1 waren LUnenlid)ieh n »“•JAB*** ^Manien °ö!.bch°e,;, kndbörse freundlich. , 9. Aug. Die fettere 6röff< mochte an der heutige Höftsbelebung hrrvvrzun- freundliche Stimmung drS 'n. Orders lagen kaum Dor. ■lt lief) referiert. Sovcit anbefamen, lagen fie auf luffes gut behauptet, artt Ian \efyt V\W inti :ung. Äiah^v.re n-2ond it tnapp tzehatten. spät! \gen und deutsche Anlc> sMus) unverändert. 11. n 20, Attbesih 77,75, W ill 6,88, dieselben von 1913 iant 151,50, Buderus 70,50. liannesmann 60,75, Ahew' in 36,50, MS. 20. Conti 'anstatt 173,50, IS-'F-K" aietallgesellschast 52,50 Sn- ,hn-BA. 99,50, Hapag 13Ä 13,75. t Getreidebörse. 7 9 Aug. Das TeM öligen Getreidebörse W ich nur aus kleinste Nto. m keine Anregung °usg J h allgemein verstärkt, m. n Die Preisbildung w), hiervon Produktionsmit- Wh Son|umgiiter 112,2 r9”6erungbeiStol. « 21®. für Bergbau, Blei. Stolberg und in Westfalen, einer leichten Erhöhung der fast von 2650 Mann Ende mehrt weiden, nachdem von s 513 Mann neu eingestellt rle" sind. d>e W j wenn an- 'NZ oder B Gesetzes '.tnstiikung iffJM« 'ebsinhober fi* ? 1U5‘ ■«*■?&*& in Xohtfunj Znf »’N« 6,156 <7.55 12,U 3,053 171 : 70,07 62,26 71,87 13.945 0,932 3,103 51.71 22,12 16.« 81,39 35-19 81,89 0,8« 0,246 ,205 12,69 3,053 170.17 LZ ..... LL «t 0,932 3118 58.76 22,13 16,435 BL« 35,04 81,83 0,841 0,246 5,205 12,69 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrist 20 mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn. zeigcnteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Erlchetnt täglich, autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustrierte (Biefeener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» tnonatS’Bejngsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. MM General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: zranNun om lNam 11686. Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch-. und Stcinöniderei H. Lange in Sietzen. Schristlettung und Seschäftsftelle: Schlllsttatze 7. Nr. 185 Erstes Blatt . . 183. Jahrgang Donnerstag, 10. August 1933 Gießener Anzeiger Wettere Fortschritte im Kamps gegen die Arbeitslosigkeit. Heber 2 Millionen Arbeitslose wieder in Arbeit gekommen. B e r 11 n , 9. Aug. (WTB.) lieber die Arbeitsmark t l aa e Ende Juli wird berichtet: Di« Zahl der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen sank um rund 358 OOO auf 4 468 500 am 31. 3uli 1933. Sie Zchl der Arbeitslosen liegt damit um rund 1,6 Mill, unter dem Höchststand des Jahres, wie er bei dem Amtsantritt des Reichskanzlers Adolf Hitler zu verzeichnen war. Hinzu kommt, daß die Zahl der unsichtbar Erwerbslosen außerordentlich stark zurückgegangen ist. Die Gesamtzahl der seit dem 30. Januar in Arbeit gekommenen Personen übersteigt danach tatsächlich bereits die Zwei-TNillionen- Grenze. Dieses erhebliche Absinken der Arbeitslosenzahl ist jedoch nicht in vollem Umfange auf eine arbeitsmarktliche Besserung zurückzufuhren, vielmehr sind die Arbeitsdienstwilligen nach dem Umbau des Arbeitsdienstes erstmalig nicht mehr in die Zahl der Arbeitslosen einbezogen worden, während sie bisher als Arbeitslose gezählt wurden, soweit sie ein Arbeitsgesuch beim Arbeitsamt gestellt hatten (rund 150 OOO). Andererseits sind aus dem Kreis der „unsichtbaren Arbeitslosigkeit" insbesondere infolge der Sonderaktion für Angehörige der nationalen Wehrverbände, eine größere Zahl Arbeitsloser zu den Arbeitsämtern zurück- aekehrt, um sich wegen der gestiegenen Bermitt- lungsaussichten eintragen zu lassen, wodurch das statistisch erfaßte Angebot an Arbeitskräften erhöht worden ist. Einen umfassenden Ueberblick über die Entwicklung in den einzelnen Bezirken geben die auf 1OOO Einwohner bezogenen Zahlen der Arbeitslosen. Zur Zeit des Höchststandes Ende Jcbruar entfielen im Reiche noch 96,2 Arbeitslose auf 1000 Einwohner, am 31. Juli 1933 hingegen nur noch 71,6. Die Abweichungen von diesem Reichsdurchschnitt sind jur die einzelnen Landesarbeitsamtsbezirke beträchtlich und zeigen wie außerordentlich verschieden das Problem der Arbeitslosigkeit im Reiche liegt. 21m höchsten über dem Reichsdurchschnitt liegen die dicht besiedelten und hochindustrialisierten Bezirke Sachsen und Brandenburg (Sachsen noch immer 111,0 gegen 143,2 Ende Februar, Brandenburg 102,2 gegen 127,3 Ende Februar). Am tiefsten unter dem Reichsdurchschnitt liegt -Ostpreußen: hier entfallen nur noch 12,7 Arbeitslose gegen 58,1 Ende Februar auf 1000 Einwohner. Für Pommern beträgt die Anteilszahl 37,6 (gegen 72,1) und auch Sayern und Südmestdeutschland liegen mit 49,7 (gegen 69,5) und 46,8 (gegen 63,1) erheblich unter dem Reichsdurchschnitt. Die Fortschritte im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sind, wie aus diesen Zahlen ersichtlich ist, allenthalben beträchtlich. 3m Zusammenhang mit der Entwicklung am Ar- beitsrnarkt sind die Unterftütztenzahlen nicht unerheblich zurückgegangen. In der Arbeitsloscnoersiche- rung wurden am 31. Juli rund 394 000 Unterstützungsempfänger gezählt nach einem Rückgang um r u n d 1 2 O 0 0. In der Krisenfürsorge wurden mm gleichen Stichtage 1 252 000 Arbeitslose betreut, t» h. rund 3 9 0 0 0 weniger als am 15. Juli. In beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen wurden am 31. Juli 1 646 000 Arbeitslose unterstützt, denen zum gleichen Zeitpunkt 1754 000 arbeitslose Wohlfahrtserwerbslose gegenüberstanden. Aus Mitteln der Arbeitslosenhilfe wurden weiter Aufwendungen gemacht für 265 000 im Arbeitsdienst Beschäftigte, ca. 125 000 Notstandsarbeiter und 70 000 Fürsorgearbeiter. Sämtliche Berufsgruppen weisen eine arbeits« marktliche E n t l a st u n g auf. Arbeit und Brot! Berlin, 9. Aug. (ERB.) Zu der weiteren Abnahme der Arbeitslosenziffern schreibt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz: „Wieder ist die Arbeitslosigkeit ein gutes Stück zurückgeschlagen worden. Im Zeichen ber Arbeitsschlacht Adolf Hitlers sind wiederum in« n-rhalb von 14 Tagen h u n d e r t t a u s e n d e deutscher schaffender Menschen neu in den Arbeitsprozeß eingegliedert worden, 'nirgends zeigt sich die Kraft des durch die national- irpalistische Revolution neu gestalteten deutschen Staates stärker als in diesem siegreichen Ringen gegen die Not, durch die Deutschland an b-tn Rand des Abgrundes getrieben war, und der es nun in hartem Kampf den Weg zu einer frohen Zukunft wieder abringt. Nach sechs Monaten bereits hct Adolf Hitler den Feind Arbeitslofig- krit zum Weichen gebracht und mit zäher Energie, mit weitschauendem Blick ist er daran, ihn 3U zermürben und ihm zuletzt den Todesstoß zu versehen. Im deutschen Volke aber lebt ein neuer Glaube, eine neue Hoffnung, aus der die Kraft zum Wiederaufstieg sich entwickelt „Arbeit und &rot", der Kampfruf des Nationalsozialismus sicht heute als Wahrzeichen über dem zu neuem Leben erwachten Volk." Einstellung von Arbeitslosen anstatt Lleberstunden. D a r m st a d t, 9. Aug. (WSN.) Die hessische StaatspreffefteUe gibt die nachstehende Lersügung der Ministerialabteilung III bekannt^ Die Durchführung des Reichsarbeitsbeschaffungsprogramms und die Unterbringung der großen Zahl der Erwerbslosen machen es unbedingt notwendig, daß über die durch die CB ererb n u n g über die Arbeitszeit in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. April 1927 für die regelmäßige Arbeitszeit fest gelegten Grenzen im allgemeinen nicht hin- ausgegangen wird. Wir sehen uns bei der ungeheueren Rot zahlreicher Volksgenossen daher veranlaßt, erneut darauf hinzuweisen, daß von den Gewerbeaufsichtsbeamten und den Bergaufsichtsbeamten üeberarfoeit auf Grund der §§ 6 und 9 der Arbeitszeitverordnung nur im äußersten Falle der unbedingten Rotwendigkeit genehmigt werden darf. Es ist in jedem Einzelfall strengstens zu prüfen, ob nicht die ^Überarbeit durch geeignete Maßnahmen, insbesondere aber durch die Einstellung von Arbeitslosen vermieden werden kann. 3m übrigen müssen aber auch die Voraussetzungen für die Lieberarbeitsgenehmigung, wie sie die Arbeitszeitverordnung und die von dem Herrn Reichsarbeitsminister hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen vorschreiben, gewissenhaft beachtet und Lieberarbeit nur dann genehmigt werden, wenn auch diese Voraussetzungen unzweifelhaft erfüllt sind. Wir machen Ihnen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften wiederholt nachdrücklichst zur strengsten Pflicht und weisen gleichzeitig darauf hin, daß uns nach bereits früher ergangenen Ausschreiben von allen Lieberarbeitsgenehmigungen und der dabei gestellten Bedingungen eine Abschrift einzusenden ist. Beratungen der hessischen Arbeitsamtsleiter Darmstadt, 9. Aug. (WSN.) Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: 21m Donnerstag, 3. August, fand eine Besprechung mit sämtlichen Vorsitzenden der Arbeitsämter des Landesarbeitsamts Hessen unter dem Vorsitz des amtierenden Präsidenten, Oberregierungsrat Kühne, über Fragen der Arbeitsbeschaffung statt. Die Vorsitzenden berichteten darüber, wie bereits von ihnen in den einzelnen Bezirken die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Angriff genommen worden sei. Es ergaben sich daraus wertvolle Anregungen. Der Präsident gab in längeren Ausführungen bekannt, in welcher Weise die Arbeitsämter sowohl bei der privaten, wie bei der öffentlichen Arbeits- beschaffung mitzuwirken haben. Bezüglich der Mit- Wirkung bei der privaten Arbeitsbeschaffung wies er u. a. besonders auf sein Ucbereintommcn mit dem Treuhänder der Arbeit hin, für jeden Arbeits- amtsdezirk eine Kommission von maß- gebenden Vertretern der Wirtschaft einzusetzen, um so den Arbeitsämtern die Möglichkeit zu geben, bei der Erfassung der Doppelverdiener und der Gewinnung zusätzlicher Arbeitsplätze besser an die Betriebe heranzukommen, andererseits aber durch diese Verbindung mit der Wirtschaft zu vermeiden, daß von den Betrieben Unmögliches verlangt wird. Das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 und alle bereits ergangenen Ausführungsbestimmungen, insbesondere die jetzt bekanntgegebenen umfangreichen Bestimmungen der Hauptstelle der Reichsanstalt über die Tätigkeit der Landesarbeitsämter und 2lrbeitsämter bei der Durchführung des neuen Arbeitsbeschaffungsprogramms wurden mit den Vorsitzenden der Arbeitsämter eingehend besprochen. RSBO.-Mitglieder und Deutsche Arbeitsfront. Berlin, 9. August. lVDZ.) Der Organisationsleiter der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront Pg. M u ch o w hat, wie das VDZ.-Büro melbet, eine Anweisung verfügt, wonach die Verpflichtung besteht, daß auch sämtliche NSBO.- Mitglieder Mitglieder der entsprechenden Arbeiter- und Ange st eilten- verbände der Deutschen 2lrbeitsfront sein müssen. Das nationalsozialistische Deutschland kenne in Zukunft keine unorganisierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr. Die gegebene Organisation hierfür sei die Deutsche Arbeitsfront. Daher haben nach und nach alle NSBO. - Mitglieder ihre Mitgliedschaft bei den entsprechenden Arbeiter- und Angestelltenoerbänden der Deutschen Arbeitsfront a n z u m e l. den. Sie werden dort, so heißt es in der Anweisung weiter, sofern sie nicht als Verbandswalter eingesetzt werden, genau wie die anderen als einfache Mitglieder geführt. Sie haben daher, auch wie die anderen Verbandsmitglieder, die Anweisungen der Verbandsdienststellen, soweit es sich um reine Verbandsangelegenheiten handelt, zu befolgen. Kein N S B O. - M i t g l i e d darf sich weigern, Mitglied eines Verbandes der Deutschen Arbeitsfront zu werden. Volk und Kirche. Aufgaben der geeinten evangelischen Kirche. Landesbischof Mütter über die B e r l i n, 9. Aug. (TU.) Im Rahmen der Reichstagung des Studentenkampf bundes Deutsche Christen sprach am Mittwochabend der Landesbi'chof, Wehrkreispfarrer Müller. Er richtete Worte herzlicher Anerkennung an die studentische Jugend, die Stellung zu nehmen suche zu den großen Problemen, die uns alle innerlich tief bewegen. Es fei von jeher das Recht der Jugend gewesen, Partei zu ergreifen. Die Jugend habe den Willen zu innerlicher Vertiefung und das, was sie bewege, nicht nur verstandesgemäß zu begreifen, sondern so, daß es innerlich Gestalt gewinne. Die Kirche wolle diejenigen zurückgewinnen, die infolge des Einflusses des marxistischen Systems den innerlichen Kontakt zu ihrer Kirche verloren haben. Vertrauen, Gehorsam, Glaube und Liebe seien die seelischen Werte und Kräfte, die im Innern des einfachen Mannes wieder wachgerufen worden feien. Es komme darauf an, daß bei der zu leistenden Mehrarbeit jeder Prediger und Lehrer das in ihm innerlich lebendig gewordene herauskehre und wirkliches Zeugnis ablege von Christi Gebot. Die neue evangelische deutsche Kirche brauche einen neuen Pfarrer st and und eine Führerschicht, die zu führen verstehe. Die Theologen hätten zu lehren, daß Christ sein Kämpfer fein heiße, denn tiefseelisch gesehen stünden die Christen dauernd in einer Offensive. Zum Konkordat erklärte der Redner, daß, wenn der Führer den Abschluß des Konkordats für richtig erachtet habe, dieser Vertrag notwendig gewesen sei. Einer neu geschaffenen starken evangelischen Kirche würde ein Konkordat keine Beeinträchtigung zufügen können. Der Landesbischos wandte sich weiter gegen Parteiorganisationen in der Kirche und forderte von den jungen Theologen treue Gefolgschaft bei der Aufgabe, den neuen Menschen im neuen Staat innerlich so zu