Ur. 2^9 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Famrtag, 9. vezeniber $955 Wirtschaft heilere erhebliche Abnahme her Arbeit- 41 Weit im Aovember Rundfunkprogramm Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. Banknoten. Frankfurt a. M., 8. Dez. (WSN.) Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt. mit: Auch im November nahm die Zahl der Arbeitslosen im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen noch ganz erheblich ab, und zwar um 7079 oder 3,2 o. H. des Standes von Ende Oktober; in der gleichen Zeit des Vorjahres war dagegen eine Zunahme um 6300 oder 2,1 v H. zu verzeichnen. Vom winterlichen Höchststand (15. Januar 1933 = 333 231) bis zum 30. November d. I. betrug die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen rund 118 000 oder 35,4 v. h. von den 18 Arbeitsämtern im Bezirk des Landesarbeitsamls Hessen wurden Ende November 215193 Arbeitslose gezählt, davon waren 39 589 oder 18,4 v. h. Frauen. Der weitaus größte Teil der Abnahme (6032) entfällt auf die männlichen Arbeitslosen. Daß der Arbeitsmarkt in diesem Jahre auch noch im Monat November eine derart günstige Entwicklung aufweist, ist vor allem auf weitere zahlreiche Einstellungen von Arbeitslosen bei Maßnahmen, die im Rahmen der Arbeitsbeschaffungsprogramme der Reichsregierung durchgeführt werden, zurückzuführen. Aber auch durch die sehr erhebliche Aufnahmefähigkeit der Forstwirtschaft, die zum Holzfällen bis Ende dieses Monats bereits über 10 000 Arbeitslose aus den verschiedensten Berufen eingestellt hat, sowie durch die Neueinstellung von Arbeitslosen durch die verschiedensten Industriezweige wurde ein Ansteigen der Arbeitslosenzahl verhindert. Die Zahl der hauptunlerstühungsempsänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge ging im Manat November von 76 450 auf 74 691 zurück. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen ist im Monat November um rund 13 000 auf rund 75 300 zurückgegangen. In der Landhilfe waren am 15. November 12 931 Helfer und Helferinnen beschäftigt. * A G. Burderus'sche Eisenwerke zu Wetzlar. Die AG. Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar, hatte in dem bisher vergangenen Teil des Geschäftsjahres 1933 eine wesentlich über dem Vorjahre liegende Beschäftigung zu verzeichnen, lieber die bilanzmäßigen Auswirkungen des verbesserten Geschäftsganges, insbesondere über die Möglichkeit einer Dividendenausschüttung, läßt sich gegenwärtig jedoch noch kein Urteil fällen, zumal diese Entscheidungen noch weitgehend davon abhängig sein dürften, wie sich das neue Geschäftsjahr anläßt. Für 1932 wurde bekanntlich nur eine Vorzugsdividende von 5 Prozent verteilt, der Gewinnrest von 197 201 Mark wurde oorgetragen. Frankfurter Börse. Mtlagsbörse im Verlaufe schwächer. Frankfurt a. M., 8. Dez. Die Zurückhaltung des Publikums hielt auch an der heutigen Mittagsbörse an, die Kurse entwickelten sich im allgemeinen zunächst freundlich, wenn auch nicht ganz einheitlich. Der herannahende Jahresultimo beginnt bereits seine Schatten vorauszuwerfen, Neüengagements werden kauin eingegangen, um sie nicht mit ins neue Jahr zu nehmen. Allerdings sind gegenwärtig auch die Positionslösungen geringer geworden. Die günstige Wirkung aus dem Nachlassen dieses Drucks wurde unterstützt durch die Erklärungen von Staatssekretär Feder über die weitere Stabilhaltung unserer Währung. Einheitlich fester lag der Elektromarkt mit Spitzengewinnen von zirka je 1,50 v. H. bei Akkumulatoren und Licht und Kraft. Auch JG.-Farben waren um 1,25 v. H. auf 122,75 v. H. gebessert. Montanwerte entwickelten sich sehe verschieden: Nheinstahl, Klöckner und Deutsche Erdöl je 0,50 v. H. gedrückt, Mannesmann und Mansfeld mit geringen Verlusten, dagegen Harpener 2,13 v. H. und Phönix 0,25 v. H. höher. Reichsbankanteile notierten 0,25 v. H. unter gestern abend. Von Hapag nnb Nordd. Llond wurden erstmals neue Stücke zu 30 bzw. 31,75 v. H. notiert, was Gewinnen von 0,75 bis 1 v. H. entspricht. AG. für Verkehrswesen waren ebenfalls um 0,50 v. H. freundlicher. Der Verlauf brachte eine durchgängige Abschwächung bei anhaltender Geschäftsstille. Die Rückgänge betrugen auf kleine Mattstellungen durchschnittlich 0,50 bis 1 d. H. Ausgesprochen schwach lagen Montanaktien, so Rheinstahl 85 bis 82, Harpener 87,38 bis 84, Phönix 43,25 bis 42, Dt. Erdöl 100,50 bis 99,50, ferner JG.-Farben 122,75 bis 121, Schlickert 97,25 bis 95,25, Siemens 141 bis 139,50, Reichsbank 167,50 bis 165, AEG. 24,90 bis 23,13 und Aku 38 bis 37. Auch Schiffahrtsaktien gingen zurück, Hapag 30 bis 29, Nordd. Lloyd 31,75 bis 30,75. Am Kaffa- markt war die.Haltung uneinheitlich. Schwächer vor allem wieder Bankaktien (—0,50 bis 1 v. H.), ferner Rheinmetall 86,50 (—5 v. H ), Chem. Albert (—2 v. H.), während Moenus-Mafchinen ihre Befestigung um 2,25 v. H. auf 54,50 v. H. fortsetzten. Der Rentenmarkt wies gleichfalls nur sehr geringes Geschäft auf. Reichsanleihen setzten etwas von Hector Berlioz. Don Dr. Hans Scholz. 18.35: „Deutsche Bücher von deutscher Landschaft — vom Wandern und Siedeln." Vortrag von cand. phil. Arnold Nüßle. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Ein Deutscher rettet Millionen, Bildnis und Werk Robert Kochs. 20: Griff ins Heute. 20.10: Beliebte Charakterstücke. 20.40: Das Ohr der Gegenwart. Das Mikrophon besucht eine Metallwarenfabrik. 21.10: Phantastische Symphonie, von Hector Berlioz. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45: Unterhaltungsmusik. 23: Tanzmusik. 24 bis 1: Meisterwerke der Kammermusik I. Dienstag, 12. Dezember. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh- konzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Hamburg: Don Wilhelmshaven: Bericht von der Rückkehr des Schulkreuzers „Köln" der deutschen Reichsmarine von feiner einjährigen Weltreise. 15:.Der Hausfrau zur Erholung. 16: Nachmittagskonzert. 18: Italienischer Sprachunterricht. 18.20: Junge Menschen suchen ihren Beruf. Kleine Berichte und Gespräche. 18.35: ,Zum 70. Geburtstag des großen norwegischen Malers Edvard Munch." Vortrag von Werner Gilles. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Humor in der deutschen Oper. 20: Von Berlin: Vortrag des Reichsbundes für deutsche Sicherheit. Otto Huhn: „Die Börse und der Kampf um die Gleichberechtigung". 20.10: „Der Vogelschutz und. fahrtswerten und JG.-Farben, die etwa je 0,25 v. H. höher gehandelt wurden. Andererseits lagen am Montanmarkt Harpener mit minus 1,50 v. H., ferner Holzmann mit minus 1,50 v. H. und Zellstoff Waldhof mit minus 1 o. H. recht schwach. U. a .notierten: Neubesitzanleihe 15,75, Altbesitzanleihe 89,50, Schutzgebietsanleihe 8,65, 6proz. Stahlverein-Bonds 58,25, Reichsbank 165, Gelsenkirchen 52,50, Harpener 83, Mannesmann 58, Phönix 41, Rheinstahl 81,75, Stahlverein 35, Aku 36, Bekula 115,75, Scheideanstalt 179, JG.