Donnerstag, U. Mai & Nr. 109 Erstes Blatt 183. Jahrgang GietzenerAnzeiger zum Nachmittag do General-Anzeiger für Oberhesten Drad nnb Verlag: vrühl'sche Unwerfitätr Buch- und Stcinörudcrei L Lange in Gießen. 5christlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Hnjtti'gfii für die lagesnummtrlf Nl Erscheint täglich, aufjer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bie^ener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$Be5ug$prei$: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zerttfprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Postscheckkonto: Kranlfurt am Main 11686. Preis für l mm hö für Anzeigen von 27 Breite örtlich 8. austxfarf 10 Reichspfennig: fürs *Ä klameanzcigen von 7o|ml Brette 35 Reichspfe Platzvorschrist 2O*/a M , Lhesredakteur. iXÄ Dr. Frtedr. Wilh. 12 Verantwortlich für 'Pflitib Dr. Fr. Wilh. LV. c; füi Feuilleton Dr. f». 3 hgüriot für den übrigen Teil Ern Diumschein undsürlMAz zeigenteil i.D.Tb.jrümm. sämtlich in uiiefieL ( Die Deutsche Siudenlenschast gegen den undeutschen Geist. Reichsminister Dr. Goebbels spricht bei dem feierlichen Akt der Bücherverbrennung in Berlin Berlin. 10. Mai. (ERB.) Als Auftakt zur öffentlichen Bücherverbrennung auf dem Opern- plah hielt der neue Ordinarius für politische Pädagogik in Berlin Professor Alfred B a e u m I c r die erste Vorlesung seines Kollegs „Wissenschaft, Hochschule und Staat". Dor Beginn der Vorlesung marschierte eine studentische Fahnenabordnung mit dem Hakentreuzbanner ein Die meisten Studenten waren in SA.-Hniform erschienen. Der Hörsaal war überfüllt. Professor Daeumler beschäftigte sich mit den geistigen und philosophischen Grundbedingungen der nationalen Devolution, die sich auf zwei Gebieten, nämlich auf dem Gebiet des Geistes und dem der Wirtschaft, erst langsam durchsetzen werde. Aach Beendigung der von den Studenten begeistert aufgenommenen Vorlesung sammelten sich die Studenten auf dem Hegel-Platz, von wo aus sie in geschlossenem Zug mit Fackeln und klingendem Spiel vor das Berliner Studentenhaus zogen. Hier hielt cand. phil. Fritz Hippler, Kreisleiter des ASDStB., eine kurze Ansprache, nach der sich, von den Studenten eskortiert, die Wagen mit den zu verbrennenden Büchern in Bewegung setzten. Von Fackeln begleitet ging der Zug unter Gesang durch die Strasten zum Brandenburger Tor und die Linden entlang nach dem Opern- plah. Hm 23 Hhr trafen die Ersten des Zugs im Braunhemd und Couleur, an deren Spitze Prof. Dr. Alfred B a e u m l e r marschierte, auf dem Opernplatz ein Von den Wagen, die das undeutsche Schriftmat:rial in die Aähe des Scheiterhaufens gebracht hatten, bildete sich eine lange Kette, und von Hand zu Hand gingen die Bücher, die dann dem Feuer überantwortet wurden. Reichspropagandaminister Dr. Goebbels betonte dann in einer Ansprache, dast diese Devolution sich grundsätzlich unterscheide von der Revolte des Jahres 1918. Damals sei der Materialismus durchgebrochen, und 14 Jahre Schmach und Würdelosigkeit seien über unser Volk gekommen. Die Devolution 1933 kam von unten her und ist im besten Sinne des Worts der Vollzug des Dolkswillens. Statt dast in Deutschland eine deutsche Erziehung durchgeführt wurde, dast der Jugend in den Hniversitäten wirkliche Volksführer das Wort redeten, verschanzte (ich die hohe Wissenschaft hinter Paragraphen und Aktenbündel. Hnter- dessen hat das junge Deutschland längst schon einen neuen Dechts- und Aormalzustand wiederhergestellt. Tempo und Elan der Jugend sind zur Durchschlagskraft der ganzen Ration geworden. Revolutionen machen nirgends Halt. Sie sind der Durchbruch neuer Weltanschauungen, von den kein Gebiet unberührt bleiben darf. Ihr jungen Studenten seid die Träger und Vorkämpfer der jungen rcvoluNo- nären Idee dieses Staats gewesen. Jetzt habt Ihr die Pflicht, in diesen Staat einzugehen und ihm neue Würde und Geltung zu verschaffen. Ein Revolutionär must ebenso g r ost fern un Aiederreisten der Hnwerte wie im Aufbau der Werte. Wenn Ihr jetzt den geistigen Hn- flat in die Flammen werft, müstt Ihr auch die Pflicht auf Euch nehmen, an die Stelle dieses Hn- rats einem wirklichen deutschenGetst die Gasse frei zu machen. Die heutige Handlung soll vor aller Welt dokumentieren: Hier finkt die geistige Grurüilage der Avvember-Rcpublil, morgen aber soll sich auf diesen Trümmern ein neuer Geist fiegreid) erheben, den wir tragen. Deshalb ersuche ich <5ic, m diesen Flammen nicht nur das Symbol des Riedergangs, sondern auch des Aufstiegs zu erkennen. Der Minister schlost mit einem dreifachen Heil auf den Führer Adolf Hitler, in das die Menge brausend einstimmtc. Der Gesang des Horst- Wessel-Liedes beendete die Veranstaltung. Kundgebungen im Reich. Berlin, 10. W-i- (SU-) Wie in Berlin. wurden auch im «eich Kundgebungen der Sw- denten gegen den undeutschen Geist veranstaltet In München sand im Lichthof der ^nmerfdat eine Feier statt, bei der der Rektor Geheim rat v!^ Zumbusch, das neue Studentenrecht übergab. Die Festrede hielt der bayerlsche ^l tusminister S ch e m m. der über die nationaleRe volution und die Ausgaben der ^nwersttaten sprach. Den Abschluß der Kundgebung bildete em Fackelzug zum Königsplatz wo die Derbrcnri g undeutscher Bucher stattfand. In Dresoen sprach auf der Kundgebung der Studentenschaft der Dichter Will Vesper, auch, dort bildete sich nach dem Festakt ein großer sackehug, der jur Bismarcksäule führte, wo nach einer Ansprach des Aeltesten der Dresdener Studentenschaft Schund- und Schmutzliteratur verbrannt wurde. Jn Aürnberg verkündete der Rektor kwrHoch- erteilt habe.'die RüLbeA^ M’SMS'S'toSXVgä lÄrÄTäffÄÄ Die deutschen Hochschulen im nationalen Staat. Kultusminister Rust über die gemeinsamen Grundlagen des akademischen Nenbaus. Berlin, 10. Mai. (WTB.) Kultusminister Rust eröffnete die Tagung der Hochschulreferenten aller deutscher Länder mit einer Ansprache, aus der wir folgendes entnehmen: Wenn der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler bei der Eröffnung des Reichstagen erklärte, dast die kulturellen Angelegenheiten auch weiterhin Sache der Länder bleiben sollen, so ist es selbstverständlich, dast kein deutscher Staat in dieser Frage isoliert marschiert, sondern dast auch die kulturelle Tätigkeit jeden einzelnen Landes der nationalen Verbundenheit des deutschen Volkes diene. Die Hochschulen, die nicht nur Wissen vermitteln sollen, sondern auch die ersten Forschungsstellen des Deutschen Reiches sind, können jedoch nicht einfach den anderen Lehrstätten entsprechend behandelt werden. Die Art. in der der Hochschulunterricht in Zukunft gestaltet werden wird, ist weniger intellektuell mitleilbar, sie must intuitiv ersaht wer- den. Das Wichtigste dabei wird eine gründliche Gewissensersorschung sein und der zähe Wille, unter allen Umständen bis zur Wahrheit oorzuslohen! Dieser Wille muh die trennenden Mauern, die zwischen den verschiedenen Systemen, zwischen Hörern und Dozenten errichtet waren, Niederreißen. Freie Forschung und nationale weltanschau- nngsgemeinschaft. das sind die beiden Grundpfeiler, auf denen die deutschen Hochschulen ruhen. Immer wieder muh ich Mißverständnissen entgegen, treten, die über die Gründe für unsere „G leich- schalturigsaktion" an den Hochschulen, für die Absetzung zahlreicher Universitätsprosessoren geäußert werden. Welcher Richtung die Vertreter solcher Meinung angeboren, sie sind in einem grundlegenden Irrtum befangen. Jeder must erkennen, daß es kein Richtungswechsel ist, den wir erleben, sondern die fundamentale Tatsache, daß der größte Teil des deutschen Volkes wieder zu sich selb st erwacht ist. Unaufhaltsam schreitet diese Bewegung fort, bis eines Tages das ganze deutsche Volk für das neue Werk gewonnen und sich seine Organisationen zur Politik, Wirtschaft und Kultur geschaffen haben wird. Run noch ein Wort zu den Prinzipien, nach denen die Auswahl der neuen Lehrkräfte erfolgt. Wir haben es erleben müssen, dast ein Hochschullehrer, der der halben Welt als der Vertreter der deutschen Wissenschaft erschien. sowie er jenseits der Grenzen war, seine Verbindung zu Deutschland mit einem Federstrich löste. Ein echter Deutscher kann diesen Standpunkt des „ubi bene, ibi patria“ nicht einnehmen und deshalb sind wir der Meinung, daß deutsche Kunst und deutsche Wissenschaft a m besten von deutschen Händen verwaltet werden. In diesem Sinne werden wir die Reubesehung des Hochschullehrkörpers vornehmen. Unter keinen Hm ständen werde ich es ober dulden, dast ein Hochschullehrer, sich mangels wissenschaftlicher Qualitäten bisher nicht durchsetzen konnte, dies heute nun auf Grund eines politischen Ausweises erreicht. Oer Eid gegen den Anschluß für die österreichischen Beamten. Wien. 10. Mai. (TU.) Der M i n i st e r r a t hat tatsächlich den neuen Beamteneid beschlossen, der Handlungen gegen die Regierung als Grund der Entlassung aus dem Staatsdienste festlegt. 