Mittwoch, 10. Mai 1935 General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameaineigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20” , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Ttudenten, Hal« "lest wie an einem enlmeberein ib geben, ober Aufgabe und Ziel der deutschen Rationalerziehung Der VDA. unter neuer Leitung unerwünschten ängerung der B e - Dr. Steinacher, der Führer des 03301., der sich nach Klagenfurt begeben hatte, um wegen der Pfingsttagung des 035)01. zu Der- handeln, hat bereits die Rückreise nach Berlin angetreten. Bon feiten des Landcs- Hauptmanns Kernmaier haben Verhandlun- gen mit der Bundesregierung statt- gefunden. Durch diese Verhandlungen ist eine Klärung herbeigeführt worden. Wie aus österreichischen Regierungskrcisen bekannt wird, findet die Tagung in Klagenfurt statu nen. Auch entzögen sich sexuelle Belehrungen im engeren Sinne sowohl nach ihrem Wesen wie nach ihrer Aufgabe der Behandlung vor der Gemeinschaft der Klasse oder vor einem anderen größeren Kreise. Grundsätzlich bleibe diese Belehrung Sache des Elternhauses. Der Schule erwachse aber die besondere Aufgabe, in Elternver- fammlungcn, Klaffenelternabenden, Blüttervor- trägen und in Cinzelbcsprcchungcn über die Pflicht und den Inhalt auch dieses Teiles der Er- Besprechungen mit Norman Davis und englischen Ministern. Die Abrüstungsfrage im Vordergrund. ziehungsausgabe gemeinschaftlich mit geeigneten Persönlichkeiten aus der Aerzteschaft Unter» Weisungen zu geben. Olur wo das Elternhaus versage, würden nach Einvernehmen mit ihm auf dessen Wunsch im Cinzelfalle bei Knaben ein geeigneter Lehrer, bei Mädchen eine geeignete Lehrerin — je nach den Verhältnissen unter Verständigung mit dem Seelsorger, dem Haus- oder Schularzt — die Oluf gäbe übernehmen. Aber auch hier könne nur eine individuelle Behandlung in Frage kommen, frei von jedem De- lehrungszwang. Der Erfolg dieser erzieherischen Maßnahmen werde weitgehend die sittliche Ertüchtigung Der Jugend und damit die sittliche Haltung der Volksgemeinschast bestimmen. Er werde in gleichem Maße wachsen, wie es gelinge, unter Einsatz der persönlichen Verantwortlichkeit des Erziehers die Ausgabe im Rahmen einer sittlich^religiös bestimmten Gesamterziehung zu lösen. rufsausbilbung führt, da die eugenische Gesamtlage unseres Volkes jede Hinausschiebung des Heiratsalters verbietet. Dr. Frick betonte zum Schluß: Das zur Zeit Heranwachsende Geschlecht wird in einem Geiste groß werden, der ein ständiges Weiter- bauen am Reformwerk erleichtern und neue Zielsetzungen mit fid) bringen wird. Wir müssen behutsam und förderlich die Entwicklung anbahnen helfen. Der natürliche Schwung ist bereits vorhanden und wird stets vorhanden sein. Er braucht nicht erst von der Schule den Kindern eingeimpft zu werden, aber Deranttoortungsbewußtsein gebietet Regelung und Führung. Dies ist die Aufgabe des Erziehers zu einem nationalsozialistischen deutschen Vaterland Im Anschluß an diese Darlegungen fand unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Dr. Butt- mann, des Leiters der kulturpolitischen Abteilung des Reichsministeriums des Innern, eine Aussprache mit den Herren Unterrichtsministern über wichtige Sonderfragen statt. Die Aussprache ergab völlige Einmütigkeit in allen wesentlichen Punkten. Besonders erörtert wurde die Frage der A n lö e n - düng des Gesetzes gegen d i e Ueberfül- lang der Schulen und Hochschulen, die 'Abwehr staatsnefahrlicher Beeinflussung der Schuljugend sowie die Sicherung der einheitlichen Natio- nalerziehung. Der bayerische Kultusminister Schemm gab in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des N a - tionalsozialistischen Lehrerbundes die Erklärung ab, daß für alle Unternehmungen, Absichten und Stellungnahmen des NSLB. ausschließlich die Nationalsozialistische Lehrerzeitung (Bayreuth) maßgebend sei Dertlidje Sonderaktionen, die über den in dieser Zeitschrift gegebenen Rahmen hinausgehen, werden von der Leitung des NSLB. abgelehnt. Einzelfragen, die sich aus dieser Aussprache ergeben haben, sollen auf der für Ende Mai vorgesehenen 10. Tagung des Ausschusses für das Unterrichtswesen weiter behandelt werden. Sexuelle Aufklärung grundsätzlich Sache des Elternhauses. Gin Erlaß des preußischen Kultusministers Berlin. 9. Mai. (VDZ.) Der preußische Kultusminister R u st hat an die Oberpräsidenten als Leiter der Schulverwaltungen einen Erlaß über die sexuelle Belehrung der Jugend gerichtet. Der Minister erklärt darin, daß die Frage der sexueUen Belehrung der Jugend, wie sie in der Verantwortung einer religiös sittlich gestimmten Erziehung und im Interesse einer gesunden körperlichen und geistigen Entwickelung des Heranwachsenden Geschlechtes begründet liege, weder im Sinne einer intellektuell ausgerichteten Aufklärung, noch im Sinne einer reinen Rühlichkeits- echik im Rahmen der unterrichtlichen Behandlung spezifischer Erkrankungen gelöst werden tön» mit der französischen und englischen Politik eine zufriedenstellende Lösung der Ab- rüstungssrage als eine unerläßliche Voraussetzung für einen Erfolg der Weltwirtschaftskonferenz ansehe. Heber die Unterredungen mit dem Außenminister und dem Kriegsminister verlautet zunächst nur, daß diese Wert daraus legten, dieAussas - fung Rosenbergs im Lichte der ihm von Olorman Davis gemachten Mitteilungen anzuhö- ren. Offensichtlich steht jetzt die Abrüstungsfrage im Vordergrund der Verhandlungen, wobei auch die deutschen Verbände eine Rolle spielen. Hauptsächlich von diesem Gesichtspunkt aus erfolgen die aufklärenden Darlegungen Rosenbergs über die Lage in Deutschland bei den englischen Stellen. »Daily Expreß" meldet, Rosenberg habe einem Vertreter des Blattes gegenüber gestern abend u. a. geäußert: Englands Freundschaft ist wesentlich für Deutschland. Dies kann nicht nachdrücklich genug gesagt werden. Hitler ist von der britischen Regierung abfällig kritisiert worden. Ich bin herübergekommen, um die politische Stimmung zu prüfen und Mißverständnisse auf zu klären. Deutschland befindet sich eingezwängt zwischen einem kommunistischen Rußland und einem unfreundlichen Frankreich. Das deutsche Volk ist in Gruppen zersplittert, die Hitler zu vereinigen sucht. Ich hoffe, der britischen Regierung diese Tatsache klarzumachen, denn von der englisch-deul- schen Freundschaft hängt der Frieden Europas ab. Ruhigere Beurteilung der Lage in Genf. Private Besprechungen. Gens, 9. Mai. (WTB.) Dem Erweiterten Präsidium der Abrüstungskonferenz schlug Henderson vor, die öffentlichen Beratungen des Hauptausschusses vorläufig bis Freitag aus» zusetzen. Der Präsident betonte die Rotwendigkeit, daß die Verhandlungen nunmehr in möglichst kurzer Zeit positiv mit dem Abschluß einer Abrüstungskonvention abg eschlossen werden müssen. Insbesondere erheische auch der bevorstehende Zusammentritt der Weltwirtschastskonferenz ein positives Ergebnis der Abrüstungsoerhandlungen, das Schicksal der vom Vaterlande losgelösten deutschen Brüder muß in der Schule mehr als bisher beachtet werden. Wichtig ist auch der Ausbau des lebenstundlichen, biologischen Unterrichts, und hier insbesondere der R a s s e n k u n d e. Der Blick für selbständige Beobachtung der Rassenunterschiede muß geschärft werden. Notwendig ist vor allem der Nachweis der staatlichen Folgen der Rassenverschlechterung und die Betonung der zwingenden Notwendigkeit, die lieber« sremdung deutschen Blutes mit fremdrassigen, vor allem jüdischen Blut zu verhindern. Die Wiederherstellung der geschichtlichen Gerechtigkeit verlangt, daß der Bedeutung der nordischen Raffe in der Entwicklung Europas und der ganzen Welt genügend Raum gewährt wird. Die rasienkundliche Aufklärung ist durch eine erbgesundheitliche zu ergänzen. Auch die Grundbegriffe der Familienforschung müssen im vnferrichfsplan einen Raum finden. Die körperliche Ertüchtigung ist eine unentbehrliche Voraussetzung unserer völkischen Lebensdauer. Reben der Ausbildung rein körperlicher Gewandtheit und Leistungsfähigkeit ist besonderer Wert auf die Heranbildung von Willens» und Entschlußkraft zu legen. Eine besondere Seite dieser Ausgabe ist die Erziehung zur Wehrhaftigkeit. Das deutsche Volk muß wieder lernen, im Wehrdienst die höchste vaterländische Pflicht und Ehre zu sehen. Hier muß die Schule die notwendige Vorarbeit leisten. Die Schulen haben ferner die Aufgabe, d i e Ehre der Arbeit und die Achtung vor der Berufsleistung wieder herzustellen. Die Zahl der Abiturienten und Hochschüler darf das vernünftige Verhältnis zum Bedarf der Berufe an höher vorgebildeten Kräften nicht verlieren. Das mechanische Lcrechtigungswesen, unter dem das Volk und die Berufe sehr leiden und das auch unsere Wirtschaft unerträglich belastet, muß beseitigt und durch ein organisches, auf der wirklichen Leistung beruhendes Auslesesystem ersetzt werden. Die übergroße Mannigfaltigkeit unserer Schultypen muß auf ein Mindestmaß zurückgeführt werden. Wichtig ist vor allem auch, daß keine schuloolitische Maßnahme zu einer Eine Programmrede des Reichsinnenministers Dr. Frick vor den Llnterrichtsministern der Lander. Ausruf des VDA.-Äeichssührers! Der durch den Beschluß des Wahlausschusses mit der Führung des VDA. beauftragte Dr. Hans Steinacher wendet sich mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit, in dein cs u. a. heißt: Ich übernehme die Führung in einem Augenblick gewaltiger geistiger und politischer Umschick;tung. In mehr als einem halben Jahrhundert treuer, pflichtbewußter Arbeit hat der ADA. am Werke der Unterstützung für die auf bedrohten Außenposten um ihr Volkstum kämpfenden Deutschen geholfen. Ich sehe meine Ausgabe darin, durch den kommenden Volksbund für das Deutschtum im Ausland noch mehr an der Gestaltung vertiefter, verjüngter und opferbereiter Volksdeutscher Gesinnung im Reiche zu wirken. Der VDA. soll zum stärksten Träger der geschichtlichen Mission dieser Volksdeutschen Idee werden. Nur morsche Gesinnung, faule Gedankenlosigkeit unter den Deutschen, die hinter dem schützenden Zaun des Reiches sitzen, kennt Neutralität gegen den Lebenskampf deutschen, unseres Volkstums vor den Reichsgrenzen. Wir wollen daher im Innern des Reiches kämpferische und fd)arfe Wächter (ein, daß un$ deutsches Volk, deutsches Leben, deutsche Kultur, deutsches Empfinden nicht mehr mit den Grenzen des Staates eingeengt werde. Wir wollen mit allen Deutschen zur Nation aufwachsen und fordern, daß alle Fragen unseres staatlichen Daseins in der Ausdehnung und Auswirkung unseres ganzen überstaatlichen Volkskörpers gesehen werden. Der neue Volksbund wird den viel- berufenen Führergedanken auf allen Gebieten nunmehr in die Tat umfetzen. Der bloße Wohltätigkeitsgedanke und das Almosensammeln haben zu weichen der Pflichtverbundenheit mit dem im Kampfe stehenden Grenz- und Außenposten. An Stelle der Litte tritt die Forderung nach dem selbstverständlichen