Montag, 10.April M3 Nr. 85 Erstes Blatt 183. Jahrgang Der Arbeiter im nationalen Staat 8. V'1 46,30 46,20 banden. H en 7 bis 9, Flandern mdeier 7 bis 8, deutsche 6,75 bis 9,50 Psennig a.K vorder st er Linie mitzukämpfen. Alte Mitglieder sind auf Gesinnungstreue zu prüfen und neue mit Vorsicht und unter Einhaltung einer Probezeit aufzunehmen, da Ehre, Reinheit und nationale Kraft mehr gelten müssen als hohe Mitgliederzahlen. Der Reichskanzler hat in einem Schreiben an den Kyfshäuferbundespräsidenten zum Aus- druck bringen lassen, daß ihm die Pünsche des Deutschen Reichskriegerbundes stets am Herzen liegen und er die vom Kyffhäuserbunde seit langen Jahren geleistete vaterländische Arbeit sehr wohl zu würdigen wisse. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer Dis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den Übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. 3,047 170,0 73,63 64,24 76,02 14.38 0,81» 4,209 58,66 21,55 16,54 81,* 35,46 82.12 0,899 2S 5.1^ 13,08 Darmstadt, 9. April. (15601.) Die Presse- stelle der Staatsregierung teilt mit: Bei einer Haussuchung ist der politischen Polizei ein Rundschreiben des Zentralkomitees der KPD. an alle Bezirksleitungen und Tlnterbezirksleitungen vom Rovember 1932 betr. „Anweisung der konspirativen Tätigkeit in der AS DAP." in die Hände gefallen, das folgende Sätze enthält: „Es ist uns in nahezu allen Teilen Deutschlands bereits gelungen, zuverlässige Genossen in die SA. und auch ab und zu in die SSt hineinzubringen. Hier muh unaufhörlich . und unter Wahrung der äußersten Vorsicht weiter gearbeitet werden. Die so tätigen Genossen sind uns überaus wertvoll, denn sie haben die Aufgabe, im Falle der Machtergreifung durch die ASDAP. innerhalb der SA. und SS. M i fj- stimmung gegen ihre dann in Regierungsstellen und damit in der Verantwortung stehenden Führer zu erzeugen, Tlebergriffe unter dem Mantel der ASDAP. überall zu entfachen (besonders auf dem Lande), um so eine Mißstimmung gegen die Regierung sofort zu erzeugen. Die Siegesstimmung, die nach der Machtunter den braunen Mordgesellen 58,7* 64J3 16,56 170,3* 21,61 73,7$ 76.15 heute, daß es viele gibt, die innerlich gar keinen Zusammenhang und kein Vertäu d n i s für den Aationalsozialismus haben, )ie aber trotzdem heute plötzlich die chneidigstenAationalsozialistenge- v o r d e n sind. 3n diesem Punkt gilt es Vor- ichtI Denn nicht das äußere Kleid macht e s. nicht das Abzeichen, nicht der Heilgruh macht es, nein, das Herz allein entscheidet. Auf der anderen Seite aber, Volksgenossen, sollen wir auch großzügig sein. Richt kleinliche Rache wollen wir. 2e stärker wir uns als Ratio a fo.iali, c.i fuh. n, desto gr-hz. g".„er, desto freier müssen wir auch über Vergangenes Hinwegsehen und die aufrichtigeHand der Versöhnung hinreichen. Aber dort, wo wirklich am Volke Verbrechen begangen worden sind, dort muh die gerechte Vergeltung unerbittlich einsehen! (Stürmischer Beifall.) Die Großen müssen gefaßt werden, nicht die Kleinen — die wollen wir laufen lassen. Die gerechte Vergeltung muß mit unerbittlicher Schärfe einsehen und sie wird das tun. 3n diesem Zusammenhang, daß alles gesäubert, gereinigt und neu aufgebaut wird, haben wir auch das neue Beamten- und Angestelltengefeh zu verstehen. Täuschen wir une nicht, es ist ein schweres Gesetz. Ls trifft den Einzelnen wenn es fein muh mit ungeheurer wucht, weil es fo schwer ist. muß alles geschehen. um eine falsche Anwendung zu verhindern. Die einzige Richtschnur ist die. ob der Betreffende für den Staat ist oder wider fein Volk. Der einzelne Beamte, der ein gutes Gewissen hat, darf stolz fein Haupt erheben. Ls wird ihm nichts geschehen. 3n diesen Tagen kommen sie, die Denunzianten. Da klagen sie den ober jenen an, aus Konkurrenzneid und ähnlichen Beweggründen heraus. Bolksgenossen. wer denunziert, der bezeichnet sich selbst schon am besten dabei. Jedermann habe das Recht anzuklagen, aber find feine An- Vertreter des SewerkschastSringeS beim hessischen Staatspräsidenten. WSR. Darmstadt, 8. April. Der Staatspräsident empfing heute die Vertreter des Gewerkschaftsringes, Gaugeschäftsfuhrer Fuhrmann, Frankfurt a. HL, Geschäftsführer W e t n- berg Darmstadt, vom Gewerkschaftsbund der Angestellten, und den Vorsitzenden des Deutschen Bankbeamten-Dereins Wald mann-Darmstadt. Die Vertreter überreichten eine Denk- Auch in Zukunst Achtung auf die kommunistische Wühlarbeit 3,053 170,37 73,77 64,38 76-1 14Z 0,822 *,217 58-78 21.59 16,58 81 ,J0 35,5* 82.28 ,901 0,241 5J*5 13,16 rühren vor der Zoll«. I 7,25 bis 7,50, 3ugo« Rumänen 6,75 bis 7, ergreif ung — ------- _ zweifelsohne sofort einsetzen wird, ist per gurt» ftigfte Rährboden für unsere Genossen innerhalb der SA. und SS. Die eintretenden Uebergriffe müssen dann schnellstens aus genutzt werden. Rach wie vor ist für die nächsten Mo- nate die wichtigste Aufgabe der Kampf zur Gewinnung der proletarischen Anhänger der SA. Wir erwarten in dieser Beziehung wöchentlich Berichte über die geleistete Arbeit seitens des Polführers und des Osnaleiters. — Genossen! Wir müssen die braune Pest durch Bazillen m ihren eigenen Reihen zugrunde richten! Arbeitet, arbeitet aber vorsichtig!" — Dieses Rundschrer- ben beleuchtet blitzartig gewisse Vorgänge wah- rend der Revolutionstage, für die man zunächst keine Erklärung finden konnte, beleuchtet aber auch die geradezu teuflische Gerissenheit der KPD. Das hessische Voll kann seiner Reichs- und Etaatsregierung dankbar sein, daß diese mit eiserner Hand alle diese Maßnahmen unter- 58,50 63,87 14.3* 16,50 169, g 21,53 7335 2,46 >,55 053 i,42 77 ,36 ,18 ,42 822 217 ;,78 ,59 i,58 ,40 1,51 >,28 ,901 ,241 ,145 3,10 notcn- nÄ!9 9lre(h s'ih *HÄ* uttcrmarkt. Äf Mr Oleurege- UJ °us die qjutta, lusgewirlt. 2ci 7s das Geschäft leb- "«infolge der fchwie. Erscheinen nut wenig eschast ist wesentlich igebot noch weit grö- nm hatte und daher Art haben. Deutsche Vorwoche 94 bis 98) (96 bis 102) X Liermrlt. Ohne dah merk« rmgetreten wären, ver« nblicl auf das bevor» esscr, doch stand es in eren Jahren. Los An- ist etwas knapper,'' aus st vollkommen: die noch Mf« tl t Hauptsache auf eine Urbeit in den Stutzen- djufüfjren. diaft nahm die Zahl der in der Truppe der > >25, im Bougeweche um um 883, bei der Truppe (86 (davon bei den W Erheblich war ferner die i|in,uni!01et«ll«er*’ Lchnitzstoffgewerbe (832), H39)- fei den Ängestcll« Meine Abnahme um le 100 Mi,. '-11 Meter. "°ikt ÄSU ongen. Uen vier n fß j e _ . us Alsa schrift an die Reichsregierung sowie Material- unterlagen, aus denen die Ziele des Gewerkschaftsringes hervorgehen und in denen die Wünsche dargestellt werden, die die Angestellten in bezug auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik vorzutragen haben. 3m Besonderen wurde in der Unterhaltung die Gehaltsfrage, das Lehrlingswesen und die Arbeitszeit behandelt. Außerdem empfing der Staatspräsident Direktor Brandts von der HEAG. Die Gemeindeverwaltung in Preußen. Berlin. 7. April. (ERB.) 3n der Sitzung des preußischen Staatsministeriums vom 6. Aprll unter dem Vorsitz des Vizekanzlers v- Papen wurden, außer kleineren Vorlagen, drei Gesetze beschlossen, durch die wichtige Verfassungsfragen der Gemeinden neugeregelt werden- Das Gesetz zur Erzielung weiterer Ersparnisse in der gemeindlichen Verwaltung setzt die bereits eingeleitete Verbilligung der gemeindlichen Verwaltung, insbesondere durch stärkere Betonung des ehrenamtlichen Elements, fort. Zu diesem Zweck wird vor allem die Zahl besoldeter Gemeinde- Vorstands st eilen herabgesetzt. Ferner darf für ehrenamtliche Tätigkeit in Zukunft außer den baren Auslagen grundsätzlich nur der nachweislich entgangene Arbeitsverdienst ersetzt werden. Schließlich fordert das Gesetz eine Anpassung der Bestimmungen der Gemeinden über die Entschädigung gemeindlicher Beamter für Dienstreisen an die für Staatsbeamte geltenden Grundsätze. Das Gesetz über die Beendigung der Amtszeit ehrenamtlicher Beamter und über die Bestätigung von Gemcindebeamten bringt die sofortige Beendigung der Amtszeit der Kreisdeputierten, der Amtsvorsteher, sowie der Gemeindevorsteher und Schöffen in Gemeinden ohne Gemeindevertretung. Außerdem vereinheitlicht es den Rechtszustand in Preußen hinsichtlich der Bestätigung von Vorstandsbeamten der Stadt» und Landgemeinden unter gleichzeitiger Dekonzentration der Nachgeordneten Behörden. Ein drittes Gesetz zieht die Folgerungen aus der Ausschaltung der Kommunisten aus den Gemeindevertretungen hinsichtlich der Beschlußfähigkeit dieser Körperschaften. Erneute Kundgebung des Kyffhauser- bundes für die nationale Negierung. Der Kysfhäuserbundespräsident, General der Artillerie a. D. von Horn, erklärt erneut, daß der Kyffhäuserbund sich mit allen Kräften in die nationale Freiheitsbewegung stellt und der Reichsregierung zeigt, daß er gewillt ist, in Reichsminifter Göring spricht vor den Berliner R6BO. über die seelische lleberwindung des Marxismus. Die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Rcichsrcchtlichc Regelung. Berlin. 10. April. (WTB.-Funkfpruch.