Nr.59 KeübauSsave 185. Jahrgang Freitag, 1». März 1933 m Brette 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20 . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und 5ür hon An« zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich m Giegen. Das Reich übernimmt die Polizeigewalt in Bayern. Generalleutnant Ritter von Epp zum Reichspolizeikommissar ernannt. Wendung dieser Verordnung vollkommen, weil die Ruhe und Ordnung und die Bekämpfung kommunistischer Ausschreitungen mit den staatlichen Machtmitteln zweifellos gesichert war. Ramens des Gesamtministeriums erhebe ich gegen die Anordnung des Herrn Rcichsinncnministers den schärf st eA Einspru ch." Berlin, 9. Blärj. (TBIB.) Amtlich wird mifgeteiU: Mit Rücksicht auf die Beunruhigung der bayerifchen Bevölkerung und mit Rücksicht darauf, daß die weitere Erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Bayern nicht gewährleistet war, hat die Reichsregierung von dem § 2 der Verordnung des General a. D. R i t t er v o n E p p. Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933 zum Schuhe von Volk und Staat Gebrauch gemacht und die Befugnisse der obersten Landesbehörde, soweit sie die Erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zum Gegenstand haben, übernommen und sie dem Generalleutnant a. D. Ritter von Epp übertragen. Generalleutnant a. D. Ritter v. Epp wurde am 16. Oktober 1868 in München geboren. Er nahm 1900 bis 1901 im Kaiserlichen 4. Ostasiatischen Infanterie-Regiment an der ostasiatischen Expedition und 1904 bis 1906 als Kompaniechef in der Schutztruppe für Südwestafrika an der Bekämpfung des Herero-Hottentotten-Aufstandes teil. Als Bataillonslommandeur im bayrischen Jnfantcrie-Lc.bregimeni rückte er im August 1914 ins Feld. Im Dezember 1914 zum Kommandeur dieses Regiments ernannt, war er mit ihm auf den Kriegsschauplätzen in Frankreich, Belgien, Serbien, Rumänien und Italien tätig. Er legte das Kommando im Januar 1919 nieder, betätigte sich bis Oktober 1919 als Freikorpsführer und übernahm dann die Führung der Schützen- brigade 21 des neuen Heeres Im Jahre 1920 wurde er zum Jnfanterieführer der 7. (bayrischen) Division des Reichsheeres befördert und im Dezember 1923 verabschiedet. Generalleutnant a. D. Ritter v. Epp ist seit 1928 Mitglied des Reichstages. Der erste Schntt des Generals von Epp. München, 9. März. (WTB ) General v. E p p hat als erste Verlautbarung durch die Am l. Bayr. Pressestelle das Telegramm des Reichsinnenministers bekanntgegeben, durch das er zum Kommissar des Reiches für die Polizei bestellt wurde. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Wegen Gefährdung öffentlicher Sicherheit und Ordnung im Lande Bayern habe ich auf Grund des § 2 der Beiordnung zum Schutze von Bolk und Staat Befugnisse oberster Landesbehörden Bayern, soweit zur Erhaltung öffentlicher Sicherheit und Ordnung notwendig, übernommen und beauftrage Eie, bis auf weiteres für Reichsregierung diese Befugnisse wahrzunehmen. Ministerpräsident Dr. Held ist telegraphisch ersucht. Ihnen Geschäfte zu übergeben. Erwarte umgehend Drahtanzcige über Ucbcrnahme." General b. Epp hat gegen 9.45 Uhr im bayerischen Rundfunk kurz zur Lage Stellung genommen. Alle öffentlichen Gebäude Münchens waren heute um 22 Uhr von S S. und SA. besetzt. Flaggcnhissungen sind noch nirgends erfolgt. Bon den Führern der einzelnen Kommandos wird hierüber noch verhandelt. General v. Epp über feine Aufgabe und fein Ziel. München, 9. März. (TU.) Rach der Ueber- nähme der Amtsgeschäste als Reichskommissar für die Polizeigewalt in Bayern sprach Generalleutnant v. C p p in einer großen Kundgebung vor der Feldherrnhalle in München. Er führte dabei etwa aus: Bayerische Landsleute, deutsche Volksgenossen! Die Welle der deutschen Erhebung hat auch nach Bayern hereingeschlagen. (Stürmische Heilrufe.) Sie ist hier in Bayern langsamer vorwärts gedrungen als im übrigen Deutschland. Sie hatte hier einige Klippen zu überwinden, und es war erforderlich, die Bahn etwas frei zu machen Deswegen hat sich die Reichsregierung entschlossen, mich als ihren Beauftragten mit der Wahrnehmung der Geschäfte der obersten Landc-behörden von Bayern, soweit sie die öffentliche Sicherheit und Ordnung umfassen, zu beauftragen. (Stürmische Heilrufe.) Ich brauche Sie nicht zu versichern, daß es mich mit Stolz erfüllt, hier ein Wegbahner für die Freiheitserhebung sein zu können, für die ich feit 14 Jahren kämpfe, und daß es mich mit Freude erfüllt, mithelfen zu können, daß auch Bayern so vorwärts marschiert wie das übrige Deutschland sonst in Marsch ist. Um einer Stimmungsmache gegen die Maßnahmen der Reichsregierung vorzubeugen, indem man hier gewissermaßen ein Preußentum, ein Rorddeutschland ausspielt, das Bayern etwas ungünstiges aufzwingen will, darf ich Sie daran erinnern, daß doch der Kanzler, der in Berlin als oberster Führer diese Maßnahmen gutgeheißen und beschlossen hat, hier von unserer Stadt ausgezogen ist, daß die Wiege der Freiheitsbewegung in München stand, die in Berlin zu einem so ungeheueren Wogenschlag sich ausweitete, dah der Minister des Innern, Dr. Frick, selbst ein Bayer aus der Rheinpfalz, daß der Reichsjustizminister Dr. Gürtner aus unjeter Stadt hervorgegangen ist, daß also hauptsächlich Bayern hier an dem Vorgang beteiligt ist. Es kommt keinem in den Sinn, die Rechte Bayerns, das, was Bayern nach feiner Ge- fchichte und nach feinem Volkstum zu fordern hat, jemals beeinträchtigen zu wollen. 3d) felbft kenne München und das bayerische Volk gut genug, daß ich mich niemals dazu hergeben würde, eine schädigende Handlung gegen meine engere Heimat zu vollziehen. (Hochrufe.) Wenn ich dieses Amt übernehme, tue ich es, um daraus den größten Vorteil für mein Heimatland, allerdings in engster Verbindung mit dem Reich und für das Reich herauszuholen. (Stürm. Heilrufe.) Ich sehe es als meine Aufgabe an, falls es notwendig werden sollte, die Ruhe und Sicherheit in Bayern zu gewährleisten, da es notwendig ist, daß sich in Bayern die politischen Verhältnisse gleichlaufend formen mit den politischen Verhältnissen im Reich (Hochrufe). Denn nur dann kann eine gedeihliche Arbeit im Reich entstehen, wenn die Länder selbst ihre Kraft dem Reich leihen, die doch dem ganzen Reichsbestand zugutekommen soll, und ich werde einsehen, was ich kann, um hier mitzuhelfen, die Stellung Bayerns dem Reiche gegenüber möglichst stark zu machen, aber nicht stark im Sinne eines Widerstandes gegen die Maßnahmen der Reichsregierung, sondern eben mit dieser Regierung, um dadurch Bayern die Stellung, die es durch die Revolution verloren hat, roie- derzugeben, daß es sich an der Freiheitsbewegung mit allen Kräften beteiligen kann und den Rang wiedereinnehmen möge, den es vor der Revolution besessen hat und den es aus militärischem Gebiet während des fürchterlichen Krieges so glänzend behauptet hat. Diese Ausgabe wird leicht sein, wenn hier nicht aus haß gegen das Reich quergetrieben wird, sondern wenn das ganze Volk an der Ausgabe mithilst, den Parallellaus Bayerns mit dem Reich zu fördern. Ich rufe euch Menschen und bayerische Landsleute auf, mich in dieser Aufgabe zu unterstützen zum heil von Bayern, zum heil des Reiches. Im Sinne dieser Gedanken gilt mein Gruß andern heutigen Abend Bayern mit einem dreifachen Sieg- heil in feiner Rolle und seinem Kampf für das Reich. Bayern und Reich Sieg-Heil. (Die Versammlung stimmte dreimal begeistert in den Heilruf ein.) Der gestrige Tag in München München, 9. März. (WTB.) Im Verlaufe des Rachmittags versammelte sich eine große Menge vor dem Landtagsgebäude, die unter Abüngung des Deutschland- und Hvrst- Wcssel-Liedcs den Abzug der Landespolizeiwache verlangte. Kurz vor 20 Uhr erschien ein SS.-Führer im Landtage, der dem Direktor des Landtagsamtes unter H-nweis auf die Bestellung des Generals v. E p p zuyr Kommissar des Reiches für die bayrische Polizei mitteilte, d.e SS. werde in kurzem das Landtagsgebäude besetzen. 3m Anschluß an die Hissung der Hakenkreuzfahne auf dem Rathausturm wurde von nationalsozialistischer Seite verkündet, General v. Epp habe als Komm.ssar des Reiches die Polizcigewalt übernommen und Rcichs-SS.-Führer Himmler, M. d. R., zum Leiter der Polizeidirektion München bestellt. Oberbürgermeister S ch a r n a g l habe das Rathaus verlassen. Im übrigen ist das Der- lagsgcbäude des ..Bayrischen Kuriers", des Zentralorgans der BDP., von SA. und SS. besetzt worden. Auf dem Gebäude des Landtages wurde in den Abendstunden die Hakenkreuzfahne aufgezogen. Die Hissung erfolgte im Einvernehmen mit dem Landtagspräsidium. RatwnalsoziaMsche Führer beim bayerischen Ministerpräsidenten. München, 9. März. (CNB.) Am Donnerstag, kurz vor 13 Uhr, fuhren der Stabschef der nationalsozialistischen SA. R o e h m und der Landtagsabge- ordnele und Gauleiter von Oberbayern-Schwaben Wagner in Begleitung mehrerer SA.- und SS.? Führer vor dem bayerischen Staatsministerium des Aeckßeren vor und begaben sich zu dem M i n i ft e r • Präsidenten. Um 13.15 Uhr verließen die beiden Führer der NSDAP, das Haus wieder. Einberufung des Landtags. Wahl eines neuen Ministeipräfidenien. München, 9. März. Die bayerische Regierung ist mit dem Landtagspräsidenten in Verbindung getreten, um möglichst bald eine Landtagssitzung zur Wahl eines neuen Ministerpräfiden- t e n ein,^berufen. Der Landtagspräsident hat sofort telegraphisch den Landtag auf Samstag, 11 Uhr, einberufen. Ministerpräsident Held erhebt Einspruch. München, 9. März. (£11.) Ministerpräsident Dr. Held hat sofort nach Bekanntwerden des Einsetzens des Polizcikommissars an den Reichskanzler Adolf Hitler heute (Donnerstag) abend folgendes Telegramm gerichtet: „Der Reichsinnenminister hat nach bisher unwidersprochenen Rachrichten auf Grund des § 2 der Verordnung vom 28. Februar 1933 die p o l i z e i l i ch e n Befugnisse der obersten Landesbehörde in Bayern Herrn General von Epp übertragen. In Bayern fehlen die Voraussetzungen zur An- Befriedigung in Berlin. Die tzUcichlchaltung von Reich und Ländern erreicht. Berlin, 9. März. (TU.) Die Einsetzung des Generals von Epp als Reichspolizeikommissar für Bayern wird an Berliner zuständiger Stelle mit Befriedigung verzeichnet. Es wird darauf hingewicsen, daß sich damit ein weiterer Eingriff des Reiches erübrige und daß der Reichsinnenminister mit der Einsetzung des Generals von Epp sein Ziel der Gleichschaltung von Reich undLändernals erreicht ansehe. Förmliche Verhandlungen zwischen dem Reichsinnenminister Dr. Frick und der bayerifchen Regierung über die Einsetzung des Kommissars haben nicht stattgefunden. Man darf aber annehmen, dah die Ernennung des