Aus -er Provinzialhauptstadt. Nationale Solidarität. Goethe sagte einmal: „Die Mängel aufdecken, ist nicht genug: ja man hat unrecht solches zu tun, wenn man nicht zugleich das Mittel zu dem besseren Zustande anzugeben weiß." Welches Wort könnte besser die Aufgabe des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes begründen, als jene Weisheit, die in der Philosophie aller Zeiten zu finden ist? Indem wir den Marxismus erkennen, haben wir die Aufgabe zu lösen, ihm den deutschen Sozialismus in Wort und Tat gegenüberzustellen. Nicht darauf kommt es an, daß der Einzelne für sich in Wohlstand lebt, während sein Bruder sich im Elend befindet, sondern daß niemand im Wohlstand zu leben wünscht, solange er weiß, daß seinem Bruder im Volke keine Möglichkeiten des Aufstiegs gegeben sind. In einer gewaltigen Kraftanstrengung schuf der Führer den einheitlichen Willen der Staatssührung. Aus diesem Willen erstand die Verminderung der Arbeitslosenzahl um 2,25 Millionen. Wenn wir daher heute die Unmöglichkeit vor uns sehen, eine weitere Verminderung in der Winterzeit durchzuführen, so entsteht uns die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß alle bedürftigen Volksgenossen genau wissen, daß sie nicht vergessen werden. Dieses Bewußtsein ist der Trost und die Zuversicht für alle Volksgenossen, die als Opfer marxistischer Mißwirtschaft noch nicht in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden konnten. Aber roFt wissen, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im kommenden Frühjahr mit vermehrter Kraft wieder ausgenommen werden wird, und über den Ausgang dieses Kampfes können wir unbesorgt sein. Deshalb ist es Pflicht jedes einzelnen, den Weg zur nationalen Opfergemeinschaft zu finden. Niemand darf sich ausschließen, niemand darf die Größe der Aufgabe verkennen, jeder muß sich bewußt sein, daß er Teil eines Ganzen ist, das nur wiederum seinen vollen Wert besitzen kann, wenn über aller Handlung der Begriff der „nationalen Solidarität" als größte Verpflichtung des deutschen Menschen steht! Rundfunkübertragung der CRefre des Führers im Stadttheater. Um allen Volksgenossen, vor allem den Erwerbslosen und Wohlfahrtsempfängern, die Möglichkeit zu bieten, an der großen Kundgebung Adolf Hitlers teilzunehmen, wird die Intendanz das Theater zur Verfügung stellen. In der Zeit von 10 bis 12 Uhr kommen an der Theaterkasse Karten zum Besuch der Dolkskund- gebung k o st e n l o s zur Verteilung. Das Theater wird für die Teilnehmer ab 12.45 Uhr geöffnet. Die Feuersirenen ertönen. Anläßlich der heutigen Kundgebung der deutschen Arbeit werden in unserer Stadt auch die F e u erst r e n e n von 13 bis 13.01 Uhr und von 14 bis 14.03 Uhr ertönen. Der Sirenenruf gilt nur der Kundgebung der deutschen Arbeit, zu einer Beunruhigung besteht kein Anlaß. Oie letzte Wahlkundgevung der NSDAP, in Gießen Die letzte Wahlkundgebung der NSDAP, findet am heutigen Freitag, 20.30 Uhr, im Cafe Leib auf Veranlassung der Ortsgruppe Gießen- Ost statt. Redner ist Pg. Bausch (Limburg). Der Eintritt ist frei. Bauer paß aus! Um die böswillig ausgestreuten Gerüchte bei der Auslegung des Reichserbhofgesetzes end- e zu widerlegen, spricht der Adjutant des ^sbauernführers, Pg. Schönheit, in einem Rundfunkzwiegespräch mit einem hessischen Bauern aus einer Gegend, in der keine Anerbensitte herrscht, am Samstag, 11. November, 15.40 Uhr, im Südwestdeutschen Rundfunk. Wiederholte Mahnung zur Steuer- und Umlagezahlung. WSN. Die S t a a t s p r e s s e st e l l e teilt mit: Im Interesse einer geordneten Staatsführung ist es unerläßlich, daß Steuern und sonstige ö f - sentliche Abgaben unbedingt zu den v o r» geschriebenen Terminen bezahlt werden. Sowohl der Reichsminister der Finanzen, als die hessische Staatsregierung und der hessische Landesbauernführer haben daher schon durch verschiedene Ausrufe wiederholt auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit der pünktlichen Steuerzahlung hingewiesen. Was hier im allgemeinen gesagt wurde, gilt im besonderen auch für die Zahlungen an die Hessi - s ch e Bauernkammer bzw. Hessische Landwirtschaftskammer. Es follte sich daher heute jeder Bauer, nachdem der neue Staat alles daran setzt, um ihn lebensfähig zu machen, mehr denn je auch feiner Zahlungspflicht gegenüber feiner gesetzlichen Berufsvertretung bewußt sein. Hier kommen sowohl die Ausstände für unmittelbare L e i st u n g e n der Landwirtschaftskammer bzw. der Bauernkammer, als auch die Umlage zur Bauernkammer in Frage. Nicht nur Pflicht, sondern Ehrensache eines jeden Bauern sollte es sein, seiner gesetzlichen Berufsvertretung diejenigen Beiträge zukommen zu lassen, die von ihm verlangt werden. Jede Verzögerung der Umlagezahlung verschlechtert und erschwert den Betrieb der Bauernkammer. Es lieot daher im ureigensten Interesse eines jeden Sk oandsangehörigen, die im Vergleich zu anderen Steuern und Abgaben verhältnismäßig niedere Umlage ju jaulen; macht doch die Umlage durchschnittlich nur 2,5 v. H. aller Steuern und Lasten, die die Landwirtschast heute tragen muß, aus. Wenn auch hier Opfer gefordert werden müßten, dann soll und muß es unter der Einsicht geschehen, daß nur unter E in - fetzung der ganzen Kraft auf allen ©ebieten ber Aufbau des Staates und hier auch der gesetzlichen Berufsvertretung des Bauernstandes für die Folge gewährleistet werden kann. Daher ergeht erneut ber Appell an ben hessischen Bauer, bafllr Sorge zu tragen, daß er sowohl die Musftänbe für bie unmittelbaren Leistungen der Bauernkammer, als auch die rückständigen und fälligen Zahlungen ber Umlage auf dem schnellsten Wege erledigt. Warnung vor Annahme marxistischerZeitungen und Flugblätter. WSN. Das Staatspresseamt teilt mit: Am Montag abend wurden in Friedberg einige Exemplare des in Prag gedruckten „Neuen Vorwärts" und ber „Sozialdemokratischen Aktion", herausgegeben von ber im Ausland befindlichen SPD.-Leitung, gefunden. Da zu vermuten steht, daß frühere Angehörige ber SPD. unb KPD. als Verbreiter in Frage kommen, wurde eine größere Anzahl bekannter SPD.- und KPD.-Funktionäre — darunter auch eine Frau — festgenommen und nach Osthofen gebracht. Auch in Gießen find ähnliche Flugblätter gefunden worden, die von der SPD. herausgegeben worden sind. Die Bevölkerung, besonders ehemalige Angehörige der SPD. und KPD., wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, beim Auftauchen derartiger Flugblätter, oder wenn solche ihnen mit der Post ober sonstwie zugeschickt werden, diese sofort bei den Polizeibehörden zwecks Meidung schwerer Strafen abzuliefern. Die Polizeibehörden haben Anweisung, gegen Flugblattverteiler der SPD. und KPD. mit den schärf st en Maßnahmen, auch mit der Schußwaffe, vorzugehen. „Bunter Abend" im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Wer am Sonntag, 12. November, als Staatsbürger seiner Wahlpflicht genügt hat und am Abend mit Spannung und voll Erwartung den Ergebnissen der Volksabstimmung entgegensieht, wird auf seinen — vielleicht sonst regelmäßigen — sonntäglichen Theaterbesuch verzichten, um über den Stand der Wahl fortlaufend sich orientieren zu können. Die Intendanz trägt diesem berechtigten Interesse der Theaterbesucher Rechnung und gibt während der Veranstaltung fortlaufend Wahlergebnisse bekannt. Selbstverständlich kann eine derartige Mitteilung nicht im Rahmen eines größeren Werkes erfolgen; der Spielplan sieht daher einen „Bunten Abend" vor. Das sehr sorgfältig ausgewählte und nach künstlerischen Gesichtspunkten zusammengestellte reichhaltige Programm bringt unter ber Leitung von Paul Nieren eine abwechslungsreiche Vortragsfolge ausgezeichneter Darbietungen unserer Solomitglie- ber. Allen Besuchern wird bas Programm einen dem Ernst des Tages würdigen Abschluß bringen. Spieldauer von 19 bis 21 Uhr. Preise der Plätze von 0,50 bis 1,50 Mark. Auslaudsfahrteu Jugendlicher anmelde- und genehmigungspflichtig. Auf Anordnung t>es Jugendführers des Deutschen Reiches sind alle Grenz- unb Auslandsfahrten Jugendlicher, einschließlich HI. und B D M., anrnelde- und genehmigungspflich- t i g. Die Anmeldung ber Fahrt hat zwei Monate vor Antritt derselben an den Abteilungsleiter AR. des Gebietes Hessen-Nassau, Hans Schlicht, Frankfurt a. M., Gutleutstraße 8—12, Zimmer 43, zu erfolgen. Anmeldeformulare sind bei der gleichen Dienststelle erhältlich. Der Führer des Gebietes Hessen-Nassau m. d. F. b. gez. Kramer, Oberbannführer. Verschmelzung zweier Gießener Gesangvereine. Die Sangervereinigung „Liederkranzheiterkeit". Im Zeichen der Zusammenfassung aller Deutschen zu einer großen unb starken Nation haben sich bie Gesangvereine „Lieberkranz gegr. 18 3 7" unb „Heiterkeit gegr. 1 878" in Gießen vereinigt unb führen von nun an bie Bezeichnung Sängervereinigung „Lieber- k r a n z - H e i t e r k e i t" in Gießen. Es soll damit dem Bestreben, bas deutsche Lied und den Männergesang überhaupt durch große Klangkörper machtvoll zu pflegen und zu fördern, entsprochen und zur Bildung einer Volksgemeinschaft nach Kräften beigetragen werden. Die erste grundlegende Versammlung aller Aktiven fand — wie man uns berichtet — am Mitt- wich im Caf6 