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft beschlossen, das in seinen wichtigsten Artikeln bestimmt: Die Zulassung von Rechtsanwälten, die im Sinne des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums nichtarischer Abstammung sind, kann bis zum 3 0. September 1 93 3 zu - rückgenommen werden. Die Vorschrift gilt nicht für Rechtsanwälte, die bereits seit dem 1. August 1914 zugelasfen sind oder im Weltkriege an der Front für bai Deutsche Reich oder für seine Verbündeten nekämpft haben oder deren Väter oder Sohne im Weltkriege gefallen sind. Die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft kann Personen nichtarischer Abstammung versagt werden, auch wenn die in der Rechtsanwaltsordnung hierfür vorgesehenen Gründe nicht vorliegen. Personen, die sich im kommunistischen Sinne betätigt haben, sind von der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft ausgeschlossen. Bereits erteilte Zulassungen sind zurückzunehmen. Die Justizverwaltung kann gegen einen Rechtsanwalt bis zur Entscheidung darüber, ob von der Befugnis zur Zurücknahme der Zulassung Gebrauch gemacht wird, ein Der- tretungsverbot erlassen. Die Zurücknahme der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft gilt als wichtiger Grund zur Kündigung der von dem Rechtsanwalt abgeschlossenen Dien st Verträge. Auf die Kündigung von Mietverhältnissen der Räume, die der Rechtsanwalt zum Dienst oder für seine Familie gemietet hatte, finden die Vorschriften des Gesetzes über das Kündigungsrecht der durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums betreffenden Personen entsprechende Anwendung. Das gleiche gilt für Angestellte von Rechtsanwälten, die dadurch stellungslos geworden sind, daß die Zulassung des Rechtsanwaltes zurückge- nommen oder gegen ihn ein Vertretungsverbot erlassen ist. Durch dieses Gesetz sind die von den Landesjustizverwaltungen betroffenen weiter- gehenden Maßnahmen, die nur vorläufigen Charakter haben konnten, überholt und gegenstandslos geworden. Für Notare, soweit sie Beamte sind, gilt das am Samstag erlassene Be a m t e n gesetz: soweit sie nicht Beamte sind, gelten für sie die landesgefehlichen Bestimmungen. Das Gesetz über Orden und Titel. Berlin, 10. Aprll. (WTB.-Funkfpruch.) 3m Reichsgesehblatt wird das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen veröffentlicht. Danach werden Titel verliehen vom Reichspräsidenten und von den Reichs st atthal- lern, in Preußen vom Ministerpräsidenten in Vertretung des Reichskanzlers. Die Bezeichnung der Titel und die Voraussetzungen, unter denen sie verliehen teerten können, seht der Reichspräsident fest. Akademische Grade werden hierdurch nicht betroffen. Orden und Auszeichnungen für bie Errettung von Menschen aus Lebensgef ahr (Rettungsmedaillen) kann nur der Reichspräsident verleihen. Weitere Bestimmungen hierüber sind dem Reichspräsidenten Vorbehalten. Treudienstabzeichen verleihen die Landesregierungen. Die Annahme ter vom Reichspräsidenten verliehenen Auszeichnungen bedarf keiner lantesrechtlichen Genehmigung. Der Reichspräsident bestimmt die Voraussetzungen, unter denen ein deutscher Titel, Orden und Ehrenzeichen von einer ausländischen Regierung angenommen werden darf. Kleine politische Rachrichten. Der Reichspräsident hat die Flaggenverordnung über die Handels- und die Post- flagge unterzeichnet. Die künftige Handelsflagge zeigt nur noch die Farben Schwarz- Weiß-Rot ohne Gösch. Die R e i chs p o st- flagge wird in Zukunft die schwarz-weiß-roten Farben führen mit einem gelben Posthorn im weihen Felde. Auch die Standarte des Reichspräsidenten wird eine Aenderung erfahren. Die Stadtverordnetenoersammlung der Stadt Potsdam hat einstimmig, also mit den Stimmen der Sozialdemokraten, R e i ch s p r ä | i • dent v. Hindenburg und Reichskanzler AdolfHitler zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt Zum Staatssekretär im preußischen Innenministerium ist Ministerialdirektor Orauert ernannt worden. Der bisherige Staatssekretär von Bismarck wurde zwecks anderer Verwendung einstweilen zur Disposition gestellt B e r l i n . 9. April. (TU.) 3m überfüllten Berliner Sportpalast fand am Sonntagmittag eine eindrucksvolle Massenkundgebung ter RSBO. des Gaues Groß-Berlin statt Zunächst erklärte Can- desobmann Engel: Vor 3ahren haben wenige Männer in einer Bude in Charlottenburg die Organisation aufgezogen, ohne Geldmittel und gegen die größten Widerstände. Und diese Organifatum ist heute zu einer umfassenden Massenbewegung geworden. Es ist nicht möglich gewesen, die gesamte Organisation, hier in diesem kleinen Saal des Sportpalastes (Heiterkeit) unterzubringen. Die RSBO. ist in die Hixhburgen des Marxismus eingedrungen und hat sie so erobert, daß heute schon die Führer der marxistischen Gewerkschaften zu uns kommen und um gut Wetter bitten. Die Widerstände gegen unsere Bewegung sind aber nicht nur von marxistischer Seite ausgegangen, sondern auchvonge- wissen bürgerlichen Parteien, ebenso wie von gewissen Arbeitgebern, die uns oft mehr zugeseht haben, als die Marxisten selbst. Man hat früher den Arbeitnehmern oft genug zugerufen: 3hr seid nur die dienstbaren Geister. 3eht gibt es nur einen Arbeitgeber: di e Ration, ohne die auh ter einzelne Arbeitgeber nicht den geringsten Wert hat. 3n wenigen Monaten werden die Gewerkschaften geschlagen sein. Die Beiträge gehen nur noch spärlich ein und bald teerten nur noch die leeren pomphaften Gewerk- schaftshäuser dastehen. Dann haben die Führer einen Wasserkopf und keine Beiträge mehr (Heiterkeit). und wenn sie sich nicht bald entschließen, sich uns freiwillig unterzuordnen, so werden sie in absehbarer Zeit dazu gezwungen fein und ihre Gewerkschaftshäuser für ein Butterbrot abgeben müssen. Die Entwicklung des deutschen Arbeiter- tums führt zum Rationalsoziallsmus. Seit 3ahren kämpfte die Sozialdemokratie um einen Feiertag. 3etzt sind die Rationalsozialisten in diesem Sinne an ter Arbeit. Der 1. Mai wird gesetzlicher Feiertag, wird Ehren- und Ruhmestag der deutschen Arbeit sein. (Stürmischer Beifall.) Reichsnnmfter Göring ter SA.-Uniform trug, führte bann, mit 3ubel begrüßt, u. a. aus: Meine lieben Volksgenossen! Wenn wir heute eine nationalsozialistische Revolution haben, so betonen wir auch hier wieder, daß es sich um eine national sozialistische Revolution hantelt und dah es nicht angeht, nur immer von der nationalen Revolution zu sprechen. (Beifall.) Denn nicht nur ter deutsche Rationalismus hat sich zum Durchbruch verhalfen, sondern wir sind besonders glücklich, daß auch der deutsche Sozialismus gesiegt hat. (Erneuter Beifall.) Denn nur wer den deutschen Sozialismus anerkennt, ist wahrhaft national. 3st Rationalismus Dienst an der Auhenpenpherie. so ist Sozialismus Dienst im inneren am Volke. So wie ter Sozialismus zur Lohn- und Magenfrage geworden war, fo hatte die bürgerliche Parteienwelt den Rationalismus herabdegradiert zu dem öden Hurra-Patriotismus, des- sen Wurzeln der Alkohol und das Portemonnaie gewesen sind. (Stürmischer Beifall.) Deshalb mußten beite Begriffe wieder bereinigt und kristallklar dem Volke gezeigt werden. Das schaffte die ersten Grünblauen für den Wiederaufbau unseres Volkes, älnser Führer Adolf Hitler sah des deutlich, daß die Einheit des Reiches nur dann gewahrt bleiben und vertieft werten konnte, wenn man in diese Einheit des äußeren Reichsrahmens die Geschlossenheit des deutschen Volkes hineinstellte. Das war die Arbell ter letzten 14 3ahre dieser Bewegung. aus einem Volk von Interessenten, von verschiedenen Religionen, Berufen. Ständen und Klassen wieder ein deutsches Volk zu gestillten. Aus ter Zerrissenheit ter Parteien haben wir die Einigung langsam begonnen. Erst nachdem nun im großen und ganzen dos erste Tundament dieser inneren Geschlossenheit durch "Adolf Hiller geschaffen war. konnte er auch daran denken, den Rahmen auch nach außen hin wieder zu gestalten. So konnte er etwas tun, was feit Jahrhunderten nur Traum und Hoffnung gewesen ist. 3n einem einzigen Gesetz der ReichsstalthaUer stellte er d e s R e i - ches Einheit wieder her! (Beifall.) Durch dieses Gesetz haben wir etwas geschaffen, was feit Jahrhunderten nur ersehnt wurde, daß die Reichsgewalt als Einheit nun auch durchweg in allen Ländern die oberste Richtschnur ist. wobei gar nicht daran gedacht wird, das Stammesieben der Länder irgendwie zu beeinträch- tigen. Reben der äußeren Form muß auch das innere Leben des Volkes, das Kernstück geschaffen werten- Meine Volksgenossen, das kann nicht durch Gesetze gemacht werden. Ihr müßt arbeiten i n euren Zellen und euren Betrieben. Das was wir jahrelang gemacht haben, dieses ewige Ringen um die deutsche Seele, dieser ewige Kampf, um jeden einzelnen innerlich wieder frei zu machen von allem Schmutz dieses Systems und wieder zum deutschen Kämpfer und zürn deutschen Menschen zu machen, das müht ihr jetzt fortsetzen in euren Betrieben- Wir wissen hasiplunlerstühun^ Menoersich-MgM m 9538, in der ürijcn- (den Unlersiühungrem- Ifo um 13737 furutf. MeitsIosenverW' SZ, Sag! Erlcheint tägltd),autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monais Bciugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 ' Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ernfpred)anfd}lüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. klagen falsch, dann trifft auch ihn die Strafe des Gesetzes, dah er den anderen verleumdet hat! Aber wenn wir gesprochen haben von den Allzu- eifrigen, fo glaubt mir eins: Nicht jeder, der heute getommen ist, ist aus Konjunktur gekommen. Die Bolksgenossen, die der innere Krieg zu uns führt, die nehmen wir, die werden schon morgen unsere Mitkämpfer sein können, lieber sie geht der Weg zu unserem Ziel, daß