Generals von Epp im Einvernehmen mit dem Reichskanzler erfolgt ist. Die Aktion, die durch die Hcbernahme der Polizei- gcwalt in den Ländern durch Reichskommissore abgeschlossen ift, verfolgte, wie weiter verlautet, den Zweck, die S t a a t s a u t o r i t ä t sicher- z u st e l l e n. Wenn z. B. in Preußen die S A. Seite an Seite mit der Polizei marschiere, während gleichzeitig in Bayern die Polizei gegen die SA. einschreite, so würde dies auf Kosten der Autorität des Staates gegangen sein. Der Umschwung in Sachsen. Auflösung des Landtags in Sicht. Dresden, 9. März. (WTB.) Ministerpräsident S d) i e rf hat in einem Schreiben an den Landtags- oorstand die Auflösung des Landtags gefordert, die nunmehr staatspolitisch notwendig geworden sei. Daraufhin hat die deutschnationale Landtagsfraktion den Auflösungsantrag eingehend) t. In der heutigen Sitzung des Ael- testenrats wurde auf Antrag des Präsidenten beschlossen, die heutige Landtagssitzung ausfallen zu lassen "nb den Termin der Anberaumung der nächsten L^ndtagssitzung dem Präsidenten zu überlassen. In Aussicht genommen ist der nächste Donnerstag; einziger Gegenstand dieser voraussichtlichen Sitzung des Sächsischen Landtags wird der vorliegende Auflösungsantrag sein. Erlaß des Reichskommiffars für Sachfen. Dresden, 9. März. (WTB.) Der Reichskommissar für die staatliche Polizei in Sachsen hat folgenden Aufruf erlassen: Der Reichsminister des Innern hat mich wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Lande Sachsen beauftragt, die zur Erhaltung dieser Sicherheit und Ordnung notwendigen Maßnahmen zu treffen. Ich habe das Amt übernommen und werde mit allen dem Staat und mir zu Gebote stehenden Mitteln jede Störung der Ordnung, des Verkehrs und der friedlichen Arbeit^der Bevölkerung zu verhindern wissen. Soweit die SA. und SS. von sich aus es für notwendig gehalten hat, in Verwaltung, Polizei und Verkehr einzugreifen, danke ich ihr für die von ihr getroffenen vorbeugenden Maßnahmen. Sie sind nunmehr jedoch durch den mir gewordenen Auftrag hinfällig geworden. In Zukunft muß es mir überlassen bleiben, alle notwendigen Maßnahmen und Eingriffe anzuordnen und durchzuführen. Es sind deshalb alle von der SA. getroffenen Amtshandlungen und Eingriffe unverzüglich aus zu heben, soweit ich oder die mir unterstellten Behörden und der Gruppenführer Sachsen nicht für gut befinden, sie aufrechtzuerhalten. Die Hakenkreuzfahnen und die alten R e i ch s s l a g g e n bleiben gehißt. Ich erwarte von der Disziplin der SA., daß sie im Vertrauen darauf, daß ich Herr der Lage sein werd?, allen meinen Befehlen pünktlich nachkommt. Ich werde dafür sorgen, daß auch Kapitänleutnant a. D. K i l l i n g e r. in Sachsen in kürzester Zeit dem Willen des Volkes die ihm gebührende Achtung bezeigt wird. Die Bevölkerung des Landes ermahne ich, r u h i g wie bisher ihrer Arbeit nachzugehen und Ansammlungen zu vermeiden, um nicht Gefahr zu laufen, an Leib und Leben Schaden zu erleiden. Ich werde nicht zurückschrecken, alle Personen, die die Ruhe und Ordnung stören oder zur Arbeitseinstellung ausfordern, der härtesten Strafe zuzuführen. Der Reichsbeauftragte für Sicherheit und Ordnung: o. K i l l i n g e r. Die Neuordnung in Hessen. Oer Landtag soll am Montag den neuen Staatspräsidenten wählen. Hessischer Landtag am nächsten Montag. Darmstadl, 9. Mär;. (WSR.) Das Landtags- amt teilt mit, daß Landtagspräsident Dr. Werner soeben die Einberufung des Landtagsplenums für Montag kommender Woche, 15 Uhr, angeordnet hat. * Die Tagesordnung umfaßt drei Punkte. Punkt 1 bringt die Wahl des Staatspräsidenten, Punkt 2 die Wahl des Landtagspräsidenten, für den voraussichtlich der jetzige Nationalsozialist-sche Vizepräsident Kl ost ermann vorgeschlagen wird, und Punkt 3 ein Ermächtigungsgesetz für die Regierung. Wie wir hören, wird das Ermächti- gung.gesetz keinen verfassungsändernden Charakter tragen, sondern lediglich eine allgemeine Ermächtigung im Rahmen der Verfassung vor- sehen. Vor der Sitzung des Plenums fiirdet eine Aussprache des Aeltestenrats und um 13 Uhr eine Fraktionssihung der RSDAP. statt. Reichsinnenminister Dr. Frick in Frankfurt. Einvernehmen über die hestnchen Verhältnisse. WSR. Frankfurt a. M., 9. März. Donnerstag um 17 Uhr traf Reichsinnenminister Dr. Frick von Berlin kommend im Flugzeug in Frankfurt a. M. ein, um am Abend in einer nationalsozialistischen Versammlung in der Fest- Halle zu sprechen. Zu seinem Empfang hatten sich auf dem Flugplatz Gauleiter Sprenger, zahlreiche Amtswalter und die SA.- und SS.° Führer eingefunden. Außerdem waren Prinz August Wilhelm von Preußen und der Frankfurter Polizeipräsident General v. W e - st r e m anwesend. Aus Hessen waren der Inhaber der Polizeigewalt, Regierungsrat Dr. Müller, Landtagöpräs'.dent Dr. Werner und die Abgeordneten Dr. Best, Haug, Claß und Ringshausen anwesend. Anschließend begaben sich die Herren in den „Kölner Hof", wo zunächst eine Besprechung über Oie hessischen Verhältnisse stattfand. Minister Dr. Frick war über die Lage in Hessen sehr befriedigt und erklärt sich rn d e >> Vr> r- schlägen der hessischen Herren voll und ganz einverstanden. Hiernach steht Die Marschrichtung der hessischen Politik nunmehr klar und deutlich fest. Minister Dr. i d begab sich dann zu weheren Besprechungen. Das hessische Zentrum zur Lage. Darmstadt, 9. März. (Lpd.) Die hessische Zentrumsfraktion war am Mittwoch versammelt und hat folgende Verlautbarung herausgegeben: „Das hessische Zentrum ist der Auffassung, daß die neue Lage zu beachten ist, eine Einstellung, die der Fraktionsvorsitzende bisher schon vertreten hat." Hierzu schreibt das Bingener Zentrumsblatt, die „Mittelrheinische Äolkszeitung": „Ohne mit der Partei oder Fraktion irgendwie Fühlung genommen zu haben, stehen wir auf folgendem Standpunkt: 1. Die Nationalsozialisten sollen in Hessen allein d i e Verantwortung übernehmen. 2. Das Zentrum soll sich bei seinen Entscheidungen nicht mit einem weihen Stimmzettel begnügen, sondern offen und klar mit „2 a" oder „Bei n“ stimmen. Wenn der Wille vorherrscht, der Wahl eines Nationalsozialisten zum Staatspräsidenten keine Schwierigkeiten zu bereiten, so soll sich dieser Wille auch offen dadurch dokumentieren, dah die Zentrumsfraktion mit „2 a" stimmt? Für ge- fühlsmäßige Erwägungen ist jetzt weder Platz noch Llrsache." Protest gegen Flaggenhissung. Darmstadt, 9. März. (Sil.) Wie aus dem hessischen Staatsministerium mitgeteilt wird, ist am Donnerstag auf Anordnung des Vertreters des Neichsinnenministers in Hessen an dem Gebäude des hessischen Staatsministeriums eine Hakönkreuzfahne aufgezogen worden. Der hessische Staatspräsident hat sofort P r o t e st gegen diese Maßnahme bei den ' zuständigen Stellen in Berlin einlegen lassen. Personalveränderungen bei der hessischen Polizei. Darmstadt, 9.März. (WEN.) Der 2nhaber der Polizeigewalt hat heute weitere Beurlaubungen bei der Polizeiverwaltung und dem Landeskriminalpolizeiamt ausgesprochen. Beurlaubt wurden in Darmstadt Kommissar Wind, Kriminalsekretär Deucker, Polizeiverwal- tungssekretär Dietrich, Polizeimeister Rohkopf, Polizeimeister Berst, Polizeimeister Keller, Kri- minolpoli'eimeister Hummel, außerdem Polizeirat Klapproth in Offenbach, Offiziersanwärter Hildebrandt in Butzbach, Polizeiverwaltungs- sekcetär Lguri^sle in Butzbach, Polizeihauptwachtmeister Kumpf in Friedberg, Kriminalhauptwach lmeister (Kröninger und Falter in Mainz, Polizeihauptwachtmeister Hc»kmann und Polizei- Oberinspektor Rommel in Neu - 2senburg. ÄLs Ergebnis derHausfuchlmgen MSN. D a r m st a d t, 9. März. Aus der Kanzlei des 2nhabers der Polizeigewalt hören wir, daß es den zahlreichen Zugriffen der politischen Polizei gelungen ist, vielfaches zersetzendes Material und verbotene Druck- s ch r i f t e n, sowie Waffen und Munition festzustellen. 2n Darmstadt wurde im sozialdemokratischen Eewerlschaftshous ein Dolch gefunden. Die Werkstätten des sozialdemokratischen Segelflugsportvereins „Sturmvogel" wurden polizeillch versiegelt. Dec technische Leiter des Darmstädter Reichsbanners, Lehrer Rosar, wurde gegen Mittag zur Dahn gebracht und hält sich bis auf weiteres in Mannheim auf. 2n der Wohnung des beurlaubten Oberregierungsrats van B a h - Huys en wurde eine Durchsuchung vorgenommen und zwei Walther-Pistolen mit 91 Schuß Munition beschlagnahmt. Bei dem Kommunisten Leo R o h l e d e r wurde ein 2nfanteriegewchr, ein Infanterie-Seitengewehr, sowie zwei Bajonette beschlagnahmt. 2n der Wohnung des hiesigen Grönland von heute. Von Oipl.-Ing. E Maaß. Godthavn, im März. Im Zeitalter-Des Radio und des Flugzeuges gibt es keine Entfernungen mehr. Länder, an den äußersten Enden der W^It gelegen, sind uns plötzlich nahegerückt. Um sich ein Bild von der vollständigen Umwälzung zu machen, die zum Beispiel das Radio in dieser Beziehung hervorgerufen hat, braucht man bloß hier oben in Grönland zu sitzen und die jetzige Zeit mit der vor dem Kriege zu vergleichen. Damals trafen Nachrichten aus Europa mit einer kaum vorstellbaren Verspätung ein. So hörte man zum Beispiel von dem Ausbruch des Weltkrieges erst ein volles Jahr nach der Marneschlacht! Heute vernehmen die Eskimos unter lebhafter und begreiflicher Anteilnahme, vor ihrem Radioapparat sitzend, alle Etappen des Wortkrieges, der zwischen Dänemark und Norwegen ihretwegen im Haag ausgesochten wird. Grönland ist eines der sehr wenigen Länder, denen dieses Näherrücken europäischer Zivilisation gut bekommt. Während Indianer, Azteken, Inder usw. ihre Bekanntschaft mit europäischer Kultur sehr teuer bezahlen mußten, hat Grönland in den letzten Jahren einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Die bis dahin rückläufigen BevölkerungS' zahlen beginnen eine ansteigende Kurve zu zeigen. Handel und Wandel blühen. Die natürlichen Bodenschätze des hieran reichen Landes werden der Zivilisation dienstbar gemacht, ohne daß die Grönländer darunter zu leiden hätten. „Ihr Eskimos scheint eine glückliche Gabe zu besitzen, Euch wirklich nur das Gute der europäischen Kultur anzueignen und das Ungesunde von Euch fern zu halten" sagte ich einmal zu einem Grönländer der alten Generation. „Oho", meinte er, „und die Bubiköpfe?" Ja, die Bubiköpfe, das ist allerdings eine Angelegenheit für sich, und eine wichtige, eine sehr wichtige sogar! Sind sie doch geeignet, eine vollständige Revolution in einer tausendjährigen Tradition hervorzurufen, einer Tradition, auf der das gesamte Zusammenleben des Eskimos unerschütterlich fest zu beruhen schien! Denn der auf eine eigentümliche Art um den Kopf gewickelte Zopf unterrichtete sogleich über die „gesellschaftliche Stellung" und einige sehr persönliche Angelegenheiten der Frau. Und'das ging so zu: Nach unabänderlichem Gesetz trugen alle jungen Mädchen eine rote Schleife im Zopf, verheiratete Frauen eine blaue, Witwen eine schwarze und uneheliche MHtter eine grüne. Jetzt aber kamen junge Grönländerinnen aus Kopenhagen von der Universität mit einem Pagenkopf zurück und wo soll man Kunstmalers Nestor Diehl wurden zahlreiche Druckschriften und Broschüren sichergestellt. Unter dem Verdacht, in der Nacht vom 7. /8. März Flugblätter strafbaren 2nhalts verteilt zu haben, wurden die Reichsbannerleute D ö r s ch und Riegel, der eine Waffe bei sich trug, sowie der Kommunist H. Ries verhaftet. Von unbekannten Tätern beschossen wurde in der gleichen Nacht der Polizeioberwachtmeister und Kraftwagenführer der Schutzpolizei Karl Harheim, als er mit dem Dienstkraftwagen die Riedeselstraße in der Höhe des ehemaligen Militärgefängnisses durchfuhr. Harheim hat sofort mit einer gerade vorbeikommenden Polizeistreife die Gegend durchsucht, jedoch konnte der Schütze nicht festgestellt werden. 