untermauern, daß er ein fröhlicher und frommer Mensch voll Verantwortungsbewußtsein, Gottvertrauen und Vaterlandsliebe werde. Italien lehnt die alte diplomatische Methode ab. Rom, 9. Aug. (ERB.) Zu der amtlichen Mitteilung über die italienische Vermittlung zwecks Herbeiführung einer Entspannung zwischen Deutschland und Oesterreich schreibt die „Tribuna", man brauche bei einem Vergleich der italienischen Methode und der französisch-englischen gar nicht mehr besonders daraus hinzuweisen, daß das Verfahren diplomatischer Schritte außerordentlich unglücklich sei. Es sei an der Zeit, diese Methode fallen zu lassen. „Giornale d'3talia" betont, die zwischen Italien und Deutschland bestehende Freundschaft habe die italienische Aktion begünstigt, die mit positiven Ergebnis- s e n von großem Wert abschließe, vor allem wenn man sie mit den Ergebnissen des französisch-englischen Schrittes vergleiche. „Lavoro Fascista" fragt: Wann haben je diplomatische Schritte günstige psychologische Auswirkungen gehabt, oder internationale Beziehungen verbessert? Die Eile, mit der die englische und die französische Regie- rung vorgegangen find, muh befremden. Ebenso befremdend sei es, dah die englische Regierung in Liefern Falle einen diplomatischen Schritt für opportun erachtet habe, während die englische Diplomatie doch aus Temperament und Tradition amtliche Interventionen ablehne. Tatsächlich sei das von London und Paris angewandte Verfahren ein Fehler gewesen. Da man dort gewußt habe, daß Italien mit Berlin in freundschaftlicher Aussprache stehe, hätte man das Ergebnis der deutsch-italienischen Aussprache a b w a r t e n sollen. Bittere Erkenntnis in Paris. Paris, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Darstellung der „Agencia Stefani" zur Haltung I t a l i e n s in der Angelegenheit des englischen und französischen Schrittes wird nur von wenigen Blättern besprochen. r6 r e Rouve lle" bezeichnet die Angelegenheit nunmehr als abgeschlossen, meint aber, das Viermächteabkommen sei einer zu starken Belastungsprobe ausgesetzt worden. Eine Bestätigung der Riederlagen, die sich die englische und vor allem die französische Regierung in dieser ganzen Angelegenheit geholt hätten, erblicken u. a. ,Figar o" und .Echo de PariS." m dem italienischen Kommentar. In diesem Zusammenhang richten diese Blätter scharfe Angriffe gegen das Viermächteabkommen. „Figaro" schreibt, die englische Regierung versuche, sich mit heiler Haut aus dem Abenteuer zu ziehen, indem sie von den beruhigenden Versicherungen Kenntnis nehme, die die Reichsregicrung der italienischen Regierung gegeben habe. Rur die franzöfischa Diplomatie habe sich eine jämmerliche Riederlage zugezogen und weise jetzt ihre Presse an, die Sache so darzustellen, als habe Berlin nach reiflicher Lieberlegung die Forderung Frankreichs nicht mit einer wirklichen Ablehnung beantwortet und als werde sich letzten Endes alles regeln. Q u o t i d i e n" kommt zu der Schlußfolgerung, daß Frankreich sich in Rom durch die Llnter- zeichnung des Viermächteabkommens auf eine Galeere begeben habe, die man besser sofort versenken würde. Mussolini empfängt die deutschen Attaches. ■ Rom, 9. Aug. (WTB.) Der deutsche Militärattache Oberst Fischer, der Marineattache Korvettenkapitän L o h ck e und der Attachä für Handelsluslfahrt v. W a l d a u sind am Montagabend vom Ches der italienischen Regie rung empfangen worden. Botschafter von Hassell stellte die Herren Mussolini vor. der sich längere Zeit in freundschaftlicher Weise mit ihnen unterhalten hat. Richtigstellung. In der Lleberschrift zu dem Artikel unseres römischen Dr. L.-Korrespondenten in unserer heutigen Frühausgabe „Kein Friede unter Versailles!" ist in der zweiten Llcber- schristzeile infolge eines Schreibfehlers eine Unrichtigkeit entstanden. Es muß natürlich nicht heißen: „Italiens Stellungnahme zu dem französisch- italienischen Schritt in Berlin", richtig muß die Lieberschrift lauten: „Italiens Stellungnahme zu dem französisch-e n g l i s ch e n Schritt in Berlin". Der aufmerksame Leser wird wohl auch durch den Inhalt des Artikels selbst schon auf diesen Fehler aufmerksam geworden sein. Nur bewährte Nationalsozialisten als personatteferenten. Berlin, 9. Aug. (CNB.) Um eine einfjeit- liche und den Zeitoerhöltnissen entsprechende Besetzung von Beamten st eklen innerhalb der Reichsfinanzverwaltung zu ermöglichen, hat, wie der „Preußische Pressedienst der NSDAP." meldet, der Reichsfinanzminister die Präsidenten der Landesfinanzämter angewiesen, die Personal- referate in Zukunft nur mit bewährten Nationalsozialisten zu besetzen. Die Durchführung der Maßnahme im Einzelfalle ist der Zustimmung des Reichsfinanzministers vorbehalten. Die Anordnung soll alsbald durchgeführt werden. Rundfunk-Mißwirtschaft. Breslau, 9. Aug. (WTB.) Zu dem Bericht über die Gesellschaftsversammlung der Schlesischen Funkst unde wird weiter mitgeteilt, daß der bisherige Direktor Wilhelm Hadert ein ungekürztes Iahresgehalt von 23 900 Mk., Intendant Bischoff 24 930 Mk., Dr Edmund Äick, der musikalische Leiter, 18280 Mk. erhielt. Die Funkstunde veröffentlicht ferner drei Belege, aus denen hervorgeht, dah im Jahre 1925 zum Geburtstage des sozialdemokratischen Oberpräsidenten Zimmer und des demokratischen Landrats D a ch m a n n, Breslau, ein Blumenarrangement für 36 Mk. von der Funkstunde übersandt worden ist, daß ferner eine Rechnung des Savoh- Hotels in Breslau an die Funkstunde zu Händen des Direktors Hadert vom 2. Februar 1930 über ein Essen von 41 Menüs und Wein, Likör und Zigaretten usw. im Gesamtbetrag von 1521 Mark erteilt worden ist. Kleine politische Nachrichten. Wie der „N.-S.-Kurier" berichtet, ist Generalleutnant a. D. o. leidjmann, der Vorsitzende des Württembergischen Offiziersbundes, feines Amtes enthoben worden, weil er sich geweigert hat, eine Ortsgruppe des Offiziersbundes in Oberndorf (Neckar), die eine feindselige Einstellung gegen den nationalsozialistischen Staat erkennen ließ, aufzulösen. Don Verhängung der Schutzhaft gegen Generalleutnant v. Teichmann wurde wegen seines hohen Alters abgesehen. Der deutsche Botschafter in Washington Dr. Luther verläßt an Bord des Schnelldampfers „Columbus" am 10. August nach kurzem Aufenthalt wieder Deutschland, um nach Amerika zurückzukehren. * Der preußische Minister des Innern hat den früheren sozialdemokratischen Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Otto H ö r s i n g , auf Grund des Berufsbeamtengesetzes mit sofortiger Wirkung aus dem Staatsdienst entlassen. Hörsing erhält vom 11. August ab keinerlei Bezüge mehr aus der Staatskasse. Wie die Pressestelle des Magdeburger Regierungspräsidiums mitteilt, hat der Preußische Minister des Innern die Entlassung des Oberbürgermeisters Ernst Reuter in Magdeburg ausgesprochen. Gegen Reuter werden schwere Anschuldigungen wegen seiner angeblichen Tätigkeit in Rußland für die Bolschewisten unter dem Romen Friedland erhoben, Die Knebelung der nationalen Saarpreffe. Beschwerde an den Völkerbund über die einseitige Haltung der Regierungskommission. Berlin, 10. 2lug. (ERB. Funkspruch.) Der Verein der Saarländischen Presse hat an den Bölkerbundsrat ein Schreiben gerichtet, in dem gegen die Unterdrückung der deutschen Presse im Saargebiet energisch protestiert wird. 3n diesem Schreiben kommen diejenigen Gesichtspunkte erneut zum Ausdruck, die in der Sitzung des Saarländischen Landesrates vom 25. Juli von dem Vertreter der Deutsch-saarländischen Volkspartei dargelegt.worden sind. Die Regierungskommission des Saargebiets hat in den letzten Monaten die saarländische Presse mit verboten geradezu überschüttet. So wurden am 24. Juli neun Zeitungen, am 25. eine, am 8. August zwei und gestern erneut eine Zeitung verboten. Bei ihrem gegen die n a - tionale Presse gerichteten Vorgehen stützt sich die Regierungskommission auf ein am 22. März d. 3. erlassenes Dekret, das „zur Aufrechterhaltung der Ruhe und öffentlichen Sicherheit im Saargebiet" dienen soll. Die Bestimmungen dieses Erlasses sind, wie in dem Schreiben an den Dölkerbundsrat hervorgehoben wird, von einer bedrohlichen älngenauigkeit. Sie lassen damit alle Möglichkeiten einer Interpretation offen, die — wie ja auch nicht anders erwartet werden kann — in der bisherigen Praxis sich stets gegen die Interessen des deutsch en Saarlandes richteten. Die Regierungskommission, die es nicht für angebracht hielt, wenn in den letzten Monaten im Saargebiet erscheinende Zeitungen Mitglieder der Reichsregierung beschimpften, dagegen einzuschreiten, — wie es schon die korrekte Einstellung einem Mitglied des Völkerbundsrats gegenüber geboten hätte, — diese gleiche Regierungskommission glaubte bei jeder Gelegenheit den Schuh derjenigen kreise übernehmen zu müssen, die offen oder versteckt separatistische Propaganda betreiben. Eine Überprüfung der Berbotsanlässe in den letzten Monaten zeigt, daß regelmäßig dann von der Negierungskommission vorgegangen wurde, wenn eine deutschgesinnte Zeitung gegen die unheilvolle Tätigkeit dieser separatistischen Wühler Verwahrung einlegte. Die Erregung, die sich nicht nur der unmittelbar betroffenen journalistischen Streife, sondern der gesamten saaarländischen Bevölkerung angesichts dieser Tatsachen bemächtigt hat, ist nur zu verständlich. Es dient nicht zur Aufrechterhaltung und Förderung der notwendigen saarländischen Freiheit, wenn der überwältigende Teil der Bevölkerung der Organe seiner öffentlichen Millens- und Meinungsbildung systematisch beraubt wird. Die Regierungskommission hat zu wiederholten Malen, so durch ihre am 19. Juli veröffentlichte Erklärung zur kommenden Abstimmung, die zutreffend als ein „Schuh für Verräter" bezeichnet wurde, bewiesen, daß sie nicht die mit ihrer Stellung vereinbare korrekte und loyale Haltung einnimmt. Man darf erwarten, daß sich der Völkerbundsrat der hohen Verantwortung bewußt ist, die ihm durch den Protest der saardeutschen Presse auferlegt wird. Die notwendige Berücksichtigung der berechtigten Wünsche der saardeutschen Presse ist nicht nur eine Voraussetzung für eine ruhige Entwicklung im Saargebiet, sondern eine Vorbedingung für die im Interesse des Friedens zu fördernde internationale Zusammenarbeit, die durch das Vorgehen der Regierungskommission ernsthaft gefährdet wird. DerA-wehrkampf gegen die KPD. Ludwigshafen. Ludwigshafen, 9.Aug. (WSN.) In einem hiesigen Fabrikbetriebe wurden in letzter Zeit verschiedentlich revolutionäre Schriften und Flugblätter niedergelegt, die von den Betriebsarbeitern an sich genommen werden konnten. Die Erhebungen machten eine umfangreiche Aktion notwendig, wobei auch mehrere hundert Werksangehörige einer Durchsuchung unterzogen werden mußten. Nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis handelt es sich auch in diesem Falle wieder um Wühlarbeit oonKommunisten. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Festgenommen und in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert wurde ein verheirateter Tagner, der bis in die jüngste Zeit für die „Rote Gewerkschaftsopposition" Werbearbeit verrichtete. Seucrgefedyf an der Saargrenze. Trier, 9. Aug. (Sil.) Die Staatspolizeistelle Trier teilt mit: In der Rächt zum 9. August wurden aus der H^he zwischen Rimlingen und Rissenthal vier Personen nach ileberschreiten der Saargrenze von Zollbeamten angehalten. Beim Anruf warfen sich die vier Personen zur Erde und schossen auf die Beamten. Sie wurden nach kurzem Feuergefecht überwältigt und festgenommen. 