Samstag, N-lNärz 1955 185. Jahrgang nr. 60 Krübausgabe Giekener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drod vnd Verlag: vrühl'lche UnlveistlSlr-vnch' und Stcinöradcrei B. Lange in Sietzen. Schrisileitung und Seschästsstelle: S-tznlNratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- hlameoineigen von 70 mm Breite L>5 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in Gie zen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte ©ießener Familienblätter Heimat m Bild • Die Scholle Monats-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 180 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 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Ich möchte leinen Zweifel darüber lassen: Ich habe erst angefangen z u säubern, es ist noch längst nicht fertig. Die Kreise, die heute über Hngercchtigkeit klagen, haben in den letzten Jahren die besten Kräfte des Volles bekämpft und zum Freiwild gemacht. Es muß endlich einmal der Unfug aufhören, daß jeder Gauner, wenn er bei feiner Gaunerei betroffen wird, nach der Polizei schreit. Die Polizei schützt jeden, der ehrlich in Deutschland handelt; sie ist nicht dazu da, die Gauner, Strolche, Wucherer und Verräter zu schützen. Wenn sie sagen, da und dort sei einer abgeholt und mißhandelt worden, Jo kann man nur erwidern: Wo gehobelt wird, sm- len Späne. Wir (eben in einer außergewöhnlichen Zeit. Die Nation ist erwachtI Man wirst uns vor, daß wir die Freiheit mit Gewalttaten beschmutzten. Als wir vor 14 Jahren von der Front zurückkamen, hat man unsere Achselstücke und Ehrenzeichen, hat man uns in den Dreck getreten, hat man die Fahnen verbrannt, die siegreich einer Welt trotzten. Was hätte man getan, wenn man an unserer Stelle die Macht erobert hätte? Man hätte uns ohne viel Heber* legens einen Kopf kürzer gemacht. Wir wissen, was wir den zwei Millionen Toten des Weltkrieges schuldig sind, die schwarz- weißrote Fahne wird auch über dem neuen Deutschland flattern. Daneben haben wir aber das heilige Recht, unser Banner, das aus tiefster Rot und Schmach Deutschland wiederaufgerichtet hat, ebenfalls als Zeichen des erwachenden Deutschland flattern zu lassen. Mögen sie in Zukunft über einem befreiten Deutschland beide wehen als Zeichen, daß das nationale Deutschland sich gefunden hat und eins geworden ist. Die nationale Revolution, in der wir stehen. Rach dem Umsturz von 1918 erwuchs der Gedanke, den bodenständischen Kräften der pro- 1 vinziellen Verwaltung eine gewisse Mitwirkung an den Aufgaben der Zentralinstanzen zu geben. Das Herrenhaus, die Erste Kammer Preußens, wurde beseitigt, als eine Art Ersatz hierfür wurde der preußische Staatsrat geschaffen, um der hemmungslosen Demokratie des Landtages ein retardierendes Element entgegenzustellen. Der Staatsrat hat denn auch tatsächlich ein gewisses Einspruchsrecht gegen gewisse Beschlüsse des Landtages erhalten. Man gab sich allerdings die größte Mühe, den Staatsrat in ein Schattendasein zu verweisen. Rur selten ließ sich dort ein Minister blicken, zumeist waren es hohe Beamte der Bureaukratie, die zu den Sitzungen erschienen, um irgendwelche Erklärungen abzugeben. Dieser Staatsrat seht sich zusammen aus den Vertretern der preußischen Provinziallandtage. Diese Provinziallandtage werden am nächsten Sonntag gemeinsam mit den Kreistagsabgeordneten, Stadtverordneten und Gemeindeverordneten gewählt. Je nach der Bevölkerungszahl einer Provinz entsendet jeder Provinziallandtag mindestens zwei Vertreter in den Staatsrat. Die Stadt Berlin, die zu keiner Provinz gehört, übt die Wahl ihrer Vertreter durch die Stadtverordnetenversammlung aus. Das Recht der Provinzen geht aber noch weiter. Durch den Provinzialausschuß, der das engere Gremium des Provinziallandtages ist, erfolgt die Wahl ihrer Vertreter in den Reichsrat (in Berlin geschieht das durch den Magistrat). Dort im Reichsrat sitzen die preußischen Provinz-Delegierten neben den Mitgliedern der Landesregierungen und bilden unter etwa 80 Mitgliedern des Reichsrats die einzige Gruppe, deren Abstimmung nicht von den vorgesetzten Regierungsstellen bestimmt wird. ernennen werde. Dem zweiten Bürgermeister wurde - •------ — schule für Parteiagitatoren sein, sondern d i e Stätte s achlicher und verantwortungsbewußter Arbeit am Gemeinwohl. In Stadt und Land sind die Kräfte zahlreich genug, die auf die kulturellen und religiösen Fragen der Gegenwart ein offenes Auge haben und die das Ziel verfolgen, daß christliche und deutsche Kultur überall ihre Pflege findet, wo das öffentliche Leben sich auswirkt. Alle diese Gesichtspunkte gilt es zu erfassen, um damit die Grundlage zu schaffen, daß in den Gemeindevertretungen, Kreistagen und Provinziallandtagen nicht der Parteigeist triumphiert, sondern die Liebe zur Heimat, die Treue zum Volkstum, der Glaube an das Vaterland! Es ist verständlich, daß die neue Reichsregierung das Ziel verfolgt, nicht nur im Reichstag und im Landtage ihre Mehrheiten fest in der Hand zu haben, sondern darüber hinaus auch auf denReichsrat und den preußischen Staatsrat Einfluß zu gewinnen. Daraus erklärt sich auch der starke Einfluß, der auf eine Regierungsumbildung in verschiedenen Ländern ausgeübt wird — Hamburg, Hessen, Bremen usw.) —, daraus erklärt sich weiter das Bestreben, über die Kommunalwahlen hinweg eine neue Zusammensetzung des Staatsrates und der provinziellen Stimmen im Reichsrat zu erreichen. Die Wahl am nächsten Sonntag bietet also weit mehr als die sonstigen Angelegenheiten der Selbstverwaltung, mehr als eine Gelegenheit, die Angelegenheiten der eigenen Gemeinde zu erörtern. Sie sind auch dazu bestimmt, auf min- destens vier Jahre auf die Politik des Reiches und Preußens einzuwirken. Auf der anderen Seite aber bleibt der Gedanke richtig, daß den also keine Lust hatten, unpopuläre Maßnahmen auf die eigene Kappe zu nehmen, standen dieser Entwicklung ratlos gegenüber. Die Rotverordnungen des Reiches und der Länder mühten cin- greifen, um auf dem Wege des Zw anges solche Maßnahmen durchzuführen, die unerläßlich waren. In zahllosen Fällen sind Kommissare eingesetzt worden, die von sich aus Steuern und Abgaben, Kürzungen und Einschränkungen zwangsweise festsetzten. Rücktritt der badischen Regierung. Karlsruhe, 10. März. (WTB.) Das Skaats- minifterium hat einstimmig beschlossen, vom Amt zurückzutreten und die Geschäfte bis zur Bildung des neuen Ministeriums gemäß tz 53 Abf. 2 der badischen Verfassung weiterzuführen. Der Rücktritt erfolgt, um einer Umbildung der Regierung freie Bahn zu schaffen. Das Staatsministerium hat weiter beschlossen, den Herrn Landtagspräsidenten zu bitten, daß er den Landtag möglichst bald einberufe mit der Tagesordnung : Entgegennahme einer Regierungserklärung. Der Kommissar des Reiches Wagner hat indessen an den Landtagspräsidenten Duf f ner das Ersuchen gerichtet, die Einberufung des Landtages aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zurück- z u z i e h e n. Der Landtagspräsident hat diesem Ersuchen entsprochen. , Treu diesem Ersuchen nachkommen. Weiter ist damit zu rechnen, daß Oberbürgermeister Dr. Luppe zwangsbeurlaubt wird. Das Verlagsgebäude der „Fränkischen Tagespost", das im Besitze der Sozialdemokratischen Partei ist, wurde von SA., SS. und der Landespolizei b e - setzt. Aus dem Berlagshaus.wurde bereits zahlreiches Material abtransportiert. Die Wohnhäuser um das Gebäude der „Fränkischen Tagespost" sind während der ganzen Nacht unter Scheinwerfe r l i ch t gestellt gewesen, da man Feuerüberfälle befürchtete. Auch das Gewerks d)a ftshaus in der Karthäuserstraße ist von S2., SA. und der Landespolizei besetzt worden. Das neue Kabinett in Württemberg. (Stuttgart, 10.März. (ERB) Das künftige w ü r 11 e m b e r g i s ch e Staatsministerium wird sich, wie der RS.-Kurier mitteilt, voraussichtlich folgendermaßen zusammensehen: Staatspräsident und Innenminister Gauleiter Murr (RSDAP.), Kultus- und I u st i z m i n i st e r der bisherige Landtagspräsident Wergenthaler (RSDAP.), Finanz- minifter der seitherige Finanzminister Dr. Dehlinger (Dn.). Der Neichskommiffar für das preußische Innenministerium Reichsminister Göring spricht in Essen. Essen, 10. März. (ERB.) Aus einer Kund» gebung der RSDAP. sprach Reichsmimster G ö - ring über die Bedeutung der Kommunal- und Provinziallandtagswahlen. Göring sührte u. a. etwa folgendes aus: Die Ration ist erwacht; sie hat nach einem Weg grauenhafter Leiden endlich wieder zurückgefunden au ihrer eigentlichen Kraft. Das deutsche Bott will nichts mehr wissen von dem korrupten System, es hat sich wieder bekannt zur Ration, zu seinen alten Grundpfeilern der Ehre und Freiheit. Obwohl der Feind auf der ganzen Linie kneift, hat er seine alte Anmaßung rfnd Frechheit behalten. Wenn die Wahl eine Bedeutung hatte, dann war es die, daß es gelungen ist, das Zentrum aus dem Zentrum der deutschen Stellung hinauszujagen. Wenn das Zentrum glaubt, es könne nun einen neuen Kuhhandel anfangen, dann können wir nur sagen: Ueberlegt euch, was ihr tun würdet, wenn ihr die Mehrheit erzielen würdet. Wenn auch der Marxismus der Todfeind des deutschen Volkes war und die Sozialdemokratie Deutschland verraten hat, so dürfen wir nicht vergessen: Heber- all dort, wo diese roten Gauner deutsches Gut gestohlen haben, hat der Schwarze Schmiere gestanden. (Stürmischer Beifall.) Der Hehler ist nicht viel besser als der Stehler. Die deutschen Gemeinden, einst die Kraft des deutschen Volkes, sind zerstört und vernichtet, mit Schulden überlastet. 