Hr.9 Erstes Blatt 183. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20u, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlür denAn. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, autza Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Siegener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RU. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. General-Anzeiger für Gberhefsen vrn» «nd Pcrfog; VrUHI'sch- nnö L.-Indruck-r-I B. £an»e In Sieben. Schrlftleltnn, und ?. m ’ •- - Mittwoch, u. Januar syzz Gietzeim Anzeiger Deutschlands Iorderungen für die Weltwirtschasiskonferenz. Die deutschen Delegierten sprechen im vorbereitenden Gachverständigenausschuß. Genf, 10. San. (TU.) In der Generalaussprache des vorbereitenden Sachverständigenausschusses für die Weltwirtschaftskonferenz gaben am Dienstag die beiden Vertreter der deutschen Regierung, Ministerialdirektor Posse (Reichswirtschafts. Ministerium) und Geheimrat Bocke (Reichsbank) Erklärungen ab. Posse wies darauf hin, daß die von der Weltwirtschaftskonferenz zu behandelnden Grundfragen bereits in dem Schlußbericht der Lausanner Konferenz festgestellt worden seien. Der Ausschuß dürfe daher die Bewegungsfreiheit der Regierungen auf der kommenden Konferenz nicht allzu sehr einschränken. Der Ausschuß fei bereits auf feiner ersten Tagung zu der Feststellung gelangt, daß die Schuldnerländer in die Lage versetzt werden mühten, ihre Schulden durch waren zu tilgen. Die Gläubigerlander mühten daher ihre Wirtschaftspolitik darauf einstellen, den Schuldner- ftaaten durch Warenausfuhr die Bezahlung der Schulden zu ermöglichen. Praktische Ergebnisse als die Zentralfragen der Weltwirtschaftskrise auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz behandelt werden müssen: Regelung der interalliierten und der privaten Verschuldung, Stabilisierung der Wahrungen, Wiederherstellung des freien Kapitalverkehrs und Beseitigung der Handelsschranken. Gegen die französische Vormachtstellung in Europa. Berlin, 11. 3an. (TU.) Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin und London, Qllan» fon B. Houghton, erklärte, nach einer Meldung Berliner Blätter aus Aeuhork, in einer Ansprache in einer Schule für Politik des republikanischen Frauenverbandes, die Teilnahme der Bereinigten Staaten am Weltkrieg habe lediglich an die Stelle einer deutschen Vorherrschaft in Europa die Hegemonie Frankreichs sehen helfen. So sei ein neues Europa geschaffen worden, das keinen Augenblick Bestand hätte, würde die Lage nicht durch Waffengewalt aufrechterhalten. Statt 5000 gebe es „nur" 12 000 Meilen europäischer Zollgrenzen, statt 17 Wäh- rungcn 28. Das sei ein hoffnungsloser Z u st a n d und es eröffne sich auch kein Ausblick auf eine Besserung, wenn nicht Schritte zur Schaffung einer politischen Situation unternommen würden, die wirtschaftlich haltbar fei. Die Bereinigten Staaten dürften nicht die Meinung hegen, die französische Hegemonie über Europa sei ein Zustand von Dauer. Amerikas Pläne einstweilen zurückgestelli. Washington, 10. San. (TU.) Der Unter- staatssekretär Sarnes G. Rogers erklärte im Auswärtigen Ausschuß des Repräsentantenhauses, daß die Pläne der Bereinigten Staaten für die Weltwirtschaftskonferenz bis nach dem 4 März, dem Antritt Roosevelts, zurück- g e st e l l t werden. der Londoner weltwirlschaflskonferenz seien dringend notwendig, da sonst mit einer weiteren, unabsehbaren Verschärfung der Weltkrise zu rechnen sei. Der Lachoersländigenausschuh habe die Aufgabe, den Regierungen die volle Verantwortung vor Augen zu führen, die sie auf sich laden würden, wenn die Londoner Konferenz zu keinen praktischen Ergebnissen führe. Das fortgesetzte Absinken der Werte des Welthandels seit 1929 drohe die Kurve des Welthandels auf den Nullpunkt zu führen. Es sei unbedingte Pflicht der Regierungen, mit allen Mitteln auf eine Ver - m i nberung d e r Arbeitslosigkeit hinzuwirken, da sonst ein Kampf aller gegen alle aus- brechen würde. Uebcr die Erklärungen des Geheimrats Bocke im Ausschuß werden bedauerlicherweise von deutscher Seite keinerlei Mitteilungen gemacht, obwohl die Presse über die Erklärungen sämtlicher Ber- treter unterrichtet wird Don deutscher Seite wird lediglich mitgeteilt, daß Geheimrat Bocke den deutschen Standpunkt zu den großen finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen dargelegt habe. Demgegenüber verlautet von französischer Seite, daß Bocke in einer großen Rede außerordentlich bedeutungsvolle Erklärungen über den Standpunkt der deutschen Regierung zu den internationalen Währungsfragen gemacht und insbesondere im Namen der deutschen Regierung eine Rückkehr zum Goldstandard und sofortige Stabilisierung der Währungen gefordert habe. Professor Beneduce betonte die Bereitwilligkeit der italienischen Regierung zur Mitarbeit an der Lösung der großen Krisenfragen. Er unterstrich die Notwendigkeit einer Rückkehr zur Gold- währuna und verlange eine Demobilisierung der Handelsschranken. Nach dem Weltkriege sei infolge der Reparationszahlungen der Wirtschaftskrieg auegebro- chen. Erst auf der Lausanner Konferenz sei ein Waffenstillstand abgeschlossen worden. Die Welt erwarte heute einen baldigen Frieden. Der Ausschuß habe die Aufgabe, den Abschluß des Wirtschaftskrieges vorzubereiten. Der Schweizer Vertreter, Bundesrat M u s h , vertrat den bekannten Standpunkt der Schweizer Reg.erunq über oie uneingeschränkteAuf- recht erHaltung^ des Goldstandards, verlangte, wie fast sämtliche übrigen Redner, eine baldige Regelung der interalliierten und privaten Schuldenfrage und forderte eine Linker- suchung des (Sin,lu,|e3 des o v etrusi'/ )en Wirtschaftssystems und der kommunistischen revolutionären Propaganda auf die Weltwirtschaftskrise. Der Vertreter der polnischen Regierung, Baransky, verlangte Wiederherstellung des freien Handelsverkehrs und Aufrechterhaltung der Goldwährung. Der Vertreter Rorwegens, 3 a h n, vertrat als einziger die Auffassung, daß die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise einen normalen Charakter trage und die Hauptaufgabe der Londoner Konferenz in der Wiederherstellung des Vertrauens bestehen müsse. Ter Vertreter Lingams, R i k e 1, verlangte als Vertreter der südosteuropäischen Staaten eine Llmwandluno der kurzfristigen Verschuldung i-*i langfristige Schulden in Anpassung an die gegenwärtige gefährdete Wirtschaftslage dieser Staaten, ferner Hebung der Getreidepreise und internationales Ablommen zw.fchen den Weizen produzierenden Staaten. Zum Schluß der Aussprache wies der Präsident der Holländischen Nationalbank, Trip, als Bor- sitzender des Ausschusses darauf hin, daß in der gegenwärtigen Krisenlage nur eine kühne Politik zu einer Ueberwindung der gegenwärtigen Schwierigkeiten führen könne. Die Aussprache ergab im wesentlichen weitgehende Ueder - einstimmung dahin, daß die folgenden Punkte Abrüstung und europäische Zusammenarbeit. Ein Vortrag des deutschen Delegierten von Rheinbaben in Paris. Paris, 10. San. (WTB.) Der deutsche Delegierte auf der Abrüstungskonferenz, Staatssekretär z. D. v. R h e i n b a b e n, wurde heute nachmittag in die Snternationale diplomatische Akademie i n Paris ausgenommen. Die Einführungsrede hielt der frühere französische Botschafter in Washington, Senator B6ranger, der die Laufbahn o. Rheinbabens umriß und ihn im Namen der Akademie willkommen hieß. Staatssekretär v. Nheinbaben hielt dann in französischer Sprache einen Vortrag über das A b - rüllungsproblem im Rahmen europäischer Zusammenarbeit. Der Redner gab der Ansicht Ausdruck, daß man nach allen Enttäuschungen und Fehlschlägen die Versuche zu einer für alle Länder Vorteil bringenden europäischen Zusammenarbeit immer wieder erneuern müsse. Dabei habe man aber mit der Wirklichkeit zu rechnen und nicht schöne Programme für eine ferne Zukunft aufzustellen. Eine Zusammenarbeit sei unmöglich ohne eine Einigung, die die erste Etappe der Abrüstung verwirkliche und den Rüstungsausgleich der Zukunft auf niedrigstem Stand vorbereite. Der Versuch, eine europäische Zusammenarbeit in gewissen Ländern nur mit einzelnen Teilen der betreffenden Völker, womöglich nur mit ganz bestimmten Parteien treiben zu wollen, sei endgültig gescheitert. Zur Kernfrage der Abrüstung betonte von Rheinbaben, daß ein internationales Abrüstungsabkommen seinem Wesen nach nur eine freie Vereinbarung unabhän- iger Staaten mit gleichen Rechten sein könne. Die erste Gruppe der einer Lösung harrenden Fragen — staatliche Verschuldung, Privatschulden und Weltwirtschaftskonferenz — könne durch europäische Zusammenarbeit allein nicht gelöst werden. Seder Fortschritt der zweiten Gruppe — Fortentwicklung des Völkerrechts, Organisierung des Friedens und der kollektiven Sicherheit — hänge von der quantitativen und qualitativen Abrüstung ab. Sn diesem Zusammenhang ging Freiherr von Rheinbaben auf ein kürzlich in Gens behandeltes Problem ein, das man „moralifdje Slbrüftung" genannt habe. Seiner Auffassung nach bedeuteten alle diese Vorschläge ein Abmühen am untauglichen Objekt, solange nicht der Unterschied zwischen Siegern und Belegten moralisch, rechtlich und praktisch aufgehoben sei. Gegenüber dem Vorwurf, Deutschland wolle in Wahrheit gar nicht die Abrüstung, sondern die Revision des Vertrages von Versailles und gewisser Grenzen, stellte von Rheinbaben zunächst fest, daß die namhaftesten Wortführer, die der Auffassung seien, es wäre besser, zuerst offenbar Llnhaltbares und Llngerechtes zu revidieren und erst dann abzu- rüsten, keine Deutschen feien. Der Redner wies aber auch ausdrücklich darauf hin, daß ebenfalls von außerdeutscher Stite im Rahmen der Abrüstungskonferenz der Versuch gemacht werde, einen vollendeten Status der europäischen Friedcnsorganisation zu schaffen, ehe die wesentlichen Gründe der bestehenden Spannungen beseitigt worden sind. Auf der Abrüstungskonferenz müsse vor allen Dingen endlich abgerüstet werden. Sn den Annalen der Diplomatischen Akademie erschien gleichzeitig ein geschichtlicher Rückblick von Rheinbabens auf Deutschlands Lage. Danzig -leibt deutsch! Die Jugend der Kreien Stadt bekennt sich zu Deutschland. Danzig, 10. 3an. ($11.) Bei herrlichem Win- terwctter fand am Dienstagvormittag auf dem Langenmarkt eine große 3ugend-Kund-ge- bung des Dereinsfür dasDeutschtum im Auslande statt. Die teilnehmenden 3u- gendverbände zogen auf dem von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge umsäumten Langenmarkt in geschlossenem Zuge auf. Aachdcm ein Vertreter der Danziger 3ugend ein Treuegelöbnis der 3ugend abgelegt hatte, hielt der Danziger Kultus'enator Dr. Winderlich die Festrede, in der er u. a. feststellte, daß Danzig durch den Versailler Vertrag aus der Bahn einer Entwicklung herausgerissen worden sei, die seit mehr als einem 3ahrhun- dert für das Gedeihen der Stadt von den segensreichsten Folgen begleitet war. Der 10. 