Nr.8 KrüharrSsavL |85. Jahrgang Dienstag, 10. Januar MZ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Postscheckkonto: granifun am mein liess. vn,se der Deu'.schnationalen Do'.ksparlei, Dr. Glase- bock -Krefeld, hatte. Die Besprechung habe sich, wie das Blatt hört, vorwiegend mit der Frage der „Eingliederung des katholischen konservativen Volk Steil es in die zu bildende grotze nationale Einheitsfron t" im Sinne der bekannten Sammelbestrebungen der DRDP. befaßt. Der „Bayerische Kurier" erklärt hierzu, datz Herr v. Papen aus Granit beihen werde. Der Bersuch, die deutschen Katholiken zu spalten, sei schon ost genug gemacht worden, fett Bismarcks Zeiten her. Er sei aber stets mißlungen. Was Bismarck und Herrn v. Bülow nicht gelang, werde auch der Katholik v. Papen nicht fertigbringen. Die deutschen Katholiken begäben sich nicht in die Gefolgschaft der Herren Hugenberg-Papen. Wenn etwa bestimmte Kre'/e aus engstirnigen wirtschaftlichen Erwägungen heraus dein Papen- schen Lockruf folgen sollten, würden sie sich bald vereinsamt sehen. Das klare, wenn auch nicht immer eindeutig ausgesprochene Ziel bestimmter Kreiie fei die Ausschaltung des politisch organisierten katholischen Bolksteiles von der Entscheidung der politischen Geschehnisse in Deutschland. Hitler über seine Unterredung mit Papen. Berlin, 9. Ian. (TU.) Einern im „Völkischen Beobachter" enthaltenen Bericht der ASK. aus Detmold zufolge äutzerte sich Adolf Hitler auf Fragen des Reichsprossechefs der RSDAP. über seine Begegnung mit Herrn von Papen u. a. wie folgt: Frage: Der Kern der öffentlichen Angriffe scheint in der Behauptung zu liegen, datz der Grund Ihrer konsequenten Opposition in der Absicht zu suchen s:i, sich und Ihre Bewegung der Verantwortung am Staate zu entziehen. Hat dieses Argument sachliche Bedeutung? Antwort: Rein, tatsächlich war ja meine Forderung nicht eine andere, als gerade die Äebertragung der persönlichen Verantwortung an die RSDAP. Allerdings sehe ich hier selbstverständlich voraus, datz die Partei dann aber auch die ihr zukommende Führung erhält. Mir zuzumuten, dir Verantwortung zu übernehmen für das. was andere tun, ist ein mehr als starkes Stück. Wenn der Herr Reichspräsident im Rovember glaubte, dank der Ratschläge seiner Tlmgebung es nicht verantworten zu können, mir die Verantwortung zu übertragen, dann sind damit die Männer auch heute die Verantwortlichen für die traurigen Folgen und für all das Elend, das aus dieser Weigerung dem dcu schen Volke erwachsen müsse. Frage: Sind die Behauptungen in der gegnerischen Presse zutreffend, datz Sie Fühlung mit Herrn von Papen gesucht und auf diesem Wege Anschluß an die angeblich hinter ihm stehenden schwerindustriellen Kräfte gesucht hätten? Antwort: Es ist selbstverständlich, datz i ch keine Fühlung mit Herrn von Papen gesucht habe. Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß ich mir von niemandem vorschreiben lasse, mit wem ich sprechen darf und mit wem nicht. Ich bin Politiker und werde, wenn ich es für zweckmäßig ansehe, jede Besprechung führen. Die deutsche Schwerindustrie ist ein Teil der deutschen Wirtschaft. Ich brauche daher diesen Weg nicht, um an sie „Anschluß" zu suchen, wie an irgendeiner anderen Wirtschaftsgruppe. Ein Politiker hat mit allen bestehenden Faktoren zu rechnen und kann ihre Existenz nicht wegzaubern. Wenn ich aber jemals die Rotwendigkeit empfinde, darüber hinaus mit irgendeiner Wirtschaftsgruppe ein' besondere Fühlung zu nehmen, so benötige ich dazu keinen besonderen Fürsprecher. Tlcbrr die Erfolgsaussichten des Arbeitsbeschaffungsprogramms der jetzigen Regierung besagt, erklärte Hitler: Ar- beitsbeschafsungsprogramme sind nicht ihrer selbst tocgen da. Ich enthalte mich daher jedes Urteils über derartige Probleme, sondern beurteile nur ihre Auswirkung auf die allgemeine deutsche Wirtschaftskrise. Diese Krise aber wird durch Maßnahmen des Kabinetts Schleicher nicht beseitigt. Informationen der Berliner presse Berlin, 9. Fan. (TU.) Der „Völkische Beobachter" glaubt, daß die Unterredung zwischen v. Papen und Reichskanzler v. Schleicher nicht ohne Einwirkung auf den Verlauf der Reichstagstagung fein werde. Es werde sich hierbei unter Umständen schon entscheiden, ob das Kabinett von Schleicher sich einem mit groher Mehrheit angenommenen Mißtrauensvotum aussehen und den Reichstag auflösen werde, oder ob es der Reichspräsident vorziehe, eine andere Lösung zu finden, die in einer völligen Umbildung des derzeitigen Kabinetts zu geschehen hätte. Wenn aber, so fährt das Blatt fort, den N a t i o • nalsozialistcn eine „Spaltun g" der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion bei einer Abstimmung über ein Mißtrauensvotum und Furcht vor Neuwahlen angedichtet werde, so werde man sich irren. Die „D A Z." bezeichnet die Aussprache Schlei- cher/Papen als eine neue wichtige Phase innerhalb der hochpolitischen Verhandlungen, die gegenwärtig zu dem Zweck geführt würden, eine neue Reichstagsauflösung und damit eine Gefährdung der wirtschaftlichen Beruhigung zu vermeiden, lieber den Weg, der dafür beschritten werden könnte, lasse sich zur Stunde Näheres noch nicht sagen, zumal ja bei den Nationalsozialisten die Meinungen selbst auseinandergingen, ob eine sofortige Entscheidung wünschenswert, oder eine vorläufige Tolerierung möglich, oder eine spätere Beteiligung erwünscht wäre, lieber alle diese Möglichkeiten sei zwischen Herrn von Papen und Hitler in Köln und sei auch am Montag zwischen dem Reichskanzler und seinem Vorgänger gesprochen worden. Die Entscheidung imLippeschenWahl- kämpf bilde natürlich einen weiteren Faktor innerhalb dieser ganzen Entwicklung, die vermutlich zu einer weiteren Verschiebung des Reichstags- zusommentritts führen werde. Es gebe Optimisten, die nicht nur mit einer Verlängerung der parlamentarischen Kampfpause bis zum März, sondern sogar mit einer Ausschaltung des Parlaments über den Sommer rechneten. Die Besprechung zwischen Schleicher und Papen hat sich, wie der „Lokalanzeiger" zu melden weiß, nicht nur auf die „Kölner Unterredung", sondern auch auf die gesamte innerpolitische Lage bezogen, da der Reichskanzler selbst ein Interesse daran habe, durch Herrn von Papen die Auffassung einer ganzen Reihe von politischen und wirtschaftlichen Persönlichkeiten kennenzulernen, mit denen Papen in der letzten Zeit Unterredungen gehabt habe. In den letzten Tagen habe Herr von Papen mehrere Besprechungen mit Vertretern der Wirtschaft im Ruhrgebiet geführt, u. a. am Samstag eine Besprechung mit Generaldirektor Dr. Dögler und Dr. Springorum. Auf Grund dieser Besprechungen sei von westdeutschen industriellen Kreisen erklärt worden, daß man gewisse Bedenken gegen die Sozialpolitik und die Arbeitsbeschasfungspolitik des jetzigen Reichskabinetts habe. Dr. Springorum habe nach offiziösen Erklärungen westdeutscher industrieller Kreise in der Unterhaltung mit Papen darauf hingewiefen, daß in vielen Industriezweigen wieder ein S t i l l- st a n d eingetreten sei, dessen Ursache die allgemeine Unsicherheit bilde, da man nicht genau wisse, welchen wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Kurs das jetzige Kabinett einschlagen werde. Dabei sei offenbar auch das Arbeitsaefchaf^ungZprogramm Dr.Gere kes kritisiert worden. Herr von Papen sei von den Vertretern der Westdeutschen Industrie gebeten worden, diese Bedenken dem Reichskanzler bei der Berichterstattung über die Kölner Unterredung gleichzeitig mitzuteilen. An die Aussprache knüpft die „Tägliche Rundschau" eine Reihe von Vermutungen, wobei sie u. a. bemerkt, es sei nicht ausgeschlossen, daß einige Persönlichkeiten, die der Regierung nahestün- den — unabhängig von General von Schleicher —, um die Unterredung Hitler- Popen vorher gewußt hätten, so daß sich Herr von Papen habe darauf berufen können, daß er nicht allein auf eigene Faust gehandelt habe. Als Ergebnis der Aussprache glaubt das Blatt ein Kompromiß erblicken zu dürfen, und zwar dahingehend, daß sich General von Schleicher nunmehr in die Verhandlungen mit der