Nr. l58 KeüvaussavL 183. Zahrgang Montag, tO. 31111(955 (Er|d)etnt tägltd),auha Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Eichener Familtenblatter Heimat im Bild-Die Scholle monats=Bejugsprel$: lge, erst nach derülnterzeich- nung veröffentlicht wird. Ter „Völkische Beobachter" bezeichn:! den Abschluß des Konkordats als eine neue entscheidende Tat der Regierung Hitler. Alle jene Anwü.fe, so schreibt das Blatt, mit denen das Zcn'trum jahrelang gegen uns gearbeitet hat, sind als unwahrhaftig erwiesen worden. Gerade mit Adolf Hitler hat der Vatikan ein Abkommen in dem Augenblick nuterzeichne^ Da Das Zentrum von Der Bühne Der Politik für immer verschwunDen ist. Die klare ScheiDung Der Kompetenzen ist nunmehr Durch Den beiDerfeiiigen Staatsa't klar zum Ausb'.uck gebracht worden unD Die Beifügung des Kanzlers wird Das übrige tun, um Den besten Millen Des Deutschen Reiches zur BesrieDung Der gegenseitigen Verhältnisse zu unterstreichen. Eine allgemeine Beruhigung Der Gemüter wirD h'.fsentlich Die Folge Dieses Konkordatsabschluss:s sein und alle unnützen Konf.ikle au'-schalen. Ein besonderes Berdienst für die glückliche Regelung der schwierigen Frage kommt dem Bizekanz'er v. P a p e n zu, der als guter Deutscher und treuer Katholik hier seine große M ssion in geschicktester Meise zu Ende g.führt hat. Der „L o k a l a n z e i g e r" spricht von einem außerordentlichen politischen Ereignis. Wieder einmal seidieaußerordentliche Friedensliebe derReichsregierung bewiesen. Aus dem innerpoliiischen Geben Deutschlands scheide ein Gegensatz zwischen Religion und Politik aus, der das Leben Deutschlands über Jahrhunderte hinweg vergiftet habe. Die „G e r m a n i a“ sagt allen denjenigen Persönlichkeiten, die an dem Zustandekommen des großen Vertragswerkes zwischen der Reichsregierung und dem Hl. Stuhl Anteil genommen haben — vor allem aber dem Heiligen Vater selbst — ihren tiefempfundenen Dank. Möge das Werk, so schreibt das Blatt, unserem ganzen deutschen Volke zum Segen gereichen, die Autoität der Regierung des Reichskanzler Hitler stärken und die Kirche erneut in ihrer die Völker beglückenden Kraft und Heiligkeit erscheinen lassen. Die „D o s s i s ch e Zeitung" ist der Ansicht, daß der Abschluß des Konkordats innen- und außenpolitisch deshalb besonders hoch zu bewerten ist, weil Die entscheiDenDen Verhandlun- gen in Rom zur gleichen Zeit geführt tourDen, als in DeutschlanD sich Das EnDe Der katholischen Partei vorbereitete. Der „T a g“ knüpft im Zusammenhang mit Dem Konkordatsabschluh an Die Hoffnungen Des Reichskanzlers bezüglich Der Evangelischen Kirche an. Diese Hoffnungen, so schreibt Das Blatt, werDen ein besonDeres Echo unter den Protestanten auslösen, das, so wünschen auch wir, den Boden bereiten möge für eine balDige Bereinigung des i n n e r k i r ch l i ch e n Konfliktes und die Reuaufrichtung einer starken und lebendigen evangelischen Kirche, die zum deutschen Frieden und zum deutschen Auferstehen mityelfen itann und wird. Reichskanzler Mslf Hiller spricht znr wesWischen GA. Erziehung zum nationalsozialistischen Staat und Arbeitsbeschaffung sind die nächsten Ausgaben,die in Disziplin undBeharrlich.'eit durchgeführt werden müssen Dortmund, 9. Juli. (TTl.) Die Stadt der Roten Erde steht in diesen Tagen völlig im Zeichen des großen Treffens der westfälischen SA. Die Massenveranstaltung, zu der schätzungsweise 250 000 Parteimitglieder nach Dortmund gekommen sind, gewinnt dadurch an Bedeutung, daß zum ersten Male seit Der nationalsozialistischen Revolution die gesamte westfälische SA. und die Mehrzahl Der führenden Parteimitglieder Der Provinz Westfalen zusammenge- lommen sind, ganz besonders aber durch Die Tatsache, Daß Reichskanzler ADolf Hitler am Samstagabend zur Teilnahme an Dem SA.- Treffen in Dortmund eingetrofsen ist. Den Auftakt bildete der Gauparteitag, auf Der Höhens y bürg, Der von Den westfälischen Amtswaltern zahlreich besucht war. Auf Der Tagung, der auch Prinz August Wilhelm beiwohnte, entwarf Gauleiter Wagner ein Bild von der gegenwärtigen Gesamtlage. Der S A. - A p p e l l auf dem Flughafengebäude am Sonntagvrr i.ittag hatüe eine unübersehbare Zuschauermenge angelockt. Für den Stab hatte man eine große Kanzel errichtet. Girlanden waren gespannt und überall grüßten Hakenkreuzfahnen und Wimpel. Pünktlich 10 Tlhr begann Stabschef Röhm mit dem getarnten Stabe Die Front Der ausmarschierten Kolonnen unter Den Klängen des Präsentiermarsches abzuschreiten. Dann betrat Stabschef Röhm die Rednerkanzel und begrüßte die SA., SS. und HI., denen er Dank und Anerkennung für ihre Leistungen in den vergangenen Jahren aussprach. Nachdem das Horst-Wessel-Lied verklungen war, und die neuen Sturmfahnen geweiht waren, begann Der Abmarsch zur Stadt. Die zwölf Kilometer langen Anmarschstraßen waren von einer unübersehbaren Menschenmenge umsäumt. Auf einem Podium vor dem Stadttheater stand der Führer und nahm, umgeben von seinem Stabe, den Vorbeimarsch ab, während Die Volksmenge ihm unaufhörlich zujubelte. Im Stadion „Rote Erde" hatten sich inzwischen mehr als 50 000 Personen versammelt, Die dort die Ankunft Der SA. unD Den Führer erwarteten. Für Den Kanzler war eine zehn Meter hohe turmartige Kanzel errichtet, Die ganz mit Tannengrün bcrleiDet war. Unter Dem Jubel Der Massen erstieg Der Führer Die Kanzel. Nachdem Gauleiter Wagner kurz gesprochen hatte, nahm Adolf Hitler selbst das Wort. Die Rede des Führers. Deutsche Volksgenossen und Genossinnen, Männer der SA., SS., des Stahlhelms und der Hitlerjun- gcn! Wir haben früher oft davon gesprochen, daß der November 1918 keine Revolution gebracht hat, sondern eine Revolte. Keine Revolution, weil nach diesem November im Grunde genommen genau dieselben Menschen in Deutschland regiert haben wir zuvor. Wir hatten nach dem November 1918 dieselbe Presse, dieselben Parteien, dieselbe öffentliche Meinung wie früher. An den Männern hat sich ebenfalls nichts wesentliches geändert, nur daß sie in diesen Novembertagen frei und offen die Verantwortung für ihr Handeln auf sich genommen hatten. Im Innern sind wir langsam immer mehr zusammengesunken, und nun hat s i ch eine wirkliche Erhebung des deutschen Volkes vollzogen. Ich glaube nicht, daß es jemand gibt, Der bezweifelt, daß das heutige Deutschland nicht mehr dem gleicht, das hinter uns liegt. Wir haben Dem deutschen Geben einen neuen Gesin - nungsausdruck gegeben. Die Revolution hat eine Reihe von Phasen. Zuerst ist es die Idee, die der Mensch erfassen muß, dann kommt d i e Organ i s a t i o n. Dann kommt Die Phase des Kampfes, die Zeit der Vorbereitung. Am 30. Januar find in Deutschland die Würfel gefallen. Seit diesem Januar haben wir Position um Position errungen. Wir haben den Geist der Zwietracht i-n Deutschland beseitigt, über Konfessionen und Parteien hinweg die gewaltige Einheit des Reiches gefetzt. Ein Wille nur kann heute dieses Volk beherrschen und leiten, ein Wille nur kann diese Kraft der Nation zufammenballen und ihren Zwecken dienstbar machen. Wir wollen eindringlich verkünden: Die Parteien sind nicht vorübergehend vergangen. Sie find endgültig beseitigt. Niemals werden sie zurückkehren. Wir sind lebende Bürgen dafür, daß niemals wiederkommen wird das Zeitalter dieser korrupten Parteierscheinungen. Ich darf mit Stolz bekennen, daß wir damit etwas Gewaltiges in der deutschen Geschichte geleistet haben. Wer hat geglaubt, daß fünf Monate nach unferm Machtantritt das Zentrum kapitulieren wird? (Lebhafter Beifall.) Wir find glücklich darüber, denn wir wollen, daß der Kampf in den religiösen Lagern ein Ende nimmt. Wir sind glücklich, daß es gestern in Rom gelungen ist, ein Konkordat zu unterzeichnen, auf Grund dessen nunmehr für alle Zukunft den Priestern verbo- t e n sein wird, sich politisch in den Parteien zu betätigen, glücklich, weil wir die Rot von Millionen Menschen kennen, die sich danach schnen, in dem Geistlichen nur den Tröster der Seele, nicht aber den Vertreter ihrer politischen Ueberzeugung zu sehen. Damit ist Der politische Machtkampf abgeschlossen. Dank Der Einigung jener Kräfte, Die gewillt sinD, auf unseren BoDen zu treten, ifi heute eine stahlharte Front aufgerichtet, Die Das Eroberte ausbauen und verteiDigen wirb. Wir stehen vor zwei riesengroßen Aufgaben, Die uns Die nächste Zeit beschäftigen werben. Ich weih, Daß viele Gegner nicht geglaubt haben, Daß wir Diese Aufgaben meistern könnten. Sie werben sich genau so irren, wie früher. Unsere erste A'. fgabe besteht in folgendem: Die Macht haben wir, niemand kann uns heute Wi- Derstanb entgegenf: ven. Nun aber müf en wir den deutschen Menschen für diefenStaat erziehen. Eine Riesenarbeit wirb einsetze,'für die kommenden Jahrzehnte des deutschen Volkes. Die Form wird immer dann vergehen, wenn der Mensch nicht ihr lebendiger Träger geworben ist. Das deutsche Volk muß sich hundertprozentig in den Dienst unserer Idee stellen. Es wird sich Darum handeln, in Den fommenDen Monaten unD Jahren unermüDIid) immer wieder Die Erziehung Der Millionen Menschen v:r urehmen Damir si? hineinpassen in unseren ü^aat Das w.rd aber nicht in Der Theorie geschehen, sondern in der Schule der Praxis. Wir werden genau so zäh fein wie in den 14 Jahren hinter uns. Unsere zweite Ausgabe ist: wir sehen in Deutschland eine Riesenmenge von Menschen, die ohne Arbeit und damit ohne sicheres tägliches Brot ist. Der vergangene Staat hat in 15 Jahren die ganze wirtschaft ruiniert. Sieben Millionen Menschen sind arbeitslos geworden, wir haben immer erklärt, daß wir nicht für blasse Theorien kämpsen, sondern für die Erhaltung unseres Volkes, wir haben jetzt eine der größten Aufgaben zu meistern, die jemals Staatsmännern gestellt worden sind. Wir müssen die Arbeitslosigkeit beseitigen. Als ich die Regierung übernahm, erklärte ich, man möge mir vier Jahre Zeit geben. Run sind von diesen vier Jahren nicht ganz sechs Monate vergangen, und wir haben in diesen sechs Monaten die Zahl der Arbeitslosen um rund 2 Millionen herabgekämpft, und wir werden sie weiter herunterkämpsen. (Stürmischer Beifall.) Wenn unsere Gegner glauben, das könnte uns mißlingen, dann kennen sie meine Zähigkeit nicht. Wir habep uns dieses Ziel gesteckt, und ich verfolge es und mit mir alle meine Mitkämpfer. Wir werden die Konsumkraft Der 021 affen unseres Volkes wieDerher stellen unD Die Deutsche Wirtschaft wieder befruchten und damit für Millionen Menschen nicht nur Lebensmöglichkeit schaffen, sondern die Verzweiflung von ihnen nehmen. Ich machte heute an Sie den immer gleichen Appell richten: Wir sind die größte Organisation, die jemals in Deutschland bestand- Aber nicht nur das: Wir sind heute die einzige Organisation, indem wir alles andere beseitigen, haben wir eine ungeheure Verantwortung auf uns geladen. Wir können sie nicht auf fremde Schultern bürden. Diese große Verantwortung zwingt uns, diese Bewegung so zu führen, daß wir selbst vor der Geschichte jederzeit bestehen können, und das zwingt sie, sich so zu führen, daß auch spätere Generationen mit Stolz auf diese Zeit zurückblicken. Diese Bewegung ist damit aber auch des deutschen Volkes einzige Hoffnung und sein einziger Glaube an die Zukunft. Indem wir die Fahne in ganz Deutschland als Staatsfahne aufgezogen haben, find wir verpflichtet, dafür zu sorgen, daß nichts geschieht, was diese Fahne schänden könnte. Der Fahnenträger ist verantwortlich für die Ehre der Fahne. Ich bitte Euch: Schart Euch, meine 6'21.» und meine SS.