Ebel statt unb war sehr gut besucht. Der nunmehr 115 Sänger starke Chor hat ben von beiben bisherigen Vereinen gemeinsamen bewährten Chormeister, Musiklehrer Wilhelm S ch ä 11 l e r - Gießen beibehalten. Der neue Vorstand hat folgende Zusammensetzung: Vorsitzender: Emil Koch, Stell- oerteter: Josef Herbert, Schriftführer: Adam U h r h a n, Stellvertreter: Heinrich Muth, Rechner: Carl Marth, Stellvertreter: Jean Heß, Notenwart: Gottfried S ch m i 11 d i e l, Stellvertreter: Peter Spielmann, Beisitzer: Carl Z i s s e f, Karl Feusser und Richard B i e d e n k a p p. Die beiden Ehrenvorsitzenden der „Heiterkeit" Josef Berber und Philipp Eise wurden selbstverständlich einstimmig bestätigt, der Vorsitzende des „Liederkranz", Rektor Georg Kling, in dankbarer Würdigung seiner jahrzehntelangen verdienstvollen Wirksamkeit einstimmig ebenfalls zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Drei markante Persönlichkeiten der San- gerberoegung sind somit ber neuen Vereinigung Ehrenvoll erhalten. Das seitens ber „Heiterkeit in Vorbereitung befindliche Konzert zugunsten der N-S- Volkswohlfahrt wird gemeinsam bestritten und ist im Laufe des Monats Januar zu erwarten. Em feierliches Gelöbnis, die beiderseitigen ruhmvollen Ueberlieferungen in Liebe und Treue aemeinsam mit Würde weiterzutragen, beschloß die erste Zujam- menkunft der zu den besten Hoffnungen berechtigenden Vereinigung. Gemeindebeamten Tagung des Kreises Gießen. Der Landesverband Hessischer Gemeindebeamten unb 21 n g e (teilten, Kreisgruppe Gießen, hielt unter dem Vorsitze des Kreisgruppenführers, Gemeinberechner Stumpf- Reiskirchen, eine stark besuchte Versammlung im Gewerkschaftshaus zu Gießen ab. Die Tagung gestaltete sich zu einer Treuekundgebung für Staat unb Reich. An ber Tagung nahmen Regierungsrat Grein, Bürobirektor Fabian und Kreiskassendirektor Schäfer vom Kreisamt Gießen teil, ferner der Landesfachgruppenleiter Schmitt (Darmstadt). Von ber Ortsgruppe Gießen waren die Herren Pfeil unb Fey, sowie von der Kreisgruppe Alsfeld Sattlermeister V ö l s i n g (Großfelda) zugegen. Der verstorbenen Berufskameraden Harth (Langgöns und Fachgruppenleiter Arnold (Grüningen) wurde in üblicher Weise gedacht. Nr. 264 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 10. November 1955 s Landesfachgruppenleiter Schmitt betonte, daß die starke Teilnahme besonderes Interesse erkennen lasse, im Gegensatz zu früherer Zeit, in der die Beamten am System kein Interesse hatten. Er gebe der Hoffnuna Ausdruck, daß bald die zutage getretenen Unterschiede zwischen Leistung und Gegenleistung beseitigt würden. In seinen weiteren Ausführungen kam er auf ben Deutschen Beamtenbund ber Vergangenheit zu sprechen, dessen bisherige 800 bis 900 Einzelorganisationen jetzt eine einzige Organisation geworben seien unb als „Reichsbunb Deutscher Beamten" alle deutschen Beamten umfasse. Es sei das Verdienst des Reichsleiters Hermann Neef, der im Auftrage des Führers diese große Organisation unter einheitlicher Führung burchgesetzt habe. Besonders erfreulich sei es, daß für beamtenpolitische Fragen in Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit dem Reichsstatthalter in Hessen erfolgen werde. Zum Schluß sprach ber Rebner noch über bie bevorstehenbe Wahl und forderte auf, für Deutschlands Ehre einzutreten. Regierungsrat Grein brachte zum Ausdruck, daß die Kreisbehörde bestrebt sei, alles innerhalb der Richtlinien zu tun, um heroorgeteretene Härten zu mildern, besonders aber dort prüfend einzuschreiten, wo örtliche Stellen besondere Verhältnisse zutage förderten. Eine Sammlung für das NS.-Winterhilfswcrk ergab ben Betrag von runb 26 Mark. Der Kreisvorfitzende forderte dann noch zum Eintritt iit die SA. ober in bie SA.-Reserve auf, unb wies in seinem Schlußwort auf bie Volksverbundenheit ber Oemeinbebeamten und ihre Dflichten hin. Sie müßten als Pioniere im nationalsozialistischen Geiste ihre Dienstobliegenheiten erfüllen. Mit einem Treugelöbnis zu Führer und Vaterland und dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes fand die Tagung ihr Ende. Daten für Freitag, 1v. November. 1483: Martin Luther in Cisleben geboren (gestorben 1546); — 1759: Friedrich von Schiller in Marbach geboren (gestorben 1805); — 1810: der erste Reichsgerichtspräsident Eduard von Sirnson geboren (gestorben 1899). Vornotizcn. — Tageskalender für Freitag: Stadt- theater, 20 bis 22.15 Uhr, „Arn Himmel Europas". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Walzerkrieg" mit Renate Müller und Willy Fritsch. — Astoria-Licht- spiele, Seltersweg, „Schüsse in ber Nacht". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr, 6. Vorstellung im Frei« tag-Abonnement „Am Himmel Europas" van Schwenzen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus. Ende: 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Der Artillerieverein Gießen veranstaltet am morgigen Samstag, 20 Uhr, im Cafs Leib seine 38. Gründungsfeier, zu der bie Kameraden mit ihren Familien herzlich eingetaben sind. Auf di- gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Anlagen - Konzert der SA.-Reserve - Kapelle findet am nächsten Sonntag um 11 Uhr am Hindenburgwall gegenüber dem Gymnasium statt. Musikfolge: 1. „Der Ehre Gottes in ber Natur" von Ludwig van Beethoven, 2. Jubel- Ouvertüre von Christian Bach, 3. Kaiser-Walzer von Johann Strauß, 4. Fantasie aus der Oper „Tannhäuser" von Richard Wagner, 5. „Er weicht der Sonne nicht", Marsch von Kayser. Zu dem Kon- zert wird zahlreicher Besuch, insbesondere auch der SA., erwartet. ** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Oktober gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- graf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Opferspenden des Po st Personals. Vom Personal des Oberpostdirektionsbezirks Darmstadt find für das Winterhilfswerk 1933/34 insgesamt mehr als 70 000 RM. gezeichnet worden. Daneben gehören die Bediensteten des Bezirks nahezu ohne Ausnahme der NS.-Volkswohlfahrt an, leisten d"rt Beiträge und bringen monatlich mehr als 6000 RM. für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit auf. Von den Wohlfahrtseinrichtungen des Postpersonals haben sich ber Post-Sparund Darlehensverein Darmstadt mit 1000 RM. und der Hauptausschuß der Stiftung „Posttöchterhort" in Berlin mit 4000 RM. ebenfalls an der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit beteiligt. An die Gießener Bevölkerung! Oie Kreisleitung erläßt folgende Aufforderung: Um der Bedeutung dieser großen Tage auch nach außen hin Ausdruck zu verleihen, muh ab Frei- tag, 10.November, jedes Haus mit den Zeichen des nationalsozialistischen Deutschlands beflaggt werden. An alle Führer von Vereinen, Verbänden, Berufsgruppen usw. Jeder Vereinsführer wird aufgesordert, in seinem greise darauf hinzuwirken, daß die Mitglieder mit ihren Angehörigen bis späte st ens 12 Uhr ihrer Wahlpflicht genügt haben. Der Gedanke der Frühwahl muß an jeden einzelnen herangetragen werden. Gez.: Dr. Harth, Kreisleiter. Organisation -es Wahlfchleppdienstes! Jeder, der aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage ist, zum Wahllokal zu gehen, wird auf An- forderung in einem Kraftwagen abgeholt, ohne daß ihm irgendwelche Kosten entstehen. Ls sind für die verschiedenen Wahlbezirke folgende Dienststellen zuständig: w a h I b e; i r k e I, II, III, IV und XVI: Ortsgruppe Gießen - Nord, Lderstrahe 6 (Nohl), Telephon 3737. Wahlbezirke VII, VIII, IX und X: Ortsgruppe Gießen - Süd, Gastwirtschaft „Graf Zeppelin", wilhelmstraße, Telephon 2112. w ahlbezirke XI, XIII, XIV unb XV: Ortsgruppe Gießen - Ost, Kaiserallee 52, Telephon 3384. wahlbezirke V, VI, XII. XVII und XVIII: Ortsgruppe Gießen-Mitte, Kaplansgasse 18. Telephon 3795. Die erforderlichen Meldungen können auch bei der Zentralstelle des Schleppdienstes: Kreisleitung, Löberstraße 9, Telephon 4032 oder 3508 gemacht werden. Lin Demonstrationszug findet in Gießen nicht statt. ^loggen heraus! von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Um der Bedeutung des Abstimmungstages und der Verbundenheit von Volk und Führung nach außen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, hat die Reichsregierung das Flaggen der amtlichen Gebäude im Reich angeordnet, wir fordern die Linwohner- fchaft auf, sich dem vorgehen der Behörden anzuschließen und abFreitag diehäuseczu beflaggen, um damit die Bedeutung der Volksabstimmung zu dokumentieren. An das hessische Handwerk! Der 1 2. N o v e m b e r ist ein bedeutsamer Tag deutscher Geschichte. Ls geht u m L h r e und Freiheit unserer Nation! Das hessische Handwerk wird am Sonntag bei der Reichstagswahl und Volksabstimmung geschlossen hinter den Führer treten und sein „I a“- Wort abgeben. wer sich ausschlieht, der übt verrat an Volk, Familie und Beruf, der schließt sich selbst aus unseren Reihen aus! Bewährt alterprobte Treue, die Lhre desvaterlandesistunsereLhre! hessische Handwerkskammer: Friß Müller, Vorsitzender. Oie Stimmabgabe von Kranken. Von verschiedenen Seiten gehen bei den Behörden Anträge ein, daß für die Kranken ein erleichtertes Abstimmungsverfahren in der Wohnung zugelassen werden