NSDAP, einschatte und gegebenenfalls selbst noch einmal den Versuch mache, die NSDAP, zur Mitarbeit an der Regierung zu bewegen. Zehn Jahre Ruhrkrieg. Ein Gedenkblatt aus der deutschen Geschichte der Nachkriegszeit. Von Paul Joachim. Wenn man heute einem Einwohner des Rhein- landes oder des Ruhrgebiets gegenüber das Wort „Sanktion" ausspricht, dann zuckt er vielleicht zusammen, und vor seinem Auge steigen die i)unl- len Dinge auf, die sich nunmehr vor rund z:hn Iahren in seinem Heimatland ereignet haben. Sanktion — dieser Begriff hat sich durch lange Iahre in das Gedächtnis jedes Westdeutschen ein» gehämmert, er steht eingegrabcn auf einem der trübsten Blätter der deutschen Geschichte. Was verstand man unter diesem Wort? Richt mehr und nicht weniger als kriegerische Maßnahmen, die die interalliierten Mächte auf Grund des Versailler Friedensvertrages gegenüber Deutschland unternehmen zu können glaubten. Alles, was sich damals ereignete, Strafexpeditionen und Terrorakte der französischen und belgischen Truppen, Erhebung besonderer Zölle, Beschlagnahmungen von Fabriken, willkürliche Festsetzungen neuer Grenzen, neuer „Brückentöpfe" — das alles fiel unter diesen Begriff, das alles wurde durch das Wort „Sanktion" fanltionicrt. Sanktioniert wurde schließlich auch jener unerhört brutale Feldzug gegen das Ruhrgebiet, der aus nicht! gen Anlässen im Ianuar 1923 geführt wurde und der sich beinahe in einer Katastrophe nicht nur für Deutschland, sondern auch für das gesamte Mitteleuropa ausgewirkt hätte. Winter 1922. Das Rheinland war besetzt. Engländer, Franzosen, Belgier hielten ihre gepanzerte Hand auf alle wichtigen strategischen Punkte diesseits und jenseits dieses Flusses. Mit -rasfinierten Antreibemethoden suchten sie die gesamten hundertprozentigen Reparationen aus dem zerfaserten, zerfallenen, ausyepreßten Deutschland zu ziehen. Da ereignete es sich, daß in irgendeinem Pariser Büro die Feststellung gemacht wurde, Deutschland sei mit feinen Reparationslieferungen auf dem Gebiet von Holz und Kohlen ein wenig in Rückstand ge kommen. Dieser Rückstand -betrug nur einen verschwindend geringen Prozentsatz der Gesamtliese rungen — aber was tat es? Es war die Handhabe gegeben, Deutschland anAuflagen, es habe vorsätzlich versucht, sich seiner Reparationsverpflichtungen zu entziehen. Nicht Zahlungs- oder Lieferungsunfähigkeit sei der Grund dieser Verzögerungen, sondern bewußte, planmäßige Sabotage. Mit einem Wort: es war die Handhabe für eine neuerliche Sanktionsmaßnahme gegeben. Die Vorbereitungen zu der nun folgenden Stras- expedition spielten sich binnen weniger Tage ab. Die Mahnung der Franzosen trug bereits offen den Charakter einer Drohung. Deutschlands Protest blieb ohne Widerhall. Ebenso wenig Erfolg hatte eine diplomatische Maßnahme, die Reichskanzler Cuno mit fieberhafter Eile in die Wege leitete. Auf der anderen Seite nur Achselzucken — die Gelegenheit war günstig, einen Plan, der seit Monaten und Jahren fix und fertig in einer Pariser Schublade geschlummert hatte, zur Durchführung zu bringen. Arn 10. Januar 1923 erreichte eine Rote der französischen Regierung die deuische Botschaft in Paris, in der das Bevor stehen einer Sanktion offen angekündigt wurde. Allerdings versuchte man geschickt und höflich Lenkwaster zu machen, indem man Wert auf die Feststellung legte, diese Gewaltmatznahmr trüge keinen Gedanken an eine militärische Okkupation oder eine Besetzung politischer Art in sich. Auf höfliche Floskeln pflegen aber in der Geschichte der zivilisierten Völker häufig unmittelbar Kanonen zu «olgen. Am 11. Ianuar strömten französische und belgische Truppen aus den Brückenköpfen Düsseldorf und Duisburg in be- trächtkicher Stärke ins Ruhrgebiet, besetzten alle strategisch wichtigen Punkte bis weit über Dortmund hinaus. Gelsenkirchen unö Essen bekamen ihre eigenen Garnisonen. Die Rheinhä^en von Mannheim und Karlsruhe wurden in die Zange der Okkupationsarmee geklemmt. Die friedlichen badischen Städtchen Orenburg und Appenweiher überschwemmte französisches Militär. Unmittelbar mit dem Einrücken der französischen und belgischen Armeen wurde im gesamten besetzten Gebiet verschärfter Belagerungszustand verhängt. Unnötig zu sagen, daß der Hauptstoß gegen daS Ruhrgebiet nicht allein auf militärischer Basis geführt wurde. Das größte Interesse hatten die Usurpatoren begreiflicherweise an den großen Produktionsstätten dieses Gebietes, an S ch ä ch - ten und Fabriken. Eine neue Politik, die Pfänderpolitik, wurde „zum Schuh der wirtschaftlichen Interessen Frankreichs" eingeführt. Eine französisch-belgische Kontrollkommission wurde ins Leben gerufen, die alle wichtigen Hütten- und Bergwerke in eigener Regie ausschließlich zu Reparationszwecken arbeiten ließ. Sämtliche Zölle und ein großer Teil der Steuereinkünfte wurden beschlagnahmt. Durch die Errichtung einer besonderen Binnenzoll- Linie schufen sich die Belagerer überdies noch die Möglichkeit, besondere Steuern einzutreiben und zum Teil aus staatlichen Unternehmen, wie z. B. aus der rheinischen Eisenbahn, Cxtraein- fünfte herauszuprrssen. Wozu dies alles ? Der Gedanke lag nahe, in die sein organisierten Ucberfall auf das Ruhrgebiet die Verwirklichung eines Jahrhunderte alten franxöfi schen Traumes zu erblicken, nach dem das an Bodenschätzen reiche Ruhrgebiet von Deutschland abgetrennt und dem an Kohlen und Mine ralien verhältnismäßig armen Frankreich einverleibt werden sollte. Dieser Gedonkengang wurde denn auch auf französischer Seite in der Sariac- Wünsche der deutschen Forstwirtschaft Einstweilen Ruhe in Spanien halb- Frie- um die bessere geworden sind. Rur durch ihre Revision daher Besserung kommen. sortsetzen. Der Aufruf ist unterzeichnet vom Präsidenten des Ausschusses Dr. Heinrich Schnee, Gouverneur z. D., und dem geschäftsführenden Präsidenten Dr. phil. h. c. Hans Dräger. In der heutigen Verhandlung kam es zunächst zu einer Vertagung, da die unterrichteten Kinder selbst erst vom Gericht vernommen werden sollen. Die Angeklagten erklärten, daß die Kinder bei dem bisherigen Verhör eingeschüchtert worden seien und somit unrichtige Angaben gemacht hätten. Zu der neuen Verhandlung werden auch der polnische Kreisschulinspektor und der zuständige deutsche Kon- - • -> in Po- li n das Ausland belastet. Es kann in seinem engen und durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages verkümmerten Raum nicht leben. Es braucht eine Ausweitung dieses Raumes durch A r b e i t s z u w a ch s. Beides kann nur geschaffen werden durch Beseitigung der H e m m n i s s e , wie sie die Friedensdiktate errichtet haben. Heute müssen die ehemaligen Empfänger und Nutznießer der deutschen Tributzahlungen gegen die Abtragung ihrer Schulden die gleichen Gründe anführen, die Deutschland früher vorbrachte. Berlin, 10. Jan. (CNB.) Der A r b e i t s a u s- schuß deutscher Verbände veröffentlicht einen Aufruf „Zum 10. Januar 193 3", in dem es u. a. heißt: Wieder jährt sich jetzt schon zum 13. Male d e r Tag, an dem das Versailler Di k t a t in Kraft trat. Endlich ist jetzt durch das Genfer De- zcmberabkommen anerkannt worden, daß Deutschland und den anderen abgerüsteten Staaten die Gleichberechtigung nicht mehr versagt werden kann. Die neue Konvention, die Teil V des Versailler Diktates ersehen soll, muh Deutschland die gleiche Freiheit des wehrsystems, die gleichen Waffen, die gleiche nationale Sicherheit wie den anderen Völkern geben, wir verlangen die ver- wirklichung der deutschen Gleichberechtigung und unzweideutige Vereinbarungen auf der Grundlage gleicher Rechte und gleicher Pflichten. wir bringen aber auch ebenso deutlich zum Ausdruck, daß die Lösung bald erfolgen muh, dah ein längeres Verschleppen nicht mehr möglich ist und nicht mehr geduldet wird, dah der Bruch der Verpflichtung der anderen zur Abrüstung Deutschland die Handlungsfreiheit wieder gibt. Deutschland steht im schwersten Kampf um Arbeit und Brot, um das nackte Leben seines Volkes. Es ist auch heute noch in seiner wirtschaftlichen Entwicklung durch übermäßige Zahlungen war auch bei den Streichern nicht immer klar grnug. An Stelle des espressivo-öpielS wäre eine terrassenarkige Abstufung der Dynamik am Platze gewesen. r B Den Schluß bildete Beethovens großes 6^Dur-Trio (op. 97), ein stilistischer und geistiger Höhepunkt im Trioschaf, en des Meisters. Cs bindet eine dem Monumentalen zustrebende formale Anlage mit Wärme und PersönlichVeitsnahe des Inhaltlichen. Die klangliche Auflösung des Themas im Andante cantabile fühlt schon in die Zeit der letzten Klaviersonaten vor. Auch hier wäre stellenweise bei der Ausführung des Werkes mehr klangliche Durchsichtigkeit von Vorteil gewesen, insbesondere aber auch genauere Berücr- sichtigung der dynamischen Angaben. Das zweite Thema des Kopfsatzes war zu beschwingt im Tempo; das Scherzo wurde in seinen einzelnen Abschnitten mit persönlicher Bote erfaßt; die Variationen im Andante cantabile gipfelten in machtvoller Steigerung, nur hätte ab und zu das Grundthema noch deutlicher hindurchllingrn können. Die glänzende Durchführung der Presto- Coda im Finale entfesselte starken Beifall. Dr. n. Erhaltung dieser Stellung ist nicht nur für Ostpreußen, sondern für Deutschland Lebensfrage. Oie Unterdrückung der Deutschen in polen. B r o m b e r g, 9. Jan. (WTB.) Vor dem Brvm- berger Landgericht standen heute als Angeklagte der deutsche Lehrer Kopp und der Diakonanwärter Reinsberger, die beschuldigt werden, unberechtigterweise deutschen Kindern Unterricht erteilt zu haben. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: In Orten, in denen deutsche Kinderevan- gelischer Konfession polnische Schu- l e n besuchen müssen, wird durch Lehrkräfte, die vom evangelischen Konsistorium eingesetzt sind, den Kindern das Verständnis zum Lesen der Bibel und des Gesangbuches beigebracht. Dazu ist eine Bibel vom Konsistorium herausgegeben worden, die den Kindern die elementaren Grundlagen zum Lesen der gotischen Schrift beibringt. Daneben wird Kindern G o t t e s d i e n st erteilt. Der Starost. im Kreise Schubin hat nun auf Grund einer besonderen Verfügung zwei dieser Lehrer in Strafe genommen, und die untere Instanz hat sie zu Haft st rasen von je 14 Tagen verurteilt. Wenn dieses Urteil vom Gericht als letzte Instanz bestätigt würde, ist damit praktisch den evangelischen deutschen Kindern jede Möglichkeit genommen, in Zukunft noch die Bibel und das Gesangbuch in deutscher Sprache zu lesen. Das käme also in vielen Orten einer vollständigen Verhinderung des Religionsunterrichtes gleich. Paris, 9. Ian. (WTB.) Wie Havas aus Madrid meldet, hat der spanische In- nenminifter heute nachmittag der Presse erklärt, dah die Regierung bereits am Samstag von ' einem anarchistischen Komplott Kenntnis gehabt habe. Sie habe sofort überall hin Anweisung zu Vorsichtsmaßnahmen telegraphiert. äleberall seien die Regierungsanweisungen rechtzeitig eingetroffen und erfolgre'.ch und wirkungsvoll befolgt worden. Rur in Ler'.da habe man das Telegramm nicht schnell genug entziffern können, und deshalb sei es dort zu ernsten Zusammenstößen gekommen. In Barcelona ist die Arbeit überall wieder ausgenommen worden. 3nSge,amt wurden 47 Personen verhaftet; 26ö Bom- ben, 26 Revolver und ein groher Munitionsvorrat sind beschlagnahmt worden. Polizei und Militär beherrschen die Lage. Madrid, 9. Ian. (TU.) W:e das . amtliche Montagsblatt berichtet, haben d.e Syndikalisten auch in den beiden vor Madrid liegenden Militärlag ernCuatroDr en - tos und Carabanches versucht, sich m den Europa und die well leiden heule nicht nur unter dem Krieg, sie leiden unter den Friedensverträgen, die die Kriegsfotgen nicht beseitigt haben, die vielmehr selbst Wurzel des Unheils kann Der Vorsitzende des Reichsverbandes Deutscher Waldbesitzerverbände hat an den Herrn Reichskanzler v. «chleicher einen Brief gerichtet, m dem ns u. a. heißt: An der Wende zweier schicksals- chwerer Jahre gestatte ich mir, den Dank des deut- chen Kommunal- und Privatwaldes dafür auszu- prechen, daß die Reichsregierung im verflossenen Jahre der Waldwirtschaft erhöhte Aufmerksamkeit zuwandte und begonnen hat, die Fehler allzu langer Vernachlässigung der viertgrößten deutschen Urproduktion zu beseitigen. Bei der Tatsache, dah heute — selbst bei einer kaum die Rentabilitätsgrenze erreichenden Preislage — der fünfte Teil der normalen deutschen Holzproduktion unabsetzbar ist, wird dem Schutze der deutschen Waldwirtschaft bei den im kommenden Jahre zu erwartenden Handelsvertragsverhandlungen eine entscheidende Bedeutung zufallen. Bei aller volkswirt- chaftlichen Notwendigkeit deutscher Exportförderung ist die deutsche Waldwirtschaft ohne die Gefahr völliger Vernichtung nicht mehr in der Lage, die Folgen einer auf ihre Kosten geförderten Ausfuhr zu tragen. Da ferner durch Absperrungsmaßnahmen des Auslandes insbesondere die wertvollen Holzüberschußgebiete des deutschen Südens sich ihrer natürlichen Absatzgebiete beraubt sehen, wird nur stärkere Wiedererschließung dieser Aussuhrmöglichkeiten eine Entspannung des deutschen Holzmarktes versprechen und sich gleichzeitig günstig auf die deutsche Handelsbilanz auswirken können. Bei den Bemühungen osteuropäischer Holzüberschußgebiete um die Gewinnung des europäischen Holzmarktes dürfte dieser Frage erhöhte Bedeutung zukommen. Friedrich der Große und die Medizin. Einen interessanten Beitrag zum Charakterbilde des großen Königs liefert Dr. Vorwahl in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift', indem er seine Stellung zur Medizin seiner Zeit behandelt. Schon mit 35 Iahrcn hatte der König einen Schlaganfall erlitten, von dessen Folgen er sich zwar bald erholte, aber bereits vier Iahre nach seinem Regierungsantritt mußte er wegen drohender Gicht in das Bad Pyrmont reisen, und die Gicht wurde neben einem Hämorrhoidalleiden der Plagegeist seines Lebens. Er beschäftigte sich daher sehr viel mit seinen körperlichen Beschwerden und mit den Heilmitteln dagegen; in seinen vertrauten Driesen an seinen Kammerdiener Fre- dersdorsf spricht er häufig von seinem körperlichen Zustand wie er auch rege Anteilnahme an der Krankheit des Briefempfängers nimmt. Diesem gegenüber zeigt er sich gern als ärztlichen Sachverständigen, und das Merkwürdige ist, dah der große König zwar immer wieder vor Quacksalberei warnt, dabei aber selbst, wie die einzelnen Aeuße- rungen zeigen, durchaus nicht frei davon gewesen ist. Er betont. „Ich verstehe mehr von anatho- mie und Medizin wie Du", und er macht dabei seinem Aerger „über die Doktors" Luft, die ihm nicht helfen können. Aber er war für seine Per- Oer Jahrestag von Versailles Aufruf des Arbeitsausschusses deutscher Verbände. -a Denkschrift, auf deutscher Seite in der Reichs- >ag -rede Cunos am 13. Januar offen ausgespro- ü.en 11-3 ist die Politik, die am erfolgreichsten Lud- iviq XIV und Napoleon L, die nicht minder deutlich, aber uud) andere Gewalthaber Frankreichs bis auf den henaqen Tag betrieben haben." Da Deutschland a'.io die wirtschaftliche, aus der Stockung der Re- varation Zahlungen abgeleitete Ursache nicht als rechtlich begründet anerkennen wollte, da es vielmehr in dem gesamten RuhrkonfUkt eine rein und ausschließlich politische Maßnahme erblickte, organisierte es die Politik des passiven W i d e r st andes gegen diesen juristisch iinhalt- baren Uebergriff. Die Arbeitermassen des Ruhrgebietes traten in ihre berühmte passive Resistenz, die sie bis zum September 1923 durchhielten, unterstützt von den Gewerkschaften, die nach Kräften für Lohnregelung sorgten. Trotzdem war der Wider- fon ein schwieriger Patient, er liebte sehr scharfe Gerichte und schwere Gewürze, die er oft genug mit Magen- und Darmbeschwerden bür>en muhte. Um so mehr zeigte er sich aber Fredersdorfs gegenüber als gestrenger Doktor und behauptete: ..Ich .habe mir So vihl mühr gegeben Deine krankheit auszustudieren und glaube, daß ich sie nuhn recht guht fene.“ Bor allem verordnet er seinerseits dem Patienten strengste Diät und rat ihm: „Des Morgens den Schweih abzuwarten und Solchen zu befördern, darnach keine untrer- thauliche oder saltzige Speisen zu essen, keine fremde Medizin, noch injektions oder bougis sie mögen nahmen haben wie sie wollen! Auffallend ist ein astrologischer Einschlag in den medizinischen Anschauungen Friedrichs, indem er von den Ha- morrhoidal-Krämpsen und Störungen in der Blase erklärt: „Ich habe observieret, daß es die andere monathe auch wohl den 14. wiedergekommen ist, also bitte ich dich, nimm dir in alle Stücke bis den 15. in acht!" Der König rät zur Benutzung des Heiltranls „Tissane" und schickt auch einmal „ein Rares Cliksihr, das von Teofrasten Parahel- sio komt, welches mihr und alle, die davon genommen haben, wunder gethan hat". Ferner werden „resolvirende Mittel" und Milchbäder ver- ordnet, „die aber beileibe nicht zu warm s^indt . Bei akuten Anfällen soll entweder geschröpft oder eine älnze zur Ader gelassen werden und Friedrich berichtet zugleich, daß die englische Medizin ihm „viel Echmertzen an die Oerter wacht, wo die Geschwirr sein". Aber er findet, daß sie die Materie mehr als sonst treibet!" Wie der Kömg sich trotz aller Aufgeklärtheit auf Goldmacherversuche eingelassen hat, so ließ er sich von seiner Schwester berichten, daß durch eine Sympathiekur einer einfachen Bauersfrau jemand gerettet sei die ihn aus der Entfernung besprach. Mit diesem Mystizismus kontrastiert wieder ein ausgesprochener Zynismus, der sich sonst als Grundton Friedrichs solchen Dingen gegenüber findet. Eine gesunde Derbheit hielt ihm auch die Augen offen, so daß er Simulation unschwer entlarvte, so als der Page von Pirch „Lungenblut spieh", daß er vorher in einer Blase in den Mund genommen hatte. Der König aber sagte auf den Krankenbericht: „Der Pirch ist ein leichtfertiger Bogel, laß' er sich von dem doch nichts Weihmachen! Trotz gelegentlicher Spöttereien hatte Friednch aber großes Vertrauen zu seinem Leibarzt Dr. Cothenius, den er in seinen Briefen als .unfern AeÄulap" feiert und achtet. erste Satz, nur in seinem Seitenthema weicheren Regungen nachspürend. Dem durch Synkopen gekennzeichneten Andantethema gewinnt Brahms in einer Variationenfolge neue typische Wesensfeiten ab. Das Scherzo geistert spukhaft erregt- umso gefestigter entfaltet sich das Trio in feiner Gegensätzlichkeit. Das Finale (Allegro giocoso) erwächst aus der Mezza voce und wird zu einem klaren Zeugnis mannhafter Lebensbejahung. Den Grundton dieses Werkes und seiner inneren Artikulierung trafen die Würzburger mit überzeugender Sicherheit. Die Führung lag im Klavier; das mochte durchaus Brahrns- fcher Absicht entsprechen; jedoch wurden die Streicher zu oft durch den Flügelpart klanglich überschattet. Verschiedentlich wurden die vorgeschriebenen dynamischen Bezeichnungen zu stark wiedergegeben. Das Finale wäre in seiner Auswirkung noch viel eindringlicher gewesen, wenn man der Vorschrift molto piano e mezza voce gefolgt wäre und nicht mit einem Mezzoforte, das sich stark einem Forte näherte, begonnen hätte. Aus den Brahms folgte ein Klaviertrio von Iacques Iean Baptist Loeillet, einem 1653 in Gent gebotenen Flötisten und Klavicrvirtuosen, der nach vorübergehender Wir.samkeit in Paris 1705 nach London übersiedelte, dort in das Hay- market-Opernorchefter eintrat und von 1710 ab in seinem Hause regelmäßig wöchentlich Konzerte veranstaltete, in denen er besonders für die Instrumentalwerke Eorellis eintrat. Bon ihm sind u. a. auch eine Reihe von Trio-Sonaten für zwei Violinen, für zwei Flöten und für Flöte und Oboe mit beziffertem Baß bekannt. Die Trio- Sonate in b-Moll ist also durchaus als ein Barockwerk anzusprechen; die einzelnen Sähe ließen das auch in ihrer musikalischen und stilistischen Eigenart erkennen, die Ausführenden boten es aber in einer Form dar, die völlig moderner musikalischer Auffassung folgte, und damit ging der typische Grundcharakter dieses Werkes fall Völlig verloren. Der ausübende Musiker soll bei weitem kein Musikhistoriker sein, aber im Interesse der Hörer und des Werkes kann man nicht von der berechtigten Forderung absehen, daß auch er sich die Grundsätze der Aufführungs- Praxis der Musik aus früheren Epochen, über die man im Lause der Iahre hinlängliche Klarheit gewonnen hat, zu eigen macht und berücksichtigt. Im vorliegenden Falle war die Durchführung des basso continuo viel zu stark, klanglich zu massig und aufdringlich. (Man Pflegt heutzutage diesen Part, wenn irgend möglich, wieder dem Cembalo zuzuweisen.) Die melodische Artikulation und die thematische Durcharbeitung Gießener Konzertverein. IV.Konzert: Das Aicher-Trio. Im Gegensatz zu der verhältnismäßig großen Zahl von Streichquartetten haben wir zur Zeit in Deutschland nur wenige namhafte Triovereinigungen. Um so mehr war es zu begrüßen, daß durch die Verpflichtung des Zilcher-Trios aus Würzburg Einblicke in das bedeutungsvolle Gebiet des Klaoiertrios gegeben wurden. Die Würzburger, ein jeder Konferoatoriumsprofeffor In feinem Fach, erwiesen sich als starke Musikernaturen, frei von akademischer Einseitigkeit, die durch die Ursprünglichkeit, Naturhaftigkeit und Frische ihres musikalischen Impulses überzeugten. Energiegebunden, mit starkem Aufschwung ließen sie musikalisch-klangliche Steigerungen ins Grandiose sich auswachsen, dabei durch eine seltene, fast orchestrale Klangfülle überraschend. Immer wieder konnte man ein starkes musikalisches Temperament bei allen dreien feftstellen, das gezügelt wurde durch ein gesundes musikalisches Empfinden. Dem pompösen Forteklang gegenüber fielen die feineren dynamischen Grade hinsichtlich der plastischen Ausgeprägtheit merklich ab; gerade hier wäre dem Ton zwar nicht größere Klangkraft, aber mehr Tragfähigkeit zu wünschen gewesen. Die Gestaltungsfähigkeit des Zilcher-Trios war fast durchgehend derart von rein persönlichen Akzenten betont, jo daß das Typische der einzelnen Komponistenpersönlichkeit vor der persönlich gefärbten Interpretation zeitweilig etwas zurückgedrängt erschien; eine Tatsache, die in unserer auf nüchterne Sachlichkeit hinzielenden Zeittendenz durchaus erfreulich berührt, der man aber in Hinsicht auf das innere geistige Gesetz jedes einzelnen Kunstwerkes doch eine wesentliche Einschränkung zuteil werden lassen könnte. Am nächsten lag den Würzburgern wohl das I-Dur-Trio op. 87 von Johannes B r a h m s; ein Werk, dem man verhältnismäßig nicht sehr häufig im Konzertsaal begegnet, obwohl es gerade den Meister auf der Höhe schaffenden Könnens zeigt, wo das Schaffen im Geiste der Form, nicht aber das Gestalten der Form allein, dem Werk das innere, überzeitliche Leben gibt. Das Trio erscheint zunächst dem Hörer nicht besonders eingängig; ja, eine gewisse Sprödigkeit mag manchen davon zurückhalten; aber je intensiver man sich mit ihm befaßt, um so mehr wird man überall stärkste Eindrücke Brahms - scher Eigenart erkennen, in scharf gemeißelter, plastischer Profilierung. Don starker Energie erfüllt, mit scharfer rhythmischer Markierung gibt sich der Besitz der Kasernen und des Militärflugplatzes zu setzen. Der Angriff konnte aber abgeschlagen werden. Die Kommunisten hatten zwei Tote. In B a r c e l o n a ist es in den Morgenstunden derPolizei im Verein mit dem Militär gelungen, die Ruhe und Ordnung wieder herzu st eilen. Auch die Aufstandsversuche in den Barcelona vorgelagerten Industrieorten konnten niedergeschlagen werden. Im allgemeinen scheint zu dieser Stunde die Ordnung im ganzen Lande wiederhergestellt zu sein. Starke Polizeiaufgebote sind in allen in Betracht kommenden Städten, auch in Madrid, als Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt. Bisher 30 Todesopfer? Paris, 10. Ian. (WTB. Funkspruch) Rach einer HavgImeldung aus Madrid soll sich die Zahl der bei den älnruhenumsLeben gekommenen Personen auf mehr als 3 0, die der Verletzten auf 50 belaufen. Die Bewegung g:ht von dem anarchisch eingestellten Syndikalismus aus, der der Feind eines jeden Staates sei und der gegen die sozialistischen Arbeiterverbände kämpfe, die nach seiner Ansicht die Zu- sammenarbeit mit dem Staat vertreten. Die Be- Da die Konkurrenzfähigkeit des Auslandholzes weitgehend dadurch bedingt ist, daß der deutschen Preisgestaltung infolge überhöhter A b - gaben eine untere Grenze gesetzt ist, kann eine Besserung deutscher Absatzverhältnisse nur durch entschiedene und weitgehende Entlastung von Steuern erhofft werden, welche dem deutschen Waldbesitz unter Voraussetzung einer Heu t e n i ch t mehr bestehenden Rentabilität auferlegt wurden. Es erscheint jedenfalls volkswirtschaftlich auf die Dauer untragbar, daß einerseits das durch Abgaben überlastete deutsche Holz verbilligten Auslandsangeboten weichen muß und daß andererseits in der Folge sich Reich und Länder gezwungen sehen, dem durch Absatzmangel unrentabel gewordenen deutschen Waldbesitz die Steuern zu erlassen. Im Kampf um die Existenzerhaltung des deutschen Waldes haben sich endlich Wissenschaft und Erfindergeist bemüht, neue Wege zur Verwertung deutscher Holzprodukion zu er- chließen und — auch volkswirtschaftlich bedeutungsvolle — Aussichten zu eröffnen. Bei der Lage des deutschen Kapitalmarktes scheinen aber die Auswertungen dieser Möglichkeiten ohne weitgehende Unterstützung der Reichsregierung unmöglich, und erhoffen wir nicht nur eine ftärtere finanzielle Unter st ützung der Forschung an sich, sondern auch eine Absatzsicherung bereits auswertungsfähiger Produktionsmöglichkeiten. stand einiger nationaler Aktivisten unausbleiblich — der seinerseits zahlreiche blutige Maßnahmen im Ruhrgebiet heraufbeschwor, fo daß während fast eines ganzen Jahres eine breite Blutspur die Terrormaßnahmen der französischen und belgischen Truppen kennzeichnete. Wir wissen, daß dieser pafstve Widerstand im Herbst erfolglos abgebrochen werden mußte. Wie wissen, daß die Kampffront gegen einen anderen Feind, d i e Separatistenbanden, im Innern des Ruhrgebiets noch monatelang bestehen blieb. Was aber ebenfalls nicht aus unserem Gedächtnis entschwunden ist, das ist die Disziplin und der unerschütterliche Kampf einer ganzen Provinz gegen die brutalen Maßnahmen der fremden Truppen, ein Kampf, dessen heute mit größter Hochachtung gedacht werden muß. toegung selbst habe sich nur auf die Städte B a r - cclona, Lerida und Madrid beschrankt, und zwar sei sie in Madrid selbst am wenigsten stark zum Ausbruch gekommen. 80 Prozent landwirtschaftliche Minusbetriebe in Ostpreußen. Berlin, 9. Jan. (TU.) Auf einer Sitzung des Vereins heimattreuer Ost- und Westpreußen in Berlin hielt der Präsident des Deutschen Landwirtschaftsrates, Dr. Brandes, am Montag einen Vortrag über die Lage der Landwirtschaft in Ostpreußen. Rach den bis jetzt vorliegenden Abschlüssen für das Wirtschaftsjahr 1931/32 haben nur 20 v. h. der landwirlfchaftächen Betriebe Ostpreußens ihre Zinsen und sonstigen Ausgaben aus den Einnahmen bezahlen können, 80 v. £). sind dazu nicht mehr in der Lage gewesen. Hieraus folgt, daß der bisher beschrittene Weg individueller Hilfe nicht zum Ziele führt. Es wäre verfehlt, aus diesem Versagen der Osthilfe zu folgern, daß man jetzt mit ihr sofort abbrechen müßte. Nachdem man einmal damit an- gefangen hat, bleibt nur übrig, daß möglich st schnell die einmal begonnene Arbeit auch zu Ende geführt wird. Der hohe Prozentsatz von 8 0 v. H. M i n u 5 b e t r i e b e n zeigt, daß es gene- reUe Ursachen sind, die diese Katastrophe herbeige- führt haben. Generelle Ursachen lassen sich aber nur durch generelle Maßnahmen bekämpfen. Der Kor- r i d o r ist eine der Hauptursachen. Aber er ist nicht die einzige Ursache, denn die generelle Not der Landwirtschaft ist keineswegs auf Ostpreußen allein beschränkt. Die Prozentsätze der Minusbetriebe sind in Ostpreußen aber erheblich höher, als im übrigen Deutschland. Ueberall tritt die Bedeutung des Binnenmarktes und einer in sich möglichst ausgeglichenen volks- wirtschast wieder in den Vordergrund. 90 v. h. der Menschen in Deutschland arbeiten für den Binnenmarkt, nur 10 v. h. für den Export. So ist der Kampf um die Revision der bensoerträge gleichzeitig ein Kampf Neuordnung Europas. Das neue, Europa kann nur durch gleichberechtigte Völker geschaffen werden. In diesem Sinne wird der Arbeitsausschuß deutscher Verbände seinen Kampf gegen die Kriegsschuldlüge, für die Revision und für die Gleichberechtigung Diese Fragen sind auch für Ostpreußen und feine _tcls,|U)UUIl|„cl4Ut Mllv v_ u„,____________.. Zukunft die lebenswichtigen. Von ihrer Beantwor- evangelischen Konsistoriums hing hängt das Schicksal der Provinz ab. Deutsch- | u u 1 land muß Ostpreußen erhalten, denn die sen geladen werden. * * HS w* entlad grix au viele deritausenoe Hunderttaus« .bieg 3m A Cdbft' Kann das durch die Dei verden, so l( radengräber, Gräber folfa Gruß aus de Die für des unbefam für das Opsi Kameratengr seren Gefalle erweisen toolk der Gcmeinsch gemeinsamen Dir bitten Vie in den Dc schmüftung der kpcnden für Kameraden we bände, oder a bundes Deuts-t; [in NW l D .Saminelgräbei ” Stäbti rung. Aus i s Försterei Hu DrennholMs: Preise erzielt : meter 8,SO T Eichenscheiter 1. Kl. 10,00 7 knüppel 4.201 knüppel 3,50 ter lang) 5,5( Eschenreisig 1 3. KI. 13,00 Q " Der 2 Zweigver Gin Seit einigen Deutschland nc Junge ist arb Menschen zwisc In ihrer Kind! Krieges und d- machen es ihr i sie hungert! Diese Jugend die Heiteren ni Reichspräsj *_un9 haben d Jiotmert de ™i™, damit jhi "Eigen gerne Semeinfinn ui Beoölterung | Wirten, ui Üch Und geiff Jü[ Vberh Men mit bi (Es fte| ^Dienst dies Pn°oile und S'Ä ^ch"en, die t !'ch eine kr ^Een sollen osientlichen Ai 1,08 Aotwer! *,B a"e ”nö Wunder tzs- •teä ?-Z to««* h; i’J^erb 8°/Mrung- ®ie e! Q?n( fi S : Frau 5 "“Sw k. bezi, SÄ’ Am fe ^°lzes erUlfc \9 Don deutschen nick» lal auf- D°ltsnjirtr ^ol4 D?r: > U"d dah -ander g° unrentabel irn Zu er: ’Ndjen P Trsin- ßettotr, 'n. et: ^Oiutungz- r N des '« Auswer- °hende Un. ch. und er- ! l'inan: chung fln rungbe: Produk. ur für Off. nsfrage. 19 )len. dem Brom- Angellagle fonanmärter rden, unbe- 11 Unterliegt folgender evan- che Echu- hckiäsle, die etzt find, den der Bibel cht. Dazu ift gegeben wvr- 1 Grundlagen ingt. Daneben t. Der Ttaroft 'und einer derer in Strafe I hat fie zu en verurteilt, letzte Lnstanz en eoange: >e Möglichkeit ief und das che zu ttftn. vvMndigen onsunter- Aus -er provinzialhauptsta-i. Schmückt die Kriegsgräber am Bockstrauertag 1933! Der Zeitschrift „Kriegsgräbersürsorge" (Mitteilungen und Berichte vom Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. 03.) entnehmen wir folgenden Ausruf: „Am Dolkstrauertage stehen wir in ernster De- sinnung und stiller Einkehr vor den schlichten Kreuzen, die sich wie ein Wall rings um unser Vaterland ziehen. Mit sehnsüchtigem Herzen wandern die Gedanken über die deutschen Grenzen zu dem Fleckchen Erde, das den Sohn oder den Vater, den Geliebten oder den Bruder birgt. Es entspricht deutschem Wesen, diese Stätten am Dolkstrauertag zu schmücken. Wie die Gräber in der Heimat sollen auch die Stätten in fremder Erde an diesem Tage ein Zeichen dankbarer Liebe tragen. Viele Gräber aber suchen wir vergebens! Hunderttausende sind aufgegangen im Sammelgrab. Hunderttausende sind unbekannt. „Sie gaben nicht Blut und Leben nur, 3m Ringen — im blutigen, großen — Selbst ihres Romens schlichte Spur Hat verschlungen des Krieges Tosen —" Kann das Cinzelgrab von den Angehörigen durch die Vermittlung des Dolksbundes geschmückt werden, so soll für die Sammelgraber, die Kameradengräber, die Allgemeinheit sorgen. Auch diese Gräber sollen am deutschen Dolkstrauertag einen Gruß aus der Heimat erhalten. Helft uns dazul Wie für die anderen Völker das „Grabmal des unbekannten Soldaten" Symbol des Dankes für das Opfer ihrer Toten ist, sind für uns die Kameradengräber die Stätten, an denen wir unseren Gefallenen die ihnen gebührende Ehrung erweisen wollen. Das Kameradengrab ist Sinnbild der Gemeinschaft im Tode, Sinnbild der großen gemeinsamen Vaterlandsliebe unserer Brüder. Wir bitten für den kommenden Dolkstrauertag Die in den Dorjahren um Spenden für die Ausschmückung der vielen großen Kameradengräber!" Spenden für die Ausschmückung der Gräber der Kameraden werden an die Ortsgruppen und Der- bände, oder auf das Postscheckkonto des Dolks- bundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. D. Berlin NW 7, Rr. 816 48 unter der Bezeichnung .Sammelgräberschmuck" erbeten. ** Städtische Drennholzversteige- r un g. Aus den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Hochwart, wurden bei der gestrigen Drennholzversteigerung im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 1. Klasse pro Raummeter 8,80 Mk., Buchenscheiter 2. Kl 6,00 Mk., Eichenscheiter 1. Kl. 6,60 Mk., Duchennuhscheiter 1. Kl. 10,00 Mk., Duchenknüppel 6,00 Mk., Eichen- tnüppel 4,20 Mk., Eschen knüppel 6,00 Mk., Fichtenknüppel 3,50 Mk., Fichtenknüppel 2. Kl. (3 Meier lang) 5,50 Mk., Buchenstöcke 5,00 Mk. p. Rm., Eschenreisig 1. Kl. 3,00 Mk. p. Rm., Duchenreisig 3. Kl. 13,00 Mk. per 100 Wellen. ** Der Dogelsberger Höhen-Club, Zweigverein Gießen, der in diesem Jahre auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken kann, hielt am Freitagabend bei gutem Besuch im Der- einsheim, Hotel Hopseld, seine ordentliche Haupt- Versammlung ab. Rach dem vom 1. Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht betrug der Mitglieder, stand am Schlüsse des Dereinsjahres rund 200. Der beiden durch Tod abgegangenen Dereins- mitglieder wurde ehrend gedacht. Die Wandertätigleit war recht lebhaft, wenn sie auch hinter der des Dorjahres etwas zurückblieb. Mehrere Vorträge im Laufe des Jahres belebten die innere Vereinstätigkeit. Recht rege war nach dem Bericht des Wandermeisters die Tätigkeit des Wegcbezeichnungsausschusses (WBA.). Dank günstiger Witterungsverhältnisse konnten diese Ar- be.ten im Dienste der Allgemeinheit flott ausgeführt und das Wegebezeichnungsnetz um Gießen größtenteils au^gefrischt bzw. erneuert wer- den. Der vom Rechner erstattete Ka^enbericht ergab ein günstiges Bild der Dereinssinanzen. Die Dorstandsämter blieben, mit einer Aenderung, in den Händen der seitherigen Inhaber. Der gegenwärtigen Rotzeit Rechnung tragend, wurde der Dereinsbeitrag von 6,00 auf 4,50 Mark ge- senkt. — Abweichend von der seitherigen Gepflogenheit, die Auszeichnung der fleißigen Wanderer anläßlich des alljährlichen Stiftungsfestes vorzunehmen, erfolgte diesmal der feierliche Akt im Anschluß an die Ianuarwanderung. Diese Wanderung führte am Sonntag, trotz Rebel und leichtem Regen, bei einer Beteiligung von über 60 Personen den Alten Steinbacher Weg entlang zur ersten Rast nach Steinbach und weiter über Oppenrod zum Endziel Großen-Buseck. 3m schön hergerichteten Saale der „Germani-a" wurde die Schlußrast abgehalten, die bei frohem Sang und Klang, sowie Tanz recht stimmungsvoll verlief. Einen breiten Raum nahmen die Auszeichnungen ein, die vom Wandermeister und einer DHE.-Schwester, begleitet von sinnigen Wanderlprüchen, an 19 Wanderer verliehen werden konnten. ** Feuerbestattung a l s letzter Wille. Dielfach müssen Angehörige Derstor- bener, die bei den Polizeibehörden die Genehmi» flung zur Vornahme der Feuerbestattung erbitten, abgewiesen werden, weil die gesetzlichen Voraussetzungen zur Feuerbestattung nicht erfüllt sind. Zur Genehmigung sind nämlich nach dem Feuerbestattungsgesetz folgende Unterlagen bei- xubringen: Amtliche Slerbeurkunde, amtsärztliche Bescheinigung über die Todesursache, Rach weis, daß der Verstorbene die Feuerbestattung feiner Leiche selbst angeordnet hat. Bescheinigung der Ortspolizeibehörde des Sterbeorts oder letzten Wohnortes des Verstorbenen, daß keine Bedenken gegen die Feuerbestattung bestehen. Der Rach- weis, daß der Verstorbene die Feuerbestattung selbst angeordnet hat, kann erbracht werden durch die lehtwillige Verfügung des Verstorbenen, die von einer zur Führung eines öffentlichen Siegels berechtigten Person als in ihrer Gegenwart abgegeben beurkundet ist. Letztwillige Verfügungen können nur berücksichtigt werden, wenn sie die g.fehlich vorgeschriebene Form (§ 2231 DGB.) haben. Lugend in Not!—Helft sie lindern! Ein beherzigenswerter Aufruf. — Gebt alle in Stadt und Land! es zunächst zu n Kinder selbst en sollen. Die x bei dein bis- ; worden feien ch hätten. Zu I) der polnische > deutsche Kon- niums in Po° die sehr scharfe c er oft genug i buhen mußte. Udersdorfs W nd behauptete, gegeben b-d°h>»s« t verordnet er , §jät und rat ist abzulvarten h keine mwer- u essen, taj« der bvWs. I'J Lammen >?• SL > Ferner wer L« Die der^ c l^2>athie' eine s^er;ttct jemand Z- tÄW s°E findet- gegeE Lugen spieh ■ de"^n5< Seit einigen Jahren zählt die Arbeitslosigkeit in Deutschland nach Millionen. Jeder sechste deutsche Junge ist arbeitslos, lieber eine Million junger Menschen zwischen 18 und 25 Jahren muß feiern. In ihrer Kindheit hat diese Jugend die Nöte des Krieges und der Inflation kennengelernt, und jetzt machen es ihr die Umstände unmöglich, zu arbeiten. Sie hungert! Diele Jugend befindet sich in einer Notlage, die t>ie weiteren nicht kennengelernt haben. Der Herr Reichspräsident und die Reichsregie- ru n g haben deshalb am 24. Dezember 1932 zum Rotwerk der deutschen Jugend aufge- rufen, damit ihr durch die Vereinigung aller Gutwilligen gemeinsam geholfen wird. Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft aller Teile der Bevölkerung sollen in diesem Rotwcrk zusammenwirken, um die arbeitslose Jugend körperlich und geistig gesund und lebenstüchtig zu erhalten. Für Oberhessen ist das Arbeitsamt Kießen mit der Durchführung des Notwerkes beauftragt. Es stellt seine gesamten Einrichtungen in l»m Dienst dieses Hilfswerks und sorgt für eine svanvolle und zweckentsprechende Verwendung der jur das Notwerk zur Verfügung gestellten Mittel. Rach den bisherigen Anmeldungen ist mit rund 20 00 arbeitslosen Jugendlichen zu nchnen, die täglich beruflich, geistig und sportlich betreut werden müssen, und die täglich eine kräftige warme Mahlzeit erhalt e n sollen. Die hierfür zur Verfügung stehenden oissentlichen Mittel sind so gering, daß das Rotwerk nur durchgeführt werden kann, wenn alle nach ihren Kräften zur Ertüchtigung und Gesunderhaltung unserer Jugend beitragen. deshalb haben sich alle oberhessischen Körper- schäften, Jugend- und Wohlfahrtsbehörden, Berufs- jchulen, Lehranstalten, karitative, freie Wohlfahrts- mb Jugendpflege-Vereinigungen, die Winterhilfe, Geistlichkeit und Lehrerschaft und die Berufsver- bunöe und Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur gemeinsamen Hilfe im Notwerk vereinigt. Es wurde ein Arbeitsausschuß gebildet, d> m angehören: Syndikus Münch, Gießen, Vor- fisenber; Gewerbeschulrat Dr. Bünnings, Gießt n: Regierungsrat Grein, Gießen: Pfarrer Kornmann, Laubach: Geschäftsführer Ottilie, Gießen: Frau Dr. Seid, Gießen: cand. theol. Seipp, Gießen: Fabrikant Pfeiffer, Wetzlar; £r. Bues, Gießen. Das Jugend-Rotwerk wird in Oberhessen bezirksweise durchgeführt. Für die einzelnen Nebenstellenbezirke des Art' ätsamts find Küchen- und Kontroll- Lommissionen gebildet, für die den Vorsitz I übernommen Haden für die Arbeitsamtsmeldebezirke Alsfeld: Bürgermeister Dr. Völsing, Altenstadt: Bürgermeister Wagner, Bad-Nauheim: Beigeordneter Kling, Büdingen: Bürgermeister Dieme r, Butzbach: Bürgermeister Dr. Scheller, Friedberg: Beigeordneter Dr. Leuchtgens, Gedern: Bürgermeister Müller, Gießen: Bürgermeister Dr. Seid, Grünberg: Bürgermeister Dr. Mildner, Homberg: Bürgermeister Schweiker, Köddingen: Bürgermeister Rühl, Lauterbach: Bürgermeister Walz, Lich: Bürgermeister Geil, Londorf: Bürgermeister: Aumann, Nidda: Bürgermeister Rull mann, Okarben: Bürgermeister Kuhwede, Ruhlkirchen: Pfarrer Becker le, Schotten: Bürgermeister Menge!. Der Arbeitsausschuß wendet sich an alle fireife der Bevölkerung mit der Bitte, das Rotwerk der deutschen Jugend zu unterstützen. Geldspenden erbeten auf das Postscheck-Konto Nr. 55 047 Frankfurt a. 3)1., Notwerk der deutschen Jugend, oder unmittelbar an das Arbeitsamt Gießen (Notwerk), lieber Zuwendungen von Naturalien für die rund 20 Küchen, die in den nächsten Tagen eingerichtet werden müssen, nehmen Mitteilungen entgegen: Arbeitsamt Gießen, Fernsprecher 2647—49 und die obengenannten Vorsitzenden der Küchen- und Kontroll-Kommissionen. Für Abholung der Naturalspenden wird Sorge getragen. Schnelle Hilfe tut not, denn es warten in Oberhessen 2000 Jugendliche auf die Verwirklichung des Rotwerkes. Zur Hilfe bereit! Unter dem Vorsitz des Direktors des Arbeitsamts Gießen, Regierungsrat Dr. B u e s , fand auf dessen Einladung gestern vormittag eine sehr zahlreich besuchte 'Versammlung im Studentenhaus statt, die der Ingangsetzung des Notwerkes galt. Zu den Verhandlungen waren Vertreter der Kreisämter, zahlreiche Bürgermeister, Geistliche aller Konfessionen, Vertreter von Verbänden, Bünden, Gewerkschaften und Vereinen, Mitarbeiter bei der Betreuung im freiwilligen Arbeitsdienst aus allen Gegenden der Provinz Ober- Hessen usw. erschienen, ferner die Vertreter der Gießener Presse zugegen. Regierungsrat Dr. B u e s leitete die Beratungen mit einem aufschlußreichen und richtungweisenden Vortrag über den Sinn und Zweck des Notwerke ' ein. Seine Ausführungen, die sich inhaltlich mit dem vorstehenden Aufruf deckten, waren ein starker, eindringlicher Appell an alle zur Mithilfe bei der Bekämpfung der Rot der deutschen Jugend. Er erläuterte die zur Durchführung des Notwerks in Oberhessen geplanten hauptsächlichsten Maßnahmen in überzeugender Weise und rief Stadt und Land zu Spenden fürdieses Werk an unserer Jugend auf. Dabei wurde nicht verkannt, daß die Pot überall, besonders auch auf dem Lande, schon lange stark fühlbar geworden ist, es wurde auch nicht außer Acht gelassen, daß bisher schon viel an Spenden für hilfsbedürftige aufgebracht wurde: aber es wurde doch der Ueber- zeugung Ausdruck gegeben, daß gerade für die notleidende Jugend noch immer Hilfsbereitschaft vorhanden sein werde. Der Mahnruf Dr. B u e s' fand in der Versammlung erfreulicherweise allgemein verständnisvolle Aufnahme. In der Aussprache — es beteiligten sich daran Beigeordneter Dr. Leuchtgens (Friedberg), Beigeordneter Kling (Bad-Nauheim), Fabrikant Arthur Pfeiffer (Wetzlar) als Vertreter der Deutschen Turnerschaft, Dekan Vogel (Bruchenbrücken) und Bürgermeister Dr. Schel- l e r (Butzbach) — kam unter voller Zustimmung der ganzen Versammlung die vorbehaltlose Bereitschaft zur Mitarbeit zum Ausdruck. Vor allem kommt es jetzt darauf an, möglichst schnell und ausreichend Lebensmittel zur Beköstigung der jungen Leute zu sammeln. Aus diesem Gebiete werden die Küchen- und Kontrollkommissionen sofort in Tätigkeit treten. Wenn diese Arbeit den Erwartungen entspricht, hofft man in 14 Tagen mit der Speisung beginnen zu können, die dann bis etwa Anfang April an dauern soll. Don den Stadtbewohnern werden Geld spenden erwartet. Weiter bestand in der Versammlung volle Uebereinftimmung darin, daß das Rotwerk unter keinen Umstanden einen parteipolitischen Anstrich bekommen darf. Alle Parteigegensätze sollen in dieser Sache zurücktreten und alle Tätigkeit nur aus reinem Idealismus für die deutsche Jugend und nur um der Sache willen geleistet werden. Mit einem anfeuernden Schlußwort des Vorsitzenden des Arbeitsausschusses, Syndikus M und), fan den die Beratungen ihren Abschluß. Anschließend traten der Arbeitsausschuß und die Küchen- und Kontrollkommissionen noch zu internen Besprechungen zusammen. Wilder Billeithandel und Echreibmaschinen-Automat. Unpotifitoer Brief aus der Reichshauptstadt. Brauchen Sie ein Billett? Ein erleuchtetes Theater. Ununterbrochene Auffahrt der Privatautos, der- Taxis — Premiere des neuesten Stückes, des neuesten Films. An der Kasse das große Schild: A u s v e r f a u f t. Viele Menschen, die in letzter Minute noch eine Karte zu ergattern versuchen, müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. Kaum sind sie aber drei Schritte vom Ausgang entfernt, da zerrt sie eine dunkle Gestalt am Aermel in den nächsten Hausflur. „W ollen Sie noch ein Billett?" Natürlich will man ein Billett. Ein teurer Logenplatz, ein Platz in der ersten Reihe — immer her damit, solange man das Geld dazu hat. Beseligt und mit Verspätung stürmt man in den Zuschauerraum. Und über der Freude, doch dem Schauspiel beiwohnen zu können, vergißt man meistens die Tatsache, daß man dieses Billett für beinah den doppelten Preis erstanden hat, als man an der Kaffe hätte bezahlen müssen. Wer war denn der freundliche Herr, der einem sein Billett plötzlich abließ? War es ein Menschenfreund, der sich seine Menschenfreundlichkeit gut bezahlen ließ? War es einer, der an diesem Abend verhindert war und deshalb sein Billett in letzter Minute abgeben mußte? Kein Gedanke! Das war jemand, der diese Menschenfreundlichkeit als Profession ausübt. Er war sozusagen ein berufsmäßiger Verhinderter, der mit seinem Verhindertsein meistens noch eine hübsche Summe Geld verdient. Im Ernst: seit Jahrzehnten floriert vor den Berliner Theatern, den Kinos, den Sporthallen das Gewerbe des wilden Billetthanöels. Es ist ein riskantes Gewerbe, denn in jedes Geschäft muß man im Vornherein Kapital investieren, wenn auch dieses Kapital meistens gute Zinsen trägt (in Form des Aufschlages), so besteht doch für die Billettverkäufer keine Garantie, daß sie sich nicht eines Tages grausam verspekulieren und auf ihren Karten, die sie im Vorverkauf erstanden hatten, fitzenbleiben. Um das Geschäftsrisiko nach Möglichkeit herabzumindern, müssen sie nicht nur eine gute Nase, sondern auch eingehende Sachkenntnis haben. Wo ist etwas los? Welcher Schauspieler ist gegenwärtig der größte Publikumsliebling? Welches Stück zieht? Welcher Boxer ist im Aufstieg begriffen? Welcher Sport ist gerade in Mode? Das alles müssen diese Herren bis ins kleinste Detail beherrschen. Die Stunde ihres Erfolges heißt: Samstag abend. Ihre großen Tage heißen: Weihnachten, Neujahr, Ostern. Ein Sechstagerennen, ein Meisterschaftskampf im Boxen und im Tennis, eine Premiere von Greta Garbo oder Hans Albers sind die Sensationen dieser Welt. Was stört es sie, daß sie alle vorbestraft sind? Was stört es sie, daß die Polizei sie immer wieder schnappt, ihnen eine Geldstrafe bis zu fünfzig Mark, eine Haftstrafe bis zu acht Tagen zudiktiert? Bei Sonne, Regen und Schnee, im tollsten Gedränge, im wüstesten Matsch sind sie immer wieder zu finden. Sie haben nur eine stille Saison. Das ist der Sommer. Im Sommer sitzen sie meistens ihre Strafen ab. Nun ist aber in unserem sattsam bekannten Krisenwinter das Elend aud; über diese wackere Branche hereingebrochen. Ein Theaterstück nach dem anderen fällt durch. Die Leute können sich keine Kunstbegeisterung mehr leisten — am wenigsten einen Enthusiasmus zu hochgeschraubten Preisen. Eine Clique nach der anderen wird brotlos. Das Zeitalter der großen Sensationen, die viel Geld kosten, ist unwiderruflich vorbei, heute nähren sich viele kleine Dunkelmänner noch davon, daß sie Eintrittskarten für Fußballkämpfe für 80 Pfennig im Vorverkauf erstehen, um sie vor der Abendkasse für eine Mark loszuschlagen ... Wert Silben - einen Groschen. Warenhäuser sind kein geruhsamer Aufenthalts ort, am wenigsten in diesen Tagen. Zur Zeit der nie wiederkehrenden Gelegenheiten, zur Zeit der Inventur drängt, schiebt und stößt sich ein Knäuel von Menschen durch alle schmalen Gänge, und kaum zehn Prozent von ihnen sind in der Absicht gekommen, etwas einzukaufen. Groß, dick und satt schweben die Fahrstühle nach oben. „Aufwärts! Zweite Etage: Geschirr, Kinderwäsche, Schreibwaren ..." Ganz hinten, am letzten Ende der letz- ten Abteilung steht dann der Automat, zu dem jeden Tag viele Menschenkinder hinpilgern, einen Groschen, vielleicht den letzten Groschen, in der Faust. „Schreibmaschinenautomat fi^r jedermann! Einhundert Silben zehn Pfennig!" Warum stehen gerade vor diesem Automat so viele Menschen Schlange? Schreibmaschineschreiben ist doch ein Luxus, ein harmloser Luxus, nicht wahr? Nun, um dieses Gedränge ein wenig besser zu verstehen, muß man schon diesen Menschenkindern, die dort mit gebeugtem Rücken vor der Maschine sitzen, über die Schulter schauen. Sind es Liebesbriefe, die sie schreiben? Romane? Lyrische Gedichte? Oder schreiben sie ihr Testament? Langsam, unendlich