Nr. 237 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)Dienstag, (0. Oktober (933 Die Vorgänge auf Kuba in weltpolitischer Beleuchtung. Don Dr. Jose Equandrillo. Man ist in Deutschland geneigt, die blutigen Vorgänge auf Kuba entweder als b o l s ch e w i st i s ch e Revolution abzutun oder aber sie mit den Umsturzversuchen zu vergleichen, die immer und immer wieder von ehrgeizigen Generälen in den kleinen mittelamerikanischen Staaten versucht werden. In England, Japan und Frankreich, also den drei Großstaaten, die politisch neben den Vereinigten Staaten am stärksten an allen Fragen interessiert sind, die unmittelbar mit dem Panama-Kanal Zusammenhängen, wird man es dagegen niemals vergessen, daß sich mehr und mehr die wirklichen Konsliktsstoffe in den Pazifischen Ozean verlagert haben. Der amerikanisch-japanische Gegensatz drängt nach einer kriegerischen Entscheidung, die vielleicht noch ein Jahrzehnt auf sich warten läßt, die aber unabwendbar ist. Auch die englisch-amerikanischen Interessen überschneiden sich in Westindien und im Gebiete der Antillen, da die Vereinigten Staaten die Länder- und Jnselbrücke Mittelamerikas zum Sprungbrett für die wirtschaftliche Durchdringung auch des südamerikanischen Kontinents planmäßig ausbaut, und England, dessen Handel ohnehin schon schwer zu kämpfen hat, in ganz Südamerika im heftigen Kampf mit dem Dollar liegt. Im Dezember 1933, also in wenigen Monaten, ist die Einberufung des großen panamerikanischen Kongresses geplant, auf dem die neue amerikanische Regierung ihre politischen und wirtschaftlichen Absichten gegenüber dem panamerikanischen Problem darlegen wird. Je mehr Roosevelts neue Wirtschaftspolitik sich von Europa und aus Ostasien zurückzieht, desto unbedingter wird Nordamerika an der politischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft über den gesamtamerikanischen Kontinent festhalten. Auch der seit Jayren schwelende und zuweilen kriegerischen Charakter annehmende Gran-Chaco-Konflikt ist noch unbereinigt und soll auf dem panamerikanischen Kongreß seine endgültige Lösung erfahren. Was Japan angeht, so hat es zweifellos S i e d - lungsabfichten in Mexiko, diesem Brutherd revolutionärer Unruhen, in dem das sozialistische Element sehr stark mit dem nationalistischen verschmolzen ist und eine offene Abkehr vom nordamerikanischen Kapitalismus fordert. Die revolutionären Parteien Mexikos genießen in diesem Kampf zweifellos die heimliche Unterstützung Englands und die mehr oder minder offene Unterstützung Japans. Mexiko und die Antillen bilden also einen politischen Hexenkessel, der allenfalls nur noch mit dem Vorkriegsbalkan verglichen werden kann, von dem aus ja bekanntlich der Weltkrieg seinen Ausgang nahm. Kuba, Die Perle der Antillen, bildet gewissermaßen den Schlüsselpunkt für die amerikanische Stellung. 1897 yat Nordamerika in einem kurzen, brutal heraufbeschworenen und einseitig durchgeführten Krieg gegen Spanien diesem Kuba und Havanna weggenommen. Die amerikanische Herrschast hat sich dem Jnselreich nicht als Segen ausgewirkt. Amerika verhängte von Jahr zu Jahr stärker seine Finanzdiktatur über das immer unselbständiger werdende Kuba, die Vereinigten Staaten förderten ferner die einseitige Einstellung auf Zuckerproduktion, die bei der ersten schweren Wirtschaftskrise zu einer Katastrophe führen mußte. 80 Prozent des anbaufähigen Landes in Kuba ist von Zuckerrohrplantaaen bedeckt, alsein 60 Prozent hiervon sind in nordamerikanischem Besitz. Was man in Europa ebenfalls feststellen mußte, das blieb den Kubanern als Wirtschaftseinsicht nicht erspart: nur eine sehr vielseitige Agrarproduktion garantiert die Krisenfestigkeit der Landwirtschaft. So aber existiert heute auf Kuba ein ungeheures, völlig besitzloses Landarbei- terprolstariat, während es kaum noch ein bodenständiges Bauerntum gibt. Ein solches Bauerntum allein aber, dies hat man im neuen Deutschland offensichtlich von allen Staaten der Welt am klarsten erkannt, garantiert die Wohlfahrt und die innenpolitische Ruhe eines Staates. General M a ch a d o , der in der ersten kubanischen Revolution vor sechs Wochen gestürzte Machthaber, war ein reiner diktatorischer Gewaltherrscher. Er baute auf die Bajonette, wirtschaftete in seine Taschen und vernachlässigte alle Reformen. Der Sturz Machados war hauptsächlich das Verdienst der studentischen Geheimorganisation A.B.C., die fast alle Intellektuellen Kubas umfaßt und ähnlich wie die Calles'schen Gewerkschaften in Mexiko nationale mit sozialen Forderungen vereinigt. Sergeant Bat- tista, inzwischen zum Oberst und Diktator Kubas aufgestiegen, zettelte gleichzeitig eine Militärrevolte an. A. B. C.-Studenten und Soldaten verjagten Machado, setzten einen neuen Präsidenten in der Person des nicht übermäßig energischen Gran San Martin ein und übergaben die eigentliche Staatsführung dem Ministerpräsidenten Cespedes. Amerika hat diesen Umschwung aufs innigste begrüßt und wohl auch durch Geldmittel unterstützt. Cespedes ist ausgesprochener Amerikafreund, der bereits vor seiner Regierungsübernahme die Einhaltung der Verträge und die Verzinsung des in Kuba investierten Milliardenkapitals zusagte. Aber Amerikas Bäume wuchsen nicht in den Himmel. Das soldatisch-revolutionäre Element, erst einmal am Zuge, begnügte sich nicht mit einer äußeren Aenderung der Machtverhältnisse zugunsten der Vereinigten Staaten. B a t t i st a, der sich neuerdings gern als den „Napoleon der Antil- Kinder im Lichtspielhaus. Wie die Vorfreude aus allen Gesichtern schaut! Immer wieder wandern die Augen zum Vorhang, ob er sich noch nicht hebt und seine Wunder schauen läßt. Die Mündlein stehen keinen Augenblick still, soviel ist zu fragen. Manche „beruhigen" sich schon an den mitgenommenen Eßsachen, die doch für die Pause bestimmt sind. Neulinge werden von anderen, Aelteren, die „schon oft" im Kino waren, herablassend über das Laufbild aufgeklärt, die Klapp- stühle werden ausprobiert, ein fröhlicher Lärm herrscht, bis die Musik beginnt. Ein süßer kleiner Blondkopf sagt wichtig: „Ich glaube, mein Her§ freut sich schon sehr!" „Ja, warum denn deinHerz?' „Ach, es klopft doch so!" Dann wird es dunkel. Aengstliche Blauaugen sehen zur Mutter, dann aber gespannt auf die Leinwand: Das Märchen von den Sterntalern! Und nun wird das traurige Schicksal des armen kleinen Mädchens bis zum frohen Ende fiebernd miterlebt. „Ach, was e goldig Ding!" sagt