Kr. 289 Erster Blatt 183. Jahrgang Samstag, 9. Dezember 1933 Lricheln» tägltd), autza Sonntage und feiertags Beilagen. Die Illustriert» ©itfiener Familienblatte! Heimat im Bild Die Scholl» [fionats Betngsprets: Mit 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne Illustriert» . 1.80 Iustellgebühi . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge Höherei Gewalt. Hernsvrtchanfchlüsse anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Glichen. poftschccktonto: 5ranlfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Drutf vnd Verlag: vrühl'fche Universttäls-Vuch- und Sttinöruderei H Lange in Stehen. Schrtftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Trust Blumschein und^ür den Anzeigenteil i. D.TH.Kummel sämtlich in Biegen. 2Rom im Brennpunkt. . Der denkwürdige 14. Oktober, an dem das nationalsozialistische Deutschland seinen Austritt aus dem Völkerbund ankündigte und die Abrüftungs- konferenz verließ, war der erste Anstoß zu einer Auflockerung der weltpolitischen Lage. Der Stein, den Deutschland damals in den versumpften Genfer Tümpel warf, hat das moorige Gewebe zerrissen, und wenn auch noch lange keine klare Wasserfläche in Sicht kommt, so bilden sich Ring um Ring, die gesamte Weltpolitik ist in Bewegung geraten, und es geht nun darum, die Kräfte zu erkennen und zu stützen, die sich für eine Neugestaltung in den Beziehungen der Völker auf einer gesunden Grundlage, wie sie nur die Gleichberechtigung aller und die Anerkenntnis ihrer nationalen Lebensbedürfnisse sein kann, einsetzen wollen. Rom hat den Rammbock weitergetrieben, mit dem Deutschland den ersten Stoß gegen das morsche Gebäude des Völkerbundes geführt hat, um die europäische Politik aus der töd- lichen Erstarrung herauszureißen, die den Unfrieden in Europa zu verewigen drohte. Italien, das sich in Versailles durch seine ehemaligen Verbündeten um die Früchte seiner Waffenhilfe betrogen sah, soweit diese von eben diesen Verbündeten bezahlt werden sollten, dieses enttäuschte Italien ist niemals weder ein Hüter des Versailler Vertragswerts noch ein Freund des Genfer Völkerbundes gewesen, vielmehr wurde Rom, sobald die faschistische Revolution die Erstarkung des italienischen Selbstbewußtseins und die Schaffung einer realen Macht gebracht hatte, Anziehungspunkt aller der Staaten, deren natürliche Lebensinteressen auf eine Revision der Versailler Verträge hindrängen mußten. Ungarn, Bulgarien, die Türkei fanden in Italien eine Stütze gegen Terrorisierungsversuche Frankreichs und seiner Verbündeten von der Kleinen Entente. Mit Sowjetrußland, das von den hochkapitalistischen Westmächten sich jahrelang nicht Gutes versah, knüpfte Mussolini vorurteilslos und weitblickend frühzeitig enge freundschaftliche Beziehungen. Es ist die immer mehr verbreiterte Front der Revisionisten, wie sie in den anderthalb Jahrzehnten Genfer Völl kerbundspolitik in jeder Debatte mehr ober minder deutlich sich abhob, wie sie namentlich in den Abrüstungsverhandlungen durch das häufige Zusammengehen der drei Großmächte, Deutschland, Italien und Rußland heraustrat. Don diesen dreien hat Rußland niemals dem Völ- kerbund angehört und es hat auf der Abrüstungskonferenz auch immer in erster Linie die Rolle des Beobachters und unbequemen Agitators gespielt. Deutschland hat nach jahrelangem ehrlichen Bemühen um eine fruchtbare Mitarbeit bitter enttäuscht und von der gänzlichen Sinnlosigkeit einer auf Genf hoffenden Politik zutiefst überzeugt, dem Völkerbund und der Abrüstungskonferenz d?n Rücken gekehrt. Und nun stellt Italien dem Genfer Völkerbund das Ultimatum: entweder Revision oder Austritt. Die französische Presse, die ängstlich gackernd bereits das Ende des Versailler Systems ooraussagt, hat ausnahmsweise den Finger auf dem richtigen Loch. Die Väter des Versailler Vertrags und seiner An- hängse-l hatten den hohen Gedanken der Friedenssicherung durch ein feierliches Bündnis der Völker dadurch bis zur Unkenntlichkeit entstellt, daß sie den Wiljonschen Völkerbundspakt zu einem integrierenden Bestandteil eines Friedensvertrages machten, der fein Friedensvertrag war, sondern den einzigen Hweck hatte, die Kluft zwischen Siegern und Besiegten zu verewigen und in einem gegen alle Gebote völkischer und wirtschaftlicker Vernunft aus- einandergerissenen Europa den Unfrieden zu stabilisieren. Wenn Italien sich gegen Genf wendet, so wendet es sich gegen Versailles, gegen den Mißbrauch der Völkerbundseinrichtung durch die Nutznießer der Friedensdiktate, die im Völkerbund eins der brauchbarsten Mittel zur Aufrechterhaltung der in Versailles festgelegten Kräfteverteilung in Europa sahen. Daher ist auch Italiens erste Forderung, den Völkerbund aus den unwürdigen Fesseln zu befreien, die man ihm in Versailles übergeworfen hat und die ihm die Kehle zuschnüren müssen, wird der lösende Trennungsschnitt nicht schnell und energisch vollzogen. Heraus aus den tödlichen Verstrickungen mit einem ungerechten und daher auch unhaltbaren Frie- densdiktat. Das ist der erste Schritt zu einer Gesundung der Völkcrbundsidee. Der zweite heißt: Heraus aus lebensfeindlicher Stickluft eines Par- lamentarismus, der mit seiner Ueberspitzung des Gleichheitsdogmas genau so wie in zahlreichen innerstaatlichen Regierungssystemen auch auf dem Boden der internationalen Politik seine gänzliche Unfruchtbarkeit erwiesen hat. Die Angst der kleineren Mächte vor einer Bevormundung durch die großen war so alt wie der Völkerbund selber. Die einzige Konzession an die führende Rolle der Großmächte war die Zubilligung ständiger Sitze im Völkerbundsrat. Abe sie war auch der Anlaß zu den unaushörlichen Bemühungen der kleineren Staaten, für ihre Gruppen sogenannte halbständige und wieder wählbare Ratssitze zu erlangen. Diese Gruppenbildung hat ein vernünftiges System der Zusammenarbeit in Genf, das nur auf einer engen Fühlungnahme der Großmächte beruhen konnte, empfindlich gestört und schließlich ganz verhindert. War es schon eine Unmöglichkeit, wenn Vertreter mittelamerikanischer Zwergrepubliken als Sachver- ständige und Schiedsrichter in Streitfragen zwischen europäischen Großmächten fungierten, so maßten sich auch bald Gruppen wie die Kleine Entente, durch die gegenseitige Eifersucht der Großmächte begün- ftigt, einen Einfluß an, der ihnen ihrer machtpoliti- schen, wirtschaftlichen oder kulturellen Bedeutung nach keineswegs zukam. So geht Italiens Forderung auch nach Beseitigung dieser ungesunden Ent- ortung einer formalen Demokratie im Zusammenwirken der Völker Italien wünscht, wie es der Piererpakt schon vorausnahm, daß im Areopag der Natürliche Belebung der Wirtschaft ist die Hauptaufgabe für die zweite Phase der Arbeitsschlacht. E ne Unterredung mit Neichswirtschastsminister Or. (Schmitt. Köln, 9. Dez. (TU.) Der „Westdeutsche Beobachter" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt. Der Minister führte u. a. aus: Die große wirtschaftliche Aufgabe des neuen Reichs war die Wiederbeschäftigung der Arbeitslosen, nicht nur um diese Menschen aus ihrem materiellen Elend herauszubringen und aus ihrer seelischen Not zu helfen, sondern, weil der Ausfall der Konsumkraft dieses großen Bruchteils der deutschen Bevölkerung die Hauptursache für die Fortdauer der Wirtschaftskrise ist. Es ist dabei ganz gleichgültig, ob die Beschäftigungslosigkeit so vieler Menschen erst die Folge anderer Krisenursachen gewesen ist. Heute liegt bei ihr der Angelpunkt für die innerwirtschaftliche praktische Lösung. Durch tatkräftige Maßnahmen, vor allen Dingen großzügige Arbeitsbeschaffungspläne ist ein erster Angriff erfolgreich gewesen. Der Erfolg ist aber kein ausschlaggebender, sondern nur ein Anfang, und zwar deshalb, weil die Zahl der Arbeitslosen immer noch sehr groß ist und vor allen Dingen, weil ihre Beschäftigung in weitem Ausmaße nicht aus der Wirtschaft selbst heraus, sondern auf Grund öffentlicher Aufträge zu- standegekommen ist. Es wäre nichts gefährlicher, als sich über das Ausmaß eines erzielten Erfolges Illusionen hinzugeben. Wir müssen deshalb die Aufgaben des nächsten Abschnittes mit der gleichen Begeisterung und Energie anfassen. Ich sehe sie darin, daß wir die Im ersten Kampfabschnitt erzeugte zusätzliche Kon- sumkraft benutzen, um nunmehr die