Nr. 60 Erstes Blatt 183. Jahrgang Samstag, tt. März 1935 Lrfchernl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte ©ießener Familienblätter Heimat m Bild ■ Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Kronlsurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t)rr wenn an den Rändern der dunklen großen Städte, zwischen den Schrebergärten und in den Winkeln der Mauern Mord auf Word geschieht aus einer dunklen Leidenschaft, aus einem Hatz, der sich „Politisch" nennt, so schütteln sie nicht ängst.ich und ratlos den Kopf, noch rümpfen sie mo.a^a) die Nase; sondern sie wissen, datz Blut nach Blut schreit und datz die Toten des Krieges immer wieder andere Tote nach sich ziehen, ehe nicht neue Werte die Deutschen zu einer neuen Ordnung rufen. Niemals hätte unser Voll in solch eine wahnwitzige Zerrissenheit geraten können, wenn nicht eine furchtbare Schuld auf den Gemütern lastete, wenn nicht ein Ringen um Neues die Seelen aufwühlte. Eine Zeitschrift der französischen neuen Generation schrieb im vergangenen Dezember. „Läuft man nicht Gefahr, in dem wahnwitzigen revolutionären Stolz der Deutschen den Sinn einer Sendung offenbart zu sehen, der Sendung eines gesunden, geordneten, kühnen und fruchtbaren Volkes, die im Herzen eines jeden Deutschen schlummert?" Hier tönt aus dem Herzen des Feindes der Widerhall unseres Schreies nach Neuem, nach Erlösung von allen alten Hebeln. Der Mensch des Westens sieht miß» trauisch und doch mit einer Bewunderung, die an Neid grenzt, auf das Ringen um neue Werte und eine neue Ordnung im Deutschen. Die Wertworte, die er dabei gebraucht, sind aufschlutz- reich für uns, die wir selber noch nicht wagen, die neuen Werte zu nennen, um die wir kämpfen, bluten, ringen und sterben: „gesund, geordnet, kühn und fruchtbar ..Es ist gar nicht zu verkennen, datz es die Werte sind, die der ein- Verheerende Erdbebenkatastrophe in Kalifornien. Hunderte von Toten und Verletzten. — Zahlreiche Erdstöße hintereinander. Los Angeles, 11. Mär;. (MTB. Funkspruch.) hier hat sich gestern um 5.55 Ahr Pazisikzeit ein chrveres Erdbeben ereignet. Die Erschütterungen wiederholten sich. Bis Mitternacht waren mindestens acht schwere Erdbeben in Süd- ftalifornien festzustellen. Da die Verbindungen meist unterbrochen sind, ist die Zahl der Todesfälle und der Umfang des Sachschadens noch unsicher. Man vermutet gegen 5 0 0 Tote und etwa 3000 verletzte. Die Gebäude mit Stahlgerüslen widerstanden den Erschütterungen. Gegen 2000 Matrosen und Soldaten werden zur Hilfeleistung in die Erdbebenzone gesandt, wo bereits über 500 Aerzte tätig sind. In Lompton sollen durch das Erdbeben 12 Per- onen ums Leben gekommen sein. Fast jedes Ge- chäftsgebäude ist entweder völlig zerstört oder stark mitgenommen. Drei Personen fanden bei dem Zn- ammenbruch der Polizeislation in Walls den Tod. In Long Beach wurden 14 schwere und mindestens 110 leichtere Lrdstöhe gezählt. Cong Beach ist offenbar von allen in Mitleidenschaft gezogenen Orten am schwersten betroffen worden. Die Zahl der Toten wird heute früh mit etwa 100 angegeben, die der verletzten mit 1000. Die grotzen Gebäude stehen alle noch, find aber meist beschädigt. Der Sachschaden in Long Beach allein wird aus mindestens eine Million Dollar geschäht. Meldungen aus anderen betroffenen Orten gehen nur langsam ein, steigern jedoch die verlust- ziffern. Schreckensmeldungen von der Küste. Eine drahtlose Meldung, die In San Diego und Long Beach aufgefangen wurde, besagt, datz die ganze Küste in Flammen zu stehen scheine. 62 000 Gebäude sollen in Cong Beach zerstört worden sein. Automobile sind in den Strotzen unter dem Schutt vergraben. 3n vielen Dörfern, in der Hauptsache zwischen Cos Angeles und seinen 20 Meilen entfernt liegenden Hafendistrikten sind Feuer ausgebrochen. Die Polizei teilt mit, datz 5 0 0 Tote allein in Cong Beach zu verzeichnen sind. Die Polizei hat drahtlos mindestens 1<, Aerzte und Semestern angefordert. 800 Soldaten sind schleunigst nach den Erdbebendistrikten entsandt worden. Oie ersten Erdstöße. Die ersten Erdstöße, die sich in nord-südlicher Richtung bewegten, dauerten mehrere Minuten. Gebäude aller Grotzen gerieten ins Wanken. Materialschäden waren auf den breiten Straften von Los Angeles sofort sichtbar, so daft der Straftenbahnverkehr eingestellt werden muftte. Die Menschen rannten, von panischem 6^ reden ergriffen, zu Tausenden auf die Straften. 3n verschiedenen Vierteln der Stadt ginz das Licht aus und die Fensterscheiben zerbrachen. Mehrere Personen wurden unter den Trümmern des eingestürzten alten Handelskammergebäudes hervorgezogen und ins Krankenhaus gebracht. Auch in Hollywood verursachten die Erdstöße Schaden. Hunderte von Filmarbeitem mit ihren Direktoren und den Filmstars liefen aus die Straften, als der Stuck von den Wänden der Filmateliers fterabfiel. Die Rundfunkanlagen haben alle ehemaligen Heeres- angehörigen zur Teilnahme an Notstandsarbeiten im Srdbebengebiet aufgesordert. Die meisten Verletzungen sind durch ein stürzende Dächer hervorgerufen worden. Zwei Tanks der Union Oil Company sollen in San Pedro in Flammen stehen Don Wilmington aus kann man ein ungeheures Feuer im Geschäftsviertel von Long Veach erkennen. Ein geringeres wird aus dem Petroleumdistrikt von Long Veach berichtet. Automobllisten, die aus Long Beach in Wilmington eintrafen, berichten, datz sie dort in den Straften hätten Tote liegen sehen. 3n San Pedro soll der Teil der Pados-Verde- Hügel, die bei der Redondo-Küste gelegen sind, zusammengestürzt fein. Eine ungeheure Staubwolke ist sichtbar. Der deutsche Gelehrte Professor Einstein hatte gerade das California- 3nftitut verlassen, als der Crdstotz erfolgte. Er und die Studenten sind in Sicherheit. Das Erdbebengebiei vom Zlugzeug aus gesehen. Ein Flieger, der das vom Erbeben betroffene Gebiet überflogen hat, berichtet, datz er auf weiten Strecken der Gegend von Los Angeles brennende Ruinen gesehen habe. Der Strand von Long Veach habe von Menschen gewimmelt, die verängstigt hin und her liefen. Autzerdem glaube er Haufen von Leichen wahrgenommen zu haben. Die Benzin-Niederlagen in Los Angeles, San Pedro, Long Beach und Wilmington ständen in Brand. Die gewaltigen Mauern der Wasserwerke in Los Angeles seien zusammengestürzt und die Wassermengen hätten sich in zahlreiche Häuser ergossen. Staaishilse für das Erdbebengebiet. Präsident Roosevelt hat Matznahmen ange- ordnet, um den in Mitleidenschaft gezogenen Gebieten in Kalifornien Staatshilfen angedeihen »u lassen. Die Erdbebenzone umfaßt etwa 6(X) Quadratmeilen. Sie ist als besonders erdbebengefährdet bekannt und hatte fast alle 75 Jahre ein großes Beben. Das letzte hatte sich 1857 ereignet. Die USA.flotte, die zum grotzen Teil vor San Pedro lag, fuhr am späten Abend in Richtung Long Beach ab, wo sie heute früh erwartet wird. Dann stehen etwa 25 000 Matrosen zur Hilfeleistung zur Verfügung. — Die Frau des ehemaligen Präsidenten Hoover befindet sich in Los Angeles. Hoover hat bisher vergeblich versucht, mit ihr telephonische Verbindung zu erhalten. Die deutsche Mspolizei bedroht den Wettsrieden. Frankreich kündigt eine diplomatische Aktion wegen Verletzung des Versailler Vertrages an. Paris, 10. März. (WTB.) Hebet die Unterredung zwischen den englischen und französischen Ministern, wird von havas eine Auslassung veröffentlicht, in der es heißt: Ls sei nicht zweifelhaft, datz die Besprechungen sich insbesondere auf die politische Orientierung Deutschlands und seinen zum Ausdruck gebrachten Aufrüslungs- willen bezogen hätten. Das Dekret Görings, durch das in die regulären Polizeioerbände der Stahlhelm und nationalsozialistische Sturmabteilungen eingegliedert würden, werde von den offiziellen französischen und englischen Kreisen, die darin eine ausgesprochene Verletzung des Versailler Vertrages erblickten, ungünstig ausgenommen, wahrscheinlich werde eine diplomatische Aktion unternommen werden, um diesen Zustand abzuändern. • Man ist in Berlin der Auffassung, datz, wenn wirklich eine derartige Aktion erfolgen sollte, d i e Einmischung in rein innerpolitische deutsche Verhältnisse entschiedene Zurückweisung finden wird, wenn Frankreich etwa darauf hinaus will, die hilfspolizei, die angesichts der politischen Verhältnisse in Deutschland lediglich eine rein polizeitechnische und sicher- heitspolifische Angelegenheit ist, als eine getarnte Armee darzusiellen, so kann man dem nur entgegen halten, datz gerade Frankreich angesichts seines eigenen bis zum letzten ausgebildeten Militärsyftems soviel Fachleute haben sollte, die den „militärischen wert" der Hilfspolizei richtig zu beurteilen in der Cage sind. Ls handelt sich bei dem Personal der Hilfspolizei um b e - helfsmätzig ausgerüstete und nicht ausgebildete Aushilfskräfte, die auch nicht den geringsten militärischen Lharakter haben, will Frankreich wirklich der Welt erzählen, datz eine mit Pistolen und Gummiknüppeln ausgerüstete „Armee", die überhaupt keine Armee ist, eine Bedrohung des weltfrle- dens darstellt? Ls scheint vielmehr so, als ob man in Frankreich krampfhaft immer wieder nach neuen vorwanden jucht, um von feinen eigenen Rüstungen, deren hohen militärischen wert die Franzosen sonst sehr deutlich zu betonen wissen, abzulenken. Macdonalds pariser Besuch. Paris, 10. März. (TU.) lieber die französisch- englische Unterredung, die bis etwa 16 Uhr dauerte, wird folgende amtliche Mitteilung veröffentlicht: „Der britische Ministerpräsident und Sir John Simon haben auf dem Wege nach Genf die Nacht in der englischen Botschaft zugebracht. Sie waren fehr glücklich, heule morgen die Gelegenheit wahrzunehmen, um ihre Beziehungen zu dem französischen Ministerprä- fidenten D a l a d i e r und Außenminister Paul-Boncour wiederanzuknüpsen, mit denen sie einen Meinungsaustausch über die wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Fragen hatten, die gegenwärtig im Mittelpunkt des Interesses flehen. Die Dringlichkeit des Genfer Problems ist besonders im Hinblick auf die gegenwärtige europäische Crfje von den Ministern vollauf anerkannt worden. Sie haben sich bereit erklärt, gemeinsam mit Vertretern der anderen Cänder alle Mittel zu suchen, um den Weltfrieden zu wahren." Soweit die amtliche Mitteilung. Man erfährt ergänzend, daß Daladier nicht nach Genf reisen wird. Die Fünf-Mächte-Konferenz, von der same Nitzsche mit verzweifelter Stimme hinaus- • cßric in seiner Qual der Krankheit und der Hellsichtigkeit eines Kranken. Diese Werte, die er antikisch nannte, und die der Westen heute an uns wie eine neue Offenbarung deutschen Wesens entdeckt, diese Werte sind damit gewitz nicht vollständig genannt. Aber in diesen Werten ist der Widerschein eines Glanzes aufgefangen, der von den Seelen der Kämpfenden ausgeht. Welch eine Wandlung seit der Haftkampagne des Westens im Kriege! Schon beginnt dem Westen also eine Ahnung in seinen jungen Menschen zu dämmern, daft hier in der aufgewühlten Mitte Europas ein neues Reich anhebt, datz das Erbe des Toten aus dem Nihilismus der Lleberlebenden, die trotz allem standhielten, neue Werte erstehen läßt. Zwölf 3ahre lang rang die erkrankte Welt mit diesen standhaften Nihilisten um dieses Erbe: immer wieder wurde versucht, feinen Sinn umzufälschen in Zufriedenheit mit dem Bestehenden, das keinen Bestand haben konnte. 