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Nr. 212 Erstes Blatt 183. Jahrgang Montag, U. September 1935 Lrlchetni tägltO). außn Sonntage und Feiertag» Beilagen; Die 3Du|tnertt (BteRenei Jamihenblättei Heimat'm Bild DieSdjofl» monats:Being$prets; «Dlii 4 ‘Beilagen ‘RUR 1.9t, Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bet Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höhere, Gewalt. ijernsprechanschlllste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liesten. poftscheckkonw: fitantfurt am Main 11686. (Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'lche Unwersttäts-Vuch' und Stdnöruderd K. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulltraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bl» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20". mehr. Theftedakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Die protestantische Welt feiert Luther. Festakt in der neuen Lutherhatle zu Wittenberg.—Auch Schweden und Norwegen vertreten. W i t t e nl) e r g, 10. Sept. (TU.) Wittenberg glich am Sonntag einem Wallfahrtsort. Luther- Haus, Schloß, Schloßkirche, Markt und Stadtkirche vermögen die Menschen nicht zu fassen. Nur ein Bruchteil aller, die nach Wittenberg gekommen sind, können an den großen Veranstaltungen teilnehmen. Am Sonntagmorgen sand in der Lutherhalle der große Festakt statt. Oberbürgermeister Faber konnte u. a. die Reichsminister Dr. F r i ck und Gras Schwerin-Krosigk, den Landesbischos Müller, Staatsrat Jordan- Halle, den schwedischen Erzbischof Dr. Eidern, den Vertreter der norwegischen Kirche, Pros. Ivar Weller-Oslo, als Vertreter des preußischen Kultusministeriums Ministerialdirektor Dr. Jaeger und als Vertreter der Universität Halle-Wittenberg, der Universität Jena und der übrigen Theologischen Fakultäten Prof. Dr. Schomerus begrüßen. Landesbischof Mütter führte danach aus, er wolle Wittenberg mehr und mehr zum Mittelpunkt des evangelischen Kirchen- lebens machen. Er hasse, daß der R e i ch s b i s ch o f hier residieren und daß alle größeren kirchlichen Veranstaltungen hier ihren Ausgang und ihren Höhepunkt erleben würden. Sich an den Erzbischof von Schweden wendend, sagte der Landesbischof: „Ich weiß, daß es für den evangelischen Christen im Ausland nicht leicht ist, das zu begreifen, was in deutschen Landen in der letzten Zeit vor sich gegangen ist. Ich verstehe, wie unsere evangelischen Glaubensbrüder jenseits der deutschen Grenzen manchmal sorgenden Herzens auf das geblickt haben, was sich hier bei uns ereignet. Ich bitte Sie, unseren Glaubensbrüdern in der Welt zu sagen, daß das, was hier in Deutschland vor sich ging, g e - baren i ft aus dem absoluten und letzten Willen der Wahrhaftigkeit, daß es geboren ist aus der tiefsten Tiefe deutscher christlicher Seelen, und daß es getragen wird von einem tiefen christ - lichen Verantwortungsbewuhtsein. Das große Werden der großen evangelischen Kirche kann nur verstanden werden vom Hintergrund der deutschen Revolution, die geboren ist aus Glauben und Vertrauen, aus Treue und Gehorsam. Kirche und Staat sind fest miteinander verbunden. Die Kirche wird ihre Aufgabe darin sehen, den neuen Staat innerlich zu untermauern. In der großen evangelischen Kirche müsse e i n neuer Führer st and entwickelt werden, so rief der Landesbischof dann dem Vertreter der Theologischen Fakultät zu. Diese junge Generation müsse nicht nur mit dem tiefgründigen Geisteswisfen ausgerüstet sein, sondern so tief innerlich vorbereitet werden, daß sie w a h r e V o l k s f ü h r e r würden im Sinne des gegenwärtigen Geschehens. Hetdwfmnenmintffer Dr. Frick überbrachte die Grüße der Reichsregierung. Das Deutschland von 1933, erklärte der Reichsminister, darf den Namen des Mannes, der vor 450 Jahren der Welt geschenkt wurde, wieder mit Stolz im Munde führen — mit Stolz und Dankbarke i t dafür, daß die Vorsehung einen solchen Mann in seine Reihen hineingestellt hat. Luthers Person- lichkeit ist e i n e W e l t m a ch t geworden. Doch er konnte es nur werden, weil er mit jeder Faser feines Herzens, jeder Schwingung feines Wesens deutsch war. Vergiß nicht, du Volk der Reforma- tion, was dir Luther gab! Er war es, der Deutschland von neuem befähigte, das Beste, was es den- ken konnte, nicht mehr mit geborgtem Klang, sondern mit der Urkraft des deutschen Sprachguts zum Ausdruck zu bringen. Und eine zweite Mahnung an unser Volk im Luther-Jahr 1933: Erkenne in diesem Manne immer wieder dein eigenes Antlitz, die Grundzüge deines eigenen Wesens, seine Stärken und seine Schwächen, Zornesmut gepaart mit oft unbegreiflicher Weichheit des Herzens, rücksichtslosen Willen zur Wahrhaftigkeit gegen sich selbst und gegen andere, innere Bescheidenheit einer Kampfnatur allergrößten Ausmaßes, kompromißloses Denken in scharfen Gegensätzen, Kraft zu großartiger Einseitigkeit, die so oft schon die Quelle deutscher Stärke wurde — das alles ist Luther, das, deutsches Volk, bist du selbst, solange der eigene Sinn dir nicht entfremdet ist. Ein (Erbgut so gewaltigen Ausmaßes, wie es uns Luther hinterlieh, wird keinem Volk ohne Aufgabe geschenkt. Reue kirchliche Formen können indessen eine Steigerung ins Innenleben eines Volkes wohl begünstigen — wahrhaft entscheidend für die Vertiefung der Religiosität im ganzen ist aber allein die harte Auseinandersetzung und Arbeit jedes einzelnen mit und an sich selbst, fein ureigenster Kampf um das. was Luther Rechtfertigung vor Gott nannte, die unermüdliche Gewiffensschär- fung an den strengen Gesehen der religiösen Ethik, hier sind unerbittliche Forderungen zu erfüllen; hier gibt es kein Ausweichen, keine Halbheiten. Unser Volk erfährt jetzt wieder, was es heißt: Erfassung des ganzen Menschen! Möchte ihm das große (Erleben der Gegenwart wieder das Verständnis öffnen für die Heiligung seines Lebens im Bann göttlicher Gebote! Lassen Sie mich schließen mit einem Wort der Erinnerung an die Stadt, mit der heute vor einer Woche die eindrucksvolle Bezeugung deutschen Lebenswillens ihren Abschluß sand. Die Beziehungen zwischen Nürnberg und Wittenber sind ein Kernstück stück deutscher Revolutionsgeschichte. Von dort her erklang jubelnd das Lied von der „Wittenberger Nachtigal 1". Dort erlebte die Meister- singerkunst ihre Blüte, die dann in der himmelstürmenden Kirchenmusik eines Bach und eines Händel ihre Krönung fand, und wenn wir heute mit Genugtuung Hans Sachsens Worte in Wagners unsterblichem Werk bestätigen dürfen, daß die Kunst in der Obhut der Meistersinger doch e ch t und deutsch und wahr geblieben ist, so verdanken wir das nicht zum wenigsten jenem obersten Satz der Singerregel, dem die Geschichte einen weit über seine ursprüngliche Bedeutung hinausreichenden Sinn gegeben hat. Er lautet in gekürzter Gestalt: „Ein Fehler ist, wenn etwas nicht nach der hochdeutschen Sprache gedichtet und gesungen wird, wie solch in Dr. Martin Luthers deutscher Uebersetzung der Bibel befindlich ist", aus religiöser Wurzel erwuchs die heilige deutsche Kunst. In ihr findet das deutsche Volk sich selbst wieder Auch hierbei soll es dankbar des Mannes gedenken, der immer für das Oefamtleben der Nation zum Wegbereiter geworden ist und uns für die Zeit und Ewigkeit die Berlin, 9. Sept. (CNB.) Professor Einstein hat jetzt, nachdem sein erster Versuch, sich der Verantwortung für das „Braunbuch gegen den Hitler- terror" zu entziehen, mißglückt ist, einen neuen derartigen Versuch unternommen. In einer Erklärung eines holländischen Pressebüros gegenüber bezeichnet er sich als das Opfer einer bewußten Irreführung. Man habe mit seinem Namen bei der Herausgabe des sogenannten Braunbuches, dessen wirklicher Herausgeber der bekannte kommunistische Agitator Münzenberg fei. Mißbrauch getrieben. Er, Einstein, habe sich in letzter Zeit ausschließlich mit wissenschaftlichen Arbeiten befaßt. Diese Erklärung Einsteins ist in verschiedener Hinsicht äußerst wertvoll. Vor allem nennt er zum ersten Male authentisch den wirklichen Herausgeber des genannten Braunbuches, über dessen Urheberschaft man bisher nur Vermutungen anstellen konnte. Die wissenschaftliche Tätigkeit des Herrn Einstein scheint im übrigen darin zu bestehen, daß er in Briefen in der übel ft en Weise zum Kriege gegen Deutschland hetzt. In einem Briefe Einsteins an seinen Gesinnungsfreund Alfred N a h o n in Brüssel, den die ,La Patrie humaine" veröffentlicht, schreibt Herr Einstein, daß er an sich d i e Sriegsbienft- Verweigerung stets befürwortet habe, und zwar so lange, als man noch hoffen konnte, mit Erfolg den Militarismus in Europa durch Kriegsdienstverweigerung des einzelnen Menschen zu bekämpfen. Aber heute befinde man sich ganz an- deren Umständen gegenüber; es gebe in Europa einen Staat, der öffentlich mit allen Mit- Feierliche Einholung des Kardinallegaten. Wien, 10. Sept. (WTB.) Der päpstliche Legat Kardinal La Fontaine, Patriarch von Venedig, traf am Freitag auf dem Südbahnhof ein, wo sich zu seinem Empfang Bundespräsident M i 11 a s, der Erzbischof von Wien Dr. I n n i tz e r, Bundes- kanzler Dr. Dollfuß mit den Mitgliedern der Regierung und den Spitzen der Militär- und Zivilbehörden eingefunden hatten. In der Oper auf dem Ring fand die offizielle Einführung des Kirchen- fürsten mit einer Ansprache des Erzbischofs Jnnitzer statt, auf die Kardinal La Fontaine mit herzlichen Worten antwortete. Hierauf wurde der päpstliche Legat unter dem Baldachin in feierlichem Zuge, von der die Straßen füllenden Menschenmenge ehrfuchtsvoll begrüßt, zum Stephansdom zu einer Andacht geleitet. Die erste Hauptversammlung. Arn Samstagnachmittag fand im Stadion die erste Hauptversammlung des Katholikentages in Anwesenheit des päpstlichen Legaten, des päpstlichen Nunttus, des Bundespräsidenten und der Mitglieder der Regierung, der in Wien anwesenden Würdenträger der katholischen Kirche und der Vertreter der militärischen und zivilen staatlichen Behörden statt. Der Präsident des Katholikentages Rektor Dr.Hvlzmeister begrüßte die Versammelten. Er begrüßte a u d) alle die, welche fernst e b 1 i e b e n sind und nicht kommen konnten. Schmerzlich bewegt, von den Brüdern im Reich äußerlich getrennt zu sein, so schloß der Redner, sagt den Versammelten das Herz, daß wir uns Losung gegeben hat, die heute mehr gilt als je: „Und wenn die Welt voll Teufel wär, das Reich muß uns doch bleibe n." x Ministerialdirektor Dr. Jäger überbrachte der Lutherstadt die Grüße des preußischen Kultusmini- fters Rust und überreichte eine Ehrengabe von 5000 RM. für den weiteren Ausbau der Luther- Halle. Der schwedische Erzbischof E i d m - Upsala sagte, Luther gehöre der ganzen Christenheit. Die Schweden verehren ihn als den Ihrigen, wie ja die Deutschen den Schwedenkönig Gustaf Adolf auch als den Ihrigen verehrten. Luthers wahrhaft universelle Bedeutung liege darin, daß er wieder das Gotteswvrt zur Grundlage aller Dinge gemacht habe. Der Vertreter der norwegischen Landeskirche, Prof. Ivar Weller- Oslo, grüßte Wittenberg. Norwegen habe die nördlichste und die südlichste Kirche errichtet. In beiden werde lutherischer Gottesdienst gehalten. Die Tochterkirchen nördlich und südlich der bewohnten Erde grüße ihre Mutterkirche in Wittenberg. Weitere Ansprachen hielten dann noch Prof. D. Schomerus von der Universität Halle-Wittenberg, Generalsuperintendent Knolle von der Luthergesellschaft, Direktor Dr. Fahrenhorst vom Evangelischen Bund, der Letter des Luther- ausschusses B i e r s ch w a l e und der Letter der Lutherhalle in Wittenberg, Dr. Oskar Th u l i n. Die Feier klang aus mit dem Gesang des Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott". Evangeliums hielt Kardinal Fürsterzbischof D. 3n- nitze r-Wien die Festpredigt. Nach dem Lvbgesang richtete der Kardinallegat auf italienisch eine An- prache an die Menge und erteilte dem Volk den päpstlichen Segen. Das Reichskonkordat in Kraft getreten. Berlin, 11. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Geschäftsträger der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl hat sich in Vertretung des zur Zeit in Urlaub befindlichen deutschen Botschafters gestern nachmittag zu Kardinal st aatssekretär Pacelli in den Vatikan begeben. Dort fand in der üblichen feierlichen Form der Austausch der Ratifikationsurkunden des zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl ab- geschlossenen Konkordates statt. Damit ist das am 20. Juli d. I. unterzeichnete Konkordat gemäß seinem Artikel 34 in Kraft getreten Hierüber wird amtlich mitgeteilt: „Das am 20. Juli unterzeichnete Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich ist am 10. September im Vatikan ratifiziert worden. Dor der Ratifikation hat der Heilige Stuhl in mündlicher und schriftlicher Darlegung die Reichsregierung auf eine Reihe von Punkten hingewiesen, die sich auf die Auslegung des Konkordates und feine vorläufige Handhabung beziehen. Sie betreffen vor allem den Bestand, die Betätigung und den Schutz der katholischen Organisationen sowie die Freiheit der deutschen Katholiken, auch in der katholischenPresse die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre zu verkünden und zu erläutern. Die Reichsregierung hat sich dem Heiligen Stuhl gegenüber bereiterklärt, über die angeführten Materien baldig st zu verhandel n , um zu einem dem Wortlaut und dem Geist des Konkordats entsprechenden gegenseitigen Einvernehmen zu gelangen." (Steuert Dollfuß auf eine katholische Diktatur hin? Paris, 11. Sept. (CNB. Funkspruch.) „Chicago Tribüne" verofentlicht in ihrer Pariser Ausgabe heute eine sensationelle Meldung aus Wien, die nichts weniger besagt, als daß Bundeskanzlek Dollfuß, wie in Wiener politischen Kreisen verlaute, Oesterreich x u einem saschistischen Staat nach italienischem TI u ft e r zu proklamieren beabsichtigte. Oesterreich werde e i n antisemitischer Staat sein, wenn auch weniger radikal als Deutschland. Man könne also von einem ultrakatholischen Regime sprechen, das auch die Billigung des Papstes habe. Die Sozialdemokraten würden dann einzig und allein den Trost haben, mit wehender demokratischer Fahne unter,ugehen, im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen. Aber ihr Untergang sei unvermeidlich. 