Hr. 265 viertes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 9. November 1955 Das war vor cküIahren! Oer Hitlerputsch in München am 9. November 1923. Don Or. Johann von Leers. IV. Der Tod an der Feldherrnhalle Im Burgerbräukeller hatte Adolf Hitler beschlossen, mit den aesammelten Kampsverbänden an der Spitze der SA. durch München zu marschieren. Voran ging das Hakenkreuzbanner und eine Reichskriegsfahne. Danach folgten die Führer u n b e w a f f n e t. Im ersten Glied Adolf Hitler und Ludendorff, dicht neben Adolf Hitler Rittmeister R e ck m e r s. Das Deutschlandlied braust durch die Reihen. An der Ludwigsbrllcke will Landespolizei den Zug aufhalten. Aber ihre Kette wird früher durchbrochen, ehe sie schießen kann. An der Feldherrnhalle steht Landes- Polizei. Immer dichter wird der Zug. Die Münchener Bevölkerung marschiert an beiden Seiten mit, die Heilrufe brausen, die Musik setzt schmetternd ein „O, Deutschland hoch in Ehren.. Der Zug marschiert gerade durch die Residenz- K... Er rückt immer näher gerade auf die rrkette der Landespolizei zu... Vom Rathaus weht noch die Hakenkreuzfahne, die am Morgen vom Sturmtrupp Hitler gehißt ist. Ganz nahe find die beiden Züge aneinander herangekommen. Die erste Linie der Polizei senkt die Gewehre. Der rechte Fahnenträger stürzt zusammen, bedeckt mit der schwarzweißroten Fahne. Schüsse rollen, knattern... Die Landespolizei feuert sinnlos in die Menge. Ein gellender furchtbarer Ton klingt auf. Das Panzerautomobil feuert. Hitler ruft: „Schließt die Kettel", hakt sich links und rechts in feine Leute ein. Hitlers Nachbar erhält fünf Schüsse, bricht zusammen. Es ist der Rittmeister Rickmers. Im Fallen kugelt er Adolf Hitlers Arm aus dem Gelenk. Ein Knabe fällt direkt vor Hitler nieder. Hitler hebt ihn auf, schleppt ihn auf seinen Schultern aus dem Gefecht. Ein Landespolizist hebt sein Gewehr gerade auf Hitler an, um Haaresbreite geht der Schuß an ihm vorüber. Man macht Treibjagd auf Hitler. Mit Mühe gelingt es ihm, ein Auto zu erreichen. Göring bricht schwer verwundet nieder. Als Augenzeuge schildert Alfred Rosenberg die schauerliche Szene: „...Der rechte Fahnenträger stürzte in sich zusammen, bedeckt vom schwarzweißroten Tuch. Hitlers Nachbar erhielt fünf Schüsse, im Fallen zog er Hitler mit sich mit einer Kraft, daß diesem der Arm aus dem Gelenk sprang. Ludendorff war aufrecht durch die Ketten gegangen. Die Polizei schoß nicht nur von vorn auf den Zug: auch aus der Residenz ertönten Schüsse, und über mir vom Seitenflügel der Feldherrnhalle schossen Maschinenpistolen ihr Blei klatschend auf den Asphalt und in menschliche Körper. Scheubner war oorgesprungen: „Schießt nicht auf Ludendorff!" Eine Kugel fuhr ihm durch die Brust, er war sofort tot. Ein anderer sprach aus blutendem Munde: „Ihr Hunde habt auf Schwarzweißrot geschossen!" — und starb .. Auf den Stufen der Feldherrnhalle liegt S esse l m a n n , von einigen Schüssen durchbohrt, neben ihm steht, seiner nicht mehr mächtig, der wuchtige Oberstleutnant K r i e b e l und ruft: „Ihr Schufte habt Hitler und Ludendorff erschossen ...!" Hauptmann Göring wälzt sich, schwer verwundet, der Mauer der Residenz zu. Koerner ist nicht weit von mir durch Kopfschuß getötet... Von unserer Seite wurde von irgendwo auf das Schießen geantwortet. Hitler richtet sich auf: „Aufhören!" Es war zwecklos... Die Tragödie ist aus. Ich gehe zurück. Quer über dem Bürgersteig liegt ein Parteigenosse. Eine Kugel hat ihm die Gehirnschale abgerissen, das warme Gehirn quillt rauchend heraus. Er atmet noch leise seine letzten Atemzüge. Ein Auto hat Hitler aufgegriffen und fährt ihn langsam über den Platz vor dem Nationaltheater. Er ist totenbleich. Hinter ihm liegt ein blutender Knabe in den Armen eines Arztes. Auch ein Opfer." Es ist zu Ende, es scheint alles zu Ende. Wilde Gerüchte gehen durch die Stadt. München ist in ■ Nationalsozialistischer Sturmposten vor dem Reichswehrkommando in München. Der Fahnenträger ist der heutige Reichsführer der SS. Himmler. Die Führer des Ausstandes vom 9. November vor dem