Nr. 108 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 10. Mai 1953 Lrschetnl tögltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats-Beiugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüfse nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: granffurt am Main 1168Y. GiehcnerAnMger General-Anzeiger für Vberhessen vnilk und Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Vllch- und ZleindruSerei H. Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschästrstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20'. mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Bietzen. Landnöten. Als im Jahre 1806 das nachsriderizianische Preußen unter den Schlägen Rapoleons zusammenbrach, war die deutsche Studentenschast „unpolitisch". Hnd als wenige Jahre nach der Schlacht bei Jena ein neues Preußen sich im Geiste der damals neuen „Vaterlandsliebe" erhob, da wurden die Studenten die Träger und Vorkämpfer dieser politischen Erhebung gegen den .Frieden" von Tilsit. Ohne nun im einzelnen hier einen Vergleich mit den Zeiten der Freiheitskriege ziehen zu wollen, muß man sich doch in diesem Zusammenhänge erinnern, daß auch die deutschen Studenten von 1914 im wesentlichen „unpolitisch" waren und daß der Vertrag von Versailles eine Politisierung der Jugend und insbesondere der akademischen Jugend erzeugte, die heute zu einem Aufbruch geführt hat, der wesentliche Züge mit dem von 1813 gemein hat. Die deutsche Universität ist nicht nur eine Stätte freier Forschung, sondern sie ist auch eine Stätte der nationalen Erziehung. Man kann Geistesleben niemals erzwingen. Es kommt mit der unwiderstehlichen Macht der Geschichte. In dem Deutschland von heute aber spürt jeder ein innerliches Drängen, eine tief im Volke wurzelnde Sehnsucht nach innerer Erhebung zu neuen Idealen: — die deutschen Universitäten können sich diesem Drängen nicht nur nicht entziehen und sich auf die kühle Zone der reinen Wissenschaft zurückziehen, nein: sie müssen aus dem drängenden Wollen und leidenschaftlichen Sehnen das geistige Fazit ziehen, die Ziele und Ideen weisen, nach denen die Nation ihre Haltung zu bestimmen hat. Heute ist unsere Haltung wieder einmal von jener inneren Ganzheit bestimmt, die einst zur Zeit der Freiheitskriege das deutsche Geistesleben erblühen ließ. Diese Ganzheit muß auch im akademischen Leben schöpferisch in Erscheinung treten. Deshalb ist bei aller Freiheit der Forschung das Erziehungsziel der Hochschule einheitlich zu bestimmen. Es kann nur in der Befreiung der Nation liegen. Weil dies so ist, konnte selbstverständlich auch die sogenannte D i cht e r a t a b e m i e , die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Wissenschaften, nicht unberührt bleiben. Sie war in den letzten Jahren der Sammelplatz jener literarischen Elemente, die dem Geiste der nationalen Erneuerung entgegenarbeiteten. Wenn jetzt deutsche Dichter wie Paul Ernst, Hans Grimm, Wilhelm Schäfer, Friedrich Griese, Emil Strauß, Hanns Iahst, Sol- benheyer, Earossa Blunck usw. in die Akademie berufen wurden, so ist das der Ausdruck einer geistigen Erneuerung, ja noch mehr: es ist der Ausgangs- vunkt für ein ganz neues und weithin wirkendes Bild der deutschen Nation, das sich nun nach den Werken dieser Dichter in der Welt gestalten kann. Denn darauf kommt es jetzt mindestens so sehr an wie auf die Beschaffung von Arbeit und Brot, daß nämlich in den Deutschen und in der Welt draußen ein Bild der Deutschheit gestaltet werde, das dem Leben des Einzelnen wieder Sinn und Würde gibt. Denn wir leben nur um der Gemeinschaft unseres Volkes willen — dieser Grundsatz ist jetzt endlich, nachdem ihn Millionen Tote im Kriege mit ihrem Blute besiegelten, zum obersten und selbstverständlichen Gesetz der Nation geworden. Ihn zielbewußt ins Leben umzusetzen, dazu kann und muß uns das deutsche akademische Leben zu allererst helfen. Die Anstrengungen der deutschen Volksseele, das deutsche Leben neu zu gestalten, fetzen dort ein, wo stets eine neue nationale Bewegung und eine vertiefte Geisteshaltung des Deutschtums begann: bei der Erziehung des Heranwachsenden Geschlechtes. Wie deutsche Meisterwerke der Dichtung Erziehungsromane sind, vom Parsisal Wolfram v. Eschenbachs über Grimmelshausens Simplizissimus, Goethes Wilhelm Meister, Raabes Hungerpastor und Gottfried Kellers Grünen Heinrich, lief die Vildungs- arbeit der deutschen Kulturmenschheit daraus hinaus, den Cinzelmenschen in seinem Werden an der deutschen Hmtoelt zu orientieren, ihn zum Lernmenschen und von da aus zu der Entwicklung faustischen Tatgefühls in Reife und Abgeklärtheit zu bringen. Erziehung zur deutschen Bildung ist C n t w i ck l u n g der Persönlichkeit. Deutscher Individualismus ist gleichbedeutend mit dem Vertrautsein des Vlutes und der deutschen Geistesströmungen neuer und alter Zeit, wovon sich wesentlich der großstädtlsche Individualismus scheidet, der ein Zivcllsattons- produkt ist und zum neuen Geist des Volkes keine Verbindung hat und haben tamv Daß die Kultusminister der Länder sich letzt mit der Bildung des neuen Menschen be.chaftigten und der Reichsinnenministcr Dr. <5 r i d über öie Erziehung des neuen Deutschen sprach, liegt allo im Hrgesühl germanischer Veranlagung und M eine wesentliche Ergänzung des politischen Geschehens. Das eigentliche Dildungsziel geht natürlich vom Boden, vom deutschen Raum, aus den Schächten deutschen Blutes und deutscher Oei» stesveranlagung aus, will Erziehung zum Gemeinschaftsgefühl, aber muß ganz selbstverständlich die Dildungswerte ubstim- men auf die individuellen Fähigkeiten Des lernenden. Denn nirgendwo rächt sich die Anwendung von Rormen für das gesamte Kulturle^n bitterer als in der Erziehung des Einzelnen. Wie sehr auch die kulturelle, religiöse, soziale Strömung bestimmt und national ausgeformt sein muß, so wird doch jede neue geistige Bewegung getragen aus den Kräften, die aus den tiefsten Tiefen der Seele herauswachsen und die in ihrer Vielgestaltigkeit erst ein Kulturganzes bilden. Die Erziehung zur Nation war immer bas Enbergebnis bes Traumes, den die Besten vom bcutfchen Menschen hatten, die Formung ber Per- Anordnungen für die preußische Verwaltung. Keine Eingriffe in die Wirtschaft. Ein Erlaß Ministerpräsident Görings. Berlin. 9. Mai. (WTD.) Amtlich. Der preußische Ministerpräsident Göring läßt mit- teilen, daß in letzter Zeit mehrfach von Kampf- Bünden, besonders vom Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes, in nicht rechtmäßiger Weife in Betriebe eingegriffen worden ist. — In Zukunft werden derartige Eingriffe nicht geduldet, Zuwiderhandlungen bestraft. Das» preußische Etaatsministerium ersucht die Leiter des Kampfbundes, fchärfstens darauf zu achten, daß in dem sogenannten Kampfbund nicht erneut Organisationen verkappt auf* tauchen können, die bisher von der national- sozialistischen Bewegung schärfstens bekämpft wurden. Sie haben zeht lediglich die Aufgabe, innerhalb der Verbände und Vereinigungen dafür zu sorgen, daß die bislang in den Vordergrund gestellte Interessenvertretung zurückgedrängt und durch eine allgemeine Staatsauf- faffung erseht wird. Die Kampfbünde dürfen nicht dazu führen, daß in ihnen erneut Interessenvertretungen entstehen, wie sie seinerzeit z. B. in der Wirtschaftspartei von den Rationalsozialisten radikal bekämpft wurden. Richt das Interesse eines einzelnen Gewerbes oder Berufes, sondern das allgemeine Interesse des Volkes und Vaterlandes steht im Vordergrund. Kommissare z. b. D. Berlin, 9. Mai. (END) Amtlich. Minister- Präsident Göring hat in einem Erlaß über die Einsetzung von Kommissaren z. b. V. u. a. ungeordnet, daß in Zukunft sich die Bestellung von Kommissaren auf gewisse besonders wichtige Sonderfälle und -aufgaben beschränken wird, deren Auswahl grundsätzlich den ober st en Landesbehörden allein vorbehalten bleiben muß. Alle Kommissare, die hiernach in Zukunft nicht mehr zulässig sind, haben ihre Tätigkeit sofort einzustellen. Die Tätigkeit von Kommissaren, die durch die Kommunalaufsichtsbehör- d e n für beurlaubte Beamte in Gemeinden und (9c- incindeoerbänden oder sonst zur Aufrechterhaltung des geordneten Ganges der Verwaltung eingesetzt worden sind, bleibt durch diese Anordnung unberührt. Beschränkungen der persönlichen Freiheit, insbesondere die Verhängung von Polizeihaft, dürfen nur durch d i e zuständigen Kreispoli- zeibehörden verfügt werden. Ebenso sind Untersuchungen bei Verdacht strafbarer Handlungen lediglich den hierfür zuständigen Strafverfolgungsbehörden Vorbehalten. Personen, die die Bezeichnung eines Kommissars unbefugt führen oder gar unbefugt Handlungen vornehmen, setzen sich der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung aus. Oie preußische Schutzpolizei. Berlin, 9. Mai. (ERD.) Ministerpräsident Göring hat in einem Erlaß zur politischen Betätigung in der Schutzpolizei u a. das Tragen von politischen Abzeichen und Armbinden, auch Hakenkreuzarmbinden, zur Uniform verboten. Die Teilnahme von Polizeibeamten in Uniform an Umzügen nationaler Verbände unterliegt in jedem Falle der Genehmigung des Kommandeurs der Schutzpolizei. Eine eventuelle Betätigung ist lediglich in geschloffenen Formationen zulässig. Die vorhandenen nationalsozialistischen Fachschaften bleiben bestehen: irgendeine Einwirkung auf dienstliche Angelegenheiten ist jedoch verboten. Organisationen anderer nationaler Verbände sind sofort aufzu- lösen. Rachdem die S A. und SS. zu öffentlich anerkannten Organisationen mit eigenen Dienststrafbestimmungen erhoben worden sind, ist die Mitgliedschaft zu diesen Organisationen für die Angehörigen der Schutzpolizei, die selbst einen Grundpfeiler der bewaffneten Macht des Staates bildet, unmog- l i ch geworden. Soweit deshalb Angehörige der Schutzpolizei den genannten Verbänden als Mitglieder angeboren, haben sie sofort auSzutreten. Das gleiche gilt für die Mitgliedschaft beim Stahlhelm. In dem Erlaß heißt es n a. weiter: Ich werde zunächst der Schutzpolizei als Zeichen des Sieges der nationalen Revolution das weiße Hakenkreuz am Stahlhelm und ferner für die geschlossene Polizeitruppe alsEhren-und Feldzeichen amtliche Fahnen mit dem Siegeszeichen der nationalen Erhebung verleihen. Berlin, 9. Mai. (TU.) In den Tennishallen in Berlin fand eine vorn Aktionsausschuß zum Schuhe der deutschen Arbeit veranstaltete Massenkundgebung der Berliner Angestellten statt. Der Führer der Angestelltengewerkschaften, Forster, bezeichnete es als die unabweisbare Aufgabe, aus der Partei den Staat zu machen und den Geist des Rationalsozialismus auf alle Volksgenossen zu übertragen. Wenn der Staat national-sozialistisch geführt wird, so muß auch der letzte Verband eine nationalsozialistische Führung haben. Wir werden die erworbenen Rechte nicht verloren gehen lassen und dafür sorgen, daß die Mitglieder dieser Gewerk- schasten und Verbände zu gleichberechtigten Mitgliedern im Rahmen der Volksgemeinschaft werden. Es gilt, eine unzertrennliche Gemeinschaft der A n g e st e 111 e n zu schaffen, die allein die Möglichkeit einer Erziehung der Angestellten zum Rationalismus und Sozialismus bietet. Wir find uns der organisierten Entwicklung des Berufs- ständischen Wesens in Deutschland Bewußt und denken nicht daran, sie zu zerschlagen. Wir werden im Rahmen der großen nationalsozialistischen Angestelltenorganisation Unterorganisationen schaffen für die Angestellten der einzelnen Zweige, Kaufleute, Techniker, Werkmeister, Frauen usw. Damit werden die Voraussetzungen für das kommende Ständeparlament geschaffen fein. Der Leiter des Aktionsausschusses Dr. Ley erklärte: Das Gute an den Gewerkschaften soll und wird erhalten BleiBen. Ich hoffe, daß schon in diesem Jahr ein Dau der ArBeiter- und An« geftclltenoerbänöe erstehen wird, der getragen ist von stolzer deutscher Kraft und der den Blick nicht einer Internationale, sondern nach innen richtet. Wenn Du. schaffender deutscher Mensch, auf Deine Leistung Blickst, und Dir des Wertes Deiner Ar- Beit im Dienste der Volksgemeinschaft Bewußt Bist, so wird der QIugenBlid da fein, den wir alle er- sehnen: E i n neues Geschlecht des ar* Beitenden, des schaffenden Deutschtums. So wollen wir auch den ArBeiter, der heute noch verärgert beiseite steht, nicht zurück- stoßen, wenn er in ehrlichem Willen zu uns kommt. Wir wollen ihn prüfen und ihm helfen, daß er den Weg nach Deutschland, in die Heimat zurückfinde. Oie Prüfung bei den Freien Gewerkschaften. Berlin, 9. Mai. (ERD.) Wie die RSBO- Pressestelle mitteilt, berichtet der Beauftragte des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit für den Z d A., daß Mitte März d. I. sämtliche Kassenbelege der Hauptkasse des ZdA. bis zum 30. September 1932 einschließlich auf Anordnung des Verbandsvorsitzenden Hrban verbrannt worden sind. Heber die Gründe dieser Maßnahme braucht man sich wohl keinem Zweifel hinzu- An die Stelle der Beamtenavsschüsse treten in Zukunft bei der Schutzpolizei Vertrauensmänner als die nach Art. 130 Abf. 3 bei Reichsverfafsung vorgesehenen Deamtenvertretun- gen. Die nationalsozialistischen Fachschaften Haden die Aufgabe, durch kameradschaftliche Anleitung und Aufklärung in ihrer Formation Verständnis für die nationalsozialistische Idee und Vertrauen zu ihren Zielen zu wecken und zu festigen. Wünsche und Beschwerden persönlicher und sachlicher Art sind in Zukunft lediglich bei denzuständigen Dien st vorgesetzten oder dem amtlichen Vertrauensmann der betresfenden Formation, nicht aber bei Parteidienststellen vorzubringen. geben. Besonders für die Gewerkschaftsmitglieder außerordentlich aufschlußreich ist eine Gehalts- liste des Gesamtverbandes der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe, der wir folgende Gehälter entnehmen: Vorsitzende 705 bzw. 655 Mark, Jugendsekretär 505 Mark, Stenotypistinnen 277,50 Mark, Vüro- hilssarbeiterin und Lohnbuchhalterin 370 Mark, Bürogehilfin 259 Mark, Bürohilfsarbeiter 415 Mark, Kassenbote 370 Mark, Hausverwalter 625 Mark, Hilfsarbeiter und Monteur der Hausverwaltung 400 Mark, Heizer 310 Mark, Heizer und Portier 370 Mark, Fahrstuhlführer und Haus- schlosser 415 Mark, Packer in der Buchhandlung 370 Mark, Packer in der Expedition 310 biS 415 Mark, Adressenfchreiberinnen 217 BiS 259 Mark. Wir weifen es weit von uns, durch Veröffentlichung dieser Monatsgehälter irgendwie an Reidinstinkte appellieren zu wollen; es kommt uns lediglich darauf an, aufzuzeigen, daß zwischen den Cinkommensverhältnifsen derjenigen. Die dieVeiträge aufbringen, und denen, die sie verzehren, ein riesengroßer Hnter- schied besteht. Kein Gewerkschaftsmitglied wird sich finden, das diese Gehälter in Anbetracht der heutigen Rotzeit verteidigt. Erst die deutsche Revolution wird hier Wandel schaffen: Verminderung des Personals, den Lebensbedingun- gen angemessene Gehälter und Hauptziel: Senkung der Beiträge, Erhöhung der L e i st u n g e n. Beschlagnahme des gesamten SpO.