Nr. 265 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhelfen- Donnerstag, 9. November (955 Deutschlands Schicksalswege Ium 9 November. Von Or. Martin Spahn, o. ö Professor der Geschichte an der Universität Köln. Unmittelbar bevor sich für uns der Tag des ersten Anlaufes Adolf Hitlers zur Befreiung des deutschen Volkes zum zehnten und der T a g des i n n e r e n N i e d e r b r u - chesamEnde desKrieges zum fünfzehnten Male jährt, feierte Mussolini den zwölften Jah- restag seines Marsches auf Nom. In einer der Reden, die er bei dieser Gelegenheit hielt, hat er sein Werk als schöpferische Hervorbringung des Genius der lateinischen Rasse in Anspruch genommen und sich selbst daraufhin als Staatsmann in eine Reihe mit Julius Cäsar und Napoleon gestellt. Der Vergleich wird nirgends Anstoß erregen. Denn Mussolini ist für unser aller Vorstellung der „Duce", hinter dem König Viktor Emmanuel trotz seiner Herkunft aus einer tausendjährigen Dynastie in den Schatten getreten ist. Er ist der einmalige Mensch, der große Mensch, genau so wie Caesar und Napoleon einmalige und große Menschen waren. Unterdessen schaut uns von den Mauerflächen und Werbesäulen unserer Städte das Bild an, auf dem für die Wahlschlacht des 12. November neben dem Feld- marschall in all seiner Würde und Ferne der „Gefreite" erscheint. Adolf Hitler ist über seinem Aufstieg an die Spitze des deutschen Volkes der Soldat und Arbeiter geblieben, der er von Ursprung an ist. Er hat das Soldatentum des deutschen gemeinen Mannes und die schlichte, kraftvolle Art des deutschen Arbeiters auf ihren typischen Ausdruck gebracht. lieber den großen Kundgebungen, auf henen er die Losung ausgab, ist e r immer und immer volksnäher geworden. Der deutsche hebt sich deutlich von dem italienischen Führer ab. Es ist der Unterschied zwischen dem Germanen und dem Lateiner, dem mitteleuropäischen und dem mit- Eme Ehrentafel an Hitlers Gefängniszelle in Landsberg Ueber der Tür zu der Gefängniszelle, in der Adolf Hitler die ihm zudiktierte Strafe für die Erhebung vom 9. November 1923 verbüßte, ist jetzt eine schlichte Gedenktafel angebracht worden. telmeerischen Menschen. In dem Unterschiede der beiden Männer spiegelt sich ebenso eindrucksvoll und abgrundtief aber auch der Unterschied der Bewegungen der beiden Völker. Als am 9. November 1918 Philipp Scheide- m a n n auf der Treppe des Reichstagsgebäudes sein frivoles Wort aussprach, daß das deutsche Volk auf der ganzen Linie gesiegt habe, empörten wir uns gegen dieses Wort in einem elementaren Empfinden. Wir spürten, daß es rein k l a s s e n k ä m p f e ° risch gemeint war. Wir konnten plötzlich den vollkommenen Mangel an nationaler Denkart ermessen, mit dem die deutsche Sozialdemokratie durch die Schuld des Marxismus behaftet war. Schauen wir aber heute zurück, so können wir nicht mehr verkennen, daß der Tag, der durch Scheidemann und die Sozialdemokratie für ewig in der deutschen Geschichte zu einem Tage der Schmach und der Unehre geworden ist, doch auch der Tag eines er ft en Erdstoßes gewesen ist, der durch das deutsche Volk und sein Volkstum hindurchging. Aus dem Erdstoß ist inzwischen ein Beben geworden, durch das eine völlige Veränderung der gesellschaftlichen Schichtung unseres Volkes herbeigeführt wurde. Wozu die großenteils verbrauchten und durchweg überalterten Führer der Gewerkschaften unfähig waren, hat Hitler mit seinen Getreuen als Aufgabe ausgenommen und bis zum Ziele vor- roärtsgetrieben. Im Fürsten Bismarck hatte der deutsche Adel, zu einer Zeit, als er als Stand schon abgeblüht war, und nur noch eine gesellschaftliche Schicht bedeutete, oder sich aufs Land zurückgezogen und zu einem Großgrundbesitzertum verflacht hatte, den Deutschen noch einmal einen seiner ganz großen Söhne zur Erneuerung des Reiches gestellt. Bismarck wandte sich mit der Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes sofort an das Bauerntum und die Arbeiter als die Strafte, auf denen das Eigenleben des deutschen Volkes von je wesenhaft beruht, und auf die nach dem Hinwelken des Adels fortan auch feine politische Zukunft begründet werden mußte. Er griff damit rücksichtslos über das Bürgertum hinweg. Jahrhunderte hindurch tastete dieses Bürgertum um sich und vor sich in der Hoffnung, dem weichenden Adel die Zügel der Führung im Staate aus den Händen nehmen zu können. Seit 1815 war es in den Mittel- und Kleinstaaten, seit 1848 auch in Preußen und Oesterreich schon daran, diesen Staat nach seinem Ebenbilde umzuschaffen. Als Kaiser Wilhelm II. den großen Kanzler 1890 entließ, ging er unter dem Einfluß des englischen Vorbildes auf die bürgerlichen Bestrebungen ein, und versuchte die Monarchie und das Bürgertum durch Vermitlung eines liberalen Geistes wie des Fürsten Bülow und politischer Parteien wie des Nationalliberalismus und des Zentrums einander zu verbinden. Die Probe, der dieser Versuch in dem gewaltigen Verteidigungskriege des deutschen Volkes gegen die Welt ringsum unterworfen wurde, wurde nicht bestanden. Das System verfügte nicht über die notwendige Widerstandsfähigkeit. Die Monarchie scheiterte an ihm, und das Volk versagte nach seiner ursprünglichen unerhört bereitwilligen Hingabe schließlich doch, weil es den Krieg mehr und mehr, namentlich von der wirtschaftlichen Seite her, als eine bürgerliche Angelegenheit empfand. Die Untauglichkeit der marxistischen Bonzen erzwang trotzdem, daß die Politiker des Bürgertums, mehr noch als es ihnen schon der Kaiser eingeräumt hatte, die Macht im Staate bekamen. Für ein Dutzend Jahre wurde das deutsche Bürgertum wirkleich einmal die herrschende Schicht. Die Arbeiterschaft nahm nur eine Hilfsstellung ein. Ihre Führer wurden mit der Verfügung über die preußische Verwaltung schadlos gehalten. Die zwölf Jahre haben uns in ihrem Ergebnis nach der außenpolitischen Niederlage auch wirtschaftlich und innerpolitisch in den Abgrund gerissen. Darum mußte es zum 5. März 1933 kommen. Was Fürst Bismarck meinte, als er den jungen Kaiser im Winter 1889/90 drängte, den Reichstag immer wieder aufzulösen, bis das parlamentarische Wesen in sich brüchig wurde, haben wir in den großen Wahlkämpfen von 1930 bis zum Frühjahr 1933 in die Wirklichkeit umgesetzt und damit dem deutschen Bauern und dem deutschen Arbeiter den Weg zum deutschen Staate frei gelegt, ihm die Möglichkeiten an die Hand geschafft, den Staat und von ihm aus die Wirtschaft und geistige Kultur zu bestimmen. Daß es bis dahin kommen konnte und in verhältnismäßig kurzer Zeit dahin kam, lag daran, daß die Inflation über uns kam und von ihr sofort wieder zur international gestützten Goldwährung übergegangen wurde. Die Arbeiterschaft erlebte wie die Volkswirtschaft selbst nur eine Scheinblüte. Der Mittelstand verfiel der Proletarisie- rung. Sie griff selbst auf den Teil der Oberschicht über, der unser Bildungsleben trägt. Der Bauer aber sah sein Eigentum, seinen bescheidenen Anteil an den Produktionsmitteln des kapitalistischen Wirtschaftssystems, nicht weniger entwertet wie der Arbeiter seine Arbeitskraft. Die Verzweiflungsstimmung, die darüber das ganze Volk erfaßte, hat dazu beigetragen, die Energien, die seit Kriegsende im Volke hervorbrachen, aufwallten, vorwärts schossen, über jeden Widerstand und jedes Hemmnis hinweg zur vollen Auslösung zu bringen. Von da her drohte uns näher und näher der Kommunismus. Hatte die deutsche Revolution am 9. November 1918 im Zeichen des Verfalls ein erstes Mal uns ihr Gesicht gezeigt, so mußte es bei diesem Ablauf der Dinge zum Untergange des Volkes durch sie kommen. D a h a t Adolf Hitler zu gefaßt. Mit einer unvergleichlichen politischen Genialität brachte er die aufbrodelnden sozialistischen Regungen mit der Gewalt des Generationenwechsels in Berührung, der sich im deutschen Volke 1927/28 vollzog. Den Schwung einer Jugend benutzte er zum Ausgleich der zur Zerstörung eilenden Empörung der Massen. Durch die Jugend weckte er auch in den Massen das Volkserlebnis des Krieges wieder, damit es auch an ihnen von neuem seine geheimnisvolle gemeinschaftsbildende Wirkung ausübte. So ist denn die revolutionäre Bewegung des Nationalsozialismus aus den letzten Tiefen unserer völkischen Entwicklung heroorgebrochen. Wie ein dumpfes Grollen dröhnt noch der Aufruhr der Bauern und des Täufertums in der Bewegung unserer Tage. Das Epochale, das große Zeitabschnitte Schaffende der gegenwärtigen Stunde wird uns daran offenbar. Die Bauern der Zeit Luthers riefen nach dem Kaiser, nach dem Führer. Sie wußten nichts davon, daß der Durchbruch des Volkes im Reich auch mit dem Schicksal seiner äußeren Freiheit, ihrem außenpolitischen Einsatz verbunden war. Bauern und Arbeiter unserer Tage haben den Führer an ihrer Spitze. Er hat sie gerufen. Und ebenso ist nun mit unheimlicher Schnelligkeit wie im Brausen der Gottheit, auf den 5. März der Oktobertag gefolgt, da der Führer das Volk zwang, seines allein auf sich Gestelltseins in der Welt, seiner völligen Verlassenheit inmitten von Nachbarn, die nur Mißtrauen, Neid und Abneigung ihm gegenüber zu empfinden fähig find, sich bewußt zu werden. Seine Führung wird sich am 12. November psychologisch darin vollenden, daß er bis in die Elendsviertel der Großstädte und in das abgelegenste Dorf hinein das Volkserlebnis des Krieges wieder zu einem neuen, unmittelbaren Erlebnis für uns alle werden läßt. Die Tatsache, daß wir ewig um unsere Befreiung werden kämpfen müssen, nimmt Hitler heut in all die Gefühle mit hinein, die auf den Generationenwechsel hin unsere geistige Gesamthaltung schon zu einer beschwingten, opferbereiten, heroischen Haltung gemacht haben. Nachdem während der Frühjahrs- und Sommermonate alles aufgeboten worden ist, um die 23er- zweifelsstimmung durch Arbeitsbeschaffung wie durch Festesfreude schon in sich abzuschwächen, glaubte der Führer den Durchbruch der Bewegung weit genug fortgeschritten, um die Probe dem auf Arbeiterschaft und Bauerntum sich aufrichtenden Volksstaate zumuten zu dürfen, an der der bürgerliche Staat der kaiserlichen Zeit zerbrach. Das Vertrauen muß in uns leben, daß der Staat des deutschen Bauern und des deutschen Arbeiters auf den Ruf des Führers hin sich bewährt. Aus öer provinzialhauptstodi. Oer Held der Deutschen. Ium 450. Geburtstag Martin Luthers am 10. November 1933. Von Superintendent Lic. Vormann. Ganz Deutschland feiert an diesem 10. November den 450. Geburtstag des großen Reformators Martin Luther. Und das mit Recht. Denn dieser urdeutsche Mann, dieser Held und Kämpfer ohnegleichen, paßt in jedem Zug feines Wesens hinein in unsere kämpferische Zeit, die — weiß Gott! — nichts so nötig braucht als wahre Helden! Luthers Heldenmut, um des Gewissens willen alles zu wagen, seine