2n Egelsbach bei Langen wurde bei fünf Eisernen Frontleuten eine Haussuchung vorgenommen. Es wurden ein Trommelrevolver. 1 Pistole, 1 Flobert, alle mit Munition, Gummiknüppel, 3 Dolche, 1 Seitengewehr und Schlagringe beschlagnahmt. 2n der Bürgermeisterei in Sprendlingen wurden ein Gewehr und fünf 2nfanterie-Seiten- gewehre gesichert. 2n einem Kanal bei Fürth (Odenwald) wurden zahlreiche Gummischläuche verpackt vorgefunden mit 60 Holzsprengkörpern und eine Anzahl 2ufanterie-Munition. Der verdächtige Kommunist Georg Kilian aus Fürth wurde verhaftet. 2n der Odenwaldschule bei Hambach wurden zahlreiche Druckschriften und Abzeichen der KPD. beschlagnahmt. Bei verschiedenen.der KPD. nahestehenden Landwirten in Hambach Wurden Karabiner und Pistolen vorgesunden. Die Llebernahme der Polizeigewalt in Vaden. Karlsruhe, 9.März. (TU.) Am Donnerstagnachmittag hat der vom Reichsinnenminister nach Baden entsandte badische Gauleiter Robert Wagner die Amtsgewalt über das badische Polizeiwesen übernommen. Eine riesige Menschenmenge hatte sich vor dem Ministerium des Innern versammelt. Nach dem Anmarsch der nationalsozialistischen Formationen wurde unter stürmischem Jubel der Bevölkerung eine große Hakenkreuzfahne an dem Gebäude des Innenministeriums gehißt. Der stellvertretende Gauleiter Köhler teilte mit, Reichs- kommissar Wagner habe in der Polizeiverwaltung bereits wichtige Personaloeränderungen vorgenommen. So habe er den Karlsruher Polizeipräsidenten Hauser beurlaubt und den Oberführer Ludin mit der Führung des Polizeipräsidiums beauftragt. Ferner sei der Mannheimer Polizeipräsident und die Polizeidirektoren von Pforzheim und Heidelberg beurlaubt worden. Die b a d i s ch e R e g i e r u n g hat an den Reichspräsidenten und den Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Gegen die Ernennung eines Reichskommissars für Polizeiwesen in Baden legen wir feierliche Rechtsverwahrung ein. Nach unserer Auffassung sind die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen des § 2 der Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 33 >ür das Land Baden nicht gegeben. Badisches Staatsministerium Dr. Schmitt." Das Staatsministerium hat gleichzeitig beschlossen, Klage beim Staatsge- richtshof zu erheben. Einspruch Württembergs. Stuttgart, 9. März. (END.) Das württem« bergische Staatsministerium hat an den Herrn Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, in dem gegen die Liebertragung der kommissarischen Befugnisse an den Abgeordneten v. 2agow Einspruch erhoben wird. 2n dem Telegramm wird zunächst darauf hingewiesen, dah die Voraussetzungen zu der Ernennung eines Staats- kommifsars für Württemberg nicht zuträfen und daß somit nach Ansicht der württemberaischen Regierung eine Verletzung der vom Reichspräsidenten erlassenen Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vorliege. Zudem sei die württembergische Regierung von der Reichsregierung vor der Erlassung . der Maßnahme da eine Schleife hereinflechten? Und, was das Schlimmste ist, diese aus Kopenhagen eingeführte Sitte hat sich mit einer verblüffenden Schnelligkeit im Lande ausgebreitet und den alten ehrwürdigen, ach fo wundervoll indiskreten Zopf fast ganz verdrängt. Ueber das Zusammenleben der Geschlechter herrschen in Grönland ganz merkwürdige Begriffe. So wird der Leser den Kopf schütteln, wenn er hört, daß die uneheliche Mutter in Grönland nicht nur geduldet, sondern sogar besonders geehrt wird. Der Tausch von Frauen ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung. Freunde tauschen manchmal ihre Frauen im Kreise zwei- bis dreimal! Vielleicht ist die Natürlichkeit, mit der die Grönländer diese Fragen betrachten, auch die Ursache für ihre Ablehnung Des europäischen Frauenideals. Die „schlanke Linie" wird von Den Grönländern als etwas Kärgliches empfunden. Eine rechte Grönländerin muß schön, dick und rund .fein, und sogar bei dem Manne gilt eine breite Taille und ein rundes Bäuchlein als Vorzug. Wenn man einen Grönländerin sagt, sie sei schlank geworden, so, bedeutet das soviel wie sie habe ihre Reize eingebaut, und man wird Dann über Das unschulDig gutmütige Gesicht bald Tränen rollen sehen. Als vor wenigen Tagen ein Pastor aus Kopenhagen mit seiner jungen sehr schlanken Frau nach Grönland kam, mürbe er von seiner GemeinDe mit BeileiDsbezeugungen überschüttet: ,Hh, wie mager ist Ihre Frau. Besaßen Sie Denn nicht genug Mittel, um sich etwas Besseres zu leisten?" Auch in einem anDeren Punkte ist Der europäischen Zivilisation bis jetzt das Eindringen verwehrt geblieben. Wenn Der Europäer in den letzten Krisenjahren nichts gelernt hat, fo wurde ihm doch eines beigebracht: Das Rechnen! Nicht fo Dem GrönlänDer. Die Eskimos können auch heute noch nicht Die einfachste Rechenaufgabe lösen. Daß sie trotzDem an vielen Errungenschaften europäischer Kultur teil- nehmen können, ist nur DaDurch möglich, Daß in Diesem LanDe Monopolwirtschaft herrscht. Alles, was die Eskimos erbeuten, wird in Den ßäDen Des Grönlandmonopols gegen Bedarfsartikel eingetauscht. Schon bei kleineren Einkäufen aber, Die nicht auf Der Grundlage Des Tausches abgewickelt roerDen, türmen sich für Die Eskimofrauen fast unüberwind- liche Schwierigkeiten auf unD verzweifelt rauft sie ihren Pagenkopf, um Die einfachste Rechnung zu lösen. Schon in Der Zahlenbezeichnung Der grönländischen Sprache spiegelt sich diese merkwürdige Unfähigkeit zum Rechnen wider. Die Zahl 6 beispielsweise heißt in genauer Übersetzung „Ein Finger auf der anderen Hand", die Zahl 11 „der erste Zeh nicht einmal gehört worden. Dieses sei außerdem zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die württem- bergische Regierung bereits dem Reichsinnenministerium mitgeteilt habe, daß sie von sich aus alles getan habe, um eine Dem Reichstags- Wahlergebnis entsprechende Neubildung der württembergischen Regierung schleunigst durchzuführen. Auf ein Schreiben des Staatsministeriums an den Landtagspräsidenten vom 8. März 1933, in dem dieser um schleunigste Einberufung des Landtags mit der Tagesordnung Wahl des Staatspräsidenten ersucht wurde, hat der Landtagspräsident geantwortet, daß die Einberufung des Landtags erfolgen könne, wenn die Voraussetzungen für den positiven Ausgang der Wahl eines neuen Staatspräsidenten geschaffen seien. Die Neubildung der Regierung habe selbstverständlich auf der Grundlage der Reichstagswahlergebnisse vom 5. März 1933 zu erfolgen. — Hierauf hat das Staatsministerium Dem Landtagspräsidenten erwidert, dah nach den 2nformationen des Staatsministeriums die Wahl eines neuen Staatspräsidenten sofort möglich sei. Eine weitere Verzögerung sei deshalb für das Staatsministerium nicht erträglich. Auf Grund der Landesverfassung berufe deshalb das Staatsministerium den Landtag auf Donnerstag ein mit der Tagesordnung Wahl des Staatspräsidenten. Baldige Neuregelung der Zlaggenfrage Berlin, 9.Mär;. (WTB.) 3m Einverständnis mit Dem Herrn Reichspräsidenten hat der Reichs- in inj ft er des Innern den obersten Reichs- behörden mitgeteilt, daß'' die Flaggenfrage binnen kurzem einer Neuregelung unterzogen werde. Da die im Weltkriege Gefallenen, deren Andenken der kommende Sonntag geweiht ist, ihr Leben unter den früheren Reichsfarben Schwarzweißrot hingegeben haben, sehen die Behörden am 12. März 1933 auf den Reichsdienstgebäuden nur die Farben schwarz weißrot. Der Kommissar des Reiches für das preußische Kultusministerium hat an alle Nachgeordneten Behörden folgenden Erlaß gerichtet: Aus Anlaß zahlreicher mir zugegangener Anfragen weife ich nochmals darauf hin, daß es der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung dient, wenn in diesen Tagen nationaler Erhebung Konflikte, die sich aus der Ablehnung von Flaggenwünschen ergeben können, ausgewichen wird. Line allgemeine Anordnung steht für die nächste Zeit bevor. Gchuhhast für Kölner SPD.-Führer. Die Pressestelle des Regierungspräsidiums teilt mit: Donnerstagnachmittag wurden der Reichstagsabgeordnete Chefredakteur Sollmann und der Redakteur E f f e r o t h von der „Rheinischen Zeitung" in ihren Wohnungen von Gruppen politisch Andersdenkender angegriffen. Sie erhielten dabei leichte Körperverletzungen. Die verbreiteten Gerüchte über ernstere Körperbeschädigung entsprechen nicht den Tatsachen. Lim der Gefahr weiterer derartiger tätlicher Angriffe vorzubeugen, wurden Sollmann und Efferoth sowie einige andere sozialdemokratische Führer im 2nteresse ihrer eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen. Es sind außerdem in Liebereinstimmung mit führenden, hinter der Regierung stehenden Kreisen Maßnahmen getroffen, um solche Zwischenfälle zu verhindern. Der Regierungspräsident hat, um bevorstehende tätliche Auseinandersetzungen vorzubeugen, die Schließung des August-Bebel- Hauses, des Verlagsgebäudes der „Rheinischen Zeitung", angeordnet. Ein Berlagsitthaber erschossen. Chemnitz, 9. März. (TL1.) Donnerstagnachmittag sollte das Verlagsgebäude der sozialdemokratischen Chemnitzer auf Dem Fuß" und für Die Zahl 20 hat Die grön= länDische Sprache Das schöne Wort „ein ganzer Mensch". Wie Die meisten Menschen, Die eine Abneigung gegen Zahlen und Rechnen haben, ist auch Der Eskimo begeisterter Musikliebhaber. Tag und Nacht sind in Den Eskimo Häusern Die Radioapparate an- gestellt. Wenn Der Kopenhagener Sender fein Programm beendet hat, werden die Wellenlängen der amerikanischen Stationen ausgesucht. Ueberhaupt wird in Grönland das Radio wie in keinem anderen Lande ausgenutzt. So wird zum Beispiel im Eskimoland eine Zeitung ausschließlich auf Dem Radiowege übermittelt. Der Text der für die Zeitung bestimmten Radiomeldungen wird dann ab- gedruckt und an Wänden angeschlagen. Das älteste Tageblatt. Die erste täglich erscheinende „Zeitung" hat in Leipzig das Licht der Welt erblickt, und zwar war es ein Blatt, das unter dem Titel „Neueinlaufende Nachricht von Kriegs- und Welthändel" seit dem 29. April 1660 täglich ausgegeben wurde. Schon vorher war diese Zeitung seit dem 1. 