3um Ableben Theodor Fritschs. Berlin, 9. Sept. (WTB.) Aus Anlaß des Todes von Theodor Fritsch hat Reichskanzler Adolf Hitler an Frau Paula Fritsch folgendes Telegramm gerichtet: „Die Nachricht von dem Heimgang Ihres Gatten hat mich tief bewegt. Nehmen Sie, gnädige Frau, meine herzliche Anteilnahme zu dem schweren Verlust entgegen. Möge Ihnen die Gewißheit Trost spenden, daß der Verstorbene in weiten Kreisen unserer Volksgenossen unvergessen sein wird." — Reichsminister Dr. Goebbels sandte folgendes Telegramm: „Tief ergriffen vom Ableben des hochverdienten Vorkämpfers unserer völkischen Wiedergeburt üfrermitle ich Ihnen meine herzlichste Anteilnahme. Theodor Fritsch wird unver- geilen bleiben im Kreise derer, die Deutschland neu aufgerichtet haben." Beurlaubung zweier Oberstaatsanwälte. Berlin, 9. Sept. (WTB.) Die Zustizpressestelle teilt mit: Die Oberstaatsanwälte Binder und Kohler sind in diensllichem Interesse beurlaubt worden, weil eine Nachprüfung von Vor- aen, die längere Zeit zurückliegen, eingeleitet en ist, die diesen Schritt erforderlich erscheinen ließ. Oberstaatsanwalt Kohler ist sofort auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Staatsdienst entlassen worden. Anordnungen des Stellvertreters des Führers. München, 11. Sept. (CNB.-Funkspruch.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht folgende Anordnungen des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß: Nationalsozialistische (faschistische) oder ähnliche Organisationen fremder Staaten, auch solche, die ihren Sitz in Deutschland haben, sind nicht berechtigt, sich auf die NSDAP, zu berufen. Den Dienststellen der NSDAP, wird untersagt, mit diesen Organisationen B e - Ziehungen zu unterhalten. Allen Dienststellen wird untersagt, Einladungen zur Teilnahme an Parteiveranstaltungen an Angehörige fremder Staaten ergehen zu lassen. Inbegriffen sind insbesondere die Mitglieder des Diplomatischen Corps. Für derartige Einladungen ist lediglich die Reichsparteileitung zuständig. Wie festgestellt wurde, haben verschiedentlich kommunistische und marxistische Spitzel versucht, S2L« und SS.-Männer z u Gewalttätigkeit gegenüber in Deutschland weilende» Einstein hetzt znm Kriege. Der Radikalpazifist bekennt sich aus Deutschenhaß zum Militarismus. Der Wiener Katholikentag. fein den Krieg vorbereite. Unter diesen Umständen befänden sich die anderen Volker, vor allem Frankreich und Belgien, in sehr großer Gefahr und konnten nur auf ihre eigene Wehrhaftigkeit vertrauen. Wenn Belgien vom heutigen Deutschland angegriffen würde, so würde das zweifelsohne noch viel schlimmer fein als 1914. Wenn er, Einstein, Belgier wäre, würde er die Milttärdienstpflicht unter den gegenwärtigen Umständen nicht verweigern, sondern sie im Gegenteil mit voller Gewissenhaftigkeit übernehmen. Professor Einsteins Erklärung, daß er sich nur der Fürsorge für die Emigranten und nicht der politischen Agitation widme, gewinnt durch diesen Brief, mit dem sich der Radikalpazifist Einstein offenbar bei den westlichen Rüstungsinteressenten anzubiedern sucht, nicht an Glaubwürdigkeit. Sie hat sogar in der französischen Presse keinen Anklang gefunden. Man verkennt nicht, daß er aus persönlichen Rücksichten diesen Gesinnungswechsel vollzogen hat. Während die meisten Blätter die Erklärung Einsteins feuilletonistisch berichten, bringt ein Blatt die Erklärung, es b e • dauere die Art und Weise, wie Einstein den Vorkämpfern der Rüstungsindustrie Vorschub leiste. Wir sind, so erklärt die Zeitung, keineswegs davon überzeugt, daß das Hitler-Deutschland heute öffentlich den Krieg vorbereitet. Es könne sich gegenwärtig lediglich um ein Vor Vorbereitung handeln. Dieser Unterschied sei unbedingt wichtig. Trotzdem die Frage der Abrüstung nicht geklärt sei, schreibe Einstein Frankreich und Belgien nur eine einzige Taktik vor, nämlich den Appell an die Waffengewalt. wiederfinden werden und müssen. Unter den eingelangten Begrüßungsschreiben erwähnte der Redner das von Kardinal Erzbischo Schulte (Köln) im Tarnen aller deutschen Bischöfe und verlas eine Depesche des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Fürsten L o w e n ft e i n. Bundeskanzler Dr. Dollfuß betonte, daß der Katholikentag nicht nur eine Angelegenheit der Katholiken, sondern eine internationale Angelegenheit fei. Der Katholikentag stehe an einer zeitgeschichtlichen Wende. Die österreichische Bundesregierung sei einmütig dazu entschlossen, d i e Erneuerung oon Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in katholischem G e i ft e in die Wege zu leiten. Zur Grundla g e der ständischen Verfassung würden die Leitsätze der letzten Enzyklika des Papstes genommen werden. Vornehmste Pflicht der Regierung werde es fein, das begonnene Werk des Konkordates zum Abschluß zu bringen, wofür wegen der derzeitigen verfassungspolitischen Verhältnisse die Voraussetzungen fehlen. Die Regierung sei aber inzwischen gewillt, das Konkordat praktisch bereits durchzuführen. Die Veranstaltungen fanden ihren Abschluß mit einer eucharistischen Prozession, an der sich die hohe Geistlichkeit, Mitglieder der Regierung und die Spitzen der Behörden vom Stephansdom aus beteiligten. Am Sonntagvormittag fand in Schonbrunn in Anwesenheit der Bundesregierung und des diplo- mattschen Korps ein Festgottesdienft statt. Auf der Freitreppe des Schlosses war der Feldaltar errichtet, an dem der Kardinallegat die Heilige Messe zelebrierte. Nach Verlesung des Einigung innerhalb der katholischen Studentenschaft. Nach vorausgegangenen Verhandlunaen, die auf dem Aachener Studententag eingeleitet wurden, haben sich, wie die „Germania^ berichtet, der Kartolloerband der Katholischen Studentenoereine Ausländern zu verleiten, um dadurch außenpolitische Schwierigkeiten hervorzurufen. Ich warne nachdrücklichst vor dieser Spitzeltätigkeit. Jeder Nationalsozialist, welcher in irgend einer Form der Arbeit der Provokateure Vorschub leistet, sei es auch nur durch Belästigung von als Gäste in Deutschland weilenden Ausländern, hat schwerste Strafen einschließlich Ausschlusses aus der Partei zu gewärtigen. Oie Umgestaltung des Kyffhäuser- bundes vollzogen. Auf dem Kyffhäuser, 9. Sept. (TU.) Am 21. Mai hatte auf dem Kyffhäuser die Vertreterversammlung des Kyffhäuserbundes im Namen von 30 000 Kriegervereinen freiwillig und einmütig den Beschluß gefaßt, sich in allen Aufgaben dem Neuschöpfer des Reiches, Adolf Hitler, zu unterstellen. Mit der Umgestaltung war sofort begonnen worden. Von der ersten Landesführeroersammlung des neugestalteten Kyffhäuserbundes hat nunmehr der Bundespräsident dem Ehrenpräsidenten des Bundes, Feldmarschall o. Hindenburg, und dem Kanzler des deutschen Volkes, Adolf Hitler, telegraphisch gemeldet, daß der Bund in seiner Gesamtheit fest gegliedert mit neuer Tatkraft bereit st ehe, für die Aufgaben, die ihm von der Staatsführung gegeben werden. „3m Geiste von 1914 bis 1918 stehen Kyffhäuserkame- raden in Reih und Glied für das neue Deutschland, das ihrem Ringen und Bluten im Weltkriege wieder einen Sinn gegeben hat." Neuer Präsident in Kuba. Die Unruhe dauert an. — 35 amerikanische Kriegsschiffe vor Havanna. Havanna, 10. Sept. (Reuter.) Die Junta hat die provisorische Präsidentschaft dem Juntamitglied Ramon Grau San Martin übertragen. Der neue Präsident begann sofort mit der Bildung eines Koalitionskabinetts, das alle revolutionären Parteien umfassen soll. Nach der feierlichen Einführung des Präsidenten San Martin in sein neues Amt fanden in Havanna K u n d - Sebungen gegen den Imperialismus er Dankees und die Anwesenheit der amerikanischen Kriegsschiffe statt. Kubanische Agitatoren beschuldigten San Martin ein Werkzeug der Machenschaften von Wallstreet zu sein. Dann traten kommunistische Redner auf, die gleichfalls scharfen Protest gegen die Regierung San Martin einlegten. Offiziere des Heeres forderten die Wiedereinsetzung des gestürzten Präsidenten Cespedes. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Armee und der neuen Regierung werden aber trotzdem nicht für so groß gehalten, daß sie nicht lösbar scheinen. Der neue Präsident Dr. San Martin sagte in einer Erklärung, er werde alle Regierungs- Verbindlichkeiten einschließlich der Auslandschulden anerkennen. Er wünsche möglichst freundschaftliche Beziehungen mit allen Nationen und eine engeFreundschaftmit denVer- einigten Staaten. In Washington wird mitgeteilt, daß eine Anerkennung des neuen Regimes auf Kuba von seiner Fähigkeit abhängen werde, fürRuhe und Ordnung zu sorgen und Leben und Eigentum zu beschützen. Das amerikanische Marineministerium hat neun weitere Zerstörer nach Kuba entsandt, obwohl nach der Klärung der Präsidentenfrage eine Entspannung eingetreten zu sein scheint. Zur Zeit be- finden sich bis jetzt 35 Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten in den kubanischen Gewässern. Aufruf an die weibliche Arbeitsfroni- Iugend. Berlin, Sept. (VDZ.) Der stellvertretende Jugendleiter in der Deutschen Arbeitsfront, R u st, bat folgenden Aufruf an die weibliche Arbeitsfront-Jugend gerichtet: „Durch die Aktion vom 2. Mai 1933 wurden, getreu dem Grundsatz unseres Führers, des Reichskanzlers Adolf Hitler, die Freien, wie die Christlichen Gewerkschaften von uns übernommen, um dem deutschen Arbeiter seine Standesorga- nisation zu erhalten und im nationalsozialistischen Sinne aufzubauen. Wenn heute das Gefüge der Deutschen Arbeitsstont unter seinem ziel- bewußten Führer, unserem Parteigenossen Dr. Robert Ley, bis ins kleinste organisiert dasteht, so ist nicht zu vergessen, daß der Aufbau der Arbeitersäule auch die weibliche Jugend umfassen muß. Innerhalb des Aufbauplanes der Arbeitersäule fordern wir daher die werktätige Jugend auf, an den großen Zielen unseres Führers mitzuarbeiten und nicht abseits zu stehen. Gerade das junge deutsche Mädchen muß stolz darauf sein, daß ihr Adolf Hitler die Hand zu neuem Leben reicht. Dafür ist in der Deutschen Arbeitsstont ein Jugendamt eingerichtet, mit dessen Leitung der Abteilungsleiter der Reichsjugendführung, Pg. Heinz Otto, betraut ist. Eine Mitarbeit der weiblichen Jugend ist aber nur dann möglich, wenn sich jede weibliche Jugendliche in ihrem Fachverband und somit in die Volksgemeinschaft der Deutschen Arbeitsfront einreiht und darum: Auf ihr weiblichen Jungarbeiterinnen und Hausangestellten, ans Werk, helft mit am Bau des Reiches, am Staat des deutschen Arbeiters. Hinein in die Verbände!" Kleine politische Nachrichten. Auf Anordnung der Reichsregierung flag- gen aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Preußischen Staatsrates am 15. September neben den preußischen Dienststellen auch alle Reichsbehörden, Reichsstellen und Reichsanstalten, die ihren Amtssitz in Preußen haben. In der nordbulgarischen Stadt S ch u m e n wurden wegen kommunistischer Propaganda und Zellenbildurm innerhalb der Garnison 1 6 P e r- fonen zum Tode verurteilt, sechs Angeklagte zu 16 Jahren, 13 zu acht Jahren Zuchthaus und 14 Angeklagte zu Zuchthausstrafen von ändert- halb bis fünf Jahren. Aus den Kreisen des japanischen Jnnenmini- steriums wird mitgeteilt, daß Bücher, Zeitschriften und Zeitungen, die in deutscher Sprache im Aus- land erscheinen und die eine hetzerische Haltung der Reichsregierung gegenüber einnehmen, in Japan nicht mehr zugelas- sen sind. Deutschlands (KV.) und der Ring Katholischer Deutscher Burschenschaften (RKDB.) zur Katholischen Burschenschaft" zusammengeschlossen. -In einem Aufruf erklärt der Führer des neuen Einheitsverbanoes, Dr. Constantin Hank- Tübingen, u. a.: „Wir wollen die Burschenschaft, weil wir die Einheit des katholischen und des deutschen Studententums unter nationalsozialistischer Zielsetzung wollen. Wir wollen die Burschenschaft, weil wir Den aus wahrer Ueberzeugung geborenen kämpferischen Geist, der sie zum Leben rief, bejahen, die mißverstandenen Korporationsideale eines bürgerlichen Zeitalters schärfstens ablehnen und uns zur politischen Schulung und zur wehrhaften Erziehung des deutschen Studenten bekennen. Wir wollen die Burschenschaft, weil wir mit grundsätzlicher Entschiedenheit den völkischen Gedanken im Sinne des deutschen Sozialismus vertreten und die Einheit von Volkstum und Reich aus ganzem Herzen ersehnen." Die „Katholische Burschenschaft" umfaßt ungefähr 125 Korporationen an allen Hochschulen des deutschen Sprachgebietes. Die Brandkaiasirophe in Baden. Fahrlässige Brandst.fiung? Um 1 Uhr war die Gefahr einer welkeren Ausbreitung des Brandes gebannt. Insgesamt sind 2 0 3 Baulichkeiten, darunter 83 Wohnhäuser, durch das Feuer z e r st ö r t worden. Der Gebäudeschaden beziffert sich auf rund eine Million Mark. Obdach- l o 5 sind etwa 100 Familien mit 357 köpfen, die für heute nacht notdürftig zumeist im Dorfe untergebracht sind. Als Brandursache wird fahrlässige Brandstiftung vermutet. Die Witwe Breitenstein, in deren Scheune der Brand zum Ausbruch kam, sowie