gigantische Kraft, geboren aus dem Glauben an die Gerechtigkeit seiner Sache, seine unverwüstliche Arbeitssreudig- feit sollen und müssen wieder das große Vorbild für die ganze deutsche Nation werden in unserem Kampf nach außen um Ehre und Freiheit und bei der großen Arbeitsschlacht im Innern. Ja, wenn das stolze Wort: „Deutscher sein, heißt ein Held fein!" Wahrheit werden soll im Leben des einzelnen Deutfdjen -roie des ganzen Volkes, bann wollen wir zur Erreichung dieses großen Zieles bei dem Helden der Deutschen, Martin Luther, in die Schule gehen! Es ist kaum auszudenken, was Deutschland ohne Martin Luther wäre. Auf allen großen Gebieten des Volkslebens ist er durch den Geist, den er dem deutschen Volk aufprägte, bestimmend geworden. Wo wäre die deutsche Kultur ohne Martin Luther? Ohne ihn sind unsere Geisterheroen, ein Kant, ein Schiller und Goethe, ein Fichte und Schleiermacher nicht denkbar. Aber auch das nationale Leben unseres Volkes konnte sich so nur entwickeln, weil es einst einen Martin Luther gegeben hat. Sein Geist beseelte die Kämpfer in den Freiheitskriegen. Sein Geist lebte in dem Schmied der deutschen Einheit, Otto von Bismarck. Und alles Heldentum deutscher Männer im Weltkrieg stand letzten Endes unter dem Einfluß des Hel? den Martin Luther. So können wir nur hoffen und wünschen, daß auch für die kommenden Entscheidungsstunden unserem Volke Martin Luthers Geist erhalten bleibt. Woher kam dem scheuen und ängstlichen Mönch dieser Heldengeist? Er kam über ihn aus dem gewaltigen, fein ganzes Wesen umwandelnden Erlebnis: Ich habe einen gnädigen Gott! Es ist ja bekannt, daß Martin Luther in seiner Glaubensnot, um zum Frieden mit Gott zu kommen, ins Kloster ging und dort durch alle Bußübungen nur immer mehr in die Gottesferne, wie er selbst sagt: „in den Haß gegen den Gott, der dem Menschen eine unerschwingliche Forderung aufbürdet, um ihn nachher für die Nichterfüllung zu strafen" geführt wurde. Und damit wurde er in die Verzweiflung getrieben, daß er mit all seinem Ringen um Heiligkeit sich nur immer unsicherer und vor Gott immer ungerechter fühlte. Eine Lösung dieses schrecklichen Konfliktes konnte sich ihm nur so ergeben, daß ihm an Gott und dessen Stellung zu seiner Sünde eine völlig neue Seite aufging. Der Durchbruch kam ihm wie eine lieber« raschung, wie eine plötzliche Erleuchtung. Paulus hat sie ihm vermittelt. Er hat Luther die Augen darüber geöffnet, daß sein ganzes Streben, durch gute Werke Gott zy finden, schon im Ansatz verfehlt war. Nicht der Mensch sucht Gott zuerst, sondern Gott den Menschen. Was der Mensch von Gott nicht erpressen kann, das schenkt im Gott freiwillig — seine Gnade. Denn Gott will den Menschen haben trotz seiner Sünde. Darum ist der Mensch dann, wenn er sich am weitesten von Gott getrennt meint, in Wahrheit ihm am nächsten. Denn Gott sucht den Menschen gerade in der Gottesferne und zieht ihn aus dieser Ferne in seine „Walzerkrieg." Lichtspielhaus. Mit diesem Film ist der Ufa eine heitere und anmutige Schöpfung gelungen, die für unser Empfinden höher zu bewerten ist als das thematisch verwandte Spiel vom Wiener Kongreß. Ob sich dessen internationaler Erfolg hier wiederholen wird, mag dahingestellt bleiben, ist aber unabhängig von der Tatsache, daß der „Walzerkrieg" sich von der üblichen Schablone der Wiener Lustspiel- und Ope- retten-Filme sympathisch abhebt: hier hat sich ein bedeutender Aufwand an szenischer Ausstattung und darstellerischem Einsatz einmal gelohnt. Weil nämlich dieser Film eine wirkliche Lustspielhandlung hat, und vor allem, weil das musikalische Leitmotiv, eben der klassische Wiener Walzer aus der Blütezeit der Lanner und Johann Strauß, nicht nur eine mehr oder minder zufällige, stimmunggebende Begleitmelodie der Szenenfolge ergibt, sondern den ganzen Film vom ersten bis zum letzten Takt dergestalt beherrscht, daß eine innere Verbundenheit von Bild und Ton entsteht, daß eben, kurz gesagt, das Musikalische nicht Ornament bleibt, sondern die Hauptsache ist. Das Motiv vom Streit der aufeinander eifersüchtigen Komponisten Lanner und Strauß das überdies einen echten Konflikt für das junge Liebespaar mit sich bringt, erscheint dramatisch nicht minder dankbar als der Einfall mit der gestohlenen Melodie, um die der Kampf bis zum guten Ende leidenschaftlich ausgefochten wird. Auch das Ueberfpringen der Handlung von Wien an den englischen Hof der Queen Victoria ist keine willkürlich und peinlr aufgepappte Erfindung des Drehbuches, sondern ergibt sich ganz zwanglos aus dem Zusammenhang und führt den Walzerkrieg auf verändertem Schauplatz sehr amüsant und pointiert zum eigentlichen Höhepunkt. Diese Zusammenhänge mit sicherem Instinkt begriffen und erfühlt zu haben, ist das große Verdienst des Re- gisseurs Ludwig Berger, der über der mufifah- schen Dominante der Fabel nicht vergaß, daß hier ein Film gedreht werden sollte. So entstand nicht nur ein musikalisches Lustspiel, sondern eben ein Walzerfilm, in dem Melodie und Rhythmus in jeder Szene eingefangen sind und die Handlung gelockert und beschwingt haben. Berger arbeitet mit Geschmack, mit Humor und mit einer großzügigen Ausstattung; er stellt volkstümliche und repräsentative Szenen in wirkungsvollem Kontrast einander gegenüber, und es gelingt ihm in der filmisch-musikalischen Ausdeutung des reizenden Motivs von der Erfindung des Radetzky-Marsches eine überaus geschickte Kontrapunktierung des Dreivierteltaktes mit dem befeuernden Marschrhythmus dieser altösterreichischen Melodie, die dem letzten Akt des „Wal- zerkrieges" einen hinreißenden Schwung verleiht. Die Musik schrieb übrigens — nach Motiven von Strauß und Lanner — Aloys Melichar, dem auch die aparte Instrumentierung des Walzerliedes „An der Donau" zu verdanken ist. Was die Besetzung angeht, so darf (ohne lokalpatriotische Voreingenommenheit) Hanna Waag mit Fug und Recht an erster Stelle genannt werden- sie spielt Ihre Majestät die Königin Viktoria von England, und zwar bei aller zeremoniell gebotenen, vornehmen Zurückhaltung so liebenswürdig und anmutig, mit so ausdrucksvoller Natürlichkeit und versteckter Heiterkeit, daß es eine Freude ist. Für die blonde Kati Lanner hat man Renate Müller eingesetzt, die für diese Partie überaus geeignet erscheint und erfreulicherweise auch mehr Entfaltungsmöglichkeiten erhielt als letzthin auf dem Abstecher nach Aegypten. Für ihren Partner, Willy Fritsch, gilt das Gleiche: hier hat er was zu spielen (nicht nur dazustehn und auszusehn) — und er spielt diese halb traurige, halb luftige Liebhaberrolle so sympathisch und unbeschwert wie in seinen allerersten Anfängen. Die feindlichen Musikanten Lanner und Strauß werden von H ö r b i g e r und Adolf WohIbrück überzeugend charakterisiert. Dagegen kommt das überhitzte Temperament der Rose B a r = sony weniger den eigentlichen Spielszenen als ein paar Tanzeinlagen zugute. Vom Ensemble nennen wir noch Theo Lingen (S'r Philip) und Heinz von Cleve (Coburg). — Der Film lauft feit gestern im Lichtspielhaus; es lohnt sich, ihn zu sehen und zu hören. Im Beiprogramm findet man u. a. eine Reihe imposanter Bilder vom großen Deutschen Turnfest in Stuttgart. r Was die faschistische $rou leistet. Die faschistische Revolution wendet sich ebenso an das weibliche wie an das männliche Geschlecht, und es darf als eine besondere Großtat Musiolinis gerühmt werden, daß er die entscheidende 'Bebeutung der Frau für den Staat sofort erkannte und alle Frauen, Mütter, Schwellern und Töchter aufrief, bei dem Wiederaufbau des Staates und der Q3er- beflerung der gesellschaftlichen und sittlichen T3er- bältnifje mitzuwirken. Er erklärte den Italienerin- nen, daß sie berufen seien, eine erhabene Seite in der Geschichte zu schreiben und eine unvergängliche Spur im Leben der Station zu hinterlassen. Er hat den Frauen im ständischen und gesellschaftlichen Aufbau volle Möglichleit gegeben, ihre Bestrebungen und Wünsche zu verwirklichen. Indem er ihnen zugleich die Verantwortung für ihr Tun auferlegte, verlieh er den Frauen den Ansporn zur eifrigen Mitarbeit, die gute Erfolge gezeitigt hat. Die Italienerin war von der Frauenrechts-Bewegung weniger berührt als etwa die deutsche Frau; das Schwergewicht ihres Wirkens lag stets in ihrem Heim, und so war es verhältnismäßig leicht, sie für die Ideen der faschistischen Weltanschauung zu gewinnen. Die faschistilche Frauenpartei ist direkt mit dem Hauptbüro der Partei verbunden und bildet Zellen in den verschiedenen Betrieben und Industrien wie dieMän- ner, nicht nur im italienischen Königreich, sondern auch in den Kolonien und im Ausland. Ihre Arbeit besteht in der Unterstützung der Propaganda und der politischen Erziehung durch die Partei und in der Organisation aller Arbeiten auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge. Die Mädchen von 18 bis 21 Jahren werden unter die „Jung-Faschistinnen' eingereiht. Alle andern Frauen, die gute Faschisten und sittlich einwandfrei sind, werden Mitglieder der Partei. Die Führerin der Bewegung ist Prinzessin Pia von Savoyen, die die Organisation über das ganze Land durcdgesührt hat. Die Italienerin zeigt ein starkes Bildungsstreben. Die Gesetzgebung gewährt den Frauen jeden berechtigten Schuh und Hilfe. Besonders reich ausgestattet ist der Mutterschutz, der der werdenden Mutter in den Fabriken allerlei Vergünstigungen und Freiheiten gewährt. Auch für die unehelichen Kinder wird gesorgt, um auf diese Weise die große Säuglingssterblichkeit zu bekämpfen. Die Gesetzgebung für Mutterschaft gipfelte in der Einrichtung der „Maternita ed Infanzia“, die teilweise durch Mittel des Staates, dann durch die Junggesellen- und einen Teil der Aufenthalts-Steuer mit Geldmitteln versorgt wird. Durch diese Schöpfung ist ein feinmaschiges Aehwerk der Fürsorge über das ganze Land gebreitet, die sich mit allem beschäftigt, was Mutterschaft und Kinderfürsorge angeht, und in das auch das Rote Kreuz und die verschiedenen katholischen Verbände einbezogen sind. Gin weiteres Gesetz hat die Mutterschafts-Lersicherung. den Schuh für verheiratete Arbeiterinnen, die Gehaltsfrage usw. geregelt. Wohltätigkeit ist in Italien nicht mehr die Sache privater Freiwilligkeit, sondern ofsiziell anerkannte und organisierte Arbeit, die sich bis in die en ferntesten Teile des Landes erstreckt. So wirken heute in Italien die Frauen aller Stände und Klassen in gemeinsamen Eifer zufammen, um die hohe Ausgabe dec Dolkswohlfahrt zu vollbringen. Zeitschriften. — Jrn Novernberheft von Westermanns Monatsheften (Verlag G. Westermann-Braun- schweig) greift „Papa Heck", der ehemalige Direktor des Berliner Zoologischen Gartens zur Feder, uns von feinen Lieblingen, den Tieren, zu