Nr. 153 Erstes Blaff 183. Jahrgang Samstag, 10. Zuni 1033 (Er|d)«tnt lägltd), aufoei Sonntags und feiertags Beilagen; Die Illustrierte (Lietzener ^amihenblättei Heimat im Bild Die Scholle DlonatsBe$ng$preis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zeniWrechanschlüNe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Hnzetger Stehen, pohschecttonlo: Rranffurl am Blain 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'lche UnlverfifSfr-vuch- und Stetnöruderei K Lange in Gießen. Schrittlettnng und Geschästsitelle: SAtiMrate 7. Annahme oon Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mnt Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Ne- lilameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wich. Gange. Berantworllich für Politik Dr. Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn. zeigenteil L B. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Latz dich nicht abdvSnae« von deinem Heimatblatt! ($0 vergilt deine Treue durch gestei- gerteLeistungen im Dienste an Heimat und Laterland und damit auch an dir Der Gtetzenev Slnzeisev bietet reinen Leiern: Werktäglich Das große Heimat' und Anzeigenblatt Wöchentlich zweimal Gießener Zamilienblätter Wöchentlich Die Illustrierte des Gießener Anzeigers Heimat im Bild Die Scholle 3n ständigem Wechsel Sonderseiten des Gießener Anzeigers Für den Äüchertisch Aus dem Reiche der Frau Aus Natur und Technik Zugend und Hochschule Aus der Welt des Films Das Recht im täglichen Leben Zeit'ragen des Mittelstandes Wandern und Reisen Zährlich zweimal Taschensahrplan in Hestsorm jährlich Künstlerischen Wandkalender (50 steht jedermann frei, die Zeitung zu halten, die ihm gefällt, er kann jede andere ohne Folgen für ihn ablehnen &ein tvevbev hat das Recht, dir ein Blatt anfrmwingen! Die Befriedung Europas. Die Genfer Abrüstungskonferenz hat das sich selber gesteckte Ziel nicht erreicht Es ist ihr nickt gelungen, vor Beginn der Weltwirtschafrskonscrenz durch dle Einigung aus einen Konventionsentwurs zu einem wenigstens vorläufigen Abschluß ihrer Arbeiten zu kommen und damit zu der erhofften spürbaren Entspannung der politischen Atmosphäre beizutragen, die man als ein gutes Omen für den Beginn der wirtschaftlichen Beratungen in London gerne verzeichnet hülle. Zwar konnte dank der doppelten Initiative der Roosevett-Botschaft und der Kanzlerrede im Reichstag wenigstens die erste Lesung des als Grundlage für die künftige Ab- rüftungskonoention auch oon Deutschland angenommenen Macdonald-Plans beendet werden. Aber in allen wesentlichen Punkten haben die verschiedenen Delegationen, vor allem die französische, so zahlreiche und schwerwiegende Vorbehalte angemeldet, daß auch nach dieser ersten Lesung noch alles Ent- scheidende in der Schwebe geblieben ist. Trotzdem hat sich der Hauptausschuß zwar erst nach anfang- sichern Widerstreben einer Reihe kleinerer Machte, aber dock in der richtigen Erkenntnis, mit der bisher gepflogenen Derhandlungsweisc nicht voran zu kommen, auf einen Monat vertagt und es dem Präsidium der Konferenz überlassen, in der Zwischenzeit sich um brauchbare Formulierungen zu bemühen. Man hofft, in privaten Besprechungen eher über den toten Punkt zu kommen und eine Grund- läge zu schaffen für die dann im Sommer unvermeidbar werdende zweite Lesung des britischen Kon- venttonsentwurfs. Die erste Etappe dieser privaten Besprechungen hat allerdings bereits wenig hoffnungsvoll geendet. Die Führer der beiden angelsächsischen Delegationen, der amerikanische Sonderbotschafter Norman D a- Dis, der englische Luftfahrtmini,ter Lord London derry und der englische Unterstaatssekretar Eden haben sich in Paris mit den zuständigen französischen Ministern zu einer Besprechung über den Stand der Abrüstungsoerhandlungen getrotfen. Dabei ist man aber offensichtlich über einen Meinungsaustausch nicht hinausgekommen, bei dem vermutlich für jeden die Grenzen klar wurden an denen jedes weitere Entgegenkommen des anderen ein Ende haben würde. Im Grunde ist es immer wieder Frankreich, das, sobald auch nur der «chimmer einer Aussicht auf Verständigung am Horizont auftaucht, stets mit neuen Projekten auswartet die keinen anderen Zweck haben, als vom Hauptthema der Abrüstungskonferenz, der quahtahoen 21b> rüftung selber nämlich, abzulenken und die Verhandlungen auf Nebengleise zu verschieben, wo fie dann nach dem Wunsch Frankreichs im Dornen- gestrüpp widerstreitender Machtinteressen hoffnungslos stecken zu bleiben pflegen. Nachdem die Franzosen so nacheinander immer zu dem gleichen Zweck den Gedanken einer Dölkerbundsarmee als em Mittel zur Bestrafung des Angreifers, den Plan eines konttnental-europäischen Sicherheitssystems nach Möglichkeit unter gleichzeitiger Garantie der beiden angelsächsischen Seemächte, schließlich die Abschaffung der deutschen Reichswehr unter dem irreführenden Stichwort „Vereinheitlichung der Heerestypen" in den Vordergrund gerückt haben, ist es jetzt die R ü - stungskontrolle, die dazu herhalten muß, um den Franzosen neue Ausflüchte zu erlauben. Um sie haben sich anscheinend die Pariser Besprechungen gedreht. Frankreich verlangt eine Maßnahme, die vor dem tatsächlichen Vollzug der allgemeinen Abrüstung nach den Grundsätzen der künftigen Abrüstungskonoention gänzlich sinnlos wäre und nichts anderes sein würde, als eine neue Schikane der bereits entwaffneten Staaten. Wenn Frankreich dann im gleichen Zuge eine dreijährige Probezeit verlangt, in der sich das in Aussicht genommene Kontrollsnstem als wirksam erweisen soll, so ist es für Deutschland eine völlig undiskutable Zumutung, die praktische Auswirkung der deutschen Gleichberchtigung damit in der Tat ganz dem freien Ermessen Frankreichs anheimzustellen. Die Gegensätze in der Abrüstungsfrage sind also nach wie vor latent und von der erhofften politischen Entspannung vor Beginn der Londoner Weltwirtschaftskonferenz könnte keine Rede sein, wenn nicht der L i e r e r p a 11 endlich nach wochenlangen Verhandlungen gleichsam im letzten Augenblick noch in Rom von den beteiligten Mächten paraphiert worden wäre. Der amtliche Kommentar der deutschen Regierung zu dem Vertrag läßt keinen Zweifel darüber, daß nicht alle Blütenträume reiftey die man einst an die weitschauende Idee Mussolinis geknüpft hatte. Aber in der Erkenntnis, daß man den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun kann, hat sich die Reichsregierung zur Paraphierung des Paktentwurfs entschlossen, der zwar auch die Billigung Italiens und Englands gefunden hatte, den aber vor allem Deutschland in wesentlichen Punkten als eine bedauerliche Verwässerung der ursprünglichen Grundgedanken ansehen muß. Doch da Deutschland alle seine Rechte gewahrt sah, hat es das genommen, was es in der gegenwärtigen Situation erhal- halten konnte und hat damit vermieden, daß — worauf das diplomatische Spiel Frankreichs hinaus- lief — am deutschen Widerstand ein Friedenspatt der vier europäischen Großmächte scheiterte. Vielmehr ist die großzügige und klare Friedensbereit- schast des neuen Deutschland der nationalen Revolution, die zum ersten Mal in der großen außen- politischen Programmrede des Reichskanzlers in so überzeugender Weise zum Ausdruck gekommen ist. erneut unter Beweis gestellt und auch die böswilligsten Verleumder deutscher Politik können künftighin nicht mit dem Argument mangelnder deutscher Frie- dcnsgesinnung und Verständigungsbereitschaft hausieren gehen. Der italienische Regierungschef hatte die Absicht, mit dem Diererpakt eine Basis zu schaffen, von der aus durch direkte enge Fühlungnahme der vier europäischen Großmächte die Lösung der großen, den Frieden der Welt bedrohenden Probleme mit besserer Aussicht auf Erfolg in Angriff genommen ©erben konnte, als in der stickigen Atmosphäre des Völkerbundes. In durchaus richtiger Einschätzung dieser Probleme hatte Mussolini mit der Offenheit, die seine Politik ebenso auszeichnet wie die der deutschen nationalen Regierung, beim Namen genannt, was er für den „Zustand des Unbehagens, in dem sich die Welt befindet", verantwortlich machen zu müssen glaubte. Und so hatte er auch Revision der Friede^soerträge und Verwirklichung der deutschen Glc.chberechtigung in der Abrüstungsfrage in den Artikeln 2 und 3 seines Paktentwurfs als notwendig zu ergreifende Maßnahmen aufgeführt, wenn auch schon damals aus Rücksicht auf die französische Geistesverfassung erhebliche Einschränkungen insofern vorgesehen waren, als die Revision „nur im Rahmen des Völkerbundes" und die deutsche Gleichberechtigung „nur in Etappen" durchgeführt werden sollten. Aber der Pariser Regierung, der der ganze Paktplan ohnehin sehr wenig behagte, genügten diese Abschwächungen lange nicht. Sie machte Gegenvorschläge, um dem römischen Pakt „die Gistzähne zu ziehen", wie die Pariser Presse es nannte, und vor allem die östlichen Verbündeten zu beruhigen, die beim Hören des Wortes „Revision" sich mit entrüsteten Vorstellungen an den französischen Schirmherrn gewandt hatten. Von diesen französischen Gegenvorschlägen sind nach langem Hin und Her und manchem Zwischenspiel wesentliche Punkte in den endgültigen Vertragsteri übernommen. So wurde in dem Artikel 7 des Paktes Bezug genom- men auch auf die Artikel 10 (Aufrechterhaltung des status quo) und Artikel 16 (Sanktionen gegen Friedensbrecher) neben dem Artikel 19 (Revision unanwendbar gewordener Verträge), wodurch, da gkeich- zeittg auch noch den Völkerbundsorganen alle ihnen satzungsgemäß zustehenden Entscheidungen Vorbehalten werden, eine praktische Auswirkung dieses Artikels immerhin problematisch wird. Don der deutschen Gleichberechtigung wird auch nicht mehr aus- Nebel über London. Oie Hauptprobleme der Weltwirtschastskonferenz. — Ungenügende Vorbereitungen, preise, Währungen, Handelsschranken. Don unserem ständigen Q.-Derichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, 9. Juni 1933. Die Augen der Welt lenken sich auf London, wo am Dlontagnachmittag der englische König die Weltwirtfchaftskonserenz eröffnen wird, die ihren Beitrag dazu liefern soll, um der geplagten Geschäftswelt uno Acenschyeit eine Erlösung aus den wirtschaftlichen Röten unserer Zeit zu bringen. Die englische Regierung hätte es gerne gesehen, wenn sie den Konferenzmitgliedern und insbesondere den Amerikanern die freudige Kunde von der Llnterzeichn u n g eines Abrüstungsabkommens hätte übermitteln können. Denn damit hätte sie beweisen können, dah die Welt wirklich friedlich gesonnen ist und den Frieden ernstlich will, was na- türlich die hauptsächliche Voraussetzung für die Wiederherstellung des Vertrauens in dem Wirtschaftsleben gewesen wäre Hierzu ist es aber nicht gekommen, da die Dökerbundsmelhoden wie- tKL- einmal versagt haben. Statt dessen konnte als ein Ersatz nur der Diermächte-Pakt geboren werden, der zwar bei weitem nicht an die ursprünglichen INussolini-2deen heranreicht, jedoch immerhin die führenden Großmächte Westeuropas zur friedlichen Zusammenarbeit verpflichtet, woraus jelbstverständlich die englische Politik foviel Kapital herausschlagen wird, wie nur irgend möglich. 3m Westen Londons, im Qleubau des geologischen Institutes, sind Hunderte von Arbeitern geschäftig, um die Räume für die Konferenz fertigzustellen und der Konferenz ein einigermaßen wohnliches Heim zu geben. Das englische Arbeitsministerium, in dessen Hände die äln- terkunftsvorbereitungen liegen, tut sicherlich sein Aeuherstes, um den Vertretern von 67 Rationen zu zeigen, was britische Arbeitskraft leisten lann. Widrige Llmstände, wie auch die große Hitze der letzten Tage, haben aber etwas lähmend gewirkt, und wer heute durch die Räume wandert, in denen die schicksalsschweren Entscheidungen getroffen werden sollen, sieht noch überall ein großes Durcheinander. Aber, so meinte ein Völkerbundsvertreter, der Völkerbund ist es gewohnt, aus dem Chaos Ordnung zu schaffen. Wer das sagte, der war ein hoffnungsloser Optimist. Skeptiker meinen vielmehr, dah das, was man heute im Konserenzgebäude sähe, ein ziemlich getreues Vild von den Gesamtvorbereitungen für die Konferenz gäbe. Die Erfahrung hat immer und immer wieder gezeigt, daß eine Konferenz nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie eingehend und gründlich d o r bereitet ist. Diese Lehre trifft besonders auf die Fälle zu, wo, wie jetzt, das Programm außerordentlich umfangreich ist und sich auf die schwierigsten wirtschaftlichen und finanzieren Fragen erstreckt. Es wäre not- wendig gewesen, die Hindernisse, die der Wiedererholung der Welt im Wege stehen, schon vor dem Zusammentritt der Konferenz aus dem Wege zu räumen. Hierzu gehört in erster Linie d i e Frage der internationalen Regierungsschulden. Von irgendwelchen greifbaren Aussichten für deren endgültige Regelung ist zur Zeit keine Rede. Entsprechend dem Wunsche der amerika- Nischen Regierung, daß die Verhandlungen hierüber mit jedem einzelnen Schuldner getrennt geführt werden müssen, kann das Schuldenproblem nicht auf der Weltwirtschaftskonferenz zur Sprache gebracht werden, sondern das Schwergewicht der Verhandlungen über diese Frage wird voraussichtlich i n Washington bleiben, womit jedoch nicht die Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß auch in London einschlägige Verhandlungen, aber wie gesagt, stets außerhalb des Konferenzrahmens stattfinden werden. Ungeachtete der Schwierigkeiten, die die Kriegsschuldenfrage bereitet, hat die amerikanische Regie- rung aus dem Bewußtsein heraus, daß schon vorder Konferenz gewisse grundsätzliche Vereinbarungen über die hauptsächlichsten Probleme zustande kom- men müssen, vor einiger Zeit den Zollwassen- st i l 1 st a n d in Vorschlag gebracht und hierzu die Zustimmung der anderen Staaten erwirkt, wobei es jedoch nicht ohne beträchtliche Vorbehalte aller Art abging. Sie hat ferner versucht, zwischen den führenden Mächten einen Währungswaf- f e n ft i 11 ft a n b herbeizuführen. Dieser Plan ist aber an den Einwänden Englands gescheitert, das statt dessen Amerika und Frankreich Die Einrichtung oon Währungsausgleichfonds nach englischem Muster empsahl. Hieraus ist bisher nichts geworden. Don einem Währungswaffenstillstand ist ebenfalls keine Rede, sondern Amerika hat seinen Dollar weiter fallen lasten, so daß heute Län- der, die als orthodoxe Anhänger des Goldstandards galten, schon eine Anpassung ihrer Währung an die neugeschaffenen Verhältnisse erwägen. Dies ist umso bemerkenswerter, als der französische Finanzminister noch vor einiger Zeit sein Aeuherstes tat, um Der englische Ministerpräsident Macdonald probiert als Vorsitzender der Weltwirtschaftskonferenz im großen Sitzungssaal des Londoner Geologischen Museums das Mikrophon aus, durch das er am 12. Juni die erste Sitzung eröffnen wird. drücklich gesprochen, es wird vielmehr ganz allgemein die Wiederaufnahme interner