2cmuar 1660 sechsmal in der Woche erschienen. Aber diese Neuerung war ihrer Zeit weit voraus: lleben Zeitungsnummern in der Woche konnten damals noch keine Aufnahme bei den Lesern finden, dazu war der Nachrichtendienst noch zu wenig entwickelt, das Tempo des Lebens noch zu langsam. So fand dieses erste Tageblatt der Welt ein rasches Ende, und erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts brachten es deutsche Zeitungen wieder auf ein tägliches Erscheinen. Mitteilungen über dieses erste Tageblatt macht Dr. 2ohannes Kleinpaul in einem Aufsatz des Buchhändler- Börsenblattes, in dem er neues Licht über die Anfänge des Leipziger Zeitungswesens verbreitet. Er macht es wahrscheinlich, daß die „Leipziger Zeitung", Die von dem Verbreiter des ersten Tageblatts, Timotheus Rihsch, herausgegeben wurde, bereits bis auf das 2ahr 1649 zurückgeht. Lieber die frühesten Anfänge des Zeitungswesens in Leipzig verweist er aus einen Vermerk in den Akten des sächsischen Hauptstaats-Archivs. Hier schreibt im 2ahre 1656 Georg Kormart, daß er sich „in Leipzig an die 36 2ahre vom Zeitungsschreiben beneben vielen armen Studiosis genäh» ret", und zwar sei er „durch Schreiben vom 9. Dezember 1633 vom Ober-Konsistorium dabei geschützt" worden. Danach gab es also schon ums 2ahr 1620 eine geschriebene Zeitung in Leipzig, bei deren Herstellung Kormart von armen Studenten unterstützt wurde: diese mußten die Nachrichten, die man, von auswärts bezog und durch „V o l k s st i m m e“ von einer Abteilung SA. durchsucht werden. Hierbei stellte sich, wie wir vom Polizeipräsidium erfahren, der 2nhaber deS Verlages, Georg Landgraf, mit einigen Angestellten der Druckerei den SA.-Leuten entgegen. Er wurde von dem Führer der SA.- Abteilung aufgefordert, der Durchsuchung des Gebäudes keinen Wider st and entgegen- zusetzen. Landgraf drohte darauf dem Fichrer- Der SA.-Abteilung, ihn die Treppe hinunterzuwerfen und machte eine Handbewegung, aus der der Führer der SA. anscheinend schloß, dah Landgraf zur Waffe greifen wollte. Der Führer der SA. gab daher auf Landgraf zwei Schüsse ab, wodurch er tödlich verletzt wurde. Er wurde zwar sofort nach dem Krankenhaus gebracht, ist aber auf dem Wege dorthin gestorben. Der Erschossene war früher erster Vorsteher des Chemnitzer Stadtverordnetenkollegiums. Aus aller Well. Großfeuer in Bochum. — Drei Tote, Drei verletzte. 2n einem Wohnhaus im Bochumer Stadtteil Lindendahlhausen entstand aus bisher noch unbekannter Llrsache ein Großfeuer. Drei Mitglieder einer Familie sind an Den erlittenen Brandwunden oder durch Rauchvergiftung bereits g e st o r b e n. Das vierte Mitglied dieser Familie, ein Kind, liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Ein Mann und eine Frau stürzten sich aus den Fenstern. Während der Mann schwer verletzt wurde, tarn die Frau mit leichteren Verletzungen davon. Schwere Bluttat im Hunsrück. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte. Eine schwere ‘Bluttat ereignete sich in Dem Arbeitsdienstlager Blankenrath im Hunsrück. Der Leiter des Lagers, Kaindl, erschoß im Verlauf einer erregten Auseinandersetzung den Arbeiter Alois Leittersdorf mit einem Revolver und verletzte zwei weitere Arbeiter schwer. Einer von ihnen, 2osef Hillen, erhielt einen Bauchschuß und wurde in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus geschafft. Der Täter, der sich am Tag zuvor einen Waffenschein und sofort den Revolver beschafft hatte, wurde verhaftet. Nach den bisherigen amtlichen Ermittlungen liegen den Vorfällen keine politischen Motive zugrunde. Kaindl, der im Lager und bei Den Behörden in gutem Ansehen* stand, war dadurch in einen Wortwechsel und in eine bedrohliche Situation geraten, daß er entsprechend den Vorschriften junge Leute, Deren ArbeitsDienstzeit abgelaufen war, entlassen mußte. Einige von ihnen wollten keine Entlassung erhalten haben, so daß sie weiter ihren Dienst versahen. Schließlich wußte sich Kaindl nur dadurch zu helfen, daß er sich seine Angreifer mit der Pistole vom Leibe hielt. 2nwieweit er sein Notwehrrecht überschritten hat, ist noch Gegenstand der behördlichen Llntersuchung. Der Hochmeister des Deutschen Ordens t- In Freudenthal (Tschechisch-Schlesien) verschied im Alter von 66 Jahren der Hochmeister des Deutschen Ordens, Bischof Dr. Norbert Klein. Klein wurde 1866 in Braunseifen geboren, empfing 1890 die Priesterweihe und wirkte Dann als StaDtkaplan in Troppau, von wo er 1902 als Pfarrer nach Engelsberg (Schlesien) versetzt rourDc. Bereits ein Jahr später kehrte er als Probst nach Troppau zurück. 1917 empfing Dr. Klein in Der Troppauer Probsteipsarrkirche durch den Kardinal Fürsterzbischof von Olrnütz die Bischofsweihe. 1923 wurde Bischof Klein, der das Bistum Brünn verwaltete, nach dem Verzicht des Erzherzogs Eugen vom Hochkapitel des Deutschen Ordens zu dessen Hochmeister ernannt. Deutscher Kapstadt-Flieger in Kairo. Der deutsche 2ungflieger Karl Schwabes Partenkirchen, der nach Kapstadt unterwegs ist, flog von Aleppo ohne Zwischenlandung eine Strecke von 1100 Kilometer bis Kairo. Der Flug wird weiter am Nil entlang führen. gelegentliche Leipziger Neuigkeiten ergänzte, vervielfältigen. Eine gedruckte Zeitung Dürfte wohl nicht vor 1649 entstanden sein. Wunderliche Eidesformeln. Die Eide sind in Den verschiedenen Ländern verschieden. So sollte kürzlich der englische Gouverneur der Kenja-Kolonie Sir 2oseph Byrne einen merkwürdigen Schwur leisten, als die Eingebore- nen-Häuptlinge von ihm verlangten, daß bei der Ausbeutung der jüngsten Goldsunde die Regierung nicht das Eigentumsrecht der Bewohner antasten werde. Der Oberhäuptling verlangte, dah Der Eid nach Den alten Kakamega-Bräuchen geleistet werde und brachte zu diesem Zweck einen Hund mit, Den der Engländer am Schwanz fassen sollte, während Der Häuptling ihn am Kopf hielt. Bei dem Schwanz sollte Sir 2oseph dann schwören, worauf der Häuptling den Hund mit seinem Schwert in zwei Teile zerschneiden wollte. Aehnliche Eidesbräuche sind im Orient üblich. Die Eingeborenen von Assarn schwören bei einem Huhn, das Die beiden Den Eid Leistenden packen und das Dann in der Mitte zerschnitten wird. Andere indische Eingeborenen-Stämme schwören bei Dem Kopf oder der Haut eines Tigers, Der aber freilich dazu nicht lebendig in Anspruch genommen wird. 2n anderen Gegenden schwört man bei Sonne und Mond, bei Flüssen und Gebirgen. Den eigenartigsten Eid aber besitzen die Chinesen. Ein Sohn des Reiches der Mitte gelobte mit folgenden Worten, die Wahrheit zu sagen: „Wenn ich nicht die Wahrheit spreche, so möge meine Seele in tausend Stücke zerschmettert werden wie dieser Teller", und er schleuderte einen Teller heftig auf den Boden. Sind keine zerbrechlichen Gegenstände zur Hand, so wird die Formel durch die ersetzt: „Meine Seele soll erlöschen, wie ich dieses Licht ausblase", und dabei wird ein brennendes Streichholz ausgepustet. Zeitschriften. — Aus dem Märzheft der „Deutschen, Zeitschrift" (vormals „Kunstwart", Georg D. W. Callweh, München) seien folgende Beiträge aufgeführt: ein Leitaufsatz über „Regierungsfähiges Denken" von Wilhelm Michel: die „Rumänische Reise" von Hermann LIllmann; „Die Lieberwindung Berlins" von Franz Graetzer; Notizen über bildende Kunst, neue Filme, Päd» agogtt; „Exakte Autarkieforschung" von W. A. Driccius: der Schluß Der russischen Erzählung „Mary" von 2toan Schmeljow 3m Dilderteil: Proben moderner Plastik und altdeutscher Graphik« Aus der Provinzialhaupisladt Geschichten aus aller Welt DleArbeitMarkOagemHeßenlindHeffen-Mau er bei Bekanntwerben bet groben SpekulationS» umlätze der Bollsbank den drei Direktoren dec Dolksbank ernste Vorhaltungen gemocht habe. 2lus der Behandlung der werteren Konten ergab sich, daß auch hier bei hohen Krediten ©ia)cr* heilen zu spät oder nicht ausreichend gefordert worden waren. WER. Frankfurt a. M., 9. März. Heber die Arbeitsmarktlage im Bezirk des Landes- arbeitsamtes Hessen in der Zeit vom 16. bis 28. Februar 1933 teilt das Landesarbeitsamt Hessen mit: Ende Februar wurden bei den Arbeitsämtern insgesamt 338 938 verfügbare Arbeitsuchende gezählt, davon waren 51 540 oder 15,2 v. H. Frauen. Die Abnahme der Arbeitsuchenden um insgesamt 1305 oder 0,4 o. h. des Standes von Mitte Februar entfällt in der Hauptsache auf die Männer, deren Bestandszahl um 1016 oder 0,4 v. H. zu- rüdging. Bon den verfügbaren Arbeitsuchenden waren 331 366 oder 79,8 v. H. arbeitslos! ihre Zahl ist insgesamt um 966 zurückgegangen. Die Entwicklung während der Berichtszeit war bezirklich und beruflich uneinheitlich. 3n 8 von IS Arbeitsamtsbezirken ergab sich noch eine weitere Zunahme, die jedoch größtenteils nicht mehr erheblich war. Die Abnahme war am stärksten in den Bezirken Limburg (480 oder 3,4 v. H.), Darmstadt (504 oder 1,8 v. H.) und Frankfurt (1500 oder 1,7 v. H.). Die Veränderungen der Bestandszahlen der Arbeitsuchenden in den einzelnen Derufsgruppen war ebenfalls nicht bedeutend. 3n den Außen- berufen ergab sich z. T. eine, wenn auch geringe, Entlastung: im Baugewerbe nahm die Zahl der Arbeitsuchenden weiterhin etwas zu. Als erheblich ist im Rahmen des Gesamtrückgangs die Abnahme in den Angeslelltenberufen zu bezeichnen. Bratkartoffeln. sen. -Kopenhagen. Man soll schon die Sprache des Landes beherr- schen, wenn man auf Aeisen seine Menschen und Sitten rennen lernen will. Andernfalls läuft man Gefahr, sich einen ganz verkehrten Eindruck anzueignen. So erging es Frau Jutta P. aus Hortens in Dänemark. Frau Jutta ist eine reizende blonde Frau, wissensdurstig und reiselustig, aber mit einer — alle Menschen haben ihre Eigenarten — ausgesprochenen Abneigung gegen Bratkartoffeln. Sie fuhr eines Tages auch nach Deutschland, ohne ein Wort von dieser schweren Sprache zu beherrschen. Vorsichtshalber aber unterrichtete sie sich vor ihrer 2lbreise bei deutschsprechenden Bekannten, was Bratkartoffeln auf deutsch heiße - und dieses Wort prägte sie sich ein. So belastet trat sie die Reise an. Sie stieg in einem Hotel in Hamburg ab. Der Kellner legte ihr die Speisekarte vor. Frau Jutta lächelte überlegen, meinte, daß ihr das alles gleich sei, aber.. Lind sagte sehr eindringlich: „2kke Bratkartoffeln." Der Kellner lächelte verbindlich und brachte ihr — Bratkartoffeln, dazu mit fragendem Blick Rühreier. Frau Jutta atz die Rühreier und lieh die Bratkartoffeln stehen. zu holen. Der anspruchsvolle Berberfürst. (h) London. Im heißesten und dunkelsten Afrika ziehen die Agenten der großen Radiofirmen umher, emfig bemüht, die alten Lautsprecher noch an den Mann oder an den Häuptling zu bringen. Sehr große Häuptlinge kaufen die allerersten Apparate. Das sind jene, die alles kaufen, was ihnen gefällt — Nähmaschinen und Rasierapparate, goldene Zähne und Fahrräder. Weshalb sollen sie nicht Radioapparate kaufen? Da verkaufte ein Händler einem Derberhäuptling den teuersten Apparat, den es heute gibt. Ein paar Techniker kamen. Man baute die Leitung ein. Es war alles sehr schön. Der Häuptling drehte und hörte: „This is Station London. You have just heard .. / usw. ober „Station Rabat vous venez entendre les derniers cours de Bourse ..und dann „Statione Roma-Napoli .. „Hier ist der Norddeutsche Rundfunk...“ Der Berberscheich horchte und horchte. Es war wirklich ganz wundervolL Aber dann verfinsterte sich seine Miene. Er lieh den Agenten, der auf seinem Esel schon ein paar hundert Meter auf dem Heimweg war, zurüctholen: „Der Apparat ist gut, aber weshalb haben Sie mir nicht die Maschine mitgeliefert, die mich das alles verstehen läßt, was da gesagt wird!" Eine Übersetzungsmaschine, meinte der Häuptling. Und er ließ es sich nicht ausreden, daß Die Weihen, die die ganze Welt hörbar machen, imstande seien, auch eine Zauber-Uebersetzungsma- sch ine zu bauen. Der Glaube ehrt uns, aber die Praxis demontiert uns... Vielleicht später. Dis dahin muh der Deber- chef seine finstere Miene wohl oder übel behal- ten... mag. _ , Ober, um auf den Kern ber -Lache zu kommen: In Berlin gibt es einen Zoolagischen Garten. Ein wichtiger Bestanbteil bes Zoologischen Gartens ist bas Terrarium. Unb ein höchst wichtiger Bestanbteil des Terrariums ist jener kleine Glaskasten, m bem bie emsige unb bescheibene Species Apis Mellifica L. in Hellen Hausen wohnt unb Tag und Nacht barüber nachgrübelt, wie es auf bie passendste unb bezenteste Weise seinen Honig zur Welt bringen kann. , Vor biesem Kasten flauen sich die gutwilligen Einwohner Berlins. Auf bem Glaskasten aber ist eine große Tafel angebracht, beren weithin lesbare Lettern auch für ben kurzsichtigsten Zeitgenossen schwer zu übersehen sind. ,Was ist ber Wortlaut bes Textes auf bieser Tafel? „Bonsels' ,Die Biene Maja' ist eine ben Unfum biqen irresührenbe Fabel. Nichtiges steht in: ,Aus bem Leben ber Bienen' von Professor Dr. K. von Frisch ..." Tanbcukauf. arp. — Sofia. Auf dem Marktplatz in Gjevgheli in Mazedonien stand ein tiefgebraunter, hagerer OHann. In den hölzernen Gitterkästen hockten, die Tauben, die er zum Kaufe anbot. Es waren Prachtexemplare, und die kauflustigen Männer und Frauen aus Negorzi, Boddanzi, Dogodorica und Majadog, Mrzeni unb anderen Dörfern der großen Wardarebene blieben bewundernd vor den Taubenkästen stehen und fragten nach dem Preise. Wie so oft im Leben trübte auch hier der Preis, den ber hagere Mazedonier mit stoischer Ruhe forderte, die reine Freude. Mit bedauerndem Achselzucken gingen die meisten weiter. Rur ein reicher Mann aus Gjevgheli verweilte länger, ging dann weiter und kam wieder zurück, verhandelte zum zweiten und dritten Male mit dem Taubenverkäufer und erstand schließlich die Tiere. Er ging mit seinen Kästen froh nach Hause. Doch schon am nächsten Tage verwandelte sich seine Freude an dem neuen Desih in Schmerz, denn die Tauben kehrten von ihrem ersten Fluge nicht mehr zurück. Als sie nach drei Tagen in ihren neuen Schlag nicht mehr heimgefunden hatten, ging der reiche Mann auf den Markt. 2lber er sah den Verkäufer nicht wieder, nicht dieses Mal, nicht in den nächsten Markttagen. Ein Zufall führte ben reichen Mann und Taubenliebhaber aus Gjevgheli nach einem halben Iahre nach Ucsküb. Nach Erledigung seiner Geschäfte sah er in einem Gasthause und hörte mit wachsendem Interesse einer Unterhaltung am Nebentische zu. Dort erzählte eine Bäuerin auS ber Hmgegenb, datz ihre gestern auf dem Markte gekaufte Tauben gleich wieder entflogen seien. Der reiche Mann aus Gjevgheli mischte sich ein und erzählte sein Erlebnis. Die Bäuerin erkannte an der genauen Beschreibung, die der Geschäftsmann aus Gjevgheli gab, daß es sich hier nur um die gleichen Tauben handeln könne, oic forschten von dieser Stunde an gemeinsam nach, meldeten den Vorfall der Polizei, und nach vier Wochen wurde auf dem Markte in Durazzo der Taubenhändler erkannt und verhaftet. Bei der genauen Untersuchung stellte es sich' heraus, datz es sich um einen Flug wohldressierter Brieftauben handelte, die nach jedem Verkauf sofort ■ wieder den Weg zu ihrem Herrn zurückfanden Das Geschäft war so einträglich geworden, daß - der Taubenhändler von Markt zu Markt reifen konnte, daß er am Doiransee ein schönes HauS : erstanden hatte und in dem dazugehörigen kleinen ’ ®arten das zwar bescheidene, aber darum nicht i minder ehrlich gemeinte Standbild einer Taube aufgestellt hatte... Kellner nach: „Ikkc Bratkartoffeln.. Worauf er ihr auf kleinem Teller prompt mit einem vertraulichen Lächeln eine $°yl.!0,A.?rn x fartoffcln servierte, die sie selbstverständlich und innerlich kopfschüttelnd stehen ließ. Das wiederholte sich noch einige Male, dann nahm Frau Iutta von ihren Freunden bewegt Abschied und reiste nach Dänemark zurück. Zuhause erklärte sie: „Deutschland ist wirklich ganz schön, aber ich bekam dauernd Bratkartoffeln wo ich doch ausgerechnet darum bat, ich möchte keine ^Äie hast du denn bas angestellt, Jutta?" "Ich sagte immer: Ikkc Bratkartoffeln und trotzdem..." Jkke heißt nämlich im Damschen „nicht . also Jutta wollte betonen: Bitte nicht Bratkartoffeln. Aber wenn in Deutschland jemand sagt „3ne Bratkartoffeln", dann klingt das eben wie „3ac Bratkartoffeln..Und man wird dann für eine Berlinerin gehalten, wenn man eine Danin ist. Tie Lache mit der Biene. rt. — B e r l i n. Um es einmal klarzustellen: Es ist unwahr, baß bie gewöhnliche Honigbiene (Apis Mellifica L) ein Tier ist, bas sich seinem ganzen- Lebenswandel nach zu poetischen Ergüssen unb zu romanhafter Darftcl lung eignet. Wahr bagegen ist, baß dieses Tier lebiglich Objekt strenger wissenschaftlicher Unter uch'ungen sein kann unb sein bars. Es ist unwahr, baß ein ^deutsche'' cdjrittftcllcr, mag er nun Waldemar Bonsels heißen, öerhart Hauptmann ober Johann Wolfgang von Goethe, die Befugnis haben kann, sich über bas Leben und Treiben ber Bienen in ber Form dichterischer Prosa auszulassen. Wahr bagegen ist, — da Poesie bekanntlich meist mit Täuschung unb Luge Dcrbunben ist — baß nur ein gewissenhafter Forscher von cdp tem Schrot unb Korn bas geheimnisvolle Dasein ber Bienen richtig zu erfassen unb zu schildern ver- Präsident Dr. Neumann t- DSN. Darmstabt, 9 März. Vorgestern abend hatte sich ber Präsibent der Lanbesversicherungs- anftalt Hessen Dr.h.c. Neumann einen Schuß in den Kopf beigebracht. Nach zweitägigem Kran- kenlager ist er jetzt verschieden. In Berlin erwarteten sie Bekannte, die sich herzlich ihrer annahmen, sie ausfuhrten und mit ihr auch essen gingen. Frau 2utta verstand natürlich nicht, was ihre Bekannten bestellt hatten, vorsichtshalber rief sie darum dem enteilenden Der Volkstraueriag in Hessen. Der Inhaber der hessischen Polizeigewalt, Re- aierungsrat Dr. Müller, hat sich dem Vor» geben der übrigen Länder angefchlossen und verfügt daß am kommenden Sonntag, dem Volks- trau'ertag. von den Polizeibehörden keine Tanz- belustigungen und Lustbarkeiten anderer Art genehmigt werden dürfen, die mit dem Ernst des Tages nicht in Einklang zu bringen sind. Es wurde angeordnet, datz die zur Zeit gehißten Fahnen am Sonntag auf Halbmast zu setzen sind. Soweit Behörden zur Zeit nicht geflaggt haben, ist von diesen in den Landesfarben und wenn möglich auch in den Farben Schwarz-Weih-Rot zu flaggen. Gedenkfeier für die Gefallenen. Die Bezirksgruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge oeranftaltcL totem früheren Jahren, auch am kommenden Sonntag in ber Reuen Aula der UniDerfitat eine Gedenkfeier für unsere Gefallenen. <3tu- bienrat Lic. Prof. Dr. Adolph wird die Gedächtnisansprache holten, Frau Emma Sch uo t wird bie Feierstunde durch ® cf an g 3b arb i e t u n g c n verschönen, ferner wird die Gießener Ouilitarka- pelle unter Leitung^ von Obermusikmeister Krautze mitwirken. Die Feier wird pünktlich um 12 ilbr beginnen. Der Zutritt zu der Veranstaltung ist jebetmann unentgeltlich gestattet. Man beachte bie heutige Anzeige. Taten für Freitag, 10. März. 1776: Königin Luise von Preußen in Hannover geboren. 1783: ber Dichter 2os. v. Eichendorfs auf Schloß Lubowih geboren. 1873: bei Romanschriftsteller Jakob Wassermann in Furth geboren. 1910: ber Komponist Karl Reinecke in Leipzig gestorben. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Unter der Spielleitung des Intendanten heute, 20 Ahr, Erstaufführung des Schauspiels „Vor Sonnenuntergang" von Gerhart Hauptmann. In der Rolle des Geheimrats (Staufen Intendant Dr. Rolf P r a f ch. 22. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Ende 22.45 Ahr. — Morgen, Samstag, eine Ope- retten-Volksvorstellung zu kleinen Operettenpreisen. Zur Aufführung gelangt bie Operette „Das Dreimäderlhaus" mit ber Musik nach Franz Schubert. Letzte Ausführung. Schülerkarten haben Gültigkeit. Spieldauer von 20 bis 23 iltjr. Die nächste W.edcrholung des Schauspiels „Vor Sonnenuntergang" f indet am Sonntag, 12. März, statt. Fremdenvorftcllung zu ermäßigten Preisen. Anfang 18.30 Uhr, Ende 21.15 Uhr. Aus dem Volksbaulprozeß. WSN- Darmstadt. 