ihr Sohn wurden vorläufig festgenommen. Eine Pionierkompanie von Ulm ist unterwegs, um die Aufräumungsarbeiten und vielleicht notwendig werdende Sprengarbeiten durchzuführen. Em Augenzeugenberscht. Der nach der Unglücksstätte in Oeschelbronn entsandte Sonderberichterstatter der Telegraphen-Union gibt folgende Schilderung: Das Feuer nahm in der Scheune einer alleinstehenden Witwe, während diese in der Kirche weilte, seinen Anfang. Durch den starken Ostwind griff das Feuer ungeheuer rasch auf die anliegenden Anwesen Über. Die Einwohnerschaft eilte sofort zu Hilfe stnd versuchte durch Reichen der Waper- eimer, das Feuer zu bekämpfen, was bei der Ausdehnung des Brandes ohne Wirkung blieb. Fieberhaft wurde gearbeitet, um das Vieh in Sicherheit zu bringen und von der vollständig eingebauten Ernte nach Möglichkeit noch etwas zu retten. Mit der rasenden Ausbreitung des Feuers wurde die Bewohnerschaft kopflos: jetzt griff die SA. und SS. in das Rettungswerk ein. Alles Holz wurde weggeräumt, die Dächer abgedeckt, Schuppen ausgeräumt, das aus den Scheunen herausgeworfene Heu und Getreide fortgefchafft, um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Doch alles half nichts. Das Element griff weiter um sich. Um 15 Uhr versuchte man durch Sprengung eines Hauses die fortlaufende Feuerlinie zu unterbrechen. Tannen und Fichten wurden gefällt, um sie nicht zum Träger weiterer Feuerherde werden zu lassen, doch alles war umsonst. Der ungeheuere Funkenregen setzte den Ort an den verschiedensten Stellen in Flammen. Außerdem verurteilte vollkommener Wassermangel die Feuerwehren zur Machtlosigkeit. Aus der Umgebung schasste man auf Fuhrwerken Wasser in allen möglichen Behältern herbei. Aus der Straße nach Oeschelbronn arbeiteten sechs Feuerpumpen, um das Wasser aus der ungefähr vier Kilometer entfernt liegenden Enz heraufzupumpen. Doch durch den ungeheueren Druck platzten die Schlauchleitung en, so daß auch von dieser Seite her keine Hilfe mehr zu erwarten war. Es ist ein Bild des Jammers, wie völlig machtlos die Menschen diesem Flammenmeer gegenüberstehen. Die einzige Eindämmungsmöglichkeit war, daß in die Häuserfronten durch weitere Sprengungen Breschen geschlagen wurden. Das Feuer war aber nicht aufzuhalten. Gegen 20 Uhr waren bereits über 80 Anwesen vernichtet und noch immer war kein Ende abzusehen. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde durch Lautsprecher bekanntgegeben, daß alle nicht ortsansässigen Personen Oeschelbronn sofort zu verlassen haben. Em Aufruf des Neichsstaiihaliers Wagner Bald nach 19 Uhr traf der Reichsstatthalter Robert Wagner in Begleitung des Unterrichts» Ministers Dr. Wacker in Oeschelbronn ein und nahm eingehend die Situation in Augenschein. Er sprach dem Bürgermeister D i e h l m a n n seine und Der badischen Regierung wärmste Anteilnahme an dem furchtbaren Unglück aus. — Der Reichs- statthalter erließ einen Aufruf „An alle deutschen Volksgenossen! , in dem er zur schnellen Hilfe für die unglücklichen Einwohner der Gemeinde Oeschel- bronn auffordert. Geldspenden sind au richten an die Städtische Sparkasse in Karlsruhe unter dem Vermerk „Brandkatastrophe Oeschelbronn". Der Reichsstatthalter hat aus einem ihm zur Verfügung stehenden Fonds den Betrag von 10000 Mark zur Linderung der größten Not über» wiesen. Aus Oer provinzialhauptstaOt. Professor Or. Karl Ebel f. In der Nacht vom 8. zum 9. September ist der Direktor der Universitäts-Bibliothek Dr. Ebel in Bad-Nauheim, wo er seit etwa 14 Tagen zur Kur weilte, ganz unerwartet an einer Embolie gestorben. Schon seit einigen Jahren war er herzleidend, aber er nahm wenig Rücksicht auf seinen Körper, und allen Schwierigkeiten zum Trotz war er noch immer so tätig und schaffensfreudig, daß wohl niemand — vielleicht nicht einmal feine Aerzte — gedacht t)at, daß er so bald abgerufen werden würde. Mit ihm ist ein echter Gießener dahingegangen, der mit allen Fasern feines Herzens an der Stadt seiner Väter hing, und an seinem Sarge trauern nicht nur seine Angehörigen und Freunde und seine Mitarbeiter von der Bibliothek, sondern auch weite Kreise der Bürgerschaft Gießens nehmen herzlichen Anteil an seinem allzufrühen Hinscheiden. Karl Ebel entstammte einer angesehenen, alten Gießener Familie (sein Großvater war der noch in der Erinnerung der älteren Generation lebende aufrechte Bürgermeister Ebel, sein Vater, der Kaufmann und Weinhändler Karl Ebel). Am 24. September 1868 hatte er das Licht der Welt erblickt. Er besuchte die Gymnasien zu Gießen und Bensheim, an letzterem oestand er 1887 die Reifeprüfung. Ostern 1887 bezog er zunächst die Universität Gießen, um neuere Philologie und Geschichte zu studieren. In der Verbindung Darmstadtia fand er einen schönen Freundeskreis, und bis zu seinem Tode verband ihn treue Bundesbrüderlichkeit mit den Angehörigen dieser Landsmannschaft. Entscheidenden Einfluß auf seine Studien gewann sehr bald der Historiker Professor von der Ropp. 1890 errang Ebel einen Preis für die Bearbeitung einer von diesem gestellten Preisaufgabe der philosophischen Fakultät. Er folgte feinem Lehrer nach Breslau und promovierte 1892 in Marburg, wohin von der Ropp inzwischen berufen worden war, mit einer Dissertation über die Geschichte des Klosters Arnsburg zum Dr. phil. Am Universitäts-Sekretariat ließ er sich von Kanzleirat Schäffer in die Verwaltungstechnik einführen. Im Juli 1892 trat er als Hilfsarbeiter in die Gießener Universitäts-Bibliothek ein, an der er schon während feiner Studentenzeit 1890 einige Monate als Volontär gearbeitet hatte. Die Bibliothek erhielt damals unter der Direktion ihres ersten als Berufsbibliothekar ausgebildeten Leiters Dr. Hermann Haupt eine ihren Aufgaben und wachsenden Bedeutung besser gerecht werdende Organisation. In dieser Schule fand Karl Ebel seine Ausbildung und eine ihn, trotz der damals unglaublich geringen Vergütung, befriedigende und beglückende Tätigkeit. Gewissenhaftigkeit, Fleiß und Ordnungsliebe, auch jene „Andacht zum Unbedeutenden", die man an den Brüdern Grimm, den berühmtesten hessischen Bibliothekaren, rühmte, verbanden sich bei ihm mit wissenschaftlichem Sinn und einer gewissen enzyklopädischen Bildung, alles Dinge, die zu einem rechten wissenschaftlichen Bibliothekar, der nicht bloß Verwaltungsbeamter ist, gehören. Seiner ausgesprochenen Neigung für die Geschichte und die histo- rischen Hilfswissenschaften entsprach es, daß er sich mit besonderer Liebe der Handschriftensammlung und vor allem der historischen Fächer annahm, so daß jetzt die großen Abteilungen „Deutsche" und Hessische Geschichte" und die Gissensia zu den bestkatalogisierten unserer Bibliothek gehören. Am 1. April 1894 wurde er Assistent, ein Jahr darauf Kustos; 1898 wurde er definitiv angestellt, 1904 erhielt er die Amtsbezeichnung Bibliothekar, 1907 wurde er Oberbibliothekar. Als Geheimrat Haupt in den Ruhestand trat, wurde er am 1. September 1921 zum Direktor ernannt. In dieser Stellung hat er das Zentralinstitut unserer Universität durch die schwersten Nachkriegsjahre hindurchgeführt und unermüdlich an feinem weiteren Ausbau gearbeitet. Die Ungunst der Zeit gestattete nicht den für 1924 vorgesehenen Anbau, aber energisch bemühte er sich Jahr für Jahr um eine Erhöhung des Kredits für Bücherkauf und Buchbinderei, sowie um eine Vermehrung der wissenschaftlichen und mittleren Beamten, um den immer wachsenden Ansprüchen der Benutzer gerecht zu werden. Es fehlte nicht an Enttäuschungen, aber im ganzen gesehen bedeutet auch seine Amtszeit eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung der Unioersittäs-Bibliothek, so daß die Gießener Bibliothek einen Vergleich sogar mit den Büchereien mancher größeren Universität wohl aushalten kann. Bei der Ausarbeitung der Bestimmungen über den Vorbereitungsdienst und die Staatsprüfung für den mittleren Dienst an den wissenschaftlichen Bibliotheken Hessens war Direktor Ebel entscheidend beteiligt, und er war bis vor kurzem Mitglied der Prüfungskommission. Neben seiner dienstlichen Arbeit lief eine intensive Forschertätigkeit, die ihn bald zu einem der besten Kenner der Geschichte Oberhessens und vor allem Gießens machte. Die Eraebnisse seiner Studien legte er in zahlreichen wissenschaftlichen und populären Veröffentlichungen nieder. Mit seinem Freunde, dem Archäologen und Kunsthistoriker Bruno Sauer, verfaßte er ein Büchlein über die Zisterzienserabtei Arnsburg (1895), mit ihm Mammen sollte er auch für das hessische Kunstdenkmäler, werk den Kreis Gießen bearbeiten. Edel übernahm die Sammlung und Durchforschung der archioali» scheu Quellen und die Abfassung der historischen Einleitungen für die einzelnen Orte. Durch Sauers Tod und den Krieg verzögerte sich die Vollendung des Werkes. Mit der Fertigstellung des kunfthistori- fchen Teils wurde nun Geheimrat Walbe in Darmstadt beauftragt. Erst 1920 konnte der erste Band erscheinen, der das Kloster Arnsburg behandelt. Der zweite Band, in dem die Orte des südlichen Teils des Kreises zur Darstellung kommen, ist eben im Druck, noch wenige Tage vor feinem Tod hat Ebel die letzten Korrekturen feines Beitragsanteils erledigt. Auch die historischen Einleitungen für die übrigen Orte des Kreises sind im Gntrourf fertig. Der Entschlafene hat in diesen seinen sorgfältigen, stets auf die Quellen zurückgehenden Ortsgeschichten ein ausgezeichnetes Hilfsmittel für die Heimatforschung geschaffen. Schon als Student, feit 1889, gehörte Ebel dem Vorstand des „Oberhessischen Geschichts- Vereins" an, seit 1929 war er sein Vorsitzender. Diesem Verein gehörte seine ganze Liebe. In dessen „Mitteilungen", deren Schriftleitung seit vielen Iah- reu in seiner Hand lag, sind neben zahlreichen Rezensionen viele wissenschaftliche Beiträge aus seiner Feder erschienen. In den „Beiträgen zur hessischen Kirchengeschichte" erschien der Aussatz: Zur Geschichte des Marienstists in Lieh; in den „Hessischen Blättern für Volkskunde": Gießener Flurnamen vom Ende des 15. Jahrhunderts; ferner: Allerlei Todes- und Liebeszauber. In dem 1907 zum Uni- Derfitätsjubiläum herausgegebenen „Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen" ist die Geschichte der Stadt Gießen von Ebel verfaßt, im „Gießener Adreßbuch" von 1931 ebenfalls eine kurze Chronik der Stadt. Die Festzeitung „ßubooiciana" von 1907 brachte mehrere kleine Beiträge zur Unioersitäts- geschichte, die „Gießener Hochschulblätter" von 1924 einen ausgezeichneten Aufsatz über die Unioersitäts- Bibliothek, in den hessischen Biographien" hat er den bekannten Lokalhistoriker Otto Buchner behau, beit. Auch der „Gießener Anzeiger" unb seine Beiblätter, bie „Gießener Familien- blätter" unb Heimat im Bilb" verlieren in bem Heimgegangenen einen eifrigen Mitarbeiter. Seit vielen Jahren arbeitete Edel auf Grund der Urkunden des Stadtarchivs, dessen Betreuung er auch übernommen hatte, an einer Verwaltungsgeschichte unserer Stadt. Leider ist wohl kaum ein druckfertiges Manuskript in seinem Nachlaß zu ermatten. Unvergeßlich werden jedem Teilnehmer die Führungen unb Lichtbildervorträge sein, die er wiederholt über Alt-Gießen gehalten hat. Eine Aner- tennung seiner wissenschaftlichen Leistungen war die Verleihung des Professortitels (1917) und die Ernennung zum Mitglied der Hessischen Historische» Kommission. Die „Hessische Vereinigung für Volkskunde", die er 1902 mit begründet hatte, wählte ihn nach dem Rücktritt von Geheimrat Haupt zum zweiten Vorsitzenden, ebenso gehörte er dem Vorstand der „Oberhessischen Gesellschaft für Natur- unb Heilkunde" an. Seine Heimatliebe erschöpfte sich nicht in der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte feiner Vaterstadt, auch zu praktischer Arbeit im Dienste öer Allgemeinheit war er jederzeit bereit 1904 rourbe er in bie Stabtverorbneten-Versammlung geroäblt. Auch hier hat er eine treue, unbestechliche Tätigkeit jum Wohl ber Stadt ausgeübt, so daß er sich auch bei den politischen Gegnern des größten Vertrauens erfreuen Durfte. Unvergessen wird ihm bleiben, wie er in ber Kriegszeit seine echt oater- lanbifche Gesinnung bewährt hat. Obwohl burch den Heeresbienst jüngerer Kollegen bie Arbeitslast in ber Bibliothek für ihn noch größer wurde, übernahm er noch die Oberleitung ber städtischen Kriegs- wohlsahrtspflege, seine Menschenkenntnis, Leutselig- kett und Hilfsbereitschaft tarnen da so recht zur Geltung, fast der ganze Tag war dienstlich besetzt. Seine Gattin pflegte indessen als Schwester in den Gießener Lazaretten, während der einzige Sohn als Kriegsfreiwilliger vor dem Feinde stand. Furcht- bar litt er unter dem Zusammenbruch unseres Vaterlands, und die es miterlebt haben, wissen, wie er sich damals aufgeregt hat, als beim Einzug unseres Regiments ein Vertreter des Arbeiter- unb Solbatenrats bas Wort zur Begrüßung ergreifen wollte unb zu welchen Zusammenstößen mit biefer ,Behörbe" sein bamaliges impulsives (Eingreifen geführt hat. Erst bie Uebernahme der Leitung ber Universitäts-Bibliothek, bie seine Arbeitskraft ganz in Anspruch nahm, zwang ihn, auf fein Stabtrats» manbat zu verzichten. Aber auch bann war er noch immer bereit, in einzelnen Fragen mit seinem Rat zu helfen. Erwähnenswert bürste bas befonbere Verbienst fein, bas er sich um bie Erhaltung alter Flurbezeichnungen in ben Straßennamen unserer Stadt erworben hat! Möge man auch künftig der Mahnungen des besten Kenners der Geschichte unserer Stadt bei der Benennung von Straßen eingedenk bleiben! Auch feine Arbeit im Vorstand der Bezirkssparkasse und des Lesehallen-Vereins soll hier dankbar genannt werden. Wer Karl Ebel gekannt hat, weiß, daß er ein aufrechter Charakter war, der nicht das Seine suchte, sondern stets der Sache dienen wollte. Bei feinem lebhaften Temperament konnte er wohl manchmal heftig werden, aber im Grund war er von größter Herzensgüte unb wohlwollenb gegen jebermann. Mit ganzer Hingabe roibmete er sich ben übernommenen Aufgaben; wo sich ba Schwierigkeiten ent- gegenfteüten, suchte er sie unter Aufbietung aller Kräfte zu meistern. Aerzte unb Freunbe mahnten ihn in ben letzten Jahren, sich zu schonen; wenn sein Herzleiben ihn zur Ruhe zwang, so konnte er es nicht erwarten, bis er roieber auf feinen Posten zu- zurückzukehren vermochte. Seine Bibliothek burch alle Schwierigkeiten, bie sich ruhiger Weiterentwick- hing entgegenstellten, hinburchzusühren, war sein höchstes Ziel. Auch in den letzten Wochen noch hatte er es abgelehnt, sich zu schonen unb rechtzeitig einen bringend nötigen Erholungsurlaub zu nehmen. Die Krankheit mußte ihn erst niederwerfen, bis er sich zu dem Kuraufenthalt in Nauheim entschloß. Er hatte in diesen Tagen sein Pensionierungsgesuch für den 1. Oktober eingereicht, aber er war noch voller Pläne, wie er auch noch nachher für feine Bibliothek tätig fein könne; er wollte vor allem die Ordnung und Katalogisierung ihrer Hanbschrttien- deftände zu Ende führen. Seine letzte Amtshandlung vor feiner Abreise war wohl der Ankauf eines Gießener Stammbuchs aus dem 17. Jahrhundert, mehrerer Briefe von Karl Vogt und einiger Prv- fefsoren-Porträts, wofür die Hochfchulgefellfchaft auf feinen Antrag das Geld zur Verfügung gestellt hatte. Selbst in Nauheim, wo er sich ziemlich rasch zu erholen schien, waren seine Gedanken fast unab» lässig bei der Bibliothek. Ein rascher Tod hat seinem treuen Sorgen ein Ende gemacht; feine Bibliothek ist vor der Zeit verwaist. Ihre Beamten und Ange- gestellten trauern um einen gütigen Vorgesetzten, ber ihnen allen ein treuer, stets hilfsbereiter Freund war. Ave, pia animal H. NSDAP. Gießen. Die NS.