Montag, lO. April 1933 Uh85 Krübaussabe 183. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vllch- und Stcinörudcrct B. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Reichskanzler Hiller spricht zur SA. und SS Oer große SA- und SS.- Appell in Deutschland und Oesterreich Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. WUH. Lange; für Feuilleton vr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undfürdenAn« zeigcnteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,nutzer Sonntags und Feiertags, vetiagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat,-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten- Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11686. Oie Reichsreform. Die Lösung, wie sie die ReichsregicrHng jetzt für die Beseitigung der ewigen Schwierigkeiten zwischen Reich und Ländern gefunden hat, ist von einer so verblüffenden Einfachheit, daß man nicht begreift, weshalb früher noch niemand darauf gekommen ist. Allerdings sind die Fragen, die dadurch aufgerollt werden, zu umfangreich, als daß sie auf den ersten Blick durchdacht werden können. Möglich, dah sich noch mancherlei Schwierigkeiten in der Praxis ergeben, an die im Augenblick niemand denkt. Grundsätzlich muß jedenfalls der Eindruck festgehalten werden, daß hier m i t einfach st en Mitteln ein großer Wurf gelungen ist. Wir haben uns jahrelang mit allen möglichen Projekten herumgeschlagen, haben von einer Zwischenlösung, von einer Endlösung, von einer provisorischen Cndlösung und den verschiedenartigsten Kombinationen gehört. Bücher und Akten sind vollgeschrieben worden, und jetzt ist das wesentliche Ziel, das angestrebt wurde, eigentlich mit einem einzigen Hebeldruck erreicht. Statthalter des Reichs werden künftig für die einzelnen Länder eingesetzt, und ihre Aufgabe wird cs sein, für die Gleichrichtung der Politik der Länder mit dem Reich zu sorgen. Das politische Abhängigkeitsverhältnis der Länder vom Reich kommt damit stärker zum Ausdruck, als es früheren partikularistischen Regierungen vielleicht angenehm gewesen wäre, obwohl damit ja nur das tatsächliche Verhältnis festgelegt wird. Die Länder sind nun einmal Glieder — wenn man so will, tragende Säulen — des Reiches, ihr politisches Eigenleben muß sich also nach den Rotwendigkeiten des Reiches richten. Und die Erschütterungen, die wir in den letzten Jahren erlebten, waren ja fast restlos darauf zurückzuführen, daß diese innere Kongruenz nicht herzustellen war. Die Statthalter des Reiches werden dafür sorgen. Sie werden die Ministerpräsi- denten und die übrigen Minister ernennen. Sie werden darüber wachen, daß d-c Politik der Länderregierungen nicht inWider- h zu der Reichspolitik gerät. Sie sind dem u) dafür verantwortlich, daß in den Ländern n.chts geschieht, was den Reichsinteressen abträglich ist. Sic sind aber gleichzeitig auch Garanten des Reiches für chie Länder. Die Einschaltung dieser neuen Institution bedeutet also eine vollkommene Veränderung der Struktur des Reiches, eine Mischung von Zentralisation und Dezentralisation, die gleichzeitig wohl im wesentlichen die Reichsreform zum Abschluß bringt. Wenn jetzt erstmalig das Deutsche Reich so organisiert wird, daß alle Souveränität und alle Macht restlos in einer Hand vereinigt wer- den, so ist damit ja noch keineswegs gesagt, daß mit der machtpolitischen Festigung der Einheit diePflegederlandschaftlichen.stam- mesmäßigen Vielheit auf kulturellem Gebiete zum Erlöschen gebracht werden soll. Cs werden natürlich im Zuge der Ent- Wicklung noch hier und da Grenzen fallen und Zusammenlegungen erfolgen. Aber es ist doch auch jetzt im wesentlichen an das Bestehende a n g c k n ü p s t worden. Daß die Reichsregierung sich den Rotwendigkeiten einer organckchcn Gliederung, der wir den kulturellen Reichtum der Ration verdanken, nicht verschließt, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß die Lander- regierüngen auch künftig durch ihre A b - ftammung mit den Gebieten verbun- den sein sollen, deren Verwaltung ihnen übertragen wird. Die Statthalter sind Bindeglieder zwischen dem Reich und den Ländern. Sie erhalten für die Dauer ihrer Tätigkeit den Charakter von Staatspräsidenten. Sie sind es aber nicht, weil sie nicht von Organen des Landes, sondern vom Reich bestellt werden und von dorther abberufen werden können. Die Parlamentspielerei hört auf. Auch die Landesregierungen werden indirekt, aber doch ausschließlich, vom Kanzler des Reiches bestellt und abgesetzt. Der deutsche Statthalter braucht durchaus nicht das vollkommene Gegenstück des italienischen Präfekten zu werden. Man denke nur an sowietruß- land das mit vollkommener und fchärfster Konzentration der ganzen Macht doch einen geradezu extremen Föderalismus auf kulturellem und flamm- lichem Gebiet vereint. Ob das in Deutschland ge- schieht — und es muß geschehen — hangt von der geistigen Haltung in der Handhabung des neuen politischen Systems ab. Man soll keine übertriebenen Besorgnisse davon ableiten, daß jetzt äußere Formen zerbrochen wurden, die seit einem Jahrtausend der machtpolitischen Einheit des Reiches gefährlich waren. Haben etwa auf preußischem „Geb,et nicht Städte wie Frankfurt, Köln und Düsseldorf eine eigene künstlerische und gesellschastliche Kultur entwickeln können, die in ihrer Eigenart derjenigen von Stuttgart, Karlsruhe, Weimar und Darmstadt durchaus an die Seite zu stellen ist? Die vollkommene politische Gleichschaltung braucht das Eigenleben der Stämme, mit deren Gebieten sich die Landesgrenzen ja durchaus nicht decken, nicht zu zerstören. Sie könnte sogar, weil sie alle Energien der Selbstverwaltungsorgane von der Politik ob- wendet und in die kulturelle und soziale Richtung konzentriert, neue Impulse wecken. Die neue Ordnung der Dinge läßt noch verfassungsrechtliche und technische Fragen und Möglichkeiten offen. Eins aber ist klar, unter das unerfreuliche Kapitel „Reich und Länder" ist endgültig ein Strich gezogen. Berlin, 8. April. (WTB.) Der große 621.= und SS.-Appell, der für heute Abend für Berlin und ganz Deutschland vorgesehen war, warf für Berlin schon am frühen Nachmittag seine Schatten voraus. Die Potsdamer Straße wimmelte schon um 16 Uhr von Uniformen, und um 18 Uhr war das weite Rund des Sportpalastes bereits bis unter das Dach mit den Standarten der SA. und SS. gefüllt. Irn Sportpalast waren rund 20 000 SA.-Leute versammelt. Eine gleiche Menge füllte zwei weitere Riesensäle der Reichshauptstadt. Ueberall in Deutschland und darüber hinaus in Oesterreich waren gleichzeitig die Stürme der SA. und SS. zum Appell angetreten, um durch den Lautsprecher die Rede des Führers zu hören. Im Rundfunk leitete der Heichspropagandaminister Or. Goebbels den Appell mit einer Reportage ein, in der er Freud und Leid der SA. aus den letzten Jahren schilderte. Die SA. habe stets an Adolf Hitler geglaubt und sei ihm bedingungslos auf seinem Wege gefolgt. Mit stolzem Setbstbewußtsein könne man heute feststellen, daß an ihrer Kraft das alte morsche Sy st em zerbrochen sei. Diese Kraft ver- danke die SA. ihrem Stabschef Röhm, der aus ihr eine wirkliche Formation gemacht habe. Heute stehe das ganze Deutschland zusammen, sei es an den Grenzen des Vaterlandes, sei es bei den Brüdern in Oesterreich. Plötzlich verstummte die Musik im Sportpalast. Die Kommandostimme des Berliner Gruppenführers Ernst ertönte. Der Stabschef der gesamten SA. Röhm war erschienen, und E r n st meldete ihm die angetretenen Verbände. Alle Blicke wandten sich dann nach dem Eingang. Der Führer Adolf Hitler erschien dort. Stabschef Röhm ließ die SA. und SS. noch einmal stillstehn und meldete dem Führer die Mannschaften, die nicht nur in Berlin, sondern im gesamten deutschen Vaterlands bereitstehen, die Befehle ihres Führers entgegenzunehmen. Hitler begrüßte die Stürme der SA. und SS. mit dem Ruf: „SA. und SS. Heil!" Wie ein Mann antworteten die vielen Tausende mit dem einen Ruf: Heil'" Dann ertönte das Kommando: „Rührt euch, Standarten und Fahnen ab!" Nun sprach der Führer Adolf Hitler: Die große Zeit ist jetzt angebrochen, auf die wir 14 Jahre lang gehofft hatten. Deutschland ist nun erwacht. Es ist damit alles das eingetroffen, was wir in diesen 14 Jahren ahnend und sehend prophezeit hatten, die Stunde, in der sich das deutsche Volk auf sich selbst besinnt und wieder zum Herrn seines eigenen Schicksals sich erhebt, nicht durch ein Geschenk der Umwelt und durch die Gnade unserer Gegner, sondern durch die eigene Kraft, durch seinen eigenen W i l - l e n und seine eigene Tat. Cs ist etwas Wundervolles um diese Bewegung und ihren einzigartigen Werdegang, geboren aus der tiefen Rot des Krieges und der noch größeren Rot des deutschen Verfalles, damals eine Idee, heute eine Wirklichkeit. Viele sagen, was sich heute abspielt, sei auch das Hoffen der anderen gewesen. In der Vorstellung hat das, was wir wollten, auch früher, schon gelebt. Trotzdem ist es heute unser, weil cs durch uns Wirklichkeit geworden ist. Zum Bekenntnis muß die Kraft zur Verwirklichung kommen, denn sie allein schafft m dieser Welt auch das Recht. Wir haben dre Rotwendigkeit erkannt, die Organisation, die unsere Idee der neuen Volksgemeinschaft vertritt, selbst zu diesem Kraftfaktor zu machen. Wir wollten von vornherein dieser Bewegung die Lieberzeugung einbrennen, dah n i e m and uns etwas schenken und gewähren wird, was wir nicht selbst uns zu geben stark genug sind. Co ent st and die SA- Zwei Gründe standen bei der Geburt der SA. und SS. Pate: 1. wollten wir Jlationalfojia- listen uns selbst beschützen und beschirmen und nicht um fremde Hilfe betteln; 2. war es die Frage, wie wir denn das große Ziel des neuen Deutschland erreichen wollten, wenn wir nicht