Verhandlungen in Aussicht gestellt über Fragen, die die Abrüstungskonferenz etwa noch offen lasten sollte. Das ist natürlich ein ausreichender Rahmen, um auch die deutsche Gleichberechttgungsforderung erneut zur Sprache zu bringen, wenn in Genf kein uns befriedigendes Ergebnis zu erzielen sein sollte. So ist zwar der Pakt immer noch, was Mussolini mit ihm bezweckte, eine Grundlage für die politische Zusammenarbeit der vier europäischen Großmächte, aber namentlich in bezug auf das deutsch-französische Verhältnis hat die Pariser Mentalität des um die Sicherheit seiner Beute besorgten Siegers überall Schranken aufzurichten verstanden, die nicht leicht zu übersteigen fein werden. Daß Deutschland den besten Willen hat, zu einer Verständigung mit dem westlichen Nachbarn zu kommen, opne die eine Befriedung Europas undenkbar ist, das hat eben erst der preußische Ministerpräsident Göring in einer Unterhaltung mit einem französischen Journalisten sich bemüht, den Franzosen begreiflich zu machen. Wenn Frankreich leibst nicht imperialistische Ziele verfolgt, wenn fein Streben nach erhöhter Sicherheit tatsächlich nur einer Angst entspringt, die angesichts der eigenen Rüstung und der Waffenlosigkeit Deutschlands ganz unbegreiflich ist, so müßte es ja möglich sein, die bestehenden Mißverständnisse durch eine offene Aussprache der verantwortlichen Staatsmänner beider Völker aus dem Wege zu räumen. Ministerpräsident Göring hat sich für eine solche Aussprache warm eingesetzt, und man könnte sich denken, daß der neue Diererpakt, so verwaschen er auch im einzelnen, verglichen mit den weitschauenden Absichten Mussollnis und dem großzügigen Wollen Hitlers sein mag, für die Eröffnung einer solchen deutsch-französischen Aussprache einen geeigneten Boden abgeben könnte. Dazu gehört allerdings guter Wille von beiden Seiten. Deutschland bleibt auch nach Abschluß des Diererpaktes der Gläubiger, der feine wohlbegründeten Ansprüche auf Revision und Gleich- bered)tigung niemals prei&qeben wird, wenn es auch immer wieder feinen entschiedenen Friedenswillen und feine Verständigungsbereitschaft bezeugt. An Frankreich ist es, in die ihm hingestreckte Hand einzuschlagen und durch Anerkennung der deutschen Lebensnotwendigkeiten den Weg für eine vertrauens- volle Zusammenarbeit beider Völker im Intereste des Friedens und der Wohlfahrt Europas frei zu machen. Hirtenbrief der katholischen Bischöfe wieder erwachsen Hirtenbrief u. o.: keinen Preis die Ein abwartendes Feindseligkeit der Essen, 10. Juni. (CNB. Funkspruch.) Die deut-l daß die Gerechtigkeit die Grundlage schen katholischen Bischöfe haben einen gemeinsamen allerVolkswohlfahrt sei, muß erst reckt bei hirfönnrior ortn ff nti in hnm a« h a ffQ i* Xa«4. __v _ _ v ... i r .r «4 u , 1 ' _ Wir glauben, so erklären die Bischöfe, daß eine Volkseinheit sich nicht nur durch die Blutsgleichheit, sondern auchdurchdieGesinnungsgleich- h e i t verwirklichen läßt, und daß bei der Zugehörigkeit zu einem Staatswesen die ausschließliche Beto- nung der Rasse und des Blutes zu Ungerechtigkeiten führt. Was bisher für jede Volksgemeinschaft galt, Zum Schluß heißt es im Wir wollen den Staat um Deutschland sperrt die Buttereinfuhr aus Lettland. Berlin. 10. Juni. (DTR. Funkspruch.) ^ad) Meldungen aus Riga haben dasZentralkomi- lee der L e l t l ä n d l s ch e n Sozialdemo kralifchen Partei sowie ein Komitee jüdi- scherOrganisationenden formellen Beschluß gefaßt, den allgemeinen Boykott über deutsche Erzeugnisse zu verhängen. Die Beschlüsse dieser beiden Komitees sind in der entsprechenden lettischen presse veröffentlicht worden. Die lct- tische Regierung hat diese öffentliche Aufforderung zum Boykott entgegen einer früher von ihr gegebenen Zusage zugelassen. Da die Reichsregierung nicht gewillt ist, derartige Boykott, erklärungen hinzunehmen, ist angeordnet worden, daß mit Wirkung von Montag, 12. Juni, zunächst die Buttereinfuhr aus Lettland gesperrt wird. E» wird von der weiteren Entwicklung der Dinge abhängen, ob und welche er- gänzenden Maßnahmen gegenüber dem tet- Oie Frankfurter Tagung der Deutschen Kolonialgesellschast geschaffen werden, sobald die jetzt von der Tsetse verseuchten Gebiete für Rinderzucht und kräftige Pflugkultur durch ein Mittel gegen die Tsetse produktiv gemacht sind. Afrika im weitesten Sinne sanieren, heißt soviel, wie seine Bevölkerungszahl allmählich verdoppeln und verdreifachen. Diese Menschenmasse wird zwar vermöge ihrer riesenhaften Veranlagung nie auf eine Kulturstufe gelangen, die sich in Bezug auf Schöpferkraft, auf Organisations- und selbständige Produktionsfähigkeit mit den Weißen Völkern vergleichen liehe, ober sie wird, unter Weiher ßeitung, eine ganz gewaltige Arbeits- und Konsumkraft darstellen. Schon ihre Erziehung zu einem bescheidenen Mittelmah von Bedarf an Kleidung (der Reger kleidet sich trotz seines Klimas gerne, sobald er die Mittel hat), Geräten, Handwertszeugen, einfachen Maschinen und sonstigen Dingen wird in Zukunft sehr viel für die europäische Industrie bedeuten, jedenfalls unvergleichlich mehr, als bei dem heutigen Tiefstand der Volkszahl und der Unentwickeltheit der Verkehrswege und der Verwaltung im gröhten Teil von Afrika der Fall ist. 2m Vergleich zur Vorkriegszeit hat die verkehrswirtschaftliche und administrative Entwicklung in Afrika starke Fortschritte gemacht. Legt man aber den Maßstab der kommenden Entwick- llmgsmöglichkeiten an, so sind noch gewaltige Eisenbahn- und Strahenbauten, unzählige Automobile, dazu Wirtschaftsmaschinen aller Art notwendig. Abgesehen von der Verstärkung der Cingebore- nenkuttur gibt es auch in den afrikanischen Tropen gesunde Hochlandgebiete, in denen Ansiedlung von Weihen, Gründung von Betrieben mittleren, größeren und größten Umfangs, mög- lich ist. Hiervon ist erst ein kleiner Teil der vorhandenen Chancen ausgenuht. In jedem Fall, mag es sich um den Aufbau großer rationeller Kultursysteme bei den Eingeborenen handeln, oder um die koloniale Siedlungskultur von Europäern, wird die Führung beim weißen Mann der Neuordnung des deutschen Volkswesens gelten. Diese Gerechtigkeit darf auch dem bisherigen Feinde gegenüber nicht versagt werden. Dem politisch nur anders Gesinnten aber wird diese Gerechtigkeit, sofern er aufrichtig entschlossen ist, im neuen Staat ehrlich und opferwillig zu dienen, nicht einem ungewissen Schicksal überliefern, sondern seine Mitarbeit wiederum ermöglichen. vembertaaen des deutschen Zusammenbruchs jene deutsche Energieschicht entstanden, die die Revolte von 1918 abgelehnt und in 14jährigem Ringen d e n Durchbruch der nationalen Reoolu- tio noorbereitet und erzwungen habe. Das deutsche Schicksal hänge davon ab, daß diese Energieschicht nicht ausgeschaltet werde. Das Frontsoldatentum, zu de sen besten Vertretern der Reichskanzler selbst gehöre sei die starke Balis, von der aus Adolf Hitler seine von ihm geschaffene Bewegung habe zum Siege fuhren können. Die Rede schloß mit einem Frontheil des Ministers, in das die Stahlhelmstudenten einstimmten. Danach verließ Bundesführer Seldte den Sportplatz und begab sich im Auto nach Bad Kösen, wo ihm der Ehrenbürgerbrief der Stadt überreicht wurde. Am späten Abend trat Minister Seldte im Auftrag des Reichskanzlers eine Dienstreise an. Das Hirtenschreiben befaßt sich dann weiter mit der Ertüchtigung der Jugend durch den Arbeitsdienst, die zu begrüßen sei, und vor allem mit der Erklärung maßgebender Führer, daß dieReligion ein notwendiges Fundament im neuen Deutschland sei. Dies sei ein öffentliches und feierliches Bekenntnis, das den herzlichsten Dank aller Katholiken verdiene. Schließlich seht sich das Hirtenschreiben für den Fortbestand der katholischen Jugendorganisationen, der Standes - und Berufsvereine und der charitotiven Vereine ein und erfleht den Segen für das Werk, durch das das Volk mit jener Glaubenskraft gestärkt werde, aus der die deutsche Größe in dem vergangenen Jahrhundert erwachsen fei und auch jetzt ' ' werde. Kräfte der Kirche entziehen. Deiseitestehen oder gar eine Kirche dem Staat gegenüber müßte Kirche und Staat verhängnisvoll treffen. Run vertrauen auch wir darauf, daß so manches, was uns vom katholischen Standpunkt aus in den letzten Monaten als befremdlich und unbegreiflich erschien, sich nur als ein Gärungsvorgang erweistz der bei der Klärung der Verhältnisse als Hefe zu Boden sinkt. Wir vertrauen, daß die Gerechtigkeit sich nunmehr auch jenen gegenüber großmütig bewähre, die bisher unter den Zusammenbrüchen, Llmschaltungen und Ausschaltung gen älnsägliches erlitten und unser innigstes Mitleid verdienen. Wir vertrauen, daß es der Umsicht und Tatkraft der deutschen Führer gelingt, alle jenen Funken und glimmenden Kohlen zu ersticken, die man da und dort zu furchtbaren Branden gegen die katholische Kirche anfachen mochte. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 9. Juni. Am Freitagvormittag wurde die Deutsche Kolonialtagung mit einer Begrüßung der Gäste durch den Rektor der Frankfurter Umrersität, Prof. Krieck, eröffnet. Im Anschluß hieran begannen die Tagungen der einzelnen Verbände und zwar eine Vorstands- sihung des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See, eine Vorstandssihung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, an die sich am Abend eine Begrüßung der Tagungsteilnehmer durch die Stadt in der Römerhalle des Rathauses anschloß. Die Herzogin Adolf Friedrich zu Mecklenburg, die Vorsitzende des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See, besuchte am Donnerstag in Begleitung von Frau vonLekow, der stellvertretenden Vorsitzenden des Frauenvereins und Frau Hofrat Hagen, der Vorsitzenden der Frankfurter Gruppe, das Völkermuseum und besichtigte insbesondere die von ihrem Gatten im Jahre 1911 mitgebrachten afrikanischen Sammlungen und die neueröffnete Kolonialausstellung. Abends fand dann die offizielle Begrüßung durch die Stadt im Römer statt. Oberbürgermeister Dr. Krebs führte dabei u. a. aus: Die Kolonialfrage ist eine Chrenfrage für das gesamte deutsche Volk, die über kurz oder lang einer für Deutschland günstigen Lösung entgegengeführt werden muß. Durch den Abschluß des Versailler Vertrages wurden uns die Kolonien in räuberischer Art und Weise gestohlen. Unfcr Anspruch auf die Kolonien stützt sich auf die Tat- iifchen handel nach Deutschland angezeigt erscheinen, um den in Lettland hervorgetretenen Voykotlbestre- bungen wirksam entgegenzutreten. Telegrammwechsel zwischen Oberpräsident Prinz Philipp und Hitler. . ^.QJ I ' 9- Juni. (WSN.) Der neue Oberpräsi. dent der Provinz Hessen-Nassau, P r i n z P h i l i p p von Hessen, hat anläßlich seines Amtsantritts a n d e n H e r r n R e i ch s k a n z l e r nachstehendes Telegramm gerichtet: Reichskanzler Adolf Hitler. Melde hiermit ganz gehorsamst Antritt des L“ 4 Vberpräsident der Provinz Hesse n - N a s s a u und gelobe hiermit von neuem meinem Führer unverbrüchlicheTreue. Philipp Prinz von Hessen. Hierauf ist heute folgendes Antworttele. g r a m m des Herrn Reichskanzlers eingegangen- Se. Königliche Hoheit Philipp Prinz von Hessen, Oberprastdent von Hessen-Nassau. Ew. Königliche Hoheit danke ich herzlich für das ™*r dargebrachte Treugelöbnis und sende Ihnen zu Mer 'Ernennung zum Oberpräsidenten herzliche TOre\m^FUn-fd)e,/?09e^ Y^nen in Ihrem neuen Wirkungskreis reiche Erfolge zum Nutzen desVaterlandes beschieden sein. Reichskanzler Adolf Hitler. Amerika erinnert seine Schuldner. Washington, 10. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die R e g i e r u n g der Vereinigten E t a a . ten hat an alle S ch u l d n e r st a a t e n ein Schreiben gerichtet, in welchem sie an die am i- rfälligen Zahlungen erinnert. D'/se Mitteilung, deren Tert vom Schatzamt abae- faßt worden war, ist durch Vermittlung des Staatsdepartements, das die Veröffentlichung seines In- Halts verweigerte, abgeschickt wovden. Das Verfahren entspricht der bisher geübten Praxis. Hirtenbrief erlassen, in dem es u. a. heißt: Wir deutschen Bischöfe sind weit davon entfernt, das nationale Erwachen zu unterschätzen oder gar zu verhindern. Wir deutschen Katholiken brauchen keine neueEinstellung dem Volk und Vaterland gegenüber, sondern setzen höchstens bewußter und betonter fort, was wir bisher schon als unsere natürliche und christliche Pflicht erkannten und erfüllten, Gerade weil, so heißt es in dem Hirtenbrief weiter, in der katholischen Kirche die Autorität zur Geltung kommt, falle es den Katholiken auch keineswegs schwer, die neue starke Betonung der Autoriät im Staatswesen zu würdigen und sich ihr zu unterwerfen. Man dürfe anderseits aber erwarten, daß die staatliche Autorität die menschlich eFreiheit nicht mehr beschneide als es das Gesamtwohl verlange, sondern sich mit der Gerechtigkeit schmücke und damit jedem Untertan das Seine, sei es Eigentum, Ehre oder Freiheit, gebe und lasse. Auch die Ziele, die die neue Staatsautorität für die Freiheit des Volkes erstrebe, müßten von den Katholiken begrüßt werden. Nach Jahren der Unfreiheit der Nation und der Mißachtung und schmachvollen Verkürzung der völkischen Rechte müsse das deutsche Volk jene Freiheit und jenen Ehrenplatz in der Völkerfamilie wiedererhalten, die ihm auf Grund seiner zahlenmäßigen Größe und seiner kulturellen Veranlagung und Leistung gebührten. Wenn die neue Staatsautorität sich weiter bemühe, die eigene Volkskraft zu fördern und damit unser Volk zu verjüngen und es zu einer neuen großen Sendung zu befähigen, so liege auch das ganz in der Richtnug des katholischen Gedankens. Es sei aber dringend zu verlangen, daß dabei nicht die Seele über dem Körper notleide und daß die staatliche Autorität bei der Förderung der Volksgesundheit nicht zu Gesehen und Verfahren greift, die sie vor Gott, dem alleinigen Herren allen Lebens nicht verantworten kann. Seldte vor den Stahlhelm- Hochschullehrern. Am Freitag eröffnete in Naumburg nach einleitenden Worten des kommissarischen Reichsführers des Ringes der Hochschullehrer im Stahlhelm, Dr. Jüngst (Darmstadt), der 1. Bundesführer Minister Franz Seldte die Tagung der Hochschullehrer. In der ersten organisatorischen Sitzung des Ringes der Hochschullehrer im Stahlhelm wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Gründung des Stahlhelm-Studen- tenringes Langemorck dieZufammenfassung auch der Hochschullehrer nahegelegt habe, um auch hier wie im Studentenring den besonderen akademischen Aufgaben gerecht zu werden. Es wurde als selbstverständlich bezeichnet, daß sich vor allem die jüngeren Hochschullehrer an dem aktiven Wehrsport be- teiligen, da nichts so sehr binde, wie eine gemeinsame Arbeit im Wehrsport. Neben internen organisatorischen Besprechungen wurden auch einige praktische Anregungen gegeben. Die Zeitschrift der Deutschen Studentenschaft soll unterstützt werden, wenn hier