Volksgericht in München. In der Mitte: Adolf Hitler und General Ludendorff-, rechts: der jetzige Stabschef der SA. Röhm und der letzige Reichsinnenminister Dr. F r i ck. wütender Erregung. Der Odeonsplatz überfüllt von Menschen. Aus den Studentenhäusern, den Handwerksstuben, aus der Jugend brandet eine Welle der Empörung hoch. Am Bahnhof werden Reden gehalten, die Wache reitet an, Reichswehr mit gefälltem Bajonett geht vor, noch einmal scheint es, als ob München aufstehen wollte. Still und verlassen liegt das Palais. Fort wälzt sich die Masse zur Redaktion der „Münchener Neuesten Nachrichten". Wieder rückt Reichswehr an. In der späten Nacht zerstreuen sich die Massen. Es ist zu Ende. Die norddeutsche völkische Presse bringt am Tage darauf erschütternde Enthüllungen über den Zusammenhang der bayerischen Monarchisten des Kronprinzen Rupprecht und des Herrn von Kahr. Die Hintermänner werden immer deutlicher sichtbar. Adolf Hitler hat das Auto verlassen müssen. Er will zu Fuß über die österreichische Grenze entkommen, von dort den Kampf wieder aufnehmen. Am 11. November zu Uffing am Staffelsee wurde er verhaftet. Eine Erhebung in Augsburg am 9. November erlag rasch. Höhnisch klebte in ganz Bayern die Verordnung der siegreichen Reaktion: „Auf Grund des bestehenden Ausnahmerechtes ordne ich mit sofortiger Wirksamkeit an: § 1. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die Bünde „Oberland" und „Reichskriegsflagge" werden verboten und aufgelöst. § 2. Zahlungsmittel und Wertpapiere aller Art, Waffen und Äusrüftungsgegenstände, Fahrzeuge, Fahrräder und sonstige Beförderungsmittel, die den Zwecken der aufgelösten Vereinigungen gedient haben oder zu dienen bestimmt find, find dem Staate verfallen und unverzüglich der nächsten Bezirkspolizeibehörde in München und in Nürnberg- Fürth der Polizeidirektion, in den anderen unmittelbaren Städten dem Stadtkommissar abgu» liefern. § 3. Wer einer der aufgelösten Vereinigungen weiter angehört, die Bildung einer neuen Vereinigung anstelle der aufgelösten unternimmt, zu der Neubildung auffordert oder anreizt, sich einer solchen neugebildeten Vereinigung anschließt, die Neubildung mit Rat oder Tat unterstützt, oder wer der Vorschrift des § 2 zuwiderhandelt, wird m i t Zuchthaus mit einem Jahr bis zu 15 Jahren bestraft. München, den 9. November 1923. Der Generalkommissar: Dr. von Kahr." Die nationalsozialistische Bewegung ist durch Verrat im Straßenkampf unterlegen. Aber sie ist nicht tot. Ihr Geist lebt weiter. In stiller Arbeit baut der getreue Rudolf Heß die Partei aufs neue auf, heimlich, verborgen, bereit für den Tag, an dem der Führer wieder frei sein wird, lieber Deutschland senkt sich eine tiefe politische Erschöpfung. Herr von Kahr und die Reichsregierung machen ihren Frieden miteinander. Die zerbrochenen Scheiben im Erzbischöflichen Palais werden wieder heil. Die Inflation wird abgestoppt, eine neue Währung geschaffen, daß sie schon nach wenigen Jahren in den wirtschaftlichen Höllentanz der Deflation führen sollte, wußten nur die Eingeweihten. „Ruhe und Ordnung" hatten triumphiert. Nun blieb noch übrig, die unbequeme Hitler- beroegung auch moralisch zu töten. In den klirrend hellen Frosttagen des Februars steht Adolf Hitler mit feinen Mitkämpfern vor dem Volksgericht in der Blutenburgftraße in München. Es ist kein zerbrochener Angeklagter, der dort steht. Adolf Hitler spricht. Seine Verteidigung wird zur Anklage: „Ich werde sehr ausführlich sprechen", beginnt er. Er schildert seinen Entwicklungsgang, er schildert, wie er in Wien den Kampf gegen den Marxismus aufnimmt, „als Antisemit und Todfeind des Marxismus habe ich Wien verlassen!" Er tut Kahr ab: „Kahr? Mein Eindruck, als ich ihn kennen lernte? Nur ein biederer, alter, ehrenhafter, königlicher Beamter von ehedem. Aber damit ist auch Schluß!" Adolf Hitler widerlegt die Lüge, als ob er losgeschlagen habe, ohne daß die anderen Bescheid wüßten. Seine Rede wird zur vernichtenden Zerschmetterung des lebenden Verrates. Auf Hitlers Vorhaltungen redet Kahr unverständlich und wirr. Adolf