Opfer jedes Einzelnen für den im Abwchr- fampf stehenden Teil der Nation, damit edelstes deutsches Wollen, immer opferbereite Haltung deutscher Abwehr jenseits unserer Grenzen nicht zu- schänden werden. Hebt hock) die blauen Wimpel! Wir stehen in besonderer Front! Formt neu die Reihen des VDA.! Begeisterung und neu geweckter Pflicht- eifer werden uns Tausende neuer Mitkämpfer zuführen. Die deutsche Jugend wird uns nicht enttäuschen! Ich rufe die jüngere Generation, die grollend bisher ost abseits stand! Die Stunde der Bewährung ist da! Erobert den VDA. von unten her! Bringt ihm Euren neuen Geist! Und Ihr alten Kämpen des VDA., saßt fester noch den Schritt! Altes Gut unseres idealistischen Glaubens wollen wir gestalten in der neuen Zeit. Wir tragen mehr denn je ein gut Stück deutschen Schicksals heiß in unseren Händen. Aus an die Arbeit! In den Psingst- tagen schon soll in Klagenfurt an den südlichen Grenzmauern des kommenden großen Deutschland ein neuer VDA den alten Willen zur Nation bekunden! Volk Heil! London, 9. Mai. (TH.) Der Leiter der Aus- wärtigen Abteilung der RSDAP., Rosenberg, hatte am Dienstagvormittag eine annähernd zweistündige Hnterredung mit dem amerikanischen Sonderbotschafter Rorman Davis im Hydepark-Hotel. Olm Rachmittag wurde er vom Außenminister Sir Iohn Simon im Hnterhause und eine halbe Stunde später vom Kriegsminister Lord H a i l s h a m im OLerhause empfangen. Die Untercbung Vmit Rorman Davis, der nicht nur alsjScrtraukr Roosevelts, sondern auch mit voller Hnntnis Tiber die Absichten und Auffassungen des englischen und französischen Kabinetts sprechen konnte, verlief sehr offen» h e r z i g. Wie verlautet, hat Rorman Davis ausgeführt, daß Amerika niemals der Wiederaufrüstung irgendeiner Ration zu stimmen tönnte und in Hebereinstiinmung Berlin, 9. Mai. (WTB.) Im Reichsministerium des Innern fand heute eine Zusammenkunft derHnterrichtsminister der deutschen Länder unter dem Vorsitz des Reichs- ministcrs des Innern Dr. Frick statt. Reichsminister Dr. Frick behandelte in längeren programmatischen Ausführungen die Grundfragen der Schulpolitik. Cs ist unsere Aufgabe, so führte Dr. Frick aus, für alle Zukunft einen Rückfall in die Fehler der Vergangenheit unmöglich zu machen. Hierzu muß die Grundlage in der Erziehung unseres Volkes geschaffen werden. Sie hat die Volksgenossen schon von frühestem Lebensalter an zu erfüllen mit dem, was der Sinn unseres Volkstumes und unserer ganzen Nation ist, so daß die einmal gewonnene Erkenntnis in Fleisch uni) Blut übergeht und aus Generationen hinaus durch nichts mehr zerstört werden kann. Die notwendigen Veränderungen in der Schul- und Erziehungspolitik reichen bis auf den Grund. Die individualistische Dildun^svorstellung hat wesentlich zu der Zerstörung des nationalen Lebens in Volk und (Staat beigetragen und vor allem in ihrer hemmungslosen Anwendung in der Rachkriegszeit ihre völlige Hnfähigkeit erwiesen, die Rorm der deutschen Bildung zu sein. Die nationale Revolution gibt der deutschen Schule und ihrer Erziehungsaufgabe ein neues Gesetz. Die deutsche Schule hat den politischen Menschen zu bilden, der in allem Denken und handeln dienend und opfernd in feinem Volke wurzelt und der Geschichte und dem Schicksal seines Staates zu innerff verbunden ist. Diese Hmftcllung der Schule wird Jahre angestrengtester Arbeit erfordern. Die Größe dieser Ausgabe erfordert, daß die Erneuerung im Rahmen des gemeinsamen Planes einer deutschen Rationalcrziehung erfolgt. Ein Mißverständnis möchte ich von vornherein nicht aufkommen lassen: Wenn ich mit Entschiedenheit mich für die einheitliche organische Gestaltung des deutschen Bildungswcscns und gegen unnötige und störende Hnterschiede in ihm aus- sprcchc, so- denke ich dabei keineswegs an Uniformität des Bildungswcscns oder an zentralistische Anordnungen des Reiches. Davor bewahrt schon der Begriff vom lebendigen Volk, das sein Wesen und seine Kraft gerade im Reichtum der deutschen Stämme und Landschaften hat. Die neue Schule geht grundsätzlich vom Gemeinschaftsgedanken aus, der ein uraltes Erbteil unserer germanischen Vorfahren ist und demgemäß unserer angestammten Wesensart am vollkommensten entspricht. Dieser Gedanke fordert freie Bindung des Einzelnen durch das Gemeinwohl. Die Schule hat also im Dienste des Volksganzen zu stehen. Hieraus ergeben sich Volk und Vaterland als wichtigste Unterrichtsgebiete, jenes in der reichen Fülle seiner Leistungen, von denen seine Geschichte, Sprache und Dichtung, heimische Kunst und heimischer Gewerbefleiß zeugen, dieses in der Vielgestaltigkeit seines natürlichen Aufbaues im Boden, Tier- und Pflanzenwelt einerseits und in der Gestaltung dieses Crdraumes durch die schaffende Hand unserer Vorfahren von Hrzeiten her. Rur so gewinnt die Jugend jene f e ff e Verwurzelung im heimischen Boden, die fie im Herzlande Europas im Kampfe mit den von allen Seifen auf fie ein- ffürmenöen fremden Einflüßen braucht, um feff- zustehen. wir müssen und werden unserer Jugend ein so starkes völkisches Selbff- bewuhtsein mit ins Leben geben, daß die Gefahr einer Entdeutschung ein für allemal gebannt ist. Wir haben Hand in Hand mit ben stainmverwandten germanischen Völkern N o r d - c ur o pas und ihrer Tochterstaaten jenseits der Meere weltumspannende Ausgaben zu lofen, die der Tatkraft der nordischen Rasse ein weites Feld tultur- aufbr.uender Betätigung geben. Darüber hinaus wollen wir die Werte nicht verleugnen, die wir im Laufe von Jahrtausenden von anderen arischen Völkern in ständigem Kulturaustausch übernommen. Der fremdsprachliche Unterridjt wird auch weiterhin dem Verständnis dieser Zusammenhänge die Wege ebnen. Auch aus dem Gebiete der P f l e g e u n s e r e r M u t t e r s p r a ch e hat die Schule wichtigste Aufgaben zu läsen. Der d e u t - scheu Schrift gebührt der unbedingte Vorrang vor der lateinisd;en . Der Aufbau des Geschichtsunterrichtes und die Schaffung neuer G e f d) t ch t s- b ü d) e r bedarf ganz besonderer Aufmerk|amke,t. Wir müssen unsere völkische Entwicklung aus dem Boden und den Rassenoerhältnissen unserer eigenen Heimat heraus erleben. Besonders die Borge- s ch i ch t s f o r s ch u n g mit ihrer großen nationalen Bedeutung muß immer mehr zur Geltung kommen. Ein Hauptstück der Geschichtsbetrachtung hat vor allem das ungeheure Erlebnis des Weltkrieges und die Entwürdigung unseres Volkes durch das DersaillerDiktat, ferner der Zusammenbruch der liberälistisch-marxistischen Weltanschauung und der Durchbruch des n a t i o n a 1 s o z i a 11 st i- schen 5reil‘»Hcff’\anfen6 ZU bilden. Auch chten und ierge- > von gleich sehe •nen ;erel DrucUsa od,eLisen ieS’Ä S -M , giMnI mens MO S Die privaten Besprechungen, die die nächsten Tage aussüllen werden, dienen dem Zweck, nach Möglichkeiten zu suchen, um die ins Stocken geratene Konferenz wieder in Gang zu bringen. Während gestern die Lage aufs äußerste gespannt war, hat man den Eindruck, daß die Lage von allen Seiten etwas ruhiger beurteilt wird. Man hat sich bei den maßgebenden Delegationen nun anscheinend auf die Initiative des britischen Vertreters hin entschlossen, nach praktischen Lösungen in den Fragen, in denen die Meinungen sehr auseinandergin- gen, zu suchen. Es wird sich im Laufe der Sondierungen in den nächsten Tagen zeigen, ob der so ost positiv bekundete Verständigungswille der deutschen Delegation von der Gegenseite durch eine entsprechende Haltung honoriert wird. Von verschiedenen Seiten wird darauf hingewiesen, daß die Erklärungen des Reichswchrministers positive Aussichten für die weitere Gestaltung der Konferenzarbeiten eröffnen. Die Manöver der Abrüstungsgegner, die in den letzten Tagen immer stärker darauf aus- gingen, Deutschland Sabotage der Konferenzarbeiten oorzuwerfen, sind, durch diese Erklärungen durchkreuzt worden. Die Vorbereitung -er Weltwirtschastskonferenz. Macdonalds Abmachungen mit Roosevelt. London, 9. Mai. (WTB) Premierminister Macdonald erklärte im Unterhause, es sei in Washington volles Einverständnis erzielt worden, daß die Weltwirtschaftskonferenz nicht zu einem vollen Erfolg führen könne, wenn nicht mindestens die schwierige Schuldenfrage vor ihrem Ende gelöst werde. Man habe niemals den Plan ins Auge gefaßt, die Frage der Kriegsschulden auf der Konferenz selbst zu erörtern. Die Verhandlungen über die Schulden sollten gleichzeitig und parallel zu den Verhandlungen der Weltwirtschaftskonferenz von einer Sondergruvpe von Sachverständigen geführt werden. Der 15. Juni, an dem die nächste Rate des Schuldendienstes an Amerika fällig ist, fei zwar ein ernst zu nehmendes Hindernis, man müsse aber in aller Ruhe alle Möglichkeiten zu seiner Beseitigung prüfen. Ueber den amerikanischen Vorschlag eines internationalen Zollwaffen still st andes werde aller Voraussicht nach eine rasche Einigung möglich fein. Man habe sich in Washington verständigt, daß dabei die besondere Lage jedes der beiden Länder gebührend berücksichtigt' werden müsse. Die amerikanische Regierung sei bereit, noch stärker an der Befriedung Europas teilzunehmen. Sie wolle zu diesem Zweck, falls die Abrüstungskonferenz zu einem befriedigenden Ergebnis gelange, dem K o n- fultatioabkommen beitreten, dessen Ziel die Mehrung der Sicherheit Europas und der kriegsbedrohten Staaten fei. Die amerikanische Regierung fei geneigt, ihrer Bereitschaftserklärung einen endgültigen und autorativen Charakter zu verleihen. Schachts Besprechungen in Washington. Washington, 9. Mai. (WTB.) Reichsbank- präsident Dr. Schacht setzte seine Besprechungen über allgemeine politische Fragen mit Roosevelt fort. Heber technische Einzelheiten der Wel- wirtschaftskonfereirz verhandelte er außerdem mit Außenminister Hüll. Die bisherigen Erörterungen ergaben Tlebereinstimmung aller grundsätzlichen Anschauungen in den Fragen der allgemeinen Herabsetzung der Rüstungsausgaben sowie des Abbaues der Handels hemm nisse im internationalen Wirtschaftsverkehr. Cs wurden auch Fragen wie der Zusammenhang zwischen kurzfristigen Auslandsschulden mit den Problemen der Ausfuhrsteigerung und der Fragenkomplex der Einfuhrkontingente erörtert. Beschlüsse wurden jedoch nicht herbeigeführt. Dr. Schacht und Dr. Luther hatten auf der deutschen Botschaft eine längere Besprechung mit Senator Borah. Beratungen über Zinssenkung. Berlin, 9. Mai. (CNB.) Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz erfährt, fand heute unter dem Vorsitz des Reichskommissars für die Gießener Gtadttheater. August von Kotzebue: „Die deutschen Kleinstädter." Von den rund 200 Theaterstücken, die der fleißige Kotzebue, nach seinem unseligen Ende im Jahre 1819, der staunenden Mitwelt hinterließ, sind heute kaum drei oder vier noch dem Aamen nach bekannt; das ist etwas mager. Immerhin darf man sich dessen erinnern, was Goethe 1810 über ihn gesagt hat: „Ich bin keineswegs ungerecht gegen sein ausgezeichnetes Talent für alles, was Technik betrifft. Rach Verlauf von hundert Jahren wird sich's schon zeigen, daß mit Kotzebue wirklich eine Form geboren wurde. Schade nur, daß durchaus Charakter und Gehalt mangelt. Die Verderbtheit der höheren Stände ist das Element, worin Kotzebue sich selbst übertrifft." Das Jahrhundert ist längst vorübergerauscht. Von den vierundvierzig Bänden seiner „Sämtlichen dramatischen Werke" haben sich allein „Die deutschen Kleinstädter" bis heute auf dem deutschen Theater behauptet. Unb wir, inmitten einer Don Sorgen zermürbten, von Hoffnungen beflügelten Zeit, schauen völlig betroffen und fast gerührt in dieses Biedermeier-Idyll, dessen Ereignisse und Gestalten uns bis zur märchenhaften Anwirklichkeit entrückt scheinen. Ans trennt ein ähnlicher Abstand von den Zeitgenossen dieses Schriftstellers, der zu den aller- sruchtbarsten in der Literaturgeschichte gehört, wie er zwischen seinem noch heute lebendigen Werk und dem „Revisor" von Gogol sich auftut, an den man sich motivisch des öfteren erinnert fühlt. Aber Satire und Persiflage in Kotzebues Stück sind längst anachronistisch und gegenstandslos geworden; was übrig blieb und uns noch heute zum Lachen zwingt, ist ein geschickt eingefädelter und in seiner Raivität grotesker Kostümulk von völlig unbeschwerter und harmloser Heiterkeit. Die butzenschcibige Krähwinkelei in dieser kleinen Stadt wird mit einer so großartigen Unbekümmertheit vor uns entfaltet, daß wir dabei siyen wie die Kinder im Weihnachtsmärchen. Die Komik des Stückes beruht für uns nicht in der Treffsicherheit seiner Sentenzen und in der satirischen Schärfe seiner moralischen Wirkung, sondern in dem Umstande, daß die handelnden Personen einem Marionettentheater oder einer Karikaturensammlung zu entstammen scheinen, obwohl sie so tun, als ob sie unsersgleichen wären. den Hofjw Oie Wahrheit marschiert." des Auslands. Ein französischer Deputierter über seinen Aufenthalt in Deutschland. Paris, 9. Mai. (WTB.) Der „M a ti n" veröffentlicht einen Artikel des radikalen Abgeordneten Bastide, der darin die Eindrücke von seinem dreiwöchigen Aufenthalt in Deutschland niederlegt. Der Abgeordnete erklärt, daß die Lage in Deutschland dem französischen Beobachter keinen Grund zu unmittelbarer Beunruhigung gebe. Man befinde sich einer Tatsache gegenüber, die abzuleugnen oder zu unterschätzen kindisch wäre, nämlich der allmählichen Aufsaugung von 65 Millionen Menschen von einer Bewegung, deren Richtung durch ihre Eigenart zwar Vorbehalte wachruse, sich aber in ihrer Große dem Ausländer mit unverkennbarer Augenscheinlichkeit aufdränge. Das nationale Regime habe alle Aussicht, sich in Deutschland zu halten, weil es prachtvoll einer dreifachen Physiognomie entspreche: der militärischen, der romantischen und der proletarischen, also dem Gefühl und den Bedürfnissen des Volkes. Wer mit dem Sturz dieses Regimes rechne, dem Tod der früheren Parteien nachtrauere und ihre Rückkehr erwarte, derhalte sichmitHirngespin- sten auf. Rach Hitler gebe es nur noch das Chaos. Man könne überdies nicht verkennen, daß diese Erhebung eines Volkes große Seiten zeige. Es sei niemals gut, seine Gegner zu verachten. Wenn die Anhänger Hitlers den Franzosen erklärten, sie führten die Revolution der nationalen Einigung durch, wie sie die Franzosen in der Vergangenheit selbst durchgeführt hätten, so hätten sie damit nicht ganz unrecht. Das sei nach ihrer Aussage die Hauptbedeutung des 1. Mai und der Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld gewesen. Mit einer Gröhe und einer Disziplin, die ausgesprochen germanisch seien und mit einer Wagnerschen Dekoration habe dieses große Frühlingsfest in gewissen Punkten an das erinnert, was die Feier des 14. Juli 1789 für Frankreich bedeute. Der Herausgeber der Zeitung „Public Ledger" in Philadelphia, Charles Morrison, ist nach zehntägigem Aufenthalt in Berlin in Paris eingetroffen. Er erklärte, man müsse zugeben, daß unter dcm nationalen Regime Deutschland reorganisiert und daß denen, die unter den Nachkriegs-- umständen gelitten hätten, die Hoffnung wieder gegeben worden fei. Ausländische Besucher brauchten keine Bedenken zu hegen, Deutschland auch in diesem Jahre aufzusuchen. Für die vollkommene Sicherheit ausländischer Reise n d e r sei gesorgt. Die Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld am 1. Mai bezeichnete der amerikanische Zeitungsverleger als eine der wunderbarsten Erscheinungen der modernen Zeit. Gin ausländischer Hetzer verhaftet. Berlin, 9. Mai. (WTB ) Amtlich. Am 6. Mai wurde in Warnemünde der sozialdemokratische Berichterstatter Olaf Larsen verhaftet, der als Korrespondent norweoischer Zeitungen in Deutschland tätig ist. Larsen hatte in der norwegischen Zeitung „Nordlys" unter der Ueberschrift „Furchtbarer Terror aus der Nähe gesehen" einen Bericht veröffentlicht, der offensichtlich entstellte böswillige Nachrichten über d i e Zustände in Deutschland enthielt. Außerdem kündigte Larsen eine Artikelreihe gleicher hetzender Tendeyz an. Hierdurch beabsichtigte Larsen, der Mitglied der Sozialdemokratischen Partei ist und nach seiner Schreibweise offensichtlich kommunistische Neigungen hat, der Greuelhetze im Ausland erneut Nahrung zu geben. Wirtschaft Dr. h. c. Wagener eine Besprechung im Kreise der Vertreter von Banken und Kreditinstituten statt, die dem Ziel einer Zinssenkung dienten. Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz weiter mitteilt, ist man bereits zu recht eindeutigen Feststellungen über die zu treffenden Maßnahmen gekommen. Die Wirtschaft kann damit rechnen, daß nochindiesemMonateineZins- senkung in erheblichem Ausmaß ftatt» findet. Die endgültige Entscheidung soll erst nach der Rückkehr des Reichsbankpräsidenten von seiner Amerikareise fallen. Oer Reichskommiffar für Preisüberwachung zur Entwicklung der Margarinepreise. Berlin, 9. Mai. (WTB.) Der Reichskom- missar für Preisüberwachung gibt bekannt: Die Entwicklung derKleinhandelspreise für Margarine zeigt vielfach Preissteigerungen auf, die in den Maßnahmen der Reichs-» tcgicrung zum Schutze der heimischen Fettver-< sorgung nicht begründet sind. — Es wäre mit der Fettversorgungspolitik der Reichsregic- rung völlig unvereinbar, wenn die jetzige, planmäßige ilmlagerung des deutschen Fettkonsums dazu benutzt werden sollte, die bisher im Fettgeschäft üblichen Handelsspannen, etwa aus Gründen der zeitweiligen Amfahschrumpfung, zu erhöhen. Auch hier geht, wie überall Ge°t meinnuh vor Eigennutz. Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird die Preisbildung genauestens überwachen und einer Ausweitung der Handelsspannen mit allen Mitteln entgegentreten. Oie Zulassung von Kriegsteilnehmern zu den Kaffen. Berlin, 9. Mai. (CNB.) Der Reichsarbeitsminister hat die Zulassung aller Kriegsteilnehmer zur Kassenpraxis verfügt, wenn sie ein Jahr ärztlich tätig waren. Außerdem werden diejenigen Aerzte zugelassen, die bei der Neuordnung des kassenärztlichen Rechts 1931 bereits drei Jahre approbiert waren. Es war dem Reichsarbeitsminister ein selbstverständliches Bedürfnis, den Kriegsteilnehmern unter den Aerzten die weitestgehenden Erleichterungen zu verschaffen. Das Ausscheiden der nichtarischen und kommunistischen Aerzte gab hierzu die Möglichkeit. Die Verordnung ändert gleichzeitig das Verfahren für alle Zulassungen dahin ab, daß bei Zweifeln über d i e arische Abstammung eines Arztes ein Gutachten des Verbandes der Aerzte Deutschlands eingeholt werden muß. Damit wird der Grundsatz verwirklicht, daß über Rassenfragen in erster Linie der A r z t zu entscheiden hat. Aus aller Welt. Schlageter-Ehrurig im Gerichtssaal. Zu gleicher Stunde, in der vor zehn Jahren vom französischen Kriegsgericht in Düsseldorf das T o - desurteil gegen Albert Leo Schlage- t e r gesprochen wurde, fand im Saal des Landgerichts, in dem der furchtbare Urteilsfpruch verkündet wurde, eine würdige Ehrung unseres Nationalhelden Schlageter statt. Der Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen ließ durch Rechtsanwalt Claesgens den Präsidenten des Landgerichts als Vertreter der Justizverwaltung an der Schwelle des Saales einen Lorbeerkranz mit Hakenkreuzschleife überreichen. Zugegen waren u. a. Heinz Hauen ft ein, der Führer bet» Gruppe, der Schlageter angehört hatte, sowie eine Anzahl Richter und Anwälte, darunter Rechtsanwalt Dr. Bräutigam- Düsseldorf, der Schlageter als Verteidiger mit betreut hatte. Präsident Krey übernahm den Kranz und ließ ihn an der Stelle anbringen, an der Schlageter als Angeklagter gesessen hatte. Von der Justizverwaltung sind Mittel bereitgestellt worden, um dem historisch gewordenen Raum eine würdige Ausstattung zu geben. Reichsminister Göring Schirmherr der vager. Ministerpräsident und Reichsminister Goring empfing am Dienstag den Präsidenten des Reichsjagdbundes, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg in Begleitung von Frei- Herrn von Hungern und den Geschäftsführer des Reichsjagdbundes, S ch e r p i n g , zur Entgegennahme von Vorschlägen für die Vereinheitlichung des deutschen Jagdwesens. Die dcm Ministerpräsidenten angetragene Schirmherrschaft über bie gesamte deutsche Jägerei hat er mit Dank angenommen. Er beauftragte den Präsidenten, innerhalb kürzester Zeit die Maßnahmen für die Zusammenfassung der gesamten deutschen Jägerei in einer straffen Reichsorganisation vorzubereiten. Ministerpräsident Göring machte weiterhin davon Mitteilung, daß demnächst in einer Reichskabinettssihung die schriftlich eingereichten Vorschläge des Reichsjagdbundes Gegenstand einer Besprechung sein würden. Leipziger Festausstellung: „Schrifttum der nationalen Bewegung". Zu Ehren der in Leipzig während der sogenannten Kantate-Tagung versammelten Buchhändler wird in den nächsten Tagen in der Deutschen Bücherei eine Festausstellung eröffnet. Die Ausstellung zeigt das „Schrifttum der nationalen B e - w e g u n g". Es ist das erstemal, daß eine derartige Ausstellung stattfindet. Zwei Mörder hingerichtet. In Weiden (Oberpfalz) wurde im Hofe des Gerichtsgefängnisses die Hinrichtung des Mörders Felix Schieber mit bem Fallbeil durch den Münchener Scharfrichter R e i ch a r d t vollzogen. Damit hat eines der furchtbarsten: Verbrechen, die sich in der Oberpfalz abgespielt haben, seine Sühne gefunden: nämlich der Mord von Wendersreuth, bei dem der 46 Jahre alte Dienst knecht Felix Schieber zusammen mit einem 17jährigen Dienstknecht seinen Bruder, dessen schwangere Ehefrau und das kleine Kind des Ehepaares ermordete. ♦ Gleichzeitig mit bem Briefträger - Mörder» Reins würbe in ber Strafanstalt Plöhensea * bei Berlin auch ber Mörber des Chauffeurs P o n i ck, Johannes Kabelih, hingerichtet. Kabclih hatte, wie erinnerlich, im Januar 1931 den Chauffeur Ponick^ hinterrücks erschossen und beraubt. Furchtbares Brandunglück. — Fünf Tote, zwei Schwerverletzte. In