2m Zusammenhang mit dieser Festnahme wurden iwch weitere fünf Personen verhaftet, die ihre Zugehörigkeit zur KPD. heute noch durch Kurierdienste, Empfangnahme von Geldsummen aus Luxemburg usw. bekunden. Außer einer Menge Pistolen wurden verbotene Druckschriften beschlagnahmt. Alle Festgenommenen sind in das Gefängnis zu Trier eingeliefert worden. Braunschweig. Braunschweig, 9. Aug. (WTB.) In den letzten vier Wochen war im Lande Braunschweig ein erneutes Anschwellen der kommuni - scheu Wühlarbeit festzustellen. Es wurde eine Reorganisation und Neuaufbau der KPD. versucht. Gleichzeitig wurde eine rege Tätigkeit von kommunistischen Flugblattverteilern bemerkt. Das Landespolizeiamt griff deshalb energisch durch und verhaftete mit Unterstützung der Hilfspolizei im Lause der zweitägigen Aktion im ganzen Lande rund 2 5 0 Marxisten, darunter auch einige Frauen. Am Di-nstag wurden bereits 70 Marxisten dem Schnellrichter vorgeführt und 60 von ihnen zu insgesamt rund 45 Jahren Gefängnis o e r u r t e i l t. Die Mindeststrafe betrug einen Monat, die Höchststrafe 8% Jahre. Fünf Marxisten kamen in Untersuchungshaft, während weitere fünf mangels Beweises freigesprochen wurden. Die übrigen Verhafteten kommen heute vor den Schnellrichter. Ein kleiner Teil von ihnen ist wieder entlassen worden. Oberlausih. W e i ß w a s s e r (Oberlausitz), 9. Aug. (TU.) Der Polizei ist es gelungen, einem staatsfeindlichen Per- sonenkreis auf die Spur zu kommen, der die Neu- organifation der revolutionären G e - werkschaftsoppofition (RGO.) in der gesamten Lausitz beabsichtigte. Als Haupt dieser Gesellschaft wurden die Eheleute Hartkops in Weißwasser ermittelt, die in dauernder Verbindung mit Kurieren standen. Die Geheimkuriere mieteten sich unter Decknamen in Weißwasser ein und setzten in mehreren Orten der Lausitz Vertrauensleute ein, bei denen sie auch kassierte Beiträge abhoben. Es wurden fünf Personen fe ft genommen. Die Polizei konnte Beitragsmarken und Propagandamaterial für die RGO. entdecken und sicherstellen. Gegen die KpO. in Gumbinnen. Gumbinnen, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Staatspolizei Tilsit war schon seit längerer Zeit bekannt, daß in Gumbinnen die KPD. eifrig am Werke war. In den letzten Tagen wurden wiederum Flugblätter und Marken der „Roten Hilfe" verkauft. Diese Vorkommnisse veranlaßten den Tilsiter Polizeidirektor, eine große Aktion gegen die KPD. in Gumbinnen vorzunehmen. Die Aktion setzte am Donnerstag um 5 Uhr schlagartig ein. Zur Absperrung und Durchsuchung wurden etwa 50 Kriminalbeamte und 500 Mann Schutzpolizei aus Tilsit, Insterburg und Gumbinnen, sowie SA., SS. und Stahlhelm aufgeboten. Um ganz Gumbinnen wurde eine AbspFrrke11e gezogen und acht große Häuserkomplexe, darunter verschiedene Laubenkolonien, besetzt. Alle Personen, die die Absperr- fctte passieren wollten, wurden eingehend durchsucht. Man nahm mehrere Verhaftungen vor, auch wurde eine Menge Material beschlagnahmt. Große Aktion gegen die KPD. in München. München, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei über hundert neuerdings als Kommunisten bekannten Personen wurden heute früh Haussuchungen vorgenommen. Insgesamt wurden 68 Personen fest genommen. Die Polizei hob weiter eine Druckerei aus, in der kommuni st ische Hetzschriften hergestellt waren. Beschlagnahmt wurden bereits fertiggeftellte neue Hetzschriften mit dem Titel „Der Pionier", „Die RGO.", „Die Neue Zeitung". Außerdem wurden neu hergestellte Rundschreiben gefunden, die interessante Einblicke in das illegale Treiben der KPD. gewähren. Aus aller Well. kein neues Festspielhaus in Bayreuth. Frau Winifred Wagner in Bayreuth teilt mit, daß fte den Projekten, die sich mit dem Bau eines neuen Festspielhauses befassen, völlig fernsteht, und daß bestimmungsgemäß die Bayreuther Festspiele weiter in dem jetzigen Festspielhaus abgehalten werden. Bestialischer Mord an einem SA.-Mann aufgeklärt. Das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin teilt mit' Durch die SA.-Standarte i und Feldpolizei wurden drei Männer und eine Frau f e st genommen, die in dem dringenden Verdacht standen, den SA.-Mann Reinhold H a r t w i ch in der Rächt vom 2. zum 3. August 1930 in Eharlotten- burg ermordet zu haben. Die vier Personen haben bereits gestanden, die grauenvolle Tat verübt zu haben und haben sie bei ihrer Vernehmung in allen Einzelheiten geschildert. Danach hat sich der Vorgang wie folgt zugetragen: In einer am Abend des 2. August stattgefundenen kommunistischen Versammlung wurde beschlossen, den SA.-Mann Hartwich „umzulegen". Die drei festgenommenen Kommunisten wurden dazu bestimmt, die Tat auszuführen. Hartwich wurde dann in der Rächt vor seiner Haustür aufgelauert. Der eine Kommunist trat auf ihn zu und hielt ihm die Hände fest. Der andere zog ihm die Füße weg. Run bearbeitete der Dritte den ^Unglücklichen mit einem Schlagring auf den Kopf so lange, bis er tot zusammenbrach. Die ebenfalls festgenommene Frau hat während dieses Vorfalls an der nächsten Straßenecke „Schmiere" gestanden. Die Ehefrau des Hartwich stand auf dem Balkon. Ihre Hilferufe wurden durch die Rotfrontrufe der Beteiligten übertönt. Die vier Personen befinden sich in Schuhhaft. Brandstiftung in der Uckermark. In Neu-Polzow (Uckermark) brach nachts in dem Viehstall des Gutsbesitzers Richard William infolge Brandstiftung ein Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit auf das ganze Gebäude ausbreitete, so daß der größte Teil des in dem Stalle untergebrachten Viehs, darunter 54 wertvolle Herdbuchkühe, 25 Hammel, 5 Schafzuchtböcke, 4 Zuchtbullen und drei Kälber in den Flammen u m - tarnen. Der Schaden wird auf 80 000 Mark geschätzt. Auf dem Wege zur Brandstätte stürzte der Löschzug in den Chausseegraben. Sämtliche Feuerwehrleute erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Einige von ihnen mußten mit Knochenbrüchen und inneren Verletzungen in das Pasewalker Krankenhaus eingeliefert werden. Die französischen Ozeanflieger auf dem Rückflug. Wie aus Rayak (Syrien) gemeldet wird, sind die französischen O^anflieger C o d o s und Rossi, die einen neuen Weltrekord im Langstreckenflug aufgestellt haben, heute (Donnerstag) in der siebenten Morgenstunde zum Rückslugnach Marseille gestartet. Aus der proviuzialhauplstadi. Menschen und Blumen. Blumen prangen auf dem Felde, in den Gärten, am Schaufenster des Gärtners und Händlers, an den Fenstern der Wohnungen, auf dem Balkon des Hauses. Blumen versinnbildlichen Freud uni» Leid. Liebe, Freundschaft, Freude und Trauer werden durch Blumen zum Ausdruck gebracht. Sie sollen die unausgesprochenen Gedanken der Menschen zueinander vermitteln. Blumen erfreuen durch ihre Farbenpracht und durch ihren Duft. Der Blinde fühlt ihre Nähe. Lahmen, Taubstummen und Kranken können sie ein Mittel der Gemütsauffrischung sein. Aus manchen wird Medizin gewonnen, und was frische, lebende Blumen nicht durch ihr Aussehen und durch ihren Duft zuwege bringen, das vollendet oft die getrocknete Blume und ihr Saft. Gegner der Blumen gibt es wohl nur wenige. Manche kaufen sie aus Gewohnheit, weil es nun einmal Sitte und Gebrauch ist, daß man sich zu den Festen des Lebens oder an Tagen der Trauer Blumen schenkt. Andere kaufen Blumen, weil sie'wissen, daß diejenigen sie lieben, denen sie geschenkt werden sollen. Manchen Geschenken sagt man eine üble Vorbedeutung nach, die Blumen aber sind die Kinder der Freundschaft, der Liebe, der Hochachtung und Verehrung. Blumen darf der Aermste dem Reichen, der Untergebene dem Vorgesetzten, das Kind den Eltern schenken; die unbezahlbaren Verdienste eines Menschen belohnt man mit Blumen. Kenner und Kennerinnen wählen bestimmte Blumen ober gewisse Farben, um ihre Gefühle ober Wünsche bamit auszubrücken. Gelb gilt bekanntlich als Falschheit, rot als Liebe, weiß als Unschulb, blau als bie Treue. In ber Prosa und noch mehr in der Poesie spielt bie Blume seit jeher eine große Rolle und bient besonbers bem Vergleiche. Ebenso wichtig ist bie Blume auch in ber Malerei unb Bilbhauerei, wo sie vielfach als Mobell unb als Vvrbilb ber Nachahmung bient. Sie ähnelt auch in vielem sonst ben Kunstwerken. An ben Blumen kann sich jeher erfreuen, ber sie auch nicht selbst besitzt unb fein eigen nennt. Auf bem Selbe, im Walbe, im Garten, bei Verwanbten unb Freunben ist reichlich Gelegenheit genug bazu geboten Ohne einen Pfennig Gelb kann man ben Genuß von Blumen haben, etwa so, wie man ein Gemälbe, bas in frembem Besitz ist, beschaut unb bavon einen nachhaltigen Genuß hat; man kann sie bilblich genießen wie ber Zaungast bie Musik genießt, unerwünscht unb unaufgefordert. Wie aber nur der ein Kunstwerk ganz genießen kann, ber es versteht, so kann bie Blume nur ben erfreuen, ber mit ihr vertraut ist. Man muß Blumen nicht unbebingt zum Leben haben, unb buch machen sie bas Leben voller, reichlicher, erträglicher. Besonbere Beziehungen haben bie Menschen natürlich zu benjenigen Blumen, bie sie selber anpflanzen unb züchten, die sie selbst pflegen und betreuen, unb im Falle ber Liebhaberei gleichen biefe Beziehungen ber Sportbetätigung. Man hört auch manchmal sagen, baß bie Liebe zu ben Blumen einen Schluß auf den Charakter des Menschen zuließe und hat deswegen bie Blumenpflege als ein Nebenfach in ben Lehrplan besonbers ber Mäbchenschulen ausgenommen. Eine Verallgemeinerung ber Kennzeichnung bes menschlichen Charakters unb Herzens aus ber Blumenliebhaberei geht aber nicht an, man kann nicht einfach sagen, wer bie Blumen liebt, liebt auch die Menschen unb umgekehrt, weil bie Veranlagung bes Menschen unb bie Entwickelung bestimmter Sinne entscheibenb ist für bie Stellung bes Menschen zu ben Blumen. Den Menschen, bie bie Blumen lieben, bienen sie zur Erheiterung unb Verschönerung bes Lebens. Farbenpracht unb Wohlgeruch in einem oerbunben, treffen wir sonstwo kaum an. Das Leben ber Blumen versinnbilblicht bas Leben bes Menschen. Die Blumen keimen, wachsen^ blühen unb vergehen, ganz wie es auch bas Schicksal bes Menschen ist. Sie stellen bas Leben in voller Pracht, in bem schönsten Schmuck ber Farben bar, im Hochmittage bes Lebens. Als Freuben» bringer wollen wir sie nicht missen. Gr. Neuer Geschichtsunterricht. Die ollen Griechen gern in allen Ehren, sie sind bes Ruhms für alle Zeit gewiß; man soll bie beutsche Jugenb wahrlich lehren ben Geist von Marathon unb Salamis. Man kann getrost auch noch ihr Loblieb fingen als Kerle von Kultur unb von Geschmack, boch heller noch, als Salamis muß Hingen bas deutsche Hohelied von Skagerrak. Auch bei ben Romern heißt es: StiUgeftanben! Sie brachten Leben in bie Welt hinein; bas waren ganze Männer unb sie fanben Europas Grenzen halb für sich zu klein. Wohl brachten sie burch ungezählte Siege ihr stolzes Reich zu Weltherrschaft unb Macht, doch hoher noch, als alle panischen Kriege steht für uns Deutsche die Masurenschlacht. Laßt all den aufgewärmten, alten Plunder, ber Nichtigkeiten schilberte unb wog unb zeigt ber Jugenb, wie bas „Marnewunber" uns um ben wohlverbienten Sieg betrog. Werft einen Blick in Klios alte Bücher unb streicht getrost an tausend Namen aus, den alten Fritz jedoch und unfern Blücher stellt desto gründlicher unb mehr heraus! Vor allem treibt lebenbige Geschichte. Von Deutschlanbs Ringen rebet Tag für Tag, unb sorgt, daß man bie Jugenb unterrichte von bem Versailler Blut- unb Schanbvertrag. Unb muß ber junge Mensch ein Vorbilb haben, so rebet nicht von frember Völker Tat: Vier Jahre Krieg! Vier Jahre Schützengraben! Unb bann bas Enbe ... Lüge unb Verrat! Dann greift hinein ins volle Menschenleben. Blickt ein paar kurze Jahre nur zurück: Die Not im Lanb, von Feinben rings umgeben, kämpft eine kleine Schar um Deutschlanbs Glück! Was brauchen wir bie Helben unb Bekenner von jebem längst entschwunbnen Volk unb Staat, wenn unsre beutsche Jugenb solche Männer wie Hitler, Göring, Röhm unb Goebbels hat! Puck. Die Vorbereitungen für die Handwerkswerbewoche. Wie das VDZ.-Bureau meldet, fand am Mittwoch eine Besprechung der Vertreter der Spihen- organisationen des Handwerks Über die Durchführung der Handwerkswerbewoche vom 15. bis 21. Oktober statt. Dabei wurde mitgeteilt, daß ein Abzeichen, eine Handwerkerwerbeschrift und ein künstlerisches Plakat geschaffen werden sollen. Das Abzeichen soll in verschiedenen Ausführungen zu einem Preise von 10 und 50 Pf. abgegeben werden. Ein Vertreter des Reichspropaganda- 1 Ministeriums gab zahlreiche praktische Anregungen und sagte die ilnterstühung des Ministeriums für die Werbewoche zu. Er empfahl ein R u n d - funkhörspiel über das deutsche Handwerk, das über alle deutschen Sender verbreitet werden könnte, zu schaffen. Auch hielt er es für zweckmäßig, daß die Kultusminister der einzelnen Länder den Schulen den Besuch der Handwerksbetriebe während der Propagandawoche zur Pflicht machen. Am Schluß der Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, die mit Genugtuung feststellt, daß cs den Bemühungen der Reichsregierung in wenigen Monaten gelungen ist, in großen Gebieten des Reiches die Arbeitslosigkeit mit Erfolg zu bekämpfen. Die anwesenden Vertreter des Handwerks begrüßten einmütig die Initiative ihrer maßgebenden Führer zur erfolgreichen Durchsetzung der Aktion „Segen der Arbeitsbeschaffung im Kleinen, gerade auf Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an ReichskredUgejellschaft Berlin W 8. Behrensftrahe 21/22, sowie auf deren Reichsbankgirokonto unb deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer ber Arbeit". den Einzelnen kommt es an!". Alle Anwesenden erklärten sich bereit, getreu der Jahrhunderte alten Tradition des Handwerks an den großen Taten Adolf Hitlers mitzuarbeiten, damit die Wirtschaftskrise überwunden und der gesamte Berufsstand besseren Zeiten entgegengeführt wird. Beniner Ludwig Kattrein t- Im Patriarchenalter von 93 Iahren verstarb gestern der Rentner Ludwig K a t t r e i n, dahier. Ludwig Kattrein betrieb lange Jahre hindurch an der Ecke Schul- und Sonnenstrahe ein Posamentiergeschäft. Als angesehener Meister seines Faches und trefflicher Bürger der Stadt gehörte er lange Jahre dem Aufsichtsrat der Handelsund Gewerbebank Gießen an. Ebenso war er ein begeisterter und langjähriger Turner im Turn- verein 1846; dem Verein gehörte er 75 Jahre lang an. Der alte Herr war ein Sproß der alten hessischen Familie Kattrein, deren bekanntester Angehöriger einst Hauptmann Kattrein war, der im Kriege 1870/71 mit seiner Kompanie durch einen Handstreich das von einer gewaltigen ilebermacht besetzte französische Schloß Chambres nahm. Ludwig Kattrein wird im Gedächtnis aller, die ihn kannten, als das Bild eines präch- - Ligen deutschen Mannes sortleben. Gictzcner Wochenmarktpreise. * Gießen. 