Hitler schlug ihm und den Seinen klar die Wahrheit ins Gesicht: „Ich habe zwei Tage vor dem Putsch den Befehl aus- gegeben, wonach am 8. November um Punkt achteinhalb die und die Regierung ausgerufen werden würde. Hätte ich diesen Wahnsinn begangen, wenn ich nicht sicher gewesen wäre, daß Lossow, Kahr und Seisser dieselben Ziele hatten wie ich? Wenn ich Hochverrat getrieben habe, dann haben Kahr und Lossow und Seisser dasselbe getan, und es EinMnnWlimitsemerTochter Von Harry Schreck Schon beim Nachhausekornrnen bemerkt der Vater, daß nicht alles in der Ordnung zu sein scheint, die zum echten Familienglück gehört. Denn nicht umsonst steht Angela, das dreijährige zarte Gesicht zu verdrossener Tränenbereitschaft verzogen, in einer Ecke ihres kleinen Zimmers. Und Nicht umsonst ist die Stimme der Mutter, deren erfahrene-Mahnworte ebenso lebhaft wie zutreffend das Benehmen Angelas mit dem Verhalten eines artigen Kindes vergleichen, von der Erregung gefärbte, die sich leicht mit einer Strafpredigt verbündet. Nicht ohne Betretenheit erkundigt sich der Kämmling nach der Ursache jener offenbach nur halberledigten Meinungsverschiedenheit. Sofern man dem mütterlichen Bericht trauen darf, hat Angela trotz eindringlichster Warnungen wiederum der Versuchung nachgegeben und von neuem ein nicht unbeträchtliches Stück der Tapete von der Wand geblättert, um dann nach Entdeckung des Schadens sogar noch bei dem Wunsch zu verharren, das zerstörerische Werk ihrer Hände fortzusetzen und ein paar weitere Fetzen aus der Papierfläche zu reißen. Selbst die beflissenste Vaterliebe muß zugestehen, daß dergleichen zum mindesten nicht richtig und begrüßenswert sein dürfte. Gleichwohl fühlt sich der Vater zu bestimmten Ueberlegungen verführt, die er vor der Mutter nicht unausgesprochen lassen möchte. „So gewiß es wahrscheinlich unerfreulich bleibt, wenn eine Tapete beschädigt aussieht", äußert er zaudernd, „hm, ja .. aber trotzdem: wäre es nicht besser, wenn man sich ein wenig mehr in die kino- liche Sinnesart einfühlte und Angelas Tatigkeits- trieb auf irgendein anderes Ziel ablenkte? Am liebsten würde ich dir gewissermaßen einmal zeigen, wie ich mir das im großen und ganzen so vor- 1 Nun, wie der Vater hört, steht dem sicher nichts im Wege. Zumal, da die Mutter eigentlich grade das Abendbrot fertig zu machen hat Angela hockt, mit der Welt und sich selbst noch ■ gründlich zerfallen, in der Ecke und lauscht mißtrauisch dem Reden ihres Vaters. „Im Grunde ist es doch ziemlich angweilig, immer bloß so an der Tapete herumzusetzen - bemerkt ihr Gegenüber einleitend, „da gibt es viel hübschere Spiele, die weit lustiger sind! Kennst du schon das. bei dem der, der am lautesten singen farm, Kaiser wird? Also, das ist ein Spiel, nicht wahr? Was meinst du wohl, wie gern ich das gespielt habe, als ich damals selber noch so ein Dreikäsehoch war wie du?" Gewiß-, es erweist sich, daß Angela sich einem ebenso verschmitzten wie verlockenden Angebot nicht auf die Dauer entziehen kann „Ich glaube beinahe, du kannst es wirklich noch lauter", behaupte^ der Vater zuvorkommend, um gleich von neuem in die verwegen dröhnenden Takte eines von ihm und Angela freierfundenen Marschgesangs zu stürzen, „da muß man sich ja geradezu anstrengen, um mit dir mitzukommen: und außerdem singst du auch noch viel rascher als ich Natürlich wirst du der Kaiser — so laut schaffe ich das gar nicht!" Nein, in der Tat: es ist nicht zu bezweifeln, daß Angela nach Ablauf der vorgesehenen drei Minuten Wettkampf Kaiser sein durfte Ein scharfes Geschrill an der Flurglocke unterbricht die letzten Sekunden — der Vater sieht sich für einen Augenblick wegberufen. „Die Leute von oben waren nämlich da", sagt die' Mutter sanft, „sie meinten, daß sie sich so einen Lärm nicht gefallen zu lassen brauchen." - „Das verstehe ich eigentlich nicht", äußert der Vater bedrückt, „hört man denn das gleich so deutlich? — „Wahrscheinlich", antwortet die Mutter duldsam, „sonst wären sie wohl nicht gekommen. „Manche Leute", sagt der Vater, „sind auch gar zu empsind- rigin