einstmals alle Deutschen nur mehr nationalsozialistisch denken. Dann werden wir die Geschlossenheit dieses Lölkes haben. Die B e - triebszellen sind in erster Linie berufen, den deutschen Arbeiter, den deutschen Angestellten, der zu ihnen kommt, weltanschaulich zu formen und zu erziehen, dis er ein deutscher Nationalsozialist geworden ist. (Stürmischer lang anhaltender Beifall.) Das ist eure Hauptaufgabe. Ihr müßt den ehemaligen Marxisten und Kommunisten wieder klar machen, was es heißt, zum Volk zu gehören. Dem Almosenstaat der letzten 14 Jahre stellen wir unseren Sozialismus gegenüber, der das Recht auf Arbeit wieder Herstellen will. Die äußeren Formen des Marxismus konnten durch Gesetze und Verordnungen zerbrochen werten. Aber der Staat vermag nur Formen zu zerstören. Ihr aber sollt d i e m a r x i st i s ch e I d e e zertrümmern! (Beifall.) Die Kraft, eine Idee zu überwinden, muß aus inneren Werten kommen. Das könnt ihr nur aus dem Vertrauen zu dem, was wir predigen und formen wollen: die blinde Treue zu dem Führer Adolf Hitler, ter das alles geschaffen hat, ohne den es das nicht gäbe, was ihr heute seht! (Brausender Beifall.) Eiserne Disziplin, die zu allen Zeiten die Voraussetzung für einen Sieg war, ist in erster Linie notwendig und der unerschütterliche Glaube, daß — mag kommen was will — Deutschland leben muß. Deutschland wird leben, well wir das wollen. Reichsminister Göring wurden von der Versammlung stürmische Kundgebungen bereitet. Die Menge sang den ersten Vers des Liedes „Der Gott, der Eisen wachsen ließ" und anschließend das Horst- Wessel-Lied. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvtk und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Stehtörudcrci R. Lange in Sieben. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe 7. Durch Verfügung des Kommissars Hildebrand ist der Tannenbergbund für das gesamte mecklenb. -schwerin. Staatsgebiet verboten worden. 3n der Verbots- bcgründung heißt es, daß der Tannenbergbund durch sein Gebühren die religiösen Gefühle weiter V^völkerungskreise verletzt, daher sei eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu befürchten. Zugleich wurden Haussuchungen vorgenommen, die Vermögenswerte des Bundes beschlagnahmt und Akten und Schriften sichergestellt. Ermittlungen des Untersuchungskommissars bei der Ost preußisch en Landschaft haben er- geben, daß gegen den Generallandschaftsdirektor von Hippel dringender Verdacht des Meineides, der Bilanzverschleierung, und der Untreue besteht. * Die Geschäftsführung der Rudolf-Mosse-Stiftung G. m. b. $). veröffentlicht die Erklärung, daß der Verleger L a ch m a n n - Ai o s s e die Leitung des Hauses Rudolf Mosse in die Händer alter bewährter Mitglieder seines Hauses gelegt hat. Gleichzeitig stelle das Ehepaar Lachmann-Mosse auf die Dauer von 15 Jahren den Ueberschuß ihrer sämtlichen Betriebe einem gemeinnützigen Fonds zugunsten der Opfer des Weltkrieges ohne Unterschied der Konfession zur Verfügung. In einem einleitenden Artikel des neuen Geschäftsführers Karl Vetter wird weiterhin mitgeteilt, daß Dr. Erich H a e u b e r die Innen- und Kultuspolitik, Dr. Joseph Räuscher die Außenpolitik und Dr. Felix P i n n e r die Wirtschaftspolitik des Berliner Tageblatts leiten wird. Die volksparteilichen Landeskreisvertreter aus We st faken und Rheinland beschlossen, die Parteiorganisation auf» zulösen und den Mitgliedern den Anschluß an die RSDAP. zu empfehlen. Mitte der Woche soll der Zentralausschuh der Deutschen Dolkspartei zu der gleichen Angelegenheit Stellung nehmen. ♦ Der ehemalige Ministerpräsident H e r r i o t hat die ihm von der französischen Regierung angetragene Vertretung Frankreichs bei den Washingtoner Verhandlungen angenommen. Der norwegische Ministerrat hat auf Grund der Entscheidung des Haager Gerichtshofes beschlossen, die Besetzung der strittigen o st grönländischen Gebiete zurückzuziehen. Es handelt sich um das nach Erich den, Roten benannte Gebiet im Osten, das im Juni 1932, und einen Gebietsstreifen im Südosten Grönlands, der im 3uli 1921 beseht wurde. Aus aller Wett. Achtjähriger Knabe erschlägt seine Gespielin. Der Wiesengrund Stollenmatt in der Gemarkung Strittmatt (Baden) war dieser Tage der Schauplatz eines schreckenerregenden Vorfalles. Der achtjährige Schüler Erich Frommherz aus der Gemeinde Strittmatt war mit der siebenjährigen Gertrud Kaiser nach dem Wiesengrund gegangen, um Blumen zu suchen. Eine Stunde später kam der Junge allein nach Hause zurück. Die Eltern des Mädchens machten sich auf die Suche und fanden zu ihrem Entsetzen ihr Töchterchen in dem Wiesengrund erschlagen auf. Die Untersuchung ergab, daß der Knabe seine Gespielin mit einem Holzprügel und einem Stein erschlagen hat. Flugzeugabsturz beim nationalsozialistischen Flugtag in Staaten. — Zwei Tote. Beim nationalsozialistischen 3ugendfliegertreffen in Staaken bei Berlin ereignete sich ein schweres Unglück. Bei der fünften Programmnummer, die eine Staffelte zwischen Reiter, Läufer, Motorradfahrer und Flugzeugen brachte, streifte das von Flugzeugführer Hermann H a ck b u s ch gesteuerte Albatros-Flugzeug die Hochspannungsleitungen, die über die verlängerte Heerstraße führen, und stürzte in die Zaungäste ab. Die meisten Zuschauer konnten sich durch Deiseitespringen in Sicherheit bringen. Ein Mann jedoch kam nicht mehr rechtzeitig weg und wurde durch das niederstürzende Flugzeug getötet. Eine Frau wurde so schwer verletzt, dah sie dem Spandnuer Krankenhaus zugeführt werden muhte. Wie durch ein Wunder blieb der Flugzeugführer fast unverletzt. Er zog sich nur eine Schramme an der Oberlippe zu und schlug sich einige Zähne des Oberkiefers ein. Das Flugzeug wurde vollkommen zertrümmert. Die schwerverletzte Frau — eine Türkin — ist im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Das Anglück hat somit zwei Todesopfer gefordert. Das Wrack der „Akron" gefunden? Der amerikanische Schleppdampfer „Sagamore" meldet, daß er in der Rähe des Barnegat-Feuerschiffes ein unter Wasser liegendes Wrack a u f- ge s u n d e n habe, bei dem es sich anscheinend um die Aeberreste des Marineluftschiffes „Akron" handele. Das Wrack soll gehoben und zur Untersuchung an Land geschleppt werden. Don anderen Schiffen sind inzwischen weitere Gegenstände des verunglückten Luftschiffes, darunter das Logbuch, geborgen worden. Der amerikanische Kreuzer „Portland" hat in der Rähe der Unfallstelle die Leichen des Kommandanten der „Akron", Maccord, und des Kapitänleutnants Derry aufgefischt. Der Torpedobootszerstörer „Tucker" hat die Leichen übernommen, um sie nach Atlantic City zu überführen. Hindenburg bei der Palmsonntagreinsegnung. Der Reichspräsident wohnte am Sonntag in der Berliner Dreifalttgkeitskirche der Einsegnung von 12 Mädchen und 9 3ungen bei. Superintendent G e e ft begrüßte den Reichspräsidenten und geleitete ihn zu den Konfirmanden, die sich in der Taufkapelle versammelt hatten. Reichspräsident von Hindenburg ermahnte die in die evangelische Glaubensgemeinschaft Aufgenommenen, nie ihren Gott zu vergessen und dieses wichttgen Tages, der in eine große Zeit falle, stets eingedenk zu bleiben. Dreieinhalb Iahre Zuchthaus für „Fürst Sapieha". Don der Großen Strafkammer des Landgerichts 11 Berlin wurde Stanislaus Woh wegen schweren Rückfallbetrugs in zwei Fällen und schwerer Urkundenfälschung zu drei 3ahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt, außerdem zu 1500 Mk. Geldstrafe und fünf 3ahren Ehrverlust. Woh hatte unter dem Rainen eines Fürsten Sapieha Hochstapeleien und Heiratsschwindel begangen. So hatte er Anstalten zum Kauf des Schlosses Wintringen gemacht. Das Opfer seiner Heiratsschwindeleien hatte er veranlaßt, Ausstattungsgegenstände für das Schloß zu erstehen. Aus der Provinzialhauptsiadt. Oer Osterhase kommt. Das war in meinem rheinhessischen Heimatdorf immer eine kleine Rot: Haselruten gab es keine, Schwarzdornstecken ließen sich auch nicht finden — aber ein Hafennest sollte doch, nein mußte doch gemacht werden. Zum Glück zog sich hinter der Gartenmauer ein Graben her, Eschen standen darin und auch ein paar Weiden. Weidengerten waren auch zu gebrauchen. Und nun wurde in der Osterwoche ein schönes Hasen- nest zurechtgemacht; einmal kam es an die Scheuerwand — da mußte es in den Gartenweg, einmal an die Mauer — da war die Bleiche, einmal auf ein gegrabenes Beet — da wurde die Erde zusammengetreten, und die Mutter schimpfte. 3rgendwohin im Garten kam das Rest schon. Fünf bis sechs Weidenruten waren nötig. Mit beiden Enden wurden sie in die Erde gesteckt: vorn die größte, dann die zweitgrößte, dann die drittgrößte usw. Run wurde behutsam Moos darüber gelegt, das war nicht so einfach, zuletzt der Boden ausgepolstert und noch ein schöner Halbkreis davorgezogen. Wenn doch bloß kein Wind mehr kommt und das Moos fortfegt! Oder eine Katze und alles auseinanderkratzt! Hundertmal mußte geguckt werden. Am Ostersonntag um halb zehn Uhr ging der Vater zur Kirche. Er saß im Kirchenvorstands- ständchen. Rach dem Vaterunserläuten erwartete ich ihn unten an der Straßenecke. Dann nahm er mich an der Hand und sagte gütig: „3a, gleich geh ich in den Garten und pfeif dem Osterhasen". Er schritt durch den Hof, durch die Scheuer, riegelte die große Gartentüre auf und — pfiff. „3eht müssen wir noch ein bißchen warten, bis er gelegt hat!" Und dann steigerte sich die Ungeduld bis aufs äußerste. Endlich ging der Vater mit mir. Als er die Gartentüre aufmachte, rief er geschwind: „Eben ist er über die Mauer gehüpft". Hei, im Lauf gings zum Rest. Da lagen sie, die roten, grünen und gelben Ostereier. Welch eine Freude. „Aber du muht einmal suchen, der versteckt auch noch Eier." Eins lag noch im Buchs, eins verborgen hinter einem Baum. War das doch eine selige Zeit! Und wenn gar die Eier gekratzt waren! — Rach dem Essen gings zum Petter in die Untergass', dort hatte der Hase auch gelegt und vor allem zur Tante nebenan. Zwei Eier gab es dort. Und sie waren besonders geschäht, sie waren geleimt, fie konnten was aushalten, sie bestanden am Mittag oft die Probe. Mittags tarnen alle Buben und Mädchen, selbst die Untergässer, auf den Anger. Da wurden Eier „geschiobelt", und zwar um — Radeln, um Stecknadeln. Oder es wurde „gegadft“. 