10. Aug. Aus bem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfund 1,25 Mark, Kochbutter 1,— Mark, Matte 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Wirsing (gelb), bas Pfunb 10, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüden. .10,. ► Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15, (gelb) 10 bis 20, Erbsen 15, Mischgemüse 10, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10, Pilze 20 bis 25. Kartoffeln (neue) 3 Pf., ber Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, bas Pfund 25 bis 35 Pf., Pfirsiche 35 bis 40, Birnen 15, Heidelbeeren 28 bis 30, Stachelbeeren 12, Johannisbeeren 12, Pflaumen 12 bis 15, Zwetschen 30, Mirabellen 20 bis 25, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Eier (inländische) 8%, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurfen 8 bis 20, Einmachgurken 1 bis 5, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 15 bis 20, Radieschen, bas Bunb 5 Pf. Bornolizen. — Tageskalenber für Donnerstag: Hausfrauen-Beratung, Mitglieber-Versammlung. — Bergschenke, 20 Uhr, Künstler-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kinb, ich freu mich auf bein Kommen". * ** Bilder vom Journal! st enbesuch in Gießen. Im Schaukasten unseres Geschäftshauses in ber Schulstraße sinb gegenwärtig verschiebene Silber von bem Besuch ber Journalisten großer deutscher Tageszeitungen zu sehen. Die Aufnahmen stammen von Photo -Pfaff, Gießen. *• Für bie Spende der Arbeit wurde im Monat Juli von der Belegschaft und der Gc- schüftsleitung der Firma Schade & Fükl- gr a b e A G-, wie uns von der Zellenleitung der RSBO. Frankfurt a. M. mitgeteilt wird, die Summe von 2803 Ult. gezeichnet und dem Finanzamt überwiesen. ** Neue Sonntagsrückfahrkarten. Vielfachen Wünschen aus Interessentenkreisen nach- kommend hat die Reichsbahnverwaltung mit sofortiger Gültigkeit eine Reihe neuer Sonntagsrückfahrkartenverbindungen eingerichtet. Von Gießen werden Sonntagsrückfahrkarten, bie auch als Mittwochkarten gelten, nach Daubringen, Friebelhausen unb Glabenbach ausgegeben. In Alsfelb gelangen Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. unb Lauter- bach-Norb zur Ausgabe. •* Sammelkarten in der Angestell - tenverficherung. 2m „Reichsgesetzblatt" Rr. 91 vom 8. August 1933 wird eine Verordnung bekanntgegeben, die bestimmt, daß die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte den Inhalt 1 aller aufgerechneten Karten desselben Versicherten in Sammelkarten übertragen und sie statt I der Einzelkarten aufbewahren kann. Wettervoraussage. Die Wetterlage steht weiterhin unter bem Einfluß hohen Drucks, ber sich von Westen her erneut kräftigt. Abgesehen von vorübergehenber gemitter» brohenber Bewölkung, bie sich bei ben wechselhaften Winben bilben kann, bleibt bas heitere unb heiße S-mmerroetter fortbestehen. Aussichten für Freitag: Vielfach aufhei- ternb, vorübergehenb geroitterbrofjenbe Bewölkung, heiß unb trocken. Aussichten für Samstag: Fortdauer ber sommerlichen Wetterlage. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 26,3 Grab Celsius, abenbs 19,6 Grab ; am 10. August: morgens 16,8 Grab. Maximum 26,4 Grab, Minimum 13,5 Grab. — ßrbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abenbs 28,8 Grab; am 10. August: morgens 21,2 Grab. — Sonnenscheinbauer 13 Stunden. ^tistuna ! Arbeit' ml“. Alle Anwelend»n MHZ vs'«i n entgegengesührtvird. g Kaltrein 1>. MI 93 Jahren verstarb Kattrein, dahier. _W Lahre hindurch 2vnnenstrabe ein Posa- ckhener Meister seines -rger der Stadt gehörte Mtsrat der Handels- an. Ebenso Ivar er ein 'M Turner im Turn- i gehörte er 75 Jahre Dar ein Sproh der alten ein, deren bekanntester mann Kattrein toar, der seiner Kompanie durch von einer gewaltigen ösische Schloß Chambres n wird im Gedächtnis s das Bild eines präch- 'ortleben. cnmarktpreise. uf bem heutigen Wochen- bas $funb 1,25 Mark, e 25 M, Rüfe, bas Stack fßfunb 10, Hüei&fraui 8, 10, Rote in) 15, Md) lö bis 20» ), Tomaten 20 bis 25, 5 25. Kartossein (neue) is 2,50 Mark, Zrühäpsel, sZsirsiche 35 bis 40, Birnen JO Stachelbeeren 12, 3o- n 12 bis 15, Z°>etschen30, ae Hähne 70 bis 80, Sup- iben, das Stück 50 bi; 60, Wenkohl 10 bi; 40, Ealai bis 20, Einmachgurkcn 1 is 15, Rettich 15 bis 20, Pf. otizen. r für Donnerstag: ^qlieder-DersammM- stier-Konjert.-L'W ind, ich freu mich auf dein stadt. "9 des . SiSes giftet uf ibed- fachen. ^e wurde »: mit Eenuai! "e ®nt- n9en betUfcn9 fest, jungen iff M6eil8ion?fr Pf en. ®i.'JL{J , X ■ '■ ■ *1 Merkregeln für die vilzzeii. Don der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt und der Hessischen Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beralung werden uns folgenoe Merkregeln für die Pilzzeit mitgeteilt- 1. Wer glaubt, allein nach Diesen Merkregeln rasch ein guter Pilzkenner werden zu können, lasse seine Hände besser weg von den Pilzen. 2. Allgemeine Merkregeln über die Eßbarkeit ober Giftigkeit der Pilze (Märchen von der Zwiebel und dem silbernen Lössel, Verfärbung, unangeneh- wer Geruch oder Geschmack usw.) gibt es nicht. 3 Iß nur solche Pilze, die du ganz genau und als unschädlich kennstl 4. Der Anfänger sammle zuerst nur die bekanntesten Arten, wie Pfifferlinge und Steinpilze*, die bei zenauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Erst nach und nach mache dich mit anderen häufigen und unschädlichen Pilzarten genau ver- traut. Was du nicht kennst, lasse ruhig im Walde • Beim Sammeln von Steinpilzen hüte dich vor Äerwechslung mit dem bitteren Gallen- Böhrling. Dessen Röhren werden im Aller rosa, beim Steinpilz dagegen grünlich Es gibt noch einige andere ungenießbare Röhrlinge mit bitterem Geschmack. Deren Fleisch verfärbt sich beim Anschnitt jedoch bläulich, während es beim Steinpilz weißlich bleibt. stehen; nur Rohlinge treten alle Pilze um oder schlagen sie kurz und klein. 5. In Zweifelsfällen wende dich an einen wirklich guten Pilzkenner, an die nächste Pilz-Beratungs- stelle ober an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung). 6. Der Pilzreichtum und die Artenzahl unserer Wälder sind viel größer, wie meist angenommen wird. Rur leichtsinnige Prahlhänse kennen „alle Pilze". Vergiftungen sind dann unausbleiblich. Der Steinpilz (Röhrenpilze mit Röhrchen auf der Hut- Unterseite) hat ungefähr 50 ähnlich ausseyende Ver- wandte. Blätterpilze (Verwandte des Champignons und des grünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Huies) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten, deren Genußwert und sonstige Merkmale großenteils überhaupt noch nicht wissenschaftlich erforscht sind. 7. Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, zu alte, angefaulte und stark zerfressene Schwämme lasse im. Walde zurück. 8. Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Bo- den heraus, damit du das Pilzgeflecht (die eigen!« liche Pilzpflanze!) und junge Fruchtkörperanlagen nicht herausreißt und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub und Erde, damit die Putzarbeit zu Haufe einfacher wird. Bedenke aber, daß geputzt und zerschnittene Pilze selbst für den besten Kenner febr schwer kenntlich werden. Deshalb nur tatsächlich eßbare und einwandfreie Schwämme in den Sammelbehälter! 9. Benutze als Sammelbehälter einen Korb ober einen offenen Kasten im Rucksack, bamit bie Pilze nicht zermatscht werden und sich nicht erhitzen. 10. Die gesammelten Pilze werden am besten sofort bei der Heimkehr geputzt und zubereitet. Andern- falls lagere man sie an einem kühlen, luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Masse aufeinanderliegen dürfen. Pilze enthalten un- gefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich. 11. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite (Blätter, Röhrchen usw.) schneide man nicht weg, wenn dieselbe keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen. 12. Das Brühwasser schütte man nicht weg, weil es die am leichtesten löslichen Nährstoffe enthält. Pilze, die nur nach dem Fortgiehen des Brüh- Wassers „genießbar" werden (z.B. die gefährliche Frühjahrs Lorchel u. a.), find nicht empfehlenswert. 13. Pilze find schwer verdaulich. Sie müssen des- halb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Abends sind größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nicht« beobachtung dieser Vorschriften kann Verdauungsbeschwerden verursachen, die mit Vergiftungen nichts zu tun haben. — Vorsicht auch beim Genuß roher Pilze (Pilz-Salat u. dgl.). 14. Die meisten Pilzvergiftungen werden durch den grünen Knollenblätterpilz hervor« 9rUkn- bcr leichtsinnigerweise als Champignon, als Grünling ober als grüner Täubling eingetra« acn wirb. Eine Gabelspitze von ihm kann bcn Tob herbeiführen. 9n manchen Jahren hat er in Deutsch- lanb bis zu 100 Todesfällen verursacht. Genaue Auskunft über biefen Giftpilz bekommst bu durch ^bnblätterpilz.Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt, und durch die rerchsbehördlich empfohlene Wandtafel biefes gefährlichsten Giftpilzes, bie in einer großen Anzahl r-n als Warnungsmittcl ausgehängt ist. .... , vum, schütz vor dem gefährlichen Knollen- blalterpilz sorge man dafür, daß der charakteristifche Knollen, der oft tief im Boden steckt, beim Aufneh- men nicht in der Erde zurückbleibt und übersehen wird. 16. lieber alle vorkommenden Pilzvergiftungen berichte man sofort an die medizinische Fachkom« mission der Deutschen Gesellfchaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm/Westfalen), da alle diese Fälle dort mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsamt gesammelt und Wissenschaft- lich verarbeitet werden. Bei jeder Vergiftung for- bere man sofort bei ber Deutschen Gestllschaft für Pilzkunbe in Darmstabt einen Fragebogen an, damit die ausführlichen Einzelheiten jeweils sorgfältig feftgefteUt werden können. 17. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sorge man für sofortige und gründliche (Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel, wie für rascheste ärztliche Hilfe. Obecheffen. 3ungt)olh$üf)rerfreffen in Nidda. • Nidda, 8. Qlug. -Am vergangenen Samstag und Sonntag fand — wie man uns berichtet — in Nidda ein Treffen der oberhessischen Führer des Jungvolkes statt. Es waren etwa 400 Teilnehmer erschienen. Die Stadt war festlich geschmückt. Ueberall sah man schwarz- weißrote und Hakenkreuzfahnen. Dom Rathaus wehte die schwarze Fahne des Jungvolks mit der Weißen Rune des Sieges. Am Samstag gegen 19 Uhr waren sämtliche Teilnehmer eingetroffen. Um 20 Uhr zog ein F a ck e l z u g auf den Marktplatz, wo der Ortsgruppenführer und der Bürger- meister von Nidda die Führer willkommen hießen. Oberjungbannführer Rupprecht Hainer dankte für die Anteilnahme der Bevölkerung. Darauf zog der Fackelzug hinauf auf den Bismarckstein, woR. Hainerzu den Führern unter Ausschluß der Oeffentlichkeit über die Aufgabe und Haltung des 2ungvolksührers sprach. Gegen Mitternacht rückten die einzelnen Gruppen sodann in ihre Quartiere, um zu schlafen. Für die höheren Führer dagegen brachte die Nacht keinen Schlaf, mußte doch in diesen wenigen Nachtstunden die ganze Organisation d u r ch g e s p r o che n werden, Befehle erlassen und vervielfältigt werden. Um sechs Uhr am nächsten Morgen fand Wecken durch sämtliche Spielmannszüge statt; anschließend der Kirchgang. Dem Frühstück folgte der Appell. Der Oberjungbannführer mit seinem Stab schritt die Front ab. Ab neun Uhr bis zum Schluß des Treffens um 16 Uhr fand mit zweistündiger Mit- tagspaufe die große Geschäftstagung in der mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Turnhalle statt. Es svrachen der Oberjungbannführer und die einzelnen Abteilungsleiter seines Stabes. Am Nachmittag berichteten die einzelnen Fähnleinführer Ober ihre bisher geleistete Arbeit. Nach der Beendigung ber Geschäftstagung würbe noch einmal ein Appell abgehalten, der Oberjungbannführer schritt abermals die Front ab. Vom Rathaus wurde dann die Jungvolkfahne in feierlicher Weife eingeholt. Die einzelnen Gruppen rückten wieder nach Hause ab. Alle aber nahmen sie die Losung mit, die Rupprecht Hainer ihnen auf dem Treffen gegeben hatte: Stampfl Kreis Schotten. * Scho tten, 9. Aug. Der Gesamtverein desDogelsberger Höhenklubs hat sich entschlossen, dem von ihm erbauten Bismarck- turm auf dem Taufstein eine Kupferbedachung zu geben. Kreis Lauterbach. Q Lauterbach, 9. Aua. Wie sehr die Stadtverwaltung bemüht ist, den Landwirten helfend unter die Arme zu greifen, hat sie damit bewiesen, daß sie den Strompreis für die Dresch- Periode um 30 Prozent auf 15 Psipro Kilowattstunde gesenkt hat. In Würdi- B dieser Maßnahme wurden die Dreschmaschinen« er gebeten, den Dreschlohn entsprechend zu senken, um damit ebenfalls zu einer besseren Rentabilität der Landwirtschaft beizutragen. Verantwortlich für Politik: l D.: Ernst Blumschein. ^SCHWARZKOPF SCHAUMPON mit »Haarglanz-» Haarglanz» kräftigt und stärktdasHaar Margret Pfeffer Heinz Seibert Verlobte Düsseldorf, Gießen Niederwalgern 10. August 1933 0470 t Volkstümliche Naturwissenschaft bl reichbebilderten, leichtverstlndllch geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Die Dame des Hauses sprach einige verbindliche, liebenswürdige Worte. Dann wandte sie sich mit bedeutungsvollem Blick an den Gatten. „Willst du Magussi sagen, daß Besuch da ist? Du wirst sie im Wohnzimmer finden." Wenige Augenblicke stand Magussi dem ihr von den Eltern bestimmten Gatten gegenüber. Der Kommerzienrat hielt ihre zuckende Hand ganz fest. Sie war sehr bloß, sie hatte die Lippen aufeinandergepreßt, und der Ausdruck eines weidwundgeschossenen Wildes lag in den blauen Augen. Mit durstigem Blick sah Eduard Weiser sie an, sie, die der XitaiNn und der Wunsch seiner Tage seit langem war. Er verneigte sich tief vor ihr. „Geben Sie mir Ihre Hand, Eduard!" sagte der Kommerzienrat. Der Angevedete streckte ihm seine Rechte entgegen, die er nahm und in die er Magussis widerstrebende Hand legte. „Gott segne euern