das kameradschaftliche Verhältnis von Stahlhelm und brauner Front in anderer Weise a(s bisher zum Ausdruck komme. Unter dem starken Beifall der Versammelten wurde beschlossen, den Kultusminister um die Aufhebung der Lex G r i m m e zu bitten, damit die ft a r t e Benach- t e i I i g u n g der K r i e g s t e i l n e h m e r bei der Besetzung der außerordentlichen Professuren be eitigt wird. Am Nachmittag begab sich Minister Seldte zur Kranzniederlegung zur Burg Saaleck, um die im Kampf für das nationale Deutschland gefallenen Vorkämpfer Fischer und Kern zu ehren. Von dort ging die Fahrt nach Naumburg zurück und hier durch das Spalier der Naumburger Bevölkerung zum Svortpalast, wo der Minister die Preisverteilung an die Sieger in denSport- kämpfen vornahm. Dabei richtete er eine bedeutsame Ansprache an die Stahlhelmstudenten. Als die Hauptaufgabe des Stahlhelmstudententums bezeichnete der Minister die Schulung aller Gei- pes- und Charakterkräfte. Kameradschaft und Disziplin seien die Säulen des Stahlhelmstudententums. Dies komme her vom Geiste des Stahlhelms, der der Geist der Kameradschaft, des Opfer- willens, der Freiheit und der Wehrhaftigkeit fei. Dieser Geist sei d e r F r o n t g e i st d e s g r o h e n Krieges. Aus diesem Frontgeist sei in den No- England zur Rückkehr zum Goldstandard zu bewegen und die weitgehende Unterstützung der Bank von Frankreich und der französischen Regierung zujagte. In England selbst ist man nur dann zur Annahme eines Goldstandards gewillt, wenn wirkliche Garantien für das ordnungs- und fachgemäße Arbeiten des Goldstandards gegeben sind, die von der Weltwirt- schaftskonferenz zu schaffen sind. Es kämpft ferner darum, daß eine etwaige Stabilisierung des Pfundes auf einen Kurs erfolgen soll, der d i e Kon kur- renzfahigkeit Englands nicht beeinträchtigt und glaubt, daß es sich an eine Grenze von etwa 3,75 Solar zum englischen Pfunde halten sott. Wie auf dem Gebiete der Wahrungen, so herrschen auch in den anderen der Konferenz vorzulegenden Fragen noch ernste Unklarheiten. Die Konferenz beginnt also ihre Tätigkeit in einem dichten Nebel. Es wird der ganzen Geschicklichkeit eines tüchtigen Navigateurs bedürfen, um die Kurse für das Konferenzschisf so abzusetzen, daß es in diesem Nebel nichi auf Klippen läuft. Wird Macdonald der Mann hierzu sein? So fragen sich ängstlich die Völker der Welt, oder überschreiten nicht vielmehr die Probleme die menschliche Leistungsfähigkeit? Der Gang der Verhandlungen ist von dem englischen Schatzkanzler in seiner Rede vor dem Unterhause am 2. Juli angedeutet worden. Er setzt die Hebung der Weltpreise an die Spitze, will ihnen dann die Währungsfragen und darauf die Beseitigung der Handelsschranken folgen lassen. Seine Gegner werfen ihm vor, daß er den Stier bei den Hörnern packen will, weil er sich die schwierigste und langwierigste Frage zuerst vornehmen will. Wie die Hebung der Weltpreise geschehen soll, darüber bestehen viele Theorien, meistens recht unpraktische, wie z. B. die des Wirtschaftlers Professor Keynes der zu diesem Zwecke das alte Pferd einer Weltwährung aus dem Stall zieht, das aber niemals das Rennen wird machen können Die Erfahrungen, die man bisher mit inflatorischen Maßnahmen gemacht hat, sind nicht zu ermutigend; sie hatten entweder überhaupt keinen Erfolg, ober aber nur einen vorübergehenden. Es sind Vorschläge gemacht worden, die Preise durch Abkommen zwischen den Urfprunaslänbern über die einzelnen Erzeugnisse zu heben. Amerika verspricht sich von einer Stabilisierung des Silbe r- preiies sehr viel, und es sehr gut möglich, daß es diesen Vorschlag schon sehr bald zur Erörterung stellen wird, weil dadurch eine Hebung der Kaufkraft Chinas, Indiens und anderer Silberwährungsländer erwartet, ganz abgesehen davon, daß es hiermit den Belangen (einer eigenen Silberinteressenten dient Die Weizenländer Argentinien, Amerika, Kanada und A u st r a l i e n führen zur Zeit Verhandlungen, um die Ausfuhr ihrer Weizen- erzeugnisse 3u regeln, sträuben sich aber noch heftig gegen eine Verminderung der Produktion. Aus anderen Gebieten, wie Gummi usw. sind schon seit Jahren Einigungsversuche im Gange, ohne daß ein rechter Erfolg zu verzeichnen ist. Bis also alle verschiedenen Warengattungen durch internationale Abkommen erfaßt sind, muß eine ganz erhebliche Zeit vergehen, die weit außerhalb des Rahmens der Konferenz liegt. Das Hauptproblem ist und bleibt, wie man den Landwirt in der Welt wieder zu einem kaufkräftigen Verbraucher machen wird. Ob die Konferenz diele Frage positiv beantworten kann, ist sehr fraglich. Es wäre natürlid) für Deutschland sehr wünschenswert, wenn die Konferenz klare Finanz- und Wirtschastsverhältnifle in der Welt schassen würde, da diese die unbedingt notwendige Voraussetzung für einen Wiederaufbau der deutschen Fi- nanzen und der Wirtschaft find. Dieses Jdealziel wird sich, wie gesagt, nicht erreichen lassen. Ader dennoch ist Deutschland berufen, den Arbeiten der Konferenz einen mächtigen Antrieb zu geben. Die deutsche Regierung ist, soweit ersichtlich, die einzige, die mit wirklichen klaren Zie- l e n an die Konferenz herantritt. An der ernsten Lage Deutschlands kann die Konferenz nicht mit ge» schlossenen Augen oorüdergehen, sondern sie ist ge- zwangen, sich mit der Neustabilisierung der finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands au befassen, ob sie will ober nicht. Hier stehen die Unterhändler vor ganz klaren Fragen, denen nicht ousgewichen werden kann, und es besteht die Möglichkeit, daß auf dem Umwege über das deutsche Problem greifbare Beschlüsse zustandekommen. Afrika,einReservegebiei -er Weliwirischast. Don Or. Paul Rohrbach. Auf See, Ende Mai 1933. Man betrachtet es heute meistens als Axiom, daß die Weltwirtschaft im Sinne des internationalen Güteraustausches nicht wieder den Umfang annehmen wird, wie vor dem Kriege. In der Tat sind große überseeische Gebiete für ihren industriellen Bedarf stärkere Selbstversorger geworden, als früher, und für die gewerblich Produktion der europäischen Großwirtschaftsländerund Rord- amerikas können nicht mehr immerforWAeue auswärtige Märkte erschlossen und vorhandene erweitert werden. Diese jetzt herrschende Meinung geht bekanntlich so weit, daß vom Zeitalter der industriellen Expansion, der Reichtums- und Bevöl- kerungsvermehrung Europas auf „weltwirtschaftlichem" Wege, als von einer abgeschlossenen Epoche gesprochen wird. Ob wirklich ein solcher Verzicht schon vorbehaltlos unterschrieben werden muß, sei hier nicht erörtert. Selbst aber wenn man ihn im allgemeinen für notwendig hält, muß doch ein großer Vorbehalt gemacht werden, und dieser Vorbehalt heißt: Afrika! „Afrika" in unserem Sinne begreift die nord- afrikanischen Mittelmeerländer natürlich nicht mit in sich, sondern umfaßt nur den Erdteil zwischen der großen Wüste und denbei- den Ozeanen. Mit diesem „Rur" ist aber ein Areal gemeint, das mehr als anderthalbmal so groß ist als Europa. Abgesehen von wenigen Millionen Weiher, die im gemäßigten Süden annähernd europäische Lebensbedingungen finden, ist es von vielleicht hundert Millionen Regern bewohnt. Wir brauchen den Ausdruck „Reger" der Einfachheit halber für alle farbigen Afrikaner gemeinsam. Ihre Gesamtzahl wird manchmal höher angegeben, aber da erfahrungsgemäß die Bevölkerungsdichte afrikanischer Landschaften in der Regel überschätzt wird, so halten wir es mit der vorsichtigeren Berechnung. Dies Afrika ist von anderen überseeischen Interessengebieten der europäischen Wirtschaft mehrfach unterschieden. Erstens ist es im Durchschnitt bevölkerungspolitisch und allgemein produktiv noch u ne n t wickelt : zweitens sind die Rassen, die es bewohnen, zwar körperlich widerstandsfähiger gegen schädigende Wirkungen des Klimas, als die Weißen, geistig jedoch diesen unterlegen; drittens wird menschlicher Voraussicht nach nie davon die Rede sein können, daß auf afrikanischem Boden eigene Indust r i e n in großem Maßstabe entstehen — soweit es sich dabei um Regerleistungen handelt. Denkt man diese drei Punkte durch, so wird man sich auch darüber klar werden, daß Afrika tatsächlich noch ein großes und entwicklungsfähiges Reservegebiet der Weltwirtschaft im bisherigen Sinne ist. Afrika ist der koloniale Erdteil, und wird es für alle absehbare Zukunft bleiben. Das Schlagwort „Afrika den Afrikanern", die Vorstellung, daß die Reger jemals dazu fähig sein sollten, die Weißen aus Afrika zu vertreiben, sind für jeden Kenner Afrikas so wirklichkeitsfremd wie nur möglich. ’ Davon noch ein Wort weiter unten. Zunächst fragen wir, auf welche Weise Afrika „entwicklungsfähig" ist. Eine alte Weisheit besagt, daß das größte Aktivum im kolonialen Afrika der afrikanische Mensch ist. Dieser Mensch ist, wie vorhin gesagt, im größten Teil von Afrika nur allzu" dünn gesät. Die Menschensaat kann aber um ein Vielfaches dichter werden, wenn es einmal geglückt ist, Afrika, speziell die tropischen Teile, zu sanieren. Auch die Widerstandsfähigkeit der Reger gegen das afrikanische Klima und die mit ihm zusammenhängenden Schädlichkeiten ist nur relativ zu verstehen. Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten, die auch den Reger dezimieren und die mit dem Fortschritt der medizinischen Wissenschaft und der europäischen Verwaltung auszurotten sein werden, z. B. Malaria, Wurmkrankheit, Dysenterie, um nur diese zu nennen. Dazu kommt noch ein anderer Feind, der schlimmer ist, als jene drei: die Tsetsefliege. Wo es Tsetse gibt, können weder Rinder noch Pferde leben. Es gibt dort also erstens keine andere Art von Ackerbau, als die mit Menschenkraft, ganz überwiegend von Weibern, betriebene Hackkultur, es gibt keine regelmäßige Fleischnahrung und es gibt keine Milch. Um zu begreifen, was das bedeutet, muß man wiederum Afrika kennen. Rur gewisse Hochländer find frei von Tsetse, und dort wohnen die gesundesten afrikanischen Völker. Rie wird es gelingen, die ungeheure Kindersterblichkeit bei den Regern auf ein normales Maß herabzudrücken, solange es keine zusätzliche Milch n ahru na für die Kinder gibt. Dazu können immense Werte I fache, daß wir erstens die Kolonien rechtmä - ßig erworben haben, zweitens, daß wir sie brauchen, um unsere notwendigen R o h - I ft off c aus eigenen Schutzgebieten zu beziehen, 1 drittens, weil wir sie als S i e d l u n g s l a n d für unsere überschüssige Bevölkerung brauchen, und 4., weil wir das Recht für uns in Anspruch nehmen müssen, an der wissenschaftlichen Er- sorschung der Welt mitzuarbeiten. Jetzt stehen wieder Männer an der Spitze des Reiches, die nicht nur volles Verständnis für die Kolonialfrage haben, sondern die auch nicht eher ruhen und rasten werden, bis der Versailler Vertrag mit feiner Koloniallüge beseitigt und unsere Kolonialehre wiederherge stellt ist Wir Rationalsozialisten werden Sie in Ihren Kolonialbestrebungen nach jeder Hinsicht unter- stützen. Gouverneur Schnee dankte dem Oberbürgermeister für seine herzlichen Begrüßungsworte. Hier in Frankfurt a. M. habe die Wiege des deutschen Koolonialgedankens gestanden. Von Frankfurt sei die Bewegung ausgegangen, die der große Kanzler Bismarck ausgenommen und in die Wirklichkeit umgesetzt habe. Und gegenwärtig sei man hier in Frankfurt dabei, eine Neuorganisation für d i e Kolonialbewegung zu schaffen, um in breiterem Rahmen als bisher den Boden oorzubereiten für die deutsche Kolonialbetätigung. Es gelte jetzt, die vorwärts- ftrebenbe Stoßkraft der nationalen Jugend mit der Erfahrung der alten Kolonialmänner zu verbinden. lein. Der Neger taugt dazu nicht. Gr ist enieh- bar, auch moralisch erziehbar, viele Negervölkcr find auch durchaus intelligent, aber er kennt keine schöpferische Initiative, und ihm kann keine größere selbständige Verantwortung überlassen werden. Die schwarze Rasse in Afrika bedeutet ein unermeßliches Kräftereservoir, aber diese Kräfte müssen in die ordnende Hand deS Weihen gelegt, seiner verantwortlichen organisatorischen Verfügung unterworfen werken. Sollte da wirklich jemand den Mut haben, aus- »utreten und zu sagen: von alledem ist und bleibt das deutsche Volk als einziges unter den groben Völkern der Welt für immer ausgeschlossen?! Das Attentat auf DenizeloS Gespannte Lage in Athen. Athen, 9. 3uni. ($11.) Der Kraftwagen, von dem die Schüsse auf DenizeloS abgegeben wurden, ist am Donnerstag im WaldcSdickicht bei Athen verbrannt aufgefunden worden. 3m Laufe der weiteren Untersuchung wurden der Athener Polizeichef, Polhchronovulos, zusammen mit zwei Polizeibeamten, die als Anhänger DenizeloS gelten, v e r h a f t e t. Sie hatten erklärt, der Urheber des Anschlages sei Prinz Nicolaus von Griechenland. 3n Athen herrscht eine nervöse Stimmung. Die Polizeipatrouillen sind überall verstärkt worden, um Dcmonst ationsversuche im Keime zu ersticken. Die Regierung ist entschlossen, alle Mahnehmen zu treffen, um die Ruhe aufrechtzuerhalten. Ministerpräsident T s a l d a r i s hat die Polizei ausdrücklich angewiesen, ohne Rücksicht aus Person und Rang vorzugchen und jedermann festzu- nehmen, der mit dem Anschlag in Verbindung steht, selbst wenn er noch so hoch gestellt sei. Diese Haltung des Ministerpräsidenten hat auch den Führern der Opposition erneutes Vertrauen eingeflöht. Sie haben nach einer Beratung, die im Laufe der Nacht bei DenizeloS stattfand, einen Aufruf an ihre Parteifreunde gerichtet, in dem sie darum ersuchen, sich ruhig zu verhalten und von allen Protestdemonstrationen wegen des Attentats abzusehen. Neuorganisation der badischen Landeskirche. Karlsruhe, 9. Juni. Die evangelische Kirchenregierung hat durch Notgesetz vom 1. Juni 1933 bestimmt, dah künftig an der Spitze der badischen evangelischen Kirche ein Lande s b i s ch o f steht. Er wird von der Landessynode gewählt, doch steht ihr nicht seine Mb- berufung zu. Neben dem Landcsbischos steht der evangelische Oberkirchenrat, dessen bisherige parlamentarische Abhängigkeit von der Landessy- node aufgehoben ist. Während dem Bischof die Repräsentation und geistliche Führung der Landes- kirche zukommt, hat der Oberkirchenrat die Verwaltung der Landeskirche zu erledigen. Kleine politische Nachrichten. Der Derwaltungsrat der Reichsstelle für Getreide. Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse hat mit sofortiger Wirkung neue Monopolpreise für Futtermittel festgesetzt. 3m Reichsverkehrsministerium fanden am Freitag Besprechungen mit dem Ziel einer wesentlichen Herabsetzung der bei der Prüfung der Kraftfahrzeuge erwachsenden Gebühren statt. Universitatsprofessor Dr. Martin Spahn und die Führer des Deutschnationalen Kampfringes im Westen, Dr. Gisevius und Studienassessor Flume, sind aus der Deutschnationalen Front ausgetreten und haben sich der NSDAP, an- geschlossen. 