3eder nahm ein Ei und gleichzeitig stießen die Gegner gegeneinander. Eins mußte „kaput" gehen. Es wurde dann gegessen. Manchen verdorbenen Magen gab es. Aber das schadete nichts. Es waren doch glückliche Tage. Gibt es auch heute noch solches Kinderglück? Gewiß, auch mit Eiern und Hasen aus Schokolade! Wir Aelteren müssen nur verstehen, um diese Osterzeit die Kindesseele reich zu machen mit Geschichten vom Osterhasen. Da stand dieser Tage so ein kleiner, helläugiger Bursche vor mir und wartete auf ein Wort von mir. „Wilhelm, jetzt kommt bald der Osterhase." — „Hach, mei Babbe hat gesagt, es gibt kein Osterhas." — Dein Babbe weiß nichts." — „Hoch, der Herr P. hat's auch gesagt." — „Der weih auch nichts." — „Hach, der Herr L. hat's aber auch gesagt." — „Der weih dann auch nichts." Wilhelm wurde unsicher, denn ich redete so bestimmt. 3ch legte ihm die Hand auf den Kopf und lockte: „Du kommst am Sonntag zu mir, dann gehe ich mit dir in den Wald, und wenn wir Glück haben, dann sehen wir einen Osterhasen. 3ch zeige dir dann auch, wo die Osterhasen die Eier kochen und wo sie Farbe machen." Wilhelms Augen begannen groß zu werden, fein Blick senkte sich tief in den meinen, halb fragend, halb gläubig. — 3ch weih, wenn wir zwei am Sonntag aus dem Wald heimkehren werden, ist seine Seele wieder eingetaucht ins Märchenland, wo der Hase die Eier legt und färbt und kratzt. Eltern, Lehrer unb Pfarrer, laßt eure Kinder sv lange wie möglich im Wunderland gehen. Sie dankens euch noch als Männer und Frauen. L. R. SA.-Aufmarsch auf dem Trieb. Arn gestrigen Sonntagvormittag war auf dem Trieb der Sturmbann 2 der Standarte 116 der S A. unter dem Kommando des Sturmbannführers Bender- Hungen aufmar» schiert, um dem neuen Standartenführer Eng- mann aus Darmstadt vorgestellt zu werden. An dem Aufmarsch waren die Stürme 11, 12, 13, 17, 19, der Reservesturm 11, der Motor- sturm, ein Musikzug und ein Spielmannszug mit einer Stärke von insgesamt rund 800 Mann beteiligt. Der Standartenführer C n g m a n n erschien in Begleitung des Standartenadjutanten M ü n k e r. Rach der Meldung des Sturmbanns durch Sturmbannführer Bender schritt der Standartenführer in Begleitung des Adjutanten und des Sturmbannführers die Front der Formationen ab. Anschließend folgte die Besich- tigung der Stürme bei den verschiedensten Exer- äierübitngen. Zum Schluß fand ein Vorbeimarsch der Stürme vor dem neuen Standartenführer statt. Das interessante Schauspiel, das die 621.« Formationen in vortrefflicher Verfassung zeigte, wurde von einer großen Zuschauermenge mit 3nteresse verfolgt. Hessischer Zagdklub, Ortsgruppe Gießen. Der 3 a g d k l u b Gießen und Umgebung beschloß — wie man uns berichtet — in der am Freitag abgehaltenen Mitgliederversammlung bei zahlreicher Beteiligung einmütig die Gründung der Ortsgruppe Gießen des Hessischen 3agdklubs e. V. Darmstadt und ermöglicht dadurch die Aussichten aus die weitere Vergrößerung des Landesvereins im Kreise Gießen und angrenzenden Gebieten. Durch die Gründung der Ortsgruppe Gießen treten nunmehr sämtliche Mitglieder des 3agd- klubs Gießen zum Hessischen 3agdklub über. Der 1. Vorsitzende, August Balzer, würdigte die Bedeutung dieses Entschlusses für die 3'ägerwelt und die engere Heimat. 3n einem an den Hessischen 3agbllub abgesandten Telegramm wurde gelobt, mit echt deutschem Weidmannsgeiste dem Klub und dem Weidwerk zu dienen. Besonderen Wert legte der Vorsitzende auf die Feststellung, daß die Vorschriften des Hessischen 3agdklubs über daS Abschiehen von Schalenwild mit der Kugel nunmehr auch für die Ortsgruppe maßgebend und bindend seien. Zum Einschiehen der Büchsen werden die Schiehtage in den Monat Mai gelegt. Zum Abschluss findet ein Preisschiehen statt, zu dem bereits eine ganze Anzahl schöner Preise gestiftet wurde. Für die nächsten Monatsver- sammlungen sind Vorträge über Weidmanns- spräche, Altersbestimmung beim Rehwild und Ausmachen von Gehörnen, jagdliche Raturgeschichte, Hohe 3agd des Wildes und Riederjagd, Hessische 3agdgeschichte, Fährtenkunde usw. vorgesehen. Für Sonntag, 2. 3uli, ist ein Familienausflug nach Dutenhofen (3agdschlöhchen) geplant. Die Hubertusfeier (mit Gehörnausstellung und Prämiierung) findet am 4. Rovember im Vereinslokal „Deutscher Hof" (3agdkollege Faber) (Sieben, Reuenweg, statt. Rach weidmännischem Brauch wird am gleichen Tage eine Hubertusjagd im (Siebener Stadtwald (Jagdkollegen D i eile r und Lanz) abgehalten, der sich das Schüsseltreiben mit Hubertusfeier anfchliehen wird. Aus den Reihen der Mitglieder wurde angeregt, bei den zuständigen Stellen darauf hin- zuwirken, dah bei den Arbeiten des Freiwilligen Arbeitsdienstes und den Kulturarbeiten darauf Bedacht genommen wird, dah nicht planlos alle Hecken ausgerodet werden, damit die natürlichen Schuhstellen der Vögel und des Federwildes nicht noch mehr verschwinden. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstrahe: „Der Choral von Oeuthen". ** Ministerialpersonalie. Ernannt wurde der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Fritz N e u r o t h zum Ministerialrat und geschäftsleitenden Referenten des Ministeriums der Justiz mit Wirkung vom 1. April an. •* E i n Siebzigjähriger. Am 11. April feiert der Gärtnereibefitzer Louis Decker hier- selbst seinen 70. Geburtstag in voller Rüstigkeit. Einer alten Gießener Gärtnerfamilie entstammend, hält der 3ubilar unverändert an deren Tradition fest. Trotz seines Alters steht er noch im Berufsleben, außerdem betätigt er sich schon längere Jahre an der Gärtnerberufsschule. ** Der Osterpaketverkehr. Die Post bittet, zur Vermeidung von Anhäufungen und Verzögerungen vor Ostern Pakete, Postgut und Päckchen möglichst frühzeitig aufzuliefern, sie gut zu verpacken, die Aufschrift haltbar anzubringen und den Bestimmungsort besonders groß und kräftig niederzuschreiben. Auf Paket, Postgut und Päckchen muß die vollständige Anschrift des Absenders angegeben und in Pakete und Postgut ein Doppel der Aufschrift gelegt werden. In den Päckchen sind Hohlräume mit Holzwolle usw. auszufüllen, damit die Sendungen bei der Beförderung in Säcken und beim Stapeln nicht eingedrückt werden. Sie müssen deutlich als „Briefpäckchen" oder „Päckchen" gekennzeichnet sein. *“ D i e Erziehung zuverlässiger Schutz- und Wachhunde. Der Derein für deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Gießen, läßt es sich angelegen sein, Schäferhunde zu zuverlässigen Wach- und Schuhhunden zu erziehen. Man ist bemüht, dem Hunde nicht nur einzelne Uebungen beizubringen, sondern ihn so zu schulen, dah er in jedem Falle der Gefahr für feinen Herrn einen zuverlässigen Schuh bildet. Deshalb muh der in Liebhaberhand befindliche Hund vor Wirklichkeitsaufgaben gestellt werden. Durch fingierte Einbrüche im Haus und in der Wohnung, bei Tag und Rächt, durch Hebungen in fremdem Gelände soll sich der Hund feiner Fähigkeiten bewußt werden. Die Gießener Ortsgruppe besitzt ihren Uebungsplah an den Bleichen und steht den Mitgliedern bei der Durchführung dieser WSR. Darmstadt, 9. April. Das hessische Gesamtministerium hat unter dem 6. April die nachstehende Verordnung erlassen: Aus Grund des § 18 des Vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 und des Art. 1 des Ermächtigungsgesetzes vom 13. März 1933 wird bestimmt: § 1. 1. Der Stadtrat in den Städten und der Gemeinderat in den Landgemeinden bestehen bei einer Einwohnerzahl bis zu 500 Einwohnern au 7, bis zu 2000 Einwohnern aus 9, bis zu 5000 Einwohnern aus 12, bis zu 10 000 Einwohnern aus 15, bis zu 15 000 Einwohnern aus 18, bis zu 30 000 Einwohnern aus 24, bis zu 40 000 Einwohnern aus 28, bis zu 50 000 Einwohnern aus 30, bis zu 80 000 Einwohnern aus 32, bis zu 100 000 Einwohnern aus 35, von über 100 000 Einwohnern aus 40 Stadtrats- oder Gemeinderatsmitgliedern. Art. 1 Abs. I Satz 2 des Gesetzes über die Wahlen für Gemeinden und Geineindeverbände vom 7. Oktober 1925 (Kommunalwahlgesetz) findet Anwendung. 2. Der Kreistag besteht bei einer Einwohnerzahl bis zu 60 000 Einwohnern aus 15, bis zu 80 000 Einwohnern aus 18, von über 80 000 Einwohnern aus 20 Kreistagsmitgliedern. 3. Der Provinzialtag besteht in der Provinz Starkenburg aus 30, in der Provinz Oberhessen aus 25 und in der Provinz Rheinhessen aus 25 Provinzialtagsmitgliedern. 4. Die Einwohnerzahl im Sinne dieser Verordnung ist die Kopfzahl der Wohnbevölkerung einschließlich der Personen des Soldatenstandes nach der letzten amtlichen Volkszählung. § 2. 1. 3n Hessen sind nach §§ 12 ff. des Vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 neu zu bilden die Provinzialtage, die Kreistage, die Stadträte und die Gemeinderäte. 2. Das gleiche gilt für die Provinzialausschüsse und Kreisausschüsse. Mit der Reubildung werden die derzeitigen Provinzial- und Kreisausschüsse aufgelöst. § 3. Für das Verfahren bei der Reubildung der in § 2 genannten Körperschaften sind Kormms» Uebungen zur Verfügung. Auf die Anzeige im heutigen Blatte seien Hundebesitzer besonders aufmerksam gemacht. Neue Sparmaßnahme des hessischen Staatspräsidenten. WSR. Darmstadt, 9. April. Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Arn 1. November 1930 hatte der damalige Landtagsabgeordnete Professor Dr. Werner an die damalige Regierung eine große Anfrage gerichtet, die den Polizeiexerzierplatz in Friedberg betraf. Herr L e u s ch n e r hatte dort ein Gelände gemietet, das 1. untauglich war, 2. kaum benutzt wurde und das den Staat jährlich 3000 Mk. kostete. Herr Leufchner mußte auf die Anfrage antworten, daß der Pachtvertrag bis zum 30. September 1943 laufe, daß die bereits gezahlte Summe die Höhe von 21 137 IRt habe. Die noch zu zahlende Summe auf das 3ahr 1930 abgerechnet hätte also 4 2 000 M k. betragen. Auf den Wunsch des Staatspräsidenten, diesen Vertrag zu lösen, hat nun unter dem 4. April Bürgermeister Dr. S e y d von Friedberg geantwortet, daß die Stadt Friedberg bereit sei, mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 von diesem Vertrag zurückzutreten. Damit find wieder viele Tausend Mark Steuergelder gespart. Amisenthobene Bürgermeister Darmstadt, 8. April. (WSR.) Folgende Bürgermeister und Beigeordnete wurden mit sofortiger Wirkung ihres Amtes enthoben und durch nachstehende Kommissare erseht: 1. Fränkisch-Crumbach: Bürgermeister Hotz durch Gg. PH. Knopp III. 2. Groh-Zimmern: Beigeordneter Rein-, Hardt durch Gg. Wiedekind, Kaufmann. 3. Ober-Roden: Beigeordneter 3ohannes Krikser durch Otto Seebrecht. 4. Langen (Kreis Offenbach): Bürgermeister Zimmer durch Heinrich Göckel. Bürgermeisterwechsel in Bieber. WSR. Offenbach, 8. April. Nachdem vorgestern der seitherige sozialdemokratische Bürgermeister Marsch in Bieber in S ch u tz h a s t genommen werden mußte, ist jetzt vom hessischen Innenminister der seitherige kommissarische Beigeordnete Fritz Bösche (NSDAP.) mit der Geschäftsführung des bisherigen Bürgermeisters beauftragt. Oie neue Bergstraße. WSR. Darmstadt, 9. April. Die Um- bauarbeiten der neuen Bergstraße find soweit fortgeschritten, daß sie einstweilen von Eberstadt bis Alsbach befahren werden kann. Rach den Ofterfeiertagen erhält die Straße eine Teer- Asphaltdecke, wodurch die lästige Staubentwicklung behoben und eine den heutigen Verkehrsverhältnissen entsprechende Fahrbahn geschaffen wird. Gesühnter Lleberfall auf eine SA.-Abteilung. WSR. Marburg, 8. April. Vor dem hiesigen erweiterten Schöffengericht, welches eine Sitzung in Ziegenhain abhielt, hatten sich z e h n ehemalige SPD. - Mitglieder aus dem Schwalmdorf Loshausen wegen L a n d s r i e - densbruch in Tateinheit mit Körperver- lehungzu verantworten. Die Angeklagten hatten vor einiger Zeit eine SA. - Abteilung überfallen und mehrere SA.-Leute mit gefährlichen Waffen schwer verletzt. Während einer der Angeklagten Freispruch erzielte, wurden die übrigen zu Gefängnisstrafen von sechs bis achtzehn Monaten verurteilt. Sprechstunden der Redaktion. 1L30 »is 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Honen zu bilden, die Vorschriften der Art. 11, 12 und 14 des Kommunalwahlgesetzes über die Wahlkommissionen finden hierbei Anwendung mit der Maßgabe, daß die in Art. 12 Abs. II Satz 2 vorgeschriebene Einholung von Vorschlägen nicht stattfindet. § 4. 1. Spätestens am 12. April 1933 haben die Wahlkommissare die in Betracht kommenden Wählergruppen zur schriftlichen Einreichung von Wahlvorschlägen aufzufordern mit dem Hinweis, daß spätestens am 18. April 1933 die Wahlvorschläge einzureichen sind. 2. Auf die Wahlvorschläge finden die Vorschriften der Art. 6, 19 Abs. I Satz 4, 5 und 6 sowie Abs. II Art. 20, 23 Abs. I und II, 25. 26. 27 Abs. I, 28 und 29 des Kommunalwahlgesetzes Anwendung; die Beseitigung etwaiger Mängel bei Wahlvorschlägen ist nur bis zum 21. April 1933 zulässig. Verbindungen von Wahlvorschlägen im Sinne von Art. 24 daselbst finden nicht statt. § 5. 1. Die Ermittelung der Sitze und ihre Zuteilung an die Bewerber durch die Wahlkommisiionen hat spätestens am 25. April 1933 stattzufinden. Die Art. 46 Ws. II, 47, 48 und 49 des Kom- munalwahlgesetzes finden Anwendung. 2. Reicht eine vorschlagsberechtigte Wählergruppe (§ 14 Ms. II des Vorläufigen Gesetzes vom 31. März 1933) einen Wahlvorschlag nicht ein, so gehen die überschüssigen Sitze auf die Höchstzahlen der anderen Wahlvorscyläge über. § 6. Die Namen der Gewählten sind, soweit es sich um Stadt- und Gemeinderat handelt, ortsüblich be> kanntzumachen und im übrigen in den den amtlichen Bekanntmachungen dienenden Blättern zu veröffentlichen. § 7. Sind Gemeinden gemäß § 9 des Reichswahlgesetzes (RGBl. 1924 I S. 159) mit benachbarten Ge meinben zu einem Wahlbezirk vereinigt, so werden die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden nach der Zahl der im ganzen Wahlbezirk abgegebenen gültigen Simmen neu gebildet. § 8. Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Oie Neubildung der gemeindlichen Selbstverwaltungskörper. Oas Ausführungsgeseh für Hessen. Änvese" oe dew llung Sebautt M g und 3nD' d-raus ?,' z S Auch d Sn Äw 6 * Leihge^ Haben25ju"ge äS SSÄ* Kosten für die B Die Förderungssn U Lodhelm DienStagabeÄ'v hiesigen Ortsgm für die neu, ausgestellt 3n et Versammlung rich Audel die neuen Gememderc sie bei der letzte: fielen; bei der vo diese Partei noch Die neue Oemeii Aativnalsvzialiste Ortsgruppenleite Spich, Steige Julius Wallt Kröll, Landw meister und Kar 5, 1 II. Werlau, eisenaenosse Generalveisamml verlas den Jahi war rege. Don chaftlicher Was gliedern Eebrau and durch die t tandes schnelle 5). Merz touti Aussichtsrat geil schiedene genösse Die Clektriz bei Gastwirt 31 r ab. Die Genossen net Schlosser den nach bet Pri tonnte. Tvrslanb bergewöhlt. pnt neu ein. Zum c mit dem lleberlc geben; ein (Srgel diesigen Aotst Der Gemeinden beitsamt gericht geschlossene möglichen. Die einem Gebäude geben. ss. Grebenc Unglücksfal! ereignete sich an Ittafje Grebenau- Indier Wagn lersdorf mit fein Heinrich Dicke dabei aber auf b Mtig mit ihm zu Ze'tslose Zim ^>^arz, wurde ;'"enBaumg wren Sch? Arzt konnte touern^ten D tzrlabt Frau Motorrades, bei L"eDerl. Än SS Obecheffen Wirtschaft sich zu an- Heber ftanb, Kälber und Schafe rege, Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Me» rr Llebersall A.-Abteilung. 8. April. Tor bcm U? Die gute Kaffeewürze Mühlen Franck öient zur Verbesserung und Verbilligung von jedem Sohnenkaffee, Malzkaffe* und gewöhnlichem, losem Getreiöekaffee. Mühlen Franck ist außergewöhnlich ergiebig. Man braucht daher mit Mühlen Franck weniger Kaffee als sonst und erzielt doch einen vollen, kräftigen, herzhaften Geschmack und eine herrliche goldbraune Zarbe. Ueberzeugen Sie sich selbst, probieren Sie Mühlen Franck, die gute Kaffeemütze Ks jedem • Wettervoraussage. Mit der zunehmenden Störungstätigkeit über dem Atlantik wird feuchtwarme Ozeanluft nach dem Festlande vorgeschoben, wodurch der Witterungs- charakter sich wechselhaft gestalten wird. Wenn auch durch den sich immer noch behauptenden hohen Druck eine durchgreifende Wetterverschlechterung verhindert wird, so dürfte es doch vereinzelt zu etwas Regen kommen. Die Temperaturen, steigen im allgemeinen weiter an. Aussichten für Dienstag: Wolkig mit kurzer Aufheiterung, warm und vereinzelt etwas Regen. Aussichten für Mittwoch: Im ganzen mildes, aber etwas wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen. Am 9. April mittags 15,0 Grad Celsius, abends 11.2 Grad. Am 10. April morgens 10,2 Grad. Maximum 16,0 Grad. Minimum 7,6 Grad. Sonnenscheindauer 43/t Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter» Tiefe. Am 9. April abends 11,4 Grad. Am 10. April morgens 8,7 Grad. i3“rgermeifler i'Ä*: yserH geoibneter Johai« echsel in Viebec. 8-April. Nachdem do:. Demokratische 8ünn> ibtr in Schutzhaft V# vom hessischen fr * “"«“HWe Beigeord W) mit btt Seschäfir. tourgermeißers bc- Bergstraße. t. 9. April. Die Ur? neuen Dergstraf 'n, daß sie einstweilen tr esahren werden kann. ölt die Etrahe eine Ser die lästige Etaubentw^ den heutigen Terkehrsve « Fahrbahn geschass, . ziehenden Kursen etwas größeres Interesse für Burbach-Kali bemerkbar. Am Rentenmarkt «überwog eher das Angebot, auch hier war die Tendenz lustlos. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche, die Neubesitzanleihe büßte 70 Pf. ein. Industrieobligationen lagen bis zu 0,50 Prozent schwächer. Aeichsschuldbuchforde- rungen wurden zirka 1 Prozent unter Samstag gehandelt. Der Markt der Auslandsrenten lag völlig gelchäftslos. Später stellten sich die Ak- tienkurse bei weiter schrumpfendem Geschäft überwiegend etwas schwächer, Kursverluste von mehr als 1 Prozent waren aber nicht festzustellen. Auch Deutsche Anleihen neigten weiter zur Schwäche. Am Geldmarkt war die Situation wenig verändert. Der Sah für Tagesgeld stellte sich auf 4,65 Prozent, vereinzelt auf 4,50 Prozent._____________ len, 445 Kühe. 393 Färsen, 1340 Kälber. 118 Schafe, 5031 Schweine. Rinder. A. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 29 bis 32; 2. ältere 26 bis 28; sonstige vollfleischige: jüngere 23 bis 25; B. Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 30; sonstige vvllfleischige oder ausgemästete 22 bis 25; C. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 27; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 23; fleischige 16 bis 19; gering genährte 13 bis 15; D. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 33; vollfleischige 26 bis 29; fleischige 23 bis 25; Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 42 bis 46; mittlere Ma stund Saugkälber 37 bis 41; geringe Kälber 30 bis 36; Schweine. Bollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Psd. Lebendgewicht 37 bis 41; 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 37 bis 41; 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 36 bis 40; fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 35 bis 39. Marktverkauf: Binder rege, geringer geräumt. (Srofcfeuer im Gchliher Land. • Schlitz, 10. April. Am Samstag gegen 20.30 Hßr brach im nahen Dorfe Hemmen im Anwesen der Witwe Dickert Feuer aus. dem zwei Wohnhäuser, eine Scheune und Stallungen zum Opfer fielen. Die Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder, da das Feuer in den Getreide-, Heu- und Strohvorräten reichlich Nahrung fand. Das Bieh und das Inventar konnten zum Teil gerettet werden. Menschenleben kamen nicht zu Schaden. Die Ortsfeuerwehr rückte in größter Eile zur Bekämpfung des Feuers aus und erhielt bald darauf Verstärkung und Unterstützung durch die Feuerwehr aus Schlitz, die mit der Motorspritze anrückte. Auch die Feuerwehren aus Pfordt, Hellershausen, Hartershausen und Lüdermünd kamen rasch an der Brandstätte an. Die Feuerwehren mußten bis in den frühen Morgen des Sonntags hinein tätig fein. Der Schaden ist sehr groß, jedoch durch Versicherung gedeckt. Die Hr- sache des Brandes konnte bisher noch nicht fest- gestellt werden. Landkreis Gietzen. w Leihgestern, 6. April. Seit Dienstag haben 25 junge Leute unserer Gemeinde wieder Beschäftigung im Freiwilligen Arbeits- d i e n st gefunden. Es werden eine Anzahl versumpfter Wiesen drainiert. Die Besitzer stellen die erforderlichen Drainrohre, die Gemeinde trägt die Kosten für die Bauleitung und die Arbeitsgeräte. Die Förderungsfrist beträgt 11 Wochen. U Rodheim a. d. Horloff, 6. Aprrl. Am Dienstagabend wurde in einer Versammlung der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, die Liste für die neue Gemeindevert retung aufgestellt. In einer anschließenden Bürger- Versammlung gab Ortsgruppenleiter Heinrich Nudel die Liste bekannt. Die SPD. rst un neuen Gemeinderat nicht mehr vertreten, da auf sic bei der letzten Wohl nur 10 Stimmen entfielen; bei der vorigen Gemeinderatswahl konnte diese Partei noch drei Sitze für sich beanspruchen. Die neue Gemeindevertretung seht sich nur aus Nationalsozialisten zusammen; es gehören ihr an Ortsgruppenleiter H. Nudel, Landwirt; Karl Spieß. Steiger; Julius Hilbert, Arbeiter; Julius Walther, Landwirt; Georg Konrad Kröll, Landwirt; Wilh. Misor. schmiede- meister und Karl Schäfer, Landwirt. Kreis Alsfeld. - ll. Merlau. 8. April. Die hiesige Naif f- eisenaenossenschaft hielt dieser Tage ihre Generalversammlung ab. Rechner Kaufmann verlas den Jahresbericht. Der Geschäftsverkehr war rege. Bon der Leihmöglichkeit landwirtschaftlicher Maschinen wurde, von den Mitgliedern Gebrauch gemacht. Die Dorstandswahl sand durch die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes schnelle Erledigung. An Stelle von H. Merz wurde Förster Edelmann in den Aussichtsrat gewählt. Zum Schluß wurden verschiedene genossenschaftliche Fragen behandelt. — Die ClektrizitätSgenossenschaft hielt bei Gastwirt Zimmer ihre Generalversammlung ob. Die Genossenschaft zählt 86 Mitglieder. Rechner Schlosser erstattete den Kassenbericht, für den nach der Prüfung Entlastung erteilt werden konnte. Vorstand und Auffichtsrat wurden wiedergewählt. §kn den Vorstand trat Louis Hörle neu ein. Zuin Schluß wurde von Verhandlungen mit dem Heberlandwerk Oberhessen Kenntnis gegeben; ein Ergebnis liege noch nicht vor. — Die hiesigen Notstandsarbeiten sind beendet. Der Gemeinderat hat ein Gesuch an das Arbeitsamt gerichtet, die Einrichtung eines geschlossenen Arbeitslagers zu ermöglichen. Die Hnterbringungsmöglichkeiten (in einem Gebäude der ehemaligen Grube) sind gegeben. , , ss. Grebenau, 9. April. Em schwerer Hnglückssall mit tödlichem Ausgang ereignete sich am Freitag auf der Provinzial- ftraße Grebenau-Eulersdorf. Der Musiker und Händler Wagner aus Eifa wollte kurz vor Eulersdorf mit feinem Motorrad den Radfahrer Heinrich Wicke aus Eulersdorf überholen, stieß dabei aber auf bisher noch nicht geklärte Weife heftig mit ihm zusammen. Der Soziusfohrer, der arbeitslose Zimmermann Kirchner aus Schwarz, wurde mit großer Wucht gegen einen Daum geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der herbeigeru- fcne Arzt konnte nur noch den Tod des bedauernswerten Mannes feststellen; Kirchner hinterläßt Frau und Kinder. Der Führer des Motorrades, der Händler Wagner, erlitt schwere Verletzungen an den Demen, insbesondere einen Knöchelbruch, der ferne Heberführung in das Kreiskrankenhaus nach Alsfeld notwendig machte. Der Radfahrer kam mit leichteren Verletzungen davon. Kreis Lauterbach. WEN Schlitz, 9. April. Hier beschäftigten sich am Freitagnachmittag einige Schulknaben da- mit in Flaschen mit Karbid am Ufer der Frankfurt still und rückgängig. Srantfurt a. Olt.. 10. April. (WTB. Drahtmeldung.) DaS Näherrücken der Osterfeiertage mit ihrer längeren Verkehrsunterbrechung führte schon zu ‘Beginn der neuen Woche an der Effektenbörse zu einer merklichen Lähmung deS Ge - ch ä f t e s. Das Publikum bekundete äußerste Zurückhaltung, während die Kulisse meist zu weiteren Realisationen geneigt schien, so daß im Vergleich zu Samstag Rückgänge von 0,5 bis 1 Prozent eintraten. Die feste Haltung Wallstreets am Wochenende sand wenig ‘Beachtung. Bei einigen Spezialwerten ergaben sich über den Durchschnitt hinaus Verluste von 1,5 bis 2 Prozent; so eröffneten von Montanwerten Buderus Eisen auf den Dividendenausfall für die Stammaktien um 2 Prozent schwächer, ferner lagen Reichsbankanteile nach Berücksichtigung deS Di- videndenabschlogeS von 10,80 netto 2 Proz., Phv- nit, Rheinstahl, Harpener, Stahlverein. ID- Deutsche Erdöl. Norddeutscher Lloyd und Akkumulatoren Berlin von 1.5 biS 1,75 Proz. niedriger. Am Elektromarkt eröffneten Felten 0.88 Prozent freundlicher. Auch Chadeaktien waren erneut 1,50 Mark fester, die übrigen Elektrizitätswerte gaben von 0,5 bis 1 Proz. nach, auch Chemienebenwerte erlitten Rückgänge von 0.5 bis 0,75 Prozent. Rur Goldschmidt und Scheideanstalt blieben behauptet. Leicht abbröckelnd waren ferner Contigummi mit minus 0.75 Proz., AG. für Verkehrswesen mit minus 0,63 Proz., Hapag mit minus 0,75 Proz., Mannesmann mit minus 1 Proz. und Deutsche Linoleum mit minus 1 Prozent. Durch feite Haltung zeichneten sich anderseits Daimler Motoren und im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer mit je plus 2 Proz. aus, wobei die Steuerbefreiung für neue AutoS von Anregung war. Die Hmfäße blieben aber auch bei diesen Werten sehr klein. Der Rentenmarkt lag ebenfalls fast g c - schäftSlos und nachgebend. Deutsche Anleihen verloren 0,38 bis 0,50 Prozent, späte Reichsschuldbuchsorderungen etwa 1 Prozent. Stahlvereinbonds und Reichsbahnvorzugsaktien gaben 0,25 Prozent bzw. 0,13 Prozent nach. Auf Grund der Stille bröckelten die Kurse auch im Verlaufe meist weiter von 0,50 bis 0,75 Proz. ab. Mehr rückläufig lagen Harpener mit minus 1,75 Prozent. Chade-Aktien waren bei kleinem Hmsatz um 1,50 Mark fester. Ferner konnten sich Adlerwerke Kleyer um weitere 1,5 Proz. festigen, wogegen Daimler knapp gehalten blieben. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse knapp behauptet, auch die übrigen festverzinslichen Werte hatten nur kleine Veränderungen aufzuweisen. Tagesgeld war zu 3 Proz. unverändert und leicht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M„ 10. April. Auftrieb: 1456 Stück Rinder; darunter 439 Ochsen, 112 Dul- Gleichschaltung bei den Arbeitgebern des Rhein-Main-Vezirls. Frankfurt a. M., 7. April. (WSN.) Der Bund der Arbeitgeberverbände für Hessen und Hessen-Nassau hielt hier seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Jahreshauptversammlung ging eine Sitzung des Vorstandes unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Direktor Dr. Bertrams voraus. Der langjährige Vorsitzende, Dr. Büchner- Darmstadt, hatte sein Amt n i e d e r g e l e g t. An der Vorstands- litzung nahmen die Nationalsozialisten Dr. L u e r, derzeitiger beauftragter Präsident der Handelskammer, und E ck a r d t teil. Nach Darlegungen von Dr. L u e r und E ck a r d t wurde im Einverständnis mit den beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalsozialist Eckardt als Beauftragter für bie dem Bund angeschloffenen Arbeitgeberverbände eingesetzt. Zweck dieser Vereinbarung ist, eine Gleichschaltung in den Die Kursverluste waren aber im allgemeinen unerheblich und gingen selten über 1,5 Prozent hinaus. Lediglich Harpener und Akkumulatoren büßten bei Mindestumsah 2 Prozent und Char- lottenburger Wasser bei etwas stärkerem Angebot 4,25 Prozent ein. Anderseits bewirkte der wieder 12prozentige Dividendenvorschlag bei 3ul. Berger ein Anziehen des Kurses um 3,75 Prozent, und Daimler, für die schon in den letzten tragen Interesse bestand, setzten ihre Aufwärtsbewegung um 1,6 Prozent fort. Reichsbankanteile notierten heute exklusive Dividende etwa 2 Prozent niedriger. Völlig unbeeinflußt von dem Paketverkaus der BEW. an die Sächsischen Werke lagen AEG -Aktien, dagegen konnten BEW. selbst 0,75 Prozent gewinnen. Auch im Verlaufe änderte sich an der Geschäftsstille wenig, die Kurse blieben etwa auf Anfangsniveau gehalten. Daimler setzten ihre Aufwärtsbewegung fort, auch BEW. waren später eher gefragt. Von unnotierten Werten machte s'e 0er Reichsbankstatus Anfang April. Berlin, 10. April. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis derReichsbankvom 7. April hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 176,3 Millionen auf 321.0.3 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln uno -Schecks um 68,6 Millionen auf 2831,1 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 24,3 Millionen auf 28 2 Mill. Mk., die Lombardbestände um 137,6 Millionen auf 72,7 Mill. Mk., und die Effekten- bestände um 83,0 Millionen Mk. auf 318,3 Mill. Mark abgenommen. Die Verminderung der Effek- tenbestände ist auf Abschreibungen auf Grund des Jahresabschlusses zurückzuführen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 101,3 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeslos- sen, und zwar hat sich der Hmlauf an Reichsbanknoten um 87,2 Millionen auf 3432,5 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 14,1 Millionen auf 399.3 Millionen Mk. verringert. Der Hmlauf an Scheidemünzen verringerte sich in der Berichtswoche um 23,5 Millionen Mk. auf 1473,9 Mill. Mk. Die Bestände der Rerchsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 19,7 Mill. Mark, diejenigen an Scheidemünzen auf 200,2 MilU Mk. erhöht. Die fremden Gelder zergen mit 321,9 Mill. Mk. eine Abnahme um 121,0 Millionen Mark. t Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 80,2 Mill, auf 755,4 Mill. Mk. vermindert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 92,9 Mill, auf 645,8 Millionen Mark abgenommen, die Beftan&e an deckungsfähigen Devisen dagegen um 12,7 Millionen Mart auf 109,6 Millionen Mark zugenommen. Die starke Verminderung der Deckungsmittel hängt mit der angekündigten Rückzahlung des Rediskontkredites der Reichsbank zusammen, welche in Höhe der französischen Rate bereits innerhalb der Berichtswoche zu leisten war- Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 7. April 22 Prozent gegen 23,7 Prozent am Ultimo März. Aach Abzug der noch bestehenden kurzfristigen Devisenverpflichtungen in Höhe von nunmehr insgesamt 97,5 Millionen Dollar stellt sich die Deckung auf 10,1 Prozent gegen 10 Prozent am Ende der Vorwoche. * Kommissarischer Börsenvorstand in Frankfurt a. M. Nachdem am 3. April der bisherige Vorstand der Frankfurter Wert- papierbörse durch den nationalsozialistischen Beauftragten Schwarz beurlaubt worden war, ist der Börsenvorstand am Freitag in seiner Gesamtheit zurückgetreten. Der geschäftsführende Beirat wurde vom Preußischen Wirtschaftsmrnr- fterium als kommissarischer Börsenvorstand bestätigt. Der Vorstand wurde ergänzt durch die Herren Moritz Frhr. vonBethmann (r. Fa. Gebr. Bethmann) und Clemens Harlacher (L Fa. ©L Harlacher) als Vertreter der Privat- bankiers. 3n den nächsten Tagen soll voraus- sozialpolitiichen Verbänden herbeizuführen. Wie wir hören, find die dazu erforderlichen Arbeiten bc reits in Angriff genommen. In der Hauptversammlung wurde einleitend folgender, vom Vorstand einaebrachter Entschluß angenommen: „Der Bund der Arbeitgeberverbände von Hessen-Nassau und Hessen und die in ihm zusammengeschlossenen Arbeitgeberorganisatio- ncn begrüßen die neue Regierung und das von ihr begonnene Werk der nationalen und sozialen Erneuerung Deutschlands zum Wohl des gesamten Volkes. Sie ban- kcn der Regierung, insbesondere dem Herrn Reichskanzler, für die Bekundung des Willens, die Wirtschaft von Bürokratismus zu befreien, die Privatinitiative zu wecken und die wertvollen Kräste des Unternehmertums im Dienste des Volkes fruchtbar zu machen. Die Arbeitgeberschaft von Hessen und Hessen-Nassau wird nach Kräften an den hohen Zielen und Aufgaben, die sich die neue nationale Regieruna gestellt hat, freudig Mitarbeiten und insbesondere auf dem Gebiet des sozialen Lebens in Gemeinschaft mit den hierzu berufenen Arbeitnehmerverbänden für einen g c - rechten Ausgleich der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen mit dem Ziel der Herstellung einer wahren Volksgemeinschaft sich einsetzen. Hinsichtlich der Organisation des Bundes und der ihm angeschlossenen Verbände sind unter Mitwirkung eines Beauftragten der Nationalsozialistt- schen deutschen Arbeiter-Partei alle Maßnahmen für Gleichschaltung der Wirtschaft eingeleitet." Im Anschluß daran sprach der Geschäftsführer der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände Berlin, Dr. Erdmann, über die gegenwärtige politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Um- bildung, wobei er der nationalen Regierung volle Gefolgschaft zusagte. sichtlich noch ein Vertreter der Sparbanken in den kommissarischen Börsenvorstand berufen werden. Herr Schwarz bleibt Beauftragter der Handelskammer für die Frankfurter Wertpapierbörse. ' Die 3ndexzif f er der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 5. April berechnete 3ndexziffer der Großhandelspreise ist mit 90,5 (1913= 100) gegenüber der Vorwoche (90,9) um 0,4 Prozent gesunken. Die ^Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 81,2 (minus 1,1 Prozent), in- dustrielle Rohstoffe und Halbwaren 86,8 (minus 0,5 Prozent) und industrielle Fertigwaren 111,3 (minus 0,1 Prozent). Berlin geschästölos. Berlin, 10. April. (WTB. Funkspruch.) Trotz verschiedener günstiger Nachrichten aus der Wirtschaft (ArbeitereinsteUungen bei der Reichsbahn, bei Burgkupfer und in der Autoindustrie, unveränderte Dividendenschähungen für einige Elektrowerte wie Schuckert, Gesfürel und Elektro-Schle- fien usw.) zeigten Publikum und Spekulation zum heutigen Börsenbeginn, hauptsächlich wohl infolge der näherrückenden Feiertagsunterbrechung, nur wenig Neigung zu Neuengagements. Bei geringstem Ordereingang genügte schon kleinstes Angebot, um aus den meisten Märkten ein Abbröckeln des Kursniveaus hervorzurufen. Schlitz Wasser einzufüllen um dann aus einiger Entfernung die infolge Karbidgasentwicklung eintretende Explosion der festverschlossenen Flaschen zu beobachten. Durch einen unglücklichen Zufall erfolgte eine dieser Explosionen rü^cr als die Buben angenommen hatten. Die herumfliegenden Splitter verletzten zwei Jungen an den Händen und im Gesicht leichter, ein dritter Knabe wurde an einem Auge so schwer getroffen, daß er nach der Augenklinik in Gießen übergeführt werden mußte. !Iei«mit-%H Malige ö das JahrM * :m Olbtit TV Qfl 1 lebbctg flean^ .flenr‘f- feS öS ■SSSä»*** io Abs. 1 $3,4 i| 25, A . ! 23 b-ä KoM'U» nnangä ZAZ AW »«•öS»** V#, 5. WoertiW'-kn n> b-W«" * rngericht, welches eine L::> i abhielt, hatten sich z e h, k Mitglieder aus!« fen begen 2anb\tit*, frit mit Körperm- m. Die AngckkaMP m 6TL - Abteil»^ hrereM-Leute W er verleht. Während em pruch erzielte, wurden tu nisstrasenvonsech! malen verurteilt. i der Redaktion. , 16 bis 17 llhr. Semite! Die stummen Gäste von Zweilmden Roman vonAnny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 13. Fortsetzung Nachdruck verboten I Am nächsten Morgen schickte Graf Speerau zwei Herren nach dem Vorwerk Jägerhaus. Es waren zwei noch sehr junge Herren aus der Kreisstadt, die sich der Wichtigkeit ihrer Aufgabe bewußt waren. Sie überbrachten eine Forderung des Grafen auf Pistolen. Der eine Herr, ein junger Fabrikantensohn, der seine weihnachtlichen Universitätsferien zu Hause verbrachte, sagte im Brustton der Ueberzeugung: „Die Schande, die Sie dem Grafen Speerau an getan, Herr von Zweilinden, ist mir mit Blut ab- zuwaschen!" „Dann soll sich der Graf Blut besorgen, es braucht ja nicht gerade Menschenblut zu sein, und sich damit die Schande abwaschen, wenn er glaubt, cs geht damit", war die kühle Erwiderung Zweilindens. „Ich will Ihnen noch etwas sagen, meine Herren", fuhr er fort, „aber damit ist die Geschichte dann für mich ein für allemal erledigt. Also hören Sie. Ich Hobe mich ein bißchen lange in der Welt Herumgetrieben, und es waren manchmal Winkel dabei, die nicht die saubersten genannt werden konnten, und Menschen gab cs da, die man ganz ruhig als „verboten" bezeichnen darf: aber es war keiner dabei, der so tief gestanden hätte, wie Graf Speerau jetzt in meiner Achtung steht. Ich werde mich Neujahr mit Fräulein Claudius verloben, ich liebe sie von ganzem Herzen, und ich müßte wahnsinnig sein, wenn ich wegen eines Menschen, den ich nicht achten kann, mein Lebensglück aufs Vpiel setzen würde. Ein Kerl, der sich von' mir mit der Peitsche in die Flucht schlagen läßt vor ollen Leuten, zählt für mich nicht mehr mit, und Sie sollten es sich auch sehr überlegen, ihm beizustehen. Ich glaube kaum, daß es Ihren Eltern angenehm ist, daß Sie für den Grafen eintreten." Die beiden blickten sich an, und der eine der Kartellträger fragte: „Ist es wahr, hat er sich von Ihnen mit der Peitsche sortjagen lassen?" Zweilinden nickte. „Und nicht zu knapp! Vorher hoben wir uns im Honoratiorenzimmer des Hotels „Eichkatz" rumgebalgt, und ich habe ihn