-Männer und Ihr, die Ihr vom Stahlhelm zu uns gestoßen seid, schart Euch um dieses Symbol des werdenden Lebens und der Wiederauferstehung unseres^Volkes. Führt Euch so, daß die kommenden Generationen in Euch die stolzen Fahnenträger der deutschen Erhebung sehen. Laßt Euch genau so, wie in der Vergangenheit, in Zukunft nicht stören, seid eine Front von eiserner Disziplin und entschlossenem Mut. Eine Front der Brüderlichkeit und der Kameradschaft, dann werden alle Versuche, dieses neue Deutschland vielleicht zu stürzen, in sich selbst zusammenfallen. Mit denselben Tugenden, mit denen wir das Werk einleiteten, müssen wir es vollenden. Die höchste Tugend war immer eisernes Zu- sammenhalten und vor allem Beharrlichkeit. Wir müssen die großen Aufgaben erfüllen, denn außer uns ist niemand da, der es könnte. 9k a ch uns würde nur Die Verzweiflung kommen. Die Millionen in Deutschland vertrauen auf uns. Sie sehen in uns die einzigen, die sie aus Not und Elend erretten können. W i r werden den Sieg erringen, denn dieser Sieg ist alles. Es ist Deutschland! (Stürmischer Beifall.) Als der Führer durch Die fpalierbilDende Sperrkette Der SS. bas Stadion verließ, hatte e i n kleines Kind sich zwischen den Deinen der SS.-Männer Durchgezwängt unD lief Dem Führer lachenD in Den Weg. Als SS.» Leute bas Kind zurückreißen wollten, wehrte ihnen Hitler mit der Hand, faßte das Kind, sich niederbeugend, mit beiden Händen und begrüßte es. Erst dann bestieg er den Kraftwagen und fuhr unter begeisterten Zurufen ab. Erste Entscheidungen zum Schutze der nationalen Symbole. Berlin, 8. Juli. (TU.) Die ersten Entscheidungen auf Grund des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole sind nunmeher veröffentlicht worden. In dem ersten Fall handelt es sich um ein von der Firma Karl Kalm in Frankfurt a. M. hergestellten Propagandafähnchen, das einen H a k e n k r e u z w i m p e 1 mit der Inschrift „S A. - M a n n Brand, ein Lebensbild aus unseren Tagen: ein Franz-Seitz-Film der Bavaria- Film-AG." darftellt. Das Hakenkreuz ist mißbräuchlich verwendet worden. Der zweite Fall betrifft ein von der Firma Hcmz Zapf in Hildburghausen hergestelltes Kleiderschutznetz für Damenfahrräder mit Hakenkreuz. Auch hier liegt selbstverständlich ein Verstoß gegen das Gesetz zum Schutze der nationalen Symbole vor. Das Recht der Revolution. Ein Vortrag des Reichsjustizkommiffars Or. Krank. Berlin, 7. Juli. (TU.) Reichsjustizkommissar und Staatsminister Dr. Frank sprach vor dem nationalsozialistischen deutschen Juristenbund über „Das Recht der Revolution". Wir wollen, so erklärte er, nicht den juristischen Burealikraten) sondern den R i ch t e r k ö n i g , der in seinem Reich den Glauben des Volkes an Recht und Gerechtigkeit gewährleistet. Das Recht soll bestimmend sein d e n r a s s i - schen Kern des deutschen Volkes 5 u schützen. An jede Revolution der Tat schließt sich eine Revolution des Geistes, die das Volk in die neue revolutionäre Welt hineinzuziehen hat. Wir haben in Adolf Hitler an der Spitze nicht nur den Danton, sondern auch den B 0 n 0 p a r t e der Revolution, der sie gleichzeitig besiegen und führen wird. Das Recht der Revolution besteht darin, das Volk wieder zur ewigen Idee des Deutschtumes zurückzuführen, die Ordnung des Staates aufrecht zu erhalten und dem Führer gehorsam zu sein, dem die Entscheidung für die Geschicke des Deutschtumes in den nächsten Jahrzehnten anvertraut sind. Niemals darf ein deutscher Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt seinem Wollen hemmend entgegentreten. Die Objektivität im liberalisti- s ch e n Sinne liegt in einem anderen fernen Weltgebilde. Wir kennen nur die Gerechtigkeit, die dem gesunden, starken, ehrlichem deutschen Volk gegeben ist. Daraus ist der neue Begriff der Gerechtigkeit zu formulieren. Gerechtigkeit, Jnteressenanwendung des aufrechten Deutschtums gegenüber den Schädlingen im deutschen Volkskörper. Mit diesem Gesetz werden wir die Revolution siegreich erhalten können. Das Recht der Revolution wird auch dem österreichischen Volk wieder die Freiheit bringen. Wir können nicht schweigen, wenn der österreichische Justizminister Len Führer beleidigt. Wir wollen uns nicht als Amtsperson in die inneren Verhältnisse Oesterreichs einmischen. Aber wenn der österreichische Justizminister sagt, daß Hitler eigentlich zur Schande Oesterreichs in Oesterreich geboren.sei, müssen wir ihm erwidern: „Sie selbst sind eine Schande Oesterreichs geworde n." Das neue Bundespräsidium des Deutschen Richterbundes. Nürnberg, 9. Juli. (WTB.) Die am 9. Juli 1933 in Nürnberg tagende Vertreteroersammlung des Deutschen Richterbundes als der einzigen Zentralorganisation der Richter und Staatsanwälte aller deutschen Länder und des Reiches hat einstimmig folgende Entschließung gefaßt: Der Deutsche Richterbund, der mit seinen sämtlichen Landesvereinen dem Bund nationalsozialistischer deutscher Juri st en angehört, fühlt sich eins mit der großen Idee, die von dem Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen getragen wird und bekennt sich leidenschaftlich zu dem von dem Führer dieses Bundes, Herrn Reichsjustizkommissar Dr. Frank aufgebauten Arbeitsprogramm. Der Deutsche Richterbund sieht seine Hauptaufgabe und damit beste Standesvertretung in der Mitwirkung des gesamten Rich- tertums an der Neugestaltung des deutschen Rechts und der deutschen Rechtsordnung, die in Zukunft von einem Reichsrichtertum getragen sein {oll. Frei von Fesseln, entsprechend dem germanischen Rechtsideal, muß der Richter jeder Vergewerk- schaftung oder V e r f a ch s ch a f t u n g entzogen bleiben. Der Deutsche Richterbund dankt daher dem Volkskanzler für den an Dr. Frank gerichteten Brief vom 30. Mai 1933 als organisatorische Bevollmächtigung des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen. In treuer Ergebenheit Linz, Senatspräsident beim Reichsgericht, Bundesvorsitzender. Der Führer des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen hataufVorschlagdesFach- leitersderRichterundStaatsanwälte bei dem Führerstab der Reichsführung Pg. Amtsgerichtsrat Kyser in Anwendung der ihm vom Führer erteilten Vollmachten und auf Grund der einschlägigen Satzungsbestimmungen ernannt zum Bunde's vor sitzenden: Senatspräsident beim Reichsgericht Linz, Stellvertreter: Reichsgerichtsrat Dr. Schultze: Schriftführer: Amtsgerichtsrat Weis, Stellvertreter: Reichsanwalt Jörns; Kassenwart: Landgerichtsdirektor Dr. G e r t h - Nori tz s ch , Stellvertreter: Reichsgerichtsrat Linden- mayer. Zu Mitgliedern des Bundespräsidiums: Landgerichtsdirektor Dr. S ch m i d t und Landgerichtsdirektor Burczek in Berlin vom preußischen Richteroerein, Landgerichtsdirektor Bertram (München) vom bayerischen Richteroerein, Amtsgerichtspräsident Nauck (Chemnitz) pom Verein sächsischer Richter und Staatsanwälte, Amtsgerichtsrat von. Frankenberg (Karlsruhe) als Vertreter des württembergischen, badischen, thüringischen und hessischen Richtervereins, Landgerichtsdirektor T ö w e als Vertreter sämtlicher übrigen Richtervereine, Reichsgerichtsrat Dr. S ch w a r z als kommissarischer Schriftleiter der Deutschen Richterzeitung. Diese vom Führer ernannten Herren unterstehen dem Amtsgerichtsrat Kyser als Fachleiter der Fachgruppe Richter und Staatsanwälte beim Führerstab des BnsdJ. und bilden dessen Unter« st a b. Ein Derbändebeirai bei der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 8. Juli. (TU.) Am Samstagvor- mittag begann in Potsdam eine Tagung bet studentischen Korporationsoerbände, Berlin, 8. 3uli. (DTB. Funkspruch.) Das Gesetz über den Staatsrat, das vom preußischen Staats- minislerium beschlossen worden ist, besagt u. a.: Der Staatsrat berät das Staatsministerium bei der Führung der Staalsgeschäfte. Den Staatsrat bilden: 1. Kraft ihres Amtes der Ministerpräsident und die Staatsminister; 2. kraft Ernennung durch den Ministerpräsidenten bis zu 50 Personen. Die Mitglieder des Staatsrates führen die Amtsbezeichnung: Preußischer Staatsrat. Zum Staatsrat kann nur ernannt werden, wer unter anderem mindestens 25 Jahre alt ist und die Rechte eines deutschen Staatsbürgers besitzt. Der Ministerpräsident ernennt die Staatsröte aus-folgenden Gruppen: 1. Gruppe: Staatssekretäre; 2. Gruppe: der Stabschef der gesamten SA., der Reichsführer der SS., der Stabsleiter der PO., die für preußische Gebietsteile zuständigen Gauleiter der RSDAP. und die eine Gruppe führenden Obergruppenführer der SA. und Gruppenführer der SS. 3. Gruppe: Vertreter der Kirchen, von Wirtschaft. Arbeit. Wissenschaft und K u n st. sowie sonstige um Staat und Volk verdiente Männer. Der Ministerpräsident, die Staatsminister und die Staatssekretäre gehören dem Staatsrat für die Dauer ihres Amtes an, die Staatsräte der zweiten Gruppe für die Dauer der dort bezeichneten Aemter in der nationalsozialistischen Bewegung, die Staatsräte der dritten Gruppe auf Lebenszeit. Präsident des Staatsrates ist der Ministerpräsident. Die Staatsräte äußern sich zu den Vorlagen, die dem Staatsrate zugehen, wichtige Gesetze sollen zu der die Deutsche Studentenschaft geladen hatte. Der Führer der Deutschen Studentenschaft, Krüger, legte den Aufgaben- bereich der Korporationen im Leben der Studentenschaft dar und entwickelte aus dem Denken der Arbeitsdienstgeneration das neue Bild des Studentenbundes. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund habe das neue Bild des politisch einsatzbereiten Studenten geschaffen und es gelte, alle Studentengemeinschaften nach diesem Bild zu formen. Das sei der einzige Weg, die Haltung des Derufsstudententums mit der des praktischen Sozialismus in naturgegebener Einheit zusammenzufassen. Anschließend zeigten die Amtsleiter der Deutschen Studentenschaft von ihren Arbeitsgebieten aus praktische Wege sozialistischer Hochschularbeit. Die Ausführungen fanden stärkste Zustimmung. Ein Verbandsbeirat, der der Führung der Deutschen Studentenschaft eingegliedert wird, wurde aus den Verbänden gebildet, die das Führerprinzip durchgeführt haben, sich zur nationalsozialistischen Weltan^ s ch a u u n g bekennen und mit deren Führung eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht ist. Oer EB. unter neuer Führung. Berlin, 8. Juli. (CAB.) Die „Germania" meldet: Im Einvernehmen mit dem Bundesführer der nationalsozialistischen Studentenschaft wurde gestern der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Rechtsanwalt F 0 r s ch b a ch, Dortmund, zum Führer des gesamten Kartellverbandes der katholisch-deutschen Studentenverbindungen (CD.) bestellt. Als erste Amtshandlung hat der neue Führer des CB. den österreichischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß und die übrigen Mitglieder der österreichischen Bundesregierung wegen ihrer reichsfeindlichen Haltung aus dem CB. ausgeschlossen. vor ihrer Verkündung dem Staatsrat vorgelegt werden, hält ein Staatsrat die Beratung einer fon- stigenAngelegenheit für erwünscht, so teilt er dies dem Ministerpräsidenten unter Darlegung der Gründe mit; der Ministerpräsident entscheidet endgültig. ob der Anregung zu entsprechen ist. Der Staatsrat stimmt nicht ab. Das Amt dec Staatsräte ist ein Ehrenamt. Die Staotsräte erhalten freie Eisenbahnfahrt und Aufwandsentschädigung nach Maßgabe von Vorschriften des Skaats- minifteriums. Die Mitglieder des neuen Gtaaisrats. Berlin, 8. Juli. (WTB.) Ministerpräsident Göring hat als Führer des neuen Slaatsrats in den Staatsrat berufen: alle preußischenMi- nister, die Staatssekretäre G r a u e r t vom Innenministerium und Koerner vom Staatsministerium, den Stabschef der SA. Hauptmann a. D. R ö h m, den Reichsführer der S^. Himmler, den Stabschef der Politischen Organisation der RSDAP. und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, die Gauleiter Koch (Königsberg), Karpenstein (Stettin), Kube (Berlin), Brückner (Breslau), den Gauleiter von Halle-Merseburg Jordan, den stellvertretenden Gauleiter G ö r l i tz e r (Berlin), ferner die Gauleiter Wagner (Bochum), Terboven (Essen), Florian (Düsseldorf) Simon (Koblenz), Grohe (Köln), Weirich (Kassel), T e l s ch 0 w (Hannover-Ost), Lohse (Kiel). Für diejenigen Gauleiter der RSDAP. in Preußen, die gleichzeitig Statthalter einesanderenGebiets sind, also die Gauleiter L 0 e p e r, der Statthalter von- Anhalt und Braunschweig ist, Meyer, der Statthalter von Schaumburg-Lippe ist, den Gauleiter Sandel, Llmbau des preußischen Gtaaisrats. Franziskus. Von pefer Bauer. Aus der Hast der breiten schnurgeraden Verkehrsstraße flüchten seitwärts, oft gleich mit einem Bogen ins Gebüsch, schmale Fußgängerpfade in die Stille des Partgrundes. Es ist eine Lust, ihnen zu folgen, weil sie immerzu Versteck mit einem spielen und voller Geheimnisse und Ueberraschungen sind. Don eiligen Menschen wollen sie nichts wissen. „Radfahren verboten." Wenn leises Knirschen des frischen Äiesbelages hörbar wird, ist es ein Einsamer oder ein Pärchen Arm in Arm, das vorüberkommt. Das dicht ' übereinanderliegende Laub der hohen Buchen blendet die Sonne ab und fängt Regen auf. Nässe und Glut sind hier ebenso abgedämpft wie das lärmvolle Getue des Tages. Die Grasmücken und Finken können ungestört ihre Strophen schmettern. Kein Staubwölkchen trübt das atemreine Gemisch köstlicher Luft, die herb nach Gräsern, Erde und den schweigenden Wassern eines überschatteten Weihers riecht. Schwäne treiben mit zurückgelegten Hälsen lautlos auf ihm wie weiße pralle Luftkissen. Oder sie tragen den Hals steil, daß er aufraat wie eine Wimpelstange am Bug eines Bootes, die sich aber plötzlich in einen geschmeidigen Arm verwandelt, der in die Tiefe taucht. Dicht unter dem Wasserspiegel tummeln sich, oft mit blitzhaftem Husch aus ihm aufleuchtend, kleine finger- bis handlange Goldfische, die sich keck mit ihren Silber- und Goldschuppen brüsten und gar keine Angst zeigen, hier nichts als oufzu- fallen und Neugierige an,zulocken. Die stehen zu allen Stunden des Tages an den Schmalseiten des länglichen Weihers, wo zum Schutze der Spaziergänger die Wege nach dem Wasser zu eingeländert sind und sich außerdem zu breiten mit Ruhbänken bestellten Plätzen erweitern. Viele sind hier nur stille Beobachter, einige aber haben immer etwas für die kleinen funkelnden Freß- bolde in der Tasche. Lange Zeit bekamen sie in den Mittagsstunden regelmäßig von einem weißbärtigen Alten Besuch, der bedächtig seinen Krückstock ans Geländer hängte und mit zitterigen Fingern ein dickes Weißbrotstück für sie zerbröselte. Wie Pfeile schossen die Fische von allen Seiten auf die weißen schwimmenden Brocken, so daß sie sekundenlang da und dort zu vielstrahligen Sternen gruppiert erschienen, die gierig schnappenden Mäuler dicht beisammen im Mittelpunkt. „Nur nicht so stürmisch", pflegte da der Alte gutmütig zu schelten, „jeder soll etwas haben." Und danach verteilte er, bald seitwärts, bald weiter in den Weiher hinein die Bissen werfend. ,Ja, das schmeckt euch". hörte man ihn vornübergebeugt murmeln, als sollten es nur die Fische hören. Und da waren doch die Schulknaben um ihn, die ihren Nachhauseweg durch den Park nahmen und jeden Mittag herbeihetzten, die Fütterung nicht zu versäumen. Um die kümmerte er sich gar nicht. Er tat als wäre er ganz allein bei seinen Fischen. Die Schwäne blieben stolz im Hintergrund des Weihers. Aber für sie fielen darum zum Schluß doch die dicksten Brocken ab, die Rindenstücke, die sie sich geschickt zu tunken und zu weichen verstanden. Wenn zu ihnen die Bissen im Bogen flogen, wußten die kleinen Fische, daß das der Schluß war, und sie zerstreuten sich allmählich. Einmal sanden die Knaben den Alten in merkwürdiger Haltung am Geländer hängen. Sein Kops baumelte tief wie eine zu schwere Frucht am schwachen Ast. Sie tobten nicht wie sonst herbei, sondern schlichen still näher. Eine Zeitlang beobachteten sie herzklopkend den Regungslosen. Dann faßte einer Mut und tippte ihn an. „Tot!" schrie er auf, daß den andern Buben die Knie zitterten. Zwei rannten den Parkaufseher holen. Der „Franziskus" lehne tot am Weihergeländer. Wer der „Franziskus" sei, fragte erschreckt der Mann. Er kenne ihn doch, stammelten die kreidebleichen Knaben, der alte Goldfischfütterer. Sie hätten von einem Heiligen gelesen, dem Franziskus, der den Tieren gepredigt und sie gefüttert habe. Der Alte sei auch so einer gewesen und darum hätten sie ihn den „Franziskus" geheißen. Der Aufseher lief an den Fernsprecher und bestellte einen Wagen, dann rannte er den Knaben nach an den Weiyer. Die Haltung^ des alten Mannes war noch unverändert dieselbe. In den Konturen seines Schattens auf dem Wasser ruderten die kleinen Fische auf der Stelle und warteten. Er scheine noch nicht gefüttert zu haben, äußerte der Aufseher und hob im gleichen Augenblick die Brotschnitte aus dem Gras auf. Er gab sie einem der Knaben, er möge den.letzten Wunsch des Toten erfüllen. Und mit feierlichen, fast priesterlichen Gebärden ahmte der Knabe die Gesten des Alten nach. Die andern waren stumme andächtige Zuschauer. Da ries eine Hupe mehrmals, dann kamen harte Schritte, und kräftige Männerarme trugen den Toten davon. Mit gesenkten Köpfen liefen die Knaben heimwärts. „Morgen stifte ich mein Frühstücksbrot den Goldfischen", sagte nach langem Schweigen der eine. „Ich übermorgen", schloß sich ein zweiter an. „Wir wollen abwechseln", rief ein anderer, „damit die Fische den „Franziskus" nicht zu missen brauchen. Dann schwiegen sie wieder. Sie trugen den Berlust des Alten schwerer, als sie es einander gestehen konnten. Besuch beim Struwwelpeter-Hoffmann In Anschluß an den Aufsatz „Der Ur-Struwwel- peter" (Feuilleton vom 5. Juli) wird uns aus dem Leserkreise geschrieben: , In dem Buche „In Deutschland und Brasilien", Lebenserinnerungen von Gustav Stutzer, befindet sich auf Seite 148 folgende Schilderung eines Besuches der Irrenanstalt von Dr. Hoffmann in Frankfurt am Main: Wir nahmen die auf dem Sofatische liegenden Bücher zur Hand, und unter diesen fand ich in einem ausfallend schönen Prachtband — den Struwwelpeter. Bei Tisch konnte ich meine Neugier nicht unterdrücken, und Hoffmann erzählte folgendes: Wenn er abends ermüdet in den Kreis feiner Kinder gekommen fei, hätten sie gebeten, ihnen Geschich- ten zu erzählen. Da habe er gerne den Bleistift genommen und auf irgendein Papier Figuren gezeichnet. Dann hätten sie zusammen Verse geschmiedet. Die Zettel hätten hier und da herumgelegen. Da wäre ein ihm befreundeter Verlagsbuchhändler auf der Durchreise bei ihm eingetreten, hätte so ein Blatt gefunden, die anderen in der Kinderstube zusammengesucht und ihm dann als Bündel mit der Frage vorgehalten: „Bist du zufrieden, wenn ich dir für die erste Auflage nichts, für jede folgende von tausend Exemplaren 100 Taler zahle?" Unter vielem Lachen sei der Vertrag abgeschlossen worden. Er und seine Kinder hätten also den Struwwelpeter verbrochen, und jener Prachtband sei das erste Exemplar von der (ich glaube) 25. Auflage. 1918 ist die 400. erschienen. — Zeitschriften. — Das Verhältnis von Politik und Wirtschaft im neuen Staate untersucht Paul Schmitt im soeben erschienenen Juliheft der „Süddeutschen Monatshefte" (München). Der neue Staat will den verantwortlichen Mann in der Wirtschaft. er gibt seinem Wirken freien Raum, will aber die Verpflichtung dieses Mannes, an welcher Stelle er auch stehen möge, auf den Geist der Nation und auf die Richtlinien der nationalen Politik. In einem grundlegenden Kapitel wird die Brücke zwischen Wirtschaft und Staat behandelt, die durch oie Kommissare und Treuhänder geschlagen wird: hier findet sich die erste weitausholende Erläuterung dieser Begriffe. Als wesentlich sieht es Schmitt an, daß das stets widerrufliche Amt des Kommissars erlischt, wenn er seine Aufgabe erfüllt hat. Als Einleitung zum Juliheft der „Süddeutschen Monatshefte" hat Leo Friedrich Hausleiter, München, der bekannte Verfasser der „Revolution der Weltwirtschaft", in packender Weise der Statthalter von Thüringen ist, und den Gauleiter Sprenger, der Statthalter von Hessen ist, werden die stellvertretenden Gauleiter in den Staatsrat berufen. Ferner sind folgende Obergruppenfüh- re-L der SA. in den Staatsrat berufen worden: Polizeipräsident Heines, Breslau, L i tz m a n n, Königsberg, v. 2 a g 0 w ,,Kassel, Luyken, Riederrhein und Oberpräsident Luhe- Hannover, ferner die SS.