3anuar 1920 sei damit zum Schicksalstag Danzigs geworden. ®ie verflossenen 13 3ahre, die eine ununterbrochene Kette nationaler Prüfungen und wirtschaftlicher Bedrängnis darstellten, patten auch der Sugenö inzwischen das Verständnis für die schicksalhafte Bedeutung dieses Tages gebracht, da sie ja täglich erlebe, wie Danzigs Bevölkerung in ihrer staatlichen, kulturellen und wirt'chastlichen Betätigung überall auf Hemmungen und Grenzen stoße und auf allen Seiten abgedrosselt werde. Die deutsche Jugend Danzigs wolle heute zeigen, daß ihr das Deutschtum der Freien Stadt Danzig ein heiliges Vermächtnis fei, das sie heute und immerdar mit aller Kraft zu wahren entschlossen sei. Die Danziger fühlten, daß sie auf einem Vorposten des Deutschtums gestellt seien, der zum verantwortungsbewußten handeln zwinge. Danzig fühle sich nach wie vor aufs engste mit dem alten deutschen Vaterland in Treue verbunden. Rach der Rede wurde folgende Entschließung der Sugenö verlesen: „Die deutsche Sugenö der Freien Stadt Danzig bekennt sich heule, am Tage der 13. Wiederkehr des Abtrennungstages Danzigs vom Reich, vor „em deutschen Volke und vor aller Welt z u ihrem Deutschtum. Sie wendet sich gegen das uns angetane Unrecht, durch das diese deutsche Stadt und alle anderen dem Reich gegen den Willen ihrer Devöllerung entrissenen deutschen Gebiete abgetrennt wurden. Sie ist entschloßen, Deutsch- land die Treue zu halten in dem einigen Willen: Danzig bleibt deutsch!" Während sich sämtliche Fahnen senkten, wurde der Schluß des Treue-Bekenntnisses verlesen. Aach einer Minute des Schweigens und dem Glockenspiel der Danziger Kirchen fang die Versammlung das Deutschlandlied. Sn den frühen Aachmittagsstunden wird vom Flugplatz Danzig-Langfuhr ein Flugzeug der Akadem.schen Fliegerstaffel zum Danzig- Werbeflug quer durch Deutschland starten. Das Flugzeug trägt auf den unteren Tragflächen die Aufschrift „Danzig bleibt deutsch!" Es wird zunächst in Berlin landen. Danziger Flieger in Giolp. Berlin, 11. San. (CNB. Funkspruch.) Zunge Danziger Flieger waren heute morgen zu einem Werbef 1 ug gestartet auf dem sie innerhalb dreier Monate 40 deutsche Städte anzufliegen beabfidjtiaen. Das Flugzeug trägt auf den Tragflächen die Aufschrift: „Danzig bleibt deutsch!". Erste Etappe sollte Berlin sein. Die Flieger fanden jedoch auf der Strecke so starken Nebel vor, daß sie vorsichtshalber u m k e h r t e n. Sie sind in der Mittagsstunde wohlbehalten wieder in Stolp gelandet. DerIahrestag desMreinbruchs Kundgebungen in Essen. Essen, 10. 3an. (CAB.) Am Vorabend deS Tages, an dem vor zehn 3ahren französische Truppen Essen und Umgebung besetzten, fand auf dem Burgplah eine von dem Stahlhelm einberufene nationale Kundgebung statt, an der sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge beteiligte. Der Redner des Abends, Studienrat Mahnken, der Führer des Landesverbandes Westmark und We,tsalen im Bund der Frontsoldaten, erinnerte an die sch:cksalsschweren Tage des 3anuar 1923, als sich die in ihrem nationalen Gefühl tief verletzte Bevölkerung entschlossen hatte, waffenlos ernem in Waffen starrenden Feinde die Stirn zu b:eten. Der zähe Abwehrkampf des Ruhrvolkes habe der Rheinlandbefreiung und aller weiteren deutschen Außenpolitik die Wege geebnet. Dieser Geist nationaler Einigkeit müsse wiederkehren, dann werde keine Macht der Welt dem deutschen Voll den Weg zu neuem Ausstieg verlegen können. Die Kundgebung schloß mit dem Deutschlandlied. Aachdem der Stahlhelm den Burgplah verlassen hatte, marschierte dieEssenerSAund S S. aus allen Stadtteilen sternförmig zum Burg- Platz zu einer großen Kundgebung des Kreises Essen der ASDAP. Die Kundgebung, die ebenfalls der Erinnerung an den vor zehn 3ahren erfolgten Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet galt, stand unter dem Kennwort „Aie wieder Feind im Land". Kundgebung des TeutschenBcam cnbundcs. QSerlin, 10. 3an. (TL1.) 3n der Sitzung der Dundesleitung des Deutschen Beamtenbundes gedachte der stellvertretende Vorsitzende -a u gf e r des vor zehn 3ahren erfolgten Ruhr- einoru ch's und der damit verbundenen schicksalsschweren Ereignisse. Es wurde beschlossen, anläßlich dieses Tages, an dem vor 10 Fahren die früheren Feindmächte in das rheinisch-westfälische 3nbuftriegebiet einbrachen, an die Bezirks- f ar teile des DDB. der vom Ruhreinbruch betroffenen Gebiete ein Schreiben zu richten. Mit Stolz und dankerfülltem Herzen wird darin der aufopfernden Tätigkeit gedacht, die die Dezirkskartelle des DBB. geleistet haben. Wenn auch noch nicht alle Wunden, die der damalige Kampf geschlagen hat, geheilt sind, so glaubt die Dundesleitung doch mit Fug und Recht feststellen zu können, daß durch die treue kamerad- schaftlichePflichterfüllung der Körperschaften des DVD. und ihrer Organisationen die Schwere jener Schicksalszeit den von ihr (Betroffenen fühlbar erleichtert worden ist. E innerungsfcuer am Rhein. ftoblen3, 11. San. (LPD.) Aus Anlaß des 10. Sahrestages des Einbruches der Franzosen in das Ruhrgebiet waren am Dienstagabend auf den Höhen in der Umgebung von Koblenz, wie überhaupt im ganzen Gebiet des M i 11 e l r h e i n s von den verschiedenen Stahlhelm-Ortsgruppen Erinnerungsfeuer ange- zündet worden. Sn Bacharach, Oberwefel, St. Goar, Bappart und an vielen anderen Stellen loderten die Flammen zum Himmel. Ebenso unmiteübar bei Koblenz, auf dem Kühkopf, in Remstecken und auf den Rhemhohen bei Pfaffendorf, Horchheim, Vallendar und Bendorf, auf der Humboldhöhe, sowie bei RenAcdors. Auch von den Moselhöhen leuchteten die Flammen weithin sichtbar ins Tal. Das Haupt- euer, das vom Gau Koblenz des Stahlhelm ins Werk gefetzt war, brannte auf dem höchsten Punkt der Festung Ehrenbreitstein zur Erinnerung an die Knechtung und Entrechtung in den unheilvollen Tagen des Ruhrkampfes. Oie Unruhen in Indien. eJndischWeltkriegtämpfcr als Führer der Aufständischen. Bombay, 10. San. (TU.) Die Aufständi- ch e n im indischen Staate Alwar haben vier Bezirke des Staates besetzt. Der Maharadscha wartet vor weiteren Maßnahmen die Ankunft der englischen Truppen aus Delhi ab, die auf 600 Mann Snfanterie, 400 Mann Kavallerie und zwei Panzerwagen bestehen. Die Meos brachten den Staatstruppen am Montag eine weitere Niederlage bei. Ein Teil des Zuges, in dem die Truppen nach Alwar zurückkehrten, wurde in die Luft gesprengt. Mehrere Soldaten wurden getötet und verwundet. Die Meos werden von zweitausend früheren indi- chen Soldaten geführt, die am Weltkrieg teilgenommen Haden. Sämtliche von dem modammedanischen Aufstand in dem indischen Staat Alwar betroffenen Bezirke sind von den englischen Behörden übernommen worden, um die Ordnung wieder herzustellen. Die eingeborenen Staatstruppen, die sonst dem Maharadscha unterstellt sind, sind unU« den Befehl englischer Offiziere gestellt worden. ' - \ '■ - ’A Der Reichspräsident auf der Ostpreußen-Ausstettung. Die Leiche des Schiffsarztes der „Niobe" geborgen. An der Küste von Süd-Laaland war eine Leicke angetrieben worden, in der man einen Toten der „Niob e" erkannt hat. Das Artillerieschulboot „Drache" hat die Leiche nach Kiel übergefüchrt, wo der Tote als der Schiffsarzt der „Niobe". Marine- oberftabsarzt Dr. Sander, erkannt wurde. Nach einer Trauerfeier in Kiel-Wick wird die Leiche nach Hofgeismar übergeführt. Donauverkehr durch Schneegestöber lahmgelegt. In der nördlichem Moldaugegend wütet feit zwei Tagen ohne Unterbrechung ein auherordent- lich heftiges Schneegestöber. Da die Lage immer gefährlicher wird, wurde Militär berufen, um bedrohten Städten Hilfe zu leisten. Auf der Drmau ist der Verkehr vollkommen la hm gelegt. Auch zahlreiche Züge konnten nicht verkehren. wieder 12 Leichen aus der „Atlantique" geborgen. Aus dem Dampfer „Atlantique" wurden im Laufe der letzten Tage wieder 12 Leichenge- borgen, so das) nunmehr insgesamt 14 Opfer gefunden wurden. Zehn von ihnen können nicht mehr erkannt werden. Entgegen der ursprünglichen Absicht wird das Schiff noch nicht ins Trockendock geschleppt. Es soll vielmehr so lange im Hafenbecken liegen bleiben, bis die Sachverständigen festaestellt haben, ob es sich ermöglicht, das Schiff wieder instand zu sehen. Andernfalls werden die Maschinenanlagen und alle sonstigen brauchbaren Einrichtungen herausgenommen unb der Rumpf als altes Eisen verkauft. Dann wäre das immerhin kostspielige Eindocken nicht notwendig. Der „Intransigeant" berichtet, das) die vom Marineministerium eingesetzten Sachverständigen die Ursache des Brandes der „Atlantique nicht feststellen konnten. Havas erklärt, in Cherbourg rechne man allgemein damit, daß die „Atlantique" abgewrackt werde. Meineidsanklage gegen Brolat erhoben. Der Untersuchungsrichter hat die Voruntersuchung gegen Direktor Brolat. den früheren Direktor der Berliner Verkehrsgesellschaft, geschloßen. Der Staatsanwalt hat Anklage wegen Meineids er» hoben. Die strafbare Handlung wird darin erblickt, daß Brolat zu Protokoll unter Eid u. a. bekundet hat. er habe die Direktoren der Berliner Stadtbank nur dienstlich und auch nur flüchtig gekannt und im allgemeinen weder von den Sklareks Geschenke angenommen noch ihnen Geschenke gemacht. Der Australienflieger Bert hinkler überfällig. lieber den seit 90 Stunden verschollenen australischen Rekordflieger Bert H i n k l e r. der auf seinem Flug von London nach Australien in Brindisi seine erste Zwischenlandung vornehmen wollte, wird nachträglich noch bekannt, daß er die italienischen Behörden gar nicht um Erlaubnis für die Ueberfliegung italienischen Gebietes ersucht hatte. Man nimmt daher an. daß er möglicherweise eine ganz andere Richtung eingeschlagen hat. von 4501 6001 6001 12 001 16 00' 20 00 25 00 5n 6tut Stülpt Oie Ai Berlin, richl der des Dezemb failonmä stiegen, : richisabichw Arbeitsamt lose gerne der betrug gegenüber! als 1,7 M ständig ge Jahresende In der 2 der Haup.'u auf rund 79 93 000 auf n der öffen.'/.'ch rund 2 375 0C der L«ichsre< ünertannt. Q t-flung bet brechung m> sche im F tätig, d. h. Die Zahl de senden Ark Grifft; Die E Die 6tabt ( n hohe des fi Wagrundsäf “ 2°hre au D hau., Die Bürger Jj^öerjübr | ZEUttkane. co ff*' anfleforbe ,r ^)ahe des ^^resen * 50 00 - 75 00 • 10000 * 250001 >'L 500 00] ♦^rfonen. j lltff*1.1 di." Äif! fällig; 8ur9erf| öft lnet 1 Weh Mflf Shr^ob' > WUrflei fe$s ° öoiceif Woi Aus der Provinztathauptstadt Neue Ltnruhen in Spanten wegen Versagung der Er- it Milch. 3. Erhebung der in tärbehörden Verhandlungen mit Japan Schanhaikwan abermals abgelehnt. bahnlinien festgestellt, die aber ohne Erfolg blieben. In Barcelona bleiben bis auf weiteres die außerordentlichen Sicherheitsmaßnahmen, wie Polizeiverstärkungen. Dauerbeleuchtung der Straßen während der Rächt, Durchsuchung verdächtiger Personen auf Waffen usw. bestehen. Belagerunqszustand. Madrid, 11. Ian. (Acuter.) Die Regierung hat, obwohl sie überzeugt ist, daß der revolutionären Bewegung Einhalt geboten ist, beschlossen, über die Unruhegebiete den Belagerungszustand zu verhängen. Nächtliche Schießereien Madrid, 11. Ian. (WTB.