bißchen verlegen kehrt er ins töchterliche Zimmer zurück, um Angela mitzuteilen, daß der Wettbewerb abgebrochen werden muß . Es versteht sich, daß man für das schöne Laut- fingen einen Er,atz suchen muß, der das Ansehen des Vaters ein wenig zurecht flickt yj „Weißt du, mir fällt da etwas ganz Neues em , gibt er geheimnisvoll blinzelnd zu erkennen, "wollen wir nicht einmal zusehen, wer von uns beiden am feinsten auf die Couch klettern und am flinksten herunterhopfen kann, ohne dabei ein einziges Wort zu sagen? Paß einmal auf, wie das Spaß macht! Ich zeige es dir gleich, und du machst es dann nach, nicht wahr? Eins ... zwei .. drei . . und los . . und hoppla!" Nein, wahrhaftig: niemand kann leugnen, daß das eine sehr drollige und unterhaltsame und wie für Angela geschaffene Zerstreuung ist. „Donnerwetter ... du hopst ja wie ein richtiges Känguruh'", lobt der Vater, indem er seinerseits hurtig auf den Kissenberg steigt und in vorbildlich sportlichem Absprung eine Zweimeterstrecke durchmißt, „du bist sicher in deiner Altersklasse die Weltmeisterin im Couchspringen! Noch zehnmal so, und du hast gewonnen. Ran — runter — und »wieder ran. Das flutscht ja nur so, nicht wahr? Noch neunmal, wie?" Trotz seiner eignen Zweimetersprünge verschließt sich der Vater nicht der Vermutung, daß seine Tochter wohl glatt gewinnen wird. * Wenngleich man bei solchem Tun nur allzu leicht die Klingel überhören mag — die Nachricht der Mutter läßt sich nicht überhören. „Diesmal waren es die Untermänner", läßt sie nicht ohne eine gewisse leise Betonung einfließen, „sie fürchten, daß ihre Lampe das nicht aushätt." — „Was soll denn die Lampe nicht aushalten?" erkundigt sich der Vater verwundert, „das bißchen Springen?" — „Manche Leute", lächelt die Mutter höflich, „sind auch gar zu empfindlich." — „Merkwürdig ... hm", äußert der Vater nachdenklich, „aber, na ja —." Die Mutter sieht ihm, der achselzuckend und ohne große Schätzung seiner Unterwohner entschreitet, sanft und überaus duldsam nach ... * Dem Vater scheint es wie von ungefähr, daß man etwas so Lustiges wie das Couchspringen nicht so ohne weiteres abzustellen vermag. „Wir müssen das Springen eben ein andermal zu Ende bringen", sagt er bedauernd, „aber darum lassen wir doch kaum unsere Köpfe hängen, wie? Es gibt doch so vieles, was man spielen kann, nicht wahr? Dazumal, als ich noch ein kleiner Junge war, habe ich immer so gerne Umzug gespielt Was, das hast du noch nicht getan? Aber bann wird es ja höchste Zeit, daß du das kennen lernst. Also, Umzug fängt so an!" Seine kräftigen Männerhände beginnen den Teppich einzurollen und mit Angelas Unterstützung die Kinderstühle aufeinanderzustapeln. „Dann müssen wir noch alle Kissen in das Tischtuch packen, und in den Schrank legen wir einfach alles hinein, was sonst so von deinen Spielsachen im Zimmer herumliegt: und das Schaukelpferd stellen wir zunächst mal auf dein Bett", ordnet der Vater umsichtig an, „und die Puppen müssen natürlich am besten auf dem Ofen warten, bis wir fertig sind und alle Sachen an ihren neuen Platz hingebracht haben." Nun, und in der Tat: Umziehen kann wirklich begeisternd sein. Zumal, wenn man dabei alle Bilder von der Wand auf den Boden holt. — * Merklich überrascht gewahren Angela und der Vater, daß die Mutter im Zimmer steht. Obschon sie doch noch gar nicht fertig sind. „Das Abendbrot", teilt sie freundlich mit, „bas Abenbdrot ist gerabe da." — Sie unterbricht sich unversehens und wirst ihren langen, gedankenvollen Blick über ein Durcheinander von Puppen, Kist fen, Teppich, Schubladen, Schaukelpferd, Stühlen und Spielsachen. Endlich, und es dauert eine ganze Weile, bis sie das sagt, sagt sie mit jener bekannten leisen Betonung noch einmal: „Ja, das Abendbrot ist da. —" Es stellt sich heraus, daß das Abendbrot ein bißchen schweigsam verläuft, und daß Angela hinterher sehr bald an ihr Bett denkt ... * Während Angela bereits lange eingeschlafen ist, entzündet der Vater mit einer gewissen Umständlichkeit die abendliche Zigarette. „Eigentlich ist es schade, daß man so selten