sorgfältig drücken sie die- Tasten der Maschine herunter. Jede Silbe kostet sie Nachdenken, sie zögern, schreiben weiter, blicken wieder in die Luft. Was ist da nur los? „Ich bin 34 Jahre alt, war bisher nur in ersten Häusern als Buchhalterin angestellt. Kann perfekt stenographieren — 120 Silben in der Minute —, bin auf der Schreibmaschine ausgebildet, verstehe Englisch und doppelte Buchführung. Wenn Ihre Wahl auf mich fiele, würden Sie mich aus meiner drückenden Notlage befreien. Ergebens! ..." Ein Brief, der hundert Silben enthält, und nicht eine einzige mehr, will überlegt fein. Aber schon stehen die nächsten Anwärter da, drängeln, sind ungeduldig. Das Uhrwerk auf der Rückseite der Schreibmaschine schnarrt langsam ab. Nach der hun bertften Silbe wird es dem Menschen, der dort u m eine neue Existenz kämpft, nicht mehr möglich sein, auch nur einen einzigen Buchstaben zu Papier zu bringen. Er muß dann einen neuen Groschen opfern, wenn er noch einen in der Tasche hat ... Buntes Allerlei. Oie iemperamenivolle Schauspielerin. Die berühmte französisch« Schauspielerin Cecile Corel, die eben mit der Direktion der Comedie Fran^aise in einer heftigen Fehde steht, weil diese sie nicht aus dem Kontrakt lassen will, ist zweifellos eine der temperamentvollsten und streitbarsten Damen der Bühne. 3n den letzten Jahren hat sie ihre Bewunderer durch die Umgestaltung ihrer Rase von der römischen zur griechischen Form, durch eine Reise um die Welt, auf der sie das Bett der Du Barry mit sich führte, und durch das Halten eines zahmen Löwen als Haustier überrascht. Sehr schlecht behandelt sie alle Leute, die Bilder von ihr Herstellen. So hat sie einmal einen Photographen, der sie ausgenommen hatte, der Fälschung beschuldigt und ist gegen den Verbreiter des Bildes gerichtlich borgegangen; ein andermal, als sie bei einer Ausstellung eine Karikatur von sich erblickte, war sie so wütend, daß sie sie von der Wand riß und vor aller Öffentlichkeit zerfetzte. Damit leistete sie freilich wider ihren Willen dem Künstler einen guten Dienst, denn er war für Monate der gefeiertste Karikaturenzeichner der ganzen Stadt. Ein sechsbeiniger Frosch. Abnormitäten unter unseren Haustieren, wie z. B. Fohlen, Kälber oder Geflügel mit mehreren Köpfen oder überzähligen Gliedmaßen sind nicht ganz selten. Dabei handelt es sich aber um Tiere, die in den meisten Fällen nicht lebensfähig sind, sondern sehr bald nach der Geburt sterben. Durch eine stärkere Lebensfähigkeit aber zeichnet sich ein sechsbeiniger Frosch aus, von dessen Auffindung der Lehrer R. Kosok aus Hindenburg in der bei Hugo Dermühler erscheinenden Zeitschrift „Der Raturforscher" berichtet, die auch sein Bild bringt. Dieser Frosch ist ein vollständig ausgewachsenes vorjähriges Tier, das sich in normaler Weise bewegt und ein lebhaftes Bedürfnis nach Rah- rungsaufnahme wie Regenwürmern, Mehlwürmern usw. zeigt. Aus dem Lande ist freilich die Fortbewegung durch die Ueberzahl der Hinterbeine — er besitzt nämlich neben den zwei Vorderbeinen die Hinterbeine in der Vierzahl — etwas behindert, und seine einzelnen Sprünge reichen nicht so weit und folgen auch nicht so schnell auseinander wie bei einem vierbeinigen Frosch. 3m Wasser dagegen findet et sich mit seinen drei Paar Gliedmaßen sehr gut ab. Die überzähligen Deine befinden sich an der Unterteile der normalen Schwimmbeine. Trotz der vollkommenen Entwicklung aller vier Schwimmbeine ist doch die Muskulatur der überzähligen Beine schwacher entwickelt, so daß die Fortbewegung von den normalen Hinterbeinen allein vollzogen wird. Wenn der Frosch sitzt, werden die eigentlichen Schwimmbeine in normaler Weise unter den Körper gezogen, dagegen tagen die Rebenbeine nach rückwärts weit unter dem Körper hervor. Während des Schwimmens bleiben die überzähligen Deine ohne Bewegung, und sie werden von der Wasser- ftrömung übereinandergeschlagen. Oer galante Victor Hugo. Rach feiner Rückkehr aus der Verbannung pflegte der greife Dichter mit Vorliebe endlose Omnibusfahrten zu unternehmen. Fast nie hatte er dabei ein bestimmtes Ziel, er fuhr um des Fahrens willen und um all die verschiedenartigen Menschen zu beobachten, die da unausgesetzt das beliebteste Pariser Verkehrsmittel besteigen und verlassen. Oft kam es dann, daß er während der Fahrt sein Rotizbuch hervorzog und anfing, die Verse aufzuschreiben, die ihm einfielen. Sehr erstaunt konnte er dann aufblicken, wenn der Schaffner ihn nach stundenlanger Fahrt darauf aufmerksam machte, daß das Endziel erreicht sei. Einmal passierte es, daß eine junge Frau den Omnibus bestieg und an Victor Hugo vorbei mutzte, um den einzigen noch leeren Platz zu erreichen. Das Gefährt hielt plötzlich an, es gab einen heftigen Ruck, und die junge Dame fiel auf den Schoh des greifen Poeten, der gerade in seine Verse vertieft war. Verwirrt und errötend murmelt die Dame „Ich bitte Sie vielmals um Verzeihung." Mit einem galanten Lächeln aber erwidert der Dichter des „Hemani": „And ich, gnädige Frau, danke Ihnen sehr." Kurze Sportnotizen. idungsspiel um die Landlos t der Gruppe Hessen wurde Wirtschaft Frankfurt a.M. 23ernn Srannun ehem.7»/o Di. Reichranl. v. 1929 bVi% Doung AnIeiöe von 1930 .. Teuijckn Anl.-Abiöi.^schuid mi' 'Auslol.-Recklen ............. Tesgl. ohne AuZloi.-ReckNe...... 6% ehern. 8% Heil. Bolkssiaal 1929 lrückzahkb. 102%) ............ Lbcchelsen Provinz. Anleihe mi: Anslol.-Rechten ............. Deutsche Komm. Smnmelab l.Aw leibe Seriel mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyv. Bant Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hap.-Bm»! Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 5y2% ehern. 4>/2% fitanlf. Hvv. Bank-Ltau.-Psandbriese ..... 5’/2% ehern. 414% Rheinische HyP.-Bank'Liqu..Goldpie. ... 6% ehern. 8% Pr. Landesvsand briesanstait, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand brtefanüalt, Pfandbriefe R. io 4% Oesterretchilche toolhienie... 4,20% Oesterreichische Siiberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Slaawcenle v. 1910 4'/,% deSgl. von 1913 - ' 5% abgeit. Goldmexikaner von 99 4% Türlische Zollanielhe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... 4% desgl. Serie 11 ...........- 6% Rumän.wereinh. Rente v. 1903 4V,%Rumän.veretnh.Reniev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Analoiier............... | Höri PHUipp Holzmann 0 Zementwerk Heidelberg «i Lementwerk Karlstadt.........O Wayb & Freytag............0 ■ j(annun u. jJi. | äerim Schlußkurs Schluß!.! Abend-1 börse | Schlußkurs Schluß'. Miitag- börse. 7.1. 9.1. 7.1. 9.1. l 18 19 17,65 19 — 30 28 0 — — 27 26,5 0 18,75 19.9 18,65 20 1 48,65 48,75 48 47,5 1 90 90,5 90,25 91,25 0 53 53 53,5 53,5 0 73,25 73 73,25 73 c 61,75 61,75 61,75 61,75 151,5 152,25 151,5 152,75 7. Januar g. Januar Amtliche Jlpuerung | Srie Amtliche Jlohcrung Geld | Srie Helsinglors. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm.. • London ..... Buenos Aires Ncunork.... Brüssel.... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanten... Tanzig.... Japan..... Rio de Jan. Juaoslawien Lissabon .. - 6,184 51,95 12,465 3,057 169,33 72,43 72,83 76,47 14,06 0,858 4,209 58,31 21,54 16,43 81,00 34,445 81.72 U ,869 0,239 5,554 12,79 6,196 52,05 12,485 3,063 169.67 72,57 72,97 76,63 14,10 0.862 4.217 58,43 21,58 16.47 81,16 34,505 81,88 0.871 0,241 5.566 12,81 6.194 51,95 12,465 3,057 169,33 72,48 72,88 76,57 14,08 0,858 4,209 58,29 21,54 16,425 81,00 34,42 81,72 0,869 0,239 5,554 12,81 6,206 52,05 12,485 3,063 169,67 72,62 73,02 76,73 14,12 0,862 4.217 58,41 21,58 16.465 81,16 34.48 81,88 0,871 0,241 5,566 I 12,83 73 93.73 77,5 76,75 94 77 77,4 94 77,3 68,5 67,7 68,65 8,75 8,9 8,85 74,5 78,75 78,5 65,5 — — 63,5 62,5 64 87 — — 86,5 — — 89,13 - — 88.4 - — 85 84,5 85 1,05 1,1 1,13 — — - — — _ — — 5,5 — 6,65 4,2 4,05 i 4J3 4,3 4,35 4,4 4,4 4,35 4.35 5,t 5,13 5.6 9 8.7 8.75 4,8 4,7 4,9 22,75 22,6 22,5 4,20 4,22 58,13 58,37 72,50 72,80 14.04 14,10 16,385 16.445 168,96 169,64 21,48 21.56 72,31 72,59 liliing 2,46 2.48 76,40 76.70 80,82 81.14 . .... 34,28 34,42 ——