-Gruppenführer Ministerialdirektor D a I u e g e, Berlin, v. W 0 yrsch und Polizeipräsident Weitzel, Düsseldorf. Als Vertreter der Wirtschaft ist der Industrielle Thyssen, als Vertreter des Stahlhelms Rittmeister a. D. Morozowicz, ferner aus der Gruppe der Personen, die besondere Verdi e n st e um den Staat haben, der frühere Oberpräsident von Ostpreußen Kutscher und der bisherige Oberpräsident von Pommern, 0. Halfern in den Staatsrat berufen. Die Liste ist noch nicht vollständig. Insbesondere fehlen noch die Namen der Vertreter von Kirche, Arbeit, Kunst. Diese Namen werden in deu nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück bei Apolda. Die Reichsbahndirektion Erfurt teilt mit: Am Sonntag, 15.10 Uhr entgleise vor Bahnhof Rieder-Treba D 15 Stuttgart—Berlin vermutlich infolge Gleisverwerfung. 6 Personenwagen fielen um und liegen an der Böschung. Bis jetzt find 3 Tote, 12 Schwerverwundete und eine Anzahl Leichtverletzte geborgen worden, deren Rainen noch nicht feststeht. Die Leichtverletzten setzten ihre Reise mit dem nichtentgleisten Zugteil fort; die Schwerverletzten wurden dem Krankenhaus in Apolda zugeführt. Beide Gleise waren gesperrt Der eingleisige Betrieb ist um 18 Uhr wieder ausgenommen worden. — Wie bisher bekannt geworden ist, kam bei dem Unglück bei Apolda eine Frau ZUarie- Cuife Behrin g-Uhla aus Mecklenburg-Schwerin ums Leben. Unter den Trümmern liegt noch ein Toter, der noch nicht geborgen werden konnte. Auf dem'Transport zum Apoldaer Krankenhaus, in dem die 12 Schwerverletzten untergebracht worden sind, st a r b eine weitere Person, deren Personalien bis zur Stunde nicht bekannt sind. Ein Leipziger Löwe für Ministerpräsident Göring. Dr. Gebbing, Direktor des Leipziger Zoologischen Gartens, und Herr 0. Hieben als Beauftragter des „Stahlhelm" Übergaben dem Herrn Ministerpräsidenten Göring einen jungen Löwen in Gegenwart der Vertreter des „Stahlhelm", des Bundesführers Seldte und des Bundesbevoll- mächtigten v. M 0 r 0 f z 0 w i c z. Der junge Wüstenprinz ist erst acht Wochen alt und stammt aus der bekannten Raubtierzucht des Leipziger Zoologischen Gartens. Die Eltern sind außerordentlich große Löwen,'in denen viel Blut von dem fast ausgestorbenen nordafrikanischen Berberlöwen steckt, die mit großem Erfolg in Leipzig gezüchtet werden. Ministerpräsident Göring, der als großer Tierfreund bekannt ist, hat sich über das eigenartige und schöne Geschenk sehr gefreut. Drei Bauern beim Heuladen von Starkstrom getötet. Drei Bauern, die bei Mornant (Rhone) einen Heuwagen geladen hatten und das Heu mit einem Draht befestigen wollten, wurden mitsamt ihrem Ochsengespann durch Starkstrom getötet, weil einer der Leute so unachtsam war, den Draht so hoch über das Heu zu werfen, Laß er mit Ler Starkstromleitung in Berührung kam. Der dänische König besucht den Kreuzer „Leipzig". Der König von Dänemark besichtigte den aus der Reede von Aarhus liegenden deutschen Kreuzer „Leipzig" und richtete daraufhin ein Telegramm an Len Herrn Reichspräsidenten. Am Abend lud er zehn Offiziere und den Kommandanten des Schiffes, sowie den deutschen Gesandten Freiherrn v. Richthofen mit Gemahlin und den deutschen Konsul zur Tafel auf Schloß Marselisborg. die Manifeste aneinandergereiht, die das Zeitalter der Weltwirtschaft kennzeichnen. Vom Kreislauf-Manifest Quesnays über Adam Smith, Cobden, List, Lenin zur Sammelkundgebung der Stresemann-Aero. Dies „Gewerke" von Manifesten findet seinen anschaulichen Abschluß durch das „Manifest des lebendigen Volkes", durch den Sieg der nationalen und sozialen Revolution, nach dem Volkswirtschaft die Wertschöpfung der Volksgenossenschaft in Rasse und Geist, Blut und Boden ist. — „Die Kunst" (Deutsche Monatshefte für Kunst und Wohnkultur. Verlag F. Bruckmann AG., München) bringt in der Juli-Rummer Bilder von Walter Deutsch — Veit Stoß' englischen Gruß — Formkultur der neuesten Malerei — Plaketten von Heinrich Moshage, darunter eine Plakette des Volkskanzlers Adolf Hitler in ausgezeichneter künstlerischer Form — Ausschnitte aus Dürers Rosenkranzfest — Werke des Malers Josef Kern. Aus dem Bereich der'Wohnkultur: Das Musterbeispiel eines modernen Eigenheims — Baukunst und Stil im Jahrhundert der Technik — neue Tapeten— neues Kunstgewerbe, Ge^ .cke, Geschirre usw. in Glas, Porzellan und Metall — wirtschaftliche Winke für den, der ein Eigenheim bauen will, alles reich illustriert und anregend beschrieben. Hochschulnachnchten. Dem zum Somersemester als ordentlicher Professor in die Philosophische Fakultät der Universität Frankfurt berufenen und gleichzeitig zum Rektor gewählten Professor Dr. phil. Ernst Krieck ist nunmehr die durch das Ableben von Professor Dr. Max Scheier freigewordene planmäßige Professur mit der Lehrverpflichtung für Philosophie und Pädagogik übertragen worden. Zugleich ist er zum Direktor des Philosophischen und Pädagogischen Seminars der Universität Frankfurt ernannt worden. Der a. 0. Professor Dr. Heinrich Dannen^ bauer in Tübingen ist als Rachfolger des in den Ruhestand getretenen Professors Johannes Haller zum Ordenarius für mittelalterliche Geschichte an der Llniversität Tübingen ernannt worden. Als Extraordinarius für Wirtschaftswissenschaften wurde Professor Dr. Walter W e d d i g e n von der ^Universität Innsbruck nach R 0 st 0 ck berufen. — Der a. 0. Professor Gustav Jung bauer an der Deutschen Universität in Prag ist als Nachfolger des verstorbenen Professors Adolf Haussen zum Ordinarius für deutsche Volkskunde ernannt worden. Aus der Provinzialhauptstadt / 2022 Studierende in Gießen. zum Schweres Schadenfeuer im Kreise Wetzlar. Asche legte. Es konnte fast nichts gerettet werden: im Gegenteil hatten mehrere Feuerwehren angestrengte Arbeit zu leisten, um eine Katastrophe größeren Ausmaßes zu verhüten. Marburger Festspiele verlängert. Privatleute zu zahlen. Wie die Sänfte das typische Verkehrsmittel des 17. Jahrhundert war, so wurde der Fiaker das „Taxi" des „Jahrhunderts der Aufklärung". Denis Diderot, einer der glänzendsten Schriftsteller jener fruchtbaren Zeit, erzählt in feiner (1805 von Goethe übersetzten) Satire „Rameaus Neffe" von seinem Helden: „Wenn er keine sechs Sous in der Tasche hat, was ihm häufig passiert, so borgt er sich entweder von seinen Freunden das Geld für einen Fiaker, oder er läßt sich von einem Kutscher mitnehmen, der ihm neben seinen Pferden ein Bett auf dem Stroh gibt. Wenn er am nächsten Morgen ausgeht, hat er noch einen Teil seiner Matratze in seinen Haaren." — Erwähnen wir, daß noch heute die Mietdroschken in Wien den Namen Fiaker tragen. Als sich bald eine neue Zeit meldete, wechselte auch der Typ des Großstadtfahrzeuges wieder. Um 1770 kam in Paris ein zweirädriger Wagen auf, das C a b r i o l e t, von dem man 1813 schon 1150 Exem- **HessischeSchulpersonalie. Der Handelsstudienrat Adolf Staudt an der kaufmännischen Abteilung der Berufsschule zu Worms wurde mit Wirkung vom 1. 3uni 1933 zum Handelsstudiendirektor der kaufmännischen Abteilung der Berufsschule daselbst ernannt. "KonzcrtinderMedizinischenKli- n i k. Eine große Freude bereitete der MädchenWetzlar, 9. Juli. WSN. In der Nacht . Freitag brach in dem Kreisort Reiskirchen ein großes Schadenfeuer aus, das die Scheune und das Wohnhaus des Landwirts H e l l h u n d in Sänfte, Kiaker, Eab und Droschke Ein Kapitel aus der Geschichte des Straßenverkehrs. Von Hans Altmann. Die Arbeilsmarltlage in Hessen und Hessen-Ma» Entlastung der Arbeitsämter im Juni um fast 8000. Das im Jahre 1917 erbaute Schiff dürfte unter allen heute im Dienst besindlichen Frachtseglern das modernste sein .es hat die Strecke Australicn-England in 106 Tagen zurückgelegt. Oer Bär im Kontor. In Kopenhagen hielt sich kürzlich der ZirkuS Schumann auf. Aus dem Zirkus war eine Tanzbärin ausgebrochen, die sich zur Eroberung Kopenhagens auf den Weg machte. Glücklicherweise trug das Tier einen Maulkorb. Es kam in ein Dürohaus und kletterte dort die Treppen empor. 3m zweiten Stock begegnete die Bärin einem Boten, dem sie kurzerhand einen Schlag mit der Pranke versetzte. Dann begab sich die Bärin in das Büro de- im gleichen Stockwerk gelegenen Hausfrauenvereins. Hier erregte ihr plötzliches Erscheinen einen ungeheuren Tumult. Das weibliche Personal flüchtete auf Tische und Bänke. Die Bärin kümmerte sich jedoch nicht um die Menschen, sondern lief an ein offenes Fenster, um sich von hier aus Kopenhagen anzusehen und besonders die Menschenmenge, die auf der Straße stand und auf das Bürohaus starrte, in dessen einem Fenster gemütlich eine Bärin lehnte. Einem Wärter gelang es schließlich, das Tier wieder an die Kette zu legen und zum Zirkus zurückzu- bringen. Ein Straußen Magen. Ein Mann, der in St. Gallen unter der Anklage des Diebstahls verhaftet war, wurde krank und in das Ortskrankenhaus gebracht, um ihn einer Operation zu unterziehen. Die Aerzte sanden in seinem Magen zwei zerbrochene vilberlöffel, fünf Eisenstücke von 5 cm Länge, zwei Fensterriegel, eine Sicherheitsnadel, eine 3 cm lange Schraube und zwei Aägel. Die Aöntgen-Photographie zeigte noch verschiedene andere Metallgegenstände im Magen. Die Aerzte konnten es sich nicht erklären, wie eS dieser menschliche Strauß fertig gebracht hat, die Fensterriegel zu verschlucken, die etwa 10 cm lang und ü&er 3 cm breit sind. Aehnliches Erstaunen rief erst kürzlich ein Fall in London hervor, bei dem ein Mann 497 Gegenstände im Gewicht von 37, Pfund verschlungen hatte. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Die Zahl der Studierenden im Sommersemesier 1933 beträgt 1992, darunter befinden sich 135 Studentinnen, hinzu kommen 1 Hospitant und 79 Gasthörer und -Hörerinnen, so daß die Gesamtzahl 2072 beträgt. Die Zahl der Studierenden verteilt sich auf die einzelnen Studienfächer wie folgt (in Klammern die Anzahl der Studentinnen): Theologie 238 (2), Rechtswissenschaft 291 (2), Medizin 497 (49), Veterinärmedizin 234 (2), Mathematik 92 (5), Naturwissenschaften 104 (9), Chemie 54 (1), Pharmazie 1 (1), Forstwissenschaft 31, Landwirtschaft 52 (1), Philologie 310 (59), Staatswiffenjchaften 88 (4). Personalveränderungen in der hessischen Justiz. Durch den Herrn Aeichsstatthalter wurde auf Vorschlag der Hessischen Regierung der Arnlsg.