3n der gestrigen Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion des Preuhischcn Landtages wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, dah der Sih der Führung der SPD. in Deutschland bleiben müsse. Der Präsident der spanischen Republik hat den Sozialisten D e st e i r o mit der Bildung desneuenKabinetts betraut. Aus aller Welt Gleichschaltung der vauhüttenbewegung. Der beauftragte oberste Leiter der gesamten wirtschaftlichen Unternehmungen des ADGB., AfA.-Dundes, DGB- und DHD., Bankdirektor Karl Müller, hat zum Sonderbeauftragten für den Derband sozialer Baubetriebe und die ihm angeschlossenen Bauhütten und Baunebenbetriebe den Architekten Franz Straßer ernannt und ihm alle hierzu notwendigen Dollmachten erteilt. Durch diese Verfügung sind der Derband sozialer Daubetriebe und alle ihm angeschlossenen Betriebe gleichgeschaltet und dem Aktionskomitee der Deutschen Arbeit unterstellt worden. Sie stehen somit nicht mehr unter marxistischer Leitung. Da- Ziel des Sonderbeauftragten ist es, die Bauhüttenbewegung wieder zu einer Der- einigung schöpferischen Arbeitswillens zu machen, wie es die Bauhütten in früheren 3ahrhunderten waren, als sie die Dome schufen, die heute noch von dem guten Sinn der Bauhütten Zeugnis ablegen. Damit durch den Wettbcwc^ der Baubüttenbetriebe das deutsche Handwerk nicht geschädigt wird, sollen die Baunebenbetriebe allmählich abgewickelt werden. Dazu eröffnen Betriebsüberschüsse der Bauhütten die Möglichkeit einer finanziellen Hilfeleistung für das Handwerk. Sie eröffnen auch die weitere Möglichkeit, dem deutschen Arbeiter und Angestellten ohne drückende ZinSverpflichtung zu einer eigenen Scholle zu verhelfen- Aussehenerregende Flucht aus dem Gefängnis. 12 3nfaffen des Gefängnisses von CB a len- c t a sind unter Aussehen erregenden Umständen entflohen Freunde der Häftlinge hatten einen über 100 Meter langen unterirdischen Gang von auhenher biS unterdasGe- fängnis gegraben. Auf noch nicht geklärte Weise gelang es den Gefangenen, Zugang zu dem Tunnel zu erhalten und ins Freie zu entkommen. Die Flucht wurde er st nach öthin- den durch Zufall entdeckt, als ein Gefängnis- Wärter in der Nähe von Dalencia zwei Entkommene traf. Bei den Flüchtlingen handelt es sich um Anarchisten, die größtenteils wegen Raubübersalles längere Strafen abzubüßen hatten. flontinent der Gegensätze. Die amerikanische Ostküste von New- york bis Kanada wurde non außerordentlich heftigen Gewitter st ür in en heimgesucht. Bier Personen wurden durch Blitzschläge gelötet. In New- york und im Mittelwesten der Bereinigten Staaten herrscht große ch i tz e. 35 Personen sind in den letzten vier Tagen an chitzschlägen gestorben. Zu gl icher Zeit herrscht in Brasilien unge- wöhnliche Kälte. Die Tabakemte im Staate Minas Ocraes ist fast oollständw vernichtet worden. Die Kasseernte im Staate Sao Paulo hat schwer gelitten. Der Staat Rio Grande do Sul berichtet Eis und der Staat Parana Schneesall. Fassadenkletterer IBiffi ftafjner erschoßen. In der Nacht zum 2. Juni wurde in Dresden e i n wilder Diamantenhändler, der aus der Straße Edelsteine zum Verkauf anbot, von einem Polizeibeamtcn zur Rede gestellt und, da er mit einem Revolver gegen den Beamten vorging, im chandgemenge durch einen Schuß in den Kopf getötet. Die Ermittlungen der Dresdner Kriminalpolizei haben jetzt ergeben, daß der Erschossene der berüchtigte Fassadenkletterer Willi Koh- ner aus Berlin ist. Grohseuer in Bremerhaven. Unmittelbar gegenüber dem Zeuerbepot stand ein Schuppen, in dem Fischmehl in großen Mengen gelagert wird, plötzlich in Hellen Flam- men, die sofort auf den neben dem Schuppen errichteten provisorischen Baumwollschuppen Übergriffen. Die Schuppen, in denen u. a. einige tausend Zentner Fischmehl, eine Maschinenanlage und 3000 Ballen Baumwolle lagerten, sind niedergebrannt. Der Nebenschuppen mit mehreren taufenb Ballen Baumwolle konnte gerettet werden. Drei wertvolle Zuchtpferde in einem Eisenbahnwagen verbrannt. 3n Altona -sind drei wertvolle Zuchtpferde in einem Güterwagen verbrannt. 3n dem Wagen, der reiche Heuvorräte enthielt, war eine Petroleumlampe aufgehängt worden, die beim Rangieren auf dem Bahnhof Eidelstädt heran t e r f i e l. Das Feuer griff rasend schnell um sich, so daß an die Rettung der Tiere nicht mehr zu denken war. !)od)fd)uinadmd)ten. Der Ordinarius der Kirchengeschichte D. Dr. Karl Aner in Kiel ist im Alter von 54 Jahren gestorben. — Zum Präsidenten des Internationalen Tier- seuchenamts wurde der Direktor der Veterinär- abteiluna des Reichsgesundheitsamts Geheimrat Dr. E. Wehrte gewählt. — Der ehemalige Kurator der Universität Halle Geheimrat Dr. med. et jur. h. c. Gottfried M e y e r ist im Alter von 78 Jahren in Bonn gestorben. — Die venia legendi jür das Fach der inneren Medizin an der Universität Leipzig erhielt Dr. Rudolf Mancke. Aus der Provinzialhauptstadt. Sreuen wir uns! Die Sonne lacht, im Garten blühen die Blumen, überall atmet neues Grün. Das Gras treibt immer mehr der Sonne entgegen, die Saatfelder wogen wie blühende Flut und träumen von Frucht und Reife. Um uns saftiges Blühen, ein hoffnungsvolles, fommsrfrohes Bild. Die Winde wehen in gütiger Wärme. Die ganze Natur prangt in allen Farben — ein Lied der Hoffnung, ein Pfalm der Freude. Wo da- Auge hinsieht flutet das Leben, lacht jubelndes Wachstum, grüßt befruchtetende Sonne und Vorfreude auf die Tage der Ernte. Werden und Wachsen, Blühen und Reifen flechten sich vor unseren Augen zum sommerlichen Kranz, der uns wie ein Traum von Sehnsucht und Glück umspielt, der uns sammelt, uns stille werden läßt bei Lerchengesang und Schollenduft, der die zartesten Saiten in uns anschlägt zum Lied der Freude, zum frohen Lächeln: bas Leben ist doch schön! Seien wir klug: lernen wir von der Natur! Sie soll uns anstecken mit ihrer Gesundheit, mit ihrem Hoffnungsgrün und ihrer Blühefreudigkeit. Kinder derselben Muttererde, müssen wir in diesen Sommermonaten über uns hinauswachsen, uns sammeln und rüsten für die Tage, an denen Nebel kommen, wo der Alltag grau wird, wo die Sonne spärlick) scheint. Freuen müssen wir uns, das Lachen dürfen wir nicht vergessen! Fenster auf, Türen auf, Sonne ins Herz, ein Lied auf die Lippen, frohe Augen! Wozu schon am frühen Morgen mürrische Blicke und trübe Augen? Der Morgen bestimmt in großem Maße die Bilanz des Tages. Wer in der Frühe keinen Schwung saht, kann am Abend die Höhe nicht gesehen haben. Wir müssen nicht an die peinlichsten Dinge denken, nein, die frohen Augenblicke, die doch jeder in seinem Tagesprogramm weiß, sind die gesunden Stellen für das glückhafte Geschenk, das der neue Tag bringen soll. Und denken wir an sie, dann blüht der Tag neu auf, eine frohe Bahn legt sich durch unseren Werktag und zieht mit magischer Gewalt das Beste in uns zum Besten unserer Arbeit. Freude ist die Achse des Erfolges. Freude macht die Pflicht zum Geschenk. Wer sich freuen kann, dem wendet sich die goldene Seite seines Lebens zu. Mit Freude im Herzen wird die Arbeit Segen, die Aufgabe Glück. An einem alten westfälischen Bauernhaus steht ein Spruch, in dem etwas glüht von der Erkenntnis, die jeder braucht, um in das Grau seines Alltages Licht zu bringen: Freude und Vertrauen. Er sei hier niedergeschrieben, manch einer wird in ihm lernen, wie beglückend eS ist, die Pflicht des TageS zur Sonne des Lebens zu machen: .Dein wahres Glück, o Menschenkind» Ach glaube doch mitnichten. Daß es erfüllte Wünsche sind; Es sind erfüllte Pflichten." tzUctzericr Wochen Marktpreise. • Gießen, 10. 3uni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 1,35, Landbutter 1,30, Kochbutter 1,10 Mk, Matte 25 Pf., Wirsing (grün) 15, Spinat 10 bis 12, Erbsen 35, Römischkohl 10 bis 12, Spargel 30 biS 40, Dohnen (grün) 45, Tomaten 50, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 10, Erdbeeren 70 bis 80, Kartoffeln (alte) 3 (pro Zentner 2 biS 2,20 Mk ). Kartoffeln (neue) 12 bis 15, Stachelbeeren 25, jg. Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier (inl ) 8 bis 9. Blumenkohl 20 bis 60, Salatgurken 30 bis 40, Salat 5 bis 10, Oberkohlrabi 10, Rettich 10 bis 15, Käse 4 bis 10 Pf. pro Stück; Radieschen 5 bis 10, gelbe Rüben 12 Pf. pro Bund. Bornotizen. — Tageskalender fürSamstag. DHD.: 20 Uhr, Cafs Leib, öffentliche Kundgebung, Vortiag über „Die Kaufmannsgehilfen im nationalsozialistischen Staat!". — 16 bis 17 Uhr, Hindenburgwall, Konzert der SA.-Kapelle aus Anlaß des Rotkreuz- tages; Sonnenstrahe 2: Ausstellung der Rettungs- gerate der Freiwilligen Sanitätskolonne. — Kavallerie-Verein: 20 Uhr, „Hessischer Hof", Monats- Versammlung. — 1. Reichskurzlchriftgesellschaft: „Stadt Lich", Vereinsabend. — Altersvereinigung 1881/1931: Versammlung bei Merlau. — VfB. 08: 20.30 Uhr, Dereinsheim, Wahl des Vereknsführers usw. — Lichtspielhaus, Bahnhosstrahe: „Der Champ" und „Der Sohn des Rajah". — Tageskalender für Sonntaa. Rot- kreuztag: 11 bis 12 Uhr, Hindenburgwall, Konzert der Kapelle des I. Batls. 15. Inf.-Regts.; Sonnen- strahe 2: Ausstellung der Rettunasaeräte der Freiwilligen Sanitätskolonne. — Oberhessischer Kunstver- ein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung: Vorformen künstlerischen Schaffens. — Sängergau Gießcn-Stadt und -Land im Hessischen Sängerbund, ab 8.30 Uhr 4. Gauliedertaa. — Eisen- bahner-Heimstätten-Verein: 9.10 Uhr, im Unterrichtszimmer des Oberhessischen Bahnhofs außerordentliche Generalversammlung. — Volkshochschule: Pflanzen- kundlicher Ausflug ins Biebertal, Abfahrt 8.20 Uhr mit der Biebertalbahn. — Verein ehemaliger 116er: ab 15 Uhr Sommerfest auf dem Schifsenbera. — Eisenbahn-Fahrbeamten-Derein: 15 Uhr, „Stadt Wetzlar", außerordentliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Ehamp" und „Der Sohn des Rajah". Die Gießener „Lützower" begrüßen Ministerpräsident Goring. Man schreibt uns: Auch die Gießener Wehrschaft „Die Lutzower" i. d. D. W. Gießen, Dartweg 19, hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren Verbandsbruder, Ministerpräsident Göring (Markomannia, Berlin) in W e tz I a r zu begrüßen. Die Lützower waren mit ihren Chargen in Wichs und ihrer -undessahne von Gießen nach Wcnlar gekommen und hatten aus dem Domplatz Aufstellung genommen. Sie wurden zur Begrüßung an den Wagen des Herrn Ministerpräsidenten gebeten. • • Wer hat Erinnerungsstücke aus der Böckel - Zeit? -Der Verlag von Emil Roth in Gießen richtet in unserem heutigen Anzeigenteil einen Appell an alle Mitbürger in Stadt und Land, ihm leihweise alles Material aus der Zeit von Dr. OttoB ö ck e l, des Führers der völkische Bauernbewegung in Hetzen, zu überlassen. Es handelt sich dabei um Briese, Aufrufe, Flugblätter, Broschüren und sonstige Erinnerungen, die für die Herausgabe eines grundlegenden Werkes über die völkische Bewegung, insbesondere in der hessischen Bauernschaft, Verwendung finden sollen. Einer Der bedeutsamsten Vorkämpfer dieser Bewegung ist bekanntlich auch der hessische Ministerpräsident und Staatspräsident Pros. Dr Werner. Wer zur Herausgabe dieses Buches in der vom Verlag Emil Roth erbetenen Art beitragen kann, möge seine Hilfeleistung umgehend zur Tat werden lassen. * • Diehmärkte In Gießen. Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstaa, 13. Juni, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 14. Juni, statt. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen. •* Ausbau deS Restaurants .Pulver m ü h l c". Der Wirt der Pulvermühle an der Lahnbrücke. Herr 3 o ch c m , hat eS unternommen, seine Gaststätte auSzubauen, um seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu verschaffen. Bisher battc die Paddlergilde auf dem Platz vor dem Hause ihr Heim aufgeschlagen, sie siedelte aber um und so wurde der Raum frei für erweiterten Betrieb der Gastwirtschaft. ES wurde eine Idyllische Terrasse angelegt. Prächtige alte Weidenbäume zwischen Wasser und Terrasse geben dem Platz einen besonders freundlichen Charakter, die Wiesenflächen wurden in Stand gesetzt und eine Dir- kengruppe angepslanzt. Die Wege wurden auS- gebaut und damit der Gesamteindruck verbessert. Bunte Sonnenschirme über den Tischen verbreiten Schatten und geben dem Gartenrestaurant eine besonders freundliche Note. Am morgigen Sonntag wird die neue Anlage mit einem Konzert eröffnet. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. ** Druckfehlerberichtigun a. In der gestern veröffentlichten Notiz: „Nachprüfung der am 30. Januar 1933 in der NSDAP, erfolgten Aufnah. men" muß es unter Ziffer 3 richtig heißen: Mitglied der NSDAP, kann nicht fein, wer nichlarischer Nasse ist. Als solcher gilt auch, wer nichtarisch verheiratet ober an einem nichtarischen Geschäft interessiert ist, wer mit Personen nichlarischer Rasse engeren G e - sellschaftsoerkehr(nichiGeschäftsoer. kehr) hat oder den Boykott gegen das Judentum gebrochen hat. •• Der Deutschnationale Handlungsgehilfe n-Derband, Ortsgruppe Gießen, übermittelt uns folgende Entschließung des Bundes reisender Kaufleute im DHV., Gau Main—Weser, mit der Ditte um Veröffentlichung: .Deutscher Kaufmann! Der wunderbare Aufbruch unseres Volkes, der den unverfälschten völkischen Gedanken auf allen Lebensgebieten wieder in seine Rechte einsehen will, stellt auch an die deutsche Kaufmannschaft eine dringende Forderung. Wir als angestellte Reisende sind der Ileberzeugung, dah das bodenständige deutsche Volk die heutige wirtschastliche Bedrängnis um so besser durchhält, je mehr sich auch der Kaufmann in der wirtschaftlichen Haltung als Käufer aus die gegenseitige Förderung besinnt und je mehr auch im GeschästS- leben zunächst der Deutsche an den Deutschen denkt, wenn er in die Lage kommt, einen Auftrag zu vergeben. 3n einer Zeit wie der gegenwärtigen einen geschäftlichen Erfolg dem zuzuwenden, der nicht als Dolkszugehöriger angesprochen werden kann, bedeutet eine schwere Versündigung gegen den völkischen Gedanken. Der .Bund reisender Kaufleute im DHV." glaubt auf die Zustimmung der gesamten deutschen Bevölkerung rechnen zu können, wenn er die deutsche Kaufmannschaft bittet, bei der Vergebung ihrer Warenaufträge in erster Linie die deutschen Firmenvertreter zu berücksichtigen und so dazu beizutragen, daß diese gegenüber der Konkurrenz nichtdeutscher (nichtarischer) Elemente ihre wirtschaftliche Existenz behaupten fönnen. Es würde eine Genugtuung sein, wenn sestgestellt werden kann, dah diesem Aufrufe von feiten der deutschen Kaufmannschaft restlos entsprochen würde. DaS Wort: .Deutscher kaufe nur beim Deutschen" muß nicht nur für Verbraucher, sondern auch für die Einkäufer aller deutschen Firmen Geltung haben." unserer Gesellschaft ist es, die unübertroffen zuverlässigen, auf alle Motor-Typen und alle Jahreszeiten abgestimmten SHELL AUTOOEL-Sorten in unseren deutschen Fabriken zum Teil nach Verfahren herzustellen, die uns allein zur Verfügung stehen. SHELL AUTMELE immer unter Plomben-Msclmtz! 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I03488 NiV ' ‘ ts- stel nz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Fran Elisaheihe Müller Wwe., geb. ßlmshinser zuteil wurden, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler am Grabe und für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 10. Juni 1933. Fr.Weinem Autoersatzteile, Frankfurter Str. 36 Umständehalber Aanarinms, Zier- fische, Pflanzen, erotische Faltersammlung (seltene Stücke), Radio 4 R. Anzüge, Gr. 48, 4. vreisw. ab. 03540 teinstrafte 85 I. Verbal Interesse an d. Mitbenutzung ein. abgeschlossenen Lagervl. m. ged. u.verschlieftb.Halle? Schriftl. Ang. unt. 03545 an d. G. A. m. Bad, Balkon u. Zubeh., z. 1. Ang. od. später zu mieten gesucht. Schr. Ang. mit Preis u. 03528 an den Gieft. Anz. 4. Für den Bezirk Schotten: Mittwoch, den 28. Juni 1933, vormittags von 10.30 bis 12Ubr, im Stadt. Krankenhaus in Schotten. Die Bürgermeistereien wollen den Termin der für ihre Gemeinde in Betracht kommenden Beratungsstunde drei Tage vorher ortsüblich bekannt geben und die ihnen bekannten Lungenkranken noch besonders darauf Hinweisen. [ssesC Zusammenkunft der Damen Mittwoch, 14. Juni, nachmittags, auf d. Bergschenke. [03525 smmle CMM zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 03539 an d. G. A. Betitelet flefumt ganz neuen, sehr leicht verkäufl. 3-Mark- Artikel, den jeder Autofahrer benötigt. Tägl. Verdienst mindest. 10 Mk. Ein Mehrfaches leicht erreichbar. Kein eigenes Risiko. Frankolief. In kurzer Zeit Tau- lende verkauft. Ausfübrl. Off. nur von steift., energisch. Bewerb, m. sich. Auftreten an G. Zech & Go., Frankfurt a. M., Langestr. 13. Fabr. chem.-rechn. Erzeugn. Bäckerei i. d. Nähe von Gieften sucht Lehvttng Kleiner Eisi»nWM zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 3881D a. d. G. A. (Vermietungen | 6-Zimnier-Wohnung m. Bad, Balkon, Asterweg 3511 (Ecke Nordanl.). sof. zu vm. 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Juni 1933, Beginn 7.30 Uhr: Eudorf, Elbenrod, Altenburg, Hopfgarten, Unter-Sorg, Ober-Sorg, Vadenrod, Storndorf, Windhausen, Ober-Breidenbach, Nieder-Breiden- bach, Strebendorf und Liederbach. Freitag, 16-Iuni 1933,Beginn7.30Uhr: Alsfeld, Eifa, Schwarz, Udenhausen, Grebenau, Wallersdorf, Bieben, Rei- menrod, Eulersdorf, Rainrod, Brau- erschwend, Hergersdorf und Renzendorf. Dienötag, 20. Juni 1933, Beginn 7.30 Uhr: Kestrich, Groh-Felda, Klein- Felda, Zeilbach, Ermenrod, Otterbach, Rülfenrod, Ehringshausen, Oberndorf, Schellnhausen, Romrod und Zell. Donnerstag, 22. Juni 1933, Beginn 7.30 Uhr: Billertshausen, Heimertshausen, Ober-Gleen, Kirtorf, Wahlen, Gleimenhain, Lehrbach, Erbenhausen, Appenrod, Dannenrod, Neu- Ulrichstein und Maulbach. Besitzer von Faseltieren, die sie gelegentlich der Hauvtkörung unteren lassen wollen, haben dies vor den genannten Terminen dem Vorsitzenden der Kör- kommission, Herrn Kreisveterinärarzt, Veterinärrat Dr. Ohly in Alsfeld anzuzeigen. Kreis Schotten. Es finden folgende Beratungsstunden für Lungenkranke statt: 1. Für den Bezirk Gedern: Mittwoch, den 14. Juni 1933, vormittags von 10.30 bis 12 Ubr im Kreis- bezirkskrankenhauö in Gedern. 2. Für den Bezirk Laubach: Dienstag, den 20. Juni 1933. vormittags von 10 bis 12 Uhr, im Rathaus in Laubach. 3. Für den Bezirk Ulrichstein: Dienstag, den 20. Juni 1933, nachmittags von 2 bis 3 Uhr im Gemeinderatszimmer des Schulhauses in Ulrichstein. Opel 4/16 in gutem Zustande, billig abzugeben. Schriftl. Ang. unt. 03526 n. d. G. A. Schöne z. oerm. Schr. Ang. u. 03534 a. d. G. A. Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkte in Gieften finden statt: Dienstag, den 13. Juni 1933 Rindvieh- (Nutzvieh-Markt. Auftriebszeit von 6 bis 7 y2 Uhr vormittags. Mittwoch, den 14. Juni 1933 Schweinemarkt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. [3841 C Auf dem Nindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimvft. Gieften, den 10. Juni 1933. Bürgermeisterei Gieften. I. 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Kurz vor Thalitter zweigt nach rechts eine Straße ab, die wir einschlagen und noch kräs> tigern Anstieg über Marienhagen nach dem sauberen, rundum von Anhöhen umgebenen Städtchen Vöhl gelangen, wo gute Gasthäuser sind. Der Weiter- marsch führt über Basdorf mit der sehenswerten Gerichtslinde nach insgesamt 3jstündiger Wanderung nach Nieder-Werbe am Edersee, wo eine gute Sommerfrische anzutreffen ist, die evtl, für einen mehrtägigen Aufenthalt zu empfehlen wäre, um von hier aus Ausflüge in die reizvolle Umgebung zu machen. Für diesen Zweck empfiehlt sich die An- scl)ofsung der im Elwertschen Verlag in Marburg erschienenen Karte des Edersees und seiner Um- gebung, auf der auch Ratschläge für Wanderungen angegeben sind. Für die Wanderstrecken der beiden ersten Tage wäre die im gleichen Verlag erschienene Markierungskarte von Oberyessen am besten geeignet. WIIl>II!IIIIIIIIIIIlIIII!IlIIIIlIIIIIIIII!III»I»I!IIIIIIIIIIIIIIIIlll Bad-Nauheim ,uD Gasthaus „Zur Waldlust“ deft ich 1860 - Größtes bürgert. Garten- reftauran» am Platze. - Eigene S cbweine- metzgerei Bürgert. Mittngstnch. Reicbb. Abendkarte Billigste Prelle Aufmerk- iamüe Bedienung. Hauvtwezilüität: Original ielbitflcfcltertcr Apfelwein Iah.: Frlti Haag, Ecke Hanpt- n. Tannnsstr. oiiiiuiiuiiiiuuiiiiiiumiuiiiiiiuiiiniiiiiiiuiiuiiuiiiuuiw Aus dem vom Dekanatsausschuh des Dekanats Gießen für den diesjährigen Dekanatstag am 16. Juni fertiggestellten Bericht über den kirchlichen und religiös-sittlichen Zu st and in den Dekanotsgemeinden entnehmen wir folgendes: Die tabellarische Aebersicht über die Hundertteile der Kirchenbesucher in den 26 Pfarreien des Dekanats Giehen ergibt für 1931 einen Durchschnitt von 15,29, für 1932 von 16,18. Die entsprechenden Zahlen für den Abendmahlsbesuch lauten: 56,36 und 54,88. Unter den zehn oberhessischen Dekoiialen nimmt das Dekanat Gießen im Jahre 1931 nach dem Kirchenbesuch der Erwachsenen die 4. Stelle, nach dem aller landeskirchlichen Evangelischen die 5. Stelle, nach dem Abendmahlsbesuch die W Frühjahrskur für w ■ Nervenkranke and Nervös- Erschöpfte Spezlalkaranstalt Bolhelm Im Taaaus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch 1 San-Rai Dr. H. Scholze-Katileyss.1 Bad Salzschlirf • Hotel Kaiserhof Pens, ö.- bis 650. Füg. Konditorei, Caf6 / Küche, Keller best- Ruf 7. Stelle ein im Kirchenbesuch ist, auch gemessen an der Stelle ’n der Reihe bet Dekanate von 1929, eine Hebung feslzustellen. Biel Wertvolles, wichtig auch auf dem Gebiete der Bolkskunst und Bolksbildung, wurde in festlichen Spielen in Stadt und Land geboten, Aeu- Here und Innere Mission machten dabei besonders von Lichtbild und Film Gebrauch. Die Gottesdienste erhielten durch Wald- und Feldgottesdienste eine Bermehrung: auch an Evangelisationen fehlte es nicht. Rege war die Betätigung auf kirchenmusikalischem Gebiet. Ommer mehr bürgert sich ein die Feier der Aufnahme der Kleinsten in dix Schule. Familien- und Gemeindetage stärkten das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Erfreulich sind Fortschritte aus dem Gebiet der Liturgie. = 8! = 2 11 2 NORDSEEBAD Wangerooge 4. Tag: Rieder-werbe — Talsperre — Schloß Walbeck — Bab Wildungen. Der Morgen des letzten Tages bringt uns zunächst in kurzer Zeit an die nächste Anlegestelle des Motorbootes, um von hier eine genußreiche Fahrt über den Edersee bis zur Sperrmauer zu machen. Nach einer Besichtigung des gewaltigen Bauwerkes steigen wir hinaus zum Schloß Waldeck und genießen von oben einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge, Täler, Wälder und namentlich auf den Edersee, der hier seine größte Ausdehnung hat. Nach genügender Rast in den gastlichen Räumen des Schlosses gehen wir durch die nahegelegene Stadt Waldeck zur Station, um von hier die Eisen- bahn nach Bad Wildungen zu benutzen, das wegen seiner ungemein lieblichen Lage in schönster Gebirgsgegend eine Besichtigung lohnt. Die Heimfahrt erfolgt über Wabern nach Gießen. Kalte Seebäder frei! Nordsee-Hotel Borkum f ühr. Haus Borkums.dir.a. Meer. Volle Pension v.Mk.6.50an. Fl.k.u.w.Wass. Hot.•Prosp.i.d.Geschäftsst.d.Ztg. frei Erholungsheim Eichhof Lauterbach (Hessen) 10Minuleno.Bad-Lalzfct)liri,amSüdon-. abhang des Eichbergs mit großen m die Waldungen des Eichbergs übergebenden Parkanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad in nächster Nabe. Ruhige, ionnigeLöben- Ingen sichern beste Erholung. Volle Pension m. 4 Mahlzeiten A Jt 8.50. ValdS9!ial0riUIDFaltaChrmlel$/LahDgei)irge Neuzeitl. Haus f. phys.-di8tet.Therapie. Anwendgn nach kneipp. Felke. Priehsnitz.Vorzgl. Heildiät. Facharzt!. Leitg. Prosp. frei. Ab 15. Juni: Wochenkurs Frau Prof. Leser- Lasario. rhythmisches Vokal-Atmen. — Sehschulung. 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die ersten Organisationen, die sich in werbender Form um das Verkehrswesen angenommen haben. Gerade durch die Betonung der eigenen Ausgaben des Bäder- wesens in gesundheitlicher, wirtschaftlicher und wis- senjchastlicher Beziehung werden Verkehr und Bäder immer enger und fruchtbarer miteinander verkettet. Das deutsche Bäderwesen verzeichnet es mit allergrößtem Danke, daß zum ersten Mal in der deutschen Geschichte die Reichsregierung durch ihre Kundgebung für den Fremdenverkehr und die deutschen Bäder ihr Interesse diesen Dingen zuwendet, und daß in so großzügiger Weise dadurch auch die deutschen Bäder Förderung erfahren. An der großen, von dem fierrn Reichsminister für Dolksausklarung und Propaganda umschriebenen Ausgabe werden alle an dem deutschen Bäderwesen interessierten und zur Mitarbeit berufenen Menschen mit vollem Herzen und mit ganzer Kraft teilnehmen. Unser Ruf „Reist in deutsche Bäder!" soll über alle Lande und vor allem durch das deutsche Vaterland erklingen. Wir wollen und müssen vor allem dem deutschen Menschen wieder zur Erkenntnis bringen, welch unermeßlichen Reichtum an Heil- scbätzen der deutsche Boden und die deutsche Landschaft ihm darbietet. In Tagen der körperlichen Krankheit, der seelischen Not, im Zuge der Erholung braucht sich fein Deutscher an das Ausland zu wenden! Kein Deutscher hat ein Recht, kein Deutscher hat einen Grund, in ein fremdes Bad, in einen fremden Kurort zu reifen. Sucht er erst, so findet er, was er braucht, nirgends bester in der Welt als in der deutschen Heimat. selben Jahre, in dem der deutsche Fremdenverkehr eine mit 90 Millionen Mark negative Bilanz hatte, war das kleine Oesterreich mit 130 und Italien mit 300 Millionen Mark positiv. Im Jahre 1930 haben 147 000 Ausländer die tschechoslowakischen Bäder besucht, hiervon waren 81 000 Besucher aus Deutschland. Diese Zahlen sprechen eine erschütternde Sprache. Wir wollen und müsten den zu Unrecht geschmälerten Rus unserer deutschen Heilbäder und Kurorte wieder zurückerobern. In den großen Tagen geschichtlichen Geschehens, die wir durchleben, und in denen her deutsche Mensch wieder für die Nation gewonnen worden ist, will und wird auch das deutsche Bäderwesen seinen Stein zu dem großartigen Neubau des jungen Deutschland beitragen. Arbeit und Pflicht sehen wir vor uns, und diejenigen, welche bas kostbare Gut der deutschen Bäder $u betreuen haben, waren sich immer bewußt und sind es noch, daß ihre Ausgabe in erster Linie den kranken Menschen gilt, der sozialen Fürsorge und der Arbeit für die Volksgesundheit. Durch wissenschaftliche Vertiefung in den noch immer weiter auszubauenden balneologischen Instttuten wollen wir den Dienst am Kranken ebenso erfüllen wie in der praktischen Arbeit des Alltags. Wir hassen, daß durch ein Reichs- kurortegesetz die Bezeichnung „Bad" und „Kurort" einen gewissen gesetzlichen Schutz findet, damit eine Gewähr geschaffen ist, daß der Kranke und Erholungsuchende in dem Ort, den er aufsucht, auch das sindet, was er beanspruchen kann. Bäder und Verkehr haben immer eng zusammen- gearbeitet und sind aufeinander angewiesen. Gerade die Bäderverbände waren schon in den 70er und 4tägigeWander ahrt durch das Hinterland nach der Waldecker Talsperre. Eine empfehlenswerte Wanderfahrt nach dem Waldecker Land, die mit dem Besuch des Edersees verbunden ist, ist die folgende: 1. Tag: Gladenbach — Biedenkopf. Wir fahren mit dem Frühzug über Rieder-Walgern nach dem anmutig zwischen Bergen gelegenen Gladenbach und folgen von hier in nördlicher Richtung schwarzen Dreiecken. Wir kommen an Schieferbrüchen und dem Gladenbacher Wasserwerk vorbei und genießen nach kurzer Zeit vor dem Walde eine prächtige Aussicht. Nach fstiindiger Wanderung erreichen wir Runzhausen. Mitten im Ort verlassen wir das Zeichen, wenden uns rechts, um alsbald bei Spreth (Wirtschaft) auf die Hauptstraße zu gelangen. Diese läuft durch reizvolle Landschaften an den Albergen entlang hinab in das Tal der Dautphe und weiter am Weiler Amelose vorüber nach Mornshausen und hierauf an Dautphe vorbei über den Galgenberg mit prachtvoller Aussicht ins Lahntal nach Station Wilhelmshütte. Von hier erreichen wir in einer Stunde unser Endziel des ersten Tages, ö-n durch seine liebliche Lage bekannten Luftkurort Biedenkopf. Der ganze Weg bietet reiche Abwechselung mit vielen prächtigen Ausblicken und ist in knapp 4 Stunden zu machen 2. Tag. Biedenkopf — Sackpfeise — Battenberg. Am Morgen des zweiten Tages wandern wir über Ludwigshütte roten Punkten nach zunächst nach der 674 Meter hohen Sackpfeife, um uns an der herrlichen Aussicht nach dem Sauerland und den Hinterländer Bergen zu erfreuen, die sich uns von dem vor einigen Jahren neu errichteten Aussichts- turm bietet. Das Zeichen leitet uns weiter nach Eifa, von wo wir, nunmehr ohne Markierung, die Landstraße benutzen, die uns durch Wald und Feld über Leifa nach dem hochgelegenen Battenberg bringt. Bei der Kaiser-Wilhelm-Linde hinter der Kirche, sowie von der Terrasse des Gasthofs Rohde genießt man eine prachtvolle Aussicht in das romantstche Edertal. In Battenberg nehmen wir Quartier. Wanderzeit etwas über 4 Stunden. Getauft wurden 1931: 1204 Kinder, 1932: .1128; davon uneheliche 116 (125). Die Geburten aus Mischehen betragen 1931: 69, von denen 51 cvange i ch e a f. wu.den; 1932:63(36). Don 1931 standesaml.ich geschlossenen 57 Mischehen wurden nur 16 evangelisch getraut, 1932 von 53 17; 1950 von 56 21. Es ist dabei zu bedenken. daß kirchliche Trauung mit einem nichtchristlichen Teil unmöglich ist. Kirchlich getraut wurden 1931: 561 Paare bei 628 standesamtlichen Eheschließungen 1932: 520 (555). Auf- geschobene Trauungen werden gemctbel: 1931: 3; 1932: 5; da auch eine Trauungsverweigerung. Konfirmiert wurden 1931: 642 Kinder, davon 26 aus Mischehen; 1932: 633, 27 Konfir- mattonsversagung oder Konsirmationsverweige- rung gab es keine. Verstorben sind 1931: 1136 Evangelische, von denen 713 kirchlich beerdigt wurden; dabei sanden bei 25 Feuerbestattungen kirchliche Feiern statt; 27 Kinder wurden ohne Mitwirkung des Geistlichen nach Herkommen beerdigt: für 1932 lauten die Zahlen: 934, 657. 