo der Herzog zu Gaste war. Nach kurzer Zeit stand das ganze Haus in Flammen. Dem Dienstmädchen, einer Deutschen, gelang es, an einem Wasserrohr herunterklettern. Hauptmann Rodney unb seine Frau sprangen aus einem Fenster aus 10 Meter Höhe in bie Tiefe. Der Hauptmann würbe so schwer verletzt, daß er später im Krankenhaus ft a r b. Seine Frau erlitt einen Wirbelsäulenbruch unb schwebt in Lebensgefahr. Die Leiche bes Herzogs de la Tremville wurde nach dem Brande unter den Trümmern des Hauses gefunden. Er ist wahrscheinlich bei dem Versuch, sich zu retten, von den Brandgasen überwältigt worden. Schwere Unweiler schöben in Mittel- unb Süditalien. Das Unwetter in Mittel- unb Süditalien dauert immer noch an. Einstürze find an der Tagesordnung. Zwischen Neapel und Torre Annunziata ist eine Eisenbahnbrücke eingestürzt, wodurch Der Bahnverkehr auf der Strecke unterbrochen ist. In Agrigent auf Ostsizilien versank plötzlich, wöh- renb in einem Anwesen eine Hochzeit gefeiert wurde, der Fußboden unter den Füßen der 15 Tischteilnehmer, die in die darunter befindliche Autogarage stürzten. Besonders schwere Verletzungen erlitt die Brautmutter. Verschärfung bet Eisverhältnisse im Rheln- unb Moselgebiet. Die Eisoerhältnisse auf den mittelrheinischen Flüssen haben sich infolge der langen Kälte- periobe wesentlich verschärft. Die Temperaturen in den rheinischen Rebenbergen bewegen sich zwischen 12 unb 14 Grab unter Null. Im vorderen Taunus unb in vereinzelten Westerwaldgebieten finb 15 und mehr Grad an der Tagesordnung. Das Eistreiben dauert unvermindert an. Der Frost hat nunmehr auch große Teile der N a h e und der Lahn zugesetzt. Das Moseltal hat sich bei Trier durch den starken Zutrieb von Saar und Sauer häufig versetzt. Am Sonntagabend rissen Eisbrecher unter gewaltigem Krachen die feste Eisdecke auf, um bann aber stromauf auf stärkere Hindernisse zu stoßen. Auf dem Rhein bebetft das Schal- lene'is den größtc Teil des Wasierspiegels. In Koblens erwägt man bei Fortdauer ber Kälte bas Einfahren der Schiffsbrücke in den Sicherheitshafen. Schiffahrt wird bei anhaltendem Treibeis eingestellt werden müssen. Zwei Weinfässer rollen durch Deutschland. — Treuemarsch zweier Badener Weinbauern zum Führer. Arn 30. Oktober, 16.30 Uhr, machten sieb in Offen- bürg (Baden) zwei junge Weinbauern auf den Weg, um zwei Fässer Badener Weines durch Deutschland nach Berlin zu rollen und hier dem Führer als Dankesgabe unb erste Ernte bes Dritten Reiches zu übergeben. Die beiden Weinbauern in ihrer heimatlichen Tracht sind jetzt in ber Reichshauptstadt eingetroffen und wurden zunächst vom Berliner Polizeipräsidenten empfangen. Die zwei Weinfässer sind reich geschnitzt und enthalten die Inschrift „Dank- und Treuemarsch zu unserem Führer, Herbst 1933* Sie zeigen weiter das Offen- burger Stadtwappen. Der Wein selbst stammt aus dem Offenburger städtischen Weingut St. Andres- Hospital. Polizeipräsident v. L e v e tz o w hat es nicht versäumt, sich auch in bas mitgeführte Fahrtenbuch mit einer Widmung einzutragen. Im übrigen trägt dieses Büchlein zahlreiche recht interessante Inschriften. So hat sich ber Reichsstatthalter von Thüringen S a u ck e l in Weimar unb Prinz 21 u g u ft Wil- heim in Potsdam eingetragen. Der Schriftleiter bes Hakenkreuzverlages Dr. Wessel, ein Verwandter Horst Wessels, hat in Mannheim ben beiden Weinbauern folgenden schönen Spruch mit auf den Weg gegeben: „Dem Herrgott bas Leben, bem Führer bie Treu, wir bleiben ergeben, wir schaffen uns frei. Ein Hundsfott ist, wer ie vergißt, was er dem Führer schuldig ist." Die Abgesandten aus Baden werden auch von Adolf Hitler empfangen. Der Riesenbrand auf Gut Düppel bei Berlin. lieber das bereits gemeldete Großfeuer auf bem Rittergut Düppel bei Zehlendorf wird weiter bekannt: Die Bergung derl30kostbarenReit° pferde, unter den sich wertvollste Tiere wie „General" der in Rom von Major a. D. Bürckner zum Sieg geritten worden war, unb ber Olympiasieger „Taracalla" befanden, war keinen Augenblick zu früh erfolgt. Ein Teil ber Pferde lief auf dem Gutshof herrenlos umher. Nur mit Mühe konnte man die Tiere, zum Teil durch die Flammen hindurch, in eine benachbarte Scheune schaffen. Die Löscharbeiten gestalteten sich außerordentlich schwie- rig, da bie grimmige Kälte von etwa 15 Grad das Wasser an ben Gedäuben sofort zu riesigen Eismassen erstarren ließ. Die Schlauchleitungen mußten zum Teil kilometerweit gelegt werden, um bas Wasser herbeizufchaffen. Ein Teil ber Losch- kolonnen mußte nach etwa einstündiger Tätigkeit zurückgezogen werben, ba sie von Kopf bis Fuß vereist waren und sich kaum bewegen konnten. Nach zweistündiger Tätigkeit war die Gewalt bes Feuers gebrochen. Ein Feuerwehrmann wurde durch her- abfallendes Gestein erheblich verletzt. Außer der Reitbahn ist ein erheblicher Teil ber Stallgebäude vernichtet. Der Schaben geht in bie Hunberttau- sende, ist jedoch zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. — Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Der deutsche Reitsport ist durch den Riesenbrand hart getroffen, ba ein Teil ber Pferbe sich mitten im Training für das beoorstehenbe große Reit- unb Fahrturnier befartb. Ungarischer Handelsminister rettet Hobelgefährten. Auf ber Suche nach geeignetemStigelänbe verunglückte, wie aus Budapest gemeldet wird, in den Börfzonyer Bergen ein Rodelschlitten, auf bem sich der ungarische Hanbelsminister F a b i a n y i In Gesellschaft des Obergespans Soldos befand. Der Schlitten stürzte in einer scharfen Kurve um, unb der Obergespan flog in weitem Bogen in eine etwa 10 Meter tiefe Schlucht. Hanbelsminister Fa- bianyi, ber selbst unversehrt blieb, kletterte beim Licht seiner Taschenlampe in die Schlucht hinunter. Es gelang ihm unter Einsetzung aller feiner Kräfte, ben schwerverletzten Obergespan den steilen Abhang hinaufzutragen und im Schlitten bis zur nächsten Ortschaft zu befördern. Karl Schwabes zweiter Afrlkaflug. Der bekannte Sportflieger Karl Schwabe, der schon einmal auf einer kleinen Klemm-Maschine Afrika überquert hat, ist auf dem Flugplatz Ober- wiesenfeld in München zu einem zweiten Flug mit feiner Klemm-Maschine, der ihn wiederum nach Afrika führen wird, gestartet. Die erste Etappe führt ihn nach Rom. In feiner Begleitung befindet sich der Pilot Schmidt. Schwabe ist inzwischen in Venedig gelandet. Hungersnot auf der Insel Zypern. Infolge einer zweijährigen Trockenheit ist auf einem großen Teil der Insel Zypern eine schwere Hungersnot entstanden. Um nicht Hungers zu sterben, essen viele Bauern Gras unb Wurzeln. Kilometerweit finb bie Felder unb Aecker völlig unfruchtbar. In der Verzweiflung greifen manche Bewohner zu Raub unb Diebstahl. Fast jede Nacht kommt es zu bewaffneten Straßenüberfäl- len auf Kraftwagen unb Fußgänger. Englische Truppen finb zum Schutze ber Straße Lanaca—Nicosia abkommandiert worben. Explosion in einer mexikanischen Fabrik. — 16 Tote. Durch eine Explosion in einer Zuckerfabrik in Linares (Mexiko) würben mehrere Gebäude zerstört. 16 Personen kamen dabei ums Leben. Rahezu fünf Millionen Rundfunkteilnehmer. Die Gesamtzahl ber Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Dezember 4837549 gegenüber 4 635 537 am 1. November b. I. Hier- nach ist im Laufe des Monats eine Zunahme von 202 012 Teilnehmern (4,4 o. H.) eingetreten. Unter ber Gesamtzahl befinben sich 499 079 Rundfunkteilnehmer, denen die Gebühren erlassen sind, gegenüber 503 420 am 1. November. Die Zahl der gebührenfreien Teilnehmer (hauptsächlich Arbeitslose) ist mithin um 4341 weiter zurückgegangen. Die Abbröckelung der Helgoländer Steilküste. Wie von ber Insel Helgoland gemeldet wird, sind dieser TaZe rund 6000 Kubikmeter Felsmassen von ber Steilküste abgebröckelt unb insMeerge- stürzt. Personen finb nicht zu Schaden gekommen. Die Abbruchstelle liegt an ber Nordostseite ber In- fei. Das Büro für Uferschutzbauten auf Helgolanb ist zur Zeit mit der genauen Vermessung ber abgestürzten Felsmassen beschäftigt. Im September 1931 erfolgte ber letzte Felsabsturz größeren Ausmaßes. Damals waren an dem Felsvorsprung ßetgebru an der Ostecke des Oberlandes 7000 Kubikmeter Fels abgestürzt. Lin „Hellseher" verhaftet. Der als „ber größte unb berühmteste Psychographologe" bezeichnete „Hellseher" Rasmus wurde in Weimar während seiner Sprechstunde von der Kriminalpolizei unter Betrugsverdacht verhaftet. Nach seiner polizeilichen Vernehmung wird er dem Amtsgericht zugeführt werden. Rasmus, ber in Berlin ein „Psychographologisches Beratungsinstitut" unterhält, heißt in Wirklichkeit Albert Gillmeister unb ist im Jahre 1888 in Wormditt bei Braunsberg geboren. Der neue Rundfunksender Freiburg LB . Der Aufbau des neuen Rundfunksenders Freiburg i. B., der von der C. Lorenz Aktiengesellschaft, Berlin-Tempelhof, geliefert wurde, geht feiner Vollendung entgegen. Der vierstufige Sender gibt bei 70prozentiger Modulation (Aussteuerung) eine Antennenleistung von 10 Kilowatt und arbeitet im Gleichwellenoetrieb mit den Sendern: Frankfurt a. M., Trier unb Kassel. Die Synchronisierung (Gleichlauf) dieser Sender erfolgt durch die von Lorenz besonders entwickelte Stimmgabelschaltung des Gleichwellengerätes. Erst durch dieses System wird eine bisher unerreichte Gleichheit der Trägerwellen dieser Sender erzielt. Der Sender Freiburg i. B. ist, wie die anderen von Lorenz gebauten Großsender, in Einheitsgehäusen aufgebaut, wobei jedoch nicht mehr, wie früher, die zur Wasserkühlung der Röhren dienenden Porzellantrommeln im Kellergeschoß, sondern direkt im Unterteil des entsprechenden Sender-Einheitsge- häuses angeorbnet sind. Ein besonderes Kennzeichen des neuen Senders ist bie Einma ft-Dipol« antenne. Diese unterbrächt die Raumwelle unb bevorzugt bie Bobenwelle. Dadurch werden bie den Empfang störenden Schwunderscheinungen in ber sogenannten Nahfadingzone wesentlich verringert. Die Antenne besteht aus einem möglichst hoch über bem Erbboben aufgehängten, senkrechten Draht, ber in seiner Mitte durch eine besondere (Erregerleitung gespeist wird. Die Gesamtlänge des senkrecht aufgehängten Drahtes, des sogenannte Dipols» beträgt 74 Meter. Die Humfchmuggler von Glace Bay verhaftet. Kapitän unb Mannschaft bes Rurnschmugg« l e r b o o t e 5 von Glace Bay, dem es, wie bereits gemeldet, gelang, einem Schiff der kanadischen Küstenpolizei zu entkommen und zwar unter Mitnahme der aus vier Küstenpolizisten bestehenden Bewachungsmannschaft, finb jetzt auf ber französischen Insel St. Pierre, bie Neufundland vorgelagert ist, verhaftet worden, als sie im Begriff waren, die gefangenen Polizisten an Land zu fegen. verheerende Unwetter in Süditalien. Don bem nicht enbenrooUenben Unwetter in ganz Süditalien unb Sizilien ist Kalabrien besonders hart betroffen worden. Felder, Obftfulturen unb Dauerngehöfte sinb durch Wolkenbrüche unb Gewitter zerstört worden. Die Flüsse sind auf weite Strecken über bie Ufer getreten unb Haden das Werk der Zerstörung Dottenbet, so daß an ber ganzen Südwestküste die gesamte Olivenernte vernichtet wurde, deren Verlust auf über fünf Millionen berechnet wird. Den Uederschwem-- mungen finb bisher drei Menschenleben zum Opfer gefallen. In Benevent sind bei einem Erdrutsch zwei Häuser eingestürzt. Kunst unb Wissenschaft. Anmeldepflicht zur Heichsschriftlums- und Heichspressekammer. Eine Anordnung der Präsidenten der Reichsschrift- tumsfammer unb der Reichspressekammer besagt, daß alle Schriftsteller unb Schriftleiter, soweit ihre Tätigkeit stänbig ausgeübt wirb, ber Reichs- f d) r i f 11 u m s • ober Reichspreffekam- mer angehören müssen. Die Frage, wer Schriftleiter ist, richtet sich nach ber in Kürze zu erwartenden Durchführungsverordnung zum Schrist- leitergesetz. Wer im Zweifel ist, ob für ihn Anmeldepflicht zum Reichsoerband Deutscher Schriftsteller oder zum Reichsverband der Deutschen Presse besteht, muh eine entsprechende Anfrage an die betreffenden Verbände richten, damit er feinen Beruf vorläufig weiter ausüben kann. An den Reichsver- band Deutscher Schriftsteller muß diese Anfrage bis zum 15. Dezember gerichtet fein. Der Anmeldeter- min zum Reichsverband der Deutschen Presse wird noch bekanntgegeben. Reichsverband für Lhorwesen und Volksmusik. Die Reichsmusikkammer hat bie Dilbung eines Reichsverbanbes für Chorwesen und Volksmusik angeorbnet und zu seinem Führer den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft für das deutsche Chorgesangwesen Professor Dr. Fritz Stein ernannt. Der Schauspieler Julius Falkenstein f. Der Schauspieler Julius F a 11 e n ft e i n ist im Alter von einigen fünfzig Jahren in einem Berliner Krankenhaufe gestorben. Er ist durch fein Auftreten in zahlreichen Filmen einem größeren Publikumskreise bekannt geworden. Sein Arbeitsgebiet waren Lustspiele, Operetten, gelegentlich auch Kriminalstücke, sein Fach war das des Komikers, seine darstellerische Spezialität die Gestaltung von drolligen Käuzen und schrulligen Sonderlingen. In Gießen sah man ihn zuletzt u. a. in den Filmen „Lachende Erben", „Es war einmal ein Musikus", „Die Nacht im Forsthaus", „Ein Lied für Dich", „Unmögliche Liebe" unb „3d) unb bie Kaiserin". Wettervoraussage. Die nordöstliche Störung hat sich südlich ausgebreitet unb durch Zufuhr etwas milderer Luit Be- wölkung, im nordöstlichen Teil des Reiches auch Schneefälle verursacht. Da sich bie Störungstätlgkeit vorübergehend auch bei uns auswirken wird, besteht tellenweise Neigung zu etwas Schnee. Doch wird ich ber hohe Druck weiter behaupten, so daß ein »urchgreifender Witterungsumschlag nicht zustande- kommt, vielmehr der strenge Frost noch anhält. Aussichten für D ' r. : Neblig-wolkig 6»n«Uf'lar,n' ,Ur'" 'Äu Ä?‘en Lufttemveraturen rm M-uster immer freundlich^ ./W^se'-Mufik" beftanbj morgens-7,2 @ra" Tellen unb erforderte einen i mum —97 Grad n Instrumenten. Sie ist bann \ Tipfp am 'in Dexe'r"te zusammenaezogen worden, u. 11. Dezember: rno^n der Originalkomposition besteht . nenscheindauer 5 <5ß°$ du Gehör gebracht wird. Nachdruck verboten! 6. Fortsetzung. MAGGI5 Oberhessischer Geschichtsverein Vortrag mit Lichtbildern von D r. F. P. Mittermaier über 7 MD Düsseldorf. Gießen (Neuen-Bflue 11 II). Darmstadt, den 11. Dez 1933. 069 .3 Auch die Erwachsenen .GO vorwärts dringende Handlung 74 c •hr. worüber »