- richtsdirektor beim Amtsgericht Gießen, 3akob Keller auf Grund des Paragraphen 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Be.ufsbeamten- tums vom 7. April 1933 zum Landger:chtsrat der Provinz Oberhessen und zugleich zu n Amtsrichter beim Amtsgericht Gießen, und ebenso der Anfts- gerichtsdirettor beim Amtsgericht Da mstadt, Dr. Georg Schm uttermaier, mit Wirkung vorn 1. Oktober 1933 zum Amtsgerichtsrat bei diesem Gericht ernannt. Am 26. 3uni 1933 wurde der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Mainz, 3osef Rau, auf Rachsuchen unter Anerkenruag seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und des im nationalen 3ntereffe bekundeten Os.f rsinns mit dem gesetzlichen Ruhegehalt mit Wirkung vom 1. 3anuar 1934 in den Ruhestand versetzt. Versende kein Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen. Die OberpostdirektionDarmstadt teilt mit: 3mmer wieder läßt sich das Publikum dazu verleiten, bares Geld oder Wertsachen in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen zu versenden. Es bietet hierdurch ungetreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschaft Anreiz und Gelegenheit, sich auf eine verhältnismäßig bequeme und leichte Weife Geld zu verschaffen. Den Schaden trägt in der Regel der Absender; denn wird der Geldinhalt der Briese entwendet, so erhält er bei gewöhnlichen Briefen überhaupt keinen und bei eingeschriebenen Briefen nur dann Ersatz, wenn der ganze Brief, also der Brief mitsamt dem Geldinhalt, in Verlust geraten ist. Wird der Einschreibbrief dagegen nur seines Wertinhalts beraubt, so zahlt die Deutsche Reichspost nach den Bestimmungen des Postgesetzes keinen Ersah. Darum versende kein Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen! Die einzig richtige Art, Geld zu verschicken, ist die Postanweisung, Zahlkarte oder der Geldbrief. Taten für Montag den 10. Inti. 1509: gestorben der schweizerische Reformator 3ohannes Calvin in Royon, gestorben 1564; — 1564: gestorben Wilhelm l., der Schweiger, Prinz von Oranien, in Delft ermordet, geboren 1533; — 1824: geboren der Staatsmann Rudolf von Benningsen in Lüneburg, gestorben 1902; — 1916: das deutsche Handelsunterseeboot „Deutschland" landet in Baltimore; — 1930: gestorben der General und Militärschriftsteller Friedrich v. Dern- hardi in Kunnersdorf in Schlesien, geboren 1849. Frankfurt a. M., 8. Juli. (WSN.) Bei den Arbeitsämtern ging die Zahl der verfügbaren Ar- beitsuchrnden in der zweiten Iumhalfte um rund 4000 oder 1,3 w. H. des Standes von Mitte Juni zurück Insgesamt ergibt sich für den Monat Juni damit eine Entlastung der Arbeitsämter um fast 8000, da die Entlastung in der ersten Junihälfte etwa in gleicher Höhe lag. Der Anteil der Männer an dem Abgang der Arbeitsuchenden war wieder erheblich stärker als bei den Frauen. Insgesamt wurden Ende Juni 291649 Arbeitsuchende gezählt, davon waren 242 649 Männer und 49 000 Frauen. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres liegt die Zahl der Arbeitsuchenden Ende Juni d. I. nunmehr bei wesentlich verringerter Fluktuation um rund 29 000 niedriger. Die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsarntsbe- zirken war nicht ganz einheitlich. In 6 von den 18 Bezirken ergab sich eine Zunahme der Zahl der Arbeitsuchenden. Die Zahl der Arbeitslosen ging um über 2000 zurück. Es wurden Ende Juni 279 995 Arbeitslose gezählt. Wie sich aus der Entwicklung der Zahl der Beschäftigten nach der Krankenkassenmitgliederstatistik ergibt, ist die Entlastung des Arbeitsmarktes an sich höher als dies in den Zahlen der Arbeitsämter zum Ausdruck kommt. 3n den Monaten März, April und Mai ergab sich eine Gesamlzunahme der Zahl der Beschäf. tigten im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen um über 100 000, während die Abnahme bei den Arbeitsämtern in der gleichen Zeit nur über 39 000 betrug. Ergibt sich hieraus auch eine Abnahme der sogenannten unsichtbaren Arbeitslosigkeit, so ist zu berücksichtigen, daß in den letzten Monaten eine verstärkte Inanspruchnahme der Arbeitsämter von Personen eingesetzt hat, die zuvor ihre Meldung bei den Arbeitsämtern nicht aufrecht erhalten haben. Daher kommt die tatsächliche Besserung auf dem Arbeitsmarkt in den Zahlen der Arbeitsämter nicht voll zum Ausdruck. Die Verbesserung der Arbeitsmarktlage ergibt sich aber nicht nur aus der Zahl der zusätzlich Beschäftigten, sondexn auch aus der Abnahme der Kurzarbeit. abgekürzt „Cab" nannte. In seiner primitivsten Form sah der Kutscher vorn auf einem hohen Bock, und eine tief herabgezogene Schute nahm dem Insassen den letzten Rest von Aussicht. Erst im Jahre 1833 ließ sich der Baumeister Joseph Aloysius H a n s o m aus Birmingham sein „Patent-Sicherheitscab" patentieren, das zum klassischen Fahrzeug des 19. Jahrhunderts in England werden sollte. Wie sah solch ein Hansom Cab aus? Ursprünglich trug die Placierung des Kutschers auf die rechte Wagenseite der Sicherheit dieses Fahrzeuges erheblich mehr Rechnung als zuvor. (Erinnern wir uns, daß sowohl Napoleon als auch der Musiker Mendelssohn bei einer Fahrt im alten Cabrio- let-Typus Unfälle erlitten.) Bald aber baute man die Wagen so um, daß der „Cabbie" nun seinen Bock hinten hatte, was dem Fahrzeug nicht nur ein abenteuerliches Aussehen verlieh, sondern auch eine Fahrt in ihm zu einem gelinden Wagnis machte. So kommt es, daß wir dem Hansom Cab aus dem romantischsten Fahrzeug der Aera der Gasbeleuchtung häufig in der zeitgenössischen Literatur begegnen. In den achtziger Jahren hatte Fergus Humes Detektivroman „Das Geheimnis des Hansom Cabs" allerhöchste Auflagenziffern. Oskar Wilde, bekannt als exzentrischer Liebhaber dieser Wagen, läßt in seinem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray" seine Helden dieses Fahrzeug häufig benutzen. Eine Zeitlang war es fast Ehrensache spleeniger Aristokraten, sich mit ihrem Londoner Cabbie in Streitigkeiten über den Fahrpreis einzulassen, wobei sie oft nicht versäumten, auf die schwindelnden Höhen des Kutschbockes hinaufzuklettern, um dort oben ihre eindringlichen Argumente anzubringen. Der amerikanische Autor Stephan Crone sagt mit Bezug auf die Honsoms, daß, wenn sie ihren schaukelnden Gang begännen, der Insasse sich „wie in der Mündung einer Kanone fühlte und überdies teures Geld dafür bezahlt" habe, daß er „als Wurfgeschoß" dienen dürfe. — Es versteht sich von selbst, daß das Auto diesen schönen Fahrzeugen so weit den Garaus gemacht hat, daß ein Cab heute in London zu den allergrößten Seltenheiten gehört. Und die gute alte deutsche Pferde-„D roschte"? Sie kam vom Osten zu uns, und der Osten hafte sie seinerseits vom Westen bezogen. Um 1700 nämlich wurden nach Pariser Vorbild in St. Petersburg einige Fiaker eingeführt, die, unter Berücksichtigung des russischen Klimas etwas abweichend gebaut, den Namen „Troschke" erhielten. Rußlandrcisende berichteten unseren Urgroßvätern von diesen wundervollen Wagen —und 1738 beschritt die erste deutsche „Droschke" schüchtern ihren Lebensweg auf dem Berliner Pflaster. Zuerst war lange Zeit das Mißtrauen gegen diese „neumodische Einrichtung" groß — nicht nur wegen ihrer Neuheit, sondern auch wegen der geforderten hohen Mietsummen. Mehr als 150 Jahre bevorzugten die Berliner ihre „Kremser", größere offene Wagen mit Bänken an jeder Front, die noch dem Modell der französischen „Charaboncs" gebaut, Platz für mindestens eine kinderreiche Familie bot. Erst die 1892 in Hamburg eingeführten „T a x a m e t e r", Droschken, in denen man den Fahrpreis an einer sichtbar angebrachten Uhr ablesen konnte, fanden auch in Berlin Freunde und Fahrgäste. Aber — wird man einwenden — auch die häufigere Benutzung der Fiaker, Cabs und Droschken setzt verhältnismäßigen Wohlstand voraus. Gab es denn nicht ein in größerem Maßstab gehaltenes Fahrzeug, das „für alle" zugeschnitten und berechnet war? „Für alle" heißt auf Lateinisch „Omnibus" — und das ist die Antwort auf diese Frage. Der erste Omnibus der Weltgeschichte (obwohl er natürlich ein Kind der weitaus älteren Post- kutsche mar) fuhr am 18. März 1662 durch Paris. Zwei Pferde zogen ihn, er bot für einen Fahrpreis von 5 Sous Sitzplatz für 22 Personen und verkehrte stündlich. Allerdings verbot ein Gesetz vom Mai gleichen Jahres „Soldaten, Pagen, Lakaien und Handarbeitern dieses Gefährt zur größeren Bequemlichkeit und Freiheit verdienter Bürger" zu besteigen. 1829 führte Herr Shi11 ibeer einen dreipferdigen Omnibus in London ein, der 1849 auch Sitzplätze auf dem Verdeck erhielt. Berliner Omnibusse schließlich waren rechte Kinder der Biedermeierzeit — 1837 lief der erste „öffentliche Kremser", 1865 die erste „Pferdebahn" in Schienen. Van beiden weiß der bekannte Berliner Bie- dermeierkomiker Adolf Glasbrenner manche ergötzliche Geschichte zu erzählen..« plare zählen konnte. Seinen Namen bezog es von „Cabriole", „Purzelbaum", was wenig für feine Sicherheit zu sprechen schien. Trotzdem bürgerte es sich um 1820 auch in England ein, wo man es, wegen Der Antipathie Der Engländer gegen lange Worte, Es werden von der Reichsanstalt nur die Kurz- WER. Marburg. 8.3uli. Die eingetretene arbeitet- mit 3, 4 und 5 Ausfalltagen erfaßt. Ende Besserung der Witterung hat sich auch auf den Mai betrug ihre Gesamtzahl im Landesarbeitsamts- I Besuch der Marburger Festspiele günstig aus- bezirk Hessen 4390 gegenüber 8882 Ende Mai 1932. gewirkt. Hm noch möglichst vielen Menschen Seit Ende Januar d.J. (10 250) ist die Zahl der den Besuch der Festspiele zu ermöglichen hat Kurzarbeiter um rund 6000 zurückgegangen. sich die Leitung der Festspiele veranlaßt gesehen. Die berufliche Gliederung der Arbeitsuchenden zeigt die Spielzeit zu verlängern. nunmehr deutlich stärkere konjunkturelle Entwick- tUfeor *? R Millionen EinVvßner lungstendenzen. Nachdem in Den ersten Monaten der UCDCr . cr ' diesjährigen Frühjahrsentlastung die Abnahme der in HeffSN-^laffaU. Arbeitsuchenden sich hauptsächlich aus den Saison- ^LSR F r a n k f u r t a. M., 7. Juli. Rach dem aufcenberufen ergab, zeigt s'-h besonders m -Den Ergebnis der Volkszählung vom letzten l^Monaten em wesentlich stärkerer Abgang 16 r*unf b 3. Rat die Provinz Hessen-Rassau bei den konjunkturell beeinflußten Berufen. 