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Der Rückgang ber » Berichtszeit war bei 4) geringer, relativ >r als bei ben Mön- ng wurden Ende Jage 70382, Mimen ifänger gezählt. @e» Ende Dezember er« m 4357 in ber Ar- der jmlenfürforge, verfügbaren Arbeit« adj ber vorläufigen 7 männliche, 13542 kannte Wohlfahrt-' über der enbgulii« Titern anerkannten l Dezember 19di MenWoMtl»' inte nicht mch «’ z.z-bnx» 6> 49.« 12.495 Seid । 3,057 169,18 73,73 64,19 77,1 14,4 0,833 4,209 58,53 21,52 16,425 81-16 34,M 81.77 0,889 0,239 5,554 13,11 3.00 169,H 73.87 64,3 77,33 14,4 0,837 4,217 58,Ö 21.5J 18.4S 81,32 34.Z 81.93 0,891 0,241 5.5« 13,13 58,3? 63,82 14,38 6,3 68,81 21-48 73-35 2^6 77-00 |6,W 34,38 64-08 14," 16,<5 21'* 73,85 2*j 11 3441 Dn’tf vnd verlaa: VrLHI'sche UniverfitälZ vuch- und Steinöruderet R. Lanye in Gießen. Schriftleitung uns Sefchäftzftelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein undlür denAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Lrlchein, täglich, außer Sonntags unb Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat Bild DieScholl, MonatS'Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illufttierte . 1.80 Zustellgebühr . . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ;iemfpred)anfd)lüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift tür Drahtnachrichten Anzeiger Bietzen. Postscheckkonto: k?ro>fti'rt am Main 11686. Nr. 35 Erstes Blatt, 183. Jahrgang Freitag, 10. Sebruar (953 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Ist Frankreich parlameniömüde? Das Kabinett Datadier hat wenig Chancen. - Das Beispiel des Auslands. Von unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Mitte Februar 1933. Der Öturx des Kabinetts Paul-Boncour hat, wenigstens für einige Zeit, die Uneinigkeit der französischen Linksparteien besiegelt. Cs ist jetzt erwiesen, daß eine Regierung, welche sich auf die bürgerliche Linke und die Sozialisten stützt, auf die Dauer nicht lebensfähig ist. Ein Abgrund trennt die Sozialisten und die bürgerliche Linke, daran ändern alle persönlichen Sympathien und Wahlbündnisse nichts.' Diese Erkenntnis wurde aber durch die letzte Krise recht teuer erkauft, denn sie hat nur einen negativen Wert. Mit einer linksstehenden Mehrheit in der Kammer ist man gezwungen, immer wieder an der „tragischen Liebe" der Radikalen und der Sozialisten herumzudoktern, ein Zustand, der in Krisenzeiten recht unbequem wird. Die Energie der Regierenden reibt sich in den immer wieder erneuerten Verständigungsversuchen auf, die ewigen Kompromisse und Rücksichtnahmen verhindern jede erfolgreiche Politik und geben der Rechtsopposition die besten Agitationsmittel in die Hand. Die Hauptschuld trifft dabei die Sozialisten, oder vielmehr noch ihre „Doktrinen", die es ihnen unmöglich machen, auf die Dauer mit anderen Parteien zusammen zu arbeiten. Sie können keine Verantwortung auf sich nehmen, andererseits ist es jedoch unmöglich, sie zu ignorieren. Kein Wunder, baß die Auguren im Palais Bourbon ganze Serien von Kabinettskrisen prophezeien. Der Regierung Daladier insbesondere sagt man ein kurzes und freudloses Dasein voraus, das zwischen Finanzsorgen und Schwierigkeiten mit der eigenen Mehrheit trostlos dahinfliesten soll. Dabei wird Daladier von feinen Anhängern und zahllosen Befürwortungen in allen Gruppen als ein Mann von besonderer Energie und „echter Jakobiner" (der Ausdruck wurde allerorts tatsächlich benützt) bezeichnet. Daladier soll „entschlossen, rauh, tapfer und aufrichtig" fein, außerdem will er am Militärhaushalt keine Einsparungen vornehmen. Doch all das dürfte ihm nicht viel nützen. Die rechtsstehende Opposition, die wegen der Kräfteverteilung in der Kammer in die Passivität gedrängt ist — wenigstens so lange, als die Radikalen sich nicht einer Rechtsorientierung bequemen, verlegt sich auf die Kritik. Sie möchte den Beweis erbringen, daß die Linke regierungsunfähig sei und fordert die Auslösung der Kammer. Sie meint aber damit — da die Auflösung praktisch nicht durchführbar ist — nur die „Rationale Einigung", also eine neue Koalition. Alm das den Radikalen nahezulegen, benützt sie die antiparlamentarische Agitation. Man war in Frankreich immer geneigt, die Kammer zu verulken — eine im Grunde unschuldige und ungefährliche Unterhaltung. Run haben sich zu dieser Reigung die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und d i e Steuerlasten gesellt. Die Stimmung im Lande ist überall denkbar schlecht. Die Kundgebungen gegen die Steuerlasten wollen kein Ende nehmen. Die Manifestanten führen eine drohende Sprache, ein klassisches Beispiel war die Warnung des „comite du salut economique“ an die Regierung. 750 Organisationen haben darin die Mistwirtschaft aller Parteien, die der Wirtschast immer neue Lasten auferlegten, ge- brandmarkt und in höchst energischem Tone die Einstellung der „Plünderung des Staatsvermögens" gefordert. Das geschah unter der Einwirkung der Steuerforderungen des Finanzministers Cheron. Seine Rachfolger, Georges Bonnet und Haushaltsminister Lamoureux, fordern schon viel weniger. Doch die Agitation geht weiter, sie ist zum Teil auch die Antwort auf den sehr fühlbaren Machtzuwachs der Gewerkschaften, in dem viele ein gefährliches Zeichen für die Zukunft erblicken. Jedenfalls hagelt es von rechts und links Kritik am parlamentarischen System, während die Parteien auf beiden Seiten nicht müde werden zu betonen, dast sie den Parlamentarismus gegen alle Angriffe schützen wollen. Bei den Wahlen war von dieser parlamentsfeindlichen Stimmung noch nichts zu fühlen; sein, dah sie damals noch nicht tief tour» 3cltc. Es ist wahr, dast seit der großen Revo- 4?lujn keine Staatsform sich über sechzig Jahre halten konnte und „Marianne", die o^kte Republik, ist schon dreiundsechzig Jahre Qlt- Die Franzosen neigen, vielleicht mehr als andere Völler, zu historischen Betrachtungen und manche finden, dast es schon notwendig wäre, zu Reformen zu schreiten, um Erschütterungen vorzubeugen. Zum Teil handelt es sich dabei nur um geschichtsphilosophische Theorien, die durch die Entwicklung im Auslande angeregt wurden. Der Faschismus in Italien lieh die Geister hier nicht ganz unberührt und die nationalsozialistische Bewegung in Deutschland, die Kanzlerschaft Hitlers, haben auch in dieser Richtung gewirkt. Man fragt sich, ob Frankreich zwischen neue Wege gehenden Rachbar- ländern nicht gezwungen sein wird, an den Formen seines politischen Lebens Veränderungen vorzunehmen. Zubemerken ist dabei, dast in diesen Ueberlegunigcn der deutsche Rational- sozialismus etwas ^summarisch gedeutet wird, so» / wohl in seiner Eigenart wie auch in seiner Rolle. Run, all diese Gedanken sind hier vielleicht blauer Dunst — in der Tagespolitik spielen sie jedenfalls keine positive Rolle. Man knüpft aber an die Kanzlerschaft Hitlers . auch andere kühne Kombinationen und es ist interessant, dast die „Realpolitiker" davon keine unmittelbaren Einwirkungen auf die Austenpolitik erwarten. Die austenpolitische Lage bleibt nichtsdestoweniger ein Faktor der Unruhe. Don den Abrüstungsverhandlungen in Gens erwartet man insbesondere nicht viel Gutes. Die isolierte Lage Frankreichs wird von allen erkannt und in dieser Beziehung erscheint auch das Verhältnis zu Italien in einer besonderen Beleuchtung Die Annäherungsversuche sind alle seh geschlagen; de Jouvenel seht zwar in Rom seine Bemühungen unverändert fort, doch in Paris glauben viele, dast seine Mission bereits gescheitert ist. Die Frage ist nur. wann man aus dieser Situation die Konsequenzen ziehen wird. Einigung über das Finanz, Programm in Frankreich. Paris, 9. Febr. (TU.) Der Finanzausschust der Kammer hat die Beratungen der Regierungsvorlage abgeschlossen. Die noch offenen Punkte wurden dergestalt geregelt, dast an Stelle der ursprünglich vorgesehenen Kür- jungen der Beamtengehälter auf alle Bezüge und Gehälter über 20 000 Franken (gleich etwa 3200 Mk.), die im Lause der letzten zwei Jahre nicht um mehr als 10 Prozent verringert worden sind, eine A r t Krisen st euer eingeführt wird. Die Staffelung dieser Krisensteuer soll ,5 bis 10 Prozent bei Gehältern über 200 000 Franken betragen. In diesem Punkt ist der Finanzausschust den Sozialisten entgegengekommen. Dafür haben die Sozialisten dem zugestimmt, dast die Abstriche an den Militärhaushalten statt 638 Millionen 508 Millionen betragen sollen, wobei der Haushalt des Luftfahrtministeriums statt um 300 Millionen Franken, wie die beiden letzten Regierungen es vorgeschlagen hatten, nur um 170 Millionen Franken gekürzt wird. Mit 16 gegen 7 Stimmen wurde schließlich die vom Ausschust verbesserte Fassung des Finanzplanes angenommen. Die Präsidenten der Kammergruppen und großen Ausschüsse haben beschlossen, der Kammer am Samstagvormittag den Beginn der allgemeinen Aussprache vorzuschlagen und auch am Sonntag zu tagen, damit noch in der nächsten Woche die Vorlage dem Senat überwiesen werden kann. Für ein freies Indonesien? Eine Unterredung mit dem Führer der malayischen Unabhängigkeitsbewegung. Von unserem ^.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Gin glücklicher Zufall setzt uns in die Lage, nachstehend eine Unterredung unseres Berichterstatters in Soerabaja mit dem intellektuellen Führer der aufständischen javanischen Eingeborenen, dem Ingenieur Dr. Soekarno, zu veröffentlichen. Die Unterredung, die uns soeben durch Flugpost erreichte, hat kurz vor Ausbruch der gegenwärtigen Unruhen stattgefunden. Die Schriftleitung. Soerabaja (Java), im Januar 1933. Roch immer gelten die malayischen Völker Riederländisch-Jndiens für ruhig, was der oberflächliche Beobachter auch als richtig hinnimmt. Und doch sind die Zeiten vorbei, wo Dorf- Häuptlinge im Archipel zu dem holländischen Kontrolleur kamen und sich beschwerten, daß man von ihnen keine Steuer erhob. Im Jahre 1926 hat es in Westjava und Sumatras Ostküste A u f- stände gegeben. Eine Rächt lang konnten die Rebellen in Batavia sogar das Hauptpostamt beseht halten und in Padang sind Europäer vor den Augen ihrer Frau buchstäblich in Stücke geschlagen worden. Die Zahl der Toten ist von tausend nicht allzuweit entfernt gewesen. Wenn man so will, kann man die Erscheinungen auf drei Quellen zurücksühren. Da ist einmal der natürliche Unabhängigkeitssinn gewisser Volksteile in Atjeh (Rordsumatra) und Minangkabau (Oftfumatra)., Dann haben chinesische Einwanderer kommunistische Ideen ins Land getragen. Die wichtigste Quelle liegt aber in der Aufklärung, d. h. in der Erziehung der Eingeborenen zu europäischem Denken. Eine Gruppe Intellektueller unter Leitung des Ingenieurs Soekarno ist ihre Führerschicht geworden. Sie nennt sich „Rationale Partei I n d o n e s i a". Mit ihr gelang es mir, in Verbindung zu treten. „Als im Jahre 1926 dem Volk der Glaube an die Freiheit Indonesiens verloren ging, stellten wir uns an die Spitze dieser neuen Bewegung", sagte mir Herr Soekarno. „Sie führen also die Idee fort?" „Die Idee ja, den kommunistischen Einschlag von damals lehnen wir ab“, antwortete mir der Ingenieur. „Ich habe auf meinen Reisen durch Rieder- ländisch-Jndien feststellen können, daß die einzelnen Völker dieses Landes im Charakter und auch in der Sprache so verschieden sind, daß ich mitunter an eine ganz fremde Abstammung glaubte. Wie wollen Sie das vereinigen?" „Unb doch haben mir bas gleiche Blut unb im Orunbe genommen auch ben gleichen Sprach- ftamm. In geschichtlicher Zeit waren wir sogar häufiger ein Staat. Gewiß, ber Javaner ist servil, ber Maboerese, Minangkabauer unb Atjeher bafür aber um so entschlossener unb stellenweise auch ökonomischer. Unterschiebe im Charakter finben sie aber schließlich auch bei ben Teilen anberer Völker." „Was ist Ihr Ziel?" „F ort mit ber hollänbischen Kolonialverwaltung. Kampf gegen jeben Kolonialimperialismus!" „Was wirb mit ben E u r o p ä e r n im Lande?" „Sie können unb sollen bei uns wohnen bleiben, wie ja schließlich auch Franzosen in Deutschlanb unb umgekehrt wohnen. Es geht nicht gegen bis Rasse, fonbern gegen ihre Herrschaft." „Kann man etwas über Ihre Organisation erfahren?" „Gewiß. Wir arbeiten mit Comitäs, politischen unb wirtschaftlichen. Das ist allgemein bekannt. Wir kennen also nur aktive Mitglieder. Unsere Partei kann also nicht mit ben hohen Mitglieberzahlen europäischer Parteien aufwarten. Wir haben nur ge- gegen 20 000. Dann machen wir natürlich Propa- ganba, halten also Reben unb was sonst bazu gehört. Ich selbst habe in biefer Woche brei Versamm- lunaen mit über 15 000 Zuhörern gehalten." „Unb ber Zeitpunkt bes Ziels?" Soekarno lächelt. „Da benfen Sie europäisch. Bei Ihnen muß alles abzusehen sein. Zukünftiges ist bei Ihnen gleichbedeutend mit Zwecklosigkeit. Wir arbeiten nur für bas Ziel unb benfen b a b e i nicht an ben Augenblick bes Erfolges. Meine Antwort ist also nur: Es wirb kommen!" Holland kämpft gegen Soekarno mit allen Mitteln. Das ist fein gutes Recht. Als ich den Ingenieur sprach, war er nicht lange nach Verbüßung einer Haft von drei Jahren aus bem Gefängnis gekommen. Was ging auf Java vor? Oie Ursachen des Kolonialalarms. — Keine Chancen für eine Revolution. Von unserem r.