möge. Dazu teilt ber Reichsminister des Innern mit, daß bies nicht möglich ist, ba nach dem geltenden Wahlrecht die Wahl- Handlung nur in ben von ber zuständigen Behörde bestimmten öffentlichen Abstimmungsräumen vor einem Wahlvorstand stattfinden darf. Nur für Kranken- und Pflegeanstalten ist ein vereinfachtes Verfahren vorgesehen. Gegenüber ben Wünschen nach erleichterter Stimmabgabe durch Kranke kann nur darauf hin- Wähle vor 12 Llhr! Kranke und Fußleidende benuhen den Schlepperdienst der NSOAP. Wir holen alle! gewiesen werben, baß durch die Ortsgruppen der NSDAP., sowie durch bie nationalen Verbände weitgehende Transportmöglichkeiten für Kranke geschaffen find, unb daß auch das Deutsche Rote Kreuz sich und feine Einrichtungen zwecks Ermöglichung der Wahlausübung durch Kranke voll zur Verfügung gestellt hat. Hitler schasst Arbeit! Weiter bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm: Tagewerke: Ausführung von Instandsetzungsarbeiten am Kreishaus, sowie an verschiedenen Gebäuden kreisangehöriger Gemeinden im Rheingaukreis Rüdesheim 4135 Verstärkung und Verbreiterung derSchüt- zenpfuhlbrücke, Instandsetzung der Schlachthofbrücke in Marburg 3300 Instandsetzungsarbeiten an städtischen Gebäuden in Marburg 1600 Fertigstellung des inneren Ausbaues der Pestalozzischule in Gießen 3080 RestaurierungsarbeitenamDeutschordens- haus zu Frankfurt a. M. 3000 Herstellung einer Teilausführung der Ortsentwässerung 3 200 Neubau ber Fuldabrücke in Hann.-Münden 24 000 Instandsetzung von Schulen, Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäuser im Landkreis Kassel 3 568 Umlegung der Hauptwasserleitung in der Sennefelderstraße in Offenbach 4 000 Umlegung der Gaszuführung nach dem Stadtteil Bürgel 3 400 Erweiterung der Kläranlage in Bad Wildungen 3 130 Herstellung einer neuen Wasserrohrleitung vom Vereinigungsschacht zum Hochbehälter in Bad Wildungen 2 000 Abbruch und Umbau von Gebäuden der Altstadt in Kassel 14 000 Verlegung von Gasrohrleitungen in Hanau 3 800 Herstellung neuer und Aenderung vorhandener Gas- und Wasserleitungen; Erstellung eines Hochbehälters als Ersatz eines baufälligen älteren zur Sicherung der Wasserversorgung in Bad Homburg 20 000 Entwässerung von Ackerland in Gemeinde Kaldach 4 400 Semestereröffnung der LandesuniverW. An der von Dozenten und Studenten voll b«- setzten Neuen Aula der Universität fand am Mittwochabend die feierliche Semestereröffnung der Landesuniversität statt. Das Gießener Kamerad, schaftshous trat geschloffen zu dieser Feier an, fast alle Studenten waren im Schmucke des Braunhemdes erschienen. Der Führer der Gießener Studentenschaft cand. jur. Adam eröffnete ungefähr mit folgenden Worten den Abend: „Dieses Semester eröffnen wir ganz anders als es bisyer üblich war. In diesem Semester haben wir gleich die Freude, unseren neuen Rektor, Herrn Prof. D. Dr. Bornkamm, in unserer Mitte begrüßen zu können. Wie Ihnen allen bekannt ist, haben wir unsere neue Verfassung bekommen. Der Rektor ist Führer der gesamten Universität. Er ist vom Ministerium und vom Reichsstatthalter als Rektor für die nächsten Semester ernannt worden. Es ist keine neue Ernennung gewesen, denn die ganze Dozentenschaft hat Si« ja im letzten Semester gewählt und die Gießener Studentenschaft bringt Ihnen hundertprozentiges Bertrauen entgegen." Nach dieser Begrüßung betrat der Rektor das Rednerpult, von den Versammelten lebhaft begrüßt. Seine Magn.fizenz Prof. D. Or. Borntanun forach über das Thema „Die Sendung der deutschen Universität in der Gegenwart". Er führte u. a. fol- gendes aus: „Wir haben dieses Wintersemester in einer nicht gewöhnlichen Situation eröffnet. Das Semester, das vor uns liegt, hat größere Bedeutung in hochschulpolitischer Hinsicht, als das vergangene. Die Zeit der Revolution ist vorbei und nun stehen wir an dem Punkt, wo wir uns selbst an die Arbeit machen können, worauf wir ja alle schon lange gewartet hatten. Es war mir ein« große Freude, aus dem Mund des Führers der Studentenschaft das Bertrauen und das Versprechen einer Mitar- beit entgegenzunehmen, und da ich ferner das Ver- trauen meiner Kollegen und des Herrn Reichsstatthalters habe, so schlage ich gerne auch in diese mir dargebotene Hand ein. Ich hoffe, daß ein glückliches und zukunstreiches Semester vor uns liegen wird." Hierauf begann der Rektor mit feinem Vortrag. „Wir wollen gemeinsam junges Leben aufbauen an der alten Gießener Universität und mit kräftiger Arbeit gleich am heutigen Abend beginnen." Der Rektor entwickelte an Hand der Geschichte der Universitäten, daß es langer Jahrhunderte bedurft hätte bis der deutsche Geist sich aus dem fremden Körper eine eigene Hochschule erbaut habe. Die mittelaUerlichen Universitäten waren schon eine Personengemeinschaft. Bald suchten die Studenten chre Lehrer, bald die Lehrer ihre Studenten. Durch die Ueberwinduna der internationalen Wisienschaft aristotelischen Ursprungs wurde die Voraussetzung für die völkische Errichtung von Hockschulen geschaf- fen. In ihrem organisatorischen Aufbau und ihrem Einbau in das Volk berührten sich ja die Universitäten mit den deutschen Rechts- und Marktgenossen- schäften, den Adelsoerbänden, den Zünften, Gilden und den Kirchen. All diese Genossenschaften hatten daher das gleiche Recht. Die Fachschulen, die Napoleon errichtet hat, die mit den alten Universitäten aber nur noch den Namen gemeinsam hatten, aber bald auf den Stand höherer Soezialschulen herabgesunken waren, sind die Gegenspieler der deutschen Auffassung von der alten „universitas magistrorum et discipulorum", denn in ihr wollen die deutschen Wissenschaftler Forschung und Lehre zu gegenseitiger Befruchtung verbinden. Um jene alte Substanz der Universitäten wieder zu retten, gründete Preußen 1810 die Universität Berlin und trat so dem Unioersitäts- ideal des Feindes entgegen. In dieser Zeit haben sich die Besten der Besten in die Bresche geworfen. Schelling, Fichte, Schleiermacher, Schellings Schüler Steffens u. a. m., die alle die Idee der neuen Universitäten in ihren Schriften vertraten. Dann ftrrach Prof. B o r n k a m m eingehend über den Begriff Wissenschaft und erläuterte ihn an Hand vieler Beispiele und Aussprüche großer Gelehrter. Aus der Rede des Freiburger Rektors Heidegger führte er an, daß die abendländische Wissenschaft wieder an ihren Geburtsort zurückgebracht werden müsse, nämlich zur griechischen Philosophie. Wissenschaft kann niemals allein aus dem Erkenntnistrieb erlebt werden. Wissenschaft ist niemals für sich und aus sich da. Im Folgenden kam er auf die Eröffnung des Lehramtes für politische Erziehung in Gießen in den nächsten Tagen zu sprechen. Der Zugang müsse von allen Fächern gesucht werden. Zum Schlüsse seiner Ausführungen sprach er von dem großen Verdienst der deutschen Volksschulleh- rer, die im Rahmen des deutschen Erzieherstandes mit der wichtigste Faktor sind. Seine Rede endete mit den Worten: „Eine geistige Well allein verbürgt dem Volk die Größe." Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. In diesem Sinne dankte auch der Führer der Gießener Studentenschaft H. I. Adam dem Rektor. Gedenkfeier der Llniversitäi für die Nachkriegsgefallenen. Am gestrigen 9. November 1 9 33 um 13 Uhr versammelten sich die Dozenten und Studenten der Landes-Universität in der Neuen Aula, um der gefallenen Kameraden der Nachkriegszeit zu gedenken. Wieder wie am Tage vorher bei der Semestereröffnung, war die Aula bis auf den letzten Platz besetzt. Nach dem Einmarsch der Sturmfahnen brachte der Sturm 61/116 unter Leitung von SA.-Mann S ch u st e r Max von Schenkendorfs Lied „Wenn alle untreu werden ..." zu Gehör. Hierauf hielt Herr Professor Or. Ducken die Gedenkrede, die wir nachstehend im Wortlaut wiedergeben: „Gedenken Sie in dieser Stunde des deutschen Vaterlandes, dem wir Treue geloben über alles in der Welt". Diese Worte rief Adolf Hitler einer brausenden Menge im Münchener Bürger- bräufeller zu, die ihm mit dem Deutschlandlied antwortete. „Gedenken Sie in dieser Stunde des deutschen Vaterlandes". Ergriffene Menschen zogen hoffend in die Nacht hinaus. Was ahnte damals Hitler von Verrat, was küm- merke es ihn, daß Menge immer Masse bleibt, und warum sollte er sich darüber Gedanken machen, daß bürgerlicher Geist mit seiner Welt, in die der Krieg ihn stellte, immer und ewig unvereinbar bleibt. Er wußte, daß der Grund, in den sich seine Lebenswurzeln gebettet hatten, der Urgrund deutschen Wesens war, und er wußte, daß mit ihm nur jene Menschen waren, die wie er das Gebot des Lebens in der Feuertaufe der deutschen Front erhielten. Mit ihnen hallte sein Schritt, in ihnen schlug sein Herz. Er wußte ganz um sie, um diese Männer, „die berufen sind, in ihren Herzen zu bewahren, was durch Jahrhunderte hindurch zu uns gelangte, durch jegliche Verschüttung sich erhielt, was uns erst wert macht, Volk zu fein.