2^77988 Einwohner gegenüber 2 487 137 In der zweiten Junihälfte war die Entlastung Einwohner im 3ahre 1925. Die Zunahme beträgt besonders stark in der Eisen- und Metallerzeugung demnach mehr als 90 000. und -Verarbeitung, im Holz- und Schnitzstoffgewerbe und im Baugewerbe. Eine Entlastung ergab sich I Buntes Auenei. ferner in den Gruppen Papiererzeugung und -ver- - arbeitung, Ledererzeugung und -Verarbeitung, im Düs ^BlaUL BüNd" 9CF Segelschiffe. B8U5T L gESSSEESlfi Satfon weiterhin etwas zu. (Australien-England) wird durchweg von Fracht- Die Zahl der Hauptunterstutzungsempsanger in . n fabten hie in Australien Weizen geladen der Arbeitslofenversicherung ist vdn Mitte zu Ende .»ben unb bk)en na$ England bringen. Die Schiffe Juni um 843 zuruckgegangen, m der Krisenfursorge * keineswegs alle zur gleicher Zeit ab, sondern hat sie um 23 jugenommen, so daß sich »n brüten ! ben Frachtverhällniflen in Zwischenräumen Unterstützungsemrichtungen zusammen em Abgang Dft ^hreren Wochen. Sieger bleibt das Schiff, oon 820 ergibt. Es wurden Ende 2uni m der Ar- ÖQß Strecke in der kürzesten Zeit zurückleqt. beitslosenversicherung 20 758, in der Krisenfursorge biekm Jahr: war es die 5000 Tonnen große 67 841, in beiden Unterstützungsemrichtungen zu- Aamburger Diermasterbark »Priwald", die jetzt un- fammen 88 599 Hauptunterstutzungsempsanger ge= ter gr0^ct Anteilnahme der Bevölkerung in Harn- zählt. bürg eingeschleppt wurde, nachdem sie bereits bei Die Zahl der zur Zeil beschäsliglen Landhelfer ihrer Qlnlunft in dem Bestimmungshafen Barry betrug Mille Juni 7602 gegenüber 4064 Mille | (England) mit dey üblichen Ehren empfangen wurde. Mai. Nach dem vorläufigen Ergebnis beträgt die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen Ende Juni 119 693 gegenüber 124 005 Epde Mai, d. h. sie hat um rund 4 3 0 0 abgenommen, worin insbesondere auch die weitere Auswirkung des Sofortprogramms zum Ausdruck kommt, bei dem im wesentlichen langfristige Arbeitslose, also in der Hauptsache Wohlfahrtserwerbslose, beschäftigt werden. ---- Im 15. Jahrhundert kam in Frankreich — zunächst -----------------------------------------in der kleinen Stadt Sedan, dann in Paris — die --- - 1 Mietsänfte auf. Abenteuerlich genug war es, ' sie zu benutzen. Durch eine kleine Vordertür mußte man sie besteigen. Der Jnnenraum bestand aus einem winzigen Kasten mit einer gepolsterten Bank. den Patien- Als später hohe Hüte bei Den Herren, hohe Perücken ten* den Angestellten und dem Klinikspersonal der bei Den Damen aufkamen, konstruierte man Sanften, Medizinischen Klinik am Svnntagnachmittag. Die Deren Decken Deckelartig aufklappbar waren. Dieje jugendlichen Sängerinnen trugen unter dem Bei- Form wurde vor dreihundert Jahren (1634) von öir fall der Zuhörer geistliche Chore sowie Heimat- S. D u c 0 m b e , einem reichen Privatmann, auch und Volkslieder vor und ließen den Kranken für in London emgefuhrt. Em Bild Hogarths be- eine Stunde Schmerzen und Sorgen vergessen, weist uns, daß man noch fast hundert Jahre spater Kliniksleitung und Patienten sagten herzlichen an dieser Bauart festhielt. Erne ^Spazierfahrt m solch Dank für die schonen Liedervorträge. einem „Sedan-Chair" war meist eine höchst unge- ** 2 7er Denkmal. Mit Rücksicht auf die Ver- mütliche Angelegenheit. Die Sanfte, vorn und hinten zöqerunq die bei den Vorarbeiten für die Denk- von je einem „Chairman" getragen, schaukelte zum malserridjtung eingetreten ist, hat sich die Denkmals- Erbarmen. Drinnen mußten großgewachsene Leute Vereinigung und der Bund FAR. 27 Oranien ge- ihre Beine zu einem Knäuel Zusammenwickeln Troß ,wungen gesehen, die für September dieses Jahres alle dieser Unbequemlichkeiten blieb die sanfte (Die vorgesehene Enthüllungsfeier, die zugleich als Wie- sich in dieser Form in Deutschland nie recht einge- dersehensfeier aller alten 27er gedacht war, auf däs bürgert hat) der hauptsächliche „Taxameter des Frühjahr 1934 zu verschieben. Auch die Wieder- 17. Jahrhunderts. Kein Wunder allerdings, daß sehensfeiern des Brigaderegiments FAR. 63 und man bald darauf nach einem Ersatz für dieses unter Kriegsforrnativnen RFAR. 21, Res.-FAR. 56, bequeme Ding ausschaute. FAR. 92, 111, die mit der Denkmalsweihe und der dieser Ersatz tauchte zuerst 1635 in London auf. Hundertjahrfeier verbunden werden sollten, werden cührte man um diese Zeit den „H a ckn e y" ein, auf den gleichen Termin (Mai 1934) verschoben. ein oierMAiges Pferdefuhrwerk. Trotz Protesten des englische), Königs und seines Hofes, die Befchädi- 1 Sihuna des neuen Vorstandes gungen ver Straßen fürchteten und auch wohl das k I Privileg des Pferdew.agens gern für sich reserviert der Hessischen Äauernrannner. hätten, vermehrten sich Die Hackneys schnell — 1635 WER Darmstadt, 6. Juli. Vor der ersten gab es ganze fünfzig, 1650 bereits dreihundert {oh Sitzung des neugebildeten Vorstandes der Hessi- cher Wagen. In Diesem gleichen Jahre wurden Durch scken Bauernkammer wurden dem Staatskommissar Den Unternehmergeist Des Pariser Pachters Nicolas für die Landwirtschaft Dr. Wagner (M. d. R.) S a u o a g e Die Mietwagen zum allgemeinen mter- durch Generaldirektor Hamann die Beamten, nationalen Kulturgut. Angestellten und Bediensteten der Hessischen Dau- Dieser biedere Mann nämlich hielt in seinem Haus, ernfammer vorgestellt, an die Staatskommissar Dr. dem Hotel de St. Fiacre in der Rue St. Martin, Wagner die Aufforderung richtete, eingedenk Pferde und Wagen zum Vermieten bereit. Seine der seitherigen fruchtbaren Arbeit in der Land- Gefährte fuhren auf vier Rädern, boten unter einem Wirtschaf tslammer im Dienste des hessischen Bau- na($ allen Seiten offenen Säulenbaldachin — Platz ernstandes mit besonderer Kraft an dem für vier Personen, ihre Benützung kostete pro Per W i e de r a u f b a u d e s D a t e r la nd e s m i t - fa„ unb Stunde fünf Sous (25 Pfennig). Diese zuarbeiten. „F i a c r e 5" erhielten ihren Namen von dem Schutz- 3n der ersten Sitzung des Vorstandes der Dau- ..... ~ ernfammer begrüßte Staatskommissar Dr. Wagner die neubestellten Mitglieder der Kammer, er gedachte mit Anerkennung der Arbeit des seitherigen Kammervorstandes. Der Vorstand der Bauernkammer seht sich nunmehr wie folgt zusammen: Vorsitzender: Staatskommissar Dr. Wag- n e r , stellvertretende Vorsitzende: Landtagsabge- ^ch bezog, ordneter G ö ck e l, Langen, und Landtagsabgeord- schützen. Di neter Seipel, Fauerbach, weitere Mitglieder: jjebtheit er heiligen des Sauvageschen Hauses, einem Eremiten Fiacrius, der um 670 n. Chr. Geb. als Heiliger gestorben sein soll. (Heute noch wird der 30. August als „Fest des heiligen Fiacrius" in manchen romanischen Ländern gefeiert.) Kleine Bilder dieses Schutzpatrons zierten die Wagenverschläge und sollten sowohl den Kutscher, auf den sich der Name „Fiacre" ursprüng- , als auch die Fahrgäste vor Unfällen Ja sich diese Mietwagen bald großer Be- .......... - -, y- - - , liebtheit erfreuten, vermieteten (1668) einige schlaue Cellarius, Schotten, Dettweiler, Win- Hausbesitzer in Paris ihre Wagenauffahrten und tersheim, Finger, Flomborn, Reinheimer, Remiesen als Fiaker-Haltestellen und konnten sogar Reihen. Als weiteres ordentliches Mitglied wurde damalige Zeiten hohe Preise hierfür nehmen: sie der bisherige Präsident der Landwirtschaftskam» forderten für die erste Stunde 30 Sous, für die mer, Oefonomierat Hensel, Dortelweil, bestellt, zweite 2-5 von jedem Wagen. 1703 wurde eine Nume- der gleichzeitig in Anerkennung seiner großen Ver- nerung der Pariser Fiaker vorgenommen. Erst die bi en ft c am die hessische Landwirtschaft auf Vor- französische Revolution befreite die Kutscher durch schlag des Staatskommissars Dr. Wagner zum ejn Gesetz Der Konstituante vom 24. November 1790 Ehrenpräsidenten der Baaernkam- DOn dem Zwang, Platzgeld auf ihren Haltestellen an mer bestellt wurde. Außerdem wurde ihm die ' - Goldene Medaille der Landwirtfchaftskammer für hervorragende Verdienste um die hessische Landwirtschaft verliehen. Aus den übrigen Verhandlungen ist zu erwähnen, daß an Stelle der aufgehobenen Provinzausschüfse vier Zucht- ämter errichtet werden, deren Leiter die Dienstbezeichnang „Direktor des Tierzuchtamts" verliehen wurde. Den Verhandlungen mit dem Hessischen Staatsministerium wegen llebernahme der staatlichen Einrichtungen wurde zugestimmt, ebenso der llebemahme der Mehrheit der seitherigen im Dienst des Staates tätig gewesenen Beamten und Angestellten. Die von der Bauern- kammer auszuführende Arbeit wird in einzelnen Abteilungen erfolgen. Zu Abteilungsdirektoren wurden neu ernannt die Oberlandwirtschaftsräte Dr. Gör lach (Schulwesen) und Dr. Rupp (Wein-, Obst-, Gemüse- und Gartenbau). S.Jl.-^port ^eichssportkommiffar v. Tschammer und Osten in Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M., 8. Juli. Am Sams- tagnacßinittag sprach hier im Volksbildungsheim Rcichssportkommissar v. Tschammer und Osten vor einer grossen Versammlung von Vereinsführern und Funktionären der mainischen Turn- und Sportbewegung. Seine Ausführungen wurden mit Heller Begeisterring ausgenommen. Er betonte erneut, das; er in den internen Dereinsbetrieb nicht eingrcifen wolle, aber alle egoistischen Vereinsrücksichten müßten zurücktreten hinter die Arbeit für die Jugend. Den Konflikt, der zwischen dem bisherigen Führer des Gaues Mittelrhein der DT. und der Führung der Deutschen Turnerschaft ausgebrochen sei, werde er noch einmal genau überprüfen. Zum Nachfolger von H. Topp habe er vorläufig den Gruppenführer B e ck e r l e (Frankfurt a. M.) bestimmt. 