-VermögenS. Berlin, 10. Mal. (IDIB. Funkspruch.) Der (Beneralflaalsanroalt I Berlin hat die Beschlagnahme des vermögens der gesamten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und ihrer Zeitungen sowie des gesamten Reichsbanners angeordnet. Den Grund zu der Beschlagnahme bilden die zahlreichen Fälle von Untreue, die durch die Uebernahme der Gewerkschaften und der Arbeiterbanken durch die 715BO. aufgedeckt wurden. Reichskirche und Oeutsche Christen. Eine Unterredung mit Wehrkreispfarrer Müller. TU. Berlin, 9. Mai. Die „Tägliche Rundschau* veröffentlicht eine Unterredung mit dem Bevollmächtigten des Reichskanzlers für die evangelische Kirche, Wehrkreispfarrer Müller, über die Frage „Reichskirche und deutsche Christen." Pfarrer Müller betont u. a., daß er dafür zu sorgen habe, daß der Stampf um die Zukunft der evangelischen Kirche nicht so geführt werde, wie der politische Kampf. Reichskanzler Hitler wolle keine Religionskrise heraufbeschwören. Maßgebend ZorstenindLeysprechenziidendeNmekAngestellten sönlichkeit, das Streben aller deutschen Kultur. Goethe hat im Zeitalter übersteigerter geistiger Kultur bitter empfunden, wie wenig damals das Nationalgefühl gestaltet war. In einem Gespräch mit dem Jenenser Geschichtsforscher Luden meinte er: „Der Trost, den Kunst und Wissenschaft gewähren, ist doch nur ein leidiger Trost und ersetzt das stolze Bewußtsein nicht, einem starken, geachteten und gefürchteten Volke anzugehören. In derselben Weise tröstet auch nur der Gedanke an Deutschlands Zukunft. Ja, das deutsche Volk verspricht eine Zukunft, hat eine Zukunft. Das Schicksal der Deutschen ist noch nicht erfüllt", und eigentümlicherweise glaubte Goethe, wie übrigens auch der romantische Idealismus eines Fichte und Schleiermacher, die Deutschen ließen sich wohl zeitweilig unterdrücken, aber niemals vertilgen, denn die Individualkräfte seien in Deutschland zu stark und ausgeprägt. Was Opferfähigkeit, Sittlichkeit, Geistesfreiheit ausmachen und das Gefühl ber Volksverbundenheit vertieft, ist Urgrund jeder nationalen Erhebung und vor allem des deutschen Frühlings der Gegenwart gewesen. Was die Ahnen in unsere Seelen legten, das zu vollenden und dem Heranwachsenden Geschlecht als Ansporn zu deutscher Tat zu überliefern, ist Aufgabe eines Volkes von Tätigen und Lernenden. Der Stahlhelm, Deutschlands größter Frontfoldatenverband, hat die Forderung auf Schaffung von Lehrstühlen für Wehr- Wissenschaft erhoben. Ein Vorschlag, der nur im ersten Augenblick verblüfft. Denn es genügt der Hinweis, daß bereits fast alle anderen Großstaaten über solche Lehrstühle verfügen, um auch für das von allen Seiten bedrohte Deutschland die Rotwendigkeit einer Ausbildung der akademischen Jugend in allen Fragen der Wehr- Wissenschaft zu begründen. Sollen also die deutschen Studenten, die künftighin die wehrwissenschaftlichen Vorlesungen besuchen, am Jnsanterie- gewehr ausgebildet werden oder sollen sie unter der Anleitung von Offizieren taktische Sandkastenaufgaben lösen? Rein, die Wehrwissen- schast bezweckt etwas vollkommen anderes. Einmal ist Deutschlands Jugend immer noch die unmittelbare Beschäftigung mit der Waffentechnik verboten, dann auch handelt es sich wirklich um eine wissenschaftliche, und nicht um eine soldatische Angelegenheit. Die Reichswehr bildet ihren Rekrutenstamm waffentechnisch aus, die zu schaffende Miliz wird einen großen Teil des deutschen Volkes ähnlich der alten Armee wieder mit den soldatischen ©runhtugenben vertraut machen. Die lonunenben außWpvtirischen Ausein- -ern werken ganze Volke: in Mit' densckaft rieben. Front und Heimat winne Einheit bilden, icber, der irgendwie zur Verteidigung seines Landes eingesetzt wir», hat über eine umfassende Kenntnis aller drohenden Gefahren und Abwehrmöglichkeiten zu verfügen. Diese Kenntnisse zu vermitteln, dazu solhm die neuen Lehr- stühle geschaffen werden. Was weiß der Heranwachsende Deutsche zum Beispiel von der Rüstungsstärke unserer Nachbarn? Wer kennt die Grundlagen der englischen, amerikanischen, italienischen und russischen Heeresversassung? Wer vermag die Gefahren einzuschätzen, die Europa und der ganzen weihen Rasse durch die Kownialarmee der Franzosen entstanden ist? Der Iugenddildner und Lehrer hat heute noch keine Ahnung, in welch umfassender und großzügiger Weise die Jugend der anderen Weltstaaten praktisch für eine wirksame Landesverteidigung erzogen wird. Der Luftschutz, also die Abwehr von Bombenangriffen aus Flugzeugen, ist bisher das Geheimnis einiger Fachspezialisten geblieben. Dor etwa zehn Jahren schuf Professor Haushofer in München die sogenannte „Geopolitik", d. h. eine Vereinigung von Politik, Geographie und Volkswirtschaftslehre. Ewald Banfe gründete vor einigen Jahren die geopolitische Be- oölkerungswissenschaft, also die Lehre von der Unterschiedlichkeit der Stämme und Völker und ihren verschiedenen Verhalten im Angriff und in der Abwehr. Französische Universitäten haben eingehende Untersuchungen über die Entstehung und Verhinderung von Massenpaniken angestellt. Alle diese neu in das Blickfeld tretenden Betrachtungsmöglichkeiten wirt- fchaftlicher, politischer und seelischer Zusammenhänge sollen einen aufgeschlossenen Personenkreis vermittelt werden, der nicht nur zur Führung des Heeres, sondern zur Führung in Politik und Wirtschaft bestimmt ift für seine Arbeit seien weiterhin die ostpreußischen Kampfrichtlinien. In ihnen kommt zum Ausdruck, daß Deutschland eine starke evangelische Kirche brauche, die mehr als bisher imstande sei, eine Durchdringung des gesamten Dolkswesens mit dem sittlich erneuernden A u f baukrä f t en des Evangelium s zu gewährleisten und undeutsche, vergiftende Einflüsse fern zu halten. Sie fordern ferner eine neue Kirchenverfassung, die den überall bereits erledigten Parlamentarismus und das demokratische Wahlsystem vermeide. Wahrung des Bekenntnisstandes der Reformation sei notwendig. Es niüsse aber eine Weiterbildung des deutschen evangelischen Bekenntnisses im Sinne scharfer Ab- wehrmaßnahmengeaenallemodernen Irrlehren verlangt werden. Sitte und Zucht in Stadt und Dorf müßten wieder einkehren. Mit ihnen ein kräftiger Ausbau der christlichen Lie- bestätiakeit innerhalb der Kirche unter Mitwirkung aller Gemeindeglieder. Wenn von berufenen Organen der Kirche das gemeinsame der verschiedenen Bekenntnisse in den evangelischen Kirchen gefunden sein werde, hätten die deutschen Christen als nächste Aufgabe durch missionarische Perkündigung dieses innerlich gemeinsamen^ die seelische Grundlage mitzubauen, auf der allein der Neubau der Kirche möglich sei. Zum Schluß betonte noch Dr. Müller, daß sich die Zusammenarbeit mit den drei Bevollmächtigten des Kirchenbmides herzlich und außerordentlich gut gestalte. Katholizismus und Nationalsozialismus. D a r m ft a d t, 9. Mai. (WSN.) Das Gau- Presseamt der NSDAP, teilt mit: Aus führenden katholischen Kreisen wird eine Entschließung bekannt, die beweist, wie weit die geistige Umwälzung auch innerhalb ehemalig zentrumlicher Kreise im Verfolg der nationalsozialistischen Revolution schon vorgeschritten ist. Im Anschluß an eine Arbeitsgemeinschaft über die soziale Enzyklika Pius XL wurde eine Entschließung gefaßt, in ihr heißt es: Von der Politik des Zentrums enttäuscht, die nicht die Einsicht für die notwendigen Reformen in Staat und Gesellschaft oufbrachte und nicht vom Taktischen zum Grundsätzlichen durchstieß, sind die hier versammelten Katholiken aus verschiedenen Schichten und Ständen entschlossen, sich in den Dien st der nationalsozialistischen Bewegung zu stellen. Von der Regierung der nationalen Erhebung erwarten wir Schutz und Freiheit des kirchlichen und religiösen Lebens und Sicherung des konfessionellen Friedens. Ein parteipolitischer Zusammenschluß der Katholiken erscheint uns deswegen nicht mehr wünschenswert. Die Anteilnahme an den Geschicken unseres Volkes und die Sorge um seine Zukunft gestattet uns nicht, untätig und abwartend beiseite zu stehen. Unser nationales Gewissen zwingt uns vielmehr, mit ganzer Kraft uns für die von Adolf Hitler, dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung g e • schaffens Volksgemeinschaft und den neuen Staat einzusetzen. Wir sind dabei überzeugt, daß uns in dieser Neuordnung die Grundlage zu einer ersprießlichen Arbeit im Dienste von Volk, Staat und Kirche gegeben ist. Oie Hessische Evangelische Landeskirche an Reichsstatthalter Sprenger. Namens der Hessischen Landeskirche hot Prälat D. Dr. Dr. Diehl an den Herrn Reichsstatthalter folgendes Schreiben gerichtet: „Hochzuverehrender Herr Reichsstatthalter! Zur Berufung in Ihr hohes Amt spreche ich im Namen der Hessischen Evangelischen Landeskirche, ihrer Kirchenregierung und des Landeskirchenamtes die besten Glückwünsche aus. Möge Gott Ihre Arbeit, die mit so großer Verantwortung für unser Volk und Vaterland verknüpft ist, Die stummen Gäste von Zweilin-en Roman vonAnnyvonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold, 36 Forttehung. Nachdruck verboten! Er wiederholte: „Vor sechsundzwanzig Jahren, ja. Aber der Justizrat erzählte, der jetzige Besitzer des Gutes Zweilinden heiße genau wie sein Großvater; er soll vor kurzem mit seiner Mutter in Spanien gewesen sein. Wahrscheinlich ist es dieser Herr, den Sie kennen. Uebrigens ist Zweilinden das nächste Nachbargut von Wiesental." Angela hatte Mühe, mit dem Neuen, was sie erfuhr, fertig 511 werden. Vor allem mit der Glücksbotschaft, der Geliebte sei noch am Leben. Die Gewißheit war zu wundervoll, zu überwältigend schön, und der Uebergang in ihr vom tiefsten Schmerz zur Freude war jäh und riß an ihren ohnedies schon stark in Mitleidenschaft gezogenen Nerven. Der Pfarrer legte ihr die Hand auf den Arm. „Erzählen Sie mir jetzt, Kind, was Sie mir berichten wollten. Der Justizrat ist wieder fortgefahren, er hat einen Termin wahrzunehmen, läßt sich Ihnen vielmals empfehlen und gute Besserung wünschen." Angela tupfte mit dem Taschentüchlein über ihre Augen, und dann brach es wie ein Strom über ihre Lippen, das Erlebnis mit Konrad von Zweilinden. So erfuhr der alte Pfarrer erst, daß Sensor Esperao ein Graf Speerau gewesen und früher ein Gut nicht weit von Zweilinden besessen habe. Der alte Herr hatte sehr aufmerksam zugehört und meinte: ,Ich sagte vorhin, Wiesental ist, wie mir der Justizrat erzählte, das nächste Nachbargut von Zwei- linden., Was läßt sich daraus schließen?" Angela sah den alten Herrn fragend an, dann leuchtete es plötzlich in ihren Augen auf. „Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß Wiesental das Gut meines Vaters ist." „Ganz richtig", bestätigte der Pfarrer, „und es dürfte leicht herauszubringen sein, ob es sich so verhält." Angela bat: „Nicht forschen und niemand fragen! Mein Vater litt darunter, es könne jemand in der alten Heimat erfahren, wie weit nach unten ihn sein Lebensweg geführt. Ich trage ja seinen Namen nicht, niemand hier ahnt, daß ich ihn „Vater" nannte. Ich würde ihm durch Nachforschungen bestimmt keinen Gefallen tun." Der Pfarrer meinte: „Aber Frau von Zweilinden und ihr Sohn wissen doch, was aus dem Grafen Speerau geworden ist?" Angela nickte. „Ich glaube aber kaum, daß sie beide darüber zu jemand gesprochen haben." Der Pfarrer seufzte heimlich. Angela, die um ihres Stiefvaters willen ihrer Liebe hatte entsagen müssen, segnen zum Besten des Hessenlandes und des deutschen Volkes." Genehmigen Sie den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung! gez. D. Dr. Dr. Diehl, Prälat. Oie bischöfliche Behörde Mainz beglückwünscht Statthalter Sprenger. WSN. Mainz, 9. Mai. Die bischöfliche Behörde hat an den Reichsstatthalter Sprenger folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Neichsstatthalter! Als Stellvertreter des Hochwürdig st en Herrn Bischofs, der zur Zeit in Nom weilt, bringe ich Ihnen zur Ernennung zum Statthalter des Landes Hessen die b e st e n Glückwünsche dar. Wie die katholische Kirche zu allen Zeiten die gesetzmäßige weltliche Obrigkeit anerkannt und geachtet und mit ihr zum Wohle der Völker zusammengearbeitet hat, so begrüße ich Sie im Namen der Katholiken der Diözese Mainz als Statthaltber von Hessen und verspreche Ihnen Hochachtung, Gehorsam und Mitarbeit in der Heber» zeugung, daß ein vertrauensvolles Zusammenwirken der kirchlichen und staatlichen Behörden dem Lande Hessen zum Segen gereichen werde. Derantwortungsvoll ist das Amt, das Sie übernehmen, und schwer sind die Aufgaben, die Sie erwarten. Möge Gott Ihre Tätigkeit mit Erfolg krönen — das ist unser Wunsch und der Inhalt unseres Gebetes, das wir für Sie zu Gott emporsenden. In Ehrfurcht und vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr ergebener Dr. Mayer, Generalvikar." Reue Veränderungen an preußischen Hochschulen. Der Ordinarius für Hygiene und Bakteriologie an der Universität Frankfurt a. M., Professor Max N e i s s e r, ist auf seinen Antrag von den amtlichen Pflichten entbunden worden. Die Vertretung des staatsrechtlichen Lehrstuhls an der Universität Frankfurt, der durch die. Beurlaubung von Professor Hermann Heller freigeworden ist, wurde für das Sommersemester dem Privatdozenten Dr. Ernst F o r st h o f f in Freiburg i. Br. übertragen. An der Universität Kiel sind folgende Do- zenten mit Vertretungen beauftragt worden: für Professor S ch ü ck i n g der Privatdozent Dr. Huber, Bonn; für den verstorbenen Professor Dr. Landmann der Privatdozent Dr. I e s - sen, Göttingen; für die Professoren Rauch und Husserl der Privatdozent Dr. Larenz, Göttingen; für Professor Kantorowicz der Privatdozent Dr. Dahm, Heidelberg. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hugenberg, empfing den Vorsitzenden der Reichsführergemeinschaft des deutschen Bauernstandes, R. Walter Darre. Die Unterredung galt der Durchführung der landwirtschaftlichen Entschuldung. Gregor Strasser, der sich nach Niederlegung seiner Parteiämter aus der Politik zurückgezogen hatte, aber der NSDAP, nach wie vor angehört, ist nunmehr endgültig von München nach Berlin übergesiedelt. Er hat in der Chemisch-Pharmazeutischen Indstrie ein Arbeitsgebiet übernommen, zu dem er nach seinem früheren Berufe als Apotheker besondere Eignung besitzt. Rechtsanwalt Dr. Mansfeld, der Dezernent für Arbeitsrecht beim Zechenverband und Verein für die bergbaulichen Interessen in Essen, Privatdozent an der Universität Münster, ist zum kommissarischen Leiter der Abteilung Tarifpolitik und Arbeitsrecht im Reichsarbeitsministerium ernannt worden. Syndikalistischer Generalstreik in Madrid. Madrid, 9. Mai. (TU.) Der illegale Gene- r a l st r e i k für ganz Spanien als Protest gegen die angebliche Unterdrückung der Arbeiterschaft durch die Regierung ist von den Syndikalisten Dienstage morgen begonnen worden. Der Streik hat besonderen Umfang in Barcelona, Sevilla, Valencia, Saragossa angenommen. Die Zeitungsorgane der Syndikalisten und Kommunisten wurden auf unbestimmte Zeit verboten. In Madrid sind ebenso wie in anderen Städten Sabotageakte fest- .gestellt worden. Acht Bombenexplosionen beschädigten eine nach der Hauptstadt führende Hochspannungsleitung. In Bilbao wurden fünf Bombenanschläge auf die elektrischen Hauptleitungen verübt. Ferner stellte die Polizei fest, daß die Syndikalisten, die nach Galizien, Asturien und Bar- zelona führenden Haupteisenbahnlinien durch Trennung der Schienen unbrauchbar gemacht haben. Ein durch Bombenexplosion in Bilbao getöteter Deutscher Kopp stand, wie sich herausgestellt hat, mitden Syndikalisten in Verbindung. Ein weiterer Deutscher namens Bach, der ebenfalls den anarchistischen Streifen angehört, wurde verhaftet. In Madrid explodierte auf offener Straße eine Bombe, durch die ein Polizist und zwei Syndikalisten getötet und sieben weitere Personen schwer verletzt wurden. Zu Zwischenfällen ist es auch im Weichbild von Madrid zwischen Polizei und Extremisten gekommen. Auf Grund der gestrigen blutigen Zusammenstöße zwischen Studenten verschiedener politischer Ueberzeugung sind die Vorlesungen an den meisten Universitäten ausgesetzt worden. Jurd)tbares Autounglück in Mexiko. — 12 Tote, 30 verletzte. Auf einer Gebirgsstraße im Staate San Louis Potosi stießen zwei mit heimkehrenden Aus» flüglern besetzte Lastkraftwagen zusammen. Die Wagen stürzten einen 300 Meter tiefen Abgrund hinab. Zwölf Personen wurden dabei getötet, etwa 30 erlitten, zum Teil schwere. Verletzungen. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie drei Gestrengen. „Mamertus, Pankratius und Servatius bringen Kälte oft und viel Verdruß", lautet eine der Bauernregeln, die sich mit dem Horoskop der Tage vom 11. bis 13. Mai befassen. Auch dieser Kalenderweisheit letzter Schluß klammert sich an den Strohhalm des Wörtchens „oft". Oft, das heißt also nicht in jedem Jahr. Es braucht deshalb kein unentrinnbares Verhängnis zu fein, daß in diesem Mai mit Naturnotwendigkeit eine verspätete Diktatur des Nordpols in dem, weißen Blütenmeer des Frühlings aufgerichtet wird. Das wäre in unserer Zeit der Umwertung mancher Begriffe, denen eine unumstößliche Bedeutung zuzukommen schien, noch nicht einmal besonders stilgerecht. Es wäre im Gegenteil offene Rebellion des Laubfrosches, wenn er die drei „Eisheiligen" den Gang der Dinge in der Natur mit rauhem Griff ungünstig beeinflussen ließe. Stetigkeit der Entwicklung sollte auch die Gesellschaft der vier Jahreszeiten zu ihrer Losung machen. Aber zum Glück geht es mit dem „Hundertjährigen Kalender" und den alten Bauernregeln nicht allzu selten wie mit dem Hahn und seinen Verlautbarungen als „Hof"marschall auf dem hierzu anscheinend besonders geeigneten landwirtschaftlichen Grundelement: „. . . bann ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist." Daher sind ja im allgemeinen solche gereimten Wetter-Prophezeiungen tröstliche Rezepte für den Feld-, Wald- und Wiesenbedarf, auch damit Grund zur Freude ist, wenn die Schwarzseher „höhren Orts" Lügen gestraft wurden. Denn dazu blüht es schließlich ja nicht, damit Aepfel, Birnen, Pflaumen, und was sonst noch, wegen der Nachtfröste ungegessen bleiben müssen! Außerdem ist so etwas, strafrechtlich genommen, „Mundraub". Deshalb möchte man es schon lieber mit der ge= mäßiateren Bauernregel halten, die einen besseren Wechsel auf längere Sicht ausstellt: „. . . ist es aber feucht und kühl, bann gibt es Früchte unb Futter viel." Da bie Landwirtschaft gegenwärtig ein be= beutfames Regierungsproblem ist, unb ba Futter bekanntlich durch vierbeinige Zauberkünstler in Fett umgewandelt wird, fo wäre dringend zu wünschen, daß die Herren Mamertus & Co. so viel wirtschaftliche Einsicht haben möchten, nicht mit der „kalten Schulter" an der Ernährungsfrage dieses Jahres vorbeizugehen. K. J. G. Borrrotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis gegen 22.30 Hhr: „Die vier Musketiere". — Kampfbund der deutschen Architekten und Ingenieure im Kampfbund für deutsche Kultur, Cafe Ebel, 20.30 Hhr, Gründungsversammlung der Ortsgruppe Gießen. — VAB., 20.30 Hhr, „Hindenburg", Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Teilnehmer antwortet nicht!" — ZumGastspielvonWeißFerdl. Zum ersten Mal seit 25 Jahren verläßt Bayerns ungekrönter König des Humors, der Weiß Ferdl, seine Residenz am Platzl in München und begibt sich auf eine kurze Gastspielreise. Es ist gelungen, den Künstler mit seinen urfidelen Landsleuten zu einem großen „Heiteren Abend" für hier zu gewinnen. Dieser Abend findet am Samstag, 13. Mai, in der Volkshalle statt. Altbayerifche Ländlerkapelle, Chiem- gauer Schuhplattler, Alpen-Jodler-Duette, lustige Szenen auf der Alm, Hachtlfinger Männer- unb Frauenchor, Weiß Ferbl in feinen Original-Vorträ- gen ufw. werben bie Besucher gut unterhalten. Karten im Bureau des Verkehrsvereins, bei Challier und an der Abendkasse. Pensionierung Äls nationale Tai. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und Stadtschulämter Folgendes mitgeteilt: Jahrelang kämpften die verschiedenen Lehrervereinigungen um die Indienststellung der nichtverwen- beten Junglehrer unb Assessoren. Der Erfolg blieb nicht nur versagt, bas Gegenteil trat vielmehr ejp; bie Anwärterzahl wuchs von Jahr zu Jahr. Erhöhter finanzieller Notstanb oerminberte bie Hoffnung auf Besserung. Heute stehen wir in Hessen bei lieber nähme ber Macht vor ber Tatsache, baß mehr als ein halbes Tausenb junger Männer auf Anstellung wartet, währenb demgegenüber überfüllte Klassen an uns bie Forberung auf Klassenoermehrung stellen, ohne byß der Staat in ber Lage wäre, von sich aus allein Abhilfe zu schaffen, ba bie Knappheit ber Finanzen eine augenblicklich noch kaum überminbbare harte Grenze zieht. Die Hilfe für bie Junglehrer muß darum von ber Lehrerschaft her ihre Ergänzung erhalten. Jeber Lehrer, der von etwa 60 Jahren an bereit ift, feinen D i e n st p l a tz z u räumen und für einen Junglehrer frei z u machen, bringt ein Opfer für das Heranwachsende Lehrergesch.lecht. Da sich bie Junglehrer auch in anerkennenswerter Weise in Anpassung an bie heutige Notzeit vielfach mit Zweidrittelftellen gerne begnügen, kann die Zahl ber burch freiwillige Pensionierung freiwerbenden Stellen um bie Hälfte vermehrt unb somit gleichzeitig bie krassesten Fälle ber Klassenüberfüllung beseitigt werben. Wenn tat ihm sehr leib, unb boch mußte er ihr noch mehr Schmerz bereiten. Sie mußte noch eine sehr ernste Nachricht hören, sonst vernahm sie biese Kunbe vielleicht von anberer Seite. Da Zweilinben bas Nachbargut von Wiesental war. unb Angela gut Deutsch sprach, konnte es ihr eine plauderlustige. Dienerin erzählen, ohne sich etwas dabei zu denken. Er drückte Angela auf den Stuhl nieder. „Kind, ich bedauere Ihr Geschick sehr, unb wenn ich Ihnen jetzt noch einen Schmerz zufügen muß, geschieht es nur aus bem Grunde, Sie vorzubereiten, damit Sie nicht zufällig erfahren, daß der Mann, an dem Ihr Herz so über alle Maßen zu hängen scheint, verlobt ist mit einer Baronesse, in ber man schon seit Jahren seine zukünftige Gattin sieht. Der Justizrat flocht es mit ein, als er von Zweilinben unb ber Geschichte bes Kreuzes sprach." Angela atmete bebrückt. Konrab hätte sich verlobt? Hatte er bas so schnell tun können nach bem Erlebnis ihrer Liebe, bas sie beide in Barcelona gehabt? Hatte er cs fertiggebracht, einer anderen den Ring zu geben, den sie hätte tragen sollen? War sein Herz so schnell geheilt? Hatte sie ihm so wenig gegolten, daß er nicht einmal ein paar Jahre warten konnte im Andenken an bie Liebe, bie ihr so groß unb heilig erschien? Unb ba hatte sie gemeint, weil sie glaubte, er wäre gestorben. War es nicht besser, sie vergaß, baß er lebte, unb betrauerte ihn weiter wie einen Toten? Sie sprach leise, aber fest: „Ich banke Ihnen, Senor Cura, für biese Wahrheit! Obwohl sie mir weher als ber Irrtum mit bem Kreuz tut, ruft sie boch meinen Stolz wach. Ein Mann, ber sich so schnell zu trösten weiß, ben muß ich vergessen. Unb nun verzeihen Sie mir, weil ich mich vorhin so wenig habe zusammennehmen können. Ich werde mich von nun an bemühen, über das alles hinwegzukommen. Hoffentlich führt mir fein Zufall Konrad von Zwei- linden in den Weg. Wenn aber, bann mag er merken, daß ich ihn verachten muß." „So ist's recht", lächelte ber alte Herr, „und jetzt kühlen Sie Ihre Augen und kommen hinunter, wir wollen das Schloß besichtigen." Als ber Pfarrer bie Tür hinter sich geschlossen hatte, blickte sich Angela mit schmerzlichem Lächeln im Spiegel an unb murmelte: „Länger als einige Wochen hat er nicht gebraucht, um mich zu vergessen." Sie schüttelte ben Kopf. ,I)as hättest bu nicht tun bürfen, Konrad, nein, das hättest bu nicht tun bür {er}, wenn,Hr. mich je geliebt!" Ein trockeyes SchE^tzzen fauvüber ifjre, Sippen, aber bann riß sie sich zusammen. Richl mehr meinen um einen, dem sie so mept^-tun einen, bem sie wohl gar nichts gegolbn hatte!/ - 25. Wenn AnoelaSchicht innerlich verstört gewesen wäre unb so' tiefes Leid getragen hätte, weil Konrad von Zweilinben sich überschnell einer anderen zugewanbt, hütte.ste wohl jetzt bie glücklichsten Tage ihres Daseins verbracht. Nur mit einem leichten Schaubern erinnerte sie sich an das armselige Häuschen in ber Vorstabt Coll Blanch, in bem sie geboren, unb wo sich ihr ganzes bisheriges Leben abgespielt. Schloß Wiesental war sehr schön. Der letzte Besitzer, Julius Baseller, hatte alles nur Erbenkliche für bas nicht allzu große Gut getan, unb bas Schloß war mit allen Bequemlichkeiten ausgestattet, wie sie sich nur wohlhabenben Menschen bieten. Der Pfarrer Basella unb Catalina waren immer gleichmäßig liebenswürbig zu Angela, unb sie hatte oft bas Empfinben, mit lieben Blutsverwanbten innig unb einträchtig zusammen zu sein. . Der Pfarrer hatte seiner Großnichte von Angelas Liebe zu Konrad von Zweilinben erzählt, bamit sie es begreifen sollte, falls Angela einmal verstimmt und traurig wäre. Die temperamentvolle Sevillanerin hatte darauf mit funkelnden Augen erwidert: „Ich könnte das nicht so still hinunterschlucken, ich glaube, ich ginge hin unb stieße bem Menschen, der mich so schnell vergaß, einen Dolch in das falsche Herz." „Catalina!" hatte ber gute Pfarrer erschreckt gerufen: „wie darfst du so etwas sagen! Weißt bu nicht, baß schon biefer Gebanke eine Sünbe ist?" „Und wenn ich bis in alle Ewigkeit in ber Hölle braten müßte bafür, könnte ich nicht anbers benfen", war bie rasche Erwiberung. „Ich würde nicht still beiseite stehenbleiben. Ich würde nach Zweilinden gehen unb Rechenschaft forbern. Wenn biefer Mann ber armen Angela entsagte aus Rücksicht auf seine Mutter, so ist bas zu verstehen; aber er mußte nun ledig bleiben sein Leben lang. Ich würde ben Menschen fanatisch hassen." „Aber, Catalina", rief ber Pfarrer, „schäme bich! Ich will hoffen, bah diese bösen Gedanken bald verschwinden." Catalina lachte: „Ich bin’s ja nicht, tio (Onkel), die der Deutsche durch seinen Treubruch betrogen, und Angela zeigt ja keine Rachegefühle." Oft fuhr man nach Frankfurt, weil es geschäftlich dort noch manches mit dem Justizrat zu besprechen gab, denn bie brei Miethäuser stauben zum Verkauf, unb oft machten die beiden jungen Mädchen allein Ausflüge in die Umgebung. Sie (ernten ben Taunus von allen Seiten kennen. Sein hügeliges Gelänbe mit den sanften Bergrücken, an die sich weiße Villen lehnten, seine schroffen Berghänge, darauf uralte Ritterburgen standen und weit über Main unb Rhein hinschauten; und sie sahen viele stille Schlösser auf waldbegrenzten Höhen. Auch das Gut Zweilinden sahen sie manchmal vom Auto aus, aber niemals war Angela bisher, trotz ber nahen Nachbarschaft, mit bem Herrn bes Gutes zusammengetroffen. Zuweilen ging Angela auch allein aus. Sie man- berte so gern burch ben bichten Buchen- und den würzigen Tannenwald. Unb einmal in ber Frühe ging sie weiter als sonst unb stand plötzlich vor dem Steinkreuz, auf bem sich bie Worte anklagend zu- sammenschoben: „Hier starb von verruchter Mörder- Hand!" Jetzt wußte sie, daß es ein anderer Konrad von Zweilinden war, der hier an dieser Stelle hatte sterben müssen, daß es der Vater seines Vaters gewesen. Sie stand unb blickte auf das Kreuz, unb es ging ihr burch ben Sinn, sie wollte ihn, ber noch lebte, als