ein neues deutsches Volk schaffen. Und wie wollte man diefes Volk schaffen, wenn wir nicht selbst in uns zun 'chst alles das überwinden, was wir als verderblich in unserem Volke ansehen. Lin Reich entsteht nicht von außen, sondern es muß von innen wachsen. Ulan muß im Kleinen üben, was man später können will. Darum sollte unsere junge Bewegung in ihren Kämpferjahren sich dem Mut ergeben, von dem wir erwarten, daß er einmal das ganze deutsche Volk erfülle, jenen Glauben an die Führung, an die Autorität, von dem wir geschichtlich tausendmal erfahren haben, daß nur er allein imstande ist, ein SJoIf über den Massenwahn der Unvernunft hinwcg einem Ziele zustreben zu lassen. Der Geist der neuen Front wirkt sich ebenso nach außen gegen die marxistischen Feinde aus, wie er sich auch nach innen gegen den Geist wendet, den wir alten Soldaten einst als den „inneren Schweinehund bezeichneten. Wenn das ganze deutsche Volk Euren und unseren Gei st bereits in sich trüge, — Deutschland würde unzer störbar sein, Deutschland würde eine unerhörte Kraft besitzen, selbst ohne Waffen, einfach durch diesen gestählten inneren Willen. Wir haben Grundsätze einer wirklichen i n - neren Gleichheit verwirklicht, die freilich auf Kosten jener Freiheit geht, von der die anderen reden. Denn wir wissen, daß nur die Disziplin uns das gibt, was ein Volk braucht. wir haben das Prinzip der Führung übernommen, ein schweres Opfer in einer Zeit, in der das ganze Volk dem Jrwahn der Demokratie und des Parlamentarismus nachjagte. Wir haben eine Organisation aufgebaut, in der es nicht einen Diktator gibt, sondern Zehntou- sende. Jeder besitzt eine Autorität nach unten und eine Verantwortung nach oben und die letzte Spitze wieder, auch sie ist verantwortlich dem gesamten deutschen Volk. Wir haben endlich die G e - folgschaftstreue, den blinden Gehör- s a m entwickelt, den die anderen alle nicht kennen, jene Kameradschaft, die uns alles hat überstehen lassen; 14 Jahre lang haben sie an uns zu biegen und zu brechen versucht, mit List, Gewalt und Terror, aber dieses Instrument ist nicht gebrochen, es ist standhaft geblieben. Heute strömen Millionen in unsere große Front hinein. Aber sie müssen erst lernen, was diese braune Armee in Jahren geübt hat, was Zehn- tausende mit ihrem Blut bezahlten und Hunderte mit ihrem Leben. Die Summe der Verfolgungen, die man uns aufgebürdet hat, steht in keinem Verhältnis zu unserer Vergeltung. Die Bewegung hak in Disziplin und Selbstzäh. mung immer nur den Blick auf Deutschland gerietet, um unser Volk nicht auf das Niveau sinken zu lassen, das die Gegner selbst einst übten. Eine weitere Tugend, die man uns anerzogen hat, ist die B e h a r r l i ch k ei t. Dieser Beharrlichkeit verdanken wir unseren heutigen Sieg. Daraus müssen wir auch für die Zukunft lernen. Diese Tugenden find es gewesen, die uns unbesiegbar gemacht und damit das deutsche Volk gerettet haben. I ch d a n k e e u ch , die ihr heute in ganz Deutschland zuhört, daß ihr mir s o treu geblieben seikL denn euch allein ist es alles zuzuschreiben. Wäret ihr damals gegangen, niemals wäre Deutschland wieder gerettet worden. Ihr müßt aber nun auch die unerschütterliche Kampftruppe der nationalen Revolution sein. Rach vier Jahren werden wir vor die Ration treten, und sie wird uns bann ihr vertrauen ausdrücken, gewaltiger als je zuvor, wenn das geschehen soll, dann müssen die Tugenden der Vergangenheit auch für die Zukunft erhalten bleiben. Wir sind die Träger der wacht geroor- CRB. Berlin, 8. April. Das G e s e h z u r Wiederher st ellung "des- Berufsbeamtentums ist heute im Reichsgesehblatt erschienen und damit in Kraft getreten. Als Beamte im Sinne dieses Gesetzes werden unmittelbare und mittelbare Beamte des Reiches, der Länder, Gemeinden usw. angesehen. Auch auf die Bediensteten der Träger der Sozialversicherung findet das Gesetz Anwendung, soweit sie Rechte und Pflichten der Beamten haben. Schließlich fallen hierunter auch die Richter und Lehrer an Hochschulen usw. — Im Gesetz wird die Bestimmung getroffen, daß Parteibuch beamte, die ohne besondere Eignung lediglich auf Grund ihrer Parteizugehörigkeit Beamte wurden, zu entlassen sind. Das Gesetz ist bis zum 3 0. September 1933 befristet. Zu diesem Gesetz wird von unterrichteter Seite ein Kommentar gegeben, in dem u. a. erklärt wird: Die nationale Erhebung bedarf zur Durchführung ihrer Aufgaben vor allem auch der Kraft des deutschen Verufsbeamtentums. Leider ist dieser einst hochgeachtete Stand von dem Umsturz 1918 nicht unberührt geblieben. Ramentlich zahlreiche Angehörige der Rovemberparteien ohne Aus- und Vorbildung wurden aus rein parteipolitischen Rücksichten in die Verwaltung gebracht. Rur durch die Säuberung unserer Beamtenschaft von diesen zum Teil artfremden Elementen kann wieder eine nationale Beamtenschaft geschaffen werden, die ihren Sinn wie früher in höchster restloser Pflichterfüllung sieht. Die waßnahmen find nur vorübergehender Ra- lur. In möglichst kurz bemessener Frist soll die im Dienste verbleibende Beamtenschaft wieder in den vollen Genuß ihrer Rechte treten, wie lln- abfehbarkeit, Amtsbezeichnung, Titel, Recht auf Gehalt und Pension, hinterbliebenenversorgung usw. In 8 1 wird der Zweck des Gesetzes bekannt- gegeben. In den §§ 2 bis 4 werden die Beamten- taiegoricn genau gekennzeichnet, die vom Gesetz ersaßt werden, und die einzelnen Maßnahmen, die gegen die Beamten der verschiedenen Gruppen mög« den und sehen vor uns die zweite große Aufgabe unserer Bewegung: Auch das deutsche Volk zu gewinnen und in diese wacht einzubauen. Wir sind nun einmal die Generation, die mehr opfern muß, als die anderen vor uns. Sie haben hinter uns versagt, und das Schicksal hat uns auserwählt, festzustellen, ob das deutsche Volk noch leben soll. Wir wissen aber auch, Generationen sind in der Geschichte vergessen worden, unsere wird niemals aus dem Gedächtnis der deutschen Ration vergehen. Mit dem deutschen Ausstieg ist diese Bewegung mit ihren Symbolen verbunden für ewig. Rehmen Sic die Tugenden der Vergangenheit auch für die Zukunft auf. Wir sind alles, wenn wir das bleiben, was wir waren. Wenn wir vergessen, was wir gewesen sind, werden wir nicht mehr fein. Im Hamen aller derer, die heute nicht mehr- unter uns sind, erhebe ich die F o r d c r u n g d e r Treue. Wir dürfen nicht in den Fehler verfallen, der die Generation vor uns erlag, zu glauben, daß das Opfer, das wir bringen, schwerer sei als das derer, die in unseren Reihen diesa Opfer bereits gebracht haben. Denn dann würden wir alle feige werden und denken: „Du bist schon zu hoch gestiegen, du darfst dich nicht mehr dcr Gefahr aussehen". Wir sind nun einmal eine Generation von Männern und wollen nicht diesen Titel in der Geschichte verlieren. Wir wollen in die Geschichte der deutschen Ration einmal einmarfchiercn als die Sturmtruppe der nationalen Erhebung. Heute haben wir die Macht erobert dank unserer Tugenden. Da ist es unsere höchste Pflicht, derer zu gedenken, deren Opfer wir diese Macht verdanken. Sie leben weiter in uns, und so lange wir ihrer würdig sind, sind sie unfterb- lichlich. Sie haben aber das Recht, von uns zu verlangen, daß sie in unserem Volke weiter« leben. Wir marschieren mit ihnen hinein in eine große Zukunft. Wir wissen, daß das deutsche Volk durch diese nationale Revolution sein Lebensrecht wieder angemeldet hat vor dem allmächtigen Schöpfer. Wir wissen, daß diese Bewegung damit Träger des größten Vermächtnisses geworden ist und wollen uns dieser gigantischen Ausgabe würdig erweisen. was 14 Jahre in Ehren gekämpft hat, wird niemals in Anehre unlergehenl Das ist das Gelöbnis, dos wir denen oblegen, die für uns gestorben find. Unsere nationalsozialistische Bewegung, SA. und SS. Siegheil! Die SA.- und SS.-Mannschaften nahmen begeistert diesen Heilruf ihres Führers dreimal auf und fangen dann zum Abschluß des Appells das Horst-Wessel-Lied. lich sind. Als schwerste Maßnahme kommt die Entlassung aus dem Dienst, als leichteste die Versetzung in den Ruhestand mit allen Ehren und vollen Pensionsbezügen in Frage. Nach dem § 2 werden d i c seit dem 9. November 19 18 eingetretenen Beamten, d i e für ihre Laufbahn nicht vorgebildet sind, entlassen. Es stehen ihnen ihre bisherigen Bezüge noch auf drei Monate nach der Entlassung zu. Dagegen entfallen für sie alle weiteren Ansprüche, wie z. B. Wartegeld, Ruhegeld ober Hinterbliebenenversorgung. Der § 3 drückt aus, daß Deutschland künftighin nur von deutschen Beamten geleitet und regiert werden soll. Er sagt, Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, find in den Ruhestand zu versehen. Das betrifft vor allem jüdische Beamte, die aber, soweit sie von früheren Regierungen als Beamte angestellt sind, mit allen Ehren und mit voller Pension entlassen werden. Der Begriff „arisch" ist so aufzufassen, daß die Nachprüfung sich bis auf die Großeltern erstreckt. Wenn ein Teil der Großeltern jüdisch war, so treten diese Bestimmungen in Kraft. Es werden aber Ausnahmen gemacht, und zwar für alte Beamte, die bereits am 1. August 1914 Beamte gewesen sind und für solche, die im Weltkriege für das Deutsche Reich oder seine Verbündeten g e - kämpft haben oder auch für solche Beamte, deren Väter und Söhne im Weltkriege gefallen sind. Der § 4 behandelt die poliUsch unzuverlässigen Beamten, die in ihrer bisherigen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten. Sie können aus dem Dienst entlassen werden. Die weiteren Paragraphen betreffen die Möglich feit der Versetzung von Beamten in andere Aemter, gleichwertigen oder vielleicht auch geringeren Ranges, wobei die Betroffenen die bisherige Amtsbe- Zeichnung und das bisherige Diensteinkommen bei« behalten. So