ein mitleidiger Junge hinter uns, und zum Schluß meint sein Nachbar: „Ich tät doch mei Kleider net verschenke, da tät mein Vatter schön schimpfe!" In der Pause wieder Plappern und Lachen, bis es den Kindern vor Ungeduld zu lange wird und sie anfangen zu klatschen. Ja unsere Kinder! Selbständig und selbstbewußt! Ob wir auch so waren? Nun werden Bilder vom Tage gezeigt, und auch hier sind die kleinen Zuschauer mit ganzer Seele dabei. Unsere Fünfjährige wird am meisten von einer brennenden Straßenbahn gefesselt, „das möcht ich noch mal sehen!" und die besorgte Mutter überlegt zukunftsbang: ist das nun Sensationslust oder Mitleid? Bei einem Bild mit vielen Matrosen sagt Brigitte wegwerfend: „Och, ich hab schon mal 'en Matros lebendig gesehen!" Als bei der Enthüllung l e n" bezeichnen läßt, verbindet mit seinen zweifellos vorhandenen militärischen Fähigkeiten noch einen ungeheuren politischen Ehrgeiz. Die Soldaten, die erlebt hatten, wie einfach es ist, eine Revolution durchzuführen, haben außerdem Gefallen an dieser Beschäftigung gefunden. So ist es kein Wunder, daß jetzt die zweite Welle der Revolution über Kuba hinwegbraust. Der blutige Charakter dieser neuen Revolution rührt her vom Widerstand der Offiziere und eines Teiles der A. B. C.-Organi- sation, die genau weiß, daß die Vereinigten Staaten nur auf Unruhen mit einem gewissen sozialistischen Einschlag warten, um Kuba ebenso wie dies in Nicaragua geschehen ist, zu besetzen und sich vollkommen zu unterwerfen. Amerika befindet sich tatsächlich hier in einer Zwangslage, denn es kann nicht dulden, daß eine revolutionär-sozialistische Bewegung oder vielmehr nationalrevolutionäre Bewegung mit antikapitalistischem Einschlag Kuba in Besitz bringt, da Kuba die Zufahrtsstraße von Noroamerika zum Panamakanal deckt. Jamaika ist in englischer Hand, kommt also als amerikanischer Flottenstützpunkt nicht mehr in Frage. So baut Amerika seit einigen Jahren folgerichtig Palma Honda auf Kuba zur eigentlichen Flottenstation der Vereinigten Staaten aus. Amerika wird es niemals dulden, daß Kuba von einer Regierung beherrscht wird, die antiamerikanisch eingestellt ist und unter Umständen politische Anlehnung an Mexiko sucht. Allzu leicht könnte die antiamerikanische Welle überspringen, die romanischen Völker Lateinamerikas erfassen und hixr zu einem panamerikanischen Zinsen st reit führen. Nachdem die Vereinigten Staaten in Europa bereits ungeheure finanzielle Einbußen erlitten haben, müßte ein solcher Schlag die amerikanische Wirtschaft tödlich treffen. Das Eingreifen der Vereinigten Staaten in Den kubanischen Konflikt ist also nur noch eine Frage der Zeit. Allerdings werden die tieferen Konflikte Mittelamerikas und Weftindiens dadurch nicht gelöst, fondexn nur ihr Austrag verschoben. einer Gedenktafel das Horst-Wefsel-Lied erklingt, singen viele begeistert mit. Dann aber beginnt das mit Spannung erwartete Märchen vom Schneewittchen. Angst und Freude wechseln ab auf den kleinen Gesichtern, Brigitte springt immer wieder auf vor lauter Miterleben. Als die böse Stiefmutter den Spruch des Spiegleins vernimmt und sich erregt und grollend abwendet, sagt ein Junge neben uns: „Ui, wie fe glotzt! Sie möcht jetzt am liebsten ei'n oerrobbe!" Das Spiel geht weiter, und als das gute Ende erreicht ist, find alle glücklich. Mit heißroten Bäckchen gehts auf den Heimweg, froh des Erlebten, in den leife verdämmernden Herbftabend hinaus. Emma Louise Stoltenberg. „Deutsche Bühnet Die Leitung der Ortsgruppe Gießen der „Deutschen Bühne" teilt mit: Da die Mitgliederzahl noch nicht die erwünschte Höhe erreicht hat, fallen aus werbetechnischen Gründen die Vorstellungen der „Deutschen Bühne" in der zweiten und dritten Oktoberwoche aus. Die zweite Pflichtoorstellung der bisherigen Abonnenten findet Donnerstag, 26. Oktober, und Samstag, 28. Oktober, statt. Hinsichtlich der Aufführungstage bestehen noch Zweifel. Donnerstag: ungerade Nummern = blaue Mitgliedskarten, Samstag: gerade Nummern = gelbe Mitgliedskarten. Hessischer Heimatbrmd im „Heichöbund Volkstum und Heimat"' Schon lange bevor man im Reiche an den Zusammenschluß der Volkstumsarbeit herangetreten war, hatte in Hessen Herr Ministerialrat Ringshausen bereits alle Vereinigungen und Einrichtungen, die sich auf die Erforschung und den Schutz Aus der Provinzialhauptstadt. Kunst muß wachsen! Äon Or.-Ing. Erich Hamann, Leipzig. Kunst kann man nicht machen, Kunst muß wachsen. Alle großen Kunstepochen lehren uns dies. Sie sind der Ausdruck einer Volksgesinnung und die Krönung eines emsigen Schaffens eines ehrlichen, kunstfreudigen Handwerks, nicht die Erfindung einer Handvoll Intellektueller. Nur in Verbundenheit mit dem Volke und aus dem Volke heraus kann eine ganz große Kunst erwachsen, aus dem Kunstwillen eines Volkes heraus entstehen die großen Werke seiner Künstler. Diese sind die Interpreten eines Dolkswillens, ihre große und hohe Aufgabe ist es, diesem Streben ihres Volkes FoNn und Ausdruck zu geben. Ist dieses Streben nicht vorhanden, so wird auch ein Volk ganz große Künstler nicht zur Entfaltung kommen lassen. Eines ohne das andere ist nicht denkbar. Aus dem Fehlen dieser Voraussetzungen erklären sich auch die Verirrungen im künstlerischen Schaffen der vergangenen Zeit. Bei der Zerrissenheit unseres Volkes fehlte der Künstlerschaft Die klare Aufgabenstellung und diese suchte, fern vom Volke und von der Mehrzahl dieses Volkes nicht verstanden, das, was nicht wachsen wollte, zu konstruieren. So erfand man, in der zwar richtigen Erkenntnis, daß das Vorhandene von wahrer Kunst noch weit entfernt fei, den „neuen Stil", ohne zu erkennen, daß man nur Äußerlichkeiten änderte, im Grunde aber die alten Fehler, nur in neuem Kleide, wiederholte. Auch einige richtige Jrfenntniffe dieser Zeit ändern an dieser Tatsache nichts. Man hatte in einer fünft« Io en Zeit verlernt, Mode und Modeformen von wahren, tiefen künstlerischen Faktoren zu unterscheiden. Formen und Moden sind zeitgebunden und darum Wandlungen unterworfen, künstlerische Gesetze haben durch alle Jahrhunderte hindurch ihre Geltung behalten. Aber auch Fehler können eine Entwicklung fördern, wenn wir sie nur als solche erkennen und aus ihnen lernen wollen. Wie weit wir heute von künstlerischem Wissen und Verstehen entfernt sind, davon hier nur einige Beispiele: In vollkommener Verkennung von Ursache und Wirkung kreierte man eine internationale Kunst, ohne