Paul-Boncour in -er Kammer. Oie Hirtenberger Affäre als Sturmbock der Rechten gegen den Minister. rief sich dabei ausdrücklich auf das Beispiel ,.T a s ch e n k r e u z e r". Der Vertreter Spaniens erklärte seine Sympathie für den polnischen Vorschlag. Der Vertreter Rußlands dagegen erklärte, ehe man den technischen Fortschritt unterbinde, müsse man zunächst das gegenwärtige Rüstungsniveau bedeutend herabsehen. Für die Vereinigten Staaten sprach Gibson sich dafür aus, daß die Frage der Offensivwaffen geregelt werde, ehe man Entscheidungen auf dem Gebiete der qualitativen Abrüstung treffe. Entgegen der französischen Auffassung betonte der Vertreter Kanadas, das; die vorhandenen Sicherheiten schon eine gewisse Abrüstung erlaubten. Sodann wurde gemäß dem italienischen Vorschlag ein aus 13 Delegierten bestehender Ausschuß eingesetzt, um einen Fragebogen über das Kriegs- material, das entweder ganz abgeschafft oder begrenzt werden soll, auszustellen. 2inna.;me von dnjeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re« klamean;eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Berantwortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen. eröffnen, sobald ihre Situation vom Schatzamt nachgeprüft ist. Banken, deren Kredit notleidend geworden ist, werden zur Vornahme einer Reorganisation der Kontrolle der Regierung unter- st e l l t. Ihre Depositen dürfen nur bis zur Hohe ihrer liquiden'Aktiva den Einlegern zur Verfügung gestellt werden, sie dürfen jedoch neueEinlagen annehmen und aus Sonderkonto schreiben. Diese neuen Einlagen müssen jedoch jederzeit abhebbar sein. Der Gesamtumfang der Rotenemission, die die Regierung zur Wiederingangsehung des Zah- lungsveriehrs vornehmen will, soll etwa 2,8 bis 3 Milliarden Dollar betragen. Von dieser Gesamtsumme können zwei Milliarden Dollar ohne Aenderung der gegenwärtig bestehenden Wäh- rungsgesehe emittiert werden. Die reine Golddeckung der bisher ausgegebenen Bundesreserve- Banknoten beträgt jetzt nämlich 62 Prozent, während die gesetzliche Mindestdeckungsgrenze bei 40 Prozent liegt, so daß ein* reichlicher Spielraum für die Ausgabe neuer Banknoten vorhanden ist. Die Deckung für den Restbetrag der Reuemission in Höhe von etwa 800 Millionen bis eine Milliarde Dollar soll dadurch geschaffen werden, daß man das Bankgesey im Sinne einer Erweiterung des Kreises der deckungsfähigen Papiere äbändert. angewiesen fein werde, sei Frankreich nicht in der Lage, einen entscheidenden Teil seiner Rüstungen zu opfern. Die französische Regierung habe sich unter bestimmten Bedingungen zu einer gewissen Herabsetzung ihrer Rüstungen bereit erklärt, müsse es jedoch auf das ent- fchi eben d sie ob lehn en. sich auf das Derbst bestimmter festgesetzter Waffen einzu- lassen, solange nicht völlige Klarheit über die Annahme der französischen Sicherheitsforderungen geschaffen fei. Im weiteren Verlaus der Debatte machte sich der Vertreter Jugoslawiens im Ramen der Kleinen Entente vorbehaltlos den französischen Standpunkt zueigen. Der Vertreter P o - lens brachte einen Antrag ein. der darauf abzielt, den technischen Fortschritt auf dem Gebiete der Rüstungen zu unterbinden, und be- nicht zu 40 Prozent goldgedeckte Papiergeld auS dem Verkehr zurückziehen. Senator Glaß, der Autor des BundesreservegescheS, dessen sehr konservative und scharfe Einstellung gegen eine ungesunde Währung bekannt ist, drückte seine volle Befriedigung über dos Bankennotge- seh aus. Auch fonst hat die Annahme des Ban- kennotgesehes überall große Erleichterung hervorgerufen. Paris, 9. März. (WTD.) In der Kammer entwickelte sich eine außenpolitische Aussprache im Anschluß über die Frage, wann die vorliegenden vier Interpellationen über die auswärtige Politik Frankreichs und insbesondere die „Kriegsmateriallieferungen anäln- g a r n durch Italien" zur Debatte gestellt werden sollen. Der Abgeordnete Vbarnega- r e y gab seinem Bedauern Ausdruck, daß der Völkerbund nicht gegen diese Friedensbedro- hungcn protestiert habe. Abg. G ue rn u t ver- stieg sich zu der Behauptung, der Faschismus bereite den Krieg nicht nur materiell, sondern auch moralisch vor. Der Minister des Auswärtigen, P a u l - B o n - cour, erklärte: Er müsse warnen vor der künstlichen Erzeugung von Panik, die geeignet sei. die öffentliche Meinung hinters Licht zu führen. In der Hirtenberger Angelegenheit habe man gemeinsam mit England eine Demarche in Wien unternommen, zur Beilegung des Mißverständnisses mit Italien sei einer der fähigsten Köpfe Frank- reichs nach Rom entsandt worden. Rotwendig sei für Frankreich eine Politik des Einvernehmens zwischen den drei großen Demokratien Frankreich, England und den Vereinigten Staaten zu betreiben. Das Friedenswerk in Genf müsse fortgesetzt werden: denn die alte Politik der Allianzen gehöre der Vergangenheit an. Riemals ist klarer, so rief der Minister aus, zutagegetrcten, daß dem Wettrüsten durch die Abrüstungskonferenz ein Ende gemacht werden muh. Dazu sind wir in Genf. Ich werde nach Genf zurückrehrcn, um e i n S ch e i- tern der Konferenz zu verhindern. Frankreich darf in Genf keine negative Politik Washington. 9. März. (Sil.) Am Don- nerstagmittag wurde der Kongreß eröffnet. Dabei verlas Präsident Roosevelt seine Botschaft. Die Galerien waren überfüllt. Frau Roosevelt hörte auf der Galerie den Reden zu. In den kurzen Pausen beschäftigte sie sich mit Handarbeiten. Die Kongreßfihung wurde mit dem üblichen Gebet eröffnet. Darauf gab Präsident Roosevelt dem Kongreß seine Botschaft bekannt: Am 3. März ist unser Banksystem außer Funktion getreten. Es ist unsere erste Aufgabe, alle gesunden Banken wieder zu öffnen. Diese Maßnahme ist eine wesentliche Voraussetzung für die sich anschließende R e f o r m g e s e tz g e b u n g, die die Spekulation mit den Einlagen der Bankkunden und andere ilebertretungen verhindern soll, deren sich Inhaber von Vertrauensposten schuldig gemacht haben. Ich fordere vom Kongreß die sofortige Verabschiedung eines Ermächtigungsgesetzes. das mir die Kontrolle über die Banken zum Schutze der Einleger gibt. Weiterhin fordere ich die Verabschiedung von Zusatzbestimmungen zum Federal Reserve Act, die d i e Ausgabe zusätzlichen, angemessen gedeckten Geldes insoweit ermöglichen, als die Ausgabe sich zur Befriedigung aller Ansprüche auf Bereitstellung von um lauf end en Zahlungsmitteln als notwendig erweist. Dabei soll dieses Ziel erreicht werden, ohne daß die ungedeckten Schulden der Regierung der Vereinigten Staaten vermehrt werden. Das neue Ban^gesetz Das neue amerikanische Bankgesetz bestimmt, daß nur solche Banken sofort wieder geöffnet werden würden, deren Liquidität und Solvenz bereits je st ge st eilt ist. Andere Institute, die gleichfalls 100 prozentig solvent sind, können wieder KantteichlehnterneutjedetatsächlicheRüstungsvermmderungab Ohne neue Sicherheitsgarantien durch einen Llnterstühungspakt keine Abrüstung Frankreichs. Der Kongreß hat nach nur wenigen Stunden Beratung das Gesetz angenommen und Präsident Roosevelt hat es in Gegenwart des Finanzministers Woodin unterzeichnet. Roosevelt äußerte sich sehr erfreut über die re- kordhafte Schnelligkeit und die bewundernswerte Einmütigkeit des Parlaments bei der Verabschiedung des Gesetzes. Finanzminister Woodin bemerkte, dos Bankennotgeseh bedeute eine Glanzleistung für Wiederherstellung gesunder und normaler Verhältnisse. Er weise jeden Gedanken an Inflation zurück und könne jederzeit das neue, Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen : Die Illustrierte (Bienener Familienblatter Heimat m Bild Die Scholle Monats-Vezugsprets: Mi, 4 Beilagen B TI 1.95 Ohne Illustrierte „ l 80 Zustellgebühr. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernfvrechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Ließen. poftscheckkonto: Kroittsuri am Main 11686. General von Epp übernimmt die Geschäste in Bayern. Die Mitarbeiter des Ncichskommifiars München. 10. März. (WTB.) General von Epp hat zu Staatskommisfaren zur besonderen Verwendung bestimmt, Hauptmann a. d. Röhm und Abgeordneter Esser: zum Staatskommissar für das Finanzministerium. soweit es sich um Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung handelt, Abgeordneter und Oberbürgermeister von Lindau, S i e- bert, zum Staatstommissar für das 3 u ft i a < Ministerium Reichstagsabg. Dr. Frank II. (München). Abgeordneter Wagner wurde zum Staatskommissar für das Innenmini st e- rium und SS.-Führer Himmler zum Kommissarischen Polizeipräsidenten von München ernannt. . < Im Staatsministerium des Aeußern fand in den späten Abendstunden eine Zusammenkunft zwischen General v. Epp und mehreren Herren der RSDAP., darunter Stabschef Röhm, und Gauleiter Wagner, einerseits und Ministerpräsident Dr. Held, Staatsminister S t ü h l sowie Staatsrat Schäffer andererseits statt. Dabei wurde die vom Reichsminister des Innern angeordnete Tlebergabe der Geschäfte an General v. Epp vollzogen, der daraufhin an Dr. Frick drahtete, daß er die Geschäfte übernommen habe. Oie sächsische Regierung zurückgetreien. treiben. Kleine Grenzzwischenfälle mit Rachbar- ländern solle man nicht aufbauschen. Macdonald in Paris. Paris, 9. März. (TTl.) Ministerpräsident Macdonald ist in Begleitung des britischen Außenministers Sir John Simon und seiner Tochter in Paris eingetroffen. Zu feiner Begrüßung war der Ministerpräsident D a l a - vier und Außenminister Paul-Boncour erschienen. Cs wurde beschlossen erst Freitag früh zu einer eingehenden Aussprache zusammenzu- I kommen. Sehr optimistisch über den Ausgang der Verhandlungen ist man nicht. Selbst der Londoner Berichterstatter des .Petit Parisien" warnt vor übertriebenen Hoffnungen. England fei noch nicht bereit, entschlossene Haltung einzuneh- men. Infolgedessen liege das Interesse Frankreichs darin, seine eigene Verteidigung sich er zu st eklen und die Länder zu unterstützen, die, wie es heißt, den Frieden stützen, d. h. diejenigen Länder, die eiiw Militär-Allianz mit Frankreich unterhalten, -d Paris Soir schreibt: Man begreift die Rotwendigkeit einer französisch-englischen Aussprache, aber der englische Premierminister würde sich gewaltig täuschen, wenn er die internationale Lage dazu benutzen sollte, um uns eine Konzession zu entreißen. Statt seine Zeit mit zwecklosen Manövern zu verlieren, um die im Sterben liegende Konferenz neu zu beleben, wäre es besser, entschlossen die Konsequenzen des gegenwärtigen Zustandes ins Auge zu fassen. Statt Ruinen retten zu wollen, würde man besser tun, etwas neues aufzubauen. verwirklicht worden sind. Massigli betonte, daß jeder Staat auf seine militärischen Machtmittel angewiesen bleibe, solange nicht die europäische Solidarität i n der Form gegenseitiger U n t e r st ü tz u n g gegen einenzingreifer gewährleistet sei. Die letzte Abstimmung im politischen Ausschuß habe eine hartnäckige Opposition gewisser Regierungen gegen den französischen Plan eines europäischen Unterstützungspaktes gezeigt. Ohne die Mitwirkung dieser Regierungen sei jedoch die Aufstellung eines allgemeinen europäischen Sicherheitsprogrammes unmöglich. Die französische Regierung erwarte, daß jetzt diese Regierungen die volle Verantwortung für die weitere EntwicklungderAbrüstungskonferenz übernehmen. Solange seine Regierung nicht wisse, ob sie in Zukunft in einem Konfliktfalle nur auf ihre eigenen nationalen militärischen Machtmittel Oie Bankensanierung in LISA Roosevelts Jteform»orlage vom Kongreß angenommen. Dresden, 10.März. (WTB. Funkspruch.) Das Kabinett S ch i e cf i st zurückgetreten. Der Reichsbeauftragte für Sicherheit und Ordnung 'n Sachsen, v. Ki11inger, hat die gesamte Re- gierungsgewalt übernommen. Es wurden beauftragt: Mit der Führung der Geschäfte des F i n a n z m i nist e r i u m s Oberregierungsrat Dr. Kluge, des Justizministeriums Staatsanwalt Dr. T h i e- rack vom Oberlandesgericht Dresden, mit der Führung der Geschäfte des Bolksbildungsmini- st e r i u m s der Stadtschulrat Dr. Hartnacke- Dresden. Die Besetzung der anderen Ministerien wird noch geregelt werden. Reichsinnenminister Frick in Frankfurt. Frankfurt a. M., 9. März. (WSR.) Die NSDAP, oranftaltete eine große Wahlkundgebung in der Festhalle, in der nach August Wilhelm von Preußen und Gauleiter «prenger Reichsinnen- i Minister Dr. Frick das Wort ergriff. Er betonte, daß das, was sich jetzt abrollt, keine normale Entwicklung, sondern eine nationale Erhebung sei.: die deutsche Revolution. Jetzt gelte es, das wieder gut zu machen, was 1918 zerstört worden fei. Wo find die Revolutionäre von 1918 geblieben. Das find keine Revolutionäre, die jetzt noch bitten, solange im Amt bleiben zu dürfen, bis sie die AUersgrenze erreicht haben. Zu diesen Revolutionären gehört auch Tor gier, der jetzt unter dem dringenden Verdacht verhaftet worden ist, der Anstifter des Brand- attentaks auf den Reichstag zu sein. Als er vor einigen Tagen zu einer Vernehmung durch einen dunklen Gang gehen mußte, schrie dieser feige Revolutionär brüllend auf, warf sich auf den Boden und umklammerte verzweifelt die Füße eines Schutzpolizisten, weil er der festen Ueberzeugung war, daß an ihm in diesem dunklen Gange die Art der Justiz verübt werden sollte, die er von Sowjetrußland aus so gut kennt. Die heutige Revolution und die heutigen Revolutionäre sind von einem anderen Geiste beseelt-, man soll uns nicht wegen irgendwelcher Kleinigkeiten, die bei einer solchen Erhebung Vorkommen können, Vorwürfe machen. Was soll es schon bedeuten, wenn jetzt schwarzweißrote und Hakenkr^uz- sahnen in dieser bedeutenden historischen Stunde auf öffentlichen Gebäuden gehißt werden. Das ist ein Ventil, durch das sich die Freude I über das wieder erwachende deutsche Nationalgefühl Luft macht. Das ist jedenfalls ungefährlicher und schmerzloser, als wenn man sich an denjenigen oer- I greifen würde, die 15 Jahre lang nichts anderes getan haben, als Unheil über unser deutsches Vaterland zu bringen. Die ganze Flaggenfrage ist ja überhaupt heute noch in der Weimarer Verfassung oer- antert. Erst der kommende Reichstag wird berufen fein, in der Flaggenfrage das entscheidende Wort zu sprechen; aber ich kann Ihnen heute schon I sagen, daß der Herr Reichspräsident uns genehmigt hat, daß am nächsten Sonntag anläßlich der Gedächtnisfeier für die Gefallenen des Weltkrieges lediglich Schwarzweißrot geflaggt wird. Bei der Eröffnung des neuen Reichstags ift für d i e Kommunisten darin kein Platz. Diese Herrschaften müssen einer nützlicheren Arbeit zugeführt werden. Man müsse sie wieder an eine fruchtbare Arbeit gewöhnen, und wir werden ihnen dazu in Konzentrat!* onslagern Gelegenheit geben. Wenn siedann wieder zu nützlichen Gliedern der Ration erzogen . sind, dann sollen sie als vollwertige Volksgenossen uns willkommen sein. Genf, 9. März. (Sil.) Der Hauptausfchuh der Abrüstungskonferenz begann die große Aussprache über die Abschassung desKriegs- Materials. Die Konferenz tritt damit an Die ausschlaggebende Hauptfrage der Abrüstung her- an in der entschieden werden soll, ob tatsächlich die heutigen schweren Kriegsrüstungen abgeschasft werden sollen oder ob die Hauptwaffen des modernen Krieges, Tanks, schwere Artillerie und Militärflugzeuge auch weiterhin den Großmächten überlassen bleiben. Botschaster Radolny erklärte im Ramen der deutschen Regierung: Die Sicherung des Weltfriedens und die G l e i ch h e i t der allgemeinen Sicherheit, die Deutschland zu verlangen berechtigt sei, hänge im allerhöchsten Grade davon ab, daß die stark gerüsteten Mächte zu einer grundlegenden Herabsetzung des Kriegsmaterials schreiten Die getarnte Welt würde an einen ernsthaften Willen der Abrüstungskonferenz zur Abrüstung nicht mehr glauben können, wenn aufs neue versucht würde, die Entscheidung über die Kriegsmaterialfrage hinauszuschieben, weil sie angeblich von der Lösung irgendeiner anderen Frage, wie der Scha fung neuer Si^.erheilsgaran- ticn, abhängig sei. Die Abschaffung der besonders schweren An- griffswaffen sei in keiner weise abhängig von irgend welchen anderen Fragen. Die well wisse, daß die wahren Ausgaben der Abrüstungskonferenz in der Herabsetzung der gerüsteten Staaten und nicht in der Schaffung neuer Sicherheitsgarantien gegen die bewaffneten Staaten bestehl. Die Konferenz müsse jetzl die Abschaffung derjenigen Waffen beschließen, die einen besonderen Angriffscharakter tragen, die nicht nur die kämpfenden Armeen, sondern auch die Zi- vilbeoölkerung bedrohe. Niemals würde es einen Fortschritt in der Sicherung des Friedens bedeuten, wenn unter irgendeiner internationalen Bezeichnung das schwere Angrifssmaterial statt zerstört, nur an einzelnen Stellen gelagert würde. Die deutsche Regierung sei überzeugt, daß es nicht genüge, eine Höch st grenze der Tanks festzulegen, sondern daß zunächst und vor allem beschlossen werden müsse, ob diese Angriffswaffen a b g e s ch a f f t werden oder nicht. Der gleiche Beschluß müsse hinsichtlich der schweren Artillerie gefaßt werden. Die deutsche Regierung werde sich nicht damit begnügen, daß erst in der weiteren Zukunft durchzuführende Entschließungen gefaßt würden, das als verboten erklärte Kriegsmaterial soll vielmehr unver- züglich vernichtet werden. Deutschland gehe dabei von den eigenen Erfahrungen aus. Der englische Staatssekretär Eden bezeichnete die Abschaffung des nach dem Weltkrieg vervoll- tommneten schweren Angriffsmaterials als w i ch- t i g ft c Aufgabe der Abrüstungskonferenz. Die englische Regierung wünsche die Aufstellung einer Liste derjenigen schweren Waffen, deren Verwendung den Mächten in Zukunft verboten sein soll. Der Vertreter Italiens. Marquis S o r a g n a, bestand mit großem Rachdruck auf der Abschaffung des schweren Kriegsmaterials, ohne das eine wahre 'Abrüstung völlig illusorisch sei. Die italienische Regierung habe sich bereit erklärt, zur Abschaffung des schweren Angriffsmaterials zu schreiten. Soragna schlug vor. einen festumrissenen Fragebogen über das Kriegsmaterial aufzustellen, auf Grund dessen die Mächte zu einer klaren Stellungnahme gezwungen sein würden. Oer Vertreter Frankreichs, Massigli lehnte jedes Zugeständnis Frankreichs auf dem Gebiete der Kriegsmaterialfrage ab, folange nicht d i e dreigroßen französischen Sicherheitsforderungen: 1. der europäische Unterstützungspakt; 2. Vereinheitlichung der europäischen Armeen, 3. internationale Kontrolle der Rüstungen General-Anzeiger für Oberhesfen trvi tin» Dcrloa: BrütjlW Univeifitälr-vuch. und Steinörudetel R. tätigt in «lefrtx Sflriftkitung nnü S-sch.istrlellt: SWTr^t 1. nr 59 Erstes Blatt 183. Zahrgang zreitag, 19. mär; 1933 GietzenerAnzeiger 6357 50819 35450 16924 84487 127938 165034 202821 219523 230611 147836 60957 160208 262238 327479 130651 180015 203187 224404 234338 250137 i.März 1933 den Gewinne ™ 160823 >7883 94514 21627 235159 Dkl flltid) k k einet de» beiden 62676 60787 15904 116207 36338 138139 50520 158200 122263 224896 155282 274046 285415 287742 321572 328393 360355 372562. 3 16190 19730 124 42408 45902 150 75342 77073 ) 97050 97357 wmd-'nEeMM n ion. 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Die Zeit des Kuhhandels aber ist vorbei. Was weiter noch erreicht wurde, ist, daß die „ von gewissen Seiten im Süden des Reiches immer wieder betonte M a i n l i n i e endgültig verschwunden ist. Es gibt keine Mainlinie mehr, die das Deutsche Reich auseinanderreißen könnte, sondern es gibt nur noch ein einziges Deutschland. Wir sind für einen gesunden F ö - deralismus, denn das deutsche Volk zerfällt in viele Stämme, die ihre Eigenart und ihre kulturellen Velange behalten müssen. Wir wollen keine öde Gleichmacherei. Rach außen hin aber muß das Deutsche Reich als ein festes Ganzes in die Erscheinung treten, und es darf auch nicht der Schein auftreten, als wenn im Innern des Landes eine Spannung bestände. Schwere Verluste der Japaner nördlich von Kupeikau. Peking, 10. März. (Reuter. Funkspruch.) Die Japaner geben jetzt zu, dah sie den kupei - kau-pah nicht genommen haben und nördlich von kupeikau auf starken Wider- stand der Streikräfte Tfchanghfue- Hangs gestohen sind. Sie haben dort in einem Gefecht schwere Verluste gehabt. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Hitler empfing den Reichs» b a n k p r ä f i d e n t en Dr. Luther zu der ange- kündigten weiteren Besprechung. Die Verhandlungen galten vor allem den eigentlichen Fragen der Reichsbankpolitik. Die Besprechung dauerte etwa eine Stunde. * Von Sonntag, den 12. März ab, dem Volks- t r a u e r t a g für die Gefallenen des Weltkriegs, wir vor dem Ehrenmal Unter den Linden ein Doppelposten der Reichswehr aufgestellt werden. Der Doppelposten wird täglich von 8 Uhr morgens ab bis zum Eintritt der Dunkelheit stehen. Das Organ des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens berichtet über eine Ilnterredung zwischen Reichsminister G o e r i n g und Vertretern des Vereins- Reichsminister Goering habe dabei festgestellt. dah Beweise dafür, dah der Zentralverein mit Kommunisten und staatsfeindlichen Be- strebungen Zusammenhänge, nicht Vorlagen. Weiter habe der Minister erklärt, die Sicherheit des Lebens und des Eigentums der jüdischen Staatsbürger, die sich gegenüber der Regierung loyal verhielten, fei gesetzlich gewährleistet. Das Karl-Liebknecht-Haus, die bisherige Hochburg der KPD-, das der politischen Polizei, und zwar ihrer neu gegründeten Abteilung zur Bekämpfung des Bolschewismus zur Verfügung gestellt worden war, ist in H or st - Wessel-Haus umbenannt worden. Bei der Staatsanwaltschaft Berlin ist eine ne ue Strafanzeige gegen Brolat eingegangen. Brolat wird vorgeworfen, in dem groben BVG.