-Frauenschaft Gießen-Nord trifft sich am heutigen Montag, 20.30 Uhr, im großen Saale bes Coss Ebel zum Ortsgruppen» abenb. Die N S. ^F rauenschaft Ortsgruppe Mitte, Zelle I, hat heute, Montag, 20.15 Uhr, bei Solban ihren Zellenabenb. Bericht über bie Saarfunbgebung am Nieberwalbbenkmal unb Be» richt über Nürnberg. NS.-Lehrerbunb, Kreis Gießen. Die nächsten Kreisversammlungenbes NSLB. finden wie folgt statt: am 16. September: Vortrag Prof. Dr. Wirth, Marburg über „Die Heimat als Weltanschauung zur Geistesgeschichte der germanischen Vorzeit" mit Lichtbildern; am 23. September: Vortrag Prof. Dr. V o l k e 11, Leipzig über »Die neue Lehrerbildung"; am 14. Oktober: Vortrag Kultusminister Dr. Hartnacke, Dresden über "Unser öffentliches Bilbungswesen im Lichte der Erblehre". B e z i r k s v e r s a m m l u n g e n werden zweckmäßig erst wieder im Oktober abgehalten. Die Einberufung erfolgt in Zukunft stets durch die Bezirks- obleute. Nächste Probe des Orchesters des NSLB. Kreis Gießen, Mittwoch, 13. September, 15.30 Uhr, Sing» faal der Studienanstalt (Dammstraße). Zagdschießen des Hubertus Gießen. Am Sonntag hielt der Hub ertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, auf seinem auf dem Gelände des Schützenvereins gelegenen Jagdständen sein diesjähriges Hauptjagd- schießen bei gutem Besuch ab. Den üblichen Schiebarten war ein „Försterschießen" angegliedert, nur offen für Forst- unb Jagbschutzbeamte unb Jagbaufseher, bie Mitglieber bes Vereins find. Um ihnen eine Anerkennung zu geben für ben Schutz, ben sie ben Jagben angebeiben lassen, hatten zahl- reiche Mitglieber ihnen einen Gabentisch reich mit Ehrenpreisen gebeckt. Die Ergebnisse. Hubertusjagdmeister: O. Allmendinger. Grünberg. Hubertuskugelmeister: Dr. van Bentheim. Hubertusschrotmeister: D. Allmendinger. Rehbock: 1. Dr. van Bentheim; 2. A. Pascoe ; 3. Brück, Rödgen. Keiler: 1. Kleinhans; 2. Kilbinger; 3. Textor, Lich Wurftauben: 1 Allmendinger; 2. Heinrich Schwall; 3- Schäfer, Lechgestern. Kipphaje: 1. M a n g e l s d o r f f; 2. Seltmann, 3. Holzel. Ehrenscheibe: 1. Dr. Hammermann; 2. Zeltmann; 3. Gaß. Wanderpreis des Schützenvereins: 1. Klein. Hans; 2. Hölzel; 3. Allmendinger. Försterschießen: 1. B r ü ck , Rödgen, 2. Textor, Lich; 3. Bonke, Alten-Buseck, 4. Gernandt. Heuchelheim; 5. Schäfer, Dorf-Gill; 6. Rinn. Heuchelheim; 7. Geißler, Staufenberg. Försterehrenscheibe: 1. Danke; 2. Brück, 3 Geißler LZornonzen — Tageskalender für Montag: Palast- Lichtspiele am Kirchenplatz, 9 bis 21 Uhr, Zinn- soldaten-Truppenschau. — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Stern von Valencia" mit Liane Haid ** Eine Anzahl Photos vom Ober- jungbann-Treffen in Gießen ist im Schaukasten an unserem Derlagsgebäude aut Ansicht ausgehängt. Weitere Silber von dieser Veranstaltung werden wir noch zum Abdruck bringen. ** E i n neues Ausstattungsgeschäft. 2m Hause Bahnhofstraße 2/4 wurde am Samstag ein Mode- und Ausstallungsgeschöft eröffnet, das bisher in anderer Form dort schon bestand. Der neue Inhaber der Firma, Herr Manfred Volz, hält Qualitätswaren bereit, die den mannigfaltigsten Wünschen Rechnung tragen dürften Der Firma stehen helle und zweckmäßige Verkaufsräume zur Verfügung, die die Bedienung des Kunden in jeder Hinsicht erleichtern Zum Verkauf gelangen u. a. Baumwollwaren, Gardinen, Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Damenmäntel in reicher Auswahl. Kurzwaren, Modewaren, Strümpfe, Trikotagen, Herrenhemden ufw. Die Schaufenster verraten durch ihre Ausgestaltung guten Geschmack. "Ein A ch t z i g j ä h r i g e r. Zu der Notiz oom Samstag über den 80. Geburtstag des Hausmeisters i. R. Friedrich Bintz sei berichtigend sestgestellt, das der Name Bintz und nicht Bing lauten mußte. Hitler-Jungvolk wirbt... Oberjungbanntreffen in Gießen. - Heber 2000 Mann Hitlerjungvolk marschiert. Am Samstagnachmittag klangen wieder einmal die Lieder des Hitler-Jungvolks durch die Straßen unserer Stadt. Von allen Häusern wehten die Fahnen des Dritten Reiches, dem Hitler-Jungvolk zu Ehren. Der Samstagabend vereinigte zunächst die Stämme des Gießener Jungvolks. Gemeinsam zogen sie nach dem Trieb, um dort ein Viwack zu beziehen, um das Feuer geschart Lieder zu fingen, Die vorn Jungvolk immer wieder gerne gelungen und von den Erwachsenen immer wieder gern gehört werden. Nach der Ankunft am Lagerplatz unterhalb des Eulenkovfes entwickelte sich reges Leben. Zelte wurden aufgebaut. In drei großen Kreisen setzte man sich bann zusammen unb fang, währenb sich einige der Jungens baran machten, ein einfaches Mayl zu bereiten, bas bann — solange ber Vorrat reichte — verteilt würbe. Inzwischen war die Dunkelheit hereingebrochen. Schnell war das nötige Reisig zusammengetragen worden, und bald loderten drei Feuer zum Himmel empor. Roch immer erklangen die Lieder, unb bie Erwach- enen, beten sich sehr viele eingefunden hatten, ahen dem Treiben der Jugend mit großer Freude u. Von den Führern wurde dann in kurzen An- prachen auf den Sinn der Fahne hingewiesen und dabei eine Anzahl von Wimpeln geweiht, die beim Scheine des flackernden Feuers entrollt wurden. Der Gesang des Horst-Wessel-Liedes und das dreifache „Sieg-Heil!" auf den Führer und Volkskanz- ler Adolf Hitler beschlossen die Wimpelweihe. Als die Feuer zum Verlöschen gebracht waren, zog das Jungvolk mit Gesang wieder der Stadt zu. Sicherlich ist in manchem kleinen Burschen, der heute noch nicht Dem Jungvolk angehört, schon an diesem Abend der Wunsch wachgeworden, dabei zu fein unb mitzumachen alles das, was an jungenhaftem Tun im Jungvolk gepflegt wird. Oer gestrige Sonntag. brachte am frühen Morgen den Weckruf des Trommler- und Pfeiferkorps. Bald darauf versammelte sich das Jungvolk und marschierte gegen 9 Uhr zum Trieb, wo um 9.30 Uhr die Morgenfeier dicht hinter den Sportplätzen am Philosophenwald begann. Nach dem Choral „Ein' feste Burg ist unser Gott" sprach Pfarrer Müller zu den in weitem Kreise versammelten Jungens sehr beherzigenswerte Worte, in denen er sie ermahme, allezeit treu und deutsch zu sein und zu handeln gegenüber Volk und Vaterland, Führer und Kirche. Der Feier, die mit dem Gesang einer Strophe des Chorals „Ein' feste Burg" ausklang, wohnten auch piek Erwachsene bei. Anschließend stellten sich die Jungens aus zum Marsch durch die Stadt nach dem Landgraf-Phi- lipp-Platz, wo sie mehrere Glieder tief in weitem Kreis den Platz umsäumten. Hier wurde dem Ober- jungbannführer Hainer das Jungvolk in Stärke von rund 2300 Köpfen zur Stelle gemeldet. Zwischen dem frischen Gesang ber Lieder der verschie- Denen Gruppen erfolgte der (Empfang der drei Staffeln, bie ihre auf den drei Staffelläufen durch ganz Ober- Hessen getragenen Urkunden überbrachten, in denen bie Jugend des Oberjungbannes ihr Treugelöbnis zum Volk und Führer bekundete. Nach der Besichtigung der aufmarschierten Stämme durch den Dberiungbannfül)rer Hainer wurde zum Mittagessen abgerückt. Nach der Mittagspause, bei der die Jungens In den Familien unserer Stadt zu Gast waren, trat ber gesamte Oberjungbann auf Oswaldsgarten an. Don hier ging es unter Führung bes Oberjungbannführers Hainer und des Gebietsführers Jung von Frankfurt unter Dorantritt ber Trommler unb Pfeifer hinter den wehenden Wimpeln durch die Straßen der Stadt zum Trieb. Diele Bürger hatten sich gleichfalls auf den Weg gemacht und folgten dem Jungvolk nach zu dem idyllischen Platz unterhalb des Eulenkopfes. Große Zelte waren hier aufgebaut worden. Während die Führer die letzten Anordnungen für die sportlichen Wettkämpfe trafen, beschäftigten sich die Jungens zunächst mit ihren Provianttaschen. Dann begannen die Wettkämpfe, an denen sich die Besten der einzelnen Fähnlein beteiligten. Es gab zunächst einen Hin- b e r n i 5 I a u f, der einige schwierige Aufgaben brachte, lieber Barrieren und durch Gräben führte der Kurs, durch einen Sack, ausZelttuch zusammengesetzt, mußte bei gegenseitiger Unterstützung getrogen werden, auf einem Baum war ein aufgehängter Gong anzuschlagen, durch zwei zusammengestellte Leiterwagen muhte geklettert werden, Ausziehen und Weiterlaufen, Anziehen und Weiterlaufen ge- hörten außerdem zum Programm des Hindernis- laufes, bis die Teilnehmer mehr ober weniger schnell am Ziel ankamen. Dann würbe zu einem weiteren Wettbewerb, zum Zelte- aufschlagen, geschritten. Sieger in diesem Wettbewerb war jene Mannschaft, die in kürzester Zeit ihr Zell einwandfrei aufgebaut halle. Schließlich folgte noch ein Römisches Wagenrennen, das den Teilnehmern selbst, insbesondere aber auch dem Publikum, viel Freude bereitete. Nachstehend bie (Ergebnisse: Hinbernislauf: 1. Sonder-Kommanbo 3:15 Min.; 2. Fähnlein Geusen 3:20 Min.; 3. Fähnlein Normannen 4:30 Min.; 4. Fähnlein Goten 4:35 Min. 3 e 11 b a u : Fähnlein Geusen 4:20 Min.; 2. Fäynlein Goten 4:45 Min.; 3. Fähnlein Normannen 6:45 Min. Im Römischen Rennen konnten bie Wie- secker Goten bie ersten Plätze belegen. Nach dem Abschluß der Wettkämpfe folgte auf dem Trieb unmittelbar an der Rödgener Straße eine große HlaffenteUerei, b. h., ein Aufmarsch in mittelalterlicher Form, bei dem auf ein besonderes Signal das in zwei langen Reihen und einigen Gliedern tief aufgestellte Jung- volk mit Geheul aufeinander losstürmte, bis der Sturm abgeblasen wurde und die Mannschaften wieder in langer Reihe zurückfluteten. Dumpf klangen die Trommeln über den Platz, bie Fanfaren riefen aufreizend zum abermaligen Sturm, bis bann bas ganze Spiel feinen friedlichen Ausklang in dem gemeinsam gesungenen Ders des Liedes „Wir traben in die Weite ..." fand. Oer Abschluß. Noch ein letztesmal traf man sich dann an der Dolkshalle in geschlossenen Zügen. Die Wimpel- träger ,Aorten sich um die Dberjungbannflagae. Oberjungbannführer Hainer hielt dabei eine Ansprache, in ber er vom Jungvolk unb feinem Wollen im Dienste des Daterlanbes sprach. Mit ben Ders- zeilen: „Schwarz ober weiß, doch niemals grau, kalt oder heiß, doch niemals lau, so kämpft das Fähnlein Wetterau, ein Fähnlein deutscher Jungen." weihte er bann die Fahne des Stammes Wetterau und noch eine Anzahl von Wimpeln. Ein Lied des Jungvolks, der erste Ders des Horst-Wessel-Liedes, schließlich noch das dreimalige „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler beschlossen die Feier vor der Dolkshalle und gleichzeitig den ereignisreichen Tag. Obecheffen. Oie Stadt Lauterbach arbeitsiosenfrei WSN. Lauterbach, 10. Sept. Mit Ende der vergangenen Woche ist die Stadt Lauterbach arbeitslosenfrei geworden. Bei Anllitt des jetzigen kommissarischen Bürgermeisters Dr. Mahr Anfang Mai zählte man hier noch 140 bis 150 Arbeitslose, deren Zahl sich tm Laufe der Zeit im Zuge einer natürlichen Entwicklung erheblich verminderte. Die restlichen 37 Leute konnten nunmehr durch eine persönliche Initiative des Bürgermeisters in heimischen Industrie- und Gewerbebetrieben untergebracht werden. Es ist Dorsorge getroffen, daß die Beschäftigung der Leute nicht nur vorübergehend ist; man hofft vielmehr, sie in der Hauptsache während des ganzen Winters beschäftigen zu können. leie- gramme mit der frohen Nachricht wurden dem Reichsstatthalter in Hessen, Sprenger, und dem Staatssekretär Jung übermittelt tonötrcie hiicRcn. + Orünberg, 12. Sept. Dieser Tage unternahm die hiesige Freiwillige Feuerwehr In Stärke von etwa 20 Mann unter Führung von Oberbrandmeister Seisart und im Beisein von Kreisseuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) eine Uebungsfahrt mit ber Motorspritze. Die Fahrt berührte folgenbe Orte: Göbelnrod, Saa- fen, Lindenstruth, Reiskirchen, Harbach unb Ettingshausen. Ihr Zweck war, in den einzelnen Orten geeignete Wasierentjiahmestellen für die Spritze 1 * auszuprobieren, um bei Brandfällen sofort wirksam eingreifen zu können. * Trais-Horloff, 9. Sept. Heute feierten auf der Utpher Mühle der alte Müller Heinrich Krauß und seine Ehefrau Christine Philippine Mathilde, geb. Clos, das Fest der goldenen Hochzeit Der Jubilar zählt 75 Jahre. Beide Ehegatten erfreuen sich noa) einer verhältnismäßig guten körperlichen und geistigen Frische. Mrcie Aisteld * Zell, 12. Sept. Am Samstagvormittag ereignete sich hier ein verhängnisvoller Unfall. Der Landwirt Karl Schneider von hier stürzte von einem Scheunenboden auf die Tenne und erlitt einen W i r - belfäulenbrud). Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Preußen. Kreis Wetzlar. I Waldgirmes, 10. Sept Bei der Gemeindeobst Versteigerung kamen die Zwet- fchen 3 bis 4 Mark pro Zentner, die Frühäpfel 7 bis 8 Mark. Das andere Obst wird erst später verkauft. Bei ber Zusammenlegung fielen der Gemeinde für über 7000 Mark Bäume zu, bie in drei Jahren alle frei sind. — Gestern mittag fiel der Landwirt und Kirchenvorsteher Karl Drescher in seiner Scheune so unglücklich auf die Tenne, daß er aus dem Transport in die Klinik nach Gießen starb. 9JL-'$poit Warum Dereinszusammenschlüffe? Zusammenschluß von Sportvereinen ist die Forderung des Tages. Sie soll natürlich nicht so weit gehen, daß sie auf das Verschwinden von Vereinen hinzielt, die als Vorkämpfer der Sportbewegung sich eine Tradition erwarben und ihre Daseinsberechtigung bis in die Gegenwart hinein erhalten haben. Daneben gibt es aber doch eine große Reihe von Sereinsgebilben, bie burchaus entbehrlich sind. Was gesund und stark genug ist, um aus eigener Kraft weiter zu bestehen und sich weiter zu entwickeln, soll bleiben. Gebilde aber, die ihre Entstehung nur Zufälligkeiten verdanken, vielleicht ben Eifersüchteleien, persönlichen Gegensätzen ober gekränkter Eitelkeit von solchen, bie Führer fein wollen, mögen verschwinden, indem sie sich mit anderen Vereinen zu einer lebenskräftigen Gemein- fchaft zusammenschließen Auch bie Zahl mehrerer auf dos gleiche Ziel gerichteter Vereine in kleineren Orten ober im gleichen Stadtteil größerer Städte ist möglichst zu beschränken. Wo ist der Gewinn für die Bewegung und für die Allgemeinheit, wenn solche Vereine einen guten Teil ihrer Arbeits- und Schaffenskraft darauf verschwenden, ben nicht selten als „Feinb" betrachteten, behanbelten Nachbarverein zu bekämpfen und ihm bas Leben schwer zu machen, ihm bie Mitglieber vor ber Nase wegzu- schnappen ober gar abzujagen, anstatt sich mit ihm zu gemeinsamer Arbeit am großen Ziel zusammenzutun? Freilich wirb es manchem Verein schwer fallen, sich zu biefer Erkenntnis durchzuringen. Der allenthalben anerkannte Führergrundsatz ist aber berufen, auch in biefer Beziehung mit allem erforderlichen Nachdruck einzuwirken, sei es durch Nichtberücksich- tigung der nicht selbständigkeitsberechtigten Vereine bei der Zuteilung zu den oberen Spielklassen ober burch unmittelbare Anordnung. In den Reihen des DFB. und der DSV. ist der Gedanke des Zusammenschlusses bereits von einer großen Zahl von Vereinen verwirklicht worden. Die Vereinigung der im gleichen Stadtteil Dresdens beheimateten Vereine Fußballring, Brandenburg und Rasensport unter dem Namen Dresdner Sportfreunde 1901 verdient ganz besondere Beachtung, da hierdurch ein lebens kräftiger verein mit über 1000 Mitgliedern, darunter über 400 Jugendliche, mit rund 60 Fußball- und Handballmannschaften entstanden ist. In Offenbach sind Bestrebungen im Gange zu einem Zusammenschluß zwischen den Offenbarer Kickers, dem VfR. unb dem Sportverein 1902 Offenbach herbeizuführen. Die Studenten - Wettkämpfe in Turin. Pflug, Schöneberg, der Sieger im 100-m-Lauf. zern-patroMensahrtZerlin-Mnchen-Zeckn Die ersten Fahrer werden abgelassen. Die erste Patrouillen-Radfernsahrt Berlin—München—Berlin über 1300 Kilometer, die von der SA.- Standarte III Berlin veranstaltet wird, nahm am Samstag in Neukölln ihren Anfang. Von den 20 gemeldeten Mannschaften waren nur 16 erschienen. Die Mannschaften setzen sich aus acht Fahrern und einem Führer zusammen, jeder Teilnehmer fährt ein Tourenrad und ist mit 15 Kilogramm Gepäck belastet. Die erste Etappe nach dem 181,5 Kilometer entfernten Leipzig gestaltete sich zu einer wahren Rekordfahrt. Die Standarte II Berlin kam als Erste in Leipzig nach einer Fahrzeit von 5:40,04 ein. Die schnellste Zeit des Tages fuhr aber die Vereinsmannschaft von Grünweiß Berlin mit 5:30,14 Stunden heraus. Fedia-Berlin und die erste Mannschaft der Standarte III Berlin hielten sich von den übrigen Mannschaften noch am besten. 3um 80. Male: Keldberg-Turnsest. Deutschlands traditionellstes Bergturnfest, das am 11. Juni wegen Regen nicht zur Durchführung gekommene 80. Felbbergfest, wurde am Sonntag bei herrlichstem Wetter durchgesührt. Viele Tausende von Zuschauern weilten oom frühen Morgen an auf dem Bergesgipfel, verfolgten mit Interesse die spannenden Wettkämpfe und erlebten zum Schluß eine vaterländische Kundgebung eindruckvollster Art. Am frühen Morgen fanden sich die Teilnehmer zur Weihe des neuen Sportplatzes ein. Ein 4000 Quadratmeter großer Platz, der hauptsächlich für die Abwicklung der Sprungwettbewerbe dienen soll, war in mühevoller Arbeit angelegt worden und am Sonntag seiner Bestimmung übergeben. Zur Erinnerung an den unermüdlichen langjährigen Vorsitzenden des Feldberg-Festausschusses, den verstorbenen Philipp Robig - Frankfurt-Rödelheim, wurde der Platz „Philipp-Röbig-Platz" benannt. Eine schlichte Gedenktafel, die das Bild des mit dem Feldbergfest unlösbar verwachsenen Verstorbenen trägt, wurde dann ebenfalls eingeweiht und der Turnerschar zur treuen Obhut übergeben. Um 10 Uhr konnten dann die Wettkämpfe beginnen. Es gab überall recht interessante Kämpfe, wobei infolge der neuen Sprunganlagen die vorjährigen Punktzahlen nicht erreicht wurden. In der Haupt- klasse, dem von 560 Teilnehmern beschickten Dier- k a m p f der aktiven Turnerklasse, fiel der Sieg an den Marburger Beaupain, der 84 Punkte erreichte. Bei den Turnerinnen holte sich L. Schüfe r - Frankfurt den Sieg mit 77 Punkten. Sieger des Iugend-Dierkampfes wurde L e i ch u m - Frank- furt-Niederrad mit 94 Punkten und in den drei Altersklassen fielen die Siege an Schall- Nied mit 88 Punkten, Tritschler-Frankfurt mit 97 Punkten und Koster- Homburg mit 94 Punkten. Neben den Mehrkämpfen gab es noch Einzelwett, bewerbe unb Staffeln. Besonders in den Staffeln wurde scharf und erbittert um den Sieg gestritten. Nach Schluß der Veranstaltung sand eine vaterländische Kundgebung statt, bei der Gauoertreter Münch eine Ansprache hielt. 2Htü. Gießen beim Feldberg-Turnfest. 2m Kampf um den B r u n h i l d i s s ch i l d konnten die Mtv.erinnen nur den zweiten Platz belegen. Der Schild ging an die Turnerinnen des Stadtsportvereins Frankfurt. Auch im Wettbewerb um ben Emmanuel-Schmuck-Schild mußten sich die Mto.er mit dem zweiten Platz begnügen. 2m Zehnkampf der Turner-Oberstufe konnte sich Lin- d e n st r u t h mit 79 Punkten als Fünfter einen achtbaren Platz erringen. Es nahmen 560 Turner an diesem Wettkampf teil. Kein Anfall des deutschen Gordon-Benneti-Ballonö Auf einem Kameradschaftsabend der Ballon- und Fliegerortsgruppe Bitterfeld der Landesgruppe 3 des Deutschen Luftsportverbandes gab der Führer der Ortsgruppe, Dr. Jäger, das Landungstele- gramm des am Gordon-Bennet-Ballon-Wettbewerb als offizieller Vertreter Deutschlands teilnehmenden Bitterfelder Ballonfahrers Schütze bekannt, das folgenden Wortlaut hat: „Glatt gelandet bei Kingston westlich von Lage Huron. 9 Stunden über Michigansee. Landung ohne allem Sonntag 8 Uhr bei Windstille." Aus dem Wortlaut dieses Telegramms geht hervor, daß alle Nachrichten von einem Unfall des deutschen Ballonfahrers unrichtig sind. Schütze hat mit dem Ballon „Deutschland" etwa 500 Kilometer zurückgelegt und ist anscheinend, nachdem der Ballpn restlos ausgefallen war, glatt gelandet. % 6p 3or 3m letzten Herbst tefreunbeten fomji “Wen. 34 te“** Adwagen von bei L?eile durch me b!5S>«;Xfe'id MaeteJr&J« **■ Ä«»« Xee sri>* Krr *&ai pHte®r r/^ei ftÄ! Simmei'* '« i>ar“n5'rcr 2 rsKr säs- Zer QUs JJJnes r^Ä?bchö ‘j,pf( F- tf«1? °uch?Lftz,e mir« ti< 2’d> nach und davon j!fln wai fein Marie Rühl, geb. Haun. Gießen (Ebelstraße 20), den 10. September 1933. Beerdigung: Dienstagnachmittag 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. _____________________________________________05335 Am 8 September verschied plötzlich in Bad-Nauheim mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 56 7 D 5614 Die Universitäts-Bibliothek beklagt tief den Verlust ihres Direktors Professor Dr. Karl Ebel. Der unerwartet Geschiedene hat dieUniversitäts-Bibliothek mit Umsicht und größter persönlicher Hingabe durch eine außergewöhnlich schwere Zeit sicher hindurch geführt und erfolgreich weiter ausgebaut Die Angehörigen der Bibliothek verlieren in ihm einen Vorgesetzten von aufrichtiger Güte und Fürsorge und einen treuen Freund. Für die Beamten und Angestellten der Universitäts-Bibliothek: Dr. Koch. HerrProfessorDr.KailEbel Direktor der Universitäts-Bibliothek. In tiefer Trauer: Ella Ebel, geb. Rohde Karl Ludwig Ebel. Gießen, Schlitz, den 11. September 1933. Einäscherung in aller Stille. Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Frau Hilda Baer, geb. Oster 5613 EM Sinntal* gesucht. O53S6 bittet Dr. Schäffer Geschäfts-Drucksachen wieder da! bei Brühl, Schulstraße 7 5612 D Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten Mit Vollendung ihres 66. Lebensjahres entschlief heute sanft meine innigstgeliebte Frau, unsere gute treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester der Vorstand. __________________5615D Gießen (Wernerwall 1), Frankfurt a. M., Fulda, Leipzig, den 9. September 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. September, nachm. um 3 Uhr in Gießen statt Die Landsmannschaft Darmstadtia. l.A.d.C.: Ernst Eckhardt (XXX) XXa i. ___________________________________________________________5611 D Sonntag, 17 9. 33 Teilnahme am Demslhen Wanöertaß 3ranrhirl a. m. Näheres siehe Aushänge^_____5610D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen« Ferdinand Baer. Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Johannes Rühl findet Dienstag, 12. September, nachmittags l*/v Uhr statt. Um zahlreiche Beteiligung Wir betrauern das Ableben unserer Heben A.H. A.H. Prof. Dr. Karl Ebel Direktor der Univ.-Bibliothek in Gießen und Dr. Wilhelm Seiler Studienrat in Darmstadt. Milchvieh - Auktion des Jnfterburger Herdbuchvereins von hochtragenden und frischmelkenden ostpreuß. Milchkühen und Rindern in Friedberg Alte Bahnhofstraße 19, gegenüber dem alten Bahnhof stosu Dienstag, den 19. September 1933 vormittags ll*/i Uhr. Sehr niedrige Preise I Reichh. Auswahl! Hochwertige, gesunde Leistungstiere 1 Besichtigung ab 16. September erbeten. SerdbuchvereinInsterburg, Sstvr. WWen f. Badezimmer ges. Schr. Eilang, unter 02323 a.d.Gß. Anz. Ich beabsicht. meine herrschastl.Wobg.zu teilen u. habe dann 2 große Zimmer m. Balkon und 1 kl. Zimmer oder Bad nebst großer Küche u. Kammer m. Gartenanteil, in zentr. ruhiger Lage, zum Preise von 90 Mk. inkl. Zentralheizung abzugeben. Schrift!. Ansr. erbitte unter 05329 a.d.Gtz Anz. | Mietgesuche | UZimmJolm. von kleiner Familie per 1.Oktober oder später zu mieten gesucht. Schristl. Eilangebote unt. 05322 an den Gieß. Anz. 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Im Berliner Sportpalast fand eine gewaltige StuiiugeDung öei Relchsfachgruppe „Post im DBB. statt, die 260 000 männliche und weibliche Beamte umfaßt. Alle Redner brachten den festen Willen zum Aus- druck, unter Führung des Bolkskonzlers Adolf Hitler am Neuaufbau des Reiches mitzuarbeiten. — Unser Bild zeigt den Einmarsch der Fahnen. Born zwei Postbeamte in der alten Postillion-Uniform. |gi[öö,ia jeitern Zustand/ 220 Mk. zu verk. riftl.Anyeb.unt. aen.tLrni iteurmen, Aeicliaiiunfl v. Ve* roe 6mai in Straf Neues plett m. Brause 85 Mk ZU oerl. rt ISO Mk. «33i [Verschiedenes] Mr englische Konversation Engländer od.Deut- scher, der bereUs m England Jeleblhat, gesucht, Ang. L. 05327a>GI. Zwischen Sternenbanner und Sowjetstern OaS Weitertreiben der kubanischen Revolution. Flugpostdiief unseres K B.'O.'Äerichterftatters. SA-I^eit- und Zahrturn.er in Biedenkopf. WEN. Biedenkopf, 12. Sept. Die S A. • Standarte 88 trat am Sonntag in Biedenkopf mit einem Reit - und Fahrturnter an die Oeffentlichkeit, das die erste derarrige Beran- staltung der SA. im weiteren Heimatbezirk war und in seinem glänzenden Verlaus besonders auch deshalb hoch zu bewerten ist, weil ein großer Teil der SA.-Reiter noch nicht lange aus ländlichen Reiteroereinen in die Reiterscharen eingegliedert wurde, ein anderer Teil erst vor wenigen Wochen gebildet wurde und nur wenige Uebungsslunden durchführen konnte. Das Turnier nahm seinen Auftakt mit einem Kommers am Samstag. Standartenführer Dr. Römer sprach kurze Begrüßungsworte und betonte, daß es ihn mit Stolz erfülle, daß die von ihm immerhin gewagte Veranstaltung innerhalb der benachbarten SA.