*7 Deutschland, nur Deutschland und immer wieder Deutschland. Alles Lieben nur aus der liefe der Heimat. Wie einst die Jugend von Langemarck, so zogen die Kolonnen der Feldherrnhalle zu, das Deutsch- landlied auf den Lippen. Die Salven krachten in dieses ewige Sehnen hinein, es mehrend nur zu heißrem Brand. Deutsche Jugend auf deutschem Boden durch deutsche Kugeln niedergestreckt. Offizier und Arbeiter, Kaufmann und Student, Kellner und Ingenieur im deutschen Lied den letzten Hauch. Allsahrth, Banriedl, Casella, Ehrlich, Faust, Hechenberaer, Körner, Kuhn, ßaforce, von Pagre, von der Psordten, Kickmers, von Strausky, Neubauer, Wolf, von Schaudner. Sechzehn deutscher Männe waren unter den Jahren niedergebrochen. Hitler blieb wie durch ein Wunder unverletzt, obgleich ein Landespolizist, wie vom Wahnsinn gepackt, auf den Stürzenden niederknallte. Sechzehn deutsche ITlänner spendeten im heißen Sehnen ihr Blut der ewigen deutschen Heimat. Heute, nach 10 Jahren, steht Adolf Hitler an gerne ihten (9 r a b e r n. Heute, nach 10 Iah- ren, führt fein Weg über den geweihten Boden vom 9. November. Wir, die Verpflichteten, wir, die Gebundenen, schicken in dieser Stunde ein heißes Gebet zu unserm Gott, er möge uns helfen au wachsen aus jenem Blut, das unsere deutsche Erde tränkte. Unser Gedenken führt uns weiter zurück. Wir Sieben in einen anderen deutschen Gau, der vor wenigen Tagen Männer zusammenführte, unterhalb der Rudelsburg im Saaletal. Rach 11 Jahren ein Gedenkstein, nach 11 Jahren ein Wiedersehen, nach 11 Jahren knappe Worte von Karl T i l l e s s e n. Das Grab von Kern und Fischer njar nie blumenleer. Die Menschen, die es schmückten, tragen ihren Dank den vielen Toten zu, die deutsche Erde still umfing. Kein Trommelwirbel, kein Soldatenklang löste ihnen die ersten Spatenwürfe zu ihrem Hügel. Wozu auch das! Sie, die Toten, hatten nie darnach gefragt. Sie waren nach dem Osten marschiert, nach Oberschlesien, sie hatten in Berlin gekämpft, in München und im Ruhrgebiet, sie hatten den Fluch des Mordes auf sich genommen und hatten in Gefängnissen geschmachtet. Sie waren durch fremde Lande gehetzt und hatten immer auf verlorenem Posten ausgeharrt. Im besetzten Gebiet und in Frankreich zersprangen schwere Zuchthaustore. Keine Wache vermochte Kameraden in Gefängnissen zu verschließen. Bomben schreckten Menschen aus ihrem satten Schlaf. Immer und immer wieder Tod und Zerstörung. Immer und immer wieder die gleiche geheime Macht. Verwegen und rücksichtslos gegen den Staat der Unwahrhaftigkeit und Lüge, aufjagenb die selbstgerechte bürgerliche Ruhe. Anarchie als Lebensordnung. Gedungene naifnte man sie, bestenfalls Lands- fnedjte, Abenteurer, denen die Arbeit nicht lag. Verführer der Jugend, die dieser Strudel tosend mitzog. 150 Tote an der Ruhr, dem Kampf gegen Fran- zosenoerrat geopfert, dem Feind von Lumpen zugeführt. Ein einsames Grab auf der Golzheimer Heide. Hunderte von Toten in Berlin, im Osten, in Oderschlesien, in München, Leuna, Harburg, Bremen. Hunderte von Toten im barten Kampf der NSDAP. Was kümmerte diese Menschen der immer gleiche Lohn: Verrat und Lumperei! Deutschland war alles. Deutschland das Lieben. Deutschland das Sehnen. Deutschland das edle, reine Wollen. Deutschland und immer wieder Deutschland. Wie kann ein Mensch je zagend werden, der einmal Heimat leben durfte, der einmal durch die Pforte schritt, die Heimat heißt, durch die die Ewigkeit uns in bas Zeitliche entließ. Leuchtend stehen vor uns die Worte von Kern! „Was soll das große Wort vom Opfer. Wir opfern nicht und wir werden nicht geopfert. Ich kann mich immer nur durch die Umwelt begreifen. Sorget, so würde Kern uns weiter sagen müssen, daß ihr die Umwelt nicht durch euch begreift. WiUionen unserer Brüder raffle der Tod im Feld dahin. Tausende birgt unsere deutsch« Erde, die all das tiefe Glühen aufnahm, das einst die deutsche Front entfachte. Blut nimmt der Boden niemals nuhlos auf, wenn es aus edlen Quellen floß. Blut ist es. das uas ewig bindet, das Gott uns gab ;um heißen deutschen Lieben. " Kranzniederlegungen. Während der letzten Sätze setzte die Orgel mit dem Lied vom guten Kameraden ein. Wahrend des Liedes legten bann ber Rektor für bie ßanbes- Universität unb der Führer ber Stubenten- schäft in ber Ehrenhalle Kränze nieder, wo sich u. a. der Führer der Standarte 116 Lutter, der Führer des Stahlhelms Dr. Dehner, sowie bie Vertreter der Korporationen und Fachschaften ausgestellt hatten. Nach diesem Akt zogen die Sturmfahnen aus. Die Feier war beendet Hinein in die Volkshochschule! Oie Kreisleitung Gießen der AGOAp macht hiermit aufmerksam auf bie Eröffnung ber Volkshochschule Gießen. Ihr Leiter, Pg. Rektor N e b e l i n g, hat sie aufgebaut und und ausgestaltet als eine zivile Führerschule nationalsozialistischen Denkens und Wollens. Wir erwarten, daß alle an führender Stelle stehenden Männer unb Frauen es sich zur Pflicht machen, biefe Einrichtung rege zu benutzen, um sich weiterzubilden unb sich das Rüstzeug zu sammeln, das sie befähigt, wabre Führer zu werden. Mit äußerer Gleichschaltung ist es nickt getan, die innere muß folgen! Wir weisen auf den nachstehenden Aussatz: Die ^Volkshochschule ruft! hin und empfehlen chn bringend der Beachtung. Die Kreisleitung. Oie Volkshochschule rüst! Die Volkshochschule Gießen wird zur Zeit durch den von Herrn Ministerialrat R i n g s h a u s e n ernannten Leiter neu aufgebaut. Auf ber Grundlage ber nationalsozialistischen Weltanschauung will bie NS.-Dolkshochschule Volksbildung vermitteln und bie Volksbildung des deutschen Volkes fördern. Ihre Arbeit gilt in erster Linie allen, die in unserem Volksleben irgendwo an führender Stelle stehen, einerlei, ob sie Führer eines Verbandes, eines Ber- eins, eines Betriebs, einer Innung, einer Fachschaft sind, ober ob sie sonstwie an der Spitze einer größeren ober auch kleineren Gruppe von Menschen stehen. Führertum verpflichtet. Der Füh- rer soll auf jede Art bestrebt sein, sein Wissen unb Können zu vermehren, denn iyr Besitz macht einen wesentlichen Teil ber Führereignung aus. Dasselbe gilt für bie Stellvertreter unb bte Mitarbeiter dieser Führer. Wir wollen bewußt diese Führerperfönllchkeiten in unsere Volkshochschule hineinziehen, weil wir wissen, daß sie diejenigen sind, die das. was sie dort lernen, weitesten Kreisen nnseres Volkes vermitteln. und weil wir wissen, daß nur die beste Ausrüstung für verantwortungsbewußte Führung genügt. Auf diese Persönlichkeiten ist unser Arbeitsplan ein- gestellt. Er umfaßt alle Gebiete, bie im Leben unseres Volkstums heute ausfchlaggebenb finb, unb in benen jeder Führer baher auch beschlagen sein muß. Wir erwarten in unseren Lehrgängen aber nicht nur die Führer, sondern auch ihre Gefolgschaft, insbesondere alle diejenigen, bie sich nicht mit bem Alltäglichen, was ber Lebensberuf unb bie Arbeit des Tages mitbringt, begnügen, fonbern bie das Streben nach Höherem in sich tragen, Menschen, die durch Fleiß. Strebsamkeit, Begabung und Charakter befähigt sind, auch einmal aus der Gefolgschaft herauszutreten, um Führer zu werden. Unb zum letzten erwarten wir bie, denen die Themen unserer Arbeitsgebiete unb Vorträge noch unbeantwortete Fragen bedeuten, mit denen sie sich aus- einaübersetzen wollen, bie sich fort» und weiterbilden möchten auf diesen verschiedenen Gebieten. So will die NS.-Volkshochschule eine zivile Führer- schule werden, Wegbereiterin für eine frohe, starke Zukunft unseres Volkes, Mitarbeiterin an der Volk- i Werbung ber Deutschen, bauen helfen will sie an dem I großen, starken deutschen Reich unseres Führers I Adolf Hitler, dem Dritten Reich. Sie kennt | bei ihrer Arbeit keine Grenzen des Standes, des Berufes, ber Klaffen ober ber Partei. 3eb«r, der aufrichtig, willig und suchend kommt, ist ihr willkommen. Sie will den Menschen werten. seinen Charakter, seinen inneren Wert, nicht seinen Titel, nicht seiueu Rock. Ihre Arbeitsgebiete sind folgende: 1. Di« nationalsozialistische Weltanschauung. (Rede l i n g) 2. Erdgesundheits- unb Baffenpflege. (NS.-A«rzte- bunb, Dr. med. Kranz) 3. Volkstum unb Religion. (Pfarrer Surfer) 4. Volkstum unb Heimat. (Dr Glöckner) 5. Volk unb Baterlanb, deutsche Geschichte. (Dr. Steiger) 6. Volkstum und Kultur: a) Von deutschem Denken und Dichten (Dr. Buß) b) Was singet unb klinget. (Bauer) c) Von deutschem Formen, Bilden, Bauen und Gestalten. (Prof. Rauch) 7. Vom Lebenswillen des deutschen Volkes. (Verschiedene Einzeloorträge) Die Lehrgänge umfassen je 10 bis 15 Abende und finden wöchentlich oder 14tägig statt. Die Lehrgangsgebühr betragt 2,50 Mark, für Mitglieder des Vereins Volkshochschule 2 Mark. Erwerbslose Haden gegen Vorlage ihres Auswei- fes freien Eintritt. Meldungen zu den Lehrgängen unb Auskunft auf ber Geschäftsstelle ber Volkshoch, schule, Wolfstraße 20 pt., täglich, außer Samstags von 13 bis 19 Uhr. Arbeitspläne sind in allen Buchhandlungen unb auf ber Geschäftsstelle kostenlos erhältlich. Montag, 13. November, 20.15 Uhr findet im neuln Studentenhaus, Leihgesterner Weg, die (iröffnungsoerfammlung für das Winterhalbjahr der Volkshochschule statt. Eingeladen sind alle Mitglieder des Vereins „Volkshochschule", all« Mitarbeiter unb alle, bU Hörer werden wollen, unb all«, die sich für die Arbeit der Volkshochschule interessieren. Der Verein „Volkshochschule" wird sich an diesem Abend neu organisieren unb damit den Forberungen der neuen politischen Umformung unseres Volkes gerecht werben. Der Leiter ber Volkshochschule Gießen spricht über bas Thema: „Bie Volkshochschule im nationalsozialistischen Staat". Rektor R e b e l i n g. Die Diebes- unb Hehlerbande Heil vor Gericht. ihrem jedoch nicht gewußt haben, daß es sich um durch strafbare Handlungen erlangte Gegenstände gehandelt hat. Bei dem Angeklagten Hofmann wurde eine Lichtmaschine gefunden, die aus Heeresbestänben flammte unb bie er seinerzeit nicht abgeliefert hatte. Ursprünglich glaubte man, daß die Maschine ebenfalls zu bem Diebesgut gehörte, was jedoch durch bie gestrige Beweisaufnahme widerlegt wurde. Dem Angeklagten Weber legte die Anklage Be- teifigung beim Diebstahl unb unbefugten Waffenbesitz zur Last. Es wurden bei ihm zwei Schuß- waffen gefunden, darunter eine Schmerzlospistole. Weber gehörte der KPD. an und will bie Pistole für einen anderen gekauft haben. Oie Strafanträge des Gtaatsonwalis Der Staatsanwalt hob in seinem Plädoyer hervor, daß es sich bei Heil um den Anführer ber Diebesgesellschaft handelt. Er war es, der bei fast allen nächtlichen Diebesfahrten bie Hauptarbeit" leistete unb ber einbrach bzw einstieg. Heil, so hob der Staatsanwatt hervor, ist ein gemeingefährlicher Verbrecher, unb die Allgemeinheit kann von bem Gericht erwarten, bah ein derartiger Mann für lange Zeit unschädlich gemacht wirb. Im einzelnen stellte ber Staatsanwalt folgende Anträge. Gegen Heil 8 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehr- oerlust unb Stellung unter Polizeiaufsicht: 4 Monate 2 Wochen Untersuchungshaft sollen angerechnet werden. Gegen Dinse 4 Jahre Geiängnis unter An- rechnung von 9 Monaten Untersuchungshaft. Gegen Kurt U m d a ch 3 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 21 Wochen Untersuchungshaft. Gegen ® c b e r 8 Monate Gefängnis, 12 Wochen Untersuchungshaft anzurechnen. Gegen Graf 12 Monate Gefängnis unter An- rechnung von 3 Monaten 2 Wochen Untersuch ungs- ^Gegen Hch. Umbach 7 Wochen Gefängnis, verbüßt durch Untersuchungshaft. Gegen Katharina Umback ebenfalls siede» Wochen Gefängnis unter Anrechnung von einer Woche Untersuchungshaft. Der Staatsanwatt stellt dem Gericht anheim, bedingten Sttasaufschub zu gewähren. Gegen P a f f 4 Monate Gefängnis. Gegen Günther 6 Monate Gefängnis uniet Anrechnung von 4 Wochen Untersuchungshaft. Gestern fand, wie wir schon berichtet haben, vor ber Großen Strafkammer zu Gießen bie Verhandlung gegen den langgesuchten Schwerverbrecher Lubwig Heil aus Gießen und Genossen statt. An- geklagt waren ferner: Eduard Dinse, zuletzt in Frankfurt a. M., Kurt Umbach aus Wieseck, Ehrisnan Weber, Alten-Buseck, Karl Hofmann, Wieseck, Heinrich Günther, Gießen, Hermann Graf, Gießen, Katharine Umbach, Heinrich U m b a ch (Eheleute) Wieseck, Lina M a - I e w s k y geb. Umbach, Frankfurt a. M., Karl Paff, Mainzlar, Sigmund Lilienfeld, Leib- gestern. Sämtliche Angeklagten gehörten fast durchweg ber KPD. an. Oie Hauptangeklagien. Geistiger Urheber und Organisator ber Diebes- bände war ber Hauptangeklagte Ludwig Heil, der ohne jegliche Reuempftndung die Schilderung seiner Taten gibt. Die Angeklagten Dinse, Kurt Umbach, Weber unb Graf stellten lediglich Werkzeuge in der Hand des Heil dar. Mit wel- chen Mitteln diese Verbrecher gearbeitet haben, geht aus ber Befunbung des Zeugen Kriminalpolizei- meister Hofmann hervor, ber vor allem auf die Verbrecherehre dieser Leute hinweist: denn keiner ber Angeklagten gibt darüber Auskunft, wo ein großer Teil des Diebesgutes bingekommen ist. Wie schon festgestellt wurde, liegt das „Arbeitsfeld" der Angeklagten in Gießen selbst und in seiner Umgebung, und da besonders um Mainzlar herum, wo zwei Hauptangeklagte, die Eheleute Krug, wohnen, die nicht erschienen waren weshalb das Verfahren gegen sie ab getrennt wurde. Zur Last gelegt werden He i l einige 50 vollendete unb versuchte Diebstähle im Rückfall, Dinse 15, Kurt Umbad) 12, Weber 1 und Graf ein ool- lenbeter unb drei versuchte Diebstähle. Die anderen Angeklagten machten sich der Begünstigung unb ber Hehlerei schuldig. Ausgerüstet waren bie Angeklagten mit den modernsten Derbrecherwer kaeugen, sie führten chr« Taten meist morgens zwischen 3 und 4 Uhr durch Einsteigen und Erbrechen von Behäll- nissen aus. Oas Ergebnis der Beweisaufnahme. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, daß in einer ganzen Reihe van Fällen Gegenstände von hohem Wert von den Angeklagten gestohlen worden sind. Die gestohlenen Sachen wurden zum Teil von ihnen verbraucht, zum Teil an andere abgegeben unb von denen verbraucht ober roeitergegeben. Eine ganze Reihe von Gegenständen wurde m die Wohnung des Angeklagten Heinrich Umbach, bem Vater bes Angeklagten Kurt Umbach, gebracht. Es kann auch nach ber gestrigen Beweisaufnahme keinem Zweifel unterliegen, bah bei den beschränkten Wohnungsverhältnissen den Eheleuten U m - dach aufgefallen sein muß, wo die einzelnen Sachen herrühren. Die Ehefrau Umbach nahm insbesondere von dem Angeklagten Heil einen elektrischen Kocher unb ein Bügeleisen zum Geschenk für die ihrerseits dem Heil gewährte Beherbergung. Was den Angeklagten Paff angebt, so sollte er bem Heil seinen Auslanbspaß verschafft haben. Es ließ sich jedock nicht seststellen, inwieweit der Paß noch feine Gültigkeit hatte. Außerdem machte sich Paff der Hehlerei insofern schuldig, als er gegen Zahlung von 10 RM. eine große Menge gestohlener Zigaretten von Heil entgeaennahm. Desselben Deliktes unb Der Begünstigung machte sich ber Angeklagte Günther schuldig. Der dem Hell einen Koffer zur Verfügung stellte und dafür zirka 250 Zigaretten in Empfang nahm, die von Heil im freien Feld hinterlegt wurden. Lächerlich wirkte die Aussage des Angeklagten, er habe gemeint, Heil sei Reisender in der Rauchwarenbranche. Zudem hielt er einen Teil der Zigaretten vor dem Fenster in einer Milchkanne verborgen, angeblich um sie frisch zu hatten. Dem Angeklagten Lilienfeld fällt ebenfalls Hehlerei zur Last, da er ebenfalls Zigaretten aufkaufte. Die (Ehefrau Malewsky beherbergte die von ihrem Beter, dem Angeklagten Heinrich U m • bad), gebrachten Diebesgegenständ«. Si« will Gegen Lilienfeld 2 Monate Gefängnis. Gegen M a l e w s k y : Hier stellt -er Staatsan- onwalt die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Gegen Hofmann 5 Wochen Gefängnis unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Das Urteil. Das Gericht fällte nach Inständiger Beratung folgendes Urteil: Heil 6 Jahre Zuchthaus, Aberkennung der Ehrenrechte auf 5 Jahre und Stellung unter Polizeiaufsicht. Dinse 3 Jahre Gefängnis. Kurt Umbad) 2 Jahre 6 Monate Gefängnis. Weber 7 Monate Gefängnis. Graf 1 Jahr Gefängnis. Günther 3 Monate Gefängnis. Hch- Umbach 6 Wochen Gefängnis. Katharina U m b a ch 6 Wochen Gefängnis. Es m £liL4m9a!,rc bedingter Sttafaufschub erteilt. Paff 2 Wochen Gefängnis. Lilienfeld 2 Wochen Gefängnis. Hofmann 5 Monate Gefängnis. Malewsky Freispruch. Bei den Angeklagten Heinrich Umbach und Hofmann gilt die Strafe mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt. Soweit Verurteilung erfolgte, tragen die Angeklagten die Kosten. Das Wunder der Kamera. Ein Rundgang durch die große Berliner Ausstellung. Von Or. Theodor JRiegler. In den Berliner Ausstellungshallen am Funkturm ist jetzt die Ausstellung „Die Kamera" eröffnet worden. Sie bietet eine riesige Schau über alle Gebiete, die mit Photographie, Druck und Reproduktion Zusammenhängen, und steht in ihrer Eindring- lichkett und Reicbhaltigkeit ganz im Zeichen des neuen schöpferischen Deutschlands. Schon in der Eingangshalle beginnt das große Staunen. Die Wände des lichtdurchflutettn Raumes sind mit einer Reihe Photographien von geradezu überdimensionalen Ausmaßen tapeziert. Die wichtigsten Phasen auf dem heroischen Wege der nationalsozialistischen Entwicklung sind in diesen Bildern verewigt worden. Hier wächst die Photographie zur unsterblichen Größe des geschichtlichen Dokuments. Ergriffen und hingerissen von all diesem Glanz, der dem Beschauer aus den Photos entgegenleuchtet, steht man lange, versunken in die Betrachtung der letzten Zettereignisse, in der sttah- lenden Helle. Es dauert lange, bis man sich von diesem Anblick losreißt. Schließlich wandell man durch die endlosen Säle und sieht eine Ausstellung, die in ihrer verwirrenden Fülle nicht zu überbieten ist. Koje reiht sich an Koje, Firmen von Weltruf zei- gen chre Erzeugnisse, und manche Werkstätten der Photo-Jndustrie sind in vollem Betrieb, als ob sie mitten aus chrer Arbeit wie durch ein Wunder in diese Hallen verpflanzt worden wären. Es ist unmöglich, die Fülle von Photos zu schildern, die uns von den Wänden ansehen. Man würde mindestens acht Stunden brauchen, um auch nur einen flüchtigen Ueberblick über die Eindrücke geben zu können, die man hier empfängt. Angefangen von uralten Aufnahmen, die nur noch einen geschichtlichen Wert haben, bis zu den modernsten, raffiniertesten Bildausschnitten der Berufsphotographen und Bildreporter, breitet sich ein Reich vor uns aus, das in seiner leuchtenden Herrlichkeit unvergleichlich ist. Die Entwicklung der photographischen ftun'jt wird in einer Reihe hochinteressanter