zu sehen, daß große Werke nicht darum in der Welt Anerkennung finden weil sie international sind, sondern weil ,edes wahre Kunstwerk immer international anerkannt wird. Noch jede Kunstepoche ist national gewesen. I Wir kennen, um nur ein Beispiel zu nennen, in I der Baukunst eine französische, eine englische, eine [ italienische und eine deutsche Gotik, ganz zu schweigen von unserer prächtigen norddeutschen Backsteingotik, die so besonders charakteristisch die Abhängigkeit einer Kunst von völkischen und landschaftlichen Bedingungen zeigt. Wäre, ohne diese Verkennung der wirklich ausschlaggebenden künstlerischen Faktoren, ein solch unsinniger Streit denkbar gewesen, wie ihn die Typographen kämpften, ob Fraktur oder Antiqua ob Antiqua oder Grotesk die Schrift der Zukunft sei? Hätten sie sonst — ebenso wie die Architekten — den gegenstandslosen Kampf um Symmetrie oder 'Asymmetrie gekämpft? Ist der uns heute schon lächerlich erscheinende Kampf der Architekten um das (teile oder flache Dach anders zu erklären? Nur aus dem angeführten Grunde waren solche Kuriosa möglich. Ob Drucksachen in Antiqua oder Fraktur oder Grotesk gesetzt sind, ist nicht maßgebend für ihren künstlerischen Wert, sondern das „Wie" allein entscheidet. Nicht das steile oder flache Dach bestimmt den künstlerischen Wert eines Bauwerkes, es kann in beiden Fallen gut oder schlecht sein, auch hier sind ganz andere Faktoren ausschlaggebend. Im übrigen hat es zu allen Zeiten beide Formen nebeneinander gegeben. Keine Zeit hat, wie die des vergangenen Sozialismus, soviel Individualismus im schlechten Sinne auf künstlerischem Gebiete hervorgebracht. JeDer Künstler war bemüht, nicht etwa nur Gutes, sondern ganz besonders etwas Neues zu schaffen, Neues um jeden Preis, selbst um den Preis des Guten. Erfinden und durch Erfinden berühmt werden. war das Streben. Auf solchen Voraussetzungen kann eine echte Kunst nicht wachsen. Folgendes wird der Weg sein, den wir gehen müssen: Bescheiden werden und in emsigem Studium guter vorhandener Kunstwerke uns wieder ein klares, gesundes künstlerisches Urteil aneignen, das uns heute verloren gegangen ist, sino Das uns allein dazu befähigen kann, wieder wirklich Wert- volles zu schaffen. Dies gilt für das Volk wie für feine Künftlerfchaft. So groß der Wunsch m unserem Volke nach einer echten, reinen Kunst ist, es genügt nicht, auf das Wirken unserer Kunstlerschast allein zu hoffen. Wir alle müssen baran mttarbei- ten, die erforderlichen Voraussetzungen hierfür zu schaffen. Tante Otta. Ein altlivländisches Idyll. Von Siegfried von Vegesack. Tante Olla war wie ein Gewitter, das beständig am Horizont droht. Eigentlich war sie ein Mann, der aus Zerstreutheit Röcke trug. Sie hatte einen Baß, noch tiefer, als der ihres alten Kutschers Jndrik, und einen richtigen Schnurrbart. Groß und breit war sie, wie ein Stier: ging sie durch den Saal, zitterte das Kristall der Kronleuchter, und lachte sie, so flirrten alle Gläser und Fenster. Tante Olla war immer unterwegs: von Verwandten zu Verwandten, kutschierte sich selbst, während der alte Jndrik steif wie eine Pagode hinter ihr saß, und meldete sich niemals an. Hörte man von der Landstraße ihre Glocken, rief gleich alles: „Tante Olla kommt! Tante Olla kommt!" Und sogar der alte Mojahnsche begann nervös auf und ab zu gehen. Und dann kam sie: wie ein Orkan, der alles vor sich herfegt. Nach der Umarmung sank jedesmal die blaffe Tante Melanie auf ein Sofa, und dem kleinen Jochen, der einmal Tante Ollas Hand nicht richtig geküßt hatte, wurde das Näschen so kräftig auf ihren großen Siegelring getupft, daß es noch bis zum Abend ganz platt war. Tante Olla schrieb endlos Briefe, depeschierte, prozeffierte und hielt das ganze Land ständig in Atem und Respekt. Und was sie schrieb, das nahm sie niemals zurück. Als sie einmal auch den alten Mojahnschen mit einem Derben Brief bombardiert hatte, verbot ihr dieser das Haus. Welche Bestürzung, als sie gleich darauf vorgefahren kam! Der Onkel verschwand in fein Arbeitszimmer, sie stürmte hinter ihm her: „Wo ist der Brief? Was hab ich geschrieben? Der Onkel gab ihr den Brief. Im Augenblick war er in tausend Fetzen zerrissen. Und strahlend triumphierte Tante Olla: „Wo ist der Brief? Was hab ich geschrieben?" Und damit war die Sache erledigt. „Ich fahre nächstens im Luftschiff!' verkündete Tante Olla, als die ersten glücklichen Versuche des alten Grafen gemeldet wurden. „Und du fährst mit!" entschied sie über die entsetzte Tante Melanie, die sich umsonst zu wehren suchte: der Heimat, sowie auf die Pflege des Heimat- gedankens beziehen, in feinem großen Hessischen Heimatbund geeint. Jetzt ist eine das gesamte Reick umfassende Organisation, der Reichsbund Volkstum und Heimat" mit dem Sitz in Berlin, eingerichtet worden. Dieser Bund ist der einzige von der Reichsleitung der NSDAP, auf dem Gebiete der Volkstumsarbeit innerhalb der Reichsgrenzen als maßgeblich anerkannte Bund^ Er wird sich aus einzelnen Landschaften aufbauen. Die Art, wie man seither in Hessen heimatkundlich gearbeitet hat, hat darin ihre besondere Anerkennung gefunden, daß der Hessische Heimatbund als organisch gewachsenes Ganzes unter Erhaltung feiner Einzelgliederung reibungslos in den „Reichsbund Volkstum und Heimat" übergeführt worden ist. In diesem wird er von nun an als „Landschaft Rheinfranken-Hesfen" erscheinen. Diese Tatsache wird zur Folge haben, daß dem neuen Bund nun auch die heimatkundlichen Vereine und Einrichtungen der angrenzenden Gebiete (Nassau, Frankfurt ufro.) zugeordnet werden. Herr Ministerialrat R i n g s h a u s e n ist in den Führerrat des Reichsbundes berufen und mit dem Amt des Landschaftsführers Rheinfranken- H e f f e n betraut worden. OberregierungSrch Krug. In diesen Tagen verläßt der Vorsteher des Finanzamts Gießen, Oberregierungsrat Krug, unsere Stadt, um nach Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand zu treten, den er in Darmstadt zu verleben beabsichtigt. Mit ihm verläßt ein Mann unsere Stadt, der immer seiner berufssittlichen Pflicht des „Ich diene" gefolgt ist. Unbeirrt von allen Erschütterungen hat er seines schweren Amtes in den ihm durch Gesetz und Pflicht gezogenen Grenzen als Diener des gesamten Volkes gewaltet. Geachtet und geehrt von der Bevölkerung, deren Sorgen und Nöte er durch . feine Tätigkeit mehr wie irgendein anderer Amtsträger kannte, war er in feiner hingabefreudigen Grundauffassung