r Montag, 11. Dezember 1933 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger sürGberhessen) Nr. 299 Drittes vlatt ZenIrWelle für Bergbau und HWemndußne im Lahn-Oillgebiet und Oberheffen. Feierliche Konstituierung in Wehlar in Gegenwart des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger. L ®rft« Reihe von klnks noch recht»: In SS.-Uniform der Dkrektor der Nassauischen Landesbank, daneben Kreisleiter der NSDAP. Wetzlar Landrat Grillo, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, Treuhänder der Arbeit Präsident Dr. L ü e r. Wetzlar, 9. Dez. (WSN.) Im Rahmen einer festlichen Sitzung, der die führenden Stellen des preußischen und des hessischen Bergbaues und der westdeutschen Wirtschaft beiwohnten, erfolgte heute im Kasinosaal zu Wetzlar die Konstituierung der neuerrichteten Zentral st eile für Bergbau und Hüttenindustrie im Lahn- und Dillgebiet, sowie für Oberhessen. Kommerzienrat Dr. Köhler, Generaldirektor der Buderusschen Eisenwerke AG., konnte in seiner Begrüßungsansprache u. a. den Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger und den Treuhänder der Arbeit Dr. L ü e r (Frankfurt a M.) begrüßen. In eingehenden Fachreferaten, gehalten von Dr.- Ing. Witte von den Buderusschen Eisenwerken in Wetzlar und von Fabrikant Otto (Soers (Weglar) wurden die wirtschaftlichen Gelange des Lahn- Dillgebiets und Oberhessens dargelegt. Heichsftattharter Sprenger der in Begleitung von Dr. Lüer und Gauprefje- amtsleiter W o w e r i e s erschienen war, brachte zu der Gründung der neuen Zentralstelle seine herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck. Lahn- und Didgebiet und Oberhessen, einstmals blühend, feien jetzt in Gefahr geraten, stiefmütterlich behandelt zu werden, namentlich durch die starke Zusammenballung industrieller Interessen im Ruhrgebiet. Daher sei' man gezwungen, sich selbst zu Helsen. Richt nur die in diesem Gebiet vorhandenen Bodenschätze verpflichteten zur Hebung und zur Indienststellung für das gesamte Volk, sondern mehr noch die ungeheure Anzahl qualifizierter Arbeiter in diesen Gebieten. Durch die Konstituierung der Reichsregierung, die überwältigende Vollmacht, die das deutsche Volk am 12. November der politischen Führung ausgestellt habe, sei es der Wirtschaft jetzt möglich geworden, wieder auf lange Sicht zu disponieren und sich einzugliedern in die Stelle, die ihr zukomme. So liege sür die neue Zentralstelle der Weg klar. Der Gestaltungskraft der neuen Mitglieder werde es zweifellos gelingen, diesem Gebiet im Rahmen der gesamten deutschen Wirtschaft wieder jene Stelle zu verschaffen, die es verdiene. Gauleiter Sprenger versicherte, daß er selbst alles tun werde, die Möglichkeiten dieser Entwicklung zu fördern und künftig miteinzugreifen, damit es aelinoe, was dem Führer am meisten am herzen liege: Jedem deutschen Volksgenossen wieder Arbeit zu schaffen. Auf der Grundlage der Festigung des deutschen Arbeiterstandes werde dann der Ausbau aller anderen Stände möglich sein. Präsident Dr. £üer führte u. a. aus, der rhein-mainische Wirtschaftsraum schließe keine solchen Interessengegensätze in sich, als daß sie nicht überbrückt werden könnten. Eine großräumige wirtschaftliche Stelbstverwaltung würde sonst von vornherein unmöglich gemacht. Maßnahmen wie die Errichtung der Zentralstelle würden keinem Teil des gesamten Volkes schaden, sondern der wirtschaftlichen Einheit nur Nutz und Frommen bringen. Man stelle der zentralen Füh- rung eindeutig abgegrenzte und ausgestaltete, in der Wirtslchaft selbst wurzelnde Organe zur Verfügung, denen sie sich zur Vollstreckung ihres Willens bedienen könne. Dr. Lüer schilderte dann im einzelnen die Maßnahmen, die bereits vom Rhein- j Mainischen Industrie- und Handelstag verwirklicht worden seien, um einen Erfolg der Arbeitsschlachten zu garantieren. Er wies aus die Verbundenheit aller hier ansässigen Industrien mit der Urproduktion hin und betonte, die Errichtung der Zentralstelle bedeute eine Entwicklung, die von or- ganischen Lebensnotwendigkeiten erzwungen sei. Gleichzeitig aber wolle man erkennen, daß es erst des neuen" Geistes bedurft habe, dieser Entwicklung freie Bahn zu schassen. Er bekannte sich zu dem tiefen Vertrauen, daß die Mitglieder der Zentralstelle mit Zähigkeit, Ausdauer und Zielbewußtheit für die Lebensnotwendigkeiten des Gebietes und feiner Volksgenossen kämpfen werden. Zugleich bat er um dasselbe Vertrauen in die Zentralstelle; denn nur, wenn die Gemeinschaft gebildet sei, kämpfe man mit Erfolg im Geiste des Führers. Sie Mitglieder der Zentralstelle. Dr. Lüer berief als Vorsitzenden der neuen Zentralstelle Kommerzienrat Dr. Köhler- Wetzlar und zu Mitgliedern Dr. E i n e ck e - Weilburg, Dr.-Jng. Witte-Wetzlar, Bergrat Ru- b a ch - Gießen, Bergassessor Kippenberger- Gießen, Direktor P e t e r e i t - Wölfersheim, Huttenbesitzer Grün- Dillenburg, Dr. H e ck e r von der Ludwigshütte Biedenkopf, Fabrikant Otto (Soers- Wetzlar, Direktor Achim v Mosch- Wetzlar, Ingenieur Berkenhoff-Aßlar und Direktor Pauly-Gießen. Diese neue Institution ist dem Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag eingegliedert. Gturmsahnenweihe der SA. Gestern vormittag fand auf dem Trieb die Weihe von Sturmfahnen der SA. der Standarte 116 statt. Die Fahnen wurden von Standartenführer Lutter geweiht. Nach dem feierlichen Akt zogen die Stürme gemeinsam in die Stadt. Die Fahnen wurden in die Fahnenhalle im Neuen Schloß auf dem Landgras- Philipp-Platz gebracht. Die entrollten Fahnen auf dem Trieb. W Eindringung der Fahnen kn das Neue Schloß. Standartenführer Lutter weiht die Sturmfahnen. I *:'3 F ' /■ ’ ..... ' Gegen das Denunziantentum. Das Staatspresseamt teilt mit: Herr Staatsminister Jung sieht sich veranlaßt, einmal ganz eindeutig gegen das sich immer noch breitmachende Angebertum Stellung zu nehmen. Es ist geradezu widerlich, wenn man sieht, wie tagtäglich Volksgenossen einander bei den maßgebenden Stellen herabzusetzen und in d e n Hausfrauen, backt mehr Konfekt, gebt den Uebct- schnh der Winterhilfe! Packt Weihnachtspakete! vergeht nicht, das Inhaltsverzeichnis darauf zu kleben! Schmutz zu ziehen suchen. Es wäre viel wünschenswerter, wenn jeder von denen, die einen anderen Volksgenossen verleumden, seine ihm auferlegten Pflichten unter Einsatz der letzten Kraftreserve zum Besten seines Volkes erfüllen wurde; denn dann fände er gar keine Zeit, sich mit einem derartig verwerflichen Handwerk abzugeben, wie es die Denunziation eines anderen Volksgenossen darstellt. Was soll man dazu sagen, wenn es so weit kommen kann, daß z. B. ein Professor einen anderen auf solche Weise in Mißkredit zu bringen- sucht. Das ist ein derartig schmutziges Unterfangen, daß man nur sagen kann: „Pfml Aus her provinzialhaupistadl. Ein neues Werk der Winterhilfe: Oie Patenschaft. Mancher hätte schon gern gesehen, wie die Mittel der Winterhilfe verwendet werden, wo sein eigenes Geld hingeht. In der Patenschaft des Winterhilfswerks ist ihm Gelegenheit geboten, den persönlichen Kontakt zwischen Geber und Empfänger herzustellen. Eine