-Farben 121, Holzmann 63,50, Me- tallqesellschaft 60,25, Zellstoff Waldhof 43,75, Hapag 28,75, Norddeutscher Lloyd 30,50. Mainzer Getreidebörse. Mainz, 8. Dez. Bei für Brotgetreide unveränderter und für Futtermittel sehr fester Tendenz notierten (Großhandels-Einstandspreis per 100 Kilo loko Mainz) in Mark: Weizen 19,50 bis 19,60, Roggen 16,75 bis 17, Hafer 14,25 bis 14,50, Braugerste 17,75 bis 18,35, Jndustriegerste 17 bis 17,25, Malzkeime 13,50 bis 14, Weizenmehl, füdd. Spez. 0 29,55, Roggenmehl, 0- bis 60proz. Ausmahlung, nordd., 23,50, do. südd. 24 bis 24,50, feine Weizenkleie 11,15, do. grobe 11,80 bis 11,90, Roggenkleie 11,25 bis 12, Biertreber 17,25 bis 17,50, Sojaschrot 15,50 bis 15,75, Trockenschnitzel 9,60 bis 9,75. Kölner Buttermarkt. Köln, 8. Dez. Die Kölner Warenbörse stellte folgende Großverkaufspreise für 100 Pfd. ab Versandstation einschließlich Faß in1 Reichsmark fest: Deutsche Markenbutter 133 bis 136 (zuletzt 133 bis 136), deutsche Molkereibutter 1. Qualität 132 (132), 2. Qualität 127 (127). Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt Angesichts des in dieser Woche etwas ungünstigeren Fleischgeschäfts nahmen auch die Käufe am Schlachtviehmarkt kein nennenswertes Ausmaß an- die Metzger bekundeten Zurückhaltung. Die Auftriebe waren unregelmäßig, bei Rindern und Schweinen verblieb größerer Ueberstand. Die saisonbegünstigten Rindermärkte mußten wegen der nicht immer befriedigenden Qualität Preiseinbußen von 1 bis 2 Mark hinnehmen, lediglich Kühe und beste Qualitäten konnten ihren Preis halten. Der Auftrieb betrug 1727 gegen 1611 Stück. Der Handel war schleppend. der führte auch hier bei langsamem Handel zu Rück- führte auch hier bei langsamem Handel zu Rückgängen um 1 Mark, doch konnte der Markt geräumt werden. Zugetrieben waren 1226 gegen 1599 Stück. Im Schafauftrieb (540 gegen 758) wären in dieser Woche etwa die Hälfte Hammel enthalten, die Preise zwischen 20—27 Mark erzielten; auch Schafe blieben mit 17 bis 24 Mark bei ruhigem Geschäft gegen die Vorwoche behauptet. Der Markt wurde ausverkauft. Das Schweinegeschäft büßte weiterhin an Lebhaftigkeit ein, insbesondere ist die Nachfrage nach fetten Schweinen stark zurückgegangen. Die Beschickung von 4502 gegen 4132 Stück wurde nach schleppendem Handel erst am Wochenschluß ausverkauft. Die Preise blieben unverändert und halten z. Zt. bei 44 bis 50 Mark. Am Stammtisch der Mißvergnügten. »Hab ich',- nicht immer gesagt? Es muß etwa« geschoben, hab ich gesagt; aber so mit der Sammelei, das ist denn doch zu toll So n Dämmerschoppen kostet unsereinen so schon genug!« (4 seine praktische Anwendung", Gespräch zwischen Sebastian Pfeifer und Wilhelm Platt. 20.35: Kla» vierquartett L-Moll von Joh. Brahms. 21.15: Von München: Lied und Wein in der sonnigen Pfalz. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45: Unterhaltendes aus Trier. 23: Volksmusik. 24 bis 0.45: Don deut- scyer Seele: Rhein-Mainisches Land. Mittwoch, 13. Dezember 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh» konzert. 9.30: Musikalischer Gabentisch. 10.10: Schulfunk: „Kennst du deine Ahnen?" Don Hans Heim- pel. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Don Leipzig: Mittagskonzert des Funkorchesters. 13: Don London: Übertragung des „Staatlichen Rundfunkdienstes für Indien". 13.50t Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 16; Nachmittagskonzert. 18: Deutsch für Deutsche. 18.20: „Rasse ist entscheidend". 18.35: „Zwischen Himmel und Erde: Auf der Spitze des neuerbauten Funkturmes". Sprecher: Wilhelm Platt. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Mozart-Stunde. 20: Griff ins Heute. 20.10: Der deutsche Christ. Hörspiel von Ernst Wiechert. 21.10: Abendkonzert. 22.20: Du mußt wissen ... 22.45: Unterhaltungsmusik. Donnerstag. 14. Dezember 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.40: Jugendfunk. 16t Nachmittagskonzert. 16.30 bis 16.45: Konzert auf zwei Flügeln. 16.45 bis 17.15: Kammermusik. 17.15 bis 18: Aus der deutschen Oper. 18: Spanischer Sprachunterricht. 18.20: „Vorgeschichtliche Funde tm Zeitalter des Aberglaubens." Bon Konservator Oskar Paret. 18.35: „Altdeutsche Meisterzeichnungen." Volkstümliche Darstellung der wertvollsten Zeichnungen der Meister des 15. und 16. Jahrhunderts. 19: Reichssendung: Stunde der Nation: Weihnachtliche Musik. 20: Griff ins Heute. 20.10: Erzähler rund aus dem Rhein-Main-Gebiet. 20.45: Horch auf den Klang der Zither. 22.20: Du mußt wissen..« Freitag, 15. Dezember. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Frühkonzert: Musik am Morgen. 9.30: Musikalischer Gabentisch. 12: Mittagskonzert. 14.50: Don München? „Isolde Kurz zum 80. Geburtstage". Wir feiern eine deutsche Dichterin. 16: Nachmittägskonzert. 18: Englischer Sprachunterricht. 18.20: „Warum Familienforschung?" 18.35: „Dichtung und Prophetie." Von Dr. Günther Sawatzki. 19: Von Hamburg: Reichssendung: Stunde der Nation. Niederdeutsche Stunde. 20: Griff ins Heute. 20.10: Eine deutsche Abendmusik. 21.30: Der große Komödiant. Anekdotenfolge berühmter Bühnendarsteller. 22.20: Du mußt wis- sen... 22.45: Unterhaltendes aus Freiburg. 23t Nachtmusik. 24 bis 0.45: Schicksal des deutschen Geistes. Vortrag von Otto Rahn. Samstag, 16. Dezember. 6.05 Uhr: Morgenkonzert. Anschließend: Früh« konzert. 9.15: Musikalischer Gabentisch. 10.10: „Vom Kunstschaffen der Germanen", Vortrag von Dr. H. Waffenschmidt. 12: Mittagskonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 15.15: Lernt morsen! 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.35: Stegreifsendung. 19: Stunde der Nation: Beethoven in Bonn. Eine Hörfolge. 20: Griff ins Heute. 20.10: Bunter Abend zum Besten der NS.-Volkswohlfahrt in Buer i. Wests. 22.20: Du mußt wissen... Sonntag, 10. Dezember. 6.35 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.45: Aus >der Stadtkirche Bad Cannstatt: Evangelische Morgenfeier. 9.30: Feierstunde der Schaffenden. 10: Von Münster: Katholische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: „Der Herr denket an uns", Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: „Funk"-nagel- neu! Schallplatten-Premiere. 14.20: „Die Arbeit des Bauern im Winter", Zwiegespräch zwischen zwei Landwirten. 14.30: Stunde des Landes. 15: Kinderstunde. 16: Großes buntes Vesperkonzert. 18: Weihnachtsantisihonen, gesungen von den Weißen Vätern in Trier. 18.30: Fröhliches Zwischenspiel. 19: Eine Adventserzählung, von Rene Wirtz. 19.35: Im Künstlernest, ein Abend bei der Frankfurter Künstlergesellschaft im Steinernen Haus. 20: Der Kellermeister, Operette in 3 Akten. 22.20: Du mußt wissen. 22.45: Nachtmusik. 24: Nachtkonzert.. 1 bis 2: Nachtmusik. Montag, 11. Dezember. 6.05 Uhr: Morgenkonzert; anschließend Früh- konzert. 9.30: Musikalischer Gabentisch. 12: Mittagskonzert. 14.40: Adventslieder, zur Laute gesungen von Hermann Munk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Französischer Sprachunterricht. 18.20: „Die Phantastische Symphonie . Zum 130. Geburtstag ein, UM später weiter zu weichen: Altbesitz .^0'75 bis 90, Neubesitz 16,30 bis 15,90, späte Reichs- Ichuldduchforderungen 92 bis 91,38, 6proz. Stahl- T\ere,lmt60'?5 0,75 v. H)' dann bis 59,50 v. H. ro-r- sifanddriefmarkt zeigte auf der ganzen Linie Ruckgange um 0,25 bis 0,50 v. H., bei einzelnen Rommunal-Obligationen bis zu 1 v. H. Nur Breun. Landespfandbriefanstalt blieben gut behauptet. Stadtanleihen lagen still, ebenso Staats- und r-anderanleihen sowie Auslandsrenten, von denen Schweiz. Bahnanleihen leicht nadjgaben. Taqes- gelb war gesucht und wurde um 0,25 v. H. auf 3,25 v. H. erhöht. 1 Abendbörse: kaum behauptet. ^bendbörse verharrte in stärkster Zurückhal- füShr?» otimmun9 blieb recht unsicher, da weitere Glattstellungen vorgenommen wurden, denen nur geringe Aufnahmebereitschaft gegenüberstand. JG.- Farben setzten zwar 0,25 v.H. über Berliner Schluß em, gaben aber spater wieder nach Im übrigen blieben die Kurse zunächst etwa behauptet. Am Renten- markte büßten Altbesitzanleihe 0,25 v. H, späte Reichsschulbuchforderungen etwa 0,50 v. H. und Neubesitzanleihe 5 Pfennig ein; der Umsatz war hier zeitweise etwas größer. Bon Auslandrenten gingen 4proj. Schweiz. Bundesbahn-Anleihe um 1 v. H. auf 125 v.H. zurück. 1 Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille unvermindert an. Indessen war die Haltung etwas widerstandsfähiger, und verschiedentlich zeigte sich auf der ermäßigten Basis kleines Kaufinteresse, so bei Schiff- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskoni 4 v. H, Lombardzinsfuß 5 o. H. -'penSel für iie föinfer= H'if«'. Frantwr, a. Ul 3erim Frankfurt a.M Berlin Jranfiun a. M Berlin Schluß- fur« Echlußk. Abend- börse Schluß« für« Schluß! Mittag, börse Schlußkurs Schluß!. Abend» b6rfc Gchluß- kuts Schluß!. Mittag» bürle Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs (schlußk. Minag- börse 'Datum 7-12- 8.12- 7.12. 8.12. Datum 7-12. 8.12. 7.12. 8-12. Datum 7-12 8.12. 7-12. 8-12. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etjem.7% Dt.Reichsanl.v.1929 92,25 91,75 91,9 91,4 102,25 4% neegl. Serie 11 5,5 4,4 5 4,4 5,1 24,9 24 25 24 102,5 102,4 102,25 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 — Kokswerte ............. .. 0 81,5 43,25 80.4 5yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöl^Schuld mit 90 89,6 89,75 89,5 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 6 5 3,5 .. c 43 41 3,35 3,5 3,4 Rheinische Braunkohlen ... . 10 191,5 190 191,75 189 91 89,5 91,3 89,75 15,8 2/t% Anatolier ............... 25,25 25 25,4 Rheinstahl .............. .. c 85,5 81,75 16,3 15,75 16,3 .. 0 37 35 36,4 35 6% ehem.8"/«, Hess. BoiMaat 1929 11,13 10,65 10,75 91,5 91,5 91,75 91,5 Yamburg-Amerika-Paket ..... 0 9,4 28,75 9,5 28.75 — 114 — 6% Hess. Landesbant Darmstadt Gold R. 12.................. Vamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschisf...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Aki. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bant und Disconto« Gesellschaft................ 0 Dresdner Bant..............0 ReichSbant ....... zg 23,25 14,25 115 114 115 91 90,5 91,25 91,25 — — 13,13 ftäitrüerif Salzdetfurth .... 7% 153 153 — 6/;% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmsladi Liaui........ 89,5 89,25 10,25 57,25 30,5 56,5 10,25 57 30,5 56 .. 7 121,25 180 97 121 121,9 120.75 Oberwellen Provinz-Anleih« mit AuSlos.-Rechten ...... 85 _ _ 85 45 84 45 84,5 45 84,5 45 Scheideanstalt............ .. 9 .. 0 179 46 47 46,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mtt Ausws.-Rechten 51,25 50 51,5 50 88 87,3 87,5 87,75 49 48 49 48 61,5 60,25 61 60,25 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Bank Golvpse. 15 unkündbar 618 1935 91 90,25 56 167,75 55,5 165 56 168 55,5 165 65 .. 0 ■"4,75 63.5 65 9% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Golopse. 16 unkündbar bU 1936 i/i% ehem. 3,4 139.25 4,20% Oesterreichische Gilbertente 4% Ungarische Goldrente 0,80 0,90 Deutsche Erdöl ............... 101 99,5 101 99 139,5 140,5 4,85 .,80 4,8 Gelsenkirchener.............. 0 55,75 95,5 52,5 55,25 53 Akrumulatoren-Fabril...... 176 176 175,5 .139 4% Ungarische StaaiSrente v. 1910 4/i% desgl. von 1913......... 4,6 — ßatvenet.................. 0 83 86 84,5 140,5 139 141 4,6 4,7 4,65 — öoesch Eisen—Köln-Neuellen .. 0 61,5 60 13 6% abgell. Goldmexikaner von 99 6,3 6,3 6,3 —— Ilse Bergbau .......... ß — -- — — Grttznel ................. Mainkraftwerke Höchst a.M.. 17,5 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche 5,1 5,05 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 103 DG.°5 102.5 35,75 103,5 56.5 102,5 54.25 - - * * - — Mannesmann-Rübre» ........ q 59,5 58 59,5 58 Sudüeuticher Zucker....... — . — 7.Dezember 8.Dezember Amtliche -Notierung Amtliche Notierung Seid 73rie Geld »rief Helsingfott.. 6,064 6,076 6,044 6,056 48,05 48,15 48,05 48,15 12,42 12,44 12,415 12,435 Budapest ... Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 168,83 169,17 168,73 169,07 Oslo....... 69,03 69,17 68,68 Kopenhagen. 61,34 61,46 60,99 61,11 Stockholm... 70,83 70,97 70,43 70,57 London ..... 13,73 13.77 13,66 13,70 Buenos Aires 0,838 0,842 0,818 0,822 yZeutjod .... 2,697 2,703 2,677 2,683 Brüssel..... 58,32 58,44 58,24 58,36 Italien..... 22,10 22,14 22,08 22,12 Paris ...... 16,40 16,44 16,40 16.44 Schweiz.... 81,17 81,33 81,16 81,32 Spanien.... 34,32 34,38 34,12 34,38 Tanzig..... 81,47 81,63 81,47 81,63 Japan...... 0,829 0,831 0,825 0,827 Rio de Ian.. 0,229 0,231 0,229 0,231 Jugoslawien. 5,295 5,305 5,295 5,305 Lissabon .... 12,49 12,51 12.47 12,49 Berlin, 8.Dezember Geld Amerikanische Roten.............. 2.63 2,65 Belgttche Roten.................. 58,08 58,32 Dänische Roten ................. 60.73 60 97 Gnnliidie Ruten ................. 13.6? 13 68 ssranrölilche Roten............... 16.36 föollänbifdie Roten ............... IRR.31 Igg qq Italienische Roten................ 21,96 2?'o4 Norwegische Noten .............. 68,51 68,79 Deutsch Oesterreich, i 100 Schwing — Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 70.26 70,54 isditDeiter Rottn................. 6öatiildie Noten................. Uueanidje Rote» ................ e Bücher unter dem Weihnachtsbaum der Uel Reisen und Abenteuer Bücher für die deutsche Krau rau non im- na-zeigton COche’ not sind furch die Olodener So-timentsbuchhend- I langen zum Orlplnelverle^erprele zu belieb. toria aufstieg und sieben 3af)rc lang ronr, die Afrika disten. Jahrelang schlossen von der Emin Ruch. Taqe- seiner a w c« t t. Ein inen 3,80 Mk. Pklanzenge Diese so ti Spannung des dramatischen Lebenssch' ksals Paschas und seiner Offizier« spricht aus dem Es fußt auf Berichten von Zeitgenossen, auf büchern Emin Pasc1)as und aus den Briesen deutschen Offiziere. Kinderbücher undZugendschristen — Das Hitlerbuch der deutschen 3u ■ als eine große politische Tat zu werten. Als der Waffenschmied des preußischen Heeres schuf er die Voraussetzungen, mit denen Bismarck die notwendigen Kriege siegreich führen konnte. Die Kraft, der wir zu ieder Zeil den Bestand des Reimes zu verdanken haben, entsteht in der Gestalt Albrechts von Noon wieder neu als der oielgefchmähte „Geist lebendig-anschaulichen Rechenschaftsbericht von der Grönland-Expedition des Dr. Fanck, zugleich eine Entstehungsgeschichte seines wahrhaft abenteuerlichen Filins. Dabei werden manch« Fragen beant- unter dem Namen Emin Pascha Held der furchtbarsten Tragödie sah: des Aufstandes der Mah- lebte Emin Pasche völlig abge- zivilisierten Well bis eine von Rettungsaktion ihn endlich fand najen Jilins. .uuuei tueiutn muiiu^ oiuytn vvuni- . wortet, die dem Beschauer auf der Zunge geschwebt haben mögen. Hier bekommt er einen unmittelbaren I Einblick sowohl in die Welt des Films als auch in i den Charakter dieser großartig-eintönigen arktischen I Zählungen herausgelöst — hier vereinigt das Leben und die seelisch« Kraft der F mer wieder anderen Seiten. Neben ergreifenden wildern au» dem Schicksal der Frau leuchtet hell das Leben der jungen Mädchen, deren Herz ganz von ih'cr Liebe erf"llt ist Sie sind zärtlich und zu- inickhau-nd tun ,d) =. ).U> - alle, auch die be te- ren und glücklichen. em Vorgefühl der großen Pflicht, di« di« Li«de, bi« Eh« und der neu« Hausstand Stanley geführte und in einem 2500 Kilometer langen Marsch nach Deutsch-Ostafrika brachte. Emin Pascha, begrüßt vom deutschen Kaiser, Bismarck, den Königen von England, Belgien, beglückwünscht von den meisten wissenschaftlichen Gesellschaften der Welt, unternahm sofort wieder eine Erpedilion nach Zentralafrika. Er wollte den Plan einer gewaltigen deutschen Kolonialmacht verwirklichen, von Sansibar im Osten bis Kamerun im Westen. Nach furchtbaren Entbehrungen setzten Hunger, Krankheit und der Aerrat arabischer Führer seinem Leben in der Kongo Wildnis ein schreckliches Ende. Die Abenteuerlichkeit und — Tex Harbin a: Verschollen — Auf den Spuren des Oberst abenteuerlicher Roman, Preis Verlag Ullstein, Berlin. — (275.) — Hier ist eines der spannendsten Bücher, die wir in den letzten Jahren in die Finger bekommen haben. Stets be- indet man sich in dem prikelnden Zwiespalt, wo die Wahrheit des Berichterstatters aufhört und die Landschaft und ihrer Bewohner Die Schilderung ist so lebendig und temperamentvoll und von zahlreichen vorzüglichen Ausnahmen begleitet, daß man das gut ausgcstattete Buch als eine überaus fesselnde und lehrreiche Lektüre angelegentlich empfehlen darf. — Ehm Welk: Die schwarze Sonne. Dom Leben, Schaffen und Sterben deutscher Kolonialhelden. Verlag Ullstein, Berlin. Preis drosch. 2,80 Mark, Ganzleinen 3,80 Mark. — (511.) — Dieses Buch führt zurück in die Jahre, in denen Deutschland Kolonialmacht wurde. Kühne Forscher und Soldaten waren ausgezogen, den Boden des dunklen Erdteils zu ergründen und zu bereiten. Einen besonderen Platz unter ihnen nimmt der schlesische Arzt Dr. Eduard Schnitzer ein, der im Sudan vom Kameltreiber zum Armenarzt und schließlich zum Gouverneur der Provinz Aequa- erhoben, wie vielleicht kaum ein anderer Dichter In allen seinen großen Werken finben sich grauen- gestalten, deren Wesen und Schicksal ein wahres t-iraucnlob sind. Darum kann man Gotthels nirgends schöner kennen lernen al» in seinen Frauengestolten. Die zehn Geschichten, die — aus seinen großen Er- t)ier vereinigt sind, zeigen ihnen schenken wird. Ricarda Huchs herrliche Ein- führung verbindet diese Auswahl mit Kotthelfs gesamter Welt und gibt dem Band eine besondere Bedeutung. — Helene Christaller: A l s Mutter ein Kind war. Volksausgabe. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. In Leinenband 3,80 Mark. — (398) Helene Christaller erzählt hier ihren Enkeln von deren früh ociftotbener Mutter, in der Erinnerung an eigenes Glück findet sie Worte, die dem kindlichen Verständnis angepaßt und dabei von tiefstem Frauenempsinden erfüllt sind. Das Buch führt in die Kleinwelt eines hessischen Psarr- Hauses an der Bergstraße, und schildert die phantasievollen Spiele und die bald freud-, bald ieidooll ausklingenden Erlebnisse eines Geschw sterkrei'-s Eine Atmosphäre der Güte und Menichenlicbe tut sich auf, die tiefen Einblick in das Wesen Helene Christallers gewährt. Phantasie des Märchenerzählers beginnt. Ein junger Deutscher, der schon als Knabe nach Amerika durch- brannte und in Mexiko, dem klassischen Lande der Revolutionen, das Handwerksmäßige des amerikanischen Tramps von der Pike auf erlernte, wagt von Brasilien aus eine Flugzeugexpedition zu zweien mitten hinein in die grüne Hölle des Urwaldgebiets am oberen Amazonas, um einen oer- chollenen englischen Forscher zu suchen. Seine Kämpfe mit dem Urwald und seinen Bewohnern, Schlangen, Tigern und menschenfressenden Indianern sind ungemein farbig und spannend geschildert. Ein echtes Abenteurerbuch, das in die Hand eines jeden älteren Jungen gehört, aber auch den Erwachsenen eine atemraubende Lektüre bietet. — SOS. Eisberg. Mit Dr. Fanck und Ernst Übet in Grönland. Die Grönland-Expedition des Unioersal-Films SOS. Eisberg. Don Dr. Arnold Fanck. 112 Seiten mit 80 Originalbildern aus dem Film. Preis 3,50 Mark. Verlag F. Bruckmann AG., München. — (464 ) — Wer den Film gesehen hat, der mit großem Erfolg auch bei uns in (9ie- jen gezeigt worden ist, wird mit befonberem Interesse auch dieses Buch lesen und seine Bilder betrachten: hier haben wir einen umfassenden und g e n b. Von Dr. Heinz Schramm. 90 ociten mit 12 Abbildungen. Hanseatische Verlagsanstalt, Ham- bürg, 1933. Kartoniert 1,80 Mk. — (531) — In einer Sprache, bic der der Jugend entspricht, und die zeigt, daß der Verfasser die Verbindung zu ihr nicht verloren hat, erfahren wir das Entichei- dende aus dem Leben des Führers, aus dem Entstehen und der Entwicklung der Bewegung. Eindringlich und jedem |ugenbild;en Geiste verständlich wirb hier bas neue politische Wollen dargestellt und die Jugend für ein Leben begeistert, das von Ptlicht, Verantwortungsmut, Opfersinn, Kraft und Beharrlichkeit getragen wird Die Bedeutung der sA. und SS. für den Kampf um die Macht wwohl wie für die Sicherung des Gewonnenen werden erklärt Besonders anerkennend heroorzuheben ist di« auch den jungen Menschen verständliche Erklärung des nationalsozialistischen Parteiprogramm». Ein Aufruf an bic Jugend, sich für die Uebernahme des Staates vorzubereiten, beschließt dos kleine Werk, das feine Aufgabe, die verp'lichtenden Strafte, der jungen Generation zu wecken und fie an Den Staat heranzuführen, prächtig erfüllt. — Ern st Kreidols. Alpenblumenmärchen Billige Ausgabe Mit 17 farbigen Bildern. Gebunden 4,80 Fr. (3,80 Mk ). Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich und Leipzig. — (425) — In bester farbiger Reproduktion, fo daß von den Reizen des Originals kaum etwas verlorengegangen ist, wendet sich dieses Buch an Kinder wie an Erwachsene. Hier ift feinste Poesie mit tiefer heiliger Liebe für die idjöpmng verbunden Die Ehrfurcht vor dem Lebenswunder charakterisiert auch da» feinst« Blatt durch die Liebe mit der all die holden Blumen und burdwebifbet und verklärt find deutsche Erzähler. — Josef Ponten: Volk auf dem Wege. Roman der deutschen Unruhe: Im Wolgaland. Deutsch Derlagsanstalt, Leipzig. Preis in Leinen gebunden 7B0 Mk. — (545) — Die Deutschen, die sich chren Gott Wotan als Wanderer dachten, sind da» eigentliche Volk der Wanderer und Auswanderer. Aus vielen Reifen in Osteuropa, Asien, Afrika und Amerika erwuchs dem Dichter Josef Ponten schon vor einem Jahrzehnt der Plan, dieser deutschen Wondernot und Wanderlust, dem Fernweh und Heimweh der deutschen Landnehmer in einem großen mehrbändigen Volksepos dichterischen Ausdruck zu geben. Mit der Idee stand auch schon der Gesamttitel „Volk auf dem Wege fest. Im Lause der letzten letzten Jahre sind zwei vor- bereitende Bände „Wolga-Wolga" und „Rhein- Wolga" erschienen Ponten hat nun eine epische Breite und Ruhe erreicht, wie wir sie noch nie bei ihm kannten Jede stillistische Gewaltsamkeit ist einem volkstümlichen Erzählerton gewichen, beton Anschaulichkeit, an Saft unb Kraft nicht ringe- büßt, sonbern nur gewonnen hat. Ohne ber Gefahr „exotifcher" Schriftsteller zu erliegen, bie ben Leser wie einen neugierigen Dergnügungsreiscnben auf ihre Schauplatze bringen unb ihm gleichsam als Frembenführer vorangehen, zaubert uns Josef Ponten biefe örtliche Frembc vor, inbem er sie uns zugleich in einem patriarchalischen Alltag heimisch macht. Seine Dichterkraft ist es, bie biefen ungeheueren Raum um uns weitet unb ihn bevölkert: sie weitet ihn unb schließt ihn boch roieberum in ben Ring eines einzigen Jahres. Gleich bem Gelting eines Rhapsoben fließt die Erzählung dahin und scheint doch wieder stillzustehen und wie in einer räumlichen Spiegelung die Zeit zu empfangen. Dor allem aber spiegelt dieser Fluß der Erzählung das merkwürdige deutsche Auswanderervolk, da» „gegen den Uhrzeiger lief", den anderen Völkern entgegenlief, die alle nach Westen man- ber,en, also „die Sonne unterlief , spiegelt seine Erde, fein Leben unb feinen Himmel darüber unb zuletzt ben „Totenmacher", ben „weißen Hengst", den Schneesturm, bie Wjuga unb das neue Grab im alten Steppen-Kurgan. Aber an der Wolga sterben und begraben werden, das heißt hier für viele Deutsche, in heiliger Erde zur Ruhe kommen. Und dies Lied von der Wolga ist selbst wie die Wolga geworden. — Friedrich Griese: Winter. Roman. Neuausgabe, 13.—30. Tausend. Buchausstattung von Hans Meid, Berlin. 320 Seiten. In Seinen geb 4.20 Mk Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (589) — Der „Winter" ist das Hauptwerk des Dichters, der Roman, mit dem der Name Friedrich Griese wohl für alle Zeiten verbunden bleiben wird. Jeder, der dies Buch liest, erkennt sich, feine Leidenschaften, seine Gedanken in einer der Gestalten wieder, mancher wird sich selbst in seiner inneren Weiträumigkeit und feiner Beziehung zum Weltganzen erst entdecken. Grieses „Winter" hat die Bedeutung eines Volksbuches gewonnen. Darum ist die Neuherausgabe zum volkstümlichen Preis wichtig. Nun wird endlich der Roman die verdiente Verbreitung finden können. UeberaU, auf bem Tisch in ber Mietskaserne unb in ber 'Bauern- täte, sollte bies Buch von beutscher Lanbfchast unb vom beutschen Menschen zu finben sein. Die schöne Ausstattung, bie Hans Meib mit seiner ganzen Einfühlungsgabe gefchaffen hat, wird die Verbreitung begünstigen. — Will Vesper: Der Heilige unb der Papst. Eine Novelle. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 115 Seiten. Geb. 2.40 Mk. — (509) — Eins der großen Dramen der Weltgeschichte läßt Vesper vor uns lebendig werden: den Untergang des mittelalterlichen Papsttums, der in tragischer Verkettung dem Untergang des mittelalterlichen Kaisertums, der Staufen, mit Naturnotwendigkeit folgte. Weder der Heilige noch der Held auf dem Papstthron vermögen das Verhängnis aufzuhalten. Beide werden zu furchtbarem Ende getrieben. Und darin liegt das Symbolische ihres Schicksals, daß es weder einem Heiligen noch einem Helden glückt, die Völker Europas wahrhaft unter einer hohen geistigen Idee zu einigen. — Otto Nebelthau: Der Ritt nach Canossa, Insel-Verlag zu Leipzig (394). Preis in Seinen gebunden 6 Mk. — Immer wieder reizt die düstere Problematik des Lebens Kaiser Heinrichs de» IV. die Dichter zur Darstellung. In feinem in einer gehobenen Prosa geschriebenen Roman hat Nebelthau den Stoff mit sicherem Griff erfaßt. Kaisertum unb Papsttum befinben sich auf ber Höhe ihre» Kampfe» um bie Macht, ben Heinrich burch Unterwerfung als Sieger zu beenben hofft. Die- sts Buch bars nicht mit bem landläufigen Maßstab de» historischen Roman» gemessen werden: es wechselt in ihm die leidenschaftliche Bewegung eines Drama» mit ber Ruhe eines Freskogemälbes großen Stil». von Potsbam" — August Winnig : ,.W i r hüten bas Feuer". Aufsätze unb Reben aus zehn Jahren. Seinen 5,80 RM Hamburg Hanseatische Verlags- anstatt. — (581) — August Sinnig, ber aus bem einfachen Arbeiterstande emporgeftiegen ist, hat als einer ber ersten einen unerhörten Kamps um ein nationalistisches unb sozialistisches Ürbeitertum geführt. Wenn er sich bie Freiheit bes Herzens, ben Mut bes Bekennens unb bie Beharrlichkeit im Kampf um das frühzeitig als erstehenswert erkannte Ziel bewahrte, fo hat er ein Anrecht daraus, die Etappen des Kampfes uns heute oorzulegen. Sein neues Werk legt Zeugnis ab von dem Geist eines verantwortungsbewußten und mutvollen Kämpfers. Manches, was dieser prophetische Geist gesehen hat. ift heute Wirklichkeit geworden. Vieles steht aber als Mahnung und Ziel vor uns. — Else von Hollander - Lossow: Die unsterbliche Königin. VerlagsE. A. Seemann, Leipzig, Preis gebunden 4,50 Mark — (573) — Die Königin Luise ist unseren Frauen und Mädchen in ihrer natürlichen Menschlichkeit als treufor- genbe Frau unb liebevolle Mutter, oolksverbunden im Glück, erhaben im Leid, immer ein Vorbild gewesen. Aus nord- und süddeutschem Blute gemilcht, ausgewachsen in ber Residenz unseres Hessenlandes, vollendet im pflichtenstrengen Preußen, verkörpert sie deutsche Einheit unb beutsches Wesen. Die Verfasserin gibt nicht allein eine passende Lebensbeschrei- bung der unsterblichen Königiy, sondern zeigt vor allem das Bild der Frau, die aus einem klugen, aber heiteren unb sorglosen Mädchen, gestählt durch Leib unb Pflichterfüllung, die Mutter eines ganzen schwer geprüften Landes wurde. — Eduard Thorn: Frauen um Dich' t e r. 264 Seiten. In Leinen gebunden 5,25 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart unb Berlin. — (524) — Bild um Bild malt ber Verfasser mit liebe- vollstem Fleiß: immer auf bem Boden wissenschaftlich nachgewiefener Tatsachen, doch all dies in genialer Weise zu einem anmutig schwebenden Ganzen auflöfenb: Lichtenbergs verschwiegenes Glück unb Leid unb wieder Glück: die laute Unruhe von 'Bürgers Doppelliebe unb sein marktschreierisches Elenb mit bem Schwadenmäbchen Elif« Huhn: das lieb- unb liebereiche Erbenwallen Wielands während achtzig wohlangewendeten Jahren: Schillers eigentümliche Stellung zwischen Schwägerin und Frau und der Freundin seiner Jugend, Charlote von Kalb Bettinas herzhaft-geniales Naturwesen: Märikes späte Ehe unb gramvolle Enttäuschung, zuletzt Gott- frieb Keller und sein von der Schwester Regula betreutes Junggcsellenleben. Es ift ein Buch von besonderem Reiz, das man auch als Gefchenkwerk gern verwenden wird. — Jeremias Gotthels: Frauenschick fal — Frauenlob. Zehn Geschichten. Mit acht Zeichnungen von Fred Stauffer unb einer Einführung von Ricarda Huch. 320 Seiten. Gebunden 4.80 Mk. Eugen Renrsch Benag. Erlenbach Zürich unb Leipzig. — (519) — In Gotthelss Welt bildet di« Familie den Grundstein, und die Familie hat ihre Seele unb ihren Hast an der Frau. Mit einer wichen Auffassung hat Gotthels die Frau so hoch i entwirft in ihrer gedrungenen, bilderreichen, sorg- faltig gearbeiteten Sprache, die an bester Ocut|d)er UebedKferung gelchult ift. »Uder aller deuticher Stabte, in Denen sich gegenwärtiges Leben unb geschichtliche Ueberlieferung verschmelzen. Große unb Heine Episoben sinb mit seiner Hanb hinburch- gewoben, unb die überragenden Gestalten der deutschen Vergangenheit, Kaiser und Könige, Bürgermeister, Heerführer. Gelehrte und Dichter bekannte und haldoergestene Figuren wandern, von der fackel eines dichterischen Genies erhellt, vorbei. Die Stdbtebilbcr" werden bleiben, solange man den zweitausendjäjährigen Strom deutscher Geich djte lebendig spurt und solange man die Gegenwart aus " berüeferung zu verstehen sucht — Reinhard Hübner: „Albrecht von Roo n". Preußens Heer im Kampf um das Reich. Leinen 4.80 Mk. Hanseatische Derlagsanstalt Ham- bürg — (584) — Meisterhaft hat es der Verfasser verstanden, die Gestalt dieses großen Preußen m bie umwälzenden Geschehnisse jener Zeit hinein- iiftellen. Roons Wirksamkeit als preußischer Kriegs- Minister, sein Kampf um bie Reorganisation des preußischen Heeres ift nicht allein unter militari- chen Gesichtspunkten zu verstehen, sondern ebenso Natur unb Technik. — Paul de Äruif: Kämpfer für das Leden Ruhmestaten großer Naturforscher unb Aerzte. Verlag Ullstein. 'Berlin. Preis in Ganzleinen 6,50 Mk. — (405) — Daß ebenso gefährlich unb heroisch wie der Kamps mit der Waffe auch der Kampf gegen den Tod ist, in dem unsere großen Aerzte stehen, daß auch auf diesem Kriegsschauplatz heiße Schlachten geschlagen und gewcüuge Siege errungen werden, das spricht von jeder o.'it« dieses ungemein fesselnd geschriebenen Buches Es erzählt von jenen Männern, die mit Seuchen, Elend und N.st „bis zur Entscheidung" kämpften und oft aus Liede zum Mitmenschen riickiichislos das eigene Leben einfehten. Scmmclro'i», der die Ursachen des Kindbettfiebers erkannte, Bantinn. der Bekämpfer ber Zuckerkrankheit, ber junge Deui'che Fritz Schaudinn, der tpeniqe Monate nach feiner Entdeckung des Syphilis-Erregers einer tückischen Krankheit" erlag, schließlich bic weitsichtigen Aerzte, bie bie Heilkraft der Sonne bem Rainpf argen die Tuberkulose nutzbar machten, sie alle finben in diesem Buch ein Denkmal ..biviernb'r als Er i — „Das bcutfd)c ßid)tbil b“, Jahresichmt 1931; 112 ganzseitige Bildtafeln, 60 ^Seiten Tert, großes Aldumformat, E nbanb graues Sdben’eine’’, Preis 15 Mark. 'B-mno Schuitz Verlag 'Perlin- Grünewald. Humboldtst-aße 40 51 — 1611) — Rechtzeitig zur Jahre ab« erschien bic-' capu deuticher Lichtbild!pitzenleistungen Voran eine ti. i- feh irfenhe kulturpolitische '»etrach'u ig des Führer^, der auch hier nut beispielloser Ueberteugunasfraft bic Dinge beim rechten Namen nennt D r Bildertest erfaßt wiederum alle Gebiete ber deutschen Lichtbildnerei: Landschaften im Sommer unb Winter, Technik und Architettur, Porträts unb Akte, Sport unb Wissenschaft, Bildberichte non Freud unb Le d des Alltags, Sachliches und Abstraktes in sch-mb-'r wahlloiem Durcheinander, fo daß jedes Umblattern neue lleberrafdjungcn bringt. Auch bielcr Band ist eine unerfchöpf iche Duelle ber Freude, man b.attert unb blättert, Ichaut unb erlebt, eine bleibende Wabe für den schlichten Bewunderer, der sich demütig em- fügt in ben Kreislauf der cillmachugen Natur. Es ist kein Zufall, bah der Reichsminister für Volksauf- f:ärung unb Propaganba dieses Jahrbuch mit eigen- händiger Widmung als Leistungspriw\t verteilte und damit hem ihm unterstellten Reich: verband Deutscher Amiteurphotographen" Belcbu ig und Antrieb gab, denn „Da - Dcut'che Cid) bild ift ein Symbol deutschen Schaffens, deut'cher Kultur unb deutsch r Technik Der Preis ift für da» Geboten« erfreulich niedrig. - — Eugen Diesel: „Wir unb bas Auto . Denkmal einer Maschine. Mit 239 z T. ganzseitig n «Silbern. In Ganzleinen 7,80 Mk Verlag Bibliographisches Institut AG. Leipzig 1933 — (588) — Diesels Buch „Wir unb bas Auto" hilft uns, bas Auto zu erleben (Eigenartig und eindringlich sind die Worte, welche dieser Dich'.erphilosoph xu setzen weiß, — ganz besonder» wenn er di« mit Künstler- blick gefundenen unb geordneten 239 Bilder durch seine Worte gleichsam umrahmt unb so in ihrer Wirkung vervielfacht. Das Buch wenbet sich an alle Volksgenossen unb zwar an alle brei Generationen Die Alten läßt es das Werben be» Auto» noch einmal miterleben, gibt Ihnen b'e Philosophie der Krastsahrt und die Zuiammenhange des Auto» als Kulturfaktor mit der Weltgeschichte Der mittleren Generation mögen in erster Linie Kapitel mit bie über „Fabrikation". „Vollendung des Autos". „Fahrerlebnis und Reife", „Garage und Werkstatt" gewidmet sein, - wahrend die Jugend am „Auto in ber Weltgeschichte", am ..Autokult unb ber „Züchtung bes Autos durch Kennen besondere Freude haben mag und durch bn» Kapitel Jcr Hn’aU" zur Vorsicht gemahnt wird Es ist ausjichtslos, den Inhalt des Buche» auch nur an- zudeuten. Die Auswirkungen des Auto» auf um. r Leben sind so mannigfaltig — man denke nur an Motoratmosphäre, an Fahrgefühl. an Auto und Politik, an das mondäne Auto, an das Rutzfahr- zeug, an die Motorisierung des Heeres — Just 'a um asiend ist auch der Inhalt des Buches Nur durch bie erstaunlich« Auswahl von Bildern uns Worten ift es Eugen Diifel CKlwigen. das umfassend« Thema geradezu erschöpfend darzustellea und es uns in einem einzigen Bande gleichsam «vielend für Kopf und Herz nahezubringen. — Josephine Siebe: Die Jungen von Steinberg. Eine oa:ertändische erjajiung aus der Zeit der Befreiungstrieg«. 176 Seiten. Mit drei farbigen Vollbildern von Wildesin Rocgge. Ganzleinen mit farbigem -chuyurnschlag 3,60 Mk Herold-Lerlag R & E Lenk, Stuttgart. — (443) — Die Erzählung verlegt ins Jahr 1813 und laßt uns den auf dem Baterlar.be lastenden Druck ber schmachvollen Erniedrigung und das kraftvolle Ringen des Volkes um die nationale Wiedererhcbung miterleben. Das Buch ist durchdrungen von echt deutschem Geist«, von glühender Baierlar.bsliebe und von starkem nationalem Empfinden — Els« Hinzelmann, Ina geht ihren eigenen Weg Em Junomadchen Roman. 191 Seiten. Ganzbatist mit farbigem Schui.umjchlag 3,6<> Mk. Herold-oeriag R. & E. Len., ctutu an. — (438) — Ina will Bildhauerin werden. Sie setzt cs durch, allen Hindernissen zum Trotz. Davon wird in diesem Buche erzählt. Und daß bie Hinderns e nicht nur von außen kommen, daß Ina selber in ihrer brängenben Jugend mit die Schuld an ihnen tragt, da sie erst lernen muß. was sie schon zu wissen glaubt, — das macht dieses Buch zu einem wahren, ehrlichen, interessanten Jugendbuch. — Peter Ma 11heus, Lies erhält den Führerschein. Ein« luftige Sportgeschichte. 112 Seiten. Mit farbigem Titelbild und drei BoUb:.- bern von Fritz Eichenbera. Gan,zleinen mit farbigem Schutzumfchlag 2-50 Mk. Herold-Verlag R. 8- E. Lenk, Stuttgart. — (437) — Wer möchte nicht Autofahren lernen? Lies wünscht es sich sehr, sie kommt aus einem kleinen Landstädtchen in die Großstadt, mit dem festen Vorsatz, nicht zu ruhen, bis sie ben guten dicken Onkel, der eine Fahrschule besitzt, herumgekriegt hat, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. So einfach geht das aber nicht. Da sind erst viele Widerstände zu beseitigen unb mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden. Und auch dann noch gibt'9 genug heitere Zwischenfalle, bie deutlich zeigen, daß Autofahren leichter aussieht als es ist. Lies gibt jedoch nicht nach. Sie packt mit beiden Händen zu, nimmt ihren ganzen Mut und auch ein klein wenig Lift zu Hilfe. Und sie fchafft's! großen Wunsch unserer 3»tt, hohe Kunst zu (ein, die doch beim ganzen Volle verständlich HL Politik und Geschichte — LrichBethe: Tausend Jahre Akt- griechischen Leben». Wnkene—Sparta— Milet—Athen—Alexandria, nut 46 Abbildungen uuf Kunstdrucktaseln. in Leinen gebunden 5,80 Mark ’Berlag F Bruckmann, AG, München. — (561) — SoU bie Antike sich auch heute noch fruchtbar unb wegzeigenb erweisen, so muh ihr gelehrter Kenner vom Boben ber kritischen Einzelforschung sich los- läsen und ein farbige» Bild ber großen Zusammen- hange unb Entwicklungsrethen geben Der Verfasser schildert bie Höhepunkte bes griechischen Leben» Er fuhrt uns von ben Stätten der griechischen Vnr- Seschichte, Kreta, Mykenae, lirijn», in den harten .tiegerftaat de» alten Sparta, er betritt den üppigen Boden Kleinasien», an dessen Küsten griechische Kolonien den Boden für da» Aufblühen ber Dichtung, Wissenschaft unb bilbenben Künste bereiteten. Dann führt den Verfasser sein Weg in bas Athen der perikieischen Zeit, „einen Höhepunkt menschlicher Kultur überhaupt"! Als Athen nach ben Eroderun tszugen Alexander» seine führende Stellung oerljren hotte, hat an seinem Platz Alexandria, wo die Kulturen de» Osten» und We- sten» zusammenkrasen, für bie lommenbe Weltmacht Rom» bie Grundlagen geschaffen Da» Buch ist Spannend, anregend unb einbrucksooll Eine Reihe orglam gewählter, vortrefflich ausgeführter Ab- dlbunqen schmückt da» Werk — Ricarda Huch 3m alten Reich Le- bensbilber deutscher Städte Der 8üb*n Mik StibtebUbem nach Zeichnungen o?n Prssesior Han» Meid Berlin, und 19 Stabtmapih . len. In Leinen gebunden 2,s > RM ’c •hnn mann, Verlag, Bremen. — (597) — Ricarda Huch Nachdruck verboten! 5. Fortsetzung. „Na, Gott sei Dank, daß sich diese Geschichte so harmlos aufklärt! Dem Jungen sollte man eine langen — und damit basta! Uebrigens, haben Sie heute abend Zeit, mit mir irgendwo ein Glas Wein zu trinken? Ich habe ein bißchen das, was man Ludengraus nennt." Doktor Miller sagte zu. Er war immer gern mit bem intelligenten, befreundeten Manne zusammen. Auch hoffte er, etwas über diese Stimme zu Horen, mit der er telephoniert hatte, und die ihm so merkwürdig bekannt im Ohr fortklang. — An einem der nächsten Nachmittage erschien bei Frau von Merten wieder ein Mieter. Ein Herr, der in gebrochenem Deutsch bat, ihm das freie Zimmer zu zeigen. Irene übernahm die Verhandlungen. Sie wurde mit dem Ausländer, einem hageren, dunklen Manne von unbestimmtem Alter, mit scharfen Augen hinter einer großen Brille, schnell einig. Er bewilligte sogar ohne Zaudern einen etwas höheren Preis. Herr Wassiliew bat nur darum, bald einziehen zu dürfen. „Ich werrde garrnicht stören. Bin ich anspruchsloser Mensch geworden. Vorr Revolution ich habe abwechselnd gelebt in Petersburg und Moskau. In beiden Städten hatte ich eigene Häuferr. Nach Revolution bin ich geflüchtet. Derr größte Teil von Vermögen ich habbe verloren. Einen Teil ich hatte schon vorr Krieg in England angelegt, davon ich lebbe." „Ich hoffe, daß Sie nicht politisch tätig sind", bemerkte Irene. „Wir sind hier — unversehens — sehr international geworden. In dem Zimmer wohnt eine Französin, außerdem allerdings wohnt noch ein deutscher Herr hier." „Schade! Ich hätte in meiner Jugend mehr sollen treiben Französisch!" erwiderte der Russe, mit einem fast traurigen Gesicht. „Ich habbe aberr so getibbt Deutschland, daß ich habbe imerr nurr gesprochen außer Russisch Deutsch. Englisch und Französisch ich kann leider nichts." „So, Berta", sagte Irene draußen lächelnd, „wieder ein Ausländer." „Die reine Menagerie!" räsonierte die alte Berta. „Nu' fehlt bloß noch ein Chinese, dann können wir auf den Jahrmarkt ziehen. Bin mal neugierig, wann die Französin auch mit dem anbandelt!?" „Na, schimpfen Sie nicht, Bertchen. Der neue Mieter spricht zur Abwechslung kein Französisch. Da Yvonnes Geheimnis Vornan von Klothilde von Stegmann llrheberrechtsschuh: Fünf-Türme-Derlag Halle (Saale) Seeburg lächelte, goß sich sein Glas wieder voll und hob es in Augenhöhe. „Ich habe Ihnen vorhin zweimal Bescheid getan, lieber Doktor! Aller guten Dinge sind drei! Trinken wir auf den glücklichen Zufall." Bedächtig füllte Doktor Miller sein Glas neu; ein leises Befremden war in ihm. Seeburg schien ja gehörig Feuer gefangen zu haben. „Ist es unbescheiden, zu fragen, wo Sie diese Schauspielerin, die hier in Deutschland noch wenig bekannt ist, kennengelernt haben?" Lachend gab Seeburg zur Antwort: „Muf, sehr bequeme Weise: in meinem eigenen Zimmer." „Wie? In Ihrem eigenen Zimmer? Bei Mertens? Das ist doch eigentlich ein merkwürdiger Ort, die Bekanntschaft einer jungen Dame zu machen?!" „Im allgemeinen ja, Herr Doktor! Aber wenn man, ohne es zu wissen, den Koffer einer Dame in seinem Zimmer stehen hat, dann ist es nicht erstaunlich, wenn die schöne Besitzerin sich um ihr Eigentum kümmert." „Dann müßte dieser Koffer etwas von dem fliegenden Koffer in dem allen Märchen haben, denn im allgemeinen spazieren doch Koffer nicht selbst in den Wohnraum interessanter junger Leute?" „Lieber Direktor, lassen Sie um Gottes willen den Kriminal heute beiseite! Kein Feld für Sie! Alles so einfach wie möglich. Fräulein Yvonne ist meine Zimmernachbarin." „Ja, das ist allerdings eine einfache Aufklärung. Ich kann eben meinen Beruf nicht ganz verleugnen. Wenn ich Sie recht verstanden habe, ist Ihnen diese schöne Dame gar nicht über den Weg, sondern über Ihr Zimmer gelaufen? Ich sagte vorhin schon, ich bin nicht sehr für das Neue. Sehen Sie, Herr Baron, wenn früher der Koffer einer jungen Dame ver- sehentlich in das Zimmer des Nachbarn gelangte, bann ging diese junge Dame zur Klingel und sagte dem Mädchen: ,Sehen Sie doch mal zu, ob ein Koffer, der soundso aussieht, vielleicht in ein anderes Zimmer geraten ist?' Aber sich gleich selbst auf die Suche zu machen, das nenne ich modern! Wie ich mir Fräulein Irene so oorft^Ue, die hätte sicher den altmodischen Weg gewählt." „Sicher, lieber Doktor! Nur Fräulein Yvonne kann das nicht! Die gute Berta würde das nämlich nicht verstehen, was sie tun soll. Fräulein Yvonne svricht kein Wort Deutsch. Ich hätte sie übrigens doch nicht für einen solchen Philister gehalten — nehmen Sie es nicht übel!" „Nee, ich nehme es wirklich nicht übel, Baron! Aber eines möchte ich doch gern wissen" — ein spähender Zug trat auf Doktor Millers Gesicht —: „Ist das die junge Dame mit dem eigenartigen Hellen Ton in der Stimme, der etwas an das Zwitschern eines Vogels erinnert? Ein silberner Ton, möchte ich sagen, Herr Baron!" (Fortsetzung folgt.) ____ „Guten Abend, lieber Doktor! Sie haben mir mit Ihrem Anruf heute eine große Freude gemacht. Ich bin sehr vergnügt, daß sich die angebliche Diebstahlsaffäre so harmlos aufgeklärt hat. — Bringen Sie mir wieder den Mosel von neulich Abend! wandte er sich an den herantretenden Kellner. „Oder haben Sie inzwischen eine neue Spezialität hier ausgekundschaftet?" „Ich bin nicht sehr für das Neue, Herr Baron; es ist selten gut! Ich bin bei der alten Marke geblieben." „Also, dann mir auch eine! Vielleicht gehen wir dann zu einer noch besseren Marke über. Ich bin heute in jo guter Laune, daß ich Lust dazu hätte." „Gratuliere, Herr Baron! Sie scheinen also mit Ihrer Wohnungswahl sehr zufrieden zu sein? Trinken wir einen stillen Schluck auf das Gedenken des armen Merten." Seeburg erhob fein Glas und bot Doktor Miller Bescheid. „Und nun, Baron, wenden wir uns wieder den Lebenden zu'l Auf Fräulein Irenes Wohl, wenn ich mir gestatten darf! Sie zeigten neulich soviel Anteilnahme für ihr Schicksal. Hat sie sich getröstet?" Seeburg nippte an seinem Glase und hob es dann gegen Doktor Miller. Seine Worte tarnen etwas zögernd: „Ich habe leider keine Gelegenheit mehr, ein persönliches Wort mit Fräulein von Merten zu wech- sein. Sie stellt sich fremd und kühl zu mir als ob sie mir beweisen wollte, daß sie eine junge Dame ist, die auf sich hält und keine Annäherung duldet. Dabei bestand bei mir doch wahrhaftig nur ein warmes Interesse für die Schwester des alten Kameraden, wenn ich das kleine Mädel auch nett gefunden habe. Aber jetzt setzt sie eine Miene auf, als ob sie mich jeden Augenblick in die Schranken zuruck- weisen müßte." „Drollig!" sagte Doktor Miller. „Ich hatte mir eigentlich ein ganz anderes Bild von Fräulein von Merten gemacht. Sie muß ihrem Bruder doch gar nicht ähnlich sein? Der war die Impulsivität selbst. Allerdings — das werden Sie wohl auch beobachtet haben, Herr Baron —, wenn ihm etwas nicht paßte, dann hatte er eine eisige Art und verbreitete etwas von Unnahbarkeit um sich. Wenn man sich nicht darum kümmerte, dann legte sich das wieder." „Die kühle Art Fräulein von Mertens wäre mir vielleicht gar nicht so aufgefallen, Doktor, wenn ich nicht inzwischen das gerade Gegenstück von Fräulein von Merten durch einen glücklichen Zufall kennen- gelernt hätte. Ich bin doch weiß Gott über die erste Jugendschwärmerei hinaus; aber so etwas Entzückendes und Graziöses wie dieses Fräulein Yvonne Dumont können Sie sich gar nicht vorstellen." „Yvonne Dumont? Den Namen muß ich doch kennen? Dom Film her glaube ich", meinte Doktor Miller überlegend. „Wer ist denn die Dame, und wo hat der glückliche Zufall sie mit Ihnen bekannt- gemacht?" __________ können wir die beiden ruhig nebeneinander em» quartieren." Irene sagte es hastig und mit gemachter Gleichgültigkeit zu ihr. „Wäre mir schon lieber gewesen, der Herr Baron könnte auch nicht französisch sprechen!" brummte Berta. Mit ihren scharfen Augen hatte sie alle Wandlungen in Irenes Stimme erkannt. „Der französische Floh hopst allweil im Korridor herum, wenn der Herr Baron kommt oder geht. Die muß reinweg ihre Uhr nach ihm gestellt haben, und dann geht es los, daß einem gruselig werden könnte. Neulich habe ich Tee reinbringen müssen, und dann hat der Herr Baron eine geschlagene Stunde drin gesessen und Tee getrunken. Bei uns ist er ja noch nicht gewesen, der Herr Baron! Aber das windige Franzosenzeug, das schmeißt mit den Augen, daß einem angst und bange wird." Irene zog die Augenbrauen zusammen. Auch sie hatte sich über Seeburgs schnelle Freundschaft mit Yvonne Dumont gewundert, und wie ein leiser, feiner Schmerz war es in ihr aufgeftiegen. „Lassen wir's gut (ein, Berta. Wir sind ja schließlich auch keine Filmschauspielerinnen. Wir jinb nicht interessant. Aber — was geht es uns an?!" Die alte Berta sah verstohlen von ihrer Näherei auf. Sie kannte doch Fräulein Irene seit ihrer Kinderzeit ... Was war denn das für ein trauriger Ton? Sie erschrak, sagte aber nichts. * Die schwarze, große Tür, die Yvonnes Zimmer mit dem des neuen Mieters verband, wollte sich nicht ganz ins Schloß drücken lassen. Irene bemühte sich vergeblich, den Schlüssel ganz herumzudrehen, damit sie ihn abziehen konnte, nachdem sie zugeschlossen hatte. Der Portier wurde geholt. Da es nicht anders ging, schlug er ein paar Nägel senkrecht ein, die ein Zurückweichen der Tür verhinderten. Er trieb die Nägel nur zu einem Viertel in den Fußboden. Da ein Schrank vorgerückt wurde, bemerkte man sie nicht. Die Tür schloß jetzt. Irene nahm den Schlüssel'an sich. Kurz darauf kam der russische Mieter. Als Berta am nächsten ^age im Zimmer des Fräuleins Dumont aufgeräumt hatte, kam sie ärgerlich zu Irene. „Das Schloß ist bloß nicht zugegangen, weil Fräulein Dumont Papier an ihrer Seite dort aufbewahrt hatte. Einen anderen Platz hat sie wohl nicht gefunden. Dabei hat sie einen Papierkorb im Zimmer." Es war ein Stück einer französischen Zeitung, bas Berta im Türspalt gefunden hatte. Achselzuckend legte es Irene fort. 5. Kapitel. Doktor Miller saß in der kleinen Weinstube am Lützowplatz, in der er mit Seeburg neulich gewesen war. Seeburg schien sich um ein paar Minuten zu verspäten. Doch da kam er ja schon. Offensichtlich in bester Stimmung. __________»____________ Bar-G-1!>!L"-ZLL zur Ankurbelung der Wirtschaft unkündbar und billig, durch „Haka" Kredttkaße, Zweigstelle Gießen, Frantturter Str. 43. Der Reichsaufficht unterstellt. ?r«8V Brautpaare kaufen geg. 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