Bund! Ich vertraue Ihnen unser höchstes Gut an. Eduard!" „Ich danke Ihnen dafür. Und Magussi soll es nicht zu bereuen haben, daß sie sich mir zu eigen gegeben hat." „Das habe ich doch nicht getan!" wollte sie schreien, ,,id) will doch nicht, nein!" — Aber die harten, grauen Augen des Vaters, die unablässig und befehlend auf ihrem Gesicht ruhten, erstickten ihr das Wort im Munde. Sie senkte den Kops. Kalt und leblos lag ihre Hand in der Eduards, der zärtlich darüber hinstrich, ehe er seine Lippen darauf drückte. „Eduard, t)en Verlobungskuß gibt man der Braut auf den Mund." Magussi zuckte bei den in scherzendem Befehl gesprochenen Worten des Vaters zusammen; glühendrot wurde sie, als sie jetzt Eduards Gesicht dicht vor dem ihren sah — und dann — sie hätte ihn von sich stoßen mögen — seine Lippen suchten ihren Mund. Herb verschlossen, in stummer Abwehr hielt sie den ihren. Unbeschreibliches ging in ihr vor; sie kam sich entwürdigt, entheiligt vor; fühlte Eduard Weiser denn nicht, wie widerwärtig er ihr war in diesem Augenblick?" Der Kommerzienrat ließ Sekt bringen; man wollte auf das Wohl des Brautpaares trinken. Gezwungen nur nippte Magussi aus ihrem Keich. Der Vater hielt ihr sein Glas entgegen zum Anstößen; mit bösem Blick sah sie ihn dabei an. Dann setzte sie das Glas so hart auf den Tisch zurück, daß der Fuß abbrach und die perlende Flüssigkeit ihr über die Hand rann, sich mit den roten Blutstropfen vermischend, die aus der leichten Schnittwunde, die sie sich am Zeigefinger zugezogen, hervorquollen. Sie wickelte ihr kleines Taschentuch darum, das sich bald purpurn färbte. „Ah, Scherben bringen Glück!" rief mit gut gespielter Heiterkeit die Kommerzienrätin, der aber gar nid)* so zumute war; denn Magussis Haltung flößte ihr eine unbestimmte Besorgnis ein. Noch kaum ein Wort hatte sie gesprochen, und jeder Zoll an ihr war eisige Ablehnung. „Ja, Glück, Magussi, viel Glück sollen dir die Scherben bringen, — so viel ich geben kann, und das ist nicht wenig!" sagte Eduard innig. „Komm, lasse die Wunde sehen!" Magussi entzog ihm die Hand wieder, die er gefaßt, und verbarg sie auf dem Rücken; kurz wehrte sie: „Es ist nicht der Rede wert." „Ich habe ein kleines Pflaster dafür!" Er nahm aus seiner Brieftasche ein Büchlein mit Heftpflaster, von dem er ein Stückchen lostrennte. Trotz ihres Widerstandes faßte er ihre Hand und klebte das Pflaster auf die kleine Verletzung; das Taschentuch mit der feinen Spitzenkante steckte er in seine Tasche. „Danke!" Sehr kühl und abweisend klang dieses eine Wort. „Einen Augenblick, Magussi! Es ist noch nicht ganz in Ordnung." Er griff nochmals in die Tasche und brachte ein Kästchen hervor, dessen Deckel er aufspringen ließ, — „ein zweites Pflaster, meine Magussi!" Und im nächsten Augenblick funkelte an ihrer linken Hand ein köstlicher Brillant, fast zu groß und schwer für diese kinderhaste Hand. Mit Staunen und Bewunderung sah die Kommerzienrätin dieses herrliche Geschenk, für das die junge Braut gar keinen Blick hatte. Auch der Kommerzienrat war ein wenig überrascht über die Kostbarkeit der Gabe, — der Ring war ein Vermögen wert! „Und die Verlobungsringe besorgen wir zusammen, meine Magussi. Ich denke, wir fahren mit der Mama jetzt gleich zu meinen Eltern und dann nach der Stadt." „Er kann die Zeit wohl nicht erwarten, bis er mir die bindende Fessel angelegt hat!" dachte Magussi feindselig. Sie glaubte ihn zu hassen, ihn, der so gewaltsam von ihr Besitz genommen. Immer noch fühlte sie peinlich den Druck seiner Lippen. Das erstemal, daß eines Mannes Mund den ihren berührt — ohne ihren Willen, und das hatte sie in ihrem keuschen, mädchenhaften Empfinden tief verletzt. Ihre Verlobung hatte sie sich überhaupt anders gedacht, — sich in hingehender Lieoe an einen Mann zu schmiegen und in seliger Erwartung dem ersten Kuß entgegenzuzittern — und um dieses Glück hatte man sie gebracht. Und dennoch hatte sie alles geduldig über sich ergehen lassen und hatte nicht widersprochen, wie sie sich doch fest oorgenommen? Wie klein erschien sie sich vor sich selbst, daß sie nicht so viel Mut aufgebracht; jedoch unter den Augen des Vaters, die nicht von ihr wichen, war sie nicht mehr Herrin ihres Willens geblieben; dieser strenge Blick lähmte sie förmlich. Aber sobald sie Gelegenheit hatte, mit Eduard allein zu sein, würde sie ihm ganz offen und ruhig sagen, daß sie ihn nicht liebe und nur vom Vater gezwungen seine Braut geworden sei. Das nahm sie [i-'i fest vor. Es drängte Eduard jetzt, sie seinen Ellern als Tochter zu bringen. Er hatte Magussi schon immer geliebt, hatte sich aber bescheiden in Entfernung gehalten, da ihm zum Hofmachen und Flirten jegliches Talent fehlte. Nun war sie dennoch die Seine geworden. Das Glück leuchtete ihm aus den ehrlichen braunen Augen, als er mit der Braut und ihrer Mutter durch die Straßen der Stadt fuhr. Jeder blickte sich nach ihnen um, und schmerzhaft beinahe fühlte Magussi das Geranne und Getuschel — die lieber» rajchung ihrer Bekannten. Denn ihre Verlobung war für jeden eine Ueberraschung — für sie selbst ja die größte! Und vor allem — was würde Lilo von Äonfilius sagen! Sie kam sich der Freundin gegenüber so schuldbewußt vor, so versteckt und hinterhältig! Als ob ihre Gedanken Lilo herbeigezogen — da, war sie das nicht, die da eben aus einem Pelzgeschäft heraustrat? Groß und erstaunt wurden Lilos schwarze Augen, als sie Magussi in Begleitung von Eduard Weiser erblickte; einen Augenblick hemmte sie chre Schritte, um stebenzubleiben, besann sich jedoch anders und ging fremd weiter, ohne zu grüßen. Nein, das durfte nicht fein! Magussi ließ das Auto halten, des Widerspruchs der Mutter nicht achtend. „Lilo, Lilo!" rief sie, sich erhebend, worauf die Gerufene, innerlich voll Neugierde, umkehrte und die Herrschaften im Wagen begrüßte. Magussi verstand wohl den fragenden, verwunderten Blick der Freundin; abwechselnd rot und blaß wurde sie; sie brachte es jedoch nicht über die Lippen, zu sagen, daß sie sich verlobt. „Es freut mich, Frau Lilo, daß Sie die erste unserer Bekannten sind, denen ich das neueste Brautpaar vorstellen kann — Magussi und Herr Weiser!" sagte die Kommerzienrätin mit sehr gemessener Freundlichkeit, dabei auf die Neuverlobten deutend. „Du hast dich verlobt, Magussi, und hast mir nichts vorher davon gesagt? O, ganz böse muß ich dir sein über diese Heimlichkeit —" ,,x)d) halle ja noch keine Gelegenheit, Lilo! Morgen werde ich es nachholen. Vielleicht besuchst du mich —" Lilo schüttelte den Kopf. „Das ist unmöglich, Magussi, nach den Zeilen deines Vaters, die mir sehr weh getan haben!" „Ich wußte nichts davon", entgegnete Magussi leise, „Papa hat im Merger über mich geschrieben. Wir müssen uns unbedingt über Verschiedenes aussprechen." Lilo verstand den bedeutungsvollen Blick, den ihr Magussi bei diesen Worten zuwarf; sie nickte; denn sie war sehr neugierig zu erfahren, wodurch diese überraschende Verlobung so schnell zustande gekommen. Sicher durch Zwang des Kommerzienrats; den Eindruck einer glücklichen Braut machte Magussi ganz gewiß nicht. „Du rauchst nicht?" „Nein, danke, Lilo." „Du hast jetzt aber doch nicht mehr nötig, so viel Rücksicht auf deine Stimme zu nehmen, da du deine Künftlerträume hast begraben müssen —" Magussi sprang auf; sie legte die Hand gegen die Stirn — „ad), quäle du mich wenigstens nicht, „Wer quält dich denn, Liebe?" „Alle und alles!" Die beiden Freundinnen faßen in Lilos sehr phantastisch eingerichtetem Damenzimmerchen. Alles Mögliche hatte Lilo zusammengetragen, damit es recht eigenartig wirkte, und bunt und lebhaft waren die Farben der Kissen und Decken; es gab für das Auge kaum einen Ruhepunkt in diesem Raum der das überspannte Wesen seiner Bewohnerin wider- spiegelte. „Sprich dich aus, Liebste! Du weißt ich meine es gut mit dir. Armes Kind! Aus einer Gefangenschaft in die andere! Aus der Gefangenschaft der Eltern in die Gefangenschaft der Ehe! Nun sage mir, wie alles so schnell gekommen ist!" „Den Anstoß dazu gab die Fahrt mit dir nach Leipzig. Papa befahl — ich sollte dadurch von meiner Theaterleidenschaft geheilt werden. Als ob das möglich wäre—" „Nun, wenn man einen fo netten Verlobten hat! Eduard Weiser ist einer der bestangezogenen Herren der Stadt. Du liebst ihn doch?" „Nein!" Ganz hart und klar klang dieses „Nein"« „Und bist dennoch seine Braut geworden?" ,Lch sagte dir schon — auf höheren Befehl! Wie habe ich mich gegen Papas Bestimmung gesträubt — und zuletzt mußte ich mich doch fügen. Die stärksten Willen kann er zerbrechen. Und dann war da die Mama — sie tat mir so leid! — So lasse dir erzählen, was ich durchgemacht! — Viel Zeit habe ich nicht. Diese Stunde jetzt habe ich Mama förmlich abgetrotzt — Punkt halb sechs steht der Wagen vor deiner Tür. Ich kann nicht mehr über mich verfügen." (Fortsetzung folgt.) Große Posten Reste 5021 A Modehaus 5025 A rirwiirr '.rm Seiden-Stoffen Kleider-Stoffen Sommer-Stoffen Baumwollwaren trotz unserer weit und breit bekannt niedrigen Preise noch außerdem bedeutend ermäßigt Jetzt im Saison-Schlußverkauf allerniedrigste Preise! schützen Ihre leicht. Sommer-Kleider vor Schmutz und vorzeitigem Verschleiß. Em kösthches, verwickeltes, überraschungsreiches Lustspiel, das die Personen der Handlung übermütig durcheinander wirbelt und helle Freude und Lachen auslöst! 5033 c Weitere Hauptrollen: Llnl Ama, Ida Wüst Otto Wallburg, Paul Otto. Dazu: AaserwähHes Beiprogramm und neue Ufa-Ton-Woche. [Verschiedenes | Abendkurse Näh- n. 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Gießen, Tel.2332 |W im Alter von 93 Jahren durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Gießen (Löberstraße 181), den 9. August 1933. 5030 D im fast vollendeten 55. Lebensjahre. Gießen, den 10. August 1933. Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Trauerfeier in der Stille statt 04703 8 Die Trauerfeier findet Freitag, 10. August, nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bitte abzusehen. Gott dem Herrn hat es gefallen, heute vormittag 11.30 Uhr meinen lieben, herzensguten Gatten Gestern mittag entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guterVater, Schwiegervater, Bruder,Schwager und Onkel Im Namen der Hinterbliebenen« Ida Klemmrath und Kinder In tiefer Trauer: Hermine Kattrein ä; ff Billig und guf kaufen Sie in KAISER’S geschah ff Ur. 185 Zweites Blatt birkener Anzeiger IGeneral-Anzeiger für Oderhessen) Donnerstag, 10. August 1955 ungs. enschen nach Hessische Bauernkammer teilt uns [| Verschiedenes ir» JU n, 5. ’d ? apitalnot bei uns altertüm- die briti» IMS nach weit größer ist als anderswo. Aber die (Erfahrungen, die wir Deutschen mit der früheren Inflation hatten, schreckten vor neuen Wäh- Fliegender Holländer im Stillen Ozean Die mit: In Diese Kraft. Der Kamerajagd aufs Murmeltier. Die Zeiten, da die Savoyarden mit ihren gezähmten Murmeltieren durch (Suropa zogen und dazu ihre Lieder sangen, von denen manche in den Kinderreim übergegangen ist, sind vorbei. Der gewöhnliche Sterb- liche weih heut kaum noch, wie ein Murmeltier aus- siebt, wenn er es nicht einmal im Zoo gesehen hat. Der Beobachtung dieser scheuen Bager in der Freiheit stellen sich die größten Schwierigkeiten entgegen. Das muhteAlatoar vonBoroviczeny erfahren,als er mit der Kamera auf die Murmel-Jagd ging. Bor allem darf man dabei nicht in die Witterung des Tieres kommen, denn kein anderes Geschöpf in Europa hat einen so fein ausgebildeten Geruchsinn. 