illlerebotf, Kreis ©lat), brach in einer des vergangenen Rächte auf der Besitzung des Landwirtes Lauterbach ein Feuer aus, bas bas gesamte Gehöft — Wohnhaus, Stallung, Schuppen und Scheune — völlig einäscherte. Bei dem Brande kamen die vier Kinder und der Vater des Besitzers in den Flammen um. Der Besitzer und seine Frau wurden mit schweren Brandwunde n in bas Krankenhaus gebracht. Schweres Flugzeugunglück in Rordspanien. Sechs Tote. Ein französisches Postslugzeug, das in Barcelona mit Bestimmung nach Toulouse aufgesttegen mar, stieß nach einstündigem Flug infolge auftretenden Nebels gegen ein Haus des 1700 Meter hoch gelegenen spanischen Dorfes Villagran. Der Apparat fing Feuer, stürzte ab und verbrannte. Sämtliche Insassen, der Pilot, der Bordfunker, ein Vertreter der Luftfahrtgesellschaft, der das Flugzeug gehörte, und drei Passagiere kamen u m s Leben. Verhaftungen bei der vereinigten Glanzstoff AG. Wie die Pressestelle des Landgerichts Wuppertal mitteilt, ist eine Anzeige gegen maßgebliche Persönlichkeiten der Verwaltung der Vereinigten Glanz- stofs-Fabriken AG., Wuppertal-Elberfeld, wegen handelsrechtlicher Untreue und Bilanz- verschleierung erstattet worden: Auf Grund dieser Anzeige ist jetzt die gerichtliche Voruntersuchung eröffnet worden. Der Untersuchungsrichter hat gegen die Vorstandsmitglieder K. Benrath und Dr. Springorum, sowie den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Fritz B l ü t h g e n, Haftbefehl erlassen. Ein junges Bürgermäbchen wirb von seiner Großmutter dabei ertappt, wie es mit bem Miniaturporträt seines Liebhabers kokettiert, und gibt, in die Enge getrieben, bas zarte Andenken für ein Bildnis des Königs aus: natürlich glaubt die ganze Familie, den Landesfürsten inkognito unter ihrem geringen Dach zu beherbergen, als der ahnungslose junge Mann in Person vor ihnen erscheint. Die Bühnenwirkung dieses Tricks ist schlechterdings nicht umzubringen. Sehr schön ist aber auch die Vorbereitung des festlichen Empfangs für den fabulöfen Fremdling aus der Residenz; oder der Familienrat und die mißglückte Brautwerbung; oder die Liebesintrige und der gefoppte Dachstubenpoet; oder endlich, als heiterer Abschluß des spießbürgerlichen Abenteuers: die Verlobung unter der Laterne auf dem mondbeschienenen Marktplatz nach vorausgegangener Serenade im Oberstock, dem ilm^ug des singenden Rachtwächters und der verhängnisvollen Kerkerflucht der zum,Pranger verurteilten Delinquentin Eva Schnurrwinkel. * Oberregiffeur Peter Fasso11 bewies in feiner Inszenierung das richtige Gefühl dafür, worauf es bei einer modernen Aufführung der „Deutschen Kleinstädter" ankommt: er ließ ohne unangebrachten literarischen oder gar satirischen Ehrgeiz dem ausgelassenen Humor, einer sanften Ironie und bem manchmal unwiderstehlichen Situationswitz fröhlich die Zügel schießen; er nahm einen Scherz als das, was er ist ober heute noch für uns bedeuten kann, und fand ein sehr dankbares und verständnisvolles Publikum. Herr Löffler hatte die biedermeierliche Bür- germeifterftube mit liebevoller Sorgfalt (die weder den Klingelzug noch den Spucknapf vergaß) und eine krähwinklige Kleinstadtstraße von nahezu spihwegschen Qualitäten enttoorfen. * Frau Auguste P r a f ch ° G r e ve n b e r g wirkte als großmütterliche ilnterfteuereinnebmerin Staat mit betulicher Würde, Herzlichkeit und hoheitsvoller Strenge zugleich, daß diese -Gestalt, die ihren schauspielerischen Gaten sichc^ingemein entgegenkommt, stets einen Rimmer Weiterer menschlicher Anmut behielt. * y Herr Dolck gab als behäbig-patriarchalischer Bürgermeister, auch Oberältester zu Krähwinkel, eine Figur von saftiger Fülle und barockem Humor zum Besten. Eine muntere und schalkhaft gewitzte Liebhaberin war Elisabeth W i e l a n - der, die ganz verderbte Bürgermeisterstochter Sabine, Staar. Ihr Kavalier: Herr Hauer, ein junger Mann aus der Residenz, gab sich mit erfrischender Natürlichkeit im Kreise der gespreizten und titelsüchtigen Familie. * Ein Quartett drollig hergerichteter Honoratioren bildeten die klatschsüchtig schnatternden Mub- men, Frau Schubert-Jüngling und Frau Walther-Lederer, der poetisch angehauchte Substitut Sperling, von Herrn Hub mit grotesker Lächerlichkeit ausgestattet, und der vertrocknete Gewürzkrämer mit der Leihbibliothek: Herr Kühne. In kleineren Aufgaben machten sich die Herren Geiger, Michel und Sieten, sowie Fräu- leirt Wöhrmann um die Aufführung verdient. * Diel freundlicher Beifall und Blumensträuße, hth. Oiamanten Romantik. Diamanten sind oft mit romantischen Ereignissen verbunden. Allerlei von dieser Romantik erzählt William P. Taylor in einem in London erschienenen Buch „Afrikanische Schätze, 60 Jahre unter Diamanten und Gold." Der Verfasser war noch ein junger Bursche, als er an bem Diamantenrausch in Transvaal teilnahm. Viele von benen, bie sich bamals an ber Jagb nach ben kostbaren Steinen beteiligten, wußten gar nicht, wie ein Diamant aussieht. Sie fanben Kristalle und nannten sie Diamanten unb sie fanden Diamanten, und wußten nicht, daß es welche waren. Als die beste Probe galt die Härte, und so sind damals viele kostbare Steine mit schweren Hämmern von Menschen vernichtet worden, die der Ansicht waren, nichts könne einen Diamanten zerstören. Dann kam die Entdeckung der berühmten Dc Beers- und Kimberley-Minen, die das Diamantgraben durch einen bergmännischen Abbau ersetzten. Mit dieser großen Industrie wuchs aber zugleich der Schmuggel und der ungesetzliche Verkauf von Diamanten. Die Eingeborenen, die für Hungerlöhne hier die Kostbarkeiten aus ber Erde hoben, konnten der Versuchung nicht widerstehen, hie und da einen Diamanten zu verbergen, und irgendeinem Händler zu verkaufen. Ein Heer von Detektiven suchte dies zu verhindern und brachte viele zur Bestrafung, aber die Verführung war zu groß, und der Schmuggel hat nie ganz aufgehört. Diele schlaue Verfahren wurden eingeschlagen, um der Entdeckung zu entgehen. Diamanten wurden verschluckt ober künstlich am Körper verborgen, Hunde wurden mit Fleisch gefüttert, in dem Diamanten versteckt waren, und wenn die Tiere glücklich durch die Kontrolle waren, bann wurden sie getötet und die Steine herausgenommen. War erst dis Beute aus der Gefahrzone heraus, dann jagten Männer zu Pferde nach der Grenze von Tränst vaal ober des Oranje-Freistaates. Elegant ge- fleibete Damen reiften nach Europa unb trugen! Päckchen mit gestohlenen Diamanten bei sich, uni sie auf ben europäischen Märkten zu verkaufen. Doch bann fiel ein Schatten aus ben Glanz, ber zunächst so hell von ben Diamantfeibern Südafrikas strahlte. Es war die Gefahr deü Aeberproduktion. Cecil Rhodes beschloß daher, daß die Ausbeute beschränkt werden müsse, bevor der Markt übersättigt sei, denn die Verbreitung des Diamanten war damals so weit gediehen, daß sogar schon unter den Arbeitern mancher Länder bet Diamantring als Verlo- bungsgeschenk üblich geworben war. Rhodes suchte sich durch statistische Antersuchunyen einen Anhaltspunkt für bie Aufnahmefähigkeit des Marktes zu verschaffen, indem er bie Zahl ber jährlichen Heiraten in den zivilisierten Ländern fcst- fteilte unb daraus auf die ungefähre Ziffer der neuen Käufer von Diamanten schloß. Diese Gefahr der Aeberschvxmrnung mit Diamanten, die ihren Wert vernichten' muß, bauert noch heute an unb hat zu einer immer stärkeren Begrenzung der Gewinnung geführt. Rach der Ansicht Taylors wird auch ein neuer Aufschwung der Weltwirtschaft, wird auch ber höchste Wohlstand ber Menschen nicht imstanbe sein, jemals eine Rachfrage zu schaffen, die die Leistungsfähigkeit der südafrikanischen Diamantfelder übersteigt. Zeitschriften. — Ciinem großen Meister deutscher Musik, Johannes Brahms, ist ein Artikel mit reichem Bildermaterial in der neuen Rümmer der Leipziger „I 11 u ft r i r t c n Zeitung" (Verlag I. 2. Weber) gewidmet. Vier Kunstblätter aus Max Klingers Brahmsphantasic geben den künstlerischen Schmuck zu dieser umfassenden Würdigung. — Eine Bildübersicht „Rationale Stücke auf deutschen Bühnen" zeigt die Ergebnisse des Am- baus ber beutschen Theater. — Das Wunber einer auf blühenden" Seerose wird in herrlichen Ratur- ookumenten dargestellt. Allen Freunden ber Fvei- ballonsahrt wirb ber mit guten Zeichnungen ausgestattete Aufsatz „Der schwebende Korb^,will- kommen fein. Beiträge über Raumkunst, Frauenmob e sowie der aktuelle Bilderteil runden ba$ Vielseitige Heft erfreulich ab. Fackelzug am Festtag der Universität. Glänzender Aufmarsch vor dem Vorlesungsgebaude. Noch der Hauptseier der Landesunioersität zu Ehren der nationalen Regierung am Montogiiach mittag in der Volkshalle sand am Abend ein grober F a ck e I z u g der studentischen Korpora t i o n e n statt. Diese versammelten sich von 20} Uhr ab auf dem Trieb vor der Volkshalle. Mit ihren Aktivitas schritten viele Alte Herren in allen Verbindungen in dem Farfclzug mit. Eine starte Abteilung SA. und eine stattliche Kolonne des Stahlhelm waren in dem Zuge ebenfalls zu bemerken. Die Gießener Militärkapelle unter Leitung van Ober musikmeister Krau he, die SA. Kapelle der Standarte 116 (bie vorher vor der Volkshalle ein Platzkonzert gegeben halte) und ein Spielmannszug des Stahlhelm sorgten in , eifriger Weise für flotte Marschmusik. . Von der Volkshalle durch die Kaiser-Allee über den Ludwiasplatz und durch die Lndwigstraße bis zur Universität bildete eine riesige Menschenmenge, die namentlich in der Nähe des Vorlesungsgebäu des besonders stark war, auf den Bürgersteigen Spalier. SA.- und SS.-Mannschaften hielten vor dem Vorlesungsgebäude durch zweckmäßige '21 b Sperrung unter der umsichtigen Leitung der Polizei den Aufmarschraum für den Fackelzug frei. Die SS. stellte am Portal des Vorlcsungsgebäudes zu Ehren des Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner und des Herrn Staatsministers Dr. M ü l l e r die Wache Eine besondere Ehrenwache in Stärke yon fünf Mann für den Herrn Staatspräsidenten stellte die SA., wobei ihr ein von Apotheker Habrich zur Verfügung gestellter Kraftwagen die stete Beglei tung des Gastes gestattete. Wenige Minuten nach 21 Uhr marschierte der Fackelzug vom Trieb vor der Volkshaile ab, an der Spitze die große SA.-Abteilung, dann die Militärkapelle, anschließend die Korporationen in Wichs mit ihren «zahnen. Es war ein wundervolles Bild, den Zug beim Marsch durch die Kaiser-Allee und die Ludwigstraße aus der Ferne heranmarschieren 3U sehen und dann in der Nähe die schneidige Marschdisziplin aller ®nippen zu bemerken. Besonders stark war in dem Zuge die Landsmannschaft Ehattia vertreten, die dadurch ihrem Alten Herrn Staatspräsident Professor Dr. Werner ihre enge bundesbrüderliche Verbundenheit auch in der breitesten Öffentlichkeit bekunden wollte. Oer Aufmarsch vor -er Llniversität. Unter schneidiger Marschmusik der Militärkapelle marschierte der Fackelzug in breiter Front vor dem Vorlejungsgebäude auf. Die Fahnenabordnungen der Korporationen standen quer vor dem Gebäude in langer Linie mit der Front nach der Ludwigstraße zu. Ihnen gegenüber standen die übrigen Teilnehmer des Zuges mit der Front nach dem Vorlesungsgebäude. Auf dem Mittelplatz waren die Ehattia, die SA.-Abteilung und die Militärkapelle im vorderen Treffen aufmarschiert, in ihrer Mitte u. a. die ehrwürdige Fahne der Ludoviciana und das Hakenkreuzbanner der SA. Das Vorlesungsgebäude war in der Milte mit einem großen Hakenkreuzbanner, rechts mit der schwarzweißroten Fahne und links mit den Farben der Universität geschmückt. Die gewaltige Menge der lodernden Fackeln vollendete das wunderbare, malerische Bild in prächtiger Weise. Auf dem Balkon der Universität hatten Staatspräsident und Ehrensenator der Ludoviciana. Dr. Werner, Staatsminister Dr. Müller, Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Fe ß und zahlreiche Vertreter des Lehrkörpers Aufstellung genommen. Nachdem Sr. Magnifizenz der Fackelzug zu Ehren des Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner und des Herrn Staatsministers Dr. Müller mit Hitler-Gruß zur Stelle gemeldet worden war, richtete cand. phil. Graes eine Ansprache an den Herrn Staatspräsidenten und Ehrensenator sowie an den Herrn Staatsminister, in der der Sprecher der Studentenschaft zunächst herzlichen Gruß und Willkommen auf akademischem Boden darbrachte. Er betonte weiter, daß dieser läge für die Geschichte unserer Universität und der Studentenschaft von grundlegender und weittragender Bedeutung und jedem Kommilitonen der Einzug des neuen nationalen Geistes in unsere Hochschule überzeugend zum Bewußtsein gekommen sei. Diese Wendung erfülle jeden Studenten mit Stolz und freudiger Genugtuung. Endlich sei das erreicht, wofür die Führer des neuen Deutschland, und unter diesen in vorderster Reihe der Herr Staatspräsident lange Jahre gekämpft hätten: Wiederaufrichtung eines nationalen deutschen Vaterlandes, das bisher tief gebemütigt, von äußeren Feinden bedrängt und im Innern zerrissen in unheilvollem Bruderkrieg, am Boden gelegen habe. Dem fanatischen Glauben und dem zähen Willen des Führers Adolf H i t l e r sei es gelungen, das Steuer des deutschen Staatsschiffes in höchster Gefahr zu ergreifen und durch die Unterdrückung des staatsfeindlichen Kommunismus das furchtbarste Verderben von unserem Vaterlande abzuwenden. Dank der befreienden Tat unseres greifen Reichspräsidenten und unseres jungen Volks- kanzlers könne nun auch die Alma mater Ludoviciana das neue Semester im Z e ich en des neuen Geistes beginnen, wobei ihr ein neues Recht im neuen Staat geschenkt worden sei. Dafür gebühre dec heffischen Regierung und vor allem dem Herrn Staats i Präsidenten herzlichster Dank. Runmehr sei auf Grund des neuen hessischen Studentenrechtes eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller in Betracht kommenden' Stellen möglich- Dank gebühre der hessischen Regierung auch dafür, daß sie den Posten des Kanzlers der Univer - f i t ä t in der Person des Herrn Professors Rudolf Herzog mit einem Manne besetzt habe, der den Studenten schon seit langen Zahrew ein leuchtendes Dorbild in nationaler Pslicht- crfüllung war und dadurch die Studentenschaft begeistert habe. Der Redner dankte sodann dem Herrn Staatspräsidenten noch besonders dafür, daß er trotz seiner großen Arbeitsbürde Person-- lich hierher gekommen fei, um das neue Stu* dentenrecht zu verkünden und dabei zu der Studentenschaft fo begeisternde Worte gesprochen habe. Für diejenigen, die, wie die Gießener Chatten, mit dem Herrn Staatspräsidenten persönlich bekannt seien, fei es freilich eine Selbstverständlichkeit gewesen, daß er sich bet Dee engen Verbundenheit mit seiner allen ilnivcrlt3' tät Gießen und mit Oberhefsen an biefer bcDcul- lamen Feier persönlich beteiligen wurdc^ Der Redner begrüßte dann den Herrn ctaatspra i- denten als Ehrenbürger der Llniverst- t ä t mit herzlichen Worten und gab der großen Freude der Studentenschaft über diese Ehrung des alten Gießener Kommilitonen Ausdruck. Er versicherte dem Herrn Staalspräsidenten, daß die Gießener Studentenschaft sich mit ihm eng vereint wisse in dem Streben nach dem großen Ziel, das für ihn und für die Gießener Studenten Deutschland heißt, und daß auch hier im Zusammenwirken aller unter dem großen Kanzler Adolf Hitler an der Schaffung der nationalen Volksgemeinschaft gearbeitet werde. Dem Gefühl der tiefen Verehrung für den Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner und den Herrn Staatsminister Dr. Müller gab der Redner Ausdruck in dreimaligen, begeistert ausgenommen hoch- Rufen auf beide Herren. Staatspräsident und Ehrensenator Or. Werner erinnerte in feiner Dankansprache zunächst an einen Fackelzug vor vielen Jahren, der damals dem Gießener Gelehrten Wilhelm Dürfen dargebracht wurde und bei dem Ducken zu den damaligen Studenten die denkwürdigen Worte gesprochen hat: „Die Universität Gießen, in deren Dienst ich grau geworden bin." Weiter erinnerte der Redner an das Wort Bismarcks: „Im Dienste des Vaterlandes verzehre ich meine Kraft." Aus diesen Worten klang ein B e - kenntnis und ein Anerkenntnis des Wesens des deutschen Kampfes für das Vaterland heraus. Dieses Bekenntnis zum deutschen Vaterland sei auch für ihn bei feinem öffentlichen Kampfe allezeit Richtschnur gewesen. Weiter sagte bann der Redner u. a.: 25 Jahre sind es her, daß mich das Hebräertum von Gießen und von dieser Stätte getrennt hat bis in die Gegenwart hinein. Aber ich habe erleben können, daß ich heute an dieser Stelle stehe, und die, die geglaubt haben, mich ächten, versolgen und unterdrücken zu können, sind zurückgekrochen in ihre Winkel, da ihre Zeit nun vorüber ist. Eine neue Zeit ist gekommen. Wir wissen, was wir dieser Zeit schuldig sind. Zunächst ift^es noch eine Uebergangszcit mit ihren Stärken und Schwächen. Aber die Entwicklung steht nicht still. Der unbändige deutsche Wille hat sich frei- gemacht in unserem Vaterlande und alle Fesseln gesprengt, wie der Strom im Frühjahr die Decke des Eises bricht. Wer heute noch glaubt, dieser Bewegung widerstehen oder ihr sich verschließen zu können, der verkenist die göttlichen Gesetze, die in dieser Bewegung ruhen und immer wieder zutage treten Studenten! Kameraden! Millionen deutscher Volksgenossen legen ein Bekenntnis zum nationalen deutschen Vaterland ab. Es ist eine Zeit, mit der kaum eine andere Zeit des deutschen Volkes je zuvor verglichen werden kann. Es ist ein großes nationales Wunder, das hier geschehen ist. Adolf Hitler erscheint uns als her Vollstrecker des göttlichen Willens, der nicht will, daß Deutschland zugrunde gehen soll. Deutsche Jugend! Ein Tag wie der heutige ist wert, von dieser Gegenwart in die Zukunft einem anderen Geschlecht überliefert zu werden, das weiß, welche Seranlroortung es trägt. Sie werden die Waffen weiter geben, die ihnen in die Hand gegeben wurden, die Waffen des freien Deutschen, die Dassen der Selbstverleugnung und der völligen Hingabe an das Vaterland gegenüber dem internationalen Finanz- gaunerlum, gegenüber allen Menschen, die geglaubt haben, den deutschen Menschen unter- drücken zu können. Der deutsche Mensch reckt sich empor, siegreich und stark, weil seine Seele die besten Ueberüeferungen der Vergangenheit kennt und ehrt. Die Ketten zerbrechen, da der deutsche Mensch mit dem Blick nach oben seine große nationale Aufgabe sieht. Hier sehen Sie in der Mitte die Hakenkreuzfahne des neuen Reiches, rechts davon die saubere, herrliche, niemals auch nur mit einem Staub bedeckte Fahne des alten Reiches, links die Fahne unserer Alma mater. Der Sinn dieser Fahnen ist erst gegeben durch das Heilszeichen der germanischen Rasse, das Hakenkreuz. Wenn wir im Geiste dieses Kreuzes arbeiten, um so reiner und größer und freier werden wir sein, und es wird kommen das Reich der Kraft, der Herrlichkeit und des deutschen Geistes. Diesem Vaterland hobtihrdas zusein,was es von euch verlangt. Der Ruf an euch darf niemals vergebens fein. Diesem deutschen Vaterland und seinen großen Führern gilt unser Gruß, den wir mit dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Deutschland-Liedes darbringen wollen. Unserem Hessenland. unserem deutschen Vaterland und seinem Führer Adolf Hitler <-ieg-Heil! Mit Jubel stimmte die Menge in den dreimaligen Ruf ein und sang dann begeistert den ersten Vers der Nationalhymne. Hierauf erfolgte der Abmarsch des Fackelzuges nach dem Studentenhaus, wo die Zugteilnehmer aufmarschierten und beim Gesang des Liedes „Burschen heraus" die Fackeln zufammenwarfen. Sin Kommers im Studentenhaus der die Teilnehmer noch einige Zeit in froher Ge selligkeit beisommenhielt, bildete den Abschluß des bedeutsamen Tages. In einigen Ansprachen wurde dabei noch einmal in eindrucksvoller Weise das große nationale Leitmotiv des Festtages betont. Gemeinsamer Gesang heimatlicher Volkslieder, die dem Herrn Staatspräsidenten als innig heimatverbundenen Dberhesien und allen DHEer besonders ans Herz gewachsen sind, gaben der geselligen Stunde noch eine besondere, wertvolle Note. Beurlaubungen an -er Lan-es- universität. Mit sofortiger Wirkung wurden beurlaubt: Professor Dr. Ernst von A >'t e r zu Gießen. Professor Dr. Friedrich Lenz zu Gießen, Professor Dr. Aug. Messer zu Gießen, Prioatdozeni Dr. Georg Mayer an der Landesuniversität ZU Gießen. Vornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Teilnehmer antworiet nicht!". Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute. 19.30 Hör, 29. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, das DolkSstück: „5)ic vier Musketiere", von Sigmund Grals: Spielleitung Peter F a s s o t t. Ende 22.30 Uhr Gewöhnliche Preise. — Nächsten Freitag das letzte Operngastspiel dieser Spielzeit mit der Ausführung von Richard WagnerS: .Tristan und Isolde" (zum Gedächtnis des 50. Todestages Richard Wagners) durch das Opern-Enfemble des Stadttheaters Mainz. Richard Wagner schreibt im August 1860 in einem Dries aus Paris über diese großartige, gewaltigste Liebestragödie, die je geschrieben wurde and die Wagner selbst eines seiner .innigsten" Werke nennt; .Der Tristan ist und bleibt mir ein Wunder! Wie ich so etwas habe machen können, wird mir immer unbegreif« lieber: wie ich ihn wieder durchlas. mußte ich Auge und Ohr weit auf reiften1 Ich verhehle eS mit nicht, ich habe da alles weit übetfcbritien, toai im Gebiet der Möglichkeit unserer Leistungen liegt." Die Inszenierung besorgt Paul Weis- le der. für die musilalische Leitung zeichnet Hanz Schwieger. Das Operngastspiel ist die 30. Dorstellung >m Freitag-Abonnement. Dfern- Preile Vorzugs- und Rundlunkgulfchcine haben Gültigkeit. Spieldauer von 19 bis nach 23 '.Ihr. Samstag, 13 Mai. 15.45 Übt. leine Schüler- Schauspiels .Die Räuber", von Schiller Schuler- preise; für Erwachsene ermäßigte Lonntagspreise. Ende gegen 19 Ahr. Maienblasen Bei dem am heutigen Mitt, woch um 19 Uhi vom stattfindcnden SRaic ibl ifen zu Gehör gebracht: 1. Wie groß ist des Allmächtigen । Güte 2. Preis und Anbetung. 