3mmer wieder wurden alte, verbrauchte Werte eingeschmuggelt und der innere Kampf, die schwelende Glut der Herzen verleugnet. Bis im vergangenen Sommer die „Wirtschaft" am eigenen Leibe spüren muftte, daft die Macht der Toten grbfter ist als die der Lebendigen. Zu jubeln ziemt nicht... heute ganz getoift nicht! A ber aus der Trauer kann neue Kraft des Glaubens wachsen, wenn die Trauer gläubig ist... Daft sie es sein kann, haben eben jene bewiesen, die im Nihilismus ihrer jungen Tage standhielten und sich selber nicht wegwarfen an eine Halbheit ober eine taube Gegenwart, die ihnen ihren Abfall so lange mit Gold lohnte, bis auch dieses Sold zerfiel. Bewiesen haben sich in dieser Haltung schon die Kämpfer drauften, die das Wozu nicht mehr erblicken konnten und dennoch standhielten. Sic touftten ja, daft es keine „Siege" mehr geben konnte, daft erkrankte Welten sich zu Ende fiebern mußten. Aber sie blieben aufrecht und das Fieber erfafttc sie nicht. Sie blieben gesund, ilnb diese „Gesundheit" ist es, um die das ganze grauenvolle Ringen geht:Ge- s u n d h e i t in dem höheren Sinne des Seelen- t u m s, das seine Reinheit bewahrte und sich nun im allgemeinen Zerfall durchsetzt. Nur aus dieser Gesundheit der Seele heraus kann der Kämpfende standhalten, nur aus ihr kann er fein Seelentum bewähren, wenn niemand mehr aufter ihm an dessen Sendung glaubt. Diese Gesundheit der Seele bewährt sich erst, wenn einer all feinen Glauben verloren hat, um einen neuen Glauben zu gewinnen. Dieser Gewinn eines neuen Glaubens, des Glaubens, daft noch Werte möglich sind, mindestens eine Erneuerung der Werte überhaupt, dieser Gewinn ist das Ziel jenes „Willens zur Macht", den 3ahrzehnte des Materialismus falsch deuteten. Dieses Ringen um einen neuen Glauben, um die Lieberwindung des Nihilismus, war es ja, was die jungen Menschen unbewußt in den furchtbaren Krieg getrieben hatte: es drängte sie nach Durchsetzung und Bewährung einer Innerlichkeit, die sie im Feuer der Schlachten als in der gröftten Einsamkeit und Verlassenheit prüfen tonnten. Sie war es, die in ihnen stand- hielt... bis zum Tode... Aus dem „gesunden" Seelentum, das das Chaos überstand, aber erblühen alle jene Werte, Die der Westen heute verwundert als unzerstörbar im Deutschen entdeckt: soldatische Tugenden der Ordnung und Einordnung, Kühnheit, Fruchtbarkeit, — Gesundheit mit einem Wort, ilnb aus ihr entspringen für uns dazu die Ehrfurcht vor dem Leben, die Liebe zur Heimat, die Kunst als kultischer Deutung der Gottheit, Heimkehr zu den Heiligtümern der Ahnen, die in Wäldern das Geheimnis ihrer Herkunft hüteten. Die Erde der Heimat selber als Heiligtum so wie ihre Sprache: das sind die neuen Lirsprünge einer deutschen Kultur. 3n ihr erst wird der Dienst der Toten wieder eine würdige Heimat finden. Lim uns sind stündlich die Scharen der Toten und wenn sich zwei unter uns begegnen und spü- ren, daß sie vor der Ewigkeit deutschen Wesens zusammcngehören, so stehen die Toten dabei und raunen ihnen dies zu. Es gibt viel kanonisches Geben und Begegnen in dieser Zeit des Anbruchs: vieles wird einmalig und verbindlich, schafft Form und wird Mitte künftiger Kreise. Was die Romantik träumte und spielte, wird heute Gewiftheit und Leben. All das ist der Toten Vermächtnis — ohne die Opfer des großen Krieges wäre dieser Anbruch nicht möglich gewesen. Zu jubeln ziemt nicht — das Schwerste steht uns vielleicht noch bevor. Aber selbst wenn diese ganze Zivilisation zum Opfer gebracht werden müßte, so bleiben immer noch die übrig, die standhielten im nihilisti'chrn Trohe der Deutschheit — sie retten die Seele, sie können das neue Reich gründen, denn mit ihnen waren die Toten... zeitweise die Rede war, dürfte allo nicht in Frage kommen. Außenminister Paul-Äoncour wird hingegen am Abend nach Genf abreisen. Don französischer Seite wird betont, daß endgültige Pläne für Genf nicht vereinbart worden feien. Es habe sich in Paris nur um eine Unterredung über die Lage gehandelt. Die englischen Minister würden in Genf die Wege prüfen, die zur Rettung der Konferenz geeignet erscheinen könnten. Augenscheinlich haben die Engländer den Franzosen noch keinen festen Plan oorgelegt. Angeblich soll zwischen Franzosen und Engländern bei dem Meinungsaustausch über die Abrüstungskonferenz, über die Weltwirlschaftskonferenz und über die Lage in Europa eine weitgehende Ueberein- st i m m u n g der Auffassungen geherrscht haben. preußischer Landtag gleichfalls am 21. Marz. Berlin, 10. März. (VDZ.) Der Reichskom» misfar für das preußisch« Innenministerium, Reichsminister Göring, hat den preußischen Landeswahlleiter angewiesen, die weiteren Arbeiten zur Ermittelung des endgültigen amtlichen Ergebnisses der Reuwahl zum Preußischen Landtag so zu beschleunigen, daß auch das Preußische Parlament bereits amDiens- tag, dem 21. März, seine kon st itu- ierende Sitzung abhalten kann. Da der nationalsozialistische Abgeordnete General Litz- mann, Alterspräsident sowohl des Reichstages wie auch des Preußischen Landtages ist, muß angenommen werden, daß die Eröffnungssitzungen beider Parlamente zeitlich einige Stunden auseinanderliegen werden, weil General Litzmann in beiden Häusern das Präsidium zu führen hat, bis die Parlamente sich ihre Präsidenten wiedergcwählt haben. Oer neue Kurs in Bayern. Sonntag Verhandlungen in Anwesenheit des Reichskanzlers. Berlin, 10. März. (TU.) Die „DAZ." meldet aus München, daß in der Rächt zum Freitag Innenminister Stütze! von SS.-Leuten aus seiner Wohnung geholt und nur mit Mantel und ohne Schuhe im Kraftwagen ins Braune Haus gebracht worden sei, wo kurze Zeit später der gleichfalls aus seiner Wohnung herausgeholte Vorsitzende der Bayerischen Volkspartei, Staatsrat Schäffer, eintrat. Das Blatt meldet von tätlichen Angriffen gegen den Innenminister. Der Kommissar für das Iustizministerium, Dr. Frank 11, habe bald darauf veranlaßt, daß die beiden Herren im Wagen wieder in ihre Wohnung zurückgebracht wurden. Auf Anfrage erklärte der kommisfarische Iustiz- minister, daß die beiden Herren nicht auf Veranlassung der Partei oder SA.-Leitung, sondern lediglich auf die des zuständigen Standartenführers der SS. ins Braune Haus geholt wurden, um darüber verhört zu werden, ob es wahr sei, daß sie zwischen 17 und 19 Uhr einen Schi eß erlaß an die Münchener Polizei gegeben hätten. Hierüber hätten sich die SA.- und SS.-Leute ungeheuer erregt und der Standartenführer habe durch seine Maßregeln eine Aufklärung und Rechtfertigung ermöglichen wollen. Reichskommissar v. Epp habe int Ministerrat sein Bedauern über diese Vorfälle ausgesprochen. Auch der Kommissar zur besonderen Verwendung, Esser, habe bei einer Presfebesprechung diese Fälle als bedauerlich bezeichnet und dazu erklärt, daß sie noch außerhalb der Verantwortung der Amtsführung durch den Reichskommissar lägen, da es einige Zeit in Anspruch genommen habe, bis der Reichskommissar über den polizeilichen Sicherheitsapparat habe verfügen können. Es sei Vorsorge getroffen, daß sich solche Vorfälle nicht wiederholten. Durch einen Runderiah sei den SA. jede Sonderaktion verboten. Staatskommissar Esser berichtete weiter, daß allen maßgebenden Stellen der Bayerischen Volkspartei mitgeteilt worden sei, auf feiten der Rationalsozialisten stände nichts im Wege, um raschcstens die Verhandlungen über die Bildung einer ordnungsmäßigen bayerischen Regierung auf breite st er Ba- s i s durch den Landtag aufzunehmen. • Der Kommissar für das bayerische Staatsministe- rium des Innern hat das Reichsbanner Schwarz. Rot-Gold mit sämtlichen Formationen einschließlich Schufo, Eiserne Front und Sozialistische Arbeiterjugend und Nebenorganisationen für das Gebiet des Freistaates Bayern verboten und aufgelöst. Die neue badische Regierung. Karlsruhe, 11. März. (WTD. Funkspruch.) Der Kommissar des Reiches für die Polizei in Baden, Robert Wagner, hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Die Aemter des Staatspräsidenten und Justizministers Dr. Schmitt, des Ministers des Innern Dr. U m h a u e r, des Kultusminister^ Dr. Baumgartner und des Finanzministers Dr. Mattes sind in meine Hand übergegangen. Die Befugnisse des Staatspräsidenten und des Innenministers werden von mir selbst ausgeübt. Mit der Wahrnehmung folgender Geschäfte werden kommissarisch beauftragt: des Finanzministers Landtaasabgeordneter Waller Köhler- Weinheim, des Justizministers Rechtsanwalt Rupp, M. d. R., Karlsruhe, des Ministers für Kultus und Bildung Hauptscbriftleiter Dr. phil. Otto Wacker-Karlsruhe. Als Kommissar zu meiner besonderen Verwendung bestimme ich Poli- zeioberleutnant a. D. P f l a u m e r - Heidelberg. Staatspräsident Dr. Schmitt wurde in seiner Wohnung zu seiner persönlichen Sicherheit i n Schutzhaft genommen. Verhaftungen in Köln. Köln, 10. März. (TU.) Am Vormittag drang ein Trupp SA.-Leute in eine Sitzung der Spruchkammer des Versorgungsgerichts ein. Im Laufe einer Auseinandersetzung wurde der Leiter der Sitzung, Aegierungsrat P o e t h e n, so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden DeuWand wartet auf LWung der Verträge. Aadolny lehnt jede Verschiebung der Abrüstungskonferenz scharf ab. Genf, 10. März. (TU.) Der deutsche Führer auf der Abrüstungskonferenz, Botschafter N a d o l n y , veröffentlicht in der Zeitschrift der Deutschen Liga für den Völkerbund einen „Stillstand oder Abrüstung?" überschriebenen Artikel, in dem er feststellt, daß die Abrüstungskonferenz weder auf dem Gebiet der qualitativen noch auf dem Gebiete der quantitativen Abrüstung im gering ft en vorwärts gekommen ist. Durch ins Einzelne gehende Beratungen, durch Aufwerfen technischer Einzelfragen und durch Ausstellen von Fraaebogen ist das in der Hoover-Botschaft klar und einfach gestellte Problem so zerspalten und unklar gemacht worden, daß seine Lösung nickt näner,^ sondern ferner gerückt erscheint. Die Anreg^nf gen, Gerüchte und Absichten, die Konferenz auf sechs Monate oder sogar auf drei Jahre zu vertagen oder etwa die mageren bisherigen Ergebnisse i n einer vorbereitenden Konvention zu- sammenzusassen, ist sicher die angenehmste Art und Weise, Schwierigkeiten zu begegnen, indem man ihnen aus dem Wege geht. Vertagung ist immer das Losungswort derjenigen, die keine Lösungen finden können, die sich der Entscheidung entziehen wollen und die die Verantwortung scheuen. Im Falle der Abrüstungskonferenz, das muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden, ist die Methode des Ausweichens nicht anwendbar. Gäbe es nur g e r ü ft e t e Staaten, so wäre Verschiebung und Vertagung vielleicht ein Weg, über den sich reden ließe, aber es gibt nun einmal vier Staaten, deren Abrüstung schon seit über einem Jahrzehnt tatsächlich durchgeführt ift Bon der vollzogenen Abrüstung und der durch sie erzeugten höchst bedenklichen Unsicherheitslage in Deutschland aus wird die deutsche Politik alle Borschlage aus Bertagung der Konferenz rundweg ablehnen müssen. Sie wird sich dem Gedanken einer Zwischenlösung ebenso eindeutig versagen. Deutschland wartet seit über 13 Zähren auf die Erfüllung der im Friedensvertrag sestgelegten Richtlinien zur allgemeinen Abrüstung und auf Wiederherstellung seiner nationalen Sicherheit. Die Zeit für Zwischenlösungen und Beringungen ift vorbei. Biel- mehr können nur noch wirkliche Lösungen und Entscheidungen in Frage kommen. Es müssen Wege gefunden werden, daraus müssen wir bestehen. Die Sorge um die Sicherheit Deutschlands gestattet keinen Aufschub. Wer ist -er Angreifer? Die russischen Vorschläge in Genf. Genf, 10. März. (TU.) Der Politische Aus- schuß der Abrüstungskonferenz befaßte sich am Freitag mit den Vorschlägen der Moskauer Regierung, für die schwierige und seit Iahren erörterte Frage der Feststellung des Angreifers in einem internationalen Streitfall. Rach den sowjetrussischen Vorschlägen wird als Angreifer derjenige Staat erklärt, der als erster den Krieg erklärt, dessen Streitkräfte das Gebiet eines anderen Staates besehen, Bomben abwerfen oder dessen Truptzen in fremdem Gebiet gelandet werden. Ebenso soll die Blockade der Häsen als ein Angriff gelten, jedoch sollen Erwägungen allgemeinen politischen, strategischen und wirtschaftlichen Charakters, insbesondere der Schuh V? ' Staatsangehörigen in Konzessionsgebieten und Finanzinteressen in keinem Falle als eine Begründung des Angriffes zugelassen werden. Besonders ausgenommen zur Begründung des Angriffes ist nach den sowjetrussischen