2luf 300 bis 400 Schritt verrät dem Murmeltier der Wind das Herannahen des Menschen. Ein schriller Pfiff I und im nächsten Augenblick sind die Murmeln in ihren Bauen und Aotröhren verschwunden Wenn man sich aber glücklich in ihre Bähe geschlichen, dann wird Geduld und Ausdauer durch ein entzückendes Schauspiel belohnt. .Mit Staunen sah ich die Rielter- fünfte eines dieser scheinbar so unbeholfenen Gesel- len," schreibt der Derlaffer in einem Aufsatz der bei Hugo Berrnühler in Berlin erscheinenden Zeitschrift .Der "Naturforscher", „mit denen er - wie eine Gemse - Felswände, die senkrecht in den Abgrund stürzen, in unglaublicher Geschwindigkeit emporkletterte, um zu seinem Bau hoch oben in der Wand unter einer Felsplatte zu gelangen. Wenn man ein ausgewach- lenes Murmeltier sieht, das beinahe so groh wie ein Feldhase, aber dick wie ein kleiner Eisbär ist, glaubt man, es könne sich kaum bewegen. Man meint, wenn man es träge aus dem Bau kriechen sieht und mühsam sich aus eine Felsplatte schleppen, wo es sich wie ein Fettfleck zum Sonnen hinlegt, dah mit diesen .Gängen" die Grenzen seiner Beweglichkeit erschöpft seien. Aber plötzlich erschrickt das Tier vor etwas. Es stöht einen schrillen Pfiff aus, und im vollsten Sinne des Wortes fegt es dahin, in langen, fliegenden Sähen — wie ein Hase!" Das Sprichwort, das den tiefsten Schlaf mit dem eines Murmeltieres vergleicht, erinnert an die Bedeutung seines Winter- schlases. Wenn im Spätherbst die Blüienpracht der Wiesen erloschen ist, dann schließen die Tiere, die schon vorher immer mehr Wasser zu sich genommen unö so die Gedärme für die etwa sieben Monate dauernde Zeit des Winterschlafes gereinigt haben, ihren Dau von innen fest zu und legen sich halb rund, die Schnauze fest unter den Bauch gedrückt, zum Schlafe hin. Immer langsamer wird die Atmung und im gleichen Maße sinken Herztätigkeit und Körperwärme. Aach mehreren Stunden stellt sich der Starrschlaf ein; dann ist die Körperwärme aus etwa 12" gesunken und bleibt so den ganzen Winter yindurch. Gleichsam als Ofen dient die Wärmeabgabe des Heus, das das Lager der Tiere bildet. Bringt man ein im Winterschlaf befindliches Murmeltier in einen warmen Raum, fo fängt es bei etwa 17" an liefet SU atmen, läfj bei 20" ein deutliches Schnarchen vernehmen, streckt dann die Glieder, erwacht, bewegt sich taumelnd und beginnt, wenn es munter geworden ift, zu fressen. Hält man ein gefangenes Murmeltier den Winter hindurch im geheizten Zimmer, so bleibt der Winterschlaf aus. Sie Silbnng des MchversorgmWverbandes Mein-Min. und nach wieder in die Arbeitsarmee eingereiht. Der Arbeitsverdienst macht sie wieder zu Verbrauchern, und dieser Mehrverbrauch erzeugt allmählich Bedarf, regt die Produktion an, führt zur lieber- Windung der Arbeitslosigkeit. Scheinbar führt das amerikanische Aufbauprogramm schneller zum Ziel, als das deutsche, das mühsam ist. In den Bereinigten Staaten rungsexperimenten ab. Deutschland vermied den Umweg der Abwertung und ging den weit schwierigeren Weg des natürlichen Wiederaufbaus der Wirtschaft durch § 7. Anordnung tritt am 7. August 1933 in Reichskommissar für Milchwirtschaft: Freiherr von Kanne. Oie Veranstaltung von deutschen Wochen. Letzte Ernte im Westen. Bon Charlotte Hauser. Heber 21acht hatte der Mobilmachungsbefehl die jungen Männer aus dem Dorfe geholt. Aus dem Hause meines Vaters gingen in wenigen Tagen drei Söhne; zwei auf Befehl, einer freiwillig. Daß sie gingen, war selbstverständlich. Es wurden nicht viel Worte gemacht. Die Mutter packte die Sachen, jeder der Brüder nahm fein Bündel. Man reichte sich die Hand, »unser Herrgott sei bei dir", sagte der Vater. So waren die Brüder gegangen. Sie waren in der Wirtschaft des Vaters Stützen getoefen, denn in meiner Heimat arbeitet der Bauer mit feinen Kindern, die Kinder sind sein Gesinde. Aber was ein rechter Bauer ist, der hat mehr Kinder als nur zwei oder drei. Mein Vater hatte neun, und nun die Brüder weg waren, traten in der Arbeit wir jüngeren Geschwister an ihre Stelle. Die Ernte war erst zum Teil geborgen. Es stand noch der Weizen, der spät reifte. Verordnung befahl, daß alles Getreide schnell geschnitten und geborgen werden sollte. Kein geschnittenes Getreide durfte über Aacht auf den Feldern bleiben, denn es bestand die Gefahr, daß Spione die Getreidehaufen anzündeten. Hnfere Heimat war Grenzland geworden, nachdem oas Elsaß als Aufmarschgebiet galt. Wer konnte wissen, ob der Feind nicht in wenigen Tagen das Land überschwemmte. Wir bäuerlichen Bewohner des Dorfes fühlten uns als Soldaten; der Rhythmus des Krieges, der uns so nahe war, packte uns ganz. Frühmorgens schon brachten uns- die Pferde mit unseren langen Leiterwagen auf die Felder. 3n Dämmerung noch fuhren wir dahin und wenn die Sonne aufging, waren wir schon an der Ar- beit. Meine älteren Schwestern nahmen die Sensen zur Hand wie Männer und mähten, vom Vater geführt, den Weizen. Hnter dem rhythmischen Geräusch des Schneidens fiel er in schweren Schwaden. Wir Jüngeren gingen mit Sicheln hinterher, teilten die Schwaden in kleine Büchel und legten sie auf die Stoppel, dabei die Halme auseinanderziehend, damit sie trocknen konnten. Der Weizen stand besonders schön in jenem Fahr. OHein Vater hatte ein Experiment gemacht und Weizen gesät auf Boden, von dem man bisher angenommen, daß er dafür nicht besonders günstig Stvei Aufbauprogramme Roosevelt und Hitler. Don unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter. j Ehe Vein jkmnnbcrmcHtctm / ylekfmraf;e36öati. r-Beg. berSlurfe-.am son-ScWußverfaui iste Weise! getragen. Später sah man das Schiff in der Lagune, aber es stach sofort in See, als der Beamte her Insel mit einigen Begleitern an die Küste kam. Später wurde dieser „fliegende Holländer" des Stillen Ozeans in der Nähe einer anderen Inselgruppe gesichtet. Die benachrichtigten Engländer versuchten, sich geräuschlos zu nähern, aber Die Mannschaft bekam Witterung und stach sofort in See. Gewehrschüsse wurden ihnen ohne augenscheinliche Wirkung nachgesandt. Als man dann oas Schiff in Booten verfolgte, verschwand es mit großer Schnelligkeit. Ein ähnliches geheimnisvolles Fahrzeug ist vor einigen Monaten in der Salomo Gruppe aufgetaucht. Auf Deranlassung der Hessischen Bauernkammer wurde im vergangenen Jahr eine „Hessische Arbeitsgemeinschaft deutsche Woche" gebildet, der die verschiedenen Berufsvertretungen von Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie, ferner die Vertreter der Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenschaft, sowie des Schul- und Bildungswesens und der Presse angehörten. • Bereits im vergangenen Jahr hatten diejenigen Städte, welche die deutsche Woche durchführten, ort- liche Arbeitsgemeinschasten und Aus- schuf se gebildet. Während der deutschen Wochen, die im ganzen Deutschen Reich in diesem Herbst wieder in den Monaten Oktober und November stattfinden, werden die Verbraucher durch Rundfunk, Ausstellung von deutschen Erzeugnissen in Schau- fenstern oder Ausstellungsräumen, Werbeumzüaen, Hausfrauen- und Kindernachmittage, sPvie sonstige Veranstaltungen auf den Wert der deutschen Er- Zeugnisse und ihre BedeutungfürdieVolks- wirtschaft eindringlichst hingewiesen. Es darf angenommen werden, daß gerade in diesem Jahr die deutschen Wochen mit besonderem Erfolg durchgeführt werden können. Es sollten sich deshalb alle größeren Städte, deren Verbraucherschaft für die verschiedenen Berufszweige von Bedeutung ist, an diesen Veranstaltungen beteiligen. Es besteht ferner die Möglichkeit, die deutschen Wochen mit der vom deutschen Handwerk in der Zeit vom 15. bis 2 0. Oktober für das gesamte Reichsgebiet in Aussicht genommenen Werbewoche in Verbindung zu bringen und damit die Verbundenheit aller Wirtschaftszweige im nationalsozialistischen Staat zum Ausdruck zu bringen. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der Ar- deitsgemeinschaft deutsche Woche bei der Hessisch-n Bauernkammer, Darmstadt, Rheinstraße 62. Der Beauftragte für den Milchversorgungs- verband Rhein-Main, Diplom-Landwirt Birkenholz, Frankfurt a. 2D., bittet uns um die Aufnahme folgender Anordnung: Auf Grund des § 38 Abs. 7 des Milchgefetzcs vom 31. 3ult 19C0 (Reichsgesehblatt I 6. 421). in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Aenderung des Milchgescyes vom 20 Juli 1933 (Reichsgesehblatt I S. 527) erlasse ich unter Aufhebung meiner Anordnung, betreffend die Bildung des Milchversorgungsverbandes Hessen, vom 10. Juni 1933 als Beauftragter des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft folgende Anordnung: § 1. Zur Regelung des Absatzes und der Verwertung von Milch und Milcherzeugnissen in dem in § 2 näher bezeichneten Verbandsgebiet werden sämtliche a) Betriebe, welche Milch erzeugen, b) Betriebe, welche Milch oder Milcherzeugnisse bearbeiten oder verarbeiten, c) Betriebe, welche mit Trinkmilch. Magermilch und Rahm handeln, zu einem Verband zusammengeschlossen. Der Verband führt den Ramen „Milchversorgungsverband Rhein-Main" und hat seinen Sih in Frankfurt a. M. Der Verband ist rechtsfähig. § 2. Das Derbandsgebiet umfaßt: a) vom Land Hessen: die Provinz Ober- Hessen, von der Provinz Startenburg die Kreise Darmstadt, Dieburg, Groß-Gerau, Offenbach; vom Kreis Erbach die Gemeinden nördlich der Linie Schöllenbach, Hetzbach, Hüttenthal, Ober-Hiltersklingen, Weschnitz, ausschließlich der vorerwähnten Gemeinden; vom Kreis Bensheim die (9c- meinben nördlich der Linie Lorsch, Biblis, Wattenheim, Nordheim, ausschließlich der vorerwähnten Gemeinden; von der Provinz Rheinhessen die Kreise Mainz, Bingen, den Kreis Oppenheim mit Ausnahme der Gemeinden Bechtolsheim, Biebelsheim, Eimsheim, Gabsheim, Guntersblum, Hil. lesheim, Ludwigshöhe, Spiesheim, Wintersheim, Iversheim, den Kreis Alzey, mit Ausnahme der Gemeinden Albig, 2Ihei), Dautenheim, Dintesheim, Erbes-Büdesheim, Esselborn, Flomborn, Framersheim, Freimersheim, Gau-Köngernheim, Gau-Odern- heim, Kettenheim, Heimersheim, Heppenheim, Schafhausen, Wahlheim, Weinheim; b) von Preußen: den Regierungsbezirk Wiesbaden, von dem Regierungsbezirk Kassel die Kreise Marburg, Kirchhain, Hünfeld, Fulda, Schlüchtern, Gelnhausen, den Stadt- und Landkreis Hanau, vom Regierungsbezirk Koblenz den Kreis Kreuznach; Die Zeiten, in denen die Preisbilduna an den amerikanischen Weltbörsen auch für Die Gestaltung unserer deutschen Inlandpreise maßgebend war, sind vorüber. Dennoch sind die Erfahrungen, die Die Vereinigten Staaten augenblicklich bei Dem Versuch, Die Preise künstlich hochzutreiben, machen müssen, auch für uns Deutsche sehr lehrreich. Amerika unD Deutschland standen, als Die Weltwirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreicht hatte, vor einer im Grunde genommen ganz ähnlichen Lage. Der Rückgang des Verbrauchs hatte einen großen Teil des Wirtfchaftsapparats zum Stillstand gebracht. Die Menschen, die diesen Produktionsapparat bedient hatten, waren beschäftigungslos geworden. Arbeitslose Menschen haben aber nur einen sehr geringen Konsum. Darum wurde mit der Ausbreitung der Arbeitslosigkeit der Verbrauch immer geringer, und dadurch wurden dann wieder neue Menschen arbeitslos gemacht. Diesem Kreislauf, der zum völligen Nieder» bruch der Wirtschaft und zu fortwährender 23er- schlimmeruna Der Not führen mußte, schien der größte Teil der Menschheit nicht mehr entrinnen zu können. In dieser Hinsicht unterschied sich die Lage in Amerika kaum wesentlich von der in Deutschland, mochten auch Die Ursachen und das Ausmaß der Wirtschastsnot sehr verschieden sein. Die Regie- rung der Vereinigten Staaten sah sich ebenso wie Deutschland vor Die Aufgabe gestellt, aus Dem Kreislauf zwischen Arbeitslosigkeit, Preissturz und Verbrauchsrückgang irgendwie herauszukommen, Die beschäftigungslosen Menschen roieDer zur Arbeit zurückzubringen. Weber in Den Vereinigten Staaten, noch in DeutschlanD konnte Diese ungeheuer schwierige Aufgabe mit Den alten parlamentarisch-demokratischen Mitteln gelöst werden. Hitler und Roosevelt gleichen sich bei aller sonstigen Verschiedenheit Darin, daß sie sich von DenHemmungendes Par- ^amentarismusfreige macht haben. Roose- oelt trifft heute seine Anordnungen, Die er zur Rettung der amerikanischen Wirtschaft für Notwendig hält, vollkommen autokratisch. Seine Vollmachten sind so weitgehend, wie es nur irgend denkbar ift. Das ift in Notzeiten, in denen es um Sein oder Nichtsein geht, gar nicht anders möglich. In bezug auf Den Aufbauwillen und in Der Heber- zeugung, daß Dieser Aufbau nicht Durch Diskussionen und parlamentarische Beschlüsse, sondern n u r D u r ch die schövferische Idee Des Führers geleistet werden kann, besteht zwischen Roosevelt und dem deutschen Nationalsozialismus weitgehende Uebereinftimmung. Der italienische Faschismus hat diesen neuen Weg des Aufstiegs zum ersten Male beschritten, und eine Nation nach Der anDeren wird durch Den Zwang Der Entwicklung auf ihn gedrängt. Dagegen besteht bei aller Ähnlichkeit der Wege und Methoden ein Unterschied in bezug auf dieMittel, die in Amerika und inDeutsch- land von Der neuen Führung angewandt worden sind, um die nationale Wirtschaft aus Der Depression und aus dem verderblichen Kreislauf, in den sie geraten war, herauszubringen. Roosevelt hat in der Auswertung des Dollars das nach seiner Meinung richtige Mittel zur Belebung Der Wirtschaft gesehen. Sie gab ihm die Möglichkeit, ungeheure Kredite in Die kapitalleer gewordene amerikanische Wirtschaft hineinzupumpen. Aus diese Weise wollte er die Preise ft e i g e r n , Den Waren- umlauf beschleunigen, den Produzenten wieder Beschäftigung schaffen und so schließlich durch n lür Damen: ErtS? bunte® gtyCk * ’SsStsv, lÄßW*" 5015 A unmittelbare Erzeugung echten Beto a r f s. Durch toie 21 r b e 11 s b e f ch a s f Programme werden toie deutschen Mensct sei. Das Experiment war gelungen. Kräftig im Halm, noch voller und kräftiger aber in der Aehre standen die Felder. Es war eine Lust, diese Ernte zu bergen. Zu dieser Lust trat der heroische Ernst jener Tage. Der Krieg war nicht weit; wir hörten ihn deutlich. Während wir rastlos uns in der Arbeit beugten, während wir schnitten und nahmen, ohne ein Wort zu sprechen, klang fern und andauernd ein dumpfes Rollen. Das war kein Gewitter, der Himmel stand klar und blau über uns, das waren die Kanonen von Mühlhausen. Dort kämpften vielleicht schon unsere Brüder, die Freunde, mit denen meine Schwestern verbunden waren. Man fürchtete und hoffte und ließ sich rastlos von der Arbeit treiben. Wir Jüngeren standen ernsthaft in der Reihe der Erwachsenen, das Kindsein war vergangen. Das Schneiden dauerte immer bis zum frühen Mittag. 