Dienstag, ft. April (933 Nr. 86 KeübauSsave 183. Jahrgang noch Beziehungen verbinden, hatte, wurde der Vize- von Mussolini im Jahren freundschaftliche einen Besuch abgestattet Paris, 10. April. (HI.) Norman Davis traf am Montagmittag mit dem Nordexpreß in Poris ein. In dem gleichen Zuge befand sich der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet. Norman Davis äußerte sich sehr befriedigt über seine Reise nach Berlin. Es sei, so erklärte er, für ihn außerordentlich interessant gewesen, die Auffassung des Reichskanzlers Adolf Hitler über die gegenwärtige Lage zu hören. Eine (Frflärung über die Haltung Deutschlands könne jedoch erst nach einer Fühlungnahme mit den anderen interessierten Regierungen abge- Keme Zftomreife des Reichsaußenmimsters. Berlin, 10. April. (CAD.) Die in der Presse aufgetauchte Meldung, daß Reichsauhenminister Freiherr v. Reurath ebenfalls nach Dom gereist sei, trifft, wie von maßgebender Seite erklärt wird, nicht zu. Freiherr v.Reurath ist für einige Tage nach Württemberg gereist. Annahme von Zhijeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. s e l in Begleitung von Mitgliedern der beiden Botschaften, die hiesige Vertretung der Lufthansa, Mitglieder der deutschen Kolonie und eine größere Anzahl in- und ausländischer Pressevertreter. Nach der sehr herzlichen Begrüßung schritt Reichsminister Göring in Begleitung B a l b v s die Ehrenkompanie ab und begab sich hierauf mit dem Auto des Prinzen von Hessen, dessen Gast er während seines römischen Aufenthaltes ist, in dessen Billa. Vizekanzler v. Popen bei Pacelli und Mussolini. Rom, 10. April. (TU.) Nachdem Vizekanzler v. P a p e n am Montagvormittag dem Kardinal- staatssekrctär Pacelli, mit dem ihn seit langen kehren oder Aussicht auf eine tatsächliche Abrüstung bestehen könne. Die bedeutendste der gegenwärtigen Schwierigkeiten in Europa sei in der Frage der Bertragsrevision zu | suchen. Die Ausführungen, die D a l a d i e r während der letzten Woche in der Kammer über die Dauer von Berträgen gemacht habe und in denen erklärt worden sei, daß kein Vertrag ewig sei, seien durchaus zutreffend. Jedenfalls müsse der Zweck des Paktes von Rom darin bestehen, daß der Artikel 19 der Völkerbundssalzung in die Wirklichkeit umgesetzt werden könne. Weiter müsse das Ziel dieses Paktes darin bestehen, daß vollständige Klarheit darüber geschaffen werde, welcher Art die von den beschwerdesührenden Kationen geforderte Revision sei. Wit ziemlicher Bestimmtheit würden wohl die mit absoluter Offenheit geführten (Erörterungen ergeben, daß einige der Ansprüche zu verneinen seien. Zum Schluß weist das Blatt besonders darauf hin, daß der Ton der Erörterungen über die Abrüstung bereits bedeutend milder geworden sei, und daß die deutsche Regierung sich wohl damit einverstanden erklärt habe, daß auf dem Gebiete der Abrüstung eine Tlebergangsperiode geschaffen werde. Aber auch die anderen an dem Revisionsproblem interessierten Staaten müßten in derselben mutigen, offenen und freundschaftlichen Art an die Behandlung dieser Frage herantreten. Wie steht Macdonald? London, 10. April. (WTB) Auf eine Anfrage hinsichtlich des Standes der Berhandlungen über einen Viermächtepakt erwiderte Macdonald im Unterhaus, er glaube, daß diese Angelegenheit im Verlaufe der Debatte über eine Vertagung am Donnerstag zur Sprache kommen werde. Als ein Abgeordneter den Premierminister darauf aufmerksam machte, daß jeder Pakt, der dem gegenwärtigen Deutschland irgendwelche Zugeständnisse mache, unverzüglich vom britischen Volke a b g e l e h n t werden würde, erwiderte Macdonald, das Unterhaus wisse wohl, daß man n i ch t den Abschluß eines solchen Pak- t e 5 plane. Oer Revisionsgedanke marschiert Eine Kundgebung des italienischen Ministerpräsidenten. lungen zum Ausdruck kommt. Frankreich will seinen Schuldendien st nur dann wieder auf» nehmen, wenn ihm eine Revision der Kriegsschuldcn-Abkommen zugesichert ist. Man befürchtet aber, daß Herriot auf der Washingtoner Borkonferenz an der Auffassung scsthalten wird, die fällige Dczemberrate von 1 932 müsse noch bezahlt werden. Durch eine solche Haltung könnte dann das sranzösische Parlament festgelegt werden. Einige Blätter sprechen sogar davon, daß Herriot in eine Zange genommen werde, indem man ihn zwinge, den Zusammenhang zwischenSchul- dcnfragc, Wirtschaftsabmachungen und Abrüstung anzuerkennen. Das gesamte Problem sei durch die Haltung Englands in der Schuldensrage mehr kompliziert worden. Norman Navis jetzt optimistischer Paris, 10. April. (WTB.) Unter Dorsih des Präsidenten der Republik fand heute vormittag ein M i n i st e r r a t statt, der in erster Linie die aktuellen außenpolitischen Fragen beriet. Ministerpräsident D a l a d i e r gab die Einladung des Präsidenten der Bereinigten Staaten zu den Washingtoner Borbesprechungen für die Weltwirtschaftskonferenz bekannt. H e r r i o t wurde als Bertretcr Frankreichs bei diesen Verhandlungen bestätigt. Der Ministerrat billigte dann den endgültigen Text des französischen Memorandums zum Viercrpakt. Dos Schriftstück besteht aus dem eigentlichen Memorandum, dos auf vier Seiten Text die Ansicht der französischen Regierung über die in Aussicht genommene Zusammenarbeit der vier Westmächte entwickelt, und aus einem Paktcntwurf von zwei Seiten Tert, der in ähnlicher Form wie die englischen und italienischen Vorschläge und in einer gleichen Anzahl von Artikeln die im Memorandum zum Ausdruck gebrachten Ideen konkretisiert. Das Do- kument ist den französischen Botschaftern in L o n - von und Rom sofort übermittelt worden, die cs noch heute nachmittag den Regierungen überreichen, bei denen sie akkreditiert sind. Beklemmungen in Paris. Paris, 10. April. (WTB.) Die Reise Her- riots nach Washington veranlaßt die französische Presse zu Kommentaren, in denen lebhafte Unrupe über den Verlauf der bevorstehenden Wirtschafts- und Schuldcnverhand- kanzler am Rachmittag Palazzo Venezia empfangen. Wie wir hören, hat diese Unterredung, die etwa eine Stunde dauerte, einen sehr herzlichen Charakter gehabt. Frankreichs Gegenvorschläge überreicht Ministerrat in Paris. Gtaatsminister Or. Müller. Auf zahlreiche Anfragen übermittelt die Gaupressestelle folgenden Lebenslauf des Staatsministers Dr. Müller: „Dr. Heinrich Muller, geboren 7. Juni 1896 in Pasing bei München, besuchte die Volksschule in Weiden Opf. und die humanistischen Gymnasien in Weiden, Regensburg und Würzburg. An der Universität Würzburg studierte Dr. Müller Rechts- und Staatswissenschaften und promovierte mit einer Arbeit über eines der schwierigsten Kapitel der Ärimi- nal-Politik und der kriminalen Psychologie: Der Begrisf der geminderten Schuldsähigkeit, im Dezember 1920. Im Iahrc 1922 legte er die große Staatsprüfung für den höheren Iustiz- und Verwaltungsdienst ab und war seit 1923 in der Reichsfinanzverwaltung, meist als Finanzamtsvorsteher, tätig. Dr. Müller ist einerderältesten Kämpfer in der RSDAP. Auf Seite 11 seines Mitgliedsbuches befindet sich solgcndcr Eintrag: „Kriegsfreiwilliger 1914- 1919 beim 2. Bayerischen Feldartillcrie-Regiment und anderen Truppenteilen. 1915 schwer verwundet, Leutnant der Reserve. 