-Reiterstürme so freudigen Entlang gefunden habe. Sturmbannführer Bürger- meister Jäger gab in kurzen Worten seiner Freude darüber Ausdruck, daß diese erste reiter- sportliche Veranstaltung der SA. in den Mauern Biedenkopfs stattfinde, das, wie so oft schon, zusam- men mit dem gesamten Hinterland seine treue Einstellung zum Führer und zum neuen Reich bewiesen habe. Spukgeschichte. Von Hans Vethge. Im letzten Herbst war ich gus das Gut einer mir befreundeten Familie von Flügge in Thüringen eingeladen. Ich fuhr hin, und der Hausherr mit feinem jungen Sohn Konrad holten mich in einem Jagdwagen von der Bahnstation ab. Wir fuhren eine Weile durch welliges, freundliches Land, dann tauchte der Gutshof am Rande eines uralten Parkes auf, und endlich rollten wir über die Rampe des Herrenhauses, das von einem kleineren, weißen, zweistöckigen Gebäude, dem behaglichen Kavalierhaus, flankiert war. Nach dem Tee, der im Park am Rande eines Weihers eingenommen wurde, geleitete mich mein Gastgeber durch seinen schönen Besitz. Besonders stark wirkte das Kavalierhaus auf mich. Die Einrichtung der unteren Räume stammte aus neuerer Zeit, die oberen Räume dagegen, zu denen eine Treppe mit schlankem Geländer führte, waren mit Möbeln aus verklungenen Epochen ausgestattet. Reizend vor allem war ein hellblaues, zweifenstriges Zimmer mit weißen, goldverzierten Möbeln des 18. Jahrhunderts, die Stühle und das Sofa mit grofjgeblümten Seidenstoffen bezogen. „Entzückend," sagte ich, als wir das Zimmer betraten, „hier würde ich gern wohnen." „Gewiß", entgegnete Herr von Flügge, aber ich fühlte, er sagte es ein wenig zaudernd, und mir schien, daß eine kleine Verlegenheit über sein Ant- ljtz huschte. „Nur hat es mit diesem Zimmer eine merkwürdige Bewandtnis. Es ist das ehemalige Zimmer unserer Tante Betty: die Leute sagen, es spukt darin." Ich lächelte ungläubig. Er machte eine Bewegung, die mich einlud, auf dem Kanapee Platz zu nehmen, und nachdem er das eine der von duftigen Mullgardinen eingefaßten Fenster geöffnet hatte, setzten wir uns. „Tante Betty," fuhr er fort, „war eine jüngere Schwester meines Vaters, und ich erinnere mich ihrer aus meiner Kindheit mit aller Deutlichkeit. Sie war eine Schönheit, dennoch blieb sie unverheiratet. Sie hatte als ein junges Ding eine schlechte Erfahrung mit einem ihrer Verehrer gemacht, (eit- her. Jede Bewegung im Hafen, jede Rauchfahne am Horizont wurde als eine amerikanische 3 n • t e r d e n t i o n gedeutet, erregte Hoffnung und Befürchtungen und peitschte die allgemeine Unruhe immer mehr auf. Die Intervention tarn n ich t, und der neue Präsident schien sich damit zu begnügen, an Stelle Machados im Grunde genommen nur dessen Funktion auszuüben und im übrigen die Dinge möglichst beim alten zu lassen. Die öffentlichen Gewalten fingen wieder an zu arbeiten, Plünderungen und Brandstiftungen wurden abgestoppt, und so fühlten sich her Mob, aber auch aussührende Teile dieser öffentlichen Gewalten, Soldaten und Polizisten, um die erwarteten Früchte der Revolu- tion betrogen. Die Propaganda, die sich gegen Amerika richtet, nahm immer schärfere Formen an. Der amerikanische Gesandte, gestern noch als Freund der kubanischen Befreiung begrüßt, sah sich in die Notwendigkeit versetzt, Schutz für das Gesandtschaftsgebäude anzufordern, und vor einer Reihe von amerikanischen Firmenhäusern, besonders vor den Verwaltungspalästen der Zuckerindustrie kam es zu unmißverständlichen lärmenden Demonstrationen. Amerikanische Bürger, alteingejcfiene Geschäftsleute, die noch kaum vor einer Woche im Freudenjubel der ersten Tage umarmt und gefeiert worden waren, konnten jetzt nicht einmal mehr ihres Lebens sicher jein, wenn sie sich auf die Straße wagten. Auf die sozialen Forderungen hatte die CRN. geschickt die nationalen und nationalistischen Forderungen aufgepfropft, und so gelang es ihr sogar, den inneren Zusammenhalt der ABC. zu sprengen und die jugendlichen Elemente und vor allem die Studenten für die „zweite Revolution" einzuspannen. Wohin die Dinge noch und wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen treiben, das ist von hier aus nicht ab'uiehen. Aber daß die Alternative, die jener flüchtige Porrist stellte, hundertprozentig zutreffend ift, daran ist schon nicht mehr zu zweifeln. Cespedes ist nicht der Mann, der den Dingen gewachsen ist, Machado — auch das gehört $u den Paradoxen dieser Revolution - wäre es vielleicht gewesen, wenn er nicht im entscheidenden Augenblick die Nerven verloren und Amerika ihn hätte fallen lassen. Seine Leute regen sich zwar wieder, aber an eine Rückkehr des alten Regimes ist trotzdem nicht zu denken. Die neue kommunistische Bewegung, die aus der Hefe der Hafenviertel aufsteigt, ist bereits eine greifbare Gefahr und sie wird morgen eine Realität fein, wenn man in Washington noch länger mit entscheidenden Entschlüssen zögert. wahrscheinlich, daß Cespedes selbst se i n e Zu - ft i m m u n g zu der Entsendung amerikanischer Kriegsschiffe gegeben hat, die bereits unmittelbar nach der Revolution nach Kuba hinbeordert wurden und die, wie sehr bald bekannt wurde, Abteilungen der amerikanischen Marine-Infanterie an Bord hatten. Aber diese amerikanischen Kriegsschiffe sind entweder zu spät oder zu früh gerufen worden. Dieses Paradoxon wird verständlich, wenn man sich klarmacht, daß in der revolutionären Bewegung Kubas soziale und nationale Impulse sich Überschneiden. Cespedes befand sich in der Tat zwischen Skylla und Charybdes. Er brauchte die Amerikaner und die Amerikaner galten auch durchaus, dank der Tätigkeit des Herrn Melles, als die Freunde der Revolution. Aber es ist etwas anderes, diese Freunde fern zu wissen und sogar von ihnen soziale Erleichterungen zu erwarten, als sie vom Quai aus als bewaffnete Macht mit der Absicht am rücken zu sehen, Interessen eines als ausbeuterisch empfundenen Kapitals zu verteidigen und damit zugleich das blutige Vergnügen, daß eine feffellos gewordene Maffe nun einmal an der Rache und an allen anderen Brutalitäten jeder Revolution empfindet, zu stören. Es gab seit langem so etwas wie eine kommuni st i sch e Organi sation auf Kuba. Auch sie stutzte sich, ebenso wie die Opposition gegen Machado, auf einen Geheimbund, die CRR., die Celular Radical Revolutionaria, die — und das ist das besonders Bedenkliche — in Der Mannschaft des Heeres und der Polizei eine recht weite Verbreitung haben soll Machado war der gemeinsame Feind Gegen ihn arbeitete man zusammen, aber kaum war er erledigt, so begannen die Kämpfe gegeneinander, Kämpfe, die nut mit dem Siea oder dem Untergang enden können. Wären die Amerikaner sofort dagewesen, hätten sie sofort, auf das Plattabkommen gestützt, die tatsächliche Macht in Kuba übernommen, so würde Cöspedes wohl die Zeit gewonnen haben, wenigstens einen Teil seines revolu. tionären Programms sichtbar zu machen. So aber schwirrten in der ohnedies dis zur Siedehitze erregten Stadt die unkontrollierbarsten Gerüchte um- neben mir aus der Luft heraus ein eigentümlich klingendes Lachen. Erschreckt sah ich auf, das Blut schoß mir mit schnellen Stößen zum Herzen. Es war niemand zu sehen. Ich trat auf die Schwelle zum Nebenzimmer und sah in den rosaroten Raum hinein. Auch hier war niemand. Ich kehrte, einigermaßen verwirrt, zum Schreibtisch zurück und setzte mich, um weiterzuschreiben. Da sah ich zu meinem maßlosen Staunen, daß der Brief, den ich begonnen hatte, verschwunden war. Ein fader Geschmack kam mir auf die Zunge. Ich faßte mich an den Kops, war ich irrsinnig? Tausend Ideen sausten mir durchs Hirn, ich dachte an Suggestion, an Selbstbetrug, an den bewußten Betrug eines andern Voll Verzweiflung suchte ich immer wieder nach dem Bries. Vergebens, er war verschwunden, das war eine unbestreitbare Tatsache. Herrn von Flügge wagte ich zunächst nichts zu erzählen. Ich ließ mir auch von meiner inneren Erreguna nichts merken und wand-rte mit ihm auf die Feldmark, wo er die neuen Rieselanlagen auf einer Wiese besichtigte. Nach Tisch begab ich mich wieder auf mein Zimmer, mißmutig, seelisch bedrückt, ja, von Angst gequält, was nun geschehen würde. Ich setzte mich wieder an den Schreibtisch, legte die linke Hand fest auf den Briefbogen und schrieb mit aufgeregten Sinnen Plötzlich war mir, als rausche ein seidenes Kleid neben mir. Ich meinte einen feinen Luftzug zu spüren, als schritte jemand an mir vorüber. Dann klang das kichernde Lachen wieder auf, hell, etwas höhnisch, und verebbte. Ich biß die Lippen zusammen, sprang entsetzt auf, behielt den Briefbogen krampfhaft fest in der linken Hand, taumelte auf die Schwelle zum Nebenzimmer und starrte in dieses hinein. Nichts war zu sehen, alles war still. Meine linke Hand war wie gelähmt. Mir war, als stöben elektrische Funken durch sie hin, so fest umklammert hielt ich den Brief, damit er mir auf keinen Fall entschwände. Ich fetzte mich wieder an den Schreibtisch, legte den Brief vor mir nieder, sah ihn an, und nun erkannte ich zu meiner Verwunderung, daß ein ganz feiner brauner Rand, der vorher nicht dagewesen war, unregelmäßig um ihn herumlief, so, als habe eine Flamme an ihm entlanggezüngelt Diesmal bist Du mir wenigstens nicht entglitten, Dachte ich, unD fühlte noch immer ein elektrisches Prickeln in meiner eigentliche Turniertag am Sonntag rourDe eingeleitet mit einem P a t r o u i l l e n r e i t e n im Gelände unD mit Dem Uebungsreiten, Das bis gegen Mittag Dauerte. Nach einem Fest zug Durch Die Stadt fand Der Vorbeimarsch Der Reiterstürme vor Dem Brigadeführer Schütz- Dillenburg unD Dem StanDartenführer Dr. R ö m e r statt. Nach kur- zen Degrüßungsworten Des BrigaDeführers rourDen zunächst Die (leben Hengste Des ßanDge- 9 " * '" ' Der Reiterschar Dillen- "UN ben Ält bin i*3Urü(f. Aa!" rie^'nneljtnyt'nes °"dere di- • ** '""“'•'.toit ihr6/,.3; «toi ift ' «toll w °V° nabt '"Sn” 5'!m6en" fo * 6ei'4n Ä/ b,“ln - (Echluh folgt.) u. ZwOvlo, imna vislr. SvreD.'Öb. 1Zr/,„ y-fillb’ wo SA.-Führer. Die Leistungen Der einzelnen Reiterscharen waren zum Teil hervorragend. Auch die Anfänger- Reiterscharen bemühten sich, ihr Bestes herzugeben und zeigten musterhafte Disziplin und anerkennenswerte Energie. Dor allem lösten Die Spring- und Dressuroorführungen des Marbur- ger Amazonenkorps und das Jndeckunggehen eines Pferdes, sowie das Springen über ein startbereites Motorrad und über Hürden besonderen Beifall aus. dem hielt sie sich von den Männern fern und wies alle Bewerbungen, an denen es nicht fehlte, ab. Als sie schon Mitte der Dreißig war, brach Die Katastrophe über sie herein. Sie war einen Winter über bei DerwanDten in Der StaDt, um Gesellschaften unD Theater zu besuchen, lernte Dort einen Grasen Holck kennen, Husarenrittmeister unD 'n gleichem Alter wie sie, eine strahlenDe Erscheinung Die beiDen faßten eine heftige Neigung zueinanDer, unD es kam zur Verlobung. Doch Tante Betty war roieber an Den Unrechten gekommen. Gerade vierzehn Tage, nachDem sie Die StaDt verlassen hatte, empfing sie in Diesem Zimmer einen Brief ihres Verlobten, Der eine kalte Absage war Sie lachte über Den Brief, zerriß ihn, unD seit jener StunDe war ihr Wesen völlig oeränDert. Sie rourDe scheu unD suchte Die Einsamkeit, man hörte sie zuweilen Selbstgespräche halten, Die sie Durch ein kicherndes, unheimliches Lachen unterbrach, sie war zu uns Kindern nicht mehr so freundlich wie sonst, und wir begannen uns vor ihr zu fürchten. Sie lebte nicht mehr lange. An einem Spätherbstabend saß sie in allzu leichten Kleidern auf der Bank im Park: Die Folge war eine LungenentzünDung, an Der sie starb. Seit ihrem ToDe will man mitunter ihr Lachen in Diesen Räumen gehört haben. Der Spuk, heißt es, melbet sich befonDers Dann, wenn jemanD einen Brief in Diesen Zimmern schreibt, auch sollen geschriebene Briefe auf unerklärliche Weife von Dem Schreibtisch verschwinden. Das ist vielleicht alles Unsinn, unD wenn Sie Den Mut haben, stehen Die Räume natürlich zu Ihrer Verfügung." „Gut," sagte ich lachenD, „ich ergreife für einige Tage Besitz von Tante Bettys Gemächern unD hoffe, Daß ich mich gut mit ihr vertragen roerDe." Gegen Mitternacht legte ich mich in Dem Spukzimmer zur Ruhe unD schlief während Der Nacht vortrefflich. Als Der Diener mir am nächsten Morgen Das Frühstück brachte, sah er mich mit eigentümlich fragenDen Augen an, als wollte er erforschen, ob Der Spuk schon über mich gekommen fei. „Ich habe gkänzenD geschlafen," sagte ich. Dann machte ich mich an Das Frühstück, steckte mir, als es beenDet war, eine Zigarette an, nahm einen Briefbogen unD schrieb an eine Freundin. Ich hatte ungefähr eine halbe Seite geschrieben. Da hörte ich ftüts Dillenburg von der Reiterschar Dillenburg in den verschiedensten Figuren geritten. Es folgten die A b t e i 1 u n g s w e 11 k ä m p f e der einzelnen Reiterscharen für Fortgeschrittene und Anfänger. Die Vorführungen zogen sich bis gegen 18.30 Uhr hin. Nach der Preisverteilung dankte Standartenführer Dr. Römer in kurzen Worten den braunen Reitern. Es freue ihn befon- bers, daß diese erstmalig in ihrer Art gezeigte Veranstaltung so glänzend verlaufen fei. Er schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Obersten (Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mexiko-Stadt, Anfang September „Sie haben m drei Wochen d > e Intervention oder den Kommunismus. Vielleicht auch den Kommunismus und dann die Intervention." So jagte mir ein Mann der Porra, der sich nach Machados Flucht rechtzeitig auf und Davon gemacht unD an Das mexikanische Ufer gerettet hatte. Man war vor noch kaum Drei Wochen keinesfalls geneigt. Diese Prophezeiung allzu ernst Su nehmen. Denn tatsächlich schien mit Der Bern- ung Des alten Freiheitskämpfers De C 6 speDes iuhe und DrDnung gewährleistet unD Die Flut Der revolutionären Bewegung in ein oorgezerchnetes Bett gelenkt. Der amerikanische Botschafter, Herr Welles, konnte, ehe