3n der Pause, die dann folgte, lagerten wir im Schatten einer Daumgruppe, tranken kühles Wasser aus Krügen, die wir in die Erde gegraben hatten, aßen Brot und Quarkkäse, die bescheidene Speise unserer Heimat. Rach der Pause begannen wir mit dem Binden des Weizens, der jetzt ganz trocken geworden war. Heiter ist diese Qlrbeit im Gegensatz zu dem sakralen Emst des Schneidens. Das ferne Grollen der Schlacht bedrückte uns weniger, die Landschaft in ihrer Ruhe und Heiterkeit nahm es ausgleichend auf, schloß auch uns ein in das Blau des Himmels, in das Wehen der Luft. Wir waren eins mit unseren Feldern, die wir bebauten, waren nichts als Kinder der Ratur, die auch den Krieg trugen, wie ihn vor tausend 3ahren unsere Ahnen getragen, selbstverständlich und stolz. Die Schwestern nannten scheu die Ramen ihrer Liebsten, wozu der Vater still lächelte; toir 3ün» geren sprachen von den Brüdern. Klang das Rollen besonders stark, dann schüttelten wir die Faust gegen Westen. Wir banden die Garben und beluden unfeae Wagern, so daß sie breit und schwer über die Feldwege schwankten. Stolz gingen wir hinterher müde, aber doch so gelöst von Luft und Sonne, dah wir die Fühe noch leicht vom Boden heben konnten. Aus dem 2Bege zum Dorf kreuzten wir die Bahnlinie, auf deren Schienen Tag und Rächt die Truppentransporte gegen Westen rollten. Da war immer wieder Winken hin und her und hoch und Hurra und Gesang „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen". Wir schritten hinter unserem Erntewagen wie Soldaten... Zur vorläufigen Wahrnehmung Der Befugnisse der nach § 38 Absatz 8 des MilchgeseyeS einzusehenden Preisausschüsse wird dem Beauftragten ein vorläufiger PreiSauSschuß beigegeben, der besteht aus: a) 4 "Vertretern der Milcherzeuger, b) je 1 Vertreter der Bauernkammer in Darmstadt, Wiesbaden, Kassel und Würzburg, c) 2 "Vertretern von Genossenschaftsmolkereien, d) 1 Vertreter von Privatmolkereien, c) 2 Vertretern des Handels, f) 2 Vertretern der Verbraucher. Die "Vertreter, mit Ausnahme der unter b) genannten, werden von dem Reichskommissar im Benehmen mit den Zuständigen Organisationen bestellt. 8 6. Verstöße gegen "Bestimmungen unb Anweisungen, die auf Grund dieser Anordnung ergehen, werden von mir mit einer Ordnungsstrafe bis zu 300 Mark im Einzelfalle belegt. Auf diese Strafen findet die Zweite Preußische 23erori>nung zur Durchführung des 2Nilchgesehes vom 6. Oktober 1932 (Gesetzessammlung S. 325) mit Ausnahme von Artikel 1 Abs. 1 und 2 Anwendung bzw. erfolgt die "Beitreibung im Wege des "Bertoal- tungszwangsverfahrens sowie der geltenden landesrechtlichen 23eftimmungen. Die eingezogencn Strafgelder fließen dem Milchversorgungsverband Rhein-Main zu, soweit sie nicht auf Grund der genannten Verordnung anderen Stellen oerblei» haben drei Monate genügt, um eine Vertooppe- lung der Weizenpreise heroorzurusen und ebenso Die übrigen Warenpreise steil in die Höhe schnellen zu lassen. Der amerikanische Warenumlauf belebte sich in rapidem Tempo. Es gab Dann freilich Rückschläge in Gestalt von neuen Preiseinbrüchen. Aber es ist trotzbem möglich, Daß Roosevelt, wenn auch auf Zickzackkurven, schließlich zu feinem Ziele gelangt. Doch ebensowenig unterliegt es einem Zweifel, daß Deutschland Die Mittel Roosevelts nicht an- wenden konnte, und Daß daher der Weg Hitlers und Des Nationalsozialismus für Deutsch. lanD der einzig richtige und der einzig gangbare ist. Roosevelt vermag Die Währung unb Die Preise zu manipulieren, um Die amerikanische Wirtschaft wieder anzukurbcln unb so mittelbar bie leergeworbenen Arbeitsplätze wieder zu besetzen. In Deutschland blieb nichts anderes übrig, als den d i r e k t e n W e g zu gehen unö den Großkampf gegen die A r d e i t s l o s i g - feit aufzunehmen. Erhöhungdcs Verbrauchs die Wirtschaft zu gesunder Funktion zurückführen. 2luch für Deutschland hätte es nahegelegen, diesen Weg zu beschreiten, und das um so mehr, als wir ja ohnehin nur noch eine geringe Gold- und Devisendecke für unseren Notenumlauf besitzen und die St MSäg ^Mjfi " 'N Lilos lehr nho *6 i to® Äug« Wwä 2u r Jtun läge mir, Ne mÄ1 ««'M Verlobten Hoti ^gezogenen Herren lr klang dieses „Wein', aut geworden"-' t höheren Befehl! Wie qtunmung gesträubt - Wen. Die stärksten wo bann war da bie h ' lasse bir er« l- ~ D>el Zeil habe ich >be ich Mama förmlich )S sieht der Magen vor wehr über mich verfolgt.) u Abendkarte । Näh- n-ZniduL-Kuri J erteilt bei bin. Be« q‘ rechnungMitwochs •' und Freitags von 8 bis 10 Uhr abend» Ein geheimnisvolles Schiff, das einen l'chen unb verwahrlosten Einbruck macht, aber eine Schnelligkeit von 20 Knoten erreicht, bat t:: scheu Beamten auf ber Ellice Island-Gruppe, etwa 1000 Km. nörblid) von ben Fidschi-Inseln, in Den letzten Wochen in Aufregung versetzt. Das Schiff, von dem man annimmt, daß es mit etwa 20 Japanern bemannt ist, tauchte an verschiedenen Küsten ber Ellice-Gruppe auf und erschien auch vor ber Hauptinsel Funafuti. Das fonberbare Fahrzeug, bas einen unheimlichen unb geisterhaften Eindruck macht, wurde zuerst von eingeborenen Fischern beobachtet, bie den Behörden meldeten, ein sonderbares Schiff habe an dem ber Insel vorgelagerten Riff Anker ausgeworfen. Sie wären von bem Kapitän an Bord gerufen worden unb dieser habe sie in englischer «spräche über Verschiedenes ausgefragt, auch Einzelheiten über bie Lage ber Inseln in eine Karte ein- und ^Berufs- Kitte I c) von Bayern: bie Bezirke Aschaffenburg Stabt unb Lanb, Alzenau, Dbernburg unb Milten- berg. Sämtliche hessischen Gemeinben, bie nach ber in Abs. 1 genannten Abgrenzung bes Verbanbsgebietes nicht zu bem Versorgungsverband Rhein-Main gehören und rechts des Rheins liegen, unterstehen dem milchwirtschaftlichen Zusammenschluß Nordbaden, Geschäftsstelle: Heidelberg, Loch« heimer Straße 3, und soweit sie links des Rheins liegen, dem Milchversorgungsverbanto Pfalz, Geschäftsstelle: Kaiserslautern, Dr.-Frick-Straße 11. § 3. Die Rechte und Pflichten der Verbandsmitglieder und die sonstigen Rechtsverhältnisse des Verbandes regeln sich nach der von mir zu erlassenden Satzung. § 4. Der Verband kann: a) die von den Mitgliedern des Verbandes zu liefernde Menge Trinkmilch festsetzen; b) bestimmen, wie bas Sammeln unb Beförbern ber Milch zu geschehen hat; auch Maßnahmen zur Verbilligung dieser Tätigkeit treffen; c) oorschreiben, an oelche Stelle bie in ben Verkehr zu bringenbe Milch zu liefern ist, insbe- svnbere auch bie Lieferungen an Be- ober Verarbeitungsbetriebe anorbnen; dabei muß ben Mitgliebern, bie Inhaber von Erzeugerbetrieben finb, grunbsätzlich bie Entscheibung barüber überlassen werben, in welcher Weise sie bie von ihnen gewonnene Milch innerhalb ihres Betriebs verwerten wollen; d) oorschreiben, von welcher Stelle Milchhändler und sonstige Milchverteiler Milch zu beziehen haben; e) einen Ausgleich der Absatzverhältnisse für Irinf- unb Werkmilch herbeiführen unb zu diesem Zweck eine Ausgleichsabgabe erheben; f) die Art ber Verrechnung unb Bezahlung ber Milchlieferungen regeln; b) wirtschaftlich angemessene Milchpreise unb Han- belsspannen im Verkehr mit Milch unter Be- achtung ber Vorschrift bes §5 Abs. 2 festsehen; h) anorbnen, daß Erzeugerbetriebe sich örtlich zusammenschließen ober sich bestehenben örtlichen Vereinigungen anschließen; i) zur Deckung der Verwaltungskosten von ben Mitgliebern bes Verbanbes Beiträge nach Maß- gäbe ihrer Milchlieferungen erheben. 8 5. Bis zur orbnungsmäßigen Bestellung der Organe bes Verbanbes nach ben Vorschriften ber zu erlassenen Satzung wirb mit ber vorläufigen Wahr- nehmung ber Aufgaben unb Geschäfte bes Verbandes ber Dipl.-Lanbwirt I. Birkenholz, Frankfurt a. M., Bethmannstraße 50, beauftragt. 15.3eut.33. tbxwx werb, lägt btetiUfo s tckbS. entgegen gen. W-1ÄI fc|nm l.Hvuochek fm -1 Bauzwecke gesucht, । promote Zinsmblz. 1 wird ^gesichert. , Tchr. Ang. u.04695 I an den Giek. Ank genievFf BADffiANKWUWO« ir.ai AwefrRweu**» ben vergangenen beiben Jahren haben auch in hessischen Stählen die soaen. „deutschen Wochen" ftattgefunben. Ihr Zweck ist, die Derbraucherschaft unb insbefonbere die Hausfrauen auf den Wert deutscher Erzeugnisse und die Vcrantwor- tung jedes einzelnen gegenüber dem Gesamtvolk in der Richtung hinzuweisen, daß bie Arbeitslosigkeit nur bann beseitigt werben kann, wenn in erster Linie beutsche Erzeugnisse gekauft unb bamit beut- sche Unternehmer Aufträge unb deutsche Arbeiter Arbeit erhalten können. LsttzeMüLMlÄLWrrÄ MOmbM IVEA* CREME jr . öder aber 6 NIVEA* ÖL Vier Mnaie naiionaüoziaWsche Filmarbeil Der dreitägige DeMiand-Rmdflug 1933 Am kommenden Samstag und Sonntag werden | gemachten Leistungen nicht geführt, da sie nicht e Blicke aller Leichtathletikanhänger auf Köln l unter Aufsicht der Deutschen Sportbehörde, die erst die eit erblickte, unter Aufsicht der Deutschen Sportbehö im folgenden Jahre das Licht der xß' stattgefunden hatten. gerichtet sein, wo die diesjährigen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften zum Austrag ge- F r a n k f u r t a. M., 9. Aug. (MSN.) Der Landesverband der Lichtspieltheater- besitzer von Hessen und Hessen- Nassau hielt in Frankfurt eine Mitgliederversammlung ab, die von etwa 250 Kinobesitzern besucht war. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein Vortrag des 1. Vorsitzenden des Landesverbandes, Pg. Robert Matter. Er sprach über das Thema: „was war, was ist und was wird?" Er gab einen Ueberblick über die vergangenen vier Monate nationalsozialistischer Arbeit des Reichs- verbandes Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer und streifte dabei alle Berufs- und Standesfragen des Gewerbes, so die ermäßigte Vergnügungssteuer, die später durch die Abschaffung aller indirekten Steuern ganz verschwinden würde, das durch die Initiative der NSDAP, nicht vollstreckte U s a - G e m a - U r t e i l, die für die Lichtspieltheaterbesitzer vorteilhafte Erledigung aller Klang-Filmangelegenheiten, die bevorstehende Heranziehung aller Schwarzspieler zu den Klangfilm-Dergleichsgebührcn und gleichzeitige bedeutende Ermäßigung der Vergleichs- gebühren für die bisherigen Vergleichsspieler, den neuen Filmleih-Bestellschein, den neu gegründeten Theaterbesitzer-Verleih, die vom Präsidenten des Reichsoerbandes, Pg. A. Engl, erreichten Lech- mietenjentungen bei Europa, Aafa und Metropol, die erfolgreiche Säuberungsatlion der Filmindustrie von raffenfremden und unlauteren Elementen, das neue Filmkammergesetz, die neuen Maßnahmen S die Eintrittspreisunterbietungen und das schlagerprogramm, die beide ab 1. Oktober dieses Jahres auf Grund des unter staatlicher Aufsicht stehenden und durchgeführten Spio-Planes aufgehört haben werden, die Zwecke und Ziele der vorläufigen Filmkammer und der erweiterten Befugnisse für den Reichswirtschaftsminister (Ver- Hängung von Sperren und Schließung von Betrie- Der dreitägige Deutschland-Rundflug 1933 beginnt am 24. August. Der Start an jedem Tag ist in Berlin, von wo aus die drei Flugzeugklassen jeweils verschiedene Strecken zurückzulegen haben. Von den 135 Fliegern, die ihre Nennungen abgegeben haben, müssen 35 zurückgewiesen werden, da die Ausschreibung aus technischen Gründen eine Anzahl von nur 100 Flugzeugen zuläßt. Deutsche Leichtathletik -Meisterschaften. ben) und die Rettung der deutschen Fi Imin b u ft r i e durch die Gründung der Filmkredit- bank auf Grund der Initiative des Reichspropa- gandaministers Dr. Goebbels. Malter betonte, es gebe keine Außenseiter mehr, wer jetzt noch nicht organisiert sei, werde von allen Filmangeboten der neuen Produktion ausgeschlossen. Das Lichtspielgewerbe bzw. die Filmindustrie seien der erste Wirtschaftszweig, bei dem der ständische Aufbau schon so gut wie durchgeführt sei. In Hessen und Hessen-Nassau stünden nur wenige Kollegen abseits, und hier handele es sich vorwiegend um Sonntagsspieler. „Wir Nationalsozialisten", sagte Pg. Matter, „gehen ohne Rücksicht unseren als richtig erkannten Weg und arbeiten dem Ziele entgegen, daß jeder ehrlich Schaffende seine Existenz behält. Der Arbeiter muh wieder Brot haben, dann wird auch der Besuch in den Lichtspieltheatern wieder besser werden. Sorgen mir dafür, daß die Bestrebungen der Regierung nicht gehindert und sabotiert werden. Weg mit Zersplitterung und öder Besserwisserei! Es geht darum, alle ziel- und standesbewußten Film- Schaffenden aus organischem Wege in den gesunden Wirtschaftsprozeß einzugliedern. Arbeiten wir immer so, daß niemals der Eigennutz den Gemeinnutz verletzt. In diesem Sinne, unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches „Sieg- Heil!". .... Die Vertrauensmänner des Landesverbandes teilten sich bann mit der Bezirks-Spio-Kornmission für Hessen und Hessen-Nassau die Arbeit. Sie war keine leichte. Bei der Festlegung der Mindest- Eintrittspreise wurde nach den Richtlinien des Reichsverbandes verfahren. Die Regelung für ganz Hessen und Hessen-Nassau tritt am 15. September 1933 in Kraft. langen. Diese Meisterschaften können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Schon 1891 gab es die erste Meisterschaft von Deutschland, deren Austragungsort Berlin war. 3n Ermangelung einheitlicher Wettkampfbestimmungen wurde nach englischen Maßen gelaufen, was zum Teil auf den Einfluß der in Berlin ansässigen englischen Sportsleute zurückzuführen war. Oder besser gesagt die Engländer handelten aus Nationalge- fühl, indem sie versuchten, britische Methoden auf deutschem Boden einzuführen. So wurde an Stelle der heute üblichen 100- Meter-Strecke nur über 100 Hards gelaufen, und zwar auf der alten halenseer Radrennbahn. Man benutzte hierbei nicht einmal den mit Gras bewachsenen Innenraum, sondern die rauhe Fläche des Zementstreifens. Sieger der ersten Meisterschaft wurde der Engländer Hyman in 10,6 Sekunden. Auch im folgenden Jahre waren die deutschen Leichtathletikmeister britische Untertanen, bis bann 1893 Fritz Hofmann von ber Berliner Turn- gemeinbe auftauchte, ber bem „Englänberrummel" ein Enbe machte. Aber noch immer war ber englische Einfluß in ber Deutschen Leichtathletik im allgemeinen unb in ber Berliner Leichtathletik im besonderen unverkennbar. Nachbem 1895 noch einmal bie englische Auf- fassung gesiegt hatte — es mürbe noch einmal nach Parbs unb Meilen gelaufen — kam 1896 ber Umschwung. Zum ersten Male enthielt bas Programm bie 100-Meter-Strecke, auf bie Kurt Doerry Beschlag legte. Merkwürbigerweise ftanben auch ba- mals Teilnehmer auf bem Programm, bie nicht einmal beutsche Staatsbürger waren. Der Zweite ber 100-Meter-Meifterschaft war (falber, ein geborener Schotte. In ber Meisterschaftsliste unserer Leichtathletik- Jahrbücher würben jeboch alle bie bisher namhaft Offiziell rechnen baher bie Meisterschaften feit dem Jahre 1898. Bei dieser Neuorientierung hat übrigens nicht Berlin, sondern Hamburg ben Anfang gemacht. Diese ersten DSB.