74, 23. Der große Unterschied erklärt sich aus dem Fehlen von Angaben über Bestattungen in Gießener Krankenanstalten verstorbener Vichthessen. 1931 betrug die Zih! der im Dekanat lebend Geborenen 1265 und die der verstorbenen Evangelischen 1136; Geburtenüberschuß: 129: 1932: 1182, 934; Geburtenüberschuß: 248. Derselbe betrug in 1930 383 und in 1929: 395. Die Seelenzahl des Dekanats betrug 1931: 65 307. Von der evangelischen Landeskirche getrennt sind 1931: 151 Altlutheraner, Freiluthe- rische. Seporiertlutherische. 8 Mennoniten. 117 Baptisten. 0 Methodisten, 322 Veuapostolische, 39 Adventisten, 2 „Bibelforscher", 73 andere evangelische Christen, 115 Deutschkatholiken und Freireligiöse. 148 Konfessionslose, 3 Germanenglaube. 69 Apostolischkatholische. 1932: Seelen- zahl: 65 263: 1'0 Altlutheraner usw., 349 Veu- apostolische, 22 Adventisten, 2 Mormonen, 67 andere evangelische Christen. 117 Deutschkatholiken und Freireligiöse, ISO Konfessionslose, 2 Christliche Wissenschaft, im übrigen die Zahlen von 1931. Aus der katholischen Kirche zur evangelischen traten über 1931: 5, von sonstigen christlichen Gemeinschaften 14, von sonstigen nicht- christlichen Gemeinschaften oder von der Veli- gionslosigkeit 1, im ganzen 20 1932: Bon der katholpcb'n Kirche 11, von sonstigen christlichen Gemeir.schiften 1, von der Religionslosigkeit 2, im ganzen 14. Ausgetreten sind 1931: zu sonstigen christlichen Gemeinschaften 43. zu sonstigen nicht- christsichen Gemeinschaften oder ohne Üebertritt oder unbekannt wohin 101, im ganzen 144. 1932: zu sonstigen christlichen Gemeinschaften 62, zu sonstigen nichtchristlichen Gemeinschaften oder ohne Hebertritt oder unbekannt wohin 82, im ganzen 144. (1929: 125; 1930 130). Anerkannt wird in dem Bericht eine stattliche Anzahl baulicher Wiederherstellungen, obwohl das Reich in den beiden Berichtsjahren Zuschüsse zu diesem Zweck nur an Private gab. Tlad) den neuen, auch öffentlich-rechtliche Körperschaften berücksichtigenden Bestimmungen darf auch hier eine weitere Belebung erwartet werden. Ebenso ist zu hoffen, daß die auf dem Gebiete der Kriegerehrung noch rückständigen Gemeinden dies nun bald nachholen. Man hofft, zum letzten Male die betrübenden Erscheinungen Arbeitslosigleit, Festseuch«, Sonntagsentheiligung registriert zu haben. Erwähnt seien Urteile aus zwei Dekanatsgemeinden: „Der Sport tritt Aurüd in der politisch erregten Zeit" und .unter den starken politischen Kämpfen leidet das kirchliche Leben". Die Radioanlagen im Wirtshaus erhalten bei den Absichten des Ministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda Wert als Mittel zur Herbeiführung der Volksgemeinschaft. Die kirchliche Jugendorganisation hat'weitere Fortschritte gemacht. Unter den kirchlichen Vereinen sind am stärksten die Frauenvereine im Dekanat vertreten. Der Frauenverein von Lang-Göns konnte in einer Suppenküche 826 Wanderburschen in 41 DerpslegungS- tagen Essen geben. Eine Gefährdung der Frauenvereine durch die überall aufkommenden nationalsozialistischen grauenhaften wird da nicht befürchtet, wo die Frauenvereine gut organisiert und geleitet sind. Freudiges Miteinanderstreben xum gemeinsamen Ziel könne da nur die Losung fein. Festgottesdienste bei Bereinsjubiläen, wie beim Turnverein Kirchgöns, sollten im Dritten Reich allgemein Hebung werden. An milden Gaden gingen aus dem Dekanat ein in 1931 und 1932: für Aeußcre Mission ein- schließlich Judcnmission, ausschließlich Epiphanias- Kollekte 7732 RM (5573 RM), für Innere Mission ausschließlich Auguft-Kollckte 9269 RM. (7418 RM ); für Gustao-Adols-Verein ausschließlich Reformations- Kollekte 3489 RM. (3064 RM.); für den Evangelischen Bund 1226 RM. (1167 RM ); für die evangelische Bewegung in Oesterreich 109 RM. (51 RM ): für das Diakonissenhaus Elisabethenstift 830 RM. Reist in die deutschen Bader! Don Prof. Dr. meb. O Dogk, Äad Pyrmont. Ein Kurort ist durch drei Dinge bestimmt: Durch seine Heilschätze und sein Klima, also durch das, was die Natur gegeben hat; durch seine Kultur, seine alten Parks und Badestätten, also durch das, was im Lauf der Geschichte geworden ist; und schließlich durch seine neuzeitlichen technischen Einrichtungen für die Heranbringung der Heilschätze an den kranken Menschen, also durch bas. was die Neuzeit geschossen hat. Kein Land besitzt wie Deutschland einen solchen Reichtum an natürliches Heilmitteln, Quellen und Mooren. Es gibt kaum ein körperliches Gebrechen, dem nicht irgendwo in einem Bad eine heilsame Quelle aus dem Boden sprudelte. Durch Trinkkuren in unseren Stahlbädern erneuert sich das kranke Blut. Leber-, Gallenleiden, Nieren-, Darm- und Stoffwechselkrankheiten bessern sich und schwinden beim Genuß der Kochsalz Glaubersalz- und Bitterwässer. Die zerstäubte Lust zahlreicher Quellen läßt inhaliert Schleimhaut- und Bronchienkranke gesund werden. In den tohlensauren Bädern stärkt sich der ermüdete Kreislauf des Großstädters, des physischen und geistigen Arbeiters. In Moor und Schlamm wird die große Volksseuche des Rheumatismus, die vor allem den unter der Erde Arbeitenden quält, erfolgreich bekämpft und die Wiedergesundung der Mütterlichkeit und Fruchtbarkeit schwacher und trän- ter Frauen erreicht Dazu kommen radio-akttoe Quellen, die Wildwässer und andere Heilquellen. All diese heilsamen Kräfte sind über das Land von der Küste des Meeres bis zu den Alpen verteilt; in der abwechslungsreichen Landschaft unseres Vaterlandes bietet das in allen möglichen Schattierungen abgestuste Klima, an der Küste, im Mittelgebirge in der Ebene, auf dem Hochplateau, in den Alpen, Unterschiede, die als Heilkräfte systematisch verwertet werden. Ein geheimnisvoller Zauber umgibt Quellen, Bäder und Kurorte. In der Naturgebundenheit des Geschehens, dem sich der Badegast unterwirft, liegt eine geheimnisvolle Kraft, die auch in aufgeklärten Zeiten unverlierbar ist. Sie kommt daher befonbers ben Menschen unserer Tage zugute. Der Wandel der Zeiten berührt die sprudelnden Quellen nicht. An ihnen ist die Geschichte der Jahrhunderte vorbei- gezogen, und ununterbrochen hat sich über alle diese Zeit die Wallfahrt der genesungsuchenben Menschen erhalten. Aus den Wegen zwischen den Baumriesen der alten Parks und Alleen sehen wir heute noch im Geiste die besten Gestalten der deutschen Geschichte wandeln, und sie sind es, die dem Genius Loci unserer Kurorte die reizvolle Gestalt und der Lust, die wir hier atmen, den seinen Beiklang geistiger Schwingungen verleihen. Wir pflegen dieses Kulturgut auch durch die Darbietung guter Kunst in ben kurfreien Stunden, um nicht nur körperlich, 'andern auch seelisch erholungsfördernde Werte zu bieten. Die unaufhaltsame Entwicklung der Technik er fordert aber dem Geschichtlichen gegenüber Fortschritt und Entwicklung. Wir müssen die reinen Heil- fräfte der Natur erhalten, sie aber dem Kranken in technisch vollendeter Weise vermitteln. Unsere Badehäuser, Trinkhallen, Inhalatorien, die Moorbearbeitungsstätten sind zu neuzeitlicher Höhe entwickelt. Die Wohnstätten und Hotels der Kurorte suchen Behaglichkeit und Wohnkultur zu verbreiten. Die Ortsverwaltungen der Bäder arbeiten ständig an der Weiterentwicklung der Gemeinwesen. Hilsreiche Hände und ärztliche Fürsorge erwarten den Kranken, der zum Bade eilt. Ein kostbares nationales Gut liegt in unseren Bädern und Kurorten verankert. Wir haben in Deutschland mit allen Sommerfrischen zusammen etwa 700 Kurorte, von denen 400 als Kurorte und Heilbäder genannt werden können. Hiervon sind 250 mit Bodenschätzen ausgestattet, die bis zur höchsten Vollendung ausgebaut sind. Noch bis vor wenigen Jahren sind etwa 400 000 Sozialversicherte und Kriegsinvaliden in unseren Kurorten jährlich betreut worden. Die Zahl hat jetzt eine kleine Minderung erfahren. An der Hinbenburgspende konnte sich der Allgemeine Deutsche Bäderverband mit über 200 Freikuren beteiligen. Im Jahr 1930 betrug in etwa 40 Bädern zusammen der Ausfall an Kurtaxe und an Kurmittelpreisen durch die verbilligte Ausgabe an Minderbemittelte, Versicherungsträger, Invaliden usw. etwa 1? Millionen Mark. Dazu kommt die ärztliche Arbeit, die für das Wohl dieser Kranken selbstlos geleistet wurde. Den deutschen Bädern und Kurorten wollen und müssen wir die Achtung, die in einer uferlosen und unglücklichen Zeit verlorengegangen ist, wieder erringen. Der Reichtum der Heilschätze des deutschen Bodens ist unvergleichlich groß, und die deutsche ärztliche balneologische Wissenschaft steht hinter keinem Lande zurück. In der Zeit der Not nach dem Kriege sind in einer ganzen Anzahl deutscher Kur orte Forschungsinstitute gegründet worden, in denen an der Vertiefung unserer Kenntnis von den Quellen und ihren Wirkungen unablässig gearbeitet wird. Trotzdem haben im Jahre 1929 deutsche Rei sende im Ausland 90 Millionen Mark mehr verzehrt als ausländische Reisende in Deutschland; in demllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIHIIIIIIIID Flensungerhof Christliches Erholungsheim. Station Mücke i.Vogelsbern. 4 Mahlzeiten. \ olle 1 ension ohne jeglicne Zuschläge Mk. 2.50 bis 3.o0. Prospekt auf Verlangen. <«>iD Verbilligte Erhclnngstage vom 15.—26. Juni (Reiset. 14.u.27.lMk.25.- ohne jegl.Zuschlag inillllllllllllllllllllllllllllllllllllUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHHID (488 NM.); für den Diakonieverein 33 RM (30 RM.). für Krankenpflegestationen 2039 RM. (2135 RM.); für Anstalten des Dekanats 280 RM. (40 RM ); für besondere mildtätige Anstalten und Vereine der Pfarreien 7520 RM. (8212 RM.), für fonftige christliche Vereine und Unternehmungen 993 RM. (940 RM.). für Winterhilfe 806 RM. (598 RM.), für Kriegerdank 45 RM. (168 RM ), für russische Geistliche 24 RM. (74 RM ); allgemein erhobene Kirchenkollekten ausschließlich Neujahr 5650 RM. (4740 RM.); für die Ortsarmenpfleqe 11 207 RM. (10 806 RM.). für sonstige kirchliche Zwecke 31 471 RM. (24 058 RM.) . Gesamtbetrag: 82 732 R2tt.; 69 562 RTN. 3n 1932 bewegen sich die Durchschnittszahlen auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung in Pfennigen bei den einzelnen Gemeinden zwischen 284 und 30, Durchschnitt 121; 1930 betrug die Grenze 386 und 40 (147). Es wirkt fid) auch hier die schwere wirtschaft- licke Not aus, deren Behebung unter der neuen Führung mit Gottes Hilfe erhofft wird. Reichsstatthalter Sprenger Schirmherr der Hitlerjugend in Hessen. G r o ß - U m ft a d t, 10. Juni. (WSN.) Zum Abschluß der sportlichen Ausbildung der Hitler- Jugend in Groß-Umstadt war auch Reichsstatt. Halter in Hessen und Gauleiter Sprenger zu einer schlichten Feier erschienen. Bei dieser Gelegenheit wurde er von Stabsleiter Pg. Georg willkommen geheißen. Da der Reichsstatthalter sein gutes Teil zum Wiederaufbau des Vaterlandes und zur Neubelebung der Jugendbewegung beigetragen habe, wurde' er von der Hitler-Jugend in Hessen zum Schirmherrn ernannt. Leb. hafte Heilrufe begrüßten diese Nachricht. Reichsstatt. Halter in Hessen, Sprenger, dankte für diese Ehrung. Glückwünsche des hessischen Ministerpräsidenten an erfolgreiche Segelflieger D a r m st a d t, 9. Juni. (WSN.) Der Hessische Ministerpräsident und Staatsminister Dr. Wer- ner hat an die beiden erfolgreichen Segelflieger Riedel und D i t t m a r folgende Glückwunschtelegramme gerichtet: „Mit großer Freude höre ich soben, daß Ihnen mit dem Segelflugzeug „Fafnir" ein Langstrecken- flug gelungen ist, mit dem Sie alle bisherigen Höchstleistungen übertroffen haben. Ich beglückwünsche Sie aufrichtig zu Ihrem prächtigen Erfolge, den Sie Ihrem hervorragenden Können und Ihrer bewundernswerten Tatkraft zu verdanken haben. Meine besten Wünsche begleiten Sie auf ihrem Wege zu weiteren Erfolgen." „Wie ich soeben höre, ist Ihnen ein hervorragender Langstreckenflug mit Ihrem Segelflugzeug „Kondor" gelungen. Ich übermittelte Ihnen herz- lichste Glückwünsche und gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Ihr ausgezeichnetes Können Sie zu weiteren großen Erfolgen führen möge." Sin Ltntersuchungskommiffar für die Stadtverwaltung Bad-Nauheim. WSN. Bad-Nauheim, 9.3uni. Staatssekretär Jung vom hessischen Ministerium des Snnern hat durch Verfügung vom 7. d. M. den kommissarischen Beigeordneten Götz in Bad- Nauheim zum Llntersuchungskommissar für die hiesige Stadtverwaltung bestellt. Die Bestellung erfolgt zur Klärung der in der Oeffentlichkeit gegen Beamte, Angestellte und Arbeiter von Bad-Nauheim erhobenen Angriffe. Aktion gegen dieKommunisten in Mainz Mainz, 10 Juni. (WSN.) In der letzten Zeit wurde besonders in Mainz-Kastel und in Mainz-Amöneburg wieder eine gesteigerte kommunistische Tätigkeit festgestellt. Bon der Kriminal- und der Landespolizei wurde daher heute in früher Morgenstunde bei Führern und Funktionären der Kommunistischen Partei in Mainz-Kastel und in Mainz-Amöneburg überraschend Hausdurchsuchungen vorgenommen. Hierbei wurden kommunistische Druckschriften hochverräterischen Inhalts aus jüngster Zeit be- schlagnahmt. Neun Personen wurden fest- genommen. Soweit gegen sie nicht wegen Vorbereitung zum Hochverrat vorgegangen wird, werden sie in Schutzhaft genommen und nach dem Konzentrationslager Osthofen verbracht. Opferdank. Von I. von Winterfeldt-Menkin, Präsident des Deutschen Voten Kreuzes. Unter das Motto des Opferdankes ist in diesem Jahre der Deutsche Rotkreuztag am 11 Juni gestellt. Alle, die in den langen und schweren Jahren der Kriegs- und Nachkriegszeit Hilfe, Rat und Beistand vom Roten Kreuz erfahren haben, sollen ihm ihren Dank dafür bezeugen. Dieser Dank, zum Ausdruck gebracht in einer Spende für die Sammlung am Rotkreuzlage, wird au neuer Hilfe für Millionen andere in unserem Volke werden. Das Rote Kreuz kann Dank mit gutem Gewissen annehmen Wieviel Opferwilligkeit, Selbstverleugnung und Verzicht auf die natürlichsten und selbst- verständlichsten Dinge zur unentwegten Rotkreuzdes Krieges über 92 000 Schwestern und 110 000 Sanitätsmänner zum Dienst an den Verwundeten und Kranken in der Etappe und in der Heimat aufgeboten 214 Schwestern und 620 Sanitälsmänner haben dabei den Opfertod für das Vaterland erlitten. Es hat ferner während des Krieges von allen Grenzen her die Füchtlingsüberfchwemmung bewältigen müssen. Alle Gebiete der Fürsorge, nicht zuletzt die Jugendfürsorge, beanspruchten damals fast übermenschlich die Kräfte, inmitten der furchtbaren Wirkungen der Hungerblockade. Das Rote Kreuz mußte unter dem Verlust seines gesamten Vermögens seine Einrichtungen durch tue Inflation hinDtndenburge SCTunfcb zum Rotkreuztage Reichspräsident von Hindenburg hat dem veutlchen Roten Kreuz als dellen Ehrenpräsident den folgenden Wunsch zum Rotkreuztage am Sonntag, den 11. Juni d. js^ übermittelt: Pensionierung als nationale Tat. In den Nuhestand verseht wurde: am 6. Juni 1933 auf Nachsuchen der Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Butzbach, Jakob Vierheller, in Anerlennung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns mit Wirkung vom 1. Juli 1933. G. A.