-Funlspruch.) Auch in der Rächt zum Mittwoch waren in Sevilla und in Teres wieder Unruhen zu verzeichnen. In Sevilla soll eine Gendarmerie-Abiei- lung mit Schüssen empfangen worden fein. Die Mannschaft eines Polizeiautos nahm die Verfolgung der Täter auf und erschoß zwei Syndikalisten. In Teres ist es zu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmerie und Aufrührern gekommen, wobei ein Rachtwächter getötet wurde. Oie spanischen Deportierten m Dakar. Paris, 10. Ian. (WTD.) Das „Petit Iour- nal" berichtet aus Casablanca, daß die 2 9 Deportierten aus Spanien, die von Villa Cisneros vermutlich auf einem französischen Segler geflohen waren, am letzten Freitag in Dakar angekommen und an Land gegangen sind. I o f i o, 10. Ian. (TU.) halbamtlich wird gemcl- bet, dah Dienstag die militärischen Aktionen der japanischen Armee gegen die chinesischen Truppen an der Grenze der Provinz Dschehol begonnen haben, nachdem am vormittag die Frist abgelaufen war. die den chinesischen Generalen vom japanischen Armeestab für die Einstellung der Truppentransporte in Dschehol gestellt wurde. Die japanische Truppenbewegung geschah In der Richtung auf die Hauptstadt T f ch a o j a n. Die japanischen Truppen haben den Befehl, die chinesischen Grenzorte unter allen U m ft ä n- den zu besehen und jeden chinesischen widerstand zu brechen. Die japanischen Flieger haben mit der Bombardierung der Verbindungswege und der Eisenbahnen begonnen. Nach Meldungen aus chinesischer Quelle halten die Chinesen noch den südlichen Teil des Pass es von Tjchiumankau (nördlich Schan- heikwan). für dessen Besitz die japanischen Truppen und Flugzeuge den ganzen Tag gekämpft haben. Die Chinesen haben etwas Boden verloren, verteidigen sich aber hartnäckig. Die Kämpfe dauerten am Abend noch fort Chinesi - sche Verstärkungen sind eiligst nach dem Kampfplatz entsandt worden. Marschiert ganz China? Schanghai, 10. Ian. (TU.) wie aus Nanking gemeldet worden ist, ist in der Sitzung des Kriegsrates am Montag beschlossen worden, an die chinesische Armee einen Rundbefehl zu erlassen, der die A l a r m b e r e i t s ch a f t s ä m t- licher chinesischer Truppen anordnet. Es heißt darin, dah der Marschbefehl täglich zu erwarten sei. Direkte Verhandlungen wegen Schanhaikwan abgelehnt. Tokio. 10. Jan. (TU.) Im Auftrage des japanischen Außenministeriums wird mitgeteilt, daß die japanische Regierung ihre Militärbe- Hörden in Schanhaikwan angewiesen hat, mit den chinesischen Militärbehörden in Verbindung zu treten, um Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes einzuienen. Nach einer Mitteilung der chinesischen Gesandtschaft in Tokio haben die chinesischen M i I i • Madrid, 10. Ian. (TU.) In Zusammenhang mit dem von den Syndikalisten in Sevilla ausgerufenen Generalstreik kam es außer in der Stadt auch in der Umgebung Sevillas tzuSchie - her eien. In einigen Dörfern versuchten die Landarbeiter sich in den Besitz des Rathauses zu setzen, wobei es zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. In Automobilen herbeigeholte Polizei- Verstärkungen wurden von den Aufständischen beschossen. Im Laufe des Rachmittags gelang es, die Ordnung wieder herzu stellen. Auch in C a - stellon und Murcia kam es zu Ausschreitungen. In der Provinz Murcia machten die Anarchisten Ueber fälle auf verschiedene Dörfer und versuchten, sich eines Pulvermagazins zu bemächtigen. Gleichzeitig zerschnitten sie die Tclephonleitungen und sperrten die Stra- — - : Polizei schließlich, zu schlagen. S a b o - Eisenbahnlinie Heue japanische Offensive in China Der Angriff auf hie Provinz Dschehol im Gange. Aus aller Welt Französischer Schleppdampfer auf dem Rhein beschaffen. Bei einem großen Teil der französischen Schleppdampfer, die den Rhein befahren, war die Besatzung seit einigen Tagen in den Streik getreten, so dah die SchlePpUige zum Teil vor Anker liegen mußten. Die Ursache des Streiks lag darin, daß die französischen Reedereien Abzüge von den Löhnen der Schiffer machten, die mit Verzögerungen, verursacht ourch den anhaltenden Rebel auf dem Rh'in, begründet wurden. Cinlgungsverhandlungea zw f' e.i te i S r ik nde i und einigen Reedereien haben teilweise Erfolg gehabt, so daß die Mehrzahl der Schiffe inzwischen die Weiterfahrt bewerkstelligen konnte. Lagegen haben fortdauernde Differenzen bei dem Rh^inort Kamp zu einem Mordanschlag auf den Schiffskapitän des Schleppdampfers „Condor" geführt. Als das Schiss am Dienstagmittag auf der Bergfahrt Kamp passierte, fielen plötzlich auf der rechten Rheinfeite etwa zehn scharfe Schüsse, die auf den Ruderstuhl gerichtet waren, wo sich der Kapitän befand. Ein Geschoß traf das Ruder, ein weiteres ging knapp an dem Kapitän vorbei. Ter Kapitän gab sofort Rot- fignal, warf Anker und benachrichtigte die Rheinpolizei, die in kurzer Zeit zur Stelle war und ein Kommando der Koblenzer Schutzpolizei herbeirief. Tie Suche nach den Tätern hatte bis zum Dienstagabend keinen Erfolg, obwohl größere Polizeistreifen die ganze Gegend absuchten. Es kann mit Bestimmtheit angenommen werden, daß es sich um einen Racheakt eines oder mehrerer streikender Schiffer gehandelt hat. Die Ermittlungen werden fortgesetzt. Von einer Lawine verschüttet. Arn Dienstagnachmittag fuhr, wie aus Bad Tölz gemeldet wird, eine Gruppe Münchener Skifahrer vom Seekarkreuz auf die Rauhalm ab. Beim Queren eines Hanges löste sich eine Neuschneelawine, die einen der Münchener Skifahrer verschüttete. Er konnte trotz sofortiger Suche noch nicht gefunden werden. Daraufhin wurden durch die Rettungsstellen in Lengries und Bad Tölz 22 Mann mit Geräten ausgerüstet und in das Unglücksgebiet abgesandt. Heinrich D ö l k aus Oberwetz (Kreis Wetzlar) fuhr in ziemlich raschem Tempo in die Kurve unweit der Brücke und geriet gegen die Brückenmauer an der linken Straßenseite. Er fuhr mit großer Wucht auf, wurde vom Motorrad geschleudert und fiel so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Der sofort herbeigerufene Arzt Dr. ©tangier von Dutenhofen leistete die erste Hilfe. Die Freiwillige Sanitätskolonne von Gießen brachte den Verunglückten nach der Gießener Chirurgischen Klinik. Der Zustand des Verletzten ist sehr ernst. Völk ist verheiratet und hat zwei Kinder. ttornotwen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Politik der Weiberröcke". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Tannenberg". — Oberhessiscyer Geschichtsverein. Ten nächsten Vortrag wird Universitätsprofefsor Tr. R o l o f f am Donnerstag, 12. d. 1, halten. Sein Thema „Hessen im Iahre 1866“ stützt sich auf seine Forschungen der letzten Iahre. bei denen es ihm gelungen ist, wichtiges neues Material aufzufinden. Ter Vortrag darf die besondere Aufmerksamkeit der Gießener beanspruchen, weil es bei dem Friedensschluß mit Preußen um unsere Heimatprovinz ging: König Wilhelm wollte Oberhessen annektieren, aber Dis- . marck hatte, wie wir hören werden, seine Gründe, darauf zu verzichten. Wir verweisen auf die Anzeige am Samstag, 7. Ianuar. ßen. Auch hier gelang es der die Angreifer in die Flucht j tageanschläge auf die (_ . Murcia-Cartagena wurden rechtzeitig entdeckt, so daß lediglich Zugverspätungen eintraten. In den Dörfern Detera und Bonaguacil in der Provinz Valencia verbrannten die Anarchisten das Gemeindearchiv und versperrten die Zufahrtstrahen. Gleichzeitig wurde ein Zug beschossen, wobei der Maschinist Verletzungen erlitt. 3m übrigen Spanien wurden drei weitere Anschläge auf Eisen- Reichspräsident von Hindenburg, der im Weltkrieg Ostpreußen vor dem Mufbmeinfall Toetl^k% suchte die in Berlin hergerichtete große Wanderausstellung „Ostpreußen was es leidet, wases leiste die durch den Reichsinnenminister Dr. Bracht eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt das fernere Schicksal dieses Grenzlandes, aber auch seine Bedeutung für das gesamte^deutsche Vaterland. — S) n be nburg bei der Betrachtung des Modells einer Danziger Kogge um 1600, das m breijaljriger Arbeit aus oft preußischem Bernstein zusammengesetzt wurde. *• Die Erhebung der Bürger ft euer 1 933. Die Bürgermeisterei Gießen teilt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil Grundsätzliches über die Erhebung, über die Höhe und über Den Modus der Einziehung der Bürgersteuer für das Jahr 1933 in unserer Stadt mit. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. *■* Prooinzialausschuß - Sitzung. Am Samstag, 14. Januar ab 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausjchusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Be- zirksfürsorgeoerbandes München gegen den Bezirksfürsorgeoerband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Fürsorgekosten für Wilhelm Eckstein aus Beerfelden. 2. Beschwerde der Anna Bindewald in Dorheim gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 26. Mai 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Handel mit Milch. 3. Erhebung der Bürgersteuer in Stangenrod: hier: Berufung der Margarethe Schuchmann, geb. Hahn, in Groß- Eichen gegen den Bescheid des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 9. 8. 1932. 4. Eintragung der Firma Wilhelm Heiliger zu Lauterbach in die Handwerksrolle: hier: Klage der Hess. Handwerkskammer in Darmstadt gegen die Entscheidung des Kreisamts Lauterbach vom 8. August 1932. * Spende für die Winterhilfe. Die Kohlenhandlunq Emil Lotz stiftete für die Gießener Winterhilfe nicht (wie gestern berichtet wurde) 1OO Zentner Kohlen, sondern 1OO Zentner Pfarrer Bechtolshetmer 25 Jahre im Gießener Pfarramt Am morgigen Donnerstag, 12. Ianuar, jährt sich zum 25. Male der Tag, an dem Pfarrer Hein- rich B e ch t o l s h e i m e r in das Pfarramt der Gießener Lukasgemeinde eingeführt tourbe. _yn diesem Vierteljahrhundert evangelisch-kirchlichen Lebens in unserer Stadt hat der Iubilar in unermüdlicher SchafsensfreudiAeit allezeit das Beste für die ihm anvertraute Gemeinde erstrebt. Dankbar werden deshalb mo^aen ’ne Lukasgemeinde und mit ihr die evange ische Gesamtgemeinde des verdienstvollen Seelsorger^ «ernten. Pfarrer De ch t o l s he i m e r kam, nachdem er vom 22. April 1894 bis 11. Ianuar 1908 in Rhein- Hessen (als Psarrassistent in Lampertheim und als Pfarrverwalter, dann Pfarrer der evangelischen Landpfarrei in Mainz-Mombach) gewirkt hatte, in sein Gießener Pfarramt. Am 12. Ianuar 1908 wurde er von dem Superintendenten Petersen eierlich in das Amt eingeführt. Er erhiett damit ein großes Gemeindefeld zur seelsorgerischen Se- treuung, denn zu der damaligen Lukasgemeinde gehörte auch die heutige, erst Ende 1927 abgetrennte und selbständig gemachte Petrusgemeinde. Am 20. Oktober 1918 wurde er erster Pfarrer der evangelischen Gemeinde Gießen, zugleich auch Vorsitzender des Gesamtkirchenvorstandes und des Pfarrkollegiums. Rach den harten Kneasjahven, bie auch an den Iubilar höchste Anforderungen bei der Ausübung seines geistlichen Amtes ftdlhm, hatte er in den überaus schwierigen ersten Rach- kriegsjahren, insbesondere während der Inflation und in der anschließenden llebergangszeit sowohl als Pfarrer, wie als Leiter der örtlichen Kirchenverwaltung gewaltige Aufgaben zu meistern. Seiner verständnisvollen Amtsausübung und seiner vorsichtigen Geschäftsführung war es dank ein- trächtiger Zusammenarbeit mit dem Gesamt- Kirchenvorstand und der Gefamt-Gemeindevertre- tung möglich, nach der Sturmzeit be£ Reiches bis Ende 1923 unserer evangelischen Kirche in Gießen wieder ein festes Fundament zu schaffen, auf dem in der Folgezeit in fruchtbarer Weise aufgebaut werden konnte. Zwar