Aufnahmen lebendig. Man hat sogar aus dem Schutt der Vergangenheit ein komplettes Photoatelier aus der alten Zeit wieder ins Leben zurückgerufen. Es zeigt in einer humorvollen Anschaulichkeit den Wandel der Zett und die Relatioi- töt der Werte. Der Altmeister der Photographie, H. W. Vogel, ist durch eine Gedächtnisausstellung geehrt worden. Je länger wir in den Räumen verweilen, um so eindringlicher wird uns bewußt/, welche große Bedeutung die Photographie für die gesamte deutsche Kultur besitzt. Die Abteilungen „Deutsche Landschaft", „Deutscher Osten", „Deutsches Volksgesicht" und „Hitlerjugend" zeigen in den wundervollsten Aufnahmen die Vielfalt und die Besonderheit, die Kraft und Tiefe des deutschen Wesens. Prachtvolle Bauernköpfe sehen uns an. Die Verschiedenheit der deutschen Provinzen findet in den markanten Typen ihrer ländlichen Bewohner einen Ausdruck von erschütternder Echtheit. Da ist nichts Süßes, da ist nichts geschminkt und nichts gelogen. Ich habe noch nie Photos gesehen, in denen die rätselhafte Macht der Augen so wahrheitsgetteu wirkte. Auch das Gesicht der Landschaft zeigt hier jene vertrauten Züge, wie wir sie nur in Deutschland finden. Die unendliche Rührung, die uns erfüllt, wenn wir durch die deutschen Wälder wandern, schwingt auch in diesen Bildern. Aus dem gesamten deutschen Reich sind hier Aufnahmen von höchster künstlerischer Vollendung versammelt. Nur wer selbst photographiert, kann ermessen, welche Liebe, welcher Fleiß und wieviel Beobachtungsgabe in solchen Bildern ftedt. Das Photo hat aber nicht nur den Sinn, den unerschöpflichen Reichtum der Na*ur und des menschlichen Lebens wiederzugeben Die große propa- gandistische Deutung des aktuellen Lichtbildes ist hier zum erstenmal anschaulich dargestellt. Neben einer Fülle von Architekturphotos und Industrie-Aufnahmen der Gebrauchsphotographie sehen wir die mühsame und schnelle Arbeit der modernen Bildreporter. Wir sehen die Photographie als Helferin der wissenschaftlichen Forschung und im Dienste der Kriminalistik. Wir sehen, daß es heute für die moderne Photographie so gut wie keine Hindernisse mehr gibt. Von besonderem Interesse ist die Technik der Mikrophotographie, die Photographie aus der Luft und die Unterwasserphotographie. Eine Halle birgt größere Ueberraschungen als die andere. Die Abteilung der Photoindustrie enthält die modernsten Instrumente und Apparate in hochwertiger Präzisionsarbeit. Aber auch die chemischen Fabriken führen ihre Erzeugnisse vor. Die Optik zeigt chre hervor- ragenden lichtstarken Objektive, die Papier- und Filmfabrikanten ihre in der Empfindlichkeit bis aufs äußerste gesteigerten FUme und Papiere. Daneben sind noch Spezialkonstruktionen zu sehen, die besonders der V e r g r ö ß e r u n g s t e ch n i k und den modernen Kopierverfayren gewidmet sind. Die reichhaltige Schau moderner Kleinkameras bildet das Entzücken jedes leidenschaftlichen Photographen. Wenn wir diese Halle verlassen und das Zauber- reich der Druckmaschinen betreten, durchströmt uns ein erregendes Gefühl, der Herzschlag des Journalisten geht schneller, das Tempo der Neuzeit zieht uns unwiderstehlich in seinen Bann. In diesem Raum klopfen die Kolben der Maschinen ihren rastlosen, ehernen Takt. Die Tüchtigkeit ganzer Jahrhunderte vibriert in diesem Raum und elekttisiert die Menschen. Wir sehen, wie ein Buch entsteht. Maschinenteile blitzen, unheimliche stählerne Greif- arme bewegen sich auf und nieder, die Druckmaschinen der Neuzeit sind in vollem Gang. Dazischen plötzlich ein riesiger Bottich, daneben stehen Säcke, die vollgepfropft sind mit Leinen und Baumwolle. Mitten in der Hast der Maschinen wird hier das -iVte Handwerk des Papierschöpfens gezeigt. Einige Schritte weiter verkündet eine große Tafel in eindringlichen Lettern: „Die Times-Ausgabe vom 29. November 1814 war die erste Zeitung, die auf einer Druckmaschine hergestellt wurde." Daneben steht das Modell einer alten Zylinderschnellpresse, die von dem Deutschen Friedrich König im Jahre 1812 gebaut wurde. Emsig gehen die kleinen Kolben hin und zurück. Die Menschen bleiben stehen und lächeln über diesen Maschinen-Embryo. Aber hinter diesem Lächeln ist ein bißchen Ehrfurcht vor dieser kleinen, primitiven Maschine und dem Genie ihres Erfinders. Die Sonderschau „Herstellung des Buches" zeigt die Entstehung einer Broschüre vom geschriebenen Manuskript bis zum vollendeten Druck. In zwei großen Dunkelkammern, die allgemein zugänglich sind, werden die beiden hauptsächlichsten Verfahren der Klischee-Herstellung anschaulich vor- geführt. Von besonderem Interesse ist eine griechische und eine chinesische Setzerei, die in vollem Betriebe den Gegensatz zwischen der Arbeit deutscher Setzer und chinesischer Setzer zeigt. Eine Ausstellung „100 Jahre Steindruck in Berlin" erregt das Interesse all derer, die mit Spreewasser getauft sind. Hier ist eine alte Steindruckerei im Betrieb. Lithographen zeichnen Bilder auf Stein, während ein Steindrucker diese Bilder auf einer Handpresse, die aus dem Jahre 1840 stammt, vor den Augen des Publikums druckt. Die vier Stunden, die wir in diesen Räumen verbracht haben, haben genügt, um die ungeheure Bedeutung dieser Ausstellung für das gesamte öffentliche Leben in Deutschland würdigen zu lernen. Das Propaganda-Ministerium, das der „Äamera" seine Unterstützung angedeihen ließ, hat mit dieser Leistung neuerdings seine kulturelle Entschlossenheit bewiesen. Der deutsche Photograph ist dazu berufen, die unerhörte Eindringlichkeit des Bildes in ben Dienst der Nation zu stellen. Man weiß, daß Wirtschaft U.a. Werke von Strobl, Watzlik, Schrecken» bach, Bartsch, Benter, Voß, BIun ......... 6% He». CanDHian! Darmstadt 87,25 87,25 Gold N. 12............ —— 87 6%% Hess. Lander-Hypotheken- dank Darmstadt Ctaui........ 87,25 87,25 — — Oberhessen Provinz.Anleihe mit 72 — —— Deutsche Komm. Sammelabl. An- 75,25 75,5 lelfje Serie 1 mit AuSIos.-Rechtrn 6% ei)em. 8% Arants. Hyp.-Ban' 75,9 87,5 75,8 87,5 Goldpse. 15 unkündbar bis 19..., — •■ «% ehern. 7% Franks. 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Rente v. 1903 3,13 3 3,1 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l912 5,65 5,75 5,8 5,8 4% Rumänische vereinh. Rente 2.9 —- 2,9 2.75 2'/.% Anatolier ............. 22,8 22,75 — 22, Hamburg-Amerikn-Paket ..... 0 8,75 9 8,9 8,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 — — 20 — Hansa-Dampsschtsf.......... 0 — — 12,75 13 Norddeutscher Lloyd ........ 0 9,25 9,25 9.25 9.4 A-G- für Verkehrswesen Akt. .. 0 44,75 44 44.5 44,25 Berliner Handelsgesellschaft .. 4 81 —- 80.5 80.25 Commerz, und Prival-Bank .. 0 38,5 38,5 39 39 Deutsche Bank und conto» Gesellschaft................ 0 40,5 40,5 40,5 40,5 Dresdner Bank.............. 0 50,5 50,5 50,5 50,5 Reichsbank ................ 12 155,5 156,25 155,5 156,5 A.E.G...................... 0 16,25 16,5 16,13 16,4 Betula..................... 0 109.13 109,5 109,25 109,75 Cleftt. LieserungSgelellschafl ... 6 78 78,5 78,75 79 Licht und Kraft ..... 6 90 91 90 91 Fellen & Guilleaume......... Gesellsch.s.EIektr.Unternehmuna Rheinische Elektrizität ....... 0 39.5 39,5 39.5 39.4 5 5 71,75 73,25 79 72,13 79,d 82,5 73,13 78 Schlickens Co.............. 6 82,5 82,5 82,5 Siemens« Halste............ 7 131 128,75 129,75 129 Lahmeyer &®o............. 10 103 103,13 102.75 Buderus .................. 0 62.5 62 61 61,5 Deutsche Erdöl .............. 4 90 89,5 89,13 90,25 Gelsentiichenei.............. 0 41 43,5 40.65 42,65 Harpener ................. 0 73,75 74,5 74,25 74,5 Voesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — —— 46,75 49,25 Ilse Bergbau ............. 6 — —— 125 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 93.5 93.65 94 94,13 Klöcknerwerke ............... 0 47 48.5 47 48 Mannesmann. Röbren........ 0 48,5 48,25 47,5 49 Jrannurt a. JJi. Berlin Echluß- lurs Schlugt. Abend- bfrk Schluß- furt Schluß/. Minag, börse Datum 3.11. 9.11. 8.11. 9.11. Mansfelder Bergbau.........0 21,75 21,75 21.5 22,5 Kokswerte ........... C —- — 66 67,5 Phontr Bergbau........ c 32,5 34.5 32,75 33,75 Rheinische Araunkohlen .....10 182 5 183 184,25 182,5 Rheinstahl ............. C 72,25 73,75 72 73,65 Bereinigte Stahlwerke........O 27,25 29,25 27,25 28,4 Otaol Minen ...............C 10 10 9,9 9,9 Kaliwerke Aschersleben........ 5 106.5 106 Kaliwerke Westeregeln........5 106 105 106 105 I. G. Finsien.IndultNe ....... 7 113.75 114.95 113.75 113,5 AcheideanstaU......... 9 175,13 175,5 Goldschmidt .......... O 39 39,5 39,5 40 Rütgerswerte............... O 44 75 46.5 44,65 45,25 Me'.aUgelellschast............. O 5L65 53,75 53,5 53,5 Philipp Holzmann ........... O 59 52 25 53,5 53 Zementwerk Heidelberg ...... O 73 73 Schultheis Payenhofer .......0 _ 83.75 83 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 27,65 28 27.25 28 Bemberg ................ o 38 38 38 37,5 -ellstoss Waldhof ............ 0 31,5 — 31 31 Dellstoss Aschaffenburg .......o 20 — 20,75 21 Dessauer GaS .......... 7 — 102.25 103,25 Daimler Motoren........... 0 26,5 26,75 26,25 27 Deutsche Linoleum.......... 0 39,5 39 35 39,5 Ctenftebi & koppel .......... 0 —- 24,5 24.65 Leonhard Dietz .............. 0 13 13 13,25 13,75 Lbade......................10 134,5 135 134,5 134 Aeeumulaioren-Fabrik........0 156 156 155,5 156.5 ^onti-Gummi............... 0 130.5 130,5 130.65 130,65 Griyner.................. 0 15 — — — Masnkraftwerke Höchst O.M.... 4 63,25 63 - _ Süddeutscher Zucker....... e 161,5 162 - 164 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 8.7Io»embct 9-November Amtliche <»f|h ■Notierung | Brie Amtliche Geld Notierung Brie Helsingfor».. 5,819 5,831 5,849 5,861 Wien....... 48,05 48.15 48,05 48,15 Prag....... 12,41 12,43 12,42 12,44 Budapest ... — —- — 3,047 3,053 3,047 Holland .... 168.98 169,32 168,93 169,27 Cilo....... 66,08 66.29 66,53 Kopenhagen. 58,69 58,81 59,14 59^26 Stockholm... 67,78 67,92 68,23 68,37 London ..... 13,145 13,185 13,24 13,28 Buenos Aires 0,963 0,967 0,963 0,967 Neuyork.... 2,667 2,673 2,647 2,653 Brüssel..... 58,39 58.51 58,36 58,48 Italien..... 22,08 22,10 22,06 22,10 Paris ...... 16,40 Schweiz.... 81,05 81,21 81 ’ 02 81 J8 Spanien.... 35,11 35,19 35,01 35.09 Danzig..... 81,62 81,78 81.62 81.78 Japan ...... 0.787 0,789 0,787 0.789 Rio de Jan. . 0,227 0,229 0,227 0.229 Jugoslawien. 5,295 5,305 5,295 5,305 Lissabon .... 12,67 12,69 12,67 12.69 Banknoten. Berlin, 9.November Geld Brl? Amerikanische Noten.............. 2,60 2,62 Belgische Noten.................. 58,20 58,44 Dänische Noten ................. 58.88 59.12 Englische Noten ................. 13.20 13.26 Französische Noten............... 16,36 168,51 21,94 66,37 16.42 169.19 22,02 66,63 Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling — Rumänische Noten.............. — — Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 68,06 80,84 68,34 81,18 Spanische Note»................. 34,88 35,02 Ungarische fliotm................ ' Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Noo. Auftrieb: Rinder 78 (gegen 83 am letzten Donnerstag), Kälber 921 (776), Schafe 539 (432), Schweine 681 (674). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber Sonderklasse —, a) 34 bis 38, b) 29 bis 33, c) 24 bis 28, d) 20 bis 23. Schafe e) 23 bis 26, f) 19 bis 22, g) 15 bis 18. Schweine a) — b) 46 bis 50, c) 46 bis 49, d) 42 bis 48. 3m Preisoergleich zum letzten Donnerstag gaben Kälber und Schweine bis 2 und Schafe 1 Mark nach. Marktoerlauf: Kälber ruhig, Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine schleppend, nahezu ausoerkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 734 Viertel Rindfleisch, 146 ganze Kälber, 56 ganze Schafe, 433 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 48 bis 52, II 45 bis 50. Bullenfleisch 47 bis 50, Kuhfleisch II 34 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch 58 bis 70 Ham- rnelfleisch 55 bis 60. Schweinefleisch I 65 bis 70. Geschäftsgang: ruhig. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 9. Nov.. Der Auftrieb betrug 275 Stuck. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 8 bis 9 Mk., von 6 bis 8 Wochen 9 bis 11,50 Mk., von 8 bis 13 Wochen 11,50 bis 15 Mk. Der Handel war lebhaft und gut. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 9. Nov. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,50 bis 19,60 Mark, per November Bezirk 9 18,90, Bezirk 10 19,10, Be- zir 11 19,40; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,40 bis 16,60, per November Bezirk 9 15,90, Bezirk 8 15,60; Hafer (inländischer) 14; Som- mergerfte (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18,50 bis 19,50; Futtergerste 16,75 bis 17; Mais (mit Sack) 18,50 bis 18,75; Erdnußkuchen (prompt) 16,25 bis 16,50; Sojaschrot (prompt) 14,50 bis 14,75; Rapskuchen 12 bis 12,25; Palmkuchen 14,25; Kokos- kuchen 17; Sefamkuchen 16,50; Leinkuchen 17; Biertreber (mit Sock) 16,50; Trockenfchnitzel (ab Fabrik) 8,75 bis 9; Rohmelasse 8,25 bis 8,50; Wiesenheu (loses) 5,40 bis 5,70; Rotkleeheu 5,70 bis 6; Luzerne- kleeheu 7; Stroh, Preßftroh Rogaen-Weizen 2, Hafer-Gerste IM bis 2; geb. «troh, Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0 mit Austauschweizen) per November 29,40, per Dezember 29,55, per Januar 29,70; Weizenmehl (Spezial 0 aus Inlandweizen) per Nooem- ber 27,90, per Dezember 28,05, per Januar 28,20; Roggenmehl (70 bis 60 v. Sy, norddeutsches, prompt) 21,50 bis 22,50; Roggenmehl (Pfalzer und süddeut- sches, prompt) 22,75 bis 23,75; Weizenkleie (feine, mit Sack) 9,75 bis 10, (grobe, mit Sack) 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 9,25 bis 10; Weizenfuttermehl 11; Roggenfuttermehl 10,25 bis 12,75; Weizennach- mehl 14,75 bis 15,75 Mark. — Tendenz: stetig. Am Brotgetreidemarkt lag Weizen etwas freundlicher, während Roggen, Gerste und Hafer unveränderten Markt hatten. Futtermittel behauptet bei kleinem Angebot und guter Nachfrage. Mannheimer Alein-Bichmarkt. Mannheim, 9. Nov. Auftrieb: 9 Schafe, 69 Schweine, 549 Ferkel, 200 Läufer. Es kosteten: Ferkel, bis sechs Wochen alt, 5 bis 8 Mark, über sechs Wochen alt 12 bis 17 Mark, Läufer 18 bis 23 Mark. — Marktverlauf: Ferkel und Läufer mittel. Schweinemarkt in Nidda. M Nidda, 9. Nov. Auf dem Marti ni- Schweinernarkt standen 328 Ferkel zum Verkauf, die restlos abgesetzt wurden. Bei dem geringen Auftrieb zogen die Preise etwas an. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 8 bis 10 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Tiere 10 bis 12^ Mark, 10 bis 12 Wochen alte 16 bis 19 Mark, Springer 28 bis 30 Mark. Weitere Erfolge der Bekämpfung -er Arbeitslosigkeit. Abnahme der Zahl der Arbeitslosen im Monat Oktober um über 11600. WSN. Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit: 3m Oktober ging die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen noch um weitere 116 7 1 oder 5 o. H. des Standes von Ende September zurück, während im gleichen Berichtszeitraum des Vorjahres die Arbeitslosigkeit bereits um rund 4200 zugenommen hatten. 3nsgefamt wurden Ende Oktober d. 3. 181 636 männliche und 40 630 weibliche, zusammen 222 272 Arbeitslose gezählt. Gegenüber dem winterlichen Höchststand am 15. Januar d. 3. (333 231 Arbeitslose) ist somit ein Rückgang der Arbeitslosenziffer um rund 111 000 oder 33,3 o. h. zu verzeichnen; gegenüber dem Tiefstand des Vorjahres, der bereits Ende September mit 297 976 Arbeitslosen erreicht wurde, liegt die Zahl der Arbeitslosen am 31. Oktober d. 3. um rund 75 700 oder 25,4 v. h. niedriger. Die Zahl der Hauptunter st ützungsernp- länger in der Arbeitslosenversicherung stieg von Anfang bis Ende Oktober um 841, in der Krisen- unter ft ü^ung ging sie im gleichen Zeitraum um 1009 zurück. 3n beiden Unterstützungseinrich- tungen wurden Ende Oktober 76 450 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Bei Maßnahmen der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge, die von der Reichsan- statt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ganz oder teilweise finanziert werden, waren 19 500 Personen beschäftigt, das sind 5500 ober 39,4 v. H. mehr als Ende September. 3m Arbeitsdienst waren 15 700 Arbeitsdienstwillige tätig. Von der öffentlichen Fürsorge wurden nach dem vorläufigen Ergebnis der Zählung der Arbeitsämter am 31. Oktober rund 87 300 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose unterstützt, davon waren 10 578 Frauen. Die Zahl der anerkannten Dohlsahrlserwerbs- losen ist also gegenüber dem Höchststand von Ende Februar 1933 (138 244) um rund 50 900 ober 36,9 o. h. zurückgegangen. » lieber 7600 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose waren am 31. Oktober bei Notstanbsarbeitcn beschäftigt, für die die Reichsanstalt die Orunbförberung übernommen hat. Der Fürsorgeetat der Gemeinden hat also seit Februar b. 3. eine ganz erhebliche Entlastung erfahren. Oberheffen. Gemeinderat in Nidda. (U Nidba, 8. Noo. Der Oemeinberat beschloß in seiner jüngsten Sitzung u. a.. Die burch den Umbau ber Krastschen Brauerei notroenbig gewordene Errichtung einer Garage für den großen Omnibus des Zweckoerbandes wurde bis zum nächsten Frühjahr zurückgestellt. — Die Gemeiderechnung für 1931 wurde vom Gemeinderat begutachtet. Anstände wurden nicht festgestellt. Die Rechnung schließt im ersten Teil mit 43 744,46 Mk. und im zweiten Teil mit 9659,24 Mk. Guthaben ab. 3m Anschluß hieran berichtete ber Stabtredjner über bie Finanzver- hätnisse ber Stabt. Hiernach wirb die Rechnung von 1932 unter Zugrundelegung des Handbuch-Auszuges vom 30. September 1933 voraus- sichtlich folgendes Ergebnis bringen: Erster Teil mit Rest von 27 212,52 Mk., zweiter Teil mit 32 768,04 Mk. Es ist beabsichtigt, die außerordentlichen Ausgaben der Betriebsrechnung, wie bie Niddaregulie- rung mit 5963,44 Mark unb Abbeckung eines im 3ahre 1928 aufgenommenen Kaffenanlehen von 25 000 Mk. jetzt zu tilgen. Nach ber Aufstellung über das Vermögen unb die Schulden betragen das Gemeindevermögen 990000 Mk., die Schulden 464 244 Mk. Das Vermögen bringt einen jährlichen Ertrag von 53 000 Mk., während an Zinsen unb Tilgung 32 745,75 Mk. aufzubringen sind. — Der Gemeinderat nahm Kenntnis davon, daß ein Antrag auf Umschuldung gestellt ist. «anotrcie Gießen. * Daubringen, 10. Nov. Am morgigen Samstag können die Eheleute Heinrich Wagen- b a ch