er sein Amt seinem Nachfolger Jefferson Casjerdi übergab, sehr wohl Das befrieDigenDe Gefühl hegen, feine Ausgabe gut erfüllt zu haben. An Stelle Machados war Das Staatsruber in Die Hanb eines Mannes geglitten. Der sich Der Wertschätzung weitester Kreise erfreute, unD Dem vor allem niemanD Korruption oorroeifen konnte. Lange Jahre selbst Botschafter in Washington, kannte er Die norDamerttanischen Wünsche aus eigner Anschauung so gut, Daß Diese Kenntnis beiDen Teilen, Kuba wie Den Bereinigten Staaten, zustatten lom- men konnte. Die ersten VerhanDlungen, Die CsspeDes unmittelbar nach (einem Regierungsantritt aufnahm, unD Die er wohl bereits vorher schon vorbereitet hatte, schienen Denn auch Durchaus unter einem günstigen Zeichen zu stehen. Washington brachte Dem neuen Präsibenten offensichtlich Vertrauen entgegen. Die Interventionsgerüchte verstummten, unD es kam zu Demonstrieren, sehr sreunDschaftlichen Erklärungen von beiDen Seiten. AllerDings ist mit schönen Worten Das Problem Kuba nicht zu lösen. Es mußte mehr geschehen. Es mußten enDlich Mittel unD Wege gefunden roerDen, UN' Den Staat von Den geraDezu phantastischen 6 d) u l D e n , Die nicht allein Durch Machados Mißwirtschaft auf ihn drückten, zu befreien. Es mußte schließlich wenigstens der Versuch unternommen werden, den durch das amerikanische Kapital enteigneten Kleinbesitzern auf irgendeine Weise wieder eine Existenz und eine Heimstätte zu schaffen, und Durch eine Ard RücksieDlung Die übervölkerten StäDte, insbesvnDere Die HauptstaDt Havanna selbst, auszu- kämmen. In D^r ewig strahlenDen Sonne, Die über Den Antillen scheint, hat Das EilanD nicht Das Dunkle Gesicht, wie in Den JnDustriegebieten NorDamerikas oDe gar in Den Armenquartieren Europas. Die füD- liche Mischrasse, Die Kuba bewohnt, ist auch un- zweifelhaft weitaus anspruchslv(er in ihren BeDürf- nissen unD verhältnismäßig schnell an neue Umgebung unD an neue Verhältnisse zu gewöhnen. Dies sprach alles zugunsten Des großen Versuches, Der von CsspeDes eingeleitet unD mit Unterstützung Der ver- breiteten Abc-Organisation auch vorgetrieben hätte werben können, wenn, ja, wenn Dafür genügenD Zeit zur Verfügung stanD. Nur Darauf kam es an, Zeit unD etwas Ruhe zu gewinnen, um Die umfassen- D Pläne politischer wie' wirtschaftlicher Art in eine g fbare Wirklichkeit übersetzen zu können (Sefpebes unD seine FreunDe haben sich gewiß sehr ernsthift überlegt, bis zu welchem Ausmaße sic Dazu die amerikanische Hilfe in An- sprach nehmen sollten. Ein paar Kriegsschiffe im Hafen von Havanna, Die ihre KanvnenschlünDe auf Die Stabt unD vor allem auf Das Hafenviertel mit (einen dunklen Unterschlüpfen richteten, waren ge- wih bessere Garanten für Ruhe unD DrDnung, als es die Polizei oDer gar Das Militär fein konnten. Deren Führersch >ft jo viele Jahre hinDurch Macha- Dos Befehl gefolgt war unD Dem geflohenen Expra- fibenten vielfach auch noch innerlich anhängen mochte. In Den ersten Äunbgebungen, bie der neue Präsident erließ, betonte r d nn auch immer wieder, wie dankbar das kubanische Volk Dem Volke unD Der Regierung NorDamerikas für Die währenD Des Unabhängigkeitskampfes geleistete Hilfe lei, unD welche Doppelte Dankbarkeit es Der aufrichtigen FreunDschaft Washingtons bei Den augenblicklichen schwierigen Verhältnissen entgegenbringen müsse. So finD Die bestimmt auftretenDen Gerüchte Durchaus nem linken Arm. Ich flingeüe nach Dem Diener unD bat ihn, Herrn von Flügge zu rufen. Herr von Flügge kam, wir setzten uns, unD ich erzählte ihm fliegenDen Atems alles, was ich erlebt hatte. Er horte schweigenD zu, unD als ich geenDet hatte, sagte er: „Aus alles Dies war ich gefaßt, es ist nichts Neues für uns. Nur Der brandige Rand um diesen Briefbogen, — sonder- bar, ein so sichtbares und bleibendes Zeichen hat Tante Betty noch niemals hinterlassen." ,Hch werde den Brief in der Stadt durch einen Fachmann untersuchen lassen," sagte ich, „und dann habe ich eine Bitte: darf ich für die kommenden Nächte in ein Zimmer des Herrenhauses über- siedeln? Die Luft hier regt mich auf, mir ist, als bedarf ich der Ruhe." „Selbstverständlich," entgegnete Herr von Flügge, „Sie sind nicht der erste, der dieses Zimmer in Erregung verläßt. Kommen Sie, wir wollen ein wenig bummeln." Wir gingen, unterhielten uns lebhaft von Der seltsamen Tante Betty und ihrem rätselhaften kichernden Lachen. Im Damenzimmer des Herrenhauses betrachtete ich später ihr Bild in einem ovalen Rahmen: ein schmales, blasses, sehr anmutiges Gesicht mit großen, gütigen Augen und einem sanften Mund. Bist du wirklich tot? mußte ich denken. Ich habe es schmerzlich erfahren, daß irgendetwas von dir noch weiterlebt, du schöne, arme, vom Dasein enttäuschte Dulderin. Zwei Tage später nahm ich Abjchieb und fuhr nach Haus. Mein erster Gang in Der StaDt war zu einem Chemiker, Dem ich Den Brief zur Untersuchung gab. Der Mann teilte mir nach genauester Untersuchung mit. Der rostbraune, branDige Brief- ranD komme auf keinen Fall von einer offenen Flamme, offenbar sei er Das Ergebnis einer elektrischen Entlobung. So sagte er. Was fange ich Damit an? Im Juni Des folgenDen Jahres reifte ich roieDer zu Flügges aufs LanD. WährenD wir vom Bahnhof in luftigem Trab Durch Die blühenden Felder fuhren, fragte Herr von Flügge mit einem erwartungsvollen Seitenblick: „Wollen Sie wieder in Tante Bettys Zimmer wohnen?" „Auf keinen Fall," sagte ich wehmütig lächelnd, „ich bitte dringend um ein Zimmer im Herrenhaus." [Empfehlungen] h Gemahlen, Dungkalk la Torimull la Toristreu ab Laaer und frei Hausbezw. 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Gtockenjchall begleitet uns treu in „des Lebens wechseloollem Spiel", und es ist eine glückliche Idee von Exzellenz L e w a l d , daß Glockenklang in drei Jahren die besten Wettkämpfer aller Länder zum Kamps ihres Lebens zusammenrufen soll. Der Mathematiker und der Bildhauer, der Glok- kengießer und der Musiker arbeiten bei der Gestaltung der modernen Glocke Hand in Hand. „Modern" — es scheint zunächst kein passender Ausdruck für unsere Vorstellung von Glockenguß. In der Tat hat sich an dem rein technischen Verfahren seit der mittelalterlichen Blütezeit des Glockengusses und seit Schillers ,Lied von der Glocke" nichts oder nur wenig geändert, auch unser Gefühl für Wohllaut und Mihklang ist dasselbe wie ehedem. Aber in der äußeren Form, in der Verzierung der Glockenwand, in der Wahl und Schriftart des in die Glocke geprägten Spruches ist doch dem künstlerischen Empfinden Raum genug verblieben, um dem Geist der Zeit und dem Geist des Volkes Ausdruck geben zu können. Es ist bedauerlich, wenn diese Möglichkeiten — wie das in der Neuzeit, im Gegensatz zum Mittelalter, nicht selten geschah — durch eine seelenlose Massenfabrikation auf einem seelisch so ansprechenden Gebiet verdrängt werden. Bei der Glocke für die kommenden Olympischen Spiele wird diese Gefahr vermieden. Auch sie soll nicht nur vom Turm herab den Einzug der Sportler einläuten, sondern sie wird in Form von Tausenden und Zehntausenden kleiner Glocken überall einbringen, in das Sitzungszimmer der Vereine wie auf den Tisch des Privathauses, in Bronze oder vielleicht auch in Porzellan der Meißener und der Preußischen Manufaktur; es ist mir aber von vornherein die Ueberwachung auch dieser Glockenherstellung übertragen worden, um alles Minderwertige auszuschalten und um zu verhindern, daß die Masse und Verzierungen der großen Glocke bloß mechanisch aus die kleineren übertragen werden. Aufgabe rein mathematischer Berechnung ist es, nach der festgelegten Tonhöhe die Form der Glocke und die Dicke ihrer Wandung, die sogenannte „Rippe" — den Querschnitt — zu berechnen. Es läßt sich bei diesen Berechnungen eine solche Genauigkeit erreichen, daß nach Fertigstellung der Glocke nur wenige Pfund Metall' von der Jnnen- feit" des unteren Randes abgedreht zu werden brauchen, damit die Glocke den gewünschten Ton erschallen läßt. Wenige Pfund — das bedeutet bei einer Glocke, die wie die geplante Glocke für die Olympiade 60 bis 70 Zentner wiegt und etwa 1,80 Meter hoch ist, so gut wie nichts. Die künstlerische Ausgestaltung bleibt dem Bildhauer überlassen. Für eine gut durchgebildete Arbeit müssen stets mehrere Fassungen gemacht werden — die Glocke für die Olympiade z. D. ist jetzt bis zum dritten Gipsmodell gediehen. Nach Gips wird dann ein Bronzemodell hergestellt, und auch dieses wird vom Bildhauer bearbeitet, das dann endlich feine Billigung findet und einer geeigneten Metallgießerei übergeben werden kann. In den Firmen, die sich mit Metcillkunftguß beschäftigen, hat sich die beste handwerkliche Ueberlieferuna des Mittelalters erhalten. Hier arbeiten noch die echten und rechten Meister, die auf ihr Gewerbe stolz find und es vielfach auf ihre Söhne vererben; hier werden auch in jeder Werkstatt noch alte Berufsgeheimnisse bewahrt — wie die Glockenspeise zusammengesetzt ist, aus der eine von mir entworfene Glocke gegossen wird, könnte ich beim besten Willen nicht angeben, so streng wird das Rezept gehütet. Sicher ist nur, daß bestes Kupfer und bestes Zinn verwendet werden; Gußftahl hat doch nicht ganz den vollen, weichen Klang einer guten Bronzeglocke. Aber bevor an den endgültigen Glockenguß und die Vervielfältigungen herangegangen werden kann, müssen noch Beratungen mit den Werkstätten und gemeinsame Versuche statt- finden, damit man den rechten Weg findet und die rechten Leute, die mit dem nötigen Verständnis und Feingefühl an die Arbeit Herangehen Für jede künstlerische und kunstgewerbliche Tätigkeit macht es sehr viel aus, ob der Künstler die Technik zur Ausführung feiner Entwürfe beherrscht oder nicht. Schnitzen, Ziselieren — das sind für den Bildhauer kaum entbehrliche Fertigkeiten. Beim Glockenguß ist es sehr wesentlich, daß der Entwurf nicht nur geschmacklich gut ist, sondern sich auch leicht abgießen läßt. Zwar gibt es altbewährte Fachleut? bafür, aber es bleibt doch Aufgabe des Künstlers, hier und da anzuleiten, zurechtzuweisen, notfalls selbst anzupacken. Nachdem der Kern der Glockenform gemauert, mit dem Lehmhemd in der Form der künftigen Glocke bekleidet und mit Talg überzogen ist, müssen die Inschriften und Verzierungen des Entwurfs darauf übertragen werden — die Hand des Künstlers ist hierbei unentbehrlich. Dann nimmt das Verfahren feinen bekannten weiteren Gang: über den Kern und fein „Hemd" wird ein „Mantel" aus Lehm gezogen, der nach dem Trocknen abgehoben wird, dann wird das Hemd zerschlagen, der Mantel wieder darübergesetzt, und 3um Tode von Max Adalbert. Der in München verstorbene Schauspieler Max Adalbert als Schneidermeister Hasenklein, in einer seiner erfolgreichsten Rollen. Spielzeiteröffnung am hessischen Landestheater. Das Hessische Landestheater eröffnete feine Spielzeit mit der Aufführung von Richard Wagners „W a l k ü r e". Zu der ausverkauften Eröffnungsvorstellung hatten sich u. a. Ministerpräsident Dr. Werner und die Spitzen der Behörden einae- funben. Seit Jahren sah man auch wieder den ehemaligen Großherzog von Hessen im Landestheater. Die Aufführung unter der ausgezeichneten Leitung von Dr. Hans Schmidt-Isserstedt gestattete sich dank der hervorragenden gesanglichen und darstellerischen Leistungen von Joachim Sattler als Siegmund, Berta Obholzer als Sieglinde, Lilli H a f g r e n - Dmkela als Brünnhilde und Johannes Bischoff als Wotan zu einer glänzenden Einleitung der neuen Spielzeit des Hessischen Landestheaters Theaterausstellung in Kassel. In Kassel wurde in Anwesenheit der Vertreter der Behörden die vom Kasseler Staatstheater veranstaltete Theaterausstellung, die Werbezwecken dienen soll, von Intendant Baron von H o l t h o f f eröffnet, der mitteilte, daß der Ober- präfibent Philipp Prinz von Hessen bie Schirmherrschaft über bie Ausstellung übernommen habe. Der Intendant betonte, daß er und seine deutsche Künstlerschar nur echtes deutsches Theater bringen wollen. Bibliotheksrat Dr. Struck gab in seiner Festrede einen geschichtlichen Ueberblirf über die Entwicklung des Kasseler Theaters. Zum Schluß forderte der Intendant die Versammelten auf, in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Förderer der deutschen Kunst Adolf Hitler einzustimmen. Die Ausstellung gibt ein Bild von der kulturellen Bedeutung der seit 350 Jahren bestehenden Kasseler Bühne und zeigt die Entwicklung des Theaterlebens in Kassel vom Dttoneum, dem ersten steinernen Theaterbau Deutschlands, bis zum heutigen Tage. Vor allem finden die Seiten des kurfürstlichen Hoftheaters uvd die Tätigkeit des Komponisten Louis Spohr sichtbaren Ausdruck. Sehr lehrreich wirkt die Abteilung, die sich mit der jüngsten Theatervergangenheit und der marxistischen Zersetzung der Theaterkultur Kassels beschäftigt. Einen breiten Raum nehmen die Kostüme aus dem großen Fundus des Theaters ein. der Guß beginnt. Wenn nun die Glocke neu und glänzend bastelst, muß noch einmal ihre Wanbung vom Ziseleur unb vom Bilbhauer oerstänbnisvoll nachgearbeitet werben. Ein Glockenguß ist bemnacb für den Plastiker eine große unb dabei interessante Aufgabe. Die Bronze der Glocke ist ein sehr spröder Werkstoff. Das plötzliche Zusammenziehen beim Erkalten läßt in ihrem Inneren gewaltige Spannungen entstehen, die eben den reichen Klang des Materials bei jeder Berührung Hervorrufen; dabei ist eine Platte von 10 Zentimeter Dicke bequem zu durchschlagen, und wenn man nur ein kleines Stück aus der unteren Glockenwandung herausschneiden würde, so würde die Glocke nach innen zusammenbrechen. Aber trotz seiner Sprödigkeit