2n den Gemeinden hat sich zuerst die.Korruption in der übelsten Art gezeigt. Einst waren die deutschen Städte Stätten deutscher Kultur. Sind es einst die Häuser der Zünfte und des Rates gewesen, die von dieser Kultur zeugten, so sind jetzt die Krankenkassenpalüste und Warenhäuser, die Gewerkschaftshäuser die Bauwerke des vergangenen Systems. Ich habe heule dem Slaalsminlslerium eine Verordnung eingebracht, die ich A n t i k o r - ruptionsverordnung genannt habe, und die bezweckt, daß der verfluchten Vettern- und vonzen w i rl s ch as l, der Pfründenherrschaft ein Ende gemacht ro Lr b. Die Deutschnationalen würden dafür sorgen, daß die Städte und Gemeinden wieder zu lebenskräftigen Trägern kommunaler Aufbauarbeit werden. Die Deutsch- nationalen wollten eine fachkundige Beamtenschaft, die ihren Stolz darin sehe, so sparsam wie möglich zu wirtschaften. Sie wollten eine christliche, nationale Kulturpolitik, auch im Rahmen der Selbstverwaltung, und Finanz- und Wirtschaftsgebarung, eine gc- sunde Produktion-spolitik, die vor allem den Interessen eines starken bäuerlichen und städtischen Mittelstandes gerecht Bürgern in Stadt und Land das Hemd näher sitzt als der Rock. Die Fragen, die in der Landgemeinde, im Rathaus und im Kreishaus erörtert werden, liegen dem Geldbeutel des einzelnen oft näher, als die Probleme in Reich und Staat. Die finanzielle Lage der ______. .. aller Größenordnungen ist bekanntlich sehr traurig. Jahrelang galt der Satz, daß die Einnahmen durch Wegebau, Wohnungsbau und Wohlfahrtslasten verschlungen wurden. Das waren die drei großen „W" der Finanzpolitiker. Der Wohnungsbau ist allerdings mehr und mehr in den Hintergrund getreten, die Wegelasten aber können kaum erschwungen werden, und man sucht vielfach das In Zukunft wird es für manche Oberbürgermeister und Magistratsbeamte etwas schwer sein; sie müs- I sen eine andere Tätigkeit für ihre nähere Der- , ^euiiaju wandtschaft aussuchen, weil es in Zukunft nicht | erstehen. Damit ist ein Stück der Selbstverwaltung an vielen Stellen verschwunden, aber hoffentlich doch nur auf vorübergehende Zeit. Der Gedanke des Freiherm vom Stein, daß jeder Bürger m i t w i r k e n solle am Wohl und Wehe seiner Gemeinde, daß er sich damit bilden solle für die größeren Aufgaben des Staates, bleibt noch heute in voller Richtigkeit bestehen. Es wird aber notwendig sein, auch hier gewisse Hemmüngen einzubauen, um in Zukunft dafür zu sorgen, daß der große Gedanke der Selbstverwaltung in einer klareren und besseren Form wiederkehrt, als er durch die formale Demokratie der Weimarer Verfassung mißleitet wurde. Die Rückkehr zur Verantwortlichkeit, zur sparsamen Verwaltung, die Forderung, daß neben die Rechte des Einzelnen auch seine Pflichten zu treten haben, bleibt bestehen. Daneben kommt es selbstverständlich auch auf die Persönlichkeiten an. Der Preußische und der Deutsche ©tädtetag haben in einem Rundschreiben an die Parteien darum gebeten, daß sie in die Gemeindeparlamente usw. sachlich geeignete und erfahrene Kandidaten entsenden. Dieser Ruf zeigt deutlich genug, woran es in den letzten Jahren vielfach gefehlt hat. Das Rathaus soll keine Redner- | werde. Die Deutschnationalen forderten weitgehende Berücksichtigung des flachen Landes und eine Erneuerung der Selbstverwaltung im Geiste des Freiherrn vom Steii^ die verantwortungsbewußten Vertretern der eingesessenen Bevölkerung wieder Gelegenheit zu sachlicher Mitarbeit gebe. Die Deutschnationalen verlangten von ihren gewählten Vertretern, daß sie sich nicht so sehr alÄ Mitglieder der Partei betrachten, sondern daß sie selbständig die richtigen Entscheidungen treffen und im Interesse der engeren Heimat wirkten. Ginn und Ausgaben der Selbstverwaltung Ministerreden im Rundfunk zu den preußischen Kommunalwahlen. Arbeitsbeschaffungsprogramm mit in Zusammenhang zu bringen, die Wohlfahrtslasten aber sind immer höher gestiegen. Oft bleiben die Rechnungen für Handwerker und Kaufleute wochenlang unbezahlt liegen, nur um die fälligen Wohlfahrtsunterstützungen aufbringen zu können. Die vielfach recht üppige Ausgabenpolitik in den guten Jahren von 1924—29 hat sich bitter gerächt. Die Gemeindevertretungen, die sich von den Stimmen ihrer Wähler abhängig fühlten, die Di? Kommunalwahlen in Preußen | Der Ausbau des Staates geht von unten nach | oben. Die Gemeinde, ob Dors oder Stadt, . ist 1 die unterste Zelle der Verwaltung, der Kreis ist die Zusammenfassung der kleineren Städte und der Landgemeinden. Die Provinz ist die landschaftliche Zusammenfassung im preußischen Staat. Man muh einmal die Geschichte der staatlichen Organisation nach den Freiheitskriegen nao-lesen, um sich davon zu überzeugen, welche Probleme und Pläne mit der Schaffung der preußischen Provinzen verbunden waren. Die Frage, ob der Staat zentral regiert werden solle oder ob den Provinzen eine größere Art von Selbständigkeit gelassen werden müsse, spielte schon damals eine große Rotte. Die „ständische" Vertretung Der Provinzen (Großgrundbesitz, Magistrate und bäuerliche Delegierte) sollten ihre Zusammensas- sung in einer repräsentativen Versammlung im „(Bereinigten preußischen Landtage" finden. Aus ihm ist später das Abgeordnetenhaus hervorge- gangen. Zu den neun alten Provinzen sind seit 1866 die drei neuen Provinzen gekommen, die gerade aus dem Gebiete der kommunalen Verfassung gewisse Sonderrechte erhielten und zum Teil noch heute haben. Rach der Zerschlagung der Ostgrenzen sind die Reste von Posen und Westpreußen in der Provinz Grenzmark zusammengefügt, aber andererseits ist die große Einheitsprovinz Schlesien in Ober- und Rieder-Schlesien gespalten worden. Damit ist die Ziffer der zwölf preußischen Provinzen bestehen geblieben. Oie Rede Hugenbergs Berlin, 10. März. (ERB.) Reichsminister Dr. Hugenberg sprach über die deutschen Sender zu den preußischen Kommunalwahlen. Die Träger der seinerzeitigen Staatsgewalt hätten .die Selbstverwaltung ausgehöhlt. Die Mini» sterialbureaukratie habe dafür gesorgt, daß eine Lawine von Verfügungen jede Regung einer Selbstverwaltung begrub. Die Qualität dieser „Serienproduktion am laufenden Bande" ist recht kümmerlich: Ihr Ergebnis besteht in einem verwaltungsrechtlichen und vor allem finanzpolitischen Wirrwarr, in dem sich nur noch besonders sachkundigePs ad- sin d e r zurechtfinden. (Nachdem die kommunalen Finanzen in den allgemeinen Ruin der öffentlichen Hand hineingezogen find, kann heute von einer Bewegungsfreiheit der Selbstverwaltung auf finanziellem Gebiet nicht mehr gesprochen werden. Allerdings das Recht zum Schuldenmachen und das Recht zur Hundesteuer hat auch die republikanische Aera den Gemeinden belassen. Das neue Preußen schuf mit Stolz unorganische und monströse Vewaltungsgebilde als Mammut-Großstädte neuer Art. Wertvolles (Eigenleben und wertvolle geschichtliche lleber- lieferung wurde damit zerschlagen. Statt der in Aussicht gestellten Vereinfachung der Verwaltung und damit verbundene Lasten- scnkung ist meist nur eine Ausweitung der Verwaltung und in ihrem (Befolge eine (E r - Höhung der Lasten eingetreten. Der „Rausch der Zahl" trieb die Kommunalverwaltungen überall dort, wo Männer des schwarzroten Systemes an ihrer Spitze standen, zu fortdauernder Steigerung aller Ausgaben. Allenthalben wurde darauf losgebaut, als. hätten wir einen gewonnenen Krieg hinter uns und statt der Werte zerstörenden Revolution eine Zeit gewaltigen wirtschaftlichen Aufstieges erlebt. Der in Reich und Staat durch finanzielle Schwierigkeiten gehemmte marxistische S o z i a l i s i e r u n gs - । drang entlud sich in den Rathäusern. — Die Zeit der Systempolitik bescherte uns den Kommunalbeamten, dessen Ehrgeiz es war, seine Verwaltung so großspurig wie möglich aufzuziehen. Größenwahn, Experimentiersucht, Ueberreklame seien die Begleiter des schwarzrotcn Systems gewesen. Die Aufblähung des Gemeindebesitzes habe von vornherein zu einer Schuldenwirtschaft führen müssen. Dr. Hugenberg streifte dann die Gemeindebe- I triebe, die ihren Angestellten alles lieferten und den Steuerzahlern das Geschäft und den Verdien ft wegnähmen. Die Regierung werde binnen kurzem eine Ver- I fügupg erlassen, die in weitestem Maße den bisher bestehenden Korruptionsmöglichkeiten in den Gemeindevertretungen den B o - den entzieht. Dann werde der erste Schritt zur I Säuberung der Selbstverwaltunaskörperschasten getan sein. (Eine der ersten Aufgaben werde sein müssen, den Gemeinden und Kreisen eine (Erleichterung ihrer Schuldenlast zu bringen. Rur eine allgemeine Zinskonversion auch bei den Anleihen, die die Träger der Selbstverwaltung ausgenommen haben, könne die Ge- minden in die Lage versehen, ihre Schulden zu verzinsen und allmählich abzuzahlen. Ein Naggenerlaß des Reichskanzlers. Nur Gchwarz-Weiß-Roi am Volkstrauertag. Berlin, 10. März. (WTB.) Der „Völkische Beobächter" veröfsentlicht folgende Anordnung des Führers der NSDAP. Reichskanzlers Adolf Hiller: Da die Soldaten der allen Armee einst unter der schwarzweihroten Fahne, der alten deutschen Rcichsfahne, gefallen sind, wollen wir, um sie zu ehren, an diesem Tage von den öffentlichen Gebäuden des Reiches auch nur diese, ihre damalige Fahne, wehen lassen. Sie ist die Fahne dec alten Armee und die Fahne des Weltkrieges. Unser Hakenkreuzbanner ist die Fahne der nationalen Revolution und der nationalen Erhebung. Berlin. 10. März 1933. ge;.: Adolf Hiller. Flaggeneriaß für Preußen. Berlin, 10. März. (WTB.) Der Kommissar des Deiches für das preußische Ministerium des Innern Reichsminister Göring hat für seinen Geschäftsbereich folgendes angeordnet: Arn 12. März, dem Bolkstrauertage, gedenkt das Ein Aufruf des Reichskanzlers an die RGDAP. Berlin. 10. März. (WTB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht folgenden Aufruf des Führers der RSDAP. Reichskanzler Adolf Hitler: Parteigenossen! SA.° und SS.-Manner! Eine ungeheure Umwälzung hat sich in Deutschland vollzogen. Sic ist das Ergebnis schwerster Kämpfe, zähester Ausdauer, ober auch höchster Disziplin! Gewissenlose Subjekte, hauptsächlich kommuni st ische Spitzel versuchen, die Partei durch Linzelaktionen zu k o m p r o m i t t i e r e n, die in keiner Beziehung zum großen werk der nationalen Erhebung stehen, sondern höchstens die Lei st ungen unserer Bewegung belasten und V« herabsehen können. Insbesondere wird versucht. durch Belästigung von Ausländern und Autos mit ausländischen Fahnen die Partei bzw. Deutschland in Konflikt mit dem Auslande zu bringen. SA.- und SS.