-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Amsterdam, 7. Febr. 1933. Wieder einmal Kolonialalarm I Der aber diesmal vor allem das Ausland beunruhigt, während man hier an Derartiges eben eher gewöhnt ist. Und wäre nicht die „romantische" Jagd nach dem Schiff der Meuterer gewesen — wer weiß, ob man jenseits der Grenzen der Riederlande allzusehr auf diese Dinge geachtet hätte. Wenn nämlich in der niederländischen Kolonial- flotte in Soerabaja eine Meuterei ausgebrochen ist, so geschah das nicht zufällig. Diese Stadt ist nicht nur der bedeutendste Handelshafen des malayischen Archipels, sondern auch die Flottenbasis der Kolonie. An der Mündung des Brantas gelegen, ist Soerabaja nach der Seeseite durch die vorgelagerte Insel Madoera, die beiden Zugänge zur Javasee, durch starke Küstenbatterien geschützt. Kein Wunder, dah hier die ganze Flotte stationiert ist, während das Kommando in Batavia seinen Sitz hat. Die Einheiten bestehen im Augenblick aus den Kreuzern „Java", „Sumatra", einer Zerstörerflottille, zehn bis fünfzehn Unterseebooten und einer Minenlegdivision an modernen Schiffen. Dazu kommen noch einige ältere Einheiten wie u. a. der Panzerkreuzer „Se- ven Provincien" und Geschwaderboote. Zwischen Soerabaja und Grissee liegen in einem modernen Hafen außerdem noch einige Seefliegerstaffeln. Dazu kommen weiter Küstenartillerieformationen l und eine Abteilung Marineinfanterie. Seit dem 1. Dezember ist auch ein Armeedivisionsstab und Infanterie nach Soerabaja verlegt worden. Diese außerordentlich starken und mit Eingeborenen erheblich durchsetzten militärischen Kräfte sind natürlich eine große Gefahrenquelle, falls die Meuterei in einen erfolgreichen Aufstand umschlagen sollte. Ist diese Gefahr aber vorhanden? Wir leuchten mit dieser Frage unmittelbar in die Hintergründe der Meuterei. Lohnabbau, heißt es, hätte die Unruhen heraufbeschworen. Zweifellos ist das der einzige Grund für das Verhalten ber weißen Matrosen. Alle anderen Annahmen beruhen auf Kombinationen, selbst wenn einige von ihnen in ihrem Zorn kommunistische Redensarten geführt haben sollten. Anders sieht es mit ben mala p i f cf) e n Matrosen aus. Man bars nicht vergessen, baß in allen öffentlichen Gebäuben, vor allem in ber stark von Eingeborenen frequentierten Post, burch Plakate für Heer unb Marine geworben wirb. In malayisch, javanisch unb subanesisch erhalten die Bereitwilligen ein eindringliches Bild vom schö'- nen Leben an Bord entworfen. Wenn auch stark ge- siebt wirb, so ist es immer noch leicht genug, baß sich Agitatoren anwerben lassen. Die Rekruten erhalten ferner auf einer Schule ober in Instruktionsstunden besonderen Unterricht und sind als „Aufgeklärte" ein geeigneteres Objekt als die große Masse, wenn es sich um sozialistische oder gar kommunistische Ideen handelt. In Soerabaja fbmmt bann noch fjimu, daß sich dort mehr Abschaum Ostasiens versammelt als in jedem anderen Hasen des Archipels. Wenn schon der Polizei nicht bekannt ist, wieviel Einwohner die Stadt überhaupt hat, wird sie auch nicht die Zahl der kommunistischen Agitatoren, im wesentlichen Chinesen kennen. Hier finden sich auch gelehrige Schüler genug, die wiederum an die Matrosen herankönnen. Der Osten ist schweigsam und so wird auch die geforderte Summe von 100 Gulden für jeden Einwanderer kein Hindernis sein. Roch gefährlicher als Soerabaja ist Padang an der Westküste Sumatras. Hier hatte man schon immer das Gefühl, a u f einem Vulkan zu sitzen. Der Staatsanwalt des dortigen Militärgerichts hat die Europäer zu wiederholtem Male gewarnt, an den See von Mainindjaoe zu fahren, weil der Ort Matoer als Zentrum der sumatranischen Kommunisten gilt. Gerade hier sprechen die Europäer am liebsten davon, daß 75 v. H. der Armee verseucht sind. Die wirtschaftliche Krise hat natürlich ihr Uebriges getan. Die Eingeborenen verschleudern ihre Betriebsgüter zu einem Zentel des Wertes, nur um die geringe Steuer zahlen zu können. Die „Roemah Gadeh", die Leihhäuser, sind die am besten gehenden Geschäfte des Landes. Und trotzdem schloß der letzte Staatsetat mit 300 Millionen Mark Defizit bei einem Gesamtsoll von 800 Millionen. Die japanische Konkurrenz macht alles tot. An eine Zollunion mit dem Mutterland aber kann die Kolonie nicht denken, weil sie als Rohstoffland Lieferant für alle ist. Wieviel eingeborene Zeitungen von den etwa 150 schon heute mehr oder minder offen für eine Revolution sind, weiß mart nicht, weil es immer wieder vorkommt, daß ein harmloses Blatt plötzlich mit der Parole „weg mit dem Kapitalismus" ober „raus mit ben Holländern" herauskommt. „Die Ueber- wachung hat nur noch statistische Ausgaben", erklärte mir ein holländischer Beamter. Und trotzdem kann man die eingangs gestellte Frage nach der Gefahr eines Aufstandes verneinen. Sie wirkt nur deshalb so gefährlich, weil die Tatsachen noch zu neu sind. Da steht zunächst einmal fest, daß die „Desa", b cre Dorf, bie beste Arbeitslosenversicherung ber Welt ist. Hier werben alle ausgenommen unb verpflegt, bie entlassen sind. Ein solcher Kommunismus kann burch keine Parole mehr Überboten werben. Außerdem fällt berBoben ber geschlossenen Plantagen automatisch an bas Dorf zurück. Und wer möchte es mit dem „Senang", dem geruhsamen Leben der Malayen, aufnehmen? Rur Toren können es. Dieser von keinem anderen Volk ber Erbe entwickelte Ge- banfe, sich bas Leben auf keinen Fall stören zu lassen, läßt keine Revolution zu. Richt ohn, Grund sprach Dr. Soekarno, ber Führer ber radikalsten Gruppe, einmal mit einer gewissen Resignation von 30 Millionen servilen Javanern. Ferner ist zu bebenlen, baß ber Hauptteil ber Truppen aus Menabonesen und Ambonesen besteht. Das sind Christen und werben von ber mohammedanischen Masse gehaßt, wie sie anberseits sich biefer gegenüber als überlegen fühlen. Schließlich unb endlich besitzen bie Hollänber im Archipel noch eine Militärreserve, bie nicht gering ist. Das sinsd bie Europäer in der Kolonie, für bie allgemeine Wehrpflicht besteht, unb bie schon aus klimatischen Grünben sich fast alle im wehrpflichtigen Alter befinben. Erwähnt muß noch werden, bah bie meuternden weihen Mannschaften auch daburch verärgert sinb, bah bie Kolonie noch einen weiteren Panzerkreuzer zu einem angeblichen Betrage von 100 Millionen Mark bestellt hat, sie bagegen im Soll) abgebaut werben. Ihnen wirb man sehr rasch klarmachen, bah das mit Disziplin nichts zu tun hat. Die Kapitulation der „Sieben Provinzen". Achtzehn Tote. — Meuterei an Land. Batavia. 10. Februar. (MTB. Funkspruch.) Achtzehn Angehörige der Besatzung des Meu- tererschiffes „Sieben Provinzen" sind durch die aus einem Flugzeug abgeworfene Bombe getötet worden. 25 Mann wurden verwundet. d ?e r- , st. m ch 31$ er He as eil ur ?rt m- u i ru- ein ar. rbc lan gen ber bei frifl iem jlen reu* -ur rluh chie- ger Die zcnd- rben. ume. 200 wird. id)(en Haus urgs» iger eben- Z fin- läljen, i Ar- ochen, rforge zinlen junge -n sich ichsten ch er» )iesige du ich g mit r weit )inaus werke, l r t S - ste um f er» 15, be- 5 Der» fl -um ort seit rhntal- eS Ge» ■ „Eä- er, der >anges» ;nb backte für rat hier leibet t. Zwei i Man» ’eben«* cstor- a u f e n Huf- \ dessen iö toei» c Wet- nd nach Durch erbings ie über ■giebige üblichen )en ab» \ Druck •olfigem >en sich später» Rieder- tig und trocken. Vielfach ;ag und n mild. ),8 Grad morgens linimum . 10 cm 9. März: 0,0 mm. -lach dem Ausbruch des Brandes erfolgte die Kapitulation des Schiffes, wäre sie nicht erfolgt. dann wären die Flugzeuge dazu übergegangen, Bomben von 2 00 kg Gewicht abzuwersen. Die Bemannung ging nach der Uebergabe i n d i e Boote, die von den konzentrisch herankommenden Einheiten des Geschwaders in Empfang genommen wurden. Der Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" steht seht wieder unter dem Kommando der Offiziere. In der heutigen Sitzung des Volksrates teilte der Oberbefehlshaber der warineftreitkräfte mit. es habe sich herausgestellt, daß auch Angehörige der europäischen Bemannung an der Meuterei auf dem Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" feilgenommen haben. Außerdem sei sestgeslellt worden, dah die Meuterer beabsichtigt hätten, für den Aalt, dah die Nahrungsmittel aufgebraucht sein würden. Handelsschiffe anzugreifen und zu plündern. In A t j e h hat sich eine Meuterei bei dem Teil der europäischen Besatzung des Panzerkreuzers „Sieben Provinzen" ereignet, der dort seinerzeit an Land gegangen ist. Nachdem sich die gröhere Hälfte der europäischen Offiziere. Unteroffiziere und Matrosen mit dem Kapitän an Bord eines Regierungsdampfers begeben hatte, um das Meutererschiff zu verfolgen, blieben neben 100 Lin- geborenen-Maaten und Matrosen etwa 25 europäische Mannschaften mit mehreren Offizieren zurück. Diese Europäer haben sich jetzt geweigert. den Anweisungen des Militärkommandanten von Atjeh zu Patrouillengängen zu folgen. Sie wurden von der Gendarmerie wegen Dienstverweigerung in haft genommen. Die eingeborenen Mannschaften haben dem Befehl des Militärkommandanten Folge geleistet. Oer Mandschureistreit in Genf Neue Rückfrage des 19er Ausschusses. Genf, 9. Febr. (WTB.) Der 19er-Ausschuh der außerordentlichen Dölkerbundsversammlung hat sich heute mit den neuen japanischen Gegenvorschlägen zur Regelung des F«rn- vstkonfliktes beschäftigt. Rach eingehender Debatte wurde beschlossen, neue Rückfragen an die japanische Delegation zu richten. Insbesondere soll die japanische Delegation klipp und klar erklären, ob sie die chinesische Souveränität über die Mandschurei anerkenne oder nicht. 3n mündlichen Besprechungen mit der japanischen Delegation soll weiter geklärt werden, ob Japan bereit ist, die Feindseligkeiten einzustellen und die Truppen zurückzuziehen. Der 19er-2lusschuß steht auf dem Standpunkt, daß eine Fortführung der Der- mittlungsverhandlungen unmöglich sei, solange die japanische Regierung fortgesetzt neue militärische Maßnahmen (Besetzung der Provinz Dschehol) treffe. Der 19er-2lusschuh betont in seinem Schreiben an die japanische Regierung, er wäre bereit, bei der Formulierung des Abkommens zur Regelung des Streites Japan «nt- gegenzukommen, jedoch nur unter der Bedingung, daß die japanische Regierung in der schriftlich formulierten Gegenfrage eine befriedigende Antwort erteile. Zusammenfassung von Sparkassen in Oldenburg. Oldenburg, 9. Febr. Die oldenburgische nationalsozialistische Regierung schafft durch eine heule ousgegebene Verordnung eine Zusammenfas- jung d e s gesamten Sparkassenwesens Oldenburgs, und zwar zunächst des Landesteiles Oldenburg. Sämtliche kommunalen Sparkassen werden ab 10. Februar aufgehoben. Für diesen Tag als Stichtag wird von den kommunalen Spar- kahen eine Schlußbilanz geschaffen, und auf Grundlage dieser Bilanz werden die Kassen als Filialen der Landessparkasse Oldenburg, der staatlichen zentralen Sparkasse, weitergeführt. In derselben Weise werden Verträge mit insgesamt 10 Kommunen und Kommunalver- banden über eine Beteiligung an Filialen der Lan- dessparkasse aufgehoben, so daß diese Filialen ab 10. Februar ausschließlich in Händen der Landessparkasse sind. In Ausführungsbestimmungen soll dann ein billiger Ausgleich der Belange zwischen den Gewährsverbänden der Kasse erfolgen. A Donnerstag fand in Oldenburg eine Versamm- lung der von der oldenburgischen Sparkassenverordnung betroffenen Stadt- und Gemeindevertretungen sowie der betreffenden Sparkassenvorstände statt. Der Deutsche Sparkassen- und Girooerband yat an den Reichskanzler, den Vizekanzler und den Reichsmini- ter Dr. hugenberg ein Protesttelegramm zegen die oldenburgische Sparkassenverordnung ge- andt, in dem dringend gebeten wird, die erforderlichen Maßnahmen zur A u f h e b u n g der oldenburgischen Verordnung in die Wege zu leiten und dafür Sorge zu tragen, daß d i e Selbständigkeit derdeutschenSparkassenim Interesse ihrer acht Millionen Sparer nicht angetastet wird. Vor der Aufhebung von Rentenkürzungen. Berlin, 10. Febr. (TU.) Wie die „Deutsche Zeitung" berichtet, rechnet man mit einer neuen Verordnung der Reichsregierung, die eine weitere teilweise Aufhebung der Rentenkürzungen mit sich bringen würde, wie sie auch von dem jetzigen Reichswirtschaftsminister hu> genberg mehrfach gefordert worden ist. Angesichts der noch immer schwierigen Finanzlage des Reiches dürften sich die Erleichterungen imRahrnendeszur Zeit Möglichen halten. Voraussichtlich werden aber die Kürzungen für die in sozialer Hinsicht am schwersten betroffenen Kleinrentner zum größten Teil in Fortfall kommen. Mit der Verordnung ist wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Februar zu rechnen. Eine Zentrumszeitung in Oldenburg verboten. Oldenburg, 9. Febr. (WTB./ Das oldenburgische Innenministerium hat das Zentrumsorgan ,Tageszeitung für den Amtsbezirk Friesoythe" auf die Dauer von sechsTagenverboten. Das Verbot erfolgte wegen der Veröffentlichung des Wahl- a u f r u f e s des Landesvorstandes der oldenburgischen Zentrumspartei, da darin Stellen enthalten waren, in denen das Innenministerium eine Verächtlichmachung des Reichskanzlers Hitler sieht, außerdem wegen Verbreitung unwahrer Rachrichten. Das Verbot wird mit den Bestimmungen der Rcichsnotverordnung vom 4. Februar 1933 begründet. Die anderen Zentrumszeitungen werden davon nicht betroffen, da sie den inkriminierten Wahlaufruf bereits vor Erlaß der Verordnung brachten. Aus der Provinzialhauptstavt. Oas Wort Winterhilfe. Wie oft haben wir uns schon in unserem Leben gesagt: „Ich möchte noch einmal tun, was ich tat!“ Erst hinterher fühlen wir, was wir falsch gemacht haben. Hinterher erst erkennen wir, dah unsere Leistung doch nicht genügend war. Hinterher fällt uns im allgemeinen erst ein, was wir vergessen haben. Hinterher unterscheiden wir oft erst, was das Rechte, was das Beste und was das Nötigste war. So ist mir in diesen Tagen durch den Kopf gegangen, dah das Wort Winterhilfe für mich bisher stets einen bestimmten Aufgabenkreis um- schloß. In diesem hatten z. B. Pfundspenden, Sammlungen und Hilfsaktionen verwandter Art ihren Raum. Da kam mir der Brief eines Reichsdeutschen aus Danzig in die Hände, der sich bisher mit seiner Familie über Wasser halten konnte. Jetzt ist auch er arbeitslos geworden. Sein Brief enthält nicht nur das ergreifend« Wort, dah wir Menschen eine Rotgemeinschaft auf dieser Erde geworden sind. Der Brief enthielt auch noch eine Bitte an alle diejenigen Menschen, die ihm vielleicht einmal wieder Arbeit geben könnten: Wir sollen den Menschen, die zu uns kommen mit einer Bitte, wenigstens einen Augenblick ins Gesicht schauen. Dann sehen wir, wie lebenswichtig ihnen vielleicht ihr Anliegen ist. Wir sollen uns ein wenig Zeit nehmen, ihnen zuzuhören, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Sind wenn wir „nein" sagen, wenn wir die Bitte abschlagen müssen, dann soll es mit Verständnis für die Lage dessen sein, der wieder von uns geht. Denn wieviel« Menschen, die sich an uns wenden, persönlich oder durch einen Brief, haben schon täglich neue Hoffnungen wieder begraben. Sie haben oft nicht einmal mehr etwas zu erhoffen. Aber sie dürfen in unseren Augen niemals lästig oder überzählig sein. Sie dürfen nicht zu einer Akte werden, auch wenn ihr Rame durch ein Aktenstück geht. Hat diese Bitte etwas mit der Winterhilfe zu tun? Ich glaube: ja. Ich glaube: unbedingt. Denn unsere Hilfe für alle die Bittenden darf keine Grenze mehr kennen. Sie muß alles durchsetzen, was wir tun, alles, was an uns herangetragen wird. Ich denke dabei nicht nur an die Hausfrau, die nicht jedem etwas abkaufen kann, der mit Waren zu ihr kommt: ich denke nicht nur an den Arbeitgeber, bei dem sich die Bitten um Arbeit häufen. Ich denke an jeden von uns. Helfen darf man nicht mehr allein mit Sachen und mit Geld! Helfen müssen wir alle durch Freundlichkeit, durch Geduld, durch ein gütiges Wort, das Bitterkeit mildert, Verständnis und Mitgefühl zeigt! Linser Wille zum Helfen muh in jeglicher Handlung spürbar sein. Wir müssen die tau- sind bisher übersehenen Möglichkeiten erkennen, in denen bisher der Geist der Winterhilfe noch nicht lebendig war. Dann können wir wirklich zu einer Rotgemeinschaft aller Menschen auf dieser Erde werden! K. M. Kranzniederlegungen am Grabe Röntgens. LU. Don der Pressestelle der Llniversitat Gießen wird uns mitgetelt: Aus Anlaß des zehnjährigen Todestages des Geheimrats Dr. v. R 5 n t g e n haben der Rektor der Landesuniversität, sowie die Dekane der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät am heutigen Tage auf dem hiesigen Alten Friedhöfe am Grabe des großen Gelehrten, der mehrere Jahre in Gießen, als Ordinarius wirkte, in dankbarer Erinnerung Kränze niederlegen lassen. Ferner wurde auch im Auftrag der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ein Kranz als äußeres Zeichen des ehrenden Gedenkens niedergelegt. Militär-Platzkonzert zugunsten des Zugend-Notwerks. Sinter Leitung von Obermusikmeister Krautze wird das Musikkorps unseres 1. Bataillons 15. Inf. - Regt. am morgigen Samstag von 16 bis 17 Slhr in der Südanlage ein Platzkonzert veranstalten, bei dem eine Gelo- sammlung zur Forderung des Äotwerks der deutschen Jugend vorgenommen werden soll. Um allen Besuchern den Genuß dieses Konzerts ungeschmälert zu sichern, wird gebeten, sich nicht, wie sonst immer, in einem dichten Kreis direkt um die Kapelle herumzustellen, da hierdurch von den Klängen der Musik ein erheblicher Teil in der dichten Menschenmenge untergeht. Wenn die Zuhörer sich in einiger Entfernung von der Kapelle aufstellen, wird jedem Besucher ein erhöhter Genuß der musikalischen Darbietungen zuteil werden. Die Dortragsfolge für das Platzkonzert sieht vor: 1. Pro gloria et patna! Marsch, von Rumohr. 2. Ouvertüre zu Schillers „Wallensteins Lager", von Rosenkranz. 3. Großer Kriegsmarsch, Schlachthymne und Gebet, aus der Oper „Rienzi", von Wagner. 4. Fantasie über drei deutsche Lieder, von Schmidt. 5. Historische Märsche, eine Zusammenstellung von Heeresmärschen vom Mittel- alter bis zur Gegenwart, von Kaiser-Hockenberger. Ging- und Gpielabend der Jugend. Man schreibt uns: Cs sei nicht versäumt, auf die am Montag, 13. Februar, 20 Slhr, im Stadttheater stattfindende Veranstaltung der Jugend nochmals hinzuweisen. Das abwechslungsreiche Programm verbürgt jedem Besucher einen genußreichen Abend, den sich schon in seiner Einzigartigkeit niemand entgehen lassen sollte. Die Iugendver- bände, die sich selbstlos in den Dienst des Rotwerks gestellt haben, arbeiten feit längerem in ihren Freistunden mit Begeisterung und Hingabe daran, der Oesfentlichkeit das Beste zu zeigen, was sie bieten können. Einzelne schon früher öffentlich aufgeführte Punkte des Programms sind als geradezu vorbildliche Leistungen gewertet worden. Die Jugend darf also mit Recht erwarten, dah die Öffentlichkeit ihre Bemühungen durch ein volles Haus lohnt. Ganz besonders gilt das, weil der Reinertrag dem Äotwerk der deutschen Jugend zugute kommt, also denjenigen Jugendlichen, die arbeitslos und freudlos tn eine ungewisse Zukunft sehen. Das Iugend- notwerk will sie aus diesem Zustand herausreihen, ein Bemühen, welches seither schon vom schönsten Erfolg begleitet war. Sieber 900 Jugendliche werden bereits durch das Rotwerk in beruflichen Kursen betreut, verpflegt und körperlich ausgebildet. Darum unterstütze jeder durch Besuch des Abends das Rotwerk und mache damit der Jugend und sich selbst eine Freude! Das Programm lautet: 1. Orchester: Marsch. 2. Ansprache des Vorsitzenden, Syndikus Münch. 3. Volkstänze. 4. Mandolinen-Orchester-Konzert. 5. Radsport. 6. Lebende Bilder. Pause. 7. Orchester: Ukrainisches Volkslied. 8. Geräteturnen. 9. Singen der Pfadfinder. 10. Hans-Sachs-Spiel. 11. Schlußwort, Regierungsrat Dr. Bues. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Bargeld larfjt!" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der weiße Dämon". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Strafsache von Geldern". — „Dassa n.“ Zum zweitenmal lernt man in einem Kulturfilm, der am Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße in Verbindung mit dem Goethebund zur Aufführung gelangt, den Pinguin kennen: diesmal aber etwas näher, eindringlicher vor allem, als es im vorhergehenden Film „Roah-Roah", der mehr der gesamten Tierwelt des südlichen Eismeeres gewidmet war, geschah. Cherry K e a r t o n hat unter dem Titel „Dassan, die Insel der 5 Millionen Pinguine", einen Film hergestellt, der unter unendlicher Sorgfalt und mit viel Geduld gedreht worden ist, um der Ratur und den Tieren das Letzte ihrer Geheimnisse abzulauschen. (Siehe gestrige Anzeige.) * ** Universitäts-Gottesdienst. Am nächsten Sonntag, 12. Februar, 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Prof. D. Bertram. ** Wegen Grippe geschlossen. Im Kreise Gießen sind zur Zeit 17 Volksschulen wegen starker Erkrankungen von Kindern und Lehrern an Grippe geschlossen. ** Zwei Russen verhaftet. Heute früh nahm die Gendarmerie in Lollar in dem dortigen Uebernachtungslokal zwei Russen fest, die sich nicht im Besitze der oorgeschriebenen Pässe befanden. Die Verhafteten, die aus Frankreich gekommen sein wollen, wurden heute früh wegen Paßvergehens dem Amtsgericht vorgeführt. ** E i n Motorrad gestohlen. Der Polizei- bericht meldet: In der letzten Nacht drangen Einbrecher in das Grundstück der Auto- und Motorradfirma Appel in der Kaiserallee ein und stahlen dort ein Motorrad. Die Täter konnten sich unbemerkt mit der Maschine entfernen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. '* Lokomotivführer-Jubiläum. Die Ortsgruppe Gießen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer veranstaltet, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am morgigen Samstagabend im Saale des Cafe Leib ihre diesjährige Jubiläumsfeier. Vom hiesigen Reichsbahnbetriebswerk können — wie man uns schreibt — 21 Bedienstete, und zwar 19 Lokomotivführer und 2 Werkführer der elektrischen Anlagen, ihr 25. Dienstjubiläum begehen. Die Iubilare traten im Jahre 1907, zur Zeit der wirtschaftlichen Blüte unseres Vaterlandes, als gelernte Handwerker nach nochmaliger besonderer Fachausbildung für den Lokomotivbetrieb als Lokomotivhilfsheizer in den Fahrdienst der Esenbahn ein, nachdem si« die hohen Anforderungen bei den Prüfungen erfüllt hatten. Rach langjähriger Hilssheizerzeit wurden sie als Beamte angestellt. Fast alle Jubilar« nahmen am Weltkriege in Feindesland als Lokomotivführer oder als Soldat teil. In den Jahren 1923 bis 1925 wurden sie zu Lokomotivführern bzw. die Hilfswerkführer zu Werkführern ernannt. Leider muh ein Teil der Iubilare infolge des Derkehrsrückgangs bei der Bahn unter der schweren Auswirkung der Wirtschaftskrise den Dienst, der im Wochendurchschnitt noch bis zu 54 Stunden beträgt, als Heizer verrichten. Einzelne Iubilare stehen heute im Alter von 47 bis 55 Jahren, zwei mußten, obwohl sie körperlich und geistig noch rüstig sind und erst im 50. Lebensjahr stehen, Ende 1932 wegen Verminderung ihres Farbenunterscheidungsvermögens aus ihrem Berufe ausscheiden. " Beseelte Ratur. Das Institut für experimentelle Psychologie und Pädagogik veranstaltete g:stern einen Filmabend besonderer Art. Frau Dr. E. Rodaki«wiecz, Reuhork, lieh den Film ihres Sohnes zur Vorführung bringen, in dem es sich der Schöpfer zur Aufgabe machte, die Ratur nicht lediglich anschaulich zu zeigen, sondern in deren Tiefe zu führen, den Rhythmen in der Ratur (hauptsächlich im Wasser) nachzuspüren, die durch ihre sinnfällige Wiedergabe mit dem Mittel der Photographie und ohne jede musikalische Begleitung an die innersten Bezirke der Menschen zu rühren vermögen. Frau Dr. Rodakiewiecz hielt zunächst einen kurzen einleitenden Vortrag, in dem sie das Wollen ihres Sohnes darlegte. Sie kennzeichnete den Film als ein Werk, das in die Tiefe zu führen geeignet sei. Einfühlen in Raturerscheinungen ermögliche ihn als ein beziehungsreiches ©an- zes, das erst in seinem Zusammenhang seinen vollen Sinn erhalte und zu subjektiver Bedeutung gelange. So sei der Film, einer Tondichtung gleich, symphonisch in drei Teilen aufgebaut, die unter sich stark verbunden seien und in ihrer Gesamtheit den Ablauf einer Reihe fubliirqter Empfindungen auslösen. Man sah dann im Film in ausgezeichneter Photographie das Spiel der Wellen und ihren klassischen Rhythmus. In der tausendfältigen Bewegung des Wassers erlebte man, zunächst im großen und dinn in immer kleiner werdenden Ausschnitten, die Gesetzmäßigkeit der Bewegung. In engster Beziehung dazu, ja als wesentlichstes Mi'tel, stand das Licht. Der zweite Teil zeigte (in Bäumen) Licht und Form, Licht und Schatten in frappanten Sieberschneidungen, aber doch in heiterer Verbindung leicht bewegten Spieles. Besonders überraschend zeigte sich der Reichtum der Bewegung des Rauches (z. B. einer Zigarette), der die differenziertesten Empfindungen auslöste. Den Abschluß bildete der dritte Teil mit der Wiedergabe totaler Wellenbewegungen, die in ihrer großartigen Kraftäußerung den Höhepunkt des Filmes darstelllen. Verschiedentlich war als interessantes Zwischenspiel die zielgewohnte Bewegung der Maschine in Beziehung zu den Rhythmen in der Ratur gebracht, wobei man überraschende Gleichklänge feststellen konnte. Der interessante Film hinterlieh einen tiefen Eindruck. Rauhe Haut: Penaten-Creme in Apotheken und Drogerien RM 0.30, 0.55, 1.10 S.'ETr. GOLDPLAKE der Lieblinge von Bühne und Film l in jeder Packung der mild-süssen ULTRA WMWMWMl Vornan von Gert Nothberg. Urheberschutz durch E. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.) 25 Fortsetzung Nachdruck verboten. Frau Dorrheim rückte etwas naher. Don verschiedenen Kleinigkeiten sprang sie auf ein Thema über, da- ihr so sehr am Herzen lag. „Meine liebe Frau von Achern, ich wundere mich, dah Fräulein Eichendorff nicht gekommen ist. Sie ist doch nicht krank. Wir sahen sie erst gestern mit Herrn von Achern zusammen im Walde. Aber jetzt um diese Zeit wird sie von ihren Pfleglingen wahrscheinlich stark in Anspruch genommen?" So, der Giftpfeil war abgeschossen. Gr sah auch ganz gut, wie Frau von Dorrheim befriedigt feststellte. Edelgarde war wie erstarrt. Ihre Hände krümmten sich. Also doch! Also ihr Verdacht war richtig! Dazu also waren sie imstande! In diesem Augenblick hätte sie dieses blonde Mädchen erwürgen können. Also deshalb kam sie nickt? Eo viel Schamgefühl besah sie noch, daß sie sich nicht mehr unter das Dach getraute, wo die betrogene Frau lebte. Aber jetzt sollte es anders werden. Sie wollte nicht mehr tatenlos zusehen, wie man über fie* lachte. Sie sollten sie kennenlernen! Edelgarde wandte sich an Frau Dorrheim: „Mein Mann regelt verschiedene geschäftliche Angelegenheiten für seine Pflegeschwester. Für Vergnügungen schwärmt Pia nicht. Sie ist überhaupt eigenartig." Frau Dorrheim lächelte höhnisch. Aha, Frau von Achern suchte nach außen hin zu retten, was zu retten war, — das kannte man ja. Sie nickte mit dem Kopf. „Ja, ja, eigenartig scheint sie au sein." Achern kam jetzt herüber, setzte sich ein Weilchen zu den Damen und fragte bedauernd: „Dir ist es natürlich langweilig, Edel? Und Ihnen auch, gnädige Frau?" Frau Dorrheim schüttelte den Kopf. „Gott bewahre, Herr von Achern. Es ist sehr schön, und es gibt ja allerlei zu sehen." Edelgarde lehnte sich weit zurück und atmete schwer. Gr sah sie besorgt an. „Siehst du, Edel, es wird dir doch zu viel. Willst du ein wenig ruhen? Die Gäste werden das gern entschuldigen." „Dein, ich bin nicht müde." Edelgardes Stimme klang trotzig und dunkel. Er sah sie erstaunt an, dann sagte er: „Desto besser." Gr plauderte noch ein wenig mit den Damen und erhob sich dann. Die junge Frau blickte ihm nach, und ihre Lippen zitterten. Frau Dorrheim setzte eine verkniffen« Miene auf und fragte: „Die junge Dame aus Derlin ist sehr lebenslustig? Das ist gut, daß sie jetz! hier in Achern ist. Männer sind immer gleich niedergeschlagen, wenn die Frau krank ist. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, liebe Frau von Achern. Da, ich wünsche Ihnen nun wirklich recht baldige Bef- serung. Sie sind viel zu jung und zu schön, um in der Ecke zu sitzen." Diese letzte diplomatische Wendung lieh Edelgarde ihren Groll auf die spitzfindige Schwätzerin vergessen. Sie lächelte sie an und sagte: „Ach ja, Zeit wird es wohl. Mein armer Mann hat sehr viel Geduld haben müssen. Aber jetzt fühle ich mich Wohler. Auch das Laufen geht schon wieder viel besser. Mein Detter Lansing konnte mir leider damals nicht helfen, doch er hat mir stets die Hoffnung gelassen, dah es noch einmal gut wird." Die beiden Domen sprachen noch einige Zeit miteinander. Dann wurde Edelgarde von anderer Seite in Anspruch genommen. Achern tanzte mit Otty. Sie sah zu ihm auf und dachte: „Es wird die allerhöchste Zeit, daß ich nach Hause reise. Sonst läht sich diese Liebe überhaupt nicht mehr überwinden." Doll Interesse sah er in das pikante Gesicht, in dem die Augen so seltsam leuchteten. Sie sprachen miteinander, und einmal lachte Achern. Sie sah auf seinen Mund und dachte erschauernd: „Wie muh das sein, wenn dieser Mund küßt?" Er fühlte, dah er ihr gefiel, und in seinem zerrissenen 2"N"rn schlug eine Saite für diese elegante Frau, bh mit klugem Blick durch die Welt ging. (5...u Liebe zu Pia war aber etwas, was jedem anderen Empfinden abseits stand. Sie hätte olles von ihm verlangen können, ihr hätte er sich unterworfen mit Leib und Seele — und sie flieh ihn zurück! Freilich, er durfte ihr nicht einmal zürnen. Ihrem reinen Gemüt wider- sprach es, eine Gemeinschaft mit einem verheirateten Mann zu haben. Trotzdem, was fragte sein wildes, leidenschaftliches Herz danach? Lind es hätte alles anders sein können. Pia hätte an seiner Seite sein müssen, wenn er nicht so blind und selbstherrlich an ihr vorübergegangen wäre. Zu was für einem Leben wollte die Ratur ihn jetzt verdammen? Ihn, der dazu geschaffen war, glücklich zu sein und Glück zu geben? Er stöhnte. Otty Weiler blickte ihn an und dachte: „Wie grausam ist doch das Leben!" Edelgarde aber dachte an Pia und wie sie sich an ihr rächen wollte. Denn sie allein hatte ihr die Liebe ihres Mannes gestohlen, sie ganz allein. In Achern war wieder Ruhe eingekehrt. Die Gäste hatten das Schloß verlassen. Edelgard«, die sich d.e letzten Stunven nur mit Aufbietung der letzten Kraft hatte aufrcchtcrhalten können, war längst zur Ruhe gegangen, achern rauchte noch eine Zigarette und schritt durch den kühlen Park. Sein Inneres war in einem solchen Aufruhr, dah vorläufig an keinen Schlaf zu denken war. Unter den herabhängenden Zweigen eines Baumes blieb Achern stehen. Oben in den Bäumen gurrte noch ein Paar Wildtauben. Sonst war alles still, und nur der Rachtwind strich leise durch die Wipfel. Aus der einen Zigarette wurden mehrere. Wie war das doch vorhin gewesen? Edelgarde hatte ihm gesagt, dah sie nun endlich wisse, warum Pia nicht mehr nach Achern komme. Da er sich mit ihr im Wald treffe, habe sie ja nicht nötig, nach hier zu kommen: ihre Sehnsucht habe ja von jeher nur ihm gegolten. Achern war außer sich. Man hatte ihn mit Pia gesehen, hatte es seiner Frau hinterbracht, und nun kam Pia durch seine Schuld in ein schiefes Licht. Pia, die so rein und unantastbar war! Wie sollte er sie schützen? Achern warf die Zigarette fort und lief wie ein Wahnsinniger durch den Park. Am Goldfisch, teich lehnte im Hellen Mondlicht ein« schlanke, weiye Gestalt. Otty Weiler! Er sah sie erst, als er dicht vor ihr stand und an ein Ausweichen nicht mehr zu denken war. Otty hatte seine Schritte längst gehört. Ruhig war sie stehengeblieben und hatte nur die Hände ganz fest um das grüne Gitter gekrampft. Mit großen, ernsten Augen sah sie ihn an. Sie bemerkte es nur zu gut, dah er dieses Zusammentreffen nicht begrüßte, und da prestren sich ihve roten Lippen fest zusammen. Er verbeugte sich höflich. „Ah, gnädiges Fräulein, Sie fanden auch noch keinen Schlaf? Zwei Nachtschwärmer also im Park von Achern. Wollen wir ein wenig plaudern?" Otty nickte. Eine Weile schwiegen sie, dann sagte das Mädchen: .Herr von Achern, ich muß mit Ihnen sprechen. In Edelgardes Hirn setzt sich ein schwarzer Gedanke fest. Sie ist auf Fräulein Pia Eichendorfs eifersüchtig. Ich kenne Edel gut genug, um nicht etwas Schlimmes befürchten zu müssen. Zudem ist sie krank! Ich kenne die junge Dame nicht. Doch ich halte es für meine Pflicht, Ihnen zu sagen, was ich weiß. Vielleicht können Sie Fräulein Eichendorff in irgendeiner Form warnen; sie ist ja Ihre Pflegeschwester." Achern nahm ihre Hand in die seine. Er war so erfüllt von dem, was er ihr sagen wollte, daß er ihr Zusammenzucken nicht einmal bemerkte. Er wußte nicht, wie es kam, daß er sich gerade Otty 1 anvertrauen wollte, aber es war dennoch so. Er mußte einen Menschen haben, der ihn verstand. Er glaubte, daß Otty Weiler ihn verstehen würde. Sie hatte so schöne, kluge Augen. Zudem wußte er, daß er ihr sympathisch war. Er deutete auf die weiße Bank, die dicht in der Näye stand. Otty schüttelle den Kopf und zog den weißen Pelz enger um die Schultern. So blieben sie dicht beieinander stehen, und Achern fragte: „sie wissen, daß meine Ehe mit Edel nicht glücklich ist?" ,Hch weiß es." «Hat Edel selbst — ?" „Ja. Doch ich wußte es schon aus eigenen Beobachtungen." „Sie geben m i r die Schuld?" „Nein, wie sollte ich? Ich kann verstehen, daß Sie nicht über das Gescheyene yinwegkommen. Trotzdem tut auch Edel mir leid. Sie kann nun einmal nicht dafür, daß sie so und nicht anders ist. Wenn sie nicht so krank wäre, würde ich Sie bitten, doch das Vergangene zu vergessen. So aber hat ja alles keinen Zweck. Die Natur straft, wer in ihre Rechte ein- greift." Er antwortete nicht. Sein schmaler Fuß klopfte den Boden. Jäh hob er den Kopf und fragte: „Und was denken Sie über die Anschuldigungen, die meine Frau gegen mich und Pia Eichendorfs erhebt?" Ottys Lippen zitterten. ,^sch halte sie für Hirngespinste." Achern schüttelte den Kopf. „Nein, gnädiges Fräulein, es find keine Hirn- gefpinfte. Ich liebe Pia Eichendorfs mit einer Kraft und Leidenschaft, die ich nie in mir vermutet hätte. Dennoch steht keine Schuld zwischen uns. Das ist Pias Verdienst, die jede Annäherung meinerseits als Beleidigung zurückwies. Pia will, daß ich mit Edelgarde gut bin, fie liebhabe. Können Sie das verstehen? Dennoch liebt Pia mich. Nun wissen Sie alles, und alles dürfte Ihnen nun noch verständlicher sein. Gestern traf ich Pia im Walde. Zufällig nach langer, langer Zeit — mein Wort darauf! Ich habe Pia von neuem gequält, habe sie mit ßiebesbeteue- rungen belästigt, jawohl, belästigt. So und nicht anders hat sie es aufgefaßt. Ich habe sie geküßt, weil ich toll war. Und nun kommt sie durch mich in diesen schmutzigen Klatsch, sie, di« mich empört zurückstieß und daoonritt, ohne mir die Hand zum Abschied zu geben." „Ich möchte Pia Eichendorfs gern kennenlernen. Sie ist ein seltenes Menschenkind, wenn sie sich so gegen eine Liebe wehrt, die doch auch von ihr Besitz ergriffen hat." „Wenn Sie doch immer in Achern bleiben könnten! Ich weiß nicht, ich habe mich nie einem Men- schen anvertraut. Ihnen gegenüber war mir das eine Selbstverständlichkeit. Und Sie sind ja Edelgardes (Fortsetzung folgt.) In allen Apotheken erhirtfTdi xum Prelle von RM. 0.89, 130,138. Nur echt mit dem Namen* tug StKxMaL eul jeder Packung Bei 'Unbehagen H BW SMner$en^ KYffl4ÄU5€R TECHNIKUM BAD FRANKUWAUSQt Das Aufkommen des Thema: 874 D DER WAHRE STAAT 0&41 Flugbetrieb im Fliegerlager Heute abend 8—9* s Uhr Reichskanzler A. Hitler Ingenieurschule Jlmenau i.n Ma»chinen-n.Elektrotechnik. Auto-u.Flugzeug-bai Lchrfabrik fürPnktikanten. Werkmeisterabteilunj Othmar Spann spricht morgen abend (11. Februar) um 20.15 Uhr, im Studentenhaus wann und wie? Oeffentl. Vertrag Sonntag, 12. Febr., 20.15 Uhr, Westanlage 31. 0850 Lustiger Stimmungs-Abend mit Schlotthauer-Köln im Stadt-Cafe Freitag undSamstag _________________________________________99 D Auf den vom Goethe-Bond Gießen veranstalteten Vortrag von Herrn Wilheln] Gnhisch aas Dresden am Sonntag, dem 12. Fe bruar 1933. abends 8 Uhr, in der Neuen Aula, weisen wir unsere Mitglieder bin. DenlsdierVerhand I. csntedie Hygiene Professor Sommer. esoD Rundfunk hören Sie jederzeit im Hotel Kühne Samstag, den 11. Februar, 20.01 Uhr 3. Kappensitzung Adler, Marktplatz 20 ff Biere und Weine osi» FaschingSkapelle / Geöffnet bis 4 Llhr nachts Wirksame Werbe-Drucksachen Verschiedenes Verkäufe | Morgen, Samstag, die bekannte oasi Melzelsuppe Bis 4 Uhr geöffnet Heinrich Bönsel, Gabelsbergerstr. — Ecke Hammstraße. E Künstlich e Augen fertigt naturgetreu am 17. Februar 1933 in Gießen Hotel Viktoria 969 v ebrüder Malier-Welt, StiQarL Ermäßigte Preise. WW^MWWDWWWW Vereine ""] D.O.B. Der für den 15. 2. angesetzte Vortrag mutz aus Montag, den 20.2. verschob, werden. Weiterver- breitung erb. mzd Juchswallach viähr., mittelschwer, zu verkaufen. omz Heinrich Weisbrod, Wolfshaufen, BahnstationNieder- walgern. 4 PS 353 A Opel-Lieferwagen in tadelloser Verfassung, sehr vreiswert Opel-Gle6en Frankfurter Str. 52. Pianos vreisw. zu verkauf. Pianohaus Iörster smd Bahnhofstr. 71 Gegründet 1876. Einmaliges Angebot in Schlafzimmern Birke, Hochglanz poliert... 500 Mk. Eiche mit Nutzbaum 350-440 Mk. Schlafzimmer mit Marmor, Nachttisch, m. Glas und belieb. Anstrich. .. 280 Mk. Nur schwere, bes.gut gearbeitete Ware Louis Vetter Kaiserallee 19. whd 2Zriihjahromäntel 1 svort-Anzug billig abzugeb. oms G ron.Ste inweg 19. [ Kaufgesuche | Metzgerei mit Gast- oder Landwirtschaft zu fouren gesucht. Schr. 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Februar, abends 20 Llhr, findet im Saale des Dass Leib, Walltorstraße unsere diesjährige 968d JUKWAMS-ZeßM statt. Hierzu sind die Mitglieder sowie die Angehörigen ehemaliger Mitglieder mit ihren Freunden und Bekannten Herz- lichst eingeladen. Der Dorstand. Alle Schmptnt* bci°nbcts aud> hranhl|ur ott :m- >us allein 'ar. rde lan gen ibec des srig nein hlen reu- Ä chie- I. ger . Die genb- rdcn. mme. i 200 wird, ichsen Haus ’Urgs- loer eben- g lin- rnben, 1 Ar- ochen, rforge zialen junge en sich ichsten ch er- hiesige durch 8 mit r weit hinaus l werke, r r t S - ste um 1" er- 25, be- S Der- g zum >ört seit ahntal- es Ge- ; „Cä- >er, der ranges- smd daS tte für )at hier leider t. Zwei x Man- 2ebenS- cstor- a u f e n Huf- it dessen nd wei- :e Wet- nd nach Durch erdings ie über rgiebige üblichen )en ab- i Druck »olkigem )«n sich später- Rieder- tig und trocken. Dielfach Lag und n mild, ),8 Grad morgens Imimurn i 10 cm 9. März: 0,0 mm. Nach dem Ausbruch des Brandes erfolgte die Kapitulation des Schiffes, wäre sie nicht erfolgt, dann wären die Flugzeuge dazu übergegangen, Bomben von 2 0 0 kg Gewicht abzuwersen. Die Bemannung ging nach der Uebergabe i n d i e Boote, die von den konzentrisch herankommenden Einheiten des Geschwaders in Empfang genommen wurden. Der Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" steht seht wieder unter dem Kommando der Offiziere. In der heutigen Sitzung des Volksrates teilte der Oberbefehlshaber der INarineftreitkräfte mit, es habe sich herausgestellt, dah auch Angehörige der europäischen Bemannung an der Meuterei auf dem Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" teilgenommen haben. Außerdem sei sestgestellt worden, daß die Meuterer beabsichtigt hätten, für den $aVL, daß die Nahrungsmittel ausgebraucht sein würden, Handelsschiffe anzugreifen und zu plündern. 3n Aljeh hat sich eine Meuterei bei dem Teil der europäischen Besatzung des Panzerkreuzers „Sieben Provinzen" ereignet, der dort seinerzeit an Land gegangen ist. Nachdem sich die größere Hälfte der europäischen Offiziere, Unter- offiziere und Matrosen mit dem Kapitän an Bord eines Regierungsdampfers begeben hatte, um das Meutererschiff zu verfolgen, blieben neben 100 Ein- geborenen-Maalen und Matrosen etwa 25 europäische Mannschaften mit mehreren Offizieren zurück. Diese Europäer haben sich jetzt geweigert, den Anweisungen des Militärkommandanten von Atjeh zu palrouillengängen zu folgen. Sie wurden von der Gendarmerie wegen Dienstverweigerung in haft genommen. Die eingeborenen Mannschaften haben dem Befehl des Militärkommandanten Folge geleistet. Der Mandfchureistreit in Genf Neue Rückfrage des 19er Ausschusses. Genf, 9. Febr. (WT2.) Der 19er-Ausschutz der außerordentlichen Dölkerbundsversammlung hat sich heute mit den neuen japanischen Gegenvorschlägen zur Regelung des Fern- ostkonfliktes beschäftigt. Rach eingehender Debatte wurde beschlossen, neue Rückfragen an die japanische Delegation zu richten. Insbesondere soll die japanische Delegation klipp und klar erklären, ob sie die chinesische Souveränität über die Mandschurei anerkenne oder nicht. In mündlichen Besprechungen mit der japanischen Delegation soll weiter geklärt werden, ob Japan bereit ist, die Feindseligkeiten einzustellen und die Truppen zurückzuziehen. Der 19er-2lusschuß steht auf dem Standpunkt, dah eine Fortführung der Der- mittlungsverhandlungen unmöglich sei, solange die japanische Regierung fortgesetzt neue Militär.sche Maßnahmen (Besetzung der Provinz Dschehol) treffe. Der 19er-2lusschuh betont in seinem Schreiben an die japanische Regierung, er wäre bereit, bei der Formulierung des Abkommens zur Regelung des Streites Japan «nt- gegenzukommen, jedoch nur unter der Bedingung, daß die japanische Regierung in der schriftlich formulierten Gegenfrage eine befriedigende Antwort erteile. Zusammenfassung von Sparkassen in Oldenburg. Oldenburg, 9. Febr. Die oldenburgische nationalsozialistische Regierung schafft durch eine heule ausgegebene Verordnung eine Zusammenfas. iung des gesamten Sparkassenwesens Idenburgs, und zwar zunächst des Landesteiles Oldenburg. Sämtliche kommunalen Sparkassen werden ab 10. Februar aufgehoben. Für diesen Tag als Stichtag wird von den kommunalen Sparkassen eine Schlußbilanz geschaffen, und auf Grundlage dieser Bilanz werden die Kassen als Filialen der Landessparkasse Oldenburg, der staatlichen zentralen Sparkasse, weitergeführt. In derselben Weise werden Verträge mit insgesamt 10 Kommunen und Kommunaloer. bänden über eine Beteiligung an Filialen der Lan> dessparkasse aufgehoben, so daß diese Filialen ab 10. Februar ausschließlich in Händen der Landessparkasse sind. In Ausführungsbestimmungen soll dann ein billiger Ausgleich der Belange zwischen den Gewährsverbänden der Kasse erfolgen. A Donnerstag fand in Oldenburg eine Versammlung der von der oldenburgischen Sparkassenverordnung betroffenen Stadt- und Gemeindevertretungen sowie der betreffenden Sparkassenvorstände statt. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband yat an den Reichskanzler, den Vizekanzler und den Reichsminister Dr. hugenberg ein Protesttelegramm gegen die oldenburgische Sparkassenverordnung gesandt, in dem dringend gebeten wird, die erforderlichen Maßnahmen zur A u f h e b u n g der oldenvur- gischen Verordnung in die Wege zu leiten und dafür Sorge zu tragen, daß die Selbständigkeit derdeutschenSparkassenim Interesse ihrer acht Millionen Sparer nicht angetastet wird. Vor der Aufhebung von ^entenkürzungen. Berlin, 10. Febr. (TU.) Wie die „Deutsche Zeitung" berichtet, rechnet man mit einer neuen Verordnung der Reichsregierung, die eine weitere teilweise Aufhebung der Rentenkürzungen mit sich bringen würde, wie sie auch von dem jetzigen Reichswirtschaftsminister hugenberg mehrfach gefordert worden ist. Angesichts der noch immer schwierigen Finanzlage des Reiches dürften sich die Erleichterungen imRahmendeszur Zeit Möglichen halten. Voraussichtlich werden aber die Kürzungen für die in sozialer Hinsicht am schwersten betroffenen Kleinrentner zum größten Teil in Fortfall kommen. Mit der Verordnung ist wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Februar zu rechnen. Eine Zenirumszeiiung in Oldenburg verboten. Oldenburg, 9. Febr. (WTB./ Das olden- burgische Innenministerium hat das Zentrumsorgan ,Tageszeitung für den Amtsbezirk Friesoythe" auf die Dauer von sechsTagenverboten. Das Verbot erfolgte wegen der Veröffentlichung des Wahlaufrufes des Landesvorstandes der oldenburgischen Zentrumspartei, da darin Stellen enthalten waren, in denen das Innenministerium eine Verächtlichmachung des Reichskanzlers Hitler sieht, außerdem wegen Verbreitung unwahrer Rachrichten. Das Verbot wird mit den Bestimmungen der Reichsnotverordnung vom 4. Februar 1933 begründet. Die anderen Zentrumszeitungen werden davon nicht betroffen, da sie den inkriminierten Wahlaufruf bereits vor Erlaß der Verordnung brachten. Aus der Provinzialhauptstadt. Das Wort Winterhilfe. Wie oft haben wir uns schon in unserem Leben gesagt: „Ich möchte noch einmal tun, was ich tat!" Erst hinterher fühlen wir, was wir falsch gemacht haben. Hinterher erst erkennen wir, daß unsere Leistung doch nicht genügend war. Hinterher fällt uns im allgemeinen erst ein, was wir vergessen haben. Hinterher unterscheiden wir oft erst, was das Rechte, was das Beste und was das Rötigste war. So ist mir in diesen Tagen durrch den Kopf gegangen, dah das Wort Winterhilfe für mich bisher stets einen bestimmten Aufgabenkreis umschloß. In diesem hatten z. B. Pfundspenden, Sammlungen und Hilfsaktionen verwandter Art ihren Raum. Da kam mir der Brief eines Reichsdeutschen aus Danzig in die Hände, der sich bisher mit seiner Familie über Wasser halten konnte. Jetzt ist auch er arbeitslos geworden. Sein Brief enthält nicht nur das ergreifend« Wort, daß wir Menschen eine Rotgemeinschaft auf dieser Erde geworden sind. Der Brief enthielt auch noch eine Bitte an alle diejenigen Menschen, die ihm vielleicht einmal wieder Arbeit geben könnten: Wir sollen den Menschen, die zu uns kommen mit einer Bitte, wenigstens einen Augenblick ins Gesicht schauen. Dann sehen wir, wie lebenswichtig ihnen vielleicht ihr Anliegen ist. Wir sollen uns ein wenig Zeit nehmen, ihnen zuzuhören, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Lind wenn wir „nein" sagen, wenn wir die Bitte abschlagen müssen, dann soll es mit Verständnis für die Lage dessen fein, der wieder von uns geht. Denn wieviel« Menschen, die sich an uns wenden, persönlich oder durch einen Brief, haben schon täglich neue Hoffnungen wieder begraben. Sie haben oft nicht einmal mehr etwas zu erhoffen. Aber sie dürfen in unseren Augen niemals lästig oder überzählig sein. Sie dürfen nicht zu einer Akte werden, auch wenn ihr Rame durch ein Aktenstück geht. Hat diese Bitte etwas mit der Winterhilfe zu tun? Ich glaube: ja. Ich glaube: unbedingt. Denn unsere Hilfe für alle bie Bittenden darf keine Grenze mehr kennen. Sie muh alles durchsetzen, was wir tun, alles, was an uns heran- getragen wird. Ich denke dabei nicht nur an die Hausfrau, die nicht jedem etwas abkaufen kann, der mit Waren zu ihr kommt; ich denke nicht nur an den Arbeitgeber, bei dem sich bie Bitten um Arbeit häufen. Ich benfe an jeben von uns. Helfen barf man nicht mehr allein mit Sachen unb mit Gelb! Helfen müssen wir alle burch Freunb- lichkeit, burch Gebuld, burch ein gütiges Wort, bas Bitterkeit milbert, Derstänbnis unb Mitgefühl zeigt! Unter Wille zum Helfen muh in jeglicher Hanblung spürbar fein. Wir müssen bie tau- sink) bisher übersehenen Möglichkeiten erkennen, in bcnen bisher ber Geist ber Winterhilfe noch nicht lebenbig war. Dann können wir wirklich zu einer Rotgemeinschaft aller Menschen auf biefer Erbe werben! K. M. Kranzniederlegungen am Grabe Röntgens. LU. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgetett: Aus Anlah bes zehnjährigen Tobestages des Geheimrats Dr. v. R ö n t g e n haben der Rektor der Landesuniversität, sowie die Dekane ber Mebizinischen unb ber Philosophischen Fakultät am heutigen Tage auf bem hiesigen Alten Frieb- hofe am Grabe bes grohen Gelehrten, ber mehrere Jahre in Giehen. als Orbinarius wirkte, in bantbarer Erinnerung Kränze niederlegen lassen. Ferner wurde auch im Auftrag der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ein Kranz als äuheres Zeichen des ehrenden Gedenkens niedergelegt. Miliiär-platzkonzeri zugunsten des Zugend-Notwerks. Unter Leitung von Obermufifmeifter Krauhe wird das Musitkorps unseres 1. Bataillons 15. Inf.-Regt, am morgigen Samstag von 16 bis 17 Uhr in der Südanlage ein Platzkonzert veranstalten, bei dem eine Geldsammlung zur Förderung des Rotwerks der deutschen Jugend vorgenommen werden soll. Um allen Besuchern den Genuh dieses Konzerts ungeschmälert zu sichern, wird gebeten, sich nicht, wie sonst immer, in einem dichten Kreis direkt um bie Kapelle herumzustellen, ba hierburch von ben Klängen ber Musik ein erheblicher Teil in der dichten Menschenmenge untergeht. Wenn die Zuhörer sich in einiger Entfernung von ber Kapelle aufstellen, wirb jebem Besucher ein erhöhter Genuß der musikalischen Darbietungen zuteil werden. Die Vortragsfolge für das Platzkonzert sieht vor: 1. Pro gloria et patna! Marsch, von Rumohr. 2. Ouvertüre zu Schillers „Wallensteins Lager", von Rosenkranz. 3. Großer Kriegsmarsch, Schlachthymne unb Gebet, aus ber Oper „Rienzi", von Wagner. 4. Fantasie über brei deutsche Lieber, von Schmidt. 5. Historische Märsche, eine Zusammenstellung von Heeresmärschen vom Mittel- alter bis zur Gegenwart, von Kaiser-Hockenberger. Sing- und Spielabend der Jugend. Man schreibt uns: Cs sei nicht versäumt, auf die am Montag, 13. Februar, 20 Uhr, im Stadtthea- ter stattfinbende Veranstaltung ber Iugenb nochmals hinzuweifen. Das abwechslungsreiche Programm verbürgt jebem Besucher einen genußreichen Abenb, ben sich schon in seiner Einzigartigkeit niemanb entgehen lassen sollte. Die Iugenbver- bänbe, bie sich selbstlos in ben Dienst bes Rotwerks gestellt haben, arbeiten seit längerem in ihren Freistunden mit Begeisterung und Hingabe daran, der Oesfentlichkeit bas Beste zu zeigen, was sie bieten können. Einzelne schon früher öffentlich aufgeführte Punkte des Programms sind als geradezu vorbildliche Leistungen gewertet worden. Die Jugend darf also mit Recht erwarten, dah die Oeffentlichkeit ihre Bemühungen durch ein volles Haus lohnt. Ganz besonders gilt das, weil ber Reinertrag bem Rotwerk ber beut- schen Jugend zugute kommt, also denjenigen Jugendlichen, die arbeitslos und freudlos tn eine ungewisse Zukunft sehen. Das Iugend- notwerk will sie aus diesem Zustand heraus- reihen, ein Bemühen, welches seither schon vom schönsten Erfolg begleitet war. Ueber 900 Jugendliche werden bereits durch bas Äotwerk in beruflichen Kursen betreut, verpflegt unb körperlich ausgebildet. Darum unterstütze jeder durch Besuch des Abends das Rotwerk und mache damit ber Jugend und sich selbst eine Freude! Das Programm lautet: 1. Orchester: Marsch. 2. Ansprache des Vorsitzenden, Syndikus Münch. 3. Volkstänze. 4. Mandolinen-Orchester-Konzert. 5. Radsport. 6. Lebende Bilder. Pause. 7. Orchester: Ukrainisches Volkslied. 8. Geräteturnen. 9. Singen ber Pfadfinber. 10. Hans-Sachs-Spiel. 11. Schlußwort, Regierungsrat Dr. Bues. Bornotizen. — Tageskalenber für-Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Bargeld ladjt!" — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Der weiße Dämon". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Strafsache von Geldern". — „D a f f a n." Zum zweitenmal lernt man in einem Kulturfilm, ber am Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße in Verbinbung mit bem Goethebunb zur Aufführung gelangt, ben Pinguin kennen; diesmal aber etwas näher, eindringlicher vor allem, als es im vorhergehenden Film „Roah-Roah", ber mehr ber gesamten Tierwelt des südlichen Eismeeres gewidmet war, geschah. Cherry K e a r t o n hat unter dem Titel „Dassan, die Insel der 5 Millionen Pinguine", einen Film hergestellt, der unter unendlicher Sorgfalt unb mit viel Geduld gedreht worden ist, um ber Ratur und den Tieren das Letzte ihrer Geheimnisse abzulauschen. (Siehe gestrige Anzeige.) * Universitäts-Gottesdienst. Am nächsten Sonntag, 12. Februar, 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Prof. D. Bertram. ** Wegen Grippe geschlossen. Im Kreise Gießen sind zur Zeit 17 Volksschulen wegen starker Erkrankungen von Kindern und Lehrern an Grippe geschlossen. ** Zwei Russen verhaftet. Heute früh nahm bie Gendarmerie in Lollar in bem dortigen Uebernachtungslokal zwei Russen fest, die sich nicht im Besitze der vorgeschriebenen Pässe befanden. Die Verhafteten, bie aus Frankreich gekommen sein wollen, wurden heute früh wegen Paßvergehens dem Amtsgericht vorgeführt. ** Gin Motorrad gestohlen. Der Polizei' bericht meldet: In ber letzten Nacht drangen Einbrecher in das Grundstück der Auto- und Motorradfirma Appel in der Kaiserallee ein und stahlen dort ein Motorrad. Die Täter konnten sich unbemerkt mit der Maschine entfernen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. " Lokomotivführer-Jubiläum. Die Ortsgruppe Gießen ber Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer veranstaltet, wie aus bem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am morgigen Samstagabenb im Saale bes Cafe Leib ihre biesjährige Jubiläumsfeier. Vom hiesigen Reichsbahnbetriebswerk können — wie man uns schreibt — 21 Bebienstete, unb zwar 19 Lokomotivführer unb 2 Werkführer ber elektrischen Anlagen, ihr 25. Dienstjubiläum begehen. Die Iubilare traten im Jahre 1907, zur Zeit ber wirtschaftlichen Blüte unseres Daterlanbes, als gelernte Handwerker nach nochmaliger besonderer Fachausbildung für den Lokomotivbetrieb als Lokomotivhilfsheizer in ben Fahrdienst der Esenbahn ein, nachdem sie bie hohen Anforderungen bei ben Prüfungen erfüllt hatten. Rach langjähriger Hilfsheizerzeit würben sie ata Beamte angestellt. Fast alle Jubilar« nahmen am Weltkriege in Feindeslanb als Lokomotivführer ober als Soldat teil. In den Jahren 1923 bis 1925 wurden sie zu Lokomotivführern bzw. die Hilfswerkführer zu Werksührern ernannt. Leider muß ein Teil der Iubilare infolge des Verkehrsrückgangs bei der Bahn unter der schweren Auswirkung der Wirtschaftskrise den Dienst, der im Wochendurchschnitt noch bis zu 54 Stunden beträgt, als Heizer verrichten. Einzelne Iubilare stehen heute im Alter von 47 bis 55 Jahren, zwei mußten, obwohl sie körperlich und geistig noch rüstig sind unb erst im 50. Lebensjahr stehen, Enbe 1932 wegen Verminberung ihres Farbenunterscheibungsvermögens aus ihrem Berufe ausscheiden. " Beseelte Ratur. Das Institut für experimentelle Psychologie unb Päbagogik veranstaltete gestern einen Filmabenb besonderer Art. Frau Dr. E. Rodaki«wiecz, Reuhork, lieh den Film ihres Sohnes zur Vorführung bringen, in dem es sich der Schöpfer zur Aufgabe machte, die Ratur nicht lediglich anschaulich zu zeigen, sondern in deren Tiefe zu führen, den Rhythmen in der Ratur (hauptsächlich im Wasser) nachzu- spüren, die durch ihre sinnfällige Wiedergabe mit bem Mittel ber Photographie unb ohne jebe musikalische Begleitung an bie innersten Bezirke der Menschen zu rühren vermögen. Frau Dr. Rodakiewiecz hielt zunächst einen kurzen einleitenden Vortrag, in dem sie das Wollen ihres Sohnes darlegte. Sie kennzeichnete ben Film als ein Werk, bas in bie Tiefe zu führen geeignet sei, Cinfühlen in Raturerscheinungen ermögliche ihn als ein beziehungsreiches Ganzes, das erst in seinem Zusammenhang feinen vollen Sinn erhalte unb zu subjektiver Bebeutung gelange. So sei ber Film, einer Son- bichtung gleich, symphonisch in brei Teilen aufgebaut, bie unter sich stark verbunben seien und in ihrer Gesamtheit den Ablauf einer Reihe sublimster Empfindungen auslösen. Man sah dann im Film in ausgezeichneter Photographie das Spiel der Wellen und ihren klassischen Rhythmus. In der tausendfältigen Bewegung des Wassers erlebte man, zunächst im großen unb dmn in immer kleiner toerbenben Ausschnitten, die Gesetzmäßigkeit ber Bewegung. In engster Bezehung dazu, ja als wesentlichstes Mi'tel, ftanb bas Licht. Der zweite Teil zeigte (in Bäumen) Licht und Form, Licht und Schatten in frappanten Überschneidungen, aber doch in heiterer Verbindung leicht bewegten Spieles. Besonders überraschend zeigte sich ber Reichtum ber Bewegung des Rauches (z. B. einer Zigarette), der die differenziertesten Empfindungen auslöste. Den Abschluß bildete ber dritte Teil mit d«r Wiedergabe totaler Wellenbewegungen, bie in ihrer großartigen Kraftäußerung ben Höhepunkt des Filmes barstellten. Verschiebentlich war als interessantes Zwischenspiel bie zielgewohnte Bewegung ber Maschine in Beziehung zu ben Rhythmen in ber Natur gebracht, wobei man überraschende Gleichklänge feststellen konnte. Der interessante Film hinterlieh einen tiefen Eindruck. Rauhe Haut: Penaten-Creme in Apotheken und Drogerien RM 0.30, 0.55, 1.10 ,W. Mw N in jeder Packung der mild-süssen ULTRA GOLDPLAKE der Lieblinge von Bühne und Film i IlMWkiWksUM Vornan von Gert Nothberg. Urheberschutz durch 6. Aldermann, 2tomanymtrale Stuttgart.) 25 Fortsetzung Nachdruck verboten. Frau Dorrheim rüdte etwas näher. Von verschiedenen Kleinigkeiten sprang sie auf ein Thema über, da- ihr so sehr am Herzen lag. „Meine liebe Frau von Achern, ich wundere mich, baß Fräulein Eichendorfs nicht gekommen ist. Sie ist doch nicht krank. Wir sahen sie erst gestern mit Herrn von Achern zusammen im Walde. Aber jetzt um diese Zeit wird sie von ihren Pfleglingen wahrscheinlich stark in Anspruch genommen?“ So, der Giftpfeil war abgeschossen. Er sah auch ganz gut, wie Frau von Dorrheim befriedigt feststellte. Edelgarde war wie erstarrt. Ihre Hände krümmten sich. Also doch! Also ihr Verdacht war richtig! Dazu also waren sie imstande! In diesem Augenblid hätte sie dieses blonde Mädchen erwürgen können. Also deshalb kam sie nicht? So viel Schamgefühl besah sie noch, daß sie sich nicht mehr unter das Dach getraute, wo die betrogene Frau lebte. Aber jetzt sollte es anders werden. Sie wollte nicht mehr tatenlos zusehen, wie man über sie» lachte. Sie sollten sie kennenlernen! EdÄlgarde wandte sich an Frau Dorrheim: „Mein Mann regelt verschiedene geschäftliche Angelegenheiten für seine Pflege'chwester. Für Vergnügungen schwärmt Pia nicht. Sie ist überhaupt eigenartig." Frau Dorrheim lächelte höhnisch. Aha, Frau von Achern suchte nach auhen hin zu retten, was zu retten war, — das kannte man ja. Sie nidte mit dem Kopf. „Ja, ja, eigenartig scheint sie au sein." Achern kam jetzt herüber, setzte sich ein Weilchen zu den Damen und fragte bedauernd: „Dir ist es natürlich langweilig, Edel? Hnb Ihnen auch, gnädige Frau?“ Frau Dorrheim schüttelte den Kopf. „Gott bewahre, Herr von Achern. Es ist sehr schön, und es gibt ja allerlei zu sehen." Edelgarde lehnte sich weit zurüd und atmete schwer. Er sah sie besorgt an. „Siehst du, Edel, es wird dir doch zu viel. Willst du ein wenig ruhen? Die Gäste werden das gern entschuldigen." „Vein, ich bin nicht müde." Edelgardes Stimme klang trotzig und dunkel. Er sah sie erstaunt an, dann sagte er: „Desto besser." Er plauderte noch ein wenig mit den Damen und erhob sich dann. Die junge Frau blidte ihm nach, und ihre Lippen zitterten. Frau Borrheim setzte eine verkniffen« Miene auf und fragte: „Die junge Dame aus Derlin ist sehr lebenslustig? Das ist gut, daß sie jetzt hier in Achern ist. Männer sind immer gleich niedergeschlagen, wenn die Frau krank ist. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, liebe Frau von Achern. Na, ich wünsche Ihnen nun wirklich recht baldige Des- serung. Eie sind viel zu jung und zu schön, um in der Ede zu sitzen." Diese letzte diplomatische Wendung liest Edelgarde ihren Groll auf die spitzfindige Schwätzerin vergessen. Sie lächelte sie an und sagte: „Ach ja, Zeit wird es wohl. Mein armer Mann hat sehr viel Geduld haben müssen. Aber jetzt fühle ich mich Wohler. Auch das Laufen geht schon wieder viel besser. Mein Vetter Lansing konnte mir leider damals nicht helfen, doch er hat mir stets die Hoffnung gelassen, dah es noch einmal gut toirb.“ Die bciben Damen sprachen noch einige Zeit miteinanber. Dann würbe Ebelgarbe von anderer Seite in Anspruch genommen. Ochern tanzte mit Otty. Sie sah zu ihm auf und dachte: „Es wird die allerhöchste Zeit, bah ich nach Hause reise. Sonst lästt sich biefe Liebe überhaupt nicht mehr übertoinben.“ Doll Interesse sah er in das pikante Gesicht, in dem die Augen so seltsam leuchteten. Sie sprachen miteinander, und einmal lachte Achern. 6ie sah auf seinen Mund und dachte erschauernd: „Wie muh das fein, wenn dieser Mund küßt?" Er fühlte, dah er ihr gefiel, und in feinem zerrissenen 2^n"rn schlug eine Saite für diese elegante Frau, die mit klugem Dlick durch die Welt ging. Liebe zu Pia war aber etwas, was jedem anderen Empfinden abseits stand. Sie hätte alles von ihm verlangen können, ihr hatte er sich unterworfen mit Leib und Seele — und sie fließ ihn zurück! Freilich, er durfte ihr nicht einmal zürnen. Ihrem reinen Gemüt widersprach es, eine Gemeinschaft mit einem verheirateten Mann zu haben. Trotzdem, was fragte fein wildes, leidenschaftliches Herz danach? And es hätte alles anders sein können. Pia hätte an seiner Seite sein müssen, wenn er nicht so blind und selbstherrlich an ihr borübergegangen wäre. Zu was für einem Leben wollte die Natur ihn jetzt verdammen? Ihn, der dazu geschaffen war, glüdlich zu fein und Glüd zu geben? Er stöhnte. Otty Weiler blidte ihn an und dachte: „Wie grausam ist doch das Leben!" Edelgarde aber dachte an Pia und wie sie sich an ihr rächen wollte. Denn sie allein hatte ihr die Liebe ihres Mannes gestohlen, sie ganz allein. In Achem war wieder Nuhe eingekehrt. Die Gäste hatten das Schloh verlassen. Edelgarde, die sich d.e letzten Stunoen nur mit Aufbietung der lebten Kraft hatte aufrcchterhalten können, war längst zur Nuhe gegangen, achern rauchte noch eine Zigarette und schritt durch den kühlen Park. Sein Inneres war in einem solchen Aufruhr, baß vorläufig an keinen Schlaf zu benken war. Anter ben herabhängenden Zweigen eines Dau» mes blieb Achern stehen. Oben in ben Däumen gurrte noch ein Paar Wilbtauben. Sonst war alles still, unb nur ber Nachtwinb strich leise burch die Wipfel. Aus der einen Zigarette wurden mehrere. Wie war das doch vorhin gewesen? Edelgarbe hatte ihm gesagt, bah sie nun enblich wisse, toarum Pia nicht mehr nach Achern komme. Da er s'ch. mit ihr im Walb treffe, habe sie ja nicht nötig, nach hier zu kommen: ihre Sehnsucht habe ia von jeher nur ihm gegolten. Achern war außer sich. Man hatte ihn mit Piu gesehen, hatte es seiner Frau hinterbracht, und nun kam Pia durch seine Schuld in ein schiefes Licht. Pia, die so rein unb unantaftbar war! Wie sollte er sie schützen? Achern warf bie Zigarette fort unb lief wie em Wahnsinniger burch ben Park. Am Golbfisch- teich lehnte im Hellen Mondlicht eine schlanke, weine Gestalt. Otty Weiler! Er sah sie erst, als er bicht vor ihr ftanb und an ein Ausweichen nicht mehr zu denken war. Otty hatte feine Schritte längst gehört. Ruhig war sie stehengeblieben unb hatte nur bie Hänbe ganz fest um bas grüne Gitter gekrampft. Mit großen, ernsten Augen sah sie ihn an. Sie bemerkte es nur zu gut, baß er bieses Zusammentreffen nicht begrüßte, unb ba preßen sich ihve roten Lippen fest zusammen. Er verbeugte sich höflich. .,2lh, gnäbiges Fräulein, Sie fanben auch noch feinen Schlaf? Zwei Nachtschwärmer also im Park von Achern. Wollen wir ein wenig plau- bern?“ Otty nidte. Eine Weile schwiegen sie, bann sagte bas Mäbchen: „Herr von Achern, ich muß mit Ihnen sprechen. In Ebelgardes Hirn setzt sich ein schwarzer Gebaute fest. Sie ist auf Fräulein Pia Eichendorfs eifersüchtig. Ich kenne Ebel gut genug, um nicht etwas Schlimmes befürchten zu müssen. Zubern ist sie krank! Ich kenne bie junge Dame nicht. Doch ich halte es für meine Pflicht, Ihnen zu sagen, was ich weiß. Vielleicht können Sie Fräulein Eichenborff in irgenbeiner Form warnen; sie ist ja Ihre Pflege- schwester." Achern nahm ihre Hand in bie seine. Er war so erfüllt von dem, was er ihr sagen wollte, daß er ihr Zusammenzuden nicht einmal bemerkte. Er wußte nicht, wie es kam, baß er sich gerade Otty anvertrauen wollte, aber es war bennoch so. Er mußte einen Menschen haben, ber ihn verstand. Er glaubte, baß Otty Weiler ihn verstehen würde. Sie hatte so schöne, kluge Augen. Zudem wußte er, daß er ihr sympathisch war. Er beutete auf die weiße Bank, bie bicht in ber Näye ftanb. Otty schüttelte ben Kops unb zog ben weißen Pelz enger um bie Schultern. So blieben sie bicht beieinander stehen, und Achern fragte: „Sie wissen, daß meine Ehe mit Ebel nicht glücklich ist?" ,Hch weiß es." ,rf>at Ebel selbst — ?" „3a. Doch ich wußte es schon aus eigenen Beobachtungen." „Sie geben m i r die Schuld?" „Nein, wie sollte ich? Ich kann verstehen, daß Sie nicht über das Geschehene Yinwegkommen. Trotzdem tut auch Edel mir leib. Sie kann nun einmal nicht dafür, daß sie so unb nicht anders ist. Wenn sie nicht so krank wäre, würde ich Sie bitten, doch das Vergangene zu vergessen. So aber hat ja alles keinen Zweck. Die Natur straft, wer in ihre Rechte ein- greift." Er antwortete nicht. Sein schmaler Fuß klopfte den Boden. Jäh hob er ben Kopf und fragte: „Unb was denken Sie über die Anschuldigungen, bie meine tJrau gegen mich unb Pia Eichenborff erhebt?" Ottys Lippen zitterten. „3d? halte sie für Hirngespinste." Achern schüttelte ben Kopf. „Nein, gnädiges Fräulein, es sind keine Hirn- gespinste. Ich liebe Pia Eichendorfs mit einer Kraft und Leidenschaft, die ich nie in mir vermutet hätte. Dennoch steht keine Schuld zwischen uns. Das ist Pias Verdienst, die jede Annäherung meinerseits als Beleidigung zurückwies. Pia will, daß ich mit Edelgarde gut bin, sie liebhabe. Können Sie das ver- stehen? Dennoch liebt Pia mich. Nun wissen Sie alles, und alles dürfte Ihnen nun noch verständlicher sein. Gestern traf ich Pia im Walde. Zufällig nach langer, langer Zeit — mein Wort darauf! Ich habe Pia von neuem gequält, habe sie mit ßiebesbeteue- rungen belästigt, jawohl, belästigt. So und nicht anders hat sie es aufgefaßt. Ich habe sie geküßt, weil ich toll war. Unb nun kommt sie durch mich in diesen schmutzigen Klatsch, sie, die mich empört Aurüdftieß und davonritt, ohne mir die Hand zum Abschied zu geben." „3ch möchte Pia Eichendorfs gern kennenlernen. Sie ist ein seltenes Menschenkind, wenn sie sich o gegen eine Liebe wehrt, die doch auch von ihr Besitz ergriffen hat." „Wenn S i e doch immer in Achern bleiben könnten! Ich weiß nicht, ich habe mich nie einem Men- schen anvertraut. Ihnen gegenüber war mir das eine Selbstverständlichkeit. Und Sie sind ja Edelgardes Freundin?" _____ (Fortsetzung folgt.) (bas bewahr Shndandf^apahat und unschädliche. 'Hausmittel In eilen Apotheken erMMfidi mm Prelle von RM. 0.89. 130.1.88. Ni» echt mit dem Nemerw tug eul jeder Packung < «MkWWkMAlWmWYM SWiM eirten SamStag, den 11. Februar, abends 20 Ahr, findet tm Saale des Eafs Leib, Walltorstraße unsere diesjährige sgsd JlMWAMS-ZMKV statt. Hierzu sind bie Mitglieder sowie die Angehörigen ehemaliger Mitglieder mit ihren Freunden und Bekannten herzlichst etngclaben. Der Vorstand. Kaufen-aber ohne Katzen- «Rassige «errenschuhe 4o braun und idiwarz Boxcalf, Rohmenarbeit, 6.90, 8.50 Samstag ist Herrentag Dr. Scholl's Fußpflegedienst S9i a Kostenlose Beratung durch Fachkräfte lammer Ein weiser Mann denkt immer vorher daran wie die Sache ausgehen wird. Auch neue, geringe Schuhe sehen ganz hübsch aus, wenn auch eigentlich Lederpappe nur für den Buchbinder da sein sollte. Da der Käufer meist kein Lederfachmann ist, mag er sich an das bewährte, leistungsfähige Geschäft halten, das ist seine sicherste Garantie. 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DenlsdierVerhanii LpsidMe Hygiene Professor Sommer. ssov Lustiger Stimmungs-Abend mit Schlotthauer-Köln im Stadt-Cafe Freilag undSamstag 99’D Tamstag, den 11. Februar, 20.01 Uhr 3. Kappensitzung Adler, Marktplatz 20 ff Biere und Weine oa^ ZaschingSkapelle / Geöffnet bis 4 Ahr nachts Rundfunk hören Sie jederzeit im Hotel Kühne 0841 Heute abend 8—9* 3 Uhr Reichskanzler A.Hitler Flugbetrieb im Fhegerfoger Ingenieurschule Jlmenau in Mae chinen-u. Elektrotechnik. Aato-u. Flugzeugbau. Lehrfabrik torPrakti kanten. Werkmeisterabteilung. Wirksame Werbe-Drucksachen liefert di» BrühTsche Druckerei Morgen, Samstag, die bekannte oasi Melzelsuppe Bis 4 Uhr geöffnet Heinrich Bönsel, Gabelsbergerstr. — Ecke Hammstratze. Künstlich e Augen fertigt naturgetreu am 17. Februar 1933 in fließen Hotel Viktoria 969 v ebrfider Maller-Welt, Starpari. Ermäßigte Preise. Vereine D.O.B. Der für den 15. 2. angesetzte Vortrag mutz auf Montag, den 20.2. verschob, werden. 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Er ist wegen Diebstahls viermal vorbestraft und wird von einer Reihe von Staatsanwaltschaften gesucht. Seine Spezialität sind Hoteldiebstähle. Seinen Lebensunterhalt will er sich durch Vorträge über seine „Erlebnisse im Baltikum" verdienen, die er meist in Schulen und Pensionen halten greifbare Angaben darüber kann er nicht machen. Im Mai v.J. hatte er sich unter falschem Namen auf mehrere Tage in einem vornehmen Hotel in Dad-Nauheim einlogiert und — offenbar zur Vermeidung von Schriftoergleichungen — de» Meldezettel vom Hotelporlier ausfüllen lassen. Er fiel dem Hotelpersonal auf; weil er sich in den Gängen sämtlicher Stockwerke Herumtrieb und von Helft dem Zugendnv'werk durch Besuch der Bevanstaliung im Sladtlhcatcr an, 13. Februar einer Toilette in die andere ging. Im Hotel wohnte eine Schwedin. Als diese aus der Stadt zurückkam, wo sie sich auf der Bank 500 Mark und einen Kreditbrief auf eine hohe Summe geholt hatte, die sie in ihrem Handtäschchen aufbewahrte, begab sie sich auf die Toilette. An der Tür kam ihr ein Herr entgegen. Als sie bald danach ihr Zimmer wieder betrat, war die Handtasche, die sie aus den Tisch gelegt hatte, verschwunden. Kurz daraus war auch der Angeklagte verschwunden, der eben noch dem Zimmermädchen gesagt hatte, es solle den Ueberzug auf seinem Bett lassen, er fühle sich krank und müsse sich legen. Er blieb verschwunden, bis er im vergangenen Sommer in Donaueschingen bei einem genau in der gleichen Weise ausgesührten Hoteldiebstahl auf frischer Tat ertappt wurde. Heute leugnet der Angeklagte alles. Die Möglichkeit, in Bad-Nauheim gewohnt zu haben, bestreitet er nicht, er könne sich aber an nichts erinnern. Er habe in den letzten Iah- ' ren über tausend Vorträge gehalten und könne sich daher auf Einzelheiten nicht mehr entsinnen. Auch 1 im Falle Donaueschingen, wo er zu sieben Monaten Gesängnis verurteilt worden ist, hatte er geleugnet, und behauptete auch heute unschuldig zu sein, obwohl er in flagranti festgenommen wurde. Er sei nicht in der Lage, nähere Angaben zu seiner Verteidigung zu machen. Mit diskretem Kavalierslächeln deutete er an, durch zarte Rücksichten auf die Bestohlenen zum Schweigen verpflichtet au sein. Er wurde von allen Zeugen mit Bestimmtheit wiedererkannt. Die Strafe gegen den gefährlichen Verbrecher lautete auf ein Jahr sechs Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Wegen Betrugs im wiederholten Rückfall wurde ein junger Mann zu der gesetzlichen Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er feiner Gewohnheit gemäß als blinder Passagier die Eisenbahn benutzt hatte. G.A -Sport. Kußball: BfB. I. - Universität I. Ein Rückspiel! Das Borspiel konnten die Grün- weißen mit ziemlich hohen Ergebnissen gewinnen. Morgennachmittag trifft man sich nun wieder; diesmal auf dem Waldsportplah. Während die BfBer ihre Leistungen in letzter Zeit ziemlich konstant auf gleicher Höhe hielten, haben die Stu- Wirtschaft. Karl Fürstenberg f. Berlin, 10. Feor. (WTD.-Funkspruch.) Karl Fürstenberg, der Vorsitzende des Derwal- tungsrates der Berliner Handelsgesellschaft, ist in der letzten Rächt im Alter von 62 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Karl Fürstenberg wurde am 28. August 1850 in Danzig geboren. Bei der Bankfirma R. Damme trat er dort in die Lehre. Später ging er nach Berlin, wo er zunächst bei Gebrüder Simon, dann in der Diskonto-Gesellschaft und später bei S. Blcichrödcr tätig war. Bei Bleich- röder entwickelte er sich zu einem leitenden Dankmann, auf den sich öic Blicke wendeten, als es im Jahre 1883 galt, die damals in Schwierigkeit geratene Berliner Handelsgesellschaft wieder flott zu machen. Er trat an deren Spitze und hat das altangesehene Institut höchster Blüte zuge- sührt. Berlin luftlos und schwächer. Berlin, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die G e s ch ä f t s u n l u st des Publikums und der Spekulation wirkte sich heute in einem leichten Abbröckeln der Kurse aus. Die Stimmung war nicht schwach, da die Erfolge der Stillhaltekonferenz, die verhältnismäßig stabile Lage am Arbeitsmarkt, die leichten Geldverhältnisse, das festere Neuyork und eine Geschäftsbelebung am Kautschukmarkt anregten. Anderseits mahnten aber die geringere Ruhrkohlenproduktion, die schwierigen Rohstahlverhandlungen, sowie die Tatsache, daß die Diskonthoffnungen als verfrüht bezeichnet worden sind, zur Zurückhaltung. Es ergaben sich anfangs meist Abschwächungen bis zu 1 o. H. Montane, Kaliaktien, Chemiepapiere, Gummiwerke, Gas- und Elektroaktien waren ziemlich einheitlich bis zu etwa 1 v. H. gedrückt. Rheinstahl und Mannesmann verloren sogar je 1,25 v. H., und Rheinische Elektrische waren sogar 2 v. H. niedriger. Braunkohlenwerte tendierten geschäftslos und knapp gehalten. Linoleumpapiere eröffneten etwa 0,50 v. H. fester. Kabel- und Drahtwerte lagen völlig geschäftslos. Von Autoaktien waren BMW. etwa 1 o. H. rückgängig. Maschinenfabriken verloren bis zu 1 v. H., Schubert & Salzer gaben 3,50 v. H. nach. Metallwerte, sowie Kunstseide- und Textilaktien lagen umsatzlos und eher schwächer. Von Bauwerten gaben Berger 1,50 v. H. nach. Von Papier- und Zellstoffwerten waren Aschaffenburg Zellstoff mit minus 1,75 v. H. etwas stärker abgeschwächt. Brauereien hatten kaum Kursveränderungen zu verzeichnen. Wasserwerke blieben knapp gehalten. Verkehrswerte, darunter Schiffahrtsaktien, büßten bis zu 0,50 v. H. ein. Banken gaben bis zu 1 v. H. nach. Im Verlaufe bröckelten die Kurse weiter um Bruchteile eines Prozentes ab, Reichsbank gingen um etwa 2 v. H. zurück. Deutschs Anleihen lagen wenig verändert, im Verlaufe eine Kleinigkeit leichter. Reichsschuldbuch- forberungen und variable Jndustrieobligationen gaben bis au 0,75 v. H. nach, die übrigen festverzinslichen Werte waren bei kleinem Geschäft etwa behauptet. Auslandsrenten blieben vernachlässigt. Am Geldmarkt blieb die Situation weiter leicht. Tagesgeld stellte sich an der unteren Grenze auf unverändert 4,40 bzw. 4,25 v. H., nach Privatdiskonten, Reichswechseln per 5. Mai und Reichs- schatzanweisungen per 15. September hielt die Nachfrage an. Frankfurt vollkommen still. Frankfurt a. M., 10. Febr. (WTB. Drahtmel- dung.) Die Unsicherheit über die Weiterentwicklung der innerpolitischen und wirtschastlichen Verhältnisse führte zu Beginn der heutigen Börse zu fast vollkommener Geschäftsstille, zumal Anregungen irgendwelcher Art fehlten. Von der Kundschaft lagen eher kleine Verkaufsorders vor, so daß die Kulisse weiterhin eine abwartende Haltung einnahm. Das herauskommende Material, das im allgemeinen nicht groß war, wurde nur zu mäßigen Kursen angenommen, wobei die durchschnittlichen Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. betrugen. Die ersten Notierungen kamen sehr langsam zustande. Stark angeboten waren IG., die 1,13 o. H. verloren, nachdem bereits an der Abendbörse ein leichter Kursdruck zu verzeichnen war. Don Elektrowerten lagen Siemens 1,25, Gesfürel 0.75 und Licht & Kraft 0,50 v. H. schwächer. AEG. und Lahmeyer blieben behauptet. Am Montanmarkt kamen anfangs nur Buderus mit minus 1,13 v. H., Mannesmann mit minus 0,40 v. H. und Stahlverein mit minus 0,25 v. H. zur Notiz. Bis zu 1 v. H. schwächer eröffneten noch Reichsbank, Aku und Zement Heidelberg. Schiffahrtswerte waren knapp behauptet. Nach den ersten Surfen ergaben sich zunächst Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H., später bröckelten die Kurse aber infolge der Geschäftsstille erneut von 0,25 bis 0,75 v. H. ab. Don Deutschen Anleihen setzten Neubesitz mit 8,75 v. H. unverändert ein, dagegen verloren Altbesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen je 0,75 v. H. Reichsbahnvorzugsaktien und Stahlvereinbonds konnten sich um je 0,25 v. H. erhöhen. Don fremden Werten blieben Türken und Mexikaner gut gehalten. Am Pfandbriefmarkt bröckelten die Kurse bei kleinem Umsatz von 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Auf den übrigen Gebieten des Rentenmarktes herrschte Geschäftslosigkeit. , Im Verlaufe entwickelte sich etwas lebhaf- teres Geschäft in deutschen Anleihen, wobei Neubesitz mit plus 0,20 v. H. bevorzugt waren. Alt- besitz und späte Reichsschuldbuchforderungen waren um 0,25 bis 0,50 v. H. erholt. Der Aktienmarkt blieb dagegen weiter ftill, doch lagen die Kurse gleichfalls um Bruchteile eines Prozents freundlicher. Tagesgeld war zu 3,25 v. H. unverändert und leicht. denken nicht unwesentlich an Spielstarke gewonnen. Man erwartet einen spannenden Kampf, den allerdings, zudem auf vertrautem Gelände, die BfBer auf Grund ihrer Routine doch für sich entscheiden sollten. Schluß des Frankfur er Sechstagerennens. Rausch-Pijnenburg siegten mit Rundenvorsprung vor Schön-Tietz. Frankfurt a. M., 9. Febr. Das Frankfurter Sechstagerennen, das am Donnerstag um Mitternacht nach 146ftünbiger Fahrt zu Ende ging, sah, wie erwartet, die deutsch-holländische Mannschaft Rausch-Pijnenburg als Sieger mit einer Runde Vorsprung vor der Mannschaft Schön-Tietz. Die übrigen acht Mannschaften lagen zwei und mehr Runden zurück. Zwei Mannschaften waren vorzeitig ausgeschieden bzw. aus dem Rennen genommen rooroen. Die siegreiche Mannschaft hatte 3316,480 Kilometer zurückgelegt. Daten für Freitag. 10. Febrnar. 1923: der Physiker Wilhelm Konrad Röntgen in München gestorben; — 1932: der Romanschriftsteller Edgar Wallace in Hollywood gestorben. Sie Grippe. •cp Nieder-Ge münden, 9. Febr. Die Erkrankungen an Grippe nehmen hier von Tag zu Tag zu. In einigen Fällen ist sie auch in Verbindung mit Lungenentzündung ausgetreten. Nachdem auch der Lehrer erkrankte, mußte die Schule geschlossen werden. w Burg-Gemünden, 9. Febr. Gegenwärtig herrscht hier die G r i p p e in ziemlich starkem Maße. In manchen Häusern sind fast sämtliche Bewohner erkrankt. Auch eine erhebliche Anzahl Schüler mußte dem Unterricht fernbleiben. Wettervoraussage. Im Rückfeitenbereich der Skandinavienstörung gelangt auch nach Deutschland jetzt kühlere Lust, welche unbeständiges Wetter und Abkühlung Hervorrufen wird. Bei rasch wechselnder Bewölkung, die auch durch kurzes Austzaren unterbrochen wird, treten vereinzelt noch schauerartige Niederschläge auf. Trotz des hohen Druckes über dem Nordmeer und der Biskaya wird sich noch keine durchgreifende 'Beffc- rung einftellen, sondern über Irland hat sich eine flache Störung gebildet, welche ozeanische Luft zuführt. Aussichten für Samstag: Kühleres, wechselnd wolkiges Wetter, zwischenzeitlich auch auf- klarend, vereinzelt mehr schauerartige Niederschläge, aus den Bergen als Schnee, um West drehende Winde. Aussichten für Sonntag: Etwas beständigeres, jedoch noch wechselnd wolkiges Wetter mit Ausklaren, keine oder nur vereinzelt geringe Niederschläge, langsame weitere Abkühlung. Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 10,4 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 10. Februar: moraens 9,0 Grad. Maximum 10,7 Grad, Minimum 6,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Februar abends 3,4 Grad, am 10. Februar morgens 3,5 Grad Celsius. Niederschläge 0,2 mm. Kamps gegen die Grippe! 611 v Togal-Tabletten sind ein hervorragend bewährtes Mittel gegen Grippe und Erkältungskrankheiten. Togal ist stark harnsäurelösend und in hohem Maße bakterientötend! Im Anfangsstadium genommen verhindert Togal den Ausbruch der Grippe. Erstaunliche Erfolge! Mehr als 6000 Aerzte-Gutachten! Ein Versuch überzeugt. In allen Apotheken. Mk. 1,25. 12,6 Lith , 0,46 Chin., 74,3 Acid. acet, salic. Die richtige Ernährung Ihres Kindes ist in körperlicher und geistiger Beziehung bedeutsam für sein ganzes Leben. 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Im Namen der trauernd I Unterbliebenent Lina Lemmd, geb. Bömmer. Seit Gründung des Verbandes im Jahre 1922 hat der Verstorbene dessen Geschielte zlelbewubt und aufopfernd geleitet. Seiner unermüdlichen Tatkraft, seinen ausgezeichneten Kenntnissen und seinem klugen Rat verdankt der Verband, der In ihm einen wahren Führer verliert, unendlich viel. Unvergessen wird deshalb das Andenken an diesen hervorragenden Mann in uns fortlebcn. entrissen In dem leider allzu früh Dahlngcschlcdenen verlieren wir einen wohlwollenden Vorgesetzten, dessen Pflichterfüllung und nimmermüde Schaffens'reude sowie vornehme Gesinnung uns stets ein leuchtendes Vorbild bleiben werden. Ein ehrendes Gedenken werden wir Ihm allzeit bewahren. Infolge einer schweren Grippeerkrankung wurde uns unerwartet aus einem arbeitsreichen Leben unser hochverehrter Nach kurzem schweren Leiden verschied heute das Mitglied unseres Vorstandes Aufsichtsrat und Vorstand der Buderus’schen Eisenwerke. Mit ihm ist allzufrüh ein stets die höchsten Anforderungen an sich selbst stellender Mann dahingegangen, der durch sein umfassendes Wissen und seine nie versagende Arbeitsfreudigkeit uns allen ein immer leuchtendes Vorbild war. Seit dem 1. Juli 1915 leitete er die Aktiengesellschaft Westdeutsches Eisenwerk Kray und trat mit der Übernahme dieser Gesellschaft am 23. Mal 1919 in den Vorstand unserer Firma ein In dieser Stellung oblag ihm im letzten Jahrzehnt die technische Oberleitung unserer Werke. Tiefgründiges Wissen und reichste Erfahrungen aut dem Gebiete des Eisenhütten- und Gießereiwesens, gepaart mit wirtschaftlichem Denken, machten den Verstorbenen zu einem unserer wertvollsten Mitarbeiter Er hat nicht allein die technische Entwicklung unserer Werke nach modernen Grundsätzen gefördert, sondern auch neue Betriebsund Herstellungsverfahren entwickelt. Mitten aus vollem Schaffen, aus reichstem und fruchtbarsten Planen ist dieser unermüdliche, nur die Arbeit kennende Mann viel zu früh dahingerafft worden. Tieferschüttert stehen wir an der Bahre eines Mitarbeiters und Freundes,dessen lauterer Charakter, liebenswürdiges und verbindliches Wesen ihm ein dauerndes ehrendes Angedenken bei uns sichern. Buderus'sche Eisenwerke (Werk Lollar) -------- . ___________974 u Die Werksdirektoren, Prokuristen ♦ sonstige Unterschriftsträger und Abteilungsleiter der Buderus'schen Eisenwerke, Welzlar Nachruf Unerwartet verschied heute unser langjähriger Mitarbeiter Herr Karl Reuter, Lollar Der Entschlafepe .stand seit 1922 als Angestellter in unseren Diensten. Er hat sich in dieser Zelt durch gewissenhafte Pflichterfüllung untere volle Wertschätzung erworben Wir betrauern seinen frühen Heimgang und werden Ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meines lieben, unvergeßlichen Mannes spreche ich auf diesem Wege dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, allen Vereinen und Kameraden für die Ueberreichung so zahlreicher Beileidskarton. Kranz- u. Blumenspendon meinen tiefgefühlten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dorothea Stengler Wwe , geb. Jung. Lieh, den 1). Februar 1083. Am Tage seines Eintritts vor 35 lahren, dem 7. dieses Monats, noch In unserem Betrieb tätig, verschied gestern morgen der Maschinensetzer HerrWilhelm Lenz Infolge clnesGrlppcantalls. Wir betrauern In dem Heimgegangenen einen tüchtigen Fachmann aus unserem alten Arbeiterstamm, einen Mitarbeiter von besonderem Fleiß und von bester Gesinnung Gießen, den 10. Februar 1933 Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei /R. Lange __9670 Danksagung. Für die trostreichen Worte und Beweise liebevoller Teilnahme bei dem Heimgänge unseres teuren Entschlafenen sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Carl Humperdinck Mitglied des Vorstandes der Buderus'schen Eisenwerke Nachruf. Ein unerbittliches Schicksal entriß uns am 8. Februar d. J. das Mitglied unserer Gesamtdfiektlon Herrn Hüttendirektor Dr.jur.h.c Dr.ing.e.h. Carl Humperdinck Wetzlar Von seiner Mitarbeit, seinem reichen technischen und wirtschaftlichen Können und Wissen haben wir uns für unsere junge Interessengemeinschaft das Größte versprochen. Sein Tod hinterläßt eine nur schwer zu schließende Lücke. Als einer der Mitbegründer unserer Interessengemeinschaft wird sein Name In der Geschichte unserer Werke eingehen. Gesamtdirektion der Interessengemeinschaft Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar Hessen-Nassauischer Hütten-Verein, G m b H , Biedenkopf. Wctzlar/Blcdenkopf, den 9. Februar 1933. Honte nacht */,l Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit, nach einem arbeitsreichen Leben, mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ernst Seibert, Schlosser i. R. im Altor von 66 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Margarete Holbert, geb. Michel Familie Otto Weibert Anna Seibert Wil I Ueeh nebnt allen Angehörigen. Wiesock, den 0. Februar 1033. Dio Beerdigung findet. Samstag,ll.Februar.nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause Kirchstraße 87 aus statt. ----- - 989 n Todesanzeige. Mein lieber, herzensguter Mann, unser Innlgstgeltcbter, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel HerrWilhelm Lenz Maschinensetzer Ist heute morgen nach kurzem schweren Leiden Im Alter von 58 Jahren snnlt entschlafen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Kathinka Lenz, geb. Schmidt und Kinder. Gießen (Asterweg 53). den 9. Februar 1933. Die Trauerfeier findet Montag, den 13. Februar, nachmittags 4 Uhr, In der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Herr Hüttendirektor Dr. jur.h.c. Dr.ing e.h. Carl Humperdinck im 58. Lebensjahr. Die Angestellten und Arbeiter der Buderus'schen,Eisenwerke Abt. Sophienhütte Wetzlar Abt Carlshütte Staffel Abt. Main Weserhütte Lollar Abt. Westdeutsches Eisenwerk Kray Abt Eisenwerke Hirzenhain. N IO E Sx .Eiy 2 s . q = LS 5 ZNL S 3-S E uc £?. 2 CX ®E äS& E oä e ZE iäW B ?«. , „"-e 4 cy ML E at E* IO d §ZM I^ÄÄEmt: «8 K<» - E = LZLZM-M S £ E ~ .'S «.n .! gf'ßSi ■C c -i • iR ,2>E3 er d Eg ofi'pB 5 L ■->, S B es» 4 ja 05 •a t S s^i i^A 21 =3 S <0 e E SB £(D£ § Ä.F 8 E K..Z : EL o X« e - o .fa RE2 E 05 X» E ZF E C? Z"L LZ. BE K O 40 Z B = B 15 § E o LE m >o IE7 6$ L - *.«2 — «3g E E«e £ s.-E m ■— IQ "E ä L. bat hier > leider t. älüet <\ Tllan* Veden«- t |l o r * a u | e n Hu!» n dessen eben» fl Hn- iuhcn, n Ar- kochen, irlorfle hinten Itmae en sich äd)|tfn ich er« L 8 E i = 2 S G I « 4 ä R 2 2 §ZZL.Z§kx i' 51! e ER ■s *». 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Es ma heit nur einer Äiedergei SofitW ^Sannne «WS riien: »Nl poM /^lfurto" 'S gi & to & «ft & & 3 öö ca 3 8 h ro 8 3 I 8 2 8 3 8 8 S* 8 8 3 8 3 & 45» 3 2 3 OP 2C 3 3 & c 3 u> 2* O: 3* ST 3 GM 2 2= Gl 3 cfl ä’cr o I ^.3 --f3 § S (S Dl 3 3 2: o* 3* 'S 8 t3 5^ ?» re -^"re" to? •3» ir. AÄ St Ti re S H t- n a «ft 3 0 cd o p 2 oä>3 «ft 2» 2 S' 6 Et'*1 3 ■3o -Vg — O or 3 2- 5-~ s 3o -•3’e:'ä y^n3* fi3* 35 re cd a. •? S tx s 3 ®®3 3 3« ? P 8035 §3! 3 § 8" s5» & TZ 2.= DCfl -»8 J ■30 2.» "3" D o'_—E, o- 8- 2 8 ~ 2 8 3- E.-'ä ■ '■Ob ca~~ g.gg' —«ft 2 S*-,® A3 I $ B?" an g j 2 3 3o — re IT.A. D §.3 S 2"2° 8=29-^ °3 re « ö7- 3 8 ” K3“q2.^c 3 3 2.8 „ ä0 S a ™ a— rriQa*— 8 CD E - 3® A to" 8ZZ.3. ®"" 3-SIS §5 = •ä» er« «1« D 2°^M3 3 « 3<* 2.3 2 5 3 CD 3 8 f3< ® öö«. SF D Hi 2 3 3" 1 x. c- c 3 — Xto 3 O ” Z» "3 s~ s’-öä cz«2 D- i-z0 3 5. ” L-O__— 3- 2- Z 3 S"§ —. 0 re — gf&ä 3-3,3 to -.^3 g. §*g’S§§’o.| Ö8 1 2. S 2. 1.3 ti>2 U • D - kec i^ä' I — O"cD > — P re .3 1 er 3 c S' to 3 § D ö) »2. 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