-Meisterschasten hatten jeboch einen großen Fehler. Es fehlte ihnen bie einheitliche Linie, benn sie waren auf mehrere Stäbte zerstreut. Mit ben heutigen Augen mutet es komisch an, wenn gesagt wirb, baß bie 100-Meter-Meisterschaft an einem Sonntag in Berlin, bie 200-Meter-Meister- schast am folgenben Sonntag in Hamburg ausgetragen würbe. In dieser Zersplitterung lag ein großer Unfug, ber erst im Jahre 1906 beseitigt mürbe. Zum ersten Male fiepte ber Einheitsgebanke. Das Verbienst, biese Einigung herbeigeführt zu haben, gebührt Hannover. Nach 15jähriger System- losigkeit mürben bie Meisterschaften zum ersten Male an einem Tage unb an ein unb bemfelben Ort ausgetragen. Hannover mar also ber Wenbepunkt. Unb auf Hannover folgten in ben Jahren 1909 unb 1910 bie glanzvollen Meisterschaften im Frankfurter Palmengarten. Durch Vermehrung der Konkurrenzen hatten die Meisterschaften inzmischen einen geroiffen Umfang bekommen. Mit Frankfurt a. M. sind auch die Erinnerungen an die Glanztage von Hanns Braun, Richard Rau, Pasemann, Berti W e i n st e i n unb Welz verknüpft. Merkwürbigerweise hot Hanns Braun auch in seinen besten Tagen — so seltsam es klingt — nie bie Deutsche 800 - Meter - Meisterschaft gewonnen Unser schnellster Sprinter mar bamals Richarb Rau, ber bie Gabe besaß, sich burch gutes „sportsmanship" bie Herzen ber Zuschauer zu erobern. In Frankfurt wagte man sich auch zum ersten Maie an eine lange Bahnstrecke heran, inbem man eine Meisterschaft über eine beutsche Meile ausschrieb, die von dem Nürnberger Stoiber gewonnen mürbe, ber bamals ben Charlottenburger Heinzenburg schlug. Beibe finb nicht mehr am Leben. . Die letzten Meisterschaften vor bem Kriege mürben in Breslau ausgetragen. Ueberraschenbermeise mürbe Richarb Rau von bem sübbeutschen Meisterläufer Ermin Kern geschlagen. Neben Kern mar auch ber im Kriege gefallene Mickler zweimal sieg- Nach bem Kriege oeränberten bie Meisterschaften abermals ihr Gesicht. Zum ersten Male hörte man von Stabionanlagen, bann hatte man bie Konkurrenzen berart vermehrt, baß man mit einem Kampftage nicht mehr auskam. Rau, obmohl auch in ben ersten Nachkriegsjahren noch sehr gut, mußte jetzt Die Krone an ben neuen westdeutschen Stern Hauben abgeben, der eine neue Aera einleitete. Hauben ist eine Reihe ganz großer Rennen gelaufen. Aber auf die Dauer gibt es keine Unbesiegbarkeit und so haben zuweilen Corts und Körnig seinen Triumphzug durchbrochen. Corts hat sich inzwischen vom Sport zurückgezogen. Körnig, der sich nach einer Periode des Niederganges wieder in auffteigenber Richtung bewegt, ist noch ba. Aber der zur Zeit schnellste beutsche Läufer heißt 3 o n a t f) unb ba biefer, ebenso wie Hauben, aus Westbeutsch- (anb stammt, hat ber Krefelber, ber heute mit ber Startpistole hantiert, einen roürbigen Nachfolger gefunben. Soweit bie Sprintstrecken in Frage kommen, bürsten biese am fommenben Samstag unb Sonntag im Zeichen von Ionath stehen. Gnadengesuch für Büchler. WSN. Darrnstabt, 9. Aug. Der Verteidiger bes vorn Sonbergericht wegen Totschlags zum Tobe verurteilten L. Büchler hat bem Reichsstatthalter ein Gnabengesuch oorgelegt. Das letzte Tobesurteil würbe in Hessen — in Butzbach — 1922, unb zwar mit dem Fallbeil vollstreckt. Einer ber Hilfsgelbscheine, bie jetzt in ben Konzentrationslagern eingeführt werden, um den Häftlingen die Möglichkeit zu geben, sich die kleinen Dinge des täglichen Bedarfs im Lager zu beschaffen. Lagergeld für die Konzeniraiionshästlinge. Wirtschaft Frankfurter Schlachtvichinarkt. Gewinnauszug Ohne Gewähr 8. August 1933 1. Ziehungstag 2270 19915 21948 188 Gewinne ju 500 M. Frankfurt schwächer. Sn bet heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 76627 147160 18528 138141 225476 193244 1710 10349 26882 34432 349822 358517 7645 21607 63148 53930 96 Gewinne ro 1000 M. 67378 80360 83826 89022 92184 94461 96123 115376 192 Gewinne ,u 500 M. 7552 13176 15629 23584 Im Gewinnrabe verblieben: Sonnenqebraunte Haut 172564 214259 241697 327550 381507 119065 179840 246030 285623 335043 355362 47900 371237 229040 292129 178303 387550 87886 146104 174011 248003 281305 341751 383217 93426 120859 162856 177762 212389 237206 263947 281235 306532 342324 374989 390128 113194 124615 135271 157310 188587 226240 240873 279900 296343 327985 369129 387238 102066 153171 185268 260369 287148 358095 383469 95742 126678 155915 181464 214648 237452 263955 284701 307247 345234 380406 396843 190708 215221 249366 345079 119835 194591 249710 285867 339139 357755 113267 126059 138837 163211 190673 226455 245048 281354 296357 331447 371178 387501 107444 127616 164733 192719 215028 246911 268188 295595 313390 347774 384771 398025 111163 157220 203548 262571 298436 368137 194422 219730 262601 348888 120044 200467 251833 291789 341009 360783 114875 126794 145348 165640 199027 230144 254892 284577 300053 338037 379771 387636 112246 144795 169348 195369 219702 248529 270941 297114 315478 349178 385314 121317 158669 211247 266032 310654 369357 226712 281780 145216 203646 266995 306963 343331 368342 116580 126939 154867 168670 205534 235052 255533 286022 305330 347453 382010 394890 114446 148084 170800 197418 227150 257083 277369 297458 322944 350219 386047 137326 372554 147276 236653 270648 313196 354353 384801 123481 129156 155231 183679 209242 237262 256745 291504 312639 352537 385809 397365 85198 142588 168930 230769 275597 319034 379855 24267 44575 66121 91812 116261 152475 175423 205359 235490 260650 278831 300731 342230 370132 389341 162551 208095 233487 323370 377066 154813 244507 273228 334375 354638 398388 57206 87295 112107 124341 133996 156642 186995 224877 240619 262839 293525 317717 354844 386057 31668 32536 39252 45492 45669 64394 67922 62168 69088 72054 81931 82141 90165 91520 94936 104316 104492 105744 24679 25706 30621 31392 33771 41463 46063 52643 53580 64158 60789 61367 67922 74787 79029 84505 86888 88283 2 Prämien zu je 3000, 2 Ge- 384036 112 Gewinn« »u 1000 M. 7702 7816 10779 24601 26520 28423 33993 42037 50577 63848 66638 59398 71133 78179 79987 80716 83069 ----- ------ ----- ------ 141011 160327 225978 273684 312674 376797 den. * Wiederinbetriebnahme derHütte 56070 66665 75730 90917 128378 143779 ------ ------ ------ 195830 197033 5. Klasse 41. Preußisch-Süddeutsche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn« zu 10000 M. 12098 6 Gewinne zu 6000 M. 214443 285224 348228 14 Gewinne ,u 3000 M. 28519 28994 100360 153983 172553 260673 370097 36 Gewinne xu 2000 M. 17597 24313 25487 55880 65471 68475 92163 104877 112990 114021 166807 181952 232525 300835 305031 335168 358409 Nachdruck, verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesotten, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 8 Gewinne >u 10000 M. 180814 lO Gewinne zu 5000 M. 242755 366395 18 Gewinne zu 3000 M. 206233 243669 325836 72 Gewinn« zu 2000 M. 50000, 30 zu ie 25000, 190 zu je 10000, 484 zu je 5000, 968 zu je 8000, 2-92 zu je 2000, 5792 zu je 1000, 9618 zu je 500, 28832 zu je 400 M. je 500000 unb 100 Prämien zu . winne zu je 50000J, 2 zu je 300000, 2 zu je 200030, 4 zu je 106000, 6 zu je 75000, 12 zu je schleppend, ausverkauft; Schafe langsam, geräumt; Schweine schleppend, ausverkauft. jahresertrag) einen Ueberschuß von 5 981868 Mill. Mark (5 950 859) woraus roieber 7 Prozent Divi- benbe ausgeschüttet, 150 000 Mark (125 000) bem Pensionsfonbs zugeführt unb 369 435 vorgetragen werben sollen. Infolge ber schwierigen Wirtschaftslage stagnierte ber Gasabsatz unb ber Elektrizitätsabsatz erfuhr eine weitere Verschlechterung. * Neuaufschluß von Gruben irn St e- g e r l a n d. Die Bemühungen im Siegerland, neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, werden mit Eifer fortgesetzt. So sind in letzter Zeit 100 Mann eingestellt worden, die auf den Gruben Eupel und Georg (Bürgermeisterei Wissen und Flammersfeld) umfangreiche Crneuerungsar- beiten vornehmen, um den Aufschluß unter Tage zu ermöglichen. Im übrigen sind Aufträge im Nahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms für Frankfurt a. M., 10. Aug. Auftrieb: 140 Binder. 1351 Kälber, 105 Schafe, 891 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 31 bis 36 Mk.. mittlere Mast- und Saugkälber 28 bis 32, geringere Saugkälber 24 bis 27, geringe Saugkälber 18 bis 23. — Schafe: beste Schafe 24 bis 27. mittlere Schafe 20 bis 23. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 39 bis 42. von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 42,50, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 38 bis 42 Mk. — Marktverlauf: Kälber die Kruppschen Gruben im Siegerland in Höhe von etwa einer Million vorgesehen. Die Förderwagenbestände der Gruben sollen vollständig erneuert. die Röstanlagen erheblich verbessert bzw. erweitert und zwei große elektrische Fördermaschinen und neue Aufbereitungsanlagen gebaut wer- Ruhrort-Meiderich. In einer Besprechung des Reichswirtschaftsministers mit dem Vorstand der Vereinigten Stahlwerke AG. wurde erklärt, daß die von den Beteiligten dringend gewünschte Wiederinbetriebnahme ber Hütte Ruhr- ort-Meiderich nur erfolgen kann, wenn aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung erhebliche Eisenmengen in Auftrag gegeben werden können. Im gegenwärtigen Augenblick liegt dies Programm in seinen Einzelheiten noch nicht genügend fest. Da die Instandsetzungsarbeiten für die Hütte Ruhrort-Weiderich aber eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werden, ist man dahin übereingekommen, daß dieselben, anfangend bei den Walzenstratzen, baldigst in Angriff genommen werden, damit sie fertig dastehen und jederzeit in Betrieb genommen werden können. Mit diesen Arbeiten wird über den Winter ein Teil der Belegschaft Beschäftigung finden. * Deutsche Continental - Gas - Gesellschaft, Dessau. Die Deutsche Continental- Gas-Gesellschaft, Dessau, erzielte im Geschäftsjahr 1932 nach Abschreibungen in Höhe von 4,39 Mill. Mark (i. V. Erneuerungen unb Abschreibungen 1,50 Millionen Mark) unb nach Entnahme von 2,72 Millionen Mark aus ber Krisenrücklage unter Einrechnung von 363 426 Mark (76 973 Mark Bor- Frankfurt a. M., 10. Aug. (WTD. Drahtmeldung.) Entgegen den Erwartungen, die man in Verbindung mit dem weiteren Rückgang der Arbeitslosenziffern und dem festen Schluß der gestri- gen Reuyorker Börse für eine günstige Gestaltung des Mittagsverkehrs hegte, traten heute mittag meist Abschwächungen von 0,5 bis 1 Proz. ein. ' Allgemein wurde die rückläufige Tendenz auf die Schwäche des Schiffahrtsmarktes zurückgeführt, an dem Hapag mit 12,5 Proz. um 0.75 Proz., d. h. etwa 6 Proz. ihres Kurswertes niedriger eröffneten. Es sollen hier Exekutionen vorgenommen worden sein, nach anderer Lesart hätten die Russen im Antwerpener Hafen Konzessionen erhalten, die eine Konkurrenz für die deutsche Schiffahrt bedeuten könnten. Von Montanaktien verloren Harpener 2, Stahlverein und Phönix je 1 Proz., dagegen lagen Mannesmann 0,25 Proz. höher und Ilse Genuß behauptet. Chemiewerte waren uneinheitlich, Farben 0,38 Proz. gedrückt und nach dem ersten Kurs weitere 0,25 Proz. nachgebend. Metallgesellschaft 0,5 und Scheideanstalt 0,13 Prozent über gestern. Der Elektromarkt zeigte AEG. 0,25 Proz. niedriger, während Siemens 0,38 Prozent gewannen. Don sonstigen Werten konnten sich Südd. Zucker um 1 und Reichsbank um 0.5 Prozent verbessern, wogegen sich Zellstoff Waldhof, Aku, Daimler je etwa 0,25 Prozent ab» ^Im^V^e rlaufe bröckelten die Kurse meist weiter ab. Ilse Genuß gaben 2,75 Prozent, Klöck- ner und Rheinstahl bis 0,75 Prozent nach. Auch Norddeutscher Lloyd lagen 0,50 Prozent, schwächer. Der Rentenmarkt paßte sich der Tendenz an den Aktienmärkten, wenn auch in geringerem Ausmaß, an. Von Deutschen Anleihen waren Altbesih 0,13 Prozent, Neubesitz zirka 10 Pf. niedriger. Späte Reichsschuldbuchforderungen verloren im Verlaufe zirka 0,75 Prozent. Auch Stahlvereinbonds neigten mit minus 0,50 Prozent zur Schwäche. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft ebenso wie an den anderen Marktgebieten nur klein. Goldpfandbriefe lagen widerstandsfähig. Liquida tionspfandbriefe tendierten eher etwas nach oben, während Kommunalobligationen etwas schwächer lagen. Die Situation am Markte der Staats» und Stadtanleihen war bei unverändert geringen Umsätzen etwa die gleiche wie an den Vortagen. Von Auslandsrenten lagen Schweizerische Bundesbahnanleihen wieder an- geboten und niedriger. Wy^/Föhr Königs berg Danzig Münster ©- 100 150 200 250 ■ Km Düsseldorf Rudolstadt// ^Darmstadt ,©• t 'J Mannheim©-- ______Grosse ' ___Mittlere Flugzeuge .........Kleine ■© (©Görlitz 'z Dresdenx\'