natürliche Belebung unseres Wirtschaftslebens zu fördern und mehr und mehr von kün st lichen Aufträgen u n - abhängig zu machen. Dies wird uns erleich- tert durch die sich noch längere Zeit auswirkenden öffentlichen Arbeilsbeschaffungspläne. Entscheidend beeinflußt wird sie von dem Glauben an die bessere Zukunft, den unser Volk politisch in unvergleichlichem Maße am 12. Booember gezeigt hat und der auch wirtschaftlich immer mehr vertieft werden muß. Dabei ist es Sache des Reichswirtschaftsministeriums, alle Störungen aus das Entschiedenste zu unterdrücken, insbesondere, soweit sie sich gegen die Hebung der Konsumkraft richten. Daraus ergab sich für uns das vorgehen gegen Preiserhöhungen in den letzten Tagen. Ich habe wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß Preiserhöhungen Lohnerhöhungen zur Folge haben müssen und daß wir b e i- des jetzt nicht brauchen können, vor allem anderen müssen die Arbeitslosen in den Wirtschaftsgang eingeschaltet werden. Es ist dabei gleichgültig, ob die beabsichtigte Preiserhöhung an sich berechtigt war oder nicht. Auf eine Frage, ob eine Bankenreform schon in absehbarer Zeit zu erwarten sei, antwortete der Minister zurückhaltend. Er bedauerte die Zentralisierung, deren Nachteile in jeder Beziehung er anerkannte und bemerkte, daß eine Rücken!- w i ck l u n g zu begrüßen sei. Jedoch müsse man das Ergebnis der Banken-Enquete abwarten. Jedenfalls sei für ihn maßgebend, immer den Weg zu finden, der der Wirtschaft praktisch am meisten nütze. Feste Währung-feste Preise. Berlin, 7. Dez. (CNB) Im „Völkischen Beobachter" erklärt Staatssekretär Feder u. a.: Als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachtet die deut- sche Reichsregierung in llebereinftimmung mit der Reichsbankpolitik d i e Erhaltung der festen Währung. Eine feste Währung ist die Voraussetzung für jede wirtschaftliche Kalkulation und damit auch für feste Preise. Inflation und Deflation sind gleich gefährliche Erscheinungen im Wirtschaftsleben, da sie das gesamte Wirtschaftsleben in Unordnung bringen müssen. Die lieber» kapazität der wirtschaftlichen Produktionsstätten auf der einen Seite, die geminderte Aufnahmefähigkeit der zum Teil erwerbslosen Bevölkerung auf der anderen Seite, stehen solange in unlösbarem Widerspruch, solange nicht die ordnende und regelnde Hand des Staats auch in der Wirtschaft eingreift. Auf lange Sicht müssen aber auch hier die Maßnahmen der Regierung abgestellt werden können. Im Vordergrund stehen die Arbeüsbeschaf» fungsmaßnahmen der Regierung. Wenn schon die Regierung mit großen Opfern dem ganzen Volk und damit der ganzen Wirtschaft eine feste Währung erhält, kann sie wohl erwarten, daß auch die Wirtschaft oon sich aus von unzulässigen Preis st eigerungen Ab st and nimmt. Denn sonst wird die erwünschte Wirkung ihrer Maßnahmen, nämlich die Wiedereingliederung oon Millionen Arbeitslosen, sabotiert. Aus der g e = steigerten Kaufkraft ergibt sich die vor allen Dingen notwendige und erwünschte Umsatz- st e i g e r u n g in der Wirtschaft, die das beste und sicherste Mittel ist zur Senkung der fixen Unkosten bei gleichbleibenden Prei- s e n und damit einer effektiven Erhöhung des Gewinnes und der Rentabilität der Unternehmungen. Feste Währung — feste Preise — durch die Hand einer festen Regierung. Günstige Gniwilllung des Mischen November ans dem Arbeiismarki. Rückgang der Arbeitslosen um fast 62000. — Oie Arbeitsbeschaffungsaktion wirkt sich aus. Berlin, 8. Dez. (WTB.) Die Zahl der bei den Arbeitsämtern eigetragenen Arbeitslosen ist — wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet — in der zweiten Novemberhälfte um fast 62 000 3 u r ü cf gegen g e n. Sie betrug am 30. November 3 714 000. Unter Berücksichtigung der Zunahme in der ersten Monatshälfte ist im Laufe des ganzen November der Arbeitsmarkt um fast 31 000 Ar- beitslose entlastet worden. Einer Zunahme der Arbeitslosen in den Außenberufen um rund 27 000 steht eine Abnahme in den übrigen Berufsgruppen um rund 58 000 gegenüber. Die Entlassungswelle aus den Außenberufen fetzte bisher erfahrungsgemäß im Monat November stets mit besonderer Wucht ein. So war die Arbeitslosenzahl im November 1932 um 246 000, im November 1931 sogar um 436 000 gestiegen. Es kommt deshalb der Entwicklung der Arbeitslosenzahl gerade in di e s e m M 0 n a t als Gradmesser für die Wirksamkeit von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erhöhte Bedeutung zu. Daß es gelungen ist, ungeachtet aller Saisonschwierigkeiten die Arbeitslosen- zahl nicht nur zu halten, sondern sogar noch in dem bargelegten Umfang zu senken, zeigt, daß die von der Reichsregierung eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit diese erste Bewährungsprobe erfolgreich bestanden haben. Der bedeutsame Nooembererfolg ist im einzelnen darauf zurückzuführen, daß einmal die landwirtschaftlichen Arbeitgeber trotz der beginnenden winterlichen Arbeitsruhe ihre Arbeitskräfte in einem für den einzelnen Betrieb eben noch wirtschaftlich tragbaren Umfange behalten. Daneben hat das Bau - und Baustoffgewerbe einen für diese Jahreszeit noch ungewöhnlich günstigen Beschäftigungsgrad aufzuweisen. Die von der Reichsanstalt geförderten Notstandsar- beiten nehmen oon Monat zu Monat an arbeitsmarktpolitischer Bedeutung zu. Bei ihnen wurden nach den zuletzt ermittelten Zahlen Anfang November rund 314 000 Leute beschäftigt. Eine wirtschaftlich besonders bedeutsame Stütze fand der Arbeitsmarkt in der stetigen zum Teil noch gebesserten Beschäftigungslage aller übrigen Produktionszweige. Ein erfreulicher Beweis für die innere Gesundung des Arbeitsmarktes ist das starke A d s i n k e n der Za hl der arbeitslosen Angestellten. Sie ist im November um rund 19 000 zurückgegangen. In der Arbertslosenversiche- rung wurden bei einem Bestand von rund 345000 Ende November 17 400 Unterstützungsempfänger mehr betreut als Mitte November. — In der K r i - Völker die Großmächte wieder die Rolle überneh- men, die ihnen ihrer tatsächlichen Macht und daher auch ihrer erhöhten Verantwortung für den Frieden der Welt entsprechend zukommt. Es ist selbstverständlich, daß Mussolini mit diesen Reformvorschlägen auf den heftigsten Widerstand der Kleinen Entente stoßen wird, die ja nicht nur in Genf der entschiedenste Gegenpol des italienischen Bündnissystems ist. Es ist daher auch kein Wunder, daß ihr Wortführer und zugleich einer der eifrigsten Verteidiger des Völkerbundes in seiner gegenwärtigen Gestalt, der tschechische Außenminister B e n e s ch, ftwrnstreichs nach Paris geeilt ist, um mit Herrn Paul-Boncour die Nase zusammenzustecken und womöglich einen Gegenstoß zur Entlastung des hart bedrängten Genfer Sorgenkindes vorzubereiten. Frankreichs Außenpolitik ist durch die ständigen parlamentarischen Krisen, von denen man bald annehmen muß, daß sie Krisen des Systems sind, gänzlich gelähmt und weniger denn je imstande, mit einem frischen Schwung beherzt und aufgeschlossen für eine fruchtbare Idee sich auf neue erfolgversprechende Bahnen zu wagen. Mit fast schon greisenhafter Angst und Starrheit schlürft es in den ausgefahrenen Gleisen einer sterilen Politik weiter und verschanzt sich gegenüber allen Versuchungen zu einer neuartigen Ausfassung und Gestaltung der brennenden europäischen Probleme, namentlich des Verhältnisses zu seinem butschen Nachbarn, hinter seine Bündnisse mit den Dftftaaien. Daher auch die schnelle Ein- lalmng an Benesch, der über Frankreichs unveränderte Politik beruhigt werden soll, wobei man aber in Paris vergißt, daß der andere Verbündete Polen keineswegs einer Extratour scheut, wenn er sich davon eine Entlastung verspricht. Da Frankreich im Völkerbund wie er heute ist und gerade in seiner engen Verstrickung mit Versailles ein unentbehrliches Instrument zur Sicherung der eigenen Hegemonie auf dem europäischen Kontinent sieht, Italiens Austritt jedoch dieses Instrument stumpf und schartig zu machen droht, so hat das italienische Verlangen nach Revision des Völkerbundes ! bi« französisch« Politik empfindlich unter Druck ge- I setzt. Es wäre nicht ausgeschlossen, daß Frankreich unter dem Zwang dieser neuen Lage sich dazu bequemen würde, die im Zeichen des frischgebackenen Viermächtepakts mit großen Hoffnungen und reichlichen Vorschußlorbeeren begonnenen aber bann bald versandeten Verhandlungen, über einen großzügigen Ausgleich der französisch-italienischen Interessen wieder aufzunehmen. Daß der russische Volkskommissar des Auswärtigen, Litwinow, der persönlich in Washington das erste Freundschaftsband zwischen seinem Lande und den Vereinigten Staaten knüpfte und mit diesem überraschenden Coup Rußlands bedrohter Stellung im Fernen Osten eine spürbare Entlastung schuf, für seine Rückreise nach Moskau den Weg über Rom wählte, ist bezeichnend für die Mittler- stellung Italiens in der internationalen Politik. Die Sowjetunion hat aus den Erfahrungen der Interventionskriege gelernt und sich ringsherum mit einem Panzer von Nichtangriffspakten umgeben (das Loch in Oftafien wird sich vielleicht jetzt unter dem Druck der Vereinbarungen von Washington schließen lassen). Die langjährige und trotz des äußersten Gegensatzes der innerpolitischen Systeme unvermindert herzliche Freundschaft mit Italien hat den Russen eigentlich den Weg bereitet zu dieser Aussöhnung mit dem Westen. Mussolini sah in Rußland von je einen unübersehbaren, ja unentbehrlichen Mitspieler in der großen Politik, der besondere Freundschaftspakt vom 2. September die- ses Jahres, dessen Ratifizierung vor der Tür steht, sollte das Viermächteabkommen bewußt ergänzen. Rußland soll neben den Westmächten und Deutschland als gleichberechtigte Großmacht in der europäischen Politik wieder die Stelle einnehmen, die ihm zukommt. Eine Festigung der d e u t s ch - russischen Beziehungen Hegt durchaus im Sinne der Politik Mussolinis, die auf eine enge Zusammenarbeit der europäischen Großmächte und auf einen gewissen Ausgleich des Kräfteverhältnisses hinzielt. Es ist anzunehmen, daß diese ©ebanfengänqe besonders auch in Zusammenhang mit der Krisis des Völkerbundes und der Abrüstungskonserenz in den römischen Gesprächen eine Rolle gespielt haben. 1 Steht Italien als beider Freund zwischen Deutsch- I land und Rußland, so hat sich für Moskau eine ähnliche Stellung zwischen der Türkei und Italien herausgestellt. Die türkisch-italienischen Konflikte, die vor mehr als zwei Jahrzehnten nach scharfem Waffengang für die Türkei zum Verlust von Tripolis geführt hatten, sind ebenso längst vergessen, wie die Gegnerschaft im Weltkrieg. Mussolini hat nach der Machtergreifung des Faschismus die Anbahnung guter Beziehungen zu der Türkei Kemal Paschas als dringlichste Aufgabe empfunden und in ihr. Ungarn, Griechenland und Bulgarien als natürliche Gegengewichte gegen die französisch orientierte Kleine Entente die gegebenen Bundesgenossen gesehen, die vor allem die von den Serben bedrohte Adriaflanke entlasten konnten. Aber neuerdings machen die türkischen Versuche, gerade mit den Ländern der Kleinen Entente, besonders natürlich mit Serbien zu einem Nichtangriffspakt zu kommen, in Rom einige Sorge, von der man gewiß auch ßit- roinoro gegenüber gesprochen haben wird. Schließlich haben Rußland und Italien gemeinsame Be- rührungspunkte, so seltsam es klingen mag, kn ihrem Verhältnis zu Japan. Wenn auch Italien an der machtpolitischen Entwicklung in Oftafien von allen Großmächten neben Deutschland am wenigsten interessiert ist, so steht es doch wirtschaftlich in einer gewissen Spannung zu der sich gewaltig regenden Großmacht des Fernen Ostens.' Die japanische Schleuderausfuhr, namentlich in Seide und Baumwollwaren, ist für die italienische Wirtschaft auf dem Weltmarkt zu einer äußerst empfindlichen Konkurrenz geworden. Die Japaner haben sich damit natürlich in Rom keinen Freund gewonnen, wenn auch Italiens Verstimmung kaum zu irgendwelcher Jnteressennahme in Fragen des Pazifik führen dürfte. So ist Rom heute Schnittpunkt der wichtigsten politischen Kraftlinien und strahlt seinerseits wieder äußerste politische Aktivität aus. Neben dem Führer des neuen Deutschland ist zweifellos Mus- solini einer der kühnsten und ideenreichsten Vorkämpfer eines verjüngten, wahrhaft befriedeten Europas. f e n-f ürfo rge ist die Zahl berHauptunterftützungs- empfänger am 30. November mit 1 058 000 um 6150 geringer als am letzten Stichtage. Insgesamt mürben am 30. November rund 1 409 000 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose und bamit rund 79 000 weniger als zu Beginn des Monats bei den Arbeitsämtern gezählt. Die Reichsauiobahnen. Pläne des bleneralinspckteurs rr.Lodt. Berlin, 8. Dez. (TU.) Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenbauwesen Dr. Todt, er, klarte über die weiteren Pläne für den Bau der Reichsautobahnen u. a.: Wir haben zur Zeit acht Oberbauleitungen in Deutschland. In ein paar Monaten werden 15 Bauleitungen arbeiten. Das Ausland ist uns in vieler Hinsicht im Straßenbau aanz erheblich voraus, während Deutschland allerdings das dichteste Straßennetz hat. Deutschland fehlte aber auch gerade in den Jahren, in denen ein großzügiger Bau von Autostraßen notwendig wurde, die für solche großen Projekte erforderliche einheitliche Führung. Es ist ja der Grundgedanke des Führers, bei unserem oroßen Werk nicht für den Augenblick zu bauen, sondern nur Straßen zu schaffen, die auch in zehn Jahren noch vollen Gebrauchswert haben. Bei den Autobahnen werden wir dem ganzen Ausland ball) well voraus sein. Wir wollen |ür die Autobahnen einen durchgehenden laq- Nachtoerk eh r ermöglichen. Die Lösung, die wir hierfür anfireben, ist nicht Straßenbeleuchtung von oben, sondern eine Aenderung der Scheinwerfer des Autos, wodurch g e - genseitiges Blenden unmöglich gemacht wird. Wir sind sehr dahinter her, derartige Versuche zu einem Erfolg zu führen. Einstweilen haben wir ja noch den Mittelstreifen als Blendschutz. Im ganzen werden im kommenden Jahr 1500 bis 1800 Kilometer Autobahnen in Bau sein. Das gesamte Programm von 6000 bis 7 0 0 0 Kilometer wird — man muß die Anlaufszeit berücksichtigen — in etwa sechs Jahren bewältigt werden. Beschlüsse des Reichskabineiis. Berlin, 8. Dez. (WTB.) Das Reichskabinett genehmigte zunächst einen Erlaß über den Gene- ralinspektor für das deutsche Strotz e n w e s e n. Danach wird für die Förderung des Baues der Reichsautobahn und für die Ausgestaltung des Landstraßennetzes eine ober sie Reichsbehörde mit dem Sitz in Berlin errichtet. Deren Leiter, der Generalinspektor für das deutsche Stra- tzenwesen, untersteht dem Herrn Reichskanzler. Ferner beschloß das Reichskabinett ein Gesetz über die Beschränkung der Nachbarrechte gegenüber Betrieben, die für die Volksertüchtigung von besonderer Bedeutung sind. Danach wird eine Klage auf Einstellung solcher Betriebe wegen nachteiliger Einwirkungen auf benachbarte Grundstücke ausgeschlossen. Auch di« Klage auf Herstellung von Einrichtungen, die die nachteiligen Einwirkungen mindern, sällt weg. Es handelt sich hierbei um einen besonderen Schutz für Anlagen dur Pfleae aller Arten des Sports. Den Hauptinhalt der heutigen Beratungen des Reichskabinetts bildete das vom Reichsfinanzmini- sterium vorgelegte Zweite Gesetz zur Aenderung der Reichshaushaltung. Dieses sieht eine Kodifikatton des Haushaltsrechts für Länder und Gemeinden durch Uebernahme der Reichshaushattungs- ordnung durch diese vor. Das Gesetz, das vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht ferner eine E r - Weiterung der Befugnisse des Präsidenten des Rechnungshofs vor und ein Einbauen des Reichssparkommissars in den Rech- nunashos und in dos Reichsfinanzministerium, wodurch die Einrichtung des Reichssparkommissars neu belebt und rationell gestaltet wird. Die Ausgaben dieser Behörden sollen mit Nachdruck weiter betrieben werden. Dem Präsidenten des Rechnungshofes wird ein Vizepräsident beiaesellt, der gleichzeitig Präsident der Preußischen Overrechnungskammer sein soll. Der letzte Punkt der Tagesordnung der heutigen Kabinettssitzung betraf die Sanierung des Nürburg- Rings durch Umwandlung eines Teils der Forderung von Reich und Preußen an die Nürburg-Ring G. m. b. H. in Anteile der Gesellschaft, wodurch das Reich und Preußen die ausschlaggebenden Gesellschafter werden. Oer Zusammenschluß der Hausbesitzer im Rhein -Main -Gebiet. Oie Aufgabe des Hauelbesitzes als Treuhänder deutschen Volksgutes und Förderer der Arbeitsbeschaffung. Frankfurt a. M., 8. Dez. ($8691.) Heute sand In Frankfurt ein außerordentlicher Verbandstag des Zentraloerbandes deutscher Haus- und Grund- besitzeroereine statt. Es wurde die Durchführung des Führerprinzips beschlossen und zum Präsidenten Obersturrnbannsührer T r i b i u s (Magdeburg) berufen. Der bisherige Präsident Humor wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Der neue Präsident erhielt die Vollmacht zur Vornahme von Satzungsänderungen. Abends fand im Hippodrom eine große Kundgebung der Haus- und Grundbesitzer Deutschlands statt, zu der Delegierte aus allen Teilen des Reiches, allein aus Berlin 120 erschienen waren. Die Kundgebung wurde eröffnet mit Begrüßungsworten des Präsidenten Tridius für die Gäste Dann erklärte Reichöstatthalter Gauleiter Sprenger: Im Mittelpunkt Ihrer Tagung In Frankfurt steht öle Arbeitsschlacht. Auch im Frieden schon war der Hausbesitz ein Faktor, der in der Auftragserteilung eine hervorragende Stellung eingenommen hat. Man muß sagen, daß die Hausbesitzer willig und freudig auf die Arbeitsbeschaffungsprogramme der neuen Regierung einge - gangen find. Auch in unserem Gebiet ist das Kontingent, das seitens der Reichsregierung zur Verfügung gestellt worden Ist, rasch a u f gebt a u ch t worden, und wir sind eben daran, neue Mittel im Benehmen mit der Reichsregierung flüssig zu machen. Es ist ein Verdienst des Treuhänders der Arbeit Dr. Lüer, den Ausschuß für Arbeitsbeschaffung ins Leben gerufen zu haben. Dadurch konnte er- seicht werden, daß gerade in der Zeit der Not über alle behördlichen Instanzen hinweg der Weg der Prüfung und Genehmigung um 7 5 Prozent abgekürzt werden kann. Der Reichsstatt- Hatter wies dann auf die einzelnen Maßnahmen hin, mit denen dem Hausbesitz geholfen werden soll, u. a. auf die E l e k t r o - G a s - F r o n t und den Garantieverband, der als mufter- gültig für ganz Deutschland angesprochen worden ist. Wir wissen, daß ein gesunder Haus- besitz, ein gesunder Besitz überhaupt alle Zeit einer der größten Aktivposten einer echten deutschen Volkswirtschaft ist und bleiben muh. Der Hausbesitzer hat eine hohe Aus- gäbe für das gesamte Volkstum zu erfüllen. Er muh sich bewußt sein, daß er der Sachwalter .nalWU aller deutschen Menschen. Nie wieder dürfen Prosit und Eigennutz richtunggebend sein velm Bau von Wohnungen und der Erhaltung der Wohnungen Wir danken es den maßgebenden Regierungsstellen, daß sie neuerdings Mittel zur Der- fugung gestellt haben, daß die A l t st ä d t e s a • n , r * mir?rfn',.ba^ d'E Wohnungen, die nicht einmal zu Diehstallen taugen, restlos ausgerottet roer- Öen. Ich richte den Appell an die Hausbesitzer, daß sie auch .m Volksleben persönlich dafür sorgen öa s Volksganze erhalten bleibt. Jht dürfen Klagen kommen, daß Hausbesitzer dte Aufnahme von Volksgenossen verweiger- ten we.l sie ihre Pflicht als Familienväter getan und eine kinderreiche Familie haben Diese Zeiten müssen der Vergangenheit angeboren. Staatssekretär Gottfried Feder überbrachte die Grüße des Reichswirtschaftsmini. siers. In äußerst lehrreichen Zahlenangaben schil- derte er die zwangsläufige Notlage des bcutf.üen Hausbesitzes. In dem Vorkriegsvolumen von 100 Milliarden Mark war gut ein Drittel der Ganzen Volkswirtschaft durch den Hausbesitz e st gelegt. Das Reichswirtschaftsministerium werde diesen wertvollen Besitz, der auch heute noch hier verkörpert ist. zu erholten willen. Dor dem Kriege waren diese 100 Milliarden Hau ■ besitz mit etwa 50 Milliarden Hypotheken betauet und mU 2,2 Milliarden Zinsen. Der Bruttoerttag erbrachte an Mieten etwa 5 Milliarden, die Steuerlasten betrugen 0,22 Milliarden und die sonstigen öffentlichen Lasten 0,1 Milliarden. Unter Einrechnung der 2,2 Milliarden Hypothekenzinsen war ein Ueberschuß des Hausbesitzes von 2,58 Milliarden gegeben. Heute verkörpert der Hausbesitz noch einen Wert von 30 bis 35 Milliarden Mark, der mit 12,8 Milliarden Hypotheken, davon 7 Milliarden Neu- Hypotheken belastet ist, die etwa 0,75 Milliarden Zinsen erfordern. Demgegenüber betragen die Mietseinnahmen nur etwa 3,7 bis 4 Milliarden Mark. Dabei sind die Steuern um mehr als das Zehnfache gegenöie Friedenszeit auf 2,4 Milliarden Mark, die sonstigen öffentlichen Lasten auf 0,33 Milliarden und die Zinsen auf 0,72 bis 0,75 Milliarden Mark gestiegen. Der ganze Ueberschuß des Hausbesitzes erbringt also heute nur 300 bis 500 Millionen Mark. Das reicht aber für die Verwaltung und für die Instandhaltung des Hausbesitzes einfach nicht aus. Während beim Althausbesitz die Steuern ruinös wirken, find es beim Neuhausbesitz die Zinsen. Man möge nicht glauben, daß die Zerstörungen von 14 langen Jahren in ein paar Wochen oder Monaten wiedergutgemacht werden können. Es ist nicht möglich, die Hauszinssteuer sofort abzufchas- fen; wir müssen hier Schritt für Schritt' vor- wärts gehen. Es würden alle Steuernachlässe nichts nutzen, wenn wir den deutschen Arbeiter nicht wie- der d e r A r b e i t z u f ü h r e n. Der Redner zählte dann die einzelnen Maßnahmen der Regierung auf, mit denen der Wirtschaft ein Impuls zur Ankurbe, lung gegeben werden soll, und stellte den Grundsatz auf, daß Zinsen und Steuern nur aus de m Ertrag befahlt werden können. Das dürfe aber kein Freibrief fein für säumige Zahler. Das Problem der Zins- und Steuersenkung werden wir in Angriff nehmen Schritt um Schritt. Erleichterungen werden schon in absehbarer Zelt kommen. Wenn es uns gelingt, den Winter durchzuhalten mit der heutigen Höhe der Erwerbslosenziffer, bann werden wir Im Frühjahr einen gewaltigen Aufstieg des Be- schäftigungsgrades erleben. In ein bis zwei fahren darf es keine Arbeitslosen In Deutschland mehr geben. Wir sagen: Arbeit schafft Geld. Um Arbeit schaffen zu können, muß und wird ein Volk geschaffen werden mit einer Willensbildung, die im Geist Adolf Hitlers verkörpert wird. Es ist immer der Geist, der sich den Körper baut, und es ist der Geist der nationalsozialistischen Bewegung, der das deutsche Haus wieder aufbauen wird und damit auch den deutschen Hausbesitz. Staatssekretär Krohn übermittelte die Grüße des Reichsarbeitsministers. Bisher feien rund 700 Millionen Mark dem Haus- besitz ag Zuschüssen zur Verfügung gestellt. Diese «umme habe dem Reichsarbeitsministerium den no- tigen «pielraum gegeben, um die bisherig« Be- ichranfung fallen zu lassen. Die Reichsregierung habe nicht nur Mittel bereitgestellt, sie habe auch Zinsver- gutungsfcheine im Werte von mehreren Millionen Mark hingegeben Staatssekretär Dr. Krohn gab wdann eine eingehende Uebersicht des Ausmaßes der verschiedenen Beihilfen und Vergünstigungen für Öen Hausbesitzer für Instandfetzungs- und Umbau- arbeiten. Durch die Belebung der Bauwirtschaft haben alle Berufsgruppen mit Ausnahme der Land- wirtschaft die stärkste Entlastung erfahren. Dieser «rfolfl war nur möglich durch die freubige Mitar- beit des Hausbesitzer Die Besserung der Einkorn- mensoerhältnifle zeigt bereits günstige Rückwirkun- gen auf den Hausbesitz. Im Programm der Reichs- regierung stehen noch weitere Maßnahmen zur Sanierung des Hausbesitzes, vor allen Dingen Zins- 'enfung und Steuerenttafhina Die Maßnahmen für uen ^aiisbiTtp sind im Rahmen der bevölkerungs- politi'ch.-n Ziele und Maßnahmen der Regierung zu betrachten. Diesen Gesichtspunkte» habe" auch dte Wohnungspolitik der Regierung Rechnung getragen. Schließlich betonte Dr. Krohn, daß auch im Der- hältnis zwischen Mieter und Dermie- t e r eine grundlegende Wandlung eingetreten sei und daß sich auch auf diesem Gebiete der Gedanke der Dolksgememfchast durchsetze. Der Treuhänder der Arbeit, Präsident Or. Lüer verkündete bann die Gründung des R h e i n - M a t - nischen Hausb cf i tzeroerbandes sowie der Zentralstelle für die Grundstückswirtfchast des Rhein- Maingebietes. Die Haus- und Grunübesitzeroereine erwei'en nur bann ihre Existenzberechtigung, wenn sie sich als die treuhänderischen Verwalter eenes der wichtigsten Teile des deutschen Dolksvermögens fühlen und mit den anderen an der Grundstückswirt- schaft beteiligten Kreisen gemeinsam auf ein Ziel binarbeiten, nämlich, daß der Grundbesitz wieder seine natürliche E r t r a g s s a h i g k e i t zurückgewinnt, die es ihm gestattet, den Einkom- mcnsverhältnisien der Mieter entsprechende Mieten zu erheben und dem Baugewerbe Aufträge zuzu- führen, die erwerbslose Volksgenosien wieder ht Arbeit und Brot bringen. Der Hausbesig ist in den Mittelpunkt der Arbeitsbeschaffung gestellt. Er kann diese Ausgaben nur übernehmen, wenn eine Sanierung des Grundstückmarktes erfolgt und diese ist wiederum davon abhängig wie weit es gelingt, auf dem Kapitalmarkt eine organische Zinssenkung herdeizu- fuhren und eine Steuerreform einzuleiten, bie für den Staat die notwendigen Mittel bereit fteQt, ohne den Gesamtorganismus der deutschen Wirtschaft über Gebühr zu belasten. Die Zentralstelle für die Grundstückswirtschaft des Rhein-Main- Gebietes ist aufgebaut auf die Mitarbeit des Rhein- Mainischen Handwerkskammertages und des Rhein- Mainifchen Hausbesitzerverbandcs. In den Führerrat sind gleichzeitig Vertreter des Baugewerbes, der Hypotheken- und Genossenschaftsbanken, des Mak- lergeroerbes und der Mieter berufen worden. In den nächsten Tagen werde zunächst für Frankfurt a. M. ein vereinfachtes Verfahren bekanntgegeben werden, das die Gewährung der Steuerermäßigung bei leerstehenden oder unter der gesetzlichen Miete vermieteten Wohnungen beschleunigt. Oie Neugliederung des Reiches. Der Vorschlag des Regierungspräsidenten Nicolai. Berlin, 8. Dez. Der „Angriff bringt Auszüge aus einer Schrift des Regierungspräsidenten Hellmuth Nicolai, in der er von s i ch aus der Oeffentlichkeit Vorschläge für die Neueinteilung des Deutschen Reiches unterbreitet. Nicolai ist gegenwärtig an den Neugestattungsarbeiten im Reichsinnenministerium beteiligt. Aus diesem Grunde verdienen feine JBorfdjläae über die Einteilung des Reiches in 13 Gaue besondere Beachtung. Der „Angriff veröffentlicht diesen Teil der Broschüre. Nicolai schläat folgende Neugestaltung vor: 1. Preußen, bestehend aus der Provinz Ostpreußen. 2. Pommern, bestehend aus der Provinz Pommern, dem nördlichen Teil der Provinz Grenzmark, Posen, weslpreußen sowie dem Land Aleck- lenburg. 3. Brandenburg, bestehend aus der Provinz Brandenburg mit der Stadt Berlin, der Altmark (Regierungsbezirk Magdeburg), dem Lande Anhalt, dem braunschweigischen Amte Lalförde und dem kreis Blankenburg sowie dem mittleren Teil der Grenzmark Posen-weslpreuhen. 4. Sachsen-Thüringen, bestehend aus den Ländern: Sachsen und Thüringen, den Regierungsbezirken Merseburg und Erfurt sowie den Kreisen Schmalkalden und Schlesingern 5. Schlesien, bestehend aus den Provinzen Riederschlesien und Oberschlesien sowie dem südlichen Teil der Grenzmark Posen-westpreußen. 6. Riederfachfen, bestehend aus den Provinzen Schleswig-Holstein und Hannover mit Ausnahme des Regierungsbezirkes Osnabrück, ferner dem nördlichsten Teil von Oldenburg, den Freistaaten Hamburg, Lübeck und Bremen, dem Land Braunschweig (außer Blankenburg und Lalförde) und Schaumburg-Lippe. 7. M e st f a (e n , bestehend aus der Provinz Westfalen, dem Regierungsbezirk Osnabrück, dem Kreise Rinteln und dem Lande Lippe-Detmold. 8. Rheinland, bestehend aus dem nördlichen Teil der Rheinprovinz. 9. Rheinfranken, bestehend aus dem Saar- gebief, der südlichen Rheinprooinzen, Birkenfeld, dem südlichen Hessen, der Pfalz, Nordbaden und Nord- württemberg. 10. Hessen, bestehend aus der Provinz hessen- Rassau ohne die Kreise Schmalkalden und Rinteln, der Provinz Oberhessen, dem Kreis Wetzlar. 11. Mainfranken, bestehend aus den bayerischen Kreisen Oberfranken, Mittelfranken und Un- terfranfen. 12. Schwaben, bestehend aus den Ländern Württemberg, Baden, soweit diese nicht zu Rhein- franken kommen, dem bayerischen Kreis Schwaben und dem preußischen hohenzollern. 13. Bayern, bestehend aus Oberbayern, Riederbayern und der Oberpfalz. Da^u bemerkt der „Angriff: Es hondell sich um Vorschläge, die bei der praktischen Durchführung vermuttich noch einige Abänderungen erfahren, aber im großen und ganzen doch einen ziemlich lebendigen Eindruck vom Werdenden ver- Mitteln. (Es gilt also, zugunsten des neuen gesunden Ausbaues Abschied zu nehmen von überkommenen Gefühlen. Aber das geschichtliche Vorbild beweist, daß Deutschland schon viel schwerwiegendere Umbildungen durchaemacht hat, und gibt um so wem- gcr Anlaß xu Bedenken oder Trauer, als durch öie kommende Reichsreform die Einheit des Deutschen Reiches auch verwaltungsmäßig noch fester geschmiedet wird. Oie Antwort bes Rhein-Main-Gebiets. Zu den Vorschlägen Nicolais äußert sich der Leiter des Gaupresseamts Heffen-Nafsau und Fahrer des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsoerband der deutschen Presse, Parteigenosse W o w e r i c s , 3U einem Aufsatz in der Hessischen Landeszeitung. Er schreibt u. a.. Nicolai selbst zeigt jedoch in feiner Schrift öie natürlichen Bedenken gegen eine derartige Grenzziehung auf, indem er unmittelbar im Anschluß an den durch die Presse gegangenen „14-Ländervorsch!ag", welcher öie selbstverständliche rheinfränkische (Bebietseinheit unberücksichtigt lassen würde, sehr richtig Darauf verweist, daß eine einheitliche rhein-fränkische Landschaft nicht nur gebildet roer- den könne, sondern den „großen Borleit Der endlichen Ueberroinöung der Main- 11 n i e" bieten würde. Die Zahl der rhein-rnaini- schen Organifationen, welche inzwischen den Mazp gemäß seiner ursprünglich uferverbindenden Be- ftimmung überwunden hat. Ist im lebendigen Fluß der großen Gegenwart kaum noch zu nennen. Täglich treten neue Vorschläge an Öen Reichsstatthatter und das Adolf Hitler-Haus in jranffurt heran. Jede bereits erfolgte Bereinigung zieht unablässig weitere Nedenverbände nach, einfach, weil die Zeil zur endgültigen Lösung reif ist. So kann das Werden des Reuen auch nicht vor- wiegend historisch betrachtet werden Die Gestaltung unseres Reiches ist aus der lebensvollen Gegenwart am schnellsten du erfaffen, weil es aus der Gegenwart genommen wird. Der Führer wird den Weg zum Morgen nicht über den Umweg des Gestern gehen. Im Gegenteil, es ist zu erwarten öaö alles Gestrige nicht nur für Öen von der Rraft feiner Persönlichkeit unmittelbar getragenen Zeitabschnitt beseitigt wird, sondern, daß die Ent- Wicklung öie Glieder des Reiches enögüüig und ein für allemal aus jeder Landschaft eine wirklich kraftvolle politische Beftr«. bung irn großen Baugefüge des Bei- ch e s werden läßt. Das den westdeutschen und den mitteldeutschen Schicksalsstrom zugleich überbrückende und organisch fest verklammernde chattisch- r e.n t e Gebiet wird mit seinen neuen großen Verkehrs- und Wirtschaftsprojekten den Raum zwischen Westerwald, Röhn und Neckar land in jeder Hinsicht so ausfüUen, daß es seinen Reichszweck voll erfüllt und das Reich steht nunmehr und für alle deutsche Zukunft über und vor jedem Länderzweck oder „Stam- mesinteresie". Nicht Urahnen und Volkswellen fast prähistorischer Zeiten, sondern lachende Enkel eines einigen deutschen Volkes im gemeinsamen Reich Uehen vor den geistigen Augen derer, die den Klassenkampf zertraten, den Parteienstaat, die Reaktion und die ,Mainlinie" überwanden und das Reich so gestatteten, wie das Leden es denen gebietet, die Dem Lebendigen Dienen. Der nationalsozialistische Lehrerbunb bildet bie Deutsche (krziehersront. Berlin, 9. Dez. (ERB.) Nachstehende Verfügung wurde vom Reichsminister des Innern Dr. rick, Dr. Ley. dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß, dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt und dem Reichsleiter des NSLB. Staatsminister S ch e m m unterzeichnet. 1. Im Hinblick auf den NSLB. und die gegenwärtigen organisatorischen Maßnahmen verfügt das Reichsministerium des Innern, daß ein Wiederaufleben alter, aufgelöster ober in Auflösung befindlicher Verbände absolut verboten ist. Letztere sind in den Fach- schäften des NSLB. aufgegliedert und üben dort ihre Facharbeit aus. 2. Der NSLB. stellt im Hinblick auf Politik und Weltanschauung die große deutsche Erzieherfront analog der Bauern front, analog der 21rbciterfront unter der Führung des Reichsleiters Schemm als selbständiges Amt der Poli- tischen Organisation dar. 3. Der NSLB. stellt im Hinblick auf feine Fachschaften vom Kindergarten über die Volksschule, höhere Schule und Hochschule einschließlich aller Fach- und Arbeitsgebiete die auf Erziehung bezügliche fachliche Organisation der NSDAP, dar. Oie Hitlerjugend umfaßt auch die Jugend der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 9. Dez. (TU.) Zwischen dem Führe» der DAF. Dr. Ley und dem Reichsjugendsührer Baldur von Schirach ist am Frettag folgende Vereinbarung getroffen worden: Die Hitler-Jugend ist die einzige Iuaend- beweg ung Deutschlands. Sie umfaßt auch die Jugend der Deutschen Ardettsfront. Das Jugendamt der DAF. und das Jugendamt der NS.-Ge- meinschaft „Straft durch Freude" Ist eine einheitliche Di e n ft ft t He. Zum Leiter dieses Jugendamtes wird der Pg. Franz Langer, Referent für Berufsschulung und Ausbildung in der Reichsjugendführung, ernannt. Dem Jugendamt obliegt die Betreuung der bisherigen Der- banbsjugenb, die ihm mit sofortiger Wirkung unterstellt wird. Die Arbeitsfront stellt durch das Jugendamt die Mittel, Lehrkräfte und Einrichtungen für die zusätzliche Berufsschulung und Berufsausbll- düng zur Verfügung. Die Hitler-Jugend führt ihre Mitglieder der zusätzlichen Berufsschulung und Be- rufsausdildung zu. Die Ueberwachung dieser Arbeit liegt in den Händen des sozialen Amtes der Hitler-Jugend. Das Jugendamt hält In ber Frage der zusätzlichen Berufsschulung die Verbindung mit den Verbänden aufrecht. Es ist den Dienststellen der Hitlerjugend untersagt, von sich in die Einrichtungen und Dienststellen Der Ber- banbsjugenb einzugreifen. Eie haben bie Anweisungen bes Sozialen Amtes in der Reichsjugendführung abzuwarten. Oie neuen Sähe in den Sozial- Versickerungen. Berlin, 8. Dez (VdZ.) Das Gesetz zur Erhaltung ber Leistungsfähigkeit der Invaliden-, Angestellten- und knappschaftlichen Versicherung bestimmt, daß bie Invalidenrente aus Grunöbettag und Steigerungsbettag besteht. Der Grundbettag ist für alle Klassen 72 Mark im Jahr und wird vom Reich getragen. Der jährliche Striaerunasbettag ist für jeden Wochenbeitrag von 8 Pfennig In ber ersten Klasse bis 62 ^Pfennig in der 10. Klasse bestimmt worden. Der Steigerungsbetrag ist mindestens 72 Mark im Jahr. Für jede Witwen - und Witwe r r e n t e ist ber Grunddettag 72 Mark, für jebe Waisenrente 36 Mark im Jahr. Er wirb vom Reich getragen. Als Steigerungsbetrag werden bei der Witwen, und Witwerrente fünf Zehntel, bei ber Waisenrente für jebe Waise vier Zehntel bes Steige- rungsbetrags ber Invalibenrente gewährt. In derLngestelltenoersicherung besteht das Ruhegeld gleichfalls aus Grunddettag und old* gerungsbetrag, wobei der Grundbetrag für alle Klassen 360 Mark im Jahr beträgt, der jährliche Steigerungsbetrag für jeden Monatsbeitrag zwischen 0'25 und 8 Mark für die bestehenden Klassen von A bis K. Analoge Regelungen sind in der knappschaftlichen Pensionsversicherung für die Jnvalidenpension der Arbeiter und das Ruhegeld der Angestellten vorgesehen. Die einzelnen Abschnitte des neuen Gesetzes treten, beginnend mit dem 1. Januar 1934, zu verschiedenen Zeitpunkten in Kraft. Der Reichsarbeits- minifter ist ermächtigt, Durchfiihrungs- und Ergän- zungsvorschriften zu erlassen. Kriegsbeschädigte dürfen nicht benachteiligt werden. Berlin, 8. Dez. (CRB.) Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup hatte bereits in seinem Erlaß über die bevorzugte Vermittlung von Angehörigen der nationalen Verbände ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Unterbringung der Kriegsbeschädigten, die ebenfalls bevorzugt zu erfolgen hat, durch die Einrichtung der Sonderaktion auf keinen Fall gesähr- Ü e t werden dürfe. In letzter Zeit sind jedoch wiederholt Klagen laut geworden, daß nicht nur in Einzelfällen, sondern auch in größerem Umfange Kriegsbeschädigte bei der Durchführung der Arbeitsvermittlung nicht immer d i e Betreuung gefunden haben, die ihnen zusteht. Der Präsident der Reichsanstalt macht daher den Arbeitsämtern nochmals zur besonderen Pflicht, der Frage der Unterbringung von Kriegsbeschädigten ihre dauernde Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es dürfe nicht der Fall eintreten, daß ein Kriegsbeschädigter, der mehrere Jahre bei einem Unternehmen ununterbrochen beschäftigt war und wegen der geschäftlichen Entwicklung entlassen wurde, trotz namentlicher Anforderung durch den Unternehmer vom Arbeitsamt nicht wieder zugewiesen wurde. Die Vermittler müssen vielmehr nach wie vor ihre Kraft auch dafür einsetzen, Kriegsbeschädigte in freien Stellen unterzubringen, soweit die persönlichen und fachlichen Vorbedingungen erfüllt find. Ausscheiden des Staatssekretärs Luber aus der bayrischen Staatsregierung. München, 8. Dez. (WTB.) Der Reichsstatt- Halter in Bayern General Ritter von Epp hat auf Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Siebert den Staatssekretär und Leiter der Abteilung Landwirtschaft im bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft Diplomlandwirt Georg Luber von feinem Amte enthoben. Zu Dem Ausscheiden Subers wird amtlich bekannt gegeben: Aus Anlaß des Geburtstages des Staatssekretärs Luber wurde von dem bayerischen Landes- bauernobmann das bisher im Eigentum des landwirtschaftlichen Kreisausschusses von Schwaben und Neuburg stehende Hofgut Hjrschwang dem Staatssekretär als Geschenk übereignet. Staatssekretär Luber hat dieses Geschenk angenommen. Da es sich bei dem großen Hofgut um ein im Eigentum einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes stehendes Besitztum handelt, hat die bayerische Staatsregierung auf Grund ihrer nationalsozialistischen Weltanschauung die Auffassung, daß durch diesen Vorgang die Unabhängigkeit und Ent- schlutzfreiheit eines ihrer Mitglieder und damit ihre eigene Regierungstätigkeit b e - einträchtigt werden könnte. Be' der gegebenen Sachlage glaubte der Ministerpräsident, sich von feinem Mitarbeiter im Wirtschaftsministerium trennen zu müssen. Bis zur Entscheidung über die Neubesetzung der Stelle des Staatssekretärs der Landwirtschaft wird der Ministerpräsident als Wirtschaftsminister, dem die Abteilung der Landwirtschaft unterstellt ist, deren Geschäfte leiten. Zur Enthebung des Staatssekretärs Luber von (einem Amte äußert der „Völkische B e o b a ch - t e r" u. a.: Wir Nationalsozialisten haben stets äußere „Ehrungen" und ähnliche Erscheinungen typisch liberalen ^Dankes" abgelehnt, bei den anderen, wie vor allem bei uns felbft. Gerade jetzt, da die Einheit von Partei, Volk und Staat und unsere Bewegung als staatstragende Schicht gesetzlich festgelegt und unter das besondere Gesetz erhöhter Pflichten und Verantwortungen gegenüber Führer. Staat und Volk gestellt ist, muß eindrücklich betont werden, daß es für keinen Nationalsozialisten, einerlei, wo er auch stehe, mehr irgendwelche „Vorrechte" im Sinne der vergangenen liberalen Staatsaufsassung gibt. Für den nationalsozialistischen Kämpfer ist die erhöhte Verantwortung die einzig mögliche Ehrung. Wir alle sind, ganz gleich, wo wir im Staate unseren Dienst tun, an sichtbarer ober untergeordneter Stelle, Soldaten, deren Ehre der selbstlose Dienst ist am Ganzen, für den „Dank" ober „Anerkennung" nur liberalistisches Mißverständnis echter Staallichkeit fordern kann. Gewaltige Friedensdemonstration des Nenyorker Deutschtums. N e u y o r k, 7. Dez. (WTB.) Die Feier des Deutschen Tages in Neuyork, die der Erinnerung an die erste deutsche Ginmanberung im Jahre 1633 galt, gestaltete sich zu der gewaltigsten Kundgebung des Deutsch-Arnerikanerturns in der Geschichte Neu- yorks. Die etwa 25 000 Personen fassende festlich geschmückte Madison-Garden-Halle war vor Beginn der Feier dicht besetzt, so daß Hunderte keinen Einlaß mehr bekamen Nach der deutschen und der amerikanischen Nationalhymne entbot Handelsminister Rope die Grüße und besten Wünsche des Präsidenten Roosevelt. Der Generalinspekteur der amerikanischen Armee, Generalmajor P r e st o n und Konteradmiral Stirling, der Kommandeur der Brooklyner Marinewerft priesen die Verdienste Steubens um Amerika. Stirling erklärte, die wundervoll funktionierende deutsche Flotte brauche sich ihrer Tätigkeit im Weltkriege durchaus nicht zu sckämen. Er freue sich, zahlreiche Amerikaner beut- scyer Abstammung in der amerikanischen Marine zu haben. Man müsse sich fragen, wie angesichts der großen Verdienste der Deutsch-Amerikaner die deutschfeindliche Hysterie beim Eintritt Amerikas in den Weltkrieg überhaupt erklärbar sei. Botschafter Dr. Luther zollte dem Pioniergeist Amerikas seinem mit religiösen und kirchlichen Kräften im engen Zusammenhang stehenden Staats- und Familienleben und seiner starken Hingabe an alle Kräfte geistiger und technischer Betätigung hohes Lob. Der Botschafter bat die Slnmefenben stets der Wahrheit über Deutschland nach- zuforschen. Er erinnerte an die Wucht und Kraft des Geschehens in Deutschland, an die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit und insbesondere an die großen Friedensbemühungen des Reichskanzlers Adolf Hitler. Der feste nationale Zusammenschluß der ungeheuren Mehrheit des deutschen Volkes gelte nur der Verteidigung der eigenen Ehre und des eigenen Daseins Deutschlands. Das Verlangen nach wirklicher Gleichberechtigung sei so selbstverständlich, daß es keinerlei Begründung bedürfe. Mehrere Entschließungen wurden von der gewaltigen Versammlung einstimmig paul=$oncour ist mit dem Völkerbund zufrieden. Frankreich schützt die Ansprüche der Kleinen Entente. Paris, 8. Dez. (1DIB.) Außenminister Paul- B o n c o u r gab heute vor der presse eine Lrklä- tung ab zu den Bestrebungen einer Völkerdunbs- resorm. „Ich lege wert auf die Feststellung", führte er aus, „daß uns biher kein konkreter Vorschlag unterbreitet worden ist. Wenn dies geschieht, werden wir ihn prüfen. Wenn man uns verschlägt, über eine „Anpassung" zu verhandeln, sind wir dazu gern bereit, vorausgesetzt, daß man die Grundlagen des Völkerbundes, die auf der Achtung der Rechte aller Rationen und ihres gemeinsamen Anteils an der Organisation des Friedens beruhen, nicht anlasten und daß es sich nicht um die Artikel handelt, die als Ausdruck dieser Grundsätze zu gelten haben. Ich für meinen Teil finde, daß der Völkerbund auf das glücklich st e den Grundsatz der Gleichheit zwischen allen Rationen, der für mich unantastbar ist, mit der tatsächlichen Lage in Einklang bringt. Ich bekämpfe die versuche, innerhalb des Völkerbundes irgendeine Hegemonie zu schaffen. Es ist eine seltsame Verkennung der Wirklichkeit, die Allianzenpolitik in Gegensatz zur Völkerbundspolitik bringen zu wollen, wie dies von gewisser Seite geschieht. Die von uns unterzeichneten (Ententen und Pakte liegen i m Rahmen des Völkerbundes und sind unlösbar mit feinem Mechanismus verbunden. Sämtliche Ententen und sämtliche Pakte wären neu zu gestalten, wenn der Völkerbund fortfallen sollte. Deshalb denken wir nicht daran, den Völkerbund direkt ober indirekt auch nur im geringsten antasten zu lassen. Er ist und bleibt die Grundlage unserer Politik, ob man will ober nicht." * Damit bestätigt Paul-Boncour ausbrückkich die Berechtigung der Einwände, die in Deutschland, Italien, England und zahlreichen anderen Ländern gegen die Genfer Verwirklichung des Völkerbundsgedankens erhoben werden. Die Kriegsbünb- niffe Frankreichs mit der Kleinen Entente sind mit dem Geist einer wirklichen Völkergemeinschaft nicht zu vereinbaren. Sie sind ober mit dem gegenwärtigen Völkerbund derart verquickt, daß, wie Paul-Boncour gestern sagte, sämtliche Ententen neu z u g e - st a l t e n wären, wenn der Völkerbund fortfalle. Darin liegt Frankreichs Interesse an seiner Aufrechterhaltung. Mit mehr Geschäftigkeit als innerer Ueberzeugung wird nunmehr eine Europa-Tournee der letzten Prominenten des Völker- bundes, Paul-Boncour und Dr. Benefch veranstaltet. Gerade Dr. Benesch, der nach Paris berufen worden ist, stellt die Personalunion zwischen Völkerbundspolitik und französischer Bündnisvolitik her. Die Ablehnung des Völkerbundes ist aber so allgemein, daß Frankreich allmählich auf diese idealistische Einkleidung seiner Hegemoniebestrebungen wird verzichten müssen. Beneschs pariser Reise. Neue Bindungen.—Die tschechische Presse lehnt eine Reform ab. Prag, 8. De*. (WTB.) Die Reise Dr. Beneschs nach Paris im Anschluß an seine Zusammenkunft mit Titulescu wird in der tschechischen Presse lebhaft besprochen. Wie verlautet, soll der Besuch Beneschs durch einen Besuch Paul- Boncours in Prag erwidert werden Boncour beabsichtige angeblich, auch nach Warschau zu reisen. Die Presse bringt in großer Ausmachung die Nachricht von der soeben in Paris erfolgten Unterzeichnung eines französisch- tschechischen Flugabkommens, das sich zunächst auf die Zivilluftfahrt bezieht. Dieses Abkommen stelle ein neues Bindeglied der engen französisch-tschechoslowakischen Zusammenarbeit aus dem Gebiete Des Flugwesens dar. Die katholische Lidove Listy und die agrarische D e n k o w erwarten, daß mit Rücksicht auf das italienische Bestreben, die Freunde des Völkerbundes in die Defensive zu drängen, der Aufbau der Kleinen Entente zu einer wirklichen Großmacht mit Frankreichs Hilfe durchgeführt werde. Die nationaldemokratische N a - robni Listy wendet sich gegen den Versuch Italiens, den Völkerbund vom Versailler Vertrag loszulösen. Der Völkerbund könne sich nicht gegen feine Entstehungsgrundlagen wenden. Demgegenüber werde der italienische Vorschlag auf Vereinfachung der Völkerbundsmethoden Verständnis finden. Die offiziöse Prager Presse chreibt, Schönheitsfehler an einem Gebäude dadurch zu beseitigen, daß man das Gebäude sprenge, ei nicht die Methode guter Baumeister. Die Realpolitik Mussolinis werde gewiß andere Wege zur Erreichung der Wünsche Italiens finden als jene, die die Zerschlagung des Völkerbundes oder der Austritt Italiens aus dieser Organisation bedeuten würden. angenommen, die sich gegen den Boykott deutscher Waren, gegen die antideutsche Propaganda und die Versuche deutschfeindlicher Kreise wenden, die amerikanische Regierüng gegen Deutsch- land zu beeinflussen. Oie Strafanträge im Lahusen-prozeß. Bremen, 8. Dez. (WTB.) Im Lahusen-Prozeß beantragte heute der Staatsanwalt gegen G. Carl Lahusen eine Gesamtstrafe von a ch t Jahren Gefängnis, ferner eine Geldstrafe von 100 000 Mark. Gegen Heinz La Husen lautet der Strafantrag auf insgesamt fünf Jahre Gefängnis und 50 000 Mark Geldstrafe. Beiden sollen die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünft bzw. drei Jahre abgesprochen werden. Schließlich beantragte der Staatsanwalt für beide Angeklagte Aufrechterhaltung des Haftbefehls. Eine summenmäßige Zusammenfassung der durch Untreuehandlungen dem Unternehmen entzogenen Beträge ergebe eine Summe von über 40 Millionen Mark. Berücksichtige man, daß von den 12,86 Millionen Mark zu Unrecht ausgeschütteten Tantiemen und Dividenden 2,7 Millionen Mark beiden Angeklagten persönlich zugeflossen seien, so komme man zu der Feststellung, daß in den fünf Jahren von Mitte 1926 bis Mitte 1931 die Angeklagten der Nordwolle 30 Millionen Mark zu ihrem persönlichen Vorteil entzogen hätten. Die Staatsanwaltschaft brauche dem Gericht nicht darzulegen, welche Verluste der bremischen und der deutschen Wirtschaft durch den Nordwolle-Zu- fammenbrud) zugefügt worden seien. Es sei ein nationales Unglück gewesen. Oer Mörder des GA-Manne6 Fehlich nach einem Feuergefecht erschaffen. Die Dortmunder Mordkommission teilt mit: Der erwerbslose Kellner Hans Malter, der Mörder des SA.-Mannes F e h l i ch, sollte am Freitagmorgen in der Wohnung seiner Eltern in Hamm festgenommen werden. Als die Beamten in die Wohnung eindrangen, lag Malter angekleidet in der Küche auf einem Sofa: er gab sofort auf die ein- tretenden Polizisten mehrere S ch ü s f e ab, wobei einer der Beamten einen Herzschuß, der andere einen Lungen- und Knieschuh und der dritte einen Bauch- und Brustschuh davontrug. Der Vater des Malter, der ebenfalls mit einem Revolver auf die Beamten losgegangen war, wurde von diesen schwer verletzt. Heber die mit lebensgefährlichen Verletzungen am Boden liegenden Beamten sprang Malter hinweg und flüchtete durch das Fenster auf das Dach eines Anbaues. Er enttarn zunächst über die Dächer, wurde aber heute (Samstag) gegen 5 Ahr erneut gestellt und bei einem Feuer- gefedjt mit der Polizei erschossen. Malter war von Hamm nach Dortmund geflüchtet und hielt sich, wie die Polizei feststellte, in dem Vorort Overeving auf. Das Haus, in dem sich der Mörder versteckt hatte, wurde umstellt und Malter aufgespürt. Al» die Beamten sich näherten, eröffnete Malter abermals sofort das Feuer, das von der Polizei erwidert wurde. Rach kurzem Kugelwechsel wurde Malter erschossen: im Verlauf des Feuergefechtes wurden zwei weitere Kriminalbeamte verletzt. Bei dem getöteten Verbrecher wurden noch drei Pistolen und eine grohe Menge Munition gefunden. Erregte Szenen in der französischen Kammer. Paris, 8. Dez. (WTB.) Die Kammer hat bie Weiterberatung Der Finanzsanierungsvorlage auf morgen vormittag vertagt. Vor Schluß Der Sitzung kam es zu erregten Szenen, als Der sozialistische Abgeordnete Vincent A u r i o l im Namen der Richtung Blum Der Regierung vorwarf, sie Dränge Die Sozialisten Durch ihre Finanz- und Steuerpolitik in Die Opposition. Vincent Auriol unD seine FreunDe verließen unter Dem PultDeckelkonzert Der Rechten Den Sitzungssaal. Als Sprecher Der Neusozialisten betonte Der Abg. FrossarD, Daß seine Fraktionsgenossen, um nicht zum Sturz Des Kabinetts beizutragen, Die Regierung auch in Der Frage zur Son- Derabgabe von Den Beamtengehältern unter« st ü tz e n würden. Kleine politische Nachrichten. Am 16. Dezember 1933 tagt in Frankfurt a. M. eine Führerbefprechung Des Gebietes Hessen- Nassau Der H i t l e r j u g e n D. Sämtliche Oberbann- unD Bannführer Des Gebietes werben an Der Tagung teilnehmen, Die unter Dem Vorsitz Des Gebiets- führers Kramer steht. • In ErwiDerung Der Deutschen Ministerbesuche in Rom roirb sich ber Unterstaatssekretär im italienischen Außenministerium, Suvich, Anfang nächster Woche zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach D e u t f d) l a n b begeben. Seine Anwesenheit in Berlin bietet Gelegenheit, bie Fragen ber internationalen Politik, bie beibe ßänber befonbers interessieren, in einem freunbschaftlichen Gebankenaus- tausch zu erörtern. Der Führer Der Deutschen MinDerheit in Ungarn, Universitätsprofessor Dr. Jakob Sieger, ist in BuDapest unter großer Beteiligung bes gesamten Schwabenvolks, zahlreicher Vertreter ber Deutschen Minberheiten aus allen deutschen Sieblungogeblc« ten Europas, ber Vertretungen verschiebener reichs- Deutscher unb beutsch-ungarischer Perbänbe, feiner zahlreichen Deutschen unD ungarischen FreunDe unb seiner Unioersitätskollegen zu Grabe getragen worben. * Der als „Irische Blauhemden" bekannte Jungirlanboerband ist vom irischen Kabinett als ungesetzlich erklärt worben. Sämtliche Polizeibeamten in Jrlanb haben Anweisung erhalten, jebe Person zu verhaften, bie auf Versammlungen bas Blauhemb mit schwarzem Schlips unb schwarzer Mütze, bas Zeichen ber Blauhemben, trage. Der ehemalige Freikorpsführer Oberleutnant a. D. Roßbach ist zum Inspektor bes Ausbilbungs- roefens im Reichsluftschutzbunb ernannt worben. Wcttcrvr rautzsage. Das Kaltlufthoch erstreckt sich immer noch über Deutschlanb unb wirb im Bereich seiner abfinfen- Den Luft Das trockene unD vielfach aufflarenbe Wetter fortbestehen lassen. Infolge starker nächtlicher Ausstrahlung hält ber strenge Frost noch an. Aussichten für Sonntag: Weiterhin strenger Frost, trocken, vielfach aufflarenb, zeitweise wechselnd wolkig. Aussichten für Montag: Keine wesentliche Aenberung. Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags —4 Grad Celsius, abenbs —8,2 Grab: am 9. Dezember: morgens —11,7 Grab. Maximum —3,5 Grad, Minimum — 12 Grab. — Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Dezember: abenbs — 4,1 Grab; am 9. De» zemder: morgens —5,5 Grab Celsius. — Sonnenscheindauer Stunden. Amtliche Winlersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherobskops: klar, —12 Grab, 18 bis 20 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit im Walbe gut. Sauerlanb. Winterberg: klar, —18 Grab, 13 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, verharscht, Sportmöglichkeit mäßig. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Nebel, —11 Grab, 12 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, nur Ski möglich. 'fflTTT) *■ * * * * fll * * * * *- * * * * HB ■ .WWWWtw.niL .,v ..v ■ ... . .. -rr • - . . I I - Diese Sonne strahlt immer. .! TOI 2 A jeder Tagei- und Jahreszeit strahlt die „Höhensonne" —Original Hanau — ihre heilsamen ultravioletten Strahlen aus, die viel stärker sind als das natürliche Sonnenlicht. Diese Strahlen führen eine intensive Durchblutung des Körpers herbei — beseitigen Krankheitserreger — schützen Ihr Kind vor Rachitis, Skrofulose und Keuchhusten und bewahren Sie selbst vor Winterkrankheiten. Durch schön gebräunte Haut und gesunde Gesichtsfarbe kommt die prächtige Wirkung der „Höhensonne" auch äußerlich zum Ausdriftic. 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Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben A. n Nach kurzem schweren Leiden verschied heute nacht plötzlich und unerwartet mein innißstßeliebter, guter Mann, unser treu- sorgender Vater, mein guter Schwiegervater, unser lieber Grobvater, Bruder, Schwager und Onkel r ur die vielen beweise herzlicher lei nähme bei dem Hinscheiden unseres liehen Entschlafen- n. für die vielen Kranz- und Blumenspenden. sowie für die trostreichen W orte des Herrn Pfarrers. und allen denen, die während seines Krankseins liutes an ihm izetan haben, sacen wir auf diesem n eize unseren herzlichen Dank. rür die rielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hin- »cbeiden ihrer Heben Mutter Die Beerdigung findet am Montag, dem 11, Dezb., nachmittags Uhr, vom Portale des israelitischen Friedhofs aus statt. 3' Blumenspenden dankend verbeten. Margaiete Hahn, geb. Metzler nebst allen Angehörigen. Dr. Otto Michel prakt Arzt in Mainz aktiv S.-S. 1894 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Karl Nickel Ober Widdersheim In tiefer 1 rauer: Sannchen Meyerfeld. geb. Fränkel Grete Winter, geb Meyerfeld Rola Meyerfeld Albert Meyerfeld Heinrich Winter Wilhelmine Nickel,geb. Schiffmann sagen auf diesem Wege herzlichen Dank | Bekanntmachung. der Allgemeinen Crtskrankentasse Giehen-Ltadt. Der Borftand ber Allg. CnöfTanlen« kaffe (fliehen-Ltabt bat in feiner Litzimg vom 25. oongen Nionats descklosfen, den Einzug der Beiträge zur Znoaliben- oerfidierung ab 1.1. 1934 nickt mebr oorzunehmcn. Wir weifen darauf bin, dan die Arbeitgeber des Bezirks ber Ltadt Gieften geniak § 1426RBO.ab 1.1.1934 die Beitragsmarken bei der dortigen Poft- anftalt felbft zu beschaffen, in ben Cuit- tungskarten ihres Personals zu venven- den und erstmalig mit dein 7. 1. 19:34 zu entwerten haben. Die Auffiäitsbeborbe — Berfickerungsanit der 2taöt (flicüen — wirb in einer Verfügung bie Arbeitgeber hierzu ersuchen. Die (flefchaftsfiibrung hiesiger Stoffe wird dafür deform fein, bat"; für alle bei ihr versickerten Personen Anschluhamt- tungskarten, vertvendbar ab 1 1. 1934, rechtzeitig ausacfertigt ufib ben in Arage kommenbcn Arbeitgebern mit einem Merkblatt über bie Entrichtung ber An- oalibenoen'ickerungsbeitrage zugeiiellt werden. Wir bitten bie Herren Arbeitgeber, ab 2. 1.1934 bie erforderlichen Amdüufr- auittunyskarten in unferen Slaifcnraumcn m Einvtang zu nehmen. Aür rechtzeitige Abholung nt schon mit Rucksidit auf den ersten Berwendungotag (7. 1. 19341 toert« zulegen. (7451D Heil Hitler! gez. L. Lembke, 2. Borsibender. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 4. Dezember 1933 bei ber Firma Pfaff & Lo.. Gesellschaft mit beschränkter Haftung in (fließen folgende» eingetragen: Als weiterer Geschäftsführer ist Bauunternehmer Jost Lemmer in Lollar bestellt worden. Geschäftsführer Jost Cem« rner ist allein zeichnungs- und oertretungs- berechtigt. Geschästsführer Frau Richard^ Pfaff Witwe, Mathilde geborene Wied- meper, ist nur zusammen mit Geschäftsführer Jost Lemmer zeichnungs- und oer- tretungsberechtigt. 74O3D Gießen, den 7. Dezember 1933. hessisches Amtsgericht. Binger 88 Das ÄcllMchtsgrschenk- D3cteftgdicnbc 3ahlimoocddditrningm Mässige JRonatocntm ßingcr llähmürchinm AKtmgekWiB Gießen, Markiplah Jlr. 18 _______________________________ 72940 Stimmen - Reparaturen nur flurcti Klavierterhn. J. 1 rbim, tileben Bahnhofniraue 65 H. mtu (dSadifiuN'^ aller Art werden durch Doopelherz, das anerkannte Nervenkrönigungsmittel, beseitigt. Dreimal täglich em Gläschen Doppelherz und Sie fühlen sich wieder frisch und kräftig. Doppelherz erneuert das Blut und stärkt den ganzen Körper. Probefl. RM 1,95, Originalfl. RM 3,70 u. RM 4,65, Doppelherz-Dragees RM 1,50. Zu haben in d. nachstehenden Drogerien. Drog. C. Seibel, Krankt. Str 0. WiiterhoU: KrcuzplatzO/lih H. EJgei, Seltcrhw eg 68a : (■rünber«: larl Schott n. sflmtl. 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