-Männcr! Ihr müht solche Kreaturen sofort selbst stellen und zur Verantwortung ziehen. Ihr müht sie weiter unverzüglich der Polizei übergeben, ganz gleich, wer sie auch^sein mögen. Mit dem heutigen Tage hat in ganz Deutschland die nationale Regierung die vollziehende Gewalt in den fänden. Damit wird der weitere Vollzug der nationalen Erhebung ein von oben geleiteter planmäßiger sein. Rur dort, wo diesen Anordnungen wider- st a nd entgegengesetzt wird oder wo aus dem «hmlerhall, wie früher, A n g r i f f e auf einzelne . Männer oder marschierende Kolonnen erfolgen, ist dieser Widerstand sofort und gründlich zu brechen. Belästigungen einzelner Personen, Behinderung von Autos oder SlörungendesGefchäftslebens haben grundsätzlich zu unterbleiben. Ihr müht, meine Kameraden, dafür sorgen, dah die nationale Revolution 1933 nicht in der Geschichte verglichen werden kann mit der Revolu- deutsche Volk der 2 Millionen Toten des Weltkrieges, die durch ihr geheiligtes Opfer das Fundament für den Reuausbau der deutschen Ration vom 30. Ianuar bilden. Sie siegten und starben an allen Fronten unter der siegreichen deutschen Fahne Schwarz-Weih-Dot und unter der ruhmgekrönten preußischen Fahne Schwarz- We'.h. Aus diesem Grunde werden am 12. März zu Ehren der Toten auf allen Gebäuden des Staates nur die FahnenSchwarz-Weih und Schwarz-W-^ ih-Rot gesetzt Run weht auf zahlreichen staatlichen Gebäuden das Hakenkreuzbanner als das Symbol des Sieges des erwachenden Deutschland. Dieses ebenfalls durch das Blut zahlreicher Freiheitskämpfer geweihte Banner wird wegen des Volkstrauertages am SaGstag, 11. März, bei Sonnenuntergang in feierlicher Flaggenparade im Beisein mindestens eines Sturmes der SS. oder SA. und unter Mitwirkung eines Musikkorps oder Spielmannszuges unter den Klängen des Horst-Wessel-Liedes feierlich ein- geholt werden. Denn der 12. März ist der Tag des Gedenkens an die Toten des Weltkrieges. tion der Rucksackspartakisten im Iahre 1918. Im übrigen laht Euch in keiner Sekunde von unserer Parole wegbringen. Sie heißt: Vernichtung des Marxismus! Berlin, den 10. März 1933. gez.: Adolf Hitler. Oeuischnaiionale Wünsche an den Reichskanzler. Ein Schreiben des Parteivorsitzenden Dr. v. Winterfcldt. Berlin, 10. März. (TU.) Dr. v. Winterfeldt, der stellvertretende Vorsitzende der DRVP. hat an den Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Schreiben gerichtet: Es laufen von verschiedenen Stellen Rachrichten ein, aus denen hervorgeht, dah über die amtlichen Befugnisse ein- gesehterRcichskommissare Unklarheiten vorhanden sind. Andere Meldungen besagen, daß trotz der von Minister Göring ergangenen Warnung mancherorts nichtbeamtete Organe politischer Organisationen Maßnahmen treffen, da die Verhaftungen. Hausdurchsuchungen, Suspensionen von Deamtenfusionen nur von Trägern der Reichs- und Staatsgewalt ausgeübt werden dürfen. In der Ueberzeutzung. dah Sie selbst und die gesamte Deichsregierung und die kommissarische Preuhenregierung sowie alle hinter der Regierung stehenden nationalen Parteien und Verbände in dem Wunsche übereinstimmen, dah die gegenwärtige, am 30. Ianuar eingeleitete nationale Staatsumwälzung in den Bahnen dcrDisziplinund derGesetz- mähigkeit verlaufen soll, bitte ich Sie. Maßnahmen der zuständigen Reichs» und Staatsstellen zu veranlassen, die eine solche Entwicklung sicherstellen. Auch von der Deutschnationalen Volkspartei wird der Tiebergang aller maßgebenden Amtsfunktionen im Reiche, in den Ländern und in der gesamten Selbstverwaltung in die Hand von Vertretern nationaler Staatsauffassung als unbedingt erforderlich angesehen. Das Ansehen des nationalen Staates in der Gegenwart und in der Zukunst verlangt jedoch, daß dieser Tiebergang sich in Formen vollzieht, deren Gesetzmäßigkeit keiner Anzweiflung unterliegen darf. Reichspräsident, Rcichsregierung und kommissarische Staatsregierung sowie vom Reich eingesetzte staatliche Organe sind diejenigen Stellen, die allein ö a 8 Recht beanspruchen dürfen, in die Tätigkeit staatlicher und kommunaler Stellen einzugreifen. Der- tretet der nationalen Parteien und Wehrverbände können keinesfalls an ihrer Stelle mit rechtswirksamer Folge handeln. In der Auffassung, daß Sie, sehr verehrter Herr Reichskanzler, den unverletzlichen Charakter des R e ch t s st a a t e s , wie Friedrich der Grohe be- reits gezeigt und wie ihn Reich und Staat vor der Aovembcr-Revolution darstellten, zu verbürgen entschlossen sind, bitte ich Sie, die unerläßlichen Maßnahmen anordnen zu wollen. Gegen die Eingabenflui beim Reichskommiffar in Hessen. Darmstadt, 10. März. (WER.) DerBüro - ch e s des Inhabers der Polizeigewalt erläßt folgende Bekanntmachung: Die Gesuche und Eingaben bei dem Inhaber der Polizeigewalt in Hessen und seinen Mitarbeitern haben einen derartigen Umfang angenommen, dah die dringend notwendige sachliche Arbeit kaum noch möglich ist. Es ist daher unbedingt erforderlich, daß alle Volksgenossen die nicht sofort dringenden Gesuche, Beschwerden usw. noch mindestens acht Tage zurück st eile n. Andere Gesuchsteller können zur Zeit nicht mehr vorgelassen werden. Im übrigen bitte ich, nach diesem Zeitpunkt alle Gesuche und Wünsche möglichst schriftlich vorzulegen. Tleber die Einrichtung der Hilfspolizei in Hessen sind vielfach falsche Gerüchte in Umlauf, insbesondere was die dadurch dem Staat entstehenden Kosten anlangt. Don zuständiger Stelle wird betont, dah durch die Einrichtung der Hilfspolizei keine weiteven Kosten entstehen außer den Auslagen für Verpflegung. Die Hilfspolizisten üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Verfügung an den Vorstand des Hessischen polizeibeamien- Verbandes. Darmstadt, 10. März. (WSR.) An den Vorstand des Polizeibeamtenverbandes, die Herren Winck, Flechsenhaar und Dietrich, wurde nachstehende Verfügung erlassen: „Mit Rücksicht darauf, dah durch Ihre Beurlaubung bei Fortsetzung der Geschäfte des Polizeibeamtenverbandes unter der Beamtenschaft eine Beunruhigung zu erwarten ist, haben Sie sich jeder weiteren Handlung in der Leitung des Verbandes, und jeder Verfügung bis auf weiteres zu enthalten. Der Inhaber der Polizeigewalt in Hessen. gez.: Dr. Müller." ltm den Vertrauensmann der mittel- ständischen Wirtschaft. Berlin, 10. Oltär». (VDZ.) Unter Bezugnahme auf die mündlichen Verhandlungen hat der Reichsverband des deutschen Handwerks in einer Eingabe an den Herrn Reichskanzler den Antrag wegen Bestellung eines Vertrauensmannes für die mittel ständische Wirtschaft an entscheidender Stelle und mit entsprechenden Vollmachten wiederholt. Unter Hinweis auf die durch die letzte Reichstagswahl gegebene Bestätigung der Reichsregierung erwartet das Handwerk die versprochene Bestellung dieses Vertrauensmannes. damit dieser bei den bevorstehenden wirtschaftspolitischen Mahnahmen seinen Einfluß ausüben könne. Oer Afa-Bund zur politischen Lage. Berlin, 10. März. (WTB.) Der, Afa-Bundesvorstand veröffentlicht eine Erklärung, in der u. a. gesagt wird, es könne nicht Aufgabe der Gewerkschaften sein, zu den politischen Folgerungen aus der Reichstagswahl Stellung zu nehmen. Wohl aber find sich die großen Berufsoerbände der beub fchen Arbeitnehmer ihrer Pflicht bewußt, in diesem geschichtlich bedeutsamen Augenblick an der Erfüllung ihrer sozialen und wirtKür ordnungsmäßigen Ablauf des nationalen Kurswechsels. schaftlichen Aufgaben weite rzuar» beiten. Der Afa-Bund werde in einer Zeit, in der die Angestelltenberufe von den Wirkungen der Wirtschaftskrise besonders hart betroffen seien, die ihm anvertrauten sozialen Interessen gegenüber der Regierung und gegenüber allen politischen Parteien mit sachlicher Begründung und Entschiedenheit vertreten. prof.Bahlen-Greifswaldzurückberufen Berlin, 10. März. (ERB.) Das preußische Staatsministerium hat beschlossen, den früheren Rektor der Universität Greifswald. Prof. Dr. Theodor V a h l e n, der augenblicklich im österreichischen Dienst tätig ist, nach Preußen zurückzuberuken und in feinen alten Dienstgrad wieder einzusetzen. Der preuhische Pressedienst der RSDAP. meldet hierzu: Wie erinnerlich, hatte Prof. Bahlen, der erste nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete des Gaues Pommern der RSDAP., im Iahte 1924 dicksch w a t z r o t g o l- dene Fahne vom Greifswalder Universitätsgebäude heruntergeholt. Unter Richtachtung der verfassungsmäßigen Immunität als Reichs- tagsabgeordneter wurde er daraufhin von dem marxistischen preußischen Staatsministerium aus Amt undStellung gejagt. Schließlich wurde er an die Technische Hochschule in Wien berufen, wo er feine Lehrtätigkeit wiedetaufnehmen konnte. Die neue preußische Regierung hat durch ihren heutigen Beschluß das Unrecht an Prof. Dahlen wiedergutgemacht. ---\ Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing den Präsidenten des Deutschen Reichsktiegetbundes „Kyffhäuser" General v. Horn. • Reichskanzler Hitler wird, wie schon gemeldet, am Samstag, dem 11. März, gelegentlich der von der NSDAP, in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm veranstalleten Kundgebung bas Wort ergreifen. Seine Rebe wird in der Zeit von 20.30 Uhr bis 22 Uhr von allen deutschen Rundfunksendern übermittelt werden. Die für Samstag, den 11. März, um 19 Uhr vorgesehene Rundfunkansprache des Reichskanzlers fällt aus. * Wie der „Völkische Beobachter" meldet, ist der Münchener Oberbürgermeister Dr. Scharnagl beurlaub t worden. Bis auf weiteres führt der 2. Bürgermeister die Geschäfte Dr. Scharnagls fort • * Rach Mitteilung der Reichspresfestelle der RSDAP. hat der bayrische Staatskommissar Dr. Frank II. die sofortige Freilassung des Standartenführers Berni und des Standartenadjutanten Hahn, die wegen Sprengstoffvergehens im Zuchthaus Ebrach schmachteten, verfügt. • Der Kurator der Universität Frankfurt a. M. hatte gestern die Schließung der Universität angeordnet, weil die nationalsozialistische Studentenschaft das Hakenkreuzbanner gehißt hat bzw. hissen wollte. Minister R u st hat telegraphisch die sofortige Wiedereröffnung der Hochschule verfügt. Am Freitag beging der Oberbefehlshaber der Gruppe 11 in Kassel, General der Infanterie Freiherr Seutter von Lötzen, fein 40jähriges Militärdienstjubiläum. Der General ist der dienstälteste Offizier des Reichsheeres. • Die bremische Bürgerschaft nahm den deutschnationallnationalsozialistischen Antrag auf Auflös ung der Bürgerschaft an. Ferner wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, wonach die Presse- und Versammlungsfreiheit während des Wahlkampfes gewährleistet werden soll. Die Reuwahl der Bürgerschaft findet am 2. April statt. Gießener Gtavttheaier. Gerhart Hauptmann: „Bor Sonnenuntergang". Der Symbolkraft in der Rarnengebung dieses Schauspiels, das, aus der Hand des fast siebzigjährigen Dichters hervorgegangen, vor einem Iahr in Berlin seine Uraufführung erlebte, wird sich niemand verschließen können: mit diesem Werk hat sich ein Ring von erstaunlichem Ausmaß geschlossen. Dor Sonnenausgang — vor Sonnenuntergang: zwischen diesem (vorerst) letzten und jenem frühesten Werk liegt in einer imponierenden Bogenspannung innerer Entwicklung ein bedeutendes Lebenswerk beschlossen. Es ist gewiß kein Zufall, wenn Hauptmann in seinem Spätwerk mit so sinnfälliger Beziehung zu den stürmischen Anfängen des berühmten Iah- res 1889 zurückkehrt-, die Gemeinsamkeiten wie die Abstände liegen offen zutage, und was jener erste, heiß umstrittene Sieg auf der Bühne ihm erschlossen hatte, wurde durch den überzeugenden Erfolg des Allerswerkes bestätigt und bekräftigt. Das Schauspiel „Dor Sonnenuntergang" schildert Glück und Ende der großen Liebe eines alten Mannes zu einem sehr jungen Mädchen. Dieser Mann, Geheimrat Clausen, Großindustrieller von Ansehen und weitreichendem Einfluß, Oberhaupt einer zahlreichen Familie, aber innerlich allein- geblieben nach dem Tode feiner Frau, hängt, in heimlicher Sehnsucht nach Iugend und bedrängt von der Angst vor der Vereinsamung des Alters, sein ganzes Herz an ein junges, blühendes Geschöpf, das seine Liebe wie ein unverdientes Geschenk empfängt und leidenschaftlich erwidert. Aber die Kinder des Geheimrats lehnen das Mädchen, das freilich aus sehr anderen Lebensbezirken stammt als sie selber, empört ab und widersetzen sich dem Plan einer zweiten Eheschließung des Dakers — aus unschönen und innerlich ungerechtfertigten Beweggründen. Der alte Herr läßt es zum offenen Bruch