Vorschlägen die innere Lage eines Landes, insbesondere Revolutionen und Gegenrevolutionen, Streiks, ein besonderes wirtschaftliches oder politisches System, ferner der Bruch internationaler Verträge, Bruch der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen, Boykott, Verweigerung der internationalen Schuldenzahlungen, Einwanderungsverbote, Bruch der Privilegien offizieller Vertreter, religiöse oder re- ligionsseindliche Maßnahmen und Grenzzwischenfälle. Botschafter Radolnh erklärte, der sowjet- ruff'.sche Vorschlag habe den Vorteil, eindeutig und einwandfrei die Merkmale für den Angriff zu klären. Die deutsche Abordnung lege besondere Bedeutung auf di« vorbeugende Wirkung einer international geregelten Bestimmung des Angreifers. Radolny verlangte, daß die Regelung der Angreiferfrage auf eine universelle Grundlage gestellt werd«. Die Vertreter der englischen und amerikanischen Regierung zeigten ernste Bedenken. Staatssekretär Eden warnte offenbar im Hinblick auf die englische Kolonialpolitik vor einer allzu starren Begriffsbestimmung des Angreifers, die eher friedensgefährdend als friedensfördernd wirken könne. Eine ähnliche Haltung nahm der amerikanisch« Beobachter ein. Dagegen suchte der Vertreter Frankreichs entsprechend dem langjährigen französisch:n Standpunkt eine starre, automatisch funktionierende Begriffsbestimmung des Angreifers zu erreichen, um bei einem noch so Keinen Zwischenfall das militärische Sanktionsverfahren des Artikels 16 in Gang sehen zu können. Frankreich legte auf eine möglichst genau« und starre Bestimmung des Angreifers entscheidenden Wert im Hinblick auf das gesamte französische Sicherheltsproblem. Die Verhandlungen wurden mit der üblichen Einsetzung eines R e d a k t i o n s a u s s ch u s- s e s abgeschlossen, in dem jetzt auf Grund der sowjetrussischen Vorschläge endgültig formulierte Vorschläge ausgearbeitet werden sollen. mußte. Außer den Redakteuren der „Rheinischen Zeitung", E f f e r o t h und dem Reichstagsabgeordneten S o l l m a n n wurden der frühere Kölner Polizeipräsident B a u k n e ch t, die sozialdemokratischen Kölner Beigeordneten Dr. Merfeld und Dr. Fresdorf, sowie eine Anzahl Führer der SPD. in Schutzhaft genommen. Kleine politische Nachrichten. Der Präsident des Reichstags, Göring, hat auf Grund der Artikel 23 und 27 der Reich v Verfassung den neu gewählten Reichstag auf Dienstag, 21. März, 17 Uhr offiziell zusammengerufen. Im Staatsinteresse ist der Oberbürgermeister von Königsberg, Dr. Dr. h. c. Lohmeyer, bis auf weiteres zwangsweise beurlaubt und mit der Vertretung der Bürgermeister Dr. Weber beauftragt worden. * Zum kommissarischen Oberbürgermeister von Altona wurde der preußische Landtagsabgeordnete Drix ernannt Die vollziehende Gewalt in Altona ist auf den SS.-Führer Moder, M. d. R., unter gleichzeitiger Ernennung zum kommissarischen Stadtkommandanten von Altona übertragen worden. Die übrigen Dezernate unterstehen direkt dem kommissarischen Oberbürgermeister. Sämtliche Akten im Rathaus sind beschlagnahmt. Gegen den beurlaubten Oberbürgermeister Brauer und den Bürgermeister Ebert, die Senatoren Elsner und S ch o e - ni n g (sämtlich SPD.) ist Schutzhaft verfügt worden. * In einigen Zeitungen im Reich ist eine Meldung enthalte^ wonach beabsichtigt sei, die Deutsche Volkspartei aufzulösen. Von der DVP. wird hierzu mitgeteilt, daß diese Meldung vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Aus aller Welt. Der Anarchist Zaugara zum Tode verurteilt. Der italienische Anarchist Giuseppe Z a n g a r a , der am 15. Februar d. I. einen Mordanschlag auf ben amerikanischen Präsidenten Roosevelt verübte, wurde in Miami zum Tode verurteilt, weil das bisher ergangene Urteil von 80 Jahren Zuchthaus lediglich den Anschlag auf Roosevelt, nicht aber die Erschießung des Bürgermeisters C e r m a t von Chikago erfaßte. Da Eermak bekanntlich inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist, war gegen Zangara Anklage auf Mord erhoben worden. Leichenfund bei Berlin. In einem Walogelänöe bei Klein-Machnow, ungefähr 400 Meter westlich der Wannsee- chausee, wurden in einer Schonung drei männliche Leichen aufgefunden. Eine vorläufige Inaugenscheinnahme hat ergeben, daß alle drei Männer erschossen worden sind. Eine größere Anzahl von Patronenhülsen verschiedenen Kalibers sind in der näheren Umgebung des Tatortes aufgefunden worden. Die Getöteten dürsten etwa 20 bis 28 Iahre a l t fein. In den Taschen der Leichen entdeckte man lediglich geringe Geldbeträge und einige Schlüssel, während Ausweispapiere völlig fehlten. Rätselhaftes Berfchwinden dreier Kinder in Belgien. Das Verschwinden des zweijährigen Kindes eines Rotars in Reerpelt (Provinz Limburg), beschäftigt die belgische Oesfentlichkeit auf das lebhafteste. Auch in Laeken bei Brüssel ist seit mehreren Tagen ein Schulkind spurlos verschunden. Weiter meldet die Polizei, daß eine 15jährige Schülerin in einem Stadtteil Brüssels vermißt wird. Schulbrand in Ostpreußen. — Ein Todesopfer geborgen. Im Rektorzimmer der katholischen Marien- schule in Osterode (Ostpreußen) brach ein Brand aus, dem, wie befürchtet wird, der Rektor S a l e w s k i zum Opfer gefallen ist. Das Rektorzimmer, die Hausmeisterwohnung und der Dachstuhl sind ausgebrannt. Bei den Auf- räumungdarbeiten fand man in einem Winkel des Rektorzimmers unter Schutt und Trümmern eine verkohlte Leiche, die bisher noch nicht einwandfrei identifiert werden konnte. Die Leiche weist Verletzungen am Kopf auf. Vermutlich handelt es sich um den Schulleiter, der seit dem Brande vermißt wird. Deutscher Dentistentag in Berlin. 3n Berlin findet jetzt der Deutsche Dentistentag 19 3 3 statt, die sachwissenschaftliche Tagung des Reichsverbandes Deutscher Dentisten e. V. Der Tagung ist die Ausstellung „Unsere Zähne" angegliedert, die im Europa- Haus gezeigt wird und der Oefsentlichleit über Zahnleiden Aufklärung geben soll und dazu dient, über die Rotwendigkeit einer geregelten Zahnpflege und sachgemäße Behandlung zu unterrichten. Angefapgen von der Behandlung der Milchzähne bis'zum Zahnersatz, wird das gesamte Gebiet in Wort, Bild und Modell bar» gestellt. Zwei besondere Abteilungen sind der beruflichen Ausbildung des Dentisten sowie der geschichtlichen Entwicklung Vorbehalten. Kunst und Wissenschaft. Der Schriftsteller Manfred kyber f. Der Schriftsteller Manfred K y b e r in Leipzig ist im Alter von 53 Jahren g e st o r b e n. Kyber. der aus Riga stammte, war in erster Linie Tier- und Märchendichter. Sein Buch „Unter Tieren" und „Neue Tiergeschichten" haben ihm viele Freunde gewonnen. Kybers Märchen sind liebevoll gearbeitete kleine Kunstwerke. Daneben hat er Lyrik voll Zartheit und Gedankenfülle und eine Reihe ton Dramen und Märchenspielen geschrieben. Aus der ProvintidfbaupfftaOL Oer Opserweg. Von Superintendent und propst^ic.Borrmann. Gedenke! — das ist die Predigt des heutigen Sonntags Reminiszere, an dem wir Dolks- trauertag halten. Gedence, deutsches Volk, deiner gefallenen Helden! Mag ihr Op,er nun auch 'chon fünfzehn Iahre zurückliegen, es darf nicht Der* gessen werden, wie sie in der höchsten Rot und Gefahr des Vaterlandes in den Riß traten, wie sie sich als eine lebendige Mauer schützend vor Deutschland stellten in dem heiligen Gelöbnis: Deutschland soll leben, darum sterben wir! Mit einem Wort: es darf nie vergessen werden, daß sie sich opferten! Das sagt sich so leicht: sie opferten sich für uns!, und war doch so namenlos schwer. Vielleicht nicht in der ersten Zeit des Krieges, als die Begeisterung noch wie eine leuchtend« Fackel den Kampfes- und Siegesmut stärkte, obgleich es auch da nicht leicht war, alles zu lassen, was das schöne Leben dem Menschen und zumal dem jungen Menschen bietet; und dieses Leben hinzu- geben fürs Vaterland. Aber als die Begeisterung erlosch und nur noch die eiserne Pflichterfüllung blieb, als mit der Länge des Krieges täglich auch seine Furchtbarkeit zunahm, da wuchs in Blut und Schlamm, in Gas und Grauen das Opfer unserer Helden ins Riesengroße. Was mir einmal in den Sinn kam, als die graue, stille Schar — man weiß nicht, zum wievielten Male — durch die Laufgräben in die vorderste Stellung rückte, nicht wissend, wieviele zurück- kehren würden, und doch in heiliger Pflichterfüllung schweigend und tapfer den Weg machend: dieser Weg ist ein Opferweg!, das könnt« man über all das stille, namenlos große Heldentum unterer feldgrauen Brüder setzen: ein endloser Opferweg! Denn als das End« des Krieges da war, da war das Opfer nicht zu Ende. Es schien umsonst gebracht, aber es ging weiter. Der ganz« Weg unseres deutschen Volkes seit Kriegsende bis heute war ja nichts anderes als ein Opferweg. Opfern muhten wir deutsches Land und deutsche Freiheit, opfern unseren Wohlstand und unser« Arbeit. „Opfer fielen hier, Menschenopfer unerhört." Es war, auch in den Iahren kurzer Scheinblüte, Passionszeit in deutschen Landen, und Passionszeit ist immer Opferweg. Run dürfen wir hoffen, daß es wieder aufwärts geht. Run wollen wir nicht mehr dem Moloch feindlicher Gier opfern. Run soll es wieder des Vaterlandes neue Freiheit, neue Größe sein, dem all unsere Opfer dienen. Aber freilich um so mehr, um so größere Opfer werden nur von dem Einzelnen für dies heilige Ziel verlangt. Denn dieses heilige Ziel kann nur erreicht werden, wenn statt der Selbstsucht wieder Selbstlosigkeit in alle deutsche Herzen einzieht und jeder Deutsche bewußt und voll Verantwortung den Opferweg fürs Vaterland betritt im Geist unserer gefallenen Helden: für D:utschland! Für Deutschland leben! Wenn's sein muh, auch für Deutschland sterben können! Das bringen wir nicht fertig aus eigener Kraft, - denn wir sind opferscheu von Ratur und nehmen Kreuz und Entsagung ungern auf uns und gehen lieber bequeme Pfade als Opferwege. Da begegnet uns als der Führer zu wirklich heldenhaftem, weil selbstlosem Opfer der König der Pas- sionszeit, Iesus von Razareth. Er hat sich ja aus lauter Liebe allein geopfert für uns dort auf Golgatha. Seither fällt von Golgatha verklärendes, tröstendes und krastspendendes Licht auf alles menschliche Opfer und weiht es, wenn es irgendwie einen Hauch von Selbstlosigkeit trägt, zur K genstat für viele. So gehören Iesus und fein Opfer und unsere Helden mit ihrem Opfer zusammen, wenn man Göttliches mit Mensch! chem überhaupt vergleichen darf. Gewiß: das Lpfer von Golgatha ist einzigartig, und ihm gegenüber, diesem für eine ganze Welt gültigen Opfer, spüren wir, wie unvollkommen auch das heldenhafteste unserer Opfer bleibt. Aber wir spüren auch nirgend so deutlich wie im Blick auf das Opfer Christi, daß ein Hauch von Golgatha das Opfer unserer Helden umweht. Denn auch ihr Opfer wurde ja in dem Geist jener Liebe vollbracht, die beschlossen ist in Iesu Wort: „Riemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde." Darum aber glauben wir, daß auch über dem Sterben unserer Helden die Verheißung dessen steht, der durch Sterben zum Leben ging: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!" Und in solchem Glauben endet der Opferweg unserer Helden nicht in dem furchtbaren „Umsonst", das unser kurzsichtiger Menschenverstand spricht, sondern im Licht der Ewigkeit, in dem alles Dunkle dieser Erden aufgeht in seliger Klarheit. Aber auch menschlich gesprochen braucht der Opferweg unserer Helden und unseres ganzen Volkes nicht in trostlosem „Umsonst" zu enden. Wenn wir im Geist unserer Gefallenen zu leben anfangen, endlich wieder selbstlos und opferbereit, wenn wir uns diese Bereitschaft zum Dienst am Volk immer wieder stärken lassen durch den Geist des einzig wahrhaft selbstlosen Helden Iesu von Razareth, dann muh es uns Deutschen gelingen, den Opferweg fürs Vaterland so zu Ende zu gehen, wie wir es uns wünschen. Dann werden wir zu Menschen, die auf den Ruf Gottes: Ich suche unter euch, ob jemand sich zur Mauer macht und wider den Riß steht für das Land, daß es nicht ins Verderben geht (Hesekiel 22, 30) antworten: Hier hast du uns alle zu deinen Befehlen! Ie mehr du befiehlst^ je mehr Siege wir zählen! Dann lernen wir die Wahrheit des Wortes verstehen; der Mensch ist nur soviel wert, als er zu opfern vermag. Und so werden wir wert unserer Helden und würdig der Rachfolge des größten Helden, unseres Heilandes. Run gehen wir tapfer, still, weil glaubensstark den Opferweg, der noch zu gehen ist. Und er wird zum Heldenweg, an dessen Ende ein „Deutschland hoch in Ehren" steht. Gictzencr Wochenmarktpreise. * Gießen, 11. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf. das Pfund, Landbutter 100, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10 bis 12, (grün) 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut, Gelbe Rüben je 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 CRÖKE üad(UM£ HutSchi yfeiß/ütg -VtJi&iüigf steh g&iJie Qüafäät! PFEILRING LANOLIN-SEIFE bis 35. Feldsalat 120, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 biS 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepsel 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 biS 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Düsse 40; Tauben 40 biS 60 Pf. das Stück, Käse 5 bis 10, Eier 8, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Dettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30; DadieSchen 20 Pf. daS Bündel; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner. Neuer Haltepunkt der Reichsbahn in (Hießen-Ost. Dom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Der Haltepunkt Srdkauterweg, der seither nur für den Werkverkehr der anliegenden gröberen Werke vorgesehen war, wird vom 13. März an für den allgemeinen öffentlichen Derkehr freigegeben. Der Haltepunkt ist nicht mit Bahnpersonal beseht. Bon zustcigenden Reisenden sind die Fahrkarten im Zuge beim Zugbegleitpersonal zu losen. Für die Zubringung der Arbeiter nach den Werken Bänninger, Gail usw. verkehrt werktags ein neuer Personenzug Gießen ab 7.35 Uhr, Erdkauterweg an 7.41 Uhr. Auf dem neuen Haltepunkt halten im übrigen folgende Züge: Aus Richtung Gelnhausen an 7.20 Uhr, ab 7.21 Uhr, an 17.13, ab 17.14 Uhr; nachRichtungGelnhousenan 13.48, ab 13.49 Uhr, an 16.37, ab 16.37'/, Uhr, an 17.42, ab 17.43 Uhr. Ab 15. Mai wird auch noch ein Zug aus Richtung Gelnhausen halten, und zwar von 6.18 bis 6.19 Uhr. Die Züge aus Richtung Gelnhausen'von 7.20 bis 7.21 halten nur Werktags von 17.13 bis 17.14 Uhr täglich. Die Züge nach Richtung Gelnhausen von 13.48 bis 13.49 Uhr halten nur werktags vor Sonn- und Feiertagen, von 16.37 bis 16.37'/, Uhr nur werktags außer SamStags und von 17.42 bis 17.43 Uhr nur werktags. Zur Ausbildung der Kaufmannsjugend. Don der Industrie- und Handelskammer Gie- ßen wird unS zur Berufswahl junger Leute, die Kaufmann werden wollen, folgendes geschrieben: 3c stärker und tiefgreifender die Wirtschafts- krisis sich auswirkt, desto schärfer ist die Auslese unter den Kaufmannägehilfrn; um so mehr sollten die Eltern darauf bedacht sein, ihren Kindern eine gute Fachschulbildung angedeihen zu lassen. Immer mehr hat sich die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß eine theoretische Ausbildung vor dem Eintritt in eine kaufmännische Lehrstelle durchaus zu empfehlen ist. Denn die neue Zeit stellt neue Anforderungen. Die moderne Ge- schäftsorganisation mit ihren zeitsparenden Methoden macht es dem Lehrling ohne theoretische Dorkenntniise immer schwieriger, den Zusammenhang der einzelnen Funktionen zu erkennen. Der scharfe Konkurrenzkampf unserer Tage stellt den Kaufmann täglich vor neue Aufgaben. Ausreichendes Rüstzeug zu diesem Kampf ist nur ein" gediegene Dorbildung, die sich der strebsame zukünftige Kaufmann in der Oeffentlichen H^..oelslehranstalt, deren Trägerin die Kammer ist. erwerben kann. Die Höhere Handelsklasse nimmt nur Schüler mit mindestens Obersekundareife auf, be.eitet sie in einem Jahr auf ihren praktischen Beruf vor und gibt allen denen, die das Ziel der Klasse mit der Gesamtnote gut erreicht haben, die Befreiung von der „Prüfung für praktische Kausleute", die von demjenigen abzulegen ist, der an Universitäten Wirtschaftswissenschaft studieren will. In der zweijährigen Handelsschule werden 14jährige Schüler ausgenommen, einerlei welcher Schule sie bisher angehört haben. Sie Aufnahme erfolgt auf Grund einer besonderen Prüfung In zwei vollen Schuljahren werden die Schüler für ihren praktischen Beruf vorgebildet. Es ist beabsichtigt, den Absolventen dieser Abteilung ein „Zeugnis der mittleren Reife" zu geb' Prospekte der Hand lsleh anstalt sind auf dem Sekretariat der Kammer erhältlich. Vornotizen. — T a g e s k a l e n d e r für Samstag: Stadttheater, 20 bis 23 Uhr, „Das Dreimäderl» Haus". — Bauerscher Gesangverein, 20 Uhr, Reue Aula, Konzert. — 50er-Dereinigung, 20 Uhr, Cafe Leib, Fahnenübergabe. — 1. Reichskurz- fchrift-Ges., „Stadt Lich", Tereinsabend. — Kurzschriftverein von 1861, 20.30 Uhr, Caf6 Ebel, Dereinsabend. — Turnverein von 1846, 20.30 Uhr. „Bayerischer Hof', Monats-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ben Hur". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Bobby geht los". Oie Berufswünsche der Dolksschüler und.schülerinnen Oberheffens. Dom Arbeitsamt Gießen wird unS mitgeteilt: Die an Ostern 1933 zur Schulentlassung kom» menden Knaben und Mädchen hatten auf den für die Berufsberatung des Arbeitsamts Gießen bestimmten Schülerkarten u. a. auch anzugeben, was sie werden wollen. Aus berufspolitischem Interesse haben wir die mitgeteilten, wenn auch nicht immer endgültigen Berufswünsche auch dieses Jahr wiederum statistisch zusammengestellt. Don 1 37 5 Knaben wurden folgende 77 verschiedene Berufswünsche geäußert: Unbestimmt 192, Landwirt 162, Metzger 95, Bäcker 89, Schuhmacher 81, Kunst- und Bauschlosser 71, Schreiner 59, Autoschlosser 57, Maler qnb Weißbinder 53, Kaufmann 46, Landwirtschaftliche Arbeiter 37, Maurer 35, Elektro-Inftallateur 33, Friseur 32, Schmied 30, Gärtner 28, Büro- angestellter 26, Schneider 21, Wagner, Buchdrucker und Schriftsetzer, Mechaniker je 14, Sattler 13, Förster, ungelernter Arbeiter je 12, Koch 9, Spengler und Installateur, Feinmechaniker, Ver- käuser je 8, Maschinenschlosser, Schornsteinfeger, Konditor je 6, Dachdecker, Küfer, Weber je 5, bleibe zu Hause, Eifendreher, Zimmermann, Müller, je 4, Uhrmacher, Optiker, Polsterer und Tapezier, Melker, Postungbote. Gerber je 3, Drechsler, Terrazzoarbeiter, Diamantschleifer, Graveur, Schäfer, Hotelfach, Buchbinder, Reichsheersoldat, Zuschneider, Steinmetz, Musiler, Matrose je 2, Meierist 1, weiterer Schulbesuch 2, Schindler, Diehhändler, Baumeister, Metallgießer, Motorschlosser. Architekt, Kellner, Modellschreiner, Bautechniker, Modellschlosser, Milch- Händler, Steinrichter. Lagerist, Büchsenmacher, Chauffeur, Kunstmaler, Heizungsrnonteu-, Werkzeugmacher, Fuh.mann, Flugzeugmechaniker, Former, Maschinenstricker je 1. Die völlig .Unentschlossenen" (192) stehen wieder an erster Stelle. Dazu kommen noch viele Schulabgänger mit so schwankenden Berufs- wünschen, daß sie eigentlich gleichfalls zu den Unentschlossenen gezählt werden mühten. Die rechte Berufsentscheidung wird eben immer schwerer. Alsdann folgen meist Söhne von Landwirten, die Landwirt werden wollen. Ihre Zahl ist seit 1929 auf 11,7 Prozent gestiegen. Auch der Wunsch, landwirtschaftlicher Arbeiter zu werden, hat von Jahr zu Jahr an Zahl etwas Kommen. Offenbar ist die zurückgehende Land- wie die vielerorts wahrzunehmende Stadtflucht ein Zeichen unserer chronischen Rotzustände. Man findet sich wieder mehr aufs flache Land zurück. Immer mehr Jungen wollen, bzw. müssen (Bäder oder Metzger werden, um wenigstens während der Lehrzeit versorgt zu sein. Sie diesbezüglichen Berufswünsche sind seit 1930 von 6,7 Prozent auf 13,4 Prozent gestiegen. Ser bisher kaum begehrte Schmiedeberuf wird gegenüber den Dorjahren gleichfalls viel öfters gewünscht, da er noch zu den wenigen Berufen gehört, in denen die Lehrlinge gewöhnlich Kost und Wohnung vom Meister erhalten. Auffallenderweise steht der Schuhmacherberuf, häufig als späterer Ergänzungsberuf zum landwirtschaftlichen gedacht, wie auch der des Weißbinders und Maurers, mit an der Spitze der Derusswünsche. Der Autoschlosser ist bevorzugter Lieblingsberuf geblieben; dagegen scheint die steigende Arbeitslosigkeit unter Den Friseuren diesen Beruf etwas aus der Mode gebracht zu haben, denn er wurde früher bedeutend mehr als heute begehrt. 80 Knaben haben, wozu noch viele höhere Schüler mit gleichen De- rufswün'ch n zuzühtenwären lauf männische und Bürooeruse angegeben. Sie Deruks- wünsche entsprechen nicht immer dem nötigen Rachwuchsbedarf; gar manche Berufe werden zu oft, andere zu selten begehrt, so daß nicht alle Wünsche, ganz abgesehen von der Eignung für den begehrten Beruf, in Erfüllung gehen können. Glüdlicherweise ist man auch nicht bloß für einen Berus geeignet. 13 6 4 Mädchen äußerten folgende 24 verschiedene Berufswünsche: Schneiderin404. U7.b:ftimmt3S5, Hausangestellte 206, Verkäuferin 96, im elterlichen Haushalt 87, in der elterlichen Landwirtschaft 61, ungelernte und angelernte Arbeit 29, Kindermädchen, Büro- angestellte je 15, Köchin 11, Friseurin 10, Krankenschwester 7, Wäschenäherin, Modistin, Kindergärtnerin je 6, Kinderpflegerin 5, Büglerin 4, Gärtnerin 3, technische Assistentin, Sprechstundenhilfe, Photographin. Turnlehrerin. Weberin, Blu- menbinberin, Säuglingspflegerin, weiterer Schulbesuch je 1. An erster Stelle stehen in biefem Jahr bie Schneiderinnen. 29 Prozent bet Schülerinnen wollen diesen Beruf erlernen. Auch von den in der Stadt Gießen wohnenden 103 Mädchen wollen sehr viele (37 Prozent) Schneiderin werden. Richt alle haben die Absicht, diesen Beruf später auszuüben. Sie erworbenen Kenntnisse sollen zum Teil nur für den eigenen Haushalt Verwendung finden, zum Teil soll das Erlernen der Schneiderei eine Art Vorlehre für den späteren Beruf der Hausangestellten bilden. Sie 206 Mädchen, welche Hausangestellte als Berufswunsch angeben, stammen fast ausschließlich aus ländlichen Verhältnissen. Wenn diese hohe Zahl auch sehr stark durch die wirtschaftliche Rotlage des Elternhauses bedingt ist, so ist eS an und für sich doch ein erfreuliches Zeichen, daß so viele Mädchen im hauswirtschaftlichen Beruf sich ausbilden wollen, in dem wirklich guter Rachwuchs später wohl fehlen wird. Sem Arbeiis- marft stehen heute zwar sehr viele arbeitslose Hausangestellte zur Verfügung, aualifizierte Kräfte sind aber keineswegs im Ueberf uh vorhanden. Allerdings wird es sehr schwer sein, die jungen Berufsanwärterinnen in passende Stellen unterzubringen, denn es fehlt an Hausfrauen, bie bereit sink», guten Rachwuchs heranzubilden. 11 Prozent der Mädchen wollen im elterlichen Betrieb, in der Haus- ober Landwirtschaft verbleiben, um sich für eine spätere Berufsausbildung zu kräftigen. Ser Prozentsatz bet Hn* entschiedenen ist wiederum sehr groß. Sie kaufmännischen (Berufe, wie Duroange- ftellte und Verkäuferin, spielen, wie immer, so auch in diesem Jahre, eine große Rolle. Ser Wunsch, ungelernte ober angelernte Arbeit zu übernehmen, wird verhältnismäßig selten geäußert. Sie meisten Wünsche dieser Art kommen aus dem Landkreis Gießen; die betreffenden Mädchen wollen in den Zigarrenfabriken unterkommen, weil ihnen sich hier auf schnellstem Wege eine Verdienstmöglichkeit bietet. Sie ferner genannten (Berufe wie Krankenschwester, Kindergärtnerin, Kinderpflegerin, Säuglingspflegerin, technische Assistentin u. a. bedeuten für die meisten Mädchen vorläufig nur Wünsche. Ihrer Verwirklichung stehen verschiedene Hindernisse, z. D. noch nicht erreichtes Mindestalter für die Berufsausbildung, nicht ausreichende Schulbildung, in erster Linie aber auch die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse des Elternhauses entgegen. — Tageskalender für Sonntag: Do-lksbund (Deutsche Kriegsgräberfürsorge, pünktlich 12 Albr, (Heue Aula, Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger. — Stadttheater, 18.30 bis 21.15 Uhr, „Dor Sonnenuntergang". — Männer- und Frauenvereinigung der Matthäus-Gemeinde. 20 Uhr, Stadtkirche, Kirchenmusikalische Passionsandacht. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: 11.15 Uhr, „Sa« Paradies der deutschen Berge"; ab 15 Uhr. „Ben Hur". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Bobby geht los". — „Sa« Paradies der deutschen Berg e." Ser Kulturfilm, der am morgigen 1 Sonntagvormittag und am Montag (14.30 Uhr) im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, gezeigt wird, führt in die schönsten Teile der deutschen Mittel- ?;ebirge, an viele historische Stätten, zu vielen andschastlichen Eigenheiten, an denen die deutschen Mittelgebirge so überaus reich sind. Das Filmbild wird den Harz mit seinen schönen Wäl- dem und dem Bergmassiv des Brocken, mit den wildromantischen Schluchten des Bobetales, bie 1000jährige Kaiserstadt Goslar, bie Rohtrappe bei Thale unb vieles anbere zeigen. Ser zweite Teil des Filmes führt in bie Sä^sische Schweiz, in bas Elbsanbsteingebirge mit seinen merftoür- bigen Basteifelsen, zu ben Schlössern ber Könige von Sachsen, nach der Porzellanstabt Meißen usw. Das Riesengebirge. Rübezahls Heimat, die Schönheit der schlesischen Berge mit ihren Bauden, die Sitten und Gebräuche der Bevölkerung sind ebenfalls im Film festgehalten. Sen Beschluß dieses Reigens ber lanbschaftlichen Schönheit unb zugleich den Höhepunkt dürfte die Fahrt durch den Schwarzwald darstellen, bie au allen bevorzugten Stellen diese« deutschen Lano- striches bis nach Konstanz und an ben Boden- fee führt. Wer die deutsche Heimat liebt, wird nicht vergessen, sich das Filmwerk anzusehen. Auf die gestrige Anzeige sei hingewiesen. •* Polizeipersonalien. Mit sofortiger Wirkung wurden beurlaubt: Polizeioberleutnant 3 odel in Butzbach, Gendarmeriemeister Schalle r in Lich und Gendarmeriekommissar Scher- b o w s k i in Lauterbach. •• Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigcrung in den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Hochwart-Ferncwald) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Kl. Raummeter 9,20; Buchcnschoiter 2. Kl. 6.40; Ha:n- buchcnscheiter 7,40; Eichenscheiter 5,03; Kiefernscheiter 1. Kl. 5,40; Kiefemscheiter 2. Kl. 5,00; Fichtenscheitcr 2. Kl. 3,00; Buchenknüppel 1. Ks. 8,00; Buchenknüppel 2. Kl. 6,00; Sichenknüppel 1. Kl. 4.40; Eichenknüppel 2. Kl. 3,60; Kiefernknüppel 1. Kl. 4,23; Kiefemknüppel 2. Kl. 3,40; Fichtenknüppel 1. Kl. 4.00; Fichtenknüppel 2. Kl. 3.00; Atpenknüppel 3,40; Eichenknüppelreisig 2.80; Fichtenknüppelreisig 2.20; Birkenknüppel (für Raturbänke, 2.50 Meter lang) 4,40; Buchenstöcke 4,23; Eichenknüppel (Gartcnpfosten) 7,03; Fichten- bohnenstangen 6. Kl. 100 Stück 8,00; Fichtenbohnenstangen 7. Kl. 100 Stück 7,00; Eichenderb- stangen (Deichseln) per Stück 1,20; Buchenreisig 2. Kl. 100 Wellen 18,40; Buchenreisig 3. Kl. 100 Wellen 16,00 Mk. •• Besuchszeiten ber Museen. Sie Museen unb Sammlungen im Alten unb Reuen Schloß finb am morgigen Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet * * ReuerPächterber „Bergschenk e". Dom 1. April ab hat Herr F. E e e b o l b , Inhaber ber Birina Earl Schwaab, Seltersweg 19, bie „Bergschenke" für mehrere Jahre gepachtet. Sie ®uft|taue wird unter dem (Kamen „Zur Bergschenke", Hotel-Restaurant unb Cafe, in der zweiten Aprilwoche eröffnet werden. Bis zur Eröffnung will ber neue Pächter bie Gasträume, bie Kegelbahn usw., sowie ben Garten gründlich Herrichten lassen. Unter der neuen Leitung soll bie „Bergschenke" ein Ausflugsort werden, der den Gästen Konzerte im Freien und eine angenehme Aufenthaltsstätte bietet. * * Goldene Hochzeit. Der Gesangverein „Heiterkeit" brachte am Dienstagabend seinem langjährigen Wirt Jean Arnold (Restauration „Zum Schipkapaß") aus Anlaß seiner goldenen Hochzeit als besondere Ehrung ein Ständchen bar. Feuerwehrleute gaben mit brennenden Fackeln zu dieser Ehrung den Rahmen. * * Perkehrsunsall. Heute gegen 9 Uhr ereignete sich in der Rodheimer Straße ein Verkehrsunfall. Der 37jähriae Monteur Herrmann Römer aus Vetzberg, der sich mit seinem Motorrad unterwegs befand, stürzte so schwer vom Motorrad, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt und von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte. Ein Hund, der dem Kraftfahrer in das Rad lief, verursachte den Unfall. *• Gewerbe- unb Maschinenbauschule Gießen. Man schreibt uns: Surch bie (Belebung der Wirtschaft werden in absehbarer Zeit in ihrem Fach gründlich ausgebildete Kräfte erforderlich. Hierzu gehört in der Technik unb im Handwerk neben der praktischen Ausbildung eine gute theoretische Schulung. Siefe Kenntnisse können nur vermittelt werden auf einer Fachschule, die den Bedürfnissen der Praxis Rechnung trägt. Mehr wie je hat das Wissen der jungen Leute von heute infolge der wirtschaftlichen Rotlage viele Lücken. Sie Fachschule sucht nicht nur diese Lücken auszufüllen, sondern auch neue Kräfte unb Kenntnisse für bie Aufbauarbeit ber Volksgemeinschaft zu vermitteln. Zahlreich sind bie Abteilungen ber Anstalt, so bah fast für jeben technischen Berufszweig gesorgt ist. Sie umfaßt eine Abteilung Maschinenbau, in welcher bas Zeugnis ber mittleren Reise verliehen wird unb wo Abteilungen mit gut eingerichteten Laboratorien für Spezialberufe, wie z. B. für bas Elektro-Gewerbe, vorhanden sind. Alle Einrichtungen in der Maschinenbauschule sind so getroffen, daß neben der Ausbildung zum Techniker auch die Vorbereitung für bie döertrpeifter- unb Meisterprüfung statt- finbet, so bah neben der staatlichen Abgangs- Prüfung auch bie Werkmeister- unb Meisterprüfung %n ber Anstalt selbst abgelegt werben können. In den Abteilungen, wie Baufachschule, Schreinerfachschule, Malerfachschule, Schuhmacherfachschule usw. wirb ba« Handwerkliche in ben Vordergrund gestellt, d. h. es wird die theoretische Ausbildung durch praktische Arbeit in den Werkstätten ergänzt unb gefördert, so daß die Besucher dieser Abteilungen neben der technisch- theoretischen Ausbildung auch so vorbereitet werden, bah sie an der Anstalt die Meisterprüfung auf Grund besonderer staatlicher Privilegien ablegen können. (Siehe heutige Anzeige.) Wir tauschen die neuen Bromsilber-Fotos »Zeppelin-Weltfahrten« gegen fehlende Bilder der Serie »Die schönsten Frauen der Welt«, liefern aber auch weiterhin Packungen mit Bildern: »Die schönsten Frauen der Welt«, damit Sie die noch nicht abgeschlossene Sammlung leicht vervollständigen können. <11* *■* TD fe Zeppelin Weltfahrten Tauschzentrale: Bilderstelle Lohse, Dresden-A.fe4, Nossener StraOe 1. iwev 4lllllllllllllllllHIIIIIIIII.llllllllllliniH.IIIIHIIIIIIIIhllHhlllHIHIIHIIHII.Hrmi Äm 1.75 Der Vorstand. dere Bekanntgabe. Verkäufe ~| 1731 D 2.75 kostüme sehr gut geeignet per m ein. 01540 Sie an 1711V 6.80 640V Vertreter gesucht. per m 7.20 geeignet Verslumen Sie das unvergeßliche Erlebnis nicht Ben Hur Das größte FUmwerk, was je geschaffen wurde Dazu das gute Beiprogramm! 1749C kaufen. 01575 melden. 01588 Jean Arnold und Frau z. verm. (Oberh.) 01527 (Lahn). 1758 D Der Vorstand. 17S0D vom 13. bis 18. 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Die Stadlvertvalti singe mit der nächst Jach einer 2nl Ministers des 3nn blatt des Minister die kommunale Gr steuer für das 3 malig, und zwar erungsgrundlagen Veranlagung dies nungsiahr 1! ren, zu veranlac läge für eine enl Aechnungsja Steuerjah: 193 Die Cßeranlagunr Gewerbe- uni Si vrdnung des M den staatlichen § läufig unb hröte Aechnungsja, Grund-, Gewerbe' malig veranlagt ü mtsyrrchenden sta Anordnung des " sich, dah für die malen Grund-, andere Desteueru fein hatten, wie f Veranlagung die liche Behandlung Rückgang des C werbesteuerpflicht ist in Fallen bii betreffenden W. -Ötinifter des 3nr Lehrling! Sohn achtbarer Eltern, fortbildung,?- schulrrei, zu Ostern für Versandgeschäft gesucht. Schriftliche Angebote unter 01562 a. d. Gieftener Anzeiger erbeten. j Zum Vertrieb elektrischer Hausgeräte, I anerkanntes führendes Markenfavrtkat, (suchen wir sehr gewandte, an intensives Arbeiten gewöhnte 1040D Wer und Werbe-Damen ver sofort. Sehr hohe Verdienstmöglichkeiten. 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(01541 Neue Kaserne, 6 >-g,Obj.Radwn-rI .9t KOHLER -... Das Haus der guten Qualitäten - Gießen • Seltersweg Nr. 17 Herren- und Knaben bek*e: düng fertig und nach Maß 1747 a Dem Andenken des Musketiers Müller Eine Erinnerung zum Volkstrauertag 1933. Äon 2l H. Kober. Ich fahre durch Jugoslawien von Agram bis Belgrad. Des Lebens Fülle drängt auf mich ein. Politiker eines neuen Reiches empfangen mich. Bon Belgrad her regierte bunte Bölkerscharen ziehen an meinen Augen vorüber. „Sieh, sie umschweben dich." Durch diese Straßen Belgrads ist der Musketier "Müller gegangen. Dort, in dem kleinen Tabakladen, hat er Zigaretten und Ansichtskarten gekauft. Jener Muselmann dort hat ihm aus seiner rohschweifgeschmückten Messingtuba Limonade verkauft. Durch die grünen Anlagen vor der Festung ist er oft gegangen, hat hinuntergeschaut auf Donau und Save, und hat sich gefreut an dem mächtigen Strombild, wie ich jetzt. Gesetzlich geschützte ZrühlingSpflanzen in Hessen. Durch das hessische Naturschutzgesetz haben folgende Frühlingspflanzen gesetzlichen Schuh gefunden: Der Seidelbast oder Kellerhals (Daphne mezereum), ein niedriger Strauch unserer Laubwälder, dessen rötliche, stark duftende Blüten bereits im Marz und April vor dem Laubaus- bcuch erscheinen. Das wilde Schneeglöckchen (Leucoium vernum). Es kommt aus feuchten Wiesen. in Gebüschen und Wäldern in Starkenburg und Oberhessen vor. Diese Pflanzen sind vollkommen geschützt, es dürfen also nicht einmal kleine Handsträuße gepflückt werden, besonders ist das Ausgraben und Ausreihen verboten. Die nut in Rheüchessen wachsende gelbblühende Frühlingsadonis (Adonis vernalis), sowie die mit großer violetter Glocke blühende Küchenschelle (Anemone pulsatilla) dürfen gleichfalls weder ausgegraben, noch ausgerissen werden. Bor allem ist bei diesen Pflanzen ebenso wie bei den zuerst genannten das Feilbieten, Ankäufen und Verkaufen untersagt. Eine Reihe schönblühender Frühlingspflanzen wie die Waldanemonen, die Schlüsselblumen, die blaue Scilla dürfen also nach wie vor gepflückt werden. Im Interesse des Naturschutzes schone man aber auch diese Gewächse soviel als möglich. Man pflücke stets nur kleine Sträuße und vermeide vor allem das Ausreißen, sowie das Abpflücken der Blätter. t„ loL grob- tt. cig. väufr . Gart., sucht aes., natur- ievenSsei. o. b.öVA.Etw. irmögen erw. itliche Angeb. iilb uni. 01482 en Gieh. An;. je, 42 3- < Kind u. Anb., es Seim., rw eren Benn Änbang uv. it kenn. z. lern, iftl. Mimt. 4 an r>. G. A. Bielleicht, weil heute früh an meinem Fenster vorüber durch lachende Sonne Soldaten zogen, zwei Bataillone, Maultiere mit Maschinengewehren dazwischen, sehe ich jetzt hinter allem, Über alles Lebende hinweg — Totes. Bei Teptschider, dem königlichen Landhause, liegt der deutsche Heldenfriedhof. Ganz langsam pilgere ich hinaus. Beharrung bei der Dergan- genheit, Erinnerung hemmt mir Schritt und Blick. Neben mir schreiten Tote... Oie Erhöhung der Gewerbesteuer. In der jüngsten Sitzung des Gießener Stadtrats war eine Erklärung der Stadtverwaltung über die Erhöhung der Gewerbe steuer Gegenstand der besonderen Aufmerksamkeit des Siadtrates und des Publikums. Es handelt sich dabei um einen Steuervorgang, der in den Kreisen des Gewerbes und Handwerks außerordentliche Erbitterung ausgelöst hat. Den Anlaß zu der Behandlung dieser Angelegenheit im Stadtrat gab die nachstehende Anfrage der Stadtratsmitglieder Horn, Appel und Hirsch namens der Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte: „3n diesen Tagen sind den Steuerpflichtigen die Steuerbescheide über die endgültige Ber- anlagung der städtischen Gewerbesteuer für 1932 zugegangen Diese Bescheide, die nicht allein auf Basis der neuen Durchschnittssätze, sondern auch abweichend von der Errechnungsgrundlage der staatlichen Gewerbesteuer den Ertrag von 19 3 0 zugrunde legen muhten, haben gegenüber _ den BorauSzahlungsbescheiden in fast allen Fällen eine außerordentliche Erhöhung ge- bracht. Dadurch ist bei den betroffenen Kreisen eine außerordentliche Erregung und Beunruhigung entstanden, weil noch dazu die Meinung besteht, daß Stadt und S t a d t r a t die D e r- antwortung an diesen Erhöhungen trügen. Wir fragen deshalb an: 1. Ist die Stadtverwaltung bereit, die B irgerschaft darüber aufzu- klären, daß die Erhebung auf ministeriel - ler Verfügung, ohneMitarbeit des S t a d t r a t e s . beruht? 2. Ist die Verwaltung bereit, in denjenigen Fällen, wo der Steuerpflichtige einwandfreie Unterlagen dafür herbeibringen kann, daß Ertrag und Kapital in 1931 gegenüber 1930 eine beträchtliche Min - o c r u n g erfahren haben, die notwendigen Erlässe und Stundungen aus Billigkeitsgründen auszusprechen?" Die Stadtverwaltung beantwortete diese Anfrage mit der nachstehenden Erklärung: „Rach einer Anordnung des Herrn Hessischen Ministers des Innern vom Z. Juni 1932 (Amtsblatt des Ministeriums des Innern Nr. 4) ist die kommunale Grund-, Gewerbe- und Eonder- steuer für das Rechnungsjahr 1932 nur einmalig, und zwar endgültig nach den Besteuerungsgrundlagen, wie sie für eine endgültige Veranlagung dieser (Steuern ► für das Rechnungsjahr 19 31 maßgeblich gewesen wären, zu veranlagen. Als Befteuerungsgrund- lage für eine endgültige Veranlagung für das Rechnungsjahr 1931 gilt der für das Eteuerjahr 1 9 3 0 festgestelltc Gewerbeertrag. Die Veranlagung der kommunalen Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer findet nach der Anordnung des Ministeriums nicht wie dies bei den staatlichen Steuern der Fall ist, erst vorläufig und später endgültig statt. Auch im Rechnungsjahr 19 3 1 ist die kommunale Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer nur einmalig veranlagt worden, im Gegensatz zu den entsprechenden staatlichen Steuern. 2^is der Anordnung des Ministers des Innern ergibt sich, daß für die Veranlagung der kommunalen Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer andere Besteuerungsgrundlagen maßgeblich zu sein hatten, wie für die endgültige staatliche Veranlagung dieser Steuern. Diese unterschiedliche Behandlung hat sich insbesondere bei einem Rückgang des Gewerbeertrags für viele Gewerbesteuerpflichtigen geltend gemacht und es ist in Fällen dieser Art eine Härte für die betreffenden Pflichtigen eingetreten. Der Herr Minister des Innern hatte deshalb bereits für Ich will es nicht beschreiben. Mein Blick, feig in die Weite der Landschaft hineinfliehend, über Täler, Berge. Dörfer und Wälder, suchte Halt in einer Unendlichkeit Aber seid ruhig. Deutsche Liebe pflegt diese Gräber. Und diese nicht nur. Bis nach Mazedonien erstreckt sich die Fürsorge für unsere Toten. .« „Wenn wir nur das Unkraut toegfrieglen . klagte man mir auf der Gesandtschaft. Rein, das Unkraut um unsere Soldatengräber werden wir nicht mehr ausjäten können. Lassen wir wuchern, was als Unkraut aus dem blutfeuchten Boden von 1914 sich empordrängte. Cs bleibt der Stein, der Fels, der Fluß, um den in Serbien deutsche Soldaten käwpften. mit BarchentrOcken, in weiß marmoriert oder blau-weiß gemustert 100 cm breit ab 1.25...........85 cm breit das Rechnungsjahr 1931, in dem die Verhältnisse ähnlich lagen, den Provinzen, Kreisen und Gemeinden empfohlen, in Härtefällen durch entsprechende Billigkeits- Erlässe einen Ausgleich herbeizu- führen. Provinz Oberhessen, Kreis Gießen und Stadt Gießen haben im Jahre 1931 dem- gemäß verfahren. Der Herr Minister des Innern hat durch Verfügung vom 25. Oktober 1932 die Provinzen, Kreife und Gemeinden angehalten, auch für das Rechnungsjahr 1932 in gleicher Weise Billigkeitserlässe eintreten zu lassen. Die Stadtverwaltung beabsichtigt wiederum dementsprechend zu verfahren und hat bereits Verhandlungen mit der Provinzialverwaltung wegen eines einheitlichen Vorgehens eingeleitet. Die Veranlagung der städtischen Gewerbesteuer ist demnach genau nach den Anordnungen des Ministeriums erfolgt; daraus entstehende Härten wird die Stadtverwaltung auf Nachsuchen der betreffenden Steuerpflichtigen mildern." Aus dieser Erklärung der Stadtverwaltung ersieht man die außerordentlich merkwürdige Tatsache, daß die hessische Regierung bei der Bestimmung der Besteuerungsgrundlagen mit zweierlei Maß gemessen hat. Für die staatliche Veranlagung hat man den Ertrag von 1931 genommen, für die kommunale Veranlagung aber die Grundlage von 1930 festgesetzt. Daraus ergibt sich, daß für die Berechnung der kommunalen Steuern höhere Beträge in Vereine ww tti-M* “ÄÄ •t innere btesj. rt«* öeremWl' btöeßkr''1«; N Aoll. bin“ F.G.F. ■Mh“8' 8^ Uhr Wirtschaft. Zuchiviebversteigerung in Butzbach. Der Landwirtfchaftskammer-Aus- schuh für Ober Hessen hält seine e r st e Zuchtviehversteigerung im Jahre 1933 am Donnerstag, 16. März, in Butzbach ab. Die Bersteigerung findet im Rahmen des weithin bekannten Faselmarktes statt. Wie vor zwei Jahren seitens der Kreisrinderzuchtvereine für Hessisches Fleckvieh beschlossen wurde, werden von jetzt ab zu txn Versteigerungen des Ausschusses nur noch solche Bullen zugelassen, deren Mütter hinsichtlich der Milchleistung amtlich geprüft sind. Die Dullen wurden bereits auch auf ihre Formen hin geprüft und hierbei die Tiere zurückgewiesen, die in dieser Beziehung züchterischen Anforderungen nicht entsprechen. Käufer von Bullen auf den Versteigerungen des Ausschusses kaufen also keine Zufallsprodukte mehr, sondern nur solche Tiere, die auf Grund ihrer Abstammung und ihrer äußeren Form wertvolle Zuchttiere zu werden versprechen. Zu den Ankaufskosten der Bullen gewährt der Landwirtschaftskammer-Ausschuh an hessische Käufer eine Beihilfe von 10 Prozent des Ankaufspreises bis zum Höchstbetrage von 50 Mark. Anschließend an die Bullenversteigerung kommen noch 16 Eber des deutschen Edelschweins, sowie 14 Eber des veredelten Landschweins zum Verkauf. Auch diese Tiere stammen ohne Ausnahme aus Leistungszuchten. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Benin uneinheitlich, rückgängig. Berlin, 11. März. (WTB. Funkspruch.) Nachdem noch im heutigen Dormittagsverkehr fester genannten Kursen waren die ersten offiziellen Notierungen der heutigen Wochenschlußbörse eine Enttäuschung. Einmal war das Geschäft infolge des frühen Beginns noch relativ klein, da Kundenorders nur selten eintrafen, und anderseits bekundete die Spekulation nach den starken Steigerungen der letzten Tage wieder Glattstellungsbedürfnis und war überwiegend als Abgeber im Markte. An den Aktienmärkten war die Kursgestaltung sehr uneinheitlich. Selbst gegen die gestrigen Mittagskurse ergaben sich verschiedentlich Rückgänge bis zu 2 v. H., Holzmann waren sogar 3,25 o. H. gedrückt, doch standen diesen Rückgängen auch Gewinne im gleichen Ausmaße gegenüber, da für Spezialpapiere, angeblich aus Stillhaltegeldern, weiter Kaufinteresse bestand. Nachfrage bestand hierbei wieder für Montanwerte und Braunkohlenaktien, für Kalipapiere, Linoleumwerte und am Elektromarkt im Gegensatz zur Allgemeintendenz für Gesfürel. IG. Farben eröffneten minus 0,50 v. H. relativ gut behauptet, waren aber im Verlaufe dann ebenfalls rückgängig. Hiervon ausgehend wurde es einheitlich schwächer. Die Kursabbröckelungen gingen bei Papieren wie BMW., Schultheis, Schuckert, Dessauer Gas, Be- kula, besonders also bei den in der letzten Zeit favorisierten Werten, bis zu 1,50 v. H. Ebenso waren Deutsche Anleihen, die schon anfangs unter Angebot litten, im Verlaufe weiter bis zu 0,13 v. H. gedrückt. Reichsschuldbuchforderungen büßten bis zu 0,75 v. H. ein. Don Auslandsrenten find Lissabonner Stadtanleihe mit einem Rückgang um 0,75 o. H. zu erwähnen. Auch später überwog an den Aktienmärkten die schwächere Stimmung. Besonders die Tarifwerte waren im Zusammenhang mit den morgigen Kommunalwahlen angeboten, da man wohl die Möglichkeit einer Revision der Tarife in Erwägung zieht. Anderseits boten weitere Anlage- käufe, speziell am Stemensmarkt, der Allgemeintendenz eine Stütze. Tagesgeld stellte sich heute auf 4,5 v. H. und nur vereinzelt noch auf 4,40 v. H. In Privatdiskonten lag angesichts des bevorstehenden Medios etwas Angebot vor, während die Nachfrage nur gering war. In Reichswechseln per 10. Juni und Reichsschätzen per 16. Oktober blieben die Umsätze nur sehr gering. r Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., 11. Märtz. (WTB. Drahtmeldung.) Die Wochenschlußbörse eröffnete überraschenderweise in schwächerer Haltung. Die Kulisse nahm nach den Käufen der letzten Tage Realisationen vor, zumal von der Kundschaft kaum Orders eingetroffen waren. Infolge der mangelnden Unternehmung Zlust ergaben sich meist Abschwächungen von 0,50 bis 1 Prozent. Darüber hinaus waren einige Spezialwerte von 1,50 bis 2,50 Prozent schwächer. Am Rentenmarkt war die Tendenz gleichfalls etwas schwächer. Das Geschäft wat sehr klein. Am Chemiemarkt verloren I.-G. zunächst 1,50 Prozent, im Verlaufe weitere 1 Prozent. Deutsche Erdöl gaben 0,50 Prozent nach, während Scheideanstalt behauptet blieben und Rütgers- werke 0,39 Prozent höher eröffneten. Am Elektromarkt verloren AEG. 1,25 Prozent, Bekula 1,75 Prozent und später weitere 1,50 Prozent, Siemens 2 Prozent, Gesfürel zogen zunächst leicht an, gaben aber später 1 Prozent nach. Am Montanmarkt überwogen anfangs noch leichte Kursbesserungen von 0,25 bis 0,50 Prozent. Reichsbank eröffneten zunächst knapp gehalten, gaben aber später um 1,50 Prozent auf 133,50 Prozent nach. Von sonstigen Werten eröffneten Süddeutsche Zucker, Daimler und Zellstoff Waldhof unverändert. Zement Heidelberg zogen 1 Proz. an. Schiffahrtsaktien blieben knapp gehalten. Dm Rentenmarkt lagen besonders späte Reichsschuldbuchforderungen mit minus 1,5 Proz. schwach. Altbesihanleihen verloren 1,88 Proz., Reubesitz und Schuhgebietsanleihen etwa je 30 Pfennig. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille an und die Kursgeftaltung war ziemlich uneinheitlich. Leichten Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 Proz. standen neue Rückgänge in gleichem Ausmaß gegenüber. Lediglich Reichsbank waren mit plus 1,5 Prozent stärker erholt. Gold» und Liquidationspfandbriese tendierten überwiegend 0,5 Proz. niedriger, einige Kommunalobligationen büßten bis 1 Proz. ein. Von Staatsanleihen waren 6prozen- tige Hessen von 1928 angeboten und etwa 2 bis 2,5 Prozent schwächer. Von fremden Werten lagen Rumänen unverändert. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 3,75 Prozent unverändert. Briefkasten der Kcöaftion. tRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schriftleitung.) „Sondersteuer". 1. Der staatliche Sondersteuer- sah von 160,65 Pf. gilt für Steuerwerte über 7000 Mk. und der von 127,50 Pf. für Steuerwerte unter 7000 Mk. Die städtische und die Kreis- sondersteuer berechnen sich mit 47,93 Prozent von dem staatlichen Soll bei Steuerwerten über 7000 Mk. und mit 54,9 Prozent bei Steuerwerten unter 7000 Mk., beide Male je 1 Mk. staatlichen Soll. — 2. Der Hundertsatz der Friedensmiete wurde ab 1. April 1927 von 100 Prozent auf 110 Prozent und ab 1. Oktober 1927 von 110 Prozent auf 120 Prozent erhöht. — 3. Don dem erhöhten Hundertsah der Friedensmiete von 20 Prozent wurden durch die gleichzeitig erfolgte Erhöhung der staatlichen und kommunalen Sondergebäudesteuern 10 Prozent (— die Hälfte) tveggesteuert. Wettervoraussage. Obwohl das Barometer tagsüber durch die infolge der Sonnenstrahlung stattfindende Erwärmung etwas fällt, bleibt der Einfluß des östlichen Hoch- druckgeoietes weiter erhalten. Die aus ihm aus- fließenden kontinentalen Luftmassen überfluten ganz Deutschland und lassen das vielfach aufheiternde und trockene Wetter sortbestehen. Aussichten für Sonntag: Weiterbin aufheiternd, zeitweise auch etwas bewölkt, tagsüoer fortschreitende Erwärmung, trocken. Aussichten für Montag: Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 10. März: mittags 11,2 Grad Celsius abends 6 Grad: am 11. März: morgens 0,3 Grad. Maximum 12,2 Grad, Minimum —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. März: abends 6,3 Grad Celsius: am 11. März: morgens 1,7 Grad. — Sonnenscheindauer 6% Stunden. Kirchliche JiacbndMeu. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 12. März 1933. Reminiszere. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr: 18: Pfr. Becker. — Johonueskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer: 18: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pir. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Pelruskapelle. 9.45: Pfarrassistent Knell; 11: Kmderkirche für die Petrus- gemetnöe; Psarrassistent Knell. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst: hl. Abendmahl für die weibliche Jugend; 11: Kinder- gottesdienft. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Volkstrauertagspredigt; 13: Kindergottesdienst. — wleseck. 10: Hauptgottesdienst: Kollekte; 19.30: Pas- sionsandacht. — Alteu-vuseck. 10: Gottesdienst; 14: Gedächtnisfeier für die Gefallenen am PeMmal; 19.30: Passionsandacht (Lichtbilder). — Grohen- Buseck. 10.30: Gottesdienst; Mitwirkung des Gesangvereins „Heiterkeit" und des Posaunenchors; Kollekte. — Oppenrod. 13; Kollekte. i katholische Gemeinden. Samstag, den 11. März 1933. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 12. März. 2. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Versammlung der Jungfrauen-Konarega- tiön; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — hungcn. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cid). 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. 2onntnpcbicnft b.4lerateu.’2ivotbe.en am 12.3.33. Dr. S. Klein. Dr. Schäffer. Engelavotheke. _____________iabnarrl: Dr. Fischer t> Die heutigen preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zwingen zu einer weitgehenden Senkung der Erzeugungskosten. Dabei ist jedoch genau zu überlegen, welche Ausgaben eine Einschränkung erfahren können, ohne den Ernteertrag zu gefährden. Die Einschränkung des Kaliverbrauchs wäre z. B. eine falsche Sparmaßnahme, denn die Kalipreise sind denen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse durchaus angemessen. Vor allem aber stehen die durch geringere Kaliverwendung zu erzielenden Ersparnisse in gar keinem Verhältnis zu dem hierdurch heroorgerufenen Ernteausfall, da normalerweise der Wert des durch die Kalidüngung erzielten Mehrertrages ein Vielfaches der Düngerkosten beträgt. 1240V 100 gramm 25 Pfg Tabletten 20 Pfg Mach 13Jahwn Magenteiden vöttiggenmd Medikamente nicht loswerden. Durch Zufall lernte ich die wohltuende Wirkung von B u I I r i e h • Sait kennen, and heute bin ich völlig gesund. Peter Baindl, Bobingen bei Augsburg. — Ein Teelöffel Bullrich-Salz oder 1-2 Bullrich-Tabletten nach jeder Mihlzeit verhindern Verdauungstörungen, beseitigen Magenbeschwerden und Sodbrennen Bull rieh Sali bleibt selbst bei jahrelangem, regelmäßigem Gebrauch stets von gleich guter Wirkung und hat nie irgendwelche schädliche» Folgen. Verdingung. Mit Rücksicht aus die inzwischen Deren» berten Verhältnisse soll die Ausführung folgender Arbeiten zum Um- und Erweiterungsbau der Lezirtsfparkasfe G.eßen in Gießen auf Grund der Reichsverdinaungs- ordnung, soweit nichts anderes bestimmt wird, nochmals zur Ausschreibung gelangen: 1712V Titel 1. Erdarbeiten. „ 2. Fundamente und Isolierung. „ 3. Maurerarbeiten. „ 4. Massiodecken und Eisenbetontreppen. „ 5. Träger, und Stützenlieferung. „ 6. Kunststeinarbeiten. „ 7. Wercsteinarbeiten. „ 8. Tresortür- und Armierung. „ 9. Zimmer- und Schreinerarbeiten. „ 10. Dachdecker- u. Dichtungsarbeiten. „ 11. Klempnerarbeiten. „ 12. Oberlicht, Staubdecken und Sonnentuchanlage. „ 13. Korkisolierung. „ 14. Be- und Entwässerungsanlage. „ 15. Elektrische Licht- und Kraftanlage. „ 16. Bautischlerarbeiten, Fenster. ,, 17. Bautischlerarbeiten, Türen. „ 18. Glaswände. „ 19. Glaserarbeiten. „ 20. Beschlagarbeiten. „ 21. Schiosserarbeiten. „ 22. Feuersichere Türen. „ 23. Stuck- und Rabitzarbeiten. „ 24. Steinholzarbeiten. „ 25. Linoleumarbeiten. „ 26. Solnhofener Platten. „ 27. Bronzearbeiten. „ 28. Fliesenarbeiten. „ 29. Malerarbeiten. Leistungsverzeichnisse können im Bureau des Herrn Architekten Hamann in Gießen, Bergstraße 11, in der Zeit von 9 dis 12 Uhr vormittags, soweit Vorrat reicht, in Empfang genommen werden. Zeichnungen und statische Berechnungen liegen daselbst zur Einsichtnahme aus. Die Oeffnung der verschlossenen, mit entsprechender Aufschrift und Titelbeschriftung versehenen Angebote findet am Donnerstag. dem 30. 2Hätj 1933, vormittags „10 Uhr, im Bureau des Herrn Architekten hc.'mann in Gießen, Bergstraße 11, statt. i-")er die Oberleitung des Um- und Er- weik^'rungsdaues führende Architekt wird zur Beantwortung etwaiger Fragen und yushmflcfrteihmg in dem gleichen Bureau am 17. M/tärz von 9 bis 13 und 15 bis 19 Uhr< anwesend sein. (Siefje. n, den 11. März 1933. Der Dorfstand der Bezirkssparkasse Gießen. ________ Zach eis.______________ Lat,,d-Berpachtung. Samstag, den 25. März d. 3., nachmittags 3 Uär, soll bei der Bürgermeisterei, dahier, die»GemeindejagdOdenyausen, zirka 1600 Morgen Feld und Wald, unter den bei der Versteigerung bekanntgegebenen Bedingungen auf sechs Jahre an den Meistbietenden lverpachtet werden. 1725V Ovenhausen, den 10. März 1933. Hessische Bürgermeisterei Odenhausen. Nachtigall. Wir zeigen Frü hjahrs-M äntel In reizenden Stoffen und Formen. - Bei allergrößter Auswahl beginnen wir mit Mk. 15.-. Prüfen Sie bitte unverbindlich Gehn Imheuser Am Marktplatz 1751 A isssD So eine It>R£EDO Klein • Schreibmaschine mit Segmentumschaltung die spielend leicht 10 Durchschläge schafft, Ist doch eine telne Sache. Hundertevon zufriedenen Kunden inOberhessen beeid igen das. Dazu kommen die äußerst günstig. Preis i u. Bedingung., die Ihnen von uns eingeräumt werd. Erkundig. Sie sich bei NIEDERHAUSEN 4 CO., Seltersweg 17, Erster Stock von Kleider Köhler. Gemeinschaftlicher Nutzholzverkaus. in Groß-Rechtenbach. Am Donnerstag, dem 23. 2När; 1933, von vormittags 9% Uhr ab, kommt in der Gastwirtschaft Bepler zu Groh-Rechtenbach aus nachbezeichneten Gemeindewaldungen folgendes Nutzholz öffentlich meistbietend zum Verkauf: 1745V I. Gemeindewald Groh-Rechienbach (Aus- kunft Förster Schüler. Forstyaus Finsterloh bei Wetzlar). 4 Eichenstämme 2. Kl. = 1,92 km, 8 Eichenstämme 3. Kl. = 3,03 km, 2 Eichenstämme 4. Kl. = 1,46 km. II. Gemeindewald Hörnsheim. (Auskunft Förster Sd üler, Forsthaus Finsterloh bei Wetzlar.) 1 Eichenstamm 2. Kl. = 0,32 km, 1 Eichenstamm 3. Kl. = 0,24 km, 1 Eichenstamm 4. Kl. = 0,97 km, 2 Eichenstämme 5. Kl = 4,64 km, 1 Eichenstamm 6. Kl- = 1,98 km. 111. Gemeindewald Lützellinden. (Auskunft Förster Schüler, Forsthaus Finsterloh bei Wetzlar.) 8 Fichtenstämme Kl. 1b = 1,80 km, 11 Fichtenstämme Kl. 2a = 4,85 km, 18 Fichtcn- tämme Kl. 2b - 14,07 km, 16 Fichten- tämme Kl. 3a = 22,85 km, 6 Fichten- tämme Kl. 3b = 13,36 km, 1 Fichten- tamm Kl. 4a = 2,49 im, 4 rm Fichtennutzknüppel (3 m lang), 18 Fichtenstämme Kl. la -- 2,82 km, 16 Ficyten- stangen 1. Kl., 36 Fichtenstangen 2. Kl., 10 Fichtenstangen 3. Kl., 2 Buchen- stämme, 1 Eichenstamm = 0,42 km, 1 Eichenstamm = 0,79 km. IV. Gemeindewald Münchholzhausen. (Aus- kunsl Förster Schüler, Forsthaus Finsterloh bei Wetzlar.) 6 Eichenstämme 2. Kl. = 2,67 km, 18 Eichen- stämme 3. Kl. = 13,56 km, 7 Eichen- stämme 4. Kl. = 9,51 km, 1 Eichenstamm 5. Kl. - 2,16 km. V. Gemeindewald Reiskirchen. (Auskunft Förster Menger. Kirschenwäldchen.) 12 Eichenstämme 3. Kl. - 9,70 km, 24 Eichenstämme 4. Kl. - 21,66 km, 17 Eichenstämme 5. Kl. = 23,88 km, 7 Eichenstämme 6. Kl. = 13,26 km (Alteiche), 2 rm Eichennutzholz (Küferholz). Die näheren Bedingungen werden in dem Termin b->kanntgegeben. Groß-Rechtenbach, den 10. März 1933. Der Bürgermeister. 1.3o WMtigttnng. am Donnerstag, dem 16. März, vormittags 10.30 LLHr in Buhvach. Zur Versteigerung kommen 19 Fleck- viehdullen, 16 Eber des deutschen Edel- schweins und 14 (Lder des veredelten Landschweins, sämtlich aus Leistungszuchten stammend. Gießen, den 7. März 1933. LandwirtschastSlammer-AuSschuß für Oberhessen._____________itud Bekanntmachung Nach 8 6 der Durchführungsbestimmungen zum Schlachtsteuergesetz ist eine zweite Hausschlachtung nur dann steuerfrei, wenn die Familie be=> Steuerpflichtigen am Tage der steuerlichen Anmeldung aus mehr als K Personen besteht. Es ist daher bei der lelbung jeder zweiten Hausschlachtung der Schlachtsteuererhebestelle eine Bescheinigung vorzulegen, aus der die Anzahl Der Familienangehörigen, die zu dem Haushalt des Pflichtigen zählen, zu ersehen ist. Die Bescheinigung wird auf Verlangen von der Bürgermeisterei ausgestellt. Gießen, den 10. März 1933. (1746C Bürgermeisterei Gießen. I. D.: vr. Hamm. Bullenverkauf. Die Gemeinde Staufenberg verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots einen fetten, abgängigen Bullen. Schriftliche Angebote sind bis zum Mittwoch, 15.0.211., nachmittags 2 Ahr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. 1717V Staufenberg, den 10. März 1933. Hessische Bürgermeisterei Staufenberg. _____________I. D.: Karber.______________ Bekanntmachung Das Fahren der Leichenwagen im Rechnungsjahr 1933 soll öffentlich vergeben werden. Angebotsformulare sind hier erhältlich. Rückgabe der ausgefüllten Formulare hat bis zum Freitag, dem 17. ö. 211., vormittags 10 Uhr, zu erfolgen. (1757V Gießen, den 11. März 1933. Städtisches Hochbauamt: Graoert. Isierferien-Silvretla-SWImrs der ideale Skikurs im schönsten Skigebiet der Mittelsilvretta Versaillbans 24OOmtr.lioch vom 6. bis 19. April 1933 ML 129.- „3,D im Preis enthalten: volle Verpflegung, Bedng.. 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Die Gemeinde Ulrichstein nimmt noch 200 Schafe zu ihrer Herde an. Auskunft erteilt die Bürgermeisterei. 1754V Bürgermeisterei Ulrichstein. Geiß. Wie sie ihn bezwang Origtnalroman von 3 Echneiver-Zoerstl. Urheberrechtsschutz: Verlag Meister. Werdau i. 5. 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten I Joe Brandt kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, aber er mußte zugeben, daß es immerhin ein Gebot der Klugheit war, ihr Inkognito um jeden Preis zu wahren. Man konnte nicht wissen, wem man da aus den heimatlichen Bekanntenkreisen in die Finger lief. Es kamen allerhand Leute nach Italien, die man weiß Gott wo anders in der Welt glaubte. Frau von Guielmo war eine kluge, weitsichtige Frau, die das Leben kannte und den Tag und seine Wechselfälle. Sie hatte sich auch in der Annahme nicht getäuscht, daß man überall offene Türen fin- den würde. Wo sie auch anklopften, wurde ihnen aufgetan. Sie wurden zu offiziellen Empfängen, xu Diners und Gartenfesten gebeten. Der Chef des italienischen Flugwesens erwies sich ihnen als wohlwollendster Protektor, er stellte Joe eine Maschine zur Verfügung, mit der sie bereits am Ende der ersten Woche Probeflüge aussührten. Stephanie war noch nicht angstsrei, zuckte zusammen, wenn der Apparat sackte und stieg mit weißem. Gesicht aus dem Führersitz. Die Theorie, die sie damals in der kleinen Waldhütte von Joe Brandt erlernt hatte, war gut. Die Praxis war es weniger, denn die freie Zeit, die sie zur Verfügung gehabt hatten, war herzlich knapp gewesen. Joe war auf dem Flugplatz in München eine zu bekannte Persönlichkeit, und sie hatten nicht allzu oft Gelegenheit gehabt, zusammen in die Lüfte zu steigen. Aber nun, hier, wo sie als fremde Gäste einer der in Gesellschaftskreisen ganz Roms bekannten Dame aalten, holten sie das nach. Jeden Morgen stiegen sie auf, immer weiter dehnten sich ihre Flüge, bis hinunter in das Tal des Arno und hinauf nach Mailand zu trug sie der schillernde Bogel. Die Herzogin von Rivolte überließ ihnen ihr Pri- vatflugzeug zur freien Verfügung.- Sie hatte rasch hintereinander zwei Unfälle damit gehabt, die knapp am Tode vorbeigegangen waren und wollte vor- läufig nichts mehr vom Gleiten durch die Lüfte wis- sen. Stephanie hatte alle Furcht und jedes Bangen abgelegt und Joe Brandt sah sich zur rechten Zeit genötigt, eine Mahnuna zur Vorsicht einzuslechten. „Sie dürfen nie vergessen, Baronin, daß kein Ge- rüst Sie hält, wenn Sie zu stürzen beginnen, und Geistesgegenwart ist das einzige, das Rettung, selbst im verzweifeltsten Falle verspricht." Und Stephanie befolgte alles. — — Vierzehn Tage später stieg sie das erstemal allein auf. Joe Brandts Gesicht war weiß wie die Federwolken, -alle hin verschwunden. „Der Herr rechts! Sie nicht hin, sie --Um Gottes willen sehen kommen zurück. Ich überlasse Joe!" Sie Ihrem Geschick, _ Ehe er etwas erwidern konnte, war sie nach der „Welcher?" Ihre Erregung hatte sich ihm mitgeteilt und flackerte in der Stimme. Man traf sich erst zum Abendtisch wieder. Joes ernstes Gesicht gab Stephanie zu denken. „Haben Sie mit ihm gesprochen?"--- „Ja!--Er hat mich für einen Italiener ge- halten und gefragt, warum Sie sich so schnell unsichtbar gemacht haben. Es wäre sehr schneidig gewesen, wie Sie da neben dem deutschen Großflugzeug Schritt zu halten versucht hätten.--Auch Ihren Namen wollte er wissen!" „Was haben Sie ihm gesagt?--" Den Kördie sich über den Horizont schoben. Als fit nach der Richtung des Pincio hin im Aetherblau verschwand, bemächtigte sich seiner eine so grenzenlose Unruhe, daß er einen Flugschüler, der eben seinen Eindecker aus der Halle ziehen ließ, ersuchte, ihn mitzunehmen. Aber Stephanie mußte wohl die Flugrichtung aeändert haben. Es war, so sehr Brandt auch seine Augen anstrengte und das Feldglas kaum mehr sinken ließ, nichts von ihr zu erspähen. Sein Gehirn kombinierte die schrecklichsten Dinge: Propellerbruch, Notlandung, Vergaserbrand. Er hätte es nicht zugeben dürfen, daß sie ohne jegliche Begleitung ausslieg. Von Norden kam das deutsche Verkehrsflugzeug, das erst seit zwei Wochen durchgehenden Dienst verrichtete. Er konnte ganz deutlich dessen typische Merkmale unterscheiden. Unter ihm jagte ein klei- neres, — — ein Kolibrioögelchen, das vergeblich den großen Bruder einzuholen suchte. „Stephanie!" Die fürchterlich« Erregung flaute ab und machte einer grenzenlosen Müdigkeit Platz. Joe Brandt ließ es nicht mehr aus den Augen. Wie Zugvögel im Herbst pendelten sie hintereinander her. Dann ein graziöses Gleiten auf den großen weiten Platz, der von Menschen wimmelte. Stephanie kletterte eben vom Führersitz, als Joe aus sie zugelaufen kam. „Meinen Glückwunsch, Baronin!" Sie blickte in sein noch immer blosses, von Erregung zuckendes Gesicht. „Nun?---Hab ich es denn nicht brav gemacht, mein Lieber?" Er vermochte nur zu nicken, hob ihre Rechte empor und drückte seine Lippen darauf. In demselben Augenblick schritten zwei Herren an ihnen vorüber. Stephanie schrie leise auf und wandte das Gesicht der Flugzeughalle zu. Der eine sah sich nach ihr um, trug ein Lächeln um die Mundwinkel und setzte dann den Fuß weiter. „Was war, Baronin?"--Joe Brandt sorgte sich, denn ihre Augen waren noch immer schreckgeweitet. „Mein Mann!" per etwas xu ihm hinübergeneigt, ruhten ihre verängstigten Augen in den seinen. „Daß Sie die Nichte Frau von Guielmos sind und — — — meine Schwester. Er hat mich beglückwünscht, Baronin!" „So!--Sonst nichts?" Aber was Joe Brandt nicht erfahren hatte, das meldeten die Abendblätter. Die italienische Regie- rung hatte den berühmten deutschen Ersinder Hans Jörg Baron von Merlin cingeladen, für einige Zeit ihr Gast zu sein. Das Programm der einzelnen Empfänge, Festlichkeiten, Diners usw. waren im Anschluß daran niedergelcgt. Im ersten Moment dachte Stephanie zu fliehen. Frau von Guielmo widerriet. — „Warum?--Ich glaube, du kannst ein Zusammentreffen wagen. Du hast dich wirklich verändert. Es erinnert fast nichts mehr an dein süßes, blondes Gesichtchen, das du mit aus Deutschland gebracht hast. Zudem glaubt er dich in Wien. Ich würde es für alle Fälle auf einen Versuch an- kommcn lasten. Fühlst du dich dann nicht sicher genug, kannst du immer noch von der Bildfläche verschwinden. So lange würde ich jedenfalls bleiben, bis ich wüßte, ob überhaupt ein Erkennen zu fürchten ist. Und so blieb Stephanie. Andern Morgens war großes Frühstück auf der deutschen Botschaft. Für den Nachmittag war großes Schaufliegen angesetzt. Das sollte die erste Probe ihres Zusammentreffens bringen. Ihr Herz schlug bis zum Halse, als sie sich von der Zofe dazu ankleiden ließ. Der weite, ganz aus Spitzen gefügte Hut beschattete ihr Gesicht. „Was erinnert noch an mich, Tante?" flehte sie, als Frau von Guielmo sie aus die Wangen küßte. „Eigentlich nichts mehr, Liebling. Vielleicht dein Lachen noch. Und zudem---eine Ähnlichkeit kann doch ruhig bestehen. Man muß nur den Mut haben, sie ohne Verwirrung zur Schau zu tragen." Auch Joe bekam noch eine ernste Mahnung zu hören. „Vergessen Sie nicht, daß es sich um Ihre Schwester handelt." Und sie taten beide ihr Möglichstes. Es war das erstemal, daß sie sich du nannten. Stephanie schob während der Fahrt nach dem Flugplatz ihre Hand in die des Oberleutnants und lachte zu ihm auf. „Ist es sehr schwer, mich lieb zu haben ? — Du mußt nicht immer an die Tage auf Jettenbach denken." Er erwiderte nichts, nur eine brennende Röte stand ihm im Gesicht, als sie jetzt in rascher Fahrt über die Tiberbrücke glitten. Frau von Guielmo drängte den Chauffeur zur Eile. „Je eher du mit ihm zusammentrisfst", saate sie zu Stephanie, „desto mehr wirst du dich beruhigen." Und in der Tat, je näher man dem Flugplatz kam, desto zuversichtlicher wurde ihre Stimmung. Der große Platz summte von Motorengeknptter und dem Stimmengewirr der vielen Tausende, die sich ange- sammelt hatten, dem interessanten Schauspiel beizuwohnen. Auto um Auto rollte heran, sie standen in langen Kolonnen vor der hohen Umfriedung. In die Uniformen und die schwarzen Anzüge der Herren mengten sich die kostbaren Nachmiltagstoilettcn der Domen. Dazu das farbenprächtige opiel der großen und kleinen phantastischen Sonnenschirme, die dem Auge wie eine trunkene Symphonie entgegen» schwammen. kaum hatten sie den Fuß über das Trittbrett gesetzt, kam die Herzogin von Viterbo auf sie zu- geschossen, schlank, mit einer kleinen, impertinenten Stumpfnase im Gesicht: „Warum sind Sic gestern nidv in die deutsche Botschaft gekommen, mia bella? Der deutsche Baron ist es wert, daß man ihn ansieht. Dio mio! Ein halber Gott! — Heute hat auch der Duce sein Erscheinen zugesagt. Wir verlieren sonst unsere Platze." Aufgeregt schleppte sie Frau von Guielmo mit sich. Brandt hatte Steffie seinen Arm geboten und lan- eierte sie behutsam durch das Gedränge, immer bedacht, daß sie nicht zu sehr gestoßen und nach der Mitte hin getrieben wurde, der Trubel war unbeschreiblich. Karabinier! vervollständigten das Duich- einander, indem sie hoch zu Pferd eine Gasse zu brechen suchten. , Stephanie hatte nur den einen Wunsch, endlich am Platze zu sein, irgendwo unterschlupfen zu können. Aber wenn sie nach den Tribünen sah, schloß sie die Augen. Es war nichts zu unterscheiden als ein wogendes Meer von Gesichtern, Hüten und Schirmen. Wer sich da noch zurechtsand, konnte wahrhaftig von Glück sagen. Die Herzogin von Viterbo schien zu diesen wenigen zu gehören. Sie winkte nach allen Seiten, rief ein Kosewort nach links, schickte gleich daraus em Lachen nach rechts hinüber und grüßte und dankte und wurde nicht fertig sich zu verneigen. Sie kannte ganz Rom, und ganz Rom kannte sie wenigstens soweit dieses Röm Beziehungen zum Quirinal hatte. Sie war obendrein Montenegrinerin und schon aus den Jugendtagen her Duzfreundin der Königin. Alles, was irgendwelche Protektion benötigte, kam zu ihr. Ihre Nachmittagstees glichen frohen Volks- festen. Alles drängte in ihre Nähe. Sie war reich, unabhängig und hatte Vettern in aller Welt. Man holte sich eine Empfehlung von ihr ehe man nach Amerika fuhr, und wenn jemand in den Kolonien zu tun hatte, so ließ er sich die Namen der Handels- familien aufschreiben, mit denen sie befreundet war. Neuerdings sagte man auch, daß die Verlobung des Kronprinzen mit Maria Josä von Belgien ihr Werk sei. „Carissima! Wo bleiben Sie denn!" Sie winkte zurückschauend Stephanie zu und schritt geradewegs nach einer Tribüne, auf der nach menschlichem Ermessen auch nicht die schlankste Figur mehr hätte Platz finden können. „Hier! — O, wie weiß!" Ihr kleiner grell bemalter Sonnenschirm klappte auf. „Sie müssen eine Reihe unterhalb Platz nehmen. — Dort, ja! Neben dem Marquis von Casteletto!" (Fortsetzung folgt.) wAtlantis'^Combination mit eingebautem, volldynamisch. Lautsprecher und praktischer Programm-Leselampe. Preis RM 175. empfanger für Jedermann. Er bringt durch die millionenfache Verstärkung der neuen Ultra-Steil kreis-Schal- tung alle europäischen Stationen und auf kurzer Welle Weltsender in unübertroffener Tonqualität klar und trennscharf in Ihr Heim. Und das mit allem erdenklichen Hörkomfort zum Preis von RM 138.— o. R. «n. Prospekte kostenlos durch die Reico Radio G. m. K H. Abt.G.A. 24, Berlin SO 36, Maybachufer 48-51. „ATLANTIS“ ermöglicht es Ihnen Genießen Sie einmal selbst die FüUe neuer Eindrücke, die Ihnen der ^Atlantis“ • Weltempfänger durch das geheimnisvolle Auftauchen fremder Erdteile im Lautsprecher vermittelt. Sensationelle Umwälzungen der Radiotechnik ermöglichen diese unvergleichliche Leistung und diesen erstaunlich niedrigen Preis. 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Krämer nach langem schweren mit großer Geduld ertragenem Leiden am Donnerstagmorgen um 3/J0 Uhr im 72. Lebensjahre abzurufen. In tiefem Schmerz: PbUipp Mootz III. Familie Heinrich Scheid VII. nebst Geschwistern Großen-Buseck, den 11. März 1933. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. März, nachmittags 3 Uhr, von Schloßstraße 6 aus statt. 1752 V Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Feufier und Frau Paula, geb Knoll nebst Kindern Familie Jakob Stecker Familie Heb. Feufier »Erika« und andere Mein- Schreibmaschinen von Mk. 90.— an in grober Auswahl. Xratu Vogt & Co., Seltersweg 44, Nus 2464. H67A Am Donnerstagabend entschlief nach kurzem Krankenlager unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Reinhardt geb. Roß im 71. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilh. Reinhardt Gießen (Lieber Str. 23), den 10. März 1933. Die Beeidigung findet Montag, den 13. März, nachmittags 2*/2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Oelienll. Handelslehransialt der Industrie- u. Handelskammer Giefcen Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2. Zweijährige Handelsschule. Anmeldungen bis zum 24. April 1933 im Schullokal Gießen, Liebigstraße 16 (Alte Klinik), II. Obergeschoß, Fernspr. 2912. Sprechstunden: Samstags von 11—12 und in den täglichen Heute nacht entschlief sanft, erlöst von ihrem schweren Leiden, meine liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, unsere herzensgute Großmutter und Tante Frau Emilie Knoll Wwe. Reparaturen an Uhren aller Art In eigener Werkstatt fachgemäß und preiswert maD H.VOLKMANN , Uhrmacher Neustadt 8 Telephon 4277. Aufforderung! Der Unterzeichnete ist durch Beschluß des Hess. Amtsgerichts Gießen vom 21. Februar 1933 zum Pfleger für den Nachlaß des am 3. Januar 1933 zu Gießen verstorbenen Rechtsanwalts Paul Hornberger bestellt worden. 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