der Pflichten gegenüber Staat und Volk Leiter des Finanzamtes. Seinen Mitarbeitern war er nicht nur der Vorgesetzte, sondern der Gemeinschaftsgeist im edelsten Sinne wurde von ihm gepflegt. Freuden und Leiden feiner Beamten, Angestellten und Arbeiter waren feine eigenen. So wird der Scheidende auch nach feinem neuen Wohnort das Gefühl der Verbundenheit mit feinen seitherigen Mitarbeitern mitnehmen können. Auch von seiner vorgesetzten Behörde wurde das Wissen und Können dieses Führers, wie aus nachstehenden Daten heroorgeht, schon früh erkannt und gewürdigt. Oberregierungsrat Krug wurde am 26. Oktober 1868 zu Crumstadt (Provinz Starkenburg) geboren. Nach dem Besuch der Universität Gießen trat er im Jahre 1892 als Finanzakzessist bei dem Hessischen Ministerium der Finanzen ein. Sein Assessvrexamen bestand er im Jahre 1896 und war bann als solcher abwechselnd beim Hauptsteueramt Darmstadt, Ministerium der Finanzen, Steuerkommissariat Darmstadt und Gießen beschäftiat. Am 24. April 1907 wurde er zum Steuerkammissär ernannt und als solcher am 18. Mai 1907 zum Vorsteher des Finanzamts Mainz III bestellt. Der Charakter als Finanzrat wurde ihm am 24. November 1909 verliehen. Das bis jetzt von ihm geleitete Finanzamt wurde ihm am 6. Oktober 1919 übers" tragen. Seine Ernennung zum Oberregierungsrat erfolgte am 1. April 1920. Im Frieden genügte Oberregierungsrat Krug feiner Dienstpflicht als Einjährig-Freiwilliger im Infanterie-Regiment 107 in Leipzig, um dann als Leutnant d. R. des 2. Infanterie-Regiments 88 in Mainz feine Friedens- Militärdienstzeit zu beenden. Im Kriege stellte er sich der Heeresverwaltung zur Verfügung und fand als Kompanie-Offizier und später als Adjutant im Landsturm-Jnfanterie-Ersatz-Bataillon Mainz Verwendung. Das Braunhemd darf nicht gepfändet werden! Ist das Braunhemd pfändbar? Diese Frage, die eigentlich kaum aufgeworfen werden dürfte, aber doch bereits praktisch geworden ist, ist, wie Landgerichtsdirektor Stand in der „Preußischen Justiz' hervorhebt, schon nach geltendem Recht unbedenk- „Jm Luftschiff? Warum nicht, mit der Bahn?" „Und zum Nordpol? Geht denn dort eine Bahn?' trumpfte Tante Olla auf. „Zum Nordpol? Hier ist es kalt genug , seufzte Tante Melanie. Als Tante Olla alt und fromm wurde, wollte sie jeden bekehren. Und wenn sie Sonntags dem im Saal versammelten Hofgesinde predigte, dann war die Hölle eine wirkliche Hölle, in der noch richtig geschmort und gezwickt wird, und die Mägde heulten, und die Knechte traten mit den Beinen bald rechts, bald links, und nicht selten fanden sich am Abend vor der Haustür Dinge ein, die im Lauf der Woche verschwunden waren. Als die Revolution kam, blieb Tante Olla ganz allein mit dem alten Jndrik auf ihrem Schloß. „Mögen sie nur kommen, die Halunken!" hatte sie erklärt. Und sie tarnen. Tante Olla faß im Saal und ließ sie eintreten. „Die Mützen herunter!" Und man gehorchte. „Nun? Was wollt ihr?" Der kleine Kruming räusperte sich: „Es sollen hier Waffen fein." „Und da meint ihr, daß ich euch diesen Revolver ohne weiteres herausgeben werde?" Und dabei hob Tante Olla eine ungeheure Reiterpistole aus dem 17. Jahrhundert drohend in die Höhe und hielt sie dem verdatterten Kruming gerade vor die Nase. „Ein Schritt — und ich drücke los!" Da schoben sich die Leute ängstlich zur Tür hinaus. Als Tante Olla starb und beerdigt wurde, gingen die Bauern des ganzen Kirchspiels mit entblößten Häuptern hinter ihrem Sarge her. Und der alte Jndrik sagte: „Eine mächtige Frau. Solche Bäume wachsen nicht mehr." Sochschulnacknchten. Dr. Walther Mitzka, außerplanmäßiger ao. Professor für deutsche Philologie an der Technischen Hochschule in Danzig, ist zum Ordinarius in der Philosophischen Fakultät der Universität Mar« bürg ernannt worden. Der Direktor des pathologisch-hygienischen Instituts in C h e m n i tz , Professor Dr S t a e m m l e r, ist als ordentlicher Professor auf öen neuen Lehr- stuhl für Rassenpflege an der Universität Leipzig berufen worden. Nch zu verneinen. Vie Unpfändbarkett ist zunächst schon aus § 811 Ziffer 1) ZPO. herzuleiten. Es handelt sich — gemeint ist sowohl das braune Ehrenkleid der Parteigenossen, der Amtswalter usw.. als auch die Dienstkleidung der SA. und der SS. um Kleidungsstücke, die für den Bedarf des Schuldners unentbehrlich sind. Ein im Sinne des § 811 Ziffer 4 ZPO. schutzwürdiaer Bedarf liegt vor, da das Braunhemd regelmäßig getragen wird und getragen w-rden muß im Dienst der staatstragenden Bewegung und ihrer SA. und SS. am deutschen Bolk. Die Unpfändbarkeit ließe sich wohl auch durch entsprechende Anwendung des § 811 Ziffer 7) ZPO. begründen, da die gesamten Erwägungen, die für den Pfändungsschutz der von Offizieren, Beamten usw. zur Verwaltung des Dienstes oder Ausübung des Berufs benötigten Gegenstände maßgebend waren, heute auch für die berechtigten Trager des Braunhemdes gelten müssen. Einheitsfront der Kraftfahrer. Durch das Uebereinkommen zwischen dem Nationalsozialistischen Äraftfcchrkorps und dem bisherigen ADAC, wurde, wie gemeldet, „Der Deutsche Automobilclub (DDAC.)" gegründet. Nunmehr hat auch der Automobilclub von Deutschland auf Grund eines Uebereinkommens mit dem NSKK. sich in die Einheitsfront eingegliedert. Lediglich als Stammclub Berlin wird der AoD. entsprechend seiner international anerkannten Stellung erhalten bleiben und vornehmlich die Aufgabe haben, den deutschen Äraftsahrsport auf internationalen Kongressen zu vertreten. Die Nejchsorganisation des AoD. wird aufgelöst. Die Kartellclubs werden ausgefordert, ihre Mitglieder und Organisationen in den DDAC. -u überführen. JtöÖSMp. Gießen. Der nächste Zellenabend der NS.-Frauenschaft Ortsgruppe Ost (Zelle 2) findet am morgigen Mittwoch, 20.30 Uhr, im „Schützcntzaus" statt. Die nächste Zusammenkunft der NS.-orauenschaft Gießen Ost (Zelle 1) findet ebenfalls am morgigen Mittwoch, 20.30 Uhr, bei Böß statt. Die NS.- Frauenschaft Ortsgruppe Mitte (Zelle 11) hält ihren Zellenabend am Donnerstag, 12. Oktober, 20.30 Uhr, in der „Stadt Mainz" ab. AG.-Lehrerbund, Kreis Gießen. Arn morgigen Mittwoch, 17 Uhr, wird in der Goetheschule (Physiksaal) von Pfarrer A. Kaufmann ein Lichtbllder-Vortrag über das „Deutsch, tum im Orient" gehalten. NS-VolkswohlsahrtdesKreisesGießen Am Mittwoch, 11. Oktober, 19.15 Uhr, findet im Cas6 Leib in Gießen, Walltorstraße, ein Amtswalterappell sämtlicher Ortsgruppen-, Orts- aruppenkassen- und Zellenwalter der NSV. statt. In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Tagung haben die Vorgenannten unbedingt zu erscheinen. Heil Hitler! gez. K l ö ß, Kreiswalter der NSV. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 10. Oft. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 20, Römischkohl 10, Bohnön (grün) 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 0,80 bis 1,— Mark, Tomaten 10 bis 12 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Mecrettich 25 bis 60, Schwarzwurzeln 40, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Preißelbeeren, das Pfund 30 Pf., Acpfel 12 bis 18, Birnen 8 bis 12, Zwetschen 6 bis 10, Honig 50, junge Hähne 75, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, das Pfund 40 bis 70, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurkcn 10 bis 25, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 6 bis 10, Lauch 3 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 5 bis 10 Pf. Äornotizcn. — T a g e s k a l e n de r für Dienstag: Stadtcheater, 20 bis 22.30 Uhr, „Wo die Lerche singt". — CafS Leib, 20 Uhr, Bellachini.Gastspiel- abend. — VHC., 20.15 Uhr, Saal der Nervenklinik, Am Steg, Lichtbilderoortrag „Teneriffa". — Frei- willige Sanitätskolonne, 20 Uhr, Sonnenstraße 2, beginn des Ausbildungskurses in der ersten Hilfe- leistuna bei Unglücksfällen. — Lichtspielhaus, Bahn- Hofstraße: „Flucht nach Nizza" mit Georg Alexander und Else Ester. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, zweite Vorstellung im Dienstag-Abonnement Lehärs Meister-Operette. „Wo die Lerche singt". Operettenpreise. Ende 22.30 Uhr. — Mittwoch, 11. Oktober: 2. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement Kleists Freiheitsdrama „Die Hermannsschlacht". Gewöhnliche Preise. Anfang um 19.30 Uhr, Ende gegen 22.15 Uhr. •• Don Thüringen durch Hessen zum Rhein führt der Wanderweg von 250 Kilometer Lange, den jetzt aum fünftenmal eine Gruppe von Mitgliedern des Thüringischen Rennsteig-Vereins zurucklegt. Am 8. Oktober sind die Wanderer am R im berg vorbei nach Alsfeld gelangt und treffen am 10. Oktober in Gießen ein, wo ein empfang mit einem Vortrag von Geheimrat Sommer über Teneriffa im VHC. stattfindet, rann geht der Weg über Hohensolms und Den hessischen Rennweg nach Herborn und weiter zum Rhein bei E n g e r s. Zn Thüringen heißt es: Gut Kunst! ** S t e r n f d) n u p p e n r e q e n. Eine überaus seltene Naturerscheinung konnte gestern abend nach bem Einbruch der Dunkelheit im weiten Rund des nadithdien Himmels wahrend ziemlich langer Zeit bcobattyet werden Taufende von Sternschnuppen blitzten in willkürlicher Folge am ganzen Himmel aus verloschen und neue Slernschnuppenschwärme folgten. Das großartige Naturschauspiel wurde in Stadt und Land viel beobachtet •* „Gymnastik und Tanz" im NSLB Der Leiter der Fachschaft für ©nmnaftif und Tanz im Reichsverdand Deutscher Turn. Sport- und Gymnastiklehrer im Nationalsozialistischen Lehrerbund hat die Gymnastik-Lehrertn Erna Schurn a n n • Gießen, Moltkestraße 2a, zur Ortsgruppen. Iciterin für den Bezirk II Gießen ernannt, grau Schumann ist zur Auskunfterteilung gern bereit •* Die Beiträge zur land- und forst- wirtschaftliche ii Berufsgenossenschaft für 1932 können, wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgebt, bis zum 15. Oktober 1933 noch ohne Zinsen und Kosten an die Stadtkaffe bezahlt werden. •• Dauerndes Ehrenmitglied der Fünfziger - Vereinigungen. Unserem gestrigen Bericht über den Kommers der Fünf- Ziger-verelnlgungen ist nachzutragen, daß Herr Louis Frech im Verlaufe des Abends einstimmig zum dauernden Ehrenmitglied der Fünfziger-Ver- einigungen ernannt wurde. • * Zahlungsanmahnung. Zn einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil werden das Schulgeld für die Studienanstalt (August 1933), die Wohnungsmiete aus städtischen Häusern (August 1933) und die zweite Rate der Hundesteuer angemahnt. Auf die Bekanntmachung sei besonders hin- gewiesen. * • Die Lieferung von 150 Kubikmeter Basalt - Ebaussierungs st einen für das Forstamt Schisfenberg soll vergeben werden. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen. * • Baugeldzuteilung. Die Oeffenlliche Bausparkasse für Hessen (Abteilung der Landeskom- munalbank-Girozentrale für Hessen) in Darmstadt nahm dieser Tage m Anwesenheit einer Anzahl von Bausparern und Vertretern von Sparkassen ihre achte Baugeldzuteilung vor. Ausgelost und zugeteilt wurden diesmal 38 Verträge über 203000 Mark, so daß nunmehr nach vierjährigem Bestehen der Bausparkasse im ganzen 171 Ser- träge mit 913 300 Mark ausgelost sind. Alle deutschen Bausparkassen haben bisher rund 54 Millionen Mark an etwa 8900 Bausparer zugeteilt, ein ansehnlicher Betrag, den die Oeffentlicken Bauspar- lassen in dieser kapitalarmen Zeit damit bisher dem Bau- und Hypothekenmarkt zUaeführt haben. Die nächste Baugeldzuteilung der Oeffentlichcn Bausparkasse für Hessen findet voraussichtlich Anfang April 1934 mit Stichtag 31. März 1934 stall. Zuteilungsberechtigt sind alle Bausparer, deren Verträge spä- testens am 1. Januar 1934 (bei Tarif 18 am 1. De- zember 1933) beginnen und die mit Einzahlungen nicht im Rückstand sind. Friedberg, 9. Okt. Etwa 4000 NSBO.- Mitglieder trafen sich am Sonntag in Friedberg zu einer Fahnenweihe. Zn langem Zuge marschierten sie, nachdem sie auf der Seewiese angetreten waren, durchdie Straßen der festlich geschmückten Stadt zum Wartturm. Nach einigen Musikstücken des Musikkorps 5/222 Butzbach eröffnete der Vertreter der NSBO. Friedberg die Kundgebung, die ein neuer Beweis der Volksgemeinschaft und der Verbundenheit aller Berufsstände sei. Heute stehen Arbeiter der Stirn und der Faust in einer festen, geschlossenen Front als Soldaten der Arbeit. Gerade deshalb schenken sie dem Arbeiterführer ihr Vertrauen, der sie aus Schande und Elend zur Freiheit zurückgefüyrt hat: Adolf Hitler. Mit dieser Kundgebung sei die Weihe der Zellenfahnen aus 16 Orten verbunden. Sodann ergriff Pfarrer Rühl, Reichelsheim das Wort zur Weihe der Fahnen. Er führte aus: Das war vielleicht der schwerste Fluch der vergangenen Zeit, daß sie unser ganzes Leben unter einen falschen, artfremder? Begriff der Arbeit gezwungen hat, daß sie lehrte: Der Sinn der Arbeit ist allein das Geld, das man mit ihr verdient. Damit wurde die Arbeit um ihren Wert betrogen und der Arbeiter um feine Ehre. Kein Volk der Erde hat es wohl so hart eingehämmert bekommen, wie das deutsche, daß Arbeit im Dienst des Geldes Flucharbeit ist. Diese Fahnen aber, die wir heute weihen, wollen Führer sein auf einem neuen Weg. Arbeit ist mehr als Geldoerdienen, Arbeit ist Ruf, Dienst und Werk Gottes, des Ewigen selber. Mit der Schippe und mit dem Hammer und an der Schreibmaschine — immer ist Arbeit Dienst Gottes. Arbeiten heißt wirken die Werke des, der uns ins Leben gerufen hat. Der Weg aber, auf dem diese Zohne führen soll, läßt sich kennzeichnen mit zwei Worten. Er heißt: „Fort vom Mammon, hin zu Gott!" Mit diesen Worten weihte der Geistliche die Fahnen zum Kampf um des deutschen Arbeiters Ehre. Nach einem Gebet spielte die Musik das alte I Bitt» und Danklied „Wir treten zum Beten..| Darauf nahm der Bezirksleiter vom Deutschen Arbeiteroerband der öffentlichen Betriebe, pg. Göbel, MdL. das Wort. Noch vor Jahresfrist war es, so führte er u. a. aus, schier unmöglich, in Orten oorzustoßen, die heute unter dem Zeichen des Hakenkreuzes stehen. Heute ist es wahr geworden: „Bald flattern Hitler-Fahnen über allen Straßen ...". Wir wollen daran denken, daß wir nicht deshalb gekämpft haben, sondern dafür, daß Deutschland groß und stark werden soll. Unsere Macht soll genützt werden, um das wieder gutzumachen, was in vergangenen Jahrzehnten am deutschen Volke gesündigt wurde. Die Rückkehr eines Fürsten bedeutet heute nichts mehr, aber die Rückkehr von Millionen deutscher Arbeiter m die Arme des Vaterlandes ist das Fanal zur Freiheit. Darum ging unser Kamp den letzten deutschen Volksgenossen einzugliedern in die deutsche Volksgemeinschaft. Adolf Hitler hat den Arbeitern wieder Arbeit und Brot gegeben Der Arbeiter hat es heute nicht mehr nötig Wohl- fahrtspsenmae anzunehmen, und ehe vier Jahre vergangen sein werden, wird es in Deutschland keinen Arbeitslosen mehr geben. Unsere Aufgabe und Verpflichtung für die Zukunft besteht darin, das vom Führer begonnene Werk zu unterstützen und ihm die Möglichkeit zu geben, es fortzusetzen. Alle persönlichen Jnteresten sind in den Hintergrund zu stellen. Wenn wir dies tun, dann haben wir die Idee des nationalen Sozialismus begriffen. Dieses große Werk wird aber nur vollendet werden können, wenn alle zusammenstehen und den Klassenkampfgedanken restlos begraben. Keiner wird ein Recht beanspruchen können, der nicht restlos seine Pflicht erfüllt hat. Der Redner schloß mit den Worten: „Ewig der Knechtschaft ein Ende, heilig die letzte Schlacht". Pg. Ertel (Friedberg) schloß die Kundgebung. Die gewaltige Menschenmenge fang zum Schluß bas Horst-Wessel-Lied. Darauf marschierte ber ganze Zug nochmals burch bie Stadt zur Burg, wo er sich auflöste. ASSO-Treffen des Kreises Znedberg. Reisezuschuß verteilt werden. Die noch vorhanden«, 18 Chöre mit Orchesterstimmen, die Sunbeseige* tum sind, wurden unter die Vereine verlost. Der Abschluß. Sangesbruder Zöckel (Grünberg) betonte In feinem Schlußwort: „Der Geist lebt weiter. Auf 'rohes Wiedersehen im nächsten Jahr in Grünberg!" Bundesvorsitzender ® eng nagel gab der Hoffnung Ausdruck, daß das mit der Auflösung gebrachte Opfer zum Wohle des Vaterlandes und des deutschen Liedes dienen möge. Er schloß seine Ansprache mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Wahrer und Reichskanzler Hitler, in das die Versammlung begeistert einftimmk, worauf an- schließend die erste Strophe des Deutschland-Liedes folgte- Als Ausklang und Abschied fangen die «anger das Motto des Bundes: „Es ist das 2ij> ein Kamerad auf deutschen Mannes Lebenspfad." Die letzten 21 Vereine. Don Interesse dürfte es noch fein, die 21 Ber- eine, die bis zuletzt zum Lahntalsängerbund zählten, hier aufzusuhren: Männergesangverein Braunfels, Orpheus Butzbach, ^Frohsinn Bad-Nauheim, Sieber- Frohsinn Gießen, Harmonie Ge- mutlichkeit Gießen, Quartettverein Gießen: Genna- ma Großen-Bufeck, Männerchor Grünberg, Frauenlob Homberg (Ohm), Eintracht Hungen, Gesangverein 1838 Kirchhain, Frohsinn Lang-Göns, Eäcilia Lich, Rothscher Männerchor Lich, Sängervereinigung Lollar, Frohsinn Londorf, Liedertafel Mar- bürg, Eintracht Steinberg bei Gießen, Germania Watzenborn-Steinberg, Erkscher Männergefangver- ein Wetzlar. Der Bundesvorstand hatte zuletzt folgende Zusammensetzung: Führer, Berufsschullehrer (Bengnagel (Grünberg), Stell- Vertreter und Schriftführer: Rüdiger (Wetzlar), Rechner: Becker (Londorf), Beisitzer: Schmidt (Lich), Bundeschormeister: Kasten (Gießen). Durch den denkwürdigen Sängertag in Grünberg geht ein Sängerbund auseinander, besten Sangeskultur auf hoher Stufe stand, der aber auch auf eine reiche Geschichte zurückblicken kann und eine große Zahl alter Gesangvereine in sich vereinigte. Dies beweisen die in den nächsten Jahren ftattfinbenben 100jährigen Jubiläen folgender Bundesvereine: 1934 Grünberg, 1936 Hun- gen, 1938 Butzbach, Kirchhain, Lich (Cäcilia), 1941 Wetzlar und 1947 Dillenburg. 3um Tode verurteilt. WSN. M a i n a, 9. Okt. Das Schwurgericht ber Provinz Rheinhessen verurteilte heute den 26 Jahre alten Melker Leo Buchholz aus Ruthenberg (Kreis Schlochau in Ostpreußen) wegen Mordes zum Tode. Buchholz hatte am 12. Mai d. I. in Eimsheim» (Rheinhessen) seine Geliebte, das 22 Jahre alte Dienstmädchen Elisabeth Rauschkolb, in der Küche ihrer Dienstherrschaft durch zwei Revolverschüsse getötet. Buchholz hatte sich nach der Tat durch vier Revoloerschüsse schwer verletzt, konnte aber dem Leben erhalten bleiben. Letzter Söngeriag des Lahnialsängerbiindes. CO Grünberg, 9. Okt. Am gestrigen Sonntag hatten sich die Vertreter von 19 Bundesvereinen — Zwei fehlten entschuldigt — zum letzten San- gertag des Lahntalsängerbundes im Gasthaus ,Lum Rappen" hier eingefunden. Als Motto sangen die Vertreter zur Eröffnung „Einig im Lied, treu im Gemüt", worauf der Männerchor Grünberg den Chor „D Schutzgeist alles schönen" oortrug. Uhrmachermeister R. Jockel entbot für den Grunberger Verein den Vertretern herzliche Begrüßungsworte. Er wies auf den guten Geist, die vorbildliche Organisation und die hohe Sangeskultur im Bunde hin und bat, diesen Geist auch in die neuen Gaue mit hinüberzunehmen. Ernst und der Bedeutung der Stunde angemessen waren dann die Eröffnungsworte des Bundeövotsihenden/Berufsschullehrers Gengnagel, Grünberg Es gelte, dem Vaterlands und dem deutschen Liede einen Dienst zu erweisen, wenn man durch Auslosung des Bundes die vorgesehene Neueinteilung ermögliche. Nach Verlesung eines Schreibens des mit