geohrfeigt. ich drängte ihn dann auf die Straße: und draußen schlug ich feste mit der Peitsche auf ihn los, er lief davon wie ein scheugewordenes Pferd." Die jungen Leute blickten sich wieder an. „Er hat uns das ganz anders dargestellt, und wir hoben nicht daran gedacht, uns nach dem Tatbestand zu erkundigen", erklärte der eine, und der andere stimmte ihm bei: „Nein, daran haben wir nicht gedacht. Aber wir glauben Ihnen und werden uns hüten, uns mit der Geschichte weiter zu beschmutzen. Sie haben recht, Herr von Zweilinden, mit so einem Menschen schießt man sich nicht." Sie schrieben dem Grafen ein paar sehr eisige Zeilen, und fast zur gleichen Zeit erhielt er einen Brief aus Frankfurt von der Tochter des reichgewordenen Maurermeisters, die sich den Titel „Gräfin" hatte erkaufen wollen. Sie teilte ihm mit, daß Skandalgerüchte, die sie auf ihre Wahrheit nachgeprüft hätte, an ihr Ohr gedrungen wären, und sie bitte ihn, sich nicht mehr im Hause ihres Vaters blicken zu lassen. Ihr Name und ihr Geld wären ihr zu schade für einen Menschen seiner Art. Graf Speerau war in heller Verzweiflung. Alles wandte sich gegen ihn, alles! Er wagte sich nicht mehr in die Kreisstadt, wagte sich kaum noch aus dem Hause, und niemand kam zu ihm, nur Mahnbriefe flogen auf seinen Schreibtisch. Keine ruhige Stunde hatte er mehr. Neujahr las er dann im Kreisblatt, das eine Botenfrau täglich brachte, die Vcrlobungsanzeige Bettinas mit Ottfried von Zweilinden« und er schrie vor Wut laut auf. Alles hatte er verpaßt, sein ganzes Leben. Er hob die Hände und besah sie schaudernd, Blut klebte daran, und er war zum feigen Mörder geworden für nichts, für gar nichts. Er wollte seinem Leben ein Ende machen, ober ihm fehlte der Mut dazu. Nach Neujahr erschien sein schlimmster Gläubiger auf dem Schlosse. Er drängte und drohte: und schließlich bot er ihm noch eine Summe von zehntausend Mark, wenn er das Schloß auf ihn übertragen lassen würde. Er übernähme dann sämtliche Verbindlichkeiten von ihm. Was blieb Wulf Speerau weiter übrig, als darauf cinzugehen? Es bedeutete sogar noch ein gutes Geschäft für ihn. Kurz nach Bettinas Verlobung verkaufte er also Wiesental und verschwand, ohne daß jemand ahnte, wohin er sich gewandt. Bettina atmete auf. Sie war sehr zufrieden mit dieser Lösung. Sie hatte eine ältere, befreundete Witwe aus der Kreisstadt gebeten, bei ihr zu wohnen, bis die Hochzeit stattgefunden, und die Dame erfüllte gern ihren Wunsch. Ostern heirateten die zwei, und als sie in der Kirche des Dorfes Zweilinden getraut wurden, war die ganze Umgebung auf den Beinen, um das Brautpaar zu sehen. Lieb und anmutig sah Bettina aus in ihrem weißseidenen Kleide mit dem duftenden Schleier über dem glänzenden Braunhaar. Ottfried von Zweilinden aber sah das Glück aus den Augen, das fiel allen auf. Nun war wieder ein Zweilinden Herr auf dem großen Besitz seiner Väter. Ein Jahr später ward im Herrenhause ein Sohn geboren. Als Bettina das Kind zum erstenmal in den Armen hielt, sah sic ihren Mann lange stumm an und sagte dann leise und überzeugt: „Ich liebe dich!" Das Kind aber erhielt den Vornamen seines Großvaters: „Konrad". 11. Ucber Barcelona lag der Frühjahrshimmel grellblau, und die Gesichter der Menschen blickten fröhlich. In der Markthalle des Stadtteils Sans drängten sich die Käuferinnen, und auch die Besitzer der Stände um die Markthalle herum konnten sich nicht über Kundenmangel beklagen. Hier draußen gab es Stoffe und Schuhe, Bänder und Wäsche, falschen Schmuck und Strümpfe. Zwischen Käufer und Verkäufer schoben sich noch fliegende Händler ein, die sich wenig darum kümmerten, daß man, um Waren zu verkaufen, auch die Erlaubnis der Behörden braucht. Zigeunerinnen glitten trotz ihrer weiten Röcke wie schmiegsame Katzen durch das Gewühl, sie boten Früchte an, billige Garnspitze und Korbwaren. Eine von ihnen schrie laut: „Bei mir ijt es am billigsten, weil ich keine Auslagen habe, alles frisch geklaut!" Sie trug Bananen in einem flachen Korb und lachte mit blitzenden Zähnen. Sie hatte Käufer genug: doch plötzlich wich ihr Lachen, über ihr braunes Gesicht zuckte Erschrecken. Sie jagte plötzlich, den Korb krampfhaft festhaltend, davon. Ihr scharfes Auge hatte einen Ordnungspolizisten erspäht, in dem jeder Händler, der feine polizeiliche Genehmigung besitzt, seinen schlimmsten Feind sieht. Sie rannte, daß der weitfaltige Rock nur so flog, und ihr nach jagte ein Mädel von ungefähr vierzehn Jahren, das einen Strauß künstlicher Blumen umklammert hielt. Der Ordnungspolizist, im leuchtend roten Rock, machte erst einen Versuch, den zweien nachzulaufen, doch gab er es schon nach wenigen Schritten auf. Eine junge Zigeunerin war schwer einzuholen, und die Kleine, die hinter ihr herschoß, konnte es darin mit ihr aufnehmen. Auf die zwei hatte er einen ganz besonderen Zorn, weil sie so unverschämt waren, immer so lange dicht vor seinen Augen zu ve kaufen, bis er ganz nahe an sie herangekommen war, ehe sie sich auf die Flucht begaben, die ihnen stets gelang. Unter dem Brückenbogen, über den eben ein Zug Staubtuch/ Vürste/Sefen 8 28 38 68 V Festtage - Angebot PROGRESS km April 1933 244 =0 Schön bleiben, licht jung bleiben! Vereine | Empfehlungen | Der Vorstand. 2446 D GaetsnmSvel [Vermietungen | Edgar Borrmann, Gießen. Drpgerid Oie Verlobung ihrer Tochter Xifß' Xoffe mit dem Oberleutnant des Marineingenieurwesens, Herrn Hel' mut Karbe, beehren sich anzuzetgen ge- von Swinemündc 2. Torp.-Halbsiottille KÖHLER. Tragen Sie ihn und Sie unterscheiden sich von anderen zu Ihrem Vorteil. - Jetzt großer Osterverkauf. 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Die Kleine hatte wundervolle schwarze Augen, die sehr ernsthaft blickten. Sie sagte etwas schüchtern zu der Aelleren: „Ich heiße Angela und wohne mit meinen Eltern da drüben im Stadtteil Coll Blanch. Mutter macht solche Blumen", sie hiell den Strauß hoch, „und Vater arbeitet alles, was er gerade findet. Manchmal trinkt er auch, und dann weint Mutter." „Dann tut mir deine Muller leid, und du tust mir auch leid", nickte die Zigeunerin. „Ich kann die Männer nicht leiden, die llinken." Die kleine Angela erklärte mit Wichtigkeit: „Mutter sagt, man darf dem Vater darum nicht böse fein, er trinkt, well er etwas vergessen will. Er ist früher ein feiner Herr gewesen." Die Zigeunerin blickte interessiert. „Wirklich? Da war er vielleicht gar ein Schreiber in einer Bürgermeisterei oder so was, nicht wahr?" Die Kleine betrachtete die grellen Stoff- und Papierblumen, die sie in den Händen hiell, und meinte nachdenklich: „Ich weiß es nicht; aber wenn üas was sehr Feines ist, bann wird Vater wohl so etwas gewesen fein. Voriges Jahr ist er unter ein Auto gekommer, und seitdem hinkt er und ist immer gleich müde. Und der Chauffeur ist weggefahren und hat ihn liegenlassen. Keiner weiß, wer es war. Sonst hätte Vater Schmerzensgeld bekommen, sagt Mutter. Und Mutter sagt, bei armen Leuten hört das Un- glück nie auf." Die Zigeunerin nickte: „Deine Mutter hat recht. Da, 2lngela, nimm ihr zwei Bananen mit. Und damit bu es weißt, ich heiße Miguela." Angela dankte strahlend für die Früchte. Die Zigeunerin gab ihr dann noch zwei Bananen für sich. Die Kleine jubelte laut auf: „Die muß der Vater essen, er wird sich freuen!" Eine Frau kam vorbei, kaufte ein paar der bunten Blumen, und Angela reichte der Zigeunerin die Hand, „Ich laufe nach Hause, ich habe heute genug verkauft, und jetzt bringe ich die Bananen heim." Im Stadtteil Coll Blanch gibt es neben gutem Wohlstand auch viele arme Leute, und in einer der engsten Gassen dort, in einem winzigen Hause, das alt und windschief dastand, verschwand Angela. Sie betrat die Küche, die zugleich als Wohnstube diente. Es gab darin nichts weiter an Möbeln als einen Tisch, vier Stühle, und ein paar Brettergestelle für Kochtöpfe und Geschirr. (Fortsetzung folgt.) WAYILDWIEBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- u. Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,dazu ein lebendigerund aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafftenKörper neue Kraft undFrische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung vonBäumenf ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen. Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum raufrischen Pfeifengras, bietefdem offenen Auge und. Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem. Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen, darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Oanzleinenband, Größe: 20 x26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. BebilderleWerbeblätt. kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Sie Sreffmsiunden des Vereins für deutfche Schäferhunde (S S.) beginnen am23.Avrild.J. vormittagss Uhr, auf den Bleichen unter d. Leitung eines allbekannten Polizeihund-Fachmannes.' Schäferhund-F-reiyide, die im Interesse der Ausbildung . ihr.Hundes a. d. Uebungs- sfunden teilnehm. wollen, erhalten nähere Auskunft auf Anfrage durch den 1. Vorsitzenden Herrn Gg. Hüttenberger, Gienen, Bleiche. JE. Malfefcef Xa*H. Westanlage 5 GIESSEN Fernsprecher 3467 Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Julius Vogel, Wagenmeister i. R. im 64. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinz Stehling und Frau, geb. Vogel. Gießen (Aulweg 44), Hameln 1. 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