-Sport. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Pflichtklubkompf gegen VfL. wehlar. Am Samstag empangen 1900’s Leichtathleten vor dem Handballspiel gegen Polizei Darmstadt den VfL. Wetzlar zum angesetzten Pflichtklubkampf. Obwohl ja kaum daran zu zweifeln sein dürfte, daß die Spieloereinigungsleute auch hier mit deutlichem Punktvorsprung (nach der 1000-Punktwertung) ge- Winnen werden, so wird es bei dem guten Durch- schnittsmaterial der Wetzlarer spannende Kämpfe geben. Von feiten der 1900er wird man auf die Leistungen von Kilo, Eldracher, W. Mül- ler, Gerhardt usw. besonders gespannt fein. „Dem Tage des Roten Kreuzes wünsche Ich von Herzen Erfolg. Möge fein Rufruf zum Opferdank weithin Widerhall finden. Millionen Deutsche ohne Unterschied haben in Krieg und Frieden beim Roten Kreuz In schwerer Dot Hilfe gefunden. Das Deutsche Rote Kreuz hat damit Im Geilte seiner Sendung der Volksgemeinschaft gedient. Das junge nationale Deutschland braucht die Mitarbeit des Roten Kreuzes In diesem Gellte.“ Berlin, 10. Juni 1933. arbeit gehören, das ahnt der Außenstehende kaum. Er nimmt meist die wartende Hand und das zu- sprechende Wort der Rotkreuzschwester als eine ihr auferlegte Pflichterfüllung entgegen. Er betrachtet die Erste Hilfe des freiwillig ihn betreuenden Sanitätsmannes schließlich als etwas, was er billiger» weise von ihm verlangen kann. Er kennt nicht die Mühen, achtet nicht der Anstrengungen und sieht oft nicht das Herz, das die gespendete Hilfe mit selbstloser Nächstenliebe erfüllt. Aber wir sind sicher, daß die Erinnerung den Dank dafür wecken wird. Jeder soll wissen, daß das Rote Kreuz im Dienen für alle feine hohe Mission erblickt und daß In unserer Zeit neuerwachter Volksgemeinschaft jeder mithelfen muß am Dienste für den andern. Seit Anfang des Krieges hat das Deutsche Rote Kreuz jetzt fa t 20 Jahre hindurch unter der Verpflichtung höchster sanitärer und sozialer Leistungen für das deutsche Volk gestanden. Es hat während durchretten. Die Lage war bedrohlich, aber die steigende allgemeine Not der Nachkriegszeit forderte unerbittlich weiter Anstrengungen, Entbehrungen und Hingabe. Nur mit dieser Hingabe, einzig gestärkt durch den hohen Gedanken der Sendung am Volke, konnte das Rote Kreuz es schaffen. Es vergißt das Vertrauen, die Mitarbeit und auch die Spenden nicht, die ihm aus allen Volkskreifen zuflofsen. Am wertvollsten waren sie, wenn sie ein Opfer waren. Jetzt ist Deutschland neu geworden. Das Rote Kreuz hat in feinem Dienst an der Nation nichts zu ändern brauchen. Es ist im Bewußtsein einer sicheren und starken Staatsführung unb in dem Glauben, daß der Aufstieg unseres Volkes begonnen hat, feiner Arbeit nur um so freudiger und zuversichtlicher verpflichtet. Und so verbindet sich am morgigen Rotkreuztage der Opferdank für das Rote Kreuz mit unserer OpferpfUcht für Deutschland. Gegen die Stellenflucht junger Landhelfer. Vom Arbeitsamt Gießen wird uns geschrieben: Dem Arbeitsamt Gießen wurden aus Kreisen der Landwirtschaft Klagen darüber vorgetragen, daß junge Dienst knechte ohne Rücksicht auf bestehende Arbeitsoerträge aus der Arbeit liefen und sich in A r b e i t s b i e n ft l a g e r n zur Aufnahme melbeten. Es kann nicht Zweck des freiwilligen Arbeitsdienstes fein, die auf dem Lande bitter benötigten Kräfte herauszuholen. Die einzelnen Arbeitslager werden auch alles versuchen, um diese für die Landwirtschaft gefährliche Entwicklung aufzuhalten. Leiber wird nicht in allen Fällen vom Lager aus festzustellen fein, woher die jungen Leute kommen. Die Landwirtschaft wird deshalb aufge- fordert, in allen Fällen, in denen jugendliche Dien st knechte aus ihren Stellen gelaufen sind, sich mit dem für die Ausnahme in Frage kommenden Lager in Verbindung zu setzen. Auch bas Arbeitsamt wirb sich mit allen Kräften bafür einsetzen, daß der Landwirtschaft aus der segensreichen Einrichtung des freiwilligen Arbeitsdienstes nicht Schaben entsteht. Wir bitten, irgendwelche Beschwerben uns sofort zuzuleiten; wir werben bas Nötige veranlassen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Sonntag, 11.Juni, 18 Uhr: „Die Walküre". — Montag, 12., geschlossen. — Dienstag, 13., 20 Uhr: „Der Troubadour". — Mittwoch, 14., 18.30 Uhr: „Siegfrieb". — Donnerstag, 15., 20 Uhr: „Martha". — Freitag, 16., 20 Uhr: Fünf Opern- fzenen aus „Amelia", „Der fliegenbe Holländer", „Don Pasquale", „Die luftigen Weiber von Windsor", „Die verkaufte Braut" unb „Die Dpernprobe" (ganzes Werk).-uSamstaa, 17., 20 Uhr: Zum erstenmal „Der Detter aus Dingsda", rr Sonntag, 18., 18 Uhr: „Götterdämmerung". Schauspielhaus: Sonntag, 11. Juni: 20 Uhr: Nationalsozialistische Gastspielbühne. Berlin „Der Wanderer", ein Spiel von Dr. Josef Goebbels. — Dienstaa, 12., 20 Uhr: „Der Wanderer", von Dr. Josef Goebbels. — Dienstag, 13. Juni: 20 Uhr: „Der Wanderer" von Dr. Josef Goebbels. — Mittwoch, 14., 20 Uhr: „Der Wanderer" von Dr. Josef Goebbels. — Donnerstag, 15. Juni, 20 Uhr: „Dietrich Eckart-Gedächtnisabend: „Familienväter". — Freitag, 16., 20 Uhr: „Familienväter". — Samstag, 17., 20 Uhr: Nationalsozialistische Gastspielbühne, Berlin: „Zelle Dingsda". — Sonntag, 18., 20 Uhr: „Zelle Dingsda". — Montag, 19. Juni, 20 Uhr:, „Zelle Dingsda". , ZC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Teutonia I — Groß.Karben I. Die 1. Elf empfängt am morgigen Sonntag die I. von Groß-Karben. Die Gäste, süddeutsche Kreisliga, svielten schon gegen schwere Gegner gute Er- gebnisse heraus und gelten als spielstark. Die Teu- tonen befinden sich gegenwärtig gut in Form, so daß ein spannender Kampf zu erwarten ist. Vor diesem Spiel treffen sich die II. von Teutonia und die I. von „Adler"°Hausen, sowie die Schüler der beiden Vereine. Am Sonntag vormittag empfängt die I. Jugend die gleiche des Sportvereins Wieseck. Sportabteilung -es Tv. Wiefeck. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft die gleiche des Turnvereins Heuchelheim zum Freundschaftsrückspiel. Das Vorspiel vor langer Zeit gewann Wiefeck mit 3:0 Toren. Beide Mann- schäften haben inzwischen an Spielstärke gewonnen. Heuchecheim wird in stärkster Aufstellung antreten. Wiefeck stellt die Vertretung des Vorsonntags. Außerdem spielen: Wieseck III—Klein-Linden I (in Klein-Linden), Wieseck I. Jugend — Watzenborn- Steinberg I. Jugend (in^ Watzenborn-Steinberg). Handball im Gau Hessen (O.T.) Rezirksvorlurnslunden in wieseck. Am morgigen Sonntag findet in Wieseck die erste Bezirksvorturnstunde statt. Gleichzeitig werden Beratungen über die Durchführung des Bezirksturn- • festes in Reiskirchen gepflogen. Gießener Tennis Club gegen Mainz „Hot-Weiß" 14:3. Das Klubwetsipiel zwischen Mainz Rot-Weiß und dem Gießener Klub wurde hier ausgetragen. Gießen blieb mit 14:3 Punkten, 30:9 Sätzen unb 225:148 Spielen überlegener Sieger. Mainz konnte lediglich bas 2. unb 3. Herren-Einzel nach Dreisatzkämpfen, sowie das 4. Damen-Einzel für sich buchen; sämtliche Doppelspiele würben von Gießen gewonnen. Wettervoraussage. Durch bie Nordostluft haben sich Bewölkung unb Niederschläge über fast ganz Deutschland ausge- breitet. Wenn auch anfangs durch sie noch der Herr- chende Witts^üngcharakter fortdauert, so dürfte bie Störungstätigteit später nachlassen und durch an- teigenben Luftdruck Besserung eintreten. AussichtenfürSonntag: Mäßig warmes, anfangs wolkiges Wetter mit Nieberschlägen, bann beginnende Aufheiterung. Aussichten für Montag: Nachlassen der Niederschläge, teils wolkig, teils aufheiternd, etwas wärmer. Lufttemperaturen am 9. Juni: mittags 20,3 Grad Celsius, abends 14,7 Grad; am 10. Juni: morgens 12,7 Grad. Maximum 21,8 Grad, Minimum 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juni: abends 23 Grad; am 10. Juni: morgens 17,5 Grad. — Niederschläge 2,2 mm. — Sonnenschein- dauer 9% Stunden. Surft bringt Gelb? Jawohl, wenn Sie Ihren sommerlichen Durst mit Frigeo -Trinktabletten löschen und an dem großen aber kinderleichten Frigeo-Preisausschreiben teilnehmen. Es sind RM 2000, - in bar zu gewinnen, tausend Trostpreise. (Ob Zitrone, Himbeer oder Orange - ein Glas sprudelnder Limonade aus Frigeo -Trinktabletten kostet 5 Pf.) Frigeo-Trinktabletten Bedingungen von Rob. Friedel G.m.b.H., Cannstatt lllllllllllllllllllllllllfllllllllllllllll^ Ehrensache... Deutsche Qualitätsarbeit und volkstümliche Preise sind die Grundpfeiler unseres Geschäftes. - Sie müßten wissen, wohin Sie gehen ... 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Juli in Schotten staltfindenden 2 7. hes. fischen Landesseuerwehrtag sind nach den bereits vorliegenden Anmeldungen mehrere tausend Besucher zu erwarten. Um den Wehren den Besuch der Tagung möglichst angenehm zu machen, werden von Frankfurt a. M aus mehrere S o n - Verzüge durchgehend nach Schotten gesahren werden, und zwar mit Preisermäßigung. Außerdem werden wahrscheinlich schon von Donnerstag ab Sonntagskarten von allen hesiischen Stationen ausgegeben. Für die mit Unterstützung des Baurats Kessel vom Bauamt Schotten einzurichtende Ausstellung sind zwei große gedeckte Denkt an die „(Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskredilgesellschast Berlin W 8, vehrensstraße 21'22, sowie auf deren Reichs- banfgirotonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung für Opfer de' Arbeit" Hallen und ein freier Platz für Motorspritzen, Leitern u. dgl. vorgesehen. An den Festtagen wird vom Bahnhof nach dem Fcstplatz ein Auto-Pendelverkehr eingerichtet. Nach Schluß der Tagung ist den Besuchern Gelegenheit gegeben, mit billigen Autorund- sahrten die Schönheiten und höchsten Erhebun- gen des Dogelberges kennen zu lenen. anotrciö (tftcKCiL Q Kesselbach . 9. Juni. Der hiesige B a s ältst e i n b r u ch b e t r i c b ist zur Zeil gut beschäftigt. Wie man hört, besteht die Abficht, weiteres Gelände zu erwerben. — Bei dem schönen Wetter hat die Heuernte allenthalben begonnen. Sie fällt an Qualität gut, an Menge gering aus. • Watzenborn-Steilberg, 9. Juni. Die- [er Tage fand eine Dollverammlung der hiesigen Turnvereine „Gut Heil" und „I a h n" zum Zwecke des Zusammenschluss und der Gleichschaltung beider Vereine statt. Dr Fahnen des ulten und des neuen Deutschland schnückten den Saal. Der 3. Gauvertreter des Turngcues Hessen (DI.), Leh- rer Zöller- Hausen, war ils Bevollmächtigter er- schienen, um die Gleichschaltung vorzunehmen. Zum Führer des neuen Vereins wurde Otto Jung gewählt und vom Gauvertreer bestätigt. Der Führer ernannte sodann Karl H o f zu feinem Stellvertreter, Theo Jung zum Schriftführer und Presiewari, Heinrich Heß zum Kassenwart, Wilh. Euler zum Dberturnmart, Heinr. Leicht zum Zeugwart und Hemr. Schmandt, Otto Rcitschmidt und Ernst Mandler zu Beisitzern. Oberturnwart E u - ter verpflichtete dann Wilh. Zipfe zum 1. Ium- und Sportwart und Ernst Schäfer zum 2. Ium- und Juaendwart, sowie Karl Gilbert zum Spiel- wart. Der neugegründete Verein führt zukünftig den Namen „Turnverein Gut Heil, gegründet 1907 Watzenborn-Steinberg". Gauvertreter Zöller erläuterte dann die vorn Reichssportkommissar, sowie dem DT.-Führer hcrausgegebcnen Richtlinien. Hieraus schloß der Vereinsführer Otto Jung die Versammlung. Mreie Schotten □ Laubach, 9. Juni. Das Laubachcr Aatio- nalfest — der Ausschuß - findet, wie alljährlich, vom kommenden Sonntag bis Dienstag statt. Die Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gange OHan erwartet auch in diesem Jahre wieder einen starken Besuch von nah und fern. Voranschlags-Verabschiedung in Oarmstadt. WSA. Darmstadt, 9. Juni. Unter dem Vorsitz des kommissarischen Oberbürgermeisters, Staatsministers a. D. Dr. M ü l l e r, hielt heute der Darmstädter Stadtrat eine Sitzung ab. Zunächst wurden zwei sozialdemokratische Stadträte, die ihr Mandat nicht niedergelegt hatten, rerpflichtet. H. a. wurde der Voranschlag für 1 9 3 3 rerabschiedet, der mit einem Fehlbetrag t o n 5 42 1 4 00 Mark abschlieht. Die Ausschlagssätze der Deal steuern wurden wie folgt genehmigte Gemcindegrundsteuer von Gebäuden und Vauplähen 39,5 Pf. für je 100 Mark Steuerwert, vom sonstigen Grundbesitz 56,4 Pf. für je 100 Ml. Steucrwert, Gewerbesteuer vom gewerblichen Anlage- und Betriebskapital 63 Pf. für je 100 Mk. Kapital und vom Gewerbeertrags- kapital 286 Pf. für je 100 Mark Kapital. Oer Kreis Biedenkopf kommt wieder. * Biedenkopf, 9. Juni. Der heutige Hinterländer Anzeiger" schreibt unter obiger Heber* schrift: »Wie uns mitgeteilt wird, hat bei dem gestrigen Besuch des Ministerpräsidenten Göring mit seinen Gästen auch eine Unterredung zwischen der Kreisleitung und einigen Herren des Ministerium» über die W i e - derherstellung des Kreises Biedenkopf stattgefunden. Wie wir hören, ist bestimmt damit zu rechnen, daß der Kreis Biedenkopf in den nächstenTagenwiederher- gestellt wird." Wirtschaft. Frankfurt uncmhe.riid), Frankfurt a. TO., 10. Juni (WTB. Drahtmeldung.) Zum Wochcnschluß entwickelte sich nur kleines Geschäft, da die noch offenen Probleme, wie die am Montag beginnende Weltwirtfchastskonserenz und die Auswirkungen des Transfermoratoriums, die Kulisse Aur Zurückhaltung veranlaßten, zumal das Publikum fast vollkommen fehlte. Die weitere Verminderung der Arbeitslosenziffern sowie die kräftige Erholung der gestrigen Neuyorker Börse gaben jeooch bei Beginn etwas Anregung, so daß die Grundstimmung nicht unfreund li« war Die Kursbildung war uneinheitlich und leicht vom Zufall abhängig. Gegenüber der Abendbörje überwogen ledoch meist Abschwächungen von etwa 1 o. H Fester eröffneten Reichsbankanteile mit plus 1,75 v. H., ferner Lahmeyer mit plus 1,50 v H. und IG. mit plus 1,25 o. H. Letztere lagen jedoch später wieder unter Angebot und gaben ihren Ansangsgewinn wieder voll her Montonaktien ließen durchweg etwas nach, etwas stärker Mannesmann und Rheinstahl mit je minus 1,50 v H. Elektroaktien setzten meist von 0,10 bis 1 v. H. schwächer ein, Elektrische Lieferungen und Gesfürel verloren je 1,25 v. H. Schuckcrt und Siemens lagen behauptet. Niedriger eröffneten Zement Heidelberg (minus 2 v. H.) und Akkumulatoren (minus 1 v. H.). Schiffahrts- und Derkehrswerte waren kaum verändert. Bei kleinem Geschäft unterlagen die Kurse im Verlaufe geringen Schwankungen, die Veränderungen Lingen jedoch nicht über 0,50 o. H. nach beiden «eiten hinaus IG konnten sich um 0,75 o. H. auf 135,25 v. H. erholen, zu diesem Kurs । waren sie später eher offeriert, «ehr fest waren Conti-Gummi, Taxe 160 v. H. und plus 4 v. H. Am Rentenmarkt waren die Kurse bei kleinem Geschäft meist behauptet. Deutsche Anleihen lagen Neubesitz plus 0,25 v. H., während Altbesitz nach fester Vorbörse etwas abbröckelten. Späte Reichsschuldbuchsorderungen lagen ruhig. Von Industrie- Obligationen zogen Stahlverein um 0,75 v. H. an. Goldpfandbriese waren nicht ganx einheitlich bei kleinen Veränderungen, dagegen bröckelten Liqui- dations-Pfandbriefe weiter ab. Staats- und Stadt- Anleihen lagen geschäftslos, ebenso ausländische Renten. Tagesgeld war zu 3,50 v. H. erneut leichter. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. Juni. Trinitatisfest. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde: 9.30: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäus- aemeinde: Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde: 9.30; Pfr Dechtols- Heimer II: Kindcrkirche für die Lukasgemeinde, Pfr. Bechtolsheimer: 20 Blbelbefprechung im Johannes- faal; Missionar Walther — Kapelle des Alten Friedhof». 9.30. Pfr. Lenz, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. 11: Kinder- kirche für die Lulhergemeinüe Pfr. Lenz. - Petru»- kapcllc. 8.15: Christenlehre für die Ncutoilfirmierlen der Pctrusgerncinde. 9.45: Pfr Ausfeld. — Saal der Reuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde. Pfr. Ausfeld. — wiefeck 9 30 .— Alten- Bufeck. 10: Gottesdienst. 13 Christenlehre. — Oppenrod. 8.30 Gottesdienst 9 30: Christenlehre. — (ßro- Hen-Buseck 10.30: Gottesdienst, 11.30: Christenlehre. Steinbach-Aibach 8: Albach; 9: Steinbach, anschließend hl. Abendmahl — Klein-Linden. 9: Gottesdienst. Christenlehre für alle Christenlehrpflichtigen: 10.15: Kindergottesdienst — Heuchelheim 10: Hauptgottesdienst 11: Kotechismuslehrc. — Kirchberg 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend: 13.30: Mainzlar. — Haufen-Garbenteich. 10.30: Hausen anschließend Christenlehre: 13: Garbenteich. katholische Gemeinden. Samstag, den 10. Juni. Gießen. 16 30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 11. Juni. 1. Sonntag nach Pfingsten. Fe st der heilig st en Dreifaltigkeit. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte. 7: TOeffe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten. 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt, 14: Andacht mit Segen; 15: Jungfrauen Kon- gregation. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cid). 7.30; Hochamt mit Predigt — Collar. 8.45: Messe mit Predigt — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Messe, Hochamt mit Predigt. Oesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01 Feuerwache: Telefon 2244 45, Notruf Tel«* fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Fräulein Dr. Gürtler, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Haubach. Apotheke: Engelapotheke. i Schluß de» redaktionellen Zelle.) Unter dem Stichwort „Rezept zum Gcldoerdlenen" veranstaltet die Herstellerin der bekannten Frigeo- Trinktabletten, die Robert Friedel G. m. b. H., Cann- floht, ein großes Preisausschreiben, das insgesamt mit 2500 9tTO. ausgestattet ist. Verfolgen Sie die in dieser Zeitung erscheinenden Anzeigen. 3847V Sommererienreisen 1933 K di .l:lZ'. mit M.S. »Mote Rosa« u. »Monte Pascoal« Fahrpreis «M « FH a n elneohlloOllch von RM- I ” • * voller Verpf legu ng Nordkapreis, 1. Juli ab Hamburg - 16. Juli In Hamburg Fjordreise. 1 Juli ab Hamburg — 25. Juli In Hamburg Spitzbergenreis, 1. Äug ab Hamburg — 20. Aog. 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Nachdruck verbotenI Rambeaux sieht den jungen Löbau durchdringend an. ,Lhre ,Jagd' scheint einen merkwürdigen Hinicr- grund gehabt zu haben", er holt Luft, als müßte er sich von etwas freimachen, „den Förster Brinkmann haben wir im Hohlweg erschossen, als er sich nicht stellen wollte ..." Wie ein Hieb saust diese Nachricht auf die Familie Lübau nieder. Also ist der Förster doch ein Opfer der Verfolger geworden ... Der Kommissar läßt den vor ihm Versammelten, die mit merkwürdiger Geduld sein Verhör hinnehmen, keine <}eit zu Ueberlegungen. Karl und der Baron stehen abgewandt in tiefem Schmerz. Maria sucht mit starren Augen Rambeaux' Blick, der sich eben an Lefevre wendet. „Herr Hauptmann, im Namen des Kaisers, ich lasse durchsuchen!" Lefevre sieht vor sich hin. In seinem Innern brandet in diesem Augenblick ein Meer von Gedanken: Abscheu, Ekel gegen diesen Bluthund, Ekel vor allem, was um ihn oorgeht. Er ist herausgerissen aus einer sanften Versunkenheit in Schönheit und Größe des Gefühls, erbarmungslos hineingestoßen in eine reißende Flut von Haß, Habgier und Schmutz. Er beißt seine Zähne zusammen, sein Kops wird steinern unbeweglich, als er jetzt unverwandt Rambeaux anblickt. „Ihre Behauptung, Herr Kommissar, ist lächerlich! Handeln Sie, wenn Sie müssen. Die volle Verantwortung tragen Sie!" „Mein Befehl, den ich ohne jede Rücksicht durchzuführen gewillt bin, da ich weiß, was ich in diesem speziellen Falle meiner Stellung und der Armee schuldig bin," ein nicht mißzuoerstehender Blick trifft Lefevre, „verantwortet alles. Ueberlassen Sie das Weitere mir, Herr Hauptmann!" Rambeaux winkt seinen Beamten. „In zwei Kommandos den rechten Flügel des Schlosses durchsuchen!" Die Leute kommen dem Befehl nach. „Ich selbst übernehme den linken Trakt. Sie, Herr Hauptmann, haben die Liebenswürdigkeit mich zu begleiten." „Den linken Trakt bewohne ich — Herr Kommissar!" „Das ist mir zur Genüge bekannt, Herr Hauptmann," lächelt Rambeaux böse, „aber da ich diesem preußischen Filou zutraue, daß er selbst nicht davor zurückschrecken wird, sich in einem Versteck in Ihren eigenen Räumen am sichersten zu wähnen, so bin ich leider gezwungen, auch diesen notwendigen Schritt zu tun." Maria von Löbau bleibt fast das Herz stehen — Sie fühlt alles Blut aus ihrem Kopf weichen, ihrs Lippen sind fieberheiß. Sie tastet nach einem Sessel und läßt sich, unfähig einer weiteren Beherrschung, hineingleiten. Ihre Füße versagen einfach den Dienst. Die halbe Nacht schon währt diese Aufregung — und jetzt steht noch das Schlimmste bevor. Wenn sie ihn entdecken, wenn dieser Kommissar, dieses Scheusal in Menschengestalt, Hauptmann Döllnitz findet, dann kann ihm nur Gott noch gnädig sein. Der Gedanke an die Entscheidung, die Marter der nächsten Minuten, läßt sie fast alle Vorsicht vergessen. Wenn nicht Jeannette mit Ueberlegenheit jeden Verdacht im letzten Augenblick abgewandt hätte, würde Nam- beaux an der schlecht verhehlten Angst der Baronesse gemerkt haben, daß er auf der richtigen Fährte ist. „Excusez madame — haben Sie von Herzen Dank für den entzückenden Abend," Jeanette reicht mit gemachter Liebenswürdigkeit Maria die Hand zum Abschied, „es ist besser, wenn ich die Herren jetzt begleite." Ihre Augen verraten Maria deutlich den doppelten Sinn ihrer Worte. Während das Suchkommando mit Laternen und Leuchtern jedes dunkle Gemach durchstöbert, mit hastenden Schritten über breite Korridore und Gänge poltert, von denen im Flackerlicht der Kerzen gespenstisch hohe Ahnenbilder verwundert auf das Treiben schauen, beginnt Rambeaux den von Lefevre bewohnten Trakt zu durchsuchen. Die ersten Räume sind unverschlossen, die Beamten können nichts finden. Der Hauptmann steht mit verschränkten Armen und sieht mit schmalen Lippen, die allmählich von Hohn verzogen werden, auf die krampfhaften erfolglosen Bemühungen. Rambeaux würdigt ihn keines Blickes. Er steht regungslos im Gang, die Arbeit seiner Leute anfeuernd, hier und da wirft er einen Befehl dazwischen. Jeanette sitzt mit angespannten Sinnen im Arbeitszimmer ihres Mannes, sie wartet wie auf ihr Stichwort zum Auftritt: Gleich müssen die Spitzel an der verschlossenen Türe ihres Boudoirs sein. Schon werden Stimmen laut, man ruft nach den Schlüsseln, Lefevre bittet Jeanette, auf den Gang zu kommen. Karl von Löbau, der sich der Gruppe von der Diele bis hierher nachgeschlichen hat, steht lauernd in einer dunklen Wandnische am Ende des Traktes. Er sieht die Bewegung vor der Boudoirtür, hört die Worte und Stimmen bis zu sich. Atemlos, ohne jede leiseste Bewegung, mit dumpf gegen die Brust hämmerndem Herzen, steht Hauptmann Döllnitz lauschend dicht an der Tür des Boudoirs. Deutlich hört er Rambeaux fragen: „Was ist das mit dem Zimmer?" „Es ist das Boudoir meiner Frau — sie hält es stets verschlossen, sie verwahrt hier ihre gesamten Wertsachen." Lefevre bittet Jeanette, die eben zu ihnen tritt, den Schlüssel herauszugeben. Jetzt kommt für die Frau die Nervenprobe! Sie ist nicht mit schußbereiten Pistolen, wie seinerzeit von Döllnitz, zu bestehen — hier kann nur die lächelnde Ruhe einer Lüge helfen. Madame Lefevre markiert sehr charmant die Vergeßliche: „Cheri — ich muß mich schämen, ich habe meinen Pompadour uiuuen uh L-alon der Baronesse liegen lassen. Die Schlüssel sind darin." Lefevre macht eine unwillige Geste. Der Kommissar steht einen Augenblick noch unschlüssig, als einer der Leute. Miene macht, kurzerhand die Tür mit dem Seitengewehr aufzubrechen. Da tritt Jeannette dem Soldaten in den Weg. Ihre charmante Liebenswürdigkeit wandelt sich in unverhohlenen Zorn. Sie ruft zu Rambeaux hinüber: Seit wann ist es Sitte bei der Armee, die Türen zu den Gemächern der Frauen französischer Offiziere wie Diebeswinkel zu erbrechen?" „Seit dem Kriege, Madame!" Rambeaux' Stimme ist eisig. Er winkt dem Soldaten, die Tür auszu- brechen. Da überkommt Hauptmann Lefevre eine Wut, die ihn zu ungewohnter Schärfe treibt. Die Frechheit, mit der dieser Polizeispitzel hier mit ihm und seinen Leuten umspringt, wird ihm zu viel. Vor allem weiß er, was er dem Ansehen seiner Frau in diesem Augenblick schuldig ist. Er tritt einen Schritt auf Rambeaux zu. Der Ton seiner Worte läßt diesen aufhorchen: „Wenn Sie glauben, Herr Kommissar, daß meine Frau einen feindlichen opion, der von der geheimen Polizei gesucht wird, in ihrem Boudoir versteckt, so lassen Sie mit Gewalt öffnen. Wenn Sie sich aber geirrt haben — dann schieße ich Sie nieder! Ich bin Offizier--Monsieur! Die Ehre meiner Frau geht mir über alles!" Rambeaux fühlt, daß sein Gegner die Drohung wahr machen wird. Er sucht diplomatisch auszuweichen: „Lächerlich — lieber Hauptmann! Wie werde ich versuchen, die Ehre einer so schönen Frau anzutasten!" Er wendet sich mit gezwungener Höflichkeit, die in einer eckigen Verbeugung gipfelt, an Jeanette, die ihn betrachtet, wie etwas körperlich Widerliches, von dem man sich energisch trennen muß, um nicht beschmutzt zu werden. „Excusez madame — die Aufregung ließ mich vergessen ..." Mit kaum merkbarem Neigen des Kopfes, das ein Gruß sein soll, geht Jeanette den langen Gang des Traktes hinunter, wo Karl Löbau seinen Lauscherposten hat, der Diele des Schlosses zu. Rambeaux gibt neuen Befehl an seine Leute: ,Jch erwarte sofort Meldung über das Ergebnis der Durchsuchung des anderen Traktes." Dann bittet er Lefevre um eine Rücksprache in seinem Arbeitszimmer. ,/Jhre Gesinnung, Herr Hauptmann", beginnt Rambeaux mit kalter Sachlichkeit, „ist mir kein Geheimnis. Sie haben in vielen Schlachten bewiesen, daß die Armee stolz auf Sie sein kann." Er macht eine Pause, die dem Kommenden um so größeren Nachdruck verleihen soll. Er versucht, die eben erlittene Scharte durch die Ueberlegenheit eines wohlmeinenden Rates auszuwetzen. Seine Feigheit vorhin, die es auf den Versuch, der unter Umständen den Hals kosten konnte, nicht ankommen ließ, muß jetzt zur eigenen, dringend notwendigen Rehadilitie- rung mit dem Mäntelchen der Nächstenliebe umkleidet werden. „Ich habe berechtigtes Interesse, daß Sie nicht das>Opfer Ihres Gefühls werden, das Sie als Privatmann sicher in unserer schönen Heimat auf das Hervorragendste auszeichnet. Aber wir leben im Krieg — und die Gastfreundschaft unserer erbittertsten Feinde muß uns in jedem Falle zu denken geben! Die Freundschaft Ihrer Frau mit oiejer Baromise ist sehr sonderbar, um nicht zu sagen: verdächtig." Er hebt seine Stimme zu eindringlicher Schärfe: „Es geschehen hier auf dem Schloß und in diesem ganzen Landkreis Löbau Dinge, die der Armeeleitung seit langem schwere Sorge machen. Wir stehen einem in seiner Heimlichkeit und verstecktem Tätigsein überaus gefährlichen Gegner gegenüber. Es ist eine schwer zu packende Kette aus einer Unzahl von Gliedern — das erste, das ich vernichtet habe, ist dieser Förster. Die gerechte Kugel hat sein Leben ausgelöscht, das geeignet war, im Bund mit anderen unser aller Leben zu bedrohen. Der Nächste, der unseres Zugriffes wert ist, ist der Baron von Löbau. Es wird Zeit, hier auszuräumen — Sentiments müssen endlich ein Ende hoben." Hauptmann Lefevre kann sich den anstürmenden Gedanken des Polizeikommissars nicht verschließen — er spricht offen das aus, was er selbst seit langem befürchtet hat. Noch wehrt er sich, aber es ist mehr, um seine persönliche Würde zu wahren. „Solange >ch Kommandant des Schlosses und Landkreises Löbau bin, werden allein meine Befehle ausgeführt!" „Und ich, Herr Hauptmann, führe die Befehle aus, die mir die höchste Stelle der Armee diktiert! Meine vornehmste Aufgabe ist die, endlich des preußischen Kuriers habhaft zu werden, nach dem alle unsere Polizeistellen feit Monaten fahnden. Ich weiß ihn in der Falle und werde ihn abfangen — tot ober lebend wird et in meinen Händen bleiben!" 3n diesem Augenblick meldete ein eintretender Beamter, daß die-Durchsuchung des jenseitigen Traktes des Schlosses ohne Ergebnis verlaufen ist. „Lassen Sie die Wachen einziehen — wir über« nachten unten im Gasthof." Rambeaux bittet Le- fevre, ihn zu Baton Löbau zu begleiten. Während die Männer den dunklen Gang nach der Diele hinuntergehen, löst sich leise die Gestalt des jungen Karl von Lchau aus dem tiefen Schatten der Wandnische. Er huscht angestrengt nach einen Augenblick in die Dinkelheit des -Ganges. Dann huscht er mit schnellenFüßen zur Tür des Boudoirs, die er mit dem von Madame Lefevre durch feine Schwester erhaltenen Schlüssel öffnet. Nun steht er Hcnylmann Döllnitz gegenüber. Hände suchen sich tastech in der Finsternis des Zimmers. Es ist der AuÄruck des Triumphes. Dann werden Warte füftern| gewechselt: Der Plan der Flucht. Wenige Minute, später ist Karl von Löbau auf Umwegen wieder b der Diele. (Fortsetzing fok ■■"■IL-llll--.-.__L _ J jetzt ! Tabletten ' nur 0,20 100 gramm ____nur 0,25 's iSSSS Sodbrennen M MagenbeschwerdenJgSx BullrichSali Ihre Verlobung geben bekannt Lina Möglich Wilhelm Häuser Allendorf a. d. Lahn, den 11. Juni 1933 03521 Ein Sohn ist uns geboren! priv.-Ooz. Or. Paul Frick und Frau £oftez geb. Änll Gießen, den 9. Juni 1933 ................... '850 D Pulvermühle Besitzer: L. Jochem Am Sonntag, dem 11. Juni, nachmittags ab 4 Uhr und abends ab 8 Uhr zur Eröffnung a848D des neuangelegten Garten-Restaurants mitTerrasse am Lahnufer KÜNSTLER-KONZERT Für gut gepflegte Getränke, best zubereitete Speisen, guten Kaffee und Kuchen in reichhaltiger Auswahl sowie Erfrischungen, ist bestens Sorge getragen. 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