waren dabei m der seelsorgerischen und in der Verwaltungs- Tätigkeit bis in die Gegenwart, hinein ständig Hindernisse mannigfachster Art zu überwinden, aber der treuen und hingebenden Arbeit des Jubilars gelang es, für die evangelische Gemeinde unserer Stadt segensre.che Werke zu schaffen. Dem um die evangelische Kirche hochverdienten Manne wurde dafür die gebührende dankbare Anerkennung in den breitesten Schichten unseres Gemeinwesens vielfältig bekundet. Seine Arbeitskraft unö Schaf lensfreudigkeit^- schräntte vt aber nicht nur auf das evangelische Gemeindeleben. Darüber hinaus hat er sich in gemeinnützigen auherkirchlichen Vereinigungen und bei mancherlei selbstlosen Aufgaben mensch- lieber Liebestätigkeit stets pflichttreu und eifrig betätigt. Lieber Gießen hinaus ist er als gern gelesener und geschätzter hessischer Volksschrift- steller, der auch dem Gießener Anzeiger sehr oft Beiträge zur Berfügung stellte, durch viele Arbeiten bekannt geworden. Dieses Wirken des Iubilars würdigte anläßlich des 60. Geburtstages Heinrich Bechtolsheimers am 29. Oktober 1928 Prof. Dr. Esselborn im „Gieß. Anz." vorn 27. Oktober 1928 mit Recht in folgenden Worten: „Der Erzähler Dechtolsheimer denkt durchaus geschichtlich, seine Gestalten sind aus dem Leben, wenn auch zumeist aus dem der Vergangenheit gegriffen: sie sind Menschen von Fleisch und Blut und wurzeln in der heimatlichen Erde. Die Rebenanalysen problematischer Ra- turen liegen ihm fern. Er will für das Volk schreiben und für Liebhaber von Büchern, „die nur erzählen und nicht reflektieren", aber gerade deshalb wird jeder gem zu feinen Büchern greifen, „der Liebe zu deutschem Land und deutschen Leuten und Interesse dasür hat wie die großen Weltbegebenheiten in das Leben schlichter Leute hineinragen". Diese Art zu erzählen, hat ihm Leser aus allen Kreisen des Volkes geworben, und die Kunst, die verschiedensten Kreise zu gleicher Zeit zu fesseln und zu ergreifen, ist auch der Schlüssel zu dem Erfolg seiner Wirksamkeit als Geistlicher." In ausgezeichneter Frische und vollster Schaffensfreudigkeit waltet der beliebte und verdienstvolle Geistliche unermüdlich seines unter den heutigen Verhältnissen besonders schwierigen Amtes. Tue evangelische Gesamtgemeinde unserer Stadt hat an ihm einen trefflichen Führer, die Dolks- gemeinschaft besitzt in ihm als Volksschriftsteller und edlen Menschenfreund einen eifrigen Förderer des Gemeinwohls. Möchte ihm die göttliche Vorsehung noch viele Iahre gesegneter Wirksamkeit schenken I Schwerer Motorradunfall bei Dutenhofen. Gestern gegen 14.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Klein-Linden—Dutenhofen, am Abzweig nach Allendorf ein schwerer Motorradun- f a IL Der etwa 31jährige Schreinermeister Johann Briketts. •• Warnung vor einem falschen Filmdirektor. Kürzlich ist in Frankfurt ein 19jähriger junger Wann aufgetreten, der mit feinem Künstlernamen Charlie Iolson heißt. Er inserierte in Frankfurter Zeitungen: „Filmregisseur sucht einige Filmtalente. Dildofferten unter XV. Porto für Rücksendung des Bildes ist einzusenden." Ten Interessenten gegenüber stellte er sich als Tirektor der Iolson Film Corporation vor. Er gibt vor, eine Filmnachwuchs-Interessen- gemeinschaft zu gründen und gibt außerdem eine Filmzeitschrift „Tic Filmpro ninenten" heraus. Als Aufnahmegebühr verlangt er zunächst 3 Mark. Außerdem muh jeder Interessent monatlich 3 Mark als Beitrag bezahlen. Iol- son wollte dann zweimalige Zusammenkünfte in der Woche stattfinden lassen, in denen die Interessenten für den Film ausgebildet und später auch Probeaufnahmen gemacht werden sollten. Der angebliche Direktor Charlie Iolson ist von keiner Filmgesellschaft beauftragt, entsprechende Talente zu entdecken. Es sei daher vor ihm gewarnt. Wettervoraussage. Das Hoch hat sich zwar über Frankreich und Süddeutschland ausgebreitet, jedoch seinen hohen Barometerstand bereits wieder abgeschwächt. Heber Süddeutschland und auch teilweise in unserem Bezirk wird es noch Einfluß auf die Wetterlage haben, dagegen dürften weiter nordwärts die teils wärmeren, teils kälteren maritimen Strömungen zu leicht veränderlichem Wetter mit wechselnden Temperaturen führen. Dabei ist auch strichweise das Auftreten von Riederschlag möglich. Aussichten für Donnerstag: Temperaturen nachts um Null und stellenweise auch darunter, neblig-wolkig mit Aufklaren, später mehr wechselnd bewölkt und vereinzelt leichte Schauer, auf den Bergen als Schnee. Verantwortlich für Politik: I.V.: Ernst Blum sch ein. XTX bat? yfiS 7 ttom Agra M di» Mg. *llber Wucht und fiel |o -chadel. ■ Arzt Dr. ich Hilfe. Ben brachte h'nirgifchen Khr ernst. über. m. Ahuna Direktor \ Der 'bs er. erblickt, bekundet kadtbank ; und im enke an- o ch: Stadt' Seibernde*, tenberg". ^verein, ksprofessor H, halten. :e 1866“ Hirn Jahre, nzei neues z darf die irnet bean« sschluh mit jing; König n, aber 2is- ine Gründe, auf die Angersteuer eilt bi einer tieil Grund- he unb über -rsieM für ;nirrrssmrn iad)t. ißung. Am r, findet im zu Eießen, liche oigung z Oberhessen ilage des Leden Lezirks- । auf Erstal- ßrfftein aus Sindewald in -amts Fried- iung der Er« Erhebung der Berufuna der i, in Troh- nsschusses des ntraguna der i in die Handwerkskammer >es Kreisamts chilfe. für die Sie- em yN 100 Zentner falsche« ftantfuttmn Wien, J# 3olfon W nqen: .o^m Äldoflerten wnübet steute D>ratM bs-Jnleressen luhcrdem t'ne heraus. 1 zunöch^ KW S'dV- > mar> Dabei n v°" fl. Tempi' M'Ä Ä Düs Stuttgarter Riesenstadion im Bau a n ft Wirtschaft Jolb. und Silberscheide- kfurt am Main. Die Ge- Oie Arbeiismarkiloge im T^eich. Berlin, 10. Ian. (WTV.) Nach dem Bericht der Neichsanstalt ist in der zweiten Hülste d«S Dezember die Arbeitslosigkeit aus saisonmähigen Ursachen weiter gestiegen, jedoch langsamer als im ersten Berichtsabschnitt. Am Jahresende waren bei den Arbeitsämtern rund 5 77 3 000 Arbeitslose gemeldet. Die Zunahme seit Mitte Dezember betrug rund 169 000. Die Ueberlagerung gegenüber dem Vorjahre, die Ende Juni mit mehr als 1,7 Millionen am stärksten war, ist seitdem ständ.g geringer geworden und betrug am Jahresende nur noch rund 105 000. 3n der Arbeitslosenversicherung stieg die Zahl der Hauptunterstühungsempsäng.-r um rund 94 000 auf rund 792 000, in der Krisenfürsorge um rund 93 000 auf rund 1 281 000. Aus dem Per.onenkreis der öffentlichen Fürsorge wurden Ende Dezember rund 2 375 000 Arbeitslose nach den Vorschriften der Neichsregierung als Wohl^ahrtserwerbslose anerkannt. Am Jahresende waren trotz Deen- d.gung der Arbeiten oder winterlicher Unter- brechung noch rund 242 000 junge Deutsche im Freiwilligen Arbeitsdienst tät.g, d. h. 43 000 weniger als Ende November. D.e Zahl der Notstandsarbeiter in der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge steht für Ende De- insbesondere diejenigen, welche zur Beschaffung der Mittel für die lOproxentigc Abschlagszahlung notwendig sind, abzuschliehen mit der Maßgabe, daß der Stadtverordnetenversammlung darüber nach, tröglich zu berichten ist und daß keine Derrnögens- veräußerungen (außer der Breslauer Forderung) oorgenommen werden und keine wesentliche Be- lastung des Etats eintritt. z Altbesitz auf 69,5 o. H., späte Reichsschuldbuchforderungen auf 80 5 o. H. Fester lagen auch Schutzgebiete, die von 6,3250 gestern abend auf 6,70 v. H. anftiegen. Am JRentenmartt waren Gold- und Liguidationspfandbriefe von 0,25 bis 0,5 v. H. höher, Kommunalobligationen blieben stark gesucht. Tagesgeld war zu 3 v. H. unverändert leicht. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Jan. (WTB. Drahtmel- dung.) Die Getreidebörse verzeichnete zwar nur sehr kleines Geschäft, doch war die Ten- denz unter dem Einfluß fester Auslandmeldungen gut stetig. Weizen war etwas befestigt, im übrigen blieben die letzten Preise behauptet. Es wurden notiert: Weizen 204 bis 205 Mark, Roggen 162,50 bis 163,50, Sommergerste für Brau- Zwecke 180 bis 182,50, Hafer (inländischer) 130 bis 135, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 28,25 bis 29,25, Weizenmehl (niederrheinisches) 28,25 bis 28,50, Roggenmehl 22,25 bis 23,25, Weizenkleie 7,40, Roggenkleie 7,85 Mark. — Tendenz: stetig. ^"8?rt-Cannstadt gehen jetzt die gewaltigen Bauten ihrer Vollendung entgegen, die für da» Deutsche Turnfest 1933 angelegt werden. — Oben. Das Marathon-Tor des Stadions. — Unten- Die Zuschauertribüne im Rohbau. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) Hart) Dutenhofen. Wir empfehlen Ihnen, sich beim Landratsamt in Wetzlar zu erkundigen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. neraloerfammlung der Deutschen Gold- und Silber- scheideanstalt, vormals Rößler, Frankfurt a. M., auf der ein Stammaktienkapital von 20 661 400 Mark, sowie 600 000 Mark Vorzugsaktien von 39 Aktionären vertreten waren, erledigte die Regula- rien für das Geschäftsjahr 1931-32 und beschloß, aus 3 562 155 Mark eine Dividende von 9 (10) v. H. auszuschütten. Die Ausführungen über die Aussichten des laufenden Jahres waren sehr allgemein gehalten, einer leichten Besserung auf einzelnen Gc- bjeten stehe der Umstand gegenüber, daß alteinge- suhrte Produkte heute einen sinkenden Umsatz aufzuweisen hätten. Immerhin seien die ersten Monate des neuen Geschäftsjahres nicht schlecht ge- wesen. Berlin freundlich. Berlin, 11. Jan. (WTB. Funkspruch.) Unter dem Eindruck der festen Auslandsbörsen und der Flüssigkeit des internationalen Geldmarktes zeigten die Berliner Aktienmärkte heute ein durchaus freundliches Aussehen. Jnnerpoliüsch erwartet man eine Vertagung des Reichstages und eine allgemeine Beruhigung. Wirtschaftspolitisch be- friedigten der Ouartalsbericht des Stahloereins und die verhältnismäßig günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Börse selbst war wieder eher zu Rückkäufen geneigt. Montane setzten überwiegend fester ein. Marimi- lianshütte gewannen erneut Prozent. Schwächer waren Stolberger Zink, Mansfelder und Har- vcner, bei denen die Dividendenlosigkeit etwas verstimmte. Braunkohlenwerte tendierten leicht unregelmäßig, ebenso Kaliaktien, für die die niedrigeren Exportziffern für 1932 geschäftshemmend wirkten. Chemische Werte lagen unter Führung von Farben fester. Gummi- und Linoleumwerte gewannen bis zu Wt Prozent Von Elektropapieren waren Akku- mulatorenfabrit, Chade, HEW., Felten und RWE. bis zu 3 Prozent gebessert. Gaswerte, Maschinenfabriken, Metall- und Bauwerte gewannen bis zu etwa 1 Prozent Berger waren im Verlaufe um mehr als 3 Prozent anziehend. Von Kabel- und Drahtwerten stiegen Deutsche Telephon und Kabel um 2 Prozent, Autoaktien lagen unregelmäßig, BMW. 'fester. Kunstseideaktien tendierten schwächer, sonstige Textilwerte lagen nicht ganz einheitlich. Von Papier- und Zellstoffwerten verloren Aschaffenburg Zellstoff beinahe 2 Prozent, während Feldmühle und Zellstoff Waldhof etwa Wi Prozent gewinnen konnten. Unter Brauereien waren Schultheiß nur knapp gehalten, Dortmunder Union insgesamt 2 Prozent höher. Von Wasserwerksanteilen zogen Charlottenburger Wasser beinahe 1 Prozent an. Derkehrswerte, darunter Schiffahrtsaktien, lagen fest. Hamburg-Süd und Hansadampf erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Von Banken gewannen Brau- s bank und Reichsbank bis zu 2 Prozent, BEW. gingen 1 Prozent zurück. Sonst sind noch Deutsche | Atlanten, Hotelbetrieb und Tietz mit Besserungen bis zu VA Prozent zu erwähnen. Deutsche Anleihen lagen weiter haussierend. Alt- und Neubesitz gewannen je etwa 1 Prozent. Jndustrieobligationen, Pfandbriefe, Reichsschuldbuchforderungen, Kommunalobligationen blieben gefragt und fest. Von Ausländern fielen Lissabonner Stadtanleihe durch eine Iprozentige Befestigung auf. Auch sonst ergaben sich überwiegend Besserungen. Am Geldmarkt hat sich die Situation w e i - ter erleichter t. Der Tagesgeldsatz ging an der Dunieertöitet sein - nimm Bekanntmachung. Betrifft: Die Erhebung einer Bürgersteuer in der Stadt Gießen Sie beträgt bei RM. bis , und mehr 10 000,— „ wird ein Zuschlag nicht mehr erhoben. Für die Ehefrau -einem Jahreseinkommen bis der Bürgersteuer richtet sich nach im Jahre 1931. ...... von 4 501, „ 6 001,- „ 8 001,- „ 12 001,- „ 16 001,- „ 20 001,- „ 25 001.- „ 50 001,- „ 75 001,- w 100 001,- „ 250 001,- „ 500 001,- 4 500,- RM. 6 000,— „ 8 000,— „ 12 000,— „ 16 000,— „ 20 000,— „ 25 060,— „ 50 000,— „ 75 000,— „ 100 000,— „ 250 000,— „ 500 000,— „ Die Stadt Gießen erhebt für das Ri. 1933 eine Bürgersteuer In Höhe des fünffachen Landessatzes Der Bürgersteuer unterliegen grundsätzlich alle Personen, die am 10. Oktober 1932 über 18 Jahre alt waren und an diesem Tage hier ihren Wohnsitz hatte.. 231C Die Bürgersteuer wird von den Personen, denen |ür das Kalenderjahr 1933 eine Steuerkarte ausgestellt wird, auf der Steuerkarte, von allen übrigen Personen durch besonderen Be- scheid angeforbert Die Höhe ' ~" der Hohe des Einkommens 30,— RM. 45,- „ 60,— „ 90,— „ 120,— „ 150,— „ 250,— „ 375,— „ 750,- „ 1500,— „ 2 500,— „ 5 000,— „ Personen, die im Kalenderjahr 1931 einfommenfteuerfrei löaren, zahlen die Hälfte des obigen niedrigsten Satzes, wenn ihr Realverrnögen 10 000 RM jährlich nicht übersteigt. Soweit die Bürgersteuer durch besonderen Bescheid ange fordert wird, ist sie mit je einem Viertel am 10. Februar 1933 10 Mai 1933. 10 August 1933 und 10. November 1933 an die Stadtkasse Gießen zu entrichten Bei nicht rechtzeitiger Zahlung erfolgt auf Kosten des Schuldners Mahnung und erforderlichen- laUs Zwangsvollstreckung Die Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger wird fiUig: a) soweit der Arbeitslohn für Zeiträume von mehr als einer Woche gezahlt wird, in 12 Raten am 10. der Monate Januar bis Dezember 1933; b| soweit der Arbeitslohn für Zeiträume von nicht mehr als einer Woche gezahlt wird, in 24 Raten am 10. und 24 der Monate Januar bis November 1933 sowie am 10. und 28 Dezember 1933 Der Arbeitgeber, in dessen Diensten der Arbeitnehmer am jeweiligen Fälligkeitstage steht, hat bei .der nächsten auf die Fälligkeit folgenden Lohnzahlung den zu entrichtenden Teilbetrag der Bürgersteuer am Arbeitslohn einzubehalten, binnen tiner Woche an die Stadtkasse Gießen (Postscheckkonto Nr 8315 Frankfurt a M ober eines orer Bankkonten) abzuführen und die einbehaltenen Beträge in dem schon für die Lohnsteuer zu führenden Lohnkonto gesondert anzuschreiben Soweit die Bürgersteuer durch Einbehalten eines Lohn- oder Gehallsteiles zu entrichten ist, haftet gemäß § 25 der Reichs- Hoi,verkauf au» Revier Saasen. Dienstag, den 17. 3anuar, 9/ Uhr, im Gasthaus „Zum Hirsch", Reiskirchen, aus Forftort öalbereberg, Gemarkung Winnerod: 221D rm Scheiter: Buche 328, Linde 2 (rund), Knüppel: Buche 64, Eiche 14, Linde 2, Lärche 2; Reisig: Buche 190; Stöcke: Buche 4. Bei Barzahlung innerhalb dreier Wo- chen vom Ueberroeifungstage ab: 4°/« Nachlaß! Grünberg, 9. Januar 1933. hessisches Jotftamt Grünberg. Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofsti aße Telephon 3463 1. 2. 3. 4. Fichten-Derbstangen l.Kl. 86 Stück, 2. Kl. 109 Stück. 3. ÄL 88 Stück. Fichten-Reisstangen 4. Kl. 10 Stück, 5. Kl. 44 Stück. 6. Kl. 23 Stück. Brennholz: 120 rm Buchenscheit, 8,5 rm Eichenscheit, 18 rm Eichenrundscheit, 111 rm Eichenknüppel, 19 rm Nadel- Holzknüppel, 23 rm Buchenstöcke. 4 rm Eichenstocke. Brennholzversteigerung aus den Forstorten Eichwald 22 und 23 und Buchkopf 31 des Schutzforstes Rabenau Dienstag, den 17. Januar 1933. 10 Ahr vormittag». Zusammenkunft am Jagdhaus. 230D rm Scheiter: Buche 450; Knüppel: Buche 75, Eiche 3, Fichte 15; Reisig: Buche 600. Stöcke: Buche 130. Das mit 00 gezeichnete Holz wird nicht versteigert. Vorherige Vesichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden Hessisches Forstamt Rabenau. Mk. 4000.— als 1. -vnDotbet aus ein neuerbautes Wohnhaus geiucht. Tttinktl.ZinSz.zugei. Wert 15000 Mk. Schriftl. Ang. unt. 0208 a d. G. A. Montag, den 16. Januar, 9XA Ahr anfangend, sollen aus dem Gemeindewald DiUingen aus den Distrikten Buchwald, Marksteinmühl unb Schlaghaus versteigert werden: 227Ö Eichen-Stämme 1. bis 3. Kl., 70 Stück = 28,26 km, größtenteils Wagnerholz, Eichen-Deichfeln 17 Stück. Fichten-Stämme la- bis 3d-Kl. 92 Stück - 40,61 km. Verordnung zur Durchführung der Bürgersteuer vom 28. September 1932 (RGBl. 1, Seite 449) der Arbeitgeber. Der Arbeitgeber hat von der Einbehaltung des in Frage kommenden Teilbetrages bei Arbeitnehmern abzusehen, deren Arbeitslohn den auf Seite 4 unter 11 3 der Steuerkarte eingetragenen Richtsatz nicht übersteigt. Befreit vom jeweils fälligen Teilbetrag sind insbesondere die Personen, welche an dem betreffenden Fälligkeitstage a) Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung empfangen; b) laufend Unterstützungen aus der öffentlichen Fürsorge erhalten. c) Renten aus der reichsgesetzlichen Sozialversicherung empfangen, wenn ihr gesamtes Jahreseinkommen 900.— Reichsmark nicht übersteigt; d) Zusatzrente noch § 88 des Reichsversorgungsgeseges empfangen; e) von denen nach den Derhältnisien am Fälligkeitstage anzunehmen ist, daß ihre gesamten Jahreseinkünfte in dem Erhebungsjahr den Betrag nicht übersteigen, den der Steuerpflichtige noch seinem Familienstand im Falle Der Hilfsbedürftigkeit von dem zuständigen Fürsorgeoerband nach den Richtsätzen der allgemeinen Fürsorge als Woh>. fahrtsunterstützung in einem Jahre erhalten würde hierbei sind sowohl für den Familienstand als auch für die Höhe der Richtsätze die Verhältnisse am Stichtag maß- gebend Satz 1 gilt nicht für Personen, deren landwirtschaftliches forstwirtschaftliches und gärtnerisches Vermögen, Grundvermögen und Betriebsvermögen im Sinne des Reichsbewertungsgesetzes zusammen 5000,— RM übersteigt, bas Vermögen von Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben, ist zusammenzurechnen. Liegen die Voraussetzungen der Nr a bis e nur an einem Fälligkeitstage vor, so gilt di- Befreiung nur für den an diesem Fälligkeitstage zu entrichtenden Teilbetrag der Bürgersteuer Die Befreiung tritt nur ein, wenn der Steuerpflichtige das Dorliegen des Befreiungsgrundes nachweift Ist der Befreiungs- gründ amtsbekannt, dann erfolgt Erlaß der Steuer von Amts wegen. Gießen, den 9. Januar 1933. Bürgermeisterei Gießen: Dr Keller. Nelriehene Byazinihen I Brenn- und iostücknRMGI8,5o'“d VstückBM öÄ Rutzholzversteigerung • — — _ . 7T7 rt Fl f AH hon 1 A lannnr Al/ 11L- SolllMlklin ei teilt französischen und englischen Unterricht. | 0122 Näh. i. d.GekchäktS- stelle d. Gieß. Anz. Mk. 4000.— als I. Hvvothet auf einen Neubau gef., ab. nur ö Selbstgeb. Lchr.Ann.unt.0161 an den Gieß. Anz. Zusammenkunft: Straße Villingen — Hungen, am Grenzweg. Billingen, 9. Januar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Pauli. Donnerstag, den 12. Januar 1933, nach- mitlags 2 Uhr, versteigere ich im „£ö- roen“, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 237V 1 Registrierkasse, 9 Sofas, 2 Sessel. 4 Vertikos, 2 Nähmaschinen. 5 Chaiselongues, 2 Radioanlagen, 1 Waren- schrank, 6 Schreibmaschinen, 1 Registraturschrank, 33 750 Bogen verschiedene Sorten Papier, 1 Klavier, 5 Büfetts, 1 Wirtschaflsbüfett, 3 Gläserschränke, 1 Broschüren-Heftmaschine, 1 Badeofen mit Wanne. 1 Mille Zigarren, 10 Fla- schen Likör. 2 Bücherschränke, 2 Wäsche- schränke, 1 Sprechapparat, 2 Tische, 6 Stühle, 1 Blumenkrippe, 3 Grammophone, 1 Kommode, 1 Kleiderschrank, 1 Kassenschrank, 1 Vitrine, 1 Spiegel, 1 Waschtisch. 2 Schreibtische, 1 Harmonium. 1 Rauchtisch. ferner an Ort und Stelle (Bekannt, gäbe erfolgt im versteigerungslokal): 1 Pferd, 2 Schweine, verschiedene Spielwaren, Christbaumschmuck, Besen, 1 Aga-Personenwagen, 1 Horch-Personenwagen. Zinkeimer. Zinkwannen und Schraubzwingen. Bestimmt aus freier Hand: 1 Photoapparat für Platten. Möll, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 300 RM. au, tune Frist peg. Sicherheit zu leihen nei. Schrntl.Ann.u. 0205 a. d.Gieß.Anz. Beamt.sucht Dari.o. 600 Uli. neg. monntl Rückz. schnstl. Ana. unt. 0222 a. d. G. Anz. Schweres Arbeitspferd ftud)8roaUacb,8inbr. ieblerfrei. verkauft Henne, Otterbach Kr.Alsfeld.rel.Nie- dernemünden Nr. 8 Junaer Rehpinscher b Uigju vert mD WarttveaII. Bauplatz zu verlauten. Nähe der Sttaßenbahn, GemarkungWieieck. Sckr ft. An fr. unter 0212 an den Gb.Az. Hobelbank ipottbillifl ui vert. Aiic»n»tr. 29 Hinterh. Wirtschaft mit Hau»» u. oerich. Berelnsiolaien-zen- ttale Lage, billig zu verkauf. Anz. 8000 Mark. Echr. Ang. u. 0213 an den G. A. 1 altes Nahmasch.- SesteA od. nite Näh- maicb., a. defekt, zu kauf.aei. Schr Ang. u. 0229 n.d. G.Anz. | Verschiedenes | Kleinschreibmaschinen frofie Auswahl erster abrikate finden Sie zu niedrigsten Preisen bei Niederhausen&Co. 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Du weißt nicht, wie glücklich ich bin, seitdem ich endlich weiß, daß du mich magst. Willst du wirklich meine Frau werden? Mit mir kommen, noch Lobbau, in meine Dorf- «lnsamkeit und Abgeschiedenheit? Da ist nichts von rauschendem Leben und Luxus, da gibt es nur Arbeit und Stille und Genügsamkeit. Willst du das wagen? Willst du mir folgen?" „3a! 3al 3a!" Ein GlückSschauer durchflog den Mann. Wieder schlang er seine Arme um den schmalen Mädchenkörper, wieder drückte er einen Kuß auf die roten Lippen, sie sich weich und innig an die seinen schmiegten. Langsam gingen sie weiter. Magdalene befand sich wie in einem Traum. Auf einmal war da «in Mensch, der sich um sie sorgte, der sie führte, dem sie sich anvertrauen konnte: dieser Wann, den sie liebte, und nach dem sre sich so unsagbar gesehnt hatte. Auf einmal gehörte er zu ihr. Kaum auszudenken war dieses märchenhafte Glück. Dann saßen sie in einem hübschen Restaurant. „3ch habe Hunger, Lene", sagte August Richter. „Das Glück pat mich hungrig gemacht." August bestellt« ein sorgfältig gewählte- Abendessen. Während des Essens plauderte er scherzend: dann fragt« Magdalene plötzlich: „Sag jetzt endlich, Gust — woher weißt du denn meine Adresse? Wie kam es, daß du mich gefunden hast?" „Deine Adresse? Durch deinen Chef natürlich, durch Teutobert Fischer." „Du kennst Teutobert Fischer?" „Ratürlich kjxn« ich ihn. Theo Fischer ist doch mein bester Freund. Er war die ganz« Zeit über bei mir in Löbbau, und er bleibt auch zunächst dort. Hat sich dort verheiratet — ist jetzt auf der Hochzeitsreise. Ich hatte ihm alles anverkraut, als lch damals von meiner Reise zurückkam, und er hat mir redlich geholfen, dich zu finden. Aber jetzt sage mir: Wie kam es, daß du dein ganzes Geld verloren hast? Es schien doch, als ob bd reich warst, als ich dich kennenlernte. Erzähl« mir alles genau. Vielleicht kann ich dir helfen." „Ach Gott, Gust, da gibt es nicht viel zu erzählen. 