kommen und weist ihnen die Tür. Die Familie antwortet mit einem Entmündigungsantrag; das ist ein Schlag, dem der Geheimrat nicht gewachsen ist: die Dersöhnungsver- suche der „Gegenseite" kommen zu spät, l^r stirbt, vom Herzschlag getroffen, unter den Händen der Geliebten. Wenn man die Ramen Zola und Ibsen, die vor mehr als vierzig Iahren dem Schauspiel „Dor Sonnenaufgang" Geleit und Absolution gegeben haben — um die Entwicklung anzudeuten zwischen damals und heute — durch zwei andere ersehen will, so können sie nur Goethe und Shakespeare heißen. Die Ramen Wolfgang, Egmont, Bettina, und Ottilie, die Zitate aus „Faust" und aus den Spruchgedichten, die Anklänge an den „Werther" („Lotte, Brot schneidend") und die Episode mit Tllrike von Levehow sind deutlich genug. Tlnd noch deutlicher als an den alten Goethe mahnt der ausklingende vierte Akt des Schauspiels (ein fünfter wurde schon in Berlin nicht gegeben) an den alten König Lear. Aber das späte Liebesspiel vor Sonnenuntergang ist auch ein Familiendrama, wie jenes erste vor Sonnenaufgang in einer Liebesszene gipfelte, die selbst dem von Zweifel, Widerspruch und Einwänden geplagten Gegner die Dichterkraft des damals jungen und unbekannten Hauptmann bestätigen mußte. Wieder finden wir die im Grundriß gleicheKonstcllalion: eine Gruppe von Menschen, die gewissermaßen reif geworden sind für die Stunde ihres Schicksals. Cs erfüllt sich mit dem Eindringen jenes Fremdlings, jenes „Dmen aus der Außenwelt", wie man ihn genannt hat, der in ihren Kreis tritt, mit seinem Erscheinen die schon brüchige Gemeinschaft sprengt und die Katastrophe herbeiführt. Hier liegt — heute wie damals — das erregende Moment, um einen etwas aus der Mode gekommenen Begriff zu gebrauchen. Riemand wird übersehen, was stilistisch das Alterswerk vom Erstling trennt; auch die Derschie- bung in der Problemstellung braucht nicht ausführlich beschrieben zu werden. Geblieben ist (oder neu gefunden) die dichterische Kraft und die Kunst der Menschcnbildung, die damals noch der alte Fontane als etwas ganz Reues, Revolutionierendes und Wegweisendes in der schlesischen Bauerntragödie beglückt empfunden und begrüßt hat. Dieser Eindruck ist entscheidenb und sö nachhallend, baß es nichts verschlägt, wenn man mit ein paar Worten auf bie Einwände eingeht, die sich manchem au drängen mögen und zum Teil auch bei der Ur- au führung schon vorgebracht worben sind. Die Ex- po üion — wofür Hauptmann in seinen Dramen manches Meisterstück geliefert hat — scheint uns hier nicht mit ber oft bcwunberten Selbstverständlichkeit gelungen, was allerdings durch bie Szenen bes zweiten und dritten Aktes glänzend ausgewogen wird. Getadelt wurde ferner die schwere Belastung der Geliebten mit einer angeblichen Schuld ihres auf unglückliche Weise ums Leben gekommenen Vaters. Wobei wiederum zu bedenken ist, daß gerade hierdurch die Haltung der Clausenschen Kinder entscheidend motiviert wird. Ferner die Verschiebung des Familienkonflikts in einen Geldkonflikt-, aber beides scheint uns nicht nur ursächlich zusammenzuhängen, sondern auch psychologisch mindestens erklärlich. Schließlich ist das burch -die Angehörigen bes Geheimrats gegen ihn eingeleitete Entmünbi- gungsoerfahren von fachmännischer Seite für juristisch unhaltbar bezeichnet worben. Wir vermögen das nicht zu beurteilen; es dürfte aber für den inneren Zusammenhang und Ablauf des Dramas nicht ausschlaggebend sein. Die Inszenierung war vom Intendanten Dr. P c a s ch geleitet und in ihrem Gesamtbilde dazu angetan, die positive Wertung, die das Schauspiel schon beim ersten Erscheinen erfahren hat, von Grund auf zu bekräftigen. Die Aufführung, offenbar bis in kleine Einzelheiten sorgsam geprobt und durchgearbeitet, mit einem sauber zusammenspielenden Ensemble gerecht besetzt, brachte die Kunst der Hauptmannschen Szenenführung überzeugend zur Geltung. Die Liebesszene im zweiten und Die große Familienszene im drittenAkt dürfen als Höhepunkte der Regieleistung gelten; in ber oorbereitenben Eingangsszene des Dritten Aktes wäre u. E. allerdings die nervöse und gespannte Grundstimmung aller Beteiligten vor der naheliegenden Gefahr eines situationskomischen Einschlages zu bewahren. — Die Bühnenbilder von Löffler waren räumlich und stilistisch aus der Umwelt des Dramas empfunden und zur Anschauung gebracht. * Intendant Dr. Prasch stand auch seit langem wieder einmal persönlich auf der Bühne — ganz im Mittelpunkt ber Szene und aller Gestalten. Er spielte bie Rolle des Geheimrats Clausen, bie in ber Uraufführung Werner Krauß gegeben hatte: eine ebenso schwierige wie bantbare Rolle, von Prasch sehr überlegt unb überlegen beherrscht, ausgearbeitet in jeber Szene, auch dialektisch abgewogen und akzentuiert. Eine interessante, überall fesselnde Darstellung, der es gelang, die seelischen Voraussetzungen und Grundlinien dieses Menschenschicksals auf den Zuschauer zu übertragen unb deutlich zu machen. Rein theatralisch war der große Ausbruch und Zusammenbruch im vierten Akt die sinnfälligste und wirkungsvollste Steigerung und Zusammenfassung seiner schauspielerischen Gaben. * Ebensalls seit langem nicht gesehen und durch das vorgeschriebene helle Blond in der äußeren Erscheinung überraschend verändert: Beatrice Doering als Inken Peters, Clausens mädchenhafte Geliebte unb Freundin. Erfreuliche Wiederbegegnung in einer Aufgabe, der Anlage und Eigenart der Schauspielerin aufs glücklichste entgegenkommen, zumal sie sich in der Zwischenzeit entschieden zur Reife entwickelt hat. Von ihrer Leistung hängt hier so vieles ab; von ihrem Außenbilde, ihrer Haltung und ihrer Gefühlslage: sie muß in jeder ihrer Szenen die Leidenschaft rechtfertigen, die ihr entgegengetragen wird. Das gelang ihr — zart, heiter, liebenswürdig — und legitimierte ihre Leistung. H e t) f e r als Schwiegersohn Klamroth stand mit betonter Schärfe und brutaler Offenheit der oorneh-- men Ruhe bes alten Clausen gegenüber. Frau Koch (Paula) unb Herr Hauer (Wolfgang) legten den Ton mehr auf bie komischen Möglichkeiten ihrer Rollen. Vortrefflich Frl. Berger als Bettina: blaß, leidend und überempfindlich. Volck gab mit freundlicher Bonhommie den Professor Geiger, F a s s o 11 taktvoll und verhalten den allen Sanitätsrat und Freund des Hauses. Vom Ensemble seien noch Kühne (Hanefeldt), Luise Schubert- Jüngling (Frau Peters), Bruck und Hamel genannt. — Das stark besetzte Haus dankte mit herzlichem und anhaltendem Beifall. hth. ©er Schah in ber Seine. Rach dem Erfolg des italienischen Bergungsschiffes „Artiglio" bei der Rettung des Goldes von dem Dampfer „Egypt" beabsichtigt man nun, die Schätze Ju heben, die mit dem Schiff „Tele- mach" am 3. Ianuar 1790 in der Seine gesunken sind. Auf Deranlassung der Ratgeber ßub< toig XVI., die die bedrohlichen Sturrnwolken der Revolution bereits am Horizont sahen, tourten Kostbarkeiten des königlichen Schatzes auf das Schiff gebracht, und es sollen sich darunter grohe Mengen von Goldbarren, kostbarstem Geschirr und Iutoelen befunden haben. Das überlastete Schiff kam aber nur bis Quilleboeuf, wo eS im Schlamm des Flusses versank. Dersuche der Bergung, die im Iahre 1840 unternommen wurden, verschlangen die für damalige Zeit sehr beträchtliche Summe von einer halben Million Franken, führten aber zu keinem Erfolg. Die bekannten „ältesten Leute" von Quilleboeuf behaupten, genau die Stelle zu kennen, wo das Schiff nach den Angaben ihrer Dorfahren versunken ist, und man meint, daß neue Dersuche der Bergung bei dem heutigen Stande der Technik nicht allzu große Schwierigkeiten machen würden. Aus der Provinzialhauptstadt 23üd)crfifd>. DerZugdcsHaupl- t, Sammlung ..'Die llctnc — Hans Grimm: Der Zu manns von Ercker an der 406,00 zusammen Rundfunkprogramm v. S). 91,75 85,75 80,75 76,00 71,75 rote Steuergutscheine blaue Steuergutscheine grüne Steuergutscheine dunkelgelbe Steuergutscheine violette Steuergutscheine Bücherei des Berlages Alb. Langen & ®. Müller. München (398) — Die Helden aus Geschichte und Sage des klassischen Altertums kennt jeder Deutsche. Wer aber, sofern er nicht Hans Gruums „Bolk ohne Baum" gelesen hat, weih von dieser Tat des deutschen Hauptmanns in Süd-West! Unter den lebenden Dichtern hat keiner die harte Treue des deutschen Offiziers zu Pflicht und anvertrauter Mannschaft so verstanden wie Hans Grimm in seinem Heldenlied, mit bcm er nicht nur dem auf einsamem Zug in die Wüste Gefallenen ein unvergeßliches Denkmal gesetzt hat. sondern allen ihm in Leben und Sterben nachstrebenden Offizieren des deutschen Heeres. Ern st Hieber, stud. theol., Tübingen, geboren 24. Juni 1892 in Stuttgart, gefallen 19. April 1915 im Argonnerwald, südlich Binarville. 14. April 1915. ...Ich bin jetzt bald drei Monate, ein Vierteljahr, wieder im Feld, höre fast jeden Tag die Schießerei der Gewehre und Geschütze, sehe so manchen sterben; man fühlt sich da bald etwas einsam. Es ist mir manchmal, als werfen mir die Gefallenen vor: Warum ich und nicht Du? Warum ich, der ich mein Leben schon so häuslich eingerichtet habe, und nicht Du, der Du wohl etwas Schönes hinter Dir hast, aber noch nichts Bestimmtes vor Dir? Ich glaube, solche Gefühle hat jeder, der länger dabei ist. Bei uns ist es gegenwärtig sehr ruhig, mir richten uns in unserer Stellung ein, als ob wir hier den Frieden erwarten wollten. Den Frieden! Alle Sehnsucht, die einer, der so lange von seinen Lieben weg ist, aufbringen kann, alle Wünsche, die er für sich hegt, und alle Träume, die er in seinem Unterstand von der Zukunft träumt, sind^zusam- mengefaßt in diesem einen, linden Wort: Frieden. 18.25: „Don der bodenstämmischen Shin ft", Vortrag von W. Fahrenbruch. 18.50: „Verlioz in Schrifttum und Erlebnis", Vortrag von Dr. Hans Scholz. 19.30: Andreas oder die Vereinigten. Aus einem Romanfragment von i)ugo von Hofmannsthal. 20.05: Stadt halle Kassel: II. Funkfahrt ins Blaue. 22.45 bis 24: Nachtmusik. 200, 1000, 10 000 und 20 000 RM.) betrugen Berliner Börse am 31. Dezember 1932: Rudolf Moldenhauer, Student der Handelshochschule in München, geboren 18. März 1894 zu München, gefallen 13. Dezember 1914 zu Maricourt bei Psronne. Halle bei Päronne, 9.Dezember 1914. ... Wenn uns ein schöner «Sonnenuntergang an den Sumpfgewässern der Somme beschert wird, wenn ein schöner, kalter Dezembermorgen den Frühnebel bricht und die Sonne den roten Lehm des Schützengrabens hell strahlen läßt, so sind wir glücklich und freuen uns wie Kinder über ihre Schönheit. Dann sehen wir auf unsere Untergebenen in ihren feldgrauen Kleidern: sie kommen aus den Unterständen, dehnen sich, säubern sich und reinigen ihre Gewehre, sie schauen über den Grabenrand und ihre Augen leuchten, ihre Körper strotzen vor Gesundheit und Gradheit. Alles ist jung und freut sich der Natur und lebt in einem Ganzen, das gegenwärtig das stärkste ist: ein zum Schönen, Guten und Machtvollen erwachsenes Volk. Walter R e y, stud. med., Jena, geboren 1 Juni 1894 in Hamburg, gefallen 24. April 1915 beim Sturm auf die Combreshöhe bei Les Epar- ges. Vor dem Sturm am 24. April 1915. Ihr meine Lieben! Hoffentlich wird Euch -fein treuer Kamerad diesen Brief zu senden brauchen, denn es ist ein Abschiedsbrief. Solltet Ihr ihn in Händen haben, so wisset denn: ich bin gefallen für meinen Kaiser, für mein Vaterland und für Euch alle. Es gilt jetzt einen schweren Kampf und es ist luechtender, lockender Frühling. Ich habe Euch nichts weiter zu sagen, denn ich habe keine Geheimnisse gehabt. Und wie ich Euch danke für das, was Ihr alle drei mir im Leben Gutes getan habt, wie ich Euch allen für den Sonnenschein und das Glück danke, in dem ich lebte, mißt Ihr. , Freudig, dankbar und glücklich werde ich sterben, wenn es fein muß! Dieses aber soll noch ein Gruß der heiligsten Liebe sein für Euch alle und für alle, die mich liebten. Ich trage diesen letzten Gruß bei Derzke, die ihn genau untersuchte':, erwarten, daß er eine Größe von 2,75 Meter erreichen wird. Dieser vielversprechende Jüngling, Hans Schlichter, der aus dem jugoslawischen Ort Weliki Betschke- rek stammt, war mit 16 Jahren 1,71 Meter groß; dann aber zeigte er ein ungewöhnliches Wachs« tum, das immer rascher vor sich gi_ng 3ix den letzten sechs Monaten ist er allein 15 Zentimeter gewachsen, und wenn er in diesem Tempo bis zu seinem 24. Jahr weiter ausschiestt. dann wird er die Höhe von 2,75 Meter erreichen. Schlichter, der deutscher Abstammung ist. spricht fließend vier Sprachen, serbisch, deutsch, ungarisch und rumd- nisch. Cr soll jetzt seine Militardienstzeit in der jugoslawischen Armee durchmachen, und zu die« sem Zweck werden besondere Anisormstücke für ihn angefertigt. Für einen Anzug braucht er 6,5 Meter Stoss. Alle seine Brüder und Derwandtzen sind normal groß. Sein Ehrgeiz ist, Filmschau« spieler zu werden. anrechnungs' fähig ab 1.4.1934 1. 4.1935 1.4.1936 1.4.1937 1. 4.1938 Buntes Allerlei. Oer vollkommene Kellner. Ein guter Kenner des Kellner-Gewerbes, der Oberkellner eines Rachtlokals von Moulin Rouge in Paris, M. Roc, hielt dieser Tage eine von seinen Standesgenossen zahlreich besuchte Vorlesung über den »vollkommenen Kellner". Die Eigenschaften, die er diesem Muster-Exemplar nachrühmte, und deren Aneignung er seinen Kollegen empfahl, sind die folgendem Eleganz des Auftretens, äußerste Reinlichkeit, Höflichkeit, Takt und anmutiges Benehmen (»Schütten Sie keine Getränke über den Häuptern der Gäste aus", bat Roc unter anderem), besondere Rücksicht auf Fremde und Besucher aus der Provinz, pfhcho- logisches Verständnis. Mit der letzteren Eigenschaft meinte Roc augenscheinlich die Begabung, dem schwankenden Gast im richtigen Augenblick das richtige Getränk vorzuschlagen. Für einen Hauptzug der »Höflichkeit" erklärte er die liebenswürdige Betonung des »Besten Dank", gleichviel, wie das Trinkgeld ausgefallen ist. Oer junge Riese. Ein junger Mann, der eben 20 Jahre alt geworden ist und bereits die stattliche Körpergröße von 2,25 Meter besitzt, hat begründete Aussicht, der größte Mann der Wät zu werden. Belgrader Heinz Pohlmann, stud. phil., Berlin, geboren 14. Februar 1896 in Berlin, gefallen 1. Juni 1916 auf dem „Toten Mann". Im Felde geschrieben am 25. Mai 1916. Innigst geliebte Eltern! Wenn Ihr diese Nachricht von mir erhaltet, bann ist wohl herbes Leid über Euch gekommen, denn dann bin ich nicht mehr in dieser Welt. Ich kann es verstehen, aber um eins bitte ich Euch: beklagt mich nicht. Trauert um mich, aber seid ruhig und gefaßt; zeigt, daß Ihr Deutsche seid, die das Leid tragen können. Deutsche Eltern, die das Wertvollste, was sie besitzen, hingeben für das Wertvollste, unser Vaterland. Denn trotz aller trüben Erfahrungen und Nachrichten glaube ich doch noch an eine Zukunft. Für das neue, größere, bessere Vaterland gebe ich gern mein junges Leben. Ich gehe ganz gefaßt in den Kamps und zittere nicht, dem Tode ins Angesicht zu blicken, denn ich fühle mich geborgen in Gottes Hand. Jesus Christus, den ich nach langen Irrfahrten als meinen Erlöser erfahren durfte, ist auch für mich die Auferstehung und das Lebn. — Vielleicht teilt Ihr nicht meine Ueberzeugumg, aber ich habe ein treffliches Wort in meinem Buche von Lhotzky gelesen: „Don den Menschen führen viele Wege zu Gott, aber von Gott nur einer zu den Menschen." Noch eins: Wenn ich Euch früher kränkte und wehe tat, so verzeiht es mir. Ich war eigensinnig oft und habe oft einen unrechten Weg eingefdjlagen, aber ich habe es bereut, glaubt es mir und verzeiht mir. Und nun bleibt mir nichts mehr, als Euch allen trotz allem zuzurufen: Euer Heinz. * Willy Hölscher, Forstakademie Hannoversch- Münden, geboren 12. August 1893 in Münster L W-, gefallen 31. Januar 1917 in der Champagne. I n der Champagne, 21. Januar 1917. Hier ist ziemlich viel Betrieb. Wir find den Fran zosen aber über. Das im französischen Heeresbericht erwähnte Flugzeug, das von „einem französischen Piloten abgeschossen hinter der Naoarin-i«serme niederfiel", ist leider eins von unserer Abteilung. Der hat Pech gehabt. Ausnahmefall. Wir werden ja immer, wenn wir in Reichweite der französischen Abwehrkanonen kommen, fleißig beschossen, aber: treffen ist schwer. Einige ehrenvolle Wunden hat meine Maschine auch schon. Einmal drei, einmal vier, einmal einen Treffer. Aber alles belanglose, ungefährliche, kleine Löcher; die werden zugeklebt, Datum drangemalt, fertig! Die Tragflächen haben I noch viel Platz übrig Johannes Nogielsky, Techn. Hochschule, Charlottenburg, geboren 4. März 1892 in Breslau, gefallen im Luftkampf 22. Januar 1917 in der Champagne. Liebe Mutter! Wenn Du diese Zeilen lieft, bin ich nicht mehr unter den Lebenden: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Stone des Lebens geben." Weinet nicht um mich, denn ich bin im Reich des Lichtes, und warum da trauern. Es kam der Krieg, und ich zog mit vielen anderen Kameraden auch hinaus und war getreu bis an den Tod. Da ich diese Zeilen schreibe, weiß ich noch nicht, wo mein Grab sein wird; kümmert Euch nicht um meine sterblichen Reste. Mögen sie in Schutt und Trümmern vermodern und wieder zu Staub werden, die Seele lebt und ist göttlich. Mögt Ihr noch lange leben auf der schönen Welt! Grüßt alle, die ich lieb gehabt und die mir nahestanden. Feinde habe ich nicht gehabt, wie ich hoffe. Und nun seid nicht traurig, denn in einer kleinen Weile werden wir uns wiedersehen. Ich grüße Euch und bin bei Euch im Geiste. mir bis zum letzten Augenblick. Dann sei er durch treue Kameraden Euch gesandt und mein Geist wird bei Euch (ein. Der gnädige große Gott segne und behüte Euch und mein deutsches Vaterland! In inniger Liebe Euer treuer Walter. Oie ihr Leben für uns ließen Aus Knegsbnefen gefallener Studenten. Zum Volkstrauettaa am 12.Mrz. Was aus diesen Kriegsbriefen gefallener Studenten zu uns spricht, gehört der deutschen Geschichte an. Es ist die Hingabe be« geisterungssähiger Jugend, lebendigen Lebenswillens an den Gedanken, der heroisch über ihnen stand, dem sie sich freudig unterordneten: Vaterland. Walter Limmer, stud. jur., Leipzig, geb. 22. August 1890 zu Thiergarten bei Plauen i. V., gestorben 24. September 1914 in Luxemburg an einer Verwundung vom 16. bei Chalons-sur-Marne: Leipzig (leider immer noch!), 3.2higuft 1914. Hurra! Endlich habe ich meine Beorderung: morgen vormittag 11 Uhr in einem hiesigen Lokal. Stunde um Stunde habe ich auf meinen Befehl . gewartet. Heute vormittag traf ich eine junge bekannte Dame; ich schämte mich fast, mich in Zivilkleidern vor ihr sehen zu lassen. — Auch Ihr, meine- guten Eltern, werdet mir recht geben: ich gehöre nicht mehr ins friedliche Leipzig. Liebe Mutter, halte Dir bitte, bitte immer vor Augen, was ich seit gestern (dem Abschied von daheim) im Wechsel der Stimmungen gelernt: Wenn wir in diesen Zeiten an uns und unsere Angehörigen denken, werden wir klein, schwach. Denken wir an unser Volk, ans Vaterland, an Gott, an alles Umfassende, so werden wir mutig und stark. Eduard Bruhn, stud. theol., Kiel, geboren 18. Oktober 1890 in Schlamersdorf, gefallen 17. September 1915 in Rußland. 17. September 1915. Liebe Eltern! Schwerverwundet liege ich auf dem Schlachtfeld. Ob ich durchkomme, steht in Gottes Hand, sonst weinet nicht, ich gehe selig heim. Euch alle grüße ich noch einmal herzlich. Möge Gott Euch bald Frieden schenken und mir eine selige Heimfahrt geben. Jesus hilft mir. oo stirbt sich's leicht. In herzlicher Liebe Eduard. Steuergutscheine und Einkommensteuer Der Reichsfinanzminister hat in einem Erlaß vom 3. März 1933 folgende Anordnungen über die Behandlung der Steuergutscheine bei der steuerlichen Einkommensermittlung getroffen: 1. Die Bewertung der Steuergutscheine in der Bilanz der Einkommensteuer- und Körperschafts» steuerpflichtigen richtet sich nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes. Es ist also nach § 19 Abs. 1 Einkommensteuergesetz für den Schluß des Steuerabschnitts der gemeine Wert zugrunde zu legen. An Stelle des gemeinen Werts kann der Steuerpflichtige nach 8 19 Abs. 2 EStG, den Anschaffungs- oder Herstellungspreis einsetzen. Da bei Steuergutscheinen, die vom Finanzamt an den Steuerpflichtigen ausgegeben X^verden, ein Anschaffungs- oder Herstellungspreis im Sinne des Einkommensteuergesetzes nicht gegeben ist, gilt als solcher nach § 19 Abj. 2 Satz 2 EStG, der Betrag, der für den Steuergutschein im Zeitpunkt seines Erwerbs durch den Steuerpflichtigen unter gemein gewöhnlichen Verhältnissen hätte aufgewendet werden müssen: das ist regelmäßig der gemeine Wert im Zeitpunkt des Empfangs. Um die Einheitlichkell zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz möglichst aufrechtzuerhallen, wird es sich empfehlen, daß der Steuerpflichtige, an den die Steuergutscheine vom Finanzamt ausgegeben worden sind und dem die Steuervergünstigung des § 34 Steuergutschein- Durchführungsbestimmungen zusteht, außerhalb der Steuerbilanz vom Gewinn vier Fünftel des Kurswertes der Steuergutscheine nach dem Börsenkurs vom 31. Dezember des Jahres der Ausgabe abfetzt. Dieses Verfahren ermöglicht es auch, bei Berechnung der Steuervergünstigung von einer Einzelberechnung nach den Kursen der verschiedenen Fälligkeiten abzusehen und statt dessen von einem Durchschnittskurs auszugehen. Die Kurse der verschiedenen Fälligkeiten von Gruppe II der Steuerscheine (über 100, Rundfunkprogramm. Sonntag, 12. TNärz. 6.30 Uhr: von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chor- gesangs. 11: „Die Winterhilfe antwortet", von Wally Baumann. 11.30: von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Plenar-Sitzungssaal Berlin: Gedenkfeier des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. 13 bis 14.30: Konzert. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Kurhaus Wiesbaden: Nachmittagskonzert. 18: „Deutsche Heldengräber in aller Welt", von Franz F. Geis. 18.25: Konzert. 18.50: „Heinrich der Vogler schlägt den Feind", Vortrag von Lic. Dr. Hans Hartmann, Berlin. 19.20: Den Gefallenen zum Gedächtnis, eine ernste Feierstunde. 20: Markuskirche: Abendmusik. 21.05: 10. Sonn- tagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. 22.45 bis 2 Uhr: Wahlrefultate der Kommunal-Wahlen. Montag, 13. Ifiär). 7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: „Was mir die Fürsorgerinnen erzählten früher und jetzt", Vortrag von Dr. Marie Baum. 17: Konzert. 18.25: ,Zch sah Ferdinand Hodler", Vortrag von Hermann Kesser. 19.05: Arbeitslager, Hörfolge. 20: Unterhaltungskonzert. 21: Deutschland — Land der Arbeit, eine Hörfolge von H. W. Goltz. 22.25 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 14. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mannheim: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Und sie bewegt sich doch — Der Galilei-Prozeß des Jahres 1633", Vortrag von Hermann Herrigel. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Opernhaus Frankfurt a. M.: Falstaff, Oper in 3 Akten, Musik von Giuseppe Verdi. 22.20 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 15. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Tiefsee und Südsee, Hörbild. 12: Millagskonzert I _ des Rundfunkorchesters. 13.30: Millagskonzert II. 15.20: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Das Siedeln", Vortrag von Frieda Klewitz, Gie- Dcr Durchschnittskurs aus den fünf Kursen der verschiedenen Fälligkeiten beträgt mithin 81,20 v. H. Da ein Fünftel dieses Kurswertes 16,24 o. H. ausmacht, können nach der oben empfohlenen Berech nungsart, außerhalb der Steuerbilanz § des Kurswertes der Steuergutscheine = 64,96 o. H. (= 81,20 — 16,24) des Nennwertes der Steuergutscheine vom Gewinn abgeseht werden. Der Einfachheit halber kann der Abzug auf 65 v. S)\ bemessen werden. Der Abzug von 65 v. H. ist auch zu gewähren, wenn dem Steuerpflichtigen Steuergutscheine der Gruppe I (über 50 Mk., ab 1. Oktober 1933 auch über 10 Mk. und 20 Mk.) ausgehändigt worden sind. Die steuerliche Vergünstigung des § 34 Abs. 1 DB. gilt sowohl für die jälle, in denen der Steuerpflichtige die Steuergutscheine im Jahre der Ausgabe veräußert, wie auch für die Fälle, in denen er die Steuergutscheine erst später verwertet. Es sind also in beiden Fällen, sofern es sich um 1932 ausgehändigte Steuergutscheine handelt, 65 v. H. des Nennbetrags der Steuergutscheine abzusetzen. 2. Maßgebend ist nach § 34 Abs. 1 letzter Halbsatz DB. für die Steuervergünstigung der Börsenkurs am 31. Dezember des Jahres der Ausgabe der steuergutscheine. Diese Bestimmung gilt an sich sowohl für die Fälle, in denen das Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, als auch für die Fälle, in denen das Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr abweicht. Den Anträgen der Spitzenverbände entsprechend ist gestattet worden, daß bei Steuerpflichtigen, deren Wirtschaftsjahr vor dem l.Juli abschließt, nicht der Börsenkurs vom 31. Dezember des Jahres der Ausgabe der Steuergutscheine, sondern der Börsenkurs am 31. Dezember, der dem Schluß des Wirtschaftsjahres vorangeht, zu Grunde gelegt wird. •* Besichtigung unseres Bataillons. Born 14. bis 16. März werden der Korn- manbeur der V. Division Generalleutnant Liebmann und der Kommandeur des Jns.-Rgts. 15 Oberst Kienitz im Standort Gießen anwesend sein und der Winter-Abschlußbesichtigung unseres Bataillons beiwohnen. ßen. 18.50: „Das Theater in Kassel, seine Bedeutung für Stabt und Landschaft", Gespräch zwischen Intendant Edgar Klitsch, Oberbürgermeister Dr. Stäbler, Kassel, unb Dr. Paul Laven. 19.30: Mannheim: Mandolinenkonzert. 20: Zinkenist Schabhardt, Hörspielszenen aus Schwabens Vergangenheit. 21: Frederick Delius. 22: (Deutschladsender): Die Stillen im Land: „Leute von der Grenze". 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 16. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Musiker. 9 bis 9.45: Bilder aus All-Frankfurt. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30: Stunde der Jugend. 17 bis 18.15: Kurhaus Wiesbaden: Konzert. 18.25: „Deutschlands Not unb bie Not bes deutschen Kunsthanbwerks", ein Gespräch bes Kunst- goldschmiedes Karl B. Bertholb, Frankfurt a. M., mit einem Laien. 18.50: „Modernes aus der Geschichte", Vortrag von Dr. phil. Artur Kreiner. 19.20: „Neues aus aller Well", Vortrag von Prof. Dr. Walter Behrmann. 19.30: Kleine Stücke für Violine, gespielt von Prof. Stanislaw Frydberg. 20: (Stockholm): Schwedische Volksmusik. 20.35: Mannheim: Die goldenen Schuhe, komisch-phantastische Oper von P. I. Tschaikowsky. 22.20 bis 23.30: Bunte Stunde. Freitag, 17. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I des Augsburger Konzertorchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Was Versailles uns im Osten nahm", Vortrag von Pfarrer F. Pelz. 19: „Einheitsaussprache", Vortrag von Dr. Hermann Christians. 19.30: Worte für Deutsche, eine Hörfolge. 20.05: Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Richard- Wagner-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.25: Aus Neuyork: Kurt G. Sell: „Worüber man in Amerika spricht". 22.40 bis 23.30: Nacht- und Tanzmusik. Samstag, 18. März. 7.30 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Szenen aus „Stolberg“ von Paul Heyse. 12: Mittagskonzert I. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert II des ^Rundfunkorchesters Stuttgart 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: „Hopfen unb Malz", eine bierselige Phantasie. 18. Auf der Alsfelder Hütte, Hörbericht. i 3. Die Frage, ob ber Anspruch auf Ausgabe von Steuergutscheinen szu aktivieren ist, richtet sich nach den Vorschriften bes Handelsgesetzbuches unb nach ben Grunbsätzen orbnungsmäßiger Buchführung. Steuererklärungen sollen von ben Finanzämtern jeboch nicht beanftanbet werden, weil ber Anspruch auf Ausgabe von Steuergutscheinen vom Steuerpflichtigen nicht aktiviert worden ist. Wird der Anspruch auf Ausgabe von Steuergutscheinen vom Steuerpflichtigen in ber Steuerbilanz aktiviert, so finb nicht bie Steuergutscheine, fbnbern schon ber Anspruch auf ihre Ausgabe für bie steuerliche Einkommensermittlung nach ben Ausführungen unter Ziffer 1 unb 2 zu behandeln. 4. Bei den Hausbesitzern soll im allgemeinen davon ausgegangen werden, daß der Hausbesitzer alle Steuergutscheine für die Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 30. September 1933 erst im Kalenderjahr 1933 erhält. Für 1932 bedarf es der Berücksichtigung von Steuergutscheinen, die an Hausbesitzer ausge- geben worden sind, nur dann, wenn die Steuergutscheine einen wesentlichen Betrag ausmachen, b. h., wenn im Jahre 1932 Steuergutscheine im Nennbeträge von 1000 Mk. unb mehr bem Steuerpflichtigen vom Finanzamt ausgehändigt worben finb. Ist das der Fall, fo mindert sich die abzugsfähige Grundsteuer für 1932 um | von 81,20 v. H. des ausgegebenen Nennbetrages, d. h. 16,24 v. H. Um diese 16,24 v. H. des Nennbetrages der ausge gebenen Steuergutscheine sind also entweder bie abzugsfähigen Ausgaben zu kürzen, ober es ist ein entsprechender Betrag auf der Einnahmeseite hinzuzusetzen. Oie Hilfspolizei im Dienst. Seit gestern abend ist auch in unserer Stabt die Hilfspolizei in Dienst gestellt worden. Es kommen täglich 42 Hilfspolizeibeamte in Betracht, die sich aus Mitgliedern der SS.. SA. und des Stahlhelm rekrutieren. Die Hilfspolizerbeamten, die von 19 bis 7 Ahr Dienst tun, werden zum Teil im nächtlichen Strahcn-Streifendienst unter Führung von staatlichen Polizeibeamten, ferner zur Bewachung von öffentlichen Werken und lebenswichtigen Betrieben, sowie zur Derstärkung des Aeberfallkommandos verwandt. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Ahr, zum letztenmal als Operetten-Bolksvorstellung die Operette Das Dreimäderlhaus". Kleine Opercttenpreise. Anfang 20 Ahr; Ende 23 Ahr. — Sonntag, 12. März, Bolkstrauertag, erste Wiederholung des Schauspiels Bor Sonnenuntergang", von Gerhart Hauptmann; Spielleitung Intendant Dr. Rolf Prasch. Besetzung wie die der Erstaufführung. Ermäßigte Preise. Spieldauer von 18.30 bis 21.15 Uhr. — Dienstag. 14. März, 23. Borstellung im Dienstag-Abonnement, zum erstenmal die Komödie ..Rina". von Bruno Frank. Gewöhnliche Preise. Spielzeit von 20 bis 22 Ahr. — Mtttwoch, 15. März, 22. Borstellung im Mittwoch-Abonnement, Gerhart Hauptmanns Schauspiel »Dor Sonnenuntergang", Spielleitung der Intendant. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22.15 Uhr. — Freitag, 17. März, 23. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen die Komödie »Rina", von Bruno Frank. 20 bis 22 Ahr. — Samstag, 18. März, von 20 bis 23 Ahr, und Sonntag, 19. März, von 18.30 bis 21.30 Ahr 14. und 15. Wiederholung der Operet- ten-Revue »2m weißen Dößl". Beide Vorstellungen sind außer Abonnement und zu kleinen I Operettenpreisen. In beiden Vorstellungen haben Dorzugsgutscheine Gültigkeit, außerdem in der Samstag-Dorstellung auch Schülerkarten. Güddeuischland — Güdwestsrankreich und Schweiz B. Oer Süddeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband hat sich für den kommenden Sonntag eine große Aufgabe gestellt. In Form eines Zweifrontenkampfes trägt er zwei Repräsentativspiele aus und zwar tritt eine süddeutsche Mannschaft in Stuttgart gegen die Schweizer ö^Mannschaft an, während eine zweite süddeutsche Vertretung in Mannheim Südwestfrankreich zum Gegner hat. Handball im Gau Hessen (O.T.) 2Hfo. Gießen komb. — Klein-Linden I. Nach kurzer Pause tritt morgen die erste und zweite Handballmannschaft des Gießener Männer- Turnvereins wieder auf den Plan. Die beiden Mannschaften werden in kombinierter Aufstellung in Klein-Linden der 1. Mannschaft des dortigen Turnvereins gegeniibertreten. Die Gießener Männerturner werden voraussichtlich das Treffen für sich entscheiden können. Keinesfalls dürfen sie es aber zu leicht nehmen, da die Klein-Lindener Turner in letzter Zeit sehr spielstark geworden sind und selbst gegen erste Mannschaften von „Stadtvereinen" eindrucksvolle Siege erringen konnten. To. Großen-Linden I — To. Heuchelheim I. In Großen-Linden treffen sich die 1. und 2. Mannschaften beider Vereine zu einem Freundschaftsspiel. Mit besonderem Interesse sieht man dem Spiel der 1. Mannschaften entgegen. Beide Mannschaften haben durch Einstellung jüngerer Spieler an Spielstarke gewonnen, so daß man mit einem spannenden Spiel rechnen kann, dessen Ausgang nicht vorherzusagen ist. Das Spiel der 2. Mannschaften dürfte mit einem sicheren Sieg der Gäste enden, zumal die Einheimischen mit Ersatz antreten müssen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am morgigen Sonntag stehen sich Heuchelheim I und Wieseck I im Freundschaftsspiel in Heuchelheim gegenüber. Beide Gegner werden in wesentlich veränderter Aufstellung zum Spiele antreten. Den Platzbesihern dürften die meisten Siegeraussichten zuzusprechen sein. Wieseck II ist in Allendorf (Lahn) zu Gast und wird gegen die dortige erste Els einen schweren Stand haben. In Wieseck stehen sich Wieseck Iugend und Watzenborn Iugend im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Plahbesitzer erwartet man als Sieger. Kurze Sporinoiizen. Die Entscheidung über die Vergebung der Olympischen Winterspiele 1936, um die sich Orte aus Oberbayern, Thüringen, dem Har^ und dem Riefengebirge bewerben, fällt endgültig bei der Tagung des internationalen olympischen Ausschusses, die in der Zeit vom 5. bis 11. Juni in Wien stattfindet. Lokaltreffen 1900 - VfB. Das Finale der Derbandsspiele. Das Lokaltreffen zwischen den beiden ersten Mannschaften der hiesigen Vereine sollte ursprünglich den Abschluß der Verbandsspiele dar- stellen. Die Entscheidung über die Meisterschaft in dieser Klasse scheint aber — soweit sich die Zeichen deuten lassen — nicht auf dem Spielfeld, sondern am grünen Tisch zu fallen. Ganz abgesehen davon, liegen die Verhältnisse diesmal ganz anders als sonst. Es sind verschiedene Vereine in der Klasse, die sehr wohl aus Gründen des Ansehens gerne Meister der 1. Bezirksklasse wären, die aber, wie es den Anschein hat, nicht gerne in die Dezirksliga aufsteigen möchten, weil durch die Reisen nach Kassel und Fulda Reifeunkosten entstehen, die heute kaum zu tragen sind. Außerdem wünscht man besonders in den Kreisen der Gießener Fußballspieler eine andere territoriale Regelung in der Dezirksliga, in der der wirtschaftlichen Kraft der Vereine eher Rechnung getragen wird. Von Erwägungen dieser Art wird allerdings der morgige Kampf nur mittelbar berührt werden. Der Kampf auf dem Spielfeld wird allen Beteiligten morgen wichtiger sein, als das was in Zukunft in Kassel oder anderswo beschlossen werden mag. Der Reiz der jedem Lokaltreffen bisher zu eigen war, wird auch dem bevorstehenden Spiel nicht zu nehmen sein. Wer nur einiges Interesse für Fußball hat, wird sich die morgige Begegnung nicht entgehen lassen. Die Mannschaften. Zunächst interessiert man sich aber für die Mannschaftsaufstellungen. Die Spielvereinigung 1900 hat sich schon am Dienstag entschlossen. Die VsB.er wollen erst heute abend beraten. Die Epielvereinigung wird voraussichtlich durch folgende Mannschaft vertreten sein: Schlarb: Zeiler, Luft: Glitsch, Langsdorf, Schmidt: Iäckel, Heilmann, Lippert, Goebel, Best. Was die Mannschaft der Grünweißen anbetrifft, so ist man auf Vermutungen angewiesen. Man wird sich aber dort auf bekannte Kräfte stützen müssen. An der bisherigen bewährten Hintermannschaft zu rütteln, wird nicht empfehlenswert sein. Auch die Läuferreihe sollte in der Aufstellung des Vorfonntags belassen werden. Solange und soserne Knaus ausfällt, wird Kreß der Mittelläufer sein. Lieber die Aufstellung des Sturmes kann man geteilter Meinung sein. Für VfB. erscheint unseres Ermessens folgende Mannschaft die gegebene: Ritter, Fehling, Haupt, Mattern (?), Schmidt: Lehrmund, Kreß, Fenster: Leutheuser, Wilhelm: Balser. Die Kräfte der beiden Mannschaften gegeneinander abzuwägen ist schwer. Beide sind in der letzten Zeit sehr unbeständig gewesen. Cs wäre müßig, Ergebnisse zitieren zu wollen. Sie werden nie ausschlaggebend für ein Lokaltreffen fein. Man kennt zwar die Fähigkeit der einzelnen, weiß aber nicht, wie sie sie im entscheidenden Augenblick anwenden werden. Bei der Spielvereinigung weih man, daß Heilmann der Beste ist, Zeiler und Luft eine harte, schwer überwindliche Verteidigung darstellen, man weiß ferner, daß in der Läuferreihe drei Techniker (Glitsch, Langsdorf, Schmidt) stehen, die den Angriff sehr Wohl ins Rollen bringen könne, im Sturm aber sucht man vergeblich nach der Schußkanone. Der Sturm ist die schwache Seite. Daran kann Heilmann allein auch nichts ändern. Schlarb ist, trotzdem er einige Schwächen hat, als Tormann nicht abzulehnen. Sehr ähnlich ist die Situation bei den Grünweißen. In Balser hat man eine recht brauchbare Kraft als Torhüter. Leutheuler ist ob seiner Härte gefürchtet, Wilhelm hat sich als sehr geschickt erwiesen. Lehrmund ist im Aufbauspiel gut, Kreß wohl sehr willig, aber immer etwas schwer, Fenster ist nicht mehr der alte. Im Sturm hat man zu Haupt Vertrauen. Seine Rebenleute sollten inniger als bisher mit ihm zusammenarbeiten. Die Außenstürmer sind gut. Der Posten des Halbrechten ist noch eine sehr fragliche Angelegenheit. Die Spiel-Vgg. hak Platzvorteil. Das bedeutet eine Chance, aber nicht den Sieg. Die Plah- verhältnisse dürften am Sonntag, soferne sich das Wetter nicht völlig ändert, gut fein. Der Schiedsrichter darf nicht vergessen werden: er ist es ja, der korrekt amtiert oder aber (in den Augen der Zuschauer) bevorzugt und benachteiligt. Er ist es vielleicht sogar, der (auch hier in den Augen der Zuschauer und der Spieler) die Unterlegenen verlieren läßt. Schiedsrichter ist ein Herr aus Kassel! Wer, steht noch nicht fest. Die letzten Spiele konnten die VsB.er teils knapp, teils überlegen gewinnen. Das Vorspiel endete unentschieden 1:1. Für morgen erwartet man einen spannenden Kampf und wünscht sich ein gerechtes Ergebnis. Die Mannschaften sollten außerdem eine schöne sportliche Leistung sehen lassen: vom Publikum erwartet man Disziplin. * Bor dem Lokaltrefsen trägt die 2. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 ein Verbandsspiel gegen die 1. Mannschaft von „Teutonia" Laubach aus. Die Gießener sollten das Spiel gewinnen können. Die 3. Mannschaft hat gegen die 2. Elf von Lollar anzutreten. Der Ausgang dieses Kampfes ist ungewiß. Die unteren Mannschaften des VfB. sind spielfrei, während die 1. Iugend in Wetzlar gegen die 1. Iugend des Sportvereins Wetzlar das Rückspiel austrägt. Die 2. Iugend des VfB. tritt auf dem Platz des Gegners gegen die 1. Iugend des Sportvereins Wieseck an. Die 1. Schüler spielen gegen die Schüler von Lollar auf eigenem Platze. Handball: 1900 I - - Münchholzhausen L Im Anschluß an das Lokaltresfen empfängt 1900s erste Handballmannschaft die gleiche Elf des Turnvereins Münchholzhausen. Die Gäste repräsentieren beste DT.-X-Klasse und stehen in ihrem Bezirk an der Spitze. Die Einheimischen hoffen bis auf Schott, für den eine n|ue Straft im Sturm mitwirkt, vollständig antreteh zu können. Wenn die Spielvereinigungsleute die in den beiden letzten Tressen gezeigte Form an den Tag legen, sollte es zu einem Sieg reichen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Getreidebörse nahm in der abgelaufenen Woche zwar einen ziemlich ruhigen Verlauf, die Grundtendenz blieb aber weiter fest. Das landwirtschaftliche Angebot hielt sich weiterhin in engen Grenzen, lediglich bei Weizen beobachtete man vorübergehend etwas größeres Angebot. Reben den inzwischen bekanntgewordenen Agrar- maßnahmen hat auch der Ausgang der Reichstagswahlen befestigend gewirkt. Da auch das Mehlgeschäft im ganzen ziemlich klein tocr, nahmen die Mühlen keine wesentlichen Reuanschaf- fungen vor, so daß sich die Llmsahtätigkeit nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs beschränkte. Am Weizenmarkt blieb der Preis der Vorwoche nicht ganz behauptet, die Dotierung ging auf das zeitweise größere Angebot um 1 Mark auf 214 Mark per Tonne zurück. Roggen war dagegen ziemlich knapp offeriert. Da das Roggenmehlgeschäft etwas besser war, griffen die Verarbeiter etwas stärker zu, so daß die Votierung sich um 4 Mark höher stellte: Roggen Hektolitergewicht von 70,5 Kilogramm 172,50 bis 174 Mark per Tonne. Am Gerstenmarkt waren feine, mittelgute Qualitäten Braugerste knapp angeboten und zu 180 bis 182,50 Mark per Tonne gut behauptet. Für geringe Qualitäten von Futter- und In- dustriegersten-Beschaffenheit bestand kaum Interesse. Durch weitere feste Haltung zeichnete sich der H a f e r m a r k t aus. Der Preis stellte sich mit 145 bis 147,50 Mark um 5 Mark per Tonne höher. Das Kraftfuttermittelgeschäft hat in dieser Woche keine Belebung mehr erfahren, und auch die Preise blieben im wesentlichen unverändert. Mäßige Kauslust erhielt sich für Treber und später auch für Weizen- und Roggen- Ileie. Ie 100 Kilogramm in Mark notierten: Weizenkleie 8,10, Roggenkleie 8,50, Soyaschrot 10 bis 10,65, Palmkuchen 9,25 bis 9,50, Erdnuß- kuchen 11,80 bis 12, Treber 12,25. Rauhfuttermittel lagen bei unveränderten Preisen weiter ruhig. Heu südd. 4,30 bis 4,50, Weizen- und Roggenstroh 2,20 Mark je 100 Kilogramm. Am Kartoffelmarkt machen sich Hoffnungen auf ein besseres Frühjahrsgeschäft geltend. Das Saatkartofselgeschäft blieb weiter sehr ruhig. Industriekartoffeln hiesiger Gegend für Speisezwecke zogen leicht an und notierten 1,70 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt, Obgleich die Auftriebe in dieser Woche meist etwas schwächer waren, hielt sich das Geschäft in engsten Grenzen. Die Erhöhung der Ladenpreise hat dem Konsum weitere Zurückhaltung auferlegt. Am Rinder markt betrug der Zutrieb 1286 gegen 1536 Stück. Vach ruhigem Handel und etwa 1 bis 2 Mark anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Die Preise notierten wie folgt: Ochsen al) 28 bis 31,- a2) 25 bis 27, bl) 22 bis 24. Bullen a) 26 bis 29, b) 22 bis 25. Kühe a) 24 bis 26, b) 20 bis 23, c) 16 bis 19, d) 12 bis 15. Färsen a) 28 bis 31, b) 25 bis 27, c) 22 bis 24. Für Kälber war der Auftrieb mit 1584 um 153 Stück größer. Das Geschäft war zunächst mittelmäßig, wurde aber später langsam. Bei unveränderten Preisen wurde ausverkauft. Kälber b) 36 bis 40, c) 30 bis 35, d) 25 bis 29. Am Schafmarkt verlief das Geschäft ähnlich wie am Kälbermarkt. Bei behaupteten Votierungen konnte geräumt werden. Schafe al) 25 bis 28, b) 21 bis 24. Am Schweinemarkt war das Angebot erheblich schwächer: den 5664 Stück der Vorwoche stand in dieser Woche ein Angebot von 4698 Stück gegenüber. Die Vachfrage war zunächst mittelmäßig, um später erheblich abzuflauen, so daß etwas Lleberstand verblieb. Am Montagsmarkt lagen die Preise um 2 bis 4 Mark höher, die aber am Donnerstagmarkt nicht behauptet werden konnten. Gegen die Vorwoche blieben die Votierungen unverändert. Schweine b) 39 bis 40,50, c) 37 bis 40, d) 36 bis 39. Frankfurter Abendbörse lebhaft. Frankfurt a. M., 10. März. Die Abendbörse zeigte zwar feste Grundstimmung, zu größeren Kurserhöhungen kam es aber nicht. Das Geschäft war auf Kundenorders in Verbindung mit einigen Käufen der Kulisse' relativ lebhaft. Im großen und ganzen blieben die erhöhten Mittags- schiußkurse gut behauptet, teilweise traten weitere Bessecungen von 0,25 bis 0,5 Prozent besonders für Montanwerte ein. Von Elektroaktien waren Siemens & Schuckert sowie Lahmeyer um 0,5 bis 1 Prozent befestigt. Im Verlause machte sich etwas Interesse für Reichsbank bemerkbar, die gegenüber dem Berliner Schluß schließlich 1,5 Prozent gewannen. Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich vereinzelt weitere Erhöhungen,. zum Teil aber auch leichte Abbröckelungen. Am Rentenmarkt zogen die Kusse bei gleichfalls lebhafterem »Geschäft, unter Bevorzugung von Schuhgebietsanleihe, die mit plus 40 Pf. die 7-Prozent-Grenze wieder überschreiten konnte, etwas an. Veubesih 9,70, Altbesih 70,25 bis 70,40, Schutzgebietsanleibe 7,15, Reichsbank 134,50 bis 135,50, Gelsenkirchen 64,75 bis 64,50, Salzdetfurth 192 bis 193, Klöcknerwerke 52,25 bis 52,40, Phönix 37,75 bis 37,90, RheinstaA 84,75, Stahlverein 38 bis 38,50, AEG. 33,50 bis 34, IG.-Farben 123,25 bis 123,10 bis 123,25, Lahmeyer 134 bis 133,25, Schuckert 93,50. Gewinnauszug 5, Klasse 40. Preuß.-Süddeutsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 26. Ziehungstag 9. Mörz 1933 In der heutigen Vonnittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 SetDtnne zu 25000 M. 96787 8 Gewinne zu 1OOOO M. 39110 52450 89156 363206 16 G-w-nne >u 5000 M. 43776 155039 162226 168393 259302 274545 357257 394468 20 Gewinne >u 3000 M. 10486 38500 113671 141312 141577 171611 172223 257661 277477 297489 - 46 Gewinne za 2000 M. 15421 31212 67379 72284 76436 97636 108393 113208 184551 188708 200929 205422 223343 236787 239077 257303 258066 267825 293878 340024 390264 393047 396144 116 Gewinne »u 1000 Bk. 1431 3511 5314 11913 12151 29487 43487 44757 45788 48619 51908 63742 69168 83220 90347 90717 93619 95540 102717 114098 117087 124160 126144 130287 140870 156918 157684 167401 185661 191673 204813 213542 216004 216640 216774 221886 231361 235530 235945 233650 242131 255865 257624 258685 262319 265542 274807 277174 304959 310550 311772 318817 319555 321590 323566 350893 380743 388912 202 S.wnin« ,u 500 M. 2252 2420 3497 11336 12611 22800 29401 39122 42797 44178 46789 48840 60496 63365 66979 67510 68844 76708 77541 88152 90604 100736 101428 104247 105436 108098 112446 113688 115982 120168 120900 128401 138795 145166 146115 149044 151268 158130 159257 160244 161148 166548 170066 172664 198271 202856 205659 211346 212019 217395 219468 220835 223026 224405 228604 230046 231749 234789 236246 240700 242167 248650 249246 258428 259110 263034 263114 263138 271382 276121 279331 286071 295161 305405 307499 311635 311762 314899 315067 316343 316677 317815 313387 319447 321543 331279 336655 338722 339258 343236 343911 351046 355161 355396 359950 361607 363588 368965 369090 372887 399842 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 194727 8 Gewinne zu 5000 M. 143659 160986 251533 279112 8 Gewinne zu 3000 M. 3173 51002 124017 361628 46 Gewinne zu 2000 M. 4653 5349 7011 9911 47237 52298 61127 71474 82757 108470 112667 132078 175255 199310 200085 206178 206371 229513 250027 280196 353294 389065 399443 80 Gewinne zu 1000 9H. 12782 23130 32287 75071 83384 92639 102087 112475 114621 115456 122496 130716 146993 161262 163863 173576 177720 186745 197422 223464 237403 253397 254949 259485 264661 278059 289140 294698 311164 313236 321012 322091 323276 326290 341808 360603 369060 377368 386830 394719 162 Gewinne zu 500 M. 1128 11753 37620 47242 53485 58893 63377 65449 77299 77703 79602 79865 81189 83630 84658 93828 104255 107895 109415 110280 115096 124481 131929 135777 143215 151531 154474 157874 161184 166399 171032 173557 174941 177351 179718 192356 195080 200687 211029 219647 235341 235532 242095 246654 247114 250437 253421 256204 256792 256996 257331 258503 269955 275170 275265 280005 286511 295502 313854 320793 323737 325008 338863 347618 348413 350221 350802 360657 366537 372450 373984 378087 378342 378454 383138 384361 385167 391512 393077 396624 396674 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 100000, 4 zu je 25000, 24 zu je 10000, 56 zu je 5000, 80 zu je 3000, 272 zu je 2000, 563 zu je 1000, 872 zu je 500, 2632 zu je 400, u. 100 Schlußprämien zu je 3000 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. 2J1. 8crlm Schluß« kurs Schlußk. Abend« börfc Schluß» kurs Schlußk. Mitlog- börsc Dalum 9.3, 10.3. 9.3. 10-3. 6% Deutsche Reichsanielhe v. 1921 79.5 80,13 79,9 79,8 6% ehcm.7% Dt.ReichSanl.v. 1929 5'/-% Doung-Anleihe von 1930 .. 97 13, 94.8 • 96,75 95,25 81 82 80,5 82,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auelos.-Rechten .......... 69,25 9,4 70,4 9,7 69,25 9.4 69,75 9,5 Desgl. ohne Auölos.«Rechte...... 6% ehern. 8% Hess. Volksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ........... _ 77 Oberbe ssen Provinz. Anleihe mii Auslos.-Rechten ............. 67 67 Deutsche Komm. Sammelab l.An< leihe Genei mit Auolos.-Rechten 6% ehe in. 8% Franks. Hyp.-Bank 64,9 64,75 64.75 64,75 Goidpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehe in. 7% Franks. Hnp.-Banl 86,75 86,4 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 5%% cnem. 4%% Franks. Hyp. Bank-Ligu.-Psandoriese ..... — 86,25 — — 87,5 87.9 —— _ B’/2% ehern. 4'/z% Rheinische Hyp.-Aauk-Liau.-Gvldpfe..... 87,25 86,9 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briefanstall, Psandbricse R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandeSpsand 85,5 85,75 85,75 85,75 briesanktalt, Psondbriese R. 10 85 85,25 — — 4% Oefteneld)t|die Kolvrente... 4,20% Oesterreichilche Silberrenle 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Stacnsrente v. 1910 4'/-% vesgl. von 1913 ........ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 4% oeifll. Serie II ............ 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4<4%Rumän.vereinh.Reniev.lgl3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier............... 12,5 12,75 13,25 _ 1,25 1,25 — — — —- •— — — — — — - — 6 6 — 6,05 5,1 5,1 5,3 — - 5,5 5,4 5,25 5,5 5,4 5,45 5,3 7,05 6,9 —- - 10.25 10,4 — 5,525 5.6 5,6 5.55 25,4 25,25 — 25,4 Framimn u. ml Berlin Schluß« kurä Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Millog« börse Dalum 9.3. 10.3. 9.3. 10.3. £ amburg-Amerika-Pakei ..... 1 17.75 18 17,5 18 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — — 36 Hansa Dampfschiff........... 0 - — — — Norddeutscher Llohd .........0 18,25 18,65 18,13 18,4 A 65. für Verkehrswesen Akt. .. 0 — 46 45,5 45,65 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 94 94 Commerz, und Privat-Bank... 0 46 53 — —— Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft................ 0 70,5 70,5 — — Dresdner Bank..............0 61,5 61,5 — —— Reichsbauk ................. 1 141 135.5 140,5 134,25 A.E.G......................0 31,75 34 31,5 33,65 Elektt. Lleferungsgesellschaft ... b 89,5 93,5 90 93,5 Licht und Kraft .............6 101,5 102,5 ' 102 102,5 Selten & Guilleaume ........ o 56,5 58,25 57 58,25 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4 87.25 90,25 88 90 Rhelnische Elektrizität ........5 104,5 — 107.75 105 Schuckert & Co..............o 94 96.5 93 96 Giemens & HalSle...........9 144,25 151 144.25 150,5 Lahme per & Eo..............io 129 133 26 130.5 133 Buderus ...................o 50,25 52,25 50.75 52.66 Deutsche Erdöl ......... 4 99 102,5 99,75 102 Gelsenkirchener............ < fi?. 5 64 5 64 25 Zarpener...................g 90 doesch Eisen—Köln-Reueiien.. 0 6L9 63,75 Jlfe Bergbau .............7 154 1 $2 1.53 6 15? )>Ie Bergbau Genüsse........7 07,5 112 108,'9 115 klöcknerwerke ..............r 50 52 4 51 75 Mannesmann-Röhren........0 65,5 68,5 67 68,4 Mansfelder Bergbau.........ö 27,5 27,75 27.25 27,5 Oberichles. KokSwerke.........0 76,13 77 Phönlr Bergbau........ 0 16,25 37,9 36,4 37 Rheinische Braunkohlen.....10 208 210 206 209.5 Rheinstahl..................0 79,25 84,75 80 84,25 Frankfurt a.ZDL Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börs> Schluß» kurs Schluß!. Miiiag- bärw Dalum 9.3. 10.3. 9.3 10.3. Verelnrgre Stahlwerke..... ... u 36,5 38,5 37 38 Olavi Minen ............ ... 0 16 16,25 15,75 16,13 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 127 131 127.25 131 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 129,5 130 129,5 133 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... b 189 193 189,75 192 ;) G. Färben-Industrie .... ... 7 118,75 123,25 119,65 123 Scheideansialt............ ...10 173 172 Goldschmidt ............. ... 0 41 42,4 41,9 42,25 RütgerSwerke............ ... 0 48,75 49,5 49 49,65 Metallgesellschaft.......... ... 0 36,75 37,5 38 37 Philipp Hvlzmann........ Zementwerk Heidelberg ... Tementwcrk Karlstadt...... ... 0 54 54 53,5 54,5 ... 4 ... 0 57 52 Wahß & Frehtag......... ... 0 4 4 — Schultheis Patzenhoser..... ... 0 112,5 112,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 35,75 36,5 35,65 36,5 Bemberg................ ... 0 46,5 46 45,25 46 Zellslosi Waldhof......... ... 0 52,5 53 53,5 53,5 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 31,5 25,5 Dessauer GaS............ ... 7 — — 119,25 118,9 Daimler Motoren......... ... 0 27,4 29,5 28 29,25 Deutsche Linoleum ....... vrenstein & Koppel ....... Leonhard Tietz........... ... 0 38,5 38 37,5 37,5 ... 0 ... 6 30,5 33 45,75 32 47,25 33,25 Lhade ................... ...12 129 131 130,13 130,5 Mritzner................. ... 0 29,5 30 30 29,25 Mainkraftwerke Höck,st a.Ä. ... 4 71 70,1 Süddeutscher Zucker ...... ... 8 159 161 159,5 160,5 Devisenmarkt Berlin — Jranffurf a. M. 9. März 10-März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Ärle Geld 1 3ric Helslngiors. 6,464 6,476 6,464 6,476 Seien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Prag....... 12.465 12.485 12.465 12,485 Budapest ... Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,93 170,27 169,93 170,27 Oslo....... 74,83 74,97 74,83 74,97 Kopenhagen. 65,18 65,32 65,18 65,32 Stockholm... 77,27 77,43 77,27 77,43 London ..... 14,61 14,65 14,62 14,66 Buenos Aires 0,828 0,832 0,823 0,827 Neuyork.... 4.146 4.154 4,146 4,154 Brüssel.... 58,96 59,08 58,96 59,08 Italien..... 21,46 21,50 21,45 21,49 Paris..... 16,60 16.64 16,60 16,64 Schweiz ... 81,44 81,60 81,37 81,53 Spanien.... 34,96 35,04 34,96 35,04 Danzig.... 82,42 82,58 82,42 82,58 Japan..... 0,899 0,901 0,899 0,901 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,554 5,566 5,554 5,566 Lissabon... 13,29 13,31 13,30 13,32 Banknoten Berlin, 10-März ____Geld Brief 4,13 Belgische Noten........... 58,80 59,04 Dänische Noten .......... 64,82 65,08 Englische Noten .......... 14,58 14,64 Französische Noten........ ...... 16,56 16,62 Holländische Noten........ ...... 169,56 170,24 Italienische Roten......... Norwegische Noten ....... 21,38 74,65 21,46 74,95 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,46 2,48 Schwedische Noten........ 77,10 77,40 Schweizer Noten.......... Spanische Noten.......... 34'83 34,97 Ungarische Noten.........