3. Goldne Abend« I sonne (Volkslied). ...... "■ _____________21’ Neues aus dem Eüdpotar-Gebiet. Interessante Forschungsergebnisse -er Oiscovery-Expedition. Die durch den plötzlich erfolgten Tod ihres Kapitäns Carey tragisch überschattete Rückkehr der .Discovery II", deren Führer kurz vor Vollendung seiner zweiten Expeditionsfahrt von Bord gerissen wurde, ist der vorläufige Schluß- Punkt eines an Erfolgen reichen Vorstoßes in die antarktischen Gewässer. 2m Fahre 1929 erbaut, um hydrographische Forschungen zum Ruhen der Walfischindustrie durchzuführen, hat das Schiss auf seiner zweiten Fahrt neben bedeutenden anderen Leistungen, über die D. Dilwyn John in einem Aussatz der Times berichtet, auch eine Umschif - fung des antarktischen Festlands vollendet. Eine der von ihm durchgeführten Hauptaufgaben war die Feststellung der nördlichen Grenze des kälteren Wassers im Süd- Polargebiet, das entgegen der landläufigen Meinung viel reicher an Tierleben ist als das wärmere Gewässer weiter nördlich und darum das hauptsächliche Rahrungsgebiet der D l a u - und Finnwale bildet. Durch zwanzig Heberquerun- gen der Grenze dieser Zone auf ihrer Umschif- fung des Kontinents hat die .Discovery" den Verlauf dieser Linie festgestellt und dadurch eine hervorragende hydrographische Forschungstat geleistet. Unterstützt von modernen Methoden, die keiner der früheren Expeditionen zur Verfügung standen, hat sie wichtige Aufschlüsse zum Verständnis der Lebensgewohnheiten des Wals und damit zu einer künftigen besseren Regelung des Walfanges gegeben. Die einzelnen Gebiete der Gewässer werden weder in jedem 2ahr von der gleichen Anzahl von Vlau- und Finnwalen aufgesucht, noch bleibt das Verhältnis dieser Arten immer das gleiche. Die Forschungsarbeit der „Discovery" hat gezeigt, daß sich die beiden Walgattungen in den südlichen Gewässern ausschließlich von einem kleinen garnelenartigen Tier nähren, das, wenn es voll ausgewachsen ist, etwa 5 Zentimeter mißt und von norwegischen Waljägern „Krill" genannt wird. Diese Fische leben von Diatomeen, und diese Algen wiederum von Rährsalzen und Kohlensäure, die im Meer- wasser enthalten sind. Die das Wachstum dieser Tiere und Pflanzen beeinflussenden Umstände sind in jedem 2ahre verschieden; sie sind abhängig von der Bewegung der Wassermassen, der Menge des im Winter gebildeten Packeises, sowie seiner Menge und seinem Zuge im Sommer. Außerdem werden sie auch direkt von den meteorologischen Vorgängen beeinflußt. Der Erforschung der wechselnden physikalischen und biologischen Bedingungen galt ein großer Teil der Arbeiten. Während des Sommers 1931 32 war die..Discovery II" zunächst im südlichen Atlantischen Meere beschäftigt, um sodann die 11 m I e g l u n g zu unternehmen. Diese erfolgte in \ -förmigen Linien, die den Zacken des das Festland säumenden Packeises folgten. Zum erstenmal wurdermt einem Schiff eine solche Kreuzfahrt in den Südpolargewässern während der Wintermonate unternommen. Während der Umseglung wurden eine Reihe von Beobachtungen täglich durchgeführt, deren jede vier Stunden erforderte. Dio Untersuchungen wurden zur Rachtzeit zwischen 8 Uhr abends und Mitternacht gemacht, zu einer Zeit, in der die Eisberge die Seefahrt lebe gefahrvoll gestalten. Während sich das Schiff in den hohen Breiten südlich von Australien und Reuseeland befand, und zwar nur hier, wurde allnächtlich das a u st r a 1 i s ch e P o l a r l i ch t gesichtet, dessen still schwingender Vorhang und iro- gende Bänder von grünlichem Licht eine fremdartige, unvergeßliche Schönheit zeigen. Auf der ganzen Fahrt wurden ständig wenigstens jede oalbe Stunde Messungen mit dem Echo-Lot vorgenommen, die aber beim Passieren von Untiefen noch öfter erfolgten. 2m ganzen belief sich ihre Zahl auf über 9000. viele von ihnen in Tiefseegebieten ausgenommen, m denen noch niemals ähnliche Messungen gemacht worden sind. Die tiefste Lotung bis zu 8205,7 Meter erfolgte bei der Süd-Sa -wich > Tiefe; hier dauerte es etwa 5 Minuten, bis der Klang vom Grunde emporkam, während das Schiff nicht angehalten wurde Um eine solche Tiefe zu messen, hätte man nach der früheren Methode, bei der ein Drahtseil hinabgelafsen wurde, mehrere Stunden gebraucht und während der Arbeit hätte das Schiff still liegen müssen. Da Untiefen und Erhöhungen die Bewegungen der Wasfermas- fen ablenken, ist die durch die Messungen erhaltene Kenntnis der Gestaltung des Meeresbodens von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Bewegung des Wassers und ebenso von hohem 2nlerefse für die Geologen beim Studium der Beziehungen der Landmassen untereinander. äine andere wichtige Unternehmung der ®f- pedition bestand in Küstenaufnahmen der bisher nur ungenau kartographisch erfaßten Inseln. die zu den „Faltland-Depencies" gehören. Während ihrer diesmaligen Fahrt suchte die..Discovery" die Süd-Orkney 2nseln aus. Sie sind int Winter von Packeis blockiert, aber während des Sommers für längere oder kürzere Zeit eisfrei. Buntes Allerlei. Als Medizinmann in der mongolischen Wüste. Sven H e d i n s Zentralasien-Expedition, die 1927 begann und voraussichtlich im nächsten 2ahre beendet werden wird, stellt die größte wissenschaftliche Organisasion dar, die jemals zur Erforschung unbekannter Gebiete ausgeschickt wurde. Das Riesenwerk, das von Hedin von Peking aus geleitet wird, erfährt auch durch die schwierigen politischen Verhältnisse keine Unterbrechung, sondern darf als einziges nicht-chinesisches Unternehmen fortgesetzt werden, während alle anderen ausländischen Erpeditionen untersagt sind. Unter den Gebieten, in denen systematische Forschungen durch- aeführt werden, befindet sich auch das von 6t- sien-Gol, in dem u. a. eine reichhaltige Bibliothek von 6200 mit Schriftzeichen bedeckten Holz- stäbchen ausgegraben wurde. Hier hat auch Major Zimmermann seine meteorologischen Untersuchungen längere Zeit durchgeführt und dabei wunderbare Erlebnisse gehabt, von denen Sven Hedin in der Frankfurter Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. „Die Umschau", erzählt. Zimmermann lebte, nur von dem Dolmetscher Georg Söderbom und dem Studenten M a begleitet, zwei 2ahre lang als Robinson in der weiten mongolischen Wüste, und sein Lager wurde zu einem Mittelpunkt der selten vorüberziehenden Karawanen und zur Sehenswürdigkeit für die Torguten, die verborgen im Wald in etwa 100 Filzjurten wohnen. Während der Beherrscher Dielet eigenartigen For- schungsstätte tagtäglich mit bewundernswerter Geduld seine Beobachtungen wohl lOOmal ausführte. entfaltete er zugleich eine rege Tätigkeit und verkehrte freundlich mit dem mongolischen Wüstenvolk. Er legte sich einen Gemüsegarten mit den Sämereien an. die er mitgenommen, hielt Hühner und andere zahme Tiere, baute sich Dämme gegen die Ueberschwemmungsgefaht des nahe gelegenen Flusses und führte ständig Verbesserungen ferner Anlage durch. Die gutmütigen Torguten munterien sich über den Fleiß 4Mes seltsamen TEanric&bct Li4> . ®efewgen.?r am 6Hiiv®oMi|a||ruJj;A: D d'"-» fern md)t ttö- ■”•9 3« Zur ßr.. . ter Vev-'ke- tung lagt? er. ai if'-c Schafherden 7 7'. ' c die bei der Ctü'ion *':^g^bIicDcrt waten. Besonders actf wurde er zum Wohltäter der Bevölkerung durch feint Hci'kunst. durch die er diesen Menschen der Wüste nahekam. Vow ihrer großen Widerstandskraft erzähl« er ein bezeichnendes Beispiel: „Ein Mongole uxug Unterwegs auf einem Ritt durch die Wüste, und da er am Abend die 2urte nicht fand, in der er übernachten wollte, legte er sich unter einen Baum und schlief ein. Rachts träumte er von zwei Männern, die ihn überfallen hätten. Als er am nächsten Mittag aufwachte, fühlte er sich sehr elend. Sein Kamel, fein Sattel und Gepäck sind fort: er faßt sich an die Brust und merkt, daß alles voll Blut ist, am Hals fühlt er eine tiefe Wunde. Dann gc- schieht etwas Unfaßbares. Der Mongole reiht den schmutzigen Saum seines Rockes ab, wickelt ihn sich um den Hals und läuft zu der 2urte, die er am Abend nicht gefunden hatte. Dort sagen ihm die Leute, daß neun Tagereisen entfernt ein Europäer lebe, der ihm vielleicht hellen könne. 2n seinem unglaublichen Zustand marschierte der Unglückliche neun Tage lang und stand plötzlich in meiner 2urte. 2ch habe die Wunde gewaschen, ausgeäht und angeordnet, daß er ohne Verband eine Stunde in der Sonne liegen muß. Die furchtbare Halswunde heilte und war schließlich nur noch fo groß wie mein Daumen. Rach 14 Tagen schickte ich den Mann weg und bekam von seinen Verwandten einige Tage später kleine Geschenke, ein Zeichen, daß es ihm gut fling. Das Loch im Hals wird er aber wohl Zeit eines Lebens behalten." Gemäl-e im Zwischenakt. Um den Theaterbesuchern die müßige Zeit in den Pausen zu vertreiben, hat man schon man* cherlei versucht: auch Ausstellungen von Bildern im Foyer sind veranstaltet worden. Aber die Gemäldeschau, die jetzt das Pariser Madeleine-Thoo- ter feinen Gästen darbietet, besitzt eine originelle Rote. 2n dem hier aufgeführten Stück .Das dritte Zimmer" gibt es nur eine Pause. Vor dieser tritt am Ende des ersten Aktes einer der Darsteller, ein Bedienter, vor die Rampe und sag: .Meine Damen und Herren! Während mein Herr feine Toilette wechselt. lade ich Sie cir, feine Gemäldegalerie zu besuchen." Erst nur zögernd und dann mutiger wagen sich die Zuschauer auf die Bühne und können hier eine ganze Anzahl von Kunstwerken bewundern, die an dcn Wänden der Bühne au'qehängt sind. Unter den ausgestellten Stucken befinden sich Arbeiten von so bedeutenden Meistern wie Utrillo und Roussel. Eine interessante psychologische Wirkung dieser Reuerung ist die Beobachtung, daß im weiteren Verlauf des Stückes der Held den Besuchern nun viel lebendiger und wirklicher erscheint: cs ist, wie wenn man die persönliche Bekanntschaft des Mannes gemacht hätte, nachdem man feine Kunstwerks besichtigt hat. VfB. Gießen. VfB. I — Germania Fulda 1 0:4 (0:3). Die erste Mannschaft des VfB. trug am Sonntag das 2. Aufstiegspiel gegen „Germania" Fulda aus. Dem Spiel sah man mit gemischten Gefühlen entgegen, denn die Reise nach Fulda mußte ohne Leutheuser, Balser, Ritter und K. Schmidt angetreten werden. Immerhin rechnete man mit einein ehrenvollen Abschneiden. Und ein ehrenvolles Resultat hat die Mannschaft doch mit nach Hause gebracht. Der Gegner erwies sich als äußerst spielstark. Die Fuldaer Germanen geben i)eute ihrem Lokalgegner Borussia nicht mehr viel nach, haben sie doch vorigen Sonntag den VfB. Neu- Isenburg 5:0 geschlagen. Das Spiel begann mit stürmischen Angriffen des Gegners, der sich in Spielaufbau und Kombination sofort den Grünweißen überlegen zeigte. Das Schlußdreieck der Gäste wehrte jedoch mit Mut und Geschick ab. In der 20. Minute konnte Jander lfrüher