dazu kommt, mit seinem Kind zu spielen", wirst er nach einigem Stocken hin, „selbstverständlich macht man dann kaum alles und jedes auf den ersten Anhieb richtig. Aber so im großen und ganzen, hm, nicht wahr? Die Hauptsache ist doch, daß man sich ein wenig in die Gedanken so eines Kindes hineinversetzt und dementsprechend mit ihm spielt ... !" „Aber gewiß", entgegnet die Mutter sanft, wobei sie es nicht hindern kann, daß ihr Blick ein wenig lächelt, „aber — ganz gewiß!" „Und dann", fährt der Vater nachsinnend fort, „es kam doch vor allem darauf an, sie von dem Abreißen der Tapete abzulenken. Das war doch der Ausgangspunkt. Und ob du es nun glaubst ober nicht", sorgsam prüft ber Vater noch einmal den Brand seiner Zigarette, „ja also, ob du es nun alaubft oder nicht — das Kind hat den ganzen Abend keinen einzigen Augenblick mehr an die bewußte Tapete gedacht!" „Wahrhaftig", sagt die Mutter, indem sie auf» steht, um hinüberzugehen und das Kinderzimmer aufzuräumen, „daran ... hat sie nicht gedacht!" Hockscbulnacbncbten. Der K ö l n e r Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre, Professor Dr. Eugen Schmalenbach, ist auf seinen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Der Heidelberger Orthopäde Professor Dr. Hans Ritter von Baeyer ist auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums -in den Ruhestand versetzt worden. wundert mich, daß sie nicht an meiner Seite fitzen!" Aus dem Gerichtssaal erhebt sich, geboren aus Adolf Hitlers Geist, das neue Deutschland. Adols Hitler erklärt: „Die Leitung des politischen Prozesses gegen die Nooemberoerbrecher habe ich. Das war mein Reservat und wird mein Reservat sein, wenn nicht jetzt, so in Zukunft." Zehn Jahre später ist dieser Prozeß gewonnen, Deutschland frei. Die schweren Verluste werden überwunden. Die nationalsozialistische Bewegung erhebt sich wieder. Aus dem Gerichtssaal in der Blutenburgstraße geht der Geist des Kampfes über dos Land. Baldur von S ch i r a ch hat ihn am besten einmal dargestellt: „Empor die Fahne zur nächsten Schlacht! Heraus aus den Gräben und Trichtern! Was scheren uns Wunden? Wir stürmen zur Macht. Die andern haben zu früh gelacht Mit hohnoerzerrten Gesichtern!" S.Jl.’fport DomSchauplahder Winter-Olympiade Die Arbeiten an dem Schauplatz der Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen schreiten rüstig vorwärts. In der Bobbahn am Rießer- fee ist die zur Bereisung der Anlage bestimmte Wasserleitung bereits eingebaut. Zur Zeit ist man mit dem Legen der Kabel für die elektrische Zeit- meßanlage, dem Einbau der Telefone und Ausstellung von Lautsprechern zur Bekanntgabe der Ergebnisse auf allen Zuschauer-Tribünen emsig beschäftigt. An der Olympia-Sprungschanze am Gudi- berg sind täglich 150 Arbeiter tätig. Man hofft noch so rechtzeitig mit den Arbeiten fertig zu werden, daß die Riesenschanze noch in diesem Winter in Betrieb genommen werden kann. Reu ausgebaut wird die Dammkar-Ab- fahrt, die über sechs Kilometer von der Kar- wendelspitze nach Mittenwald führt und eine Höhendifferenz von 1460 Meter besitzt. Die neue Bahn wird dem Mitte Dezember beginnenden Olympia- Dorbereitungskursus der deutschen Skiläufer als Uebungsstrecke dienen. Das skisportliche Programm erweitert. Bei den Olympischen Winterspielen 1936, die in den bayrischen Bergen durchgeführt werden, wird das Programm gegenüber den bisherigen Austragungen der Winter-Weltspiele eine Erweiterung aufweisen. Zu den bisher gebräuchlichen Prüfungen im 18- und 50-Kilometer-Langlauf, der.Kombination Lang-Sprunglauf und dem Sonder-Sprunglauf kommen wie bei den FIS.-Rennen noch Ab- sahrtslaus für Männer, Kombination Abfahrt- Slalom für Männer und Frauen und der 4X10- Kilometer-Staffellauf hinzu. Auftakt zum Wintersport. Skispringen auf der Durmbergschanze. Frühzeitig setzt im Harz der Wintersportbetrieb ein. Schon seit einigen Tagen liegt auf der Wurmbergschanze bei Braunlage, wo der skisportliche Teil der Deutschen Winterkampfspiele 1934 in der Zeit vom 26. Januar bis 4. Februar abgewickelt wird, fähriger Schnee von 35 Zentimeter Höhe. Die Harzer Skispringer nützten die günstige Gelegenheit aus und übten fleißig auf der modern ausgebauten Anlage. Dor zahlreichen Zuschauern erreichten Hermann Hoffmann und Erich Meyer (beide Braunlage) in schöner Haltung die beachtliche Weite von 50 Metern. Rudi Stablmann und Willi Kueske standen je 45 Meter. Insgesamt wurden 50 Sprünge ausgeführt, wobei nur zwei Stürze zu verzeichnen waren. Die Wurmbergschanze hat damit schon vor der offiziellen Einweihung ihre erste Feuerprobe glänzend bestanden. Heuer Höhenrekord im Leichtflugzeug. Dem italienischen Piloten N o c l o t gelang in Rom ein neuer Rekord für Wasser-Flugzeuge der Klasse III. Er kam auf die erstaunliche Höhe von 8 4 11 Metern und überbot damit beträchtlich die seit 1930 bestehende Höchstleistung des Junkers- Fliegers Zimmermann, die 5652 Meter betrug. „Oie fliegende Angriffslinie" Ein Kapitel Fußball-Taktik. Die Taktik des Angriffsspieles im Fußball hat bei allen Freunden der runden Lederkugel von jeher im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Die heutige Fußball-Generation besitzt ein Repertoire an technischem Können, das man als fast vollendet bezeich- nen muß. Die Entwicklung der technischen Fertigkeiten hat, was die besten Mannschaften in deutschen Gauen anbetrifft, das Fußballspiel zu einer Art Rasenschach gestaltet, bei dem man allerdings schon im voraus fast alle Züge eines kultivierten Spieles genau kennt. Dabei sind die einzelnen Spielmetho- den, die eine Mannschaft für sich anwenden kann, gar nicht so zahlreich. Immer wieder ist man darum bemüht, neue Systeme für das Angriffsspiel zu ersinnen, um den nach der allen Schablone spielenden Gegner durch eine neue Spielweise zu überraschen und dadurch schließlich erfolgreich zu sein. Don der einfachen klassischen Ausstellung sind wir im Lause der letzten Jahre stark abgewichen. Von der schottischen >v-Formation bis zur Fünfer-Läuferreihe, sind bereits alle Arten des Angriffsspieles in der Praxis angewandt worden. Aber alle Experi- mente mit den Spielmethoden haben bisher die Fachleute noch in keiner Weise zufriedengestellt. Wohl den meisten Anklang hat in den Rachkriegs- K>hren das schottische System gefunden. Die vesterreicher und die Ungarn haben sich das kurze, flache Kombinationsspiel, das ausschließlich auf die drei Innenstürmer zugeschnitten ist, stark zu eigen aemacht. Zugute kam besonders den Wiener Berufs- fpielem ihre große technische Durchbildung, und ihr hochentwickeltes feines Ballgefühl. Allerdings gab es auch bei dieser Methode bald Schattenseiten. Der ge- ringe Krasteverbrauch verleitete die Mannschaften zur Ueberkomdination. Viel nachgeahmt wurde die von dem englischen Ligameister Arsenal zuerst gezeigte Methode der Fünfer • Läuferreihe. Hierbei wird der Mittelläufer als dritter Verteidiger zurückgezogen. Die beiden Derbindungsstürmer stehen wie bei der schottischen ^.Formation zurück und besorgen den Ausbau. Alan ist noch einen Schritt weitergegangen und hat den Mittelstürmer zurückgenommen, ihm die Aufgaben des Mittelläufers zugewiefen und die beiden Innenstürmer nach vorn geschickt. Bei dem in allen Ländern fühlbaren Mangel an überragenden Mittelstürmern, die sowohl bei dem schottischen System, als auch bei der Arsenal-Formation ausgesprochenes Führertalent besitzen müssen, um den Erfolg sicherzustellen, sind beide Spielmethoden nicht gerade als ideal zu bezeichnen. Englands früher bester, internationaler Mittelstürmer, Charles Buchan, hat aus diesem Grunde ein neues Angriffsschema entwickelt. Ausgehend von der Tatsache, daß die alten Methoden schon feit mehr als zehn Jahren im fast „täglichen Gebrauch" sind und keine Mannschaft mehr überraschen können, will er endgültig mit der bisher überbetont angewandten Defensivtaktik brechen. Der grundlegende Gedanke seiner neuen Spielweise ist der, daß die Lauser nicht mehr als dritte Verteidigerlinie gelten, sondern zusammen mit den Stürmern die „f l i e g en b e Angriffslinie" bilden sollen. Buchan hat seinen Plan so aufgebaut, daß bei einem Vorstoß die beiden