3ch war unerhört leichtsinnig und bin hart dafür gestraft worden. Du kanntest ja meine Gesellschafterin, Joe Rowakows'a. Sie und ihr Vruder sind mit meinem Geld durchgegangen." „Und hast du keine Anzeige erstattet? Hast du dein Bankkonto nicht sperren lassen?" „Das mit dem Bankkonto hätte keinen Zweck gehabt. Di« Gauner haben mir alle Papiere und Ausweise geraubt: die Dank hätte mit nicht geglaubt. Und anzeigen? 3ch hatte solche Angst vor der Polizei. Man hätte mich so viel gefragt, hätte mich vielleicht auch beschuldigt, weil ich doch mit 3oe befreundet war. Da habe ich lieber gar nichts unternommen. Die beiden hatten ja auch «inen zu großen Vorsprung. Es hätte Wohl kaum etwas genutzt, wenn ich sie angvzeigt hätte." „Du bist «in dummes Mädel, Lene. Wenn du dich wenigstens beim Konsulat in Genua gemeldet hättest ... Statt dessen bist du vom Schiss geflohen wie eine Verbrecherin, hast eine falsche Adresse in Mailand angegeben, und warst einfach von der Bildfläche verschwunden." „Woher weiht du denn das alles, Gust?" „Woher ich das weiß? 3ch war doch selbst in Genua, um dich vom Schiff zu holen. War dann in Mailand und habe dich natürlich im Hotel Bristol nicht gefunden. 3ch wollt« dich in deinem Unglück nicht allein lassen." „Das alles wird immer geheimnisvoller. Und woher wußtest du, daß ich unglücklich war, daß ich Hilfe brauchte? Du bist doch in Barcelona vom Schiff gegangen?" „3a, Lene, jetzt wirst du Augen machen. Das Schicksal hat es ganz besonders gut mit dir gemeint, wenn du dir auch die größte Mühe gegeben hast, alles zu verderben. Gib mir dein« Hand, Kind, und höre mir yu. 3ch bin dir nachgereist, um dir dein Geld w.ederzubringen." Unbeweglich, starr, saß Magdalene da und sah August Richter an. Ganz weiß war sie geworden vor Schreck. Sie verstand kaum, was er sagte. Ihr verlorenes Geld. — Dann war sie nicht arm? Aber 3o« und Titus? — Alles drehte sich in ihrem Kopf«. „Quäle mich nicht, ®urt. Sage mir alles. Ich kenne mich nicht mehr aus" Fester preßte er ihre Hand. Gr hätte sie jetzt so gern in seine Arme genommen, wenn er allein mit ihr gewesen wäre. „Du bist nicht arm, Magdalene, bist eigentlich nie arm gewesen. Hast nut nichts von deinem Reichtum gewußt. Durch einen Zufall habe ich dein ganzes Geld bekommen. Man hat die Aktentaschen verwechselt: meine Aktentasche und die Dan IollietS glichen sich aufS Haar, und der Steward hat mir die von Iolliet gegeben und ihm wohl die meine.“ 3n knappen Worten berichtete August weiter, was sich abgespielt, nachdem er in Barcelona das Schiff verlassen hatte. Magdalenes Zähne schlugen vor Erregung aufeinander, während sie zuhörte. Tränen liefen über ihre Wangen. Sie überdachte die schreckliche Zeit, die sie durchgemacht hatte. Und alles war nicht nötig gewesen: die ganze Zeit über war sie reich gewesen, und nur ihr Unverstand hatte ihr daS Unheil gebracht! „Sener* Augusts zärtlicher Ruf brachte sie zur Wirklichkeit zurück. Glücklich lachend sah sie ibn an. Jetzt durfte sie alles Bittere vergessen! Jetzt hatte sie ihren August. Daß sie wieder reich war, war recht schön: aber es war nebensächlich durch die Tatsache, daß sie den geliebten Mann besah, und daß sie bald seine Frau werden sollte. In dem schönen Speisezimmer der guten Mutter Hahn hatte am anderen Mittag das Derlobungs- essen stattgefunden. Mutter Hahn nahm daran teil in dem schönen Schwarzseidenen, das ihr Magdalene in Berlin gekauft hatte. Außerdem kam noch Teutobert Fischer, der seinem Schreibmaschinenfräulein herzlich die Hand drückte. „Ich hatte mir immer ein wenig Sorgen gemacht um Sie, Fräulein Winter, als ich Sie mit dem schonen Geld so umgehen sah und hörte, wie Sie es in die Winde verstreuten. Es ist ein Glück, daß Sie August Richter kennenlernten, und daß Sie einen Mann bekommen, der weiß, wie man mit Geld umgehen muß. Auf diese Weise hat das Groß« Los erst seinen rechten Sinn bekommen." Magdalene und August waren sich einig geworden, mit der Hochzeit nicht zu lange zu warten. In vier Wochen konnte Magdalene mit allen Vorbereitungen zu Ende sein. „Ich habe noch einen Wunsch, Lene", sagte August. „Ich möchte gern, daß du Löbbau erst siehst, wenn wir verheiratet sind. Erst als meine Frau sollst du dort einziehen. Ist dir das recht, Kind?" „Mir ist alle« recht, Gust, was du haben willst. Ich freue mich so auf meine neue Heimat und auf das Glück, das dort auf uns wartet." Vier Wochen später wurden Magdalene und 2Iuguft getraut. Eine kleine Feier schloß sich an, an der Mutter Hahn tellnahm, Teutobert Fischer, Theobald und Lucie. Am Rachmittag fuhren Magdalene und August fort — nach Italien. Vierzehn Tage wollten sie unterwegs bleiben. Sie sahen Mailand und kamen dann nach Genua, wo ein frohes Wiedersehen mit den CalonniS gefeiert wurde. Selbstverständlich geizte Magdalene nicht mit Geschenken, und als sie abreifte, drückte sie Edith Ealonni ein Kuvert in die Hand, das eine ganz hübsche Sunnne enthielt. Einen Rotpfennig für die Güte, die ihr in so schwerer Zeit beigestanden hatte Rach vierzehn Tagen kehrten die Reu vermählten heim. Während der ganzen Reise hatte Magdalene am meisten von Löbbau gesprochen und von ihrer Sehnsucht nach dem Zuhause. Sie sprach von dem kleinen Gutshaus und der Wirtschaft, und wie sie sich alles einrichten wollte. August freute sich wie ein Kind auf die lieber» raschung, die auf Lene wartete. Auf die Augen, die sie machen würde, wenn sie das Schloßgut erst zu sehen bekam. Die Sonne strahlte, als Lene und August in offenem Wagen dem Schloßgut zufuhren. Der Wagen hielt vor dem Portal. „Da — das ist Löbbau, Gust?" fragte Magdalene, und ihre Augen wurden groß. „In diesem herrlichen Schloß soll ich wohnen?" „Ja, Lenekind, das ist Löbbau. Unser Schloß. Gefällt es dir?" Strahlend reichte er seiner Frau die Hand, ihr beim Aussteigen zu helfen. Alles war mit Blumen geschmückt, wohin man sah. Richts als Blumen und wieder Blumen. August hatte gebeten, von einem offiziellen Empfang Abstand zu nehmen. Er wollte seiner jungen Frau erst alles allein und in Ruhe zeigen. Am nächsten Abend sollte ein kleines Fest stattfinden: bei dem sollte Magdalene alte Angestellten und Arbeiter des Gutes und des Bergwerkes kennen- lemcn. Lucie und Theobald Fischer wurden erst zum Abend erwartet. So waren Magdalene und August ganz allein, als sie zum ersten Male gemeinsam durch das große Haus schritten. Magdalene konnte kaum sprechen vor Glück. Eng schmiegte sich ihre schmale Gestalt an den geliebten Mann, als sie bann mit ihm in dem reizenden Raum stand, den er ihr als Wohnzimmer hatte einrichten lassen. „Bist du zufrieden, Lenekind? Gefällt es dir hier in Löbbau? Wird es dir hier nicht zu einsam fein und zu langweilig?" „Gust, ich kann es dir nicht sagen, wie glücklich ich bin. Ri« im Leben habe ich geglaubt, daß es so viel Glück gibt Ich hatte das schreckliche Große Los verwünscht, als ich damals in Genua allein durch die Straßen schlich, als ich so unglücklich war. Jetzt aber danke ich Gott, daß ich es gc- toormen habe. Richt des Geldes wegen: aber deshalb, well ich dich dadurch tennengelernt habe, weil ich so glücklich geworden bin. Aber ich werde nie wieder übermütig sein durch bas viele Gelb. Ich werbe bas Glück fest- halten, das große Glück, Gust, bas mir durch bich geworben ist — bas verspreche ich bir.“ In wortloser Seligkeit standen die beiden, in der Versunkenheit eines endlosen Kusses, da. Und das alte, heruntergewirtschaflete, verkommene Löbbau war jetzt erst wirklich zu neuem, blühendem Leben erwacht Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L. Bernard Heuchelheim, den 10. Januar 1933. imD 0114 Ruttershausen, den 11. Januar 1933. 4 Bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sind uns so viele Beweise herzlicher Anteilnahme zugegangen, daß wir nur auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank sagen können. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Becker für die trostreichen Worte am Giabe, den Herren Fabrikbesitzer L. Rinn und Direktor G. Bergen für die ehrenden Naclirufe, dem Turnverein und den Kameraden für die Kranzniederlegung, sowie dem Gesangverein Liederkranz für den erhebenden Grabgesang. . Auch allen denen, die uns in der schweren Zeit hilfreich zur Seite standen, herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Friedrich Wilh. Schmidt nebst Kind. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Hinscheidens unseres lieben Entschlafenen L. Kann innigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Diwd-Lie!emp steuer- und Führerscheinfrei, Viertaktmotor, mit 2 Autositzen, ca. 13 Zentner Tragkraft. 94D O. Faber, Fahrzeuge Vermietungen Scböneß-Zinun.-Wohn. mit Bad, 1. St.,evtl. mit2Praxiöräumen vart.,nabeUniv.,auf 1. 4.33 zu vermiet. Schr. Ang. u.2341) an den Gieß. Anz. Scliöne geräumige 5-31mm.-Wolin, im 3. Stock, m. Bad und Zubehör, zum 1. Avril evtl, früher zu vermieten. Näh. Arankf.Etr.27 p - 3- und 4-5-Zimmerw. mit Zentralb., Bad, Mädchenz.,Berand. z.v Frledrlchetr .531 3-ZmrNohmg mit Küche zu nenn. Zu erfragen Lud- wigstrnßc 36 X>. oio» Zimmer mit Koch» gelegenbeit, evtl. f. Werkstatt geeignet, z. v. «trau Weiler, Kaiserallee 34. o»n I Mietgesuche I 3- Zimm.-Wohn, mögl. in freier Vage bald gesucht. Schr. Sing, mit niedrigster Preisang.nnt. 0230 an den Gieß. Arn. Laden geeign. f. Metzgerei mit Wohnung ges. (stießen oö. llumcg. Schr. ANg.m.Pröis nut. 0225 a. d. (st.A. [Stellenangebote! 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Ns 4 * «• ;k W M • ■ OS' ^-O / <> < / x. k -’i -L . ,w ■ KD Aß A/W M i- Sehr frühzeitig brach diesmal die Sturmflut der Lösungen unseres Preisausschreibens über die Nedaktionstische herein.Wer hätte das gedacht? Nicht weniger denn 1351 Lösungen wurden uns in das Haus gebracht. Das will heißen, daß etwa 1350 Buben und Mädels, über das Rätsel gebeugt, überlegten, wie das wohl sein muß,zurSchere griffen und - sicherlich zum Entsetzen mancher Mutter - Kleister und Klebstoff herbeiholten, um der Aufgabe gerecht zu werden. Sie schien leicht, die Aufgabe, und war doch nicht so leicht, denn manche unserer kleinen Einsender verrieten, daß ste sich viele Mühe geben mußten und stundenlang an der Arbeit waren, um es recht schön zu machen. (Eine kleine Einsenderin behauptete sogar, sie hätte 4 Tage lang zu arbeiten gehabt!) Manche unserer kleinen Einsender haben sich nicht sehr viel Mühe gegeben,-sie klebten die Ausschnitte einfach auf und schnitten die Bilder am Rande glatt ab. Diele aber waren sehr eifrig bei der Sache, machten kleine Büchlein und Alben mit bunten Papierumschlägen, verzierten die Bilder mit Zeichnungen am Rand oder rahmten sie garmit BuntpapierXNanche klebten dieAusschnitte auf so große Stücke Pappe, daß es dem Rätselonkel ganz bange wurde. Aber am 4.Zanuar, am Mittwoch, waren dann alle Lösungen da und als man üeberschau hielt, waren es 3 große Waschkörbe voll. Da ging es nun an das prüfen. Es war viel Arbeit. Zhr könnt euch das sicherlich nicht vorstellen, was es heißt,1351 Briefe zu öffnen, Päckchen aufzupacken, mit Nummern, mit den Bezeichnungen ob Bub oder Mädel, zu versehen und die Lösungen gleichzeitig mit den verdienten Noten auszuzeichnen, denn die Preise sollten ja diejenigen bekommen, die es am schönsten gemacht haben. Aber es wurde geschafft, und nun ging es an die Preisverteilung. Verraten sei euch noch, daß es eigentlich nur 40 Preise geben sollte. Weil sich aber so viele daran beteiligt haben und so viele schöne Arbeiten gemacht wurden, hat sich der Rätsel» onkel gedacht, daß er doch einige Preise mehr geben müßte. So hat er sich denn entschlossen, 100 Preise zu vergeben. Wer von euch nun einen Preis erhalten hat, das könnt ihr auf der nächsten Seite nachlesen. - * V' - -* "f '' r.;v/. :Xi Oberheffen Aushebung des LokomotivbahnhofS Laubach ? □ Laubach, 10. Jan. Dem vor kurzem von der hiesigen Stadtverwaltung gegen die Aufhebung des Lokomotivbahnhofs Lau- bach erhobenen Protest hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. nicht stattgegeben. Sie weist in der Begründung ihrer ablehnenden Antwort u. a. besonders darauf hin, daß bei der Durchführung der beabsichtigten Sparmaßnahmen auf die Bedürfnisse und Wünsche der einzelnen Gemeinden nur insoweit Rücksicht genommen würde, wie dies ohne Nachteil für die Deutsche Reichsbahngesellschaft vertreten werden könnte. Eine Verletzung des hier beheimateten Zugbegleitpersonals sei vorerst nicht beabsichtigt. Mit diesem Bescheid wird sich die Gemeindevertretung wohl nicht zufrieden geben Landkreis Gießen. X Wieseck, 10. San. Die beiden ersten Lichtbild stunden des neuen Jahres brachten für die Schuljugend eine den ISert dieses Tages ans Herz legende Reihe „S>er liebe Sonntag" ; die zweite ihr gebotene zeigte in Scherenschnitten „Des Kirchenjahres Segensgang durch den Alltag des Lebens". Den Abend des Sonntags beschloß neben der Serie vom Sonntag eine über die Evangelische Kirche, deren Eigenart, im Kampf mit feindlichen Mächten erprobt, der Ortsgeistliche der mit Liedern sich beteiligenden Gemeinde erläuterte. :/: Beuern, 9. 3an. D.e Basler Million zeigte hier einen Film ans dem Arbeitsfeld der Mission auf der Insel Borneo. Die Cr- läuterungen gab Missionar Lauck. Die Vorführung erfreut« sich eines guten Besuches. ck. Heuchelheim, 10. Ian. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstag im Saale der Wirtschaft „Zum Schwanen" ihre Generalversammlung ab. Dor Eintritt in die Tagesordnung konnten verschiedenen verdienten Mitgliedern Ehrungen übermittelt werden. Dem Ehrenkommandanten Ph. D. G o r r wurden für 50jährige Zugehörigkeit zur Wehr ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg und ein Diplom überreicht. Der Schriftführer Ph. D e ch e r t, der dieses Amt 25 Jahre bekleidet, wurde aus diesem Anlaß zum Ehrenschriftführer ernannt. Der erste Kommandant Heinrich Schmidt V. und Jakob Rinn XXIV. erhielten für 40jährige Zugehörigkeit zur Wehr das von der hessischen Regierung gestiftete Feuerwehr-Ehrenzeichen. Im weiteren Verlauf der Tagesordnung gedachte der zweite Kommandant mit ehrenden Worten des verstorbenen Kreisfeuerwehr Inspektors Dickore ((Sie- ßenj. Bei der Dorstandswahl wurde der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Aus dem Jahresbericht wurde besonders hervorgehoben. daß die Wehr bei dem Brande am 31. August 1932 ibei dem zum ersten Male die Wasserleitung zur Lösung benutzt worden war) in mustergültiger Weise ihrer Aufgabe gerecht wurde. Rach Erledigung der Tagesordnung hielt der Lehrer Dr. R ei d einen Vortrag über das Heuchelheimer Mühlchen. Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit. - Aus dem Standesamts- r e g i st e r unserer Gemeinde für das Jahr 1932 geht hervor, daß 45 Geburten, 22 Sterbefälle und 24 Eheschließungen eingetragen wurden. * Leihgestern, 10. Ian. Der Zimmermann und Landwirt Johannes E i f f von hier konnte heute in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Rüstig, wie er ist, geht er noch heute täglich ins Feld und zeigt außerdem viel Interesse an allem was in der Webt vorgeht. ' Holtheim, 10. Ian. Am Freitag, 13. Januar, kann Kolonialwarenhändler Heinrich R e u h l IX. in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 8 5. Geburtstag feiern. 4r Rieder-Bessingen. 10. Ian. Dieser Tage wurde, vom hiesigen Kriegerverein veranstaltet, im Saale von W. L o tz ein Lichtbildervortrag abgehalten. Major Freiherr von Wangenheim sprach über seine Erlebnisse bei den Kämpfen um Verdun. Der Redner verstand es ausgezeichnet, den Zuhörern ein Bild von dem Vormarsch, den Kämpfen um Verdun, Douaumont und Vaux zu geben. Er zeigte auch Bilder von einem Besuch der Schlachtfelder und Friedhöfe. Mit dem Gedenken an alle tapferen Kämpfer des Weltkrieges und einem Treuschwur für das deutsche Vaterland beendete er seine Ausführungen. Ter 1. Vorsitzende des Kriegervereins W. L o tz dankte dem Redner für seine vortrefflichen Schilderungen. Tas Deutschlandlied beschloß den Abend. Kreis Schotten □ Laubach, 10. Jan. Bei der ersten diesjährigen Drennholzverfteigerung in den stä_t schcn Disti.irten „Seeges", „Duchwald", „Höll" und „Zwillingsseife" waren die Preise wesentlich niedriger, als die vorjährigen. Cs kostete je 1 Raummeter Buchenscheitholz 5 bis 6 Mark, Duchenknüppel 4 bis 4,50 Mk., Buchenstöcke 4 Mk., und Duchenreisig (in Schichthaufen gelegt) durchschnittlich 1,30 Mk. X Ruppertsburg, 10. Jan. Unser Schäfer Johannes Parr, der alte „Schäferhannes". wie er hier und in der Umgegend genannt wird, hat am 1. Januar feinen Dienst aufgegeben. Er steht im 80. Lebensjahr und erfreut sich noch guter Gesundheit. 46 Jahre lang ist er bei Wind und Wetter Tag und Nacht ein treuer Hirte der Schafherde unserer Gemeinde gewesen. Kreis Alsfeld. »-»Alsfeld. 9.9an. Am Freitagabend sprach im Physiksaale der Oberrealschule Dr. Karl Rudolf F i s che r (Gießen) auf Einladung der hiesigen D ü r e r g e s e l l sch a f t über die Rätsel des Vogelzugs. Der Redner erläuterte die hauvt- sächlichsten Theorien, die den Grund für die alljährlichen großen Vogelwanderungen zu erklären versuchen. Lichtbilder nach Aufnahmen des bekannten schwedischen Forschers Bengt Berg ergänzten den Vortrag. Die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer verfolgten die Darlegungen des Redners mit großem Interesse. Die Vortragsabende der A l s f e l - der Dürergesellschaft, die vorwiegend von Gießener Gelehrten bestritten werden, sind zu einem wichtigen Faktor in der Reihe der hiesigen Veranstaltungen geworden und erfreuen sich in weiten Kreisen großer Beliebtheit. — Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, veranstaltete am Samstagabend im „Deutschen Haus" einen Werbeabend mit einem Konzert der SA.-Kapelle. Am Sonntag fand eine Kundgebung auf dem Marktplatz statt. Die Veranstaltungen verliefen ohne Störungen. 88. Grebenau, 10. Ian. Im Staatswald der Försterei Schwarz (Forstamt Grebenau) ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Der 34jährige Maurer und Holzhauer Wilhelm Oie Preisträger unserer Weihnachtspreisaufgabe 1632. 1. Karl Böcher, Lindenstruth: „Wildfährte". 2. Luitgard Haberkorn, Gießen, Asterweg 67/11: „Grimms Märchen". 3. Ernst Hörr, Gießen, Nordanlage 47: „Kamerad-Bibliothek". 4. Hertha Walther, Wieseck, Gießener Str. 56: „Waldweben". 5. Gretel König, Heuchelheim, Ernststraße 20: „Katzenkalender". 6. Hans Weber, Gießen, Weserstraße 31: „Kamerad-Bibliothek" 7. Margot Reinhard, Gießen, Südanlage 23- II: Radierung „3m grünen Meer" 8. Charlotte Mattern. Gießen, Gutenberg, straße 4: Radierung von Klipstein. 9. Karl und Walter Freitag, Hausen, Anne- röder Straße 3: „Robinson Crusoe" 10. Günter Stallrnann, Attendors (Lumda), Londorfer Straße 30: „Robinson Crusoe" 11. Hilde 3a n z, Gießen, Wilhelmstraße 54/1: „Waldweben" 12. Hans Schuchardt, Gießen, Stephanstr. 11: „Robinson Crusoe". 13. Mariechen Geiger, Großen-Linden, Falltor- straße 24: „Stoffel fliegt über's Meer". 14. Helga Praß, Großen-Linden, Obergasse 5: „Tausend und eine Nacht". 15. Ernst und 3oachim H ö l z e l, Gießen, Ostanlage 29/11: Radierung von Klipstein. 16. Hildegard Kreuter, Gießen, Friedensstr. 47: „Tausend und eine Nacht". 17. Werner Emmel, Staufenberg, Vorstadt 12: „Robinson Crusoe" 18. Adalbert Bender. Rodheim (Bieber), Gießener Straße 42: „Robinson Crusoe". 19. Pia Monika Müller, Gießen, Steinstraße 66 II: Radierung „Eichhörnchen. 20. Ernst Michel. Gießen, Weserstraße 4: „Mit 20 PS...". 21. Reinhard 3 eß, Gießen, Alicenstraße 43: „Tausend und eine Nacht". 22. Elli Bink, Lang-Göns, Obergasse 11: „Waldweben" 23. Eva Oestreich, Gießen, Senckenbergstr. 13: „Fürcht mich nit". 24. Ludwig Heß, Watzenborn, Bahnhofstraße 78: „Kamerad-Bibliothek" 25. Richard Schmitt, Saasen, Müllerecke 1: „Wildfährte" 26. Irmgard Euler, Gießen, Ludwigsplatz 3: „Waldweben" 27. Gerda Hofmann, Heuchelheim, Gießener Straße 56: „Tausend und eine Nacht". 28. Friedrich Wilhelm Schaaf, Gießen, Großer Steinweg 23 I: „Wildfährte" 29. Wolfram 3rnfrieb Häuser, Gießen, Weicker- straße 8 1: „Grimms Märchen". 30. Hildegard Reuter, Wieseck, Alicenstraße 13: „Kränzchen-Bibliothek". 31. 3nge Schnorr. Wißmar: „Tausend und eine Nacht" 32. Liselotte H e l m u l h , Gießen, Friedensstraße 29: „Frauenkalender" 33. Wilhelm Dapper, Wieseck, Philosophen- straße 7: „Wildfahrte". 34. Marianne Lenz, Gießen, Riegelpfad 32: „Grimms Märchen" 35. Tita Nordmann, Lollar, Hauptstraße 125: „Grimms Märchen" 36 Hans Günter C u I m a n n , Gießen, Frank- furter Straße 76. „Tausend und eine Nacht". 37. Otto Gärtner, Gießen, Ludwigstraße 59: „Wildfährte" 38. Hedwig Schäfer, Beltershain, Post Grün- berg, Grünberger Straße 170: „Die kleine Mamsell Pfefferkraut" 39. Liesel Hermann. Dottenhorn, Perfstr. 162: „Naturkalender" 40. Emilie 3 ä g e r , Gelnhaar: „Kränzchen-Bibliothek" 41. Werner Sern, Gießen, Frankfurter Straße 90: „Wildfährte" 42. Walter Müller, Gießen, Krofdorfer Straße 17: „Kamerad-Bibliothek" 43. 3lse Sommerlad. Großen-Buseck (Gasthaus „Zur Krone"), „Waldweben". 44. Margret Steinmüller, Gießen, Liebig- straße 83. „Waldweben". 45. Helga 3811, Gießen, Schifsenberger Weg 37/1: „Atlantis-Kalender" 46. Friedrich Schoa s. Kesselbach: „Wildfährte". 47 Rudi 3 u n k e r , Großen-Linden, Bismarck- straßell: „Bei roten und meinen Abenteurern". 48. Hans Pfaff, Launsbach. „Bremsklötze weg". 49. Hildegard Fuhr, Gießen, Wolfstraße 16: „Grimms Märchen" 50. Hermann Heißler, Gießen, Dammstraße 26: „Die silbernen Berge" 51. Hans Koch, Gießen, Wetzsteinstraße 4: „Das Geheimnis des Bram Vingerling". 52. Elfriede Freitag, Lich, Oberstadt 41: „Wanderkalender" 53. Elsbeth K a r n b a ch , Gießen, Am Kugelberg 23: „Grimms Märchen" 54. Wilhelm Sabel, Ettingshausen b. Grünberg, Brauhausgasse 5: „3n tausend Gefahren". 55. Willi Schultheiß, Daubringen, Hauptstraße 48: „3m Eise des Nordens". 56. Herta Bree, Gießen, Neustadt 10: „Andersens Märchen", 57. Hedwig Haas, Dorf-Güll: „Kränzchen-Bibliothek". 58. Elfriede Kraushaar, Saubringen, Hauptstraße 35: „Kränzchen-Bibliothek". 59. Hugo Volpe rt, Gießen, Liebigstraße 70/1: „3m Eise des Nordens" 60. Hildegard Reitz, Lauterbach, Bahnhofstr. 105: Federzeichnung: „Schlitz". 61. Ernst Ludwig Schürmann, Gießen, Wel- ckerstraße 12: „Wildfährte". 62. Renate Görg, Stangenrod: „Waldweben". 63. Karla A m p t, Gießen, Schanzenstraße 6: „Hunde- und Katzenkalender". 6/. Erich und Adolf Müller, 3lsdorf, Post ) Mücke: „St. Georg-Kalender". 65. Otto Bausch, Langsdorf, Weidegasse 16: „3m Eise des Nordens". 66. Hermine Buß, Gießen, Bleichstraße 34: „Waldweben" 67. Else Nagel, Beuern, Fünfhausen Nr. 2: „Kränzchen-Bibliothek". 68. Hans Velde, Gießen, Auf der Weißerde 6/111: „Blodigs Alpenkalender". 69. Franz Vogt, Gießen, Goethestraße 32: „Die silbernen Berge". 70. Luise Volk, Hörnsheim 85: „Hans Eichhorn, der Lausbub" 71. Emmi Weiß, Gießen, Asterweg 16: „Lite- ratur-Kalender". 72. Ludwig Strauch, Steinbach, Hauptstraße 18: „3n tausend Gefahren". 73. Günther Meuer, Alten-Buseck, Anger 2: „Drei 3ungen auf dem Kriegspfad". 74. Anneliese Zoll, Gießen, Wetzlarer Weg 63/11: „Athenaion-Kalender". 75. Hilde De sch, Röthges bei Lich: „Drei aus Oberheudors". 76. Willi Brühl, Gießen, Neustadt 19: „Die silbernen Berge". 77. Hilde Schienbein, Hausen, Gießener Straße 18: .Waldweben". 78. Ruth Noll. Gießen, Lindenplatz: „Wald- roeben" 79. Dieter Schönhals, Hungen, Gießener Straße: „Robinson Crusoe". 80. August E m e l i u s, Laubach, Obere Lang- gaffe 11: „Wildfährte". 81. Helga Schepp, Gießen, Ebelstraße 9: „Deutsche Heimat". 82. Marie Arnold, Leihgestern, Rathausstraße 77: „Werden und Wachsen 1933". 83. Kurt Pfeffer, Gießen, Crednerstraße 12: „Die tausend 3nseln". 84. Günther S u n d h e i m, Gießen, Hofmann- straße 3: „Birmanische Tage und Nächte". 85. Lilly Keßler, Lang-Göns, Breite Gasse 9: „Kränzchen-Bibliothek . 86. Karl Stork, Krofdorf, Schulstraße 69: ,Lep- pelin-Kalender" 87. Helmut Harnisch. Watzenborn, Bahnhofstraße 79: „Kamerad-Bibliothek". 88. Hermann ll h r h a n, Gießen, 3heringstraße 9: „Waldweben . 89. Heini Lotz, Gießen, Neue Säue 4/11: „Stanley: Afrika" 90. Else Wagenbach, Lollar, Hauptstraße 118: „Waldweben". 91. Hildegard Siebert, Gießen, Frankfurter Straße 19: „Waldweben". 92. Annemarie Sand, Gießen, Wetzsteinstrahe 8: „Photo-Kalender". 93. Erich Sommer, Rodheim (Bieber), Burgstraße 20: „Wildfährte". 94. Otto Balser, Annerod, Kirchstraße 34: „Kamerad-Bibliothek". 95. Mariechen Beate, Gießen, 3heringstraße 7: „Elly.Beinhorn" 96 Günter Eckel, Gießen, Marburger Straße 109 p.: „3n tausend Gefahren". 97. Albert Horst, Stumpertenrod: „Wildfährte". 98. Gerda Reitz, Gießen, Asterweg 44: „Den Bergen verfallen". 99 Bernhard Steinreich, Gießen, Ludwigsplatz 1: „Speemanns Alpenkalender". 100. Walter Schröder, Leihgestern, Rathaus- straße 47: „3m Jndianerdschungel" Diejenigen Preisträger, die auf dem Lande wohnen, erhalten ihre Preise mit der Post zugeschickt-, die Buben und Mädels aus der Stadt aber können ihren Gewinn auf der Redaktion in der Schulstraße Nr. 7, im ersten Stock, abholen und zwar vom Montag, 16. 3anuar, bis zum Freitag, 20.3anuar, täglich in der Zeit von 3—5 Uhr (15—17 Uhr) nachmittags. Wer keinen Preis^ bekommen hat, soll sich am Preisausschreiben zu kn nächsten Weih- nachtsfest beteiligen und die Hoffnung wachhalten, daß er seinen Namen auch einmal in der Liste der Preisträger finden wird. 11 r ft a b t wurde von einer fallenden Kiefer gegen eine Fichte gebrückt und erlitt schwere innere Verletzungen. Der sosovt herbei- gerufene Arzt konnte nurnoch benTod des Verunglückten fest st elfen. Der bebau- «rnswevte Mann hinterläßt Frau unb ein Kind. Kirche und Schule. t). Lollar, 9. Jan. In biesen Tagen wirb in einer stattlichen Reihe von oberhessischen Ge- meinben ein Film der Dafler Mission gezeigt, so aestern in ber Kirche zu Kirchberg in zwei Vorführungen vor jung unb alt. Hunberte folgten mit innerer Spannung ben lebenden Bildern und ber anschaulichen Erklärung von Missionar Lauck. Der zweite Vorneosilm führt tief ins Innere ber „grünen Insel" und macht vertraut mit ben eigenartigen Sitten unb Lebens- gewohnheiten ber Dajakstämme, die im Utto alb noch wenig von Europas Zivilisation berührt sinb. Der letzte Teil des Films führt in die Mittelpunkte ber Arbeit ber Basler Mission, nach Banbjermafin (Hauptstabt von 40 000 Seelen) unb Kuala Kapuas. Die Bildet geben freilich nur in Kürze einen Eindruck von dem, was getan wirb zur Verkündigung der Botschaft von Christus, die allein von bet Geistersurcht befreit, unb von der Tat der barmherzigen Liebe (ärztliche Mission) an den vielen Kranken des schönen Dajakvolkes. Der Besuch dieses christlichen Kulturfilmes kann den Gemeinden dringend empfohlen werben, 3 Hausen, 9. Jan. Am Samstag zeigte Missionar Lauck (Frankfurt) im Auftrag der B a s l e r Mission in den Gemeinden Garbenteich und Hausen den zweiten Teil des Borneofilmes. War der erste Teil des Filmes, der vor einigen Jahren gezeigt wurde, schon von größtem Interesse, so führte der zweite Teil noch intensieoer in die Wunderwelt von Borneo ein. Die Schlußbilder des Films zeigten die segensreiche Arbeit der Mission. Die Begleitworte von Missionar Lauck förderten das Verständnis in hohem Maße. 21. Hessische Landes-Geflügelschau. WSR. Zwingenberg a. d. D., 8. Ian. Am Samstag unb Sonntag fand hier in der Markthalle bie 21. Hessische Landes - Geflügelschau statt. Bei ber Eröffnungsfeier am Samstag begrüßte der Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Geflügelzüchter, Georg Ackermann (Sprendlingen), die Vertreter der Dehör- den unb wies darauf hin, daß trotz der wirtschaftlichen Rot die Geflügelzüchter nicht nachlaffen würden, die Geflügelzucht zu heben. Cs handle sich dabei nicht nur um Sportliebhaberei, sondern um das hohe Ziel, die Rassenzucht mit der Ruhzucht zu vereinigen. Ministerialdirektor Professor Dr. Rößler (Darmstadt) sprach seine Genugtuung darüber aus, daß die Ausstellung trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten so rnch und mit so prächtigem Material beschickt worden sei. Die Grüße der Hessischen Land- Elisabeth Bergner Hai geheiratet. Dor bem Londoner Standesamt in Princes Row fand nach einer Meldung Berliner Blätter aus London die Trauung der bekannten Berliner Schauspielerin Elisabeth Bergner mit dem deutschen Regisseur Dr. Paul (Spinner statt. Elisabeth Bergner ist vor drei Tagen in London eingetroffen, um in Elstree zwei Filme zu drehen. wirtschastskammer überbrachte Generaldirektor Dr. Hamann, der aus die guten Beziehungen zwischen der Landwirtschastskammer und den Organisationen der Geflügelzüchter hinwies unb der Hoffnung Ausdruck gab, daß diese Zusammenarbeit der Geflügelzucht zugute kommen werde. Dr. Lang vom Universitäts-Tierzuchtinstitut in Gießen wies ebenfalls auf das Zusammenwirken der Behörden unb der Interessenvertretungen hin. dem es gelingen müsse, auch der deutschen Geflü- gelzucht über die schwierigen Zeitverhältnisse bin* we^uhelsen. Weitere Grüße überbrachte Bürgermeister Gerhard für die Gemeinde Zwingenberg und der Provinzialverbandsvorsihende Lehr für den Provinzialverband Rheinhessen hessischer Geflügelzüchter. Die Ausstellung zeigte in neun Abteilungen und 330 Klassen rund 1000 Tiere besten Zuchtmaterials. Gleichzeitig war eine Ausstellung von Futterartikeln und Bedarfsgegenständen seitens der Fachindustrie aufgezogen. Bei der Prämiierung gelangten zahlreiche Preise und Ehrenpreise zur Verteilung. Zwei Jahre Zuchthaus für einen Zahrradmarder. WSN. Mainz, 10. Jan. Im Laufe des vorigen Jahres wurden in Worms, Frankenthal, Ludwigshafen und Mannheim häufig Fahrrad- bieb stähle verübt, ohne daß es damals gelungen wäre, bie Tätet zu fassen. Erst als es im September 1932 gelang, einen Fahrrabdieb auf frischer Tat zu erwischen, konnte man seine Helfershelfer ermitteln. Die Erste Große Strafkammer, die sich gestern mit dieser Angelegenheit befaßte, fällte folgendes Urteil: Wegen Diebstahls und fortgesetzter Hehlerei wird der Angeklagte Bittmann aus Worms zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Angeklagten Alter und Diehm, eben- falls aus Worms, erhalten zehn bzw. sieden Monate Gefängnis. Die übrigen unter der Beschuldigung der Hehlerei stehenden Angeklagten mußten mangels Beweises freigesprochen werden. Oie Unterschlagungen des Oberrent- meiflers Zwanzig erneut vor Gericht. WSN. Li m b u r g, 10. Jan. Arn Dienstagvor- mittag begann vor der Großen Strafkammer in Limburg der Berufungsprozeß gegen den Oberrentmeister Zwanzig von der Staatlichen Kreis - und Forst kaffe Sillenburg, dem Unterschlagungen in Höhe von über 200 000 Mark zur Last gelegt werden. Mitangeklagt sind zwei Angestellte der Kasse. Schon bei der Vernehmung des Angeklagten Zwanzig [teilte es sich heraus, daß man die endgültige Höhe ber Unterschlagungen nicht mehr wird feststellen können. Das Gericht ist sogar der Ueberzeugung, daß Zwanzig vor der Stabilisierung im Jahre 1923 Unterschlagungen begangen hat, die sich aber nicht nachweisen lassen. Einen Teil der unterschlagenen Gelder hat er in das Sägewerk seines Sohnes, der zu dieser Zeit erst 15 Jahre alt war, in Frohnhausen gesteckt. Auch ein Wohnhaus ließ er für den Sohn bauen. Den Kaufpreis von 25 000 Mark nahm er von den Geldern der Kreis- und Forstkasfe. Außerdem gab er einer Kölner Oelfirma eine Summe von rund 15000 Mark, bie er nicht zurückbekam. Die Maschinen für das Sägewerk bezahlte er ebenfalls aus der Staatskasse. Grotesk wirkt es, daß Zwanzig als Mitglied des Aufsichtsrats der Dillenburger Bank hier die Kaffenrevisio- nen durchführte. Schließlich brannte 1930 das Sägewerk ab. Der Aufbau des Sägewerks kostete wiederum 55 000 Mark, die die Staatskasse „zur Verfügung stellen mußte". Fest steht jedenfalls schon heute, daß man nicht in Erfahrung bringen kann, wohin bie Riesensumme von 200 000 Mark gekommen ist. Wo ist das Geld? Das ist die Frage, bie bas Gericht beschäftigt. Ein Bestechungsskandal vor der Großen Strafkammer. Frankfurt a. M., 10. Jan. (WSR.) Vor der Großen Strafkammer nahm Tienstag ber vor einiger Zeit vertagte Bestechungsprozeß gegen sechs Zollbeamte, einen Eisenbahnbeamten, zwei Kaufleute unb einen Expedienten seinen Anfang. Die umfangreiche Anklage berichtet über einen komplizierten Tatbestand unb über Zollhinterziehungen, bie weit über bie Hun- berttaufenb gehen. Als Delikte sinb aktive unb passive Bestechungen, schwere Urkundenfälschung und Betrug genannt. Die Angeklagten haben nur teilweise ein Geständnis abgelegt unb führen die aufgebedten Unregelmäßigkeiten nicht auf verbrecherischen Willen, sondern auf Rach- lässigkeit zurück. Die Destechungsfälle sollen sich bei der Einfuhr von Kraftwagen aus Frankreich, von Baumwollgarnen aus Oesterreich und von Kaffee aus dem überseeischen Ausland ereignet haben. Die gröbsten Fälle betreffen bie Einfuhr von Kraftwagen. Es soll da bei 64 Wagen nicht weniger wie 62 000 Mark Zoll hinterzogen worden sein. Die Verhandlung dürfte mehrere Tage bauern. Der Vertreter der Anklage beantragte bei Verhandlungsbeginn den Ausschluß der Oefsentlichkeit wegen Gefährdung ber Staatssicherheit. Das Gericht gab diesem Antrag statt.