Fürth) zum ersten Tor einsenden und kurz darauf einen zweiten Treffer erzielen. Bis dahin hatten die Germanen 8 Ecken erzielt, die jedoch keine Tore einbrachten. Kurz vor Halbzeit fiel das dritte Tor für den Gastgeber, wobei Wilhelm durch Sturz so verletzt wurde, daß er in der zweiten Spielhälfte auf Rechtsaußen nur noch als Statist wirken konnte. Er war bis dahin zweifellos der beste Mann auf dem Platz gewesen. Für ihn ging Haupt in die Verteidigung. Unentmutigt gingen die Grünweißen in die zweite Halbzeit. Sie lieferten ein ebenbürtiges Spiel. Heinz Becker im Tor der Grünweißen bestand seine Feuerprobe glänzend. Gegen Schluß erhöhte Germania auf 4:0, nachdem der VfB-Sturm noch manche Gelegenheit verpaßt hatte. Schiri Spurt, Butzbach, leitete korrekt. Die VfBer traten wie folgt an: Becker; Bingel, Wilhelm; Capeller, Knaus, Lehrmund; L. Schmidt, Fehling, Haupt, Fenster, Leutheuser II. Verteidigung und Torwart leisteten vorzügliches, in der Läuferreihe überragten Knaus und Lehrmund. Die jungen Kräfte im Sturm konnten sich der gegnerischen Verteidigung gegenüber nicht durchsetzen. VfB. II — Garbenteich I 4:1 (1:0). Die Zweite des VfB. konnte für die auf dem Waldsportpark erlittene Niederlage in Garbenteich Revanche nehmen. Sie erzielte, nur mit 9 Mann spielend, gegen den spielstarken Gegner ein sehr ehrenvolles Resultat. Auch technisch waren die VfB.er ihrem Gegner überlegen, der unter Einsatz aller Kräfte kämpfte, um den 3:0-Vorsprung der Grün- Weißen einzuholen, aber es kam nur zum Ehrentor. VfB. schoß gegen Schluß noch ein viertes Tor. Das Spiel wurde ruhig und fair ausgetragen. vfv.III — Grohen-Vufeck I 6:5 (5:0). Beide Gegner lieferten sich einen schönen, temperamentvollen Kampf. Die Grün-Weißen hatten einige neue Kräfte in der Mannschaft, die sich gut bewährten. Bei einem 5:0-Vorsprung der VfB.er kamen die Gäste überraschend kurz nacheinander zu mehreren Torerfolgen, aber im Endspurt konnten )ic Grün-Weißen den Sieg doch sicherstellen. VfB. 1. Jugend — Wieseck 1. Jugend 1:3. Die VfB.er vergaben leichsinnig den Sieg. Der Gegner gewann verdient, denn er kämpfte mit viel Schneid und Eifer. Gegen Schluß spielten beide Mannschaften zerfahren und lustlos. Der VfB.er- Sturm ließ die sichersten Sachen unausgenützt. ?E.Teuionia" Watzenbom-Gieinberg FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg I — Nidda I 3:2 (2:2). FL. Teutonia II — Nidda II 2:0 (1:0). FL. Teutonia Jugend — Nidda Jugend 0:0. Die Gäste aus Nidda lieferten den Teutonen in drei Spielen spannende Kämpfe. Die beiden Jugendmannschaften trennten sich nach ausgeglichenem Kampfe mit dem Ergebnis 0:0. 3m Kampf der zweiten Mannschaften waren die Einheimischen leicht überlegen und siegten ver- dicmt 2:0. Die Sieger zeigten wesentlich bessere Leistungen als in den letzten Spielen. Die 1. Mannschaft der Teutonen zeigte nicht ganz ihre bisherige Form. Die Gäste überraschten durch große Schnelligkeit und Wucht, brachten die einheimische Hintermannschaft oft in Bedrängnis; nach viertelstündiger Spielzeit lautete das Resultat 0:2. Dem Gastgeber gelang es erst in den letzten fünf Minuten vor der Pause den Ausgleich zu erzielen. 3n der zweiten Hälfte hatten die Teutonen einen schweren Stand. 3n der Mitte der zweiten Halbzeit erzielte Steinberg durch verwandelten Hanöelfmeter den Füh- rungs- und Siegestreffer. Der Sieg war diesmal vom Glück begünstigt. Ein Unentschieden hätte den Leistungen besser entsprochen. Sportabieilung des Turnverein Wieseck. Nieder-Weisel 1 — Wieseck I 1:3 (1:2). VfB- Gießen lA-3ugcnb — Wieseck 18-Jugend 1:3 (0:0). Am Sonntag trug die 1. Mannschaft des TV. Wieseck in Nieder-Weisel gegen die 1. Mannschaft das fällige Verbandsspiel aus. Die Elf lieferte wieder ein gutes Spiel und konnte ihre Siegesserie fortsetzen. Beide Mannschaften boten einen schnellen Kampf, den Wieseck verdient gewann. In der 12. Minute erzielten die Gäste das Führungstor, kurz darauf das 2. Tor. Noch vor der Pause konnte der Gastgeber durch Strafstoß ein Tor aufholen. Nach der Pause war Wieseck leicht überlegen und konnte kurz vor Schluß noch ein drittes Tor schießen. Schiri Zitz er, Gießen, war ein guter Leiter. Die 1. Jugend, die die Gruppen-Meisterschast in der 6-Klasse errungen hat, trat gegen die spielstarke 1. Jugend des VfB. Gießen auf Dem dortigen Platze zu einem Freundschaftsspiel an. Das Spiel endete mit einer Ueberraschung, da die kleinen Wiesecker die körperlich starken Platzbesitzer mit 3:1 Toren schlagen konnten. Wiesecks Tormann war der beste Mann auf dem Felde. VfB. war anfangs überlegen; dann kam der Umschwung. Der Wiesecker Mannschaft gebührt besondere Anerkennung. Handball der Sp.-Vg. 1900. To. Allendorf (Lahn) — 1900 I 2:13 (2:6). Wenn man auch damit gerechnet hatte, daß die 1000er mit einem klaren Sieg von Allendorf zurück- kommen würden, so hatte man ihn in dieser Höhe doch nicht erwartet. Die Mannschaft zeigte sich wieder in bestem Licht. Alle Stürmer konnten Tore erzielen. Läuferreihe und Schlußdreieck zeigten sich jeder Situation gewachsen. Der Gastgeber war zwar sehr eifrig, jedoch technisch und taktisch den Spielvereinigungsleuten nicht gewachsen. Das Spiel der zweiten Mannschaft gegen T.-V. Wieseck wurde von letztgenanntem Verein in letzter Stunde abgesagt. Leichtathletik im Männer-Turnverein Gießen. 2luch in diesem 3ahre fanden die traditionellen volkstümlichen Wettkämpfe der Tgm. Frankfurt- Rödelheim unter lebhafter Beteiligung vieler Vereine des Mittelrheinkreises statt. Die Leistungen wurden durch starken Regen, Gegenwind und aufgeweichte Bahnverhältnisse sehr beeinträchtigt. 3n der Turnerunterstufe konnte H. Holzapfel im 1000-Meter-Lauf einen sicheren 3. Platz erringen, im LOOO-Meter-Lauf der Oberstufe wurde er, nach schönem Lauf, in dem er bis kurz vor dem Ziel geführt hatte, durch den besseren Endspurt des Wormser Turners Gast auf den 2. Platz verwiesen. K. H e h b a ch konnte im 3O)0-Meter-Lauf der Unterstufe nach taktisch gutem Lauf einen glatten 3. Sieg erringen. W. Wagner hatte beim Kugelstoßen infolge des Regens Pech, und wurde im Dreikampf Unterstufe nur 5. Sieger; im 200-Meter-Lauf der gleichen Stufe mußte er durch ein Fehlurteil des Kampfgerichtes ausscheiden. Der Wehrsportmehrkampf wurde wegen zu schwacher Beteiligung abgesagt. Dadurch war E. Sehb gezwungen, nur an der 3X1000-Meter-Stasfel teilzunehmen, wobei er eine halbe Runde vor der Uebergabe wegen starker Muskelzerrung aufgeben mußte. Bei den aktiven Turnerinnen konnte sich E. R ö h m i g im Dreikampf der Oberstufe gut plazieren, im Weitsprung und Kugelstoßen landete sie jeweils an 4. Stelle, außer Konkurrenz erzielte sie die beste Leistung im Hochsprung. E. B i ck e l h a u p t, die wegen einer Knieverletzung nur am Kugelstoßen teilnahm, wurde mit 1 Zentimeter Unterschied auf den 3. Platz verwiesen. Den einzigen 1. Sieg errang die Jugendturnerin E. Schmidt im Schlagballwerfen der Jugendstuse mit 10 Meter Vorsprung. Die siegreichen Rom-Reiter in Berlin. Berlin, 9. Mai. (CNB.) Auf dem Tempelhofer Flughafen trafen heute im Flugzeug aus Rom Rittmeister von Salviati, Oberleutnant Brandt, Oberleutnant von Nagel, Oberleutnant Sahla em, die kürzlich die Coppa Mussolini zum drittenmal gewonnen und damit den Pokal endgültig in deutschen Besitz gebracht hatten. Da die Maschine vorzeitig eingetroffen war, war zur Begrüßung zunächst nur General Brandt erschienen. Rittmeister von Salviati schilderte den Verlauf des Turniers. Von allen vier Offizieren wurde besonders die herzliche Aufnahme in Italien unterstrichen, wo man allgemein die glänzende Form der deutschen Pferde anerkannt habe. Michssporikommissarv.Tschammer-Osten über seine Aufgaben und Ziele. Der Reichssportkommissar im Reichsinnenministerium, SÄ.-Gruppenführer Hans v. Tscham - mer-Osten, Berlin, sprach über alle deutschen Sender über das Thema „Der Reichs- sportkommissar, seine Aufgaben und Ziele". Er führte dabei u. a. aus: Ich erkenne mit besonderer Genugtuung an, daß aus jahrzehntelanger Tradition der Großteil deutscher Turn- und Sportverbände bei der Reuordnung der Dinge den aufrichtigen Wunsch hegt, sein Eigenleben zu behalten. Das bedeutet für mich nicht, Vereinsmeierei zu unterstützen, sondern die individuelle Lagerung der großen Verbände wie auch aller kleinen Vereinigungen bei der Reuordnung zu berücksichtigen. Sport und Turnen ist, vom nationalsozialistischen Standpunkt aus gesehen, keine Konkurrenz- oder Rekordangelegen- h e i t, sondern höchster Dienst am deutschen Vaterland. Die Reuorganisation unseres Turn- und Sportlebens wird nach unserer deutschen Eigenart erfolgen. Keine Organisation darf außerhalb stehen, und ich betone, daß es die höchste Pflicht ist, wurzellos gewordenen Organisationen der Rachnovemberparteien neue Ziele und neues Ethos zu geben. Grundsätzlich lehne ich jedoch die korporative Aufnahme von Vereinen ab. Ein ausschlaggebender Faktor bei der Reuentwicklung des deutschen Sportlebens wird dessen völkische Grundlage sein. Unter diesem Gesichtspunkt verdient die Mitgliedschaft von Richtariern bei Sport- und Turnorganisationen eine gründliche Prüfung. Ich denke nicht daran, in taktloser Art allen denen den Stuhl vor dis Türe zu sehen, die durch fahre- und zahrzehnte- lange Mitarbeit für die Leibesübungen der deutschen Jugend Sinn und Verständnis bewiesen haben. Grundsätzlich bestimmt den deutschen Sport der arische Mensch und nicht der Jude. Ein ungemein wertvoller Sendbote kann der Sport auch auf internationalem Gebiet sein, wenn er dazu berufen ist, neben dem rein sportlichen Charakter die Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen mit den sporttreibenden Rationen zu ermöglichen. Hierbei wird es für mich eine Selbstverständlichkeit sein, bei Auswahl der Mannschaften bestes und hervorragendstes Material zu stellen, das in jeder Beziehung in der Lage ist, draußen Repräsentant des neuen Deutschtums z« sein. Ich darf noch erwähnen, daß ich bemüht bleiben werde, die Vorbereitungen für die Olympiade weitestgehend zu fördern und für 1936 eine Veranstaltung zu sichern, die der großen Idee des antiken Olympia würdig ist! Die in allernächster Zeit erscheinenden Richtlinien bezüglich des organisatorischen Aufbaues und der Einsetzung von meinen Beauftragten im Reich werden auch im Land und in den Großstädten beruhigend wirken. Ganz besonders brauche ich die deutsche S p o r t p r e s s e, mit der ich schon jetzt engste Fühlung habe. Ich bitte um Vertrauen. Ich werde dieses Vertrauen wiedergeben mit offenem Herzen, guten Willen und mit der mir von meiner Väter Blut eingeimpften Tatkraft soldatischer Pflichttreue unter nationalsozialistischer Zielstrebigkeit. Wirtschaft. Zunehmende Entlastung der Arbeitsmarktlage in Hessen. In der zweiten Aprilhälfte hat sich die Ent- la ft ungdes Arbeitsmarktes im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen wieder in verstärktem Maße durchgesetzt. Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden nahm von Mitte bis Ende April um 8975 oder 2,8 v. H. des Standes von Mitte April ab. Von der Gesamtabnahme entfielen 8042 auf Männer und 933 auf Frauen. In sämtlichen Arbeitsamtsbezirken mit Ausnahme in Offenbach, ging die Zahl der Arbeitsuchenden zurück. Die Abnahme war in den vorwiegend landwirtschaftlichen Bezirken verhältnismäßig am stärksten. Ende April wurden insgesamt 312 928 verfügbare Arbeitsuchende gezählt, davon waren 262 954 Männer und 49 974 Frauen. Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden liegt somit um rund 16000 niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres (328 902). Die Zahl der Arbeitslosen betrug Ende April 300 177, hat also gegen Mitte April um 9945 abgenommen. Die Entlastung des Arbeitsmarktes ist vorwiegend auf den Rückgang der Arbeitsuchenden in den Saisonaußenberufen zurückzuführen. In der Gruppe Landwirtschaft ging die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden um 274, in der Industrie der Steine und Erden um 641, im Baugewerbe um 2577, im Verkehrsgewerbe um 550, in der Gruppe der ungelernten Arbeiter um 1326 zurück. Die Entlastung ist in der Hauptsache auf die nunmehr in Gang kommenden Arbeiten des Sofortprogramms der Reichsregierung zurückzuführen. Die Bestandszahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ging von Mitte bis Ende April um 2544, in der Krisenfürsvrge um 1197, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen um 3741 zurück. Es wurden Ende April in der Arbeitslosenversicherung 25 192, in der Krisenfürsvrge 70 320, zusammen 95 512 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Die Zahl der Notstandsarbeiter in den Bezirken der Arbeitsämter betrug nach dem Stand von Ende März 6344 gegenüber 3337 Ende Februar. Die entsprechenden Zahlen für Ende April liegen noch nicht vor, sie werden sich jedoch weiterhin nicht unwesentlich erhöht haben. Es wurden Ende April nach der vorläufigen Zählung der Arbeitsämter 113 294 männliche, 13 398 weibliche, zusammen 126 692 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose, gegenüber insgesamt 134 608 Ende März gezählt. Mehrbeschästigung im heimischen Erzbergbau. Nach einer Mitteilung des Reichskommissars für den Erzbergbau an Sieg, Lahn, Dill und in Ober- Hessen ist nach langwierigen Verhandlungen im Reichswirtschaftsministerium unter großem Widerstand der rheinisch-westfälischen Hüttenwerke von diesen die Verpflichtung übernommen worden, eine erhebliche Mehrabnahme von Eisenstein aus den Bergbaugebieten an Sieg, Lahn, Dill und in Ober« Hessen zu garantieren. Hierdurch wird die Mehrein- ftedung von etwa 2000 Bergleuten im Siegerland und von etwa 1000 Bergleuten an Lahn, Dill und in Oberhessen ermöglicht. * * Auslandsaufträge für Siemens- Sch u ck e r t. Die Siemens-Schuckert-Werke AG. haben den Eingang verschiedener bemerkenswerter Aufträge aus dem europäischen Ausland zu verzeichnen. Don der Societe de Transport d’Ener- gie du Centre (Frankreich) erhielten sie jetzt für ein neues Umspannwerk einen Auftrag auf Expansionsschalter für die höchste bisher zur Anwendung gekommene Uebertragsspannung von 220 000 Volt einschließlich der Drucklufterzeugungsanlage sowie auf alle übrigen 220 000-Volt- Apparate. Für das zugehörige Wasserkraftwerk wurden die sehr umfangreiche Schaltwarte sowie eine große Anzahl Expansionsschatter für die Eigenbedarfsanlage bestellt. Eine neue Schaltstation für die Stadt Leicester (England) wird mit Expansionsschaltern mit angebautem Druckluftantrieb ausgeführt. Auch aus Rorwegen liegen Aufträge auf Schaltanlagen mit Expansionsschaltern vor. Frankfurter Abendbörse weiter erholt. Frankfurt a. M., 9. Mai. Unabhängig von den erneut schwachen Auslandbörsen setzte sich die im Mittagsverkehr begonnene Erholung auch an der Abendbörse fort, wenngleich gegenüber den Berliner Schlußnotierungen keine größeren Veränderungen nach oben eintraten. Die Stimmung war aber weiterhin sichtlich beruhigt. Von der Kundschaft lagen in mäßigem Umfange Kauforders vor, auch die Kulisse bekundete weiterhin etwas Deckungsneigung. Reben JG.-Farben fanden besonders einige Montanaktien Beachtung, aber auch Elektro- und Schiffahrtswerte erfreuten sich guter Rachfrage. Das Geschäft war allerdings nicht groß. Der Rentenmarkt blieb dagegen vernachlässigt und war nur kaum behauptet. Eine Ausnahme machten Stahlverein-Bonds, die mit 67,38 Proz. gesucht waren. Von fremden Werten blieben Schweizerische Bundesbahn-Obligationen angeboten. Reubesitzanleihe 12,95, Altbesihanleihe 74,88. Schutzgebietsanleihe 7,85, 6proz. Stahlver- ein-Donds 67,38, Reichsbank 129, Gelsenkirchen 67, Harpener 103, Klöcknerwerke 65,50 bis 65,38, Mannesmann 76,75 bis 77, Phönix 42,50, Rheinstahl 91,25, AEG. 29,25, Chade 163, Contigummi 154,50, Dt. Erdöl 116,50 bis 117,50, Scheideanstalt 170,50, JG.-Farben 129 bis 129,50 bis 129,75, Holzmann 60, Siemens 160, Reichsbahn-VA. 98. Hapag 18,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v $).. Lombardzinsfuß 5 v H. Franktu i a. JJI. Frankfurt a.M. Berlin Gchlußk. Abend» börfc Gchlußk. Mittag- börse Eckluß- kurS Schlußkurs Schluß- kurS Gchlußk. Abend« börse Schluß- Gchlußk. Mittag- börlc Oatum 8.5. 9.5. 8.5. 9.5. Datum 8.5. 9.5. 8.5. 9-5. fi°n Scutidjc ;Heidi?nni?it)e o. ihzi C% chcm.7% Tl.Reichsanl. v. 192!» 6'z%7)oung.9lnleil)e hon 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöj.-Schuld mi Auslos.-Rechten ............ Tesgl. ohne Anslos.-Reckte...... 6% eliem. 8% Hess. Bolkestaat 192! krückzahlb. 102%) ............ Lberhessen Provinz-Anleihe mi Auslos.-Rechten ............ 6% Heft. Laude-bank Darmstadt <«olb R. 12......... 5%% Heft. Landes Hypotheken» baut Darmstadt Liqui...... Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Eeriel mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Ban' Oiolbtife. 16 unkündbar bis 1936 6'/i% ehem. 4'/j% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese ..... 6*/i% ehem. 4Yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Lanbespscmb briesansialt, Pfandbriefe R. 16 6% ehem. 7% Pr. LanbeSpsanb briesanstali. Psandbrtese 81. 1( Verrechnungskurs ............ 4% Oesterreichlschc Goldrente... 4,20% Lestcrreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische SkaatSrente v. 1910 4*z% besgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... 84 94,5 78,25 75,5 12,9 81,5 69,5 85,5 87,5 69,5 86,25 86 86,75 87,5 86,5 85 - 6,25 6,15 84 94 78,25 74,9 12,95 81,75 69 84,5 87 69,25 85,75 85,65 86 86 85,5 85,13 = 8 6,4 6,4 84 94,6 78 75,7 12,85 81,5 85 70 86,25 36,5 14,75 1,2 T 8 6,45 6,35 84 94,4 78,5 75,13 12,85 81,75 85 69 86 86 14,5 1,15 - 8,13 6,4 6,4 4% desgl. Serie II ............ 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4>/2%Rumän.vereinh.Ren«ev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket ..... c Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Tampfsckifs...........o Norddeutscher Lloyd .........o 9L(M. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... o Deutsche Bant und DiSconto- Gesellschaft................c Dresdner Bank..............o Reichsbank ................. j A.E.G....................... Eiektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft .............f Felten L Guilleaume ........o Gesellschaft für Elektrische Unter» nehmungen............... Rheinische Elektrizität^.....& Schocken L Co ‘x . o Ekerens «Halle ... . f.. /T SahLeYerLCo.............;lt. Buderus .. ..... , Deutsche Erdöl ........Ä,.. Gelsenkirchener..............o Harpener.................. o Hoesck Eisen—Aöln-Neueslen.. 0 Ilse Bergbau .......... .. 7 Ilie Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ............... 0 ManneSmann-Röhren.. ..,^W 6.15 3,5 10 4,9 18,25 19,4 50 51,75 67 61,25 129,75 27,5 98 110 68,5 98,5 95,25 vvW . 99 - , 118,5 64 74,5 6,35 10,25 4,75 29,13 18,5 19,25 51,25 98 51,75 67 61,25 129 29,25 97 112 68,5 99-, 9 95,5 kW . w '-iw, 5 67 > 103 117 65,4 77 5,65 10,25 4,8 29 18,4 33 32,5 19,4 50,4 99 52,25 67 61,25 130 27,25 97,5 110,5 68,5 99,5 95 an,65 W 158 122,5 7ff 114,65 65,25 99,5 77,4 170 117 64,5 75 6,4 10,25 4,75 29,4 18,13 35 31 19 52,75 98,5 52,25 67 61,25 128,75 29,13 97,75 112,5 68,5 99,9 96 112,4 158,5 122 76 116,5 66,75 102,4 76,75 169 118,75 65 76,4 Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Echluß- kurS Gchlußk. Abend- börs« Schluß- kurS Gchlußk. Mittagbörse Helsingfors. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland ... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neunork.... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Jan. Jugoftawicn Lissabon... 8. Mai 9.Mal Oatum Manskelder Bergbau.........0 Kokswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Rheinstabl ............o Bereinigte Stahlwerke........(, Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......P I G. Farben-Jndustrie....... '< Scheideanstalt...............10 Goldschmidt ................o Rütgerswerke ............... 0 Metallgesellschaft.............। Phtiivv Holzmann...........o Zementwerk Heidelberg ......4 Cemenrwerk Karlstadt.........0 Schultheis Patzcnhoser........o Aku (Allgemeine trimstseide) ... 0 Bemberg...................o Zellstoff Waldhof............0 Zellstoff Aschaffenburg .......o Dessauer GaS ............... ? Daimler Motoren............o Deutsche Linoleum ..........o Orenstein & Koppel ..........0 Leonhard Tietz .............. e Chade......................12 Arihner....... <, Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker .........x 8.5. 30,5 41,13 205 89,5 40,25 19 143 143 128,25 168,5 50,9 58,5 37 58,75 »2 — 34,5 45,25 55,25 24 32,25 47 - 24,5 165 28,75 70,5 169 9.5. 30 42,5 208,5 91,25 41,9 18,75 142,25 206,5 129,25 170,5 51,5 58 60 80,25 34 45,75 55 23,75 32,25 49,5 24,5 163 29 1 70 169 8.5. 30,65 88,5 41,25 205 90,4 40,5 19,25 143,25 143 206,75 128,65 51,9 58,5 124,25 34.9 46.75 55 25 115,75 32,4 47,5 51 24,4 165,5 29 169,4 9.5. 30,25 89,5 42,4 206 91,25 42,13 18,75 141,5 141,5 206,75 129 51,75 57,75 37 60 126 35,25 46,25 54,75 25 115,5 32 49,25 51 24,75 163,5 29 170 Geld 6,244 45,45 12,64 3,047 168,78 72,03 63,04 73,18 14,145 0,853 3,546 58,49 21,98 16,52 81,02 36,01 82,32 0,869 0,239 5,195 12,89 2 »rie» 6,256 45,55 12,66 3,053 169,12 72,17 63,16 73,32 14,185 0,857 3,554 58,61 22,02 16,56 81,18 36,09 82,48 0,871 0,241 5,205 12,91 Zanknoten Geld 6,264 45,45 12,64 3,047 168,78 72,33 63,29 73,53 14,195 0,853 3,636 58,39 22,07 16,48 80,87 35.96 82,12 0,869 0,239 5,195 12,94 i ffrir 6,276 45,55 12,66 3,053 169,12 72,47 63,41 73,67 14,235 0,857 3,644 58,51 22,11 16,52 81,03 36,04 82,28 0 871 0,241 5,205 12,96 Serlin, g. Mai Geld Brief Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 3,59 58,23 62,92 14,15 16,44 168,41 21,96 72,16 2,46 73,35 80,69 35,83 3,61 58,47 63,18 14,21 16,50 169,09 22,04 72,44 2,48 73,65 81,01 35,97