öcr Durchführung der Neuorganisation Beauftragten, Herrn Wendler (Bad-Nauheim), kann an einem Orte von jetzt ab nur noch ein Gau vertreten fein, da die (Baue künftig nach geographischen Ge- sichlspunkten gebildet sind. Das bedeutet für den Lahntalsängerbund die Auflösung und die Ueberfüh- rung der Bundesvereine in die (Baue, in deren Gebiet sie liegen. Der Bundesvorstand hat sich alsbald nach Eingang dieses Schreibens mit dieser Sachlage befaßt und war sich darin einig, im Interesse der Organisation die freiwillige Auflösung des Lundes ZU beschließen. Er schlägt weiter vor, vom vorhandenen Bundesvermögen 100 Mark für die Opfer ber nationalen Arbeit, ferner 100 Mark für bie NS- Volkswohlfahrt zu überweisen, während der Rest den oangern ber Bundesvereine, die 1934 am lOOiähri- gen Jubiläum des Männerchors (Brünberq teil- nehmen, als Reisezuschuß zukommen soll. Die dann vom Bundesvorstand eingebrachte Ent- Ich lie Buna über die Auflösung hat folgenden 8 DMohir l' » U) A A Ö» O1 oi - Ä 07(0' t ä I oa» | w tooi u 1 1 1 1 w 1 1 3 w Ä | 87 99,9 86,9 76,5 11,25 85,25 84,75 75,75 86 85,5 87 44 5,2 5,1 2,8 4,2 2,4 25,25 9,75 10,13 39,65 83,5 41,5 42,5 35 141 17,5 114,5 70 88,5 41,5 70,5 88 139 114,5 63 94,9 45,25 79,5 122 90,9 50,5 50,5 5,2 2,8 4,2 2,4 24,65 9,5 9,9 41,5 42,5 34,75 140 17,25 113,5 68 87,65 41 70 75 87,25 137 63,5 94,4 45 80 122,75 92,5 50 50 2,85 4,25 2,4 25,25 9,75 23,5 17,5 10,13 39,25 84,25 41,75 42,5 35 140,5 17,9 113,65 70,25 88,5 41,13 71,4 75 87,65 138 115,25 63,75 95,25 45 79,25 52,5 123 90,75 50,5 50,5 5,2 2,35 24'7 9,5 17 9,75 39,5 83,5 41,5 43,5 34,75 141 17,5 113,65 67,5 70,75 86,75 136,75 114,75 64 94,75 45,25 80 51,25 120 92 50 49,75 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 »4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 t% Rumänische vereinh. Rente .. »4^. Anatolier ............... DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hell. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ )amdurg-Amertka-Paket ..... 0 -amburg-SUdam. Dampfschiff. 0 -ansa-Dampfschtss...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 Sl.G. für Verkehrswesen Akt. ,. 0 Scrliner HandelSgesellschast ... 4 Tommerz- und Prlvat«Bant ... 0 Deutsche Bank und DiSconto« Geselllchasl................0 Dresdner Bank.............. 0 NeichSbank .............. 12 ll.E.G......................0 Bekula.....................0 Elektr. LleferungSgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............. 6 gelten & Guilleaume.........0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckerl L To...............6 Siemens L Halske............ 7 Lahmeoer L Co............. 10 Buderus ................... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 öelsenktrchener.............. 0 -arpener...................0 -oesch Elfen—Köln»Reuellen .. o Ule Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........8 Uöcknerwerke ...............0 -RanneSmann-Röhrru...... 0 6% Hell.' Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6'4% Hell. Lander-Hypotheken- bank Darmstadt Lioui......... vberhellen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelabl. An- leige Serie 1 mit AuSlos.-Rech' i 6% ehern. 8% Franks. Hyv.-Bu.ck Goldpse. 16 unkündbar bi» 1935 «% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bi» 1936 6J4% ehem. 44% Franks. Hyp.- 64% ehem. 44% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsan» odefanRaU, Pfandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsan d- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. *% vesterretchilche Goldrente... - 4,20% Oesterreichische Silberrente <% Ungarische StoatSrente v. 1910 44% delgl. von 1918.......... 6% äbgestl Goldmexikaner von 99 4% DürNsche Zollanleihe von 1911 Serie l’ Bagdadbahn.Anleihe Franlturi a. M. Berlin Schluß« kur» Schlußk. Abend« börsc Schluß« lurd Schlußk. Minag« böste Datum 7.10. 9.10. 7.10. 9-10. ManSselder Bergbau....... . 0 22,65 22,25 22,4 — KokSwerke ................ . 0 — — 66 65,75 Phonir Bergbau........... . 0 11,75 30,5 31,25 31 Rheinische Braunkohlen .... 10 — 180 180,5 — Rhetnstahl ................ . 0 74 73,5 74 73,25 Vereinigte Stahlwerke...... . 0 31,65 31 30,65 30,5 Olavi Minen ............. . 0 11 11 10,75 10,5 Kaliwerke Aschersleben...... . d 111 110 Kaliwerke Westeregeln...... . 6 111,5 110 —— Kaliwerke Salzdetfurth ..... iy» 160 158,25 — I. G. Farben-Jndustne..... . 7 116,5 115,5 116,4 115,25 Schetd'eanstcüt............. . 9 170,4 170,25 — — Goldschmidt .............. . 0 38,5 39 39 39,25 RülgerSwerke............. . 0 45,65 45 45,25 45 Melallgeiellschaft........... . 0 52 52,5 52 — Philipp Holzmann ......... .. 0 57,65 71,5 56 58 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 71 - — — Schultheis Patzenhoser ..... .. 0 88 89,5 Atu (billgemeine Kunstseide) .. 0 29,25 29 30 29 Bemberg................. .. 0 37,5 37,25 37 37 Zellstoss Waldhos.......... .. 0 30,5 30,5 30,75 30.25 Zellstoss Aschaffenburg ..... .. 0 20 19,5 19,9 18,5 Dessauer GaS ............. .. 7 — — 97,5 96,25 Daimler Motoren.......... .. 0 24 23,25 24 22,75 Deutsche Linoleum......... .. 0 37,4 38,5 37,75 38,25 Orenstetn & koppel........ .. 0 — — 27,5 26,5 Leonhard Tietz ............ .. 0 16,75 15,75 16 15,75 khade.................... ..10 160 160 157,5 160 AecumuIatorcn.Fabcik...... .. 0 161,25 — 162,25 — Tonti-Gummi............. .. 0 130,25 130 129,5 ■ ■ , Grttzner.................. .. o 13,5 55 13J> 13,2_5 14,25 Malnkrastwerke Höchst 6.SJL. .. v 160,5 160,5 1 160 160 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 7.Oktober 9.Oktober Amtliche Notierung Amtliche .Notierung Geld | Srie1 Geld Brie HelstngforS.. 5,734 5,746 5,749 5,761 48,05 48,15 43,05 48 1.6 12,43 12.45 12.43 12 45 Budapest ... Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,28 169,62 169,28 169,62 Oslo....... 65,23 65.18 Kopenhagen. 57,99 58,11 58,09 58 21 Stockholm... 66,98 67,12 67,08 67,22 London ..... 12,98 13,02 13,005 13,045 Buenos Aires 0,963 0,967 0,963 0,967 Reuyori.... 2,757 2,763 2,787 2.793 Brüssel..... 58,44 • 58,56 58,46 58,58 Italien..... 22,04 22,08 22,03 22,07 Poris...... 16,42 16 42 16 46 Schweiz .... 81,27 81,43 81,27 81,43 Spanien.... 35,06 35,14 35,06 35,14 Danzig..... 81,62 81,78 81,62 81,78 Japan ...... 0,766 0,768 0,768 0,770 Rio de Ian. . 0,227 0,229 0,227 0,229 Jugoslawien. 5,295 5,305 5,295 5,305 Lissabon.... 12,69 12,71 12,69 12,71 Bantnoten. Berlin, g.Oktober Selb Bries-- Amerikanische Noten.............. 