erzählen. Geheimrat Heck regt zu verstehender Betrachtung unserer Raubvogel an. Zehn farbige Bilder nach Aquarellen von Erwin Aichele veranschaulichen den Aufsatz. Daß es immer Künstler gab, deren Schaffen Beweis ist, daß nur die Kunst, die der ganzen Volksgemeinschaft zugute kommt, lebendig wirken kann, zeigt Edith Bloem in ihrer Abhandlung „Der Bildhauer Walter von Ruckteschell". Einige Wiedergaben seiner schönsten Werke sind dem Artikel beigegeben. Der weihevolle Aufsatz „Flandrische Wallfahrt" von Hans Henning Freiherrn Grote bringt mahnend den November 1914 in Erinnerung. Dr. Günther Gründel, bekannt durch sein Werk „Die Sendung der jungen Generation", veröffentlicht einen Aufsatz „Geharnischte Ethik", der besonn dere Beachtung durch die Forderung und Ankündi- gung einer nationalen Gemeinschastsethik verdient. — „Der Naturforsche r", vereint mit „Na^ tur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber: Dr. Oskar P r o ch n o w. Preis vierteljährlich Mk. 2,50, einzeln Mk. 1,—. Hugo Bermühler-Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Im neuesten Heft behandelt Dr. Otto Rebmann in feinem Aufsatz „Giftgase" die verschiedenen Reizstoffe, die Lungengifte, die Blut- und Nervengifte sowie die Hautgifte und gibt zum Schluß einige vergleichende Zahlen über die Giftigkeit der Stoffe. Im Nahmen der völkischen Erbpflege spielt die Verhütung von Keimdrüsenschädigungen eine große Rolle, lieber diese Fragen saßt Dr. Ingo Krumbiegel unser Wissen in einem beachtenswerten Aufsatze zusammen. Dr. Pier von der I. G. Farbenindustrie spricht über die großen Fortschritte in der Kohlenverflüssigung. Den zahlreichen Freunden von Fischen werden die Ausführungen von Prof. Wunder über feine Beobachtungen und Versuche mit Stichlingen und Bitterlingen wertvoll sein, die reizvolle Einblicke in die Brutpflege dieser Tiere geben. Reizvoll sind wie immer die sorgfältig gedruckten Bilder, besonders die aus dem Leben kleiner Räuber: Spinnen, Kraken, Wanzen, Pferdeegel, Käferlarven, die sich oft an so große Beutetiere heranmachen und sie überwältigen Sie sind dem im Verlage der Zeitschrift demnächst erscheinenden Buche „Belauschtes Leben" von Karl Otto Bartels entnommen. » Gemeinschaft durch das Wunder der bedingungs- losen Sündenveraebung. Damit hat Martin Luther uns einen neuen Glaubensbegriff, besser: eine neue Glaubensmacht geschenkt. Sie heißt Gottvertrauen, oder Einheit Des Menschen mit Gott. Dieses felsenfeste Vertrauen auf Gottes Gnade ist der. Punkt außerhalb der Well, von dem aus der Christ die Dinge dieser Welt meistert. Darum hat Martin Luther allzeit den sieghaften Satz verfochten: Ein Christenmensch ist em Herr aller Dinge durch den Glauben und niemandem untertan. Aber er setzt hinzu: Und ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan in der Liebe. Denn aus dem seligen Erlebnis des gnädigen Gottes auillt mit Naturnotwendigkeit die Verantwortung für den Mitmenschen. Darum prägt Martin Luther den Satz: „Ein Christ tut gute Werke, nicht weil er selig werden will, sondern weil er selig worden ist." Und in solchen guten Werken tatenfroher Nächstenliebe ging Martin Luther mit leuchtendem Vorbild seinen Volksgenossen voran. Nur ein Beispiel dafür statt vieler: Als die Pest in Wittenberg wütet und viele fliehen, bleibt der Reformator zurück als Pfleger der Kranken und Tröster der Sterbenden und faßt sein selbstloses Tun in die Worte zusammen: Jetzt ist einer dem anderen auch den Tod schuldig! Und muß einer dem anderen ein Christus werden? Von diesem heldenhaften und darum tätigen Christentum aus ergibt sich nun auch Martin Luthers positive Stellung zu Volk und Staat. Er bejaht den Staat als Gottes Ordnung. Ja, der Staat ist eine Bedingung für das Wachstum, ja, für das Bestehen des Reiches Gottes auf Erden. Der Staat, der die Guten schützt und die Bösen straft, verwirklicht selbst ein Stück von Gottes Liebe. Kommt so die Arbeit des Staates aber dem einzelnen Christen zugute, so darf nicht bloß, sondern muß gerade der Christ an ihr mithelfen. Er tut in seinem ihm vom Staat aufgetragenen Amt wie in jeder treu erfüllten Arbeit einen Gott überaus wohlgefälligen Gottesdienst. Freilich muß solcher Dienst stets die Ehre Gottes und das Wohl des Nächsten im Auge haben. Damit ist auch schon gesagt, daß Martin Luther, wie dies bei diesem urdeutschen Manne garnicht anders sein kann, mit Freudigkeit das Volkstum, die deutsche Eigenart, das deutsche Wesen bejaht. Wie er selbst gesprochen: „Für meine lieben Deutschen bin ich da, ihnen will ich bienen!" Und wie er nach diesem Wort gelebt hat, so erwartet er von jedem deutschen Christen als rechtem deutschen Volksgenossen diesen heiligen Dienst an Volk und Vaterland. Wenn wir darum heute uns wieder bewußt als Deutsche fühlen und uns mehr denn je auf deutsches Wesen und deutsche Art einstellen, dürfen wir uns in solchem Tun mit Recht auf Martin Luther berufen. Der Luthertag wird vorübergehen, wie das irdische Leben Martin Luthers vorübergegangen ist. Aber der Luthertag wird nicht vergeblich gefeiert worden sein, wenn er in uns den heiligen Entschluß geweckt hat, im Geiste Martin Luthers aus Glauben und Liebe für unser Volk als deutscher Mann und deutsche Frau zu leben. Setzen wir diesen Entschluß im Alltag in die Tat um! Und jeder Alltag, an dem wir solch wahrhaft deutsche und christliche Tat tun, wird für uns zum Luther- tag werden. Auszeichnung des SG-Sturmbanns IV/33 Oberheffen. Bei der Erinnerungsfeier in München wurde der SS. - Sturmbann IV/33 Oberyessen durch die Verleihung einer Sturmbannfahne ausgezeichnet. Die Fahnenabordnung mit dem neuen Banner, das eine hohe Ehrung für die oberhessische SS. bedeutet, wird am morgigen Freitag hier eintreffen. Zum Empfang und zur feierlichen Einholung des Danners tritt der ©(©.-Sturmbann mit Musik am Bahnhof an. Es darf als selbstverständlich erwartet werden, daß unsere Bürgerschaft dem Feldzeichen -ber SS. den gebührenden ehrenden Empfang bereitet. Verbreitung von Flugblättern. Der Polizeibericht der Staatspolizeistelle Gießen teilt mit: Am 7 November gegen 12.30 Uhr wurde in der Gutsleischstrahe liegend, in der Nähe des Gerichts- gebäubes, eine größere Menge kommunistischer Flugblätter oorgefunben mit ber Ueberschrift: „Die Wahrheit über ben Reichstagsbrand" unb bem Schluß: „Diese Worte sind wie für uns geschrieben. Merkt sie euch." Die Flugblätter sind mit einem Vervielfältigungsapparat hergestellt. Am Südost- ausgang der Stadt, und zwar in ber Nähe der Eisbahn, wurden noch mehr Flugblätter gleichen Inhalts zerstreut vorgefunden, ebenso auch unbeschriebenes Papier, bas bei der Herstellung der Flugblätter verwendet worden ist. Bei dem Papier lag ein Stück graubraunes Packpapier mit Aufdruck: „Folio 500" durch Stempelfarbe in blau. Schulkinder wollen das Brummen eines Fliegers gebärt haben, und kurz darauf hätten bann bie Flugblätter auf ber Wiese usw. herumgelegen. Die Maschine ber „Deutschen Jugend" war um die fragliche Zeit in der Luft. Die Insassen und der Pilot haben aber selbst bas Geräusch eines anbercn Flugzeuges gehört, jeboch bas Flugzeug selbst wegen bes berrschenben Nebels nicht gesichtet. Nach Lage des Falles ist baher anzunehmen, daß die Flugblätter aus einem noch unbefann- ten Flugzeug abgeworfen worden sind. Personen, die eventuell die Flugblätter aus der fiuft berunterfaUcn sahen, wollen bei der Staats- polizeistelle umgehend vorsprechen. Die SPD verbreitet durch Versendung von Drucksachen Heine, gedruckte Flugblätter: „Unsere Parole am 12. November". Der Unfug bes Kettenbriefschreibens wird von politischen Gegnern jetzt dazu benutzt, um Propaganda gegen die Wahl und Volksabstimmung zu machen. Jeder, dem ein solcher Kettenbries zu- geht ober bereits zugegangen ist, ist verpflichtet, ihn bei der Staatspolizeistelle in Gießen, ober bei ber nächsten Polizeibienststelle abzuliesem Dies gilt selbstverständlich auch non ben sonstigen Flugblättern der KPD-, SPD. usw. Wer die Kettenbriefe weiterbefördert und wer Flugblätter nicht abliefert, hat hohe Strafen zu erwarten. Oie AuSzah ung der Arbeitslosen» Unterstützung am Freitag. Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mit- geteilt: Die nachmittagtägliche Auszahlung der Ar- beitslosenunterftützung für die Unterstützungsempfänger von Giehen-Stadt in ber Turnhalle am Oswaldsgarten findet am Freitag, 10. N o - ne mb er, nicht um 13.40 Uhr. sondern mit Rück- sicht auf tve nationale Feierstunde erst um 1 4 U h r statt. Lugend fliegt über der Heimat...! Erfreuliches Ergebnis unserer Lustfahri-preisaufgabe. Einen über alle Erwartung hinaus großartigen Erfolg hatte unsere Luftfahrtpreisaufgabe zu verzeichnen. Trotzdem für die Lösung der Aufgabe nur etwas über 4 Tage Zeit zur Verfügung standen, sammelte sich täglich eine solche Fülle von Losun- gen im Briefkasten der Redaktion an, daß es dem Rätselonkel Angst und Bange wurde. Muhte er doch alle Lösungen bis zum Mittwochabend durchsehen und zensieren, mußte das Los walten lassen unb bann bie Preisliste aufschreiben, bamit jeber schon am Donnerstag zu wissen bekam, ob er einen Frei- flug gewonnen hatte, ober nicht. In Anbetracht ber starken Beteiligung ber Jugenb aus ganz Ober- Hessen, insbefonbere aber aus Gießen, an unserem Preisausschreiben und in Anbetracht der vielen richtigen Lösungen, nicht zuletzt aber auch als Entschädigung für die Mühe, die sich unsere jungen Freunde gegeben haben, hat sich der Rätselvnkel entschlossen, es nicht bei den ursprünglich vorgesehenen 6 Frei- lügen bewenden zu lassen, sondern 9 weitere Frei- lüge zu stiften, so daß insgesamt 15 Frei- luge zur Verteilung gelangen. (Ihr werdet »arüber sicherlich nicht böse fein!) Da aber nicht alle Einsender Freiflüge erhalten können, gelanaen auch die schon erwähnten Trostpreise zur Verteilung, bie einen Anreiz bazu bieten sollen, sich an der nächsten Preisaufgabe wieder recht rege zu beteiligen. (Schon jetzt sei verraten, daß es zu Weihnachten eine ganz eine Aufgabe gibt!) Nun aber lassen wir bie Liste »er Glücklichen folgen, bie einen Freiflug, bas ilberne Modell des Flugzeuges „Der beut- chen Jugend" ober eine Junkersnadel gewonnen haben. Freiflüge erhalten: Willi Boller, Gießen, Neuen Bäue 7II. Karl Möckel, Watzenborn, Bahnhofstraße 37. Thekla BindewaId, Krofdorf, Gießener Straße 314 I. Werner Hartmann, Gießen, Wilsonstrahe 3 III. Gisela Wallenfels, Gießen, Moltkestraße 22. Willi Ulrich, Hungen, Hartigstraße 2. Else Weller, Leihgestern, Bahnhofstraße 29. Roli H a u ß, Gießen, Neustadt 39. Wolf Wißner, Gießen, Steinstraße 35. Walter Hofmann, Heuchelheim, Wilhelmftr. 72. Elsbeth Linden st ruth, Gießen, Bleichstraße 8 Hinterhaus p. Ludwig W a ck , Gießen, Schillerstraße 7 II. Lieselotte Kimmel, Gießen, Marburger Str. 75 II. Heinz Werner Fehl, Gießen, Wiesecker Straße 3. Horst Moll, Gießen, Jhringstraße 7 p. 3unfers-Jlabeln erhalten: Richard Dölsing, Lardenbach, Bahnhofstraße 48. Margarete Seim, Gießen, Bismarckstraße 40. Herbert Wolf, Gießen, Moltkestraße 16. Helmut Dietz, Gießen, Henselstraße 3. Kurt Balser, Gießen, Kaiserallee 75. Ernst Stecker, Alten-Buseck, Brandgasie 14. Adolf Wacker, Wieseck, Gießener Straße 151. Käthchen Gundrum, Reiskirchen, Hauptstraße 61. Erika Wenner, Gießen, Sonnenstraße 29. Hermann Zentrum, Gießen, Bruchstriche 16II. Das versilberte Dunfers-lHobeö erhält: Otto Schwarz, Gießen, Frankfurter Straße 43,1. Zur Beachtung! Diejenigen Preisträger, die einen Freiflug erhalten haben, müssen sich den Freiflugschein in der Redaktion des Gießener Anzeigers, möglichst am jjreitagoormittag, abholen und dann im Laufe des Freitagnachmittags oder Samstags sich im Flughafen Gießen einfinden und sich am Flugzeug melden. Die F r e i f l ü g e können nur im Laufe bes Freitags ober Samstags, und zwar jeweils an den Nachmittagen geflogen werden; die Preisträger aus Gießen können ihre Flugscheine schon heute Donnerstag zwischen 16 und 17 Uhr abholen. Die Preisträger aus ber Stabt Gießen, bie Junkers-Nabeln erhalten, bzw. ber Preisträger bes Junker-Mobells, können diese am heutigen Donnerstag ober morgigen Freitag zwischen 16 und 17 Uhr abholen. Den auswärtigen Preisträgern werden die Nadeln mit der Post umgehend zu- geschickt. SinbnKlsDolleßunbflebunoberXanbesumDerfitäl Gestern mittag vereinigten sich ber Lehrkörper und die Studentenschaft ber ß a n b e s u n i d e r f i • t ä t Gießen in der Ludwigstrahe vor dem 23ot- (efungsgebäube zu einer Kundgebung, die sich zu einem begeisterten Treugelöbnis für das neue Deutschland unb seine gerechten Forberungen gestaltete. Vom Balkon bes mit ben nationalen Flaggen unb ber Fahne ber Universität geschmückten Vor- lesungsgebäudes herab richteten Se. Magnifizenz ber Rektor Prof. D. Dr. Borntamm und der Führer der Gießener Studentenschaft, stud. jur. Adam, Ansprachen an die Versammelten mit dem Gelöbnis, unwandelbarer Treue der Ludoviciana zu Volk unb Führer unb mit ber Aufforberung, am 12. November einmütig sich zum Führer unb bem deutschen Volke zu bekennen. Mit begeisterten Sieg-Heil-Rufen unb bem Gesang des Horst- Wessel-Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß. Oie Ansprache des Rektors bei dieser denkwürdigen Kundgebung unsere Alma mater Ludoviciana hatte folgenden Wortlaut: Deutsche Frauen unb Männer! Adolf Hitler hat Deutschland gerufen. Wir Der- sammeln uns heute vor dem Hause unserer täglichen Arbeit — Lehrer, Beamte und Studenten der Landesuniversität — um zu bezeugen, daß wir zur Stelle sein werden. Wir sind ein waffenloses Volk, rings von roaffenftarrenben Nachbarn umgeben. Wir kommen mit bloßen Händen, ohne bie Macht ber Drohungen, mit benen politische Kämpfe ausgetragen werben. Was können wir hineinwerfen in bie Waage ber Geschichte, auf ber heute Deutsch- lanbs Existenzrecht unb Lebenskraft wieder so streng gewogen wirb wie seit bem Weltkriege nicht mehre Ein Schwert hineinzuwerfen ist uns versagt. Ja, wir wollten es selbst nicht. Denn wir sinb vom Solbaten bis zum Bauern, vom Arbeiter bis zum Akabemiker voll Sehnsucht nach Frieden. Die Blüte unserer Brüber liegt vom Schicksal zerpflückt brauhen in aller Welt. Wir haben kein Verlangen, wie es Abolf Hitler unserem Volke aus bem Her- zen gesprochen hat, bas Leben ber Menschen, bie uns teuer sinb, zu opfern, um Völker zu unterjochen, bie uns boch nie lieben werben. Aber leben wollen wir. Wir wollen frei werben von bem Druck, ber bie Kehle abschnürt, baß Tausenbe unb Aber- tausenbe von Bombenflugzeugen unserer Nachbarn unser wehrloses ßanb über Nacht in Gefilde bes Tobes verwanbeln können. Wir wollen endlich wieber bie Luft ber Ehre atmen, mit gleichem Recht im Rate ber Völker zu sitzen unb uns nicht bas Recht ber Verteibigung absprechen lassen, bas man am selben Tage, wo man es uns verweigert, bem Jrakstaat zubilligt. Was haben wir hinein- zuwerfen in bie Waage der Geschichte in diesem Kampf um das Lebensrecht, bie Ehre unb Freiheit unseres Volkes? Wenig — unb boch, wenn wir einig sinb, genug. Wir haben ben einmütigen Willen, ber in uns aufspringt aus bem Rhythmus ber neuen Gemeinschaft unseres Volkes. Wo einzelne schwach sinb, werben sie in ber Gemeinschaft unter einer stahlharten Führung unüberminb- lich. Wenn w i r nur bereit sinb, alles zu ertragen: Verfolgung unb Vereinsamung, Unoerftänbnis und Verleumdung, Leiden und selbst den Tod, damit bie Ehre unseres Volkes aus bem Schmutz gerissen werde, vermag uns niemand zu brechen. Wir haben unser Recht, verbrieft in Wilsons 14 Punkten und feierlich beschworen in dem Friedensdiktat, das unsere ehemaligen Gegner selbst uns aufgezwungen haben. Und wenn wir Menschen innerlich zermürben, ober mit Gewalt munbtot gemacht werben sollten, bann werben bie Steine an unseren Grenzen schreien, auf denen das Wort Traitö de Versailles geschrieben steht. Dann werden sie an un> ieren Todesvertrag erinnern, aber auch an das i e d) t auf Abrüstung der Welt und gleiche Sicherheit aller, das er uns gibt unb bas von ber Geschichte stürmisch unb immer stürmischer sein Leben forbert. Wir haben unsere Ehre. Sie ist bie große Erzieherin bes Menschen unb ber Völker zur Männlichkeit. Sie ist wachgerufen in uns und wird unser Volk aus einem entnervten Geschlecht zu einem Volk machen, das noch einmal einer großen Geschichte gewürdigt wirb. Und vor allem: wir haben ben einen Mann, auf ben bas ganze Volk mit Bewunderung unb Vertrauen blickt. Er stellt sich seinem Volk am 12. November. Vierzehn Jahre lang hat er schwerer als alle anderen um Deutschland gekämpft, mehr gelitten und gearbeitet als jeder sonst. Was sind wir ihm dafür schuldig? Treue ober Untreue? Er hat uns in unermüblichemAnsturm über alle Stänbe unb Klassen zu einem einheitlichen Volk zusammengeschweißt. Er hat uns wieder gelehrt, wie tief unsittlich es ist, unseren Kindern und Enkeln Lasten aufzuerlegen, mit denen wir selbst fertig zu werden haben. Er hat Millionen unseres Volkes wieder zur Arbeit und zu geregeltem Leben zurückgeführt, Zehntausenden von jungen Paaren ein Heim geschaffen. Er hat unsere gesamte junge Mannschaft in Zucht und Gehorsam genommen unb mit Hingabe und Vaterlandsliebe durch» glüht. Von seinen Gedanken sind geistige Kräfte ausgegangen, die jeder Gelehrte, ber nicht ein hoffnungsloser Tropf ist, bis in bie Stille seiner wissenschaftlichen Arbeit hinein spürt. Was gehört ihm bafür: Dank ober Unbank, Liebe ober Haß? Er ist unser Mund zur Welt unb spricht mit unerhörter Kraft aus, was jeden guten Deutschen im Herzen bewegt. Was soll die Welt von uns dazu hören: bas Ja ber entschlossenen Zustimmung ober bas Nein der Verwerfung? Es ist an uns, Eichenborffs Prophezeiung wahr- zumachen: Denn wie bie Erze vom Hammer so wirb bas lock're Geschlecht gehaun sein von Not unb Jammer zu festem Eisen recht. Hiiler-Rede und Reichsbahn. Die Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. wirb ihrem gesamten Personal bte Möglichkeit geben, am Freitag, 10. November, bie Rebe bes Volkskanzlers Adolf Hitler an allen Dienststellen zu hören. Im Betriebsdienst wird von 13 bis 13.01 Uhr bie gesamte Rangierarbeit ruhen. Alle Rangierlokomotiven geben in dieser Zeit Signal. Weiter werben in dieser Zeit und auch kurz vorher kein« Züge abgelassen; wenn möglich, sollen auch in dieser Minute Züge nicht einsahren. Wenn es die Zugfolge erlaubt, werden die Zuge anhalten. Von 13 bis 14 Uhr ruht der Rangierbetrieb, wenn durch diese Pause keine Störung der Gesamtarbeit unb im Zuglaus entsteht. Auch die Reisenden können in den Wartesälen der Bahnhöfe an Lautsprechern bie Rede hören. Oas Mnterhil*swerl des Kreises Gießen. An alle Ortsgruppen- unb Zellenleiter der 71 SU. bes Kreises Gießen. Der feierliche (Empfang bes Kartoffelzuges bes Kreises Gießen in Offenbach a. M. I Unbet am Freitag, 10. November, 11 Uhr, im 1 Houptgükerbahnhof zu Offenbach statt. Ich erwarte, daß aus allen Orten Vertreter zugegen sind. Die Bürgermeistereien werden ersucht, die Volksgenossen noch heute in ortsüblicher Weise darauf hinzuweisen. Heil Hitler! Kloß, Kreisführer des Winterhilfswerks. Oie Spende vom Eintopfgericht im Kre se Gießen. Das Ergebnis ber Oelbfpenbe aus Anlaß bes Eintopfgerichts am vorigen Sonntag beläuft sich in Stabt unb Kreis Gießen zusammen auf 10 361,49 Mark. Davon entfallen auf bie Stabt Gießen, ohne bas Ergebnis der Sammlung in den hiesigen Gastwirtschaften, 4169,57 Mark. Langem« ck-Gedenkfeier auf dem Sch ffenberg. Man schreibt uns: Die Gießener Landsmannschaften veranstalten am morgigen Freitag, 10. November, auf bem Schiffenberg eine Langernarck-Gedenkfeier. Die Feier, der ein Gepäckmarsch von 20 Kilometer vorausgeht, beginnt um 23 45 Uhr. Das Programm, bas mit bem Liede „Burschen heraus“ eröffnet werden wird, sieht eine Gedächtnisrede zu Ehren der Toten von Langernarck, sowie einen Treueschwur oon Die heutige studentische Generation will in dieser weihevollen Stunde großen Gedenkens das An» denken und bie große Tat bes Opfers der Kämpfer von Langernarck in die Erinnerung wrütfrufen; denn Langernarck ist das hohe Lied Der ewigen Treue, der Liebe zu Volk und Vaterland, es ist das hohe Lied aller Deutschen. Hier offenbart sich jener große heldische Geist, der bas Tor ber neuen deutschen Zukunft machtvoll aufgestoßen hat. Aber nicht nur Der Erinnerung, sondern auch dem Gelöbnis, den Geist von Langernarck allzeit in der deutschen Jugend zu pflegen und zu heiligen, gilt die Stunde. Die Gießener Bevölkerung wird gebeten, sich recht zahlreich an dieser Kundgebung zu beteiligen. Bekenntnis der deutschen Jugend. Nachstehender Vers wurde von einem zwölfjährigen Jungvolkschüler für einen «prechchor gedichtet: 9Bir fordern Gleichberechtigung auf Erden Unb wollen nicht tpimer erniwrigt werben. Wir rüsteten ab schon viele Jahr, Bei ben andern wird man nichts gewahr. Wir bleiben Adolf Hitler treu. Hell deutsches Volk, erwach aufs neu! T ere als Hausgenossen. Unter bem Titel „Von ber beutschen Heimat in bie weite Welt" eröffnete bie Vortragsgemeinschast bes Goethebunbes, des Kaufmännischen und des Gewerbevereins am Dienstag in der Neuen Aula der Universität bie diesjährige Reihe ber Veranstaltungen mit einem Lichtbilderoortrag ber Tierfreundin Käthe Hecht (Stralsund) über das Thema „Tiere des deutschen Waldes und ber beutschen Heimat als Hausgenossen". In ihren einleitenden Worten führte bie Vortragende u. a. aus: lier- liebe unb Naturverbunbenheit seien im Menschen vorhanden; allerdings seien diese Eigenschaften nicht ohne weiteres im