Außenläufer sofort ihren Flügeln folgen. Die von ihnen erbeuteten Bälle werden dem am besten stehenden Stürmer gegeben. Damit soll den Außenläufern mehr als bisher der Aufbau des Angriffsspieles überlassen werden, so daß der Sturm in geschlossener Fünfer- linie vorgehen kann und nicht zerrissen wird. Die weite Lücke vom Sturm bis zur Abwehr schließt der Mittelläufer. Den Verteidigern ist die Aufgabe der „Polizei" zugedacht, sie „verhaften", d. h. sie schlagen alle in ihren Machtbereich eindringenden Bälle ins Feld zurück. Dieses System hat unbedingt etwas für sich. Jedes Land, jede Rasse, jedes Volk spielt aber schließlich seinen Fußball und wenn wir es einmal genau betrachten, dann kommen wir letzten Endes doch zu der Erkenntnis, daß die theoretischen und taktischen Umwälzungen kaum den großen Wert besitzen, den wir ihnen allzu gerne beimessen. Jede Mannschaft wird immer das System fnielen, das der Eigenart und Veranlagung der elf Spieler am besten liegt. Kurze öporftwfittn. D r. Otto P« ltzer startet beim 3. Fest der Sportpresie in Frankfurt a. M. am 25. November in einem 1000-Meter-Einladungslauf. Für den Sprinterkampf dieses Festes hat auch der Pirma senser Hornberger gemeldet. Am Berliner Sechstagerennen vom 15. bis 21. November wird voraussichtlich Steher- Weltmeister Laquehay-Frankreich als Partner von Oskar Tietz teilnehmen. HansNüßlein, der deutsche Tennis-Welt- meister de? Berufsspieler, hat sich jetzt an die Verhältnisse in Chile gewöhnt, in Valparaiso konnte er an Pilo Facondi ganz überlegen mit 6 :1, 6 : 4 Revanche nehmen. Die Berliner SA. -Radfahrer haben auf ihrer Radfernfahrt Berlin—Frankfurt a. M. —München—Berlin nunmehr München erreicht. e Mit 247 Siegen hat der englische Flach. renn-Iockey Gordon Richards den seit vier Jahr- zehnten bestehenden Europa-Iahresrekord gebrochen. • Der erste Start der deutschen Ama- teurboxer auf ihrer Irlandreise erfolgte am Montag Abend nicht in Dublin, sondern in dem kleinen Städtchen Ballydaunis. Die deutsche Der- trerung siegte knapp mit 8:6 Punkten. Der Leichtgewichtskampf fiel aus, weil die Irländer für den deutschen Meister Schmedes-Dortmund keinen Gegner hatten. -Vor seiner Auflösung steht der Deutsche Fußball Club Prag, nachdem ihm am Sonntag die Bruttoeinnahme aus seinem Spiele gegen Ko- lin gepfändet wurde und er sich außerstande sieht, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Nicht in Danzig, sondern in Berlin soll am 3. Dezember der Fußball-Länderkampf gegen Po- len stattfinden. In Danzig findet dafür am 26. November ein Städtespiel gegen Warschau statt. DerAusbau des Sportforums in Ber- Im wurde am Montag in Angriff genommen. D" Sport beauftragte für den Gau XIII, SA -Gruppenführer Deckerle, sagt in einer Bekanntmachung, daß die Mitglieder der Ver- eine, soweit sie SA -Männer sind, für Wtttkämpse und Wettspiele vom SA.-Dienst beurlaubt werden können. • ®eimanns Rekord im Speerwerfen, den er am 27. August in Danzig mit 73,40 Meter auf- stellte, wurde jetzt offiziell anerkannt. Wirtschaft. * Veränderte Börsenzeit an der Frankfurter Börse. Entsprechend der Berliner Regelung ruht auch an der Frankfurter Börse am Freitag, 10.11., aus Anlaß der Rede des Führers von 12.50 Uhr bis Schluß der Veranstaltung jeder Verkehr an der Börse. Die Feststellung der Einheitskurse erfolgt sogleich, die Feststellung der Schlußkurse eine Stunde nach Schluß der Meran- staltung. Ebenso wird vom Samstag, 11.11., an der Beginn der Versammlung der Wertpapierbörse analog der in Berlin getroffenen Maßnahme an den Samstagen bis auf weiteres von 11 auf 11.30 Uhr oerlegt. Die Festsetzung der ersten Kurse erfolgt um 11.30 Uhr, die der Einheitskurse um 12.15 Uhr, die der Schlußkurse um 13 Uhr. Frankfurter Börse. Mittagsbörse: sehr still. Frankfurt a. M., 8. Nov. Der Mangel an jedweder Anregung hat die Zurückhaltung der Börsenkreise eher verstärkt, um so mehr als Kun- denorders nach beiden Seiten nahezu vollkommen fehlten. Zu Beginn der heutigen Mittagsbörse herrschte daher auf allen Marktgebieten weit- gehendste Geschäftssttlle. Bon wenigen Ausnahmen abgesehen, ergaben sich keine größeren Kursoer- änoerungen. Die Grundstimmung war widerstandsfähig. Die Kursfeststellung gestaltete sich schleppend. Schwächer lagen IG.-Farben, die zunächst 0,38 v. H. und später weitere 0,50 v. H. auf 114,25 v. H. nach- gaben. Scheideanstalt zogen um 0,25 v. H. auf 174,75 v. H. an, Metallgesellschaft lagen behauptet. Am Montanmarkt lagen die Paniere der Stahlvereins-Gruppe von etwa 0,50 bis 1 v. H. fester, dagegen gaben Rheinstahl um 1,25 v. H. auf 73.50 v. H. nach. Don Kaliaktien kamen Salzdetfurth nach zweitägiger Unterbrechung mit 140,75 um 4,25 v. H. und Westeregeln um 2,50 v. H. auf 105,50 v. H. schwächer zur Notiz. Am Elektromarkt eröffneten Bekula und Licht und Kraft bis zu 0,50 v. H. höher, im übrigen bröckelten die Kurse aeringprozentig ab. Von sonstigen Werten kamen Lahmeyer 1 v. H., Reichsbank 1 vom Hundert niedriger, Aku„ Nord. Lloyd, Allgem. Lokal und Kraft und Mansselder unverändert zur Notiz. Die variablen Renten lagen ebenfalls sehr still, doch waren deutsche Anleihen und späte Reichsschuldouchforderungen nach dem Rückgang von gestern abend bis zu 0,25 v. H. dzw. 0,38 v. H. erhott. Reichsbahn-VA. und Stahloerein- obligationen notierten behauptet. Im Verlaufe hielt die geringe Umsatztätigkeit auf fast allen Märkten an, und die Kurse zeigten kaum irgendwelche Abweichungen. Später bröckelten sie aber allgemein um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. IG.-Farven schlossen mit 113,75 v. H., Neubesitz lagen vorübergehend lebhafter und um 17,50 Pf. auf 13,30 erhöht, gegen Schluß bröckelten sie auf 13,15 v. H ab. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse bei sehr kleinen Umsätzen fast unverändert. Fester lagen Pfalz. Hyp.-Gvld 91 (plus 0,50 v. H.) und do. Liquidation 90,25 (plus 1 v. H). Stadtanleihen wiesen unregelmäßige Kursbildunq auf, die Veränderungen waren aber nur klein. Staatsund Länderanleihen lagen ruhig, Ausländer geschäftslos. Taqesgelb blieb zum Satz von 3 v. H. unverändert. Abendbörse: unverändert still. Das Geschäft an der Abendbörse hatte wiederum nur minimalen Umfang. Die Zurückhaltung der Kulisse blieb weitestgehend bestehen. Auch das Publikum war kaum mit Orders vertreten. Indessen blieben die Berliner Schlußkurse meist unverändert. Licht und Kraft waren im Verlaufe im Ausmaße von 1 o. fi. befestigt. Einiges Material kam wieder in deutschen Anleihen heraus, von denen Altbesitz 0,25 vH. und Neubesitz 10 Pf. nachgaben Gegen Börsenschluß zeigte sich aber auf dieser Basis wieder kleines Kaufinteresse. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 90 bis 90,25 o. H. unverändert, Reichsbahn-VA. waren um 0,13 v. H. höher. U. a. notierten: Neubesitz 13,05, Altbesitz 79, Schutzgebietsanleihe 7,8250, Reichsbahn - VA. 101,75, Reichsbank 155,50, Gelsenkirchen 41, Phönix 32,50, Rheinstahl 72,25 Stahlverein 27,25, AEG. 16, Be- kula 109,50, Scheideanstalt 175,13, Licht und Kraft 90 bis 91, IG.-Farben 113,75, Hvlzmann 52, Lahmeyer 103, Metallgesellschaft 53,65, Hapag 8,75. Frankfurter 5 'Mniv r markt. Frankfurt a. M., 9. Nov. Um 10 Uhr war folgernde Marktlage: Vorauftrieb: 78 Rinder, 921 Kälber, 539 Schafe, 655 Schweine. Es kosteten: Kälber 20 bis 39 Mk. Schafe 15 bis 26 Mk. Schweine 43 bis 50 Mk. Marktverkauf ruhig. Franr,ur. ^c.rciöcbüric. Frankfurt a. M., 8. Nov. Bei gegen den Montag unveränderten Preisen lag der Markt wieder fast ohne Umsatz. Die Mühlen zeigen infolge des schwachen Mehlabsatzes keine Neigung zu Käufen. Futtermittel lagen weiter befestigt, aber ruhiger. Für Weizen und Roggen wurden die Hektoliter- gewichte um je 1 Kilogramm auf 76 bis 77 b;w. 71 bis72 Kilogramm herabgesetzt. Weizen 193, Roggen 161 bis 162, Sommergerste für Drauzwecke 181 bis 183,50, Hafer 137,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Auslandsweizen hergeftellt 28,75 bis 29,65, do. ohne 27,25 bis 28,15, Rogaenmehl 0- bis 60oro- zentige Ausmahlung 22,50 bis 23, do. südd. Spezial 0 23,50, Weizenkleie 9,90, Roggenkleie 9,25. Allgemeine Tendenz: ruhig. Allgäuer Butter- und s'asebörse. