Nr. 56 HrühauSgabe 183. Jahrgang Samstag. Ik.Zebruar 1933 Poftfd)edfonto: zrankfunamMain liess. Vrvck vnd Verlag: vrühl'lche Universttitts Such- und Steinörutferei R. Lange in Sietzen. 5christleitung und Gefchästrftelle: Schulftratze 7. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag» Setlagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Verugrpreis: Mit 4 Beilagen 51111.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zentsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehrn. Annahme von Anzeige., für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.h.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn. zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oer Reichskanzler spricht im Berliner Sportpalast. Voraussetzungen und Grundlagen des politischen Neubaus in Deutschland. Berlin, 10. Febr. 2lm Sportpalast veranstaltete die RSDAP. eine große Kundgebung, auf der der Reichskanzler Adolf Hitler eine längere Rede hielt, die auf alle deutschen Sender übertragen wurde. Der grohe Verfamm- lungsraum wurde um 18 Uhr wegen Lieberfüllung polizeilich gesperrt. Der Einladung waren zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps gefolgt. Ein Dutzend Photographen und Filmoperateure hielten sich bereit. Gauleiter Dr. G o e b b e l s , der die Funkreportage machte, erklärte: Eine solche Massenkundgebung sei noch nicht dagewesen. 20 Millionen Menschen in Deutschland und jenseits der Grenze hörten die Rede des Reichskanzlers. Allein auf den öffentlichen Plätzen Berlins ständen zurzeit mehr als eine halbe Million um die Lautsprecher herum. Die Rationalsozialistische Bewegung zeige ihren Gegnern jetzt, wie sie es hätten machen sollen: Gut regieren und für eine gute Regierung gute Propaganda machen! Reichskanzler Hitler legte zunächst in großen Zügen die Ursachen dar, die ihn nach Beendigung des Krieges bewogen hätten, die nalionalfozialistifche Bewegung ins Leben zu rufen. Als 1918, so erklärte er, der Krieg zu Ende ging, war ich ein unbekannter Soldat, wie Millionen andere auch. Schuldlos an den Kriegsurjachen und an der Führung des Kampfes und schuldlos an der politischen Gestaltung des deutschen Lebens. Eines hat mich vielleicht damals von den anderen geschieden: Das war die Erkenntnis, daß man den Folgen des Verbrechens der Revolution nur dann mit Erfolg begegnen kann, wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und aus dieser Erkenntnis heraus die Voraussetzungen dafür schaffen will, die zur Ueber- windung der Folgen dieses Zustandes notwendig sind. So ging ich damals meinen eigenen W e g. Es war mir klar, daß es aus der Zerrissenheit nur einen Weg nach oben gab: Den Weg nach Wiedergewinnung einer neuen Einheit des Volkes. wenn schon vielerlei an sich die Menschen trennt, dann kann nicht die Politik auf dieser Trennung aufbauen und sie verewigen. Irgendein Gegengewicht muh gegen die zersetzenden Tendenzen geschossen werden. Aufgabe der politi- fchen Führung muhte es fein, die natürlichen Trennungen durch ein grohes Ideal, eine grohe Erkenntnis zu überwinden. Es muhte eine neue Ebene geschaffen werden, auf der sich das Volk wiederfindcn konnte. Ich fahte den Enlschluh. dieser Zerreißung den Krieg anzusagen und über die Parteien hinweg das Volk wieder auf einer Ebene zu sammeln. Mit der Erreichung dieses Zieles war verbunden ein grimmiger Kampf gegen die Erscheinungen des politischen Lebens, die nur auf der Zerrissenheit ihre Existenz begründen konnten. Der Kampf gegen den Marxismus wurde damals zum ersten Male zu einem Kampfziel erhoben. Ich gelobte mir, nicht eher au ruhen, bis endlich diese Erscheinung aus dem Leben Deutschlands beseitigt sein würde. Durch den Friedensvertrag erhielt das deutsche Volk Verpflichtungen aufgebürdet, die wahnsinnig waren, weil sie für alle Zukunft die Welt in zwei Hälften zerreißen sollten: in Sieger und Besiegte, in Völker mit Recht und mit Anrecht, in Völker mit und ohne Lebensmöglichkeiten. Das deutsche Volk drohte von Jahr zu Jahr mehr zu zerfallen. Es ka» zur Auflösung aller nationalen Organisationen und oller nationalen Kräfte, zum Zerfall von Verwaltung und Volksgemeinschaft zur Korrup» tierung des öffentlichen Lebens, über alledem erhob sich das Finanzkapital als Sieger. Der deutsche Unterhändler unterschrieb Verpflichtungen, die unerfüllbar sind. Es kam die Zeit des furchtbarsten Verbrechens am deutschen Volk: der Auspressung und Ausplünderung. Das deutsche Volk mußte die Inflation erdulden, alles angestistet von den Männern des Rovcmberverbrechens. Es kam der Zerfall der Kultur unseres ganzen kulturellen Lebens. Millionen unseres Volkes nahmen keinen Anteil mehr an der Kunst, die nicht aus dem Volk geboren war. Parallel damit begann derAngriffge- gen die Erziehung der Jugend, das Herausreißen aller Erinnerungen an unsere deutsche Vergangenheit, die Beschimpfung aller grotzen Männer unseres Volkes. Parallel damit setzte der Zerfall der Wirtschaft ein. Heute ist dieses Elend vielleicht durch einen ein- zigen Vergleich zu illustrieren. Die Gesamteinnah- ^lCI\v^rf ®cmc^n^en 'm Lande Thüringen betragen 2b Millionen Mark. Davon sollen die Verwaltung, die Erhaltung der öffentlichen Gebäude, die Ausgaben für Schule, für Bildungszwecke usw. bestritten werden. Für die Wohlfahrtsunterstützung allein sind aber 45 Millionen Mark nötig. So sieht es heute in Deutschland aus. IDeil ich der Ueberzeugung bin, daß man, will man nicht zu spät kommen, mit der Rettung einsehen muh, habe ich mich bereiterktärk. die zu einer zwölf Millionen Mann emporgewach- sene Bewegung einzusehen zur Rettung des deutschen Volkes. (Stürmischer Beifall.) Die Gegner fragen jetzt nach unserem Programm. Ich antworte Ihnen, zur jeden Zeil wäre vermutlich ein Regierungsprogramm mit ganz wenigen konkreten Punkten möglich gewesen. Rach eurer Wirtschaft, nach eurem wirken, nach eurer Zersetzung muh man das deutsche Volk von Grund auf neu aufbauen. Der erste und damit der beste Programmpunkt heiht: wir wollen nicht lügen und wollen nicht schwindeln. Ich habe es deshalb abgelehnt, jemals vor dieses Volk hinzu- trcten und billige Versprechungen zu geben. Ich habe nie gesagt, der Wiederaufstieg Deutschlands fei eine Frage von nur wenigen Tagen. Ich predige immer wieder: Der Wiederaufstieg der deutschen Ration ist die Frage der Wiedergewinnung der inneren Kraft und der Gesundheit des deutschen Volkes. Wenn wir das Volk emporführen durch eigenen Fleiß, eigene Arbeit, eigenen Trotz und eigene Beharrlichkeit, werden wir wieder emporsteigen, genau wie einst die Väter Deutschlands nichts geschenkt erhielten, sondern es sich selbst schaffen mußten (Stürmischer Beifall.) Wir müssen die Ursachen des Zerfalls beseitigen und damit die Versöhnung der deutschen Klassen herbeiführen. Ein solches Ziel erreicht man nicht in Wochen und Monaten, wenn 70 Jahre an dieser Zersetzung gearbeitet haben; aber wir werden dieses Ziel niemals aus den Augen verlieren.. Die Klassenspalter mögen es mir glauben: Solange der Allmächtige mich am Leben läßt, wird mein Entschluß und mein Wille, sie zu vernichten, ein unbändiger sein! (Stürmischer Beifall.) Entweder der Marxismus siegt, oder das deutsche Volk; und siegen wird Deutschland! Durch Erziehung der Jugend in dem Glauben an Gott und an unser Volk wollen wir die Ration wieder zurückführen zu den ewigen Quellen ihrer Kraft. Wir sehen in dem deutschen Bauern den Grundpfeiler jedes völkischen Lebens. Darum der Kampf um ihn und um die Scholle. Der Arbeiter als weiterer Träger der Ration darf nicht länger mehr ein Fremdling in seinem Volke sein. Wir treten ein f ü r d i e Wiederherstellung der Sauberkeit auf allen Gebieten des staatlichen Lebens. Wir wollen vor allem d i e deutsche Ehre, die Achtung zu ihr und das Bekenntnis zu ihr wieder einstellen, wollen einbrennen in unsere Herzen das Bekenntnis zur Freiheit. Wir wollen das Volk mit einer wirklich deutschen Kunst erfüllen und die Ehrfurcht vor der großen Tradition unseres Volkes und vor den großen Männern der großen deutschen Geschichte erwecken. Wir wollen auch erziehen zu der Ehrfurcht vor unserem alten Heer, in dem die Jugend wieder die gewaltigste Kraftäußerung der deutschen Ration und das Sinnbild der größten Leistung erkennen soll, die unser Volk in seiner Geschichte vollbracht hat. (Lebhafter Beifall.) Wir werden unduldsam sein gegen jeden, der sich an der Ration versündigt. Aber mir werden Freund fein jedem, der mitkämpfen will; um Gott und dem eigenen Gewissen Genüge zu tun, haben wir uns noch einmal an das deutsche Volk gewendet. Es soll selbst entscheiden. Deutsches Volk, gib uns vier Jahre Zeit und bann richte über uns! Ich habe den schwersten Entschluß meines Gebend gewagt, weil ich glaubte, daß es sein muh und weil ich überzeugt bin, daß unser Volk doch endlich wieder zur Besinnung kommen wird. Wir haben kein anderes Ziel, als dem zu dienen, was uns das Höchste auf Erden 'ist: Unserem Volk. Ich kann mich nicht entfernen von der Liebe zu diesem Volk. Das ist mein Glaube: Es wird wiederauferstehen ein neues Deutsches Reich der Gröhe, der Ehre, der Kraft und der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit! Amen! Oer sozialpolitische Kurs. E klärungcn des Reichsarbeitsministers Leldte. Berlin, 10. Febr. (Sil.) Auf einem Presseempfang des Stahlhelms erklärte Reichsarbeits- minifter Seldte u. a.: Wer mich und meine Auffassung und meine Arbeit seit 14 Jahren kennt, weiß, daß ich kein S o z i a l r e a k t i o n ä r bin. Die heutige deutsche Sozialpolitik, namentlich vom nationalen Standpunkt aus, muß und wird weitergreifen. Sie muß den Arbeiter — manche sagen Proletarier — aus der ilnsicherheit seiner Existenz herausführen und ihm einen festen und gleichberechtigten Standort im Staate zuweisen. Das kann nur gelingen, wenn man auch den Arbeitnehmer für voll nimmt und ihm seine Rechte gewährt. Richt nur aus der Stellung des Reichsarbeitsministers heraus, sondern aus meiner ganzen Lebenseinstellung unterstreiche ich nochmals ein Bekenntnis zu dem gewordenen sozialen Recht des Arbeitnehmers. Damit bin ich auch kein Feind des Arbeits- und Tarifrechts. Ich will mich aber nicht einseitig feftlegen und will auch damit nicht sagen, daß ich die bisher begangenen Wege für richtig halte. Ich will aber versuchen, neue Wege finden zu helfen, wo es wiederum gilt, dem wirtschaftlich Schwachen zu helfen. Wenn ich die Auffassung ausspreche, daß die Sozialpolitik ihre Ausgabe hat, bei der Reuordnung unserer Gesellschaft in Deutschland zu helfen, so wird man mir glauben, daß ich diese wichtige Sozialpolitik nicht nur a l s einen Anhängsel des deutschen Wirtschaftslebens ansehe. Die deutsche Sozialpolitik hat ihren Eigenwert. Von diesem Standpunkt aus hatte es schon seinen tieferen Sinn und feine Berechtigung, wenn man die sozialen Fragen im Reichsarbeitsministerium zusammengefaßt hat. Man wird sehr sorgfältig überlegen müssen, ob und was man etwa herausnimmt. Auf keinen Fall darf der organische Zu sammenhang auch auf diesem Gebiet zerstört werden. Selbstverständlicherweise ist eine gute Sozialpolitik nur eine solche, die Rücksicht nimmt auf die Erfordernisse und Rotwendigkeiten der Wirtschaft. Ich sehe nicht Kamps zwischen Wirtschaft und Sozialpolitik, sondern Polarität; für mich entwickelt sich aus dem Spiel der Kräfte oder aus dem Widerspiel des sozialen und des wirtschaftlichen Standpunktes erst das Herauskristallisieren des Edelsteines, das ich als deutsches Leben bezeichne. Handwerk und Einzelhandel bei Hugenberg. Berlin, 10. Febr. (TU.) Reichsminister Dr. Hugenberg empfing die Vertreter des Handwerks und des Einzelhandels zur Besprechung über die notwendigen Maßnahmen für den M i 11 e 1 st a n d. Bei der Besprechung, die zwei Stunden in Anspruch nahm, waren anwesend der Vorsitzende des Reichsverbandes des Deutschen Handwerks, D e r l i e n - Berlin, der Vorsitzende der Handwerkerbünde Huchenbuch, der Vizepräsident der Handwerkskammer Berlin, V o l k m a n n , Generalsekretär Dr. Meusch , Generalsekretär Hermann und der deutsch- nationale Abgeordnete Schlossermeister T i m m. Der Einzelhandel war durch die Herren K a l b - fuß, Janssen und Dr. Tiburtius vertreten. Außerdem nahm Minister a. D. Ha m m vom Industrie- und Handelstag an der Bespre- 'chung teil. Verheeren-eLkPlHoliMastrophemAeunkircheii Der größte Gasbehälter des Saargebietes in die Lust geflogen. Bisher 49 Tote, 200 bis 250 Schwerverletzte. IurchtbareMrkung her Explosion Reunkirchen, 10. Febr. (TU.) Am Freitag um 18.10 Uhr ereignete sich hier ein außerordentlich schweres L x p l o s i o n s u n g l ü ck, das sich in seiner ganzen Ausdehnung noch nicht übersehen laßt. Der Gasbehälter des Reunkir- chener Eisenwerkes, vormals Gedr. Stumm, der größte des Saargebiets, der ein Fassungsvermögen von 120 000 Kubikmeter besitzt, 80 Meter hoch ist. o Düren m. 1- roooooc o Meti o Euskirchen m \ fachen i einen Durchmesser von 45 Meter hat und eine Grundfläche von 1550 Quadratmeter bedeckt, ist aus bisher noch ungeklärter Ursache in die Luft geflogen. Der gewaltige Luftdruck hat große Teile der Stadt und selbst einige Dörfer in der näheren und weiteren Umgebung der Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Straßen der Stadt sind mit Glasscherben und Dachziegeln dicht übersät. Es gibt kaum eine Fensterscheibe in Reunkirchen. die nicht zerstört ist. Das Werkgelände ist von Polizei- und Gendar- meriebamten scharf abgesperrt, so daß es noch nicht möglich ist, das Unglück in seiner ganzen Tragweite zu übersehen. Das Bild der Stadt erinnert an eine schwere Beschießung während des Krieges. Zu den Toten und Schwerverletzten zählen nicht nur zahlreiche Arbeiter und Angestellte der Belegschaft des Werkes, sondern auch Frauen und Kinder aus den umliegenden Häusern. Sämtliche Lastkraftwagen aus Saarbrücken sind mit Tragbahren, Pechfackeln und sonstigen Gerätschaften eingesetzt worden. Alle Krankenhäuser von Reunkirchen und der Umgebung bis nach Friedrichstal sind bereits mit Schwerverletzten überfüllt. Die Detonation wurde bis nach Karlsruhe hin gehört. Oie Ursache noch ungetlän. lieber die Ursache und den Hergang der Ex- plojion läßt sich noch nichts mit Sicherheit aussagen. Wie ein Werkmeister des Eisenwerkes berichtet, befand sich 15 Meter von dem Gasometer entfernt eine Benzoloerladestelle mit Tankeinrichtung. Dort soll das Benzol in Brand geraten sein. Das Feuer habe auf die Teerverdichtung am Fuße des Gasometers übergegriffen. Man habe dann schnell versucht, das Gas auf dem Hofbehälter abzulassen. Dabei sei die große Explosion erfolgt Tiefe Darstellung muß mit allem Vorbehalt wieder- gegeben werden. Der Generaldirektor des Werkes befand sich zur Zeit des Unglücks in Saarbrücken auf einer Sitzung der Handelskammer. Dort erfuhr er von dem schrecklichen Unglück, das die Hütte betroffen hatte. Um 19.15 Uhr erfolgte eine weitere kleinere Explosion, die in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometer um Reunkirchen noch vernommen wurde. Die Hauptexplosion wurde einerseits bis Köln, andererseits bis Bafel vernommen. In Baden hatte man den Eindruck, daß ein neues schweres Erdbeben siattgefunden habe. 49 Todesopfer bisher geborgen. Bi» 7.45 Uhr sind 49 Tote geborgen. Die Gefahr weiterer Explosionen gilt vorläufig als beseitigt Die Suche nach weiteren verschütteten wird fortgesetzt. Die Zahl der Schwerverleh- f e n dürfte etwa 200 bis 250 betragen. Zwischen den Vertretern der Behörden fanden Besprechungen statt, auf welche weise am wirksamsten der Rot unter der Bevölkerung gesteuert werden kann. Oie Nacht nach dem Unglück. Die Aufräumungs- und Rettungsarbeiten in den durch die furchtbare Explo- sionskatastrophe zerstörten Straßenzügen Reuickir- chens sind, wie die Reunkirchener Zeitung meldet, noch in vollem Gange. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß sich in den 15 zerstörten Häusern der Saarbrücker Straße noch weitere Tote befinden. Das Hüttengelände steht immer noch i n Brand, die Koksanlage und der mit dem Gasometer verbundene Kondensator bildeten die ganze Rächt hindurch ein riesiges Flammenmeer. Starke Polizeikräfte find in der Annahme zusammengezogen worden, daß es anläßlich des Unglücks zu Kundgebungen radikaler Elemente kommen könnte. In der Tlnglücksstadt Reunkirchen wird besonders die Hilfe aus den angrenzenden deutschen Gebietsteilen warm empfunden. Aus Kaiserslautern, Zweibrücken und Pirmasens sind Aerzte und Sanitäter zur Hilfeleistung nach Reunkirchen geeilt. Der explodierte Gasometer konnte bis 150 000 Kubikmeter Gas fassen. Er war der drittgrößte Deutschlands. Im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen Gasometern war er wasserlos. In seinem Innern befand sich eine gegen die Wände gut abgedichtete Scheibe, die mit dem Gasdruck auf- und abglitt. Der Gasometer besaß vier Etagen von je 17 Meter Höhe. Man hielt ihn für absolut explosionssicher. Er war seit Mitte 1931 in Betrieb und diente zur Ferngasversorgung der Rheinpfalz. Oie Not her Bevölkerung. Die Not unter der schwer betroffenen Bevölkerung ist ungeheuer, aber anerkennenswert ist auch die Opferbereitschaft, die sich allenthalben zeigt. Die Leute rissen sich geradezu darum, die Verwundeten in ihre Wohnungen mitzunehmen, um ihnen eine vorläufige Unterkunft zu gewähren. Sanitäter und freiwilliges Hilfspersonal waren in kürzester Zeit zur Stelle. Die Stadt selbst bietet ein furchtbares Bild der Zerstörung. Aus Schritt und Tritt stößt man auf Glasscherben, zerbrochene Mauerteile und Eisenstücke. Licht- und Straßenbahnmasten ragen verbogen und zerknickt in die Lust. Zentrümmerte Fenster und Türen liegen auf der Straße. Das Fahrgestell eines Straßenbahnwagens steht an einer Stelle der Stadt gespensterhaft da, der Oberteil ist durch die Explosion vollkommen abgerissen und fort- geschleudert worden, die Insassen wurden z e r r i s - sen und getötet; wieviel es waren, läßt sich nicht feststellen. Die Schwere des Unglücks wird erst erkennbar, wenn man bedenkt, daß die Katastrophe das ganze Neunkirchener Eisenwerk, wie versichert wird, ein ganzes Jahr zum Stilliegen bringt. Zum Schmerz und Not der Bevölkerung kommt die vermehrte Arbeitslosigkeit. Es wird der Anstrengungen der ganzen Saarbevölkerung bedürfen, um diese riesenhaft anwachsende Sorge zu überwinden. at nt> a» cs n* . 'st. am ich >aS er Sie >as teil zur 'ort am- aus allein oar. »rde Han 'gen aber deS ifrtg ■nem bien reu- zur t lüft chie- I. '«er . Die genb- irben. aume. ,i 200 wird, ochsen Haus lurgs- ager eben- fl sin- nähen, n Ar- kochen, irsorge )zialen junge •en sich ochsten ich er- hiesige buid) i g mit 'r weit hinaus nwerke, urks - iste um a“ er* 25. be- s Vorig zum jört seit ahntal- >es Ge- e „(Jä* )er, der Zanges- |enb das lkte für hat hier > leider t. Zwei, n Man- Lebens- r fl Drau f e n Huf - n dessen nd Wei- re Wet- .nd nach Durch lerdings >ie über rgiebige üblichen den ab- n Druck völligem hen sich , später- Rieder- stig und trocken. Vielfach Lag und »n mild, 0,8 Grad morgens Minimum 1 10 cm 9. Marz: 0,0 mm. hth. Abrüstung das beste Mistel für die Sicherheit. Botschafter Aadolny antwortet Paul-Boncour. — Oer Grundsatz -er Gleichberechtigung steht nicht mehr zur Debatte. Genf, 10. Febr. (Täl.) Botschafter Radolny verlas am Freitag im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz die nach dem Vorstoß Paul Boncours und der Ablehnung der deutschen Gleichberechtigung mit größter Spannung erwartete Erklärung der deutschen Regierung, in der es heißt: Die am 11. Dezember unterzeichnete Verein- barung bildet die Grundlage und die Voraussetzung für die Teilnahme Deutschlands an der Abrüstungs- ko n f e r e n z. von dieser Grundlage wird sich Deutschland nicht entfernen. Der Vertreter Frankreichs hat noch einmal den französischen Standpunkt zur Sicherheilssrage dargelegt und mit voller Klarheit festgestellt, daß die Schaffung neuer gegenseitiger Slcher- heit^bürgschaften die Vorbedingung für eine wesentliche und wirksame Herabsetzung der Rüstungen bilde. Der deutsche Standpunkt ist dem entgegengesetzt. Die wahre Aufgabe dieser Konferenz besteht n i chl in der Schaffung neuer gegenseitiger Sicherheitsbürgschaften. Sie muß vielmehr darin bestehen, den entscheidenden Schritt auf dem Gebiete der Abrüstung zu tun, was gleichzeitig das beste Mittel für die Sicherheit ist. Diese Auffassung wird von einer großen Zahl anderer Abordnungen geteilt. Andererseits hat Deutschland sich bereit erklärt, mit bestem Willen sich an der Erörterung der französischen Vorschläge zu beteiligen. Der Führer der deutschen Abordnung selbst hat bereits im Präsidium der ÄonfßKn5 vorgeschlagen, gleichzeitig die französischen Vorschläge zusammen mit der allgemeinen Abrüstungsfrage zu erörtern. Statt nun jetzt eine lange Aussprache über die Grundsätze herbeizuführen, ist es durchaus zweck- müßiger, an die praktische Arbeit zu gehen. Die deutsche Abordnung legt keinen wert auf die Frage, in welchem Ausschuß die einzelnen Fragen behandelt werden. Die deutsche Regierung hofft vielmehr, daß die Konferenz mit Riesenschritten dem angestreb- ten Ziele zueilt. Die deutsche Abordnung verlangt aber, daß die F r a g e d e r q u a l i t a - tiveuAbrüstung jetzt sobaldwiemög- l i ch und nicht, wie die französische Abordnung es vorgeschlagen hat. erst nach der Verhandlung der heeresstürke und der kontinental-europäischen Sicherheitsfragen behandelt wird. Eine Aussprache über die im ersten Teil des englischen Arbeitsprogramms behandelte Berechtigung und die Feststellung, daß das künftige Abrüstungsabkommen den Teil v des Versailler Vertrages ersehen soll, wird im Hauptausschuß nich t sta11finden, da darin eine Liebereinstimmung zwischen der Auffassung der deutschen, französischen, polnischen und englischen Abordnung erzielt wurde. Auf deutscher Seite wird eine Aussprache über die Gleichberechtigung grundsätzlich abgelehnt, da die Gleichberechtigung als grundsätzlich anerkannt betrachtet wird, während die französische Staatengruppe die Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung verweigert. Die Praktische Anwendung der Fünfmächtevereinbarung vom 11. Dezember ist jedoch durch die französische Haltung in Frage gestellt. Auf Hochfchulnachrichlen. Auf den Frankfurter Lehrstuhl für römisches und bürgerliches Recht wurde anstelle von Professor Dr. Hans Le Wald der Freiburger Ordinarius Professor Dr. Andrea- Schwarz berufen. Oie Erhöhung der Viehzölle Eine amtliche Begründung. Die Neueinstudierung wurde freundlich und mit guter Laune entgegengenommen. Ein Antrag der Rationalsozialisten, wonach die Regierung ersucht wird, alsbald ein umfassendes Programm der in Hessen vorzunehmenden Be - reinigungs-, M e l i o r a t i o n s - und Siedlungsarbeiten dem Landtage vorzulegen, wurde angenommen. Ein Antrag Wcckler und Fraktion ersucht die Regierung, ihre verschiedenen Waldpachtflächen in der Gemeinde Ruhlkirchen zur Durchführung der Anliegersiedlung zur Verfügung zu stellen. Der Antrag wurde angenommen. Ein kommunistischer Ergänzungsantrag, dieses Gelände kostenlos abzugeben, verfiel der Ablehnung. Das gleiche Schicksal ereilte einen Antrag des Abg. Maurer und Fraktion (SPD.) hinsichtlich der Anlieger- siedlungen E i ch e n r o d , die vorgesehene Siedlungsfläche aus dem dem Freiherrn von Riedesel gehörenden Gelände um etwa 25 Morgen zu vergrößern. Dagegen stimmten die Rationalsozialisten und Kommunisten. Ein weiterer Antrag der Abg. Maurer und Fraktion auf Geländezuteilung in der Gemeinde Deckenbach, der für die Siedler von Deckenbach weiteres Rodungsland aus staatlichem Forstbesih zu entsprechender Pachtung freigegeben wissen will, wurde bei Stimmenthaltung der Rationalsozialisten und Kommunisten angenommen. Der Ausschuß vertagte sich dann bis zum Donnerstag der kommenden Woche, wo er in die Etatberatung eintreten will. erhöhungen, abgesehen davon, daß unsere jetzt schon schwach gestellte Landwirtschaft mit neuen Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird, daß wir auf deutsche Jndustriewaren verzichten müssen, für die wir guten Gebrauch haben. — „Dagens Rhheter" schreiben: Die äußerst starke Begrenzung unserer Ausfuhr nach Deutschland, die die Folge der Zollerhöhungen sein wird, wird die Wirkung haben, bah nur ganz verschwindend kleine Beträge für unsere Gießener Giadttheater. Cammerlohr und Ebcrmayer: „Bargeld lacht". Eine sauersüße theatralische Randglosse zur euro- palschen Wirtschaftslage 1933. Dreiaktiges Bonbon- foUeg über die bekannte Krise, das Luftgeschäft, den Kredit, die Fiktion des Geldes und die sogenannte Transaktion. Teils ernsthaft, teils ironisch, teils lüft- spielmäßig-unwahrscheinlich. (Vielleicht war es den beiden jungen Autoren doch nicht ganz geheuer zumute, als sie — wahrscheinlich aufgrund einer alltäglichen Zeitungsnotiz — sich ein kleines Späßchen mit der allgemeinen Pleite machten.) Das fängt damit an, daß sie bei Generaldirektors vor der Abendgesellschaft die preußischen Kuckucke von den gepfändeten Möbeln kratzen; erstens macht sowas an und für sich keinen guten Eindruck, zweitens und besonders dann nicht, wenn man Kredit braucht. Unb den brauchen sie, sehr nötig sogar, denn nach dem Abendbrot soll ein Geschäft gefingert werden, ein ganz großes Projekt — mit nichts. Und dabei können die Leute nicht mal ihre elektrische Lichtrechnung bezahlen. Kommt ein Kontrolleur und schimpft und stellt den Strom ab. Aus. Aber der junge Ar- beiter, der den groben Kerl begleitet, stellt das Licht hinterher wieder an, weil er sich nämlich in die Tochter des Hauses verguckt hat. Schwein ebestand übersteigt die Vorkriegshöhe nach der Zählung vom 1. Dezember 1932 um 310 000 Stück, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß im Hinblick auf den niedrigen Preisstand der Schweine und das starke Angebot kohlehydrathaltiger Futtermittel das Gewicht der Schlachtschweine höher ist als in früheren Jahren, so daß der rein ziffernmäßige Vergleich zur Beurtei- lung der Lage allein nicht ausreicht. Trotz des großen deutschen Rindviehstapels war im Vorjahre noch eine Einfuhr st eigerung für Rindvieh festzustellen. Die Preise für voll- fleischige Ochsen sind seit Januar 1933 von 55 Mk. je Zentner auf 26 bis 29 Mark zurückge- gangen, die für fleischige Ochsen von 50 Mk. auf 22 bis 25 Mk., die für vollfleischige Kühe von 35 bis 40 Mk. auf 18 bis 21 Mk. und die für geringwertige Kühe von 20 bis 22 Mk. auf 10 bis 14 Mk. Der Berliner Preis für schwere Schweine (200 bis 240 Pfund) betrug am 7. Februar 36 bis 38 Mk. je Zentner gegenüber dem früher aufgestellten Richtpreis von 60 bis 75 Mark. meistgelesenen Erzähler geworden war, rtssen sich die amerikanischen Verleger um seine neuesten Werke, und es begann eine indianische Mode im Schrifttum. Diese erstreckte sich nicht nur auf Romane, sondern auch auf die Lyrik der Rothäute: ein Band Gedichte, der unter dem Pseudonym „Rcdhcart" veröffentlicht wurde, brachte es innerhalb von drei Jahren zu einer Auflage von 180 000 Stück. Der Verfasser, mit dem richtigen Ramen Patt Cesser, hat auch eine Rech« von Lebensbeschreibungen indianischer Volksführer erscheinen lassen, die großen Erfolg hatten. Thorpe gab zusammen mit Ceffer 1929 eine „Enzyklopädie der indianischen Rationalkunst" heraus, und nun begann sich auch der Schleier von den alten indianischen Literaturschätzen zu heben, die bis dahin nur von Mund zu Mund verbreitet worden waren. Zwar wurden die Herausgeber von den altmodischen Indianern deswegen heftig angegriffen, weil sie dies Geheimnis der indianischen Gröhe preisgegeben hätten, aber die Veröffentlichung der altindianischen Helden- und Kriegslieder, der Märchen und Sagen ist nunmehr im Gange und bedeutet eine wichtige Bereicherung der primitiven Literaturen. Mit dieser Bewegung geht eine andere zusammen, die die vielfach verbreiteten falschen Vorstellungen von den Rothäuten richtigstellen und über das wahre Wesen ihrer Kultur aufklären will. Ein indianischer Student, Val Harping, ist zu diesem Zwecke durch Europa gezogen, und er hat sich mit andern Schriftstellern zusammengetan, um die ganze über die Indianer erschienene Literatur zu sammeln und dann die Irrtümer klarzulegen, die sich in der Welt der Weihen festgesetzt haben. Außerdem tritt neben die Dichtung jetzt eine Kampfliteratur der Rothäute, in der sie die Gewalttaten und älngerechtigkeiten ihrer einstigen Unter» örüder anprangern. So benutzen die Enkel ter wildesten Freiheitskämpseir der Erde jetzt das allermodernste Kampfmittel, die Feder, um sich an ihren Gegnern zu rächen und sich mehr Geltung und mehr Rechte zu erobern. Einkäufe in Deutschland zur Verfügung gestellt werden können. Man sagt nicht zu feiet, wenn man erklärt, daß wir uns einer Lag« nähern, die einem Handelskrieg gleicht. Unter seinem neuen Krisenminister Geheimrat Hugen- berg ist Deutschland im Begriff, seine skandinavischen Märkte gänzlich zu verlieren. Die Politik, di« daS Reich nun führt, wird in steigendem Blaße die Verbindungen mit Skandinavien zerschneiden. mit dem unverhofften Fund, mit gesundem Jn- ftintt und geradezu: er machte das sehr nett und verhältnismäßig glaubhaft, so daß die Lustspiel-Figur einen menschlichen Umriß erhielt. Herr Dolck als Generaldirektor: betriebsam bis zur Ekstase — an gesichts der falschen Scheine — geschmeidig, dennoch geräuschvoll im fatalen Verhandlungsjargon eines zeitgenössischen Scheinkapitalisten. Fräulein F l e m - m i ng gab die Tochter Lilian nicht ohne Humor und liebenswürdig unkonventionell in den zärtlichen Szenen mit dem unstandesgemäßen Verehrer. * Am Geschäft beteiligten sich ferner Frau Koch, Die mit erstaunlicher Energie und draufgängerische? Versiertheit in das Unternehmen einftieg; und Herr ■ r r^er aus e*nem geheimrätlichen Magnaten eine hübsche, kleine Chargenstudie machte. Fräulein Wielander als fouragiertes Stubenmädel, j)err Geiger als ein hanebüchen ordinärer, berlinernder Kontrolleur und Herr Dieten als J-enKn^..,forrcfter Schupo machten sich ferner um die Aufführung verdient. Literatur der Rothäute. Mann hat sich seit manchen Jahren nut den Kultur der fremden Eroberer abgefunden, und es gibt heute eine ganze Anzahl 3n- Dianer, die im politischen und Geschäftsleben der Vereinigten Staaten eine bedeutend« Stellung einnehmen. 2m Zusammenhang mit diesem neuen Aufstieg der „roten Rasse" ist auch eine interessante indianische Literatur entstanden über deren Entwicklung Th. Thomas in der Monats- 'chrlft „Die Literatur" berichtet. Cs gibt heute mehrere indianische Verlagsunternehmen, von de- nen das erste 1913 in Omaha gegründet wurde und feine Tätigkeit mit einem Roman von Alban Thorpe begann, einem der ersten Vertreter der neuen hochschulgebildeten Generation. Thorpe hat sich seit diesem Erstlingswerk zu einem ter bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller aufge» schwungen. Ein anderer in Reuyork gegründeter i£.ean öem Thorpe eifrig mitarbeitete, schloß fid) 1915 an, und seitdem haben diese beiten Unternehmungen bis 1930 mehr als zwanzig Ro- jnane Rovellenbände indianischer Schriftsteller herausgebracht. Als Thorpe zu einem der Eine „Kampffront Schwarzweißrot". Papen und Leldte auf der dentschnationalen Wahlliste. Berlin, 10. Febr. ($M.) Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: In ter seit mehreren Tagen von ter Deutschnationalen Volkspartei einberufenen Wahlkundgebung im Sportpalast in Berlin werden am Samstag außer dem bereits angekündigten Reichsminister Dr. Hugenberg auch Vizekanzler v. Papen und Reichsarbeitsminister Franz Seldte sprechen. Auf Grund getroffener Vereinbarung werden die beiten letztgenannten Herren auf der Liste5 zumDeichstag kandidieren.diealsAusdruck des Zusammenschlusses das einigende Kennwort „Kampffront Schwarzweihrot" tragen wird. .Unter dem gleichen Kennwort werten die deutschnationalen Landesverbände ihre Wahlkreisvorschläge zur bevorstehenden Reichstags- und Landtagswahl einreichen. Wie wir erfahren, stehen bereits die ersten drei Mann der Reichsliste der schwarzweißroten Kampffront fest; es sind dies Generalfeldmarschall von Mackensen, Vizekanzler von Papen und Reichsminister Franz S e l d t e, der außerdem in den Wahlkreisen Magdeburg und Merseburg kandidieren wird. Dr. Hugenberg wird die Spitzenkandidatur der meisten Wahlkreislisten der Kampffront Schwarzweißrot übernehmen. Es verlautet, daß auch Verhandlungen mit den Gruppen der mittleren Rechten über die Einbeziehung auch dieser politischen Kräfte in die Kampffront Schwarzweißrot beabsichtigt sind. Die Lage in Hessen. Die Reichöregicrung informiert sich in Darmstadt. Darmstadt, 10. Februar. (W5N.) Amtlich wird mitgeteilt: Der hessische Innenminister empfing heute vormittag in Vertretung de» zur Zeit in Berlin weilenden Staatspräsidenten den Ober- regierungsral Dr. Medicus vom Reichsministerium des Innern, der im Auftrag de» Reichs- mlnisiers Dr. Frick nach Hessen entsandt worden ist, um sich an Ort und Stelle ein, Dild von der Lage in Hessen zu machen. Die Entsendung beruht auf den verschiedenen Mittel lu»gen, die in den letzten Tagen seit Amtsantritt der Regierung Hitler nach Berlin gerietet worden sind und dort den Eindruck erwecken mußten, als sei in Hessen dleöffenkliche Ruhe und Ordnung gefährdet und die hessische Regierung nicht Herr der Lage. Der hessische Innenminister hat im Ramen der Regierung dem Vertreter des Reichsinnenministers erklärt, daß die hessische Regierung nichtszuverbergen habe. Ls sei in Hessen ruhiger al» in irgendeinem anderen deutschen Lande und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht im geringslen gefährdet. Bei den in Betracht kommenden Ausschreitungen handelt es sich um Vorgänge geringfügiger Art, was schon daraus hervorgehl, daß es bei den polt- ksichen Auseinandersetzungen la Hessen feit dem Amtsantritt der neuen Reichsregierung weder einen Toten noch Schwerverletzten gegeben Hal. Der Vertreter der Reichsregierung bekam Gelegenheit, sich an Ort und Stelle von dem wahren Tatbestand zu überzeugen. Mit seiner Rückreise nach Berlin ist in den Abendstunden zu rechnen. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. D a r m ft a b t, 10. Febr. (WHP./Dem Finanz, ausschuß des Hessischen Landtages lag bei feinem Wiederzusarnmentritt am heutigen Freitag ein Voranschlag ter Regierung vor, wonach diese sich das Ankaufsrecht für ein Grund ft ück, das neben der ilniöerfität Gießen liegt, sichern will mit ter Begründung, daß dieses Grundstück für spätere Erweiterungsbauten der Universität benutzt werden könne. Der Ausschuß empfiehlt ter Regierung, von diesem Geländeankauf abzusehen. Ein Symbol: wie sie in Flammen aufgehen. Und zum -Schluß stellt sich noch heraus, daß es Falschgeld war, mit dem sie erst Geschäfte gemacht und dann geheizt haben. Noch ein Symbol. Schön ist aber, wie der Monteur, tüchtiger Mann aus dem Volk, Den kurzen und unerwarteten Anschauungsunterricht in moderner Finanzgebarung bei diesem General- öireftor begriffen hat, die Trümpfe auf den Tisch baut und mit seinen Geschäftspartnern Schlitten fahrt. Da ist es ja nicht mehr als billig, daß er zur Belohnung die Tochter des Hauses kriegt und das Lustspiel einen nicht nur traditionell-lustspielhaften sondern sogar märchenhaften Abschluß findet. ♦ Regie führte Dberfpielleiter Fassott. Eine flotte, saubere Ausführung. Flinke, klappende Konversation. Die lehrreichen und bittersüßen Bonmots der beiden Autoren wurden gefällig und unüber« borbar placiert. Die theatralisch gemeinten Szenen — außerhalb der theoretischen Erörterungen aus Öer neuzeitlichen Privatwirtschaft — tarnen wirkungsvoll zur Geltung. Herr Löffler hatte einen modernen Jnnenraum entworfen, dessen gewählte Stilisierung den unlauteren Geschäften einen seriösen Hintergrund gab. Die Beleuchtung, die hier eine nicht unwesentliche Rolle spielt, mürbe von Herrn Keim sorgsam betreut. • 5m Ensemble schoß Herr Wrede den Vogel ab: er mar der Monteur, ter Mann aus dem Volk deutscher Seite muh daher damit gerechnet werten, daß in den weiteren Verhandlungen jede deutsche Forderung auf die praktische Anwendung der deutschen Gleichberechtigung in der endgültigen Festsetzung des deutschen Rüstungsstandes auf den geschlossenen Widerstand Frankreichs und der Frankreich nahestehenden Regierungen stoßen wird. Oer deutsch, ranzösische Gegensatz unvermindert. Gens, 10. Febr. (TU.) Die Erklärung Nadolnys in Erwiderung auf die Nichtanerkennung ter beut- schen Gleichberechtigung durch den französischen Außenminister hat in leitenden französischen Kreisen gewisses Erstaunen erregt, da man nach der oielbemerrten außerordentlich scharfen und einmütigen Haltung der deutschen Presse mit einer schärferen Erwiderung rechnete. Auf französischer Seite wird betont, daß selbstverständlich von einer Anerkennung ter deutschen Gleichberechtigung keine Rede sein könne. Man stützt sich hierbei auf den Wortlaut der Fünfmächteerklärungen vom 11. Dezember, die von der französischen Regierung in dem Sinne ausgelegt wird, daß die Anerken- rning der deutschen Gleichberechtigung an neue europäische Sicherheitsgarantien und damit an die Anerkennung des im Versailler Vertrag geschaffenen Status gebunden fei. Man erwartet, daß nunmehr in den jetzt beginnenden sachlichen Verhandlungen über den englischen und französischen Abrüstungsplan bei jedem einzelnen Punkt der Kamps um die deutsche Gleichberechtigung in aller Schärfe entbrennen wird. Das Arb-itsprogramm. Genf, 10. Febr. (TU.) Um das weitere Arbeitsprogramm der Abrüstungskonferenz kam es zu einer lebhaften Aussprache. Paul-Bon- c o u r verlangte, daß die beiden Grundfragen des französischen Abrüstungsplanes das K o nt i n c n- taleuropäische Sicherheitssystem und die Frage des Heeressyst«ms (Miliz oder Berufsheer) unverzüglich als er st er Punkt zur Verhandlung gelangten. Die französische Regierung lehne es ab, die Frage ter qualitativen Abrüstung und damit die Frage der Festsetzung des Kriegsmaterials für die einzelnen Mächte zur Erörterung zu stellen, solange nicht eine eindeutige Stellungnahme der Regierungen zu den beiden von Frankreich geforderten Hauptpunkten Sicherheits- und Heeres- frage erfolgt sei. Der französische Standpunkt wurde von deutscher und italiemscher Seite scharf bekämpft. Botschafter Radolny verlangte, daß zunächst die Frage der qualitativen Abrüstung und des Kriegsmaterials behandelt würde, da die ziffernmäßige Festsetzung der Heeresstärken der einzelnen Länder entscheidend davon abhänge, welche Waffen in Zukunft erlaubt und verboten seien. Eine Entscheidung über diese materiell außerordentlich wichtige Frage ist nicht gefallen. Das Präsidium beschloß, die Sicherheitbsfrage nach dem englischen Arbeitsprogramm dem politischen Ausschuß der Konferenz zu überweisen. Dagegen wurde das Kapitel des englischen Arbeitsprogramms über die materielle Abrüstung an den Hauptausschuß überwiesen. Berlin, 10. Febr. Für die schon befanntge- gebene Erhöhung ter Zölle für lebendes Vieh, Fleisch und Schmalz, die am 15. Februar in Kraft tritt, wird amtlich folgende Begründung gegeben: Deutschland ist in der Lage, seinen Fleisch- bedarf aus eigener Produktion z u decken, denn der gesamte Rindoiehbestand ist nach der letzten Zählung um rund 650 000 Stück | Vieh größer als im Jahre 1913, und auch der | Unb roie ter junge Mann seinen Werkzeugkasten aufmacht, fallt er bald um, denn da liegen siebzig Tausendollarnoten drin, die begreiflicherweise vorher nicht da waren. Das kam so: auf der Untergrunh- baljH sollte ein Devisenschieber verhaftet werden- der hat m seiner Angst das Geld schnell dem Monteur in seinen Kasten gestopft, ohne daß es gemerkt wurde. Nachdem sich der Goldrausch und die erste Aufregung etwas gelegt haben, findet der Monteur daß er anständigerweise nur mit dem zehnten Teil des Geldes rechnen kann: Finderlohn. Aber der Ge- neraldirektor kommt dazu, gerät seinerseits in einen Taumel und verkündet: Bargeld lacht. Läßt den plagen Mann seinen Sonntagsanzug anziehen und präsentiert ihn seiner Gesellschaft als Geldmann. * Jetzt geht mit dem Geld, das keinem von ihnen gehört, ein tolles Geschäft los, eine Gründung von erstaunlichen Ausmaßen. Und ein wüstes Feilschen Auch die Einfuhr von Schmal; hatte seit 1930 steigende Tendenz. Sie betrug im Jahre 1930 -- 788 000 Dz., im Jahre 1931 - 832 000 Dz. und im Jahre 1932 rund eine Million Dz. Gleichzeitig machte sich das Sinken des Schmalzweltmarktpreises am deutschen Markte stark fühlbar. Der Durchschnittspreis für Schmalz cif Ham. bürg (unverzollt) betrug 1930 noch 56,8 Pf. je Pfund, gab dann 1931 auf 43,4 Pf. nach und fiel 1932 bis auf 30,7 Pf. je Pfund. Die jetzt vorgenommene Zollerhöhung beträgt mithin noch nicht einmal soviel wie der Preisrückgang seit 1 9 3 0 ausmacht. Welter wird daraus hin- geroiefen, daß Deutschland in der Lage sei, die Schmalzproduktion wesentlich auszudehnen, ohne den Markt für Schweinefleisch noch stärker zu belasten, das richtige Produktionsverhältnis zwischen leichten Fleisch- und schweren Fettschweinen liege bei etwa 60 zu 40 Prozent. Das Echo in Dänemark. Kopenhagen, 10. Febr. (ERB.) Anläßlich der neuen deutschen Zollerhöhungen für lebendes Vieh, Fleisch und Fette schreibt „Po- litiken" u. a.: Für uns bedeuten die neuen Zoll- um die Aktien-Majorität, ein großes Geschrei um Kauf und Verkauf und Nennwert und Unterpachten und Reingewinn und Provision und Generaldirektorsgehalt. (Dabei werden übrigens die Personen mit einer mehr als naiven Technik vom einen Zim- mer ins andere geschoben, wie sie gerade gebraucht werden oder überflüssig sind.) * Leider kommt, wie das Pbantasiegeschäft im schön- ften Gang ist, die Polizei. Der Monteur denkt- wegen des unterschlagenen Geldes; das verstecken sie schnell unter einer Zeitung. Aber der Schupo kommt gar nicht deswegen, sondern auf Betreiben des Hontrolleurs, um gegen den frech gewordenen jungen Arbeiter einzuschreiten, der den gesperrten Strom wieder angestellt hat. Kaum ist dieser Schrecken glück- lich überwunden, da erscheint das Mädchen, um im Äamm Feuer zu machen. Da gerade niemand im Zimmer ist, heizt sie ahnungslos nicht nur mit der alten Zeitung, sondern auch mit den 70 000 Dollars. Aus der Provinzialhaupistadt ** Kranzniederlegung am Grabe Röntgens. Die Stadtverwaltung von Remscheid lieh durch Vermittlung der Gießener Stadtverwaltung gestern am Grabe Röntgens als Zeichen treuen Gedenkens einen Kranz niederlegen. Röntgen war Ehrenbürger der Stadt Remscheid. ** Besuchszeiten in den Museen. Die Museen und Sammlungen sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Llhr geöffnet. Wolken sammeln, in kunstlosen, steinernen, niedrigen Kuppelbauten ve.ehrt wird. Mehrfache Proben aus Regenbitt- und Erntedanlgebeten zeigten den einfach-tiefen Raturglauben dieser Menschen, für die Sankt Sebastian bisher noch ein fragwürdiger Heiliger ist, dessen man nur anhangsweise gedenkt. Der erste Querschnitt endete an der weit verästelten, von hohen Steilküsten umrahmten Bucht von Acapulco am Pazifischen Ozean, während der zweite an der Küste von San Salvador ansetzte und durch Südostguatemala entlang dem Rio Wotagua »um Atlantischen Ozean lief. Der salvadorianische Küstensaum zeigt von der Rähmaschine bis zur kommunistischen Agitation eine viel stärkere Europäisierung. Hinter der von tätigen^Dulkanen dicht besetzten "pazifischen Kordilliere beginnt auch hier eine Hochebene, von untadelig bearbeiteten Feldern und Kiefernwäldern bedeckt. Den Schluß des vom Publikum, sehr dankbar aufgenommenen Vortrags bildeten Betrachtungen über die an die Maya» kultur erinnernden, restlos von Götterbildern und Ornamenten bedeckten KalksteinsLulen Südostguatemalas, deren Hieroglyphen man entziffern konnte, jedoch ohne daß eine Festlegung ihrer Entstehungszeit möglich gewesen ist. H. L. Bornotizen. — Aus dem Stadttheater-Dureou wird uns geschrieben: Das Ensemble weilt heute auf Einladung der Koblenzer Intendanz in Koblenz und bringt dort das deutsche Frontstück „Die endlose Straße" als Austauschgastspiel zur Aufführung. — Sonntag, 12. Februar, 15 bis nach 18 älhr, 19 bis nach 22 Lkhr die Operettenrevue: „3m weihen Röhl." Ermäßigte Operettenpreise. Dorzugsgutscheine haben Gültigkeit. 3n der Rachmittagsvorstellung auch Schülerkarten. — Montag, 13. Februar, 20 äkhr: „Sing- und Spiel» Ab^nd" der Iugendverbände zugunsten des Rotwerks der deutschen Jugend. — Dienstag, 14. Februar, 19.30 Llhr, 19. Vorstellung im Dienstag- Abonnement: Gastspiel des Hessischen Landes» thcaters Darmstadt: „Der Rosenkavalier", von Richard Strauh. Ende 23 Ahr. Opernpreise. Vorzugs» und Dundfunkgutscheine haben Gültigkeit. — Mittwoch, 15. Februar, 19. Vorstellung im Mittwochabonnement, die Komödie: „Bargeld lacht". Gewöhnliche Preise. Von 20 bis 22.15 Ahr. — Freitag, 17. Februar, 19. Vorstellung im Freitagabonnement: „Das Dreimäderlhaus", Operette mit der Musik nach Franz Schubert. Operettenpreise. Schülerkarten haben Gültigkeit. Spieldauer 20 bis 23 Ahr. — Kavallerie-Vere in. Morgen, Sonntag, abends, in der „Stadt Wetzlar" Lichtbildervortrag über „Kämpfe im Osten". (Siehe heutige Anzeige.) Daten für Tamstag, 11. Februar. 1847: der Physiker Thomas Alva Edison zu Milan in Ohio geboren: — 1873: der Dichter Rudolf Hans Bartsch in Graz geboren; — 1905: der Dichter Otto Erich Hartleben in Salo am Gardasee gestorben; — 1919: Friedrich Ebert wird Präsident des Deutschen ReiHs. Daten für Sonntag, 12.Februar. 1804: der Philosoph Immanual Kant in»Königs- berg i. Pr. gestorben; — 1809: der Naturforscher Charles Darwin in Shrewsbury geboren; — 1813: der Dichter Otto Ludwig in Eisfeld geboren. Oberhessischer Kunstverein. Dom Oberhessischen Kunstverein wird uns geschrieben: Die neue Ausstellung des Kunstvereins toicö am kommenden Sonntag als Gedächtnisausstel- tuna für den vor vier 3ahren gestorbenen jun- aen Waler Walter G r a m a t t e um 11 Ahr er- MfneL Der größte Teil sämtlicher Arbeiten dieses Künstlers wird in dieser Ausstellung gezeigt wer- den. Reben einer ganzen Reihe von Oelbildern find es mehr als 30 Aquarelle, über 70 Radierungen und annähernd 60 andere graphische Arbeiten, die es ermöglichen, das gesamte Schaffen des Künstlers ziemlich vollständig zu überschauen. Wir sind überzeugt, dah diese Gesamtübersicht bei allen Kunstfreunden den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen wird, zumal der Vortrag des Biographen Gramattes es ihnen ermöglichen kann, sich in diese Kunst stärksten Ausdrucks hineinzufinden. „Äramatte ist in erster Linie Mensch gewesen, erst dann Künstler, und fast scheint es, daß darin auch die Zukunft der Kunst liegt." r— Gießener Viehmärkie 1932. Auf den im Iahre 1932 «bgehaltenen 25Nuh- und Zuchtviehmärkten der Stadt Gießen standen insgesamt 28 469 Stück Rindvieh (gegen 29 159 Tieren auf 23 Märkten im Jahre 1931) zum Verkauf. Aufgetrieben waren 19 734 (22 i231 Stück Großvieh und Jungtiere (letztere über 6 Monate alt), 3668 (1447) Fresser und 5067 (4989) Kälber. Die zehn im vergangenen Jahre abgchaltenen Schweinemärkte verzeichneten einen Gesamtauftrieb von 2245 Ferkeln (gegenüber 2182 Tieren bei 12 Märkten im Jahre 1931). Bei den Heiden 1932 abgehaltenen Pferdemärkten waren 468 Pferde und 67 Fohlen (gegenüber 451 Pferden und 50 Fohlen im Vorjahre) vorgeführt. ES ist interessant, sestzustellen, daß der Gießener Ruhviehmarkt, was die Zahl des durchschnittlichen Austriebes anbetrifft, an der Spitze aller deutschen Märkte steht. Gesellschaft für Erd« und Völkerkunde. Die Gesellschast für Erd- und Völkerkunde beschloß die Veranstaltungen dieses Winters am Donnerstag mit einem Vortrag des Vertreters der Geographie an der Nachbaruniversität Marburg, Prof. Schultze-Jena. der in formvollendeter Sprache und,mit plastischer Gestaltungskraft „Leben und Land der Indianer in Mittelamerika" schilderte. An der Hand von ausgezeichneten Bildern, die die Formen der Landschaften und der Wolken in künstlerisch fein gewählten Ausschnitten zeigten und eine lebendige Anschauung von der überraschenden Vielseitigkeit der Typen der Indianer gaben, führte er die Hörer vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean hin und zurück. Der erste Querschnitt begann in Veracruz, an der sumpfigen und einst fieberreichcn Küstenebene Mexikos, und führte auf die durchschnittlich in 2500 Meter gelegene Hochfläche, vorbei an der breit hingelagerten toltekischen Sonnenpyramide und an den bis weit über 5000 Meter aufragenden, gletscherbedeckten, teilweise noch tätigen Vulkanen. Länger verweilte der Redner bei der Sierra Madre del Sur, dem pazifischen Randgebirge Südwest- mexikoS- Er zeigte die zwei indianischen Haupt- rassentypen, deren einer durch eine breite, tief» gesattelte Stump,na,e gekennzeichnet ist, während der andere eine schmalrückige, hochgesattelte Adlernase besitzt, und gab daneben Bilder von «Indios", wie sie uns ebenso gut in den Pyrenäen begegnen könnten. Ausführlich behandelte er das Kulturinventar dieser Maisbauern, ihre Wohnstätten, den primitiven Grabstoctbau, der nur noch in fernsten Winkeln erhalten ist, und den von den Spaniern eingeführten römischen Pflug, den Glauben an den Crdgott, dec hoch oben in den Bergen, wo sich die regenspendenden Geschichten aus aller Welt daß der Angeklagte, ein Chauffeur, der gegen die Kraftwagen-Fahrordnung verstoßen hatte, nur zu fünfzig Prozent betrunken gewesen sei. Die Anwesenden waren über diese genaue Feststellung nicht wenig erstaunt. Als sie sich von ihrer Bestürzung erholt hatten, wollten sie wissen, wie der Arzt das habe feststellen können? Sehr einfach, sagte der Mediziner. Er hatte nämlich den Beschuldigten einen Fußball ausblasen lassen, dann die in dem Ball enthaltene Luft untersucht und darin eine gewisse Menge Alkohol festqestellt. Diese entspräche einer Trunkenheit von fünfzig Prozent, erklärte er. Welche Perspektiven eröffnet diese neue Methode! Wenn der Ehemann spät nach Hause kommt und seiner Ehehälfte von der leider so ausgedehnten Sitzung berichtet, wird sie ihm einen Luftballon zum Aufblasen reichen und feststellen, wieviel Alkohol der Schwankende getrunken. „Du bist hundert Prozent betrunken! Pfui, schäm dich! Hundert Prozent!" wird sie dann rufen.. Er wird nicht mehr beteuern können, daß er wirklich nur drei, höchstens vier große Helle sich erlaubt habe. Der Luftballon wird drohend über feinem müden Haupte schweben. Abenteuer eines Engländers. b. — Lyon. Die schöne Stadt Lyon ist vor einigen Tagen in nicht alltägliche Bestürzung versetzt worden. Es war an einem klaren, aber der Jahreszeit entsprechend kühlen Morgen. In den Straßen herrschte längst reger Verkehr, Autos jagten, Radler flitzten, Droschken klapperten, Ströme von Menschen schritten ihrer Arbeitsstätte zu. Plötzlich stockte alles, die Autos, Räder, Droschken standen still, die Passanten verharrten wie gebannt — denn einsam, grotesk, lang und hager, schweigsam und ohne nach rechts und links zu blicken, mit stoischem, verschlossenem Antlitz pilgerte ein Engländer, dem man seine Rationalität von weitem ansah, über den Boulevard, — und zwar nur mit einem Pyjama bekleidet. Zuerst stand alles fassungslos angesichts dieser wie vom Himmel gefallenen Erscheinung; dann schwoll das Stimmengewirr in den Straßen. Gelächter, Entrüstung, Fassungslosigkeit steigerten sich zum Orkan. Schutzleute rasten herbei, den anscheinend Wahnwitzigen zu verhaften. Da endlich fand das Rätsel seine Lösung: Der unglückliche Sohn Albions war soeben mit dem O-Zug in Lyon eingetroffen. Er hatte sich in einem Schlafwagenabteil phlegmatisch zur nächtlichen Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Ter Lebensretter. w. — Neuyork. Der Schutzmann F. ist aus der Polizei ausgestoßen worden. Man hat es kommen sehen, aber dennoch gehofft, daß die Strafe milder ausfallen würde. Schutzmann F. ist kein Mann, den man so ohne weiteres entbehren kann. Er war ein nüchterner, anständiger, fleißiger Kerl, so ein sympathischer, großer, blonder Typ, wie man ihn gerne auf der Straße sieht, zu dem man Vertrauen hat. Jeder Mensch hat seinen Fehler, auch Schutzleute, und Schutzmann F. hatte einen besonderen. Er war ehrgeizig. Das war ein Fehler, den man auf der Polizei gut brauchen kann. Die Polizei braucht Draufgänger, nicht stubenhockende Bürokraten. Aber F. hatte das unglaubliche Pech, sich niemals aus- zeichnen zu können. Wenn er Dienst hatte, ging immer alles in Ordnung, kaum daß er alle paar Wochen einmal einen Besoffenen einbrachte. Das war alles. Manche feiner Kollegen standen jeden zweiten Tag in der Zeitung. Er hielt das nicht länger aus. Er mußte den Bann brechen, der auf ihm lastete. Er ging hin und schrieb einen prächtigen Bericht für eine Zeitung, wonach er nach kühnem Sprung ins Wasser zwei ertrinkende Arbeiter gerettet hätte. Sein Bild tarn in die Zeitungen, er stand im Tagesbefehl, er sollte die Rettungsmedaille bekommen. Aber so weit kam es nicht. In einem anonymen Brief bezweifelte seine ehemalige Verlobte seine Fähigkeit zu schwimmen, und bei der daraufhin veranlaßten Prüfung mußte er selber gerettet werden, weil er sonst ertrunken märe. Er konnte wirklich nicht schwimmen. Und er wurde entlassen. Man hätte das nicht tun sollen. Man hätte ihm Gelegenheit bieten müssen, einmal wirklich etwas zu leisten. Die Skala der Trunkenheit. I. — Par is. Man kann normal sein. Man kann angeheitert sein. Man kann endlich total betrunken fein. Dann demoliert man gewöhnlich Fensterscheiben, fängt Krach an ober liegt, von allen guten Geistern verlassen. irgendwo im Rinnstein. Man kann auch zu zehn Prozent betrunken und zu neunzig Prozent angeheitert fein. Man kann aber auch zu fünfzig Prozent betrunten, zu dreißig angeheitert und zu den übrigen vom Hundert — normal fein. Es gibt verschiedene Grade der Trunkenheit. In einer Pariser Gerichtsverhandlung behauptete kürzlich ein als Sachverständiger vernommener Arzt, Ruhe ausgestreckt und vorher feine gesamte Kleidung an den Haken in der Nähe des geöffneten Fensters aufgehängt. Als er am Morgen nach fünftem, lic- em Schlummer erwachte, waren die Kleider fort. Gestohlen! — Nun, man muh sich zu helfen wissen. So verließ, wenig erschüttert, der selbstsichere Herr eben im Pyjama Zug und Bahnhof und begab sich in die Stadt, um sich in einem Kaufhaus neu auszustaffieren. Auf die Idee, sich eine Droschke zu nehmen, war er nicht gekommen. Im lUbrigcn begriff er gar nicht, wieso seine Erscheinung ein solches Aufsehen erregen konnte. — Immerhin noch ein Glück, daß er wenigstens im Pyjama schlief und nicht etwa in noch luftigerer Bekleidung. . Wallenstein im Sprecwaid. k. — B e r l i n. „Himmelherrgottdonnerwetter!" flüstert der Theaterdirektor hinter den Kulissen in so diskretem Tone, daß das Publikum der kleinen Stadt im Spreewald erschrocken zusammenfuhr. Aber da Wallenstein gerade irgendwo in feinem Schlafzimmer ermordet wurde, nahm man den mannhaften Fluch als das letzte Todesröcheln des Verräters und fühlte pflicht- fchuldigst eine Gänsehaut am Rücken. Wallenstein dachte aber nicht im geringsten daran, sich Schiller anzupassen und seine schlafende Brust Den Dolchstößen der Mörder darzubieten. O nein. Emilie wartete ja draußen am Künstlereingang-auf ihn —, und als man die Leiche in das vorschriftsmäßige rote Tuch einwickeln und sie zum Schrecken des charakterlosen Octavio auf die Bühne tragen wollte, fand man die Garderobe leer, was dem Direktor obigen Fluch entlockte. Da gerade keine andere Leiche zur Hand war, mußte der Feuerwehrmann Franke dran glauben. Franke wurde nicht lange gefragt. Mitsamt der dicken Uniform wurde er in das schäbige Tuch gewickelt, rauf auf die Tragbahre, und mit bekümmerten Mienen trugen die Diener den Toten auf die Bühne. „Mensch, mach dich nicht so schwer!" stöhnte der eine. Aber was konnte der dicke Franke dafür, daß er nicht so leicht war wie der schlanke Schauspieler! Außerdem hatte er gerade mit dem Erstickungstode zu kämpfen, denn in der Eile hatte man ihm das Tuch um den Hals gewürgt. Von feinem Martyrium wurde er erlöst, als die Träger die Bahre mit fühlbarem Schwupp („sanft" stand in der Anweisung) niedersetzten. Diese Lage hatte für den bedrängten Franke nur den einen Nachteil, daß er einen immer, stärker werdenden Druck im Kreuz verspürte. Weiß* der Himmel, was sich an seiner Uniform verschoben hatte. Irgendeines feiner harten Werkzeuge, die am Gürtel befestigt waren, mußte es fein. Sachte wagte der Tote, feine Hand unter dem Tuch an die schmerzende Stelle zu bewegen. Aber als er den Gegenstand erfaßt hatte, stieß ihn der Diener in die Seite, „Stille liegen!" Franke lag auf feinem Arm, der langsam einfchlief..Zu allem Unglück verzögerten die Schauspieler das Ende des Stückes, weil sie ihre Rollen nicht konnten. Franke fing jetzt an zu ächzen, immer lauter, und als jetzt dem erblassenden Octavio die Leiche demonstriert werden sollte, erhob sich der tote Wallenstein mit einem verzweifelten Seufzer, wankte quer über die Bühne und entschwand. Der Vorhang mußte vorzeitig fallen ... Gaunergcschichte. r. — P r a g. „Bim-Bim" sagte die Türglocke. Das hieß: Achtung, Kundschaft! Der Juwelier kam herbei, verbeugte sich und begrüßte die beiden Herren, die ein- getreten waren. „Womit kann ich dienen? Soll es aus Gold, Silber oder Platin fein?" Ausgeregt und erwsrtungsvoll breitete der gute Mann feine schönsten, prunkvollsten Armbänder, Uhren, Ohrringe, Schüsfeln, Vasen vor den unentschlossenen Herren aus. „Für meine Gemahlin!" sagte der andere Herr in Generalsuniform, mit unzähligen Orden geschmückt. „Etwas ganz Besonderes!" fügte der andere Herr in Zivil hinzu. „Dies und dies und — ja, der herrliche Brillantring darf auch nicht fehlen"' So ging es hin und her, bis ein kleiner funkelnder Haufen von diesen bunten Dingen entstanden war, im Werte von einigen tausend Mark „Nehme ich", sagte der Uniformierte leutselig. „Rüder, Sie sind so gut und laufen schnell einmal zu meiner Gattin, um ihr die len Kram zu zeigen Vielleicht gefallt er ihr nicht. Bei Frauen kann man ja nie wissen ..." — „Sie gestatten doch?" wandte er sich fragend an den Juwelier. „Aber selbstverständlich, mein Herr!" — „Ich erwarte Sie bald zurück!" rief der große Herr dem Forteilenden nach. Dann lehnte er sich in seinem Sessel zurück, den der Juwelier ihm angeboten hatte, unb begann jovial mit ihm zu plaudern. Es verging einige Zeit. Nach einer Stunde erhob sich der Besucher, machte ein ernstes Gesicht, stellte sich in Positur und sagte zum Juwelier: „Bitte, lassen Sie mich verhaften. Ich bin nicht der, der ich scheine. Ich bin ein Betrüger!" Der Juwelier stürzte auf die Straße. Da stand — gottlob — ein Polizist ganz in der Nähe. Er kam auf den Alarm hin näher, stellte den Gauner, legte ihm Handschellen an, rief telephonisch ein Auto herbei, stieß den Häftling grob hinein, half dem Juwe Her höflich beim Einsteigen — und fort ging's. „Zur Polizei!" dachte der Juwelier. Aber er irrte sich. Hinaus ging's in die Natur, wo kahle Bäume den Weg umsäumten und weite Wiesen in der Wintersonne lagen. Nur Menschen gab es nicht in dieser Gegend. Und weil der Juwelier so gespannt die Landschaft betrachtete, durfte er aussteigen und die klare Winterluft einatmen ... Das Auto fuhr inzwischen mit dem „General" und dem „Polizisten" davon. Tcr Einzelrichter. (hf) Bukarest. In der rumänischen Stadt Bistritz hat sich folgen des tolle Stückchen wgetragen: Es amtierte in dieser Stadt ein Richter, Der vor einiger Zeit aus irgend welchen persönlichen Gründen mit einem Pensionsempfänger in Streit geraten und den Aermsten so verprügelt hatte, daß dieser mehrere Monate das Bett hüten mußte. Der Verprügelte machte natürlich Strafanzeige. Da eine solche erst zur Verhandlung kommt, als die Wunden mittlerweile ausgeheilt waren, hatte sich das Opfer um den Termin nicht wci ter gekümmert. Verhandelt mußte dieser Termin aber werden, und um unangenehmen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, „teilte" sich der angeklagte Richter das Aktenstück selber „zu": das heißt, er saß kaltblütig in Abwesenheit des Klägers über sich selbst zu Gericht. Und mit schöner Großzügigkeit entschied also Richter Popesku, daß der Angeklagte Popeskn wegen der Verprügelung des Pensionärs Filipesku — versteht sich! — freizusprechen und die Kosten der Staatskasse aufzubürden seien ... Gegen diese „Entscheidung" hat der verprügelte Pensionär natürlich Berufung eingelegt, und Der Prozeß soll nun in Klausenburg erneut verhandelt werden. Und da es Richter in Klausenburg gibt, dürfte das Endurteil wesentlich anders als das erste ausfallen. Vun-funkprogramm. Sonnlag, 12. Februar. 6.35: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Friedenskirche Kassel: Morgenfeier. 9.30 bis 10.30: Stunde des Chorgesangs. 10.45: „Johannes Brahms", Vortrag von Arnold Schönberg. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Gewandhaus Leipzig: Reichssendung: Richard-Wagner-Gedächtnisfeier. Festrede von Prof. Dr. Max von Schillings. 13: Konzert auf Schallplatten. 14.10: Stunde des Landes. 15: Von Innsbruck: Militär-Konzert. Bericht über die ^18-Wettkämpfe in Innsbruck. Schluhbericht vom Spezial-Sprunglauf am Berg Isel. 16.10: Von Berlin: Aus der Philharmonie: Feier der Wiederkehr des Tages der Papstkrönung. Rede Sr. Exzellenz d. Herrn Nuntius Cesare Orsenigo. Chordirigent: Theodor Jacobi. 16.50: Stunde der Jugend. 17.30: Unterhaltungskonzert auf Schallplatten. 18: „Zu Schiff rund um Afrika", Gespräch zwischen H. von Hochwaechter und Eberhard Beckmann. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.55: „Europäische Denker: Hans Driesch", Vortrag von Dr. L. Hamburger, Frankfurt a. M. 19.40: Norwegischer Meister. Eine Ski-Erzählung von Kasimir Edschmid. 20: Bayreuth : Reichssendung: Oenio huius loci. Gedenkstunde im Haus Wahnfried. Dichtung von Hans Reisinger. 20.45: Großer Saal des Saal- baues, Frankfurt a. 1: 8. Sonntags-Konzert des Frankfurter Orchestervereins. 22.30 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. IHontag, 13. Februar. 7.30: Frühkonzeri aus Schallplatten. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: „Wie lebt die amerikanische Frau?" Vortrag von Gabriele Nabel, Darmstadt. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Von dunklen Tagen vor zehn Jahren", Vortrag von Oberbürgermeister a. D. Dr. Rüssel, Godesberg a. Rh. 19: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.25: Helden und Welt. Gespräche von Heinrich von Stein. 20.05: Ulm: Richard-Wagner-Konzert des Philharmonischen Orch-sters Stuttgart. 22.30: Zoo-Kulturlichtspiele. Gespräch zwischen Dir. Dr. Kurt Priemel und Dr. Paul Laven. 22.45 bis 24: Nachtmusik, Kapelle Ludwig Worthmüller. Dienstag, 14. Februar. 7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.20 bis bis 1550: Haussrauen-Nachmittag. 17: Nachmittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: „Großbetrieb und Kleinbetrieb", Vortrag von Dr. A. Wagner, Marburg a. d. L. 18.50: „Arbeitslöhne in den verschiedenen Ländern", Vortrag von Professor Pribram, Frankfurt a. M. 19.80: Kirchenraum des Museums der Stadt Worms: Museums-Konzert. 20: Richard Wagners Tod. Eine Hördarstellung von Johann Peter Konrad. 21: Die Winterreise von $rarw Schubert. Gesungen von Hermann Scheh. 22.«: Don Hamburg: Nachtmusik des Norag-Orchesters (Hamburger Philharmoniker). Mittwoch, 15. Februar. 7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Die Memelniederung, ein unbekanntes deutsches Land". 12: Mittagskonzert l auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.15 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskon- zert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 18.25: Stunde der Arbeit: „Möglichkeiten und Grenzen der Stadtrandsiedlung", Vortrag von Prof. Dr. Käthe Bauer-Mengelberg. 18.50: Zeitfunk. Felix Timmermanns spricht. 19.30: Violoncello-Konzert. Gespielt von Beatrice Reichert. 20: Quellen, die die Wirtschaft speisen. Zusam- mengestellt von Josef Eberle und Karl Köstlin. 21: Das große Walzer-Potvourri des Südwestfunks. 21.50: Die Rückkehr oes Herrn Mathäns und andere Geschichten. Improvisationen von Paul Laven. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 16. Februar. 7.30: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker, Kassel. 9 bis 9.45: Schulfunk. Bayerische Heimat. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert Ii des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Wie sieht es geschästlich in Indien aus?", Gespräch zwischen Walter Oertel und I. Gries. 19.20: „Neues aus aller Welt", Vortrag von Professor Dr. Walter Behrmann. 19.30: Llnterhaltungskon» zert. Ouvertüren und Arien. 21: (Deutschlandsender): O Academia. 1. Marburg. 22: Konzert. Freitag, 17. Februar. 7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert i auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Nachmittagskonzert. 18.20: Aerzte- vortrag: Die Eugenik im Dienste der Vollswohl- fahrt. 18.45: Von der Arbeit einer öffentlichen Bibliothek. Gespräch zwischen Pros. Dr. Richard Oehler, Direktor der Frankfurter Stadtbibliothek und einem Benutzer. 19.15: Freiburg: Linser Volkslied. II. Mittelbaden. 19.40: Eine Gemeinde» ratssihung im Odenwald. Beratung des Haushaltes. 20: Nathan, der Weise Dramatisches Gedicht. Von Gotthold Ephraim Lessing. 21.20: iln- terhaltungskonzert. Märchenbilder. 22.20: Zusammenfassender Bericht vom Langlauf (18.2 Kilometer) der Internationalen Deutschen Ski- und Heeres-Skimeisterschaften. 22.50 bis 24: Nachtmusik. Samstag, 18. Februar. 7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: Sportkämpfe. Hörbild. 12: Don Leipzig: Aus der Stadtkirche zu Wittenberg. Feierstunde zu Luthers Todestag. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert II des Rundsunk-Orchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Deutschlands Rohstoffversorgung". Vortrag von Dr. jur. H. P. Danielcik. 18.50: „Dir westdeutsche Montanindustrie zwischen Krise und Zukunftshoffnung", Vortrag von Dr. Dr. Georg Wolff, Essen. 19.30: „Schnee", von Thomas Mann. 20.05: Stadthalle Koblenz: In der Funkbütt. 22.45: Nachtmusik. 23.30 bis 1.00: Aus London: Tanzmusik - al nb •a» C6 in- ist. um ich >as et Die >as iclt jur 'ort jm- aus «allein Dar. atbe Han egen über mein freu- ■ AUE chluft schic- t. iger . Die gcnd- ,'rdcn. älline. a 200 wird, ochsen Haus ourgs- ager eben- •9 sin- nahen, n Ar- kochen, irsorge ozialen i junge >en sich öchsten ich er- hiesige du ich \ g mit er weit hinaus ntoerle, urts » ifte um a" er- 25, be- s Ver- ig zum jört seit ahntal» )es Ge- e „Cä- )er, der Zanges- ienö das ikte für hat hier <) leider :t. Zwei n Man- LebenS- r ft or- auf e n Huf» n dessen nd weite Wet- md nach . Durch lerdings )ie über rgiebige südlichen den ab» n Druck völligem hen sich , später- Nieder- ftig und trocken. Vielfach Lag und rn mild, 0,8 Grad morgens Minimum a 10 cm 9. März: ! 0,0 mm. Wirtschaft Die Dullen und Kühe waren unverändert. öandball der Sp.-Dg. 1900. Die Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M7 48,75 49,25 49 4,4 I 4,65 4,5 34,2! !5j 34 190,5 5 t 75,25 28 191' 74,75 gegen Plan. 6 0 P 1<> 0 4 0 o 37,5 143 108 38.9 42,75 36,75 0 o 0 0 0 0 6 6 P 107,75 152 38,13 42,75 35,75 49 50 4,65 117 117 171 34,25 15,65 115,25 117,5 172,5 107,9 38,5 42,5 36 103,5 39,75 47,5 49,75 25 113 22,4 37 41 39 140 27.5 81 93,5 52 79,75 98 86,25 131 116 27,4 81,25 94 52,65 79,75 100 85,5 131,5 116,75 27,25 78,5 93 51,8 79,75 99 85,25 130,5 115,5 scheiden ist, inwieweit überhaupt eine zung der Hmsahsteuer durch die Kette zelnen Hrnsahgeschäfte möglich gewesen Spitzenverbände können bei der klaren läge den Anspruch des ausländischen 40,25 49,25 51 27 21,75 40 48,5 50 26 22 37,25 38 101,75 39,5 48,5 50 26,75 112,5 22 37 42 37,75 143 34,4 15,5 114,75 117 171 6,396 49,05 12,485 3,063 169,47 73,87 64,31 77,33 14,46 0,837 4,217 58,66 21 56 16,47 81,35 34,58 81,88 0,891 0,241 5,566 13,13 (i 6 6 o 30,5 69,9 142 Ochsen alj Bullen a) bis 23, b) Färsen a) der Hin- Oie Ausfuhrvergüiung bei der Umsatzsteuer. Industrie- und Handelskammer Gießen Englischer Polizeimeister wurde der Berliner Polizeiboxer M i e t s ch k e, der mit zwei seiner Vereinskameraden an den englischen Polizei- Meisterschaften in London teilgenommen hat. Er errang den Titel im Leichtgewicht durch einen Sieg über W. Pearce (Nottingham). men. Die zwei bisher ausgetragenen Kämpfe konnte dank seiner leistungsfähigen und erfahrenen Mannschaft Waldgirmes klar für sich entscheiden, während Leihgestern und Launsbach sich je einmal mit dem 2. und 3. Platz abfinden mußten. Leihgestern sollte in diesem Kampf einen weit schärferen Gegner abgeben, da die Mannschaft durch Mannschaftskämpfe in seinem Gaugebiet gegenwärtig in einer guten Form ist. Launsbach ist durch Neueinstellung einiger jungen Kräfte noch nicht wieder in seiner alten stetigen Form von früher. Man sieht in diesem Kampf ein Bingen fast gleichwertiger Mannschaften. Sieger dürfte die körperlich am besten disponierte Mannschaft werden. Schultheis Patzenhofer ßflu (Allgemeine Kunstseide) ... Bemberg................... Vierzehn Nationen haben jetzt zu Fußball-Weltmeisterschaft 1934 gemeldet. Neu zugekommen sind die Türkei upb Portugal. 281 142,5 I Seine Teilnahme an den oerbands- p o k a ls p i e l en zurückgezogen hat der DSD. München. Es ist zu erwarten, daß noch andere bayrische Vereine diesem Beispiel folgen. itfereinifiie Stahlwerke. Ltavt Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth .. 7 .. 0 .. 0 .. 0 .. 6 ..18 rheinisches um je 0,60 Mk. auf 28,50 bis 29,75 Mark, und Roggenmehl um 0,25 Mk. auf 22,75 bis 23,50 Mk. je 100 Kilogramm. Das Geschäft war nur vorübergehend etwas besser, später stagnierte es wieder fast vollkommen. Am Kartoffelmarkt wurden die Notierungen wieder ausgenommen. Industriekartoffeln hiesiger Gegend stellten sich mit 1,70 bis 1,75 Mk. gegen die letzte amtliche Notiz unverändert. Das Geschäft war weiterhin ruhig. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarki. 48,75 89,5 59,9 82,5 52,75 152 103,75 45 60,5 24 69 118 1 172 I Tisch-Tennis der Sp.-Bg. 1900. TTC. Frankfurt-West in Gießen. Am kom ni en Sonntig haben die 1900er den Tischtennis-Club Framfur. a. M.-West als Rück- kampfgegner zu Gast. Die Begegnung ist als tisch- tennissportlicyes Ereignis für Gießen zu werten. Gerade in den letzten Wochen konnten die Frankfurter aufsehenerregende Ergebnisse erzielen. Ihr weitaus bester Mann ist Schäfer, der zu den süddeutschen.Spitzenspielern zählt und auch schon in internationalen Turnieren mitgewirkt hat. Die 1900er, die im vergangenen Jahr zwar zwei knappe Siege gegen die Frankfurter erringen konnten, werden diesmal einen schweren Stand haben, zumal einige Spieler infolge Grippeerkrankungen das Training unterbrechen mußten. Turnen im L^hn-Oünsberg-Gau. Gerätemannschafkskampf in Waldgirmes. $cr großen Anzahl der Gerätemannschafts- kämpfe in dieser Saison findet kommenden Sonntag einer der wichtigsten in Waldgirmes seine Lechgestern, die führende Mannschaft des Wetterau-Gaues, trifft zum dritten- Heiden Mannschaften Laubach und Balogirmes des Lahn--Dünsberg-Gaues zusam- 27,4 81,5 94 52,5 79,75 98 85,5 131,5 117,25 47,75 90 58,75 86,75 152 102,5 44,5 60 23,5 stahlsabsicht habe ihm ferngelegen, er habe nur mit dem Gesangsdirigenten Rücksprache nehmen wollen; plötzlich sei er in einem Gang auf eine ganze Reihe dort hängender Mäntel gestoßen und, zumal er damals sehr verfroren und gezwungen gewesen sei, im Freien zu nächtigen, der Versuchung nicht widerstehen können, einen Mantel abzuhängen und mit ihm das Gebäude zu verlassen. Erst später will er wahr genommen haben, daß er in der Eile nicht einen, sondern zwei Mäntel abgenommen habe. Das Geständnis des Angeklagten ist in der Hauptsache durchaus glaubhaft. Auch das, was er zu seiner Entlastung vorbrachte, kann schließlich, da Zeugen nicht vorhanden, nicht widerlegt werden. Allerdings steht dem die Tatsache entgegen, daß der Angeklagte erst im September vorigen Jahres aus zwei Schulen in 'Siegen je einen Mantel unter ähnlichen Hrnständen gestohlen hat. Er ist weiterhin schon vorbestraft wegen Diebstahls eines 30,5' 70 ! 142 | 49 90,5 59 82,5 15^25 44,5 60,5 24 34 192 74,5 Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — Bottenhorn I. Das Berbandsspiel des morgigen Sonntags sollte schon von vornherein für die Spielvereinigung gewonnen sein. Die Gäste aus Botten- Horn zeigten in den letzten Wochen längst nicht mehr das Können, das man ihnen bisher zuschrieb. Sie machen anscheinend eine Krise durch. Bei ihrem letzten Auftreten in Gießen fiel die Mannschaft ziemlich auseinander und vermochte keinen besonderen Widerstand zu leisten. Andererseits werden sich auch die Blauweihen zu einer anderen Leistung aufraffen müssen, als es in Breidenbach geschah. 1900 tritt mit drei Mann Ersah an. Schlarb wird durch Krankheit dem Sportplatz ferngehalten, Heilmann, den man durch eine deplazierte Entscheidung für zwei Sonntage von Berbandsspielen ausgeschlossen hat, fehlt auch, Arnold ebenfalls. Bei einigem Kampfgeist und dem notwendigen produktiven Spiel sollten den 1900em die Punkte aber trotzdem nicht zu nehmen sein. Ganz abgesehen davon, daß es sträflicher Leichtsinn wäre, wenn sich die 1900er durch eine leichtfertige Niederlage aus der Spitzengruppe der Tabelle verdrängen ließen. Die übrigen Mannschaften der Spielvereinigung sind spielfrei. Berbandsspiele wurden, wegen der zahlreichen Grippeerkrankungen auch unter den Fußballspielern, von amtlicher Seite abgesagt. VfB. Gießen. Die 1. Mannschaft tritt, wie wir gestern schon berichteten, heute nachmittag auf dem Waldsportplatz gegen die Hniversitätsrnannschaft an. Am morgigen Sonntag ist die 1. Elf spielfrei. Die 2. Mannschaft hat ein Berbandsspiel in Watzenborn-Steinberg gegen die 1. Elf des Plah- vereins auszutragen. Die Gießener waren in ihren Leistungen in der letzten Zeit reichlich unbeständig, so daß wohl mit einer Niederlage der Grünweißen gerechnet werden muß. Spannende Spiele haben die bisherigen Begegnungen immer gebracht. Man erwartet infolgedessen mindestens, daß sich die Mannschaft ehrenvoll schlägt. Die 3. Mannschaft tritt auf eigenem Platz gegen die 1. von Großen-Buseck an. Auch die 3. Mannschaft hat in letzter Zeit nichts besonderes gezeigt und verlor im Vorspiel in Großen-Buseck mit hohem Resultat. Man sollte auf eigenem Platz wenigstens eine erträgliche Niederlage er- 107,65 l 152,5 39 42,65 36,75 A.E.G Elektt. Lteserungsgesellschaft... Licht und Kraft ............. Selten & Guilleaume Gefellschaft für Elektrische Unternehmungen ............... Rheinische Elektrizität Echuckert & (So.............. Siemens & Halske LohmeyerLCo..............: Amtsgericht Gießen. 21m 8- Dezember v. I. wurden aus einer hiesi- gen Schule, in der gerade Singstunde eines Gesangvereins abgehalten wurde, vier Mäntel gestohlen. Sie gehörten Mitgliedern des Vereins, die sie auf dem Gange aufgehängt hatten. Die Polizei erinnerte sich sofort eines Menschen, der im vorigen Jahre wegen eines in Siegen begangenen Manteldiebstahls hier festgenommen worden war. Sein Name wurde festgestellt, und es gelang, ihn am 4. Januar d. I. in Zweibrücken zu verhaften. Er gestand sofort den Diebstahc zweier Mäntel ein, verriet auch seinen Komplizen, der die beiden anderen Mäntel gestohlen hatte. Des näheren gab er an, er sei erwerbsloser Konzertsänger und habe schon öfters in Schulen, namentlich Gesangsschulen, vorgesprochen, um Beschäftigung zu finden' so sei er mit feinem Begleiter eines Abends auch an der hier fraglichen Schule vorübergekommen, habe darin Gesang gehört und sei diesem bis in das innere des Gebäudes nachgegangen: jede Dieb- Helsiirgfors.. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia..... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neunori.... Brüssel..... Italien..... Parts ...... Schwel, .... Spanien.... Tanztg.... Japan ..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... Im Schlachtviehgeschäft hat sich in der abgelaufenen Woche nichts wesentliches ereignet, doch waren die Preise nach den letzten Rückgängen meist etwas erholt. Die Zufuhren haben keine größeren Veränderungen erfahren, trotzdem sie aber meist etwas niedriger waren, verlief der Handel auf den einzelnen Märkten recht langsam. Am Rindermarkt stellte sich der Auftrieb mit 1370 Stück um 5 Stück größer. Nach ruhigem Handel verblieb nur geringer Hcberftanö. Die Preise für Ochsen zogen 1 bis 2 Mk., für Färsen 1 Mk. an, Bullen und Kühe waren unverändert. 48 89,65 59 35 53,75 152 103 44,25 59,75 23,4 68,5 34,25 192 74 5 3n Frage g e st e l l t ist die Durchführung des für den kommenden Sommer vorgesehenen dritten Schwimm-Länderkampfes zwischen' Deutschland und England. Die Engländer zeigen infolge finanzieller Schwierigkeiten wenig Neigung, diesen Kampf zu bestreiten. 1900er weilen am Sonntag mit zwei aktiven Mannschaften auswärts, und zwar sind sie Gäste des Turnvereins Kirchgöns (DT.). Es ist dies das erstmalige Zusammentreffen der beiden Vereine. Heber die Spielausgänge lassen sich daher so gut wie keine Voraussagen machen. Die Turner spielen in ihrem Bezirk eine recht gute Rolle, und die Spielvereinigungsleute werden schon mit allem Ernst zu Werke gehen müssen, um die Treffen für sich zu entscheiden. Bei den Gießenern werden auch einige neue Kräfte Gelegenheit haben, ihr Können zu beweisen. warten dürfen. Einen gleichwertigen Gegner hat die 1. Jugend vor sich. Die 1. Jugend des VfB. Aßlar ist auf dem Waldsportplah zu Gast. Man erwartet die VfB.er als sichere Sieger. Die 1. Schüler treten, ebenfalls auf eigenem Platz die Schüler von Großen-Buseck auf den gibt uns von der nachstehenden Erklärung des Deutschen Industrie- und Handelstags, des Reichsverbands des Deutschen Groß- und Heberseehandels und des Reichsverbands der Deutschen Industrie über die Ausfuhrvergütung bei der Hmfahsteuer Kenntnis. Unter Hinweis auf die Hmsatzsteuervergütung (die sog. Ausfuhrvergütung), die bei Auslandslieferungen nach dem 30. November 1932 gewährt wird, stellen ausländische Abnehmer an ihre Lieferanten das Anfinnen, ab 1. Dezember 1932 V2 Prozent vom vereinbarten Verkaufspreis abzusehen. Die unterzeichneten Verbände sind der Ansicht, daß bei kommenden Vertragsabschlüssen die Berücksichtigung der Ausfuhrvergütung bei der Preisgestaltung der freien Vereinbarung der Vertragsparteien überlassen bleiben muh. Bei laufenden Verträgen ist die Rechtslage auch eindeutig. Sofern nicht eine ausdrückliche Vereinbarung besteht, hätte der Abnehmer einen Anspruch auf Preisnachlaß nur dann, wenn er gesetzlich vorgesehen wäre. Das ist nicht geschehen. Es geht nicht an, getroffene Preisvereinbarungen ohne weiteres um* zust 0 ßen. Hinzu kommt, daß die Ausfuhrvergütung in Höhe von 0,5 Prozent nur einen Teil der Vor- 25 bis 28, a2) 22 bis 24, bl) 19 bis 21. 24 bis 26, b) 20 bis 23. Kühs a) 21 18 bis 20, c) 15 bis 17, d) 12 bis 14. 27 bis 29, b) 24 bis 26, c) 20 bis 23. Das Kälbergefchäft gestaltete sich in dieser Woche etwas besser. Zwar war der Handel auch nur langsam, doch wurde der Zutrieb von 1567 (minus 42) Stück ausverkauft. Die Preise lagen um 1 bis 2 Mk. höher und notierten wie ... ,. Abnehmers, ihm den Betrag der Ausfuhrvergütung zugute fommen zu lassen, nicht anerkennen. Zellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg .. Dessauer Gas Daimler Motoren Deutsche Linoleum ..... Orensletn S Koppel Leonhard Tietz......... Thade belastung ausmacht und es gerade bei der heutigen gedrückten Wirtschaftslage und dem dadurch hervorgerufenen Preisdruck sehr schwer zu ent- Hmwäl- der ein- ist. Die Rechts- Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 8Bat)6 & Freytag Eine Bvrturn stunde für Turnerinnen findet kommende^ Sonntag in Lollar statt. Es werden die Hebungen für das kommende Ge- räte-Hallenturnen in Londorf durchgenommen. FZS.-Rennen in Innsbruck.. Der Langlauf am Freitag. — Friedl Däuber auf dem — sechsten Platz. Bei den FIS-Rennen in Innsbruck stand am Freitag derl8-Kilometer-Langlaufaus dem Programm. Auch hier gab es wieder einen deutschen Achtungserfolg durch den Berchtesgadener Friedl Däuber, der in dieser schwierigen Konkurrenz hinter den beiden Schweden Englund und Berg ström, sowie den Finnen L i i f f a n e n und oaarinen den sechsten Platz belegte. An der Kombination, die aus Lang- und Sprunglauf besteht, nimmt Däuber allerdings nicht teil, so daß unsere Hoffnungen auf einen guten Platz, oder vielleicht auch auf einen Sieg in der Kombination sich nicht erfüllen werden. Allerdings liegt der Schlesier L e u p 0 l d , der im Langlauf Achter wurde, noch im Rennen. — Slalomlauf der Damen holte sich erwartungsgemäß die Tirolerin Inge Lantschner -Wersin, die auch den alpinen Abfahrtslauf im Gesamtergebnis an sich brachte. Kurze Sporinoiizen. Schweden wird wahrscheinlich auf die Teil- ^nahme an der Eishockey-Europa- und Weltmeisterschaft verzichten müssen, da der Verband die Mittel für die Reise nicht aufbringen kann. Es soll nun versucht werden, die Gelder durch eine private Sammlung aufzubringen. folgt: a) —, b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 22 bis 26. Am Schafmarkt war der Auftrieb etwas größer (330 gegen 243 Stück). Das Geschäft war ruhig bis langsam, bei unveränderten Preisen, wurde jedoch ausverkauft. Schafe al) 23 bis 25, b) 20 bis 22, c) 17 bis 19. Die Beschickung des Schweinemarktes betrug 4599 gegen 4980 Stück und stellte sich somit um 381 Tiere geringer. Hnter dem Auftrieb befanden sich 270 Memelländer. Rach schleppendem Geschäft, jedoch bis zu 2 Mk. anziehenden Preisen, wurde der Markt geräumt. Schweine a) —, b) 36 bis 38, c) 36 bis 38, d) 34 bis 37, e) 31 bis 36, f) und g) gestrichen. Frankfurter Abendbörse still. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die Abend- börse nahm für Aktien einen ruhigen, aber überwiegend freundlicheren Verlauf. Für Renten war sie ausgesprochen lebhaft und fest, wobei angebliche Steuerungen des Reichswirtschaftsministers, die aber bisher für die Presse unbekannt geblieben sind, anregten. Besonders die Neubesihanleihe wurde in großen Beträgen umgesetzt und zog gegen den Berliner Schlußkurs um 0,40 Proz. auf 9,42,50 Proz. an. Beachtet wurde auch die Alt- besitzanleihe. die zirka 0,50 Proz. gewann, während späte Reichsschuldbuchforderungen (zirka 75,50 Proz.) ruhiger lagen. Am Aktienmarkt notierten Harpener 1,75 Proz., Schlickert 1 Proz., Licht u. Kraft 0,50 Proz. Reichsbank 1 Proz. höher, dagegen blieben I. G. Farben nur behauptet. Im Verlaufe wurde das Geschäft sowohl am Renten-, als auch am Aktienmarkt außerordentlich still. Deutsche Kommunal-Sammel-Abl. Anleihe I (Dekosama) kamen gegen den Mittagskurs 1,25 Proz. fester zur Notiz, ferner lagen einige Liquidationspfandbriefe und von Goldpfandbriefen Rhein. Hhp. Dank etwas höher. Neubesihanleihe 9,42,50 bis 9,40, Altbesitz 66,40, Schutzgebiete 6,55, Dekosama 60,75, Reichsbank 147, Harpener 86 bis 86,75, Aku 40, Licht u. Kraft 93,50, I. G. Farben 107,75, Echuckert 85,75 bis 86,25, Siemens 131. <% €efteneldil|die Goldrente... 4,20% Cefieneiditlrfie Silberrente 4% Ungarische Goldrenle ....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4!4% dcsgl. von 1913 6% abgcst. Goldmexilaner von 99 4% Türkische gollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 4% desgl. Serie 11 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4!-4%Numün.vereinh.NeMev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3'/.% Anatolier............... Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Frankfurter Getreidebörse verharrte in der verfloss«nen Woche weiterhin in fast völliger Geschäftsstille. Daß die DGH. trotz des geringen Angebots am Berliner Markt ihre Aufkäufe fortsetzte, hat zur Befestigung etwas beigetragen. Das zeitweise etwas bessere Mehlgeschäft veranlaßte die Mühlen, kleine Deckungen vorzunehmen, so daß Weizen um 3,50 Mk. auf 204,00 bis 203,50 Mk. per Tonne anzog. Der Roggen- Preis blieb zu 163,50 Mk. per Tonne gut behauptet. Das Brauger stengeschäft verlief nach wie vor sehr ruhig, die Notierung blieb unverändert 180,00 bis 182,50, dagegen war Futter- und Industriegerste zu 172,50 bis 175,00 Mark angeboten. 21m Hafermar k t war die Nachfrage nach gutem Weißhafer etwas besser, der Preis blieb mit 130,00 bis 135,00 per Tonne allerdings unverändert. Der Kraftfuttermittelmarkt zeigte infolge des milden Wetters sehr schleppendes Geschäft, nachdem schon während der Kälteperiode der Absatz nicht besonders lebhaft war. Die Preise für Weizen- und Roggenkleie waren infolge des geringen Anfalls bei den Mühlen mit 7,50 bzw. 7,85 bis 8,00 Mk. je 100 Kilogramm unverändert, wogegen Sohaschrot (10,50 bis 10,80), Erdnußkuchen (12,15 bis 12,25) und Treber (10,75 bis 11,00) um je 0,25 Mk. per 100 Kilogramm herabgesetzt wurden. Palmluchen konnte sich mit 8,60 bis 8,75 Mk. behaupten. Die M e h l p r e i s e waren durchweg erhöht, und zwar Weizenmehl süddeutsches und nieder» Gritzner oi Mainkraftwerke Höchst a.«. 4 Süddeutscher Zucker 9 Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Spieren angeführten »(fern geben die Hohe der zuietzl besoffenen Dividende an. - R-ich-bankdisiont 4 o. S).. Lombardzinsfuß 5 o.S). Fahrrads, das er ebenfalls au., einer Schultz entwendete. Für Rückfallsdiebstahl, der nach dem Gesagten hier vorliegt, sieht das Gesetz nue Zuchthausstrafe vor, es müßten denn mildernde Hmstände angenommen werden. Das Gericht erblickt im Fragefall solche in dem offenen Geständnis des erst 21 Jahre alten Angeklagten und in seiner damaligen Notlage. Die Bestohlenen sind auch zu keinem Schaden gekommen. Sie haben die gestohlenen Mäntel bald wieder zurückerhalten. Doch mußte der rasche Rückfall des Angeklagten, der erst am 1. Dezember v. I. aus dem Gefängnis entlassen worden war und schon eine Woche darauf einen neuen gleichartigen Diebstahl beging, straferschwerend in Berücksichtigung gezogen werden. Der Angeklagte erhielt eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Gegen seinen Komplizen ist ein Steck- | b r i e f im Gange. 33,75 j 34.25 16 15,75 115 I I ®. Farben-Jnvuskrie....... 7 Scheideanstalt...............10 Goldschmidt RütgerSwerke............... o Metallgelellichaft o Buderus ...................o Deutsche Erdöl 4 Gelsenkirchener 0 Harpener................. 0 Voesch Eilen—«öln^reuessen.. 0 Ilse Bergbau ............... 7 Olle Bergbau Genüsse 7 Klvcknerwerke ...............0 Mannedmann-Röhren 0 Mansselder Bergbau O Oberschlef. Kokswerke 0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen 10 Rhetnstalx' .............. 0 Z)atum 6% Teuifche RetchSanlethe v. 1921 6% ebem.7% Ti. Reichsonl. v. 1929 2/2°o Bonng-Anleihe von 1930 Deutsche SInI.-Ablöl.-Schuld mit Auslos.-Rechten ..... De Sgl. ohne AnSIos.-Rechte *'% elicin. h% Hess. Bolksslaat 1929 trückzahlb 102%) cberhessen Provinz ■ Anleihe ' mb AuSIos.-Rechten ............ Deutsche Komin. Sammelab l.Än leihe Seriel mi, Auslos.-Rechten »i% ehem. 8% Franks. Hyp.-Ban! Golopfe. 15 unkündbar bis 193, 6% ehem. 7% jyranH. Hnp.-Ban! Goldvse. 1« unkündbar bis 1936 W2% ehern. 4>/2% Franks. Hup. Bank-Ligu.-Psandbriefe .... 6’/z% ehem. 4!4% Rheinische Hyp.-BanbLiqu.-Goldpfe. .. 6% ehem. 8% Pr. Landespsand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespsand brlesonNolt, Pkandbriese R. v Frankfurt a. DL Berlin Schluß- lurS Schluß!. Abend, börse Schluß» turd Schluß!. Mittag. börse 9.2. 10-2. 9.2. 10.2. 78,25 78,5 78,75 78,75 91,75 -- 91,1 93.5 81,75 82 81,75 82 64,75 66,4 64,65 65,8 8,75 9,4 8,6 9,13 75 75,25 — 75 — 62 — - 60 60,75 60 59,25 83,75 83,5 — — — 83 — — 85,4 86 - — 85,5 85,65 — — 83,5 83,5 83,75 — 83,5 83 - - — — _ 1,4 1,4 — - - — — — — — — — — — — — — 6,25 6,25 6,5 6,5. 5.25 5,45 5,35 5,45 5,8 — 5,9 5,85 5,85 5,9 5,9 5,35 i1 7 6,8 6,8 10,75 10,85 10,9 10,9 5,9 5,75 5,8 5,7 24,75 —- 25 25 ;frrant|un u. DL Berlin Schluß, kurd Schluß!. Abend- böiic Schluß. furd Schluß!. Mittag« börse Vastpn 9.2. 10.2. 9-2. 10.2. Hamdurg-Amertka-Pakei ..... 1. 17,75 17,5 17,75 17,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 39 38,5 Hansa Dampfschiff........... 0 — - 32,5 Norddeutscher Lwhd ......... 0 18,13 17,9 17,9 17,9 81.(H. für Verkehrswesen Akt. .. 0 42,5 42 42 42.4 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 97 97 97,4 97 Commerz- und Prival-Bank... Deutsche Bank und DtSconto- 0 53 53 53,5 53,5 Gesellschast................ Dresdner Bank.............. ReichSbonk ................. O 0 1 72,25 61,5 148,5 72,25 61,5 147 72,25 61,5 148,9 72,25 61,5 146 Frankfurt a.M. Berlin Schluß, furd Schluß!. Abend» börs-- Schiuk.l^^utzk. Sd PJ,l,lQ9' mr6 | börlc Datum 9.2. 10.2. 9-2. । 10.2. 9.Februar 10. Februar Amtliche Notierung Geld | Briei Amtliche Notierung Geld | Brie- 6,374 48,95 12,465 6,386 49,05 12,485 6,384 48,55 12,465 3,057 3,063 3,057 169,18 169,52 169,13 73,73 73,87 73,73 64,19 64,31 64,19 77,17 77,33 77,17 14,42 14,46 14,42 0,833 0,837 0,833 1,209 4,217 4,209 58,53 58,65 58,54 21,52 21,56 21,52 16,425 16,465 16,43 81,16 81,32 81,19 34,52 34,58 34,52 81,77 81,93 81,72 0,889 0,891 0,889 0,239 0,241 0,239 5,554 5,566 5,554 13,11 13,13 13,11 Banknoten. Berlin, 10-Februar Geld 1 SFüf Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. 4,20 58,38 63,82 14,38 16,39 168,76 21,48 73,55 2,46 77,00 81,01 34,38 4,22 58,62 64,08 14,44 16.45 169,44 21,56 73,85 2,48 77,30 81,33 34,52 Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note«................. Ungarische Noten................