1919/20 beim Freikorps und bei der Marschgruppe Würzburg (Befreiung Münchens). Seit 1918 in der völkischen Iu- gendbewegung (W. V.), Mitglied des deutsch- völkischen Schuh- und Truhbundes seit 1920 und 1921,-23 Mitarbeiter und Mitglied der RSDAP., Redner vor Wehrverbänden. Dr. Hellmuth. Gauleiter." Dr. Müller ist Leiter der Beamtenabteilung des Gaues Hessen und Verfasser des Buches „Beamtentum und Rationalsozialismus" (Heft 30 der nationalsozialistischen Bibliothek). Als Redner, insbesondere Deamten- redner, hielt er Versammlungen in ganz Deutschland. Seit dem Iahre 1931 ist er Mitglied des Landtages, Vorsitzender des Finanzausschusses, Präsident der Staatsschuldenvcrwal- tung und seit dem 13. März 1933 hessischer Minister des Innern, der Iustiz und der Finanzen. London, 10. April. (WTB.) „T i m e s" vcr- öfsentlicht heute an hervorragender Stelle einen Artikel über den Diermächteplan und über Das Echo, das er bei den Regierungen der Staaten Europas gefunden hat. Mit Genugtuung müsse man feststellen, so schreibt das Blatt u. a., daß im Laufe der vergangenen Woche die Regierungen der an dem Plan besonders interessierten vier Mächte sich dahin geäußert hätten, daß der Plan nicht nur für den einen oder anderen, sondern für jeden der vier Staaten von Bedeutung fei. Es sei festzuhalten, daß es wohl nicht notwendig sei, eine Konvention in Schristform darüber abzuschließen, wie man die bedeutsameren aktuellen Probleme ohne Zuhilfenahme von Gewalt behandeln oder lösen solle. Eines sei sicher, ein schriftlicher Pakt müsse auf jeden Fall den Eindruck erwecken, als ob die Vertragspartner sich auf den Boden der Exklusivität stellen wollten. Eine solche Exklusivität aber sei durchaus nicht beabsichtigt. Das gehe klar und eindeutig aus den Reden des britischen Premierministers und des französischen Ministerpräsidenten hervor, die erst kürzlich gehalten wurden. Den Aeuhe» rungen der beiden Staatsmänner lasse sich darüber hinaus entnehmen, daß definitive Entscheidungen' über Fragen nicht gefällt würden, die andere Länder berührten als die vier Weltmächte. Man müsse also feststellen, daß die von einigen zentraleuropäischen Staaten geäußerten Befürchtungen durchaus unbegründet seien. Sollten aber dennoch Probleme zur Erörterung gelangen, die über den kreis der vier Westmächte hinausgehen, so dürsten die Vertreter der von diesen Problemen betroffenen Staaten unter keinen Umständen von diesen Besprechungen ferngehalten werden, ja. es sei sogar notwendig, daß sie dann solchen Verhandlungen von Ansang an beiwohnten. Das große Verdienst des Mussolini- Planes, so sährt „Times" fort, fei es, daß er unerschrocken Fragen an sch neide, die auf jeden Fall, sei es in positivem oder negativem Sinne, geregelt werden müßten, bevor Ruhe und Frieden in Europa eingeben werden. Auf alle Fälle sei er aber jetzt optimistischer als vor seiner Reise nach Berlin. Wie die „Agence ^conomique et financicre“ berichtet, hat eine Persönlichkeit aus der unmittelbaren Umgebung Norman Davis die Eindrücke des amerikanischen Sondergesandten über seine Berliner Unterredung wie folgt zusammengesaßt: Die deutsche Regierung sei durch innerpolitische Probleme vollkommen in Anspruch genommen. Im Verlaufe seiner Unterredung mit Hitler, Neurath, N a d o l n y und Bülow habe Nor man Davis die Ueberjeugung gewonnen, daß Deutschland bereit sei, den A b r ü st u n g s- plan Macdonalds als Grundlage der Unterredungen anzunehmen. Norman Davis sei der Ansicht, daß das schon einiges bedeute. Es verstehe sich von selbst, daß Deutschland eine Reihe von Abänderungen vorschlage. Deutschland habe bereitwilligst die Einladung n a ch 'W a s h i n g t o n angenommen und sich bereiterklärt, an der Prüfung der Fragen mitzuarbeiten, die der Weltwirtschaftskonferenz vorgelegt werden sollen. Sv Jahre Oeutsch-Gü-west. Zu dem Thema Gleichberechtigung gehört auch der deutsche Anspruch aus Kolonien ■ und koloniale Mandate. Das dürfen wir über den brennenden Sorgen, mit denen wir uns in unseren eigenen Grenzen und in unseren europäischen Beziehungen zu beschäftigen haben, niemals vergessen. Darum können wir auch nicht an einem Gedenktag vorübergehen, der auf den Ausgangspunkt der deutschen Kolonialpolitik zurückweist. Am 9. April war genau ein halbes Jahrhundert seit dem Tage vergangen, an dem der Bremer Kaufmann Heinrich Vogelsang auf einem kleinen, von Kapstadt kommenden Schiff in der Bucht Angra Pequena landete. Wenige Wochen nach diesem 9. April 1883 schloß Heinrich Vogelsang mit dem Hotten- tottenyäuptling Ioseph Frederiks in holländischer Sprache einen Vertrag, in dem er alle Hoheitsrechte auf einem Küstenstrich im Umfang von 10 000 Quadratmeilen für einen Preis von hundert Pfund Sterling und zweihundert Gewehren erwarb. Das Gebiet wurde noch im selben Iahr wesentlich erweitert. Heinrich Vogelsang arbeitete im Auftrag des Bremer Kaufmanns L ü - deritz, noch dem später die Bucht benannt wurde, in der der Segler „Tilly" mit Vogelsang an Bord vor Anker gegangen war. Genau ein Iahr nach dem 9. April 1883 telegraphierte Reichskanzler Fürst Bismarck dem deutschen Konsul in Kapstadt, daß er nach Mitteilungen des Herrn Lüderih oessen Riederlassung unter den Schutz des Reiches stelle. Die Engländer muckten zwar zunächst etwas auf, fanden sich aber schließlich mit der vollendeten Tatsache ab, weil sie nicht glaubten, daß am 9. April 1883 der Ausgangspunkt für eine nichtig, 'Lachtlick'e deutsche Kolonialpolitik geschciss den ertep. ff.i Am 7. August 1884 wurde in 2 Gramm." Die d i e schwarz- weiß-ro tmtionalen Chinin- zogen. Heute ist dem Deutscht. um Abhilfe zu lichkeit genommen, seine u' einem billigen Er- Söhne draußen in der Wel Totaquina gefunden gebieten so auszubilden, dangen auf den Markt fühl für die Welt bekommerwird auch gefordert, wir des Tages vor 50 Isteten Gebieten der denken soll uns ansporncn. erungen gesenkt wer- GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Lchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Revision und Muffoliniplan Ein Artikel der „Times". Berlin, 10. April. (ERB.) Der „Berliner Bör- sen-Courier" veröffentlicht einen Artikel des italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini, in dem der italienische Führer unter der Ueberschrist „Der Revisionsgedanke marschiert!" u. a. ausführt: Der Tag kam, als die Kleine Entente ihr ziviles Gewand abwarf und in einem Protokoll sich selbst als „eine höhere internationale Einheit" erklärte, ausgestattet mit einem „leitenden Organ für gemeinsame Politik". Die Kleine Entente begab sich geräuschvoll auf die Szene, begleitet von einem großen Pariser Orchester: „Die fünfte europäische Großmacht". Wir stehen vor einer A u f d l ä h u n g, die leicht grotesk wirken kann. Lin politischer Pakt langt nicht hin. um eine Großmacht hervorzubringen. Diese drei Staaten haben nichts miteinander gemein, weder Rasse noch Sprache, noch Geschichte, noch Religion oder wirlschaft- liche Interessen. Jeder von ihnen hat in seinen Grenzen beträchtliche völkische und religiöse Minoritäten. Wenn sich die Kleine Entente selbst als die „fünfte Großmacht" proklamiert, so kann sie nicht vermeiden, daß sie sich einer Prüfung durch die Welt ausseht, und die Prüfung hat die Resultate ergeben, die sich jetzt gezeigt haben. Sogar vom militärischen Standpunkt aus darf die Macht der Kleinen Entente nicht überschätzt werden. Die Mobilisierung von fünf oder sechs Millionen Mann bedeutet noch nicht das Vorhandensein einer gemeinsamen Armee, die kämpfen und siegen kann. Die Bunlscheckigkeit der zehn Rassen, die in den drei Staaten leben, spiegelt sich in der Zusammensetzung der bewassneten