wird il a. im § 6 gesagt, daß Stellen von Beamten, die nicht dienstunfähig find und in den Ruhestand verseht werden, nicht wieder beseht werden dürfen. Sie Wiederherstellung des Zerussbeamienlums. Eine halbamtliche Erläuterung des neuen Gesetzes. Die in den Ruhestand versetzten Beamten nichtari» scher Abstammung oder die politisch unzuverlässigen Beamten erhalten kein Ruhegeld, wenn sie nicht mindestens eine zehnjährige Dienstzeit zurückgelcgt haben: Härten sollen vermieden werden. Weiter werden durch das Gesetz die Mißstände beseitigt, die sich daraus ergeben haben, daß vielfach Beamten, die nicht als Berufsbeamte, sondern von der Parteigunst in ihr Amt gebracht worden sind, ihre frühere Tätigkeit als Nichtbeamter auf ihre Dienstzeit angercch- n e t worden ist. Die Festsetzung von ruhegeldsähiger Dienstzeit, die diesen Anordnungen entgegenstehen, treten außer Kraft. Die Borschriften über die Anrechnung der Ruhegeldzeit finden auch auf Beamte Anwendung, die schon vor dem Inkrafttreten des Gesetzes in den Ruhestand gesetzt worden sind. Weiler werden in dem Gesetz überhöhte Bezüge und Ruhegeldbezüge von Kommunalbeamten geregelt. Es gelten die Richtlinien der preußischen Sparverordnung vom Jahre 1931, die bisher vom Staats- gerichtshof beanstandet wurden und infolgedessen nicht durchgeführt werden konnten. Was die Reichsminister anbelangt, soweit Liese 1918 ernannt worden sind, so werden sie in ihren Bezügen auf das Reichs mini st ergesctz zurückgeschraubt. Soweit diese Minister zuviel an Pensionen bezogen haben, müssen sie hiese Beträge ab 1. April 1933 z u r ü ck z a h l c n. Das Gesetz findet sinngemäße Anwendung auf Arbeiter und Angestellte. Gauleiter Sprenger Heichskommissar für Beamtenorganisation. Berlin, 9. April. (CRB.) Der Reichsminister Les Innern hat den Reichstagsabgeordneten Sprenger zum ehrenamtlichen Reichskommissar für Beamtenorganisa- t i o n ernannt. Er hat den Auftrag, die Gleichschaltung der bestehenden Deamtenorgani- sationen mit der Regierung der nationalen Erhebung durchzuführen. Im Rahmen dieser Aufgabe ist das Aufgabengebiet der Deamtenorgani- sationen neu bestimmt worden. Ein Zusammenschluß von Beamten in der Form von Gewerkschaften darf nicht mehr stattfinden. Die Befassung mit Warenwirtschaft ist ebenfalls untersagt. Als Bertreter Sprengers hat der Reichsminister des Innern Hermann Reef, Frankfurt a. W., bestimmt. Sie voraussichtlichen Statthalter Berlin, 9. April. (ERD.) lieber die Persönlichkeiten der Statthalt er hört man in Berliner politischen Kreisen folgendes: Da es unzweckmäßig wäre, wenn am Amtssitz des Reichskanzlers noch ein besonderer Statthalter bestimmt würde, ist für Preußen die Regelung vorgesehen, daß der Reichskanzler das Statthalteramt selbst wahrnimmt. Für den Freistaat Hessen wird der nationalsozialistische Gauleiter Jakob Sprenger in Frankfurt a. M. als Statthalter genannt, während die nationalsozialistische Regierung Werner im Amtbe bleiben dürste. Weiter werden genannt: für Sachsen der SA.-Gruppenführer und Reichskommissar für Sachsen Manfred v. K i l l i n g e r , als Ministerpräsident der Gauleiter Mutschmann, M. d. R.; für beide Mecklenburg der Reichstagsabgeordnete Friedrich Hildebrand, nationalsozialistischer Gauleiter. In Mecklenburg- Schwerin dürste die bisherige Regierung Gran- z o w im Amt bleiben, während in Wecklenburg- Strelitz der deutschnationale Staatsminister von Michael abberufen werden dürfte, nachdem jetzt infolge der Gleichschaltung der Landtage die RSDAP. die absolute Mehrheit in Mecklen- burg-Strelitz hat. Man rechnet damit, daß die Zusammenschluhbestrebungen zwischen beiden Ländern ernstere Formen annehmen und gegebenenfalls Ministerpräsident Granzow auch die Regierung von Mecklenburg-Strelitz übernimmt. Zum Ganzen hin! Die große Staats- und Erziehungsparole nationalsozialistischer Jugenderziehung Leipzig, 9. April. (SH.) Rachdem am Samstag die Zusammenfassung aller deutschen Erzieherorganisationen beschlossen worden war, fand am Sonntagvormittag die Reichstagung des Rational- sozialistischen Lehrerbundes mit einer Kundgebung im überfüllten Festsaal des Zoo ihren Abschluß. Der Reichsführer des Bundes und bayerische Kultusminister S ch e m m sprach dabei über das Erziehungswesen der Zukunft. Er führte u. a. aus: Die große Staatsparole und damit auch Erziehungsparole unserer Zeil heißt: „Zum Ganzen hin." Der Begriff der Ganzheit also gibt der nationalsozialistischen Erziehung die Prägung: Auf dem Begriff Raffe, Wehr, Persönlichkeit, Religiosität ist die Totalität der neuen deutschen Erziehung begründet. Rasse bedeutet nichts anderes als die Hin- kehr zu der Blutsgemeinschaft, als das Unterstreichen der deutschen Grundzüge, Sauberkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Heldenhaftigkeit, als die Abkehr von allem Trennenden und Zer- klüftenden und besonders vom Internationalen. Die Ganzheit des Begriffes Wehr ist uns in den letzten 14 Iahren mit einer tragischen Deutlichkeit bewußt geworden. Das Aufgeben der deutschen Wehr bedeutete ja nichts anderes als das Zerreißen des eisernen Bundes, als den Zerfall des Dolkskörpers. Im Grundsatz der Persönlichkeit ist das Bekenntnis zum Führer- tum verankert, das in bewußter Abkehr von der Demokratie, d. h. von der'Herrschaft der Parteien. von dem Gift dec Zersetzung und Zerklüftung sich hinwendet zum großen Führer, der das Volk zufammenschmiedet zu einem einheitlichen Ganzen und damit die Voraussetzung schafft zum Aufstieg. Alle diese Ganzheitsbegriffe aber werden gekrönt von der Religiosität. Daß GottlosiAeit Loslösung von Gott, Zerfall und Vernichtung für Staat und Volk bedeutet. bedarf nach den Erfahrungen unserer Generation keines weiteren Beweises. Daß das deutsche Volk nicht zum Untergang, sondern zum Leben bestimmt ist, beweist eben die Tatsache, daß aus ihm ein deutscher Führer auferstehen konnte, daß ihm der Tag von Potsdam geschenkt wurde. Potsdam ist die große Auszeichnung, die Legitimierung des deutschen Volkes für die höchsten Aufgaben. Jene Schule, die nicht wahrhaft Volksschule ist, muß als eine Pestbeule am deutschen Volkskörper betrachtet und ungesäumt beseitigt werden. Ganz neu muh die Einstellung der Schul- aufsichtsorgane werden. Richt nach dem Wissensstand, sondern nach dem Leuchten der Kinderaugen, nach dem großen Thema „Volk und Gott" muh man sehen, nach der Fähigkeit und dem Willen des Erziehers, die Seele und den Lharakter des Kindes zu bilden. Rur die Offenheit und Ehrlichkeit, nur die Liebe und der reine Charakter des Erziehers können Vertrauen und Liebe im Kinde entzünden. Lehr- Pläne sind nichts, wenn ein neuer Geist deS Lehrers sie nicht zu formen versteht. S ch e m m sprach weiter von dem großen Zukunftswerk einer einheitlichen deutschen Iugendorganisation, etwa nach dem Muster der faschistischen Ballilla. Ein wirklich guter Lehrer müsse gleichzeitig Offizier sein, wie umgekehrt ein Offizier nichts tauge, wenn er nicht Erzieher sei. Richt von der Verwaltung seien wir angestellt, sondern vom Schicksal berufen auf den ersten Platz im Staate, verantwortlich Gott und Volk. Das sei das große EthoL unserer Erziehung, das hinauswachse über die Frage nach Gehalt, Klasse und Titel. Die Kundgebung wurde mit dem Dankgesang „Wir treten zum Beten", dem Deutschlandlied und dem Treueschwur zu Hitler abgeschlossen. Für Baden nennt man den bisherigen Reichskommissar für Baden, den Gauleiter Wagner, M. d. R., für Bayern den Reichskommissar General v. Epp. Norman Davis in Berlin. Berlin, 9. April. (TU.) Der amerikanische Sonderbotschafter Norman Davis hatte, nachdem er am Samstagvormittag dem Reichspräsidenten seine Aufwartung gemacht, am Nachmittag eine eingehende Aussprache mit dem Reichskanzler und dem Reichsaußenmini st er über '21 b r ü ft u n g und Weltwirtschaftskonferenz. Nach der Konferenz mit dem Reichskanzler empfing er die Vertreter der amerikanischen Presse, denen er erklärte, daß er von Hitler den Eindruck eines „Mannes von großer dynamischer Gewalt" gewonnen habe. Ueber die zur Erörterung stehenden Fragen hielt Norman Davis eine Aeuße- rung nicht für angezeigt, da er „in Europa Informationen suche und nicht zu geben habe". Ueber Die Aussichten einer Verständigung in der Abrüstungsfrage scheint Norman Davis zuversichtlich zu sein. Er dürfte sich davon überzeugt haben, daß es der deutschen Regierung mit ihrem wiederholt betonten Friedenswillen e r n ft ist, daß sie aber mit der gleichen Entschiedenheit an ihrer Forderung nach Gleiberechtigung hinsichtlich der Rüstungen festhält. In diesem Zusammenhänge dürfte auch die deutsche Auffassung über die Lage an der Ostgrenze zur Sprache gekommen sein. Auch die Erörterungen über die Frage der Weltwirtschaftskonferenz konnten zum Abschluß gebracht werden. Heute, Sonntag abend, ist Norman Davis nach Paris abgereift. Göring unterwegs nach Berlin, 9. April. (TU.) Reichsminister G ö - ring ist am Sonntagnachmittag vom Flughafen Tempelhof nach Rom abgeflogen und abends in München angekommen. Er wird Montag nach Rom weiterfliegen. Kleine politische Nachrichten. Gefamtverwaltung und Aufsichtsrat des D e u t s ch n a t i o n alen Handlungs- gehilfen-Verbandes beschlossen im Beisein des Beauftragten der RSDAP., des Reichstagsabgeordneten S t ö h r, den Verbandsvor- steher B e ch l y auf seinen Antrag von seinem Amte zu entbinden und seinen Stellvertreter Hermann M i l tz o w zum Vorsteher des Verbandes zu ernennen. Der Chef des außenpolitischen Amtes der RSDAP. Alfred Rosenberg machte dem Reichsaußenminister Freiherrn v.Reurath einen längeren Besuch. In einem Erlaß des kommissarischen preußischen Kultusministers Rust wird' mitgeteilt, daß für 1933 die Zahl der vorübergehend eingerichteten