ist das Glockengut der edelste Werkstoff für den Künstler, dessen Werk noch nach Jahrhunderten den erfahrenen Bildner lobt — und den unerfahrenen tadelt. Reichsbund für evangelische Kirchenmusik. Unter dem Ehrenpräsidium des Leipziger Thomas- Kantors Professor D. Dr. Karl Straube ist in Berlin ein Reichsbund für evangelische Kirchenmusik gegründet worden. Präsident des Bundes ist der Direktor der Hochschule für Musik in Berlin, Professor Dr. Fritz Stein, Reichsleiter der Fachgruppe Musik im Kampfbund für deutsche Kultur, zum Vizepräsidenten wurden Professor Wolfgang Reimann und zum Geschäfts- sichrer der Leiter des evangelischen Musikamtes, Adolf Strube, ernannt. Der Reichsbund unterstellte sich der Schirmherrschaft des Reichsbischofs Der deutschen evangelischen Kirche. Er bekennt sich zur kultischen Verwurzelung, zur gemeinschaftsbildenden Kraft und zur oolkhaften Grundlage aller Kirchenmusik. Zweck des Bundes ist der Zusammen- schluß aller auf dem Gebiet der Kirchenmusik tätigen Verbände und Stellen und die Einfügung der evangelischen Kirchenmusik in die allgemeinen deutschen Musikbestrebungen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Für die Mitwirkung in den Fachausschüssen werden führende Persönlichkeiten des musikalischen Lebens herangezogen, so u. a. Professor Friedrich Blume (Berlin), Professor Dr. Carlos Hasse (Tübingen), Professor Fritz Heitmann (Berlin), Professor Dr. Hermann Keller (Stuttgart), Unioersitätsmusik- direktor Georg K e m p f f (Erlangen), Landeskirchen- rat Dr. Mahrenholz (Hannover), Professor Günther Ramin, Organist Gerhard Schwarz, Komponist Kurt Thomas und Landeskirchenmusikdirektor Erwin Zillinger (Schleswig). Notar wegen Unterschlagung zu Zuchthaus verurteilt. Darmstadt, 9. Sept. (WSN.) Nach anderthalbtägiger Verhandlung vor der Großen Strafkammer wurde heute das Urteil gegen den Rechtsanwalt und früheren Notar S t u r m f e l s, der eine Zeillang als Mitglied der SPD. dem Hessischen Landtag angehört hatte, gefällt. Sturmfels wurde wegen fortgesetzter falscher Beurkundungen, fortgesetzter Unter- chlagung und Untreue zu einem Jahr echs Monaten Zuchthaus, einer Geld- trafe von 1500 Mark und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Sturmfels, der alsbald nach dem 5. März von der neuen Regierung seiner Amtswürde als Notar enthoben worden war, hatte im Laufe von vier Jahren Stempelgelder in Hohe von etwa 4000 Mark unterschlagen und gleichzeitig Urkunden gefälscht. Verhaftungen in Worms. Worms, 9. Sept. (WSN.) Die Staatspressestelle meldet: Durch gründliche Aufklärungen war es möglich, die K o m m u n t ft e n zu ermitteln, die im vergangenen Jahr anläßlich der Straßenversammlung dem Fahnenträger des Sturmes 58 (Westhofen) auf dem Marktplatz unter G e ° roaltanroenoung bie Fahne entriffen. Es wurden dieferhalb eine ganze Anzahl Personen in Polizeihaft genommen. Ferner wurden zwölf Personen in das Konzentrationslager eingewiesen, weil sie versuchten, den Staat und seine Organe verächtlich zu machen. Bei Durchsuchungen in Wohnungen von Kommunisten mürben kommunistische Fahnen, sowie ein französischer Karabiner und sonstige Waffen und Munition vorgefunden und sichergestellt. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich weiter südöstlich nach den Balkanländern entwickelt. Zwischen ihm und demjenigen über Schottland und der Nordsee stellt sich eine Hochdruckbrücke her, welche Deutschland mit in ihren Bereich nimmt. Die Herrschaft des hohen Druckes dauert somit auch bei uns weiter an. Aussichten für Dienstag: Stellenweise Kunst und Wissenschaft. morgens dunstig, sonst meist heiter, nachts frisch, tagsüber warm, trocken. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des herbstlich-schönen Wetters. Lufttemperaturen am 10. September: mittags 19,4 Grad Celsius, abends 12,6 Grad; am 11. September: morgens 7,7 Grad. Maximum 20,3 Grad, Minimum 5,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. September: abends 19,8 Grad; am 11. September: morgens 13,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11V< Stunden. Wirtschaft. Frankfurt schwächer. Frankfurt, 11. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Der Abbrückelungsprozeß an der Effektenbörse scheint noch nicht beendet zu sein. Auch zu Beginn der neuen Woche setzten sich die Abgaben an den meisten Marktgebieten fort, wobei man Liquidationsverkäufe vermutete, aber auch solche auf Sperrbankguthaben sowie solche zur Geldoerstüs- sigung aus Kapitalistenkreisen. Der weitere Kursoerfall hat die Aufnahmeneigung der Kulisse naturgemäß völlig lahmgelegt und auch die günstigen Nachrichten aus der Industrie kamen unter diesen Umständen nicht zur Entfaltung. Bei sehr stillem Geschäft ergaben sich zu den ersten Kursen durchschnittliche Rückgänge gegenüber dem Wochenschluß von 1 bis 2 v. H. Von einer Kurspstege seitens der Banken war kaum etwas zu verspüren. Stark angegriffen waren heute Montanpapiere, von denen Mannesmann 2,13 o. H., Buderus 2 v. H., Klöckner, Phönix und Stahlverein je 1,75 v. H., Gelsenkirchen und Harpener je 1,50 o. H. und Rheinstahl 0,40 o. H. einbüßten. Am Chemiemarkt verloren IG. 1,65 v. H., Deutsche Erdöl 1,25 o. H. und Scheideanstalt trotz der Jnteressenerwerbung auf pharmazeutischem Gebiet 0,40 v. H. Von Elektroaktien gaben Lcchmeyer 2,50 v. H., Aku 2,25 v. H., Licht & Kraft, Gesfürel und Siemens bis zu 1,50 v. H. nach. AEG. eröffneten 0,25 v. H. hoher, ließen aber dann 0,40 v. H. nach. Im übrigen eröffneten u. a. Zellstoff Waldhof 1,40 v. H., Deutsche Linoleum 1,25 o. H., Reichsbank 1, Daimler, Süddeutsche Zucker, Aku und Schiffahrtspapiere bis zu 0,75 o. H. niedriger. Der Rentenmarkt hatte ebenfalls schwächere Haltung. Attbesitz gaben 0,40 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,65 v. H. nach, Neubesitz, Stahlvereinbonds und Reichsbahnvorzuasaktien waren knapp gehalten. Am Pfandbriefmarkt lagen neue Kundschaftsverkäufe vor, so daß Gold- und Liquidationspfandbriefe bis zu 0,40 v. H. nachließen, Kommunalobligationen waren ziemlich unverändert. Stadt- und Staatsanleihen lagen ruhig. Von Auslandswerten notierten Schweizer Bundesbahnanleihen etwas fester. Im Verlaufe hielt die Umsatzlosigkeit an. IG. gaben nochmals 1,50 v. H. nach und auch die übrigen Werte bröckelten um weitere 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Fester lagen Be- fula, die zu Pari gefragt waren, ferner Chade- aftien mit plus 6 Mark. Von deutschen Anleihen gaben Attbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen nochmals je 0,25 v. H., Amnestieanleihe etwa 0,40 v. H. nach. Tagesgeld war zu 3 v. H. unverändert. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt, 11. Sept. Auftrieb: 1681 Stück Rinder (534 Ochsen, 123 Bullen, 535 Kühe, 458 Färsen), 341 Kälber, 58 Schafe, 4030 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollsteischige, ausgemästete jüngere 28 bis 31; ältere 24 bis 27; sonstige vollfleischige 20 bis 23. Bullen: jüngere, vollfleischig höchsten Schlachtwerts 27 bis 29; sonstige vollslei- schige oder ausgemästete 22 bis 26. Kühe: jüngere vollfleischige 23 bis 26; sonstige vollfleischige 19 bis 22; fleischige 15 bis 18; gering genährte 11 bis 14. Färsen (Kalbinnen): vollfleischige, ausgemästete 28 bis 31; vollfleischige 25 bis 27; fleischige 21 bis 24. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 41; mittlere Mast- und Saugkälber 30 bis 35; geringere Saugkälber 25 bis 29; geringe Saugkälber 20 bis 24. Schweine: vollfleischige, von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 44 bis 47; vollfleischige, von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 44 bis 47; vollfleischige, von Atrfa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 41 bis .46; fleischige, von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 38 bis 43. — Marktverkauf: Rinder schleppend, Ueberstand; Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausverkauft; ausgesuchte Fettschweine über Notiz, geringere magere Ware fast unverkäuflich. Rundfunkprogramm. Mittwoch. 13. September. 7.10 Uhr: Bad Hornburg: Frühkonzert. 9: Dom Deutschlandsender: „Preuhengeist"; Hörspiel. 12: Atte Tanzmusik. 14.30: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Dom Schauplatz des Wellenkrieges"; von Pros. Dr. Friedrich List. 18.25: Zeitfunk. 19: Stunde der Nation: Bilder von der Wasserkante; von Rudolf Kinau. 20: Großes Operettenkonzert. Naßwäsche die billigste Wäschereinigungsbehandlung, trocken gewogen. Gewichtsberechnung, gute, schonende Ausführung — Lieferzeit 2 Tage JJÄ Großwäscherei ,Edelweiß' Rasenbleiche — Heiß mangel _______________5604 A Kaiser-Nafron mild» im Geschmack und sehr bekömmlich, bringt Erleichterung und Linderung bei Sodbrennen. Magensäure. wirkt beruhigend. Man verlange ausdrücklich Kaiser-Natron nur la grüner Original - Packung, höchste Reinheit garantiert, niemals lose, In den melatao Geschäften. Rezepte gratis. Arnold Holste Wwe. Bielefeld. (1-S4) Bücher von den Wundern der Kleinwelt Die Mikroskopie. 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'j -~ 3 a ä a" :a LZ2 r« ® ts 5"5" 3 2m _ ’S O -“CT E M P K Qj W .. *- 2ZZLS8 to£8°S® 3 P-) 3 - D>sKZ ® V — *• H 3 5 eg|a«s W 2 3-7-3- EejJäH” sZ 2-5 -ua 3 cy --» w — w Sw'®' 2 E 2 2G^“ w -p rter Lchlachtviehmarkt. 11. Sep/. Austrieb: 1681 Stück Rin- Ä Bullen, 555 Kühe, 458 Sär/en), d)afe, 4030 Gemeine. 6s mürben Ochsen: oollsteischige, ausgemäfMe ■ ältere 24 bis 27; sonstig ooil- 3. Nullen: \tmyxe, vvWW) jerts 21 bvs 29; \on\üy vMin- Mete 22 bis 26. Kühe: jüngere bis 26; jonjtige volljleijchige 19 15 bis 18; gering genährte 11 bis Minnen): ootlsleijchige, ausgema- ; ootlsleijchige 25 bis 27; fleischige ['ber: beste Mast- unb Saugkälber lere Mast- unb Saugkälber 30 bis augtälber 25 bis 29; gerinne Saug- z4. Schweine: oollsleischige, von )0 Psunb Lebenbgewicht 44 bis 47; ,n K° * b» M $f . to ' 47; oollsleischige. von zirka 1« bis ^gewicht41bis46;^chige.M 60 Psunb Lebenbgewicht 38 bis «• 4: Rinder schleppend. Ueberg. «-'TS- S^ EUE d -HZ-;, «3 Hr 3 1> cs — NLR «Z. o e HS §K ^K.aZG SßC*?H® w 71352 3 A30— =E f2 c'S «K = Ck8?E=SSBE —WM «dE 3 »chch»pi,„ bis" marJt hotte ebenfalls f4mn*,,, ;8enQbeon654J fi lPäte Reichs, gen v,to D. S). nach, gieubelih ^eichsbahnvorzugsaktien jjjj- ?m Psanbbriesmarkt lagen jSSfK-’*’ a b°6 Tolb. unb bnes . bis zu 0,40 v.h. „aZ ibligahonen waren ziemlich um ' und Staatsanleihen lagen ruhig, .tten notierten Schweizer Bundes, n dC, er;3m ^rlouse hielt die n. gaben nochmals 150 0 fi d'e übrigen Werte bröckelten um ' 0^0 v.h. ab. Fester lagen Be- m gefragt waren, ferner (Hjabe- 6 Mark. Bon beutfdjen Anleihen und späte Reichsschulbbuchsorbe. ls je 0,25 v. h., Amnestieanleihe 1 nach. Tagesgelb war zu3v.h. un- G.S “t:^E Ä ta.,, h01l n*hta Selltts a°d): s.., 1 am 10 > U0t®öUtru bs 12 ß ffi ^biber-«... >. rrn’ .®rt>b; Qtn .' ^ttagg ja . Erdkern 20,1 Ä;‘S —__ ^nen. GU*“^ w Oft — S 2 5 ’m =' 3»^ V 3 • 2 3D 2 E- .8 Z ZZrs3^Ma®^a =i“ 5usö*eÄS ö;s?.2i‘e SS*«'® E)_^t -3^ s^t EW® v e ® 3 2 Äo ®» w e1“ o Zd P ®i®u e >4 ce " — ;>hii ® e B o 3 e-^'^us-S S?e ® s^^5s ®d 3 5 5.3^ E. E Q —‘7. 0 G s ~ 3 — .OS u O 3 ® ^G o-G e^*«5^§ f»s*6) ±! —-o 5:5 " d ' ® ^«e1 CS E E . m *#. ®K 3 CWÄS ;"§S?s OS S >4 ® M^ - d-Z^ D D E 2 «O to B G G 55 G © G £ ’S e ,® ® ® V 3 m.® ’S d ®a-S ZLZ SfiW = - ö ” 3 OS 2 ’S ® E £ o. 3L a-ög'S «« !.Z (fl» « ®® B ä — n« -5 » ~3 •& p LZ«8 «v S 6) 5» R» « 5u3 5 2 ä ft 3 S -8 3 3 2 3 LZ® 5 = £2 5 a s; 2- 3 3 3 3 3 3 3 &• Bo ?g5S Wfangre^ ®>3a 3 0 « s s 3: a® O «8 - 2 y 2 § S'o'g'iS» Z3'5F Bo Bo ^.2 3 S »'S« 2 3 S'Syg O 3 2.«®»S: ft® 3 LLA"®S*SZ « Oo 6» 2 R? o c't» 3 ©BVZ 2 3 3 O 5 2 ft 5 3 I»--S d » « 3 D 2 - (?)._ :-2 5 3 2.» 3 3 3 L 3 -a 8’«5 2-3 .2 r>. 9 B'® 2 5 ■ ,Co a ö s« — 3 '® ft Bo a o 2® -: a Bo «•$9850 "5> « «’S BO ?sa 3 Bo « bo a ~ 7? « Z er 8» <-5 Bo „ ft 2 a2®3q® 3 ft 3 2- - 8S a a 3 » es LS » a Ö3 & 2 t$o-a 3 Beft a 2 a5a»@ — 3 ' 3 o 3§ S-Öö ?= (fl cs? 5. a BO y» 3 LS 3 B- s. o'-e S-2 2S 3 « «3®L r® 3 3 3 BO 3 S 08 -L» a 3° a ES Sa S a «8 3 ft öt 3 5 Sä @3 3° WsüS C2 a 2 »s 3 ® 5 3:3 B» 3 a 'ö' y ft a 3 es s ft 3" bo a ft 2 <51 « ff® ®Ö3 S Ä ■3 3 c ? 3 2.SS 3 Ö> p 3 <& Si ® 2 5*3 r» g ~3 5 Ä ® 3 = (0 Cfl 2 a a 3 E L2 ®a ®-~« • 3 n. 3L LS 2 3^2 8 « <» —>— bot (v) ft ®cc 3 _ ss - Bo ffS »38 ft 5S 5.3 Sa ro o ®^Z- er a 2 e»2 -23 > g 3 3 S3' ’s3 a ® -s'ft5 2. ess- §3 3 - Gr 3 6-» 2" Bo 22 3 § «" 3 3° a£3 3?»: wög-g ■o ■« es®'S» — ö —o ft Li 2 a <1 — 3 3 =« an rL 3 ' 3 (5)3 ° 2 ^3 - Sco.ft 5 L b) S^ft w^ft 2 *5- ®«5 a ° ft ®3^ K 3 Bo's 2 S'İ 3 8>^ft 2 S2 'Z-ÄL 3 BO 2: LZ ^'2 3 - I oa & La 3 »2 ®ft-f •2' - a 2. ML? Sa 2" Bo «öS 3=1 » eon 0 5 3 m "tS"S — a 3 » a Q »BoEKB BO' —r'—' _ ft a?3 5 Bo L, _. 2 < 3 ft S « ft Z. 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Das größtenteils noch schlagartig die Litt brand in Deutsck weist, daß nur^. verantwortlichen c die Putschorgc g e n und den P u & gegen Mai Beschlagnahme «3 H. £2— LaS^ 3 3 ft ft. 2 aft - ft® 3 2* «>ö q- 2 » 3 ^3 g'es ess a ö c « §8 »§ 3 ■g'to» L3L, ft ft-3 3 3 Sag? 3Z3"^aSZ 89Sf=5-S = ft ' -t ft ft 2. 3 3 3 ft °" /Z-, ®. 8^ 3= <*#2 _ /a« ® ®3« ^»Z3 s a'-r1 cs ft ^,0. ft' ^yft'^3»3" 2 d ft a ft »2 er Boagft3«5o ft. Bo ft ft ft ft —>r>- , - 0^3 •* 3 93 - « ft 2 ft- 3 o 3 a a ft’o » 27 S» °?S>8 - CT» °>3 ©g 2 «' J aufgehob Zahlenden Mirglieö den Fällen wurden |U,n Nriskifi prten jo daß es nnK 1 $üt)re "“pemjenfra ttnben gaben bloßz, Jn wurde S^men, rooöo ";üu"g lum fy 9*1 unb unter aS,™1*'". v Sie llnü. Ä1* XSlt daß Ergebnis. 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