und Frau Sophie, geb. Körber, bas Fest ber golbenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar ist seit 50 3ahren auch treuer Leser bes „Gießener Anzeigers". s. Utphe, 9. Nov. 3m vollbesetzten Saale ber Wirtschaft Richarb Tag fanb eine Wahlkunb- g e b u n g statt, bie von bem Stützpunktleiter Albert Schwarz geleitet würbe. Der Rebner, Pg. Rektor N e b c l i n g (Gießen), verstanb es vorzüglich, bie Sebeutung bes Genfer „Neins" unb ber Abstimmung am 12. November klarzulegen. s. Aus ber nörblidjen jßetterau, 9. Nov. Unsere ßanbroirte finb zur Zeit hauptsächlich mit bem Ernten unb Verfrachten ber Zuckerrüben beschäftigt. Die Aktienzuckerfabrik „W e 11 e r a u" in Friebberg hat ben Dersanb in ber Weise organisiert, baß an vorgeschriebenen so- genannten Abnahmestellen, wie Berstadt, Echzell i unb Wölfersheim, bie einzelnen Ortschaften ihre I Rüben roagemoeife direkt vom Acker aus an festgesetzten Wochentagen anfahren können. Daneben ist es aber auch zulässig, daß größere Landwirte ihre gesamte SR übenernte in einem besonderen Waggon an jeder beliebigen Station verladen, in welchem Falle die Fabrik ebenfalls die Frachtkosten trägt. Die Ortschaften ber näheren Umgebung Frieb- bergs fahren bie Zuckerrüben per Achse in bie Fabrik unb erhalten in diesem Falle als Fuhrlohn bie Frachtkosten vergütet. Durch genaue Einteilung wirb einer UeberfüUung des Betriebs oorgebeugt. Die Gewichtsabzüge für anhaftende Ackererde betragen in diesem Herbst etwa 10 bis 13 v. Sy Die Ernte ist als eine gute Mi11elernte anzu- sprechen. Der Anbau ber Zuckerrübe ist besonders beliebt, da bie anfaUenbe große Blättermasse sowohl wie bie von ber Fabrik zurückgelieferten Grünschnitzel als Futter sehr geschätzt sind und letztere billig berechnet werden. Mrcie Schotten. Stumpertenrod, 9. Noo. 3n einer gut besuchten Wählerversammlung sprach hier Pg. Kreisbauernführer Straub von Rainrod. Der hiesige Musikoerein hatte für die richtige Stimmung ber Versammlung gesorgt. Nach Eröffnung ber Der- meraden, schilderte bann die Organisation der NT^ firiegsopferoerforgung und gab bk Richtlinien über deren Gliederung bekannt. Ferner sprach er noch über die Bedeutung ber Volksbefragung unb bet Wahl am 12. November. Ortsgruppenleiter Klein. Gedem hielt eine kurze Ansprache, in der er di« Verdienste der Kriegsopfer würdigte. &. 9L (Sport Deutschlands Zuhballer gegen die Schweiz. Der Spielausschuß des Deutschen Fußball-Bundes hat für bas am 19. November auf bem Grashopper- Platz in Zürich ftattfinbenbe Länderspiel gegen bie Schwei,; folgenbe gegenüber ber Duisburger und Magdeburger Vertretung stark veränderte Elf aufgestellt: Tor: Jakob (Jahn, Regensburg); Bertel« biger: Haringer (Bayern München), Wenbl (München 60); Läufer: Grämlich (Eintracht Ffm.), Goldbrunner (Bayern München), Eiberle (München 60); Stürmer: Lehner (Schwaben, Augsburg), Lachucr (München 60), Hohmann, Baffeinberg (beide VfL. Benrath), Heidemann (Bonner FV.). Oie Parole des 12. November: Volksabstimmung: Alle Wahlberechtigten stimmen mit Ja! Reichsiagswahl: Volksgenossen wählen NGOAP.! Nur diese Stimmabgabe dient dem Vaterland! Niemand bleibe der Wahl fern! fammlung durch ben Ortsfachberater Friedrich E ck- stein schilderte ber Rebner in kerniger, volkstümlicher Weife ben Kampf unb bie Leistungen bes Führers bis zum heutigen Taae. Gatt es boch, bas Volk roieber zum rechten Deutschtum unb Volkstum zurückzuführen. Dann zeichnete er bie weltgefchicht- liche Großtat Deutfchlanbs im Austritt aus bem Völ- terbunb unb feine berechtigte Forberung zur ehrenvollen Gleichstellung unseres Volkes gegenüber ben anberen Nationen. Hierauf streifte er mit kurzen Worten bie eingreifenbe Reform bes bäuerlichen Stanbes burch das Erbhofgesetz; daß die Höfe nicht mehr durch Zersplitterung und Ueberschuldung zu Grunde gehen und das väterliche Erbe nicht mehr als Handelsware verschleudert werden darf. Dies sei nötig, um ein gesundes, kräftiges Bauerngeschlecht wieder zu erziehen. Das Ganze gipfelt in dem Aufruf an die Dorfgenoffen, bie ja von Alters her in Stumpertenrob immer national eingestellt gewesen seien, anx 12. November burch restlose Ausübung bes Wahlrechts bem Führer bes V o l- k e s vor aller Welt bie Treue z u b e • t unb en unb bem Auslanb zu zeigen, baß wir uns mit Leib unb Seele für unfern Führer einsetzen. Die Rebe würbe mit großem Beifall aufgenommen. — Bei ber Sammlung für bie Winterhilfe gingen in unserer Gemeinde 92 Zentner Kartoffeln unb 85 Zentner (Betreibe ein. Dies ist für unser hochliegendes kleines Dorf ein schöner Ertrag. oo Rainrod, 9. Noo. Der StrafjenteU Eichelsbors — Rainrob, ber in den vor- ausgehenden Monaten neu hergerichtet wurde, ist jetzt für den Verkehr freigegeben worden. Er wurde insbesondere an den zahlreichen Kurven stark verbreitert und überhöht und mit einer Oberdecke versehen, der man eine große Haltbarkeit au- spricht. Wie man hört, soll im nächsten Fahre Die Straße zwischen Eichelsdorf und Ober- Schmitten inttandgesetzt werden. < Oder-Schmitten, 9. Nov. Angeregt durch bie reichsgesetzliche Verorbnung, bie einen 50prozen- tigen Reichszuschuß bis zur Höhe von 1000 Mark für bie Errichtung neuer Wohnungen vorsieht, hat sich hier eine lebhafte Bautätigkeit entwickelt. 3nsgefamt sollen sechs neue Wohnungen geschaffen werden, größtenteils durch Aufstockungen. 3m Laufe des Sommers wurden drei Einfamilienhäuser erbaut. i (9 e b e r n, 8. Nov. 3m Parteilokal Seipel fand für bie hiesige NSDAP, eine Mitgliederversammlung statt. Drtsgruppenpropaganbaleiter unb Presse- warb W. L i m p c r t sprach nach ber Erledigung einiger organisatorischer Fragen über bie Bedeutung der Volksabstimmung unb der Wahl am 12. November. Sodann gab er einen Vortrag über das Thema „Volk ohne Fugend" von dem Kreisschu- lungsleiter Dr. Schmidt- Darmstadt bekannt. Anschließend sprach noch ber stellvertretende Ortsgrup- penleiter Schröder über bie Volksabstimmung unb bie Wahl am 12. November. Mit breifarf^m „Sieg.Heil" auf den Führer und mit bem Gesang des Horst Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. — Dieser Tage fanb im Bergwirtshaus die gut besuchte Hauptversammlung ber N S. - Kriegsopferversorgung, Ortsgruppe Sc- bern, statt. Obmann Richard Landmann gebaute zunächst ber im Weltkrieg gefallenen 5ta- In der neuen Elf befinden sich also nur drei Westdeutsche, während der Süden das Hauptkonnn- gent stellt. Fm Sturm wird der Augsburger Lehner zum erstenmal bas National-Trikot tragen. GA-Nadfahrer in München. Der Berliner SA.-Radfayrersturm 10 1 ist auf feiner großen Fernfahrt nach Südbeutschland bereits in München eingetroffen. Die Fahrer Haden ben eigentlichen Wendepunkt einen Tag früher erreicht, ba Sturmführer S t a 11 b e r g seine Männer bie Etappe Augsburg gleich überspringen ließ. Der bette Beweis bafür in welch guter körperlicher Verfassung sich ber Sturm nach ber gewiß nicht leichten Fahrt befinbet. Die Fahrer hatten in München Gelegenheit. bie Aufmärsche und Veranstaltungen ber Zehnjahresfeier mitzuerleben. Handball im Gau XII der OT. Wißmar I — Krofdorf I 7:1 (3:0). Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften zum dritten fälligen Verbandsspiel in Wißmar. Wißmar ging mit seinem guten Sturm gleich zu Anfang in Führung, so daß es bis zur Halbzeit schon 3 Tore für sich buchen konnte. Nach der Halbzeit setzten die Gäste nochmals alles dran um zum Ziele zu kommen, bezweckten aber durch die wie eine Mauer stehende Verteidigung der Wißmarer nicht viel, sondern retteten lediglich bas Ehrentor. Es würbe ein ritterlicher und fairer Kampf gezeigt. Vorher spielten bie Fußballmannschaften: Witz- mar I gegen Steinberg 11. Das Ergebnis lautete 3:0 für Wismar, Halbzeit 0:0. Wißmar spielte mit 10 Mann unb siegte verdient. Kurze Gportnotizen. Deutschlands Boxstaffel trug in Belfast einen weiteren Länderkampf gegen Irland aus. Diesmal siegten die Deutschen überlegen mit 10:4 Punkten. Der Deutsche S k i -Verband hat für die Skiläufer, bie zu internationalen Kämpfen antreten, eine einheitliche Kleibung angeorbnet. Werner Riethdorf, der ausgezeichnete Deutsche Bantamgewichtsmeister, hat sich um bie Europameisterschaft biefer Gewichtsklasse beworben, liteloerteibiger ist ber Belgier Petit Biquet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutochken sind ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung ) Ludwig w. in G. Fhr Nachbar kann nicht gezwungen werden, Ihnen das Land zu veräußern, das Sie zum Bauen benötigen. jVa/rt • "Kd£4- gegen spröde Haut Anmut und Schönheit durch Cardy Hautcremeseife zu haben bei: H. Elges, Hindenburg-Drogerie, Seltersweg Engel-Apotheke A. Habrich Gustav Geisse, Seltersweg Richard Grünewald, Bahnhofstraße 27 E. 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November 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 112, das nach, sichende, im Grundduche zu Gießen dem Balthasar Amend in Gießen zugeschriebene Anwesen hnndsgosie 4 6759D Jlur 1, Nr. 400 = 34 qm Hofreite, ortsgerichttich geschätzt auf 4680 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 31. Oktober 1933. F. A. des Hessischen Amtsgerichts; Leo, Ortsgerichtsoorsteher.