Toten beweinen, bas tat lange nicht fo weh wie bie Wahrheit. Sie wollte in Schmerz und Leid an ihn denken, unb daß er unter ber Erbe ausruhte, ben sie so sehr geliebt unb lieben würde bis in alle Ewigkeit. Sie stand mit gefalteten Händen, ein lautloses Schluchzen schüttelte sie. Ihre schultern bebten. Pferbehufe warfen ben Staub ber Chaussee auf, ein Reiter näherte sich. Die ganz in ihre (Bebanfen Versunkene hörte keinen Laut aus ihrer Umwelt an bas Ohr bringen, unb Konrab von Zweilinben, ber eben zu Pferbe aus ber Kreisstabt kam, ließ seinen Braunen langsamer gehen, benn es war ein eigenartiges Bild, bas sich ihm bot. Da stand, ihm den Rücken zuwendenb, eine schmale, feine Mädchengestalt in schwarzem Trauer- fleibe und schien ganz versunken zu stehen vor bem Kreuz, bas seine Mutter hier zum Gedächtnis an seinen Großvater hatte errichten lassen. Wie die blauschwarzen Locken glänzten unb wie ber bräunliche Hals aus bem Kleibausschnitt hervorsah! So ähnlich müßte Angela aussehen, wenn sie in ber Haltung ber Fremben hier am Kreuze ftänbe, burchzuckte es ihn, unb fast gleichzeitig bachte er, es müsse eine von ben beiden jungen Damen sein, bie jetzt im Schloß Wiesental wohnten, benen er merkwürdigerweise noch niemals begegnet war. Aber überall hörte er von ihrer hervorragenden Schönheit sprechen. Der verstorbene reiche Julius Baseller hatte mit niemand aus der Nachbarschaft Umgang gepflogen, unb man erfuhr nur, er hätte seinen Reichtum spanischen Verwandten hinterlassen, die jetzt die Erbschaft angetreten. Ein alter Priester unb zwei junge Mäbchen sollten bie Erben sein. Daß alle Trauer trugen, war nur zu begreiflich, ba Julius Baseller ja erst knapp brei Monate tot war. Blitzgeschwind war das durch den Kopf Konrad von Zweilindens gehuscht, und ba ihn bie Frembe nicht bemerkte, ritt er ein Stückchen zurück und sprang bann ob, führte fein Pferd am Zügel. Auf diese Weise kam er noch einmal unb ganz langsam am Kreuze vorüber, vielleicht konnte er babet ein wenig von bem Gesicht ber Fremben sehen. Neu- gterbe lag sonst nicht in seinem Charakter, aber jetzt war er gespannt, bas Gesicht zu sehen, bas zu btefem wundervollen Körper unb bem Haar Angelas gehörte. (Fortsetzung folgt.) icn n dauer des wechselhaften Wetters. baut müsse dehnt Dos sei, daß kunft genannt werden. hessische Gaslskättengewerbe. das sich als werde. (Semeinberof in Wieseck. Die Eröffnungssitzung. einziger Landesverband schon vor dem Umsturz zur nationalen Erneuerung bekannt habe, werde sich für die neue Regierung einsehen, damit es in Zukunft besser werde. Ernennungen zum Ehrenbürger. WER. Friedberg, 9. Mai. Die Stadt 2l s s e n h e i m und die Gemeinde Rendel ernannten Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, sowie Staatspräsident Professor Dr. Werner zu Ehrenbürgern. Die gleiche Ehrung wurde Reichsarbeitsminister Franz S e l d t c durch die letztgenannte Gemeinde zuteil. WER. Heppenheim a. d. D., 9. Mai. Zu Ehrenbürgern der mehr als tausendjährigen Kreisstadt Heppenheim a. d. B. wurden einstimmig ernannt: Reichskanzler Adolf Hitler, Reichspräsident v. Hindenburg und Staatspräsident Prosessor Dr. Werner. Schon vor einigen Wochen wurden solgende Straßen umbenannt: Friedrich-Ebert-Strahe in Adolf-Hitler- Strahe, Poststraße in Hindenburg-Straße, Lor- scher Straße in Ferdinand-Werner-Straße, Erbacher Straße in Horst-Wessel-Straße. AdolfHitler-polytechnikum in Kriedberg X Wieseck, 7. Mai. Die erste Sitzung des neuen Gemeinderats am Samstag wird wohl für immer den Teilnehmern unvergeßlich bleiben, war sie doch beherrscht von einer Einmütigkeit und Entschlossenheit, wie sie nie zu- vor in unserem Gemeindeparlamcnt auch nur annähernd erreicht wurde. Der dichtbesehte Ratsaal zeigte ein Bild Hitlers und war mit der Ha- kenkrcuzfahne, Girlanden und Blumen festlich geschmückt. Sämtliche 12 Gemeinderatsmitglieder, der Bürgermeister und der Beigeordnete waren im Braunhemd erschienen. Bürgermeister S ch o m- b e r eröffnete die Sitzung, die rein konstituierenden Charakter trug, mit dem Dank an den scheidenden Beigeordneten Schäfer, der 33 Jahre treu und selbstlos der Gemeinde gedient und der einzig und allein aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedcrgclegt har. Rach einem Rückblick auf die innerdeutsche Entwicklung seit dem 30. Januar bis zur jetzt erfolgenden Gleichschaltung kam der Bürgermeister auf die Bedeutung zu sprechen, die dieses Gesetz für unsere Gemeindevertretung hat. Durch Formfehler ufto. bei der Einreichung muhte der Wahlvorschlag der SPD. zurückgcwiesen werden, so dah sich der Gemeinderat rein nationalsozialistisch zusammenseht. Der Bürgermeister schloß seine richtunggebende Ansprache mit den Worten Hitlers: „Wir sind Millionen verpflichtet, ein neues Deutschland zu bauen", und ergänzte es mit: „Wir Gleichschaltung im GaslsMengewerbe. 50. Landesverbandstag des Mein-Main-Gastwirieverbandes in Friedberg. Lufttemperaturen am 9. Mein Taschen- 14,8 Grad Celsius, abend: 9 Graroochentog aus- morgens. 10 Grad. Maximum "ach Ablauf der nimum 6.5 Grad. Ri«derschlä--s Werksemesters in ---------------------:------7dr Iugendertüchtigung ,0'"12 lote, Versammlung mit dem begeistert gesungenen Deutschlandlied. Nationalsozialistischer Zunglandbundtag in Nidda. Der Hessische Iunglandbund veranstaltet am 27. und 28. Mai auf dem Zestplatz in R i d d a einen Iunglandbund- und Landvolktag. Die Veranstaltung soll dem oberhcssischen Dauer und Landvolk gehören und dazu beitragen, den Reuaufbau des Iungland- bundes im Geiste unserer nationalen Regierung zu fördern Die Festfolgc der beiden Tage ist sehr vielseitig und verspricht einen interessanten Verlaus. Besondere Beachtung wird ein historischer Festzug finden, der, bildlich dargestellt. WER. Friedberg, 6. Mai. Die Reichs- kanzlei antwortete auf ein Ersuchen der hiesigen Stadtverwaltung, das Friedberger Polytechnikum nach dem Ramen des Reichskanzlers benennen zu dürfen, dah der Reichskanzler für die ihm erwiesene Ehrung danke und damit einverstanden 'das Friedberger Polytechnikum in Zu- Ad olf-Hitler-Polytechnikum li>l. •3° Lhr, Grün- W Sichen. - • Versammlung. »Teilnehmer IMlüläum 'm Unge. We.ß Ferdi, en und begibt sich 'IJ gelungen, den Leuten zu einem er su gewinnen. 13. Mai, in be; erkopelle, Thiem- Duette, luftige i« Männer- und i Originab’HoittQ. unlcrtjalten. Lar- 5> bei CHollier und die Konzessionierungssperre auch auf die alkoholfreien Betriebe ausgedehnt, die G e - tränke st euer beseitigt und die B i e r - st euer ermäßigt und schließlich ganz abge- werde. Der j Vollstreckungsschuh auch auf das Gaststättengewerbe ausge- bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker, 1932: 17200 Badegäste r ieuä^n i I*» 'ltn fle- n ’Un9enan °"bgef.tzt brhörde den Laden und untersagte der Firma die Eröffnung des Filialaeschäftes. *• Einbruch. Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum Dienstag wurde in dem Feinkost- und .Kolonialwarengeschäft von f) a a s , Frankfurter Straße 113, ein Einbruch verübt. Es wurden größere Mengen Rauchwaren. Kaffee und sonstige Lebensmittel gestohlen. Die Täter ließen im Vorgarten ein Körbchen mit Apfelsinen zurück. Zur Fort- schaffung der Diebesbeute benutzten die Einbrecher einen großen Austragkorb, den sie ebenfalls aus dem Geschäft Mitnahmen. Sachdienliche Beobachtungen wolle man der Kriminalpolizei mitteilen. ' Wandervogel Höhenflug Gießen. Man bittet uns um den Abdruck des folgenden Berichts: In einer am 27. April 1933 stattgefundenen Versammlung des „Wandervogel Höhenflug Gießen" wurde einstimmig festgestellt, daß der Verein, schon immer auf nationaler Grundlage stehend, sich treu zur Regierung und Staat bekenne. Im nationalen Sinne will er auch ferner auf seinen Wanderungen durch deutsche Gaue, deutschen Geist und das deutsche Lied pflegen und praktische Iugendertüchtigung betreiben. m Ä ■ ■■ ■ .portlehrgänge ein- B Reise zum Dienstort sind ■ VH 8 V*nen selbst zu tragen; jedoch *" * ^oahn auf Grund des Einbe- E für die Hin- und Rückreise eine ■■ySBITgung von 50. d. j). der Kosten der ■ ■ N^ersonenzug. das offizielle Werkhalbjahr der Abiturien- Daneben scheint sich inoffiziell eine andere zu entwickeln, die den Nachdruck nicht so sehr * die für den FAD. vorgeschriebene Arbeitslei- tng, wie vielmehr auf die «ch u l u n g der jungen Mädchen in Hauswirtschaft, Gartenbau, Kinderpflege usw. legt. Die Kosten aller dieser Lehrgänge fallen mit Aus» nähme der zwanzig Wochen Arbeitsdienst im Zu» gendheim den jungen Mädchen bzw. ihren Eltern zur Last. Es ist daher das Bedenken laut geworden, es könne durch derartige Deranstaltungen eine Absonderung der wirtschaftlich Bessergestellten eintreten, während das Werksemester die akademische weibliche Jugend gerade mit jungen Mädchen aus allen Bevölkerungskreisen in nahe Berührung bringen wolle. Einstweilen bleibt abzuwarten, wie die verschiedenen Beriuche — die offiziellen innerhalb des FAD. und die privaten innerhalb von Unkerrichtsanstalten — sich in der Praxis auswirken; denn es gilt, zunächst in Beispielen die Durchführungsmöglichkeiten des Werksemesters, vielleicht eines künftigen Werkjahres zu erproben. den Kampf des nationalen Deutschland gegei den Marxismus zeigt- Einzelne Ortschaften habe! anerkennenswerterweise bereits die Zusammen- ** Besuch des Staatspräsidenten im Gießener Flughafen. Herr Staatspräsident Dr. Werner besuchte am Montagnachmiltag vor Beginn der Universitätsfeier in der Volkshalle den Gießener Flughafen, wo er mit seiner Familie im Flughafen-Restaurant den Kaffee einnahm. *• Superintendentur.konferenz für Oberhessen. Am Montag, 15. Mai, 10.30 Uhr, findet hier im Johannessaal unter Leitung des Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrats D. Wagner, Gießen, die diesjährige Superinten- denturkonferenz der evangelischen Geistlichen Oberhessens statt. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen wird ein Vortrag von Pfarrer Schäfer, Bad- Nauheim, über „Die Nol unserer Verkündigung in der Zeit geistigen Umbruchs" stehen. •• Schulpersonalien. Ernannt wurden der Studienrat an dem Realgymnasium in Darmstadt Dr. Otto Maser zum Oberstudiendirektor an der Ludwigs-Oberrcalschule in Darmstadt, der Studienrat an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt Robert M o n j e zum Oberstudnmdirek- tor an der Liebigs-Oberrealschule in Darmstadt, der überplanmäßige Studienrar an der Oberreal- schulc in Michelstadt Dr. Ernst Saal zum Oberstudiendirektor an dieser Schule, sämtliche mit Wirkung vom 1. Mai 1933 an. — In den Ruhestand verseht wurde der Rektor an der Volksschule zu Offenbach a. 1, Jakob Remy, auf fein Rachsuchen, vom 16. Mai 1933 an. Unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns treten mit Wirkung vom 16. Mai 1933 an auf ihr Rachsuchen in den Ruhestand: der Rektor an der Volksschule zu Offenbach, Johannes Schmitt ; der Lehrer an der Berufsschule zu Büdingen Karl Hofmann. ** DieLiftederSchöffenundGeschwo- renen, die nach den Vorschriften des Reichsgesetzes vom 7. April neu auszufertigen ist, damit mit Wirkung vom 1. Juli ab neue Schöffen und Geschworene ausgewählt werden können, liegt vom 11. bis 18. Mai im Stadchaus Bergstraße 20, Zimmer 14, zur Einsichtnahme offen. Man beachte die heutige Bekanntmachung. ** Polizeilicher Schutz für den g e - werblichen Mittelstand. Eine größere Me- taüroarcnfabrif in Württemberg, deren Erzeugnis in zahlreichen hiesigen Geschäften bereits seit Jahren zu haben sind, wollte am Samstag in den Geschäftsräumen der früheren Firma Gregory, Kreu^ platz 14, ein eigenes Filialgeschäft eröffnen. Roch während der Dekoration der Schaufenster, bevor oas Publikum Zutritt zu dem Laden hatte, kam es zu einer größeren Menschenansammlung vor dem Geschäft, die energischen Protest gegen diese Fabrir- siliale erhob und im Interesse des ortsansässigen, wirtschafllich ohnehin schwer ringenden E in z el- Handels forderte, daß dem Fllialbetrieb die Er Öffnung nicht gestattet werde. Da die Tlenfd)enmeng immer mehr anwuchs und die Stimmung fr Fabrikgeschäft immer erregter wurde so dah 7 u schreitungen zu befürchten waren, schlo^lePottzei^ onale Tai. ns unb ’BilbungS' Leiter bet höheren ichlsanstalten unb Iflenbes mitgeteilt: ebenen Lehrerven , g ber nichlverwen- Der (frfola blieb trat vielmehr eip; r zu Zahr. Erhöh- erie bie Hoffnung i Hessen bei lieber- baf) meijr als iger Manner »ährend bemgegen- )ie Forderung auf bgß der Staat in n Abhilfe zu fchaf- •n eine augcnblid« (grenjc zieht. Die u d oii ber Lehrer- i. Jeder Lehen an bereit räumen und ei zu machen, s heranwach- Da sich die Jung- [ Weise in Anpas- id) mit Zweidrillei. Zahl ber burdj (reiben Stellen um bie -eilig bie fralfeften iligt werden. Wenn ;b plötzlich vor hem orte anllagenb ju- verruchter Mörder- iberer Konrad von dieser Stelle hotte r eines Löters ge- bü6 Kreuz, unb es oUte ihn, der noch tat lange nicht \o te in Schmerz n ,r unter der Erde unb lieben wurde öen ein Vn Dersunlenr M ys»" Ds" elah-?r am Äreuje n h'^.Zg badjte * {Sft* n»« Silit e-b v ®n 5$ ff Bchen g d auf [erb °^„z langf^ ( und S^öabei e'J konnte er M remden aberl/b' ilgt-) hin kühl, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, v-h' einzelte Schauer. ■ che Aussichten für Freitag: Rock- Dafür ..... — .ergebrocht in Taschen- WSR. Friedberg, 8. Mai. Der Rhein - Main-Gastwirteverband hielt dieser Tage hier seinen 5 0. Landesverbands- t a g ab. zu dem mehr als 300 Delegierte. Vertreter der Behörden, der Handels» und Handwerkskammern usw. erschienen waren. Der bisherige Landesverbandsvorsitzende Döring war nicht anwesend, da er an Stelle des bisherigen ReichsverbandSpräsidenten Köster nach Berlin berufen wurde. An Stelle des Vorsitzenden begrüßte Gastwirt Mund. Darmstadt, die Versammlung, der erklärte, die bisherigen Eingaben an den ReichsvcrbQnd seien leider nicht an die zuständigen Stellen wcitergegcben worden, so daß von 50 nur zwei Beachtung sanden. Das ganze Gewerbe sei bisher nur wenig beachtet worden, man kannte es nur, wenn es galt, neue Steuern zu schassen. Es werde gefordert, daß die Grund- und Gebäudesondersteucrn verschwinden, stellung der Wagcngruppcn übernommen. Als Redner des Tages sprechen: Landessührer Robert Schmidt, Staatspräsident Dr. Werner, Staatskommissar Dr. Wagner und der Vorsitzende der Reichsgemeinschaft deutscher Bauern Walter Darre. Berlin. Die derzeitigen Verhandlungen führen hoffentlich dahin, daß auch der preußische Ministerpräsident Hermann Göring sein Erscheinen zusagt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Die Leitung der Veranstaltung liegt in den Händen des LandeS- führers Schmidt, Steinheim. Zur Organisation steht diesem Propagandalciter T h o m a s, Ridda, zur Seite. Finanz-, Wirtschasts- und Quartier- auSschüsse sind in voller Tätigkeit. Strafkammer Gießen. * Gießen, 5. Mai. Ein Maurer war wegen gefährlicher Körperverletzung und ruhestörcn- den Lärms durch das Amtsgericht Lauterbach zu mehrwöchentlichcn Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die gegen dieses Urteil verfolgte Berufung hatte der Angeklagte auf das Strafmaß beschränkt. Zusammen mit anderen Arbeitskollegen hatte er von mittags bis in die Dunkelheit in einer Wirtschaft gezecht, gröhlend und lärmend zogen sie dann abends durch die Stadt. Da an diesem Tage in einer Rächbargemeinde die Beisetzung eines bei dem Riobeunglück umgekommencn Sohnes der Gemeinde stattgcfunden hatte, hatten mehrere Einwohner an dem unziemlichen Verhalten des Angeklagten Anstoß genommen. Als ihn deshalb ein älterer Mann wegen seines ungehörigen Benehmens zur Rede stellte, kam es zwischen den Beiden zu einem Wortwechsel, in dessen Fortsetzung der Angeklagte mit einem Rucksack, in dem sich ein Eß- geschirr befand, wiederholt auf den älteren Mann einschlug, der unbedeutend verletzt wurde. Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, wurde das erstinstanzliche Urteil insofern abgeänöert, als der Angeklagte wegen Körperverletzung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe vyn einer Woche zu einer Geldstrafe von 60 R M. und wegen Ruhestörung zu einer G e l d st r a f e von 2 0 R M. evtl, fünf Tage Haft verurteilt worden ist. Strafkammer Gießen. * Gießen, 9. Mai. Dor der Großen Strafkammer begann heute ein Prozeß gegen Frau Berta Schm., Kaufmann Bruno R., Kaufmann Otto R. und Kaufmann Karl G. von Gießen, Opernsänger Wilhelm H. und Frau Klara D. von Frankfurt a.Ä. wegen Betrugs. Die Anklage behauptet, daß die Genannten in den Jahren 1927 und 1931 eine große Anzahl von Geldgebern dadurch um insgesamt etwa 70 000 Mark geschädigt hätten, daß sie ihnen bewußt unwahrerweise vorgetäuscht hätten, Frau Berta Schm, erhalte in kürzerer Zeit ihren Erbanteil aus einer Londoner Millionenerbschaft. Alle Angeklagten bestritten, sich schuldig gemach, zu haben. Alle wollen sie davon überzeugt gewesen sein, daß die Erbschaft tatsächlich bestehe. Ihre Vernehmung ergab, daß mit dem Geld der Geschädigten sieben Reisen nach London und nach Holland gemacht worden waren, ohne daß es überhaupt gelungen war, festzustellen, wann und wo die aus Braunfels stammende, angeblich in den 70er Jahren nach London verzogekie Erblasserin verstorben, unb ob bzw. mit wem sie verheiratet gewesen war, d. h. ob überhaupt eine Erbschaft bestand. lieber das Ergebnis der weiteren Verhandlung, die noch mehrere Tage in Anspruch nehmen wird, werden wir berichten. Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit ist noch nicht beendet. Ein Tiefdruckwirbel über der Rordsee und Dänemark befördert kühle Ozeanluft nach Deutschland, so daß das Wetter seinen unbeständigen Charakter bei- behält. Aufheiterung und wechselhafte Bewölkung lösen sich ab, wobei es vereinzelt auch zu Regenschauern kommen wird.'Die Temperaturwerte bleiben ziemlich niedrig und dürften in der Rächt in Bodennähe bis um den Gefrierpunkt zurückgehen. Aussichten für Donnerstag: Weitere aber sind verpflichtet, eine neue Gemeinde zu bauen." Hierauf wies Beigeordneter Euler in eindringlichen Worten auf die Bedeutung der Zusammensetzung des Gemeinderats für die Gemeinde hin und forderte auf zu tätiger Mitarbeit. Einstimmig wurde der Antrag angenommen, die ^Friedrich-Ebert-Strahe" in .H o r st - Wessel- Straße" umzubenennen. Das Horst-Wessel-Lied beendete die denkwürdige Sitzung, in der eine Abteilung SA. die Ehrenwache hielt. Anschließend fand im Saal von Braun eine stark besuchte Ge- netalüerfammlung der RSDAP. statt. Die erste Arbeitssihung. £ Wieseck, 10. Mni. Gestern abend fand eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats statt, die sehr stark besucht war. Bürgermeister Schomber eröffnete die Sitzung. Gemeinderat Seibert beantragte, als weiteren Punkt der Tagesordnung „Die Weiterführung der Straßenbahn auf den Karusfellpla tz", dem allgemein zugestimmt wurde. Die verschiedenen Kommissionen wurden auf Vorschlag wie folgt gebildet: Finanzkommisfion: Adolf Sommeriad, Karl Daupert, Karl Wetter, August Strack. Baukommission: Karl Seibert, Heinrich Rodenhausen, Heinrich Hetterich, Adolf Sommerlab. Lanbwirtschaftliche Kommission: Heinrich Werner, Heinrich Robenhau- (en, Michael Becker, Abolf Sommerlab. Wohlsahrts- kommifsion: Karl Schneiber, Friedrich Mietzner, Wilhelm Robenhausen, Abolf Sommerlab. Als Außenstehenber ber NSBO. Ortsgruppenleiter Ernst Jung. Wasserkommifsion: Heinrich Robenhausen, Heinrich Werner, Karl Seibert, Friebrich Mietzner. Schulvorstanb: vom Gemeinderat: Karl Daupert, Michael Becker, August Strack, von ber Gemeinde: Otto Möser, Abolf Ihm, Frau Anna Mietzner, von den Lehrern: Stott, Heil, Schneiber. In sämtlichen Kommissionen führt Bürgermeister Schomber den Vorsitz. Als Kontrolleur würbe öemeinberat Karl Weller bestimmt. Auf Grunb bes Gereke- planes hatte ber alte Öemeinberat verschiedene Arbeiten im Wasserleitungs-, Kanal- unb Straßenbau vorgesehen unb bafür bie Bausumme auf dem Wege des öffentlichen Kredites beantragt. Das Kulturbau amt hatte die Pläne ausgearbeitet und die Arbeiten ausgeschrieben. Es lagen für die Arbeiten, die in drei Lose geteilt waren, die Angebote vor. Um nach Möglichkeit nur solche Arbeiten auszuführen, die den zahlreichen einheimischen Erwerbslosen Ber- dienstmöglichkeit schaffen, anstatt hohe Materialkosten aufzuwenden, sott der gesamte Plan überprüft und bis zur nächsten Sitzung zurückgesteltt werden. Die Schaffung einer halben Lehrerstette konnte abgesetzt werden, da sich die Lehrerschaft zwecks Ersparnis der Kosten (1200 Mr.) freundlicherweise bereit erklärt hatte, den Stundenplan so zu regeln, daß die Besetzung nicht notwendig ist. Die Vergebung von Wohnungen wurde Bürgermeister Schomber nach den gegebenen Richtlinien übertragen. lieber die Weiterführung ber Straßenbahn vom Linbenplatz burch bie Schul- straße nach ber Gießener Straße (Karussellplatz) sott auf Wunsch vieler Einwohner mit der Gießener otabtoerroaltung oerhanbelt werben. Im Anschluß an die öffentliche Sitzung fand eine nichtöffentliche Beratung statt. Landkreis Gictzcn. X Wieseck, 7. Mai. Die R S D O. hatte am Freitag im vollbesetzten Saal von Gastwirt Hor- mann zu einer Versammlung einberufen, wie sie wohl in Wieseck vor wenigen Wochen noch für unmöglich gehalten wurde. Gewerkschaftskommis- far Bartholomäus. Gießen, sprach Über die Gcwerklchastssrage im neuen Reich. Die Zahlen der Mißwirtschaft der vergangenen Jahre gaben den Zuhörern ein erschütterndes Bild von der Irreführung, die manchem bis vor kurzem noch nicht bewußt war. Die Ausführungen des Redners waren oft von starkem Beifall unterbrochen, der zeigte, daß grade die Arbeiter, die noch vor kurzem im gegnerischen Lager standen, (-.ch der Erkenntnis der Wahrheit der Sendung Hitlers nicht mehr verschließen konnten. Weiter sprach Gewerkschastssekretär Benner, der seiner Freude Ausdruck gab über die harmonisch und einig verlaufene Versammlung, und der wünschte, daß es der neuen Regierung gelinge, hze Windau der Gewerkschaften im Interesse I beite» zu »Ermg-n. ich mich bei Pensionierunasempsehlungen nur an solche Lehre wende, bie nicht mehr burch wirtschaftliche Verpflichtungen ihren Kinbern gegenüber belastet sind, so wollen wir boch anerkennen, baß sie durch ihr Pensionierungsgesuch eine Tat vollbringen, bie im nationalen Interesse sehr z u b e g r ü ßen ist. Ich bin barum bereit, folgendes zu erklären unb zu bestimmen: Alle Lehrpersonen, bie meiner Aufforderung zur Einreichung ihres Pensionierungsgesuches nachkommen, begehen in dieser Notzeit eine nationale Tat. Ihre Namen werden unter dem Titel: „P e n s i o - nierung als nationale Tat" in der Presse veröffentlicht unb bei ihrem Abschied von ber ihnen hebgeroorbenen Stätte ihrer Lebensarbeit, an ber sie in aewissenhaster Pflichtausfassung unb ihrer treuen Erfüllung bem Volke bienten, wirb ihrer aller durch eine den Verhältnissen entsprechende würdige Feier in ehrender Weise gedacht Die Direktoren, Leiter und Schulräte bestimmen — der neuen Zeit entsprechend — Rahmen und Inhalt der Abschiedsfeiern unb tragen die Verantwortung für die gewünschte Durchführung. Hessischer Heimatbund für Naturschutz. Der Hess. Minister für Kultus unb Bildungswesen gibt bekannt: DaS Hessische Ministerium für Kultus und Bildungswesen wird alle Vereinigungen, die sich mit der Erforschung und dem Schuh und der Pflege der heimischen Ratur, ihrer Tier- und Pflanzenwelt befassen, sowie alle Einrichtungen, die sich hieraus beziehen (Zeitschriften, Bibliotheken, Museen, Dildsammlungen usw.), zu einem umfassenden Heimatbunde zusammenschließen. Der Hessische Heimatbund soll den tief im deutschen Wesen begründeten Gedanken der Ehrfurcht vor der Ratur und der Liebe zur Heimat in die Tat umsehen. Ich ersuche alle obengenannten Vereinigungen, sowie die Leiter der erwähnten Einrichtungen, mir baldigst ihre Anschriften und Statuten zu melden, sowie Räheres über den Umfang und die Art ihrer seitherigen heimatlichen Betätigung mitzuteilen. Mit der Leitung der Vorarbeiten zur Bildung des Hessischen Heimatbundes für Raturschuh habe ich Herrn Dr. S p i l g e r in Darmstadt, Rhein- strahe 41, beauftragt. Oie Burgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Die Bürgermeisterei Gießen weist im Anschluß an ihre Bekanntmachung in unserem gestrigen Blatte noch einmal darauf hin, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und 2ll>führung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer hastet, und im Falle er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid an- gesordert und nötigenfalls im Derwaltungs- zwangsversahren beigetrieben wird Taten für Mittwoch, 1V. Mai. 1871: Friede zu Frankfurt a. M. Elsaß-Loth- ringen fällt an Deutschland zurück; — 1904: der Afrikareisende Henry Morton Stanley in London gestorben. Es folgte ein Referat über die Gründung des Reichseinheitsoerbanbes für das beutsche Gaststätten- fiemcrbe, bie mit bem Äampfbunb burch bie kommis- arische Berufung bes 1. Borsitzenben erfolgt fei. Da der bisherige Präsident sich nicht hinter bie Regierung stellte, würben er und der Vorstand abgefetzt. Zum ersten Präsidenten wurde G o e r k e . Berlin, zum zweiten Präsidenten Doering, Darmstadt, gewählt. Der Einhettsver'mnd gliedert sich in 17 Gaue. Hessen zählt mit Hessen-Nassau und Waldeck zum Gau 19, mit dem Sitz in Darmstadt und unter der Führung von Doering. Gastwirt Mund, Darmstadt, wurde zu seinem Stellvertreter und Wolf, Kassel, zum 3. Vorstandsmitglied bestimmt. Zum Vorstand gehören sechs Mitglieder aus Mainz, nrantfurt, Wiesbaden, Kassel, Gießen und Worms. Dazu kommen Vertreter der Fachschaften des Schankgewerbes, des Hotel- und Bahnhofsgaft- aewerbes unb bes Verkehrs- unb Konzertgewerbes. Die Unterteilung ber Gaue erfolgt in Bezirke nach ben brei hessischen Provinzen. Der Einheitsverbanb bringt als ersten Erfolg bie Anerkennung des deutschen Gaststättengewerbes. Damit ist dieser als sechster Berufsstand beim Aufbau der deutschen Wirtschaft eingegliedert und somit in den Kammern, dem Reichsrat unb bem Reichswirtschaftsrat vertreten. Neue Mitglieber biirfen vorerst nicht ausgenommen werben; später wirb bie Zwangsmitgliebschast zum Gau eingeführt. Bis zur Ucberleitung bes Hessischen ßanbesoerbanbes in ben Gau 10 würbe ber Vorstanb wiebergewählt unb für Doering Gastwirt Mund als erster unb Benebikt, Darmftabt, als zweiter Verbanbsvorsitzenber bestimmt. -rrperliche Ar- ---- - E ÄI ck)erS in ländlichen flWOdungenfur und Abiturientinnen ent- , Zur Haus-Trinkkun MÄ-Ä überwunden werden." Auf r Abiturientinnen mit ar- iuö den verschiedenen Volks- i SOMMER-STOFFE nur von LBERNARD Statt besonderer Anzeige. verlassen. Gießen, den 9. Mai 1933. 3131 D Schöne 02900 02901 Prof. Henneberg und Töchter und Schwiegersöhne. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Mai, nachmittags 3 Uhr statt 5-Zimmer Wohnung m. Zubehör, zu vermieten. Nähe Univ. Näb. Kevlerstr. 11. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Von Beileidsbezeugungen bitten wir absehen 2u wollen. 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Der Pfarrer meinte: „Aber Frau von Zweilinden und ihr Sohn wissen doch, was aus dem Grafen Speerau geworden ist?" Angela nickte. „Ich glaube aber kaum, daß sie beide darüber zu jemand gesprochen haben." Der Pfarrer seufzte heimlich. Angela, die um ihres Stiefvaters willen ihrer Liebe hatte entsagen müssen, . . lal)rfcf)einlid)teit, d°b !Biefe?UrCh ^6" Eingang von Neuheiten finden Sie das Gut meines Vaters ist." 1 unserer Kleiderstoff-Abteilung reiche Auswahl in /r. . - .. . ___ mnllön 10 2n5n been modernen Sommerstoffen Heute letzter Tag! Der sensationelle Kriminalfilm Teilnehmer antwortet nicht Baustoffe anerkannt beste Qualitäten liefert prompt und billigst 2621 D C. Rübsamen Fernsprecher 3659 meinte: „Ich sagte vorhin, Wiesental ip, Justizrat erzählte, das nächste Nachbargut linden. Was läßt sich daraus schließend Angela sah den alten Herrn fragend leuchtete es plötzlich in ihren Augen auf. „Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß der Welt berühmtester Heldentenor in seinem neuesten Ufa-Groß-Film Ein Lied für Dich h!chhSsn Der P, Sn.SSe‘fssen Tausende u. hat einen lernende. Meine vielmals empfehle^, SIngela tupfte mifn9-,n Augen, und dann brad)Qualltat, Lippen, das Erlebnis mit irurhs- So erfuhr der alte Pfar. , Esperao ein Graf Speerau gftOGn Gut nicht weit von Zweilinden u. . Der alte Herr hatte sehr aufmerft* hatte, blickte im Spiegel an Wochen hat er im gessen." Sie schüttet, nicht tun dürfen, Kon tun dürfem wenn du gfHA M El'i lrockeiu s -J g MM über daun !iß sie suh zWW ■ ■ um einen, dem sie so mcVij gar nichts gcflullen hattet' „„ « , ’2'preis G.m.b.H. 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Sie übernimmt die Hochschule der vorausgegangenen Epoche. Diese Hochschule war ihr Herzstück gewesen, ihr Stolz, daran sie sich klammerte. Aber mit der Epoche war auch die Hochschule tröst allem Glanz abgesunken, die am wenigsten an das Ende eines Zeitabschnittes gedacht hatte, die sich gar nichts anderes vorstellen konnte, als daß eine geistige Umgestaltung von ihr ausgehen müßte. Nun, wo es anders gekommen ist, sindet die Zeit die Hochschule selbst am allerwenigsten vorbereitet auf die Um- stellung, die der Geist der neuen Epoche von ihr fordert. Die Hochschule muß erleben, daß die geistigen Triebkräfte der neuen Zeit außerhalb von ihr selbst entstanden sind, wenn auch einzelne ihrer Träger bereits den Hochschulen zugehörten oder sich in sie eingliederten, um sie zu sprengen, entstanden sind in den Schützengräben des Weltkrieges, im Kampfe gegen einen „Friedenszustand", gegen den sie selbst nur protestieren konnte. Sie muß erleben, daß der Mann, der der Führer dieser Bewegung wurde, nicht einmal ein Akademiker war, daß die Männer, die den von der Gnade geweckten Geist in diesen vierzehn Jahren zu einer lodernden Flamme entfacht haben — daß sie das getan haben, müssen auch diejenigen zugeben, die über die Art es zu tun die Nase rümpfen —, keine Professoren zu ihrer Unterstützung herangezogen haben, sogar ein ostentatives Mißtrauen gegen Hochschulange- hörige hegen. Wie die Erneuerung des Volkes von innen heraus und damit die von Staat und Verfassung ohne Begutachtung durch die Universität erfolgt ist, so kann die Umgestaltung der Hochschule ihr nicht überlassen werden, schon deshalb nicht, weil sie eine solche gor nicht will. Sie wird vom Staate selbst, gestützt auf die hinter ihm stehende und marschierende Jugend, zu der auch manche Akademiker gehören, in die Hand genommen werden müssen, wobei nur zu hoffen ist, daß ihm dabei zum Heil der Hochschule möglichst viele Hilfskräfte von ihr her entgegenwachsen werden. Das darf aber diejenigen nicht hindern, schon jetzt aktiv die Lösung mit vorzubereiten. Die Umgestaltung der Hochschule ist nicht eine sich jetzt plötzlich stellende Forderung. Planen und Wille dazu sind zugleich mit dem Werden des neuen Geistes gewachsen. Wie eifrig haben bie jmn der Hochschule kommenden Krieger in den Schützengräben über das hier zu leistende Werk sich besprochen! Welch gutes, wenn auch kleines Schrifttum ist darüber unmittelbar nach dem Kriege entstanden! Einiges davon ist auch in die Tat umgesetzt worden, ohne daß das ausfiel und auffallen sollte. Aber die Träger solcher Ideen und Werke wußten, daß die Zeit noch nicht gekommen ist, solch starke Umbauten vorzunehmen. Erst mußte die ablausende Epoche den Todesstoß erhalten haben. Das ist mit den Ereignissen zu Beginn des Jahres 1933 ge- schehen. Der Weg zur Tat ist frei geworden. Was ist zu tun? Othmar Spann hat kürzlich geschrie- den: „Noch niemals ist in der Geschichte die Wandlung eines Weltbildes durch die politische Tat allem auf die Dauer gelungen." Das ist zweifellos richtig, wenn es recht verstanden wird. Es gibt keine aus irgendeiner andern Zeit entnommene Rezepte für die freie schöpferische Tat. Wir haben in diesen Zeiten so recht erlebt, wie Tat und Plan Zusommen- fallen, weil sie aus einem Geist stammen. Der Geist ist es, der das Weltbild wandelt, indem er Tat und Pläne werden läßt. Aber die Tat ist das Entscheidende. Ohne sie kann eine Epoche nicht obgelost werden, wenn auch sonst die Voraussetzungen vor Händen sind. Ohne die politische -lut y) 111 c r s Das Werkhalbjahr der Abiturientinnen. Don Or. Hertha Siemering, Berlin. 03ot wenigen Wochen begann das unlängst verordnete Freiwillige Werksemester für Abiturienten und Abiturientinnen. Sein Ziel ist es. auch der akademischen Jugend bewußt zu machen, daß in der eigenen Lebensgestaltung der frct- willige, uneigennützige D i e n st a m D o l k c und an der Gemeinschaft an erster Stelle stehen ,ol- len". Das Werkhalbjahr will den Abiturienten vor Augen führen, daß der Wille z u r K a- meradschaft wert ist, über das Erlebnis der Jugend hinaus lebendig zu bleiben. Die Teilnahme am Freiwilligen Arbeit sdiens will dem Abiturienten den Sinn praktischer Arbeit, den Zusammenhang körperlich^ und geistiger Tätigkeit, die Verbundenheit mit Boden. Heimat und Nation bewußt machen. Sie will ihn mit allen Volksschichten in tätige Berührung brm- gen Eie will dadurch seine Lebenserfahrung steigern. Die Teilnahme am Freiwilligen Arbeitsdienst soll ihn vor allen Singen auch in den Stand sehen, ferne eigene Lage als die Loge der gleichaltrigen Jugend aller Stande zu werten und aus Grund eigener Erfahrungen seine Verufswünsche noch einmal uachzuprusen Diese allgemeinen Leitgedanken des Wcrkhalv- jahrs gelten für die jungen Mädchen ebensogut wie für die jungen Manner. Einige Jugendbundc haben ihren Abiturientinnen die Pflicht auferlegt, sich sogleich beim Abgang von der Schule für das freiwillige Werksemester zu melden. Der ursprünglich vorzugsweise für die erwerbslose Jugend bestimmte Freiwillige Arbeitsdienst bietet besonders mit seinen Freiluftunternehmungen gewiß einen starken Anreiz für bestimmte Gruv- pen unserer weiblichen Jugend aus den höheren Schulen die in den Jahren des körperlichen Heranreifens in die Enge ihrer Klassenzimmer gebannt war. DieLandsehnsuchtderiun- würde alles kulturpolitische Wollen und ausgereifte Handeln aus neuem Geist nicht seine Erfüllung fin- den. Andererseits würde die politische Tat die Wandlung des Weltbildes nicht vollenden können, wenn nicht alle ihr verbundenen und verpflichteten Kräfte ihr zuströmen werden. Die Tat Hitlers löst weitere Taten aus gleichem Geist aus. Die Umgestaltung der Hochschule wird von Männern erfolgen, die planen und handeln können. Die Vollendung des Menschengeschlechtes auf Erden ist immer wieder den sich ablösenden Völkern, jedem auf seine Eigenart, als Aufgabe aestellt worden. Die neue Epoche stellt dem an Kräften und großen Geistern so reichen, aber an völkischem Pflichtbewußtsein so armen deutschen Volke diese Ausgabe mit besonderer Dringlichkeit. Immer wie Der hoben noch r>lh die neuen Männer das Ziel verkündet: Zusammenfassung aller Kräfte der Na- tion zur Einheit. Das hätte zugleich die Bindung der physischen, geistigen und sittlichen Kräfte der einzelnen deutschen Menschen untereinander an das Ganze bedeutet. Aus welchem Geist konnte das damals gefordert werden? So konnte auch weder das Klagen über Hödur, der den Baldur erschlug, noch die Mahnung des alten Attinghausen helfen. Jetzt aber befiehlt der Zeitgeist, mit dieser Aufgabe ganz ernst zu machen. Die Bereiten sollen geordnet werden, um dann selbst Ordner zu werden, die Lässigen sollen angefeuert, die Widerwilligen gezwungen werden. Die reifen Männer der neuen Zeit stehen heute alle in den besten Jahren. Ihre Zahl Ht nicht groß, weil sie durch Kriegsverluste geschmälert wurde. Wer heute nicht zu ihnen gehört, wird zum Neubau des Ganzen nicht herangezogen werden. Konjunkturbeflissene kann man dazu nicht brauchen. So wird in außerordentlichem Ausmaße die Nach- kriegsjugend herangezogen, die oft nur Begeisterung und Gehorsam mitbringt und in ihre Arbeit erst hineingewachsen sein muß. So ist die Umbildung der Nation in doppeltem Sinne eine eminent er- zieherische Ausgabe. 3m Mittelpunkt jeder völkischen Erziehung steht aber die Hochschule. Sie ist das Gewissen der Nation, wie wir in Anlehnung an das schöne Wort Kurt Bauers, des deutschen Lehrers in Chile, sagen dürfen, der die Schule das Gewissen der Stadt genannt hat. Die Hochschule hat die Elite, die innere Trägerschaft von Volk und Staat heranzubilden, die wir nach dem Zusammenbruch des Bürgertums nicht mehr besitzen. Damit stellt sich also als dring- lichste Ausgabe der neuen Hochschule die Erziehung zum politischen Menschen, zum Menschen, der, indem er selbst einordnet, an das Ganze denkt und für das Ganze handelt. proseffor unb Slubenienschast im neuen Staat Einleitende Worte bei Eröffnung seiner Vorlesungen im Sommersemester. Don Or. Ernst Günther, a. o. Professor der Wirtschaftlichen Staatswissenschafien an der Universität Gießen. Früher konnte wohl der Professor bei Beginn des Semesters sofort medias in res gehen, sich nach ein paar allgemeinen, einleitenden Phrasen sofort seinem eigentlichen Thema zuwenden, aber diesmal liegen I zwischen dem Schluß des alten und dem Beginn des neuen Semesters, zwischen dem Vorabend des 5. März und dem deutschen 1. Mai so bedeutungsvoll entscheidende Tage und Vorgänge, daß niemand sich einfach- vorsichtig und leise daran oorbeidrücken kann, sondern jeder offen irgendwie dazu Stellung nehmen muß. Denn in dieser Umwertung aller Werte, in diesem Neubau des äußeren und auch des inneren Lebens, die jetzt mit so heroischem Kraftaufwand unternommen werden, kann vielleicht auch die altüberlieferte Stellung und Aufgabe der Wissenschaft im Rahmen unseres Gesamtlebens, und der Universität als der vornehmsten Pflanzstätte der Wissenschaft nicht einfach unbesehen beibehalten werden, sondern sie müssen auf ihre Zweckmäßigkeit, auf ihre Gemeinnützigkeit nachgeprüft werden: und auch das Verhältnis zwischen Dozentenschaft und Studentenschaft ist sicher nicht unberührt geblieben vom Wandel der Zeiten und der Herzen. Sie verlangen heute mehr als je statt toter, kalter Kenntnisse warmes, lebendiges Wissen, und hinter dem Vermittler dieses Wissens, hinter dem Professor suchen Sie den Menschen. Jedenfalls ist das Verhältnis zwischen ihnen und uns ganz auf gegenseitiges Verstehen, auf gegenseitiges Vertrauen gestellt, und deshalb halte ich eine klare, offene Aussprache für richtig, für notwendig. Inter arma silent musae, im Kampfgetümmel, im Getöse der Waffen ist keine Zeit und keine Zuhörer- chast zu finden für ruhige wissenschaftliche Unter- uchungen und Betrachtungen, inter arma silent eges. wenn ein Volk im Kampfe um seine Existenz, um die Grundlagen dieser Existenz um die Grundlegung einer neuen, besseren Existenz steht, ist offenbar nicht die beste Zeit für feine theoretische Betrachtungen über das Wesen der Gerechtigkeit, über Recht und Unrecht. Recht und Unrecht treten hier offenbar ganz zurück hinter dem Zwang und Zweck, die jedes Mittel heiligen, das zum Ziele zu führen verspricht. Die ungeheuere, ungeduldige Aktivität unserer Tage schasst keine besonders günstige Atmosphäre für die dankbare Ausnahme der Ergebnisse der doch stets mehr auf das Abwägen und Abwarten eingestellten Wissenschaft. An sich sollten ja die Wissenschaft, deren letztes Wesen doch die Kritik, die unbestechliche, rücksichtslose Kritik ist, und die Jugend, die ja in der Regel ein ebenso unerbittlicher, unbarmherziger Kritiker ist, sich begegnen, aber heute ist es wohl so, daß die Jugend die Kritik einmal satt hat, ihrer überdrüssig ist, nichts mehr davon wissen will: höchstens richtet sich ihre Kritik gegen das zu matte, des rechten, lebendigen Glaubens nicht mehr fähige Alter und gegen die nörgelnde, krittelnde Wissenschaft, die durch ihre ewigen Bedenken, durch ihre „Ader" den heiteren, hossnungsfrohen Glauben an die Gegenwart, an die Zukunft nicht recht auskommen lassen will. Selbst wenn der Professor Ihnen lauter Diamanten, lauter Edelsteine des Wissens geben könnte, so verlangen Sie statt der Steine Brot, lebendige Geistesnahrung. Vielleicht verlangen Sie damit etwas Unbilliges, etwas, was in der Art, in dem Umfang von der Wissenschaft, von der Universität, vom Pro- feffor gar nicht gegeben werden kann. Für die Wissenschaft, für den Wissenschaftler gilt der Satz: „Amicus mihi Plato, sed magis amica veritas“, teuer ist mir, hoch steht mir Plato — der hier natürlich nur als der Typ des großen Geistes, des Führers überhaupt genommen ist — hoch steht mir Plato, aber über jeber Doktrin und Person steht mir die Wahrheit. Der Wissenschaftler als solcher, als echter Wissenschaftler kann keine andere Autorität, kein anderes Gesetz über sich anerkennen, als die Wahrheit, das immer erneute, durch nichts zu unterdrückende Streben nach Wahrheit. Aber Sie suchen heule nach Autorität, nach festen Werten. Und ganz mit Recht. Wir älteren hatten in der Vorkriegszeit noch so viele feste Bindungen in der Staats- und Gesellschaftsordnung, in der unerschütterten Tradition auf so vielen Lebensgebieten, daß wir ohne Gefahr unb Schaben bie volle Ungebunbenheit auf einzelnen Teilgebieten, bie volle Freiheit ber Kunst unb Wissenschaft for- bern unb vertragen konnten. Denn erstens fanb biefe Freiheit ber Kunst unb Wissenschaft selbst durch bie Bindung, burch bie festere Haltung des übrigen Lebens stets auch einen gewissen Halt, eine selten überschrittene Grenze, unb bann machte es, wie schon angebeutet, auch nichts aus, wenn eine völlig voraussetzungslvse Wissenschaft sich hier und da scheinbar etwas von den Voraussetzungen, von den Grundlagen des staatlich-sozialen Seins entfernte, loslöste, denn diese Grundlagen standen, wie wir annahmen, so unerschütterlich fest, daß sie durch ein bißchen Kritik nicht erschüttert werden konnten. Aber Ihrer Nachkriegszeit find saft alle diese festen Bindungen zerrissen, zerschlagen worden, verloren gegangen; Sie stehen völlig ungebunden, aber deshalb vielleicht auch haltloser im Leben. Völlige Freiheit kann ber Mensch, kann jebensalls ber Durchschnittsmensch auf die Dauer gar nicht vertragen, sie wäre viel zu aufreibend für ihn. gen Generation kommt hinzu. Aus eigener Anschauung, in straffer Arbeit wollen frische Jungmädchen das Leben der Siedlerfrau kennenlernen. And nicht zuletzt zieht sie das nationalpolitisch begründete Interesse für die Bevölkerung an unsere Grenzen. Jedenfalls lassen vereinzelte Nachrichten darauf schließen, daß gerade im Osten die Meldungen junger Abiturientinnen zum freiwilligen Werkhalbjahr in größerer Zahl eingehen. Aber außer jenem gesunden Drang aufs Land, zur Landarbeit, zu den Siedlern und Grenzbewohnern, hat das Werkhalbjahr noch einen anderen Sinn: den Anentschlossenen, denen, die sich über Neigung und Begabung noch nicht klar sind, die bisher noch nicht genau wissen, ob sie wirklich den Weg zu Studium und Hochschule einschlagen sollen, den ihnen das Abiturium erschlossen hat, oder ob sie besser tun. einen mehr praktischen Beruf zu wählen, kann diese Pause sehr nützlich sein. Vei der den Abiturientinnen ungewohnten körperlichen und ganz aufs Einfache und Praktische abgestellten Tätigkeit mag das einzelne Mädchen selbst ermessen, ob es hierfür besser taugt als für die Kopfarbeit, die es auf der Schule fast ausschließlich geübt hat. Die körperliche Arbeit, begleitet von sportlichen Aebungen, wird das ihre tun, um die Mädchen zu kräftigen. So darf erwartet werden, daß sie zum Herbst aufgelodert an Leib und Seele lebensreifer und einsichtiger in die Heimat zurüdkehren. Für die Durchführung des Werkhalbjahrs hoben zunächst der Reichsminister des Innern und der Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst in einem Merkblatt und in einem Rundschreiben, später in Ergänzung dieser Veröffentlichungen der preußische Minister für Kunst. Wissenschaft und Volksbildung in einem ausführlichen Erlaß, der sich allem mit den Abiturientinnen beschäftigt, folgendes angeordnet: Die Teilnahme am Werksahr ist keineswegs auf diejenigen beschränkt, die sich dem Hochschulstudium zuwenden wollen. Die jungen Mädchen sollen zunächst für zwanzig Wochen in eine geeignete Maßnahme des FAD. eingereiht werden. Als geeignet gelten in diesem Fall solche geschlossenen Arbeitsdienste in denen die Jugendlichen auch zusammen wohnen, bei denen nach Möglichkeit Land- und Gartenarbeiten mit hauswirtschaftlicher Betätigung und Näharbeit verbunden sind. Arbeitsdienste dieser Art sind vielfach von choritativen Organisationen eingerichtet worden. Ihre Leistungen helfen in der Regel eine Einrichtung der Wohlfahrtspflege tragen. Ein Erholungsheim für Mütter und Kinder, eine Speisung für Kinder, für Erwerbslose oder alte Leute, Näharbeiten für Anstalten, für Arbeitslager junger Burschen, für die Winterhilfe usw. Bei den Maßnahmen, in die Abiturientinnen eingestellt werden, wird auf körperliche Arbeit im Freien, besonders in ländlichen Verhältnissen Wert gelegt. „Grundsätzlich kommen nur solche Freiwilligen Arbeitsdienste in Frage, die eine Lebensgemeinschaft von Abiturientinnen und Mädchen anderer Volksschichten ermöglichen. Schwierigkeiten, die sich der Ausgestaltung einer solchen Lebensgemeinschaft von erwerbslosen Mädchen und Abiturientinnen entgegenstellen, sollen durch sorgfältige Auswahl der Dienste und verständnisvolle Einordnung der Abiturientinnen überwunden werden." Auf das Zusammensein der Abiturientintten mit arbeitslosen Mädchen aus den verschiedenen Volks- Gerade weil in nahezu allen Berufen die Zukunftsaussichten heute für niemandem mit einiger Sicherheit festzustellen sind, bedarf die Berufswahl auch der Abiturientinnen augenblicklich besonderer Sorgfalt. Die Berufswahl wird um ein gut Teil treffsicherer, wenn Eltern und Tochter wenigstens den einen Faktor, die Veranlagung des Mädchens, mit einiger Bestimmtheit in die sonst so ungewisse Zukunfts- rechnung einzusetzen wissen. Dazu soll das Wert Halbjahr ihnen helfen. — r- Deshalb suchen Sie rfiif Recht nach einem neuen Halt, nach neuer Binbui’fl- Dir hatten, wenn ich \o jagen darf, die Autor; tat der Institution, ber itz den staatlich.I zzzalen Einrichtungen verhärteten Xrtitiüon; aber da sich, wenn bie alten Institutionen bejt'.figi stnL neue nicht so schnell schaffen lassen unb vor allem zu ihrer Befestigung im Gefühl unb Bewußtsjein der Menschen längere Zeit gebrauchen, so suchen Tre Ersatz für die zur Zeit kaum gegebene Autorität der Institution in ber Autorität ber Person, im Führergebanken, in ber gehorsamen Unterordnung unter den Führer, in der straffen Einordnung in die Partei. Manche von uns Aelteren. die diese Zusammen- hänge noch nicht richtig erkannt haben, wundern sich immer wieder darüber, können gar nicht begreifen, daß ausgerechnet die zweifelsüchtige, oppo- fitionsluftigc Jugend auf einmal so gläubig und gehorsam geworden sein soll, bewußt so gläubig und gehorsam sein will. Aber es ist ein durchaus gesunder Instinkt, es ist einfach der Selbsterhaltungstrieb, der Sie zu solchem Verhalten treibt. Sie fühlen, daß, wenn das Lebensschifs nicht in jedem Sturm abgetrieben, zum Kentern gebracht werden soll, daß es dann genügend Blei am Kiele haben muß, unb ba Sic eben nicht mehr die alten Beschwerungsmittel der institutionellen und traditionellen Autorität zur Versügung haben, jo mäh len Sie mit Fug und Recht bie personelle Autorität unb wohl auch bie Autorität ber Parteidisziplin. Ich habe cs heute nun einmal mit den lateinischen Sentenzen, und die lateinische Sprache hat wohl auch wie kaum eine zweite den Vorzug, daß in ihr auch vielseitigere Gebankengänge in ber benfbar einjachsten unb kürzesten Form gesagt werben können, deshalb möchte ich zum Schluß noch einen brüten lateinischen Spruch gebrauchen unb Ihre Zustimmung erbitten für ein Verhalten nach bem Grundsatz: „In necessariis unitas, in dubiis libertas, in Omnibus autem caritas". In necessariis unitas, im Notwenbigen Einigkeit, in ben großen Grundsra- gen und Grunbzielen muß Einigkeit, Einstimmigkeit herrschen. Darüber bars kein Streit unb Zweifel bestehen, baß unser Leben unb Streben, baß unser aller Arbeit, bie Arbeit bes Lehrenben ebenso wie bie ber Lernenden, nur bem deutschen Volke zu dienen hat; und auch über bie Grunbrichtung, in ber biefes Ziel gesucht werben muß, muß Einigkeit herrschen. Niemand bars bie großen, für bie Entwicklung ausgestellten Richtpunkte aus ben Augen verlieren. Der Künstler hat nicht bas Recht, seine artistisch-künstlerischen Fähigkeiten frei spielen zu lassen, ganz unbekümmert barum, ob nicht etwa burch bas Produkt seiner Phantasie, burch seine Dichtung, seine Malerei ober Musik Schaben angerichtet wirb, sonbern seine freie schöpferische Phantasie findet — soll jebensalls finben — ihre u nüber- steigbaren Schranken bort, wo sie bie allgemeinen Entwicklungslinlen zu durchkreuzen broht. Unb auch ber Gelehrte bars nicht unbekümmert jeben Weg versolgen, gleichgültig, wohin er führt, sondern er muß sich innerhalb gewisser Richtlinien halten. Der hiermit geforderte Verzicht kann der Wissenschaft um so leichter werben, als bie Aufstellung von Zielen überhaupt nicht ihre Aufgabe ist, Lebensziele entspringen kaum je aus bem Wissen, sonbern aus bem Willen, aus ber Weltanschauung. Es ist beshalb auch keine Degrabierung, wenn bie Wissenschaft biefe Ziele von anberer Seite her setzen läßt, sich selber nur barauf beschränkt, ben besten Weg zum Ziele zu zeigen. Aber es heißt „in necessariis unitas“, bie Gleichschaltung bes Geistes, wenn ich einmal biefes vielgebrauchte unb manchmal wohl auch etwas mißbrauchte moberne Schlagwort hier anwenden barf, muß sich auf bas Allernotwenbigste, auf ganz wenige Grunbfragen unb Grundziele beschränken; im übrigen gilt aber: in dubiis libertas, in allen Punkten zweiter unb entfernterer Drbnung muß unbebingte Freiheit herrschen, benn bie Gleichschaltung barf nicht zur Uniformierung, zur Abtötung allen Eigenlebens unb bamit auch zu einer Schwächung unb Lähmung bes Gesamtlebens führen. Die Wissenschaft, bie wissenschaftliche Forschung lebt ja vom Ungewissen, vom Dubiosen, würbe überflüssig werben, wenn alles zweifellos unb fest bestimmt wäre. Und auf bem Wege, biefe Zweifel aufzulösen, muß bie Wissenschaft frei fein: in dubiis libertas! Ich verhehle mir nicht, baß dabei meine Wissenschaft, die Staatswissenschaften, die Wirtfchafts- und kreisen wird entscheidender Wert gelegt, weil sie rechtzeitig lernen sollen, sich in die Volksgemeinschaft einzuordnen. Während der zwanzig Wochen ihrer Beschäftigung in' einem anerkannten FAD. genießen bie '-Abiturientinnen genau so wie alle übrigen Dienstwilligen bie finanzielle Förberung aus Reichsmitteln. Dafür werben sie vom Träger des Dienstes untergebracht und verpflegt. Außerdem wird ihnen ein Taschen- gelb von höchstens 30 Pfennig je Wochentag aus- gezahlt. Die Abiturienten werben nach Ablauf ber Zeit im FAD. für ben Rest bes Werksemesters in bie vom Reichskuratorium für Iugenbertüchtigung veranstalteten Geländespvrtlehraänge eingereiht. Die Kosten ber Reise zum Dienftort sind von ben Teilnehmerinnen selbst zu tragen; jedoch gewährt bie Reichsbahn auf Grunb bes Einberufungsschreibens für die Hin- unb Rückreise eine Fahrpreisermäßigung von 50. v. H. der Kosten der 3. Klasse im Personenzug. Soweit bas offizielle Werkhalbjahr ber Abiturientinnen. Daneben scheint sich inoffiziell eine anbere Form zu entwickeln, die ben Nachdruck nicht so sehr auf bie für ben FAD. vorgeschriebene Arbeitsleistung, wie vielmehr auf bie Schulung ber jungen Mädchen in Hauswirtschaft, Gartenbau, Kinderpflege usw. legt. Die Kosten aller dieser Lehrgänge fallen mit Aus- nähme ber zwanzig Wochen Arbeitsbienst im Iu- genbheim ben jungen Mäbchen bzw. ihren Eltern zur Last. Es ist daher das Bedenken laut geworden, es könne durch derartige Veranstaltungen eine Absonderung ber wirtschaftlich Besjergestellten eintreten, währenb bas Werksemester die akademische weibliche Jugend gerade mit jungen Mädchen aus allen Bevölkerungskreisen in nahe Berührung bringen wolle. Einstweilen bleibt abzuwarten, wie die verschiedenen Versuche — die offiziellen innerhalb bes FAD. und bie privaten innerhalb von Unterrichtsanstalten — sich in der Praxis auswirken: denn es gilt, zunächst in Beispielen die Durchführungsmöglichkeiten des Werkfemesters, vielleicht eines künftigen Werkjahres zu erproben. Sozialwissenschaftcn in einer Diel Zitieren Lage sind als irgendeine andere Msfenfr^ast, denn kaum in einer anderen Wissenschaft kann Vs so leicht zu einem Äonflift kommen zwischen den «beiden Forderungen „in necessariis unitas" und ,„'jn dubiis libertäs“, wie gerade bei uns, denn die (necessaria, über die unitas herrschen soll, liegen fa.st ausnahmslos auf politischem, auf wirtschasts- über sozialpolitischem Gebier, nur für uns ergibt sich deshalb die schwere Frage der richtigen Abgrenzung zwischen den necessariis und den dubiis;klare, einwandfreie Grenzlinie ist kaum gegeben. Heute besteht bei Dielen, und wahrscheinlich auch Am Teil unter der Jugend, die Tendenz, den Urning der necessaria, der Fragen, überx-&€~4£inygfeit herrschen soll, die als bereits endgültig geklart angesehen und deshalb der weiteren wissenschaftlichen Untersuchung entrückt werden sollen, über die keine Diskussion zugelassen werden soll, möglichst groß zu fassen, und auf der anderen Seite hat natürlich der Gelehrte das berechtigte Streben, sich seinen Lebensraum nicht allusehr ein- engen zu lassen; er braucht Freiheit, denn er kann nur in der Freiheit atmen und arbeiten. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß wir gelegentlich in Konflikt miteinander geraten, daß ich der Kritik unterwerfen, in Zweifel ziehen muß, was Ihnen schon autoritär entschieden scheint. Aber für solche Fälle erinnere ich Sie an den Schlußsatz „in omnibus autem caritas“, über allem muß das liebe- oolle Verständnis für einander stehen, der Glaube, daß der andere oielleicht einmal irrt, daß er aber denselben guten Willen hat wie wir selbst. Ich betrachte jedenfalls meine Arbeit hier als Dienst am deutschen Volke. Ich glaube ihm und auch Ihnen am besten zu dienen, wenn ich unbekümmert um persönliche Vorteile oder Nachteile nur nach Erkenntnis und Wahrheit suche; ich bitte dabei um Ihr Verständnis und Ihre Nachsicht. Große (Strafkammer Gießen. * Gießen, 2. Mai. Die Große Strafkammer verhandelte zwei A u t o u n f ä l l e , die sich in bzw. bei Herbstein vor einiger Zeit ereignet hatten. Die Verhandlung fand im Amtsgerichtsgebäude Herbstein statt. Vor jeder Verhandlung wurde ein Augenschein an Ort und Stelle des Unfalls vorgenommen. In dem einen Falle handelte es sich um den Kaufmann O., der auf der Sttaße Hörgenau—Rixfeld ein dreijähriges Kind überfahren hatte. Das Kind war auf der Stelle tot. Schöffengericht (1. Instanz) sowohl als auch Große Strafkammer (2. Instanz) hatten in früheren Verhandlungen den Angeklagten mangels Schuldbeweises von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Auf Revision der Staatsanwaltschaft hatte das Reichsgericht das Urteil der Großen Strafkammer aufgehoben und an diese zur nochmaligen Verhandlung zurückverwiesen. In der erneuten Verhandlung ergab die Besichtigung der Unfallstelle, daß der Angeklagte bei der Leitung seines Kraftwagens nicht die erforderliche Sorgfalt hatte obwalten lassen. Es wurde festgestellt, daß er das Kind bei der nötigen Aufmerksamkeit hätte sehen und dadurch den Unfall hätte vermeiden können. Andererseits ergab sich jedoch auch, daß das Kind den Unfall zu einem großen Teil mitverursacht hatte. Es konnte daher von Verhängung der an sich verwirkten Gefängnisstrafe abgesehen werden. Der Angeklagte erhielt an Stelle einer solchen eine Geldstrafe von 300 M a r k. Im zweiten Falle handelte es sich um folgendes: In der Nacht nach der Hitler-Kundgebung, die im Juni vorigen Jahres auf dem Hoherodskopf statt- gefunben hatte, war es in einer Kurve am Ausgang von Herbstein nach dem Bahnhof zu einem Zusammenstoß zweier von Hoherodskopf kommenden Lastkraftwagen gekommen. Von den Insassen des aus Herbstein kommenden Wagens wurden zwei Personen getötet und eine Anzahl verletzt. Die Insassen des anderen, nach Herbstein zu fahrenden Wagens waren mit dem Schrecken davongekommen. Nach den sofort eingeleiteten (Ermittlungen kam lediglich der Führer des letztgenannten Wagens als der an dem Unfall Schuldige in Frage. Die Staatsanwaltschaft erhob daher gegen ihn Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Das Schöffengericht konnte sich jedoch von einer Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und sprach ihn f r e i. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft kam die Sache vor der Großen Strafkammer nochmals zur Verhandlung. Der auch in dieser Sache vorgenommene Augenschein ergab, daß der Angeklagte die Kurve (für ihn eine Linkskurve) nicht richtig gefahren, nämlich zu früh nach links eingebogen war und dadurch den ent- gcgenkommenden Kraftwagen auf der Seite angefahren hatte. Fast alle Insassen des angesahrenen Kraftwagens waren auf die Sttaße geschleudert worden. Mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit wurde die Verhandlung abgebrochen und zur Urteilsverkündung in Gießen vertagt. In der Zwischenzeit hatte der Verteidiger des Angeklagten noch einen wichtigen Zeugen ermittelt, der bisher nicht hatte ermittelt werden können. Es kam daher nochmals zu längerer Verhandlung, die jedoch zu keinem anderen Ergebnis als die vorausgegangene führte. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten daher an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 3 Monaten zu 3 0 0 Mark Geldstrafe. Nach Lage der Sache erschien dem Gericht auch in diesem Falle das Verschulden des Angeklagten nicht so erheblich, daß es auf eine Gefängnisstrafe hätte erkennen müssen. G. A.-Gpori. Sternwanderung des Lahn-Oünsberg- Gaues -um Oünsberg. Die Wanderung brachte dem Gau den erwarteten großen Erfolg. Die Teilnehmerzahl dürfte mit 1000 I nicht zu hoch gegriffen ftin; ein frischer Geist be« * herrschte die einzelnen Vereine. Leider war der Tag vom Wetter nicht begünstigt. Als sich der Zug unter Vorantritt der Spielmannzüge in Bewegung setzte, begann es anhaltend zu regnen. In Bieber sand dann eine Feier zu Ehren des Turnvaters Jahn statt. Nachdem die Gaukapelle einen schneidigen Marsch gespielt hatte, ergriff der 1. Vorsitzende Carl D a u p e r t, Wieseck, das Wort zu einer kernigen Ansprache, in der u. a. die Leistungen des Turnvaters Jahn für die heutige Zeit als besonders wertvoll bezeichnete. Weiter hob er die große Leistung der Regierung Hitler hervor und begrüßte das warme (Eintreten des Reichskanzlers für die Pflege der Leibesübungen; ferner betonte der Vorsitzende, daß der ganze Lahn-Dünsberg-Gau sich gefd)Ioffen in den Dienst der nationalen Aufbauarbeit der Regierung Hitler stellt. Mit einem „Gut-Heil" auf den Gau und das deutsche Vaterland schloß der Redner Mit dem Absingen des Deutschlandliedes wurde Vie Feier beendet. Im Anschluß an die Feier begann der Aufstieg zum Dünsberg und die Besteigung des Turmes. In einzelnen Abteilungen kamen die Kletterer an und eröffneten sofort einen Sturm auf den Turm, den jeder zuerst zur Aussicht nach seinem Heimatort benutzen wollte. Der Abmarsch erfolgte nicht geschlossen, sondern jeder Verein marschierte allein in das mit Fahnen geschmückte Bieber ein. Im Saale der Gastwirtschaft Scherer gab es noch eine kurze Rast bei Musik und Vorführungen der Schülerinnen-Abteilung des Tv. Kinzenbach. Hervor- gehoben sei noch die glänzende Leistung des Trommlerkorps. Alles in allem kann die Wanderung als ein großer (Erfolg für den Gau und dessen Vorstand verbucht werden. Wirtschaft. Neue erhebliche Entlastung des Arbeitsmarktes. Berlin, 10. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Für die Zeit vom 16. bis 30. April hat die (Entlüftung des Arbeitsmarktes in der zweiten April- Hälfte erhebliche Fortschritte gemacht. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen im Reich verminderte sich um rund 196 000, oder 3,6 v. H. auf rund 5 333 000. Sie liegt nach dieser neuerlichen Entlastung um rund 714000 unter dem winterlichen H ö ch st p u n k t von Mitte Februar und um rund 400 000 unter dem Stand vom Ende April 1932. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger sank in der Arbeitslosenversicherung um 50 000 auf 530 000, in der Krisenfürsorge trotz aufgehobener Aussteuerung um 28 000 auf rund 1 409 000. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen ist gegenüber März um 139 000 auf 2 263 000 Ende April gesunken. Die Zahl der Arbeitsdienstwilligen belief sich Ende April auf rund 230 000; die Zahl der aus Mitteln der Reichsanstalt beschäftigten Notstandsarbeiter, die Ende März 88 000 betragen hat, dürfte 100 000 überfliegen haben. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 10. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die schon rein technisch bedingten Erholungen des Kursniveaus machte bei Be» ginn der heutigen Mittagsbörse weitere Fortschritte, die noch durch einige günstige Momente aus der Wirtschaft unterstützt wurden. So schufen vor allem die Ausführungen des Freiherrn v. Schröder anläßlich der gestrigen Vollsitzung der Kölner Industrie- und Handelskammer über die Sicherung der in festverzinsliche Werte angelegten Gelder eine merkliche Beruhigung am Rentenmarkt. Aber auch der Altienmarkt wurde günstig beeinflußt. Daneben machten die Entlastung des Arbeitsmarktes und der Abschluß der Deutschen Reichsbahn einen guten Eindruck, demgegenüber die erneut schwächeren Auslandbörsen ohne Wirkung blieben. Die Aufwärtsbewegung hatte indessen meist spekulativen Charakter, denn vom Publikum lagen nur in mäßigem Umfang Aufträge vor. Bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft ergaben sich gegenüber der Abendbörse durchschnittliche Befestigungen von 1 bis 1,50 Prozent. Stärker erhöht waren Akkumulatoren Berlin mit plus 4,50 Prozent. Lebhafte Umsätze fanden in Montanwerten und I.-G. statt, wobei von ersteren Rheinstahl 2,75 Prozent und letztere 2,50 Prozent gewannen. Auch der Elektromarkt war mehr beachtet, Licht u. Kraft zogen 2 Prozent, und Schuckert 3 Prozent an, Lahmeher erschienen mit Plus-Plus-Zeichen, nachdem sie schon gestern mit gestrichen Geld notierten. Fester eröffneten u. a. noch Zellstoff Waldhof und Aschaffenburg mit Erhöhungen bis zu 1,50 Prozent. Bei letzteren stimulierte, daß eine Sanierung für den Abschluß 1932 evtl, nicht vorgenommen werden braucht. Reichsbankanteile eröffneten 1, und (Eontigununi 1,75 Prozent höher. Im Verlaufe blieb die Tendenz freundlich und die Mehrzahl der Kurse konnte sich um weitere 1 bis 1,50 Prozent erhöhen, Ziemlich lebhafte Umsätze fanden am Rentenmarkt in Altbesitzanleihe statt, die zunächst 0,38 Proz. gewannen und später um weitere 1,5 Prozent auf 76,75 Proz. anzogen. Auch Reubesih und späte Reichsschuldbuchforderungen erhöhten sich um 0,25 bzw. 0,75 Prozent. Stahlvereinbonds waren nach zunächst nur knapp behaupteter Eröffnung im Verlause 1,5 Proz. fester, wogegen die Altbesitzanleihe leicht abbröckelte. Die festverzinslichen Märkte lagen stimmungsmäßig etwas fester, während es kursmäßig kaum zum Ausdruck kam. Lediglich Kommunalobligationen waren um 0,5 Prozent erholt. Auslandrenten lagen vernachlässigt. Tagesgeld war etwas gesucht, so daß der Satz um 0,5 auf 3,5 Prozent erhöht wurde. Modische einfarbige Qualitäten Aparte Drucke Allergrößte Auswahl Billigste Preise Gebr. Imheuser am Marktplatz werden nnlerGoronlie durch xommep- 'pMOSsen Gegen Pickel,Mitesser StürkeA Drogerie Winterhoff, Kreuzpl. 9/10 izg«v Drog. Haus Hindenburg, Seltersw. 68a. Amtsverkiindiglingen aus den oberhessischen Kreisen. Kreis Gießen. Nach den §§ 1552 ff. der Reichsversiche- rungsordnung haben Betriebsünterneh- mer jeden in ihren Betrieben sich ereignenden Unfall rechtzeitig anzuzeigen, wenn durch den Unfall ein im Betrieb Beschüß tigter getötet oder so verletzt wird, daß er stirbt oder für mehr als drei Tage völlig oder teilweise arbeitsunfähig wird. Die Anzeige ist schriftlich oder mündlich bei der Ortspolize^behörde des Unfallorts zu erstatten. Bei Entgegennahme der Anzeigen find die üblichen Formulare (Unfallanzeigen) zu verwenden. Die Unfallanzeigen find der zuständigen Berufsgenoffenfchaft zuzusenden. Eine Abschrift der Unfallanzeige ist dem Gewerbeaufsichtsamt Gießen alsbald einzusenden. Diese letztere seit Jahren bestehende Anordnung wird vielfach nicht beachtet. Es muß erwartet werden, daß die Bürgermeistereien dieser Anordnung nachkommen. Für die in landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Betrieben sich ereignenden Unfälle findet diese Anordnung keine Anwendung. 3139C * Wegen Herstellungsarbeiten des in der Gemeinde Hachborn gelegenen Staufenberger Wegs wird der in der Gemeinde Staufenberg gelegene Hachborner Weg für den Durchgangsverkehr bis zur Landesgrenze bis auf weiteres gesperrt. Bekanntmachung. Betr.: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Nach dem Reichsgefetz vom 7. April 1933 endigt die laufende Wahlperiode von Schöffen und Geschworenen am 30. Juni 1933. Die zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen als Urliste dienende Wahlkartei liegt von Donnerstag, den 11. Mai, bis einschließlich Donnerstag, den 18. Mai 1933, im Stadthaus. Bergstraße Jlr. 20, Zimmer Nr. 14, wahrend der Dienftstun- den zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der als Urliste gellenden Wahlkartei Einspruch erhoben werden. Gießen, den 10. Mai 1933. 3123C Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. 6 e i b. Letzte WWMskeiMW öet 5teoi Wut ®i. 1933. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am 3132C Donnerstag, 18. Mai 1933, 10^ Uhr in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" versteigert werden: 13 St. Fichtenlangholz, N, la und b = 3,36 km 27 St. Eichenstammholz, N, 1. und 2. Kl. = 6,65 km 3 St. Eichenstammholz, N und A, 6. und 7. Kl. = 4,40 km 14 rm Eichennutzscheiter 1. und 2. Kl. 230 St. Kiefernlangholz, N, 2a = 141,02 km 168 St. Kiefernlangholz, N, 2b = 148,26 km 34 St. Kiefernlangholz N, 3a = 41,72 km 5 St. Kiefernlangholz und -abschnitte 2b, 3b und 4a = 4,48 km 1114 St. Fichtenderbstangen 1. Kl. 336 St. Fichtenderbstangen 2. Kl. 1246 St. Fichtenderbstangen 3. Kl. 1190 St. Fichtenreisstangen 4. Kl. 734 St. Fichtenreisstangen 5. Kl. Loseeinteilungen nebst Verkaufs- und Zahlungsbedingungen werden unentgeltlich abgegeben. Es werden gegebenenfalls auch schriftliche .Angebote, die bis 18. Mai 1933, 8 Uhr, bei uns eingegangen sind, berücksichtigt. Gießen, den 9. Mai 1933. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. S e i b. Reparaturen? Nehmen Sie Abermann Bekanntmachung. Der gemäß § 13 Abs. 2 der Verordnung über Finanzstatistik vom 28. Februar 1931 (RGBl. I S. 32) zu veröffentlichende Halbjahres-Ausweis über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Gießen für das II. Halbjahr 1932 Rj. wird in der Zeit vom 10. bis 24. Mai 1933 an den für amtliche Bekanntmachungen bestimmten Anschlagtafeln zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Gießen, den 9. Mai 1933. 3130C Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. Zwangsversteigerung 122/32 Am Donnerstag, dem 1. Juni 1933, vor- mittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen a) dem Heinrich Sack in Gießen, Marktstraße 19, b) dessen Ehefrau Emma, geb. Ulrich, daselbst, zu je Vi zugeschriebene Anwesen Marktftraße 21 Flur 1, Nr. 555 -- 56 qm hofreite, geschätzt 11635 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 2795D Gießen, den 24. April 1933. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Bevirhttsung. 3125D In unserer Veröffentlichung der Brennstoff- Kleinverkauksvreise für den Platz Gießen' vom 6. Mai 1933. Der Nachsatz beginnend mit „bei geschlossener Abnahme", muß richtig heißen: „Bei geschlossener Abnahme von 100 bis 300 Ztr. aus einer Ladung und in einem Arbetts- gang wird ein Mengenrabatt von 10 Pf., und bei Abnahme von über 300 Ztr. em solcher von 15 Pf. per Zentner gewährt." vereWmiüü.Gietz. 9ohlenWler e. v. 2 Standardwerke der Naturwissenschaft sind: Die Vögel Mitteleuropas in allen Lebens- und Entwicklungsstufen photographisch aufgenommen und in ihrem Seelenleben bei der Aufzucht beobachtet von Dr. Oskar und Frau Magdalene Helnroth Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpllege in Preußen Mit 128 Färb- und 280 Schwarztafeln. 3 in Halblcder elegant gebundene Bände. Band I: RM. 76.50, Band II: RM. 54.—, Band III: RM. 76.50 oder 80 Lieferungen je RM. 2.50 Ein Prcaseurteih Das Werk steht in seiner Eigenart einzig in der Welt da und ist nicht zu überbieten. Kein anderer unter den heute lebenden Ornithologen hätte dieses Buch schreiben können, denn noch nie waren in so hohem Maße wie bei diesem Forscher - Ehepaar die Eigenschaften des gründlichsten, praktischen Vogelpflegers, des feinsinnigen Naturbeobachters, des kritisch arbeitenden Wissenschaftlers und des geübtenTierphotographen so glücklich und erfolgbringend vereint. Frankfurter Ztg. Die Pflanzenwelt der deutschen Heimat und der angrenzenden Gebiete In Naturaufnahmen dargestellt und beschrieben von Dr. Kurt Hueck Herausgegeben von der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpllege in Preußen Mit 421 ein- und mehrfarbigen Tafeln nach eigenen Naturaufnahmen des Verfassers 90 Lieferungen je RM. Z.- Band I: Der Wald...............RM. 90 - Band II: Flüsse, Seen, Wiesen, Htide und Moor...................RM. 90. - Band III: Sand- u. Strandpflanzen, Unkräuter, Felsen-und Hochgebirgsvegetation, z. Z. im Erscheinen begriffen Ein Presseurteil t Das Werk hat in der pflanzenkundlichen Literatur nicht seinesgleichen und man möchte hoffen, daß ea dazu beiträgt, Verständnis und Liebe für die heimische Pflanzenwelt in immer weitere Kreise hineinzutragen. Allgem. Deutsche Lehrerztg. Der Bezug In Lieferungen ermöglicht jedem Naturfreund die Erwerbung dieser Prachtwerke ohne drückende wirtschaftliche Belastung schon für einen Betrag von RM. 1.50 bzw. 1.25 monatlich. - Verlangen Sie die bebilderten Werbeblätterl Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde Donnerstag, den 11. 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