3n einer neuen Eidesformel wird den Beamten besonders die Pflicht vor Augen geführt, dem Bundesstaate Oesterreich und feiner Regierung im Rahmen der Dienstpflichten Treue zu bewahren. Die Verweigerung des Eides soll als Ausscheiden aus dem Dien ff e angesehen werden. Gleichzeitig werden in dieser Verordnung Bestimmungen für ein vereinfachtes verfahren der Entlassung von Beamten geschaffen. Eine solche Entlassung soll auch bei absichtlicher „Förderung staats- und regierungsfeindlicher Bestrebungen" erfolgen. Dieser Passus findet auch Anwendung bei Handlungen, die von Ruhestandsbeamten begangen werden. Die nationalen vereine und verbände haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an den Bundespräsidenten gewandt, in dem sie ihrer schweren Sorge über die Nachricht Ausdruck geben, dast die Beamtenschaft Oesterreichs zu einem neuen Eid auf die gesetzmäßige Regierung und die Selbständigkeit Oesterreichs gezwungen werden solle. 3n dem Schreiben heißt es, es erhebe sich die Frage, ob ein Umsturz vorliege oder nicht, wenn er nicht vorliege, wozu fei dann ein neuer E i d notwendig? Es müsse der österreichischen Beamtenschaft erlaubt fein, sich zu der Formel Seipels zu bekennen: Jede Kombination mit dem Reiche, keine ohne das Reich. Es habe feinen Sinn, die Autorität des Staates durch eine Zumutung zu schwächen, die gerade in den gewissenhaftesten Beamten das vertrauen auf die sittlichen Ausgaben des Staates erschüttere. Deshalb bitten die vereine und verbände den Bundespräsidenten. sich der bedrängten Gewissen anzunehmen. Dollfuß baut sein Kabinett um. Wien, 10. Mai. (WTB.) Nach einer amtlichen Meldung haben heute der Finanzminister W eiben h o f f e r (Christlich Sozial), der Handelsminister Dr. Iakoncia (Heimatblock), der Innenminister B a ch i n g e r (Landbund) und der Staatssekretär Fey (heimatblock) ihre Demission überreicht, die vom Bundespräsidenten angenommen wurde. Der Bundespräsident Hal hierauf den Landeshauptmann von Niederösterreich Dr. Buresch (Christlich Sozial) zum Finanzminister, den Kommerzialrat S t o ck i n g e r zum Handelsminister und den Ingenieur S ch u m y (Landbund) sowie den bisherigen Staatssekretär Fey zu Bundesmini- stern ernannt. Ferner wurden der Nationalrgt Neustädter-Stürmer (heimatblock) unb der bisherige Minister B a ch i n g e r zu Staatssekretären bestellt. Fey behält das Sicherheitswesen. Neustädter-Stürmer wird Arbeitsbeschaffung, Arbeits- dienst, Fremdenverkehr übernehmen und Bachinger Forstwesen und Holzbewirtschaftung. OaS Uniform tierbof in Men. Wien, 10. Mai. (CNB.) Nach dem Untfornwer- bot machen sich die Verkäufer der national- sozialistischen Blätter das Vergnügen, ihrer Arbeit im Zylinder nachzugehen, was beim Publikum großen Beifall findet und auch dem Verkauf dec Blätter zugute kommt. Die Polizei allerdings ist anderer Ansicht und hat schon mehrere dieser Zylinderträger verhaftet. Ebenso wie die gestrige „N a ch t p o st" wurde heute der „Kampf- ruf" (Mitlagsblatt) wegen Verbreitung beunruhigender Gerüchte beschlagnahmt. Ein Provokateur hetzt gegen die deutsche Schule in Polen. Bromberg, 10. Mai. In Brombcrg findet am 12. Mac ein Prozeß statt, der wieder einmal ein Schlaglicht auf die Hetzarbeit von Provokateuren gegen die deutsche Minderheit wirft. Bereits feit Jahren hat ein angeblicher deutscher Kultur- und Wirtschaftsbund. dessen Leiter Renegaten waren, gegen das Deutschtum agitiert und in Lodz den deutschen Organisationen und Einrichtungen schweren Schaden zugefügt.' Insbesondere ist die teilweise Polonisierung des Lodzer deutschen Gymnasiums, das einen polnischen Direktor erhalten hat und seine besten deutschen Lehrkräfte entlassen muhte, auf die Wühlarbeit dieser Krcife zurück; uführen. An ihrer Spitze steht ein Drogist Kinder mann, der bereits während der Rheinlandbesetzung Spitzeldienfte für die französischen Defatzungsbehörden geleistet und zahlreiche Deutsche der französischen Polizei in die Hände gespielt hat. Während der letzten Wahlen zum polnischen Schm zog Kindcrmann eine .Deutsche Volkspartei" auf, die das Deutschtum zu zersplittern versuchte, bei den Wahlen allerdings eine ungeheuere Riederlage erlitt. Dieser selbe Herr üinöermann Hal jetzt einen Feldzug gegen das Bromberger deutsche Gymnasium eingeleitet. Er nahm eine harmlose S ch ü l e r s ch l ä g e r e i, bei der sein Sohn von einem Mitschüler namens Krüger einen Schlag erhielt, zum vorwand einet groß angelegten Aktion gegen das deutsche Gymnasium. Zuerst forderte er die Verweisung Krügers von der Schule. Als das Lehrerkollegium dies ablehnte, forderte er die Beseitigung der Lehrer. Gleichzeitig wurde wie auf Kommando von den polnischen Behörden eine großangelegte Inquisition gegen bas deutsche Gymnasium eingeleitet, angeblich, um den „Hitler Gei' der Schule zu entfernen. Obwohl innfaflFfi aus Vernehmungen von Lehrern und SchüLr.ngreiche Belastendes ergaben, erschienen in der *rn nichts Presse hehartikel, in denen ein ' hapatnifchen gehen gegen das deutsche ©qmnaliuiyrfes Dot wurde. x fltfaebrrt Im weiteren Verlauf der Aktion fla Kindermann für feinen Sohn gegen be^tc nun hercW Krüger wegen Körperverletzunx 06^ Bcf nibance^’l daß der junge Kindermann nicht d-^tzl seststeht.M sichtbare D e r l e ß u n g bar nttgrfe f l e i n ft e J der Schule nicht einen Tag w e frage«' und in?j| geblichen Mißhandlung 'nen ter a n • | wurde die Klage angenommen und aff e h 11 hat,W sich Krüger vor dem 'Bromberge? B* am 7 Mai butte e antworten. Die mehrstündige ■ ■ tricht zu ver-W breitester Oesfentlichkeit burchäesjik^M^ ig- die nor I sich nur zehn Minuten lang um bijTt trurbc, brcbtrfjS perverletzung, dafür aber falt vier , angebliche Kör«W angeblichen Gei st der Schule gtunben um denW die Ladung zahlreicher neuefl3eugemurbrmel vereinbart worden zu sein, deren allgemeine Fiswirkung aber nach Meinung der eng- praktische A erung nicht sehr groß sein dürfte. lischen Re/'lald sprach dann von der Bereitschaft Ame- MacD'.n K o n s u l t a t i o a b k o m m e n zur Meh- rikas, d-er Sicherung Europas und der kriegsbedroh- rung Staaten beizutreten. MacDonald scheint mit ten 5sevelt eine Richtlinie für die gemeinsame Haltung Ror angelsächsischen Staaten in der Abrüstungssrage band damit auch gegenüber Deutschland verabredet zu haben. Diese Annahme wird bestätigt durch den Nachdruck, mit dem MacDonald von den friedfertigen Völkern Europas spricht, deren Befürchtungen zerstreut werden müßten. Wer die Propaganda kennt, die in den angelsächsischen Ländern hinsichtlich der Absichten Deutschlands getrieben wird, kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Ausführungen MacDonalds Frontstellung gegen Deutschland enthalten. Die deutsche Politik wird es nicht zulassen können, daß die hier angedeuteten Tendenzen sich in dem endgültigen Konsultativabkommen konkretisieren und daß auf diese Weise die jetzt noch umstrittene Frage der Definition des Angreifers entsprechend den französischen Absichten in dem Sinne geregelt wird, daß im Zweifel immer nur i)ic Haltung Deutschlands für internationale Schwierigkeiten und Komplikationen oeranti wörtlich gemacht wird. Die Genfer Aktion gegen die sogenannten deutschen „Wehrverba'nde". Genf, 10. Mai. (WTB.) Der Ausschuß für die Festsetzung der Truppenbestände ist heute endlich dazu übergegangen, die sogenannte militärische Ausbildung der Verbände bei den verschiedenen Staaten unter die Lupe zu nehmen. Daß diese Verbände, soweit Deutschland in Frage kommt, nicht als militärisch onzusehen sind, ergibt sich aus der Entstehung, Verwendung und Ausbildung dieser Organisationen. Die SA. und SS. entstanden aus der Notwendigkeit, die Parteianhänger gegen ihre inner- politischen Gegner zu schützen. Daneben wurde zwangsläufig diese Organisation zu einer sozialen Einrichtung. Sollte Deutschland und damit Europa nicht dem Kommunismus verfallen, so mußte versucht werden, die Millionen von Arbeitslosen von der Straße wegzubekommen. Die bisher von innen- und außenpolitischen Gegnern in Bild und Presse vorgebrachten „Beweise" anhand angeblicher Dokumente, wonach SA. und SS. den Charakter eines militärischen Verbandes hätten, haben sich stets als Fälschungen, zum mindesten immer als bewußte Entstellungen her- ausgestellt. Der Stahlhelm hat sich niemals mit militärischer Ausbildung beschäftigt, womit er auch aus der Ratur seiner eigenen Aufgaben heraus stch gar nicht befassen kann. Er besitzt weder Waffen noch militärische Ausbildung. Es ist deshalb eine Unmöglichkeit, einerseits die Reserven der militärischen Streitkräfte Nicht mit zu den Effektivstärken rechnen zu wollen, anderseits die völlig unmilitärischen Verbände einzubeziehen. Der Ausschuß für die Effektivbestände beschäftigte sich zunächst mit der Frage der sp örtliche nundmilitärischenAusbildung der auhermilitärischen Organisationen in F t a - lien. Mit 7 gegen 5 Stimmen bei 5 (Stimm- entbaltungen wurde beschlossen, daß bei der Berechnung 24 000 Mann berücksich- tigt werden sollen. Es heißt, die italienische Delegation sehe sich unter Umständen gezwungen, bei der endgültigen Entscheidung im Haupt- ausschuh eventuell ihre bisherige Stellungnahme zu dem englischen Konventionsentwurf einer Nachprüfung zu unterziehen. Der Ausschuß ging dann zu den sogenannten Wehrverbänden in Lf4LanbJ^.r' Die Franzosen, unter- ftuöt