Streitkräfte und in ihrer mutmaßlichen Schlagkraft wider, wobei in Betracht zu ziehen ist, daß in den drei Staaten die Minderheiten gegen die Vorherrschaft der Mehrheit ankämpsen. Die „fünfte Großmacht" existiert daher nur auf einem Stück Papier mit politisch-literarischer Tendenz. Die „fünfte Großmacht" ist letzten Endes nichts weiter als die kleine Entente von früher, die auf den grünen Tisch gestiegen ist, um größer zu erscheinen. Jeder Staat hat seine spezifischen Probleme mit seinen Rachbarn, und sie können nicht leicht auf einen Renner gebracht werden. Wenn wir vom politischen zum wirtschaftlichen Fragenkomplex übergehen, so werden noch größere Interessengegensätze zwischen den drei Staaten sichtbar. Artikel 7 des neuen Paktes, der die Bildung eines Wirtschaftsrates der Staaten der Kleinen Entente vorsieht, ist dazu verurteilt, ein toter Buchstabe zu bleiben. Die Wirtschaft der drei Staaten kann nicht von der der Rach- barstaaten, Deutschlands und Italiens, getrennt werden. Ich halte den Abschluß einer Zollunion zwischen den drei Staaten für fast ^Anges^hts der revisionistischen Welle in Europa und der übrigen Welt hat Die Kleine Entente versucht, das Band, das die so- genanten „neuen Reichen" im Donaubecken vereinigt, noch enger zu schlingen. Der Revisionsgedanke marschiert und wird stärker fein als das morsche Bollwerk eines Protokolls. Er marschiert, weil die Welt nach Frieden verlangt, nach einer langen Periode des Friedens, und weil sie fühlt, daß dieser Wunsch vergeblich bleiben muß, wenn der Friede nicht von Gerechtigkeit begleitet ist. Ich sagte schon bei anderen Gelegenheiten, daß Friedensverlräge nicht ewig sind. Der Völkerbundspakt selbst verzichtet auf die Versteinerung der Friedensver- träge, da er in einer besonderen Klausel die Möglichkeit einer Revision zuläßt. Es würde interessant sein beispielsweise fest, zustellcn, wieviele Artikel des Versailler Ver träges nicht zur Anwendung gelangt und wle- viele nur in abgeschwächter oder veränderte Form durchgeführt worden sind Wer sich dem Revisionsgedanken wi der setz t, pan Dclt acacn den Geist des Volke r b u n - des, der nicht nur auf die Rolle eines Hüters der Verträge von 1919 beschrankt werden kann, sondern die höhere Rolle eines ® a tonten der Gerechtigkeit zwischen den Volkern übernehmen sollte. Minister Görings Ankunst in Rom. R o m 10 April. (WTB.) Reichsminister G ö - ring ift heute 13.40 Uhr nach kaum 3%ftunbigem Fluge von München kommend, in Rom em getroffen. Göring, der während des ganzen Fluges selbst am Steuer der dreimotor.gen Funkers- maschine saß, landete bei starkem Bodenwind noch einem eleganten Gleitflug und ^ndungsmanover, das den Beifall des italienischen Luftfahrtministers B a 1 b o sand. Zur Begrüßung auf dem oKstplatz waren außer Balbo und seinen Stabsoffizieren no* erSicnen: PrmMm di- S-- mahlin des Prinzen von Hessen, der mit dem Flugzeug nach Rom zurückkehrte, ferner der Eh es des Protokolls Gesandter S e n n i, Botschafter v. Has - Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, ixernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Srantfuti am Main 11686. Oer Kampf um eine nationalbedingie deutsche Kunst. Ein Briefwechsel zwischen Furtwängler und Minister Goebbels. Berlin. 10. April. (TLl.) Generalmusikdirektor Furtwängler hatte am 6. April an den Reichsminister Dr. Goebbels ein Schreiben gerichtet, in dem er auf sein langjähriges Wirken in der deutschen Oeffentlichkeit, seine innere Verbundenheit mit der deutschen Musik hinweist und die Wiederherstellung unserer nationalen Würde freudig begrüßt; gerade aber für die Kun st nur den entscheidenden Trennungsstrich zwischen Gut und Schlecht herausstellt. „Wenn sich der Kampf gegen das Judentum", so fährt Furtwängler fort, „in der Hauptsache gegen jene Künstler richtet, die selber wurzellos und destruktiv durch Kitsch, trockenes Virtuosentum u. dgl. zu wirken suchen, so ist das nur in Ordnung. Der Kampf gegen sie und den ihn verkörpernden Geist, der übrigens auch germanische Vertreter besitzt, kann nicht nachdrücklichst und konsequent genug geführt werden. Wenn dieser Kampf sich aber auch gegen wirkliche Künstler richtet, ist das nicht im Interesse des Kunstlebens. Es muß deshalb klar ausgesprochen werden, daß Männer wie Walter, Klemperer. Reinhard usw. auch in Zukunft in Deutschland mit ihrer Kunst zu Worte kommen können müssen." Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat sich daraufhin in einem Schreiben an Generalmusikdirektor Furtwängler grundsätzlich über die Haltung der nationalbedingten deutschen Lebenskräfte zur Kun st geäußert. In dem Schreiben des Reichsministers heißt es u. a.: „Ich glaube, der Kampf, den wir um Deutschlands Wiedergestaltung führen, geht den deutschen Künstler nicht nur passiv, sondern auch aktiv an. Es ist Ihr gutes Recht, sich als Künstler zu fühlen und die Dinge auch lediglich vom künstlerischen Standpunkt zu sehen. Das aber bedingt nicht, daß Sie der ganzen Entwicklung, die in Deutschland Platz gegriffen hat, unpolitisch gegenüberstehen. Es ist nicht nur die Aufgabe der Kunst und des Künstlers, zu verbinden; es ist weit darüber hinaus ihre Aufgabe, zu formen. Gestalt zu geben, Krankctz zu beseitigen und Gesundem freie Lahn zu schaffen. Ich vermag deshalb als deutscher Politik^ nicht lediglich den einen Trennungsstrich .anzuerkennen. den Sie wahr haben wollen: den zwischen guter und schlechter Kunst. Lediglich eine Kunst, die aus dem vollen Volkstum selbst schöpft, kann am Ende gut sein und dem Volke, für das sie geschaffen wird, etwas bedeuten. Kunst in absolutem Sinne, so wie der liberale Demokratismus sie kennt, darf cs nicht geben. G u t muß die Kunst sein; darüber hinaus aber auch verantwortungsbewußt, volksnahe und kämpferisch. Daß sie keine Experimente mehr verträgt, gestehe ich gerne zu. Es wäre aber angebracht gewesen, gegen künstlerische Experimente zu protestieren in einer Zeit, in der das deutsche Kunstleben fast ausschließlich von der Experimentiersucht Volks- und rassefremder Elemente bestimmt und dadurch das deutsche künstlerische Ansehen vor der ganzen Welt belastet und kompromittiert wurde. Wirkliche Künstler f i n b rar. Man muß sie deshalb fordern und unterstützen. Es sollen dann aber in der Tat wirkliche Künstler sein. Sic werden in Deutschland auch in Zukunft mit ihrer Kunst immer zu Worte kommen können. Dagegen zu klaaen, daß hier und da Männer wie Walter, Klemperer, Reinhardt usw. Konzerte absagen mußten, erscheint mir im Augenblick umso weniger angebracht, als wirkliche deutsche Künstler in den vergangenen 14 Jahren vielfach überhaupt zum Schweigen verurteilt waren, und die auch von uns nicht gebilligten Vorgänge in den letzten Wochen nur eine natürliche Reaktion auf diese Tatsache darstellen. jedenfalls aber bin ich der Meinung, daß jedem wirklichen Künstler bei uns das Feld zur unbehinderten Wirksamkeit freigegeben sein soll. Er muß bann aber, wie Sie selbst sagen, ein aufbauender, schöpferischer Mensch sein und darf nicht auf der Seite der von Ihnen mit Recht gegeißelten wurzellos zersetzenden, verflachend destruktiven, meistens nur technischen Könner stehen. Künstler, die wirklich etwas können und deren außerhalb der Kunst liegendes Wirken nicht gegen die elementaren Normen von Staat, Politik und Gesellschaft verstößt, werden, wie immer in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft bei uns ro ä r m ft e Förderung und Unterstützung finden. Ein Mahnruf des Deutschen Sprachvereins. Berlin, 10. April. (111.) Der Deutsche Sprachverein veröffentlicht folgenden Mahnruf an das deutsche Volk: Drei wertvolle Güter sind von unseren Vorfahren auf uns gekommen: eine ruhmreiche Geschichte, die deutsche 2lrt und unsere S p rache. Unserer Geschichte dürfen und sollen wir uns wieder erinnern, zur Pflege der deutschen Art werden wir nachdrücklich ermahnt, von der Sprache ist nicht die Rede. Als 1914 die große Begeisterung durch unser Volk ging, besann man sich auch auf sic. Die Begeisterung ist verpufft, und die Verschandelung der Sprache geht weiter. Zu einer Zeit, da unsere Brüder in fremden Ländern um ihre Muttersprache kämpfen, da sie Leiden und Entbehrungen auf sich nehmen, damit sie ihnen erhalten bleibe, schreibt und spricht man im Vaterlande ein Deutsch, das schon roir_ nicht verstehen, das man draußen noch weniger versteht und das man in hundert Jahren wird mühsam erklären müssen. Von der hohen Wissenschaft dis zum Heringshandel, von der Gottesgelahrtheit bis zur Borerei finden wir eine Sprache voll Schwulst, Unklarheit und Fremdtümelei. Und wenn sich einmal jemand eines reinen Deutsch befleißigt, wird ihm von den Berufsnörglern oorgeworfen, er schreibe einen veralteten Stil, er sei nicht gebildet. Eine Bewegung von unerhörter Kraft geht durch unser Volk. Sie will uns der angestammten Art bewußt machen. Wenn aber etwas zu unserer Art gehört, unlösbar mit ihr verbunden ist, so ist es die Sprach c. Möge unser Volk erkennen, daß cs eine reiche, klangvolle und bewegliche Sprache besitzt, daß es zur Bildung gehört, sie zu kennen und zu beherrschen, daß. es Pflicht jedes Volksgenossen ist, für alle verständlich zu schreiben und zu reden, und daß es kein Ruhm ist, nachzuplappern und nachzuäffen, was irgendein eitler Geselle aus dem Kehrichtfaß der Sprachen aufgelesen hat. Deutsches Volk, besinne dich! Erkenne endlich, was für eine schöne, reiche Sprache du hast! Lerne sie gebrauchen, halte sie heilig und rein, schütze sie vor ihren Verächtern! Auflösung von Landwirt- schastskammern? Berlin, 10. April. (211.) Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Nachdem der Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Reichs- minister Dr. Hugenberg, wegen vorgekommener Unruhen die Auflösung der Oberschlesischen Landwirtschaftskammer in Aussicht genommen hatte, hat er sich gezwungen gesehen, auch die Auflösung der Landwirtschaftskammer in Wiesbaden zu beantragen. Hier hatte am 17. bzw. 23. März eine Besetzung des Gebäudes der Landwirtschaftskammer durch dazu nicht befugte Personen und ebenso eine Amtsenthebung des bisherigen Kammervorsihenden und früheren Reichstagsabgeordneten Hepp, sowie des Kammerdirektors und des Bureaudirektors stattgefunden, die zugleich in Schutzhaft genommen wurden. Dr. Hugenberg hat sich nunmehr entschlossen, die Auflösung der Kammer zu beantragen. Nachdem die Landwirtschaftskammern in Halle und für Schleswig-Holstein selbst ihre Auflösung beantragt haben, wird zugleich die Auflösung und Neuwahl dieser Kammern beantragt werden. Besprechung von Reichsbahn- fragsn beim Kanzler. Der Reichskanzler fordert großzügige Arbeitsbeschaffung. Berlin, 10. April. (TU.) Amtlich wird init- geteilt: Heute empfing der Reichskanzler Adolf Hitler den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorp müllet, zu einer Besprechung über Reichsbahnfragen. Zwecks engerer Zusammenarbeit zwischen der Reichsbahn und dem Speditionsgewerbe, sowie zwischen der Reichsbahn und dem Kleinschiffergewerbe wurde vereinbart, je eine gemischte Kommission zu bilden, zu deren Vorsitz der Reichskanzler den Reichsverkehrsminister in Aussicht genommen hat. Den vom Reichskanzler entwickelten Plänen für eine großzügige Arbeitsbeschaffung zur Belebung der deutschen Wirtschaft sicherte der Generaldirektor die w e i t g e h e n d st e Mitwirkung der R e i ch s b a h n o e r w a 11 u n g zu. Sobald die Grundlagen für die Durchführung eines solchen Arbeitsbeschassungsprogramms geklärt sind, soll der Generaldirektor der Reichsbahn in erster Linie zur Mitberatung herangezogen werden. politische Osterferien. Berlin, 10. April. (WTB.) Reichskanzler Adolf Hitler hat heute nachmittag zu einem kurzen ÄrlaubsaufenthaK Berlin verlassen. Der Erholungsurlaub des Kanzlers wird nur sehr kurz sein. Der Kanzler hat die Absicht, schon am Dienstag nach Ostern wieder in Berlin zu sein. Den Urlaub wird er, ebenso wie Reichsminister Dr. Goebbels, der Mittwoch von Berlin abfährt, in Süddeutschland verbringen. Reichsaußenminister v. Neurath ist bereits von Berlin abgefahren. Auch Dr. Hugenberg wird über Ostern nicht in der Reichshauptstadt sein. Vizekanzler v. P a p e n und Reichsminister Göring sind bekanntlich in Rom. Damit haben gleich zu Beginn der Karwoche die politischen Osterferien angefangen. Es finden zwar noch interne Besprechungen über die Arbeitslosenversicherung statt, im übrigen sind aber vor Ostern irgendwelche Entscheidungen nicht zu erwarten, auch nicht in der Frage der Bestellung der Statthalter. Keine selbständigen Eingriffe in die Reichsfinanzverwaliung. Berlin. 10. April. (TU.) Es ist SA.- und SS.-Männern, Mitgliedern der NSBO., politischen Leitern und sonstigen Angehörigen der NSDAP, untersagt, in .die inneren Verhältnisse der R e i ch s f i n a n z Verwaltung (Landesfinanzämter, % Finanzämter usw.) selbständig einzugre'lfen, Absetzungen zu verlangen oder selbst vorzunehmen und dergleichen. Wird ein Eingriff für erforderlich gehalten, so ist das unverzüglich dem Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, .Reinhardt, M. d. R., Berlin, Wilhelmplatz 1, Fernsprecher Flora 0015, mitzuteilen. Auch die Beurlaubungen von Beamten der Reichsfinanzverwaltung zum Zwecke der vorübergehenden Ueber- nahme eines kommissarischen oder sonstigen politischen Amtes dürfen nur im Einvernehmen mit Staatssekretär Reinhardt, Mitglied des Reichstages, beantragt werden. NSBO. und Stahlhelm-Selbsthilfe vor den Arbeitsgerichtsbehörden zugelaffen. Berlin, 10. April.' (WTB.) Der Reichs-- arbeitsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichswirischaftsminister und dem Reichsminister der Justiz die NationalsozialistischeDe- triebszcllenorganisation und die Stahlhelm - Selbsthilfe den im § 11 Abs. 1 und 2 des Arbeitsgerichtsgesetzes bezeichneten Bereinigungen für die Prozeßvertretung gleichgestellt. Die Verordnung bezweckt lediglich, die Prozeßvertretung dieser Vereinigung unzweifelhaft sicherzustellen, ohne eine Entscheidung über ihre Eigenschaft als wirtschaftliche Vereinigung zu treffen. Im übrigen wird geprüft, wie weit noch anderen Verbänden, die sich mit der wirtschaftlichen und rechtlichen Vertretung ihrer Mitglieder befassen und denen nach der bisherigen Rechtslage die Prozeßvertretung vor den Arbeitsgerichten nicht zustand, in einer weiteren Verordnung dieses Recht beizulegen ist. Oie kaufmännischen Berufskranken- kaffen zur Lage. Der Verband kaufmännischer Bern f s k r a n k e n k a s s e n , die Vertretung der berufsständischen Krankenversicherung der deutschen Angestellten, bekennt sich, wie'er der Oeffentlichkeit mitteilt, zur nationalen Volksgemeinschaft, die den Weg für den berufs ständischen Aufbau der Krankenversicherung freigemacht hat. Die den Verband bildenden Angestelltenkrankenkasfen mit nahezu 1,5 Millionen Versicherten sind bereit, mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung der nationalen Aufbauarbeit zu dienen. Der Verband und die ihm angeschlossenen Ersatz- lassen geben nach ihrer Entwicklung und ihrer Art ein Beispiel für die berufsständische Krankenversicherung im neuen Staat. Aus aller Welt. Der Kapitän der „Akron" und Admiral ZUoffcft als Leichen geborgen. Das amerikanische Küstenwachtschiff „Tuckers" hat die Leiche des Kapitäns Mac Cord geborgen, der das Luftschiff „Akron" während der Unglücksfahrt befehligt hatte. In der Manteltasche wurden Aufzeichnungen über den Verlauf der letzten Fahrt des Luftschiffs gefunden. Ebenso ist die Leiche des bei dem „Akron"-Unglück ertrunkenen Chefs der amerikanischen Militärluftfahrt, Admiral Moffett, geborgen worden. Blinddarmoperation Wolfgang von Gronaus. Wolfgang v. G r o n a u , der durch feine drei Atlantikflüge und durch feinen Weltflug berühmt geworden ist, ist an einer gefährlichen Blinddarmentzündung erkrankt und mußte sich schnellstens einer Operation unterziehen. Lebensgefahr besteht nicht. Karl Schwabes Afrikaflug beendet. Die in diesem Jahr sehr früh und außerordentlich heftig einsehende Regenzeit machte die Fortsetzung des Afrika-Fluges, den der deutsche Sportslieger Karl Schwabe durchführt, in südlicher Richtung unmöglich. Die Flugplätze im Innern des Landes sind durch den Regen vollständig aufgcweicht, so daß der Flieger sich entschließen mußte, den Rückflug anzu- treten und seinen Flug nach Süden mit dem Besuch der ehemaligen deutschen Kolonien abzu- schließen. Die Rückkehr wird voraussichtlich über Mairobi und Moshi erfolgen. Ermordet aufgefunden. Wie aus Kaufbeuren (Schwaben) gemeldet wird, wurde der ledige 51 Jahre alte Maler Konrad End raß von Ruderatshofen auf der Straße von Ebenhof nach Ruderatshofen ermordet aufgefunden. Die Leiche zeigte an beiden Seiten des Halses tiefe Messerstiche. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden. Frühlingsfahrt durch den Nibelungengau. Von 3- Krammacher. Früh um 7 üßr, ganz unverhofft pünktlich also, verläßt das Schnellschiff den Praterkai, um dann die Donau stampfend hinaufzufahren. Dieses Schnellschiff, zum Llnterschiede von den schnecken- haft fahrenden Lastschiffen so genannt, ist fast ausnahmslos voll beseht, denn niemand, der Wien besucht, will sich die Gelegenheit entgehen lassen, mit dem Dampfer nach der Wachau hinauszu- fahren. Die Wachau ist der alte Nibelungengau, sie Zieht sich rechts und links der Donau hin, ungefähr in der Mitte zwischen Wien und Linz und erinnert lebhaft an die Rheinlandschaft. Weinberge zu beiden Seiten, Burgen grüßen von ragenden Felsen herunter, und uralte Städte erzählen von einer Welt, die lange versunken ist. 2lach vielstündiger Fahrt erreicht das Schnellschiff endlich Krems. Dieses Krems ist ein vollkommen mittelalterliches Städtchen mit Wallmau- ern und Burggräben. Weinberge steioen ringsum auf, und der Verkehr in den Straßen hat nur während der Monate der Reisezeit lebendigere Farben. Durch viele hundert Jahre alte Torbögen geht man aus dem Zeitalter Rudolfs von Habsburg in dasjenige Kaiser Maximilians hinüber. Es ist, als klirrten allerwärts noch Rüstungen und fließen die Hellebarden der Wächter auf die Grasnarbe zwischen den Steinen. Unmittelbar an Krems schließt sich das Städtchen Stein an, von dem aus die einzige Brücke hier über die Donau fuhrt. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt wie ein Stück Erinnerung aus grauer Vorzeit der Marktflecken Matern. Es ist das alte Mu- taren des Nibelungenliedes. Ueberhaupt die ganze Wachau ist die Landschaft des Königs Gunther und der Königin B r u n h i l d e. Durch Mutaren ist der grimme Tronjer hingefchritten, und in Krems hat der L ^mre Volker auf der Fiedel gespielt. Mr »-neter von Mutaren entfernt, im- H 5 er-^ Z?.2.'chau zugehörig, erhebt sich auf = 3-^0- 2.-°. ^on mittlerer Höhe das Stift o o = " 2.D" der schönsten kirchlichen Bau- s = 3 "o- "o o "oOern Besucher, der den lohnen- Ks s 'e bezeich. ine entO unzwei, östlich Drüber bflÄT9un« >cn, bi VMeit en L -mit der Senjföfranfen, löge. ?°"nischer 2-, ö’e Vertretung rll$. wie-er der JA n^ionalcn ?cn Deg sür den r SiP\ Cr 5antm' den Verband »'rankenkasi-n versicherten sind bc- gen Erfahrung der zu dienen. Mschlossenen Ersah, to'dtung und ihrer russständische Ätaib aal. Or. prafd) geht nach Darmstadt. Die rolr aus dem Slabltßcalerbüro hören, find die Verhandlungen zwischen der hessischen Regierung und dem Intendanten Dr. P r a s ch nunmehr zum Abschluß gekommen. Das Ergebnis ist, daß Intendant Dr. P r a f ch den Posten des Generalintendanten in Darmstadt übernimmt. Sparen und Bauen. Jin vergangenen Jahre war in den Zeitungen sehr häufig die Rede von der Zunahme des Geldham- sterns, die als Folge der Zahlungskrije des Jahres 1931 hingeftelli wurde. In den letzten Monaten konnte erfreulicherweise festgestellt werden, daß das Hamstern von Geld so gut wie ganz aufgehört hat, unb daß die früher gehamsterten Beträge sich wieder gelockert haben und in den Geschäftsverkehr gelangt sind. Zn den zurückliegenden Zeiten ist auch gelegentlich in größerem Umfange Geld von den Sparinsti- tuten abgezogen worden, um es in Grund unb Boden, zum Bau eines Eigenheims zu verwenden. Die inzwischen gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß die Anlage auf Sparbuch unbedingt sicher ist, daß dagegen beim Kauf von Parzellen und Grundstücken, wie überhaupt bei einer überstürzten Flucht in die Sachwerte erhebliche Schwierigkeiten unb zum großen Teil auch nicht geringe Gefahren entstehen. Auch wenn man von den offenkundig übertriebenen und leichtfertigen Angeboten abfieht, so muß berücksichtigt werden, daß die in Grund stücken usw. angelegten Gelder aller Voraussicht nach festliegen und im Bedarfsfälle im Gegensatz zur Spareinlage nicht zur Verfügung stehen. Der Bedarfsfall kann aber heute sehr schnell eintreten. Es soll keineswegs verkannt werden, daß der Gedanke, ein eigenes Haus und einen eigenen Herd zu haben, durchaus begrüßt wird, aber feine Verwirklichung ist von der Erfüllung wichtiger Voraussetzungen abhängig. Vor allem muß sich der Interessent über die Belastung, die seiner wartet, völlig klar sein, er kann an die Ausführung erst dann schreiten, wenn er über genügende Mittel verfügt, d. h. vor allem, baß möglichst viel eigene Mittel vorhanden sein müssen, weil die fremden Mittel verzinst und getilgt werden müßen. Eigene Mittel können nur allmählich burch Sparen, entweder bei der Sparkasse oder bei der öffentlichen Bausparkasse angesammelt werden. Ein überstürzter Kauf von Grund und Boden unb ein überstürzter Baubeginn bringt sehr leicht Mühe und Aerger. Es darf auch nicht übersehen werden, daß die Rentabilität eines Neubaues sehr genau kalkuliert werden muß. Selbst bei verhältnismäßig niedrigen Zinsen bringt bic Spareinlage oft größeren Ertrag als das in Haus ober in Grund und Boden angelegte Kapital. Alle diese Erfahrungen werden hoffentlich dazu beitragen, die Bevölkerung über die Gefahren einer Flucht'in bie Sachwerte aufzuklären. An ber Sicherheit ber Spareinlagen und der Währung besteht kein Zweifel. Der neue Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat erst in ben letzten Tagen erneut erklärt, daß die Währung stabil ist und bleibt. Schulbücher werden revidiert. Aus Lehrerkreisen wirb uns geschrieben: -aflug beende!. ft früh und außer- Aegenzeit machte ta'ßlugei. der tl Hchvave burch- uo&ftW Dir Aug- ndrs sind butd)' dm ,d)t, so daß der Flic. ■ den Aückflug argu« h Lüden mit dem 2e- fchcn Kolonien abzu- :d voraussichtlich über en. gefunden. iSchwabenj gemeldet >1 Jahre alte Maler Ruderatshofen aus der > Auöeratshofen er* - Leiche zeigte an bei- Messerstiche- Der Ta [lelHDcrbci^^^ > Maine EeschiM UechweE rÄ"“ M denen die eine m ?bcn Sergen, in ,n elementarer Leiden •sir- M-s ichnisM fr ichonen I>«i * mann;e'' rtrflm: ein tm,(en kun- beut^"1 ® Lähltc last ^esien-r Unrecht „n |ieuen, zeckt schienen: i ’SJAe^nJ --- inWnSe Slui^j EundSedanken IC noch ' an das Minister b,jsche M- prosr . o . 7 . 0 . 0 . 0 . 6 .12 * Julius Berger Tiefbau AG., Berlin. In der Bilanzsitzung wurde beschlossen, der GB. am 6.5. nach reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen (i. V. 259 676 RM. Abschreibungen auf Anlagen) die Verteilung einer Dividende von wieder 12 d. Sy vorzuschlagen. Frankfurter Aben-börse fester. Frankfurt a. M., 10. April. An der Abend- börse blieb das Geschäft bei fehlenden Kunden-- orders zwar klein, die Stimmung war jedoch etwas befestigt, wobei die kräftige Aufwärtsbewegung der Reichsmark im Auslande, die festen Meldungen von den Auslandbörsen und die erneute Betonung Dr. Schachts zur Werterhaltung der Mark auf der heutigen Versammlung der B2Z von Anregung waren. Einige Umsätze fanden in ZG.-Far- ben bei 127,5 Prozent (gegenüber dem Berliner Schluß plus 0,5 Proz.) statt. 3m übrigen blieben die Kurse gut behauptet. Rur Buderus Eisen lagen noch etwas unter Druck und gaben 0,75 Proz. nach. 3m Verlaufe konnten sich 3G.-Farben weiter etwas erhöhen, auch Daimler Motoren waren beachtet und 0,5 Proz. fester, später bröckelten sie allerdings etwas ab, um gegen Schluß der Börse erneut wieder anzusteigen. 3m Freiverkehr konnten sich Adlerwerke Kleyer um 1 Proz. auf 43,5 Prozent befestigen. Auch am Renten markte war die Haltung bei allerdings kleinen Umsätzen freundlich. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 80,25 Prozent etwa 0,5 Proz. höher, ebenso zogen Deutsche Anleihen bis zu 0,38 Proz. an. Bon Goldpfandbriefen konnten sich Rhein. Hypotheken-Bank Reihe 5 bis 30 um 0,75 Proz. auf 90 Prozent erhöhen: Frankfurter Hypotheken-Bank Gold Reihe 1 bis 4 blieben mit 88,5 Proz. gut behauptet. Bon Auslandrenten lagen 4proz. Zolltürken mit 5,15 um 0,15 Proz. fester. Reubesitzanleihe 12,65, Altbesih- anleihe 72,88, Schutzgebiete 7,63, Reichsbank 140,25-, Buderus 55,25, Harpener 84,75, Mannesmann 69,25, Rheinstahl 82,25, Stahlverein 44, AEG. 31, Atu 37, Daimler Motoren 35,75 bis 35,25 bis 35,75, Licht & Kraft 106, 3G.°Farben 127,50 bis 127,88, Holzmann 58 50, Lahmeyer 128,50, Schuckert 100, Wayß & Freytag wurden zum letzten Male mit 5,75 Prozent notiert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. April. Die Geschäftsstille der letzten Wochen hielt an und wurde noch durch die bevorstehende Verkehrsunter- brechung durch die Osterfeiertage verstärkt, zumal es an Anregungen, besonders vom Mehl- geschäft her, fehlte, Indessen blieben die Preise, auch infolge des kleinen Angebots, ziemlich unverändert. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je Doppelzentner) in Mark: Weizen 210, Roggen 170 bis 172,50, Gerste 180, Hafer 145 bis 148.50; Weizenmehl (südd. und Niederrhein.) 29,50 bis 31, Roggenmehl 23,25 bis 24,50, Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 8,25, Soyaschrot 10 bis 10,60, Palmkuchcn 9,25, Erdnußkuchen 11.70 bis 11,50, Treber 12,25, Heu 4.30 bis 4.50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 2,20. Die Preise für ölhaltige Futtermittel verstehen sich ohne Monopolabgabe. Kartoffeln Industrie hiesiger Gegend) 1,55 Mk. per Zentner bei Waggonbezug. A.S.G Gleftr. LIeferungsgesellschast... Licht und Straft ............. Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unter, uehmungen............... Rheinische Elektrizität Schuckert L Eo.............. Siemens & Halske Lahmeyer L Eo..............: 6 5 5,75 5,75 5,75 4,8 Am zweiten Dfterfeiertag findet das zweite ’Bereinsrennen (50 Kilometer) auf der Strecke Gießen—Marburg—Gießen statt. Hauptausschuß-Sihung der OT. Wettere wichtige Befchlüsse. Sie in Stuttgart am Samstag und Sonntag anläßlich der Sitzung des Hauptausschusses versammelten Führer der Deutschen Turnerschaft faßten . n . O . r, 0 , 7 , 7 , Ü , 0 , 0 , 0 0 30 0 der höchsten Auszeichnung, die die DT. zu vergebet hat. In öffentlicher Sitzung wurde über den Stand der Vorbereitungen zum 15. Deutschen Turnfest verhandelt. Insbesondere wurde folgender Beschluß einstimmig gefaßt: Datum Bamburg-Amcrtka-Pakei amburg-Slidam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz, und Prtval-Bank... Deutsche Bank und DiSconto» Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank * Kreditgemeinschaft des deutschen Möbelhandels. Der deutsche Möbelfachverband Zentrale Berlin e. V., die Spitzenorganisation des deutschen Möbelhandels, der alle maßgebenden Fachfirmen angehören, hat mit der Gest, Gesellschaft für Finanzierung von Kreditgemeinschaften m.b.H., Berlin, die von einem Großbankenkonsortium unter Führung der DD-Bank kontrolliert wird, Vereinbarungen getroffen, nach denen die Gesi kreditwürdigen Kunden der Verbandsfirmen Anschaffungskredite auf der Grundlage des sich in der Praxis gut bewährenden Gest-Planes zur Verfügung stellt. * Wayß & Freytag 21®., Frankfurt amMain. Mit Ablauf des 10. April 1933 wird die Votierung der Aktien der Wayß & Freytag AG., Frankfurt a. M., an der Frankfurter Börse eingestellt. Dazu hört WTB.-Handelsdienst, daß von triefen Aktien bis zum Ablauf der Umtauschfrist bis 31. März 1933 ein erheblicher Betrag noch nicht eingereicht wurde. Es besteht für die 3n- Haber diefer Stücke innerhalb einer von den Banken bis zum 19. April intern festgesetzten Nachfrist die Möglichkeit der Einreichung zum Umtausch in zusammengelegte Aktien, wie auch zum Umtausch der letzteren in Aktien der Neue Ballgesellschaft Wayß & Freytag AG. Dieser Umtausch dürfte sich nach Meinung der Firma empfehlen, da die Aktien der Neue Baugesellschaft Wayß & Freh- tag AG. dzt. einen wesentlich höheren Wert haben als die Aktien der alten Wayß & Freytag AG. * Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer A G., Frankfurt a. M.. Nach einer Mitteilung der Gesellschaft ist die Zahl'der beschäftigten Arbeiter und Angestellten gegenüber dem Vorjahre um etwa 20 v. H. gestiegen. Die Werkskapazität, die im Normalbetrieb 1500 Wagen monatlich beträgt, wird zur Zeit mit 60 v. H. ausgenutzt, während die Beanspruchung im April v. I. nur 30 o. H. betrug. 4% Oesterretchische Kolvrente.... 4,20% Oesterretchische Sllberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4)4% deSgl. von 1918.......... 6% abgest. Goldmextkoner von 99 <% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... 4% des gl. Serie II............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Ruknün.veretnh.Renlev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Staate (ter.............. — über den ersten Teil der Tagung berichteten wir bereits — noch folgende Beschlüsse: Der Hauptausschuß hält eine Umgestaltung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen unbedingt für erforderlich und zwar dahingehend, daß ihm nur Verbände angehören, die Leibesübungen im Sinne Jahns betreiben und auf völkischem Boden stehen. Die Deutsche Turnerschaft wünscht, daß die Olympischen Spiele 1936 in Berlin so ausgestaltet werden, daß sie eine große nationale Kundgebung darstellen. Unter dieser Voraussetzung wird die Deutsche Tur- nerschoft bereit sein, an den Spielen und Kämpfen teilzunehmen und wird ihre ganze Kraft daran setzen, mitzuhelfen, daß die Kundgebung in würdiger Weise ein Bild vom Wesen und von der Kraft deutschen Turnens bietet. An einer nur internationalen Veranstaltung, die vornehmlich dem Rekordwesen dient, vermag die Deutsche Turnerschaft getreu ihren Ueberlieferungen und den Jahnschen Geist nicht teilzunehmen. Die DT. tritt der „Vereinigung vaterländischer Verbände" bei. Der Hauptausschuß beauftragt den Jugendausschuß mit der Durchführung des Wehrturnens in der Deutschen Turnerschaft im Sinne der „Richtlinien für die Gestaltung und den Sinn der Arbeit an der DT." Ferner erfolgten in nichtöffentlicher Sitzung Ehrungen verdienter Turner-Führer durch Verleihung der Ehren-Urkunde, Buderus ................. Deutsche Erdöl Gelsenkirchener............ Harpener................. Hoejch Äsen—Köln-Neuessen Ilse Bergbau . .......... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhren Mansselder Bergbau........ Oberschles. Äokowerke........ Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen .... Rheinstaljl 6,5 6 5,15 5,8 5,8 5,75 4,75 27,2 13,65 1,15 6,65 6,7 6,5 6,25 5,05 5,8 5,8 5,75 9,5 4,8 26,65 13,9 i ,1 7 6,9 5,05 5,75 5,7 6 4,85 „Der Hauptausschuß bittet den allverehrten Herrn Reichspräsidenten und Feldherrn des großen Krieges, o. Hindenburg, und den Schöpfer und Führer der nationalen Freiheits-Bewegung, den Reichskanzler Adolf Hitler, die Schirmherrschaft über das Deutsche Turnfest in Stuttgart zu übernehmen." Das nächste Alterstreffen der DT. soll 1934 im Saargebiet stattfinden. Die Frage der Teilnahme an den Deutschen Kampfspielen 1934 soll später erledigt werden. Im Jahre 1935 soll das 75jäh- rige Bestehen der Deutschen Turnerschaft festlich begangen werden. Der nächste Deutsche Turntag soll im Frühjahr 1934 stattfinden. Die Bestandaufnahme der Deutschen Turnerschaft vom 1. Januar 1933 hat einen in Anbetracht der Notzeit erfreulichen Aufschwung gezeigt. Der Kassenabschluß wurde besprochen und dem Kassenwart Entlastung erteilt. Den Ausklang bildete eine vaterländische Kundgebung, die mit dem Gesang des Deutschland-Liedes beendet wurde. Mit einem „Gut Heil" auf die Deutsche Turnerschaft, Volk und Vaterland schloß der zweite Vorsitzende die denkwürdige Tagung. deutungsvolle 3:l(0:0)-Sieg über Phönix sichergestellt war. Die Abteilung II konzentrierte ihr Hauptinteresse auf das Frankfurter Lokalderby. Eintracht und Fußballsportverein spielten vor über 30 000 Zuschauern 0:0. Eintracht war die etwas reifere, der Sportverein die eifrigere und schnellere Mannschaft. Das 0:0 wahrte dem Fußballsportverein den einen Punkt Vorsprung, den er vor der Eintracht hatte. Eine Ueberraschung war die 2:3(0:3)-Nieder- lage, die Mainz 05 auf eigenem Platz gegen Wor- matia Worms erlitt. Geradezu sensationell mutet das 7:1(3:1)-Resultat an, das die Stuttgarter Kickers gegen die sonst so gefährliche Phönix-Elf aus Karlsruhe erzielte. Unerwartet knapp fiel dagegen der 3:2(1:1)-Sieg des Karlsruher FV. über Union Böckingen aus. Mittelrheinische Wal-laufmeisterschasten. Holzappel (Mlv. Gießen) auf dem zweiten Platz. 3n drei Klassen wurden am Sonntag auf der Rosenhöhe in Offenbach die Waldlaufmeisterschaf-- ten des Mittelrheinkreises der DT. abgewickelt. Annähernd 100 Läufer und 13 Mannschaften nahmen an dem Wettbewerb teil. Die Strecke war nicht allzuschwer. 3n der über sieben Kilometer führenden Meisterklasse gingen 34 Läufer an den Start. Bei 2000 Meter hatte sich eine Spitzengruppe von acht Läufern gebildet, die bis zur Abwurfkontrolle (4000 Meter) zusammenblieb. Der Endsieger. Wagner (Saarbrücken), führte meistens das Feld an und seinem scharfen Tempo waren nur Holzapfel (Mtv. Gießen) gewachsen, der bis zum Eingang des Platzes folgen konnte, dem Endspurt des Saarländers aber auch erlag, so daß dieser mit nur wenigen Metern Borsprung als Erster durchs Ziel ging (Zeit: 22:58,0 Min.). Zweiter wurde Holzapfel (Zeit: 23:04,6 Min.), hinter dem mit weiteren 40 Meter Rückstand Dany (Boppard) folgte. Den vierten Platz erkämpfte sich der 36jährige Oberüber (Homburg) vor dem langjährigen Meister F o r n o f f (Darmstadt) und dann erst kam der vorjährige Sieger Garst (Worms), der sich bis zum fünften Kilometer in der Spitze gehalten hatte. Dem Wettkampf wohnten sowohl auf dem Platze des Tv. Offenbach, der als Start und Ziel diente, als auch auf der Strecke zahlreiche Zuschauer bei. Han-batt im Gau Hessen (D T.) Tv. Großen-Linden I — Tv. Kirchgöns I 5:10. Eine Ueberraschung gab es in Großen-Linden, wo es der 1. Mannschaft des Tv. Kirchgöns gelang, den Einheimischen eine hohe Niederlage beizubringen. Die Gäste siegten verdient, wenn auch nicht in dieser Höhe, denn der Torhüter der Großen- Lindener mußte mindestens vier Treffer verhindern. Vor allem aber gab ein jeder Gästespieler her, was in seinen Kräften steckte, während man das von den Gastgebern nicht behaupten konnte. Vereinsrennen im Gießener Ra-fahrerverein 1885. Am Sonntag hielt der Gießener Radfahrerverein von 1885 sein erstes diesjähriges Vereinsrennen über 20 Kilometer ab. Es konnte fest- gestellt werden, daß der Straßenrennsport im Verein wieder im Aufstieg begriffen ist. Der Straßen- fahrwart August Deibel schickte um 9 Uhr sieben Mann auf die kurze aber schwere Strecke, die von Gießen (Karlsruhe) über Lollar, Saubringen, Alten- Buseck, Wieseck, wieder zurück zur Karlsruhe führte. Gleich am Start legte das Feld ein heftiges Tempo vor. Das Rennen wurde, wie aus den erzielten Zeiten ersichtlich ist, durchweg in sehr raschem Tempo gefahren. • Die Ergebnisse: 1. M e b u s in 35,44 Min.; 2. Muhl II, 35,46 Min.; 3. Muhl 1, handbreite zurück; 4. Jäger, 35,48 Min.; 5. Spatz, 36,47 Min. (gestürzt); 6. Wittmann, 37,07, und W e- b e r , 38 Minuten. Wie im vergangenen Jahre, so wird auch in diesem Jahre der Vereinsmeister über die lange Strecke durch Punktwertung ermittelt. Es erhielten demnach: M e b u s 5, Muhl II 3, Muhl I 2 und Jäger 1 Punkt gutgeschrieben. Aktive. K l. I (7.5 Kilometer): 1. Schaaf (1900) 22:29 Min.; 2. Gerhardt (1900); 3. Heberling (VfL. Wetzlar); 4. Berghöfer I (1900) — Mannsaftssieger: Sp.-Vg. 1900. Aktive. K l. II (etwa 5 Kilometer): 1. Daumstieger (1900) 15:19 Min.; 2. Reih (1900); 3. Kochi (1900); 4. Peters (1900); 5. Funk (Leihgestern); 6. Otto I (Weilburger Fußb.-Verein). — Mannschaften: 1. Sp.-Vg. 1900; 2. Wetzlarer Sportv.; 3. Weilburger F.-V.; 4. Sp.-V Leihgestern. 3ugend (etwa 3 Kilometer): 1. Berghöfer II (1900) 8:01 Min.; 2. Steeg (VfL. Wetzlar); 3. Graulich (Wetzlarer Sportv.); 4. Donarius (1900); 5. Wohlgemuth (Wehl. Sportv.); 6. Redhardt (Wehl. Sportv.). — Mannschaftssieger: Wetzlarer Sportverein. Schüler (1,5 Kilometer): 1. Baumann (Wetzlarer Sportv.) 6:01 Min.; 2. Schuster (Wetzlarer Sportv.); 3. Koch III (1900); 4. Zehner (Wetzl. Sportv.); 5. 3acob (1900); 6. 3äger (1900). — Mannschaften: 1. Wetzlarer Sportverein; 2. Spielvgg. 1900. Alte Herren (etwa 3 Kilometer): 1. Gitter (Weilburger F.-D.); 2. W. Schmidt (1900). Äerban-sspiel-Ergebniffe aus dem Gau Gießen-Wehlar. Bezirksklasse II: Bissenberg — Niedergirmes 5:2 (2:0); Burgsolms — Ehringshausen 6:2 (3:1). Gauklasfe l: Dutenhofen — 1900 Gießen III 0:3 (0:1). GauklasßeII; Krofdorf — 1900 Gießen IV 1:10. rußdall in Hessen-Hannover. Nach Ermittlung des Bezirksmeisters konzentrierte sich da^ Interesse bei den Meisterschaftsspielen in Hessen, Hannover ausschließlich aus die Abstiegssrage, die nach dem Ausgang der beiden hierfür in Frage kommenden Kasseler Treffen noch verwickelter geworden ist. Her- mannia verlor auf eigenem Gelände mit 2:3 gegen Göttingen 05 und kam damit in die heikle Situation, nunmehr auch in der Reihe der Abstiegskandidaten zu stehen, während die Göttinger einen bemerkenswerten Schritt aus der Gefahrenzone taten. Spielverein Kassel, den man bereits als erledigt wähnte, raffte sich nochmals gehörig zusammen und zog durch einen knappen 2:1-Sieg über Tura Kassel, die sich bereits schon in Sicherheit glaubte, mit in den Abstiegsstrudel hinein. Da alle drei Kasseler Vereine noch gegeneinander zu spielen haben, wird mit größter Sicherheit einer von ihnen der Weggenosse der bereits zum Abstieg verurteilten Germania Marburg sein. Vorentscheidungen in Sü--eutschlan-. Die hochinteressanten Begegnungen bei den süddeutschen Fußball-Endspielen des 9. April haben die erwarteten Vorentscheidungen gebracht. FSV. Frankfurt und München 1860 haben ihre Positionen soweit gehalten, daß niemand mehr an ihrem Endsieg in den beiden Abteilungen zweifelt. Diese Mannschaften dürften dann auch als erste süddeut- sche Vertreter für die Deutsche Meisterschaft genannt werden. Auch die Teilnehmer am Pokal-Endspiel, das am Ostersonntag ausgetragen wird, stehen jetzt fest. FC. 05 Schweinfurt und VfB. Stuttgart heißen die Finalisten. In der Abteilung I sand das Spiel zwischen Bayern München und SpVg. Fürth das stärkste Interesse. Vor 16 000 Zuschauern endete die Partie mit einem 1:1, nachdem bei der Pause Fürth noch mit 1:0 geführt hatte. Die Bayern waren nach der Pause klar überlegen. Wie Bayern München, so dürfte auch Waldhof durch fein 0:0 gegen Pirmasens endgültig aus der Konkurrenz um die beiden ersten Plätze ausgeschaltet sein. Fürth und 1. FC. Nürnberg haben die besten Chancen, hinter München 60 Zweiter zu werden. Der „Club" war bei seinem Spiel in Kaiserslautern in bester Fahrt und sein 4:0(1:0)-Sieg stand auch nie in Frage. Schwerer hatte es München 60 in Ludwigshafen, ehe der be- Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum .. Orensiein & »koppel .. Leonhard Tietz...... Lhade.............. Amerikanische Noten Belgische Noten.................. Dänische Noten ......... Englische Noten Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten Spanische Not« Ungarische Not« Franlsun a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Mitlagbörse Datum | 8.4. | 10.4. 8.4. 10.4. 6% Deutsche Reicheanleihe v. 1921 85 85 85 85,1 6% ehem.7% Dl. RcichLanl. v. 1929 98 97,65 98 93 5'/,% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 82 81 82 81 Au-Ios.-Rcchlen ............ 72,75 13 72,5 12,65 72,5 13,1 72,4 12,4 Dcsgl. ohne AuAos.-Rechte...... 6% ehem. 8% Hess. Bolkeslaat 1929 trückzahlb. 102%)....... 84,5 85 Oberhelsen Provinz-Anleihe mii Auölvs.-Rechlen ............. 70,5 Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 70,5 70,5 70 70 Golvpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bant 88,5 88 — — Koldpse. 16 unkündbar 615 1936 — 88 _ _ 5’/2% ehem. 4!4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandoriese ..... 88,13 88,65 6*4% ehem. 4'/.% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu..GoIdpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespsand 88,75 89 — — briesanstalt, Pfandbriese R. 19 89,5 89,5 89,5 _ 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 89,5 89,5 90 Franyuri u. jJi. Echluß- kurs Schlußk. Abendbörse 8.4. 10.4. Franksuri a.M. Berlin Schlußkurs Schluß,. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Miitag- börle Datum 8.4. 10.4- 8.4. 10.4. Bereinigte Stahlwerke. .......0 44,25 44 44 43,9 Olavi Minen ........ .......0 18 18,25 18,25 135 18,25 Kaliwerke Aschersleben. .......6 135,75 Kaliwerke Weftercgeln. .......6 136,75 134 136,75 135 Kaliwerke Salzdetfurth ....... 9 200 198 199,5 197,75 3. G. Farben.Jnvustrie .......7 129 127,9 128,5 127 Scheideanstalt........ .......10 165 165 — Goldfchmidt ......... .......0 57,5 57,5 58 57,9 Rütgeröwerse ........ ...... 0 51,65 51 51 51,13 Metallaelellschast...... 35 34,65 35 35 PhUipp Holzmann .... ......0 59 58,5 60,4 59,5 Zementwerk Heidelberg Cemenlwerk Karlstadt.. ......4 69 67 60 .......0 61 - Wayß & Freytag ..... .......0 6 - 8. April 10. Apiil Amiliche Notierung 0)eld | 3rici Amtliche Notierung Geld | Brie- Helsingsors.. «Lien....... 6,344 46,20 3,047 170,03 73,63 64,-24 76,02 14,38 0,818 4,209 58,66 21,55 16,54 81,24 35,46 82,12 0,899 0,239 5,135 13,08 6.356 46,30 3,053 170,37 73,77 64,36 76,18 14.42 0,822 4,217 58,78 21,59 16,58 81,40 35,54 82,28 0,901 0,241 5,145 13,10 Banfnofen. 6,344 45,95 3,047 170,03 73,58 64,24 76,02 14.38 0,828 4,209 58,68 21,545 16,545 81,27 35,46 82,12 0,899 0,239 5,135 13,08 6,356 46,05 3.053 170,37 73,72 64.36 76,18 14,42 0,832 4,217 58,80 21,585 16,585 81,43 35,54 82,28 0,901 0,241 5,145 13,10 Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris...... Schweiz... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Jan. . Jugoslawien Lissabon.... 20,75 20,25 20,65 20,25 — — 37 35 — — — 31,5 21,75 20,5 21,65 20,75 50 49 50,25 49,13 — 95,25 96 95,75 53 53 53,5 53,5 70 70 70 70 61,5 61,5 61,5 61,5 153 140,25 154,13 140,5 31,65. 31 31,25 30,5 91 92,75 92 92,9 106,5 106 106,75 106,5 65 65,25 65,5 65 91,5 91 90,65, 90,5 — —— 95 95,5 100,75 100 101,4 99,5 156 —- 156,13 156,25 129,25 128,5 129,25 128,5 57,65 55,75 58 56 102,65 101,75 102.5 101,25 64,5 63,5 65,13 64 86,25 84,75 86 83.75 —— — 69,13 69,5 165 164 165 164 109 108,25 107,5 108,25 60,5 60,25 60,75 60,25 69,75 69,25 69,25 69 26,5 —— 27,5 26,75 —- — 76 75,25 44,65 43.5 44,13 44 201 204 201,5 204,5 83,75 82,25 32.5 81,75 — — 109 — 37 37 37,13 37 49 48,75 50 49 56,5 51,5 52 51,5 26 25,75 26 27,75 — — 113,75 113 32,5 35,75 33,4 35 40 39 40 39 — — 47,75 46,4 31 30,5 31,25 29,75 133 134,5 133,5 137 — - 34 32,25 70,75 70.25 - 161 160 160,5 163 6chu>e m,8ö Erst stiim«”'Min-" SW : Auch „ flu Ars grafllltirtomnw Warschau. 1 len Folgen der I Wcrun verein betriebenen liche Kundge' Meldungen der p; die Vorgänge im < »ogen die D-monj Konsulat und das deutsche W damit hat der Konsul sein Dedc Ferner überfielen daktionen D' Presse" und d sowie das d e u t \ Polizei gar genügender < den die Cinr'.chü Gymnasien vol sämtliche Fenster schen Schriften u fen geworfen ui Zeitungsständen schen (Blätter un vernichtet. Soga Cases und Resta den Händen 11. a. wurden c Handlungen gestürmt und v Der Verband hat an den Ger Telegramm ger „P o l e n v e r f । züglich um die lichenTagung beten wird Es hat allen ! mng die Boy ko mehr selbst in beweisen die imn erfüllten Bohl rungspress« und anderen lich unter dem E gierungskreise | wurde für Sonn einberufen, in d den Boykott deu len, was eine Er wütenden Terror polnischen QI Deillschfeili . auch in Kattowitz, li anftaltete der Wes eine Don langer j femblidje kundqe “wn alle erreich JJ5 der gesamten Wiegen morde J“ "W anders ; M"npfung "" wußten ^Ji polbisch lot?5 e‘nen ft1’ l5 ®'i rKr: ft( ../ 'Udert putsche § sÄ"'!!■ Ä d'efes 'n den DeimIungez Alen^chenl" undVium Q3t ubenL^ 'n t , (Brm,x °b'nA °vie ßci ?denz er|( ■ruPps ?ur.den7^e ju '.Hafte» H °n F’Ä Böer