3n der Deutschen Turnerschaft dürfe es keinen Streit um Persönlichkeiten geben, diele seien nicht so wichtig wie das große Werk, das die Deutsche Turnerschaft noch zu vollbringen habe. Oer bisherige Gauführer Topp aus der OT. ausgestoßen. Nachdem der Führer der Deutschen Turnerschaft, Dr. Neuendorff, bereits vor einigen Tagen den bisherigen Führer des Mittelrheingaues, Turn- und Sportlehrer Hermann Topp, Frankfurt a. M., seiner Aemter enthoben hatte, ist Topp nunmehr auch wegen unturnerischen Verhaltens aus der Deutschen Turnerschaft ausgestoßen worden. Segelflieger Kronfeld fliegt in Frankreich 100 Kilometer. Der österreichische Segelflieger K r o n f e l d hat gestern nachmittag einen Segelflug von 100 Kilometer von St. Quentin nach Rompy-Ioumont vollbracht. Es ist dies die größte Entfernung, die über französischem Boden jemals von einem Segelflug- »cug zurückgelegt worden ist. Großer deutscher Erfolg in Wimbledon. Das deutsche Paar Hilde Krahwinkel- v. C r a m m wurde in Wimbledon Weltmeister im Gemischten Doppel durch einen 7:5-, 8:6-Sieg über das Paar Heeley-Farquahrson. Die übrigen Titelträger von Wimbledon heißen: Herren- Einzel: Jack Crawford (Australien): Damen- Einzel: Helen Wills-Moody (USA.); Herren-Doppel: Borotra-Brugnon (Frankreich); Damen-Doppel: Mathieu (Frankreich), Ryan (USA). Kurze Sportnotizen. Für die Vorschlußrunde um den Adolf- chitler-Fußball-Pokal haben sich die Mannschaften der Gaue Nordhessen, Bayern, Berlin und Sachsen- Thüringen qualifiziert. Den vier Spielen der Zwischenrunde wohnten insgesamt 23 000 Zuschauer bei. Einen deutschen Reitersieg gab es am Eröffnungstage des Internationalen Reitturniers in Luzern. Oberlt. Hasse gewann auf „Bosco" das Jagdspringen. * Manfred v. Brauchitsch erzielte beim Gabelbach-Rennen auf seinem Mercedes-SSK. mit 114,2 Km. Stundenmittel die beste Leistung des Tages. * DerSchwimm-LänderkampfDeutsch- land — Frankreich ging für Deutschland überraschend verloren. Es ist dies die erste Niederlage in den Länderkämpfen der Schwimmer gegen Frankreich. Die Franzosen gewannen am Sonntag in Paris nicht nur die 4 mal 200-Meter-Freistilstaffel, sondern mit 5:4 (3:2) auch das Wasserballspiel. * B e i den Deutschen Saalsport-Meisterschaften in Frankfurt gab es folgende neue Titelträger: Zweier-Radball: Wanderlust- Frankfurt; Dreier-Radball: Diamant-Chemnitz; Sechser- und Achter-Kunstreigen Blitz-Neukölln; Einer-Kunstfahren: Compes - Schnecke Neuwerk; Zweier-Kunstfahren: RV. Nied-Frankfurt. Der Sport im Staat. Umwälzende Beschlüsse beim OFB und der OSB. Der Deutsche Fußball-Bund hielt am Sonntag in Berlin einen außerordentlichen Bundestag ab. Vertreten waren alle Landesverbände. Für den Reichssportkommissar wohnte Professor Glöckler der Tagung bei. Eingangs der Besprechungen stellte der Führer des DFB., Linnemann, die ordnungsgemäße Einberufung der Versammlung fest und verkündete, daß Satzungsänderungen der einzige Punkt der Tagesordnung seien. In einer anschließenden Rede legte Linnemann die bisherigen und jetzigen Grundlagen des Sportbetriebes klar. Durch die veränderten politischen Verhältnisse und durch die Einordnung des Sports in den Staat werde ein Umbau der Sportorganisation erforderlich. Darauf stellte Rechtsanwalt Schmidt, Han- notier den folgenden Antrag: „Der Bundestag ermächtigt den vom Reichssportkommissar mit der Führung des Bundes betrauten Vorsitzenden Felix Linnemann, alle personellen und sachlichen Maßnahmen zu treffen, welche zur Eingliederung des Bundes in das Programm des Reichssport- kommissars und zur Umgestaltung des Bundes erforderlich sind. Insbesondere bevollmächtigt der Bundestag den Bundesführer als Vor st and, jede Sa hungsänderung vorzunehm e.n" Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Unter Dankesworten an die ausscheidenden Mitarbeiter gab Linnemann bekannt, daß die Satzungen später verösfentlicht würden. Eine Ernennung der 16 Gauführer sei noch n i ch t m ö g l i ch, da noch die Bestätigung des Reichssporlkommissars ausstehe. Anschließend tagte die außerordentliche Generalversammlung der Deutschen Sportbehörde. Dr. Ritter Karl v. Halt leitete die Verhandlungen. Er schloß sich in allen wesentlichen Punkten dem Führer des DFB. an. Der gleiche Antrag wie beim DFB. wurde auch hier einstimmig angenommen. 3m Anschluß an die beiden Tagungen teilte Linnemann dann die Organisationsformen mit Jede Fachfäule besteht aus 16 Gauen, die möglichst den politischen Grenzen entsprechen. Für den DFB. rechnet man auf 12 000 Vereine mit 60 000 Mannschaften. Qllle Gaue erhalten ein gleichartiges Spielshstem, darnit die Kämpfe um die Klasseneinteilung künftig endlich in Fortfall kommen. 3 eder Gau hat eine Oberliga z u zehn Vereinen. Die zweite Klasse ist eine Gauliga mit zwei Abteilungen zu je 12 Vereinen. 3e zwei Vereine wechseln am Schluß der Spielzeit. Die Neueinteilung wird sofort d u r ch g e f ü h r t. Die Meisterschaftsspiele begin. nen überall am 1. September-Sonntag. Um eine Überlastung mit Spielen zu vermeiden, darf keine Mannschaft pro Jahr mehr als 26 Spiele austragen. Ein Sonntag im Monat ist für andere Zwecke (Geländesport) freizumachen. Auch die Verwaltung soll stark vereinfacht werden. Für das ganze Bundesgebiet wird ein Einheitspaß ohne Lichtbild geschaffen. Das Paßwesen wird zentralisiert. Die Landesverbände lösen sich auf und führen ihr Vermögen dem Deutschen Fußball-Bund zu. Oer Frankfurter NeichsbahndirektionS- präfldent nach Karlsruhe verseht. WEN. Frankfurt a. M., 8. Juli. Der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a M Dr. Roser, der seit Ende Juli 1925 Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. war, wird ab 15.3uh als Präsident der Reichsbahndirektion Kar sruhe versetzt. Der Präsidentenposten in Karlsruhe war seither nicht besetzt; er wurde früher von dem jetzigen Reichsverkehrsminister Freiherrn v. Elh-Rübenach verwaltet. Präsident Dr. Roser ist Badenser. Gefundene Sachen. Gelegentlich kann man bei Benutzung einer Straßenbahn, eines Wartezimmers u. dergl. Zeuge folgenden Vorfalls werden: Jemand ruft mit allen Anzeichen der Freude aus :„Jch habe ein Portemonnaie gefunden!" Dann folgt eine kleine Pause, während der der Inhalt der Geldbörse gezählt wird, und dann ein neuer Ausruf: „Es sind 150 Mark drin!" Ich bekomme also 15 Mark Finderlohn!" Leider hat sich aber der unglückliche Finder doppelt zu seinem Nachteil geirrt: Einmal beträgt der Finderlohn nicht 10 v. H., wie meistens angenommen wird, sondern 5 oder 1 v. H. Vor allem hat sich der Finder aber insofern geirrt, als er überhaupt keinen Finderlohn beanspruchen kann. Er hat nämlich einen sogenannten „Verkehrsfund" gemacht, über den § 978 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt, daß, wer eine Sache in den Gesellschaftsräumen oder den Beförderungsmitteln einer öffentlichen Behörde oder einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Verkehrsanstalt findet, keinen Anspruch auf Finderlohn hat, dafür aber verpflichtet ist, die Sache unverzüglich an die Behörde oder die Verkehrsanstalt oder an einen ihrer Angestellten abzuliefern. Der, der die Sache verloren hat, kann sie sich aus dem Fundbureau der Behörde ober der Ver- kchrsanstalt abholen, ohne einen Finderlohn zahlen zu müssen; allerdings wird er eine Geführ für die Aufbewahrung und Aushändigung der Sache erlegen müssen. Meldet sich der Finder nicht, so wird nach Ankündigung die Sache versteigert, der Erlös einige Zeit hinterlegt und nach drei Jahren verfällt er an den Fiskus, die Verkehrsanstalt ufm. Wer dagegen eine Sache auf der Straße oder sonstwo findet, wo die obigen Voraussetzungen nicht anwendbar sind, der hat einen Anspruch aus Finderlohn. Er muß zwar auch seinen Fund unverzüglich der Polizeibehörde anzeigen, er ist auch zur Verwahrung der Sache verpflichtet, dafür steht ihm aber das Recht zu, vom Eigentümer der Sache 5 v. H. Finderlohn zu verlangen, wenn die Sache einen T 2Üert bis zu 300 Mark hat; vom Mehrwert kann er nur 1 o. 5). verlangen, bei Tieren immer nur 1 o. S). Es kann aber auch der Fall eintreten, daß die Sache objektiv fast wertlos ist, für den Verlierer aber großen Wert hat. Man denke nur an den verlorenen Brief einer verstorbenen Person. In diesem Falle ist der Finderlohn ohne Rücksicht auf den Wert nach billigem Ermessen zu bestimmen. Die Verpflichtung, den Fund unverzüglich bei der Polizeibehörde anzuzeigen, kommt in Fortfall, wenn die Sache nicht mehr als 3 Mark beträgt. Auch in diesem Falle „gehört" die Sache dem Finder aber nicht, er muß sie dem Verlierer aushändigen, wenn er ihn kennt. Erst nach Ablauf eines Jahres erwirbt der Finder Eigentum an der Sache, außer, wenn ihm vorher ein Empfangsberechtigter bekannt geworden ist ober biefer sein Recht bei ber Polizeibehörde angemeldet hat. Niemals kann der Finder aber auch Eigentum an einem Kleinfund (bis 3 Mk.) erwerben, wenn er den Fnud auf Nachfrage verheimlicht. Meldet sich der Verlierer, so kann er nicht ohne weiteres Herausgabe der Sache verlangen. Erst muß er den Finberlohn zahlen, ferner muß er aber bic vom Finder für notwendig gehaltenen Aufwendungen auf die Sache diesem ersetzen; bis er das getan hat, hat der Finder ein Zurückbehaltungsrecht und kann seine Ansprüche mit gerichtlicher H'.lfe durchsetzen. Der Verlierer kann sich nur dadurch^ von seinen Verpflichtungen befreien, daß er die Sache dem Finder „kampflos" zu Eigentum überläßt. Ein besonderer Fall des Fundes ist der Fund eines Schatzes, d. h. einer Sache, die solange verborgen gelegen hat, daß der Eigentümer-nicht mehr zu ermitteln ist. Findet jemand einen Schatz, jo braucht er sich nicht mit 5 oder 1 v. H. des Wertes abfpeisen zu lassen; er wird vielmehr zur Hälfte Eigentümer des Schatzes, während die andere Hälfte demjenigen zufällt, auf dessen Grundstück usw. der Schatz verborgen war. Z. Wirtschaft. Produktion und Beschäftigung. Das JnstitutfürKonüunktursorschung beschäftigt sich in seinem neuesten Wochenbericht mit dem Problem der Leistungssteigerung und kommt zu folgendem Ergebnis (womit auch die jüngste Entwicklung der Produktionsleistung je Arbeitsstunde ihre Erklärung findet): Im Verlaufe des Konjunkturrückganges find offensichtlich wegen der Begrenzung der Finanzierungsmöglichkeiten immer weniger arbeitssparende Maschinen neu eingesetzt worden. Die Produktionsleistung je Arbeitsstunde hätte also kaum noch steigen können, sie wäre wohl eher gesunken, weil mit dem Rückgang der Gesamtproduktion die fixen Arbeitsaufwendungen an Bedeutung gewannen. Offenbar hat dem aber entgegengewirkt: der anhaltende Drang der Unternehmungen möglichst rationell zu arbeiten, durch Verfeinerung der Betriebstechnik (soweit sich das ohne Investitionen ermöglichen läßt), sodann die Konzentration der Produktion auf die rentabelsten Betriebsteile und die besten Arbeitskräfte. So kommt es denn, daß tatsächlich die Produktionsleistung je Arbeitsstunde in der. Jahren sinkender Produktion noch gestiegen ist. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Nachdem die vorige Berichtszeit etwas unsicher geschlossen hatte, setzte sich mit dem Anfang der soeben abgelaufenen Woche eine zeitweise recht freundliche Stimmung durch. Ihr erster Anlaß war mit der Ernennung Dr. Schmitts zum Reichswirtfchafts- minifter gegeben, da man durch seine Persönlichkeit die Fortführung einer auf prioatwirtschaftlicher Grundlage stehenden Wirtschaftspolitik gewährleistet glaubt. Große Beachtung in Börsenkreisen fand naturgemäß die Entwicklung der internationalen Währungsverhandlungen, die mit ihrem andauernd wechselndem Stand ein recht beunruhigendes Moment bildeten. Von der Bewegung der Auslandmärkte, die ja mit der Erörterung der Währungsfragen in gewissem Zusammenhang stand, gingen zwiespältige Wirkungen aus. Fest steht zwar, daß ihre Schwäche am Freitag auch die Frankfurter Effektenbörse ungünstig beeinflußte. Für die Unternehmungslust lagen somit keine stärkeren Anregungen vor, und das Geschäft nahm auch nur am Samstag lebhaftere Formen an, als sich der Verkehr erstmalig auf Frankfurt und München konzentrierte. Das Kursniveau hat gegenüber der Vorwoche etwa 2 bis 5 Prozent verloren. Montanpapiere gaben durchschnittlich 1 bis 3 Prozent nach, nur Rheinbraun waren 5,50 Prozent schwächer. Die beabsichtigte Reorganisation Stahlverein Gelsenkirchen sand geteilte Aufnahme. Im gleichen Ausmaße schwächer waren Tarifwerte, von denen nur Berlin Licht und Kraft mit minus 6 Prozent auffielen. Von Elektroaktien waren Gesfürel mit minus 6,50 Prozent recht schwach, ebenso einzelne Kaliwerte, die bis 7 Prozent verloren. Chadeaktien konnten verschiedentlich von höheren Schweizer Kursen profitieren. Trotz der offiziellen Mitteilung über weitere Unterstützung der Schiffahrt gaben Hapag und Nordd. Lloyd je ein Prozent nach. Am R e n t e n ma r k t war häufig die Forderung nach einer Kursfürsorge zu hören, die nun anscheinend auch in der letzten Zeit eingesetzt hat. Immerhin gaben Reichs- und Staatsanleihen noch meist 0,50 bis 1,50 Prozent nach, nur Altbesitz konnten sich um 1,50 und Houngplananleihe um % Prozent verbessern. Stadtanleihen lagen unregelmäßig und bis 2 Prozent gedrückt. Am Pfandbriefmarkt war größeres Angebot zeitweilig schwer unterzubringen, erst in den letzten Tagen erleichterte sich die Lage. Goldpfandbriefe waren meist etwa 1,50 Prozent niedriger, die der Frankfurter Institute und der Rhein. Hyp. Bank konnten sich bereits wieder völlig erholen. * Indexziffer der Großhandelspreis e. Im Monatsdurchschnitt Juni 1933 stellte sich die vom Statistischen Reichsamt errechnete Großhandelsindexziffer auf 92,9 (1913: 100), sie ist gegenüber dem Vormonat (91,9) um 1,1 v. H, gestiegen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 85,1 (H-1,1 v. H ), Kolonialwaren 78,0 (+ 2,0 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,2 (4- 1,6 v. H.), und industrielle Fertigwaren 112,1 (+ 0,5 v. H.), hiervon Produktionsmittel 113,9 (unv.), Konsumgüter 110,8 (+ 0,6 v. H.). Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 8. Juli Die Nachfrage im Frankfurter Eiergroßhandel ist weiter sehr schlecht geblieben, da die Preise vom Publikum im allgemeinen als zu hoch empfunden werden. Die vom Handel geforderten Preise blieben ungefähr gehalten. Zur Deckung des vorhandenen Bedarfs genügt die deutsche Ware fast vollkommen, ausländische Eier kommen gegenwärtig in imm-jr geringeren Mengen herein. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 8. Juli. Im Frankfurter Duttergroßhandel haben sich die Preise um etwa 2 bis 6 Mk. erhöht. Für deutsche Butter werden 122 bis 126 Mk., für holländische Butter 124 bis 128 Mk. verlangt. Das Geschäft hat sich etwas lebhafter gestaltet, die Nachfrage ist großer, das Angebot eher geringer geworden. Diese Entwicklung ist auf die Erntezeit zurückzuführen, während der die Milcherzeugung abzusinken pflegt. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. D.: H. L. N e u n e r. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Öte Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Neichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v H. .franiiur. j. ui. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußes Schluß!. Mittag, börse Oatum 7-7- 8-7 6.7. 7.7. 6% Deunchc Retchsaniethe v. ihz, 83,75 83,75 83,75 83,75 6% ehem.7% Dt.ReichsanI. v. 1929 90,75 90,5 90 90,25 6/i% Doung.Anleihe von 1930 . Deutsche Anl^Ablos.-Schuld mt 78,65 78 78,25 Auslos.-Rechtcn ........... 76,25 76,4 75,6 75,9 Te-gl. ohne Auöloj.-Nechte..... 6% ebem. 8% Hess. Bolksstaal 1929 10,3 10,45 10,4 10,3 (rftdinhlb. 102%) ........... Oberhellen Provinz-Anleihe ml 76,5 — 75,25 n Auelos.-Rechten ............ 6% Hell. Landesbank Darmstadt 65 65,5 Gold R. 12....... bs4% Hell. Landes Hypotheken, bank Darmstadt fliqui..... Deutsche Komm. Cammelab l.An 79 79,5 — — 83,25 83,5 — — leibe Serie 1 rnitAuslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Ban' 66,5 66,9 66,75 66,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 193" 6% ehem. 7% Franks Hyv.-Ban 80,75 80,75 — — Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 6'/?% ehem. 4'/.% Franks. Hyp. Bank-Liyu.-Psandbrlefe ..... 6/2% ehern. 4'/,% Rheinische 80,65 80,65 — — 84 86 — — Hyp.-BannLiqu.-Goldpse ... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand briesansialt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landcspfanb 85 85,5 - — 80,75 80,75 — 80,5 briesanstalt. Psandbriese 91. 1' 80175 80,75 Verrechnungskurs ............ 86 86 86 86 4% Oösterreichische Goldrente... _ _ 16,25 4,20% Oesterreichlsche Silberrentr 1,14 1,15 1,25 1,15 4% Ungarische Goldrente ....... 5,65 5,5 5,75 5 fi 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,25 5,75 5*5 4/t% desgl. von 1913.......... . 5,7 6% abgeii. Goldmerikaner von 99 10,65 _ 11,13 10,75 4% Türküche Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlelh" 5,75 5,85 6 5,7 Serie I.................... — — 5,6 5,6 Franklurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußl. Adend- börie Echluß- kurs Schlugt. Mittag- börse Oaium 7.7- 8-7. 6.7- 7.7. 4% desgl. Serie ll ............ 5,7 5,6 5,8 5,7 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5 5,3 9 4'/r9<>ökumcsn.vereinh.Neniev.l913 — 9 9 1% Rumänische vereinh. Rente . 4,14 4,25 4,3 4x2 3%% Anatolier .............. 26 26,5 26 Hamburg-Amerika-Pokel ..... < 14,5 14,13 14,25 14,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 22 Hansa Dampfschiff........... o — — 18,25 17,75 Norddeutscher Lloyd .........o — 15,65 15,75 15,4 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. o 43,25 44,5 43,5 43 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 90,75 90,75 91 90,75 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Diseonto- 50,5 50,5 50,75 50,5 Gelellschafl................ < 54 54 54 54 Dresdner Bank..............o 45,5 45,5 45,5 45,5 Reichsbank ................. i 144 146 146,75 144 A.E.G......................i 22,75 23,25 22,9 22,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 6 85 85,25 85 Licht und Kraft .............g 103,5 103,5 105 103,5 Felten & Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter- 48,5 47,75 48,65 48.65 nehmungen............... 4 82,5 82 83,25 82 Rheinische Elektrizität ........5 93,5 93,5 94,25 Schubert & (So.............o 103,5 102,5 102,75 102 Siemens & Halske ........... t 153,5 152 154 154,25 Lahmeyer LEo..............io 118,5 117,75 120 119,5 Buderus ................... । 72 71,75 71,4 70,75 Deutsche Erdöl ............. 4 114,75 116 113,5 114,9 Gelsenkirchener..............o 56,5 57 56,65 56,9 Harpener................... o — 93 91,25 92,5 Hoejch Eisen—Köln-Neuelsen.. 0 _ 60 60,13 Ilse Bergbau ............... 7 _ 160,5 160,5 160,5 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 114 52 115 52 113 52,5 114,75 52 Manneömann-Röhre«........0 62,25 62,5 61.9 61,5 $rani|uri o. M. .Berlin Schlußkurs Schlutzt. Abend, börse Schluß- kurs Schluß!. Miuag- börse '■Datum 7.7. 8.7 6.7. 7.7. Manstelver Bergbau........ . O 22 _ 21 21,13 Kokswerke ................. . O — _ 77,5 78 Phönix Bergbau............ . O 33,5 34,13 33,65 33,25 Rheinische Braunkohlen ..... .10 205 207 206 205,4 Rheinstabl ............. 86,5 87,75 85,9 87 Bereinigte Stahlwerke....... 33,75 — 33,65 33,75 Otavl Minen .............. 0 16 16 15,75 15,5 Kaliwerke Aschersleben....... 6 122 123 123 124,5 Kaliwerke Westeregeln....... 6 122,75 123,5 123 124 Kaliwerke Salzdetturth..... 9 164 164 165,25 164 3 G. Farben-Induslrie...... 128,75 129,5 129 129 Scheideanstalt.............. .10 173,25 Goldschmidt ............... 0 43,25 43,5 42,5 43,25 Rütgertwerke .............. 0 59,25 60,5 60 59 Metallgeselischaft............ 57 57,75 57,25 57 Philipp Holzmann.......... O 55,5 55,25 56,25 56 Zementwerk Heidelberg ..... Cemenrwerk Karlstadt........ ■t 82 82,25 = Schultheis Patzenhoser....... 0 — _ 118 119 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 39,5 39 40,75 39,5 Bemberg.................. 0 54 53,25 51,65 52,75 Zellstoff Waldhof ........... 0 42 41,25 42,25 42,25 Zellstoff Aschaffenburg ...... 0 21 21 21 21,75 Dessauer GaS.............. 7 108,5 108,25 Daimler Motoren........... O 28,75 29 29 28,75 Deutsche Linoleum ......... 0 43 43 43 43 Crenftcln & Koppel ......... 0 41,5 41,75 Leonhard Tietz ............. 6 15,5 18 15,65 15,5 Ehade..................... 12 — 183 198,25 188 Gritzner............. c 22,5 22,5 1 23,5 22,5 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. 4 64,25 64 — Süddeutscher Zucker ........ b 151,5 152 151 152 Devifenmartl Berlin — Frankfurt a. 2H. 6.Zu« 7.Juli Amtliche Notierung (Selb I Brie' Amtliche Notierung Geld I Brie Helsingfors. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia ..... Holland .... OSlo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... 6,214 46,95 12,54 3,047 169,43 70,68 62,79 72,48 14.07 0,928 3,122 58,94 22,43 16,57 81,12 35,26 82,12 0,884 0,229 5,195 12,82 6,226 47,05 12,56 3,053 169,77 70,82 62,91 72,62 14,11 0,932 3,128 59,06 22,47 16,61 81,28 35,34 82,28 0,886 0,231 5,205 12,84 Banknoten 6,204 46,95 12,54 3,047 169,68 70,43 62,59 72,38 14,0? 0,928 3,017 58,77 22,36 16,50 81,32 35,21 82,12 0,879 0,229 5,195 12,75 6,206 47,05 12,56 3,053 170,02 70,57 62,71 72,52 14,06 0.932 3,023 58,89 22,40 16,54 81,48 35,29 82,28 .0,881 0,231 5,205 12,77 Berlin, 7.Zull (Selb Brief Amerikanische Roten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten... ............. Spanische Noten................. Ungarische Rote» ................ 2,97 58,61 62,33 13,98 16,46 169,26. 22,24 70,26 72,21 81,14 35,08 2,99 58,85 62,57 14,04 16,52 169,94 22,32 70,54 72,49 81,46 35,22