Hilfslehrer stellen von 3000 a uf 5500 vermehrt worden sei. Die erhöhte Beschäftigung von Hilfslehrkräften soll den Verhältnissen Rechnung tragen, die sich im Schuljahr 1933 durch die Steigerung der Schulkinderfrequenz und des Stundenbedarfs ergeben. Durch die Hilfs- lehrerstellen soll eine vermehrte Beschäftigung von Iunglehrern sichergestellt werden. Das Vorhandensein einer HilfslehrerDr. Werner Kulz, Fachreferent der hessischen Regierung für Kunst, Theater, Volktums- pflege, hat als aktiver Offizier fast alle Schlachten an der Westfront mitgemacht. Er wurde schwer verwundet und verlor in der Flandernschlacht ein Auge. Rach dem Kriege studierte Dr. Kulz Rechtswisfenschaften, Philosophie und Musikwissenschaft, später Anthropologie. Er ist westdeutscher Führer des Kampfbundes für deutsche Kultur und Herausgeber der völkischen Pressekorre- spondenz und der „Sonne", einer führenden rasse- kundlichen Zeitschrift. stelle darf daher in keinem Falle bei dem Abbau einer Planstelle oder Auherplanstelle mitbeftim» inend fein. Aus alter Welt. Hellseher hanussen lot aufgefunden. Dieser Tage wurde von Chauffeearbeitern in einer kleinen Tannenschonung an der Landstraße von Baruth nach Reuhof (Brandenburg) die Leiche eines gutgekleideten Mannes aufgefunden. An Hand einer Firmenbezeichnung im Anzug des Toten wurde ermittelt, daß es sich vermutlich um den unter dem Ramen Erik Ian Hanussen als Hellseher tätig gewesenen Ver- lagsbesiher Hermann Steinschneider handelt. Diese Vermutung erhielt ihre Bestätigung dadurch, daß ein früherer Angestellter Steinschneiders im Schauhause den Toten mit Sicherheit als seinen früheren Chef erkannt hat. Die Leiche Steinschneiders weist mehrere S ch u h- verlehungen auf, die ihm augenscheinlich von fremder Hand beigebracht wurden. Die Staatsanwaltschaft II Berlin ist mit der Aufklärung betraut und wird dabei von der Berliner Mordkommission unter Leitung des Kriminalkommissars Albrecht unterstützt. Rach dem ersten „nassen" Tag: Amerika vor leeren Fässern. Mit einem Gesarntoerbrauch von annähernd 1,5 Millionen Faß endete dec e r ft e „n a s s e" T a g in USA mit schweren Sorgen über die Deckung des Bedarfes der nächsten Zeit, da ein derartiger Massendurst selbst die Brauereien überraschte. Diese glaubten jeder Nachfrage gewachsen zu fein. Neuyork ist noch nicht so schwer bedroht, wie manche Städte des Westens, die sich nunmehr einer Rationierung ihres Bierbedarfs gegenübersehen. Wie bei dem Geldbedarf vor vier Wochen in San Franzisko die Banken zumachten, so schlossen sämtliche Brauereien, da sie nur noch beschränkten Vorrat für zwei Tage haben. Der kalifornische Brauerverband veröffentlicht eine Erklärung, daß die Situation menschliches Können übersteige. „W irkonnten so etwas nicht voraussehe n." Oberhessischer Kunstverein. Große Frühjahrs-Ausstellung: Kunstwerke aus Gießener Privatüesitz. Mit der gestern eröffneten neuen Ausstellung wurde eine seit vielen Iahren hier nicht mehr verwirklichte Idee wieder aufgegriffen: Kunstwerke aus Gießener Privatbesih für eine begrenzte Zeitdauer allgemein zugänglich zu machen. Der Katalog umfaßt insgesamt 69 Rummern: Oel- bilder, Aquarelle, Pastelle: fünf angesehene Gießener Familien haben dankenswerterweise einen Teil ihres Kunstbefiyes zur Verfügung gestellt. Bei der durch die Herkunft der einzelnen Stücke bedingten Zusammensetzung der Ausstellung war es naturgemäß schwierig, für die Anordnung und räumliche Verteilung einheitliche Gesichtspunkte zugrunde zu legen; so ist man zweckmäßig beim Hängen im wesentlichen chronologisch vorgegangen und war im übrigen durch die zwanglose Annäherung gewisser Motivgruppen aneinander bemüht, innerhalb des Gesamtbildes Beziehungen zu schaffen oder wenigstens anzudeuten. 3m ganzen gibt die Ausstellung erfreulich und manchmal fast überraschend Zeugnis vom internen Kunstleben in unserer Stadt, von privatem Sammlerfleiß, von feinsinnigem Verständnis für Kunst und Künstler, — von einer Gesinnung und Geisteshaltung, mit einem Wort, die freilich unserer armen, von vielfältigen Sorgen und Röten bedrängten Gegenwart nicht leicht gemacht wird und sich heute auch wohl in den meisten Fällen leider nicht mehr so fruchtbar auswirken kann wie in früheren Iahren. Um so verdienstlicher gerade in unserer Zeit eine so vielfältig anregende Verwirklichung des Gedankens, einmal der Öffentlichkeit vorzuführen, was gemeinhin nur einem kleinen Kreise zugänglich sein kann. * Der Gesamteindruck wird durch ein im Durchschnitt ausgezeichnetes Riveau und eine reizvolle Vielfalt der Motive und Techniken bestimmt. Der Katalog verzeichnet eine ganze Reihe von Ramen, die in der Kunstgeschichte einen guten Klang haben. Der naturgemäß begrenzte Raum, der für diesen Bericht zur Verfügung steht, verbietet es leider, auf alle im Katalog aufgeführten Arbeiten einzugehen; wir müssen uns darauf beschränken, auf einige der u. E. interessantesten und schönsten Stücke binzuweisen. Die blühende Farbigkeit einer lebenstrohenden „Holländerin" von Professor Hans von Bartels, Hamburg, empfängt den Beschauer gleich beim Eintritt. Don Eugen Bracht, Darmstadt, finden wir eine „Baumgruppe im Herbst", von dem Wetzlarer Johannes Seiler zwei kräftige Iagdstücke. Der „Auszug ins Feld" von Reinhold Ewald aus Hanau interessiert hier nicht nur um gewisser persönlicher Beziehungen willen: erstaunlich die Entwicklung dieses hervorragend begabten Malers von der hier vorgeführten Arbeit zu feinen späteren Bildern. In der Gruppe der Porträtisten fällt ein sehr fein gemaltes Bildnis („Alte Frau") des 1903 in Gießen verstorbenen Leibi-Schülers Otto Fritz auf, in der Aktgruppe eine tüchtige Arbeit von Horatio G a i g h e r. Eduard von Gebhardt und der Münchener Grützner (mit einer für ihn typischen „Weinprobe") werden schon ihres Ramens wegen kaum übersehen werden. An der Rückwand des Saales wird der Blick des Beschauers durch eine wirkungsvoll komponierte „Kreuz- abnabme" von Mathaeus Gondolach gefangen, der, aus Kassel gebürtig. 1653 zu Augsburg gestorben und übrigens Hofmaler Kaiser Rudolfs II. zu Prag gewesen ist. Ein vor allem koloristisch bemerkenswertes Bild ist die „Burg- szene in Oberitalien" von Max Heß, einem 1825 in München geborenen Schüler von Oswald Achenbach. Ein Aquarell von Franz Huth („Kircheninneres"), ein markantes Pastell-Porträt des Großherzogs Ernst Ludwig von Professor Walter I l l n c r , Darmstadt, die „Oberhessische Landschaft" und das „Lahntal" von Otto Iung (Stuttgart) wird das Gießener Publikum besonders interessieren. Ein mit prachtvollem Schwung und Temperament gemaltes Bild ist das „Pferderennen" des Müncheners Angelo Jank, der hier ungemein charakteristisch vertreten ist. Ein besonders feines Stück ist ferner die „Fränkische Landschaft" (1908) von Richard Kaiser. Von Albert von Keller sieht man einen Frauenakt, von Hans Kober st ein, dem Schöpfer der großen Vorhangbemalung im Gießener Stadttheater, zwei Aquarelle. Der bekannte englische Maler Landseer ist mit einer Tiergruppe („Hunde mit Reh") zu sehen: das Bild ist Übrigens nicht ohne Absicht in die Rachbarschaft des vorhm bereits erwähnten Deiker gehängt worden. Ein ausgezeichnetes Porträt: die „Junge Frau" des Niederländers Pieter M i e r e v e 11 (1596 bis 1623). „Das goldene Tor" nennt sich eine der apartesten Arbeiten des durch seine graziösen und pikanten Rokoko-Motive bekannt gewordenen Prof. Hans P e 11 a r (früher in Darmstadt, Künstlerkolonie). Der 1768 gestorbene Darmstädter Hofmaler I. K. S e e k a h — von dem man zwei Oelgemälde findet — soll aus lokalen wie literarischen Gründen nicht unerwähnt bleiben. AuS dec Gruppe der Bilder von Wilhelm Sch reue r, Düsseldorf, fei eine „Tischgesellschaft im Garten" hervorgehoben. Wer die charakteristischen Bilder des Frankfurters Adolf Schreyer im Städel kennt, wird die hier ausgestellte „Heuernte" (1861) mit Interesse und wahrscheinlich nicht ohne Heberraschung betrachten. Ein pompöses Porträt (Kreidezeichnung: die Tochter des Künstlers) von Franz von Stuck. Bier schöne, klare Landschaften von Hans von Volkmann, repräsentative Arbeiten des Karlsruher Meisters. Und zum Schluß ein kleines • Kabinettstück, dessen sich keine Galerie zu schämen hätte: der „Pferdehandel" von Wou- wermann (1619 bis 1668) mit dem berühmten Schimmel. — Die Ausstellung ist. Sonntags von 11 bis 13, Dienstags bis Freitags von 15 bis 17 Hfcr geöffnet; möge sich die großzügige Bereitwillig keif der Besitzer durcb einor. ”-t* " Besuch belohnt finden. hth. Das £)tuit, ba ein derartiger eien überraschte. Diese ichjen zu sein. Neuyork ht wie manche Stöhle hr einer Rationierung riehen. Wie bei Dem in San Franziska die t sämtliche Brauereien, Vorrat für Z?« W ;tverband oerossenUichl ition menschliches Som lensoetwasnichi Wnde und Fußboden ildien Stein, die We Stämmen der deuW' -rabsallende gedompl jaert die Wirkung enen Glassensters r der lodernden FE “ cin der Miüe des ssg Ymifie ®tab r erstund^ • ^sondere fisü** i« des S°r^int worden lberta gL ! i" /Berg ®1? Heimat ■Ä5 \w ÄJ?*® immer ® ** wfo»- it man e*n ’^att man len, und o Glossen- «lebenö'ü «J? Ä’Ä«* über das 6rinn Ö'Ä' M Mreie Schotten. V Gedern, 5. April. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt am Sonntag ihre Generalversammlung im „Löwen" ab. Der 1. Kommandant Landwirt Christian Braun I. leitete die Versammlung. Zu dem vom 21. bis 24. Juli in Schotten stattfindenden Landesseuerwehrtag wird die hiesige Wehr eine Gruppe entsenden. Die Rechnungsablage erstattete der Rechner und zweite Ad jutant Ernst B o n a 11. Die Feuerwehr verfugt zur Zeit über ein ansehnliches Vermögen. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Zu Rechnungsprüfern für 1933 wurden Wagnermeister Wilhelm Birx II. und Maurermeister Hermann -s t ä h r bestimmt. Für den verstorbenen Kameraden Wilhelm Wiesner wurde Wagnermeister Wilh. Birx II. als Abteilungsführer gewühlt. — Im „Löwen" fand bei guter Beteiligung die diesjährige Generalversammlung des hiesigen P f e r d e v e r s i ch e - rungsvereins statt. Der 1. Vorsitzende, Landwirt Karl Franz III., erstattete den Geschäftsbericht. Danach waren zu Beainn des vorigen Jahres 245 Mitglieder mit 321 Pferden versichert. Zehn Abmeldungen und elf Neueintritte erhöhten die Mitgliederzahl auf 246. Es muhten für 17 Pferde und ein Fohlen Entschädigungen in Höhe von 6357,50 RM. bezahlt werden. Rechner Karl Franz IV. vcr» las die Rechnung. Dem Rechner, sowie dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Zu Rcchnungsprü- scrn für 1933 wurden Karl Schmidt, Kaulstoh und Wilhelm Junker, Illnhausen, bestimmt. Der Antrag des Vorstandes, den Geschäftsbezirk bis auf 15 Kilometer im Umkreis zu erweitern, wurde ein« stimmig angenommen. Der gesamte Vorstand wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Oer Offenbacher Schlachihausdirettor verhaftet. WER. Offenbach. 9. April. Der seitherige Direktor des Offenbacher Schlachthauses G i * gerich, der auf Grund der in jüngster Zeit vorgenommenen Personalveründerungen vor einigen Tagen beurlaubt worden war, ist verhaft t e t worden. Wie aus zuverlässiger Quelle ver- lautet, soll er Materialien aus dem Schlachthaus zu seinem persönlichen Ruhen verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft ist bereits mit der Untersuchung beschäftigt. Oie neue preußische Tier- und pflanzen« schutzverordnung. Lon Studienrat E. Holzel. Am 1. April 1933 ist in Preußen eine neue Tier-und Pflanzenschuhverordnung in Ärafl getreten, durch die die Verordnung vom 16. Dezember 1929 (über die ich seinerzeit im „Gießener Anzeiger" ebenfalls berichtete) aufgehoben wurde. Da die Grenzlage Gießens ihre Kenntnis nicht nur für 3ägct in benachbarten preußischen Landesteilen, sondern auch für hessische Pächter preußischer Jagden notwendig erscheinen läßt, seien kurz die wichtigsten Vestimmungen wiedergegeben. Geschuht sind folgende Säugetiere: Glch, Rothirsch, Damhirsch, Reh, Edelmarder, Rerz, Wildkatze, Fledermäuse, Viber, Siebenschläfer und Haselmaus. Soweit der Jagdberechtigte sie etwa zu bestimmten Zeiten erlegen darf, sind sie in der untenstehenden Schußzcittabelle wieder aufgeführt. Ferner sind geschützt alle V o g e l - arten außer Krähen, Elstern und Eichelhähern, Sperlingen, Vlehhuhn, Rohrweihe, Habicht, Sperber, Fischreiher und Haubentaucher. Für die Jagdausübung selbst ist wichtig, daß das Verbot des Abschusses von Schalenwild mit Schrot oder gehacktem Blei (auch als Fangschuß) auch auf das Schwarzwild ausgedehnt worden ist. Damit ist klipp und klar der von allen Weidmännern vertretene Grundsatz in die Wirklichkeit übertragen: „Allem Wild, das auf Schalen zieht, gebührt die Kugel." Neu als gesetzliche Bestimmung, aber alt als weidmännische Forderung ist ferner das Verbot des Erlegens weiblichen, führenden (säugenden) Haarwildes in der Zeit vom 16. März bis zum 15. September. Damit hat endlich auch die führende Bache eine Schonzeit bekommen, ebenso wie z. B. auch die säugende Fuchsfähe nicht mehr vom Geheck weggeschossen werden darf, wäh- renb die Jungtiere elend verhungern müssen. Das Erlegen jeglichen Wildes unter Benutzung von Sch cinmerfern usw. ist verboten. Für den Abschuß oder Fang von Raubvögeln dürfen weder Belohnungen ausgesetzt noch empfangen werden. Die Verwendung von Fanggeräten, die auf Baumen, Pfählen oder Erderhebungen angebracht werden, ist strafbar. Zum Schutze der'Jagd wird verordnet, daß der Jagdberechtigte Hunde oder Katzen töten darf, wenn Hunde außerhalb der öffentlichen Wege herumlaufen und nicht mehr einer Einwirkung ihres Führers unterstehen, oder Katzen mehr als 200 m vom nächsten bewohnten Haus entfernt find. Für den Verkauf von Wild ist folgendes wichtig: Sämtliches in unzerlegtem Zustand zum Feilbieten oder Verkauf kommende Schalenwild muß einen Urfprunafdjein tragen. Es soll dadurch möglich sein, unrechtmäßig oder im Widerspruch zu den Bestimmungen der Verordnung erbeutetes Wild (Schonzeit oder Schrotschuß) zu erfassen. Denn dieses muß eingezogen werden. Dieses Einziehen kann auch beim Wildhändler, Hotelbesitzer usw. erfolgen, wenn er sich nicht durch den Ursprungschein über die rechtmäßige Herkunft unterrichtete. Es kann zur Abwehr wesentlicher wirtschaftlicher Schäden ein Abschuß von Rot-, Dam- und Rehwild auch in der Schonzeit durch den Landrat genehmigt werden, jedoch sind Zeit, Zahl, Art und Geschlecht genau zu begrenzen. Es gelten nunmehr folgende Schußzeitcn in dem ganzen preußischen Staatsgebiet, wobei besonders zu beachten ist, daß in Zukunft die Bezirksausschüsse außer beim Rebhuhn keine Verschiebung mehr vornehmen dürfen: 1. Rothirsch (männl ): 16. 8. bis 31. 12.; (weibl. und Kälber): 16. 10. bis 31. 1. 2. Rehbock: 1. 6. bis 31. 10.; weibl. Rehwild und weibl. Kälber: 1. 11. bis 31. 12.; männliche Kälber haben keine Schubzeit. 3. Edelmarder: 1. 12. bis 31. 1. 4. Haselhuhn: 1. 10. bis 30. 11. 5. Rebhuhn: 1. 9. bis 30. 11. (evtl, bis 14 Tage früher oder später Eröffnung). 6. Fc/an: Hahn und Henne 1. 10. bis 15. 1. 7. Ringeltaube: 1. 8. bis 15. 4. 8. Schnepfen: 16. 7. bis 15. 4. 9. Wildenten: Erpel 16. 7. bis 31. 1.; Ente 16. 7. bis 31. 12. 10. Bussarde: 2. 10. bis Ende Februar (neu). 11. Hasen: 1. 10. bis 15. 1. Es sind aus der langen Verordnung nur diejenigen Schußzeiten angegeben, für die Io f al es Interesse besteht. Um Zweifel und Unannehmlichkeiten zu vermeiden, empfiehlt es sich, bis zur Ausgabe neuer Paßsormulare diesen Auszug dem Pa ß anzufügen. | Diese Verordnung bedeutet im weidmännischen Sinne wiederum einen außerordentlichen Fortschritt. Man darf wohl hoffen, daß auch in Hessen den dringlichsten Forderungen der weidgerechten Jägerei bezüglich des Schalenwildes nun bald Rechnung getragen wird. Aus der provinzialhaupistadi. Ablieferung von Reisepässen. Das Polizeiamt Gießen hat am Samstag, 8. April, folgende Anordnung erlassen: Sämtliche Personen jüdischer Abstammung. die i.i Gießen ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben und im Besitz von gültigen Reisepässen sind, haben diese vis spätestens Dienst a g. 11. April, 18 LI h r, bei der Paßstelle des Polizeiamts Gießen abzuliefern. Oie KrichSjugendwettkämpfe. WER. Der Hessische Minister für Kultus und Dildungswesen teilt mit: Die vorige Regierung hat die Voranschlagsmittel für Zwecke der Jugend- pflege des Rechnungsjahres 1932 vollständig verbraucht, so daß es jetzt nicht mehr möglich ist, für die Sieger der im vergangenen Jahre durchgeführten Reichsjugendwettkämpfe Ehrenurkunden usw zu beschaffen. Da es auch nicht angängig erscheint, die Mittel für das neue Jahr.mit diesen Ausgaben zu belasten, können den Siegern der vorjährigen Wettkämpfe zu meinem größten Bedauern keine Ehrungen zuteil werden. Ich beabsichtige, im kommenden Jahr die Reichs;ugend- wettkämpse in großzügiger Weise zum Austrag bringen zu lassen. Anweisungen für die Durchführung werden rechtzeitig ergehen. Erweiterte Irachtenstundung zur Erleichterung der Arbeitsbeschaffung. WTB Don der Pressestelle des Reichstommissa- riats Tür Arbeitsbeschaffung wird mitgeteilt: Lim die Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms zu erleichtern, hat die Deutsche Verkehrs - Kredit - Dank - AG. mit Zustimmung der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft sich bereit erklärt, den Llnternehmern, Die Arbeiten im Rahmen des A r b e i t s b e s ch a f- sungsprogramms auszuführen haben, die auskommendenFrachten über den im allgemeinen üblichen Zeitraum von einem halben Monat hinaus, und zwar auf dieDauervon drei Monaten zu stunden. Anfrage aus Gewährung dieser erweiterten Frachtenstundung sind an diejenigen Stellen der Deutschen Verkehrs- Kredit-Bank - AG. (Zentrale bzw. Zweigniederlassung) zu richten, bei der die sonst übliche halbmonatliche Frachtenstundung in Anspruch genommen wird. Der Nachweis, daß es sich um Arbeiten auf Grund des Arbeitsbeschaffungsprogramms Han- beit, ist Lurch Vorlage einer Beschein i g u n g des Trägers der Arbeit und auf Anfordern durch Vorlage einer Bc sch ernt gung d es Arbeitsamts zu führen. 2lls Zinssatz für den erweiterten Frachtenkredit berechnet die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank-AG. einen Satz von 6 Prozent. Rach Ablauf der dreimonatigen Stundungsfrist ist der Kredit zurückzuzahlen. Soweit Rückzahlung in Raten gewünscht wird ist das Erforderliche mit der Deutschen Derkehrs-Kredit-Bank ' 2l G. zu vereinbaren. Die Frage der Sicherheits- l e i st u n g für den erweiterten Stundungskredlt ist gleichfalls im Benehmen mit der Deutschen 25er- kehrs°Kredit°Dank - AG. zu klären. Bornotizeu. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Morgen, Dienstag. 27. Vorstellung im Dienstag-Abonnement das Schauspiel: „Andreas Hollmann" von Hans Christoph Kaer° gcL Gewöhnliche Preise. Von 20 bis 22 ilbr. Mittwoch. 12. April. 26. Vorstellung tm Milt» woch-Abonnement Wiederholung des «chausprc s: Die Räuber" von Schiller. Spielleitung: Peter Fa ssvtt. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von I I 19.30 bis 23 Ahr. — Freitag, 14. April Kar- freitag, bleiben Theater und Kasse geschlossen. Der Spielplan der beiden Ostertage verzeichnet für Sonntag, 16. April (1. Ofterfeicrtag) von 19 bis 21 ilfjr als Fremdenvorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen eine Wiederholung des Schauspiels „Andreas Hollmann von Hans Christoph Kaergel, Spielleitung: Wolfgang Kühne; für Montag, 17. April (2. Oster- feiertag) 19 Llhr als Fremdenvorstellung außer Abonnement zu ermäßigten Preisen Erstaufführung des Volksstücks „Die vier Musketiere" von Sigmund Graff, Spielleitung: Peter Fassott. Amtsgericht Gießen. Die kürzlich begonnene, dann aber wegen Her- beischassunng weiterer Beweismittel unterbrochene Verhandlung gegen einen hiesigen Hausbesitzer wegen fahrlässiger Körperverletzung einer Lehrerin, die infolge Außerachtlassung seiner Streupflicht bei Glatteis vor feinem Hause einen schweren Unfall erlitt, endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu einer namhaften Geldstrafe. Eine Hausangehörige hatte, wie es in der Urteilsbegründung hieß, in der Rächt vorher gegen ein Uhr die Unfallstelle mit Asche ausgiebig bestreut, Der Angeklagte ließ es hierbei bewenden. Es war aber seine Pflicht, am Morgen, bevor der Verkehr auf der Straße einsehte, sich zu vergewissern, ob er nicht erneut seiner Streupflicht nachkommen müsse, wie dies die einschlägige Polizeiverordnung für bestimmte Fälle verlangt, namentlich für solche der fraglichen Art, wenn das Streumaterial an der Gefahrenstelle nach der letzten Bestreuung infolge des regen Verkehrs der Passanten verschwun- den, oder von dem Wind weggeweht ist. Dies traf hier zu. Der Angeklagte hat die chm obliegende Pflicht versäumt, daher fahrlässig gehandelt und dadurch den schweren Unfall verursacht, den er als mögliche Folge seiner Unterlassung bei einiger Ueberleguug und Aufmerksamkeit hätte voraussehen müssen. Eine Schuld oder Mitschuld der Lehrerin, die nach dem Unfall in das katholische Schwesternhaus ausgenommen werden mußte und drei Monate arbeitsunfähig war, — sie soll in großer Eile den Weg nach der Kirche genommen haben — kam nicht in Frage. Ein wiederholt wegen Betrugs vorbestrafter und deshalb rückfälliger Reisevertreter ließ feinen Um- zug von Gießen nach Frankfurt durch ein Autotransportunternehmen ausführen und versprach diesem in ganz bestimmter Weise, Zahlung sofort nach Ankunft des Transports in Frankfurt a. M. zu leisten. Dort wartete er das Ausladen der Möbel erst ab und erklärte dann dem Unternehmer. er könne nicht zahlen, obwohl er von dem Wohlfahrtsamt 25 Mark als Unterstützung für den Ueberzug erhalten hatte. Troy aller Versprechungen hat er bis heute noch nicht gezahlt. Der- selbe Angeklagte veranlaßte einen hiesigen Kaufmann, ebenfalls durch Die Versicherung, an einem bestimmten Tage Zahlung zu leisten, chm eure Damenhandtasche auf Kredit zu verkaufen. Auch in diesem Falle erfolgte keine Zahlung, die auch wohl von vornherein nicht beabsichtigt war. Der Fall lag aber insofern anders wie der vorhergehende, als der Kaufmann in der Verhandlung erklärte, er hätte dem Angeklagten auch ohne das bestimmte Zahlungsverfprechen Die Tasche anstandslos käuflich geliefert, wahrend in Dem anderen Falle Der Unternehmer unter seinem Erd versicherte, er fühle sich betrogen. Da es ihm ohne das Zahlungsversprechen gar mcht eingefallen wäre, den Transport ohne Varzahlung auszusuh- ren. In Dem ersterwähnten Fall lautete das Urteil auf vier Monate Gefängnis, in dem zweiten Falle auf Freisprechung. Sie wollen zur See fahren... Schiffbruch in der Hafenstadt. - Abenteurerlust wird Unsinn. „Auf Dem Hamburger Hauptbahnhof wurde ein Jugendlicher festgenommen, der sich ohne Wissen seiner Eltern von seinem Heimatort Jena in Thüringen entfernt hatte, um sich hier ein Schiff zu juchen. Der Junge war völlig mittellos." (Eine fast tägliche Hamburger Polizeinotiz.) Wir leben in einer Zeit, in der Abenteurerlust vielfach zum Unsinn, zum seelischen Selbstmord wird. Der goldne Boden ist nirgendwo mehr zu finden, wenn sich alle Länder in Krisenkrämpfen winden. Und dennoch glaubt die Jugend an das große Glück und wagt immer wieder verwegen und blind den ersten Schritt. Um meist elend zu stranden. Während gut 500 000 oder 600 000 junge Menschen die endlose Landstraße entlang wandern, immer auf der Suche nach dem Glück, gehen die anderen in die Hafenstädte. Sie haben von den großen Schiffen gehört, mit denen man über Die Meere kommen kann, sie vernahmen von Der Karriere Des großen Reeders, der eines Tages als Schiffsjunge anfing ... Die Hamburger Polizei hat ein paar Spezialbeamte auf den Hamburger Bahnhöfen stehen. Sie haben einen in jahrzehntelanger Arbeit geschulten Blick und greifen zielsicher Die „Gestrauchelten" fast immer auf, ehe weiteres Unheil geschah. Da hatte ein 15 oder 16 Jahre alter Fritz B. seinem Papa in Berlin die Portokasse aufgemacht und 200 Mark gestohlen. Mit dem Geld, das ihn ungeheuer viel schien, glaubte er bis ans Ende der Welt zu kommen. Er kaufte sich noch eine Knallkorkenpistole und einen Regenmantel und fuhr los. Nach Hamburg. Hier verlor er erst den Mut, als er sah, daß dort die Schiffe nicht gleich vor dem Bahnhof liegen. Dann aber lernte er jemanden ken- ,nen, der sich auszukennen schien, Der ihm „zur Sicherheit" das Geld abnahm — und verschwand. Die Polizei findet Fritz in einer geheimen Herberge in St. Pauli, wo man ihm sogar schon den Mantel als „Schlafgeld" abgenommen hatte. Einen Tag später ist der Papa mit einem anderen Mantel Da und holt Den halbverhungerten, aber kurierten Jungen roieber ab. Mit Dem Schiff war es nichts. Das finD Die gutartigen Fälle. Auch Der Junge aus Jena war Durchgegangen, um Den Sprunu in Die weite Welt zu tun. Er hatte sich ein paar Mark gespart und — erlebte Die erste große Enttäuschung seines Lebens. UnD Doch kann er froh fein, Daß ihn Die Polizei so früh aufgriff. Ehe Die „Raben" Der WelthafenstaDt ihn zum ersten Einbruch veranlaßt haben, ehe er Dem Verbrechen rettungslos in Die Arme geglitten ist. Mancher begann mit Der Portokasse Des Chefs und geriet Dann unter die Hafcnbanditen zwischen Hamburg und Altona. Der Weg führt unweigerlich — meist sehr schnell — ins Zuchthaus. Das Pflaster ist so schlüpfrig, die Not ist so bitter in der Welthafenstadt Hamburg, daß es schade ist um jeden Jungen, den es dorthin treibt, um von hier aus auf eigene Faust „ein Schiff zu suchen '. ,Hch hatte mir das ja alles ganz anders vorgestellt, viel leichter und schöner", gestand einer, den man halb verhungert im Hafen aufgriff und erst ein wenig aufpäppelte, ehe man ihn nach Hause zurück- schicktc, „überall Polizei und Kontrollen unb_nir wendwo eine Gelegenheit, wo man auf ein Schiff kommen konnte als blinder Passagier, aber das ist ja auch alles nicht mehr, wie mir die anderen erzählt haben- Man wird bei der ersten Gelegenheit an Land gesetzt, und muß dann zu Fuß nach Hamburg tippeln. Dann will ich lieber nach Hause ober in ben Arbeitsbienst. Im Hasen kommt man sonst doch nur unter die Räder ..." Leider viel zu sehr überhort im Binnenland, warnen alle Körperschaften, die mit Seefahrt zu tun haben, dringend davor, den Beruf eines Seemannes zu ergreifen. „Wir wissen uns nicht zu retten vor Zuschriften und Anfragen. Die Menschen im Binnenland tun gerade so, wie wenn die Krise an uns vorübergegangen märe. Sie müßten nur einmal sehen, wie es im Hafen aussieht, d. h. dort, wo die Schiffe alle an den Pfählen liegen und seit Jahr und Tag darauf warten, in Fahrt gesetzt zu werden." So klagt em Lerbandsbureau für Seeleute. In Waltersdorf, in Hamburgs Hafen ziehen sich die Reihen endlos ... Große, schone Schiffe, die verrosten. Es wird vielleicht in Den nächsten Monaten besser werben. Vielleicht wirb nach unb nach ein Schiff nach dem andern wieder fahren können. Aber die Berufsnot in Der Seefahrt ist damit keineswegs behoben! Gewiß glückt es gelegentlich den ganz gerissenen und routinierten Vagabunden, als „Blinde" auf einem Dampfer ein Plätzchen zu finden, um bann halb verhungert unb oerburftet irgenbmo an Land zu kriechen — bis sie bort geschnappt unb von ber Polizei zurückgebracht werben. Die ßänber ber ganzen Welt haben bie Strafen unb bie Bedingungen für ben Rücktransport blinder Passagiere so verschärft, baß bie Kapitäne ihre Schiffe bis in ben letzten Winkel burchsuchen lassen, ehe sie in See gehen. Meist fliegen bie „Blinden" also noch | im Ausgangshafen von Bord ... H.T. R. Gchach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. e Problem Nr. 341. Weih 9 Steine: Ke8; Dhl; Lc3, g4; Sa4; Bb2, d6. c5, f2. Schwarz 6 Steine: Kb5; Bb3, b7, c4, d5, e6. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Problem Nr. 342. Weih 7 Steine: Kf7; Da2; Td3; Lc5, h7; Sb3, f5. Schwarz 5 Steine: Kc4; Sc8, Bb4, c3, f6. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Partie Nr. 245 Jüdisch. In Der 1. RunDe Des Meisterturniers zu BaD Sliae am 11. Juni 1932 gespielt. Weih: Prof- Vidmar. Schwarz: Pokorny. 1. d2-d4, Sg8-f6. 2. c2-c4, c7-e6. 3. Sgl-f3, Lf8 - b4+. 4. Lei -d2, Dd8-e7. 5. g2-g3 (Sie beste BehanDlung Dieser Spielweise). 5...., b7 - b6. 6. Lfl -g2, Lc8-b7. 7.0-0, Lb4xd2. 8. Ddlxd2, d7 - d6. 9. Sbl — c3, Sb8-d7 (Rirnzowitsch empfiehlt hier als Den besseren Zug 9. . . ., Se4). 10. Dd2-c2, 0-0. Il.e2-e4, e7-cb (Vorteilhaftere5). 12.Tal-dl, Ta8 —c8. 13. d4-d5!, e6-e5. 14. Sf3-h4, g7-g6. 15.Dc2-d2, Sf6-c8.16.Lg2-h3, Se8-g7.17. Dd2- hö, Lb7-a6. 18. b2-b3, Tc8-b8 (Schwarz sollte hier Den Versuch unternehmen, sich Durch f5 etwas zu befreien). 19. f2-f4, c5xf4. 20. g3xf4, Tf8-d8. 21. e4-e5! (Führt zu wichtigen Linienöffnungen). 21. . . ., d6Xe5. 22. d5-d6, De7-f8. 23. Sc3-d5, Sg7 - e6 (23.. . ., Dxd6 würde nach 24. Sb4! eine Figur kosten). 24. Sd5-e?+ (Es folgt nun ein prächtiger Schluß). 24.....KgS-h8. 25. Sh4x g6+1 (Schwarz gab auf, Da er Die Dame verliert). Losung deS Problems Rr. 339. Von Dething. l.Tf6-f5!, Kd4xe4. 2. La5-c3! usw. 1 -7-ab. 2. Le4-d3! usw. 1. .. ., Kd4-c4. 2. vgbxeb-j- usw. 1.....e6xf5. 2. DgöXfS usw. Losung de« Problems Dr. 340. Don Möller. i 1. De7—e5! usw. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Zu früh. Karl Muck, ber bekannte Dirigent ber Bay- reuther Festspiele, leitete die Probe zu „Parsisal". Oben auf der Bühne standen die „Blumenmädchen" und fangen: „Ich dufte süß, ich Dufte süßer." Plötzlich klopft Muck ab und sagte zu einer Der oben stehenden Sängerinnen: „Wie süß Sie duften, mein Fräulein, kann ich ja leider von hier aus nicht feststellen, aber Sie haben auf alle Fälle einen Achteltakt zu früh geduftet." Die Sängerin. Kaiserin Katharina von Rußland forderte die damals gefeierte Sängerin ©abriclli auf, drei Monate an der Oper in Petersburg zu gastieren. Sie fragte nach der Hohe des Honorars. „Fünftausend Dukaten, Majestät", entgegnete die Sängerin, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Kaiserin war erstaunt und sagte: „Das ist genau die Summe, die ich meinem Generalfeldmarschall zahle!" „Und trotzdem ist er nicht imstande, Ihnen etwas Gescheites oorzusingen", entgegnete die Sängerin lächelnd. Das mußte die Kaiserin zugeben, und sie bewilligte bas Honorar. (Lust. Bl.) Drahtlose Telegraphie. Lehmann fragt Krause: „Was ist das eigentlich drahtlose Telegraphie?" Krause erwidert: „Weißt du denn, was Telegraphie überhaupt ist?" Lehmann verneint. Krause erklärt: „Stell dir einen Dackel vor! Das ist ein sehr langer, niedriger Hund mit einem sehr langen Kopf und einem ganz langen Sdupeif. Jetzt steht der Dackel so, daß sein Schweif in Magdeburg ist, und sein Kopf in Hannover. Nun gehst du hin und trittft ihm in Magdeburg auf den Schweif, dann bellt er sofort in Hannover. Und das nennt man Telegraphie! Verstehst du es jetzt?" „Gut, Das leuchtet mir ein, aber was ist nun drahtlose Telegraphie?" „Na, das ist genau dasselbe, bloß ohne Dackel!" (Nebelspalter) ftUpori Roi-Weiß siegt... 19001. — Rot-Weitz (Oberliga) 0:4. Das Gastspiel der Frankfurter Mannschaft hatte eine stattliche Anzahl Zuschauer auf den Sport- platz der Spielvcrcinigung 1900 geführt. Leider erlebte man zunächst insofern eine Enttäuschung, als die Gäste fast dreivicrtcl Stunde auf sich warten liehen. Das Publikum brachte das Opfer allerdings in aller Ruhe. Als die Mannschaft auftrat, wurde sie herzlich begrüßt. Die Gäste traten mit zwei Mann Ersatz an, der allerdings für die Mannschaft keinen Ausfall bedeutete, denn die Frankfurter zeigten ein sehr ausgeglichenes Spiel: in der Elf selbst war kein Versager. Der Tormann zeigte sich als sehr sicher, die Verteidigung war schwer zu überwinden, die Läuferreihe arbeitete mit dem Sturm sehr gut zusammen und entwickelte einen Angriff nach dem anderen. Der Sturm war in Schußlaune, aber doch nicht so sicher im Torschuß selbst, wie man es erwartet hatte. So waren drei der vier Tore, die im Laufe des Spieles fielen, keine großen Leistungen. Die Spielvereinigung trat mit folgender Mannschaft auf: Schlarb, Zeiler, Luft, Gath, Heilmann, Loh, Lippert, Arnold, Henrichs, Günther, Grob. Aach der Pause schieden Arnold und Gath aus und wurden durch Hainbach bzw. Schmelz ersetzt. Arnold mißfiel allgemein. Die Blauweißen zeigten kein schlechtes Spiel. Man sah verschiedentlich ausgezeichnete Kombinationsarbeit (besonders im Fnncnsturm), leider aber mußte man den entschlossenen Torschuß fast völlig vermissen. Die Verteidigung arbeitete aufopfernd, konnte jedoch der Angriffe der Gäste nicht völlig Herr werden. In der Läuferreihe war Heilmann die treibende Kraft und den Gästen ein völlig ebenbürtiger Gegner. Henrichs, der während der zweiten Halbzeit als Mittelläufer wirkte, konnte sich nicht ganz durchsetzen. Die Jugendlichen in der Mannschaft gefielen gut. Das Spiel begann zunächst in sehr gemütlichem Tempo. Während der ersten 15 Minuten wurde nicht viel gezeigt. Die Gäste gingen nicht aus sich heraus. Die Vlauwcißen wußten sie andererseits auch nicht herauszufordern. So gestaltete sich der Kampf zunächst etwas matt. Erst sehr allmählich wurden beide Mannschaften warm. 3n der 18. Minute gingen die Gäste in Führung. Aach kurzer Kombination vor dem Tor ein schwacher Schuß des Halbrechten, der Schlarb nicht ganz auf dem Posten sah. Nicht viel eindrucksvoller fiel das zweite Tor für die Gäste. Ein Kopsball des Mittelstürmers aus geringer Entfernung ging knapp unter die Latte. Schlarb konnte kaum etwas dagegen tun. Die Frankfurter spielten ständig leicht überlegen, gaben sich aber nie vollständig aus. Mit 2:0 wurden die Seiten gewechselt. Aach der Pause zogen zunächst die Gießener etwas heftiger vom Leder. Sie brachten zunächst zwei Angriffe gut durch, das Gästetor geriet in ernste Gefahr, der Tormann war aber auf dem Posten und hielt einen der gefährlichen Bälle: ein anderer Ball ging knapp über den Kasten. Die Frankfurter rafften sich daraufhin wieder auf, zeigten wieder ihr elegantes Zuspiel, ihr sicheres Stellungsspiel und stellten dadurch an ihren Gegner große Anforderungen. Torerfolge blieben aber zunächst aus, denn der Sturm lieh den letzten Einsatz vermissen. Einmal fanden die Frankfurter auch das leere Tor nicht. In der 30. Minute fiel das dritte Tor. Der Halblinke hatte eine schöne Vorlage des Mittelläufers in der Luft glatt weitergegeben und den Ball in das Tor gelenkt. Der Torwart der Plahbesiher war machtlos. Das Spiel flaute nun ab. Für kurze Zeit rafften sich die 1900er noch einmal energisch auf, schufen zweimal gefährliche Situationen vor dem Tor, zeigten sich aber in keinem Fall entschlossen genug. So blieb ihnen jeder Erfolg versagt, obwohl das Ehrentor längst fällig war. Sie mußten sich dem technisch besseren Gegner beugen, der 30 Sekunden vor Schluß einen vierten Treffer anreihen konnte. Der Kampf wurde sehr fair ausgetragen. Der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt. Er entschied korrekt. Die 3. Elf der Spielvereinigung 1900 gewann in Dutenhofen (1.) mit 3:0 Toren. Die 4. landete in Krofdorf mit 1:10 Toren einen hohen Sieg. Die 1. Jugend gewann in Watzenborn-Steinberg mit 3:0, die Schüler gewannen gegen Großen- Buseck mit 1:0. Beim Gauwaldlauf in Wetzlar war die Spielvereinigung 1900 erfolgreichster Verein. Heber 7500 Meter siegte Schaaf, über 5000 Meter Daumstieger und in der Jugendklasse (3000 Meter) wurde Berghöfer II. erster Sieger. Die erste Mannschaft des VfB. Gießen verlor im Gesellschafts-Rückspiel gegen Germania Marburg mit 3:1 Toren. Westdeutsche Fußball-Endkämpfe. Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 im Endspiel. 3m Gebiet des Westdeutschen Spiel-Verbandes wurden am Sonntag die Vorschlußrunde der Fußball-Meisterschaft und gleichzeitig der Aest der Pokal-Vorrundenspiele ausgetragen. 3n der Meisterschafts-Runde konnte Fortuna Düsseldorf vor 25 000 Zuschauern in Düsseldorf den vorjährigen westdeutschen Zweiten, Borussia Fulda nach dramatischem Kamps knapp mit 2:1 (0:1) schlagen. Ebenfalls 2; 000 Zuschauer wohnten dem Spiel in Gladbeck zwischen Schalke 04 und Hüsten 09 bei. Die Leute aus Schalke konnten einen hohen 5: l-(2: l)°Sieg feiern. Schalke und Fortuna Düsseldorf haben sich damit für das Meisterschafts-Endspiel qualifiziert und sich gleichzeitig auch die Teilnahme-Berechtigung für die Deutsche Meisterschaft gesichert. Haiipiausschuß-Sitziing der DT. in Stuttgart. Einführung des Arier-Paragraphen beschlossen. 3n Stuttgart, der Stadt des 15. Deutschen Turnfestes, traten am Samstag die Führer der Deutschen Turnerschaft zur Hauptausschuß-Sihung zusammen, die bedeutsame Entschlüsse brachte. Der zweite Vorsitzende der Deutschen Tumerschaft, Direktor Aeuendorsf (Berlin), eröffnete in Abwesenheit des zurückgetretenen Führers Staatsminister a. D. Dr. D ominicus die Tagung. 3n nichtöffentlicher Sitzung wurde dann über die Lage verhandelt, über die Direktor 07 e u en« dorff in glänzender Rede einen Heberblick gab. Der erste Vorsitzende der Deutschen Tumerschaft, Dr. Dominicus, hat mitgeteilt: „3ch lege mein Amt nieder, um der Deutschen Tumerschaft den weiteren Weg zu erleichtern." Einstimmig wurde dazu folgender Antrag angenommen: „Der Hauptausschuh der Deutschen Tumerschaft erkennt dankbar an, daß der bisherige erste Vorsitzende der Deutschen Tumerschaft, Staatsminister a. D. Dr. Dominicus, in Liebe zur Turnerschaft und mit Verständnis dafür, daß die neue Zeit eine neue Führung braucht, freiwillig das Opfer eines Rücktrittes gebracht hat. Die DT. dankt ihm für das außerordentlich große Maß von Arbeit, das er für sie geleistet und für alle Förderung, die sie durch ihn erfahren hat. Sie verleiht ihm die höchste Auszeichnung, die sie zu vergeben hat, die Ehren- Hrkunde der Deutschen Turnerschaft." Weiter wurden folgende Anträge des Vorstandes angenommen: 1- Der Hauptausschuß wolle die von den 3ugendwarten beschlossenen und vom Vorstand des Turn-Ausschusses ergänzten Richtlinien für die Hmgestaltung und den Sinn der Arbeit an der Deutschen Tumerschaft billigen. 2. Die neuen Richtlinien erstreben u. a. eine starke Angleichung der Arbeit an der 3ugend und derjenigen an der gesamten Tumerschaft untereinander. Diese Angleichung, die zu einer Vereinheitlichung führen soll, ist nur möglich, wenn sie sich auf ein einheitliches Zeitschriften- tum stützen kann. Der Hauptausschuß wolle daher grundsätzlich beschließen, die Herausgabe der „Deutschen Turnzeitung" und gegebenenfalls anderen DT.-Zeitungen einem einzigen Schriftleiter zu übertragen und zwar Thilo Scheller. 