2,74 2,76 Belgische Noten.................. 58,30 58,54 Dänische Noten ................. 57,83 58,07 Englische Noten ................. 12,965 13,025 Französisch» Noten............... 16,38 16,44 Holländische Noten............... 168,86 169,54 Italienische Noten................ 21,91 21,99 Norwegische Noten .............. 65,22 65,48 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — — Rumänische Noten.............. —- — Schwedische Noten............... 66,92 67,18 81,09 81,41 34,93 35,07 Oberhessen I. schäfer silbernen ft tut vn»# jgurä bas mangel )u .ituürönung» W»J, ukffi. I für Ur. 52 bett.: die Gießen, den 10. Oktober 1933 6250 D Die Reize des Herbstes Carl Nowack Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten! 6249 D Carl Heinz Schlüter Im 64 Lebensjahr. ule trauernden Hinterbliebenen. Daubringen. den 9. Oktober 1933. '247 0 fltitge schult Vir ('eint 821 «d digen fi den ist. sind fast noch größer als die des Sommers. Prachtvolle Photos kön- nen Sie machen, wenn der Bauer das Stoppelfeld pflügt - bei der Obsternte - in der bunten herbstlichen Natur. Jeder Photo-Amateur findet Motive in Hülle und Fülle - und keine alltäglichen! Nehmen Sie aber für das Herbst- licht die empfindlicheren Pan- Platten und Pan-Filme von Wir beklagen tief das unerwartete Hinscheiden unseres Chefs und des Mitinhabers der Firma Für das Modewarenhaus Carl Nowack und sämtliche Angestellte: In tiefstem Schmerz im Namen aller Angehörigem Emmy Nowack, geb. Schmidt Tie . gelten bi Ordnung Aelann/n .un6 Sutfit Kinach ö genannien Unsere 'Aarmitdöi °ulgrhoben Taitnst Die Beerdigung findet in aller Stille statt — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen Aetr.: Z fül . ®ciien uchen Ve Umleii Tie ai hiebet Bl Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 11. Oktober, nachmittags 4 Uhr. Empfehlungen) fjimöeeiltföiKijet „Wen" BlQieultauöen febr vreiswert Siötieenülaujen vikiert, in fedj? Sotten, lOOStiuf Mk. 3.- cmofieblt zur jetzig. Pffanzzeit Sötluetel Dönges Wichen omm Marburg 2trabe67 ————— Statt besonderer Anzeige Mein innigstgeliebter Mann, mein treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Vetter und Onkel ■*£57®1 hmierbrenner (i^uhttittofen) ohne Handbedienung,fall neu, abfol. schlacken- frei, Anbeizen nur einmal i. Jahr, auch fürDerkstattfebrge- eignet, wegen Zen- trnlbcHung für nur 120RM^zu verkauf. A. Weber m*«i Kirchenvlatz 23,1. r. VQUj ’« Hi Sriffie 3lf(Qe uno Slfitrilets Mittwoch, Donnerstag und Freitag billiget Bertanf ju Betbepreifen! Beachten Sie morgen Len Preis- ausbang und meine Svezial-Fisch- ausstellung omm Richard Grünewald Bahnhofftr. 27, Fernfvrecher 3631 h Air m Knuten i *6(11, Carl Nowack ist am 9. Oktober 1933, vormittags 11 Uhr, unerwartet von uns gegangen »258® „»-'S» *ra, Msrnerv OeffeniUche Mahnung. Die Beiträge aur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für 1932 können bis zum 15. Oktober 1933 noch ohne Zinsen und Kosten an die Stadtkasse bezahlt werden. 6257C Für Höhlungen nach dem 15. Oktober 1933 sind außer 6 d. j). Zinsen pro Jahr und den Kosten noch 3 v. H. Zuschlag für Hebgebühren zu entrichten. Gießen, den 9. Oktober 1933. Stadtkasse Gießen. Lieferung oon 150 cbm Balalf-Cßauffierungsftrincn einschließlich Anfuhr mit Fuhrwerk und Aufsetzen an der Verwendungsstelle (west- lichcr Teil der Theerofenschneise). Schrift- bche Angebote bis zum Montag, dem lv. Oktober, vormittags 9 Uhr, aus unterzeichnetem Amt. 6256V Gießen (Stephanstr. 4), 9. Oktober 1933. Hessisches Forstamt Tchifsenberg. I.D.: d. Gall. verkaufe billig: Tafelfervice.karnvl., bondgemaltes Tee- fervice, Glasferviee, Teewagen,Original ruffncherSamawar, bandgekn. 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Heute feierte der hiesige evangelisch - kirchliche Frauenverein in größerem Rahmen sein 25jähriges Beste- h e n. In dem F e ft g o 11 e s b i e n ft e in der herrlich ausgeschmückten Kirche zu Kirchberg predigte Pfarrer Lenz (Gießen) über den Sonntag und die Frau als die Priesterin im Vorhof des Himmels an Hand von Pkalm 84. Der Frauenchor des Männer- turn- und Gesangvereins Lollar ißeitung Lehrer Eberle) verschönte die Wechestunde mit zwei Liedern. Der Gottesdienst war oon den vier übrigen Vereinen des Kirchspiels mit mehr als 500 Frauen besucht. Der Geistliche verlas ein Glückwunschschreiben des leider am Kommen dienstlich verhinderten Superintendenten v. W a g n e r. Die festliche Nachfeier fand im großen, überaus schön geschmückten „ßinben"-Saale zu Lollar statt. Etwa 300 Personen, Mitglieder des Vereins, die Vertretung der hiesigen deutschen Frauenschaft, mit der der Verein im besten Einvernehmen steht, die Vorstände der vier Schwestemvereine des Kirch- spiels, und die Vorsitzende des Verbandes, Frau Heräus und die Kreisvorsitzende, Frau Kreu- der (Gießen), nahmen teil. Die Vorsitzende, Frau Dekan Gußmann, begrüßte und eröffnete die Versammlung. Frau Frieda Schwalm trua ein Begrüßungsgedicht vor. Der Schriftführer, Dekan G u ß m a n n , verlas ein größeres, oon Frau Kale t s ch verfaßtes Gedicht und überreichte im Anschluß daran elf Frauen, die dem Verein von Anfang an 25 Jahre angehören, ein sinniges Andenken. Die Führerin des Verbandes, Frau Heräus (Offenbach a. M.), beglückwünschte den Verein und machte längere, wichtige Ausführungen über die in Zukunft zu gestaltende Arbeit zum Besten oon Kirche und Volk. Nach der ftaffeepaufe führten 12 Mädchen ein Stück „Deutschland über alles'7 auf. Im Mittel- punkt steht Germania (Frl. Ottilie Klippel), umgeben von ihren Kindern, den deutschen Bundes- ftaalen und Kolonien. Der zweite Aufzug zeigt trauern!) den tiefen Fall des Vaterlandes nach dem ver- Oeffenfliche Bahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 17. Oktober 1933 ein- schließlich gemahnt: 6244C Schulgeld für die Hessische Studien- anstatt für August 1933, Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für August 1933, Hundesteuer 1933, 2. Rate. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Bei den Steuerzahlungen werden die vorgeschriebenen Verzugszinsen erhoben. Gießen, den 9. Oktober 1933. Stadtkasse Gießen. Denn am 12. Oktober beginnen untere neuen Lehrgänge Vogtsche Privat-Handelsschulen Sieben und Herborn Direktion: Sieben, GoethestraBe 32 Ruf 2484 --- Sparkonto mit Dob. Kennziffer abzugeb. sow. Bau- olay m.angel. Gart, am Prosefioreneck zu oerkausen.