Vordergrund, sie müßten vielmehr gepflegt werden. In der Gegenwart fühle der Mensch häufig das Bedürfnis, in der Natur Ruhe unb Seldstbesinnlichkeit zu finden. Im Tiere dürfe er aber nicht seinen Sklaven sehen, sondern ein vor Gott gleichberechtigtes Mesen mit allem Anspruch auf feine Existenz. Goethe nenne die Tiere seine Brüder. Tiere könnten Offenbarungen Gottes sein. Hebbel habe einem Eichhörnchen besondere Zuneigung entgegengebracht und dieser in seinem Tagebuch lebhaften Ausdruck gegeben. Wir Menschen, bie wir allein im Besitze Der Kraft feien. Die wir Verstanb nennen, sollten nicht überheblich fein, denn letzten Endes biene auch unser Verstand göttlichem Willen. Wenn uns manches am Tier geheimnisvoll erscheine, so liege doch auch über bem Menschen ein geheimnisvoller Schleier, ben bie Natur über alle Dinge breite. Auch bas Tier zeige geistige Regsamkeit, vermöge alle Gefühle (Freube, Leid, Schmerz, Treue, Dank) zum Ausdruck zu bringen, und mancher Funke des gegenseitigen Verständnisses könne vom Menschen zum Tier und vom Tier zum Menschen überspringen. Das Tier habe in der Sagen- und Märchenwelt ber Völker, insbesondere aber in unserem deutschen Volke stets eine große Rolle gespielt. Dieses Vermächtnis unserer Altvorderen sollten wir immer zu bewahren versuchen. Eine besondere Rolle spiele das Tier in Indien. Oas Stadttheater Gießen einzige bodenständige Bühne Oberhesfens nur denkbar und lebensfähig durch stete ITUtarbeit und feste Verbundenheit aller Männer und Frauen Oberhesfens! Indiens Religionen gründeten auf bem fundamentalen Satz: „Das Wesen aller Wesen ist eins!" Erfreulich sei es, daß die jetzige deutsche Regierung Der Welt auf dem Gebiete Des Tierschutzes beifpieP gebend vorangegangen sei. Deutschland habe ein neues Vorbild für Den Tierschutz geschaffen. Jeder Mensch werde diese Wendung zum Besseren begrüßen. Sie selbst, die Rednerin, möge nie die Verbindung mit dem Tier missen; das was ihr in ber Jugenb spielerische Umgebung gewesen sei, sei dem gereiften Menschen Ziel unb Zweck bes Daseins geworben. Sobann zeigte bie Vortragenbe eine Fülle von Lichtbildern. Man sah zunächst bie zierlichsten Geschöpfe bes beutschen Waldes, bie Rehe, in engster Gemeinschaft mit ihrer Pflegerin, bie bas Haus mit ihnen teilt, sah sie aber auch im Walde in mäßig beschränkter Freiheit, ferner in ber spielerischen Vereinigung mit Hunb und Katze. In Bild und Wort schilderte die Vortragende ferner Aufzucht und Mühe der Pflege dieser Tiere. Ferner sah man Hunde und Katzen in ihren verschiedensten Lebensäuherungen, erlebte die Abenteuer einer Dohle unb eines Storches mit, verfolgte bie luftigen Liebesspiele von Angorakatzen unb Eichhörnchen, die in vielen Bildern festgehasten waren, unb hörte zum Schluß noch von zwei mit unendlicher Mühe unb Gedulb aufgezogenen Fischottern, benen die Rednerin besondere Sorgfalt zugewandt batte. Der Vortraa führte bie Zuhörer in ein Reich ein, bas dem Alltag weit entfernt liegt, und er ließ außerdem erkennen, daß eine überdurchschnittliche Tierliebe zu außerordentlichen Erfolgen führen kann. Der Rednerin wurde lebhafter Beifall zuteil. Wicf;cncr TLochcnmarltpreise. • Gießen, 9. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfund 1,30 bis 1,35 Mk., Kochbuiter 1,10 bis 1,15 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Tier (in- ländische) 14, Wirsing, das Pfund 8 bis 10 Pf., Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf-, der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Bf., Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 100, Tomaten 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 6 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3*/t Pf-, der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 40 bis 45, junge Hähne 65 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Ganse 60 bis 70, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 10, Endivien 5 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, Bund 10 Pfennig. t*ornotucn — Tageskalender für Donnerstag! Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Walzerkrieg" mit Renate Müller und Willy Fritsch. — Astoria-Licht- spiele, Settersweg: „Schüsse in der Nacht“. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, 20.15 Uhr, Neue Aula der Universität, Lichtbitder-Vorttag über „Geographische Reisen und Forschungen im Süden Chinas". — Hausfrauenberatung: 20.15 Uhr, Kirchenplatz 2, Dortrag über „Wie erziehen wir uns und unsere Kinder zur Volksgemeinschaft" — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen. Freitag, 6 Vorstellung im Freitag-Abonnement „Am Himmel Europas". Schauspiel von Schwenzen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus. Spieldauer von 20 bis 22 15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Sonntag, 12. November als Veranstaltung außer Abonnement „Bunter Abend" mit dem Programm: Kunterbunt und Vielerlei: Ansage: Wolfgang Kühne und Paul Nieren. Die Intendanz führt an diesem Abend erstmalig eine Neuerung ein. Naturgemäß wird am Sonntagabend jeder Staatsbürger mit Spannung die Wahlergebnisse erwarten: um trotzdem auf den gewohnten Theaterabend nicht verzichten zu müssen, gibt die Intendanz zwischen den einzelnen Programmnummern den jeweiligen Stand der Wahlergebnisse bekannt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und endet 21 Uhr. Preise von 0,50 bis 1,50 Mark. ** Berufung an die Universität Gießen. Dr. Andrae, Umversitätsprofessor für Nationalökonomie in Graz. Dekan der juristischen Fa- kultät, hat die Berufung an die Universität Gießen angenommen. ** Personaländerung im Orchester des Stadttheaters. Der erste Hornist des Stadttheater-Orchesters, Herr Kurt Bartels, verläßt seinen bisherigen Wirkungskreis, um ein Engagement in gleicher Eigenschaft im Opernhaus-Orchester Frankfurt a. M. anzutreten. ** Arbeitsjubiläum. Heute feiert der Aufseher Jakob Häuser aus Watzenborn-Stein- berg sein Mjähriges Arbeitsjubiläum. Der Jubilar trat am 9. November 1893 in den Betrieb der Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke A. G., Gießen, als Arbeiter ein und hat sich durch ununterbrochene Tätigkeit, vornehmlich in der Sortiererei und Verladung, allmählich so eingearbeitet, daß er die Aufsicht über diese Abteilung ausüben konnte. Den Posten hat er viele Jahre Zur besten Zufriedenheit der Werksleitung ausgefüllt und sich durch Fleiß und Umsicht ausgezeichnet. Dem Jubilar wurden infolgedessen an seinem Ehrentage von der Firma und seinen Mitarbeitern Ehrungen zuteil. Auch die Hessische Staatsregierung übermittelte durch ein Schreiben der Mi° nisterialabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft), ebenso rote das Kreisamt Gießen durch eine Zuschrift Glückwünsche. ** Gastwirtespende zur Arbeitsbe- s ch a f f u n g. Für die Adolf Hitler-Spende zur Beschaffung von Arbeit haben die im Reichseinheitsoerband des deutschen Gaststättengewerbes zu- sammengeschlossenen Gastwirte des Kreises Gießen als ä Conto-Zahlung von einer noch laufenden Sammlung die Summe von 1500 Mk. an die zuständige Stelle abgeführt. Schöffengericht Gießen Die drei Angeklagten Albert Seipp aus Edingen, zur Zeit hier in Untersuchungshaft, Alfred Härder und Helmuth Feix aus Gießen sind seiner Zeit von hier losgezogen. Unterwegs nahm der Angeklagte und Hauptbeschuldigte Seipp gelegentlich der Anwesenheit in der Wirtschaft Schneider in Pohl-Göns aus einem Pult einen Betrag von 600 Mark Alle drei fuhren dann nach Frankfurt Dort erhielten Härder und Feix je einen Betrag von etwa 150 Mark. Man kleidete sich ein, lebte in Saus und Braus und begab sich dann weiter nach Bonn, wo die Festnahme erfolgte. Seipp versuchte zunächst in äußerst raffinierter Weise sich aus der Angelegenheit herauszuwaschen, was ihm jedoch nicht gelang Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den schon mehrfach vorbestraften Seipp eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten, gegen Fe' x und Härder wegen Hehlerei je 6 Wochen Gefängnis. Im letzteren Falle beantragte der Staatsanwalt wegen der Jugendlichkeit der Angeklagten bedingten Strafaufschub zu gewähren. Das Urteil lautete gegen Seipp auf 6 Monate Gefängnis, gegen Feix und Härder je 6 Wochen Gefängnis unter Gewährung bedingten Strafaufschubs für 5 Jahre. Im Falle Härder erachtet das Gericht Erziehungs- maßnahmen für erforderlich deren Art es dem Dormundschaftsgericht überläßt. Wegen Transportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung saßen der Eisenbahnassistent H. K. aus Butzbach, der Oberschaffner K. I. aus Ober-Hörgern, forme der Zugführer H W. aus Butzbach auf der Anklagebank. Sämtliche Beschuldigte stehen im Dienst der Butzbach—Licher Eisenbahn. Am 9. Januar d. I. rollte ein aus dem Wagenpark losgelöster und nicht abgebremster Personenwagen- aus dem abschüssigen Gleise davon. Beim Abspringen von dem Wagen kam die Ehefrau Rückert von Klein-Rechtenbach fp unglücklich zu Fall, daß ihr der linke Fuß abgenommen werden mußte Das Unglück wurde herbeigeführt durch die Angeklagten, die "S unterließen, rine Weiche zu stellen und den nicht abgebremsten Wagen nicht genügend beaufsichtigten. Die Angeklagten K. und I. erhielten je 75 Mark Geldstrafe, W. wurde fteigesprochen. Bei der Strafzumessuna fiel ins Gewicht, daß die beiden Angeklagten mit Arbeit sehr überhäuft waren und sonst pflichttreue Beamte sind Der Lehrer Georg Morgenthaler aus Grebenau wurde wegen Unterschlagung zu fünfMo - na t e n Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft. Der Angeklagte, dem die Pfennigsparkasse in Grebenau anoertraut war, unterschlug daraus etwa 2000 Mark. Außerdem brachte er auf dieselbe W°ise einen Betrag von 5 Mk und einen nnn 7,70 Mk, die man ihm als Beitrag für die deutschen Jugendherbergen ausbändigte, an sich Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig und gab an, das Geld anläßlich der Errichtung eines eigenen Hauses benötigt zu haben. Nachdem der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von cht Monaten beantragte, erkannte das Gericht in Anbetracht des Geständnisses des Angeklagten auf obige Strafe Schließlich hatte sich das Gericht mit dem fajon vielfach vorbestraften, zur Zeit in Untersuchungshaft sitzenden Hornbesteckmacher Otto B ö ( ft l e r aus Geislingen zu befassen Diesem gewerbsmäßigen Einbrecher konnten sechs Einbruchsdiebstähle, sowie ein Versuch zu diesem Verbrechen in Friedberg und Frankfurt nachgewiesen werden, bei denen dem Angeklagten Schmuckfachen, Kleidungsstücke, Handkoffer ufw. in ansehnlichem Wert in die Sjanbe fielen. In der kaltblütigsten Weise legte der Verbrecher heute ein vollkommenes Geständnis ab. Entsprechend dem Antrag des Vertreters der Anklage wurde er mit einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft belegt. Strafmildernd kam feine Jugendlichkeit in Betracht. Amtseinführung des Landesfinanzamtspräsidenten Giese. Elne Ansprache des Keichsfinanzmmifters Graf Schwerin von Krofiqt. WSR Darmstadt, 7. Nov. Montag nach- mittag fand in dem Festsaal des Alten Palais am Lmsenplatz die Amtseinführung des neuen Präsidenten des L a n d e s f i n a n z- amts Darmstadt Giese statt. Der Saal war mit Fahnenstreifen und schlichtem Grün festlich ge- schinuckt. Außer den Fahnenabordnungen der Fachschaften der Reichsfinanzverwaltung, Beamten und Angestellten des Landesfinanzamts, die vollzählig erschienen waren, hatten sich starke Abordnungen der Finanzämter Darmstadt-Stadt und -Land und des Hauptzollamts Darmstadt zu der Feier ein- gefunden. Unter den amtlichen Vertretern bemerkte man den Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk, den Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium, Oberbürgermeister Müller. Ministerialrat Ringshausen und die Vertreter des hessischen Staats- mimsteriums und der Landespolizei. Nach einem Vortrag des Drumm-Quartetts nahm der Reichsfinanzminiiter der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk das Wort. Der Minister erklärte u. a.: Sie, Herr Präsident, übernehmen heute ein schweres und verantwortungsvolles Amt. Gerade die Finanzverwaltung steht vor wichtigen Aufaaben. Unser Führer und Reichskanzler hat der Reichsregierung ein Ziel gefetzt, hinter dem alles andere zurückzustehen hat: die Arbeitslosigkeit in ihren wurzeln zu bekämpfen und zu besiegen. An die Stelle der Unterstützung muß die Arbeit gesetzt werden. Millionen von Menschen muß wieder ein menschenwürdiges Dasein gegeben werben. In acht Monaten finb über zwei Millionen Menschen zur Arbeit zurückaeführt worben, aber zu tun bleibt uns noch bas schwerste Stück, in tiefem Winter nicht — wie in den vergangenen Jahren — bi« Arbeitslosigkeit ansteiaen zu lassen. Im Frühjahr gilt es, bi« Durchbruchsschlacht durchzusühren, bie — so Gott will — ben endgültigen Erfolg bringen soll. 3n diesem Kampf hat die Reichsfinanzverwaltung eine Hauptaufgabe. Dieser Kampf kann nur gewonnen werden, wenn die Säulen, auf denen dieser Kampf beruht, intakt bleiben. Dies sind: die Initiative der Unternehmer, der großen wie der kleinen, und die Finanzverwattung in Reich, Land und Gemeinde. wir müssen Verbrauch und Kaufkraft starken und doch dabei die TNittel hereinholen, deren der Staat in erster Linie für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bedarf. Die Verwaltung kann diese Aufgabe nur lösen, wenn sie eine starke, energische Hand, ein warmes Herz und wirtschaftliches Verständnis in sich vereinigt. Diele Aufgabe ist besonders schwer in diesem Land, das so unter der Besetzung gelitten hat. Weiterhin hot die Reichsfinanzverwaltung als besondere Aufgabe: Schutz der deutschen Wirtschaft gegen unerlaubte Wareneinfuhr und Schutz der deutschen Währung gegen unerlaubte Deoi- senausfuhr. Der Minister gab seiner Ueberzeu- gung Ausdruck, daß der neue Vandesfinanzamts- präfibent bie ihm gestellte Aufgabe voll erfüllen unb bas von ber Reichsregierung in ihn gesetzte Vertrauen voll rechtfertigen werbe. Er habe aber noch eine zweite Aufgabe: „Die Beamtenschaft in Deutsch- lanb unb auch in ber Reichsfinanzverwaltung ist politisch stark beunruhigt unb auch zerrissen worben. Diese Beunruhigung unb Zerrissenheit müßen voll- ftänbig beseitigt unb die Beamtenschaft zu einem einheitlichen Körper zusammengeschweißt werden, der im Sinne Adolf Hitlers arbeitet und wirbt. Wir alle, bie wir an ber Front waren, haben bort bei Untergebenen freubige Diszivlin unb Heutigen Gehorsam kennengelernt, eine echte unb wahre Ka- merabschaft, unb als etwas selbstverständliches bie Fürsorge der Vorgesetzten für bie ihnen anvertrauten Männer bis zum Letzten. Dieser e ch t e F r o n t - g e i st muß wieder Allgemeingut aller Beamten werden!" Der Minister wünschte bem Präsibenten Giese unb seiner Arbeit von Herzen vollen Erfolg unb reichen Segen für Volk unb Daterlanb unb schloß mit einem Heil auf den Volkskanzler Abolf Hitler. Staatsmm'ster Jung überbrachte bie Grüße ber Staatsregierung im Namen bes leiber verhinberten Herrn Reichsstatthalters, unb erinnerte daran, daß das Lanb Hessen, das zu einem Drittel besetzt war, verstänblicherweise ein Schmerzenskind der Reichsfinanzverwaltung gewesen fei. Schuld an ber Lage in Hessen sei freilich auch bie alte Regierung, bie in organisatorischen Dingen schlecht beraten gewesen sei. Hier werbe bie neue R e g i e ru n g von sich aus ernstlichOrbnung schaffen, obwohl auch bie kommenbe Reichsreform noch mancherlei Vereinfachungen bringen werbe. Staatsminister Jung dankte bem Minister unb Staatssekretär Reinharbt für bas, was bisher für Hessen getan worben sei, unb versprach dem neuen Präsidenten des Landesfinanzamts freunbnachdarliche Zusammenarbeit zwischen Reichs- behörben unb Landesdehörben, solange tiefe als Lanbes behörben noch arbeiten werben. Nachbem Abteilungspräsibent Dr. Hellwig im Namen ber Beamten unb Angestellten bes Landes- finanzamts unb Dberfteuerinfpettor Claß als Vertreter ber nationalistischen Beamten ben Präsibenten begrüßt unb treue Pflichterfüllung gelobt hatten, legte ber neue Landesfinanzamts-präsideni Giese ein starkes Bekenntnis zum neuen Staat ab und versprach, sein Amt im Geiste unseres gro- ßen Führers zu verwalten. Hauptsache sei für ihn dabei gegenseitiges Vertrauen und Hebung der Arbeitsfreubigkeit der Beamten, benen das Maß an Selbständigkeit gebühre, bas ihren Leistungen und Fähigkeiten entspreche. Gott sei Dank sterbe bie Art der Vorgesetzten allmählich aus, bie auf ben einzelnen Beamten brückten. Präsibent Giese bat, nur in echter Kamerabschaft unb Disziplin an bie neue Arbeit zu gehen, unb schloß mit einem stürmisch aufgenommenen dreifachen Sieg- Heil auf Führer, Volk und Vaterland. Das Deutsch- land- und bas Horst-Wessel-Lied, sowie der Fahnen- Ausmarsch beschlossen bie Feierstunbe. Oie MittelrheinischeIndusine zur Arbeitsbeschaffung. Mainz, 7.Nov. (WSN.) Der Mittelrhei- nische Fabrikanten-Verein unb bie Ver- e inigun g ber Arbeitgeberoerbänbe am M ittelrhein hatten zu einer Mitglieder- oerfammlung in ben großen Saal ber Jnbustrie- unb Hanbelskammer Mainz eingelaben, um über Maßnahmen zur Beschaffung von Arbeit unb zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu beraten. Einleitend wies der Vorsitzende Dr. Kirnberger darauf hin, daß die gesamte Industrie des mittelrheinischen Wirtschaftsbezirkes aus vollem Herzen zur Mitarbeit an den von der nationalen Regierung gestellten Aufgaben bereit fei. Diese Bereitschaft komme zum Ausdruck sowohl in den bereits ergriffenen und künftig fortzuführenden Maßnahmen jedes einzelnen Betriebes zur Linderung der Arbeitslosigkeit, als aber auch in ber Mitarbeit ber wirtschaftlichen Verbänbe selbst, bie in ber Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt ben Charakter klassenkämpferischer Organisationen angenommen hätten. Anschließcnb sprach der stellv Präsident bes ßanbesarbeitsamtes Hessen, Oberreg.-Rat Kühne (Frankfurt a. M.), über bie verschiedensten praktischen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung. Nach 14jährigern politischem und wirtschaftlichem Niedergang hat bie Regierung Abolf Hitlers bem beut» sehen Volke bie Selbstbesinnung aus bie in ihm selbst ruhenden Kraftquellen zurückgegeben unb bem brohenben völligen Verfall Einhalt geboten Erst tiefe Selbstbesinnung vermochte nunmehr auch ben wirtschaftlichen Maßnahmen bie Aussicht auf Erfolg unb ben Erfolg selbst zu sichern Währenb in früheren Jahren ber Einsatz auch der größten Mittel lediglich dazu führte, dem Einzelnen ben letzten Rest bes Gefühles ber Selbstverantwortung unb ber Zukunftszuversicht zu rauben, haben nunmehr bie Grundsätze „Arbeit als Lebensquell des Volkes" unb „Deutschland ein Arbeitsstaat", kein Vohl- fahrtsstaat" erst bie verlorene moralische Grundlage zu einem wirtschaftlichen Wiederaufbau hergestellt. Auf diesen Grundsätzen aufbauend hat die Reichsregierung den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ausgenommen unb in wenigen Monaten ein Drittel wieder in ben Wirtschaftsprozeß eingeschaltet. Erreicht würbe dieser Erfolg auf bem hoppelten Weg, ber öffentlichen unb privaten Arbeitsbeschaffung Oberreg.-Rat Kühne verwies auf bie Ausführung bes Herrn Vizekanzlers von Popen in Frankfurt a M unb betonte bie Notwendigkeit einer von Herzen kommenden Opferbereiten ft. Die inzwischen erzielten Erfolge beweisen, daß bie an bie Initiative bes beutschen Unternehmers gerichteten Aufrufe nicht vergeblich waren Mit aller Kraft ist von ben Betrieben gekämpft worben und muß weiter gekämpft werben. Die Ausschaltung wirklicher Doppelverdiener, die Unterbindung von Schwarzarbeit jeder Art, die Beschäftigung von männlichen Ar- beitskräften an Stelle von Arbeiterinnen und die Schaffung zusätzlicher Arbeit sind Maßnahmen, die zusammengefaht Tausenden und Abertausenden Arbeit zu schassen vermögen. So war es möglich, die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk bes’ ßanbesarbeitsamtes Hessen von 333 000 im Januar tiefes Jahres auf 234 000 gegen Ende September zu senken: die Zahl der tatsächlich nun in Arbeit Gekommenen dagegen dürfte nach der Krankenkassenstatistik etwa 145 000 betragen. Etwa 500 Gemeinden des Bezirks sind völlig frei von Arbeitslosen, wobei jedoch noch zu berücksichtigen ist, daß die Art der ergriffenen Maßnahmen durch- aus daraus abgestellt war, jeden Rückschlag im kom- menden Winter zu vermeiden. Abschließend forderte der Redner zu intensiver Mitarbeit zur Erreichung dieses Zieles auf. Beigeordneter Schleimann-Mainz überbrachte die Grüße des an der Teilnahme verhinderten Oberbürgermeisters Dr. Barth unb wies auf bie Notwendigkeit unb bie Bereitschaft bes Opferns hin, bem sich sowohl bie Unternehmer als auch bie airbeiter unterzögen, um ben noch Arbeitslosen Stellung unb Verdienst wiederzugeben. Dr K ö b n e r = Frankfurt berichtete in Vertretung des Treuhänders ber Arbeit, Handelskammer- Präsident Dr ßüer, über bie Maßnahmen bes Ausschusses für Arbeitsbeschaffung unb wies insbefonbere auf bie Bebeutung einer raschen Verwenbung ber von ber Reichsregierung für Jnstanbfetzungsarbeiten zur Verfügung gestellten 500 Millionen Mark hin. Dieser Betrag werbe in Form von 20 Prozent-Zuschüssen währenb bes Winters gegeben unb ermögliche somit einen Sefamtauftragsbeftanb von 2L Milliarden währenb ber fommenben Monate. Der Vorsitzende bankte bem Referenten, Oberreg.- Rat Kühne, unb allen Rebnern für bie aufschlußreichen unb von ber Versammlung mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Der Appell an bie Privatinitiative dürfe wie in den letzten Monaten so auch im kommenden Winter nicht vergeblich sein. Wenn es gelinge, ein Wiederansteigen der Arbeitslosigkeit hmtanzuhalten unb darüber hinaus bie Zahl ber Arbeitslosen zu senken, bann werbe auch das Ausland der nationalen Regierung und dem hinter ihr stehenden geeinten deutschen Volke die Anerkennung nicht mehr versagen können und erkennen, daß Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers erwacht unb auferftanben sei. Mit einem Dreifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer schloß ber Vorsitzenbe die Versammlung. Hitler schasst Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbe« schaffungs-Prograrnm: lagern, a. d. Baustelle Fertigstellung eines im Jahre 1928 begonnenen Schulhausneubaues, Gemeinde Großen-Linden 1400 Jnstandsetzungsarbeiten im Rathaus usw. ber Stabt Eschwege 1300 Verschieben« Jnstanbfetzungsarbeiten in Bergen-Enkheim 2000 Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gedäuben in Hanau a. M. 4382 Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an ben kreiseigenen Gebäuden unb Schulen, Kirchen unb Rathaus in Wetzlar, Gleiberg, Oberbiehl, Tiefenbach, Volpertshausen, Nieberkleen, Bechlingen 3000 Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an sechs Brücken im Stabttreis Kassel 5000 Regulierung der Hochwasserabflußverhältnisse unb Meliorationen bes Schwalrn- tales zwischen Salmshausen und Treysa, KreisZiegenhain 16500 Ausführung von Erd- und Rodungsar- beiten zur Verbesserung der Vorflutverhältnisse des Elbebaches, Gemeinde Elben 3450 Herstellung von Straßenkanälen in ber Platterstraße von Galileistraße bis Wolkenbruch unb in ber Sietiung Eigenheim in Wiesbaben-Sonneberg, Stabt Wies- haben 2880 Herstellung ber Straßenkanäle in ber Freudenbergstraße unb beren Seitenstraßen in Wiesbaden-Schierstein 3870 Oberbeffen. Nach 9 Zähren Strafanzeige wegen Brandstiftung. 8 Schotten, 8. Nov. In ber Nacht vom 28. zum 29. April 1924 ging plötzlich bas Säge - werk auf der Langemühle in Flammen auf. Man konnte sich die Ursache nicht erklären unb vermutete Branbstiftung. Jetzt scheint ber Fall aufgeklärt zu werben. Gegen ben vermutlichen Täter, einen Mann aus Allenborf (Kreis Kirchhain) ist Strafanzeige wegen Brandstiftung erhoben worden. Der Täter war um diese Zeit auf der Langemühle tätig; er war gelernter Schuster. Das Leder war in der damaligen Zett sehr rar und teuer. Die Treibriemen auf der Langemühle waren verschwunden, und um diesen Diebstahl zu verdecken, ist offenbar der. Brand angelegt worden. Das gerichtliche Verfahren wird die nötige Aufklärung bringen. Lanvkreis Gießen. II Lollar, 8.Nov. Die Sängervereinigung Lollar veranstaltete im Saalbau „Zur Linde ein Konzert, bei dem die Kapelle des Gießener Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e mitwirkte. Die in gewohnter vorzüglicher Weise zum Vortrag gebrachten Stücke, u. a. auch solche von R. Wagner, sowie die Solovorträge der Herren Kleinert, Klökner und Nickel, sanden so reichen und wohlverdienten Beifall, daß sich die Kapelle zu verschiedenen Zugaben verstehen mußte. Zwischen den Musikstücken sang der Verein unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Döpper (Gießen), einige Lieder, darunter zwei mit Begleitung des Orchesters. Der kommissarische Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Wagner, erinnerte die Sänger an ihre Pflicht am kommenden Sonntag, weiter nahm er die Auszeichnung von vier Sängern für fünfundzwanzigjährige Mitgliedschaft vor. Es sind die Sänger: Le nnarz, Klinket, Wissemann und H a s s e l b a ck, bie bie Ehrennabel des „Lahntalsängerbundes" erhielten. Die erste Strophe des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes beschlossen das Konzert, das gut besucht war. > Holzheim, 7. Nov. Am Sonntag abend sand hier in der vollbesetzten Kirche ein Vortrag von Pfarrer Weber-Eschbach über bas Thema: „Die evangelische Kirche im Dritten Reich" statt. Pfarrer Weber führte seine Zuhörer zurück in bie Geschichte unseres Volkes bis auf bie Tage ber französischen Revolution unb zeigt« wie sich ber Liberalismus unb Kapitalismus entwickelt haben, bie ben Marxismus mit sich brachten. Diese auf die eigene Person abgestellte Weltanschauung kennt keine Volksgenossen. Sie wußte nichts davon, daß einer des andern Last mit zu tragen habe, und sie mußte dazu führen, daß ein großer Teil unseres Volkes zu Proletariern wurde unb bem Kommunismus in bie Arme trieb. Nur ein Mann erkannte mit klarem Blick, baß unser Volk einer furchtbaren Katastrophe entgegentaumele. Es war Adolf Hitler, ber mit unerschrok- kenem Mute sich bem Verderben entgegenwarf und jeden echten Deutschen zur Volksgemeinschaft aufrief. Hat die evangelisch« Kirche in diesem gewaltigen Ringen ber letzten 14 Jahre ihre Schul- digkeit getan? Hat sie mutig unb mit fanatischem Eifer gegen bie Gottlosenbewegung gekämpft? Da hätte man sich ein Beispiel nehmen müssen an ber SA. Welche Opfer hat bie SA. in ben vergangenen Jahren gebracht? Gut unb Blut haben sie dahin» geaeben und haben damit bas gerettet, wofür 2 Millionen Deutsche ihr Leben im Weltkriege gelassen haben Diele Pfarrer unb ©emeinbegliebet ber evangelischen Kirch«, bie mit glühender Liebe an bem Führer hingen, schlossen sich nun zusam- men zur Glaubensbewegung Deutscher Christen. Sie wollen bie Massen unseres Volkes, bie burch ben Marrismus unb ben Kommunismus allen Gottesglauben verloren haben, roieber mit ber Kirche unb ihrem inneren Wert in Verbindung bringen. So ist bie Reichskirche entstauben, an beren Spitze Reichsbischoff Müller, ein Vertrauter Abolf Hillers, steht. Wir alle stehen treu unb fest zu bem Führer Abolf Hitler, ber mH bem ganzen deutschen Volke auch unsere evan. gelische Kirche von ben Schrecken bes Kommunismus gerettet hat. — Die Ersparnisse bes Eintopfgerichtes am Sonntag brachten hier bas Ergebnis von 87,90 Mk. .Mc ♦ n □ Saubach, 8. Nov. Am Samstagnachmittag erfolgte bie Uebernahme ber neuen Motorspritze burch bie Stabt. Hierzu waren neben bem derzeitigen Kommandanten ber Freiwilligen Feuer» wehr Oberbranbmeifter Hrch. Kopp unb Bürgermeister Högy auch Oberrevisor Sd) n e i b m u I • l e r von der Brandversicherungskammer Darmstadt, Sodener bei HUSTEN. ERKÄLTUNG sowie Herr Straub (Frankfurt a. M.) als Der« treter der Lieferfirma Magirus in Ulm anwesend. Die an der städtischen Wasserleitung und der Wetter oorgenommenen Leistungsproben verliefen erwartungsgemäß. Anschließend wurden die zur Bedienungsmannschaft bestimmten Wehrleute im Gebrauch der neuen Spritze unterwiesen. Hiermit ist unsere stets schlagfertige Wehr um eins der modernsten Hilfsmittel reicher geworden. — Am Sonntagabend sprach in einer gut besuchten Wahlversammlung im „Schützenhof^Po. Kärtner (Frankfurt o. M.) über das Thema „Arbeit und Friede". Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. 3m Schlußwort wies Ortsgruppenleiter Otto Braun darauf hin, daß es Pflicht jedes Deutschen sei, am 12. November sein 3a-Wort dem Führer zu geben. Zur Verschönerung des Abends wirkte auch die fleißige Kapelle des hiesigen Musikvereins mit. £ Ober-Schmitten, 8. Nov. 3m Döllschen Saale fand eine von der NSDAP, einberufene Wahlrundgebuna statt, die einen starken Besuch aufwies. Pg. Orty (3ngelheirn) schilderte, vom schwarzen Tag des 9. November 1918 ausgehend, die sittliche und moralische Zersetzung in den 14 Jahren des Zwischenreichs und zeigte die Gefahr, die unserem Vaterlande von feiten der Kommunisten drohte. Das unauslöschliche Verdienst Adolf Hitlers sei es, den verführten Arbeiter wieder zum Volk gemacht und der Nation Glauben, Hoffnung und Zuversicht gegeben zu haben. Die Kameradschaft der Front sei die Grundlage zum wahren Sozialismus geworden. Deutschland beanspruche das Recht aufs Leben. Bei des Führers Kampf für Gleichberech- tigung, Ehre und Frieden gehe es um das deutsche Volk. Darum müsse der 12. November zu einem überwältigenden Treuebekenntnis für die Reichs- regierung und ihren Führer werden. 3n seinem Schlußwort sprach Zellenleiter Rud. K i r ch h o f die Hoffnung aus, daß die Bewohnerschaft des Dorfes am kommenden Sonntag mit einem einmütigen „3 a" hinter der Reichsregierung und ihrem großen Führer stehe. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Licd, von der Musikkapelle Eichelsdorf begleitet, beschlossen die eindrucksvolle Kundgebung. Wreio LUsfclv. U Nieder-Gemünden, 8. November. Eine Wahlversammlung fand hier in der Wirt- schäft von Karl Becker IV. statt. Nach Begrüßungs- wortcn des Versammlungsleiters, Ldw. Otter- dein, sprach Pg. Schuster von Frankfurt über „Das Genfer Nein". Dieses „Nein!" werde das deutsche Volk am 12. November geschlossen aut- heißen. 3n der anschließenden Aussprache wies Lehrer Lotz darauf hin, daß der 12. November jeden Deutschen angehe. Pfarrer Reichert machte weitere Ausführungen über die kommunistische und die „schwarze" Gefahr. Mit der Aufforderung, am 12. November sich restlos für Ehre und Freiheit einzusetzen, schloß der Versammlungsleiter die Kundgebung. ch Kirtorf, 8. Rov. Unsere Gemeindevertretung faßte in ihrer jüngsten Sitzung den Beschluß zur Feldbereinigung, deren Durchführung im Rahmen des Meliorations- und Siedlungsprogramms erfolgen wird. Die Kosten sollen durch Landabgaben von etwa 11 Prozent des Landbesitzes gedeckt werden. Preußen. Hrciö Wetzlar. 0 Odenhausen (Lahn), 8. Nov. Die am Sonntag durchgeführte Sammlung der NS. - Volkswohlsahrt vom Eintopfgericht ergab für die Gemeinden Odenhausen und Salzböden 51,20 Mark und 48,05 Mark, zusammen 99,25 Mark. > Salzböden, 8. Nov. 3m überfüllten Saal der Weisbrodschen Wirtschaft fand eine Versammlung der NSDAP, statt. Nach einleitenden Worten des Stützpunktleiters E. Schneider (Odenhausen) sprach der stellvertretende Kreisleiter Pg. Haus (Wetzlar). Der Redner betonte, es sei Pflicht aller Deutschen, sich hinter Hitler und seine Regierung zu stellen und am 12. November mit 3a für Ehre, Frieden und Freiheit des Deutschen Volkes zu stimmen Mit einem Sieg- Heil! auf den Volkskanzler und seine Regierung, mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lieb fand die Versammlung ihren Abschluß. — Der Führer des Turnvereins gab in einer Versammlung die neue Kreiseint-ilung bekannt, weiter erläuterte er die neuen Richtlinien über die Beteiligung am Turnbetrieb. Eine rege Aussprache folgte über die Beteiligung an einem demnächst in Wetzlar stattfindenden Kursus des Verbandes für Leibesübungen, an dem zwei Mitglieder des Vereins teilnehmen. Der Führer wies auf die Bedeutung des 12. November hin; es sei besondere Pflicht der Turner, für die nationale Regierung einzutreten. Mit einem Sieg-Heil! auf Kanzler und Regierung und mit dem Liede „Turner, auf zum Streite" fand die Versammlung ihren Abschluß. CO Crumbach, 8. Nov. 3n einer Sitzung des Gemeindeoorftandes wurde zum Bau von zwei Stauvorrichtungen im Crumbach zur An- fammlung von Master für die Feuerlöschgeräte Stellung genommen. Die Ausführung wurde beschlossen, jedoch soll nochmals mit der Nassauischen Brandkasse, die einen namhaften Betrag als Zuschuß für die Arbeiten in Aussicht gestellt hat, ver- handelt werden, um diesen Betrag zu erhöhen. Die schlechte finanzielle Lage der Gemeinde läßt es nicht zu, größere Ausgaben zu tragen. (D Kinzenbach, 7. Nov. Der vergangene, von schönem spätherbstlichen Wetter umstrahlte Sonntag stand für unser Dorf im Zeichen einer seltenen Feier. Einweihung des Ehrenmals für unsere Gefallenen. 3n feierlichem Zuge un= terVorantritt der Kapelle des Arbeitsdienstlagers Wetzlar begaben sich die SA., sämtliche Ortsoereine und die Angehörigen der toten Krieger in die Kirche, in der zu der dichtgedrängt versammelt.'u Menge Pfarrer Wiebel (Krofdorf) über das Wort des Römerbriefes: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet" vredigte. Anschließend sand die Feier an dem vor der Kirche errichteten Ehrenmal ihre Fortsetzung, bei der Liedervorträge des heimischen Gesangvereins, Gesänge, Sprecychor und Gedichte der Schulkinder zur Verschönerung beitrugen. Nach einführenden Worten des Vorsitzenden des Denkmalausschusses, P e u s ch , hielt Lehrer A r m b r e ch t als ehemaliger Frontsoldat und Vorsitzender des Kriegeroereins die Gedenkrede, die in eindringlicher Weise zeigte, was an diesem Tag hie Herzen aller bewegte. Unter Glockengeläuts, den Klängen des Präsentiermarsches und bei gesenkten Fahnen fiel die Hülle des schlichten Males, das einen Marmor- Bekanntmachungen (Ernannt wurden: der Gendarmeriekommissar Peter Steinmann zu Alsfeld wird auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 zum Polizeimeister ernannt. lieberfragen wurde: am 24. Oktober 1933: dem Lehrer Karl Kahle zu Beuern, Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Heuchelheim, Kreis Gießen, dem Lehrer Hermann Kreiling zu Heuchelheim, Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Beuern, Kreis Gießen, beiden mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; am 25. Oktober: dem Lehrer Philipp H a f \ i n g e r zu Udenheim, Kreis Oppenheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Groß-Karben, Kreis Friedberg; am 26. Oktober: der Technischen Lehrerin Anna K n i e r i m zu Nierstein, Kreis Oppenheim, die Stelle einer Technischen Lehrerin an der Volksschule im Bezirk Eberstadt, Kreis Darmstadt; am 27. Oktober: dem Lehrer Wilhelm Daum zu Darsberg, Kreis Heppenheim, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Weiterstadt, Kreis Darmstadt, dem Lehrer August N a i ß zu Sandbach, Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Neu-3senburg, Kreis Offenbach, dem Lehrer Matthias Meller zu Neu-Jsen- burg, Kreis Offenbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Klein-Welzheim, Kreis Offenbach, den letzten fünf Lehrern mit Wirkung vom 1. November 1933 an; am 30. Oktober: dem Lehrer Friedrich Funk zu Heubach, Kreis Dieburg, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Nieder-Olm, Kreis Mainz, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. am 28. Oktober 1933: dem Berufsschullehrer Heinrich P i 11 h a n zu Alzey eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Alzey mit Wirkung vom 1. November 1933 an; am 31. Oktober: dem Lehrer Friedrich Häuser zu Ober-Moos, KreisLauterbach, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gedern, Kreis Schotten; dem Lehrer Georg Steinmann zu Gedern, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Saulheim, Kreis Oppenheim, beiden mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an; dem Lehrer Paul 3 u n g zu Hitzkirchen, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bruchenbrücken, Kreis Friedberg, mit Wirkung vom 1. November 1933 an; block mit aufgesetztem Stahlhelm darstellf. Der Treu- schwur: ,Lch hab mich ergeben* und das Lied vom guten Kameraden leiteten über zur Niederlegung zahlreicher Kränze mit Worten ernsten Gedenkens der Vertreter der Korporationen und Vereine. Nach ehrenden Worten des Ortsbürgermeisters verlas Lehrer Raabe die eingemauerte Gedächtnis- urkunde nebst den Namen der 43 Gefallenen. Das Deutschland- und das Horft-Wesiel-Lied beschlossen die in allen Teilen erhebend verlaufene Feier. Große Strafkammer Gießen. Ein Zustizbeamter hatte verschiedene kleinere Beträge, die er von Kostenschuldnern bekommen hatte, einbehalten. Um seine Unterschlagungen zu verdecken, hatte der Angeklagte die belr. Akten mit nach Hause genommen. 3n der Hauptoerhandlung entschuldigte er das letztere Verhalten damit, daß er die im Laufe der Zeit zu einer erheblichen Summe angestiegenen Fehlbeträge von seinem Vater hätte ausgleichen lassen wollen und ihm deshalb die Akten zum Beweis vorgelegt haben will. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtzuchthausstrafe von 2 3ahren 6Blonden, außerdem 200 Mark Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte Das Gericht erkannte wegen Verbrechens im Sinne der §§ 350, 351, 348II RStGB. auf 1 3 ahr 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Bei der Strafzumessung nahm das Gericht entgegen der Ansicht des Staatsanwalts an, daß der Angeklagte die Aktenunterschlagung nicht vornahm, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Strafverschärfend war für den Angeklagten, daß er trotz ausreichenden Gehalts mit feinem Geld nicht auszukommen wußte. des Personalamtes. am 1. November: dem Lehrer Karl Spiegel- b e r g zu Eppertshausen, Kreis Dieburg, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Fürth i. Odw., Kreis Heppenheim, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. verseht wurde: am 20. Oktober 1933 auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 der Oberstudienrat an dem Gymnasium und der Oberrealschule zu Dieburg, 3akod Beck, in die Stelle eines Studienrats an der Oberrealschule am Stadthaus in Offenbach a. M. unter Belastung der bisherigen Amtsbezeichnung und des Diensteinkommens mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 an. 3n den Ruhestand verfehl wurden: auf Nachfuchen: am 19. Oktober 1933: der Direktor der Adolf-Hitler- Bauschule zu Darmstadt, Oberschulrat Dipl.-Jng. Adolf S ch n e i d t mit Wirkung vom 1. 3anuar 1934 an, der Lehrer an der Volksschule zu Hammelbach im Kreise Heppenheim, zur Zeit kommissarisch an der Volksschule zu Fürth i. £)., Heinrich Sauer, vom 1. November 1933 an; am 23. Oktober: der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt Geheime Baurat Heinrich Walde mit Wirkung vom 16. Oktober 1933 an, der ordentliche Professor bei der Medizinischen Fakultät der Landesuniversität Geh. Medizinalrat Dr. Robert Sommer mit Wirkung vom 1. November 1933 an, die beiden letzten unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten langjährigen ausgezeichneten Dienste. auf Nachfuchen am 23. Oktober: die Technische Lehrerin an der Volksschule zu Eberstadt im Kreise Darmstadt Anna Mahr; die Technische Lehrerin an der Volksschule zu Laubenheim und Umgegend im Kreise Mainz Eva S t e n n e r; am 28. Oktober: der Lehrer an der Volksschule zu Oppenrod im Kreise Gießen Ludwig Keil; die Technische Lehrerin an der Volksschule zu Darmstadt 3da Mahr; der Lehrer an der Volksschule zu Nierstein im Kreise Oppenheim Heinrich S ch w a m b ; die letzten fünf mit Wirkung vom 1. November 1933 an; auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933: am 19. Oktober 1933: der Studienrat an der Kunft- und Gewerbeschule zu Mainz Professor 3akod Hubert P i n a n d im Interesse des Dienstes mit Wirkung vom 1. Januar 1934 an. Volk und Führer sind eins! Diese Tatsache muß am nächsten Sonntag auch in Oberhessen bei der Dolfsabftimmung und der Reichstagswahl überzeugend zum Ausdruck kommen! wie der deutsche Mann und die deutsche Frau die Frage des Führers zur Außenpolitik bei der Volksabstimmung nur mit 3 a beantworten können, so müssen sie auch die Schaffung der neuen innerpolitischen Grundlage bei der gleichzeitigen Reichstagswahl durch Eintreten für die Liste der NSDAP, bejahen! Vie Parole für den 12. November heißt für alte: Jede Stimme nur Ja! am 28. Oktober 1933: der überplanmäßige Stubicn- rat an dem Realgymnasium zu Drain; Wilhelm Schubert vom 1. November 1933 an unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste; am 31. Oktober 1933: der Rektor an der Volksschule zu Nidda im Kreise Bübingen Adolf Mergo11, unter Anerkennung seiner dem Staate geleift.-t-n Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns, iom 1. November 1933 an. 3n den Ruhestand tritt: auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli /19.Dezember 1923 in der Fassung des Gesetzes über die Einstellung des Personalabbaus in Hessen und zur Aende- rung des hessischen Personalabbaugesetzes vorn 8. Oktober 1925 am 1. November 1933 der Oberbaurat Gustav P l o ck zu Bensheim unter Anerkennung für die dem Staate geleisteten treuen Dienste. Entlassen wurde: auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933: am 28. Oktober 1933: der Berroaltungsfchretär bei der Hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte Emil Schmitt mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst dieser Anstalt. Entzogen wurde: auf Grund des § 4 Absatz 2 des dritten Gesetzes zur Aenderung des Gesetzes zur Wiederherstellung Des Berufsbeamtentums vom 22. September 1933: am 4. Oktober 1933 dem Oberstudiendirektor i. R. Dr. Hermann Stockhausen zu Offenbach; am 21. Oktober dem Rektor i. R. Wilhelm P e b • 1 e r zu Büdingen; dem Rektor i. R. Johannes Wetzel zu Pfungstadt, Kreis Darmstadt, das ihnen nach dem Ruhegehaltsgesetz seither bewilligte Ruhegeld mit sofortiger Wirkung entzogen. „Diesmal ging es noch gut ab! Oder haben Sie sich doch etwas getan* Sk sehen so blaß aus*“ „Nein. Schwester, ich fühle mich sebou »eit Wochen elend Jetzt lasse ich mir aber diese verwünschten Hämorrhoiden bestimmt operieren. es ist ja nicht mehr aus-zuhalten’"" „Vorher aber sollten Sie ert-t noch einen Versuch mit Posterisan machen, das »o vielen meiner Patienten geholfen und eine Operation erspart hat Posterisan ist wirklich ein gute« Mittel Sie können während der Behandlung Ihren Dienst versehen und bald wieder mit dem Rad Ins Büro fahren** In allen Apotheken Posterisan baibt für RM 1,63, Posterisan Zäpfchen für KM 2^5. Unterzeuge __ ___ 1)891 A preiswert C.Röhr&Co. Neue und gebrauchte Klaviere empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Georg Ebert. Klavirrmacher Gießen. Ludwiustr 5p. 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