von ihren Anhängern auf der Abrüstunas- konserenz, versuchten den Nachweis zu führen daß diese Verbände militärischen Charakter hatten. Bezeichnenderweise lehnten die Franzosen es ab, die besonderen Verhältnisse, unter denen diese Verbände geschaffen worden sind und die Aufgaben, die sie zu erfüllen haben, in Betracht au ziehen. Die Debatte wird morgen und in den nächsten Tagen fortgesetzt. Wie sieht es bei -en andern ans? Die vormilitärischeAusbildung in Polnischen und tschechischen Wehrverbänden. Berlin, 10. Mai. (CÄB. Eigene Meldung.) Die «Kreuzzeitung" beschäftigt sich in einem Ar- hfel mit der vormilitärischen Ausbildung in Polen und der Tschechoslowakei, ein Problem, dem angesichts der gegenwärtigen Der- handlungen rm Effektivausschuß der Abrüstungs- konferenz über den militärischen Wert der Wehrverbände der einzelnen Länder besonderes Interesse zukommt. Die -vormilitärische Ausbildung außerhalb der Armee erfolgt in Polen in vier großen Verbänden: dem Schützenverband, der Polnischen Legion ehemaliger Soldaten, dem Sokol und der Großen polnischen Legion, die insgesamt etwa eine Million Mitglieder umfassen. Der 300 000 Mitglieder umfassende, straff militärisch organisierte, mo- dern bewaffnete und uniformierte Schühenverband ift • durch Verordnung des Kriegsministers Bestandteil der polnischen Wehrmacht und untersteht den offiziellen Militärbehörden. Der polnische Staat hat im Jahre 1931/32 acht Millionen Zloty für die Militärische Ausbildung" ausgegeben. ...der Tschechoslowakei findet die militärische Ausbildung gleichzeitig mit der Ausbildung außerhalb der Armee in Wehrverbänden statt und verlauft in den großen Wehrverbänden: dem Sokol dem Schutzenoerband, dem Drei, der Tschechoslowakischen Nationalgarde und der Masaryk-Flugliga die insgesamt etwa 850 000 Miglieder umfassen' Die 600 000 Mitglieder der Sokols werden m i t d e r Waffe unter Leitung aktiver Offi - ziere und Unteroffiziere regelmäßig ausgebildet. Mit dem ohne Waffe betriebenen Geländesport eines Teiles der deutschen Jugend ist diese systematische Militarisierung der ganzen jungen Generation unserer Nachbarn natürlich nicht entfernt au vergleichen. 0 Aus aller Welt. Vom Miltelrheinischen verband evangelischer Arbeitervereine. Der Mittelrheinische Verband evangelischer Arbei- kervereine legt in einer Kundgebung auf seiner ersten Tagung nach der Neugestaltung des deutschen Rei- ches ein freudiges Bekenntnis zur Neuordnung des öffentlichen Lebens im Deutschen Reiche, wie in den Landern und den Gemeinden ab. Als coange- 11 f d) e C b r t ft e n geben seine Mitglieder der dankbaren Freude Ausdruck, daß nicht mehr Wirtschaftsund Staatsform als das Wichtigste erscheinen, sondern der Mensch und seine unsterbliche Seele und daß unter Ablehnung und Bekämpfung des Klassenkampfes der Arbeiterstand als gleichberechtigtes Glied ™h-hbSbl0x" meibi.e des deutschen Volkes anerkannt wird. Wie der Verband immer dafür eingetreten ist Jnh mnffh Kr -?lan^' deutsches Volksbewußtfein unb wahrhaft brüderliche und soziale Gesinnung in unserem Volksleben zur Geltung kommen, so will er auch im neuen Deutschland mitarbeiten an einem frommen, freien, einigen Deutschen Reich. 3roei Monate Gefängnis roegen Verächtlichmachung der hakenkceuzfahne. h ?erJ}?if£be Kaufmann ßaAprus Pels in Em- ben hatte wegen groben Unfugs einen Strafbefehl Wochen Haft erhalten, weil er sich in der Oeffentlichkeit über eine Hakenkreuzfahne verächtlich geäußert hatte. Gegen diesen Strafbefehl legte Pels Berufung ein. Das Ergebnis war, daß ihn bas Amtsgericht Emben wegen Beschimpfung ber Farben bcs Reiches zu zwei Monaten Oe f ä n g n is verurteilte. 1 y Aus ber Provinzialhauptstadt. „Die deutsche $rau raucht nicht/' 2n Ulm hat Staatskommissar Dreher folgende Kundgebung erlassen: „Die deutsche Frau raucht nicht. Sämtliche Gaststätteninhaber werden ersucht, in ihren Lokalen Plakate an gut sichtbarer Stelle auszuhängen mit folgender Aufschrift: „Die deutsche Frau raucht nicht!" Das ist kurz und erfrischend. Wir Frauen, die wir uns in all dem Taumel der Rachkriegsjahre noch gesunden Sinn und Ratürlichkeit bewahrt haben, stimmen dem Staatssekretär Dreher dankbar zu. Cs heißt, daß das Mädchen, ohne Beruf und Beschäftigung, zwangsläufig dazu verurteilt wurde, seine freie Zeit in Kaffeehäusern und Tanzdielen zuzubringen. Man könne doch von einem jungen Ding, das keine Aussicht auf Fortkommen oder Heirat habe, nicht verlangen, daß es den ganzen Tag in seinem Zimmer sitze und Trübsal blase. Und wie das Rauchen füv den Mann in gewissem Sinne eine Betäubung sei, durch die er Sorgen und Rot der Gegenwart vergesse, so habe auch die Frau ein Anrecht, auf dieses Heilmittel. Das ist alles leeres Geschwätz. Es war lediglich äffischer Rachahmungstrieb. Es sollte etwas sein, etwas Besonderes vorstellen. Man konnte im Cafe so ungeheuer vornehm und lässig da- sihen und die Asche der Zigarette abstreifen. So von oben herab, so nebensächlich, wie man es im Film so schön gesehen hatte. 3a, im Film! Da wurde vornehm geraucht! Bei jeder ÖL Dorsdors: Wilhelm Lehr II., Ruppertsburg; Wilhelm Pauly, Bettenhausen; Adolf Dietrich, Langd; Wilhelm R e i ch h a r d t II., Rod- Heim, Wilhelm Sang, Rabertshausen; Friedrich Keil, Steinheim; August Müller, Berstadt; H. Lindemeier, Obbornhofen; Heinrich Petri, Ober-Bessingen; Louis Dietz, Inheiden; Ludwig Müller V., Bellersheim; Hermann Koch, Dillingen; Bürgermeister I ö ck e l, TraiS- Horloff. Der langjährige Direktor der Genossenschaft K l i n g e l h ö f f e r, der im 93 Lebensjahre steht, wurde in Anbetracht seiner Verdienste von der Versammlung zum Ehrendirektor ernannt. — Rabertshausen, 7. Mai. Dieser Tage sand die erste Sitzung des neugewähltei, Gemeinderates im hiesigen Rathaus statt. Rach der feierlichen Einführung und Vereidigung brachte Pg. Lehrer Roth den Antrag ein, Reichs- Präsident von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler und Staatspräsident Dr. Werner zu Ehrenbürgern unserer Gemeinde zu ernennen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Wettervoraussage. Der Rordseewirbel hat sich noch Zentralcuropn verlagert und bestimmt unsere Wetterlage. Wohl bringt burch ihn zunächst noch etwas kühlere Luft vor, wobei gleichzeitig leichter Barometeranstieg er» folgt; jeboch wird dabei keine wesentliche Besserung aufkommen. Abermals nähert sich zwischen Island und Irland eine Störung, deren Einfluß später wieder zur Auswirkung kommen dürfte. Es wird somit das wechselhafte Wetter sortbeslehen, wobei die Temperaturen schwanken und die Niederschlags- tätigfeit erhalten bleibt. Aussichten für Freitag: Etwas beständiger, jedoch noch wechielnb-wolkig, zwischenzeitlich etwas aufheiternd, zunächst noch kühl, einzelne schauerartige Niederschlage. Aussichten für Samstag: Wieder mehr wechselhaftes Wetter, etwas wärmer, zeitmeife Niederschläge. Lufttemperaturen am 10. Mai: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 11. Mai: morgens 8,1 Grad. Maximum 13,8 Grad, Minimum 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Mai: abends 15 Grad; am 11. Mai: morgens 10,7 Grad Celsius. — Niederschläge 4,8 mm. — Sonnenschein- dauer 5% Stunden. Verein für Luftfahrt Kassel fein La auf, und bald danach erbauten die Akademisc, Fliegerabteilung Deutscher Burschen- sch öfter und die Segelfliegergruppe über 16 Stunden. Obwohl die Wasserkuppe als die Hochburg des deutschen Segelflugsports anzusehen ist, so hat der Dörnberg ihr gegenüber doch einen großen Vorzug. Wenn nämlich, in den Zeiten der Frühjahrs- und Herbststürme die grauen Regenwolken dcchinjagen, bann ist sie fast bauernb in Wolken gehüllt, — es herrscht „bicke Knoofe", wie ber Segelflieger sagt — während der wesentlich niedrigere Dörnberg davon verschont bleibt. Auch in diesem Jahre hatte die Akademische Fliegerabteilung Deutscher Burschenschafter in ihren Reihen zur Teilnahme an Gleit- und Segelflug- kursen auf dem Dörnberg aufgerufen, an denen auf Grund einer mit ber Akabemischen Fliegergruppe Göttingen gebilbeten Arbeitsgemeinschaft im März dieses Jahres zum erstenmal 14 Mitglieder bjefer Gruppe sich beteiligten. Von ber Akademischen Fliegergruppe Gießen hatte sich mein Bruder, cand. med. Fritz Schmidt, zum ehrenamtlichen Fluglehrer des Fortgcschrittenenkurses verpflichtet, während ich als Gast teilnahm. Cagcrleben ... Als wir zu Beginn des Monats März hier oben ankamen, lagen noch 10 Zentimeter Sdjnee. Trotzdem es nachts empfindlich kalt war, wurde jeden Morgen um Punkt 6 Uhr aufgestanden. Um 6 Uhr 5 erschallt das Kommando: „Heraustreten zum Frühsport!" Nur leicht bekleidet wird ein Waldlauf gemacht, oder es werden am Waldrand Freiübungen ausgeführt. Danach erfolgt die Morgenwäsche im Freien, die jedoch erst durch die Zertrümmerung ber auf dem Waschbecken befindlichen, Zentimeter- bicken Eisbecke ermöglicht wird. Alles wäscht sich mit ber Ueberzeugung, daß bic im Wasser herum- schroimmenben Eisstücke sehr zur Erfrischung bei» Vom (Segelflug aus dem Dörnberg Von cand. Phil. Karl Schmidt. I Etwa 15 Kilometer westlich von Kassel liegt der Dörnberg, ein Basaltmassiv von 560 Meter Höhe ü. M., das schon feit Jahren als Segelfluggelänbe ft($?¥rfjut.,!n rber, daß sämtliche vorgebrachten Einwendungen als oollftanbig unbegründet zurückzuwei- sen waren. So konnte Herr *yin endlich als Bürgermeister in fein Amt cingeführt*"Derben. Dieser Tage wurde unser neuer Bürgermeister auch als Vorsteher des hiesigen Ortsgerichts und Standesamtes verpflichtet. Z Großen-Linden, 10. Mal. Vor kurzem trat unsere langjährige Krankenschwester Elisabetl) Schäfer in den wohlverdienten Ruhestanb. Schwester Schäfer versah ununterbrochen 41 Jahre hindurch ihren schweren Dienst in opferfreudiger Pflichterfüllung. Es wird kaum eine Familie in unserer Gemeinde geben, ber Schwester Schäfer, bic infolge ihrer langjährigen Tätigkeit über große (Erfahrungen auf bem Gebiete ber Krankenpflege verfügt, nicht mit Rat unb Tat zur Seite gestanden hat. Schwester Schäfer erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit; für ihre segensreiche Tätigkeit gebührt ihr Dank unb Anerkennung ber gesamten Einwohnerschaft. Möge es Schwester Schaser, bie heute im 71. Lebensjahre steht, vergönnt sein, noch viele Jahre bei bester Gesunbheit im Ruhestand zu verbringen. — Als Nachfolgerin hat Schwester Äaroline S d) ä • fer aus Nonnenweier den Dienst als Krankenschwester in unserer Gemeinde übernommen. k Hungen. 10. Mai Die Molkereigenossenschaft Hungen hielt dieser Tage im Saale der „Traube" eine außerordentliche Generalversammlung ab, zu der sich etwa 300 Mitglieder eingefunden hatten. Die Einberufung hatte sich durch den Rücktritt deS gesamten Vorstandes ergeben- Die Rcuwahl hatte folgendes Ergebnis: Zum Direktor wurde einstimmig Heinrich Schneider, ^Itphe. gewählt. Der Vorstand seht sich aus folgenden Personen zusammen: Ferdinand Kammer, Htm- gen; Heinrich Serth, Ronnenroth; Heinrich Weller 111., Langsdorf; Gustav Belzer, Geiß- Kreisverbandstagung der Frauenvereine des Kreises Gießen. * Beuern, 10. Mai. Wohl selten hat unser Dorf und unsere evangelische Kirchengemeinde so viele Gäste empfangen wie bei der Verbands- Versammlung dec evangelisch - kirchlichen Frauenvereine des Kreises Gießen. Aus den Gemeinden Allendorf an der Lumda, Daubringen, Lollar-Kirchberg, Mainzlar, Ruttershausen, Staufenberg, Trais a. d. Lda., Odenhausen, Geilshausen, Allertshausen. Bersrod und Göbelnrod waren die Frauenvcreine gekommen. Die Tagung wurde mit einem Festgottesdienst in der Kirche eröffnet. Der Kirchengesang- vercin unter Leitung von Herrn Schomber begrüßte die Teilnehmer mit dem Lied ,2ch hebe meine Augen auf..Pfarrer Becker (Gießen) legte seiner Predigt Stellen aus Pred. 3 und Matth. 16 zu Grunde und führte u. a. aus, daß man an dem Tage der nationalen Arbeit auch der unermüdlichen Arbeit der christlichen Hausfrau und Mutter gedenken müsse, die Tag um Tag, Stunde um Stunde ihre Pflicht erfülle und zwar nicht eines Lohne- halber, sondern, die ihre Arbeit als Würde empfinde. Arbeit um Lohn allein bringe keine Befriedigung, ebenso wie Arbeit ohne Gebet keinen Segen bringen könne. Rach einem weiteren Liede des Kirchenchores begrüßte Dekan Buhmann (Lollar-Kirchberg) die Gäste, u. a. auch den Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen), und gab seiner Freude Ausdruck über die starke Beteiligung, die beweise, wie notwendig Zusammenkünfte dieser Art seien. Er ermahnte die Frauen, ihren Glauben und ihr Deutschtum vor der Welt zu bekennen. Frauenvereine müßten Quellen des Lebens fein, bestes Baumaterial zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Rach einer Kaffeepause, bei der die etwa 700 auswärtigen Teilnehmer in den Familien der hiesigen Gemeindeglieder gastliche Bewirtung fanden, trafen fich die Vereine noch einmal in der Kirche zur Rachversammlung, die der Kirchen- gesangverein wieder mit vorzüglich vorgetragenen Chören umrahmte. Oberkirchenrat D. Wagner knüpfte an den Tag der nationalen Arbeit an und führte aus, daß der Tag ein Ehrentag im besonderen für die deutsche Frau sei. Fräulein Wahrendorf (Alsbach a. d. Bergstraße), die Geschäftsführerin des hessischen Hauptvereins der evangelisch-kirchlichen Frauenvereine, grüßte im Ramen des Verbands und richtete herzliche Worte an die Mitglieder. Für den Kreisverband Gießen erstattete Frau Rau (Klein-Linden) den Iah- resbericht. Missionar Walther (Gießen), ein Sohn unserer Gemeinde, gab in dem Vortrag „Bereit zum Gottesdienst" Ermahnungen, tote die christliche Frau, insbesondere Frauenvereinsmitglieder. Mitarbeiten könnten im christlichen Gemeindeleben. Er forderte zur christlichen Liebestätigkeit auf, damit die Frauenvereine zum Segen der Gemeinden sich auswirkten. Als Vertreter des örtlichen Kirchenvorstandes dankte Pfarrer Schmidt allen Rednern und schloß mit Gebet unb Segen die Tagung. Die ansehnliche Kollekte kommt erholungsbedürftigen Frauen zugute. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 10. Mai. Unsere Mitbürgerin Luise Weller, Kirchstraße, vollendet am 11. Mai in kör- perlicher unb geistiger Frische ihr 7 0. Lebe n s - fahr. Ihr Ehemann Heinrich Weller, ßanbroirt, mürbe zwei Tage vorher 70 Jahre alt. gck. Grohen-Buseck. 11. Mai. Am 14. Mai um 19.30 4lhr findet in unserem Gotteshause ein Kirchenkonzert statt. iL a. kommen Werke von Ioh. Seo. Dach. Händel. Mendelssohn- Bartholdy und GweU zur Aufführung. Mitwirkende sind Frau Gertrud Wehl aus Gießen (Gesang). Pfarrer Müller (Violine), Rektor I n d e r t h a l (Orgel und Cello), cand. math. H. Inderthal (Orgel), der Posaunenchor unter Leitung von H. R i k o l a i und der Kirchenchor (Leitung: Pfarrer Müller). Harbach, 7. Mai. Zur Neubildung des hiesigen Gemeinderats wurde je ein Wahlvorschlag der NSDAP, und der SPD. eingereicht. Die NSDAP, entsendet 5, die SPD. 2 Vertreter. Als gewählt gelten für die NSDAP.. Wilhelm Müller, Landwirt; Karl Friedr. Le sch Horn, Arbeiter; Otto Wünch, Landwirt; Karl Stumpf, Landwirt, Ludwig Herzberger, Landwirt; für die SPD.: Wilhelm Weiß, Landwirt; Heinr. Seip, Weber. — Der alleinige Vertreter der NSDAP, im alten Gemeinderat, der Landwirt Heinrich Wünch VII, wurde schon im November 1931 mit Mehrheit zum Bürgermeister unseres Dorfes gewählt. Durch Einspruch gegen die Wahl wurde jedoch die Einführung des Neugewählten in sein Amt verhindert. Die Derbandiungen am Kreis- und Prooinzialausschuß in Gießen sowie am Verroaltungsgerichtshof in Darm« * Continental Gummi-Werke, H anno n e r. Die GV. genehmigte den bekannten Abschluß für 1932 unb setzte bic Dioibenbe aus roieber 8 v. H. fest. Ueber bie Geschäftslage äußerte sich Generalbirektor Tischbein wie folgt: Die im we- schästsbericht erwähnte Belebung bes 3n!anD5ge- jcyäftes habe angehalten und fei gegenüber dem bes Vorjahres als sehr befriebigenb zu bezeichnen, .we Preise für Rohmaterialien seien weiter bie Verkaufspreise seien jeboch weiter sehr gedrua. Das Exportgeschäft leibe nach wie vor unter Der Weltroirtschaftslage. Der Exportumsatz fei roeiter zurückqegangen, aber bie Gesellschaft nähere stw bem Punkte, wo Umsatzrückgang unb ^ntoJteJ?ru„* gang in bas richtige Verhältnis kommen und direk i Verluste vermieden werden. Von dem Abgehen de Dollars vom Goldstandard werde die Gesellscya t nur wenig betroffen. ' • CB c t g m an n » ® l c 11 r i d i t ä t ro c r e- AG.. Berlin. Der auf den 13. 3um emzube rufenden Generalversammlung soll ^rgesch 9 werden, das bisherige 2lkt^nkaplla ,von 44 H lionen in eine Firma im Verhältnis von 5 1 au 8.8 Millionen Mark hcrabzusetzen. Der.Vierve, entstehende buchmäßige LIeberschrch ~ * 193] lionen soll zur Deckung der in den Iahren iwi und 1932 entstandenen Verluste von >ng s 21.9 Millionen Mark, sowie Sondern sch bungen von 8.4 ^hongt^ ^ÄnS Ferner werden 0.88 Juul-< = D^üd- neuen Reservefonds, 2 MtUwne ^Betriebs- eines ®ertb«ru4hgung|t™tr>«6cft.mmL M neuen'gabritationiprogrammS der gitma cme 37‘Sin-‘3" d-r Ä.-Sbung Zur Herstellung der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. Chlorodont, morgens und vor allem abends benutzt: macht die Zähne blendend weiß und erhält sie gesund ist sparsamm Verbrauch und daher preiswert. d. h. auf rund 60 Prozent des Vorjahres zurückge- gangen. Etwa im gleichen Verhältnis hat sich der Auftragsbestand gegenüber bem Vorjahre Dermin- bert. Infolge bes stark abfinfenben Umsatzes unb ber hierdurch bedingten, sich immer ungünstiger gestaltenden Ausnutzung der Produktionsstätten hat die Gesellschaft im vergangenen Jahre einen erheblichen Betriebsverlust erlitten. Sonderabschreibungen sind in Höhe von insgesamt RM. 41.6 Mill, vorgenommen, wovon RM. 32,5 Mill, auf Beteiligungen entfallen. Insgesamt wird noch Auszehrung des Reservefonds von RM. 42 093 870 ein Verlust von rd. RM. 30,6 Mill, auf neue Rechnung oorgetragen. Die finanzielle Reorganisation der Gesellschaft wird bis zur Klärung der wirtschaftlichen Verhältnisse verschoben. Im laufenden Jahre hat sich der Geschäftsgang entsprechend den Erwartungen der Gesellschaft zu einer gewissen Stabilität entwickelt. Die Ausnutzung ber Produktionsstätten muß allerdings noch als ungenügend bezeichnet werden. Frankfurt schwacher. Frankfurt a. M.. 11. Mai. (WTB. Draht- mclbung.) Gegen die erhöhten Kurse im Dor- börsenverkehr auf Grund der festen Haltung Wallstreets und in Rachwiriung der Erörterungen über die organische Zinssenkung eröffnete die amtliche Börse enttäuschend. Auf dem erhöhten Riveau lagen offenbar seitens der Kundschaft einige Der- kaufsorders vor. die die Spekulation zur Zurückhaltung und teilweise auch ihrerseits zu Gewinnmitnahmen veranlaßten, so daß die Kursbildung zwar uneinheitlich, jedoch gegenüber der Abendbörse überwiegend etwas schwächer war. Die Ausführungen des Reichskanzlers auf dem Kongreß der knitschen Arbeitsfront fand starke Deach- tung. Bon ungünstigem Einfluß war der enorme Ber- lustabschluß bei AEG., der besonders aus die Kursgestaltung am Elektromarkt eine nachteilige Wirkung hatte. AEG. verloren 1,25 Prozent. Sietragen. Um 7 Uhr wird angetreten. Die Befehle für den Flugdienst werden entgegengenommen, und gerne hört man: „Zum Kaffectrinken weggetreten!" Um 8 Uhr beginnt der Flugdienst, ber, bei Einschaltung einer Mittagspause von 12 bis 14 Uhr unb einer Kaffeepause von 16 bis 17 Uhr, bis 19 Uhr bauert. Abenbs fitzen Fluglehrer unb -schiller in gemütlicher Runbe — ohne Alkohol — bei Sang unb Spiel zusammen. Flugerfahrungen unb fliege- rische Erlebnisse werben in lebhafter Aussprache erörtert, unb nur zu schnell vergehen bie Shinben. Punkt 10 Uhr gehen im Schlafraum bie Lichter aus. Zu einem harten Lagerleben gehört auch ein hartes Bett, bas aber nach ben großen Anstrengungen bes Tages nur als angenehm empfunben wirb. „Achtung — in Fliegerdeckung!" Dies Kommando kennt jeder, der schon mehrmals zum Wasserholen gefahren ist. Dabei hat man nämlich einen Geländeabschnitt zu durchqueren, über bem bie oben am Dörnberg ober an ber Immels- burg gestarteten Flugschüler meist schon ans Landen denken ... Und diese Flugschüler, die sich zur Landung mit besonderer Vorliebe Hindernisse wie Bäume, weidende Kühe, große Steinhaufen, Harm- lose Menschen usw. auszusuchen scheinen, sind derart rücksichtslose und gefährliche Burschen, daß man sich längst daran gewöhnt hat, sie als „feindliche Flieger" anzusehen. Wir ziehen mal wieder mit unterer „Kanone", dem Wassersaß, durch den gefährlichen Abschnitt, und haben wie so manchmal bas Pech, daß oben an ber Immelsburg so ein „Flug- schiller" — biefe Bezeichnung ist schon fast zum Schimpfwort herabgesunken! — zu einem Uebungs- flug startet. Wir machen Halt, um ihn besser beobachten zu können. „Menschenskind!" ruft da einer neben mir, „was macht ber benn jetzt? Der Kerl brückt ja die Kiste auf die Schnauze! Der verfährt nach dem bewährten Spruch: „Wird dir's oben nicht geheuer. Gib nur feste Tiefensteuer!" Wie bie Drähte pfeifen! Da kommt er wahrhaftig genau auf uns zugebraust ... Wir brüllen uns einanber zu: „Achtung!--In Fliegevbeckung!" Alles wirft sich zu Boden. Ganz dicht überfliegt er uns. Erst jetzt zieht er wieder Höhensteuer. „Damit kannste nun feinen Eindruck mehr bei uns schinden", sagt ein Kamerad ganz trocken, dem sich entfernenden Flugzeug zugewandt. Sekunden später erfolgt die glatte Landung, 200 Meter von uns entfernt ... (Fortsetzung folgt.) gonjeit Oer 51l.-5ton0or(entapeöe Molken unk. £eitung Oes denn Kovellineiskeis Groktz Lollar, Arheilgen, Berlin, Mainzlar, den 10 Mai 1933. SA.-Standarte 116 und dem SA.-Zliegersturm 3 3152 V 3171 D 1.60 u. 3.15 Gegen Frauen untersich 1. geräumige PKEMPh. Junkermann Ida Wüst 3163 C Frische Eier 3 stück 25 Eine Freude für Dich! Dazu: 3162C Los Los S & F-Tafelbutter y2 Pfund 57 Los Los Los nur Los Deckmaterial. 3165V 3154 A R JC-H MUCKER- die jahrelang in der gleichen Branche tätig waren. Wir bitten um lückenlose schrittl Angebote mit Gehaltsangabe u. Lichtbild u. 3155 D an d Gießen. Anzeig. Aprikosen-Konfitüre Erdbeer-Konfitüre . Weinbrand-Verschnitt Deutscher Weinbrand. 34 38 38 38 33 22 22 24 52 38 30 48 60 22 Ein berauschender Film voller Klang- und Naturschönheit, voll heiterer Spritzigkeit, voller Liebe und Seligkeit Vi Dose 38 Mx Dose 29 Pfund Pfund 24 12 14 20 28 Weiße Kernseife Riegel 500 g Frischgew. Weiße Kernseife stück 250 g Frischgew. Gelbe Kernseife Stück 300 g Frischgew. Polo-Pullover mit Rollkragen Kataloge und Prospekte liefert die BrühPsche Druckerei Schnittbohnen Karotten in Würfeln Die Beerdigung findet am Freitag, dem 12. Mai, nachmittags V/a Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes aus statt; Zwetschen-Latwerg Gemischte Marmelade Zuckerrüben-Syrup... Apfel-Gelee Johannisbeer-Gelee ... Aprikosen-Konfitüre .. Erdbeer-Konfitüre .... y2 Flasche 1.30 y2 Flasche 1.50 ....Pfund ....Pfund ....Pfund ...Pfund ...Pfund ...Pfund ....Pfund ►...Pfund ....Pfund ....Pfund Pfund ab ....Pfund ....Pfund ....Pfund Glas 58 Glas 58 Der Mord im Scala-Theater Eine Kriminalaffäre in 2 Akten Dazu: Auserwähltes Beiprogramm und Ufa-Tonwoche Eier-Bandnudeln............. Eier-Fadennudeln............ Stangen-Makkaroni.......... Suppeneinlagen............... Grünkern ganz oder gemahlen Milchreis fein................. Weizengrieß grob und fein ... Pflaumen getrocknet Ringäpfel...................... Aprikosen fein Sultaninen Korinthen..................... Haselnußkerne Malzkaffee ausgewogen...... 98 *|65 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Richard Schulze. Damen-Rock, marine, Rips, ganz schwere Qual.,reineWolle,nur Trlk,-Charmeuse-Bluse besond. schöne Qual., mit 1g. Arm, auch in schw. a. Trauerbluse Damen • Bock, aus la reinw.Rips,Boucl6 od. Afghalame in nur erstklass. Qualitäten Billiger Brot-Aufstrich! 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Gewinnung und Anfuhr von 60cdrn Pfd. 40 38 28 50 66 64 64 Gelbe Schmierseife Weiße Schmierseife 1. Juni zu vermiet. Schriftl. Angeb. u. 02917a.d.Gieß.Anz. 4 auffallend billige Röcke «auffallend billige Blusen 2-Pfd.-Eimer 74 70 52 ...... 92 ......118 ......120 ......120 Bekanntmachung Jede Neuherstellung oder Veränderung von Grundstücksentwässerungen ist nur nach vorheriger Einholung der baupolizeilichen Genehmigung zulässig. Das Ausführen jeglicher Arbeiten [Stellengesuche] WM Führerschein 2 u. 3d 24J.alt,ledig,solide, Antialkoholiker sucht für sofort Stellung. Schriftl. Angeb. u. 02906a.d.Gieß.Anz. Bekanntmachung. Nach Mitteilung des Forstamts Lich besteht dieses Jahr im Gemeindewald eine erhebliche Käfergefahr. Nach den Versteigerungsbedingungen ist der Käufer verpflichtet, das nach dem 15. Mai des Wirtschaftsjahres noch im Wald befindliche Nadelholz — sowohl Nutzholz wie Brennholz — zu entrinden und die Rinde auf Verlangen der Forstoerwaltung zu entfernen, widrigenfalls die Gemeinde berechtigt ist, diese Maßnahmen auf Kosten des Käufers ausführen zu lassen. Wir fordern daher auf, das gesteigerte Nadelholz, sowohl das Nutzholz wie auch das Brennholz, spätestens bis zum Ablauf nächster Woche entweder zu entrinden oder abfahren zu lassen. Lich, den 8. Mai 1933. 3151D Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. HirDich R.A.ROBERTS- PHURB1GER Mitesser, Pickel und olle Houtunreinheiten Schönheitswasser Aphrodite 1.60 u. 3.15 SS34A Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz Nr. 10 Zuverlässige, perfekte Stenotypistin zum sofortigen Eintritt gesucht. 3icoD Graf zu Solms-Laubachsche Rentkammer BNnnngen zu verm. G. Katz, Ludwigstr. 45. 0:012 Schöne 3158Ü 5-Zimnrtling. mit Bad, großem Bleichplatz usw. per 1. Juli evtl, auch früher zu vermieten. Marburger Str. 10 2 leere Zimmer (fließ. 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Das Ausgießen oder Einleiten von Schmutzwasser in die Straßenrinnen ist verboten. 3. Von Grundstücken, die an die Straßenkanäle angeschlossen sind, darf kein Niederschlagswasser über den Bürgersteig abfließen, auch nicht, wenn die Sjof= oder Regenrohrsinkkasten verstopft sind. Die Sinkkasten sind regelmäßig zu reinigen. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen und die Unterlassung der Reinigung der Sinkkasten unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Polizei-Verordnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Gießen betr. vom 1. August 1904. Gießen, den 10. Mai 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Gteinbruchverpachiung. Der fiskalische Steinbruch im Distrikt Sommerberg wird auf sechs Jahre weiter verpachtet. Schriftliche Angebote sind bis zum 18. b. 2IL, vormittags 9 Uhr. bei dem Forstamt, Stephanstraße 4, einzureichen. Gießen, den 10. Mai 1933. , Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. 3166D Gott dem Allmächtigen hat es ere unvergeßliche, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante r Frau Helene Frank geb. Hofmann nach schwerem, mit großer Geduld ertragenen Leiden im Alter von 68 Jahren zu sich zu nehmen. | Mietgesuche | Möbliertes, billiges Maos*-Zimmer zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02914a.d.Gieß.Anz. | Stellenangebote [ Suche tücht. Hierher umi Verteiler für Zwieback u. Keks Giloff. unter 3168V an den Gieß. Anz. tlllllllllllllllllllllllllllllllllD Lehrling । Lehrmädchen per 1. Juni gesucht. Hausbursche imAlter von!7Jahr. welcher die Kundschaft nachfrag. kann per sofort gesucht. H. Kalbfleisch Kolonialwaren Liebigstraße 66. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll SWIW gegründet 1878 Ä Matt-Charmeuse-Blnae mit lang. Arm, eine ganz besond. Leistg. Schach-Klub Men Freitag, d. 12. Mai abends Vr9 Uhr CafS Krämer General-Versammlung Neuwahl des Vorstandes, Satzungsänderung, üCrganb’ sationsfragen. 0291a Der Vorstand. Stadttheater Gießen »n-iO Freitag 12. Mai 19 bis nach 23 Uhr 30. Freitag-Abonn. Overnpreise. Vorzugs- u. Rundfunkscheine haben Gültigkeit. Gastspiel d. Stadttheaters Mainz. (Zum Gedächtnis des 50. Todesjahres Richard Wagners). Tristan und Isolde Handlung in drei Aufzügen. Astoria-Lichtspiele Beete Donnerstag bis Sonntag: Harry Piel in d. sensationellen Kriminal- und Spionagefilm Der Geheimagent mit Maria Solvey, Bd.v.Winterstein DENNY □UGO Nr. 109 Zweites Blatt Donnerstag, U. Mai 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhetzei. V Delbaumfclb zum anderen. Allerdings fehlt der nationalen Opposition der Führer Die monarchistischen Offiziere, denen et in der Neujanrs- nacht gelungen ist, aus ihrem Derbannungsort der afrikanischen Landbüchse mit dem schönen Namen Rio de Oro zu entfliegen, sitzen zwar alle in Portugal aus dem Anstand, aber wie es scheint, hat sich auch bei ihnen die Führersrage noch nicht entschieden. Aus den Führer aber kommt es an. Ersteht ein neuer Primo de Rivera in Spanien, so werden ihm Kräfte aus allen Bevölkerungsteilen zufließen, die heute noch schwanken, und die viel- leicht sogar glauben, die Regierung unterstützen zu müssen, um die vollkommen^ Bolschewisierung zu verhindern. „H o f s t Ihr auf einen neuen Prim o?" so fragte ich meinen Buckligen. Er beugte sich etwas über den Tisch und ließ seine Augen im Dunkel leuchten. Dann legte er sich selbst die Hand auf den mißgestalteten Rücken und sagte: „Wir hoffen! Wir glauben!" Blick in die Volkshalle wahrend der Jeffrcbe von Professor Dr. Kuhn. In der ersten Reihe von rechts nach link: Staatspräsident und Ehrensenator Dr. Werner; Staats- Minister Dr. Müller; Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Ieß; der Stangler der Landesuniversität Professor Dr. Rudolf Herzog; Frau Professor Dr. Ieß; Frau Staatspräsident Dr. Werner. — In der zweiten Reihe von rechts nach links: Oberbürgermeister Dr. Keller; Exrektor Professor Dr. D a n s e l o w; Prooinzialdirektor G r a e f. Staatspräsident und Ehrensenator Dr. Werner bei der Verkündung des neuen hessischen Studentenrechts in der Festversammlung in der Dolkshalle. Oie Landesuniversiiät huldigt der nationalen Regierung Bilder von der denkwürdigen Feier. Oer Schallen primo de Riveras Steht Spanien am Vorabend der Gegenrevolution? Von unserem -m-Berichterstatter. oölkerung, die so ungebildet sind, daß sie eigentlich gar keinen Begriff dafür haben, was Republik und was Monarchie ist, und die durchaus glauben, der König sähe immer noch „irgendwo". Der Begriff des Gotkesgnadentums wird in diesen Teilen des spanischen Volkes einfach buchstäblich genommen, und die bewußt monarchistischen Kreise nützen diese Stimmung sehr geschickt aus. Die Zeitungen haben in Spanien, obwohl sie im allgemeinen größere Auflage,Äffern als in Deutschland haben, doch nicht die Bedeutung für die politische Willensgestattung, die man ihnen vielleicht im Auslande zuschreibt. Hier ist alles auf Mundpropaganda gestellt, und diese Mundpropaganda läuft von Tür zu Tür, von der einen Herde zur anderen Herde, von einem Festkommers im Studentenheim. Don rechts nach links: Der Kanzler der Landesuniversität Profesior Dr. Rudolf Herzog; Frau Staats- Präsident Dr. Werner; Se. Magnifizenz der Rektor Profesior Dr. Ieß; Dr. G u y o t, Alter Herr der Landsmannschaft Chattia (der Landsmannschaft des Herrn Staatspräsidenten^ und Beauftragter für die Durchführung der Veranstaltung; Staatspräsident und Ehrensenator Dr. Werner; Frau Professor Dr. Ieß. Sämlliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Cordoba, Mai 1933. . ’3^n!cn, "oben anderen schönen Dingen, die der Welt bekannt sind, ganz herrliche kleine Kneipen. Und in Spanien hat hinwiederum Cordoba m seinen maurischen Gäßchen die verschwiegensten Stätten, wo man Bachus huldigen kann. Ein kleiner verräucherter Raum, in den man von der Straße sozusagen hineinfällt. Nichts als ein paar Bänke und ein Tisch und ein halbes Dutzend über- einanbergeftapclter Fässer, aus denen direkt der Wein in kleinen Glasern geschenkt wird. Und so ein Glas köstlichsten jungen Jerez kostet nach deutschem Gelde nicht viel mehr als ein paar Pfennige, wobei man sich immer wieder wundert, daß dieser Südwcin, den man in der Heimat als beinahe süß empfindet, so herb und vom stärksten taninhaltigen Geschmack sein kann, so lange er jung ist. Wenn irgendwo, so kann man hier in diesen Kneipen das spanische Volk studieren, wie es wirklich ist. Das spanische Volk besteht, auch das muß einmal festgestellt werden, nur aus Männern, Frauen Haden auch heute, trotz der Revolution und trotz aller schönen Worte über die Gleichberechtigung der Frau, nichts zu sagen. Nur wählen können sie; und dieses Geschenk der Revolution ist mit einem Strick vergleichbar, mit dem sie sich selbst langsam aber sicher den Hals abschnüren. In einer solchen Kneipe hafte ich ein Erlebnis, das vielleicht mehr als alle langen Untersuchungen zeigt, welche politischen Unter ft römun- gen heute im spanischen Volk vorhanden sind. Ich saß und trank meinen Jerez und an der anderen Seite des Tisches saßen zwei Männer, von denen man im Halbdunkel nur einen nagen Umriß sah. Man kam über den Tisch hinüber ins Gespräch, ich lud sie ein und sie tranken mir zu. Bald hagelte es Fragen, was denn eigentlich in Deutschland los (ei. Man tut das ©einige, um der Greuelpro- paganba zu begegnen. Man versucht die Entwick- lung in Deutschland zu erklären, und greift ganz selbstverständlich auf spanische Vorgänge zurück. Dabei fällt der Name Primo de Rivera. Kaum habe ich diesen Namen gesagt, da winkt mir der eine Mann dringend zu, zu ihm herüber zu kommen. Ich weiß nicht recht, was er will und gehe um den Tisch herum, bis ich dicht vor ihm stehe. Erst jetzt bemerke ich, daß er verwachsen ist. Er ergreift meine Hand und legte sie auf seinen Buckel. Dabei sagt er: „Tenor, Sie sollen Glück haben, und Deutschland soll Glück haben." Es ist ein alter, auch in einigen Teilen Deutsch- lanbs verbreiteter Aberglaube, daß die Berührung eines Buckels Glück bringe. Aber daß ein Würfliger selbst jemand auffordert, seine Mißgestalt zu berühren, das ist doch wohl ein besonderes Zeichen von Freundschaft. Und dieses besondere Zeichen habe ich nur der Erwähnung Primos zu verdanken, der geradezu legendäre Gestalt gewinnt. Schon als 1931 die Revolution losbrach, waren sich alle Spanienkenner einig darüber, daß diese Revolution und die Republik, die auf sie gegründet wurde, nur ein vorübergehender Zu - st a n d sein werde. Dieses oorausschauende Urteil schien sich aber keineswegs zu bestätigen. Im Gegenteil. Es sah eine zeitlang, besonders hier in Andalusien, durchaus so aus, als ob die Revolution weitertreiben und offenen bolschewistischen Charakter annehmen würde. Das Land war mit kommunistischen Emissären wie gespickt. Der Anarchist V a l i n n a entfaltete mit bedeutenden eigenen und fremden Geldmitteln eine ebenso zähe wie aufwühlende Tätigkeit, und es gelang ihm in der Tat, große Aufmärsche des in einer schrecklichen Verelendung lebenden Landarbeiter- Proletariats nach Sevilla, nach Cordoba, nach Jerez de la Frontera, nach Cadiz und anderen Städten zu inszenieren. Die Republik hat nun ganze zwei Jahre gewirkt. Und sie hat, wie ja wohl auch in anderen Landern, keine ihrer großen Versprechungen erfüllt. Heute ist das Landproletariat, das noch genau so elend lebt, wie früher, das genau nod) jo verzweifelt über feine Lage wie früher, schon durchaus bereit, neue Aufmärsche zu machen, um D a s alte Regime wieder zurückzuführen. -Oavei spielen auch religiöse und mystische Empfindur^en eine sehr wirksame Rolle. „Gott hat uns geschlagen!" sagte mein Buckliger in das Dunkel der Kneipe hinein. „Gott hat uns geschlagen., als er Primo von uns nahm. Wir waren dieses Mannes nicht wert, und Gott wußte, daß die^Revolufton kommen würde, als er ihn uns nahm. Primo oe Rivera ist in der Tat der e i n z i g e Staatsmann Spaniens gewesen, der wirklich Sichtbares geleistet hat. Die vorbildlichen Autostraßen, die sich durch das ganze Land ziehen, die einen Verkehr e- möglichen, an den Spanien früher "jemals g a) hat, und die in steigendem Maße auch Fremde und mit den Fremden Geld ins Land ziehen sind -venr mäler seines Willens, der, wie man weiß, nicht zur vollen Auswirkung kam, und der auch wohl doch nicht ganz so stark war wie der «nes Mfolm . Seitdem die „Professoren" 'N Madrid regieren st es vielleicht in Wirklichkeit nicht fo D,cl mer geworden, aber da Hoffnungen e 9 waren, wird alles, alles, das Darmederftegen der Wirtschaft, das ewige Schwanken der Wnmg das tilarfern von neuen “‘anb(c" dort als geradezu unvorstellbar f ch N m mer empfunden. Das Wort von der- guten mien Zeit geht nicht nur oben, ^ern tzt in der Bevölkerung um, und Mbltoerirara die Geistlichkeit, die eine ber ^auP“c*^ 9biefem der Revolution war, alles was sie rann, Äio’n 193? Mann W mit ben Gemeindewahle n. Die Bevölkerung, 1933 - und nach der Stimmung Der Senol eru^g, die man überall spürt, muß man den DegrM G genreoolution schon gebrauchen . . 9^s ist "zwar" noch lein völliger" Du^bruch, ^er hier ge- Schweres SfraßenbahmmM in Minz-Mmbach. Zwei Zote. Mainz. 11. Mai. (MTV. Funkspruch.) Ein von Gonsenheim kommender Straßenbahnzug entgleise heute vormittag in Mombach. 6r fuhr gegen einen elektrischen Hochspannungsmast und rannte in die gegenüberliegende wand einer Waggonfabrik, von den Fahrgästen wurden, soweit bis jetzt bekannt ist. zwei Kinder getötet, eine große Anzahl verletzter muhte ins Krankenhaus geschasst werden. Der Motorwagen wurde stark beschädigt. Eine Bitte aus Hitlers Kanzlei. Die Kanzlei Adolf Hitler teilt mit: ES besteht Veranlassung, wiederholt darauf bin- zuweisen, daß Zuschriften unmittelbar an den Führer — vor allem in feiner Eigenschaft als Kanzler — nur in wirklich wichtigen Angelegenheiten zu richten sind. Unter den heutigen veränderten Verhältnissen ist die Gewähr dafür gegeben, daß Beschwerden, Vittschriften usw., sofern die Schreiben inhaltlich sich auf das wirklich Wichtige und Volwendige beschränken, von den dafür zuständigen amtlichen oder Partei-Dienststellen ohne weiteres ihre ordnungsgemäße Erledigung finden. In letzter Zeit werden überdies in steigendem Maße führende Persönlichkeiten der Bewegung und Verwandte des Führers als Mittler für Anliegen in Anspruch genommen. Abgesehen davon, daß die Betreffenden und ihre Dienststellen durch die Weiterleitung dieser Post an die Privatkanzlei unnötigerweise von wichtigeren Arbeiten abgehalten werden, wird gerade die Bearbeitung dieser Zuschriften bedeutend verzögert. Die Privatkanzlei des Führers befindet sich nach wie vor in München, Braunes Haus, Brienner Straße 45. Ergebnisse des OHD.-Berufswettkampfes. Vom Wettkampfleiter des DHV -Derufswett- kampfes 1933 wird uns berichtet: Am 19. März versammelte der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband (DHV) im ganzen Deutschen Reiche und in Deutsch-Oesterreich die deutschen Kausrnannslehrlinge und Junggehilsen zu seinem diesjährigen Berufswettkampf. Die Aufgaben waren aus der Praxis entnommen und in die Klassen A-Lehrlingc im ersten Lehrjahre, B-ßchrlingc im zweiten und dritten Lehrjahre und C-Junggehilfen bis 22 Jahre geteilt. Reben den Pflichtaufgaben Deutscher Aufsatz, Kaufmännisches Rechnen und Situationsaufgaben waren als Wahlfächer Buchhaltung, Wirtschaftsgeographie, Kurzschrift und Fremdsprachen zugelassen. 3n Gießen fand der Berusswettkampf im Verbandshaus des DHV. unter Leitung des Wettkampfleiters Heinrich Seibert statt. Rahezu 50 3ungmannen waren zum Wettstreit erschienen- Die abgegebenen Arbeiten sind als „gut“, teilweise sogar als „sehr gut“ anzusprechen. Der Prüfungsausschuß unter Vorsitz des Handelsstudienrats Rück stellte die besten Arbeiten fest, die dem Gauprüfungsausschuß zugeleitet wurden. Der Gauprüfungsausschuß erkannte als für den Wettkampsort Gießen beste Arbeiten: Klasse A: 1.Preis Helmut Seibert, Gießen (t 5a. Gebrüder Kahl); 2. Preis Heinrich Schmück, Gießen (i. Fa- August Wallenfels); 3. Preis Karl Rodenhausen, Wieseck (i. Fa. Gebr- 3ullmann); Anerkennung Walter B e n d e, Gießen (i. Fa. Handels- und Gewerbebank). Klasse B: 1. Preis Tyilli Brückmann, Gießen (i. Fa. W. & G. Schuchard); 2. Preis Emil 3 o st, Gießen (i. Fa. W. & G. Schuchard); 3. Preis Alwin Rüffer, Gießen (i. Fa Carl Petri). Klasse C: 1. Preis Max Müller, Kinzenbach (i. Fa. Schunk & Ebe). Konzert des Roth'schen Männerchors in Lich. # ßid), 10. Mai. Dieser Tage veranstaltete der Rothsche Männerchor unter Leitung seines Chormeisters Lehrer Stein sein diesjähriges Kon- zert. Der Verein ist sich seiner Verpflichtung und der großen Aufgaben in der deutschen Sängerbeweoung verantwortungsvoll bewußt, unsere großen Tondichter in ihren Werken zu ehren. Zur Einleitung g". dachte man Josef Haydns. In sachkundiger Weise verstand man ein Bild seines vielseitigen Schassens zu geben, indem ein Querschnitt seiner Werke, von der kleinsten Form, der Sonate, bis hinaus zum Oratorium „Der Schöp'ung" geboten wurde. Die Wiedergabe lag in künstlerischen Händen. Herr Lehrer Stein (Klavier), sowie die Herren Mohr (Violine) und Reinhardt (Cello) haften den instrumentalen Teil übernommen. Der Kirchenchor, mit gutem Material, brachte mit abgerundetem Chorklang das „Danklied zu Gott" zum Vortrag. Nicht zuletzt krönte mit seiner wohlklingenden Te> norftimme und seiner künstlerischen Wiedergabe Lehrer Dietrich mit der Arie aus der Schöpfung: „Und Gott schuf den Menschen" die Ehrung des Meisters. Auch die anderen Arien und Lieder, bc- sonders das Wanderlied von Schumann, zeugten von einer großen Elastizität dieser Tenorstimme. Der Männerchor erfüllte seine Aufgabe, die P'Iege des Volksliedes, mit dem Vortrag einiger Volkslieder, in denen dem 1. Tenor ein besonderes Lob zukommen möge. Mit dem letzten Volkslied: „Der verliebte Fähnrich" muhte sich die Sängerschar zu einer Wiederholung verstehen. Einen Chorklang von reicher Farbenpracht, wie er dem gemischten Chor von Natur aus gegeben ist, konnte man in der hübschen Wiedergabe einiger Volkslieder des Kirchen- chors vernehmen. Zusammenfassend sei noch besonders der begabte Leiter Lehrer Stein erwähnt, der immer wieder in seinen Konzerten versucht — und das ist ihm diesmal auch wieder gelungen —, die Zuhörer auch mit anderen Musikzweigen bekannt zu machen. Seine Zielrichtung ist gut, sein Wille und sein Können sind stark genug, hier weiter bauen zu können. 37 Fortsetzung Nachdruck verbotenI W 1.95, 1.25 3.25, 2.95 2.25 [ Maifische I Fischhaus,Cuxhaven! Telephon 2417. | Die Ware ist gesondert ausgelegt Frdr.Teipel VCefest macht den Boden geh fest. WqtOPfg, 7zKg75Pfg, I 17iKg140Pfg. 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Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bis jum 1. 3uni 1933 ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. 3156C Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im § 368 des Reichs-Strafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Beseitigung der vorhandenen Raupennester auf Kosten der Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 11. Mai 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: vr. Hamm. Wenn er mit Hilfe der vielerlei praktischen Gartengeräte seine Arbeit vollbracht hat, wenn alles sprießt und lustig gedeiht, dann steht er auf dem Standpunkt: Nach der Arbeit die Bequemlichkeit Deshalb hat er sich eine wunderhübsche Ecke mit Gartenmöbeln eingerichtet, in der sich’s nach Feierabend und und Sonntags urgemütlich sitzen läßt. Meint’s die Sonne mal zu gut — klapp, hat er den bunten Gartenschirm schon aufgespannt und sitzt im Schatten. Lustige Gartenfiguren schauen ihm zu und ein paar „Stein“-Pilze schaffen mit einer Tanne zusammen einen Privat - Wald. Eine Idee — was? Die paar Mark für Gartenmöbel bringen Sie doch auch noch auf? Kommen Sie mal in meine Gartenmöbel-Ausstellung. den ersten Blick verliebte. Die Liebe war gegenseitig, aber es gab wichtige Gründe, Familiengründe, die mich zwangen, so schwer es mir auch wurde, meiner Liebe zu entsagen und abzureisen. Nun traf ich aber gestern vormittag ein junges Mädchen, das der von mir Geliebten aufs Haar glich. Ich traf sie vor dem Sühnekreuz, das meinem verstorbenen Großvater zum Gedächtnis errichtet wurde. Ich sprach sie an, aber sie tat fremd wie die fremdeste Frau und redete kein Wort Deutsch, obwohl Angela Esperao cs tadellos beherrschte. Nun möchte ich um des Himmels willen eins wissen, was mich quält und mir den Verstand zu rauben droht: Ist es Angela Esperao, die mit Ihnen in Wiesental wohnt, ist sie es, die so wunderschöne Blumen machte und diese an der Markthalle in Sans verkaufte, oder ist sie wirklich eine andere, ist sie nur eine Doppelgängerin von ihr? Geben Sie mir die Gewißheit. Ich bin schon völlig verzweifelt vor Unruhe." Pfarrer Basella überlegte keine Sekunde lang, was er antworten mußte. Er hatte es Angela ja gestern nachmittag bereits erklärt, sie hätte mit dem Verleugnen ihrer Person unrecht getan und hatte es auch emgesehen. Aber ehe er Konrad Zweilinden noch Antwort zu geb^n vermochte, gab sie bereits die temperamentvolle Catalina. „Eigentlich haben Sie keine Wahrheit verdient, aber trotzdem sollen Sie die Wahrheit hören, und noch dazu eine ganz gründliche. Unsere liebe Angela, die mein Großonkel chrer deutschen Sprachkenntnisse wegen gebeten hat, uns nach Deutschland zu begleiten, ist dieselbe, die Sie in Barcelona kennenlernten und der Sie von Liebe gesprochen haben, um sie, kaum hierher zurückgekommen, zu verraten. In Barcelona sprachen Sie ihr von Liebe und kaum wieder hier, lieben Sie bereits eine andere. Angela hat erfuhren, daß Sie verlobt sind, und Sie können sich denken, wie sehr sie sich darüber gefreut hat, weil Liebe sehr tief und echt gewesen sein muß, sonst hätten Sie sich nicht so über alle Begriffe schnell zu trösten verstanden. Der Zufall hat uns, meinen Großonkel und mick), zu Erben von Schloß Wiesental gemacht und damit zu Ihren Nachbarn. Angela hat nichts von Ihnen gewollt und sich schon damit abgefunden, daß es mit ihrer Liebe aus fein mußte; aber eine schlimme Botschaft war es für sie, wie rasch Sie sich eine Braut gesucht haben." Ihre Zähne blitzten, ihre großen schwarzen Augen loderten zornig. „Wissen Sie, was ich an Angelas Stelle getan haben würde? Einen Dolch hätte ich Ihnen ins Herz gestoßen!" Ihre Rechte hob sich so lebhaft, stieß so schroff vor, als hielte sie wirklich einen Dolch, den sie ihm ins Herz stoßen wollte. Es gelang weder dem Pfarrer noch Konrad Zweilinden, den kleinsten Zwischensatz anzubringen. Wie eine Sturmflut war die Rede Catalinas gewesen, die alles, überspülte, was sich ihr entgegenzustellen versuchte. (Fortsetzung folgt.) A»\es t Bund Wachs beize u tinm.--. _ AKtunsl Ihr Fahrrad wird wie neu, wenn Sie ihren Fahrrad- Rahmen bei mir spritzen lassen. 02910 Preis 3 RM. Emaillieren undNe- paraturen billigst! Wilk. Happel AsterrvegNummerZ Fahrradrevaratur'. Werkstätte. I^Ä* Haus der Handarbeit Seltersweg 73 lll. 1'0 V ionn 9. Die: (mit 4 Beilage ßs ecrnsprechan trtierSammebnn nchlen: AllM« poshcheAc zniMiamlNi Aeutzerstc über d Sie spielte die Fremde, die kein Wörtchen Deutsch verstand, und obwohl er immer wieder bat: „Laß die Maske fallen, Angela, es gibt ja doch keine, die dir zum Verwechseln ähnelt!", blieb sie dabei, Spanisch zu fpredjen und so zu tun, als kenne sie ihn nicht. Er faßte beschwörend nach ihrer Hand: sie schüttelte seine Finger ab. wandte sich und ging fort, ließ ihn stehen wie einen, der sie beläftigen wollte. Er lief ihr nach. Da traf ihn ein flammender Blick, spanische Worte, die er nicht verstand, die aber scharf und befehlend klangen, bannten feinen Schritt. Er wagte es nicht mehr, dem schönen Mädchen zu folgen. Tausend Fragen drangen auf ihn ein und betäubten ihn geradezu. Du lieber Himmel, handelte es fick) wirklich nur um eine verwirrende Aehnlichkeit, oder war es Angela, die er eben wiedergesehen? Er blickte ihr nach, die — ohne sich auch nur ein einziges Mal umzuwenden — in der Richtung auf Wiesental zuging. Er seufzte. Das war ein Erlebnis, das einem schweren, dunklen Rätsel glich. Er konnte es nicht lösen. Als er sie nicht mehr sehen konnte, ging es ihm durch den Kopf, daß er eine fremde Dame belästigt hatte. Konrad von Zweilinden sann nach. Daß es sich um eine der beiden spanischen Damen aus dem Schlosse gehandelt, unterlag keinem Zweifel; ihre Aehnlichkeit mit Angela war täuschend groß, aber doch nur eine Aehnlichkeit. Sein süßes Mädel, seine schöne Angela, saß um diese Zeit in einem kleinen Kiosk, viele, viele Meilen von hier entfernt, und verkaufte die Rosen und Nelken, die Lilien und Margueriten, die ihre geschickten, fleißigen Hände selbst verfertigt. Sonderbar aber war der Zufall, der sie gerade nach Schloß Wiesental geführt, das früher dem Grafen Speerau gehört, Angelas Vater. Und sonderbar, daß diese Spanierin auch Angela hieß. Aber der Vorname mochte ziemlich häufig sein in Spanien. Er sann, warum sie wohl so andächtig vor dem Kreuze gestanden hatte? Sid)er war sie als Spanierin sehr fromm, und vielleicht hatte sie vor dem Kreuze gebetet, ohne daß sie den Sinn dessen verstand, was darauf zu lesen war. Wanderer, bete für seine Seele! Sie mochte die Bitte auf dem Kreuze gefühlt haben mit dem feinen Instinkt frommer Menschen. Er bestieg wieder sein Pferd und ritt heim; aber die Begegnung am Steinkreuz lag ihm den ganzen Tag über im Sinn. Er kam nicht darüber hinweg: Er hatte Angela wiedergesehen, und sie war es doch nicht gewesen. Niemals hätte er eine derartige Aehnlichkeit für möglich gehalten. Angela aber erreichte das Schloß mit klopfendem Herzen. Sie eilte in ihr Zimmer und sank vor dem Bett in die Knie, drückte den schmerzenden Kopf in die weiche Decke des Lagers. „Konrad, alle Vernunft nützt nichts, ich habe dich doch Heb!" stöhnte sie, von Seelenschmerzen gemartert und zugleich von dem Glück betäubt, ihn wieder- Und dann schwang er sich plötzlich aufs Pferd. Was ging es ihn an, was für Züge die Fremde trug! So fd)ön wie Angela war doch keine zweite mehr, und mochten die beiden Spanierinnen, die jetzt im Schloß Wiesental lebten, auch noch so schön sein. Eben hörte Angela ein Geräusch hinter sich, eben erwachte sie aus ihrer Versunkenheit. Sie blickte sich leicht um und erkannte den Reiter sofort. Konrad aber starrte sie betroffen und fragend an und sprang wieder vom Pferde, denn da vor sich sah er ja Angela selbst. Angela, deren Bild ihn verfolgte Tag und Nacht, das um ihn war, wo er ging und stand. Er fuhr sich hastig mit der Rechten über die Augen. Er mußte träumen am hellen Vormittag — oder eine Vision haben, denn es war doch unmöglich, daß es Angela wirklich war, die nur wenige Schritte von ihm entfernt am Stemkreuz stand. Er dachte zuviel an sie, und nun arbeitete seine Phantasie und gaukelte ihm ihre Gestalt und ihr wunderschönes Gesicht vor. Wie sollte die arme Blumenvertäuferin aus dem Kiosk an der Markthalle des Stadtteils Sans in Barcelona ausgerechnet hierberkommen? Doch als er die Hand wieder von den Augen nahm, erblickte er noch dasselbe wie kurz zuvor. Er sah immer noch Angela vor sich. Er ließ die Zügel los, rief seinem Pferde ein paar Worte zu, die das Tier verstand. Es blieb stehen und schaute mit seitlich gewandtem Kopf aus klugen Augen seinem Herrn nach, der mit ein paar Schritten jetzt Angela erreichte. Sie blickte ihn mit großen Augen entgegen, aber keine Miene verriet ihm, daß sie ihn kannte, daß sie ihn nicht zum erstenmal im Leben sah. Sie zwang sich zu dieser starren, scheinbaren Ruhe, denn eben erst hatte sie an den Mann ihrer Liebe wie an einen Toten gedacht. Und tot sollte er für sie bleiben, der die Erinnerung an ihre Liebe so schnell aus seinem Gedächtnis getilgt. Er nannte ihren Namen leise und doch von freudiger Bewegung erfüllt. Sie erwiderte auf Spanisch: „Ich heiße Angela Figueras y Landa, Senor." Den einfachen Satz verstand er. „Angela", bat er, „sprich Deutsch, du kannst esja, damit wir uns gut verständigen. Ich bin so froh, dich wiederzusehen!" „Lügner!", dachte sie voll Bitterkeit. Was konnte ihm an dem Wiedersehen liegen, er hatte sich ja schon über diesen Verlust getröstet. gesehen zu haben. Denn ob sie sich auch noch so sehr dagegen wehrte; das Wiedersehen, bei dem sie ein so fremdes, kaltes Gesicht gezeigt, hatte doch Befriedigung und Glück in ihr hinterlassen. Ihre Liebe ließ sich nicht vernichten, sie blieb stark und gleichmäßig. Am Nachmittage erzählte sie dem Pfarrer von der Begegnung am Kreuze, und wie sie dabei die völlig Fremde gespielt, bie nicht begriff, was Konrad Zweilinden von ihr gewollt. Der alte Herr schüttelte den Kopf. „Sie haben nicht recht getan, meine Tochter. Sie hatten ihm ganz offen erklären sollen, was Sie gehört haben, und daß Sie ihm zürnen und ihn wegen seiner Handlungsweise verachten. Aber wozu die Komödie, die Lüge? Das paßt nicht zu Ihnen, Angela." Angela sann nach. Eigentlich hatte der gute Pfarrer recht: Wozu die Komödie, die Lüge? Dunkles Rot stieg ihr in die Wangen, als sie bekannte: „Ich schäme mich, Sennor Cura, ich hätte bei der Wahrheit bleiben müssen." Am nächsten Vormittage ging, der Pfarrer mit Catalina in der Nähe des Schlosses spazieren, Angela wollte ihnen gleich nachkommen, und die zwei schritten langsam dem Walde zu. Plötzlich versperrte ihnen eine hohe Männergestalt den Weg und sprach sie auf Deutsch an. Beide zuckten bedauernd die Achseln, und der Pfarrer versuchte es mit einer Frage auf Französisch. Er erhielt die tadellose Antwort: „Dem Himmel sei Dank, nun ist anscheinend die Möglichkeit gegeben, uns zu unterhalten, denn mein bißchen Spanisch, steht auf sehr schwachen Füßen. Ich möchte Sie nämlich recht sehr darum bitten, mir eine Frage zu erlauben. Ich heiße Konrad von Zweilinden, mir gehört bas Nachbargut, und ich vermute, Sie sind die Erben von Herrn Julius Baseller und wohnen zur Zeit in Schloß Wiesental?" Catalina betrachtete den Herrn mit Aufmerksamkeit. Also das war er, der so schnell die wunderschöne Angela vergessen hatte. Was er nur von ihnen wollte? Pfarrer Basella erwiderte mit kühler Höflichkeit: „Ich heiße Basella, und das ist meine Großnichte Catalina; im übrigen stimmen Ihre Annahmen, wir beide sind die Erben von Schloß Wiesental. Und nun stellen Sie nur Ihre Frage. Ich hoffe, es ist mir möglich, sie zu beantworten." Konrad Zweilinden lächelte gequält. „Von Ihrer Antwort hängt es für mich ab, ob ich mich fortan noch als normalen Menschen befrachten darf." Der Pfarrer schüttelte den Kopf. „Ich verstehe zwar nichts, aber stellen Sie nur Ähre Frage." Konrad Zweilinden ging langsam neben dem Pfarrer her. „Mir ist etwas Merkwürdiges geschehen, Herr Pfarrer. Ich war um die Osterzeit herum mit meiner Mutter in Barcelona. Dort lernte ich ein junges Mädchen kennen, in das ich mich auf oem snrn< ‘."Hern kB "n oiiS,n 'm nie *n n'? Wkn Alfred Rose Kranzes am Ce: tamu hat das deutsch, Windung öc vereint. 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