3. Der Hauptausschuß wolle sofort durch den Vorstand eine Umarbeitung der Deutschen Turn-Satzung in dem Sinne vornehmen lassen, daß in ihr der Grundsatz des Führers und der Führung stark zum Ausdruck kommt, und daß im § 2 • Wehrhaftigkeit als Ziel turnerischer Arbeit ausdrücklichst bezeichnet wird. 4. Die Deutsche Tumerschaft hat sich der nationalen Regierung zur Verfügung gestellt. Daher können Männer uni) Frauen, die nach ihrem bisherigen öffentlichen Auftreten für diese neue nationale Regierung nicht tragbar sind, als Inhaber von Aem- tern innerhalb der Deutschen Turnerschaft ebenfalls nicht sein. Ergänzend wurde festgestellt: Mitglieder der Deutschen Turnerschaft, welche bisher einer marxistischen Partei angehört haben, können nur dann Turner bleiben, wenn sie eine schriftliche Erklärung darüber abgeben, daß sie den marxistischen Glauben an die Internationale und an den Klassenkampf nicht teilen und wenn ihre Persönlichkeit die Annahme rechfertigt, daß sie auch innerlich für die nationale Sache gewonnen werden können." Der Hauptausschuß hat ferner beschlossen, den Arier-Paragraphen — vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Turntages — einzuführen. lieber den Verlauf der Tagung am Sonntag berichten wir noch. Kurze Sportnotizen. Einen Hallen-Weltrekord stellte der deutsche Sprintermeister I o n a t h am Samstagabend beim gut besuchten Nürnberger Hallensport- fest auf. Er durchlief dort die 100 Meter kn der neuen Hallen-Weltbestzeit von 10,5 Sekunden. Bei der gleichen Veranstaltung erreichte Sievert (Hamburg) im Kugelstoßen 16,11 Meter. * Olga Jensch-Jordan, die deutsche Meisterin und Europameisterin im Kunstspringen, beteiligte sich am Freitagabend an einem Wettkampf in Paris und siegte im Kunstspringen. Die „Corinthian s", Englands berühmteste Amateur-Mannschaft, spielten am Samstag gegen den Hamburger Sportverein unentschieden 2:2. * Ausgeschieden ist der deutsche Teilnehmer Manfred von Brauchitsch beim 1000-Mei- len-Rennen von Brescia bereits nach viertelstündiger Dauer des Rennens, da ihm von allen vier Reifen die Protektoren absprangen. Die 1 0 0 0 Meilen von Brescia gewann der Italiener N u v o l a r i auf Alfa Romeo. Wirtschaft. Mißstände im Getreide- und Futterniittelhandel. Berlin, 8. April. (WTB.) Es mehren sich die Stimmen, wonach im Gegensatz zu den erlassenen Bestimmungen bei der Durchführung der Hühnerweizenaktion die Hühnerhalter nicht in vollem Hmfange in den Genuß des Rcichszuschusses kommen. Der bezugsberechtigte Hühnerhalter muh den Cosinweizen zu einem Preise bekommen, der etwa um 3,50 M k. je Zentner unter den Marktpreisen liegt. Dort, wo Hühnerweizen mit einer geringeren Verbilligung geliefert wird, liegt ein Mißbrauch der Reichsaktion vor, vor dem die Reichsregierung mit allem Nachdruck warnt. Aehnliche Erscheinungen sind am O e l - kuchenmarkt zu beobachten. Cs besteht keine Veranlassung, eine fühlbare Preissteigerung für Oelkuchen zu befürchten. Die in Deutschland vorhandenen Vorräte sind reichlich, der Bedarf in den nächsten Monaten gering. Sollte im Gegensatz zu dieser Marktlage eine unberechtigte Preissteigerung einsehen, so ist die Reichsregierung entschlossen, dies nötigenfalls unter Anwendung schärf st erMittel zu verhindern. * * Die Devisenhöch st betrüge im M a i. Der Reichswirtschaftsminister hät ungeordnet, daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die Wareneinfuhr im Monat Mai nur bis zur Höhe von 50 o. H. in Anspruch genommen werden darf. * Daimler-Benz A G., Stuttgart. Die Geschäftslage der Gesellschaft hat sich unter dem Eindruck der Berliner Ausstellung sowie der politischen Umstellung zusehends gebessert. In allen Werken, Untertürkheim, Gaggenau und vor allem in der Karosseriefabrik Sindelfingen, wird mit Hochdruck gearbeitet. Seit dem 6. Januar wurde die Belegschaft erheblich vermehrt. Es wurden bisher über 1000 Mann eingestellt, weitere Einstellungen stehen bevor. Beachtlich ist, daß neuerdings wieder stärkere Wagen gefragt find, d. h. die Belebung erstreckt sich auf alle Typen. Der 2-Tonnen-Mercedes-Diesel-Last» wagen wird auch vom Auslande stark gefragt. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M.» 8. April. Die Neuregelung der Fettwirtschaft hat sich auf die Buttermärkte in knapperen Zufuhren ausgewirkt. Bei anziehenden Preisen verlief das Geschäft lebhafter. Auslandsbutter kommt infolge der schwierigen Beschaffung von Einfuhrscheinen nur wenig herein. Dos Pflanzenfettgeschäft ist wesentlich stiller geworden, da das Angebot noch weit größer ist, als man angenommen hatte und daher die Verkäufe ziemlich aufgehört haben. Deutsche Butter 98 bis 103 (in der Vorwoche 94 bis 98). holländische Butter 102 bis 106 (96 bis 102) Mk. per 50 Kilogramm im Faß. Frankfurter -Eiermarkt. Frankfurt a. M., 8. April. Ohne daß merkliche Preisveränderungen eingetreten wären, verlief das Geschäft im Hinblick auf das bevorstehende Osterfest etwas besser, doch stand es in keinem Verhältnis zu früheren 3ahren. Das Angebot in deutschen Eiern ist etwas knappeb, aus dem Auslande fehlt es fast vollkommen: bie noch vorhandenen Restbestände rühren vor der Zoll* erhöhung her. Bulgaren 7,25 bis 7,50, 3ugo- slawen 7,25 bis 7,50, Rumänen 6,75 bis 7. Holländer 7 bis 9, Dänen 7 bis 9, Flundern 7,75 bis 8,25, bayerische Landeier 7 bis 8, deutsche Frischeier je nach Größe 6.75 bis 9,50 Pfennig per Stück loco Frankfurt a. M. Oie Arbeitsmarktlage im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen. Verstärkte Entlastung in der zweiten Märzhälfte. Frankfurt a. M., 8. April. (WSN.) In der zweiten Märzhälfte setzte die Frühjahrsent- la ft u n g in verstärktem Maße ein. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging von Witte bis Ende Wär; um 15 526 ober 4,6 v. h. zurück. Die bisherige Entlastung des Arbeitsmarktes vom Höchststand der winterlichen Arbeitslosig- feit bis Ende Wär; beträgt 17 890, gegenüber einer Entlastung um nur 8835 im Vorjahre. Die Abnahme während der Berichtszeit entfällt in der Hauptsache auf die Männer (13 872 oder 4,9 v. H.), aber auch bei den Frauen, bei denen sich in der vorhergehenden Berichtszeit noch eine Zunahme ergab, ist erstmalig ein Rückgang (1 654 oder 3,2 v. H.) zu verzeichnen. Ende März wurden insgesamt 3 2 2 3 5 3 Arbeitsuchende gezählt, von diesen waren 50 519 oder 15,7 v. H. Frauen. Die Zahl Der Arbeitslosen betrug insgesamt 311171: von diesen waren 49 849 oder 16 v. H. Frauen. Der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der verfügbaren Arbeitsuchenden betrug 96,5 v. H. (Vorjahr 98,5 v. H.). Die Zahl der Arbeitsuchenden ging in allen Arbeitsamtsbezirken zurück, doch war das Ausmaß der Entlastung bei einigen Aemtern noch gering. Die Abnahme betrug in Limburg 11,6 u. Sy, in Dillenburg 1,1 o. H. des Gesamtstandes von Mitte März. Die Entlastung ist in der Hauptsache auf eine stärkere Aufnahme ber Arbeit in ben Außenberufen zurückzuführen. In der Gruppe Landwirtschaft nahm die Zahl der Arbeitsuchenden um 876, in der Gruppe der Industrie und Steine um 1225, im Baugewerbe um 4352, im Verkehrsgewerbe um 883, bei der Gruppe ungelernte Arbeiter um 1886 (davon bei den Bauhilfsarbeitern um 919) ab. Erheblich war ferner die Abnahme in der Gruppe Eisen- und Metallverarbeitung (2200), im Holz- und Schnitzstoffgewerbe (832), im Bekleidungsgewerbe (1139); bei den Angestell- tengruppen ergab sich insgesamt eine Abnahme um 517. Die Beslanbszahl ber hauptunterstühungs- empfänger in ber Arbeitslosenversicherung ging gegenüber Witte Wär; um 9538, in bet ftrifen- sürsorge um 4199, in beiben Unterstühungsein- richtungen zusammen also um 13 737 zurück. Es wurden Ende März in der Arbeitslosenversicherung 31 611, in der Krisenfürsorge 73 392, zusammen 105 003 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. Unter den verfügbaren Arbeitsuchenden waren Ende März nach der vorläufigen Zählung der Arbeitsämter 119 060 männliche, 14 437 weibliche, zusammen 133 497 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose, das bedeutet gegenüber Ende Februar einen Rückgang um 4747. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DividenDe an. — ReichsbankDiskont 4 d. Sy, Lombardzinsfuß 5 d. Sy Frankfurt a. 271. Berlin Schluß« lurd Echlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. mittag« bärse Datum 7.4. 8.4- 7.4. 8.4. 6% Deutsche RetchSanIeche v. 1921 85 85 85,2 85 6% ef>em.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 98 98 97,9 98 6¥z% Do ung-Anleihe von 1930 .. 81,9 82 82 82 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 74 72,75, 73,5 72,5 DeSgl. ohne Auslos^Rechte...... 13,1 13 13 13,1 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rürkzohlb. 102%)............ — 85 85,5 84,5 vberhessen Provinz-Anleihe mit Aus'os.-Rechten ............. —— 70,5 — Deutsche Komm. Lammelab l.An leihe Senel mit Auslos.-Rechten 71,25 70,5 71,75 70 6% ehcm. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. lö unkündbar bis 1935 89 88,5 —— — 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 16 unkündbar 613 1936 88,5 — _ _ y/t% ehem. 4¥1% Frankl. Hyp.. Äank-Liqu.-Pfandbckefe ..... 88,13 88,13 _ 5’/.% ehem. 4'/z% Rheinische Hyp.«Bank«Ltau.^oldPfe..... 89,25 88,75 _ 6% ehem. 8% Br. LandeSpsanU briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 90 89,5 90 89,5 5% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 — 89,5 — — 4% Oösterreichische Kolvrenie.... 4,20% Oesterreichische Ltlberrenle 1,15 1,15 13,75 13,65 1,15 4% Ungarische Goldrente....... <% Ungarische Staatsrcnte v. 1910 — 6,4 6,5 6,65 6,7 4%% deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Tückische Zollanlethe von 1911 6,25 —— 5,25 6,5 —— 6 6,25 5,25 5 5,9 5,05 4% Tückische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... 5,8 5,75 5,8 4% deSgl. Serie II............. 5,8 5,75 5,9 5,8 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 6 5,75 6 5,75 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10 9,75 9,5 4% Rumänische veretnh. Rente .. 4,9 4,8 4,95 4,8 26,5 26,65 26,65 jronliuri a. Ul. Berlin Schluß- kurs Echlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. mittag« börse Datum 7-4. 8.4. 7.4. 8.4. Hamburg-Amerika-Pakei ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff.