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Februar. Das Bureau der Abrüstungskonferenz beriet über das Arbeitsprogramm der Konferenz. Heber das bereits vorliegende englische Programm, das aus einem sicherheitspolitischen und einem militär- technischen Teil besteht, entwickelte sich eine sehr bewegte Debatte, in der die Gegensätze in der Abrüstungsfrage erneut zum Ausdruck kamen. Der britische Vertreter Eden erklärte, wenn die Arbeiten der Konferenz in den nächsten Wochen zu keinem Resultat führen würden, sei es mit den Chancen der Konferenz endgültig vorbei. Die englische Regierung sei fest entschlossen, die Abrüstungskonferenz jetzt in das entscheidende Stadium zu bringen. Oer deutsche Vertreter Botschafter Radolny gab eine formulierte Erklärung ab und betonte, die deutsche Regierung halte sich für verpflichtet, auf die außerordentlichen Gefahren hinzuweisen, die ein Vorgehen nach sich ziehen würde, durch das man lediglich den Zusammenbruch der Konferenz vor der Weltöffentlichkeit verschleiern wolle. Radolny begrüßte das Arbeitsprogramm der englischen Regierung und richtete an das Präsidium die Forderung, jetzt ohne lange Aussprache und ohne technische Prüfungen so schnell wie möglich durch Abstimmungen volle Klarheit darüber herbeizuführen, wieweit die Abrüstungskonferenz in der Herabsetzung der Rüstungen gehen wosle. Zu dem ersten Teil des englischen Arbeils- Programms, der die politischen Richtlinien be- handelt. nach denen für Deutschland und die übrigen entwaffneten Mächte das künftige Abrüstungsabkommen an Stelle der Entwafsnungs- bestirnmungen der Friedensverträge treten solle, erklärte Radolny, daß die Frage der Gleichberechtigung durch das Abkommen vom 11. Dezember 1932 grundsätzlich nach langen schwierigen Verhandlungen geregelt sei. Die deutsche Abordnung begrübe es, daß die englische Regierung in ihrem Arbeitsprogramm von der entscheidenden Schluhfolgerung dieser Vereinbarung ausgehe. Die praktische Anwendung des Gleichberechtigungsgrundsahes müsse nunmehr bei der Durchführung des Abrüstungsprogramms erfolgen. Die Aufstellung eines Arbeitsprogramms mache jedoch eine neue Aussprache über die Gleichberechtigung in keiner weise notwendig. Er werde sich in jedem Falle einer derartigen Aussprache widersehen. Der französische Außenminister Paul -Bon- c o u r erklärte, die französische Abordnung verlange zunächst eine Entscheidung der Konferenz über die beiden Grundsätze des französischen Planes, den Grundsatz der S i ch e r h e i t und der Annahme eines kontinental - europäischen Sicherheitspaktes, sowie den französischen Vorschlag für die Vereinheitlichung der europäischen Armeen. Zu dem von Botschafter Radolny eingenommenen Standpunkt meldete Paul-Boncour grundsätzliche Vorbehalte an. Das Abkommen der Großmächte vom 11. Dezember seinureinevereinbarungvon einigen Mächten, daher für die fion- i feren; nicht bindend. Die Gleichberechtigungsfrage könne nur im Rahmen einekOrganisationdereuropäischen Sicherheit geregelt werden. Paul-Doncour schloß sich dem Vorschlag Radol- nys, eine Aussprache über die grundsätzlichen Fragen nicht zu erörtern, an und verlangte, daß die französischen Sicherheitsvorschläge an den politischen Ausschuß und die Frage der Regelung der effektiven Truppenstärken und der Vereinheitlichung der Armeen an den Haupt- ausschuh überwiesen werden. Radolny antwortet heute. Deutschland wird auf klare Entscheidungen drängen. Die französische Regierung hat damit zum er- Itenmal die am 11. Dezember getroffene Aner- rC™un9 der deutschen Gleichberechtigung abge- leynt. Radolny meldete sich daraufhin unver- -um Wort. Ebenso bat der englische vlaatssekrctär Eden den Präsidenten um das -n > r öu einer Beantwortung der an ihn von -uaoolnh gerichteten Frage, ob die englische Re- gierung den deutschen Standpunkt über die endgül- nge Regelung der Gleichberechtigungsfrage teile, ^^^ersonlehnte esjedoch ab, denVer- tretern Deutschlands und Englands das Wort zu m Begründung, daß die Sitzung wegen anderweitiger Sitzungen -volkerbündes geschlossen werden müsse. Botschafter Radolny wird daher in der nächsten Sitzung des Präsidiums die offizielle deutsche Er- Porung abgeben, daß die deutsche Regierung die Gleichberechtigungsfrage als endgültig g e • regelt ansehe, daß für Deutschland allein öt_e Vereinbarung der fünf Groß- rnädjte Dom 11. Dezember maßgebend fei und daß die deutsche Regierung eine weitere Aussprache über diese bereits entschiedene Frage unter keinen Am ständen zu - lassen werde. Viel bemerkt wurde in der Erklärung Ra- dolnhs der Hinweis, daß die Versuche, ein Abrüstungsabkommen ohne eine entscheidende Herabsetzung der Rüstungen auszuarbeiten, zu „unübersehbaren F o l- g e n“ führen werden. Die deutsche Regierung hat damit zum erstenmal angekündigt, daß sie sich im Falle eines Scheiterns der Abrüstungsver- handlungen durch die Schuld der übrigen Mächte ihre Entscheidungen für die Zukunft Vorbehalten müsse Die deutsche Abordnung wird in den weiteren Verhandlungen mit Rachdruck den grundsätzlichen Standpunkt vertreten, daß weitschweifende Aussprachen und technische Sachverständigenprüfungen nicht mehr zugelassen werden könnten, und daß jetzt nur durch Abstimmungen die unbedingt notwendigen Entscheidungen herbeizuführen seien. Die deutsche Abordnung wird sich jeder Aussprache über die Gleichberechtigungsfrage widersetzen und zu den einzelnen Punkten des Arbeitsprogramms die praktische Anwendung der Deutschland zuerkannten Gleichberechtigung fordern. Die Grundlage der deutschen Abänderungsvorschläge ist erstens, die als verboten zu erklärenden schweren Angriffswaffen müssen zerstört werden; zweitens der deutsche Rüstungsstand ist in Zukunft von dem Rüstungs- stand der übrigen Mächte abhängig zu machen. Ferner wird beantragt werden, daß in dem Abrüstungsabkommen die effektive Truppenstärke eines jeden Landes festgesetzt wird. Em kritisches Stadium. Der Eindruck in englischen Kreisen. Genf, 9. Febr. (TH.) Die Erklärungen Paul» Doncours werden in englischen Kreisen als die schärfste Stellungnahme gegen Deutschland bewertet, die man in den letzten Jahren gehört habe. Rach englischer Auffassung hat sich damit die französische Regierung von der Fünsmächteertlärung vom 11. Dezember über die Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung losgesagt. Der neue Vorstoß wird damit zu einer bewußten Sabotage der Abrüstungskonferenz durch Frankreich. Es wird erwartet, daß der Führer der deutschen Abordnung am Freitag die französische Auffassung aufs schärfste ablehnen und an den französischen Außenminister die offizielle Frage richten wird, ob sich danach die französische Regierung an die Fünfmächteerklärung vom 11. Dezember nicht mehr gebunden fühle. Die Verhandlungen der Abrüstungskonferenz sind durch die Stellungnahme der französischen Regierung unerwartet schnell in ein ungewöhnlich kritisches Stadium getreten. Vizekanzler von papen über den neuen Kurs in ÄeuWand und das Verhälinis zn Frankreich. P aris, 9. Febr. (TH.) Der „Temps" veröffentlicht eine Unterredung seines Berichterstatters George 6 u ar e z (der Tardieu und dem Komitee des Forges nahesteht) mit dem Vizekanzler von Papen. Auf die Bemerkung des Berichterstatters, daß die Ereignisse seit Dezember vorigen Jahres sehr rasch aufeinandergefolgt feien, erwiderte Herr v. Papen, diese rasche Entwicklung sei zu begrüßen, denn eine dauerhafte Verständigung zwischen den Völkern sei nur möglich und wünschenswert, wenn sich die innere und wirtschaftliche Lage eines jeden Landes gefestigt habe. Wenn man dauerhafte Werte schaffen wolle, müsse man der Zukunft sicher fein. Unter dauerhaften Werten verstehe er den Zusammenschluß aller j-ungen Kräfte des deutschen Volkes zu einem einzigen Block un- ter der Oberhoheit des Reichspräsidenten v. Hindenburg. Die Festigkeit der inneren Lage in Deutschland sei die beste Bürgschaft für die Zukunft Europas. Auf eine weitere Frage, wie er feine ziemlich unerwartete Zusammenarbeit mit den Rationalsozialisten auslege, erklärte v. Papen, man müsse sie a l s die Zusammenarbeit der nationalen Jugend mit den Reukon- s e r v a t i v e n betrachten, die sich einerseits mit der deutsch-preußischen Vergangenheit, wie andererseits mit den Kräften des Landes verbunden fühlen. Die Weimarer Verfassung sei ein Gedankenaufbau der im Leben des Volkes nicht Wurzeln gefaßt habe. Dieses System habe sich als unfähig für die Führung Deutschlands erwiesen. Rur ein durch eigene Kräfte gestärktes Deutschland könne die notwendige Lebensmöglichkeit und Dauerhaftigkeit haben, um einen Schutzdamm gegen den Bolsche^ wisrnus zu bilden. Die Sozialdemokratie habe die Macht 14 Jahre in Händen gehabt. Sie habe sich in allen Verwaltungen und Schulen Eingang verschafft. Rur die Reichswehr habe sich gegen die Durchdringung des sozialistischen Geistes gewehrt. Die deutsche Jugend sei durch marxistische Lehrer erzogen worden. Es- sei Zeit gewesen, dagegen anzugehen. Deshalb habe er auch im Juli vorigen Jahres die Maßnahmen getroffen, die sich gegen die preußische Regierung als notwendig erwiesen hätten. Man habe das einen Staatsstreich und einen Versuch der Verfassungs- Verletzung genannt. In Wirklichkeit fei die Weimarer Verfassung so eng umgrenzt, daß man zur Tatenlos igkeit verurteilt sei, wenn man sich an den Buchstaben halte. Um stark zu fein, müsse das Recht aufbauend sein. Es müsse den Ereignissen Rechnung tragen und sich ihnen anpassen. Herr v. Papen ging bann auf d i e deutsch- französischen Beziehungen ein. Deutschland, auch das neue Deutschland, wünsche den Frieden und die Freundschaft mit der ganzen Welt. Gewisse Kreise in Frankreich hätten von Deutschland eine so schlechte Meinung, baß sie glaubten, es genüge, ihm b i e M i 11 e l zu seiner Wieberausrichtung zu verweigern, um ihm bamit auch den Willen zur Erreichung dieses Zieles zu nehmen. Die Gewaltanwenbung habe bei gesunden Völkern bisher stets entgegengesetzte Reaktionen ausgelöst. Die Erniedrigungen, die man Deutschland so lange aufgezwungen habe, hätten notgedrungen eine psychologische Gegenwirkung aus- lösen müssen. Er sei der Auffassung, daß man sich in Frankreich zu der Einsicht durchringen müsse, daß man nicht fortfahren könne, Deutschland 14 Jahre nach dem Kriege Bedingungen aufzuerlegen, die Frankreich bestimmt nicht annehmen würde, wenn es sich in der gleichen Lage befände. Alle Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Entwicklung zwischen Frankreich und Deutschland seien durch die Anwendung der bisherigen Politik behindert worden. Die augenblickliche Wirtschaftskrise müsse bei beiden Völkern den Wunsch auslöfen, auf die Gewaltanwendung zu verzichten und endlich zu einer immer engeren Zusammenarbeit überzugehen. Herriots Alpdrücken. Sorge vor einer Widerstandsfroni gegen Versailles. Paris, 9. Febr. (TH.) Herriot, der ehemalige Ministerpräsident und Führer der Radikalen, beschäftigt sich in der „Ere Rouvelle" mit der außenpolitischen Lage im allgemeinen und den letzten Ereignissen in Deutschland im besonderen. Er bezeichnet es als eine bemerkenswerte " Tatsache, daß der französische Ab- rüstungsplan in Litwinow einen der besten Verteidiger gefunden habe und glaubt, daß das russisch-französische Richtangriffsabkommen dabei eine gewisse Rolle gespielt hat. Deutschland manövriere weiter. Man werde sich darauf gefaßt machen müssen, daß es demnächst die qualitative und quantitative Gleichstellung der Rüstungen fordere. Das würde die Wiederaufrüstung Deutschlands bedeuten. Es sei also zu befürchten, daß Deutschland sich gegebenenfalls von jeder Kontrolle freimachen wolle, um eigene Wege in der Organisierung im Innern und im Heer zu gehen. Die Spannung zwischen dem Reich und Preußen sei sehr ernst. Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Adenauer und Braun einerseits und Adolf Hitler und Papen andererseits ähneln auffallend irgendwelchen Begräbnisformalitäten. Für die deutsche Sozialdemokratie könne man alles befürchten. Hitler versuche, seine Gegner durch rasches Handeln zu schlagen. Es sei nicht daran zweifeln, daß er im Auslande unterstützt werde. Frankreich habe gerade in dieser Hinsicht eigentümliche Informationen erhalten. Südslawien And Polen seien außerordentlich beunruhigt. Es sei deshalb nicht übertrieben, zu behaupten, daß die außenpolitische Lage zumindest sehr ernst sei und daß sie die französische Regierung und die Oeffentlich- keit noch mehr als die Finanzlage beschäftigen müsse. Woraus Herriot mit seinen unqualisizierbar lächerlichen Verdächtigungen hinzielt, geht aus einem Bericht über die gestrige Sitzung des Auswärtigen Ausschusses der Kammer hervor, der Abgeordnete Pbarnegaray hatte erklärt, er glaube, mit vollkommener Sicherheit zu wissen, daß im August 1932 ein geheimer Vertrag für ein Offensiv- und Defensiobündnis zwischen Italien, Ungarn und Deutschland unterzeichnet worden sei. Herriot sei damals Minister- Präsident und Außenminister gewesen, und er sei also sicher über diese Angelegenheit unterrichtet. Herriot hat daraufhin dem Fragesteller geantwortet, daß er die Existenz eines derartigen Vertrages vermute, daß er aber das Außenministerium verlassen habe, ohne den Beweis dafür zu erhalten, daß die Unterschriften ausgetauscht worden seien. Er sei allerdings der Ansicht, daß der Erfolg der Hitler-Bewegung, die vor allem gegen den Kommunismus gerichtet sei, Frankreich eine au fridjtige Annäherung mit Rußland einbringen werden. Diese Annäherung habe sich bereits bei der Unterzeichnung des französisch-russischen Nichtangriffspaktes gezeigt. Roosevelts Standpunkt zur Knegsschuldenfrage. Washington, 9. Febr. (TU.) In Kreisen der nächsten Umgebung Roosevelts wird erklärt, Roosevelt habe in Sachen der Kriegsschuldenfrage seinen Standpunkt in folgenden vier Punkten festgelegt: 1. Die Kriegsschulden seien als Schulden wie jede anderen zu betrachten. 2. Die amerikanische Regierung werde m i t jedem Schuldnerlande einzeln verhandeln. 3. Bei den Verhandlungen müsse die Z a h l u n g s- f ä h i g k e i t des Schuldnerlandes berücksichtigt werden. 4. Die Kriegsschulden seien scharfvondenRe- parationen z u trennen. Ferner wird darauf hingewiesen, daß der britische Vorschlag, die Kriegsschulden durch eine zehn- prozentige Abschlagszahlung entsprechend dem Lausanner Abkommen zu regeln, für Roosevelt unannehmbar sei. Roosevelt sei im übrigen der Ansicht, daß persönliche Besprechungen großen Konferenzen vorzuziehen seien. Er telephoniere fast täglich mit Macdonald und habe die Demokraten im amerikanischen Kongreß ersucht, seine Vorbesprechungen nicht durch voreilige Debatten zu stören. Infolgedessen kommen Kritiken über die englischen Vorschläge fast ausschließlich von republikanischer Seite. Ein deutscher Schritt in Schweden. Gegen Verunglimpfungen des Reichskanzlers in der Presse. Berlin, 9. Febr. (TH.) Wie von zuständiger Seite bestätigt wird, ist der deutsche Gesandte in Stockholm, von Rosenberg, im Einverständnis mit dem Auswärtigen Amt beim schwedischen stellvertretenden Außenminister wegen der unfreundlichen Haltung einiger schwedischer Blätter (es handelt sich dabei um sozialdemokratische Blätter) gegenüber der deutschen Regierung v o r st e 11 i g geworden. Der Gesandte, der darauf hinwies, wie unliebsam für die freundschaftlichen deutschschwedischen Beziehungen eine solche Haltung sei, fand volles B e r st ä n d n i s für die deutsche Auffassung. Es wurde ihm eine entsprechende Einwirkung auf die in Frage kommenden Blätter zugesagt. Wenn im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit in verschiedenen Zeitungen von einem Telegramm des Reichsmini st ers Göring an den Chefredakteur der „Göteborg Handels och Sjöfarts Tidning" die Rede ist, worin Minister Göring gegen abfällige Aeußerungen dieses Blattes über die Regierung Hitler protestiert, so wird von zuständiger Stelle dazu betont, daß es sich bei diesem Telegramm um eine reine Privatinitiative Görings gehandelt hat, zu der sich der Minister offenbar auf Grund seiner persönlichen guten Beziehungen zu Schweden veranlaßt gesehen hat. Das Auswärtige Amt ist mit diesem Telegramm nicht befaßt worden. „Dagens Nyheter" hat Göring durch ihren Berliner Korrespondenten befragen lassen. Göring erklärte, der Artikel von „Handels-Tidningen" sei für den deutschen Reichskanzler unerhört kränkend gewesen. Was hätte man in Schweden gesagt, wenn eine deutsche Zeitung einen ebenso kränkenden Artikel über den jetzigen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten in Schweden geschrieben hätte? Göring erklärt, daß er Schwedens Freund sei, und daß er sein Telegramm als rein privat und nicht zur Veröffentlichung bestimmt angesehen habe. Er habe bittere Auseinandersetzungen in der deutschen und der schwedischen Presse vermeiden wollen. Oer Reichskanzler und Hugenberg im Rundfunk. Berlin, 9. Febr. (TH.) Der Deutsche Rundfunk überträgt am Freitag, 10. Februar, von 20.30 bis 21.45 Hhr, aus dem Sportpalast Berlin eine Rededes Reichskanzlers Hitler und am Samstag, 11. Februar, von 20 30 bis 21.45 Hhr, aus dem Sportpalast eine Rede des Reichsministers Dr. Hugenberg. Am Samstag, 11. Februar, von 10 bis 10.45 Hhr überträgt der Deutschlandsender die Eröffnung der Berliner Internationalen Autoausstellung mit einer Ansprache des Reichskanzlers Hitler. Angeschlossen sind die Berliner und Hamburger Sendergruphen. Die übrigen Rundfunkgesellschaften bringen die Sendung im Laufe des Tages auf Wachsplatten. t d s M 1. IN ls cc ie 2s .11 ur •rt m- us u- nn ar. cde an zen der de« rifl tem »len eu- zur duft hie- ger Die end- den. ume. 200 wird, chsen )aus jrgs- ger eben- \ fin- oben, Ar- )chen, sorge tialcn junge n sich chsten i) er- Hefige ÖULd) g mit r weit »inaus werke, riete um “ erb' be* \ Der- 3 zum ort seit chntal- 's Ge- „ Säer , der anges- ind das ‘!te für at hier leider . Zwei Man- lebenS- ftor- i u I c n Äuf- i dessen tig und trocken. Vielfach ag und n mild, id toei- e Welch nach Durch erbingi e über giebige chlichen en ab- i Druck eiligem icti sich späler- Nieder- ,8 Grad norgens inimum 10 cm 9. März: 0,0 mm. Verwendung amtlicher Fonds für Wahlzweüe 1932. Eine Mitteilung der kommissarischen Negierung. Berlin, 9. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Am 5. Februar 1933 hat das Kabinett Braun in der Presse eine Erklärung veröffentlicht, in der die im Preußischen Landtag am 4. Februar von einem Abgeordneten aufgestellte Behauptung, das Kabinett Braun habe Staatsmittel für Parteizwecke zur Verfügung gestellt, als objektiv unrichtig bezeichnet wird. Die Kommissare des Reiches müssen demgegenüber seststellen, daß die Mittel, die biszumBetrage v o n 2 Millionen Reichsmark durch einstimmigen Beschluß des Kabinetts Braun vom 6. 4.1932 durch Ueberschreitung des H a u s h a l t s f o n d s „Bekämpfung des Verbrechertums" gewonnen werden sollten, nach den amtlichen Unterlagen nicht der Zweckbestimmung entsprechend, sondern fast ausschließlich für andere Zwecke, offenbar Wahlpropaganda der damaligen Koalitionsparteien bei der letzten Landtagswahl 1932 verwendet wurden. Im übrigen wird über die Angelegenheit mit Beschleunigung ein Gutachten der Oberrechnungskammer erbeten werden. Die Kommissare des Reiches behalten sich weitere Schritte vor, sobald dieses Gutachten erstattet ist. * Zu der Verlautbarung des Reichskommissars erklärt das Kabinett Braun: „Diese Behauptung ist unrichtig. Die zur Verbrechensbekämpfung verbuchten Mittel sind für diesen Zweck auch tatsächlich ausgegeben, wobei bemerkt wird, daß hochverräterische Unternehmungen, Sprengstoffattentate, Gewalttaten, Terror und Staatsverleumdung nach dem Strafgesetzbuch zu ahndende Vergehen und Verbrechen sind. Die etatsrechtliche Zulässigkeit des Beschlusses hat das zuständige Fachressort vorher geprüft und bestätigt. 3m übrigen ist nur ein Bruchteil der genannten Summe verausgabt worden. Die preußische Regierung hat im Einvernehmen mit der Reichsregierung, zum Teil auf ihre Veranlassung, zum Schutze des Staates und der Verfassung gehandelt. Nicht Verstaatlichung, sondern Beaufsichtigung der Großbanken. München, 9. Febr. (TU.) Die Abstimmung in der Mittwochsitzuna des Bayrischen Landtages in der Fraae der Verstaatlichung der Großbanken war sowohl im Landtag selbst, wie in der Presse allgemein dahin verstanden worden, daß der ursprüngliche nationalsozialistische Antrag auf Verstaatlichung der Großbanken angenommen worden sei. In der Vollsitzung des Bayerischen Landtages am Donnerstag erklärte nun aber Präsident Dr. Stang, um keinen Zweifel auflommen zu lassen, stelle er nachträglich ausdrücklich fest, daß sich die gestriae Abstimmung über den nationalsozialistischen Antrag betreffs Verstaatlichung der Großbanken auf den Abänderungsantrag bezogen habe. In diesem Abänderungsantrag aber war die Beaufsichtigung der Großbanken verlangt. Im übrigen stimmt der Wortlaut des Antrages mit dem ursprünglichen nationalsozialistischen Antrag überein. Oer NeicbSlandbund fordert schärfste Maßnahmen gegen ausländische Buttereinfuhr. Berlin, 9. Febr. (ERB.) Der Reichslandbund hat an den Reichskanzler sowie an den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ein Telegramm abgesanot, in dem darauf hingewiesen wird, daß der Butterpreis heute wieder um 5 RM. gefallen und ein weiterer Preissturz zu befürchten sei. Ein sofortiges Eingreifen der Reichsregierung sei dringend erforderlich. Der gegenwärtige Rotstand rechtfertige die sofortige völlige Sperrung der Grenzen gegen Oie indischen Meuterer gestellt. Zusammentreffen mit -en „Sieben Provinzen". Die Meuterer verlassen das Lchiff. Batavia, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die aufrührerische Mannschaft des niederländischen Schlachtschiffes „Sieben Provinzen" Hot kapituliert. Bisher find folgende Rachrichten über den Vorgang eingetroffen: heule früh forderte der Befehlshaber des verfolgenden Geschwaders die Meuterer durch Funkspruch auf, bedingungslos zu kapitulieren, falls sie nicht wollten, daß Gewalt gebraucht werde. (Er verlangte, dos Schiff solle stoppen, die niederländische Flagge hissen und auf dem Deck eine weihe Fahne zeigen. Rach zehn Minuten kam die drahtlofe Antwort: „hindert uns nicht!" hierauf wurde von einem Flugzeug eine Bombe neben dem Schlachtschiff ins wasser geworfen. Da die Warnung ohne Wirkung blieb, warf ein Dornier-Flugboot eine zweite V o m b e ab, die ein Treffer war. An Bord entstand ein Brand, der ober anscheinend nicht ernster Ratur ist. Die Meuterer verliehen das Schiff in Booten. Merkwürdigerweise sendet das Schiff „Sieben Provinzen" noch immer draht- lose Botschaften, weitere Rachrichten sind noch nicht eingegangen. Butterüberschwemmung und sonstige scharfe Eingriffe zur Marktbereinigung. Das Wahlablommen der Bitte. Zu dem Wahlabkommen der bürgerlichen Mittelparteien teilt der Pressedienst der Deutschen Volkspartei noch mit, daß nach der politischen Seite hin die Bewegung zur nationalen Konzentration in diesem christlich-nationalen Block eine starke Stütze findet. Alle ihm angeschlossenen Parteien und Gruppen sind zur positiven Mitarbeit in der nationalen Front bereit. Sie sind überzeugt, daß die von ihnen vertretenen staatspolitischen, wirtschaftspolitischen und kulturellen Kräfte und Auffassungen der unentbehrliche Bestandteil jedes auf bau end en Regierungsprogramms sein müssen. Ein gleiches Abkommen ist für die preußischen Landtagswahlen zwischen der Deutschen Volkspartei und dem Christlich-Sozialen Volksdienst abgeschlossen worden. Oer Gehaltsverzicht des Reichskanzlers Berlin, 9. Febr. (WTB.) Die Rachricht der Reichskanzler habe auf sein Gehalt als Reichskanzler verzichtet, ist in der Oeffentlichkeit vielfach mit der Behauptung angegriffen worden, ein Gehaltsverzicht eines Reichsministers oder eines Beamten sei rechtlich unzulässig. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist dem Reichskanzler sehr wohl bekannt, daß einem generellen Gehaltsverzicht rechtliche Bedenken ent» gegenstehen. Hier handelt es sich jedoch um die Ueberweisung des monatlichen Gehalts auf Anweisung des Reichskanzlers a n ein noch zu bildendes Kuratorium, das die eingehenden Beträge für noch näher zu bestimmende wohltätige Zwecke verteilen wird. üt. e>i?rup tx>irö prasioen. der Arbeitslosenversicherung. Berlin, 10. Febr. (VDZ.) Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung Hal sich dafür ausgesprochen, daß der bisherige Reichsarbeitsminister S y r u p zum Präsidenten der Reichsanstalt ernannt werde. Das Reichskabinett hatte Dr. Shrup f ü r d i e s e s Amt vorgeschlagen. Rach den gesetzlichen Sin- Europäer die Anführer der Meuterei? A m st e r d a m, 9. Febr. (WTB.) In einer Mel° düng des „Telegraaf" aus Surabaja wird bestätigt, daß der Eingeborenenteil der Bemannung des Kreuzers ,Zava" für unzuverlässig gehalten wurde, weshalb vie eingeborenen Maate und Matrosen in Surabaja durch europäische Unteroffiziere und Matrosen ersetzt wurden. Man hielt diese Vorsichtsmaßnahme für^ notwendig, um beim Zusammentreffen mit der „Sieben Provinzen" nicht das geringste Risiko in Kauf zu nehmen. Daß die Befürchtungen keineswegs unbegründet waren, ergibt sich aus der Tatsache, daß drei europäische Mitglieder der Bemannung nach der Ankunft auf der Reede von Batavia in Hast genommen wurden. Die Behörde glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß die drei Verhafteten diechaupträdelsführer der bei der niederländisch-indischen Flotte eingetretenen Beunruhigung sind. Infolgedessen sind erneut Vermutungen aufgetaucht, daß auch die Meuterer der „Sieben Provinzen" von europäischen Elementen angeführt werden. Eine Bestätigung für diese Annahme wird I darin erblickt, daß das Meutererschiff seinen Kurs I so gut hat einhalten können. Vorschriften muh nun noch der Reichsrat zu dem Vorschlag Stellung nehmen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß auch der Reichsrat, der ja wegen der neuen Auseinandersetzungen mit Preußen erst mit Verspätung zusammentritt, die Ernennung Dr. Syrups billigen wird. Die Ernennungsurkunde wird hierauf dem Herrn Reichspräsidenten zur Unterschrift vorgelegt. Oie Krage der Staatsform für die NSOAP. nicht aktuell. Paris, 10. Febr. (ERB. Funkspruch., 'Der Berliner Korrespondent des „Petit Journal" berichtet seinem Blatte über eine Unterredung, die er mit dem Befehlshaber der Berliner SA., Graf H e l l d o r f, hatte. Als Hauptaufgabe des Rationalsozialismus bezeichnete Graf Helldorf den „inneren Wiederaufbau". Gr erklärte: Wir wollen wieder bei uns Herr sein ohne irgendwelche äußere Einmischung, und wir wollen mit jedermann in Frieden leben. Der Rationalsozialismus wird niemals der früheren Kaiser, den früheren Kronprinzen oder irgendeinen der jetzt lebenden Prinzen auf den Thron heben. Unter den Rationalsozialisten gibt es R e - publikaner und Monarchisten. Vielleicht wird man in zehn 3ahren diese Frage prüfen, heute aber ist sie i n k e i n e r W e i s e aktuell. Anschlag aus em Berliner Verkehrslokal der ASOAP. Berlin, 10. Febr. (ERB Funkspruch.) Auf ein Verkehrslokal der RSDAP. wurde in der vergangenen Rächt ein Ueberfall verübt. Kurz nach Mitternacht wurden auf das Lokal mehrere Schüsse abgegeben und zwei Eierhandgranaten durch das Schaufenster in den Gast- raum geworfen. Von den im Lokal anwesenden 25 Rationalsozialisten wurden drei leicht verletzt. Die Täter sind mit einem Motorrad unerkannt entkommen. — 3m Rorden der Stadt wurde ein Arbeiter durch einen Kopfschuß so schwer verletzt, daß er auf dem Wege ins Krankenhaus starb. — 3n der Rähe des Brandenburger Tors wurde heute früh ein Mann mit einer Schußverletzung an der rechten Schläfe t o t aufgefunden. Cs besteht der Verdacht, daß es sich um einen Mord handelt. Zum -10. Todestag des Entdeckers der Röntgenstrahlen. 1 VVyv,<„. _________.......: - "M. : M. z'-' WWW «•. d i "i Die Büste Wilhelm Konrad von Röntgens, des großen deutschen Physikers, der vor zehn 3ahren, am 10. Februar 1923, in München starb. 1895 entdeckte er die von ihm als X-Strahlen bezeichneten, bald jedoch nach ihm benannten Strahlen, die für die medizinische Wissenschaft von so überragender Bedeutung wurden. Von 1879 bis 1888 wirkte Röntgen an der Universität Gießen. 1901 wurde Röntgen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Aus aller Wett. Kältewelle über Amerika. Die von den amerikanischen Weststaaten kommende Kältewelle hat nunmehr Reuyork erreicht, wo ein eisiger Wind weht. Es erfolgte ein außerordentlicher Temperatur stürz von plus 17 Grad Celsius am Mittwoch auf minus 11 Grad Celsius am Donnerstag. 3m ganzen Lande sind über fünfzig Personen erfror e'n. Die Rordweststaaten melden eine Temperatur von minus,50 Grad im Gebirge. Der Schnee liegt in einer noch nie dagewesenen Höhe, so daß der Verkehr vollständig unterbrochen ist. Die Wetterwarten sagen zunehmende Kälte voraus. Mißglückter Fluchtversuch zweier Fremdenlegionäre. Zwei Angehörige der französischen Fremdenlegion, ein Deutscher namens Rudi Bachmann und ein Schweizer Reymond Hans, die im 1. Regiment der Fremdenlegion in Saida Dienst taten, versuchten in einer der letzten Nächte mit einem französischen Mllitärflugzeug zu flüchten. Sie hotten bereits aus einem Flugzeugschuppen ein großes Flugzeug herausgeholt, als der Poften sie bemerkte und sofort schoß. Bachmann wurde verletzt, der Schweizer Hans konnte in der allgemeinen Aufregung flüchten. Bachmann wurde verhaftet. Er sagte aus, er und sein Kamerad hätten nach Italien flüchten wollen. Blutiger Bruderslreit. — (Ein Toter, ein Schwerverletzter. Der Hof Schierbaum in Vortrup bei Osnabrück war der Schauplatz einer schweren Bluttat. Drei Brüder Schierbaum "gerieten wegen Famü. i= angelegenheiten in Streit. Im Verlaufe der Auseinandersetzung griff der Milchhändler Kaspar Schierbaum zum Revolver und feuerte mehrere Schüsse auf feine Brüder ab. Beide erlitten schwere Verletzungen. Einer der Verletzten st a r b bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Der Täter konnte verhaftet werden. „Mein liebstes Herz!" Son £ito Dämmert Der Brief liegt im Sterben. Wir, feine wahren Freunde, die ihn liebten um seiner tausend Möglichkeiten willen, uns das menschliche Herz zu offenbaren, wir stehen traurig um sein Krankenlager herum. Es wird ihm wohl kaum zu helfen sein. In einer Zeit, da die Rotationsmaschinen der Zeitung sich in immer rasenderer Geschwindigkeit drehen, da wir eine Zeitung vom Tag vorher schon nicht mehr vertragen können, und da das Telephon uns zu jeder Stunde mit irgendeiner menschlichen Stimme überfallen kann, in der die Atmosphäre zittert von Worten, Tönen und Zahlen, die durch sie hindurch von einem Ende der Welt an das andere gejagt werden ... in so einer Zeit ist fein Platz mehr, ist eben „keine Zeit" mehr }ür die gemächliche Chronik des Herzens und der Ereignisse, die jeder richtige Bries darzustellen hat. Wie kann man auch von einer kleinen Stenotypistin, die den ganzen Tag lang Schemabriefe hot schreiben müssen, erwarten, daß sie sich abends hin- segt und seitenlang ihre kleine müde Hand über das Papier gleiten läßt, um ihrem Freund in der anderen Stadt von sich zu erzählen. Sie kann es nicht. Sie geht lieber ins Kino. Und so wird der Freund oft sehr lange warten müssen, und eines Tages wird es vielleicht zu lange fein — und er wird nicht mehr ihr Freund fein. Denn mit dem Tode des Briefes geschieht etwas anderes, das sehr seltsam anmutet in unserer Zeit der „überwundenen Entfernungen": Die Entfernung spielt eine größere und eine schrecklichere Rolle als je zuvor! Im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, als die Postverhältnisse so unsicher und langsam wie nur möglich waren, schrieb alle Welt sich Briefe. Und diese Priese, wie wurden sie erwartet, wie wurden sie ernst genommen! Heute gibt es Flugpost, Telephon und Telegraph ... aber man kann eben fein Herz dem Telegraphen nicht anvertrauen; ganz abgesehen davon, daß dos vielleicht auch ein bißchen teuer würde ... Goethe und seine Freundin Marianne von Wille- mer schrieben sich Briese, die zu den schönsten Gedichten gehören, die wir kennen. Wer weiß, wenn es damals schon das Telephon gegeben hätte, ob wir diese Zeichen einer Freundschaft über alle Entfernungen tzin besäßen! „Meine liebe Mutter...", wie oft haben wir aus diesen Briefen berühmter Männer an ihre Mütter ihre etwas denkmalhaft starre Erscheinung vor der Menge ganz anders zu beurteilen gelernt! Ein großer Politiker war da plötzlich wieder ein kleiner Bub geworden, der Heimweh hatte; ein Philosoph hatte kleine und häusliche Sorgen, und ein Dichter schickte seine schönsten Liebesgedichte nicht irgendeiner Schönen, sondern eben dieser ersten Frau, die er in seinem Leben gekannt hatte, seine Mutter. Briese schreiben: was für eine Kunst, die nie erlernbar war, die nie mit oberflächlicher Bildung zusammenhing! Einfache Frauen haben Meisterwerke geschrieben, nur aus der Fülle und Wärme ihres Herzens heraus. Einzig in Frankreich im 17. Jahrhundert hat es so etwas wie eine Schule des Briesstils gegeben, man wetteiferte miteinander, wer am „geistvollsten" und „originellsten" schriebe, man erzählte sich haargenau alle Liebesabenteuer und Derführungsgeschichten . . . und diese ganze gekünstelte und gezüchtete Schreiberei ist nun auch gerechterweise säst in Vergessenheit geraten, während die schlichten und echten Briese bestehen bleiben, wie eine Dichtung bestehen bleibt. Der Bries liegt im Sterben. Wie sollen wir ihn retten? Indem wir allen zurufen: Schreibt Briefe! Ach, aber kaum jemand kann es ja noch! Wir können Mahnbriefe, Kontraktbriefe ... „Hiermit bestätigen wir folgende Abmachung, getroffen zwischen ..." Wir können Geschäftsbriefe schreiben: „Ihr Geehrtes vom 3. 4 d. M. in Händen haltend, teile ich Ihnen ergebens! mit..." Nein, diese Briefe meinen wir ja nicht. Auch nicht die, die heute noch aus allen Ferien von all den Lilys und Emmys und Lisas geschrieben werden: „Liebe Eva, das Wetter ist herrlich; Franz Maier und eine mir nicht bekannte Dame (!?!) sind gestern hier angekommen. Er sagt, sie sei seine Schwester (!?). Denke Dir, was für ein Pech, hier hat eine alte häßliche Dame genau das- selbe Modell wie ich ..Nein, auch um diesen Brief handelt es sich nicht. Der Bries, der da vor uns im Sterben liegt, das ist der, den mir an einem Spätnachmittag in einer sehr nachdenklichen oder sehr zärtlichen Stimmung an irgendeinen lieben Menschen schreiben, der uns diesem Menschen so nahe bringt, wie es vielleicht die körperliche Nähe nicht könnte. Der Bries, den ein junger Student an seinen besten Freund schreibt, weil er über irgendeine Wahrheit dieser Welt nicht mit sich ins Reine kommen kann, und weil er glaubt, der andere könne ihm vielleicht Helsen. Der Bries, den man an einem schönen Morgen an seine Mutter schreibt, so voll echter Liebe, weil man früh auf einem nassen Kopfkissen aufgewacht ist und geträumt hat, sie sei gestorben. Der Brief, den ein Mann an seine Frau, den ein junges Mädchen an seinen Liebsten schreibt, und dessen Zeilen ganz schief und krumm sind, weil das Herz viel schneller war als die Hand folgen konnte. Die Maschine hat uns die Feder aus der Hand genommen. Aber nicht nur den Federkiel, auch die Ruhe, die Besinnlichkeit, die Freude am Träumen. Unser Handmuskel ist schwach geworden. Es bedarf, wenn man sich an die Maschine gewöhnt hat, einer besonderen Kraftaufwendung und inneren Anspannung, liebevoll Buchstaben an Buchstaben zu reihen, die weißen Blätter mit seelischen Erlebnissen zu erfüllen. Der Brief liegt im Sterben! Er ist überfahren worden von einer zu eiligen Zeit, und die Einzigen, die ihn noch manchmal schreiben, sind die ganz Alten und die ganz Jungen. Wasser ohne Fische. Von Dr. Gustav W. Eberlein, Vom. Am Dodensee hat sich ein Wunder ereignet: Sportfischer und Berufsfifcher find sich einig! 3a sogar die Berufsfischer untereinander geraten sich nicht in die Haare und Retze, wenn sie auf das Attribut des Wassers zu sprechen kommen, auf den Fisch, der nun einmal dazu gehört wie der Dackel zum Münchener und die Schönheit zur Venus. 3etzt aber, darüber herrscht nur eine Meinung, bleibt er auf einmal weg. 3n den Zeitungen kann man lesen, daß er binnen zehn 3ahren im Rhein ausgestorben sein wird, alle Fachblätter hallen wider von dem Problem des einst so fischreichen, nun so schwündigen Bodensees, die Felche, die bisher der „Brotfisch" war, gewinnt Seltenheitswert wie Lachs und Hecht, von der Seeforelle spricht man überhaupt nicht mehr. Raubbau! Auch darüber sind alle einig, wenn auch die einen mehr dem Rehgewimmel, die andern dem Motorbetrieb die Schuld zuschieben. Sicher ist jedoch, daß das Oel der Schiffe und die Abwasser der Fabriken schon die Brut ersticken. 3n 3talien hat man darüber an einem Wuster- fall eine Erfahrung gewonnen, die auch durch einen langwierigen Prozeß nicht verschleiert wer- den konnte. Da war der westlich vom Lago Mag- giore gelegene See von Orta, auch Lago Cusio genannt, ein innerhalb 16 Quadratkilometer grobes Wasserbecken, ein riesiger Fischteich, berühmt wegen seiner Forellen, die sich wohlfühlten in öem tiefen glasklaren Wasser. Bis vor einigen 3ahren — heute heißt der See Lago senza pesd, ®€c ohne Fische. Konnten sich vorher die Fischer mit dem primitivsten Zeug begnügen, mit Urväterangeln und halbverfaulten Retzen, und dennoch reiche Deute machen, so versagen jetzt auch die allermodernsten Fangmethoden. Was ist geschehen? Einige Kilometer vom See entfernt siedelte sich eine Kunstseidefabrik an, der gestattet wurde, für ihren Betrieb Seewasser zu benützen, unter allen „Kautelen", versteht sich, sauber und klar mühte das Wasser dorthin zurückfließen, woher es sauber und klar gekommen sei. Trotzdem Hub nun im See ein großes Sterben an, die Warnungen der Fischer Verhallten wie gewöhnlich, und erst als es zu spät war. kamen dis Untersuchungskommissionen und Unter- kommissionen in Gang. Und die Streitereien der Sachverständigen. Die Objektiven behaupteten, daß das zurücklaufende Wasser der Fabrik giftige oder mindestens schädliche Substanzen en*r vten müsse, die das Plankton zerstören, jenes c ehern- nisvolle Geschwebe von 3nfusorien, die Tuv ang der kleinsten 3ungfische. Ratürlich konnten sich die einfachen Fischer nicht gelehrt genug ausdrücken, sie sagten einfach, das Wasser fei nicht mehr „hell", nicht mehr so klar, wie es die Forellen wollen. Darauf pfiff die Fabrik mit allen Sirenen. Und als auch die Gesellschaft für Fischzucht Bedenken geltend machte, erwiderten die Seidenherren, die Fischer sollten einfach etwas weniger faul sein und ihre Retze tiefer hinunterlassen. Habe die Fabrik nicht etwa die vorschriftsmäßigen Filter angebracht? Und gebe sie nicht Hunderten Arbeit? Eine heute gern geübte Logik. Die Fische konnten diese schöne Predigt leider nicht mehr anhören, denn sie waren tot. Eine einzige Fabrik hat genügt, das reiche Leben eines ganzen Alpensees zu vernichten. Es könnte gewiß nicht schaden, wenn auch anderswo der Rahrung der Fische, insbesondere dem Plankton, mehr Aufmerksamkeit gewidmet würde. Denn was nützt es, wenn die Brutanstalten Millionen von 3ung- fifchen heranzüchten und aussehen, die, einmal 'im vergifteten Wasser, dort alles eher finden als ihr Lebenselement? Zeitschriften. — „Mutter und Kind". Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Glwin Staude, Osterwieck a. H. Vierteljährlich (3 Hefte) 1,65 RM. einschl. Porto. — Für Mütter, Säuglingspflegerinnen und Kindergärtnerinnen gibt es viel Wissenswertes und Lehrreiches im Februarheft, das u. a. folgende Beiträge enthält: „Wie schütze ich mein Kind vor Rachitis?". „Stilltechnik", „Das Kind und die Strafe", „Mein und Dein", „Zensuren und Elternschaft". „Aus Apfelsinenschalen", „Das grasgrüne Lutschbonbon" ufüx 7-J der bot zehn ,ln Lunchen starb J ? X-«Ä $rn?Uen(mnfcn ^lche Menschast tung wurden. Dvn an der Umersität cn mü dem HobeU -gezeichnet. Veli. ImetUo. n Deststaaten tom< amchr Aeuhork er. !> weht. Es erfolgte ^Temperatur, ^Is'us am Mttwoch m Donnerstag. 3m infoig Personen er. -'n mellen eine Tem- > im Gebirge. Der ic dagewesenen hohe, big unterbrochen ih. rehmende Rille vor. in Jremtentegionäte. fischen Fremdenlegion,' 8 achmann und ein )ie im 1. Regiment der st taten, versuchten in einem französischen ie hatten bereits aus irofies Flugzeug her- bemerkte und loiort etzt, der Schweizer i Aufregung fluchten. ! L Er sagte aus, tr ach Italien flüchten - 6tn Toter, rlehter. iortrup bei Dsnabnid oeren Bluttat. Drei eten wegen Fami- i- | m Verlaufe der Aus- l Milchhöndler Kaspar > nb feuerte mehrere Merlitten schwere Ljerlejzten starb bald 5 Krankenhaus. Der ziehüng Jiert^ ’ÄS'<5 Zensus ■ ppm S« entfernt Fabrik an, der ge- 'trieb Seewasser zu den", versteht sich, is Wasser dorthin er und Hat 95 im See ein E ier Fischer JerM rls cs zu iltionenunb.^ ) » etreücteien vx &g£ löten. ^Ännten Ä die ürsich .^drücken, irt^ Kmehr ia|er,6ie5D* tote es ?>e 0 ßl, sä«* »»M -i'-f Lin Vestechungsflandal in Frankfurt. Zuchthaus für Beamte des Frankfurter Zollamtes. WSÄ Frankfurt a. W., S. gebe. Dach mehrwöchiger Dauer beendete Vie Drohe Strafkammer heute den umfangreichenBestechungs- prozeh gegen Zollbeamte, der zum Teil unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Ge- fLhrdung der Staatssicherheit verhandelt wurde. Die Maflage Holle gegen die veleiligten den Dorrourf erhoben, bei der Einfuhr von Auto». Garnen und Saffee Unregelmäßigkeiten begangen zu haben. Die Feststellungen de« Gericht» ergaben, dah die Mehrzahl der Beschuldigten gegen ihre Beamlenpflichlen verstohen hatten, falsche Beurkundungen Vornahmen, sich bestechen liehen und Beihilfe zu Zolldefraudationen geleistet haben. Es wurden verurteilt: der Oberzollsekretär 3oL Oswald zu IVi 3 ah ren Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe, für Beihilfe zu Autozoll- defraudationen zu 171 151 Mark Geldstrafe und 211 197 Mark Wertersah, für Beihilfe zu Garn» zolldefraudationen zu 3901 Mark Geldstrafe und 57 234 Mark Wertersatz, der Zollsekretär Paul Dichter zu 15 Monaten Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe und7wegen Beihilfe zrzrn Zollvergehen zu 2216 Mark Geldstrafe und 23 805 Mark Wertersah, der Oberzollsekretär AloiS Musiol zu 14 Monaten Zuchthaus, 100 Mark Geldstrafe, ferner zu 25170 Mark Geldstrafe und 289 528 Mark Wertersah, der Zollassistent Artur Sehekam zu drei Monaten Gefängnis, 19889 Mark Geldstrafe und 223 982 Mark Wertersah. der Zoll» assistent Wilhelm Seidel zu fünf Monaten Gefängnis, 131 436 Mark Geldstrafe und 74163 Mark Wertersatz, der Expedient Karl Dietrich wegen fortgesetzten Anstiftung zur Falschbeurkundung, aktiver Bestechung, Zolldesraudation. Urkundenfälschung und Betrugs zu vierzehn Monaten Zuchthaus. 100 Mark Geldstrafe, ferner zu 168 338 Mark Geldstrafe und 477 869 Mark Wertersatz, der Deichsbahnladeschaffner Konrad Ziegler zu 13 Monaten Zuchthaus, 100 Mark Geldstrafe und 198 320 Mark Geldstrafe und 309 685 Mark Wertersah. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten wurde auf Grund der Amnestie eingestellt, der frühere Oberzollsekretär Alois Mohr wurde freigesprochen. wie sich au« der Verhandlung ergab, haben die Beamten körbeweise Lebensmittel nach Hause geschafft, die ihnen für die Anfertigung falscher Wiegescheine und Zolldeklarationen gegeben worden sind. Außerdem haben sie sich in Wirtschaften freihalten lassen und in vereinzelten Fällen auch Bargeld oder größere Darlehen empfangen, die nie zurückgezahlt worden sind. Die hinterzogenen Zollbeträge machen über 150000 Mk. aus. Gegen 2 6 Beamte ist noch im Laufe dieses Verfahrens das Disziplinarverfahren eingeleitet worden. 3n der Urteilsbegründung heißt es, dah die Destechungen bis in die Kreise der leitenden Aufsichtsbeamten gereicht haben. Aus der provinzialhaupistadt. Borrrolizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: heute, 20 Uhr, zum erstenmal die Komödie: „Bargeld lacht" von Ebermayer und Cam- merwhr (Spielleitung: Peter F a s s 0 t t), 18. Vorstellung im Freitag-2lbonnement. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Uhr. — ,3m weißen Röhl", neunte und zehnte Aufführung der Operetten-Revue am Sonntag, 12. Februar, von 15 bis nach 18 Uhr und von 19 bis nach 22 Uhr^ In beiden Vorstellungen ermäßigte Operettenpreise. Dorzugsgutscheine haben Gültigkeit, zur Nachmittagsvorstellung auch Schülerkarten. — Einen „Sing- und Spiel-Abend" veranstalten die Jugendoerbände zugunsten des Notwerkes der deutschen Jugend am Montag, 13. Februar, 20 Uhr, im Stadttheater Gießen. — Ein Gastspiel des -Opernensembles des hessischen Landestheaters Darmstadt, findet Dienstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, statt als 19. Vorstellung im Dienstag-Abonnement mit einer Aufführung: „Der Rosenkavalier". Opern« preise, Vorzugs- und Runüfunkgutscheine haben Gültigkeit. * ” Eine Biologen-Ortsgruppe in Gtehen. Am Mittwoch fand die Gründung emer Ortsgruppe Giehen des Deutschen Bio- logen-Derbandes statt. Der Verband vertritt Die 3ntereffen sämtlicher biologischen Dichtungen, msbesondere Llniversitätsbiologie, Schulbiologie, Praktische Biologie und der Biologie-Studieren- £cn-_3um Vorsitzenden wurde Herr Dr. Appel, der Leiter der Hessischen Hauptstelle für Pflanzenschutz. Gießen. Senckenbergstrahe 17. gewählt. Konvent des Jungdeutschen Ordens, Bruderschaft Gießen. Man berichtet uns: Vergangenen Dienstag hielt die Bruderschaft Greßen des Jungdeutschen Ordens ihren Februarkonvent unter Leitung von Bruder Gebhardt ab. Zuerst hielt Bruder Schadt einen Vortrag über bte staatspolitischsn Grundlagen des „Großen Plans" von Artur Mahraun. Der Kern der Dinge sei die Ordnung der Nation. Die Verfassung von Weimar sei im wesentlichen ein aus staatsrechtlichen Erwägungen entstandenes Profesiorsnwerk. Die Ordnung, die der „Professor von Weimar" dem deutschen Volke gegeben habe, sei die parteiistische Wahlordnung. Sie >e» falsch, denn sie habe zur Verwirrung und zum Spenden für die Wintemothilf-. Don der Geschäftsstelle der Gießener Winter n 0 t h i l f e werden uns folgende weitere Spenden mitgeteilt: hessische Landesbank, Darmstadt, 100 RM. Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen c. V für den Monat Februar 500 RM. Bankenvereinigung Gießen für den Monat Fe- bruar 50 RM. Hans Joachim Baehr, Marktstraße 21, 20 Paar Handschuhe. Meyerhofs & Goßlar, Kreuzplatz, ein Posten Tex. tilwaren als 3. Rote. I. Schmücker Nachfolger, Marktst^ße, ein Posten Textilwaren als 2. Rate. h. Kaeß Nachf, Inhaber Wilhelm Horn & Sohn, Kreuzplatz 15, ein Posten Textilwaren als 3. Rate. Das Kaufhaus Karzentra, Seltersweg, hat in dankenswerter Weise die Speisung von je zwölf Kindern an drei Tagen in der Woche für den Monat Februar weiterverlängert. Weitere Spenden werden mit Dank angenommen. Rauchwaren und Lebensmittel in Gastwirtschaften. Dom Polizeiamt Gießen wird un8 mitgeteilt: Der Verkauf von Dauchwaren und sonstigen Lebens- und Genußmitteln in Gast- und Schankwirtschaften und bei den Wasserhäuschen nach der Ladenschluß -eit und an Sonn- und Festtagen ist nur an Gäste gestattet, die tatsächlich in den Räumen zur Befriedigung ihrer momentanen Bedürfnisse verweilen. Waren, die nicht der momentanen Befriedigung dienen, sondern zum Mitnehmen bestimmt sind, dürsen innerhalb dieser Sperrzeit nicht verabreicht werden. Auch dem vielfach geübten Unfug, daß Gäste sich von einem Wirt, der zugleich Metzger ist, Fleischwaren nach der üblichen Verkaufszeit und an Sonntagen zum Mitnahmen erstehen, wird für die Folge mit aller Strenge entgegengetreten. Dieses Verbot erstreckt sich nicht auf die frei- gegebenen Derkaufsstunden an Sonntagen in den Verkaufsbuden bezüglich des Verkaufs -von Obst, Südfrüchten, Schokolade- und Zuckerwaren an Passanten in kleinen Mengen. An Wochentagen haben die nichtkonzessionierten Verkaufsbuden um 19 Uhr jeden Verkauf einzustellen. Büraerkrieg geführt. Die feldgraue Ordnung, deren höchste Verkörperung der Marschall von Tannenberg ist, sei richtig. Sie habe sich im Weltkrieg be- währt und in diesem Rahmen auch heute. Ihre Gesetzlichkeit habe sich als die bessere gezeigt, darum müsse sie an die Stelle von Weimar treten. Es gehe um die Frage: Feldgraue Ordnung oder liberale Ordnung? In die Diskussionen der Gelehrten hinein töne der Schrei des einfachen Soldaten: Anders einteilen! Das 19. Jahrhundert prägte den liberalen Staatsgedanken. Dieser wurde in feiner krassesten Form zum Nachtwächter des Bürgertums. Im Gingen des 20. Jahrhundert um die neue, vom Fronterlebnis gestaltete Staatsidee heiße das Losungswort: „Der Staat sind wir, wir die Nation, wir olle Deutschen." Die Lehre vom Volksstaot sei die eigentliche Revolution des 20. Jahrhunderts. Die Neuordnung der deutschen Dinge müsse vom Boden her kommen. So fasse Mahraun auch den Begriff „Raumreoolution" auf. Die Neuordnung von Mensch und Raum müsse notwendig Hand in Hand miteinander petzen. Aus ihrer grundlegenden Klärung und Lösung liege die Zukunft von Staat und Volk begründet. — Im weiteren Verlauf des Abends bildete Die Aussprache über die gegenwärtige poli- tische Lage den Stern. An Hand vorliegender Berichte wurde den Brüdern und Schwestern Klarheit gegeben über die innerpolitische Vorgänge Der letzten Zeit. Einmütig wurde die Stellung jedes Jung- deutschen für Die kommenden politischen Ereignisse erläutert und umgrenzt. Bedeutungsvoll waren ferner die vielen Arbeitsberichte, fo von Neugründungen in Mainzlar ufw., die Neuaufnahme von 22 neuen Ordensbrüdern. Zu später Stunde schloß der Abend, der sehr stark besucht war, mit dem Ordenslied. " Kavallerie-Verein Gießen. Dieser Tage hielt der Kavallerie-Verein im „Hessischen Hof" seine Generalversammlung ab. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der 1-Vorsitzende Kam. Ernst Hartmann begrüßte die Kameraden und wies auf die Notwendigkeit der Einigkeit im Verein, wie im Daterlande hin. 3m Kavallerie-Verein werde erfreulicherweise herzliche Kameradschaft gepflegt. Der Jahresbericht, von Kam. D e n h a r d t erstattet, ließ erkennen, daß innerhalb des Vereins reges Leben herrscht. Der Verein konnte im vergangenen 3ahre den 1. Vorsitzenden des Waffenringes der deutschen Kavallerie, Kam. Th. Schröder, Bochum, in seine Ehrenmitgliedsliste aufnehmen. 20 Kameraden, meist aus Gießen, fanden den Weg zum Kavallerie-Verein. Ter Dechner, Kam. Rühl, erstattete den Kassenbericht, der dank sparsamer Wirtschaft einen ansehnlichen äleber- schuß auswies. Dach der Prüfung durch den Kam. Wilhelm Mühl wurde dem Dechner Entlastung erteilt und der Dank des Vereins ausgesprochen. 3m Anschluß daran wurde der Vor- stand einstimmig wiedergewählt: er seht sich aus folgenden Herren zusammen: Ehrenvorsitzender Franz Sold an, 1. Vorsitzender Ernst Hartmann, 2. Vorsitzender Otto D ü h l. 1. Schriftführer Karl Denhardt, 2. Schriftführer Georg Schäfer, Dechner Heinrich Rohrbach, Sachverwalter Louis Geller, Beisitzer Michael Kolb, Heinrich Hederich und Richard Heil- mann. Verschiedene interne Vereinsangelegen- heiten wurden schnell erledigt. 3n seinem Schlußwort betonte der 1. Vorsitzende, daß es gelte, geschlossen hinter der Regierung zu stehen, damit das deutsche Volk wieder aus jene Höhe gelange, die es vor dem Kriege einnahm. 3m weiteren Verlaufe des Abends unterhielt ein Mitglied durch interessante Vorträge. ** Auswanderungsmöglichkeit für ledige Landwirte und Landwirtsfamilien nach Kanada. Wie der Dord- deutsche Llohd Bremen mitteilt, besteht auch im 3ahre 1933 für solche deutschen Landwirtsfamilien und ledige Landwirte, die außer den Hebersahrts- kosten über ein Kapital von mindestens 1000 kanadische Dollars (etwa 3700 Mark) verfügen. Aus. Wanderungsmöglichkeit nach Kanada. Die Einwanderer müssen sich in den Seeprovinzen Reu- Braunschweig oder Reu-Schottland ansiedeln. Dabei werden sie von der unter Aussicht der Regierungen der beiden Provinzen stehenden Cana- dian National Railway unterstützt. Heber die Heberfahrtsbestimmungen gibt die Reederei durch ihre Vertretungen kostenlos Auskunft. Handwefkskammer-LlntersuchungS- ausschuh. WER. D a r m st a d t, 9. Febr. Der Handwerkskammer - Hnter s u ch ungsaus- schuß des Hessischen Landtags führte heute seine Beratungen über den an das Plenum zu erstattenden Bericht weiter. Die Beratungen werden am Freitag der kommenden Woche fortgesetzt. Es läßt sich als Eindruck der bisherigen Beratungen sagen, dah man bestrebt ist, dem Plenum ein möglichst einstimmiges Urteil über die Arbeiten und Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses zuzuleiten, also von Mehr- und Minderheitsberichten abzusehen. LlnterschlagungSaffäre in Alzey. WSD. Alzey, 9. Febr. Bei der hiesigen Zweigstelle des Hochbauamts ist man Unregelmäßigkeiten auf die Spur gekommen. Der Angestellte L e s ch e r, der die Heizung und Reinigung des Hochbauamtes zu überwachen hatte, lieh sich die Löhne für die Putz» f tauen sowohl vom Hochbauamt, als auch vom Äreiiamt auszahlen. Er hat auf Grund gefälschter Anweisungen über zwei 3ahre lang unberechtigterweise vom Kreisamt Gelder bezogen und den gesamten Briefwechsel über den Vorgang vernichtet. Durch Zufall kam jetzt ein Schreiben in die Hände eines Baurats, wodurch man auf die Verfehlungen aufmerksam wurde. Die Höhe des veruntreuten Betrages beläuft sich auf rund 1000 Mk. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bl« 12.30 Ahr. 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloßen. „Was möchten Sie gerne spielen?" Wunschträume der Filmstars. — Interessantes Ergebnis einer Umfrage. „Welche Persönlichkeit, welches Schicksal, welchen Filmvorwurf möchten Sie einmal gestalten, wenn Sie, ohne irgend welche Rücksichten, lediglich Dem eignen Wunsch zu folgen hätten?" Mit dieser Frage haben sich die „Süddeutschen Monatshefte" an eine Anzahl bekannter Filmdarsteller und Regisseure gewendet, und die interessanten Antworten werden in dem neuesten, dem deutschen Film gewidmeten Heft dieser Zeitschrift veröffentlicht. Da schreibt Willy Fritsch: „Ich habe keine Rollenwünsche, die sich auf eine bestimmte Figur beziehen. Meine künstlerischen Bedürfnisse werden durch jeden Filmvorwurf erfüllt, in dem ich die Aufgabe lösen darf, einen wirklichen Menschen, eine blutoolle, dichterisch erfaßte Persönlichkeit zu geflattert." Die gleiche Antwort geben auch andere Stars, wie z.B. Conrad Deidt. Dagegen haben manche eine ganz bestimmte Idealfigur, die sie einmal spielen möchten: so bezeichnet Harry Piel als seinen Lebenswunsch, „einmal die Gestalt des .Schinderhannes' darzustellen, wie überhaupt die Gestaltung eines wirklichen Schicksals für mich ein Ideal ist, auf dessen Erfüllung ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben habe." Fritz Rass) möchte seit Jahren den .Ldioten" von Dostojewski gestalten, Fritz K a m 0 e r 5 den Christian Roth in Schönherrs Drama „Glaube und Heimat" spielen. Hermann Thimig schreibt: ,3ch ersehne die Zeit, in der der Tonfilm endlich Ausdruck einer neuen Kunstsorm geworden fein wird, kurz den Tonfilm-Dichter. Dieser wird mich aus der künstlerischen Not befreien, in der sich heute alle kunstyungrigen Elemente beim Tonfilm finden." Unter den weiblichen Darstellerinnen hat sich Tony van Eyck, die Scanne d' Arc ausgewählt, „so wie uns die Gestalt aus den historischen Protokollen entgegentritt: einfältig und entrückt, medial und bauernschlau zugleich. Um den historischen Kostümplunder zu vermeiden, würde ich die Handlung in die jüngste Dergangenheit verlegen, etwa in eine Mennoniten-Siedlung ober in eine Goldgräberstadt im fernen Westen. Die Problematik bliebe die aleiche: das seltsame Mädchen, das die Massen einen Augenblick hinreißt, bann, ohne es zu merken, zum Werkzeug ber Obrigkeit wirb, um im Kampf der widerstreitenden Mächte unterzugehen. Vielleicht wäre Reims bann ein Ostgebiet unb ber Herzog von Burgunb hieße Rockefeller. Es käme mir nur auf b»c folgerichtige Entwicklung bes Menschenschicksüs an. Unb bann möchte ich im Film einmal ein gutes, sauberes Deutsch sprechen Dürfen." Der augenblickliche Wunschtraum von Renate Müller heißt: „Katharina", nicht bie Operetten katharina mit all ihren Abenteuern, sondern Die geschichtliche, von ihrer IugenD bis etwa zum 30. Lebensjahr. Zwei Meister Des LanDschaftsfilms begegnen sich in ihrer Sehnsucht. So will Louis -trenfer einen Film Drehen, in Dem nur Die LanDschaft spielt: „Ich würbe sie überall suchen, im Sommer, Frühling, Winter unb Herbst. Ich würbe sie einfangen int Dämmer bes Mondlichts' unb im Schimmer ber Sonne ober im Grau bes Nebels. Nicht nur im Norben unb im Süben, auch im Osten unb Westen würbe ich sie suchen. Ich würbe streben, bem Film eine Seele zu geben, ohne einen einzigen Darsteller babei spielen zu lassen. Dialog unb Geräusche gäbe es Dabei nicht, Dafür aber vom ersten bis zum letzten Meter Musik. Nun kommt aber Die Hauptsache: Drei Jahre Arbeit würDe cs kosten, unD bann mürben so wenig Menschen biesen Film anschauen, baß ich wohl sehr traurig über meine viele Arbeit wäre." Arnolb Fanck will ebenfalls bie Natur als Hauptbarsteller benutzen, unb zwar so, „baß nicht nur, wie m meinen bisherigen Filmen, ein winziger Teil von ihr, wie etwa ber Berg ober ber Schnee ober ber Eisberg zum filmischen Leben erweckt wirb, sonbern baß bie Erbe in ber Gesamtheit ihrer großartigsten Erscheinungsformen unb Kraftäuße- rungen, wie Vulkan, Erbbeben, Meeresbranbung, Stromschnelle, Wasserfall, Feuersee, Schlammvulkan, Schnee-, Eis- unb Felsstürze, Sturm über Meer, Gebirge unb Wüste, Flußüberschwemmungen unb Lavaströme usw., zu einer großen Wilb- unb Bewegungs - Symphonie zusammengefaht werden könnte." Nicht minber umfaffenb ist Der Wunschtraum bes Regisseurs K a r l G r u n e, ber eine „Weltgeschichte" im Film gestalten möchte: „Ich benke an einen Film vom Uranfang ber Erbe, so weit sie bisher erforscht ist, bis zur Gegenwart, in einer enblosen Reihe von «ingen, jebe Woche ein Teil von ungefähr eter. „Einen Film von ben Schrecken eines kommenden Krieges gegen Rassen- unb Völkerhaß: kurz: einen Film ethischen Gehaltes, nicht nur Unterhaltungsware", so umschreibt Kurt Bernhardt seinen Wunschtraum. fb. ■■■ ■■ ■■■ H ■■ । ■■ i. ii Buntes Allerlei. Liebhabereien der siamesischen Zwillinge Die berühmtesten siamesischen Zwillinge der Gegenwart sind Daisy und Violet Hilton, zwei geborene Engländerinnen, die nach einem abenteuerreichen 3ugendleben lange Zeit die Sensation der amerikanischen Varietes waren und jetzt nach ihrer Heimat zurückgekehrt sind, um zunächst in England und dann auch auf dem Kontinent aufzutreten. Die beiden jungen Damen sind zwei entzückende Wesen, die sich von normalen Schönheiten nur dadurch unterscheiden, dah sie mit dem untersten Teil des Rückgrats aneinandergewachsen sind. Rach der begeisterten Schilderung der englischen Schriftstellerin 3ane Doe, die kürzlich mit ihnen eine längere Hnterhaltung hatte, haben sie ungewöhnlich tiefblaue Augen, blütenweiße Haut, die zierlichsten Hände und Füße von der Welt und vollendete Figuren. Trotz der großen Aehn- lichkeit besitzt aber jede ihre eigene Persönlichkeit. Violet kümmert sich um die Geschäfte: sie leitet das ganze Hnternehmen und beaussichtigt die Gesellschaft, die aus zwei sehr anziehenden jungen Dühnenpartnern, einem männlichen Sekretär, einer weiblichen Begleiterin und einer als An» standsdame dienenden „$antc“ außer ihnen besteht. Daisy übernimmt mehr den gesellschaftlichen Teil: sie erledigt die Telephongespräche und plaudert auch hauptsächlich mit Bouchern. Daisy hat sich vor kurzem verlobt. 3hr Bräutigam ist ein Geiger in Lhilago, und wenn die Zwillinge ihre Bühnenlaufbahn aufgeben und sich ganz aus ihre prächtige Besitzung in Texas zurückziehen, dann will Daisy heiraten. „Tbir sind Findlinge", erzählte Daisy, „unb haben niemals gewußt, wer unsere Eltern waren. Wir wurden von einer alten Frau aufgezogen, die uns mit nach Australien nahm und uns wie ein Möbelstück an ihre Tochter vererbte, die uns schlecht behandelte. Wir wurden aus Jahrmärkten gezeigt und wie wilde Tiere in der Gefangenschaft gehalten. Aber als wir älter wurden, riefen wir die Hilfe des Gesetzes an und erlangten unsere Freiheit." 3eht haben sie es geschafft, sind reich und berühmt. Sie sitzen zusammen auf demselben Stuhl, denn sie sind so zierlich, daß sie nicht viel Raum einnehmen. Aber wenn Violet etwas besser sitzen will, dann gibt sie Daisy einen kleinen Puff, die beiseite rückt. Daisy ist Vegetarianerin, Violet liebt Fleisch. Violet verschmäht keineswegs einen kräftigen Trunk, während Daisy sich davor schüttelt und nur Limonade nimmt. Wenn sich Daisy erkältet, bleibt Violet ganz gesund. Hngleich gewöhnlichen Zwillingen, die nicht in so engster Beziehung stehen, zanken sich diese beiden „Siamesinnen" niemals. Als sie erst zehn 3ahre waren, legten sie sich ein feierliches Gelübde ab, daß eine die andere niemals grob behandeln werde, und diesen Schwur haben sie gehalten. Keine beherrscht die andere, sondern alle Schwierigkeiten und Entscheidungen, Die ihnen begegnen, werden von ihnen gemeinsam beraten und entschieden. Sie tanzen beide gern, schwimmen gern, spielen Golf, wobei jede einen Schlag nach der andern macht. Aber sonst sind ihre Liebhabereien recht verschieden. Daisy hat eine große Vorliebe für Düfte aller Art: dagegen sind für Violet Spielsachen das Schönste, und zwar solche für 3ungens. Sie wagt aber keine Derartigen Dinge zu kaufen, weil sie glaubt, man würde sie sonst für verrückt halten, und läßt sich nur ab und zu etwas heimlich für ihre Sammlung besorgen. Gin starkes 3nteresse nehmen beide an Verbrechen. Es macht ihnen große Freude, Schauhäuser zu besuchen und Gefängnisse kennen zu lernen, weshalb sie vor Sträflingen unentgeltlich auf treten; wenn sie können, besuchen sic Gerichtsverhandlungen. Wegen dieser Reigung sind sie auch Feuer und Flamme für einen Film, den man mit ihnen drehen will. Rach der Handlung begegnet ein Herr zwei siamesischen Zwillingen und verliebt sich Hals über Kops in die eine. Dieser ist er aber gleichgültig, während das Herz der Schwester für ihn entflammt ist. Die Sache endet damit, dah die unglücklich Liebende den Mann vergiftet. Sie wird zum Tode verurteilt, aber man kann sie nicht auf den elektrischen Stuhl setzen, da ja ihre Schwester mit Platz nehmen mühte . . . Drei Tage an einer Leiter. Drei ganze Tage und Rächte hing ein ^jähriger schwarzer Passagier an den Sprossen einer Leiter in einem Luftschacht an Bord eines Dampfers: er hatte in dieser furchtbaren Lage nicht genug Raum, um seine zusammengezogenen Beine auszustrccken. Rachdem er dieser Marter so lange ausgehalten hatte, stürzte er vor Hunger und Erschöpfung in den Maschinenraum herunter. Er war der einzige von 13 Ausreihern, die sich an Bord des Schiffes heimlich von Australien nach England begeben wollten. Die anderen zwölf wurden alle entdeckt, bevor das Schiff, der Dampfer „Südland", den Hafen Sydney verlieh. „Die ganze Rächt über hörte ich die Schiffs-Sirenen heulen, und jedes Geheul sagte mir, dah ein schwarzer Passagier gefunden worden sei", so sagte der glückliche Rassauer. „Mich aber sah niemand an Bord schleichen, und niemand tarn auf Den Gedanken, in dem engen Luftschacht nachzusehen. Ich wollte alle Qualen und Entbehrungen auf mich nehmen, um nach so furchtbaren 3ahren in Australien nach Der Heimat 3rlanD zurückzukommen." Der hartnäckige Mitfahrer, Leslie Bohle, hat an Bord Arbeit erhalten, nachdem er sich erholt hatte, und kann so die sehnlich erwünschte Heimreise zurücklegen. Oie Mitgift. 3m 3ahre 1921 wurde einem Bauern in Oberschlesien bei der Hochzeit die Mitgift seiner Braut in Höhe von 10000 Mark gestohlen. Es war ein schwerer Verlust, aber dann kam die 3nflation, das übrige Geld löste sich auch in Wohlgefallen auf, und bis zum 3ahre 1933 halte er den Diebstahl lange vergessen. Eine- Tages bekam der erstaunte Bauer eine Postanweisung über 900 Mark mit der Rachricht, dah die Diebe Die 10000 Mark damals gewinnbringend angelegt hätten und ihm demnächst den Rtst abzahlen würden. Runmehr preist und lobt der Empfänger die Spitzbuben in allen Tonarten dafür, daß sie das Geld über die Inflation so gut hinweggerettet haben. it d i» •s 1« ft. m ch 18 er »ie as eil ur >rt m- us iu» ein ar. rde lan gen ber dcS frig icm )Ien reu- K hie» gcr Die zcnd- rDcn. utne. 200 wird, ichsen Haus urgs« »per eben» Z sm- ätzen, 1 Ar- ochen, rjorge zialen junge ’n sich ichsten ch er» )iesige du ich g mit r weit )inaus werke, tr ts- ste um 1“ er* !5, be» $ Berti »um ort seit ihntal» vs Ge» „Eä- er, der anges- ind daS 'ttc für »at hier leider Zwei 1 Man» iebenfl- :stor- 2 usen Huf» 1 dessen id wei» c Wet- aD nach Durch erdings ie über :giebige üblichen »en ab» 1 Druck olkigem nm sich später» Rieder» tig und trocken. ^Vielfach :ag und n mild, ),8 Grad morgens linimum . 10 cm 0. März: 0,0 mm. S.J.-fpor/ (hau (^chwimmschule Hessen der VT. 3in dl(iMI|d>c'n QlnlfiXbub Wichen übten am Lonning bl« 411 50 Schwimmer und 0d)tnlmnuTln- nen au« 1H Dchwtminableilungen unter L'ellung de« Ü5aufd)i»limntoarle« ,^ranz Lauer (Giessen) im Gcntvei band 3uiüid)|l tourheii non einzelnen ttd)h)immlo(|cn bo« 'Bntft-, 'Rüden-, Leite unb Orawlfchwlinmen technisch schart herauiüaearbeitet, da« yandjen unb Siredeniauchen in Form qc- brnd)f unb Ausschnitte au« her Sprungschule ine» Hodtsch bebau bell. Da« qleld)c Uebuugsmaterial mürbe dann für snrtaesct,rtttene Teilnehmer unter die 'IBelltauipfbestimmungen gerüdi mit glelch- AdflQcin Ausbau de« siir die herbblebenen Weti- 'ampssormen notwendigen KampfrlchierstabeS unb seiner Funktionen. Unter grosser Spannung folg* leit Im r 5eil der Sd)uluug«arl)elt die Hebungen für die Vlelsterfchafteu Im Mlitelrheinkrel«, die In '»(nliiA zuiu Austrag komnien, unb für die. 1’ J -Atelsterschaften. die Im Aabmen he« Deutschen >nrnsesteS zu Ltultgart bermlllell werben. Die anschliessende 'Berahtnfl sprach sich für die weitere Pflege der beiderseits förderHdxm Tier- blnbnng non Schwimmen unb Turnen au« Mit Genehmigung des WauturnauSschusseS sollen O^ellschiviinrnen In den cliiAehien Gaubezirken, insbesondere |ür die '.lugendstufe und ®d)üler, ausgenommen und Aezlrssschwlmmwarte bestellt werden. Die Gauwelikäiupfe sind siir den 20. August im neuen Schwimmbad zu Grünberg vorgefehen >sum Lchlusi helclllnlen |ld) die Schwimmer an der sd)duen .'ll>sd)ledsstunbe, die Wuu-Öbrennber- turnwart Mill). Mill Im 5trelfe der 74 Turn* warte unb Horturner seines eben beenbeten letz* len Lehrganges nerieben konnte. 2leut Mafmahmc ocflcn (Schalke 04. Der Spruchkammer des 'ltzeftheutfd)en Spiel- Vlerbnnbeß haben en wieder einmal die Unssenliücher de,, Metsterneretn" öchnlke U4 angetan. Die 'Bereina- i' .............. dujfleforbeit, bh Büttel bh xum I > Fevruar norzulegen, wtdrigensalln A n , schl u ss n u „ dem verbände ersnigl. Diese 'Aktion be- weisl, dass der wesideulsche Verband aus dem 'Wege zur reinlichen Scheidung nicht von seinem etnge- schlngenen Muro nmveicht. Gki kennen in Innsbruck. .Friedl Dauber Zweiter beim Slalomlauf. Bei den Internationalen Dktrennen in 3nn«» druck wurde am Donnerstag der Dlalomlauf entschieden. Der Oesterreicher $an« Deelo « lief in belben 'Rennen eine ganz ausgezeichnete Zeit heraus und belegte auch Im Gefarntergebnl« den ersten Plag. Besonder« erfreuII4) für den beut» fchen Skifvorl ist sedoch baS hervorragende Ab* |d)nelben deS Berchtesgadener Friedl £> ä u b e r , der Im ®efamtergebnl« vor den „JXanoncn" Pfeiffer, Lcinlfchner, Steuri, Furrer, Prager unb Da- nld Zogg ben zweiten Ttang einnimmt. Däuber dürfte auf Grund feines aulen AbfchneidenS int AbfabrtSlauf unb feiner Leistung im Slalomlauf vom Schiedsgericht aud) auf den zweiten Rang in der Kombination gefetzt werden. Gchwimmreloröversuch in Braunschweig. Bei den Nationalen Sdpolnmiroettfänipfen in 'Braunschweig will am Sonntag her lttopvinger Sd) warz erneut oersuchen, den deutschen Nekord über 200 Meter Brust an sich zu bringen. Be- [plnstigt wird diese 'Absicht durch das Zusammentres- en mit Wittenberg- Berlin, so dass für ein charsev Tempo gesorgt ist. Im .(iraulfdjrohnnien über 200 Meter starten u. a. Schwarz-Köln, Blod- Spandou, Schrader.ssildeobelm und 'Wesing-Bre- men. Die Stcisfelkämpfe sind sehr gut besetzt. Sturze (-portnotizen. (i I n e n deutschen Bobsieg gab es am Mittwoch In St. Moritz Der 'Berliner Düsedau konnte mit seinem 'Blererbob den „Netherland Cup" In der schnellsten Gesamtzeit von 2:.')1,K vor dem Schweizer N. Fonjallaz mit zwei Zehntelsekunden 'Borsprung gewinnen. ♦ D I e Z w e I e r b o b - W e l t m e t st e r s ch a f I wird am 'Biodienende In Sdtrelberhau auoaefahren salb, sich das Wetter weiter so hält wie bisher. Der grösste Teil der Mannschaften weilt sd)on seit Tagen an Ort und Stelle, um sich mit der Bohn vertraut zu machen. 50Lahre Deutscher Ruderverband Jubiläum des ältesten deutschen Gportverbandes. Am 18 März feiert der Deutsche Nuderverband fein 501il Inliievs Tie st eben. DiefeS Jubiläum Ist von allgemeinem Iulerefse, weil der Deutsche Huber* betbanb der älteste deutsche Sportverband ist. Ma« er unb die ihm angeschlossenen rund 1000 Vereine In diesen 50 Jahren geleistet haben, ist ost Gegenstand der Berichterstattung In der Tage«* treffe gewesen, soweit e« sld) um sportliche Vel- sluugeu gehandelt hat. So denken wir an die Diego Über die Engländer In »enleb 1932 und an die (Solbenc und die beiden Ällbernen Olhmpia» Medaillen, die die deutschen Ruberer In Lo« Angeles erkämpft haben. Diese Leistungen waren nur möglich aus ber Grundlage einer erzieherischen Arbeit, wie sie mit Recht non Turnen unb Sport Immer wieder gefordert wird. Der Lr,iehuugvwert dev Riibrrfporle liegt in her Art dev Belrlebee al» Rlannfchaftvfporl. 'Disziplin und Kameradschast im 'Rennboot und beim Mandei rudern auf unfern herrlichen deutschen Gewisfferu sind die Grundpfeiler dieser Arbeit in all den fünf Jahrzehnten gewesen. 1883 frellld) drehte es sich zunächst darum, elnheillldie 'Regeln für den Wettkampf auf den damals In Deutschland In grösserem Umfange enlflebenben 'Regatten zu schaffen. Der älteste deutsche 'Ruber verein wurde übrigen« schon I83ti In Hamburg gegründet Aber daS Bedürfnis nach allgemein gültigen MettsahrtSbe- slimmungen war In ben ersten Jahrzehnten der deutschen 'Ruberei nicht so ausgeprägt. DaS Fun- dament her 1883 geschossenen MettsnhrtSbestlm- munaen war der A m a teur st a n d p u n k t. An ihm uat ber Deutsche ‘Rubernerbaiib bl« heute fest* gehalten und er hat alle Angriffe auf diesen 0>c* hänfen abgewehrt, auch dann, wenn durch daS Aufgeben dieses Drundsatze» vielleicht die sportlichen Leistungen hätten gesteigert werden kdnne». Der Deutsche Auderverband hat zur Prüsung sportli(t)er T^estlelstuugen in allen BoolSgatlungen 1000 die alilährli.I) wiederholte Deutsche Meisler- schoNsregalta geschaffen, nachdem feil 1882 all- sährllch ein TlleislerfchaftSrudern Im Einer ver* nnflallel worden war Aus den Olhmplschen Spielen 1912 (durch den Ludwigshafener '.Ruderverein), 1928 (durch ben Berliner Ruderklub „Hella«") unb 1932 l durch den Berliner 'Ruderklub unb ben Mannheimer 'Ruherberein .Amtcttla") hat ber Berband dann bewiesen, bass hie sportlichen Leistungen seiner Vereine zur Weltklasse zu redmen finb. Rein ,ahlenmässig Ist ber Deutsche Ruber uerbanb mit über 100 000 Blllqllebern ber grösste Ruberuerbanb her Welt. Waren die ersten Jahrzehnte seine« Bestehen« der strasfeii Glieberung de« 'Rennrubernfl gewib* niet, Io sInden wir von 1900 ab daneben eine stärkere Betonung de« TDanberrubern«, einfach deshalb, weil die grossen Flüsse unb Deen unsere« Vaterlandes dafür bessere Voraussetzungen bleien als die Gewässer Im TRulterlanbe be« Sportes, In England. Der Deutsche Auderverbanb hat 1910 einen „Führer für Wanberruderer" ber* auSgegeben, und er hat burch gemelnfame Wanderfahrten auf allen deutschen Gewässern, durch Schassung von Unterkünsten für Boote unb Anderer usw. da« Wanderrubern planmässig gefördert. Sell 1880 kennt man in Deutschland da« Schüler r u b e r » In selbständigen Schülerruberver- cllien als eine Bewegung, die In keiner an bereit Sportart unb in feinem anberen Lanbe ein Gegenstück hat. 300 Schlilerrudervereine mit etwa 15 000 Sdjülcrn flub jetzt dem Deutschen Ruberucr- bnnb lmgeschtossen. Dazu kommen etwa 5000 schulentlassene Jugendliche, die In besonderen Iugendabtellungen unserer Herrenrubervereine betreut werben. Plus dem Gebiet be« Schüler- unb »ugenbru- hern« hol sich ber 'Bcrbanb auf die Ausstellung non 'Richtlinien beschränkt. Nur wenige 'Bestimmungen zwingender Art Hal er für diese Art de« Änderns geschaffen, um ein Zuviel im Weiikauipf au« phhflologlfchen und Pfhchologlfchen Gründen zu nerblnbem. ©eit wenigen Jahren hat der Deutsche Auder- verband dann auch da« Flaue n r u b e r n ba« suH l'l« dahin selbständig entwickelt hatte,' al« gleichberechtigt Innerhalb deS Verbände« anerkannt unb so finb heute etwa 8000 bis 10 000 Frauen in felbstänblgen Frauenrubervereinen unb Frauenabteilungen der Herrenrubervereine Mit- glieber be« Deutschen Nuberverbande«. Alle zwei Nähre treffen sich die Mitglieder be« Verbände« zum Aubertag, ber blesnicil am 19. März in Hamburg ftallflnbet. Sonst hat der Verband äusser feiner Geschäftsstelle einen Verband«* au«schuss, ber zweimal im Jahre zu einer Tagung zusammentritt. Aus den einzelnen Donbergebieten (Frauenrudern, Wanderrudern, 3uqenbrubent usw.) gibt e« noch Unterausschüsse, die alljährlich einmal zusammentreten. Mit diesem Mindestmass an Verwaltung. ist der Verband auch bei ler starken Entwicklung In her Nachkriegszeit ausgenommen. Man möchte den deutschen Aubervereinen und ihrem Verband toünfd)en, dass so, wie sie sich trotz aller Nöte bisher behauptet Haden, auch weiterhin erfolgreich behaupten, zum Wohle unserer Fugend unb unsere« Volke«. Wirtschaft. Die Deckung der Noten durch Gold unb deckungsfähige Devisen betrug am 7. Februar 28 4 Prozent, gegen 27,6 Prozent am Ultimo 3anua’r. * Der Reichsbanlstatus Anfang Februar Berlin, 9. Febr. (WTV. Funkspruch.) Nad) dem AuSwei« der Neichsdank vom 7. Februar hat sich in der verflossenen Bank- Woche die gesamte Kapitalanlage ber Bank In Wechseln unb Schecks, Öombarb« unb Effekten um 105,3 Millionen auf 2891,0 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben bie Bestände an Handelswechseln unb -Scheck« um 66,2 Millionen auf 2392,8 Millionen Mk.. bie Bestände an Aeichsfchahwechfeln von 26,1 Millionen auf 18,0 Millionen Mk., unb die üombarbbeftünbe um 13,1 Millionen auf 79,4 Millionen Mk abgenommen, bie Effektenbestänbe um 0,1 Millionen auf 400,8 Millionen Mk. ^genommen. An AeichSbanknoten unb 'Renten* banffd) einen zusammen finb 115,0 Millionen Mark in die Kassen der Neichsbank zurückgeslos- sen, unb zwar hat sld) der Umlaus an NeichS- banfnoien um 95,6 Millionen aus 3242,2 Millionen Mark, derjenige an Aentenbankscheinen um 19,4 Millionen Mk auf 391,6 Millionen Mk. verringert. Dementfpred)enb haben sich die Bestände der NeichSbank an Aentenbankscheinen auf 35,4 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 315,6 Millionen Neichsmark eine Abnahme um 29,4 Millionen Mark. Die Bestände an Gold unb beckung«- fähigen Devisen haben sich um 2,3 Millionen auf 920,2 Millionen Mk. verringert 3m einzelnen haben die Goldbestände um 0,4 Millionen auf 822,3 Millionen Mk. zugenommen, die Bestände an deckungSfählgen Devisen um 2,7 Millionen auf 97,9 Millionen Mk. abgenommen. 'BerlinerMafchinenbau-AG. vormal S L Dchwartzkopf f, Berlin. Die Firma hat von der Deutschen Neichsbahngesell- schaft einen Auftrag von 40 Lokomotiven für ben Verschiebebienst erhalten. Gs handelt sich dabei um ben ersten grösseren Auftrag auf eine fortentwickelte, erstmalig von ber Gesellschaft für bie Deutsche NeichSbayn geschaffene Lokomotiv- Bauart. frankfurter Abendbörse lustlos. Frankfurt a. M., 9. Febr. Die Adendbörse verkehrte mangels Anregungen in lustloser Haltung, zumal daS Privatpublikum weiter stärkere Zurückhaltung befunbetc Auch die Kulisse verhielt sich vollkommen abtoartenb. Auf höhere Qlrnfterbamer Meldungen waren Aku etwas beachtet und 0,75 Prozent höher, während auf den übrigen Marktgebieten die Schlussnotierungen von heute mittag etwa behauptet blieben. 3G.-Farben lagen 0,4 Prozent niedriger. 21m Aenten markt zogen Neubefih etwas an, Altbefitz unb späte Dchulbbücher waren un- veränbert. Don fremden Werten lagen Türkenwerte weiter fester. 3m Freiverkehr lagen von amerikanischen Kunstseibenshare« Glanzstosf preserreb mit 47 bi« 49.5 etwa 1 bis 2 Dollar niedriger, im übrigen blieben die Kurse zu heut« mittag unverändert. Altbesltz 64,75, Neubesih 8,65 bis 8,75, Neichsbank 148,50, Gelsenkirchen 59, Stahlverein 33,75, Aku 40,25, 3G.-Farben 107,60. Nuno 6 Millionen Arbeitslose. Der Stand vom Ende Januar. - Berlin, 9. Febr. (WTB.j Die Entwicklung de« Arbeitsmarkte« wurde durch den stren- fien Frost, ber währenb der zweiten 3anuarhälste n ben meisten Teilen be« Neiche« herrschte, ungünstig beeinflusst. Trotzbem blieben bie Zahlen ber bei ben Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen mit rund 6014000 nach einer Zunahme um rund 48 000 Ende 3anuar hinter ber entsprechenden Zahl be« Vorjahre« (6 042 000) zurück. 3n ber zweiten Iamiarhälfte 1932 belief sich bie Aunahme nod) auf runb 76 000. Die Kurve, bie jur Zeit dicht vor ihrem jahrevzeitltd)en Höhepunkt angelangt fein dürste, Hal sich also weiterhin verflacht. Für die Untcrftü|)ung«i'inrld)tungen be« Neiche« und ber NeichSansiali hat sich bie wachsende Belastung be« Arbeitsmarkte« der vorigen Berichtszelt erst jetzt, nach Ablauf ber Wartezeiten, au«- gewlrkt. 3n ber Arbeilslofenverficherung wurden Ende 3anuar runb 953 000, In ber Ärlfenfürforge runb 1 419 000 HauptunterstützungSempfänger gezählt. Dabei würben insgesamt runb 2 372 003 Arbeitslose, also wieder runb bie Hälfte der Unterstützten, von der NeichScinftalt unterstützt. Die Zahl Der anerkannten WohlfahrtSerwerbslosen belief sich Ende 3anuar auf runb 2 427 000. 3m Freiwilligen Arbeitsdienst wurden trotz planmässiger Beendigung oder burd) Frost er Iwnngener Unterbrechung jahlreid)i-r Ulass- nahmen Lude Januar noch Immer 175 000 Dienstwillige beschäftigt Zur gleidjcii Zeit waren schon mehr al« 100 000 Jugendliche von dem Rotwerk der beulfdjeti Jugend erfasst. Die Zahl ber 3ugendlichen, die an ben beruflichen DtlbungSmassnahmen der NeichSanstali teil- nahmen, gebt weit darüber hinan«. 3n allen Be- rusSgruppen, die von ber Witterung abhängen, ifl die Arbeitslosigkeit gestiegen. 3m übrigen zeigten sld) jedoch mehrsach Ansätze einer beginnenden Laisonbelebung. Die SteigerungSturven verflacht. Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau. Frankfurt a. «DL, 9. Febr. (WSN.) Die Zahl ber verfügbaren Arbeitsuchenden bei ben Ar- beltoämtern im Bezirk des Lanbesarbeitsamts Reffen betrug Ende Januar b.Z. 3(39 608, gegenüber 341 817 Mitte Januar 1933 unb 345 819 Ende Za nuar 1932. (Gegenüber bein 'Borstichtag ergibt sich somit für Ende Januar eine A bna hme um 2 2 0!) ober 0,6 v. h. Sie erklärt sld) nad) ben Berichte» ber Arbeltoämt-er barauo, bass aus dem freiwilligen Arbeitoblenst Ausgeschiebene zum Teil ihr Arbeitogesuch nicht weiterhin ausrechterhielten, ferner daraus, bass eine grössere Zahl Arbeitsuchende infolge Erkrankung vorübergehenb ausgeschieben Ist. And) konnten Arbeitsuchende besonders als Ersatz (ür Erkrankte vermittelt werden. Bei zehn Arbeitsämtern ging die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchende,! zurück, während sie sich bei den übrigen adjt erhöht hat. Die Erhöhung war bei den Arbeitsämtern mit vorwiegend landwirtschaftlichem Arbeitsmarkt verhältnismässig am hvchsien (Trei)sa 13,1 v. H., (Eorbad) 9,2 v. H.). Der «Rückgang der Arbeitsuchenden während der Berichtszeit war bei den Frauen zwar absolut (884) geringer, relativ (1,7 v. .h.) aber wesentlich höher als bei den Manu nern (1325 ober 0,4 o.H.) 3lt ber Arbeitslosenversicherung wurden Ende Januar 45 858, in der .tzrisenfürsorge 70 382, zusammen 116 240 Hauptunterstützimgvempfänger gezählt. Gegenüber der Bestandszahl von Ende Dezember ergibt sich also eine Zunahme um 4357 in der Arbeitslosenversicherung, 4849 in der Krisenfürsorge, zusammen um 9206. Unter den verfügbaren Arbeit- siichenden waren Ende Januar nad) der vorläufigen Zählung der Arbeitsämter 121 137 männliche, 13 542 weibliche, zusammen 134 679 anerkannte Wohlfahrts- erwerbslose. Das bedeutet gegenüber ber cnbgiilti gen Zahl der von den Arbeitsämtern anerkannten Wohlsahrtserwerbslosen am 31. Dezember 1932 (134 572), dass die Zal)l der anerkannten Wohlfahrts- erwerbslosen eine weitere Zunahme nicht mehr er^ fahren hat. .Yianliuri ». 4)1. Berlin ihilum o 107 108 49,13 49,25 4,65 6 4.4 4.5 4,65 10 Banknoten. 21,75 T 28,5 21 142.5 142.5 49 50 o o 37 144 22,5 36,75 41 48 80 25 37,5 143 38.9 42,75 36,75 o <> 0 0 ■ i 72,20 61,5 148,9 30,5 70 142 38 42,5 , 0 0 0 0 IO B fl 0 40,25 49.25 51 27 48,75 51 101,75 39,5 48,5 50 26,75 112,5 22 37 42 37,75 143 27,4 81,25 94 52.65 102.4 40,25 48,5 49,75 26 112,5 22.4 36.4 42 37,75 144 108 150,5 39 43 36,65 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt deschloff 79,76 100 85,5 131,5 116,75 Ul, Farl>«tz-Jnduslri« .. Tcfielbtiiullaü <«ulb|djmlbl . iKIUrtcrfliucrfe WrlallnrleUldiafl 6rniiuiir(pVliiirrltn-'l«(itei Hnmv»r,!--LObam. '0t. i)li*lil|6niil i>. inan n*Btiiiiifl-Olnlrllir uon itnio . DeiUl.br eiul -Vlbloi,-. rfjuib mit «ullos. Mechten De»„l. uljnu VliiMnl .Itlriliif..... 6'.'» rhrni. hu;, iMuifctiiidt idmii (rilrffübll). lOu"„) ........ vberktellen 'Ihnvlm-Vlulrtiir mli VIii«Iii|, lllrililcii....... Jriifldir .WolltHl < diiiinrhih I VIn Irlhr ■ rill»| mli Olti4lu|..|Hr(hirn -Vlniif uiitlliihlnn bl« tn;iä 0% < Ui?% rtrnuff vni' ........ (Mulbiifr. Kl uiitiliihbin |>I" iii.hi n1 rbriu. V nnmli. Aup. Qliillf-Vli)U.-uinb> bflffr Schluß- für* ^dttuflf. bflrff 0.2. 9.2. 8.7. 9.2 70 711.25 II 70,75 00,5 ■II .75 90,5 91,1 HO H1,7fl 00,0 »1,75 65,13 64.75 64.1 64,65 8188 0,75 0,55 0,6 74,5 75 75,25 — 03 — — 60,5 60 59,5 60 83,6 03,75 — — 03,5 — — 85 05,4 — — 65 85,5 - — 64 83,5 03,5 83,75 84 03,5 — WM — 1,4 1.4 1.4 MM ■ — — »— t> 6,25 6.4 6,5 5,15 5.25 5,13 5,35 0,81 5,9 5,5 5.115 0.7 5,9 6,65 7 7.13 6.0 10.75 ID,9 10,9 !' 75 5,9 5.75 5.8 24,75 24,75 25 25 Vevi enmarfl ! Berlin — hanffurl a. M. O.Acbruar S-Arbruar Vimiliifir Jloücrunfl Wtlb | 2)rlci AmlIIMc Jfolitrunii Obrlb 2'rir VrlftHflfor*. 6,373 6.386 6,374 6.386 ÜlMru...... 48,95 49,05 48,95 49.05 «hibnprft ... 12,465 12,485 12,465 12,485 (Tüfill...... 3,057 3,063 3.057 3.063 A5üllmtb .... 169,23 169,57 169.18 169.52 C»lu....... 73,68 73,82 73,73 73,87 «opeichaaen. 14.24 64,36 64.19 64,31 toiwfljolm.. 77,27 77 43 77,17 77,33 Vonbon ..... Vhiriu'fl Aires .14.42 14,46 14,42 14.46 0,833 0,837 0,833 0,837 Vfriihort ... 4.209 4,217 4,909 4.217 Vlrhlfcl..... 58,54 58,66 21.57 58.53 58.65 ."linllrn..... 21,53 16,435 21.52 21 56 llürto...... 16.475 16,425 16,465 Skbwrtz .... 81.19 81 35 81,16 81.32 Gl'aitirii.... 34,52 34,58 34,52 34 5R Drnizin . .. 81,87 82,03 81,77 81 93 Japan ..... 0,889 0,239 0.891 0.889 0,891 Rio br Amt. 0,241 0,239 Auaallamien 5,554 5,566 5,554 r, Ufifi Ulltabun . - 13,11 13,13 13,11 13,13 Aranflurt a. Dl, Berlin 0*1(01110« furrf e*d)fui)r. ’ttbrnb« bflrf- Schluß, tunt e*diiu|lt. DllHdfi« börfr Oaiui» 8.2. 9.2. 82. 9-2- Vleretittat, <3inhlivrrfr........o omm uniitm ...............o fl'nltroortt Wkhrrfjfrbrn........ n ffnlhurrfr Wrlirrrnrlu....... n ffnUlurrfr ®nlAbrt|un!)....... v 34,25 16 115 117 169 33.75 16 115 118 172 34,65 16 115,9 117,5 170 34,25 15,65 115,25 117,5 172,5 OAchlllO« hirr r-‘(1)lu|)r ■flbrilb- bflrfr OAchluß. furd e4.9 193 19? 190.25 75 74,5 75.1.1 Berlin, 9.^rbruor <«rlb lM|nrrl!nnl|rf)r »fntrn.............. Belchlche Vfotrn.................. Dänllcho Vfafen ................. Unfllikhr Noten ................. grauUlMchr Noten............... PvlI.lubOche Noten............... ntdllmliitie Wüten................ Wi>nvrfll|it)e Noten ............. Deut|ch Orflenrld), * 100 nirUcr Noten................. Spanische Note,................. IhtadrildK Noten ................