-Prozeß. in dem es sich um die Massenentlassung von 137 national- sozialistischen DDG. -Angestellten handelte, unter seinem Eid bekundet zu haben, daß Drolat niemals mit dem Detriebs- oder Arbeiterrat der DBG. vereinbart habe, daß die Entlassungen nach politischen Gesichtspunkten erfolgen sollten. Diese eidliche Aussage Drolats wird als unwahr hingestellt. * Der Reichskommissar des Landes Schaumburg-Lippe hat durch eine Anordnung den Schaumburg-Lippifchen Landtag mit sofortiger Wirkung aufgelöst, ebenso die Kreistage und die kommunalen Vertretungen des Landes. Termin für die Neuwahlen ist der 30. April 1933. • 3m Reichsanzeiger wird eine Dekanntmachung des ‘Berliner Polizeipräsidenten veröffentlicht, derzufolge „Der Iungdeutsche" vom 8. März an wieder ers cheinen darf. Wie die RSK. mitteilt, hat Reichskanzler Adolf Hitler, der an der Spitze aller nationalsozialistischen Reichstagslisten kandidiert hat, das Spitzenmandat i m W a h l k r e i s e O b e r- bahern-Schwaben angenommen. * Die Freitag-Morgenausgabe des „Berliner Tageblatts" wurde foweit es noch möglich war, beschlagnahmt. Außerdem hat der Polizeipräsident von Berlin ein V e r b o t für das Blatt bis zum 13. d. M. einschließlich ausgesprochen. * Der Oberpräsident der Rheinprooinz hat das in Köln erscheinende Zentrumsblatt .Kölnische Volkszeitung" für Samstag. Sonntag und Montag verboten. Aus oder Wett. Chlnesifcher Dampfer gescheitert. — 50 Personen ertrunken. Der chinesische Dampfer „Antung" ist auf der Höhe der Mofu-Spitze bei Hongkong gescheitert. Fünfzig Menschen fino ertrunken. Die übrigen 450 konnten gerettet werden. Dreifacher Mordversuch und Selbstmord. 3n einer Gastwirtschaft in Reuburg am Inn, wo vor kurzem ein neuer Pächter namens Wen - 8 e l eingezogen war, erschien dieser Tage plötzlich der mit einem Jagdgewehr bewaffnete frühere Pächter Oberst und gab auf die Frau des Wenzel und einen Knecht Schüsse ab, die die Angegriffenen verletzten. Dann stürmte Oberst in den ersten Stock, wo die Tochter Wenzels schlief. Da die Zimmertür verriegelt war, sprengte er diese auf. Die Tochter war hinter einen Schrank geflüchtet. Oberst gab gegen das leere Dett einen Schuh ab und steckte dann das Bett in Brand. Als einige Gäste dem Eindringling die Waffe entreißen wollten, schoß dieser wild um sich. Dann verübte Oberst Selbstmord. Er soll wegen der Kündigung seines Pachtverhältnisses schon vorher schwere Drohungen gegen die neuen Pächter ausgestohen und in der letzten Zeit wiederholt Spuren geistiger Verstörung gezeigt haben. Die Riefenlager von Archangelsk brennen? Rach Rachrichten aus Rorwegcn soll seit Ende Februar in den riesigen Holzlagern von Archangelsk ununterbrochen ein mächtiger Drand toüten.ber schon 14 Tage allen Löschversuchen trotzt. Das Feuer begann in einem Holzlager, das für die Ausfuhr im Hafen aufgestapelt lag. Es verbreitete sich von hier auf die Lager der nahegelegenen Sägewerke. Die Gefangenen der verschiedenen Strafkolonien in Archangelsk arbeiten Tag und Rächt daran, die Holzbestände auf den anderen ebenfalls bedrohten Lagern schleunigst abzuschleppen. Gröhe Militärabteilungen wurden von Wologda entsandt, um das Riesenseuer zu begrenzen, was bisher nicht erreicht wurde. Die Behörden vermuten, dah der Brand von einem Gegenrevolutionär angelegt worden ist. Es wurden Verhaftungen vorgenommen und 3 0 Arbeiter, die im Verdacht stehen, Gegenrevolutionäre zu sein, kurzerhand erschossen. Zuspitzung der Lage in Wien. Einberufung des Nationalrats. - Oie Negierung protestiert. - Vor einer Mobilmachung des Bundesheeres und der Heimwehren. Wien, 9.März. (TU.) Der Vizepräsident des Rationalrates, Dr. S t r a f f n e r, hat den Ratio- nalrat für Mittwoch, den 15. März, zur Wiederaufnahme und Schliehung der letzten 12 5. Sitzung einberufen, um eine ord- nungsgemäße Uebergabe der präfldial-Amenden an das neu zu bildende Präsidium zu ermöglichen. In dieser Sitzung kann der geschäftsführende Präsident ohne vorhergegangenes Einvernehmen mit den Parteien weder Anträge noch Anfragen irgend welcher Art entgegennehmen, noch Anträge zur Abstimmung bringen. Line amtliche Mitteilung besagt, die Regierung habe ihren Standpunkt, wonach sie in einer solchen Einberufung einen verfassungswidrigen Akt sehe, nichts hinzuzufügen. Sie halte sich streng an die Verfassung und sei daher pslichtgemäh verhalten, einer drohenden Verfassungsbeugung entgegenzuwirken. In den inneren Bezirken der Stadt sind st a r k e Kolonnen des sozialdemokratischen Schutzbundes in voller Uniform zu sehen. Die Sozialdemokratische Partei hatte für heule 75 Versammlungen über alle Bezirke einberusen, um die politische Lage zu besprechen. Die Einberufung der Versammlungen stellt eine Umgehung des Versammlungsverbotes dar. Die Bundes- polizeidirektion hat alle Maßnahmen getroffen, um die Abhaltung dieser Versammlungen zu unterbinden. Die Polizei befindet sich im Bereitschaftszu- sland. In der Rähe der Versammlungslokale sind starke Polizeiaufgebote, darunter berittene bereitgestellt, um die Versammlungsräume sofort zu schließen. Auch die G a r n i s o n ist a l armiert. In den Straßen der Stadt sieht man Lastkraftwagen und Motorräder mit Truppen in feldmarschmäßiger Ausrüstung. Auch Truppen auswärtiger Garnisonen sind nach Wien gezogen worden, und zwar je ein Feldjägerbataillon aus Reusiedl und Stockerei sowie eine Schnellast- kraftwagen-Kompanie der Garnison Krems an der Donau. Bei allen Bahnkassen liegen schon militärische Einberufungsscheine für Freifahrten vor. Das zeigt, daß die Mobilisierung der Reservistenjahrgänge des Bundesheeres bis auf die letzten Einzelheiten vorbereitet ist. Die der Regierung nahestehenden heimwehren sind als hilsspolizei bestimmt. Jeder heimwehrmann in Wien besitzt die Zuweisung für einen bestimmten Polizeibezirk. Die Ausrüstungsgegenstände für die Hilfspolizei liegen bereit Hilfswerkes angeregt. Es wurde dabei der Hebet» zeugung Ausdruck gegeben, daß unsere Mllitär» kapelle, aber auch die Standartenkapelle der SA. und die Kapelle des Stahlhelm sich zweifellos gerne für dieses menschenfreundliche Werk zur Verfügung stellen würden. Verhandlungen nach dieser Richtung hin sollen ausgenommen werden. Weiterhin wurde die Verwendung von sog. Wohl- fahrtsmarken bei der Bezahlung von Zechen in den Gasthäusern und bei ähnlichen Gelegenheiten erörtert; auch nach dieser Richtung hin sind bestimmte Vorschläge zur Zeit im Mittelpunkt der Erwägungen. Ferner ist ins Auge gefaßt Sportvereine ujro. zu Veranstaltungen anzuregen, bei denen der Ertrag ganz oder teilweise für die Zwecke des Hilfswerkes gegeben werden soll. Einer erneuten Sitzung in der kommenden Woche wurden weitere Beratungen in dieser Hinsicht Vorbehalten. Die Verhandlungen in der gestrigen Sit- zung ließen keinen Zweifel darüber, daß man nach wie vor ernstlich gewillt ist, unter Anspannung aller Kräfte alles zu tun, um die Not unserer hilfsbedürftigen Mitbürger soweit wie nur irgend möglich zu lindern. , Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr: „Vor Sonnenuntergang". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ben Hur". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Bobby geht los". — Eine kirchenmusikalische Passionsandacht veranstaltet bie Männer- und Frauen-Vereinigung der Matthäus-Gemeinde am nächsten Sonntag, 20 Uhr, in der Stadtkirche. Mit- . wirkende sind: Frau Ilse Schmidt - Wissendorf (Sopran), Frl. Gustel Kühn (Sopran), Frl. Hanna Kellner (Alt), Herr Musiklehrer Franz Bauer (Violine), Herr Pfarrassistent B. K n e l l (Violine), Frauen- und Knabenchor der Stadtkirche, Orgel: Herr Stadtorganist Heinz Simon. Die Vortrags» folge verspricht den Besuchern einige feierliche und eindrucksvolle Stunden. (Siehe gestrige Anzeige.) Aus der provinzialhaupistadt. Hunde-Zrühling. Vorfrühlingswind Pfeift um die Ecken, schüttelt die Bäume, packt uns, wenn wir auf die Straßen kommen. Die Sonne steht früher auf, geht später schlafen, und aus der noch harten Erde steigt ein frischer Geruch auf. Da recken sich viele schwarze feuchte Rasen sehnsüchtig in die Luft. Wird man uns endlich wieder losbinden? Wird es genug sein mit dem ewigen Herumliegen in den Zimmern und Vor- räumen der Menschen? Wird die Jagd über die Felder und Wiesen wieder beginnen, wird man, endlich befreit von Oefen und Teppichen, sich wieder auf den sonnenheihen Steinstufen dehnen dürfen? Vormittage lang alle Viere von sich gestreckt in der goldenen Wärme liegen? Ach, ihr Hunde, liebe Freunde, wieviel hat man schon über euch geschrieben! Seid ihr klug, seid ihr dumm? Mir scheint, das entzieht sich unserer Beurteilung. Aber ihr seid uns, das ist gewiß, ungeheuer sympathisch! Rur noch ein bißchen Geduld, bald kommt wie der eure Zeit. Wir sehen, daß in euren Scytaf sich immer lebhaWere Träume mischen, häufiger denn je zucken eure Beine, leise knurrt ihr, auch euch steckt der Vorfrühling in den Gliedern. Warum sind wir eigentlich so befreundet mit euch? Liegt es daran, daß ihr die idealsten Tugenden eines wahren Freundes in euch vereint: Aufmerksamkeit und Verschwiegenheit, Empfindsamkeit und Stärke? Daß ihr merkt, wenn wir allein und traurig sind, auch wenn es uns gelungen ist, das vor den Menschen geheimzuhalten, daß ihr so närrischer Freude fähig seid, denn ihr seid ja nicht blasiert, und das Geringste, das Natürlichste, bringt euch vor Glück noch außer euch! Ein bißchen Essen — ein bißchen Freiheit! Lieben wir euch so, weil wir vor euch ganz ohne Scham unsere heimliche kindliche Lust am Spielen zeigen können, ohne daß ihr. mit einem amüsierten Lächeln um die Mundwinkel herum erklärt:' „Na, für so kindisch hätte ich Sie aber nicht gehalten!" Aber wahrscheinlich soll man sich über seine besten Sympathien gar nicht den Kops zerbrechen. Man liebt eben, und damit basta. Wer von euch ist der Schönste? Da höre ich einen Ruf aus hunderttausend Kehlen: Mein Hund ist der schönste! Aber natürlich! Hat er keinen Stammbaum? Hat er sich ja nicht erst aus irgendeine bestimmte Rasse feftgelegt? Ist er geradezu eine Promenadenmischung? f)at er T-Beine, O-Beine, fehlt der halbe Schwanz, leidet er an Stimmbandstörung, an Asthma, an Fettsucht? Er ist trotzdem der schönste, denn keiner ist so lieb, keiner so klug, keiner so taktvoll, wie mein, nur mein Hund. Was sagen Sie da, Sie können keine Hunde leiden? Meine arme Dame, dann haben Sie Ihren Typ noch nicht gefunden! Das könnte Ihnen mit einem Menschen ebenso gehen; Sie waren noch nie verliebt ... aber um die nächste Ecke wartet das Glück auch auf Sie! Denn warum in aller Welt sollte man die Herren Hunde nicht mögen*? Welches sind die schlechten Eigenschaften, die man ihnen zum Vorwurf machen kann? Machen sie Lärm? Ja, aber doch bestimmt nicht so viel, wie wir mit unseren Autos und Maschinen und Telephonen ... Sind sie gefräßig? Ja, aber mit der holden Raivität eines Kindes. Sind sie bissig und bösartig? Ja, manchmal... denn warum sollten sie, die so viel natürlicher sind als wir, nicht schlechten Einflüssen ebenso zugänglich sein wie ein Mensch, nicht ebenso reizbar sein, wenn ihnen etwas unsympathisch ist? Machen sie manchmal ein bißchen in die Stube ... psst, darüber wollen wir taktvoll schweigen, denn, ganz unter uns, wer hat nicht seine kleinen Schwächen? Der Vorfrühlingswind Pfeift über die Häuser und Bäume, viele schwarze und rosige Rasen recken sich sehnsüchtig in die Lust, fahren aufgeregt schnüffelnd über den erwachenden Erdboden. 1 älnd in den klaren, dunklen, ruhigen Augen steht eine Ditte: Laßt unsre Seinen ein wenig lockerer ... bald ist die Zeit der Liebe, bald ist es Frühling! Im. Winter hilfeplöne in Gießen. Der Werbe- und Sammelausschuh der Gießener* Winternothilfe beschäftigte sich gestern nachmittag in einer längeren Sitzung mit Plänen, die das Hilfswerk zum Besten unserer hilfsbedürftigen Gießener Familien auch während der Sommermonate im Gang halten sollen, damit nicht nur gegen die Rot des heutigen Tages geholfen, sondern auch Vorsorge für die Hilfsaufgäben des nächsten Winters getroffen werden kann. Insbesondere wurde u. a. der Hoffnung Ausdruck gegeben, dah unsere Hausfrauen beim Frühjahrsputz und -aufräumen etwa überflüssig werdende Sachen (Kleider, Schuhe, Wäsche usw.) dem Winterhilfswerk zur Verfügung stellen möchten, damit die Gegenstände schon während der Sommermonate von langer Hand auf ihre Verwendbarkeit hin hergerichtet werden können. Zur allmählichen Ansammlung von Geldmitteln, die im Verlaufe der diesjährigen Kartoffelernte zu frühzeitigem Einkauf von Kartoffeln für die Hilfsbedürftigen Verwendung finden sollen, wurde die Veranstaltung von Platzkonzerten mit gleichzeitigen Strahensammlungen zum Besten des Gestern abend hjelt der Bezirksverein R o r d - O st unter Leitung seines Vorsitzenden, Stadtratsmitgliedes Schwieder, im Saale des Cafe Leib seine diesjährige Generalversammlung ab. Da im Rahmen des Abends ein Lichtbildervortrag von Stadtbaurat ©rotiert vorgesehen war, hatte die Versammlung starken Besuch aufzuweisen. Oie geschäftliche Sitzung. Zu Beginn der geschäftlichen Sitzung ehrte der Vorsitzende nach Begrüßungsworten an die Versammlung den Rechner des Vereins, Kaufmann Adalbert V i n d e w a l d , der seit 25 Jahren dem Vorstand des Vereins angehört und zunächst als Schriftführer, später und bis zur Gegenwart als Rechner den Vereinsinteressen gedient hat. Der Vorsitzende würdigte die großen Verdienste des Jubilars um den Verein mit herzlichen Worten, dankte ihm für seine stets rege Mitarbeit und insbesondere für die ausgezeichnete Kassenführung, die dem Verein eine gesicherte finanzielle Grundlage verschaffte. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dah die geschätzte Kraft des Jubilars dem Verein noch lange erhalten bleibe, und ernannte den treuen Mitarbeiter im Auftrage des Vorstandes zum E h r e n m i t - g I ie b des Vereins. Ein Blumenangebinde als äußeres Zeichen der dankbaren Anerkennung tat dem Jubilar die Wertschätzung des Vereins kund. Herr B i n d e w a l d sprach seinen Dank für die Auszeichnung in herzlichen Worten aus und tier- sicherte, daß er auch weiterhin dem Verein gerne förderlich fein werde. Anschließend erstattete der Schriftführer, Buch» Händler Otto Pfeiffer, den Geschäflsberichl des Vorstandes. Dem Bericht entnehmen wir folgende Darlegungen: In dem Vorstandsbericht der Generalversammlung vom 19. Mai 1930 war dem Wunsche 2lus- örurf gegeben worden, daß die Beseitigung Der letzten alten Häuser Eck e D a m m st r a ß g - W a 11 t o r - strafe bald Wirklichkeit werden möge. Mit Genugtuung konnten wir feststellen, daß anfangs 1931 die legten Trümmerreste endgültig verschwunden waren. Wir mochten nicht unausgesprochen lassen, daß wir den jetzigen Zustand dort noch nicht als endgültig ansehen. Uns scheint das Stadtbild durch Grünanlagen und Abtrennung des Bürgersteiges noch verbesserungsfähig. Man kann immer wieder beobachten, daß die Passanten nicht den Bürgersteig “ Dienstjubiläum. Am morgigen Samstag feiert der Bühnenarbeiter beim hieFgen Stadttheater Willi Schweitzer das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit an dieser Bühne. Während dieser 25 Jahre hat er sich durch seinen aufrechten Charakter, gepaart mit vorbildlichem Pflichtbewußtsein, das volle Vertrauen seiner Vorgesetzten und die Wertschätzung seiner Mit» arbeitet erworben. *• Seinen 80. Geburtstag begeht am morgigen Samstag Herr Hermann S t a u h, Frankfurter Str. 136. Dor Jubilar war 46 Jahre bei der Reichsbahn als Schreiner tätig. ** 4 9 3 statt 793. Wie uns von der Provinzialgeschäftsstelle der Deutschnationalen Volkspar- tei mitgeteilt wird, hat die Deutschnationale Dolkspartei bei der Reichstagswahl am 6. Ro- tiember v. I. im Kreise Schotten nicht — wie aus unserer Wahltabelle vom vorigen Montag bei dem Vermerk der Vergleichszahlen hervor- ging — 793 Stimmen, Unbern 493 Stimmen erhalten. ** Tötet bie Stubenfliege! Die warme Märzsonne strahlt an die Südwand des Hauses. Aus Balken- und Mauerritzen schlüpft vorsichtig und frech zugleich das vom Winterschlaf erwachte Weibchen der Stubenfliege. Eine Weile sonnt sich das scheinbar so harmlose Tierchen, putzt den Winterstaub von den Flügeln und überlegt wägend die kommende, schwere, todbringende Arbeit des Eierlegens. Da jedes Flieaenweibchen 100 bis 120 Eier absetzt, denen im Laufe des Sommers noch 10 bis 12 Bruten folgen, so vernichtet die Tötung einer einzigen übeftointerten Mutterfliege ein ganzes Milliardenheer von Plagegeistern. Die Stubenfliege eines einzigen Pferdestalles genügt, einen ganzen Stadtteil mit Stubenfliegen zu bevölkern. Zugleich erfolgt mit der Vernichtung der Mutterfliege die Ausrottung eines Riesenheeres von Verbreitern und Ueberträ» gern gefährlichster Krankheitskeime. Stechen kann ja die Stubenfliege nicht, wohl aber Krankheiten übertragen, anstecken und verbreiten. Die Forderung: Tötet die überwinterten Fliegenweibchen! ist daher sehr berechtigt. benutzen, sondern sich quer über den Platz einen eigenen Weg bahnen. Bedauert muß werden, daß trotz aller Bemühungen es nicht möglich war, die S t a d t p o st bei ihrer Verlegung unserem Viertel näherzubringen. Es scheint ohne weiteres klar, daß das frühere „Einhorn" auf dem Lindenplatz sich mindestens ebenso gut bautechnisch zur Stadtpost geeignet Haden würde, wie die jetzt gemieteten und umgebauten Räume des früheren Easö Ernst Ludwig. Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht, daß es im Interesse der Stadt gelegen hätte, wenn sie das frühere „Einhorn", das bekanntlich der Stadt gehört, an die Reichspost vermietet haben würde. Hierdurch hätte sie min- bestens auf längere Zeit einen guten, gesicherten Mieter gehabt. Bedauert muß weiter werden, daß in der Fraas der Beseitigung des Engpasses zwi» sich e n Kirchenplatz und Lindenplatz keine weiteren Schritte unternommen werden konnten. Wir sind so vernünftig, einzusehen, daß derartig große Bauprojekte infolge der Finanznot der Stadt nicht ohne weiteres durchführbar sind. Wir hallen es aber nach wie vor für eine der dringlichsten Aufgaben für unser Stadtviertel, und wir erklären ganz offen, daß wir dieses Ziel niemals aufgeben werden, Denn es geht nicht an, daß wir von anderen Hauptverkehrsstraßen der übrigen Stabt abgeriegelt und abgeschlossen bleiben. Mit der Lösung dieses Projektes wird aber auch Die Frage eines Neubaues Der StaDtpoft akut werden. Wir bleiben bei unserer Forderung, daß die Stadtpost in die Zentrallage der Stadt gehört, zumal wenn man bedenkt, daß die Hauptpost sich außerhalb des Geschäftsviertels befindet. Der Bezirksverein Nord-Ost hat den Bau der Straßenbahn nach Wiefeck freudig begrüßt. Hinsichtlich einer Straßenbahnverbindung nach Krofdorf bestand früher einmal die Absicht, diese über die verlängerte Ederstraße zu führen und durch Bau einer neuen Lahnbrücke die seitherige zu entlasten. Vielleicht erfahren wir bald einmal von berufener Stelle, ob dieses Projekt mit erwogen wird. Seit der letzten Generalversammlung haben im ganzen sieben Vorstandssitzungen stattgefunden. Die Mitgliederzahl ist mit einem derzeitigen Stand von 145 ungefähr gleich geblieben. Ab- und Zugänge hielten sich die Waage. — Unser Dank gilt heute allen Mitarbeitern, Der Stadtverwaltung, aber auch den Stadträten und der Presse, die uns bisher bei der Durchführung unserer Aufgaben unterstützt haben. Wir wollen hoffen, dah KommnnalpMcher Abend im Aord-Ost-Serein. Wirtschaft ^8ei Regen ,Wi nd u. S ch nee S§BÜ\Neue Preise:RM 0.15*1.00 m NIVEA CREME (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Buenos Aires, Februar. Argentinien hat viele politische und finanzielle Sorgen, schwere Sorgen haben aber auch im besonderen d i e Deutschen in der La Plata-Republik, die seit Jahrzehnten in Buenos Aires ansässig sind, und die sich durch Arbeit und Ausdauer angesehene Positionen geschaffen haben. Die ernste Gefahr eines Zollkrieges zwischen dem Reich und Argentinien zeigte sich am Horizont. Der Außenminister S a a- vedra Lamas hofft zwar noch durch erneute Verhandlungen zu einer Einigung mit der Wil- Helmstraße zu kommen und warnt vor allzu großem Pessimismus: die deutschen Handelskreise aber sehen die Lage durch eine schwarze Brille. Sollte es nicht möglich sein, den Zollkrieg zu vermeiden, so würde das argentinische Zollgesetz vom 29. November 1923 zur Anwendung kommen, das auf alle zollpflichtigen Waren einen Aufschlag von 50 Prozent vorsieht, und alle zollfreien Waren, die aus Ländern eingeführt werden, die Argentinien die Meistbegünstigung versagen, mit einem Einfuhrzoll von 15 Prozent belegt. Die deutsche Einfuhr nach Argentinien war« waren eher angeboten. Reichswechsel per 10. Juni u„Hi um Vlt. WU,WIU111| _______________ , (neuer Termin) und Reichsschahanweisungen per bank, Stabilisierungsfragen und den auswärtigen 16. Oktober hatten nur geringe Umsätze. 2Reiei in Packungen oder Tüten von 1 Pfund erbittet in der nächsten Woche die piunbfpenhe der Irauen-Winterhilse Vie Zustellung der Pfnndpakete wird auf Wunsch der Hausfrauen von den Lcbensmlltelgeschöfter aus direkt an die Sammelftelle erfolgen. Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, Montag». Mittwoch» und Freitag», von 9 bis 12 Uhr. Englisch-amerikanisches Tauziehen am La Plato Deutsche Besorgnis vor einem Zollkrieg mit Argentinien. Don unserem 8t.-Derichterstatter. daß er diese Anregung als einen unerwünschten Rat betrachte und daß dieser „Wink mit dem Zaunpfahl" peinliches Befremden ausgelöst habe. Bald daraus aber entschloß sich Argentinien aus Anregung des Finanzministers Dr. Hueyo, den bekannten britischen Sachverständigen Sir Otto Niemeyer, der bereits eine . ähnliche Mission in Brasilien erfüllt hatte, ein- I zuladen, um die Errichtung einer Zentralnoten- I bank. Stabilisierungsfragen und den auswärtiger Anzeichen deuten darauf hin, daß die schwere Krise im Abflauen ober doch wenigstens zum Still, stand gekommen ist, wenn auch die Preise für die Landesprodukte, Mais, Weizen, Baumwolle und vatagonische Wolle noch immer so tief liegen, daß sie kaum die Entstehungskosten decken, aber die Stimmung ist optimistischer geworden. Aus die Zukunft werden große Hoffnungen gefetzt, zumal, da nach Aufdeckung der Bombenoerschwöruntz zugunsten des Expräsidenten Zrigonen, allmählich wieder Ruhe in das politische Leben emkehrt. Man trägt sich wieder mir dein Plan der Einberufung einer sübamerikanischenStaaten-unbZoll- konferenz, die im besonderen von Chile angeregt wird, um eine Vereinheitlichung der Tarife und dadurch eine Hebung des inneren Marktes zu erlangen, aber da die letzte derartige Länderkonfe- ren.3 in Montevideo ziemlich resultatlos versackte, so dürfen die Erwartungen darauf nicht allzu hoch gespannt werden. Don allen Staaten Südamerikas ist Argentinien der politisch und wirtschaftlich geordnetste, in dem neben Brasilien auch die deutschen Interessen am größten sind, es ist deshalb sehr zu hoffen, daß es bald gelingt, die Sorgen, die heute noch die Aussicht für die Zukunft verdunkeln, restlos zu verscheuchen. dadurch lahmgelegt. Die handelspolitische Spannung mit Deutschland fällt mit einer regen Belebung der argentinischen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu England zusammen. Der Vizepräsident der Republik, Dr. Rocas, begibt sich im Januar nach London, um durch persönliche Verhandlungen mit der englischen Regierung besondere Vergünstigungen für die argentinische Ausfuhr (hauptsächlich Fleischprodukte) nach England zu erhalten und um gleichzeitig Zusicherungen, die die für Argentinien schädlichen Folgen der Konferenz von Ottawa abwenden sollen, $u erreichen. Der britische Gesandte in Buenos Aires hat der Regierung die Zusicherung gegeben, daß der Vizepräsident mit dem größten Entgegenkommen rechnet und daß sein Besuch in jeder Beziehung willkommen sei. Dr. Rocas wird, um die Bedeutung seines Londoner Aufenthalts hervorzuheben, vom König empfangen werden. Der britische Gesandte hat ferner in einer Ansprache die englische Kolonie aufgefordert, sich weniger dem Golfspiel und anderem Sport zu widmen, als vielmehr durch energische und kluge Arbeit die freundlichen Be- aießungen zwischen Argentinien und ihrer Heimat zu festigen. Die nahen britisch-argentinischen Beziehungen beruhen auf einer sehr alten Tradition. Als vor nun mehr als hundert Jahren die lateinamerika- nischen Staaten durch den Abfall von Spanien eine Bresche in ihre bis dahin verschlossene Welt schlugen und ihre Märkte öffneten, da war es zuerst England, das feine durch den Verlust der Vereinigten Staaten verursachten wirtschaftlichen Einbußen in Südamerika wettzumachen trachtete. Die allzu aktiven Bemühungen britischer Generäle und Admiräle erweckten bald den Argwohn Washingtons und Präsident Monroe verhängte 1823 seine bekannte Doktrin, gegen deren Geltung Argentinien auch noch in neuester Zeit energischen Einspruch erhoben hat. Dennoch gelang es allmählich Nordamerika, den wirtschaftlichen Einfluß Englands zu überflügeln und auch Argentinien in eine finanzielle und wirtschaftliche Abhängigkeit zu zwingen. Im letzten Jahrzehnt nun hat England große Anstrengungen gemacht, um die an Nordamerika verlorenen wirtschaftlichen Positionen zurückzuerobern und hat dabei mit sichtlichem Erfolg gearbeitet. Besonders her- vorzuheben sind die Mission des Lord d'Abernon in Buenos Aires und die Eröffnung der britischen Weltwirtschaftsausstellung durch den Prinzen von Wales in der argentinischen Hauptstadt. Die britischen Bemühungen wurden in jeder Beziehung schon vom früheren Präsidenten 3ri- goyen, sowie von seinem Nachfolger General ilti&uru und dem jetzigen Präsidenten General Justo unterstützt. Erneut tritt die englisch-nordamerikanische Rivalität in der Ernennung des Fina-nz- sachver ständigen für Argentinien zu Tage. Washington hatte vor Jahresfrist vörgeschlagen, Argentinien möge zur Neuordnung seiner Finanz- und Währungssragen den nordamerikanischen Währungsfachmann Professor Dr. Kemme r e r nach Buenos Aires einladen. General Urihuru ließ keinen Zweifel darüber aufkommen. Oie deutsche Reichsbahn im Januar. Der Jahreszeit entsprechend war der Güterverkehr der Reichsbahn gering, die Wagenstellung gegenüber dem Vormonat um 8,7 Prozent niedriger. Der Kohleverkehr erreichte fast die Höhe des Vormonats. Im ersten Monatsdrittel wirkte die verlängerte Gültigkeitsdauer der Weihnachtsrückfahrkarten noch einigermaßen befriedigend. Der Wochenend-Ausflugs- und Wintersportverkehr konnte sich erst im letzten Monatsdrittel etwas beleben. Die geleisteten Zugkilometer betrugen 49,95 gegenüber 50,61 Mill, im Vormonat. Die Gesamteinnahmen blieben mit RM. 208,4 (246,4) Mill, hinter dem Januar 1932 um 1,9 Prozent zurück. Die Gesamtausgaben stellten sich auf RM. 233,72 (die Vormonatszahl kann wegen der laufenden Jayresabschlußarbeiten nicht genau angegeben werden). Demnach schließt die Monatsrechnung mit einer Mehrausgabe von RM. 25,3 Mill. ab. Berlin fester. Berlin, 10.März. (WTB. Funkspruch.) 06- wohl die Kursgestaltung zu Beginn der heutigen Börse ganz uneinheitlichen Charakter hatte, konnte die Grund st immung als behauptet bezeichnet werden. Die Einsetzung des Generalleutnants von Epp zum Kommissar des Reiches für Bayern trug wesentlich zur Beruhigung bei. Da außerdem das Kaufinteresse des Publikums und das Anlagebedürfnis aus Stillhaltegeldern anhielten, stellten sich die ersten Notierungen meist schon wieder, über das bis zu 1 Proz. niedrigere gestrige Frankfurter Abendniveau, meist waren auch noch gegen gestern mittag Kursbesserungen bis zu 1,5 Proz. festzustellen. Darüber hinaus waren Berlin Karlsruher Industrie nach anfänglicher Plus-Plus-Notiz 3,88 Proz. hoher, Berliner Maschinen plus 2,63 Proz., Kali Aschersleben plus 2,25 Proz. und von Draunkohlenwerten Nic- derlausiher plus 4 und Eintracht plus 6 Prozent. Anderseits eröffneten noch auf ein Angebot von 5000 Mark Contilinoleum 3 Prozent und Werte wie Südd. Zucker, AG. für Verkehrswesen, BEW., HEW., Goldschmidt und Ilse 1,5 bis 2,5 Prozent schwächer. Unter stärkerem Angebot litten aber wieder nur Reichsbankanteile, die bei einem Umsatz von 100 Mille 5,5 Proz. einbüßten. Nach den ersten Kursen wurde es dann aber vom Farbenmarkt ausgehend allgemein fester. Das Geschäft in Spezialwerten war dabei recht lebhaft. Auch Renten zeigten nach schwächerer Vorbörse freundliche Tendenz. Bei den Pfandbriefen überwog weiter die Nachfrage. Die Altbesitzanleihe gewann 0,75 Prozent. Reichsschuldbuchforderungen waren bis zu 0,50 Prozent höher. Auch Dollarbonds waren im Gegensatz zu den eher schwächeren Jndusttieobligationen gefragt. Auslandsrenten hatten nur geringe Veränderungen aufzuweisen. Auch gegen 12,45 Uhr blieb die Tendenz an den Aktienmärkten fest. Kursgewinne bis zu 2 Prozent gegen den Anfang waren bei den Hauptwerken keine Seltenheit. Bevorzugt wurden im Verlaufe Kali- und Maschinenaktien, am Montanmarkt rückten Mannesmann in den Vordergrund des Interesses. Reichsbankanteile konnten dagegen keine nennenswerte Erholung erzielen. Bei 3 Mille Umsatz gelangten die Aktien Der Hotelbetriebs-A.-G. verspätet 2,75 Prozent über gestern zur Notiz. Am Geldmarkt wirkte sich der heutige Steuertermin in den Sätzen nicht aus, nur in sich war der Markt etwas steifer. Privatdiskonten mir recht bald einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, ber bie Voraussetzung für bie Durchführung unserer weiteren Pläne unb Ziele fein wirb. Der Kassenbericht zeigte einen guten Stand ber Vereinsfinanzen unb damit eine beachtenswerte finanzielle Orunblage für die Arbeit bes Lorftanbes zur Erfüllung ber Der- einsaufaaben. Dem Rechner, Kaufmann B l n b e - w a l b würbe nach Prüfung unb orbnungsmaßigem Befund der Rechnungsführung mit Dankesworten Entlastung erteilt. Die vorstanbswahl brachte durch Zuruf die e i n ft i m m i g e W i e d e r- wähl der bisherigen Sorftanbsmitgic- ber. Der Vorstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Stabtratynitglieb Apotheker Schmiede r, 1. Dorsitzenber: Stadtratsmitglied Backer-Ober- meister Loeb er, 2. Vorsitzender: Buchhändler Pfeiffer, Schriftführer: Kaufmann Binde- wo Id, Rechner: Stadtratsmitglied Weinhänbler Balzer, Glasermeister B i e r a u, Redakteur Diumschein, Generalagent Fröhlich, Metzgermeister H e n k e l, Rektor Kling, Bäckermeister Neurath, Drogist Michel, Möbelhändler R a u, $C®anüt waren die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Der Vorsitzende begrüßte nunmehr den Vortragenden des Abends. Stadtbraurat ©rotiert, mit herzlichen Worten, und brachte dabei die Dankbarkeit des Vereins für die bisherige Förderung seiner Arbeit durch Baurat ©rotiert zum Ausdruck. Der Vortrag von Stadt- baurat © ravert behandelte das Thema: Oie bauliche Entwicklung bes Nord-Ost-Viertels. Der Redner stellte feine Betrachtung auf eine wesentlich breitere Grundlage, als den engen Rahmen eines Stadtbezirks. Er gab zunächst an Hond von Lichtbildern einen informatorischen äleberblick über die geologischen Grundlagen unserer Stadt und der engeren Umgebung überhaupt, wobei er die mit großer Spannung fol- gende Hörerschaft mit den mannigfaltigen Bo- enschichtungen und damit räumlichen Wachstumsbedingungen für unser Gemeinwesen bekannt machte. Weiter skizzierte er, in der Geschichte unserer Stadt bis auf deren früheste Zeit zurückgreifend, die allmähliche Entwickelung der Verkehrsverhältnisse und damit auch deS langsamen Werdens von Gießen, ferner zeigte und erläuterte er durch Lichtbilder die Grundrißgestaltung des Stadtbildes und der hauptsächlichsten Gebäude des Stadtkernes. Die Hörer hatten hierdurch Gelegenheit, sich eine aufschlußreiche Vorstellung von der Entstehung unserer Stadt zu machen und dadurch zu erkennen, in welcher Weise auch das Nord-Ost-Viertel auf seine Llrsprünge zurückzuführen ist. Sodann zeigte der Vortragende im Lichtbild eine ganze Reihe von Photographien älterer Straßenbilder und Bauwerke der Stadtmitte und insbesondere deS Nord-Ost-Diertels, an die sich für viele Besucher des Abends wertvolle persönliche Erinnerungen knüpften, die denn auch in interessierten Bemerkungen zum Ausdruck kamen. Man erblickte hierbei zahlreiche städtebaulich reizvolle Bilder, stimmungsoolle idyllische Winkel und Gäßchen, kurzum, ein wertvolles unb sehr fesselndes Stuck von Alt-Gießen. Sodann machte der Vortra- genbe burch gute Lichtbiiber mit vortrefflichen Arbeiten der Gießener Handwerkskunst im Innern von Bauten des Norb-Oft-Viertels bekannt, weiter berichtete er im Lichtbild über interessante Funde von Urkunden unb Altertümern, die mit dem Nord-Ost- Viertel eng verbunden sind. 9m Anschluß an die Vorführung von etwa sechzig fesselnden Lichtbildern gab der Vortragende eine kurze Betrachtung über die seelischen Beziehungen zwischen den Menschen und ihren Wohnstätten wobei er In seiner Weise auf die unterschiedliche Einstellung der städtischen unb der ländlichen Bevölkerung zu ihren Wohnplätzen hinwies. Eindringlich legte er am Schlüsse seines Dortrage« den Zuhörern ans Herz, sich stets bas Wissen um ihre Stabt angelegen fein zu lassen, ba hieraus dem Bürger ein starker innerer Gewinn erwachse. Die Zuhörer dankten dem Vortragenden durch lebhaften Beifall für seine wertvollen Darbietungen, die vielen ein bedeutsames unb interessantes Stück ber Gießener Stadtgeschichte entrollt haben. Den Dank der Versammlung faßte der Vorsitzende in herzlichen Worten an den Redner zusammen. Sronffurf gut erholt. Frankfurt, 10. März. (WTB. Drahtmel- bung.) Die heutige Börse eröffnete nach dem gestrigen Rückschlag fast auf der ganzen Linie mit kräftiger Erholung. Die infolge des gestrigen Tendenz- Umschwungs gehegten Befürchtungen, baß bas Publium mit Verkäufen erscheinen konnte, haben sich aber nicht bestätigt. Im Gegenteil, es lagen roteber kleine Käufe von guter Seite vor unb u. a. wollte man auch solche aus dem Ausland beobachtet haben, zumal bie Neuyorker Börse weiter geschlossen bleibt, unb bas Ausland sein Gelb in deutschen Werten investiert. Die Kulisse schritt auf Grunb dieser Momente zu Deckungen unb verschiedentlich zu kleinen Meinungskäufen, so daß bie ersten Notierungen überwiegend Erholungen von durchschnittlich 1 v. H. aufwiesen, während einige Spezialpapiere darüber hinaus bis zu 2,50 v. H. gewannen. Durch weiter schwache Haltung fielen nur Rcichsbankanteile auf, die erneut 5 v. H. einbüßten. Am Chemiemarkt erhöhten sich IG. Farben zunächst um 1,25 v. H. unb später um weitere 1,75 v. H. auf 121,75 v. H. Deutsche Erdöl überschritten mit plus 2,50 v. H. erneut den Paristand um 1,50 v. H. Scheibeanstalt, Metallgesellschost und Rütgerswerke blieben behauptet. Am Elektromarkt war bie Kursbilbung uneinheitlich. Während Betula unb Siemens je 1 v. H., Lohmeyer 2 v. H., AEG. 0,13 v.H. unb Gesfürel 0,40 v. H. anzogen, büßten Licht unb Kraft anfangs 1 v. H. unb Rheinische Elektro-Mannheim 2,25 v. H. ein. Don Montanwerten waren Rheinstahl mit plus 2,75 v. H. fest, aber auch Gelsenkirchen, Mannesmann, Phönix unb Stahlverein unb Ilse Bergbau gewannen um bis zu 1,25 v. H. Don Kaliaktien waren Salz, detfurth um 1 v. H. erholt. 3m übrigen eröffneten Daimler 0,40 v. H. unb Nordbeutscher Lloyb 0,13 d. H. höher, Holzmann verloren 0,50 v. H., während Zement Heidelberg behauptet waren. Nachdem zunächst meist weitere Besserungen von durchschnittlich 0,5 Prozent eingetreten waren, bei einzelnen Montanwerten auch bis zu 1 Prozent und bei Siemens bis 1,75 Prozent, verursachte der weitere Rückgang der Rcichsbank^ anteile um 3 Prozent auf 133 etwas Unsicher^ ßeit unb löste bei der Kulisse kleine Realisationsneigung aus, so daß gegenüber den Höchstkursen Abschlpächungen von 0,5 bis 1 Prozent eintraten. Der Llmsatz schrumpfte stark zusammen. Am Rentenmarkt lagen festverzinsliche Werte, wie Gold- und Liquidationspfandbriefe. Kommunalobligationen, Staats- und Stadtanlei- hen kaum verändert. Das Geschäft war klein. Bon Jndustrieobligationen zogen Stahlverein 0,5 Prozent an, während Mittelstahlbonds 0,6 Prozent verloren. Deutsche Anleihen, sowie späte Reichsschuldbuchforderungen waren anfangs von 0,5 bis 0,75 Prozent erholt, später bröckelten sie aber von 0,25 bis 0,75 Prozent ab. Don fremden Werten tendierten rumänische Anleihen etwas höher. Tagesgeld war zu 3,75 Prozent unverändert leicht.______ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Schuldendienst zu regeln. Der Gouverneur der Bank von England, M Norman, erklärte darauf dem argentinischen Botschafter in London, Dr. Malbran, daß Argentinien der Welt mit seiner wirtschaftlichen Haltung in der schwierigen Lage, in der es sich befinde, ein glänzendes Beispiel gegeben habe und daß er der Tätigkeit des Finan^ministers Hueyo bie größte Sympathie entgegenbringe. Etimmungsgemäß hat die Berufung Sir Otto Niemeyers nach Buenos Aires in England einen vortrefflichen Eindruck gemacht und trägt dazu bei, die britisch-argentinischen Wirtschaftsbeziehungen zu heben. Durch eine Ordnung des argentinischen Finanzwesens und durch eine Neuordnung der Währungsfragen würden auch biebeutfchen Handels- kreise gewinnen, trenn sie, was den Warenaustausch mit dem Reich anbetrifft, nicht durch bas Gespenst bes Zollkrieges bedroht wären. Manche ' Die Tausch-Bedingungen der bisherigen Bromsilberbilder-Serie werden morgen veröffentlicht. Zeppelin-Weltfahrten 264 echte Bromsilber-Fotos: Vom ersten Luftschiff bis zu den Reisen des LZ 127 »Graf Zeppelin«. Diese neue und gegenwärtig interessanteste Bilder-Sammlung finden Sie in allen Packungen: vm Deutschlands weitaus ILUlf beste 3/3 Pfg-Zig a rette 1689 Eintritt frei! .aern® den 1»* erpT' X1IXS' Man- Rogo132 1690 A G! ESSEN* MÄUÖBURG ICT GMWMZ! @nft u. 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Az. | Stellenangebote | Und jetztfürden Hausputz die gute, kleidsame Schutzkleidung! kernige Arbeite schuh von ,m A Deutscher Volkstrauertag 19331 Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger. Sonntag, den 12. März 1933, mittags 12 Uhr pünktlich, in der Neuen Aula der Universität. Gedenkansprache: Professor Lic. Dr. H. Adolph. Weiter wirken mit: Frau Emma SchudtiGesang). Das Musikkorps des I. (Hessischen) Grenadier-Bataülons 15. Inf.-Regiments. Leitung: Obermusikmeister E. Krauße. Die Ein wohnerschaft Gießens wird zur Teilnahme herzlich eingeladen. Eintritt unentgeltlich. Zur Deckung der Unkosten wird am Ausgang eine freiwillige Spende erbeten. Die Ausgabe der Platznummern, die auf die Programme gedruckt sind, erfolgt am Eingang. — Saalöffnung: 11.30 Uhr. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Hessen, Bezirksgruppe Gießen. Abends 8 Uhr in der Stadtkirche: Kirchenmusikalische Passions-Andacht Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg Gefallenen. 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Im Rahmen einer Spielhandluna, die von jungen Sportsmenschen getragen wird rollen viele ie||elnbc Sportbilder ab, die zum großen Teil beim Olympia in Los Angeles gedreht wurden. — Unsere -onoer zeigen links Brigitte Helm, die hier den Typ des Sportmädels verkörpert' rechts: die Eroffrzung des Olympia durch Fanfaren, eine eindrucksvolle Szene aus *»em neuen Film. Rückblick auf den Skiwinter 1932/33.. Notwendige Reformen und Neuerungen. Das große Wintersportprogramm ist beendet. Dach der Ansicht vieler alter Skifahrer ist zwar der März mit seinem gerade im alpinen Gebiet so reizvollen Uebergang vom Winter zum Frühling der schönste Skimonat, aber dieses Prädikat dürfte hier recht wörtlich zu nehmen sein. Unter allzu reichlicher Sonne pflegt die Qualität des Schnees nun einmal zu leiden. Mit dieser Tatsache muß man sich abfinden. Die Skisaison 1932 33 darf als abgeschlossen betrachtet werden, so daß also ein Rückblick auf den Skiwinter 1932/33 möglich ist Gr hat neuerlich gezeigt, daß es in Deutschland weniger an geeignetem Läufer- material als an den geeigneten Methoden fehlt. Das ist allerdings keine neue Weisheit und die Einsichtigen sinnen schon seit Jahren auf Abhilfe. In Freudenstadt haben unsere deutschen Teilnehmer erfreulich gute Durchschnittsleistungen gezeigt. Auch wenn man berücksichtigt, daß die deutlchen Meiste, schäften ebenso wie die FIS- Rennen in Innsbruck durch die anorma.'en Schnee- Verhältnisse eine gerechte kritische Wertung außerordentlich erschwerten. Aber es waren eben doch nur Durchschnittsleistungen. Wie leicht diese aber zi steigern sind, haben die Schwaben durch ihr ausgezeichnetes Abjchneiden bewiesen, das sie ihrem fleißigen und systematischen Training zu verdanken haben. Achnliches gilt für das gute Ab'chneiden der Bayern im Springen und im Staffeltarif. Nach wie vor fehlt es in Deutschland an Allround-Könnern. Wir haben kaum e.nen Läufer, der im Sprung, und Langlaus dccsechen guten Ergebnisse erzielen könnte, wie im Absahrtslaus. Der Slalom-Matador D ä u b e r ist lein Springer, der Springer Recknagel kein Langläufer und der Korn- binationsspczialist Stoll kein Abfahrtsläufer. 3n Garin sch hat sch gezeigt, daß die Oester- reicher uns auch in unserem eigenen Lande auf alpinem Gelände überlegen sind. Cs gilt, im nächsten Jahre die Konsequenzen aus diesem Mißverhältnis dadurch zu ziehen, daß man unsere Trainingsarbeit auf eine völlig andere Grundlage stellt. Gewisse Widerstände für die notwendig gewordene Deform wird es in einem großen Verbände immer geben, aber wenn der Deutsche Skiverband es mit dem Olympiatraining unseres Nachwuchses ernst nimmt, dann müßte er aus den Erfahrungen schon jetzt einige Lehren ziehen. Es ist besonders bei den FIS.- Rennen in Innsbruck von vielen Seiten gerügt worden, daß es an der nötigen Mannschafts- führung im deutschen Lager gefehlt habe. Es will scheinen, als ob es nicht nur eine Geld», sondern eben auch eine Personenfrage ist, den deutschen Expeditionen im Skiausland künftighin auf lange Sicht hinaus die unentbehrlichen Begleiter zü sichern. Wan weiß, daß sich noch bei der Entsendung der vier deutschen Läufer nach Holmen- tollen Meinungsverschiedenheiten über die Führerfrage ergeben haben. Man hätte bei der Entsendung dieser kleinen, aber immerhin ausgesuchten Expedition doch daran denken können und müssen, unseren Leuten einen Führer mitzugeben und sie nicht nur in ihrem Training und in ihren Kämpfen zu betreuen, sondern auch endlich mal die Erfahrungen aus Norwegen mit Heimzubringen, die berufene Funktionäre schon in den letzten Jahren im Norden sammelten, die aber anscheinend immer noch nicht gründlich genug verwertet werden. Ls ist ersreulich, daß sich gegen das bisherige wertungsfystem jehk auch in den Kreisen der Aktiven Bedenken gellend machen. Die in Deutschland mit wenigen Ausnahmen, in Oesterreich und in der Schweiz aber schon mit ziemlicher Regelmäßigkeit eingeführte Dreier- ko m b i n a t i o n (Wertung der Gesamtleistungen im Sprunglauf, Langlauf ynb Abfahrtslauf) wird sich mit der Zeit international durchsetzen müssen Vielleicht müssen auch die Haltungswertungen in Zukunft einer Revision unterzogen werden. Wie oft zeigt es sich, daß bei aussichtsreichen Springern das Punktergebnis durch unbe^ greifliche Haltungswertung verschoben und damit das Endresultat einer Meisterschaft allen Voraussagen und manchmal auch aller Vernunft zum Trohe verändert wird. Man ist ja im internationalen Skisport keineswegs so konservativ, daß man jeden Versuch zu kleineren oder größeren „Skirevolutionen" im Keim ersticken wollte. 3m Staffellauf hat man den „Massenstart" als etwas selbstverständliches eingeführt. In der Langlauftechnik hat man sich von überkommenen Begriffen losgelöst (es fei nur an die Propagierung der Crawl-Stocktechnik erinnert) und gibt im übrigen offen zu. daß das Ergebnis von Lang- und Dauerläusen längst nicht mehr vom Skikönnen allein und nicht einmal mehr von leichtathletischem Vortraining, sondern genau so gut von der Kunst des Wachsens abhängig geworden ist. Es liegt also nichts näher, als auch auf dem Gebiete der Wettlausordnung diejenigen Aende- rungen einzuführen, die sich als notwendig und fportfördernd erweisen. In diesem Zusammenhang darf auf ein Thema zurückgegriffen werden, das schon früher einmal berührt wurde: „Die Mmateurfrage“. Die Schweiz hat in diesem Jahre erstmals die Klasseneintelluna in Berufs-Skiläufer und Amateure durchgeführt, die von verschiedenen Seiten feit mehreren Jahren im internationalen Skiwett- lauf empfohlen wird. Bei einem großen alpinen Abfahrtsrennen im Engadin startete die Extra- klasse. zu der allerdings ausschließlich Skilehrer und Bergführer gehörten, in einer „goldenen Klasse"! Dahinter fuhren die Berufsskilehrer und Bergführer minderen Könnens in einer „Profi- klafsc" und dann erst kamen die Amateure. Es wäre zu erwägen, ob man die Erfahrungen aus diesem Gebiete nicht zifsemmäßig feststellen und im nächsten Jahre auch bei großen internationalen Rennen als Grundlage für eine Klasseneinteilung wählen sollte, die mit einem Schlage eine Reihe von Problemen lösen würde. Kurze Sportnotizen. Bei den Tennis kämp f e n um den Butler-Pokal in Monte Carlo wurde das deutsche Paar v. Cramm Kleinschroth bereits im Achtelfinale von den Franzosen Lesueur/Boussus mit 2:6, 6:2, 4:6, 3:6 ausgeschaltet. Cilly Aussem wurde bei der gleichen Veranstaltung erneut von der Engländerin Scriven mit 6:0, 6:2 bezwungen. Mannheims Radrennbahn geht ihrer Vollendung entgegen. Die Bauarbeiten sind so weit fortgeschritten, daß mit der Eröffnung am Ostermontag. 17. April, bestimmt gerechnet werden kann. Jockey Haynes, der Derbysieger 1932, ist nach Zahlung einer Abfindungssumme wegen ernster Differenzen aus seiner Stellung als Stalljockey beim Stall P. Mülhens ausgeschie- den. Seine Stelle nimmt der junge I. Starosta ein. der erst im April seine Lehrzeit beendet. Dberbeffen. Gemeinderat in Büdingen. Wg. Büdingen, 9. März. Dem Antrag des Iagdpächters Hinkel auf Ermäßigung der Iagdpachtsumme wurde stattgegeben und auf den Pachtpreis ein Nachlaß von 200 Mark für das laufende Rechnungsjahr gewährt. Die seitherige anteilmäßige Haftsumme der Gemeinde Büdingen zu den Betriebskosten für die Autolinie Büdingen-Wenings wurde auf ein Jahr genehmigt. Den Einsprüchen gegen den Bebauungsplan der Bachniichelstrahe wurde teilweise stattgegeben. Dem Antrag des Wirtschaftsausschusses auf Aenderung des Ortsstatuts zum Ortsbauplan der Stadt Büdingen erteilt der Gemeinderat seine Genehmigung. Der Einsetzung von 400 Mark in den Voranschlag für 1933/34 zur Herstellung des Sitzungssaales im Rathaus wurde zugestimmt. Zur Auflösung der selbständigen Gemarkung Harde ck erteilt der Gemeinderat seine grundsätzliche Genehmigung unter der Voraussetzung, daß der Anteil der Gemeinde Büdingen der Gemarkung Lorbach zugeschlagen und das von der Gemeinde Büdingen seit Jahrzehnten ausgeübte Iagdrecht auch weiterhin bestehen bleibt. Der Antrag versch ebener Landwirte auf Erbauung eines Gemeindebackhaufes wurde abgelehnt. Dem Ve f orgungsanwärter M. Preih wurde mit Wirkung vom 1. April 1933 ab die Stelle des Ratsschreibers bei der Stadt Büdingen übertragen. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 9- März. Bei Feldbereinigungsarbeiten stieß man in der Ober» Wörter Gemarkung auf Mauerreste einer Kirche, die zu dem einstmaligen Dorf Hüf- tersheim gehörte. In den Jahren 1461 bis 1463 fanden hier Kämpfe zwischen Dieter von Isenburg und Adolf von Nassau statt, bei denen das ganze Dorf vernichtet wurde. Di« obdach.os gewordenen Einwohner dieses Dorfes siedelten sich bann in Ober-Worten an. Vor einigen Jahren wurde an der Ausgrabungsstelte bereits der Turmhahn der Kirche zutage gefördert- Kreis Bövingen. • Selters. 9- März. Im hiesigen Bad wurde dieser Tage die Dade^tlle von einem Dieb heim- gcjucht. Gestohlen wurden drei Pedbigrohrsessel unb zwei Hocker, dazu die beiden weihen Kittel des Bademeisters. Man vermutet, daß der Dieb derselbe war. der im vergangenen Jahr im Kurhaus zahlreiche Lebensmittel stahl unb dadurch den neuen Pächter in große Verlegenheit brachte, weit das Kurhaus gerade stark beseht war. __ „ # Hirzenhain. 9. Marz. In Gegenwart einer zahlreichen Zuschauermenge wurde gestern gegen 19 Ahr auf der hiesigen Bürgermeisterei durch die SA. von Merkensrih die Hakenkreuzfahne unb auf der Postaaentur die fchwarzweihrote Fahne gehißt. Zu Störungen kam es nicht. Der Darmstädter Vo1ksbans-pro;eh. MSN. D a r m ft a b t, 9. März. In der heutigen Sitzung des Volksbankprozesses wurden einige ro c i- terc Grobkonten besprochen, aus denen der Volksbank Verluste entstanden sind, weil nicht genügend oder nicht rechtzeitig genug Sicherheiten gefordert worden sind. Vom Vorsitzenden und der An- flageoertretung wurde gewünscht, daß nunmehr v o n weiteren Zeugenvernehmungen Ab - st and genommen wird, lieber die neu eingereichten Beweisanträge der Verteidiger wird am Freitag verhandelt. Gestohlener Sprengstoff aufgefunden. WSN. M a i n z, 9. März. In der vergangenen Woche wurde in den Kalkbrüchen bei Budenheim ein schwerer Spreng st offdieb st ahl ausgeführt. Die Diebe hatten mehrereZent- ncr Sprengstoff erbeutet, so daß die Vermutung nahe lag. daß der Sprengstoff nicht allzuweit von dem Orte des Diebstahls zunächst einmal versteckt worden fein müsse. Die Nachforschungen der Polizei galten daher auch besonders scharf der näheren Umgebung und waren jetzt von Erfolg gekrönt. Wie der Polizeibcricht mittcilt, ist gestern nachmittag der gestohlene Sprengstoff in einem Schacht in der Nähe deS Schlosses Waldthausen bei Budenheim auf- gefunden und fichergestellt worden. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich zwar etwas abge- schwächt, macht aber vorerst bei uns feinen Einfluß noch geltend. Durch die Störungstätigkeit über dem Nordatlantik, wie auch über der Biskaya wird jedoch in der Höhe Warmluft von größerem Feuchtigkeitsgehalt nach dem Festland vorgetragen, so daß zeitweise mit stärkerer Bewölkung ober Dunstbildung zu rechnen ist. Aussichten für Samstag: Zeitweise stärker bewölkt, Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, doch zwischen Tag VT* Vacht sich mehr ausgleichend, trocken. ' Aussichten für Sonntag Weitere Bewölkungszunahme. aber noch meist . Zacken. Lufttemperaturen am 9. März: mittags 10,4 Grad Celsius abends 2,7 Grad; am 10. März: morgens —1,5 Grab Celsius. Maximum 11 Grad, Minimum — 2,2 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. März: abenbs 5,6 Grab; am 10. März: morgens 1,4 Grab Celsius. — Sonnenscheindauer 6 Stunden. Kircülicdp Jiochncbten. Katholische Gemeinden. Freitag, den 10. März. Gießen. 20.15 Uhr: Fastenprebigt. Ischias. HexcnschußaErkältungs- krankheiten. Stank harnsäurelö- send.bakterientötendl Absolut un- schädlichl Ein Versuch überzeugt! Illlllllllllllllllllllllllllllllllll inxrmnroarD Gießen, den 8. März 1933. 01508 IIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIII Ur?6 1684 L) 01520 geben. gesucht.Lchr.Äng.u. 4685 A I ■s. Heute nacht entschlief nach langem schweren mit grober Geduld getragenem Leiden, im 61. Lebensjahre, unsere unvergebHche, liebe Mutter, Schwiegermutter und Grobmuttej Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstraße 1 Rittergut Schachten, Torgau. Rittergut Speck, den 8. März 1933. 'Hi obem.4x5-Zlm. Etagenhau* in fr. V'iae, quüerü tsillig ui i-crfaiticn ti. Katz, Ludwtgslraße 45. Denken Sie immer daran bei lange bewährten Fabrikaten steht m-.n sich besser. - Sie wo len doch auch sparen? - Dann geben Sie der guten Qualität den Vorzug Frühjahrsmäntel, Anzüge und Stoffe für feine Maßanzüge dauerhafte Qualitäten, die Ihnen Freude bereiten, finden Sie in sehr reicher Auswahl zu ganz bescheidenen Preisen bei Böhringer, Goethestr. 22 Statt Karten. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Marie Roth, geb. Schreiner für die zahlreichen Kranz- und Bl um en spenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers danken herzlichst die trauernden Hinterbliebenen: Johannes Roth und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem groben Verluste, der uns betroffen, sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Adolf Freimutb. Gieben. den 10. März 1933 In tiefer Trauer: Ernst Bender Gustel Paszkowski, geb Bender Marthel Haardt, geb Bender Emma Bender, geb Winzenburg Dr Fritz Paszkowski Werner Haardt und 2 Enkelkinder. Vor der Ueberführung von Rittergut Schachten nach der Heimat findet am Freitag, dem 10. März, nachmittags 4 Uhr, eine Trauerfeier im Trauerhause in Schachten statt Die Beisetzung erfolgt am Samstag, dem 11. März, nachmittags 3 Uhr. in Hungen (Oberhessen), vom Hause. Bismarck Straße 5. aus. Neuzeitlich cinneridit. mit groß. Garten, in schöner freier Lage, tuert. Sdn. Ana. u. 01514 a.d.Gietz.')in;. Pianos oretsw. zu verlaut. 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Bis zum Nachmittag waren die Läden der Palazzi vorgeschlagen. Erst um die fünfte Abendstunde begannen die Straßen lebendig zu werden, die Cafss sich zu füllen. Rom erwachte! Und es wußte zu leben, dieses Rom. Nur einen Punkt der Stadt gab es, wo dieses Wogen und Treiben niemals zu branden aufhörte. Das war die Halle des Hauptbahnhofes, dessen riesige Glasüberdachung Ströme aufgespeicherten Sonnenfeuers herabschickte. Hier schwirrten die Sprachen aller Nationen durcheinander. Ganz Rom schien verreisen zu wollen. Dandys schlängelten sich Seite an Seite mit rauh belüfteten Patres durch die Sperre.________________ Weilburg: Vorstadtstraße 1 Sonntag, 12. März vormittags 11.15 Uhr - Einlab 10.30 Uhr - Montag, 13. März nachmittags 230 Uhr — Einlaß 2 Uhr — i. Teil: Der Harz Das an romantischen Schönheiten reiche Gebirge zwischen Elbe und Weser. Nordhausen. Mit der Harzquerbahn durch den Märchenwald. 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Denn als sie am Morgen nach der Terrasse herunterkam, an welcher der Tiber gurgelnd dahinrannte, lächelte ihr Frau von Guielmo schalkhaft entgegen. Joe Brandt war noch nicht zum Vorschein gekommen. Jedenfalls wollte er sich erst ganz schön machen, ehe er sich den Damen zeigte. Während Frau von Guielmo nun ihren Plan entwickelte, wurden Stephanies Wangen bald weiß, bald brannten sie rot wie die Salvien, die in den Beeten brannten. „Könnte nyan das jetzt gleich versuchen, Tante?" , „Warum nicht?--Du kannst an deinem Oberleutnant gleich erproben, wie es sich auswirkt. —" Sie drückte auf die Klingel und rief die Zofe herbei. Es gab eine kurze Erklärung. Das junge Ding begriff sofort. Das diensttuende Zimmermädchen wurde beauftragt, Herrn Brandt zu bestellen, daß die Damen erst gegen elf Uhr das Frühstück auf der Terrasse zu nehmen gedächten. Er möge sich inzwischen den Park besehen. Das tat er denn auch gründlich. Als er zur angegebenen Zeit die weiße Steintreppe hinaufstieg, sah er Frau von Guielmo mit einer fremden Dame unter der Doppeltüre stehen, die in das Speisezimmer führte. Mit einer kurzen Verneigung wollte er sich wieder zurückziehen, aber sie winkte ihn herbei. „Herr Joe Brandt.--- Frau Baronin von Merlin!" „Frau Stephanie", sagte er fassungslos. Und bann mit merklicher Angst in der Stimme: „Warum —" „Aus Vorsicht, Herr Brandt. Es kleidet sie doch gut?" Sie fuhr habet Steffie liebkosend über die Wangen und sah lächelnd auf das Gelock nacht- fchwarzen Haares, das sich auf ihre Schultern legte. Man kann nicht Bruder und Schwester mimen, wenn man sich in keinem, aber auch gar keinem Punkte gleicht. Gucken Sie sich nebeneinander in den Spiegel, dann werden Sie sehen, wie sehr nun ihre beiden Gesichter sich ähneln. Sie haben dasselbe schmale Profil wie meine Nichte, und meine Freunde werden mir aufs Wort glauben, wenn ich sage, daß es sich um die Verwandten meines toten Mannes handelt, die aus Kalifornien herübergekommen find, mich zu besuchen. Meine Zofe hilft Stephanie auch noch im Teint etwas nach. Er muß mehr ins Bronzefarbene gehen. Dann noch etwas mehr Schwärze für die Augenbrauen." l Fortsetzung folgt.) Von sieben Uhr ab getraute er sich nicht mehr aus seinem Arbeitszimmer zu gehen daß er ja sofort zur Stelle war, wenn die Klingel anschlug. Trotzdem erschrak er, als ihre Stimme zu vernehmen war. Den Hörer am Ohr, fühlte er, wie ihm die Stimme zitterte, als er „Gut Ichenhausen" sagte. „Recht schönen guten Morgen, Papa!" „Steffie, du! —" .. _ „Ja! Halte ich nicht Wort? Wie geht es dir? Mamas Befinden ist leidlich. Einen Moment sie möchte dich selber sprechen." Und dann war Frau von Brentanos ruhiger Alt im Hörer zu vernehmen Ich danke Ihnen, daß Sie mir das Kind geschickt haben, Baron. Sobald es geht, bekommen Sie Stephanie wieder zurück." , Und dann lachte wieder deren Stimme aus Dem Apparat Sie hatte eine Menge Fragen an ihn und Aufträge, die sich hauptsächlich um fein Wohlbefinden drehten. Er sagte nur „ja, Steffie" und wieder und wieder. Sie mußte sonst hören, daß ,hn die Tranen am Sprechen hinderten. v Und dann, als energisch Schluß dazwischen gerufen wurde, war alle Not und Sorge aus seinem Gesicht weggewischt. Sie hatte ihn nicht belogen. War wirklich in Wien bei der Mutter. Machten die Lästermäuler sich nun die Zungen wetzen. Er wußte es besser: Sie war nicht dem Reitknecht nachgefahren. luloinölielwap z. Mitnahme v.Gül. ver Auf. n. Woche v. Ziegenhain —Marburg, von Wiesbaden- Mainz-Frankfurt a. M.. bietet an Stflckrath & Bender, B. m. b. H., i?ooD Möbeltransport, WaUtorstr. 53, T. 3519 Stunde um Stunde ging das so! Und immer war das Bild neu! War immer interessant! Immer wieder gab es anderes zu schauen. Ein Luxuswagen, über dessen stahlblauem Lack eine dicke Staubschicht lag, zog eine elegante Schleife um den großen Platz vor dem Bahnhofsgebäude. Der Schlag klappte zurück, daß das Silbergrau der Polsterung aufleuchtete. Der Fehmantel der Dame, die über das Trittbrett stieg, streifte das braune Habit des Kapuziners. Die Uhr über dem Eingangsportal zeigte sieben Minuten nach achtzehn Uhr. Der D-Zug von Mailand mußte bereits eingelaufen sein. „Eilen Sie, Benuto", drängte die Dame ihren Chauffeur und zog den hellen Lederhandschuh fester über das Gelenk. „Eine Signora in Blond! Juna! — Für den Fall, daß ich sie verfehlen sollte. — Und hören Sie, Benuto —" Aber die kaffeebraune Livree war schon unter dem Portal verschwunden. Die Dame schlängelte sich nun selbst durch die Gasse der Wartenden und Gaffer. Die vornehme Römerin suchte und konnte nicht finden, wonach sie Ausschau hielt. Zu dumm, daß man an der Bia del Tritona diese unerwartete Verkehrsstockung hatte. Um diese sechs Minuten war man später gekommen. Das Kind würde sich hoffentlich zurechtfinden. Schließlich konnte es ja auch fein, daß sie bereits aneinander vorübergeschlüpft waren. Das Erkennen war nach sechzehn Jahren immer- hin eine ungewisse Sache. Das Bambino würde sich sicher nicht wenig verändert haben. Dann ein rasches Zugreifen: „(Sariffima Stef- fani". Zwei Arme hielten die junge Frau fest, daß sie ihr im Gedränge nicht wieder entwischen konnte. Trotz der (Enge, in der man eingekeilt stand, bekam Stephanie zwei Küsse auf Mund und Wange. „Wie bist du süß. Ganz deine Mutter." Sie sah nach dem Herrn, der ungeachtet aller Stöße und Püffe, die ihm von allen Seiten zuteil wurden, dicht hinter ihrer Nichte stehen blieb. „Dein Mann?" „Nein, Tante!--- —" Die elegante Frau lächelte. „Ich erkläre dir das zu Hause, Tante!" „Wie du willst, mein Liebes." Als man sich durch das ärgste Gedränge gewun- den hatte, stellte Stephanie vor: „Herr Oberleutnant Joe Brandt! — — Frau von Guielmo." Der helle Lederhandschuh wurde etwas gehoben und an ein Lippenpaar geführt. Heber Joes schwarzes Haar glitt der lächelnde Blick der schönen Rö- merin. Ecco! Warum nicht? Wenn die Ehe der Nichte nicht glücklich war?---Sie hatte sich längst abgewöhnt, Kritik zu üben, wenn es sich um Liebe handelte. Es kam nichts dabei heraus. Aber das Kind tat ihr leib. Was mußte das schon mit zwanzig Jahren in die Lage kommen, sich für den Gatten einen Ersatz suchen zu müssen. Vielleicht hatte sie Vertrauen. Man konnte manchen Rat geben, der nicht zu verachten war. Der Chauffeur kam abgehetzt an den Wagen, sah, daß die Gebieterin gefunden hatte und hielt den Hanau Fulda Markt 11 Marktstraße 17 Schlag zurück. Joe Brandt trug einen rinderseligen Ausdruck um den Mund. Noch nie hatte er der Sehnsucht feines Herzens folgen und Italien besuchen können. Und nun war er da. Fuhr dahin unter dem saphirblauen Himmel Roms. Sah das lehmig-gelbe Tiberwasser unter sich dahinschlängeln und die Kolosse der Engelsburg und St. Peters vor sich aufwuchten. Frau von Guielmo gefiel er. Er war ohne Zweifel hübsch mit seiner schlanken Figur und dem ver- träumten Augenpaar, das sich da so gar nicht satt zu sehen vermochte. Sie begriff, daß Stephanie ihn liebte. Und daß sie ihr Glück mit ihm bei ihr ver- stecken wollte. Und das konnte sie. Der Palazzo, den sie bewohnte, lag etwas vom Zentrum ab. Der große Park dehnte sich bis nach St.Nikkolo hin. Da konnte einer lange suchen, bis man eine Spur von ihnen fand. Denn Stephanie würde sicher auch das ihre getan haben, alle Brücken hinter sich abzubrechen. Und durch sie selbst und einen ihres Personals kam ihr sicher kein Verrat. Zwar — beim Erinnern an die tote Schwester kam ihr so etwas wie eine Gewissensangst: würde sie ihr Dank wissen, wenn sie ihr Kind so schlecht beriet? Es war immer gefährlich, aus den Armen des legitimen Mannes in die eines anderen zu flüchten. — Aber die Welt hatte sich verändert. Man war nicht mehr so sentimental wie früher. Und Stephanie mußte ja wohl wissen, was sie tun und lassen durfte. Momentan waren die jungen Leute selig. Sie sprachen zwar nicht viel, aber es prägte sich deutlich auf ihren Gesichtern ab, daß sie den Himmel in sich trugen. Als aber bann am Abend Stephanie ihrer Tante sagte, wie die Dinge eigentlich lagen, hatte diese nichts als ein einziges Staunen für deren Eröffnungen. „Ist er's denn wert, daß du soviel für ihn wagst? — Man muß sich auch über seine Gefühle klar sein, Kind. Ich würde mir nicht so viel aus ihm machen. Mir gefällt der hübsche Oberleutnant sehr gut. Aber du mußt ja wissen, was du tust!" „Ja, Tante! — Und du leihst mir deine Hilfe?" „In fkder Weise. Meine Verbindungen gehen durch ganz Italien. Du wirst nirgends verschlossene Türen finden. Nirgends, meine Liebe! Ich werde Sorge tragen, daß du in alle Kreise kommst, vornehmlich in solche, die dir von Nutzen sein können. Auf diese Weise läßt sich viel erreichen. —" * „Joe muß natürlich als mein Bruder gelten, Tante." Die schöne Frau wurde nachdenklich. „Leicht wird das nicht fein. Denk nur, wie unähnlich ihr euch seid. Ihr werdet als Geschwister überall Aufsehen erregen. Siehst du das nicht ein?" frug sie, als sie den enttäuscyten Gesichtsausdruck Stephanies bemerkte. „Deine Blondheit ist gewiß entzückend, aber neben dem Dunkel von beinern Oberleutnant springt sie zu sehr ins Auge unb haftet zu sehr im Gebücht- nts. Unb das ist gefährlich, Kinb. Gefährlicher als bu glaubst."__________ 250 Röcke und Blusen werden billiger als je in den Verkauf gebracht la getrocknete Steinpilze für Suppen, Soßen, als Gemüse usw. lose u. in Packg. kaufen Sie vorteilhaft, gesund u. billig im oieai Kräuterhaus Jung den Fachgeschäft I8r alle natlrl. Lebens- nnd Barmittel in der Schnlstrafie. II. Teil: Die Sächsische Schweiz Das Elbtal, Meißen, Pirna, PiUnitz, Sommeraufenthalt der Könige von Sachsen. - Hosterwitz.Weibe Hirsch, Loschwitz, die Albrechts-Schlösser, Schlofa Moritzburg, der reiche Tierpark, Wehlen, Rathen, Königstein, die romantischen Basteifelsen. in. Teil: Das Riesengebirge 1683 c Im Reiche Rübezahls — Die Schönheiten der schlesischen Berge — Hoschberg — Bad Warmbrunn — Talsperre bei Mauer — Hermsdoif — Die Bauden - Die Schneekoppe — Oberschreiberhau — Schlesische Sitten und Gebräuche — Bauernhochzeit — Spinnstube —Volkstänze — Durch Rübezahls Winterwald. rv.Teil: Der Schwarzwald Das tief dunkle und doch so liebliche Gebirge im Süden Deutschlands — Der Schwarzwald im Sommer- und Winterzauber — Baden-Baden — Badenweiler — Wildbad St. Blasien — Sitten und Gebräuche — Volkstrachten — Verfallene Burgen — Die lieblichsten Täler - Albtal, Murgtal und Raumunzachtal — Der Feldberg — Der Rheinfall bei Schaffhausen — Konstanz a. B, die Geburtsstadt eines groben Deutschen, des Grafen Zeppelin - Aufstieg des .Graf Zeppelin* zur Sturmfahrt nach Amerika - Der Schwatzwald im Winterzauber. — Preise der Plätze: Loge RM. 1.50, Balkon 1.30, Rang 1 20, 1. Platz 1.-, 2. Platz 0.80, 3. Platz 0.60. Schüler und Studenten zahlen nachmittags halbe Preise. 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Jahreskarte ist b Aon allen de im Jahre 1932 haben, wird die sie nicht bis spül Abmeldung gebri !• Wer in Aa iichen Orten und automaten oder t Wirtschaftslokal o ~ 3 ZZs 3 8 fr 3 3 co 3 3 s 3 "2.= 8 ® 613 8 = 233c S ' löl" .-SZ 3 «O LüA 3 ° - 3 o-^ Hä'2 öo S 5 3 d3-8 E^=- in »> -61Z 3 3 o o 3.® 0 D <0 5 3 3 2 1 8 3 — o O * C " or-tScy^. » = 3 3 ^3 »«cz 5 - ?°3 612 " 3- o d 3 n- = 2 " 35 « 5 8 cz-q 333 8 « ^3 w fr3 3 Söo3 3 Cfl6S3 53 H° 3 Aus Grund 2 213) zur 1908 (»«JJtJ 1924 in«" blatt I 2a gcbührenötW wird folgendes h 3 5 3 ro o —2- •®3c<2.8 3S3 3 3 3 s = ?« = 8 C: - O:K) na n -7- o A R 2.2 61 b — o — |1 öl3 3 3 Gl"- = - O « V- —1 CT ro *"1 o l-,8 §-frS cz 3 613=3 Z “ ic, 61 = Kp-S' if -A = C 8~» 3 ro B co S 2 8" 6)Vro-2- 3 fr 8- 3 3 3 ro 3 ö**” o 3 o a- 5 3 ro =• o* — 0-0" g hS Q-g. 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