8. März. Die Ministe- rtalabteilung für Gesundheitswesen hat den Angeklagten Direktor Becker für verhandlungs- fähig erklärt, worauf die Verhandlung wieder ausgenommen werden konnten. Das Gericht setzte dann in Anwesenheit des Obermedizinalrats Dr. Peters, der als medizinischer Sachverständiger den Verhandlungen beiwohnen soll, die Besprechung der einzelnen Konten fort. Die Verhandlung gegen den Angeklagten Präsidenten der Landesversicherungsanstalt Dr. Reumann, der hoffnungslos im Krankenhaus liegt, wurde abgetrennt. Aus der Vernehmung des Reichsbankdirektors i. R. Müller ist festzuhalten, daß ** Lahnkanalisierung. Die Arbeiten bes Freiwilligen 'Zlrbeitsbienfteean ber Lahn, unweit bes Elektrizitätswerkes mckchen gute Fortschritte. Man hat nunmehr bie Angriffsfläche für bie Erdarbeitern verbreitert unb zwei Arbeitsbrucken ausgestellt so daß ber Aushub nun von zwei Seiten erfolgt. Die Arbeit stellt nach wie vor hohe Anforbe- rungen an bie bort tätigen jungen Leute, benn, wenn auch jetzt ber Frost bie Arbeiten nicht mehr zu Hinbern vermag, so ist bas Erbreich boch noch sehr feucht unb schwer, so baß es eines ziemlichen Aufwands an Körperkraft bebarf, um ber erwünschten Arbeitsleistung gerecht zu werben. Die bisher ausgeschach- teten Teile haben sich längst mit Wasser gefüllt, benn ber G. unbwasserstanb scheint bort sehr hoch zu sein. Mit bem Fortschreiten ber Arbeit gewinnt man einen lleberblick über bas große Ausmaß ber hier notwendigen Erdbewegungen. Wenn diese Arbeit vollendet sein wird — unb es bürste zu erwarten sein, daß ber Freiwillige Arbeitsbienst das Werk oollenbet —, bann darf man mit Recht sagen, daß bas, was an bieser Stelle geschaffen wird, höchste Anerkennung verdient Es muß immer wieder berücksichtigt werben, baß bie jungen Leute sich freiwillig unb gegen nur geringes Entgelt bieser schweren unb wohl manchem ber Beteiligten ungewohnten Arbeit unterziehen. "DcrAllgemeineDeutsche Frauen- verein hielt — wie man uns berichtet — diesmal zusammen mit dem Gießener Lehrerinnen- verein am Mittwoch seine Monatsversammlung im Hotel Hindenburg ab. Die Privatdozentin für Rationalökonomie an der Landesuniversität, Frau Dr. Charlotte v. Reichenau, deren Dortrag auf der Tagung des Verbandes Hessischer Frauenvereine in Bad-Nauheim im vorigen Jahre so starken Anklang gefunden hatte, fprad) über ein Thema aus ihrem Fachgebiet, nämlich über ..Die Bedeutung des Metallgelder im Wandel der Zeit". Frau v-Reichenau sprach zuerst kurz über die verschiedenen Geldarten, speziell über Münzsorten, über staatliche Münzhoheit, über die Funktionen des Metallgeldes, so seinen Einfluß auf den Wechselkurs, über Münzver- Eie betrug in den drei Angestelltengruppen insgesamt 572 oder 1,5 v. H. Der größte Teil dieses Rückganges entfällt auf die kaufmännischen und Düroangestellten (484 oder 1,7 v. H-). Von der Gesamtzahl der Arbeitsuchenden waren somit 301 257 ober 88,9 v. H. Arbeiter und 37 681 oder 11,1 v. H. Angestellte. Die Gesamtzahl der HauptunterstühungLempfänger in der Arbeits- losenversichcrung nahm gegenüber Mitte Februar 1933 um 662, die der Hauptu^^rstützungsempfän- ger in der Krisenfürsorge um 1358 zu, so daß die Gesamtzunahme in den beiden Unterstützungseinrichtungen während ber Berichtszeit 2120 betrug. Es wurden daher Ende Februar in der Arbeitslosenversicherung 46 244, in der Krisenfürsorge 74 767, zusammen 121011 Hauptunterstühungs- empsänger gezählt. Unter den verfügbaren Arbeitsuchenden befanden sich nach der vorläufigen Zählung der Arbeitsämter am 28. Februar 122 146 männliche und 13 970 weibliche, zusammen 136116 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose. Beim Rokwerk der deutschen Jugend wurden Ende Januar 1933 bei 135 Maßnahmen 5407 jugendliche (davon 1214 Jrauen) beschäftigt; 4241 Jugendlichen wurde täglich, eine gemeinschaftliche Mahlzeit verabfolgt. Die Zahl der an 265 im Bezirk durchgeführten Tildungsmaßnah- mcn beteiligten Jugendlichen betrug 8178 (davon 1827 Frauen). Die endgültigen Zahlen für Ende Februar stehen noch nicht fest. schlechterungen usw. -Sie betonte besonders, daß es niemals möglich fei — Wie in der Kunst, so auch in der Wissenschaft —. einen Gegen- stand für sich allein, sondern nur in Beziehung zum Menschen zu erfassen. Sie verfolgte dem- gemäß die Bedeutung der Münze für den Menschen im Wandel der Zeiten. Heber den Ursprung des Metallgeldes bestünden heute in der Wissenschaft Divergenzen. Während man bisher, aufbauend auf die besonders in der Aufklärung betr- schende Annahme eines immer gleichen Menschentums, sich das Geld aus Rützlichkeitserwägungen heraus „erfunden" dachte, würde heute durch Dourgon, Ernst Curtius, sowie Laun auf die Möglichkeit einer Entstehung des Geldes aus der facralen Sphäre heraus hingewiesen. Man habe statt Tieren erst Tierfiguren, bann kleine metallene Platten mit Tierbildern geopfert Rach I Hochdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Ansicht dieser Forscher bestehe also die Möglich- leit, daß die Münze aus ben Tempeln in die Tas ÄnefcnfPlclzeug. Wirtschaft gedrungen sei. Jedenfalls sei Edel- xv. Reuyvrk. metall im alten Babylonien zuerst als Geld ver- Folgendes ist in einem großen Wanderzirkus, wandt worden. Mit zunehmender TauschwirtschaN ^ccht Minnesota gastierte, geschehen: sei das Metallgeld mehr und mehr Symbol der erschien mitten im Zirkusprogramm, auf den wirtschaftlichen Verkettung der Loschen gewor anderem ein Elefanten-Dreisurakt angetun- ben. In modernen Zeiten sei bei den zivilisierten “nicr^ kaufte sich eine teure Völkern eine langsam schwindende Bedeutung der l Eintrittskarte und nahm unmittelbar an der Münzen zu beobachten: übereiner schm^en Geld- Manege, in der ersten Reihe Platz. Als die Ele- basis baue sich eine gewaltige, auf Bertrauen ,tcnu ^ünftc zeigten. Männchen machten, basierende, in Poplerscheinen — Wechseln, Schecks JReifen balancierten, auf Stahlglockcn mit einem Danknoten — bestehende Ze^menge auf die ,e $J,mcrd)cn öa8 fic im Rüssel trugen das schöne doch immer in. Gefahr stehe, bet Er Wirtschaft Sternenbanner spielten, als allo der lichen Krise und dem mit ihr Hand in ^>ano SrcHura[t &cr Elefanten in bestem Gange war — gehenden Vertrauen in SSfall unb da fiel einem ber Dickhäuter eine allerliebste kn. Der Dortrag loste sehr starken Beifall unb D^xo^atvoxx ein. Mit Dliheseile trat er an eine lebhafte Aussprache aus. Rampe der Manege, erhob seinen Rüssel ** „Schwere Folgen der Schwarz ar £ie> auß ber Hand des Herrn, der dort beit." 2n dem Bericht unMr dieser Ueberschr f ncincg Paket, in dem sich nicht nur in unserer gestrigen «zruhaWgsbe smd durch em I • Äragcn sondern auch drei funkel- Versehen bei der Fertigstellung der Seite dw Zei $ t ' 1 Krawatten befanden, die er kurz zur len bes letzten Satzes verhoben worden. Rich- , Das war im Programm nicht °°rg°!-h°n W bis 6000 Mk nicht uberK0a0Mar 1 daß die steifen Kragen hinterher Amtsgericht QJicBcn. so aussahen, als seien sie unter dem Hammer ßin hiesiger Arbeiter sollte an einem Kinde eines Riesenwalzwerkes geraten. Und eine Mi- ftrafbarc Staublungen vorgenommen haben. Das I nute nach der Tragödie lugte auf einmal ein gegtn ibn cingelcitcte Strafverfahren wurde aber kleiner bunter Stoffrest aus der Derllefung hereingestellt, da mn voller Beweis seiner Täterschaft vor, wo sich sruhei: ber ©tofaabu be« N erbracht werben konnte. Eine Frau, die mit befunden hatte - das einzige, was v°n den drei ihm auf einem Gang wohnt, hatte die Anzeige Krawatten des Herrn noch ubngg€bheben war Gemacht 2eh7wurd? gegen bie Frau nach Ein- Als der Mann tobte und schvie. die Zirkus- stellung des Verfahrens, desfen Ausgang gesetz» direktion höflich ihre Achteln zuckte als es dann licker Vorschrift gemäß erst abgewartet werben daraufhin zum Prozeß kam, erhob s.ch bie ju mMe Anklage wegen „falscher Anschuldigung" ristische Frage. ..Geschieht bas ^ra^ten einer erhoben ein im allgemeinen selten vorkommenbes Clefanten-Dre,surnummer auf eigene Gefahr? Vorgehen für das das Strafgefetzbuch neben ber Ober hat ber Zirkus für die Sicherheit, b e Gesängnisstrafe aud) die Aberkennung ber bürget- Kragen unb die Schllp.e seiner Besucher zu haf llchen Ehrenrechte wegen ber barin zutage treten- ten?" Die zweite Frage wurde vvn bem zu- Den ehrlosen Gesinnung Vorsicht. Die Angeklagte ständigen Gericht entheben beiaht. wurde aber f r c i g c s p r 0 ch e n, obwohl ber als nnt) nun zerbrechen sich bie amerikanischen Zeuge vernommene Arbeiter unter seinem Eibe Zirkusbirektoren ben Kopf barüber. wie sie m die Täterschaft bestritt. Sein Zeugnis, bas einzige, Zukunft ihre Elefanten besser erziehen können, das die Anzeigerin belastete und von ausfchlag- Unkontrollierbaren Gerüchten zufolge haben ,ie gebender Bedeutung hätte sein können, war nicht sich entschlossen, ihre Elefanten einmal m ber cintoanbfrci, unb das Gericht konnte aus ihm Woche mit ben alten abgelegten Schlipien des allein nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß Direktors zu füttern, damit ihr Appetit auf bie Angeklagte, die ihre Beobachtungen sofort wci- Hunte Stoffe befriedigt wird unb sie nicht noch tererzählt hatte, wider besseres Wissen ben Qlrbei- einmal in die Lage kommen, ihre ewigen Rechte ter eines derartigen Vergehens bezichtigt hat, um aug dem Schoß eines dicken Herrn im Publikum ein Strafverfahren gegen ihn zu veranlassen. Der Frage, ob nicht etwa in ber nicht erweislich wahren Anschuldigung eine Delcibigung zu erblicken sei brauchte nicht näher getreten zu werden, ba ber Beleidigte innerhalb ber vorgeschriebenen Frist keinen Strafantrag gestellt hat. Der nächste Fall handelte von einer Fundverhehlung bzw. Unterschlagung. Ein 6jähnges Kind hatte auf der Straße eine Damenarmbanduhr gesunden, seinem Vater ben Fund mitgeteilt unb bie Uhr eingehändigt. Anstatt dieser, wie es Vorschrift ist, bie Uhr unverzüglich an bie Polizei ab- liefcrte, behielt er sie, als ob sie in fein Eigentum übergegangen wäre. Als es offenbar wurde, baß er bie Uhr besaß, behauptete er, bie Aneignungs- abficht habe ihm gesehlt, er habe in Unkenntnis ber gesetzlichen Bestimmungen zunächst abwarten wollen, ob sich ber Eigentümer melde. Hiergegen spricht aber bie Länge der Zeit nach bem Verlust ber Uhr, bie schon im vorigen Sommer verloren gegangen war. Dann aber hat sich ber Angeklagte wahrheitswidrig dahin geäußert, er habe die Uhr getauft. Schließlich wußte er auch, bah das mit ihm im selben Hause wohnende Mädchen eine derartige Uhr verloren hatte. Darnach stand außer allem Zweifel, daß die Voraussetzungen einer Unterschlagung bei bem Angeklagten vorlagen. Er hat eine fremde Sache, die in feinem Gewahrsam war, sich rechtswidrig zugeeignet, und erhielt deshalb. ba schon vielfach vorbestraft, eine Gefängnisstrafe von einem Monat. 9JL-$poit irtschafi Oer ^eichsbankstatus Anfang März. Ent> 8. März 1933 25. Ziehungstag 371669 375007 92 40952 52676 125284 14316 144552 139880 128166 277994 390709 163101 167461 161288 verblieben: 2 Prämien zu je 'XV 84876 215193 288542 119830 210890 300858 121239 142731 184218 235578 281659 306887 355026 12159 136937 211657 301475 384203 115904 136338 150520 222253 255282 285415 321572 360855 148553 264751 213515 324164 385039 10229 115999 160288 273488 352162 119672 139718 172241 225878 275157 292954 343926 391011 139781 183170 225462 240538 281174 320368 370859 396994 118723 165317 284144 120464 140524 176892 229985 276739 298028 350263 391277 139909 189593 230957 256794 297430 321918 373677 398030 158018 194646 233772 266812 302265 352959 385492 149475 194531 250271 283214 315880 355706 398801 216374 236700 268055 318682 353157 388814 74775 67883 221627 16357 150819 235450 316924 384487 15358 21075 165034 202821 219523 230611 247836 269480 305826 330570 379797 393151 160823 94514 235159 60657 160208 262236 327479 60787 116207 138139 158200 224896 274046 287742 328393 372562 385353 30633 224510 239544 276958 319626 363296 396527 222759 237683 274091 319170 362989 394903 180015 203187 224404 234338 250137 273319 308156 335974 383873 396937 79740 104819 131070 185062 208915 226099 239528 254573 277856 310292 336011 384510 397920 richten, sofern die Herzmuskelfasern nicht überdehnt und in ihrer Zusammenziehungskraft gelähmt werden. 3n diesem Falle vermindert sich die Leistungsfähigkeit, und es stellen sich lieber- anstrengungsbeschwerden ein. Wichtig für die Ausbildung eines leistungsfähigen Sportherzens ist also die Frage, ob die Vergrößerung lediglich auf eine Ausweitung des Herzhohlraums zurückzuführen ist oder ob an ihr eine Zunahme der Herzmuskulatur beteiligt ist. Gewinnauszug 5. Klasse 40. Preust-Süddeutsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten ' Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 6 tteminne »u 5000 M. 16 Gewinne eu 3000 M. 140209 150554 162980 54 Gewinne zu 2000 M. Die Einwirkung sportlicher Betätigung auf das Herz, seine Leistungsfähigkeit und seine Gröhe ist seit Jahrzehnten Gegenstand sorgfältiger ärzt- kicher Untersuchung. Heber das Ergebnis dieser Untersuchungen läüt sich nach dem heutigen Sta.d: der Wissenschaft etwa folgendes sagen: Das Herz liefert zusammen mit dem Gefähshstem auf dem Wege der Durchblutung die Betriebsmittel für die Muskulatur und ist auch an der Entfernung der verbrauchten Stoffwechsel- Produkte beteiligt. Jede energischere Leibesübung übt ein^ Rückwirkung auf baß Herz aus. Es ist dabei von entscheidender Wichtigkeit, ob diese Rückwirkung sich als übungsmäßig hervorgerufene Leistungssteigerung in günstigem Sinne oder als Abnutzung in gesundheitswidrigem Sinne darstellt. Von dieser dauernden Kräftigung oder Schwächung des Herzens sind die vorübergehenden Veränderungen zu unterscheiden, die in oder nach der Sportbetätigung auftreten, sich im Ruhezustand aber wieder zurückbilden. Cs gibt nun nicht eine für alle Menschen geltende normale Herzgröhe, sondern die Rorm der Herzweite ist abhängig vom gesamten Körper- mah, von Länge, Gewicht und Brustumfang. Auf Grupd dieser Beziehungen hat man die Durchschnittsmaße für die Herzgröhe ermittelt, die ein Urteil für den einzelnen Fall gestatten. Während man früher annahm, dah körperliche Anstrengung eine Vergrößerung des Herzens herbeiführe, haben neue Forschungen ergeben, dah sich das gesamte Herz in der Regel nach einer Anstrengung verkleinert, während eine Vergrößerung eine gesundheitlich weniger günstige Beurteilung dieses Organs rechtfertigt. Das Befreiungsdenkmal in Mainz beschädigt. WSN. Mainz, 8.März. Heute Nacht wurde das Besreiungsdenkmal am Schillerplatz stark beschädigt. Der Statue wurde die Nase abgehauen, auch der Sockel zeigt mehrere Beschädigungen. Die Täter hatten der Figur einen Strick um den Hals gelegt und offenbar den Versuch gemacht, das Denkmal vom Sockel herabzustürzen, was ihnen jedoch nicht gelang. Lokalkampf auf dem Sportplatz der Spiewereinigung. Der kommende Sonntag bringt den voraussichtlichen Abschluß der Spiele der 1. Bezirksklasse für die beiden 1. Mannschaften der hiesigen Vereine. Dieses letzte Spiel ist ein Lokalderby, dem sich auch in dieser Saison wieder alles Interesse der Anhänger des Fußballsportes in unserer Stadt zuwenden wird. Die Aufstellungen der beiden Mannschaften sind bisher noch nicht bekannt. Es hat den Anschein, als brächte auch dieses Spiel die endgültige Entscheidung über den Sieger in der 1. Bezirksklasse noch nicht, da noch Verhandlungen am grünen Tisch schweben und die Angelegenheit mit Ockershausen (wie auch mit 1900 gegen Frohnhausen) noch nicht endgültig geregelt ist. Auf den Verlauf des Kampfes durfte das allerdings ohne jeden Einfluß sein, vielmehr erwartet man auch diesmal wieder einen spannenden Kampf, dessen Ausgang nicht vorherzusagen ist. Während einer Kampfpause wird man der Gefallenen des Weltkrieges gedenken. Wir kommen noch darauf zurück. Kieiu-Kaliber-Schießsport in Schulräumen. Der Reichsverband Deutscher Kleinkaliber- Schützenverbände hatte — wie uns von der Leitung des Verbandes Hess.-Rass. Kleinkaliber- Schützenvereine mitgeteilt wird — mit einer Eingabe vom 23. Dezember 1932 beim Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung beantragt, daß der Erlaß vom 11. Mai 1926, in dem KleinkaliberEchießsportvereinen die Benutzung öffentlicher Schulräume für den Kleinkaliber-Schießsport nicht zur Verfügung zu stellen wären, aufgehoben würde. Durch Schreiben vom 20. Februar 1933 hat das Ministerium nunmehr folgende Antwort erteilt: Unter Aufhebung meines Erlasses vom 19. Mai 1926 erhebe ich nach Benehmen mit dem Herrn Minister des Innern keine Einwendungen dagegen, daß öffentliche Schulräume für den Klein- kaliber-Sch'eßsport zur Verfügung cestellt werden. Der Kommissar des Reiches, gez. R u st." Der Reichsverband begrübt diese Maßnahme auf das freudigste, da die Aufhebung der Verfügung eine lange bestehende Ungerechtigkeit beseitigt. Handball im Hessen (O T ) Nach längerer Pause tritt am Sonntag der Tv. L ü tz e 11 i n b.e n wieder auf den Plan. Er emp- rnäßige Einheit. Kurze Sporinoiizen. DerdeutscheMeisterfahrerRudolf Caracciola wird beim Großen Autopreis von Monte Carlo, der am 23. April zum fünften Male ausgetragen wird, auf Alfa Romeo an den Ablauf gehen. Ein Golfländerkampf Deutschland — Holland wird am 24. September d. I. in Eindhoven zum Austrag kommen. 121902 151526 156093. 236169 253412 291187 52 Oetpinne >u 2000 M. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Am Sonntag fällt eine der wichtigsten scheidungen im deutschen Handballsport. Zum achten Male wird der Pokal der Deutschen Sport-Behörde für Leichtathletik entschieden. Diesmal bewerben sich Mittel- und Süddeutschland um die Trophäe, die im Gegensatz zu den Fußballspielern im Handball sehr begehrt ist. Austragungsort ist Leipzig, wo der Sportfreunde- Plah für die Entscheidung ausgewählt wurde. Die Siegesaussichten beider Verbände sind durchaus gleich. Bereits dreimal holte sich Mitteldeutschland den Pokal und weitere zweimal nahmen sie am Endspiel teil. Süddeutschland dagegen war erst einmal Inhaber des Pokals, den außerdem noch Brandenburg zweimal und Westdeutschland einmal inne hatten. In der mitteldeutschen Elf stehen nicht weniger als sechs Spieler des deutschen Meisters, Polizei Weißen- sels. Süddeutschlands Stützen sind aus Furth und Darmstadt entnommen und bilden eine zweck- 2 Gewinne zu 10000 M. 332695 ----- 3005 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne Über 400 M. gezogen 114 Gewinne fu 1000 M. __ 74954 76950 79272 98374 102052 394561 397993 142 Gewinn« ,u 500 M. 4799 4848 7316 ----- 16050 17949 18237 29359 30144 35926 39140 40g13 45099 55868 60964 64411 70360 72225 84667 90993 91587 98896 101898 103895 105327 112840 1228^2 Das Herz des Sportlers Wie es der Mediziner sieht. Im Gewinnrade 500000, 2 Gewinne zu je 100000, 6 zu je 25000, 34 zu je 10000, 80 zu Je 5000, 108 zu je 3000, 864 zu je 2000, 762 zu ,e 1000, 1236 zu je 500, 3586 zu je 400, u. 100 Schlußprämien zu je 3000 M. 375890 ------ 1244 10881 17968 23366 2 Gewinn« gu 10000 M. 157480 12 Gew "»<. *u 5000 M. 45569 285463 297491 328703 24 Gewinne nu 3000 M. 42210 ------ ------ 172076 262318 ------ ----- 309603 319922 328560 * Deutsche Telephon- und Kabel- industrie AG., Berlin. In der Aufsichts- ratssihung der Deutschen Telephonwerke und Ka- I belindustrie AG., Berlin, wurde die Bilanz für I das am 30. September 1932 beendete Geschäfts- I jahr vorgelegt, die unter Verwendung des Ge- winnvortrages aus dem Vorjahre mit einem I Reinverlust von 136 721 RM. abschließt. (Der im Vorjahre erzielte Reingewinn von 49 905 RM. wurde zuzüglich des Vortrages aus 1930 von 155 699 RM. auf neue Rechnung vorgetragen.) * Deutsche Hypothekenbank AG. Berlin. Der AR. der Deutsche Hypothekenbank AG., Berlin, schlägt der auf den 1. April einberufenen GV. vor, aus dem Reingewinn von insgesamt RM. 601 898 (567 628) für 1932 die Verteilung einer Dividende von 5 (6) Prozent vorzunehmen. Vor Ausweisung des Reingewinns wurden zum Teil durch Erzielung einmaliger Gewinne und durch Auflösung stiller Reserven, | offene Rücklagen für Hypothelenkapital und Zins- ausfälle mit RM. 2 001 161 gebildet. JranksurterAbendbörseknapp gehalten. Frankfurt a. W., 9. März. An der heutigen Abendbörse konnte sich, kein nennenswertes Geschäft entwickeln. Im Hinblick auf die Unsicherheit bezüglich der Weiterentwicklung der Tendenz, die sich heute mittag herausgebildet hatte verhielt sich die Spekulation abwartend. Vereinzelt kam etwas Material heraus das nur xu etwas schwächeren Kursen Aufnahme fand. Werte wie Reichsbank, Zellstoff Waldhof und IG.-Farben gaben bis zu 1 Prozent nach, etwas mehr Lahmeyer und am Montanmarkt Mannesmann. die 1,5 Prozent verloren. 3m übrigen ergaben sich Rückgänge von etwa 0,5 bis 1 Prozent gegen den Berliner Schluß. Auch am Rentenmarkt waren die Berliner Schlußnotierungen nur knapp gehalten. Alt- und Reubesitzanleihe gaben je 0,25 Prozent nach. Reichsschuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten stellten sich bei Beginn auf 79 bis 79 25 Prozent gegen 79,50 Prozent im Mittagsverkeyr, später gaben sie bis auf 78,65 Prozent hoch. Am Aktienmarkt blieb das Geschäft auch im Verlaufe sehr still und die Kurse zeigten kaum noch Veränderungen. Reubesihanleihe 9,39, Altbesih- 398659 — 500 Di. 6085 11233 16190 19730 anleihe 96,25. Schuhgebietsanleihe 6,55, Reichsbank etwa 139, Gelsenkirchen 62,50, Mannesmann 65,50, Rheinstahl 79,25, Stahlverein 36,50, Aku 35,75, Bekula 124, Scheideanstalt 173, IG.-Farben 118 75 Gesfürel 87,25, Siemens 144,25, Lahmeyer 129* Zellstoff Waldhof 52,50, Rordd. Lloyd 18,25. 225069 253823 293934 305045 349271 365813 374047 78 Gewinn« ru 1000 Dl. . - . . ----- ------ 23726 38442 48559 54630 58762 59979 62526 67936 85627 93851 106703 108927 139667 151599 167970 178724 185959 208902 212800 214048 248687 262859 265072 307346 341950 343720 353431 364850 371633 fängt die erste und zweite Mannschaft des Turnvereins Lang-Göns zu Freundschaftsspielen. Lützellinden wird sich auf eigenem Platze den Sieg kaum nehmen lassen, sollte aber auch die Gaste nicht unterschätzen. Am nächsten Sonntag empfangt der Turnverein Garbenteich die 1. und 2. Mannschaft des Turnvereins Holzheim zu Freundschaftsspie- len Da sich beide Vereine zum erstenmal gegenüber stehen, ist der Ausgang der Spiele nicht vorauszusagen. Tischtennis. D3ft. — Gymnasium 2:7. Der am Sonntag durchgeführte Tischtenniskampf zwischen der 1. Mannschaft der DJK. und den Gymnasiasten endete mit einem klaren 7:2-Siege der Gymnasiasten. Lediglich gingen ein Einzel- und ein Doppelspiel verloren. Vor der Entscheidung um den Handballpokal. Akute Herzvergrößerungen nach sportlichen Anstrengungen, die einen schmerzhaften, ja bedrohlichen Zustand des Vetroffenen zur Folge haben können, deuten auf Aeber- anstrengung und mahnen zu großer Vorsicht vor weiterer SportauHübung. Längere Ruhe vermag eine Rückbildung der akuten Herzvergrößerung herbeizuführen. Wie liegen aber die Verhältnisse bei dem durch Sportgewohnheit auf die Dauer vergrößerten Herzen, dem sogenannten Sport herz? Zunächst ist hervorzuheben, daß ein mäßiger Sport, der lediglich eine Gesamtkräftigung des Körpers anftrebt, meist überhaupt nicht zu einer Vergrößerung des Herzens führt, während der unter dem Zeichen des Wettbewerbs betriebene Sport häufig eine Dauervergrößerung des Herzens bewirkt. In welchem Grade dies geschieht, hängt von der gesamten Körperanlage und der Anpassungsfähigkeit des Herzens an die erhöhten Anforderungen ab. Eingehende, die verschiedenen Sportarten berücksichtigende Untersuchungen haben erwiesen, daß besonders bei berufsmäßigen Radrennfahrern sich häufig eine dauernde Herzvergrößerung herausbildet, während sie bei Skiläufern, Hochtouristen, Schwimmern, Athleten, Fußballspielern, Ringern, Boxern und Radfahrern seltener beobachtet wurde. Die Vergrößerung des Herzens ist nur dann als willkommen zu betrachten, wenn sie mit gesteigerter Leistungsfähigkeit einhergeht. Das kräftige, vergrößerte Herz faßt eine größere Blutmenge, die Zahl der Herzkontraktionen vermindert sich, und der Puls erfährt eine Ver- | langfamung. In der Tat können angepaßte ver- l größerte Herzen größere Dauerleistungen ber- 190 G-wmn- -n 500 Dl. 6085 11233 16190 19730 30906 34057 34516 35126 38458 4 324 42408 45902 47286 49096 51768 58« 2 70675 71150 75342 77073 ----- 87431 89136 92239 97050 97357 ---- ------ 127938 130651 181229 295466 8190 39820 53323 63138 ----- ------ 192569 Berlin, 9. März. (WTB.-Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. März 1933 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten, x>aXa**;a« um 50,6 Millionen auf 3089,3 Millionen Mark Briefkasten der nCÖaftlon. verringert. Im einzelnen haben die De- (Rechtsgutachten sind »ohne Verbindlichkeit der stände an Handelswechseln und Schecks um 127,1 Schriftleitung > Millionen auf 2565^9 Millionen Mark die De- 10Q iH. Die Kriegsbeschädigtenrente beim Verstände an Re:chsschahwechseIn um eine5 Auges beträgt im allgemeinen 30 o. H. Iwnen auf 36,5 Millionen Mark und die Effekt - . &em Ausmaß der Rente werden jedoch gewisse bestände um 0,1 Millionen,^^^.1 Millionen Abstufungen je nach dem Beruf, den der Renten ManLU?eu^?^n die^^ombard^stande d $jege berechtigte vor Eintritt in den Heeresdienst hatte, um 31,4 Millionen auf 85,8 Millionen Mark außerdem wird noch in Betracht gezogen. A^EEchsbanknoten und Renten- welcher'Ortsklasse der Wohnort bes Mentenbererf). nn ■ ^^hie^Äa^^enU^öern^ei^^Bbant 6^urücfgefllo^» I Mainzlar. Wir empfehlen Ihnen, sich an Mark m die Ka,sen der ^ich-bank zuru^geftos sberatung beim Arbeitsamt Gießen zu wen- irnnÄ um 62,6 ^ZiUionen"aus^32?3.3^Äil- | den, wo feie erschöpfende Auskunft erhalten werden. [tonen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 11,0 Millionen auf 401,7 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die De- stände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 25,3 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 336,2 Millionen Mark eine Abnahme um 66,2 Millionen Mark. Die De stände Mi Gold unddecku n gß- fähigen Dev^f en haben sich um 70,6 Millionen auf 850,3 Millionen Mark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 19,3 Millionen auf 749,7 Millionen Mark und die Destände an deckungsfähigen Devisen um 51,3 Millionen auf 100,6 Millionen Mark abgenommen. Die Verminderung der Deckungsmtttel ist auf die bereits bekannte Rückzahlung auf den Rediskontkredit der Reichsbank zuruckzufuhren. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 7. März 25,8 Prozent gegen 27,4 Prozent am Ultimo Februar dieses Jahres. 111199 116598 116897 132131 135968 158341 187250 190113 194776 209558 210912 216836 226846 227500 229037 244077 244239 247695 255176 262947 264217 283804 288555 301971 316118 317270 318357 343133 368178 376260 387069 390341 390834 399732 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. itlag» Datum | 8.3. 18,4 119,65 120,5 79 78 79 67 67 1| 150.25 64,65 64,75 75 64,9 64, 86,75 0 87,5 87 87,25 Banknoten. 85,75 85,5 85,5 85,5 85 85,25 a 13,25 .2,5 5,3 5,6 3,65 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt furd kurs 70,75 9,75 79.9 96.75 80,5 o । j 0 70,75 61,5 37,75 208 83 36,25 208 79,25 o 0 0 0 0 80 95 82 12,5 1,25 80 95 82 88,25 103.25 95.75 147,5 129 31,75 89,5 101,5 56,5 31,5 90 102 57 o 0 6 6 9 01 0 43 50 38 36,5 16 127 129,5 189 41,9 49 38 2.48 77.4k» 81,58 34,97 o 5 6 0 0 0 0 6 12 37,4 15,9 127 128,5 191 6,13 5,25 50,75 99,75 63,25 90,5 61,9 153,5 108,9 50,5 67 27,25 76,13 36,4 206 80 51,5 102 64 94 50,25 99 62,5 90 37 15,75 127.25 129,5 189,75 5,4 5,4 18,75 45 95 53 154 107,5 50 65,5 27,5 38.25 16 129 129,5 192 118,75 173 41 48,75 36,75 79,5 97,13 81 87.25 104,5 94 144,25 129 0,13 5,2 88 103,25 94,4 146,75 129.25 32 91,5 101,25 58 32 91,5 100,75 58 5,6 i 25,4 I 70 '„4 6 5,1 5,5 7,05 10,25 5,525 25,4 12,8 1,4 150 109 50.5 67,5 27,5 42,25 49,4 37.75 5,4 5,45 88 107,75 93 144,25 130,5 2,46 77,10 81,26 34,83 69,25 9,4 7l 122,25 I 10 172,75 Helftngsor-. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia..... Holland .... OSio ...... Kovenhagen. Stockholm... London Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Parts Schweiz ... Spanien.... Danzig.... Japan ...... Rio de Ian. Jugoslawien tiiabon... 86,75 86,25 j 87,25 69,25 9,4 6 0 9 10 Bereinigte Stahlweäe. Otavt Minen ........ Kaliwerte Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth i% Oesterretchilche Goldrenre... 4,20% Oesterretchilche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaolSkdnle v. 1910 4«/3% desgl. von 1913 . .. 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische tzollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 4% deSgl. Serie U ............ 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4'/?%Ruman.vereint;.Reniev. 1913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier............... ?,5 6,8 A.E.G...................... Elektr. Lieserungsgesellschast Licht und Kraft ............. Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ............... Rheinische Elektrizität Schuckert L Co............. Siemens & Halske Lahmeyer&tto 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1921 6% chem.7% Di.Retchsanl.v. 1929 5'/-%Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Auslos..Rechten ........... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% eficm.8% Hess. Volksstaat 1929 krückzahlb. 102%) ........ Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechlen ........... Deutsche Komm. Sammelab 1.9hl leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechlen 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 5’/,% ebem. V/t% Franks. Hyp. Bank-Ltqu.-Psanbbrtese ..... 6’/z% ehem. 4'/r% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand briefanslall, Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand briesanttall. Pfandbriefe R. 10 Gritzner........... ü| Matnkrastwerke Höchst a.M. ... 41 Estddeutfcher Zucker .........8| Buderus . Deutsche Erdöl . Gelsenkirchener Harpener................. Hveich Eilen—Köln-Neuesten Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klbcknerwerke Mannesmann-Röhren Marisfelder Bergbau . Oberschlef. Kokswerke. Phöntr Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Hamburg-Amerika-Pakei <4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 01 Hansa Dampfschiff...........Ol Norddeutscher Lloyd 0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Comme^- und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Dtsconto- Gesellschaft.............. v Dresdner Bank °l ReichSbank ... ,vranuun u. jui. | Berlin Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. Wayß & Freytag ..... Schultheis Payenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................ Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg .... Dessauer GaS Daimler Motoren......... Deutsche Linoleum vrenstein L Koppel Leonhard Tietz . Lhade.................. Geld 4,13 58,80 64.82 14,57 16,56 169,56 21,39 74,65 Brief 4,15 59,04 65,08 14,63 16,62 170.24 21,47 74,95 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. - Relchsbänkdiskont 4 o. H. Lombardzinsfutz 5 v.H. 3. S. Farven-Industrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgeiellschaft Berlin, 9.Mär, Amerikanische Not« ... Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten............... Holländische Noten Italienische Noten................ Norwegische Noten ..... -. Deutsch Oesterreich, 6 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten................. Spanische Not« Ungarische Noten 51,b 100,9 63,5 92.75 62 149 107,75 50,5 66,65 27,5 75 36,5 209 82,25 I 7 7 0 0 0 0 0 ,10 0 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« «urs Schloßt. Abend- börs- Schlußkurs Echiußk. Mittag« vSr'e Datum 8.3. 9.3. 8.3 9-3. Frankfurt a. M. Berlin Echluß- turs Schloßt. Abend« börfe Schluß« turs Schlußk. Mitlag- börse Datum 8.3- 9.3. 8.3. 9.3. 8. Mär, 9. März Amtliche Notierung Seid | Brie AmtliMe Notierung Geld | Brie 9.3. 8.3. 9.3. 17,75 18,13 17,5 37.25 — 18,25 18,4 18,13 45,75 45,5 94 95 — 46 53.5 — 70,5 70,'75 — 61,5 61,5 —— 141 149,5 140,5 6,484 6,496 6,464 6,476 48,45 48,55 48,45 48,55 12.465 12,485 12,465 12,485 3,047 3,053 3,047 3,053 169,93 170,27 169,93 170,27 75,02 75.18 74,83 74,97 65,33 65,47 65,18 65,32 77,42 77,58 77,27 77,43 14.68 14,72 14,61 14,65 0,828 0,832 0,828 0,832 4,146 4,154 4,146 4,154 58,94 59,06 58,96 59,08 21,46 21,50 21,46 21,50 16,60 16,64 16,60 16,64 81,52 81.68 81.44 81,60 34,96 35,04 34,96 35,04 82,42 82,58 82,42 82,58 0,869 0.871 0,899 0,901 0,239 0,241 0,239 0,241 5,554 5,566 5,554 5,566 13.35 13,37 13,29 13,31 53 54 53 53,5 56 57 — —— E— — — 4 4 — _ 113,75 112,5 38,75 35,75 37,5 35,65 47 46,5 47 45,25 55 52,5 53,5 53,5 26 , — 25,75 31,5 — 119,25 119,25 28,25 27,4 27,9 28 38,75 38,5 39,4 37,5 — 45,9 45,75 35 30,5 35,25 32 129 129 128.5 130,13 29,5 29,5 I 30 70 71 - —- 156,5 1 159 I 157 I 159,5