Befürchtung, die vielleicht geäußert werden könnte, soll von vornherein aus dem Weg geräumt werden. Niemand, der die Patenschaft für ein armes deutsches Kind übernimmt, geht damit irgend eine langwierige Verpflichtung ein. Die Patenschaft ist beschränkt auf die Dauer des Winters. Nach dem 31. März ist der Patenschaftsinhaber in keiner Weise gebunden. Die Patenschaft, dieser ehrwürdige alte deutsche Brauch, gewinnt im Rahmen der Winterhilfe wieder einen neuen Sinn. Sie wird Dir vielleicht Mühe machen, deutscher Volksgenosse, aber Du wirst eine große Freude und eine tiefe Befriedigung darin finden. Du wirst sehen, rote Dein Patenkind, das schon groß ist, das sprechen und danken kann, sich über die warmen Strümpfe freut, die feine Tante ihm gestrickt hat, wie es bei Dir am Mittagstisch sitzt und mit Behagen rotbäckige Aepfel verzehrt. Und wenn du einsam bist am Weihnachtsabend, dann wirst Du den Eltern Deines Patenkindes willkommen sein, wirst mit ihnen unter dem Weihnachtsbaum stehen und die alten schönen Lieder mit den Kindern zusammen fingen. Dann wirst Du empfinden, daß doch vieles anders aeroorben ist in deutschen Landen, seit Hitler zur Macht gekommen ist, und daß das ganze deutsche Volk eine große, innige Gemeinschaft geworden ist. Die Patenschaft wird vermittelt durch die örtliche Organisation des Winterhilfswerks. Oer Kupferne Sonntag. Der erste Verkaufssonntag vor Weihnachten, der gestrige Kupferne Sonntag, begünstigte den Publi- kumsverkehr vom Lande in die Stadt und den Ausgang der städtischen Bevölkerung nach dem Ge- schästsviertel in hohem Maße durch schönes und klares Win^rwetter. Der Zustrom vom Lande her setzte schon in den Mittagsstunden rege ein. Die Reichsbahn ließ aus den Richtungen Wetzlar, Marburg, Alsfeld und Hungen die Züge verstärkt fahren, wobei alle Züge sehr gute Frequenz auswiesen. Der Autobus- und Fußgängerverkehr vom Lande nach der Stadt war gleichfalls stark. In den Geschäftsstraßen entwickelte sich im Laufe des Nachmittags Großverkehr der Weihnachtskauf- und schauinterefjenten. Daß dabei die Kaustätiakeit bereits lebhaft war, konnte man an den zahlreichen Paketträgern, u. a. auch bei der Heimkehr der auswärtigen Besucher mit den vollbesetzten Abendzügen, bemerken. Im Ganzen gesehen darf man wohl sagen, daß das Weihnachtsgeschäft am gestrigen Sonntag einen guten Auftakt erfahren hat. Oie Hundesteuer in Heften. Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unwillkommen sein, wenn daraus aufmerksam gemacht wird, daß die im Lause des Kalenderjahres abgefchafs- ten Hunde bis spätestens 3U m 31. Dezember 1. Is. beider zuständigen Bürgermeisterei abzumelden find. Wird die Abmeldung erst nach dem 31. Dezember vorgenommen, so ist die Hundesteuer für das folgende Kalenderjahr weiter zu entrichten. Wer am 1. Januar selbstgezüchtete junge Hunde im Alter von unter 3 Monaten besitzt, w i rd entweder gleich, odernachträglichzurvol- len Hundesteuer für das kommende Kalenderjahr herangezogen. Eine Befreiung von der Hundesteuer tritt nur dann ein, wenn nachgewiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von drei Monaten zugrunde gegangen, entlaufen oder veräußert worden ist. Diejenigen Hunde, die im Laufe des Kalenderjahres ihren Besitzer wechseln, unterliegen jeweils der nochmaligen Versteuerung, da nicht der Hund als solcher, sondern der Hunde besitz besteuert wird. VolkstümlichesKonzertimStadttheater Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Orchester des Stadttheaters, das erst seit Beginn der Spielzeit in dieser Selbstständigkeit be-, steht, tritt heute mit einem volkstümlichen Konzert zum ersten Mal rein konzertmäßig vor die Oeffentlichkeit, nachdem es bereits mehrfach Proben bester Konzertmusik abgelegt hat. Anläßlich seiner Mitwirkung beim Tanzgastspiel Sewitz-Buhr konnte das Orchester nicht nur die Konzertnum- mern mit Erfolg für sich buchen, sondern auch das Tänzergastpaar fand Worte wärmster und herzlichster Anerkennung für die künstlerische Unterstützung bei der musikalischen Untermalung ihrer Tänze.' Unter der Leitung von Kapellmeister Fritz Cujä und der solistischen Mitarbeit von Konzertmeister Franz K e r z i s n i k wird heute Abend ein Konzert-Programm sich abwickeln, das den Stempel der Volkstümlichkeit in sich trägt. Ein Programm, den Musikliebhabern zur Freude und um neue Freunde der Musik zu gewinnen, das die bekanntesten Namen bedeutender Komponisten trägt: Ouvertüre zur Oper „Der Waffenschmied" von Lortzing, Große Fantasie aus der Oper „Tiefland" von d'Albert, Slawischer Tanz Nr. 10 von Dvorak, Symphonie U-MoU (Unvollendete) von Franz Schubert u. a Der Eintrittspreis für diesen volkstümlichen Konzertabend ist denkbar niedrig gehalten, um jedem Musikfreund deigte mir die Beduinen, bie auf ber giftfarbenen schachte! unter Palmen galoppierten. „Aber du Holst sie doch vom Kaufmann Ziegenbein", sagte ich. Dann mischte sich Baier ein mit einer weitläufigen Erflärung der internationalen Handelsbeziehungen zwischen Amerifa und Europa, Abend- und Morgenland, den Arabern und dem Kaufmann Ziegenbein. So wuchs aus Anschauung und Unterricht ein erstes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Ich steckte mir die Taschen voll Bonbons, Pfeffernüssen, Schokolade und Marzipankartoffeln unb eröffnete einen lebhaften Tauschhanbcl zum Erwerb von Lakritzstanqeii, Dauerlutschern, Zünbplättchen unb Briefmarken. So. Die Kiste ist leer. Tannennabeln, Lametta und Flitterpapier liegen umher, wie um die Neujahrszeit, wenn der Baum geplündert wirb. Die Aepsel liegen orbentlich ausgerichtet, bunte Solba- ten bes Herbstes, auf bem Regal und die Kiste ber Erinnerung kommt auf ben Bobcn zum Gerümpel. Nächste Weihnachten aber kommt eine neue Kiste mit alten Träumen ... Der Steinbock in den Pyrenäen. Der Pyrenäen-Steinbock ist in den Pyrenäen selber nur noch in wenigen Exemplaren anzutreften. Sein Hauptvcrbreitungsgebiet ist jetzt das 35 Kilometer lange (Brebosgebirge, bas etwa 130 Kilometer von Mabrib liegt. Das für den Weibmann unb für ben Naturfreund außerordentlich reizvolle Tier fällt vor allem, wie Florentin Mann in ber Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet, burch fein lyraförmiges Gehörn auf, das bei einigen Heren einen Umfang von 25,5 Zentimeter bei 90 Zentimeter Länge unb einem Aoftanb von 80 Zcntlmcter zwischen ben Geweihspitzen hat. Die Lebensbauer bes Pyrenäen-Steinbocks beträgt bis zu 20 Jahren; die Länge eines ausgewachsenen Tieres schwankt zwischen 1 bis 1,6 Meter einschließlich der 15 Zentimeter langen Rute. Sein Gewicht beträgt bis zu 50 Kilogramm. Das Fleisch ift besonders fein und zart. Der ehemalige König Alfons XIII., der schon vor bem Kriege bas Abtrc angsrecht der großen Geländestücke Des ©rebosgebirges erlangt hat, erklärte es nach feiner Abdankung als Schutzzone, bie der Erhaltung unb Aufzucht be« Steinbock dienen falle. Seltsam mutet an. daß die berüchtiosten Wilderer ber fflegenb, die sich ihrer Jagdleidenschaft mit (Erfolg hingegeben hatten, unter Oberleitung des Damaligen Präsidenten des spanischen Alpen- verein« zu königlichen Iagdaufteöern unb Hegern eingesetzt wurden. Trotz der empfindlichen Lücken. I die große 3agben in ben Steinbotfbeftanb gerufen I hatten, betrug dieser 1931 noch 3500 Exemplare. I Jetzt aber gibt e« im fflrtbosgebtrge nur noch etwa 1200 Steinböcke. Es ist bisher nicht gelungen, bie Tiere in fflefanaenfdjaft zu halten. Gegen Berührung von Menschenhand finb sie befonbers empfindlich. Am meisten haben sie unter den veränderten Luftbruckverhältnissen in der Ebene zu leiden, denn sie leben im allgemeinen nur in Höhen von .*000 bis 2600 Metern. Nach den vorliegenden Erfahrungen halten Sachverständige bie Areuzungsmoglich- keit zwischen Hausziegen unb freilebenden Stein- bocken für ausgeschlossen. — Die beste Jagdzeit find bie Monate August unb September. Die groß angelegten Treibjagden, die ehemals ftarf_ unter den Tieren aufgeräumt haben, sind jetzt gänzlich verboten. Der Jäger bars nur in Begleitung eine« staatlichen Iagbauffeher« auf den Anstand gehen. In jedem Jahr wird nur eine bestimmte Anzahl von Steinböcken 3um Abschuß freigegeben. Die Lizenzgebühren betragen für Spanier und im Lande wohnende Ausländer 600 Peseten unb für bie übrigen Auslänber 1000 Peseten. Die Aufsicht erstreckt sich übrigens auch auf bie Priocttjagden dc« ©rebogebirges, also nicht nur auf da« beschriebene Schutzgebiet. Gasmasken mit Telefonanschluß. Rettungsmannschaften, die bei Berawerkskata- strophen in bie vergasten Tiefen einbrtngen, find häufig dadurch gefährdet, daß sie sich nicht mit der Außenwelt verständigen können. Im französischen Gruben-Rettungswesen ist daher feit einiger Zett bie Bermenbung von tragbaren Fernsprechappara- ten oorgeschrieben, burch bie man stet« ben Anschluß an die Oberwelt behält. Die in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet wirb, hat man zu biesem Zweck in die Gasmasken ber Sauerstoff-Geräte noch ein Telefon eingebaut. Das war gar nicht einfach, benn bie Stromenergie bes Telefonapparates mußte möglichst niebrig gehalten werben, bamit bei einem etwa eintretenden Bruch der Leitungsdrähte die bann entstehenden Funken keine Explosion bes Grubengases verursachen konnten, unb außerdem mußte ber Apparat mit Fernsprecher unb Hörer möglichst leicht fein. E« gelang jeboch alle Anforderungen zu befriedigen und bas Gewicht der Gasmaske mit Telefon auf 1180 Gramm zu beschränken. ßod>fd>ulnrid)tetL Der Ordinarius für Vererbungspathologie an bet bollandifchen Universität Leyden, Profesior Dr. Jn. W. Siemens, hat einen Ruf an die Universität Leipzig erhalten. emtenbunbei gedacht set (Es gebt leider noch viele Deanlt«. die nur äußerlich Nationalsozialist seien, mit einem schönen Heil-Hltter-Gruß sei es nicht getan. Bei dem Wiiüerhüfswerk bätten di« Beamten Gelegenheit, ihre nationalsozialistifH« Gesinnung zu zeigen. Dies set leider nicht überall der Fall gewesen. Noch einem kurzen Schlußwort des Pg. Bartholomäus schloß Fachschaftsletter Pg. Pseil mit einem Sieg-Heil aus den Führer di« Bersammlung. SlelchzeMg mit dem Spielzeug, den Büchern trab Kleidern führt das Jungvolk auch die Pfundsamm- luug durch. Spendet für die Pfundsammlung hauptsächlich Mehl, Zucker. Lier, Butler. Rosinen usw. zu einem Weihnachtskuchen. Volksgenossen! Deutschösterreicher! Reichsdeutsche Freunde! Obecheffen 69,30 Film in Gundrums Saalbau zu sehen. — Mark wurden hier bei der zuletzt durchgeführten für die deutsch-österreichischen Flüchtlinge zur Verfügung stellt. Um die Aktion einheitlich zu gestalten, ergeht folgende Weisung. Jedes Paket"foll enthalten: 1. eine Garnitur warme Winterwäsche oder einzelne Wäschestücke, 2. eine Dauerwurst oder eine haltbare Fleischkonserve, 3. ein Päckchen haltbares Konfekt oder Zwieback, 4. eine Schachtel Zigaretten, enthaltend 25. Stück, 5. einen Begleitbrief des Spenders an den „unbekannten SA.-Mann", in welchem Schreiben der Schicksalsverbundenheit der im Reiche lebenden Oesterreicher mit den Kämpfern für die Heimat Ausdruck gegeben wird und diese der weiteren, wärmsten Unterstützung versichert werden. Das Liebesgabenpaket soll natürlich auch schon äußerlich durch seine weihnachtliche Aufmachung dem Empfänger Freude bereiten. Wenn der Brief noch die Anschrift des Spenders enthält, so sind wir sicher, daß das Liebeswerk nicht ohne Dankschreiben bleiben wird. Es fei noch bemerkt, daß darauf Wert gelegt wird, die einzelnen Pakete mengenmäßig möglichst gleich zu halten und es der gerechten Aufteilung wegen vorteilhafter ist, wenn der einzelne Spender statt eines großen Pakets besser zwei oder mehrere kleine zur Absendung bringt Mitglieder, die bereits einer Ortsgruppe angegliedert sind, leiten die Spenden über diese, Einzelmitglieder bringen die Pakete direkt an die Reichsfüh- rung des „Kampfringes der Deutsch-Oesterreicher im Reich", München, Sophienstratze 5, zur Absendung. Bis spätestens 15. Dezember müssen alle Liebesgabenpakete bei der Reichsführung München angelangt sein, um noch rechtzeitig die Aufteilung und Zustellung möglich zu machen. Deutschöstereicher! Reichsdeutsche Freunde! Die Brüder rufen! Bereitet ihnen ein deutsches Weihnachlsfest! Der Ortsgruppenführer: Professor Dr. Theodor Mayer, Gießen, Bergstraße 15, Telephon 4270. Der Kampfring der Deutschösterreicher im Reich tritt an Alle mit der Bitte um Hilfe bei der Durch- führung einer Winterhilfe für diedeutsch.österrecchischenKlüchilinge für jene bedauernswerten Opfer eines brutalen, deutsch-feindlichen Systems, die deshalb, weil sie aufrecht für ihr Deutschtum eingetreten sind, und dafür gekämpft haben, gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Bei Tausenden ist die Familie mit in 91 o t und Elend geraten, Hunderten hat außerdem noch das derzeit jenseits der Grenze Herr- schende System die Staatsbürgerschaft aberkannt. Für die Unterbringung und Verpflegung wurde bisher von den berufenen Stellen pflichtgemäß das Möglichste getan. Wenn das auch geschehen ist, um die ärgste Rot zu lindern, so tritt jetzt mit der her» annahenden Weihnachtszeit an die in Deutschland lebenden und ansässigen Deutsch-Oesterreicher die Verpflichtung heran, den von dem frankophilen Schandsystem aus der Heimat verstoßenen lausenden österreichischen Stammesbrüdern ein würdiges weihnachtsfest zu bereiten. Die Kämpfer für ein deutsches Oesterreich sollen in den Tagen der Weihenächte erkennen, daß ihr Kampf nicht umsonst war, daß man ihrer gedenkt und ihr Opfer zu würdigen versteht. Wie einst, als unsere feldgrauen Helden draußen an der Front standen, und die Heimat ihrer durch Liebesgaben gedachte, so soll auch jetzt für die Krieger und Kriegsopfer der österreichischen Krönt eine grohzügige WeihnachtShil Sakiion in die Wege geleitet werden. In zwei Wochen ist Weihnachten. Die Zeit drängt. Jeder Deutsch-Oester- reicher muß sich daher zu mindestens einem Liebesgabenpaket verpflichten. Es wird aber mit Bestimmtheit erwartet, daß jeder, der sich in halbwegs aeordneten Lebensverhältnisien befindet, es bei die- fern einen Paket nicht bewenden läßt, sondern zwei oder mehr Pakete dem Winterhilfswerk Geldfchranfembrecher am Werk. * Griedel b. Butzbach, 10. Dez. In der Nacht zum Samstag drangen Einbrecher in das Bureau der hiesigen Kun st muhle von Christ gewaltsam em, naivem sie sich durch Anbohren eines Fensters die Zugangsmöglichkeit verschafft hatten. Die Täter erbrachen den Kafsen- schrank, den sie zu diesem Zwecke nach Abheben des Deckels umlegten, uni) stahlen daraus rund 600 Mark, meist in 50-Markscheinen. Die Spitzbuben hinterließen in dem Bureau ein Bild wüster Zerstörungsarbeit und raffinierter Einbrechertechnik. Allem Anschein nach handelt es sich bei den Tätern um Männer, die auf dem Gebiete des Geldschrankeinbruchs keine Neulinge mehr sind. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 8. Dez. Dieser Tage sprach im Saale der Kleinkinderschule Pfarrer Lic. Bohn (Berlin-Plötzensee) vorn Deutschen Sittlich- feits- und Rettungsverein über bas Thema „Wie erziehen wir unsere Kinder zu fittenreinen und Willensstärken Persönlichkeiten?" Der 9tebner gab auf Grund feiner reichen Erfahrungen Winke auf dem schwierigen und ernsten Arbeitsgebiet der Erziehung unserer Heranwachsenden Jugend. Seinen von tiefem Ernst getragenen Ausführungen wurden von den zahlreich anwesenden Müttern und Vätern ftar- fes Interesse entgegengebracht. Pfarrer Bremmer dankte dem Vortragenden für seine tiefgründigen Ausführungen. — Anfangs dieser Woche wurde für den gegenwärtigen Winter die Schulspeisung schwächlicher Kinder bedürftiger Familien begonnen. Den Kindern, im ganzen 35 zwischen 6 und 14 Jahren, die auf Grund einer Untersuchung durch den Schularzt zur Speisung vorgeschlagen wurden, wird täglich ein warmes Milch- ober Kakaofrühstück gereicht. Die Kosten decken die Gemeinde Klein-Linden und die öffentliche Fürsorge. xf Leihgestern, 10. Dez. Der BDM. veranstaltete im vollbesetzten Saale der Gastwirtschaft „Zum Löwen" einen Eltern- und Werbe- a b e n b. Mit dem Badenweiler-Marskh wurde die Veranstaltung eröffnet. Nach den Ansprachen der Führerin Frl. Merz und des Pg. Siegfried wechselten gut vorgetragene Gedichte, Sieber, Zwiegespräche unb Volkstänze einanber ab. Der reiche Beifall bewies, daß bie Gäste mit dem Dargebotenen sehr zufrieden waren. Rektor Lotz wies im Schlußwort darauf hin, daß das letzte Mädchen auch in den BDM. gehöre. + Lang-Gon-,, 10. Dez. Die Reichsbahn läßt schon feit einigen Wochen das eine Gleis zwischen der hiesigen Station über die Haltestelle Kirchgons hinaus bis etwa Block Gambacher Wald — eine Strecke von rund vier Kilometer — umbauen. Die Arbeiten find größtenteils beendet worden. Auch diesmal wurden statt der eisernen Schwellen wieder Holzschwellen eingebaut. Gegenwärtig wird eine neue Uebersührung tun hinter der Haltestelle Kirchgöns errichtet. Die unbrauchbar gewordenen Schotter aus den umgebauten Gleisan- lagen finden dabei Verwendung. Die Betonstützen und Pfeiler wurden schon vor einiger Zeit fertig- gestellt. ? Reiskirchen, 8. Dez. Am kommenden Dienstag wird für Reiskirchen und bie umliegenden Ortschaften von der Kreisfilm st eile Gießen ein Film über die Jugendzeit Friedrichs des Großen unb über den Verlauf eines Reichswehrsport, festes vorgeführt. Bei sehr niedrigen Eintrittspreisen ist es wohl allen Einwohnern möglich, den Tintopsfammlung gesammelt, gegen 64Mark im Monat November. ? Reiskirchen, 11. Dez. Am heutigen Montag begeht bie Katharine Balser von hier in voller körperlicher unb geistiger Frische ihren 81. Geburtstag. — Die hiesige Jungmäochenver- e i n i g u n g hat ihre winterlichen Heimadenbe im Konfirmanbensaale wieder ausgenommen. Die Mädchenvereinigung steht unter Leitung von Frau Pfarrer Frank. t Treis a d. Lba., 7. Dez. Gestern abend fand in Mills Saal dahier eine Ausführung desSchau - spiels „9lur bann wirb Deutschland frei" statt, bas auf die zahlreichen Besucher einen tiefen Eindruck machte. — Vorgestern hatte sich die hiesige Frauenschaft der NSDAP, unter Führung ihrer Vorsitzenden, Frau Förster Bing, fast voll- E' ig zu einer Adventsfeier in Lemos Saal Derrn« U. Die Andacht hielt unser Pfarrer über lm 27. Unter dem Gesang von Adventsliedern und einem Gebichtvortrag von Frau Rock vergingen bie Stunden. Für Weihnachten hat bie Frauenschaft eine Weihnachtsfeier mit Bescherung für alle über drei Jahre alten Kinder des Ortes und eine Vorführung eines Weihnachtsspieles geplant. Kreis Friedberg. $ Münzenberg, 7.Dez. Am 5. Dezember beging Heinrich Walter VII. in geistiger unb körperlicher Frische seinen 86. Geburtstag. Der alte Herr istderletzteKriegsteilnehmer von 1870/71 in unserer Gemeinde. Damals fuhr er mit vielen Bauern mit eigenem Gefährt Nahrungsmittel an bie Front, da Eisenbahn unb Train bie zlnforberungen der Truppe nicht bewältigen konnten. Im Laufe seines langen Lebens hat er manches Amt inne» gehabt, vornehmlich bis vor einiger Zeit bas Amt eines Stadtrates in unserem alten Städtchen und bis vor kurzem bas Amt eines Kirchenvorstehers. Kreis Büdingen. - Ortenberg, 10. Dez. Der Schuhmacher Böcher von hier st ü r z t e in ber Nacht auf ber Heimfahrt mit feinem Motorrab in ber Nähe des Dorfes Gelnhaar so unglücklich, daß er mit schweren Kopfverletzungen längere Zeit besinnungslos auf der Landstraße liegen blieb. Später kam er wieder zu sich und kannte sich nach Gelnhaar begeben, wo ihm die erste ärztliche Hilfe zuteil wurde. Er wurde bann in bas Krankenhaus in Gebern eingeliefert, wo er in ernstem Zustanbe bomieberliegt. (3 ••ft» * ' iiff -t» § Ulrichstein, 7. Dez. Die hier von ber Molkereigenossenschaft Ulrichstein betriebene Molkerei wird nach Auflösung der Genossenschaft am 1. Januar in den Besitz des Herrn Römer aus Groß-Felda übergehen. Die Gefahr, daß unser Ort die Molkerei überhaupt verliert, ist dadurch überwunden, zumal nun auch noch die Milcherzeuger von Rebgeshain unb Ober-Seibertenrod ihre Milch hierher liefern werden. Preußen. Kreis Weimar * G 1 e i b e rj, 8. Dez. Die Gaukampfbühne ber NSDAP, halt« di« Einwohner von Gleiberg xu einem Theaterabend eingeladen. Zur Auf- führung gelangte bas Stück: „Erft dann wird Deutsckstand frei" von Pg. Bartholomäus- Gießen. Die Spieler und Spielerinnen gaben alles, um gerade hier zur Aufklärung für die Idee unseres Führers zu werben, bie hier noch sehr nottut. Nach einleitenden Worten des Stützpunklleiters ging das Schauspiel über die Bretter. Anschließend sprach Pg. Richter über den Nationalsozialismus und betonte, daß es heute auch für die Gleiberger an der Zeit fei, sich in diesem Sinne umzustellen. Die Wahl am 12. November habe doch ergeben, daß heute das ganze Volk bie Maßnahmen des Führers billige. Nicht unerwähnt solle bleiben, baß sich die Spieler unb Spielerinnen unentgeltlich in den Dienst ber Sache gestellt haben und durch Gewährung von freiem Eintritt für die wahre Volksgemeinschaft Srben haben. Den am Schluß gehobenen Kampf- stellten sie dem Winterhilfswerk zur Verfügung. Auch von dieser Seite aus gebührt den Spielern und Spielerinnen herzlicher Dank. *!* Dornholzhausen, 6. Dez. Der Haushaltsplan der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1933 wurde vom Gemeinbevorstand in Einnahme unb Ausgabe auf 32 510 Mark festgestellt. An ©emeinbeumlagen werben erhoben: auf Die staatliche Grundoermögenssteuer I unb II 305 Prozent, auf bie Gewerbekapital- unb Gewerde- ertragsfteuer 350 Prozent. Die Bürgersteuer wirb mit 100 Prozent, bie Oemeinbebierfteuer mit dem einfachen Satze erhoben. Es sollen einige neue Schulbänke beschafft unb ber Antrag auf Gewährung eines staatlichen Ergänzungszuschusses gestellt werben. Für bie Zahlung von Zuschüssen an bie Kirchenkasse (einschl. erhöhtem Pfarrbesol- bungsbeitrag unb erhöhter Synodalumlage) würben freiwillig unb ohne Anerkennung einer Verpflichtung insgesamt 1100 Mark zur Verfügung gestellt. Die Feuerlöschgerätschaften sollen durch bie An- fdjaffung von bret neuen Schläuchen unb eines Schlauchtrocknungsmastes eine Ergänzung erfahren. Bei ber Nassauischen Brandoersicherungs-Anstalt in Wiesbaden soll der Antrag auf Gewährung eines Zuschusses gestellt werden. = Niederkleen, 6. Dez. Der Haushalts« plan der Gemeinde für das Rj. 1933 wurde vom kollegialischen GemeinDevorstanb in Einnahme und Ausgabe auf 42 890 Mark festgestellt. An Gemeindesteuern werden auf bie staatliche Steuer vom Grundvermögen I und II und auf die Gewerbeertrag- unb Gewerbekapitalsteuer je 165 Prozent erhoben. Die Bürgersteuer gelangt mit 100 Prozent, bie Biersteuer mit dem einfachen Satze zur Erhebung. Der obere Steinbruch im Distrikt „Mühlberg" soll neu verpachtet werben. Die von ber Kirchengemeinde angeforderten Zuschüsse wurden, altem Brauche entsprechend, freiwillig und ohne Anerkennung einer Verpflichtung auf die Gemeindekasse übernommen. Für die Anlage eines neuen Friedhofes wurde vorläufig ein Betrag von 1600 Mark zur Verfügung gestellt, über dessen Verwendung die Gemeindevertretung Beschluß fassen soll. Kreis Biedenkopf. (D Bischoffen, 7. Dez. Dieser Tage hatte bi* Führung unserer Kreisbauernschaft, Pg. Kreisbauernführer Veite, sowie ber Geschäftsführer Pg. Fischbach- Holzhausen eine Vortragsreise in den westlichen Teil des Kreises Biedenkopf angetreten. Sie sprachen auch in Bischoffen. Pg. Belte verstand es, bie Zuhörer in sehr anschaulicher Weise über bie Absichten ber Regierung be- sonbers über bie Maßnahmen bes Reichsernährungsministers Pa. D a r r 6 zu unterrichten. Auch wurden die Besucher über den Aufbau des Reichsnährstandes in feinen verschiedenen Gliederungen aufgeklärt. Pg. Geschäftsführer Fischbach sprach bann in einem fesselnden Vortrage über bie Viehverwertung unb die Notwendigkeit des Anschlusses an bie Viehoerwertungsgenossenschaft bes Kreises. — Hier wurde eine Gruppe bes BdM. burch Mg. Führerin Frl. H e r ch e n (Weidenhausen) ge« grünbet. SJL-’fpoti SchlilmgskiirsusderKkeisjilgen-warieimGaiiXII Erster Tag. Der Gaujugenbwart im Gau XII des DFB., Herr V o n d r a n • Gießen, hatte die Iugendfachwarte der Kreise im Gau XII zu einem Schulungskursus nach Gießen eingeladen, ber am Samstag unb Sonntag in dem Hotel „Bayerischer Hof" stattfand unb ben erwarteten Besuch zu verzeichnen hatte. Der Kursus begann am Samstagabenb mit ber Begrüßung der Teilnehmer und Gäste durch den Gaujugendwart. Für den plötzlich nach Berlin berufenen Gauführer erschien Herr Junghenn- Kassel und für den Bundesjugendführer Herr H e u f f - Kassel. Herr Junghenn begrüßte den Gedanken der Durchführung eines solchen Schulungskursus. Man fei verpflichtet, das Beste für bie Jugend zu tun. Dem Sportgedanken müsse darüber hinaus zu seinem Rechte verholfen werben. Der Kampfgebanke im Sport werbe bas deutsche Volk wieder hochbringen helfen. Herr H e u f f betonte, daß ben Vereinen befon- bere Ausgaben zur Heranführung ber Sportjugend an ben Staat oblägen. Die Ausgaben seien neuer unb grunbsätzlicher Natur. Der Sport habe der Bewegung im neuen Staat Schrtttmacherdienste geleistet. Im Sport habe schon immer ber Akademiker neben dem Arbeiter gestanden. Gaujugendfachwart Vondran referierte bann kurz über den Zweck des Schu- lunaskurses. Ziel fei die Einheitlichkeit der theoretischen unb praktischen Ausdilbung ber Jugend. Die Arbeit an ber Iugenb bürfe trotz aller Schwie- rigteiten nicht verloren gehen. Die Regierung wolle ben Fortbestand der Vereine. In den Sportver- einen sei vaterländische Arbeit geleistet worden. Die Jugend sei das Deutschland von morgen. Als Jugendführer fri nur der zu gebrauchen, der Gewähr dafür biete, daß die Jugend in nationalsozialistischem Sinne erzogen werde. Adolf Hitler habe in seinem Buche „Mein Kampf" ben Weg ber deutschen Jugend klar vorgezeichnet. Der Geist der Disziplin müsse Einzug halten. Der Verein dürfe nicht mehr allein im Vordergrund des Interesses stehen Jugend solle in nationalem Geist erstarken, sich kameradschaftlich finden, sie solle nicht nur spielen, sondern auch die Heimat erwandern. Das Ansehen eines Vereins werde nicht mehr vom Tabellenstand, sondern durch das Ausmaß der Jugendarbeit bestimmt. In wenigen Sätzen sprach sodann Herr D o n b r a n über bas Verhältnis der Sportjugend zur Hitler-Jugend. Eine anregende Aussprache schloß sich an. Mit Interesse sah man bann bem Vortrag des OFB.-Fußball-Lehrers Leinberger, der Deutschland in vielen nationalen Kämpfen vertreten hat, entgegen. Das Thema lautete: „Fußball unb fein Training!" Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Der Arbeit der Iugenbleiter gebühre größtes Verdienst um den deutschen Fußball. Er freue sich, daß die Jugendarbeit in diesem Kreise so ernst genommen werde. Der Fußballspieler stelle sich, gerade in ber heutigen Zeit, etwas zu sehr in ben Hintergrund Deutschland brauche neben allem anderen auch gute Fußballspieler. Der Sport brauche sich nicht zu verstecken. Fußball sei ein bedeutsamer erzieherischer Faktor. In seinen weiteren Ausführungen sprach ber Rebner über die jüngste Entwicklung in Italien und über die Möglichkeiten einer eventuell gleidjgearteten Entwicklung in Deutschland. — Das Training werde leider in den meisten deutschen Vereinen vernachlässigt. Ivöchentlich zweimaliges Training sei eine unbedingte Rotwendigkeit. Das Wettspiel bessere die Form niemals. Eine Mannschaft müsse ein System zu eigen haben, das nicht vom Gegner ohne weiteres zerbrochen werden könne. Es bedürfe gerade hier sorgfältigster Aufbauarbeit. Diese Arbeit müsse bereits an den jüngsten Mitgliedern beginnen. Der Jugendleiter bedürfe für die Durchführung feiner Arbeit bestimmter Richtlinien. Er müsse also von vornherein für feinen Aufgabenkreis geschult fein. Darüber hinaus müsse er geborene Führer- Persönlichkeit sein. Es gelte, bie Jugend systematisch heranzuziehen unb bie Befähigten auszubilden. Der Bunbeslehrer habe bie Aufgabe, bas Training der Vereine zu überwachen. In manchen Vereinen werde noch nicht klar genug gearbeitet. In Nord- Hessen solle nun ber befähigte Nachwuchs heran- gezogen unb unterrichtet werden, um eventuell eine tüchtige Gaurnannschast herauszustellen. Im Februar werde die Ausbildungsarbeit, bie gegenwärtig im Gange sei, nachdrücklichst fortgesetzt. Neben ber Förberung für eine Gaumannschaft soll« auch Breitenarbeit geleistet werden. Es gelle vor allem ein einheitliches Spielsystem zu schaffen, bas dem beutschen Charakter entspreche. Das System bürfe aber nur bis zu einem gewissen Grabe starr fein. Es müsse mehr mit dem Kopf als allein mit Technik ge» spielt werden. Es gelte ein deutsches System zu schaffen, das vorbildlich werden müsse für ben Fußball in Europa. Don den Enaländern könne man noch manches lernen. Es dürfe nicht so viel nach Oesterreich geschielt werden. In ben deutschen Mannschaften fehle bie not- roenbige theoretische Beschäftigung mit bem Fußball. Man müsse sich mit bem Spiel auch geistig beschäftigen. Ein Training in ber Halle sei Notbehelf. Wenn nicht im Freien trainiert werben könne, bann sei es besser, theoretische Belehrung abzuhallen. Es bürfe in Zukunft nicht mehr sein, baß Spieler zu Länderspielen erscheinen, ohne zu wissen, wie sie eiaentlich spielen sollen. Der Erfolg könne nur aus einem einheitlichen, von allen gespielten System, aus einheitlicher Gefechtsführung zuverlässig er- wachsen. Hier setzte bie Arbeit der Bundessport- lehrer ein. Jugendleiter und Trainer sollten nunmehr von den Bundessportlehrern in besonderen Kursen und monatlichen Besprechungen auf dieses Ziel hingeführt werden. Der Vortrag wurde mit aller Zustimmung ausgenommen. In kurzer Aussprache wurde Die gründliche körperliche Ausbildung als Vorschule zum Fußball gefordert. Einen zweiten Vortrag hielt der bekannte Olympiateilnehmer Danz-Kassel, Der Redner beschäftigte sich mit dem Thema „Fußball unb Leichtathletik". Fußball und Leichtathletik, so führte er u. a. aus, gehörten zusammen. Diese Erkenntnis werde nicht genügend beachtet. Erfolg unb Leistung sei nur durch dauernde Beschäftigung auf leichtathletischer Grundlage zu erringen. Die Jugend sei bildsam, die Iugenb» arbeit auch in dieser Beziehung dankbar. Geschwindig- kett im Lauf, Entschlossenheit, Mut, Gewandtheit, Wendigkeit, schneller Start, all diese Eigenschaften seien allein von der Leichtathletik her zu erreichen. Alle leichtathletischen Disziplinen dienen den körperlichen Erfordernissen des Fußballspiels. Die Leichtathletik müsse deshalb breiteren Raum in ber Vorbereitung bes Fußballspielers einnehmen. Mancher Unfall sei aus mangelhafte leichtachletische Ausbildung zurückzuführen. Es müsse also alle Einseitigkeit vermieden werden. Zu gegebener Zeit sei ber Fußballspieler auch einmal auf Leichtathletik umzuschalten. Die Leichtathletik müsse vor allem in den Vereinen auf dem Dorfe mehr Eingang finden. Mit geringsten Mitteln seien die notwendigen Voraussetzungen einer Sportstätte zu schaffen. Den Leistungen der teilnehmenden Spieler müsse aber auch Anerkennung zuteil werden. Das fördere die Ausbildung vom Psychologischen her. Im übrigen sei nicht etwa Breiten- arbeit unb bie Betonung des Durchschnitts die glücklichste Lösung in der körperlichen Betätigung; vielmehr wolle ein rechter Junge immer bie Bestleistung. Bestleistung allein fordere den kampfgedanken heraus. Aus Kampf und Leistung erwachse erst bie Begeisterung. So fei Sportarbeit auch politische Arbeit. Sport sei, Darüber bestehe gar kein Zweifel, Dienst am Daterlande. Nächstes unb größtes Ziel fei bie Olympiade 1936. Die olympischen Spiele bedeuteten die Verpflichtung ber nächsten Jahre für ben deutschen Sport. Fußball und Leichtathletik dürften aber für bie Zukunft nicht mehr getrennt marschieren. Nachdem man sich noch mit versschieden einzelnen Fragen der Durchführung praktischer Arbeit in den Vereinen beschäftigt patte, fand der Abend mit einer sehr interessanten Lichtbilderreihe, die durch Herrn Danz zur Vorführung gelangte, seinen Abschluß. 1900 schlägt den Tabellenführer Tv. Wehlar 8:4. Mit einer ganz ausgezeichneten Leistung wartete gestern 1900s erste Handballmannschaft auf. Sie gab der spielstarken Elf des Turnvereins Wetzlar, die in der diesjährigen Berbanbsferie noch ohne Niederlage geblieben war, mit vier Toren Unterschied bas Nachsehen. Die Gießener traten in folgender Ausstellung an: Enders I., Birkenstock, Funke; Schott I.» Cremers, Mann; Betz, Krüger, Schuler, Steines, Her- Fußball des Sonntags -1900 I.-Groh-Karbenl. 3:1 (0 :1) Mit dieser erneuten Niederlage verscherzten sich die Blauweißen den Anschluß an die Spitze. Dabei lag wohl ein Sieg niemals näher im Bereich der Möglichkeit, wie gerade dieses Mal. Die Gic- ßcner Mannschaft hatte ihren schwärzesten Tag in dieser Saison. Cs wollte einfach nichts gelingen. Diese» Treffen erwies erneut, daß im Sturm einige Leute abbaureif sind. Gestern konnte man sich aber bca Eindrucks nicht erwehren, daß auch der gute Wille sehlte. Zum Spiel selbst: Groß-Karben zeigte auch kein gutes Spiel. Die Stärke lag hier in der Ver- teidigung und im Torwart. Die Lauser waren zu sehr mit der Abwehr beschäftigt, so daß der Sturm in seinen Aktionen auf sich selbst gestellt war. Es war kein Glanzstück der Gästeelf, trotzdem in seinen Unternehmungen außerordentlich vom Glück begünstigt. In der Gesamtheit hatte 1900 mehr vom Spiel. Die Verleidigung stand oftmals auf der Spielfeldmitte und leitete Angriff auf Angriff ein. Alle aber verpufften durch die Unfähigkeit der Stürmer. Der weniger beschäftigte Schlarb im 1900-Tor ist an der Niederlage nicht ganz schuld- los. Die beiden letzten Treffer mußte er bei mehr Aufmerksamkeit bestimmt verhindern. Gegen Schluß schieden Schlarb und Bromm infolge Derletzungen aus. Aus dem Spielverlauf ist erwähnenswert, daß Groß-Karben mit großem Eifer begann und in der ersten Viertelstunde mehr vom Spiel hatte. Dann kam der Platzoerein auf und bedrängte das Gästetor, wobei der Spielleiter offensichtliche Handadwehr im Strafraum übersah, auch ein erzieltes Tor gab «r nicht. Gegen die Pause hin wurde das Sviel wieder verteilt. Eine Unentschlossenheit der Abwehr von 1900 bei einem schnellen Gästeangriff nutzte der Linksaußen zum Führungstreffer aus. Schlarb war gegen den Schuß machtlos. Zetter war dann allein durchgekommen, plazierte aber im Ikbereijer den Schuß aus wenigen Metern sehr schlecht. Auch Schmelz ließ eine ganz große Chance einen Meter vor dem Tor aus. Dann war Pause. Nach dem Seitenwechsel setzte sich 1900 bald mit Nachdruck vor dem Groß-Karbener Tor fest. Es larer auf ein günstigeres Endergebnis Hin Es ge- lang ihnen auch tatsächlich, den 19^ noch zweimal zur Kapituiauon zu zwingen. Kur; vor dem Abpfiff mußte der ausgezeichnet amt,e- rende Schiedsrichter Leber (Polizei Butzbach) einen Gastspieler des Feldes verweisen. ZurMannschastskritik ist zu lagen, da ß d.e 1900er oer^ent gewannen. Die einzelnen Mannichasts- tttte waren eben in den en.icheidenden Momenten besser auf dem Posten als der Gegner. Dieser hatte eine äußerst ausgeglichene Mann|chast zur «stelle. Die im Feldspiel den SpieloereiNigungsleuten im großen und ganzen ebenbürtig war. 1900 II — Gießener Turnerschaft 11 9:7 (4:3). Auch die zweite Garnitur konnte ihrem Sieg vom Borfonntag einen weiteren anreihen und, wie die erste Elf, gleichzeitig eine im Vorspiel erlittene Nie- beringe wettmachen. Zunächst sah es recht bedrohlich für die Blauweißen aus. Die Turvcrschastsmannichaft Drängte stark und lag 3:1 in Führung. Die 1900er gingen nun mehr aus sich heraus und brachten em Halbzeitergebnis von 4:3 zu ihren Gunsten zustande. Nach dem Wechsel wogte der Kampf weiter auf und ab. Die Spielocreinigungsleute, gestutzt auf besseren Torhüter (Beyer) unb, wurfkräftigere Sturmer, konnten sich jedoch den Sieg sichern. konnte sich aber kein Stürmer zum Toreschießen aufraffen. Alle Handlungen waren zu lasch und zu energielos, die Abwehr der Gäste, besonders der Torhüter, aber auch sehr aufopferungsvoll. Ein Zögern bei 1900s Schlußleuten und schon ließ Schlarb einen Weitschuß passieren. Durch schön verwandelten Foulelfmeter holte Roth (1900) den Ehrentreffer für die Hiesigen. Schlarb machte dann die Niederlage voll, als er mit einem bereits gefangenen Batt einen Gegner anschoß, von wo der Ball nach kurzem Geplänkel im blauweißen Tor landete. Schiedsrichter Happ (Hanau) war sehr schwach. Oie Gauligakämpfe in Nordheffen. 3m Gau Nordhessen drängen sich die Fuldaer Borussen immer mehr nach vorne. Diesmal konnten sie bereits Punktgleichheit mit dem Tabellenersten Hanau 93 erreichen, und es sollte gar nicht lange dauern, bann stehen sie allein an der Spitze. Fulba ist augenblicklich in ganz großer Fahrt. Ihr bies- maliger Gegner, Chattia 06 Kassel, hatte selbst auf eigenem Platz nie eine Chance unb verlor hoch mit 1:6 (0:4). Der VfB. Friebberg kam nach längerer Zeit roieber einmal zu einem Sieg, in Friebberg schlug er ben Spieloerein Kassel recht sicher 3:1. Hessen Hersfelb bewies erneut, baß es zuhause kaum zu schlagen ist. Selbst Kurhessen Kassel muhte mit 0:1 besiegt abziehen. Kurhessen Marburg lieferte bem SC. 03 Kassel ein überraschen!) starkes Spiel und verlor nur knapp mit 2:3 Toren. 3m Gau Südwest. Der (Bau 13 Sübroeft ist auch an diesem Sonntag von seiner Gepflogenheit, jede Woche einen neuen Spitzenreiter aufzustellen, nicht abgegangen. Diesmal sind bie Offenbacher Kickers die Glücklichen. Ihr Sieg von 2:0 über ben FK. Pirmasens unb bie Nieberlage bes FSV. Frankfurt mit 2:3 bei Wormatia Worms bebingten biefe neue Konstellation. Einen schönen Erfolg hatte Eintracht Frankfurt in Lubwigshafcn, wo ber Phönix mit 3:2 geschlagen würbe. Der SV Wiesbaben fertigte ben Tabellenletzten Alemannia-Olympia Worms sicher mit 2:0 ab, unb Mainz blieb über die Sportfreunbe Saarbrücken mit 2:0 erfolgreich. bert Der eingestellte Ersatz bewährte sich — das fei vorweg genommen — recht gut. Das Spiel, bas bei dem hartgefrorenen Loden hohe Anforberungen an bie Mannschaften stellte, begann mit forschen Angriffen ber Wetzlarer. Die Gäste waren in ihren Aktionen lehr schnell unb führten vor allem ein gutes Abspiel vor. Wenn sie in dieser Drangperiode nicht zu Erfolgen kamen, so log bas an ber sicheren Abwehrarbeit der stabilen 1900er Hintermannschaft. Allmählich fanden sich die Platzbesitzer besser zusammen. Durch einen von Krüger verwandelten Strafwurf konnten sie in Führung gehen. Der Ausgleich der Wetzlarer ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Bevor es in die Paule ging, waren die Spieloereinigungsleute ein zweites Mal erfolgreich, und zwar durch Schüler. In der zweiten Halbzeit tarnen nun die Hiesigen ganz groß in Fahrt. Der Sturm wurde ausgezeichnet bedient, und bereits nach einer Viertelstunde hieß es 6:1. Kru- cer, in bester Wurflaune, brachte alle Tore auf fein Konto. Den Turnern wurde das nun doch etwas Diel, und sie setzten ihrerseits Druck auf. Es ge.ang ihnen auch, auf 6:2 zu verkürzen. Die 1900er ließen sich jedoch nicht beirren unb warfen zwei weitere Tore (Betz unb Kruger). Mit aUer (Energie, aber auch sehr mit unnötiger Härte, arbeiteten bie Wetz- Taler, Taler, du mußt wandern... Völkerwanderung des Geldes: Dom Guldengroschen bis zur Nickelmark. Don Hanü Markert „Haben Sie schon bie neuen Nickelmünzen ge- fehen?" fragt man sich in diesen Tagen. Wer schon Im glücklichen Besitz solch eines Geldstückes ist, behalt cs in der Börse unb bewacht es eifersüchtig: nur gute Bekannte dürfen cs bewundern Bis nach kurzer Zeit aus ber „Sensation" von heute ber Alltag von morgen geworben ist, bis wir uns keine Gebauten mehr machen über Art unb Beschaffenheit ber neuen Münzen, sondern nur barubcr, ob wir auch genug von ihnen haben . . . Unb dabei ist es gar nicht uninteressant, dem Ursprung ber mobernen Geldsorten unb Währungen nachzusorschen. Woher stammt eigentlich Wort unb Begriff ber „Mark"? War sie schon vor 1871, als sie Reichswährunq wurde, in Deutschland allgemein in Umlauf und Gebrauch Gewiß — unb zwar schon über 1000 Jahre lang! Die Mark wird urkundlich zuerst 857 von dem angelsächsischen König A e t h e l ro u l f erwähnt, um 880 taucht sie als „Halbmark" auf. Wir dürfen uns darunter jedoch kein sauber geprägtes Geldstück vorstellen, sondern lediglich ein Gewillt: wie die meisten Währungen so war auch die nordgermanische Mark ursprünglich ein Gewicht, in Skandinavien teilte man sie in 8 Unzen ober Anrar auf, aus denen die heutigen Oere geworden sind: da das damals noch geltende römische Psund 12 Unzen hatte, so war die Mark zwei Drittel Rämerpsund „schwer" oder „wert". Die Angelsachsen schickten uns die Mark wieder zurück — als Geldstück. 1045 brachten es deutsche Kaufleute aus London nachhause: es zählte 16 0 Pfennige! Diese Münze, ber Pfennig, geht bis auf bie Karolinger zurück. Der Name ist umstritten: man leitet ihn von bem keltischen Wort penn ab. bas Kopf bedeutet, denn die Pfennigmünzen trugen den Stopf bes Kaisers, ber sie prägen ließ, wahrscheinlicher ist jedoch die Ableitung von Plan- dinc, bas roieberum aus den lateinischen pondus — Pfund stammt und auch Pfand bedeutete: bar- aus wurde panbing, penbing, Pfennig unb Penny Erst 1502 würben deutsche Markstücke geprägt — unb zwar in Lübeck und Lüneburg als zwei Drittel. und ein Drittel-Markstücke in Silber. 1506 prägte man bas erste deutsche Ein-Mark- Stuck. Bis 1556 rollten die Silbermarf aus der Hamburger Münze — dann wurde bie Mark auf lange Zeit von einem anderen Geldstück verdrängt, bas eine wahre Münz-Völkerwanberung verursachte: dem Taler. Das ganze Mittelatter hindurch waren die europäischen Valuten nahezu reine Goldwährungen Das Goldstück war bie Charakteristische unb wirtschaftlich allein wichtige Münze. Sie genügte, so lange der internationale Hanbel keinen größeren Umfang annahm. Als jeboch der Frühkapikalismus aufblühte, bie Hanse mit aller Welt Hanbel trieb unb ber europäische Markt sich mit unzähligen Waren füllte, die neue Bebürfnisse wachriefen — ba machte sich eine empfindliche Geldknappheit bemerkbar. Der Ausweg des Papiergelddruckens war damals noch unbekannt. Also mußte ein neues Metall, eine neue Mün^e auf den Geldmarkt geworfen werden. Man wählte das Silber. Zu 3oa- chimstal in Böhmen wurden aus bem dortigen Bergsilber Münzen geprägt, die man „Guldengroschen" nannte — eine Zusammenziehung aus zwei bereits bekannten Währungen: Gulden hieß „goldener Pfennig" (seine Ucbersetzung ins Polnische heißt Zloty); Groschen ist seinerseits wieder eine Kombination aus „grossus" unb „denarius", be- beutet also „großer Zehner" unb würbe erstmalig 1266 von Ludwig dem Heiligen geprägt. Der Joachimstaler Guldengroschen behielt seinen Namen nicht-4anqe. Gierig nahm man ihn auf dem gesamten europäischen Markt auf, prägte man ihn nach. In Deutschland wurde er zum Taler, in Polen zum Joachimik ober Talar, in Italien zum Tal- lero, in Frankreich zum Joconbale, in Rußlanb zum Jesimok — unb drei Jahrhunderte später in Arne- rifa zum Dollar. Bald begannen die europäischen Staaten, den importierten Taler nach eigenem Bedarf umzuge- statten unb nach eigenem Geschmack umpibcnenncn. In Englanb prägte man bie Crowns (Kronen), in Frankreich die Ecus blancs, in Rußland den Rubel (wahrscheinlich aus dem arabischen rubi-Biertelstück), in Italien ben Ducato und späterhin die Lira (= Pfund): doch wird der Name „Dukaten", der in Deutschland und Holland bis ins 19. Jahrhundert hinein ben verschiedensten Münzen beigelegt wurde, auch von bem Familiennamen Dukas ber beiden byzantinischen Kaiser Konstantin unb Michael hergeleitet. Zusammen mit bem Ecu blanc würbe in Frankreich während des 30jährigen Krieges auch ber Louisdor, ber „goldene Ludwig", eingeführt. Er war nichts anderes als eine Nachprägung der spanischen „Pistole", die jedoch wenig mit dem gleichnamigen Schießeisen zu tun hat: ber Name iommt von piastra, „kleines Metallplättchen", unb würbe im Orient zu Piaster. In Spanien bürgerte sich inbessen eine neue Münze ein: der „Peso de ä ocho“, das „Stück von hinten", wie der merkwürdige Name hieß, den der Volksmund sogleich erfand. Diese Münze hatte nämlich auf beiden Seiten das Königswappen. Aus dem Peso ist später Peseta geworden. Eine der ältesten Währungen, die heute noch bestehen, ist das englische Pfund Sterling, das ehemals „Easterlinq" hieß, weil es Münzmacher aus dem Osten, also vom europäischen Kontinent, gewesen sind, die es zuerst prägten. Seit den Zeiten der angelsächsischen Könige bis auf ben heutigen Tag ist das Pfünb Sterling 20 Schilling wert Dieser Schilling hat eine umstrittene Herkunft. Stammt er vom „Solidus", der byzantinifchen „soliden" Münze? Oder kommt er vom althochdeutschen scellan, schellen, klingen? Vom gotischen skildus = Schild? Ober hat Jacob Grimm recht mit seiner interessanten Ableitung: vom altgermanischen skillan, „Ich habe getötet" — zu ergänzen: und muß nun Buße zahlen!" Nach biefer Auffassung wäre bas altgermanische Buß- gelb für einen getöteten Mann ber Schilling gewesen. Kurz seien noch einige interessante ausländische Münzen erwähnt die englische Guinee mürbe feit 1663 aus jenem Gold geprägt, das bie Afrikanische Gesellschaft in Guinea sammelte. Das orientalische „Talent" kommt vom griechischen talanton = Wag- fchale und bedeutet das Gewicht, das auf der Schale lag. Der ungarische Vengö heißt „klingende Mänze" Die griechische Drachme kommt von drattesthai = soffen: denn eine Drachme war so viel wert wie 6 Obeliskoi, die man gerade mit einer Hand umfaffen konnte: das waren spitze Stäbe, di- man sowohl als Bratspieße wie zum Viehantreiben verwenden konnte — also eine typisch« „Gebrauchsmünze*, wie sie In der Heber» gangsjeit vom geldlosen Warentausch zum reinen Geldverkehr vielfach zu finden war. Solche Gebrauchsmünzen waren einst Spaten, Hacken, Angelhaken. Was,en, Mcsier. Noch das Bronzegeld ber Chinesen hatte in seinen Formen Anklang an solche Gegenstände Unb in Weftafrika, wo man Stäbe als Gebrauchsgeld tauschte, sprechen die Neger heute noch von einem „Stab Rum", wie der Berliner von feiner Molle, ber Münchener von seinem Maß. Bücheriisch. — Deutschlanbs Kolonialhelden; Band 2, Fritz Maywalb: Die Eroberer von Kamerun . Band 3, Oskar Rariicbi: Hermann von Wißmann Veriogsanstalt Otto Stollbcrg. BerttaSW.il, Preis je Band 3,20 Mk. — (348, 349) — Was deutsche Männer einst mit Einsatz ihres Lebens im schwarzen Erbteil für Dev! chlands Weltgeltung erstellten haben, hat dem beutichen Volke bie toloniile Schuldlüge des Versailler Diktatts wieder geraubt. Inzwischen sind überall in Feindesland Zeugen aufgetreten für die völ! ge Grundlosigkeit ber Behauptung, baß Deutschland unfähig gewesen sei, zu folonificrcn. Im deutschen Do!ke selber ist bas Andenken an bie großen Kolonialpioniere, die kein persönliches Opfer scheuten unb sich weber durch kurzsichtige Ränke kleiner Parlamentarier noch durch unerhörte Schwierigkeiten einer wilden Natur und ihrer kriegerischen Bewohner davon abschrccken ließen, die sich selbst gestellte Aufgabe ber Eroberung afrikanischer Kolonien mit Irene unb Tatkraft burchzufuhren. So schildert Fritz Maywalb ungemein padenb und anschaulich bie (Eroberung Kameruns von bem kleinen Flottenstützpunkt aus, ben vor fünfzig Jahren ber unvergeßliche Nachtiaal auf Anweisung Bismarcks angelegt hat. Nur Pflichter- füllung unb Aufopferungswillen bis zum letzten vermochten es, daß bie Helden, bie hier im Urwald ihr Bestes, oft genug Gesundheit unb Leben, einsetzten, das weite Gebiet, bas sich bis bah in unerforscht vom Meere bis zur Wüste Sahara erstreckte, unter die Herrschaft der schwär,zweitzrolcn Flagge kam. — Starftebts Buch ist dem Gedenken des großen deutschen Offiziers gewidmet, der Mittelafrika von dem Fluch des Sklavenhandels erlöst hat. sich besonders eindringlich, in wie hohrm Maße Deutschland seine Kolonialherrschaft als Kulturaufgabe aufgefaßt hat. In unserer Jugend das Gebächt- nts an die ersten Pioniere deutscher Kolonialpolitik unb ben Sinn für bie Notwendigkeit kolonialer Tätigkeit unb kolonialen Besitzes wachzuhatten, dafür sind diese Bücher hervorragend geeignet. — Otto Ehrhart Da cha u : Mein Berg- buch. Haus Lhotzky Verlag, München 27. Preis ge- bunben 3,80 Mk. — (521) — Unsere Leser kennen ben dichterischen Künder der Schönheiten des Dachauer Moors und der bayerischen Voralpenwelt. In diesem Buch erleben wir mit ihm den Ablauf eines Almjahres auf einsam gelegener Hütte. Ein abenteuerliches Bergjahr mit Gefahren und Gesichten, mit Stürmen und Gewittern voll unheimlicher Kraft, aber auch mit beglückenden Sonnentagen, ein Jahr voll interessanter Begegnungen mit Menschen, Bäumen, Felsen, Pflanzen und Tieren, gesehen und erlebt mit den Augen eines wahren Natursreundes, zieht an uns vorüber, unb wir erkennen, wie lief । dieser Naturmensch bei aller Erbhastigkeit im Göttlichen verankert ist. „Das Buch", sagt Helene Bah- lau, „tut so wohl, wie bie 'Natur selbst — noch wohler, benn eine Menschenseele hat sie bis ins In- nerfte durchfühtt, gibt sie uns neu als ticsjtes Erlebnis unb Geheimnis. „ ... oder ob ich mir gleich mehrere Packungen euf dte n-'1«e mitnehmeV Wer weiß, ob Ich In llo!i-nd Posterisan bekomme, das mir wegen »einer spezifischen Heilwirkung gegen Hämorrhoiden unentbehrlich Ist ** „Wie Sie wünschen, mein Herrl Im übrigen können Sie unbesorgt sein PoslerUno Ist al» Hämorrholdalmiltel weit über beuUchUhds Grenzen bekannt und *elb»iverständlich auch bei unseren holläridiM hen Kollegen erhältlich In allen Apotheken posteriiai' Salbe für RM 1.63. 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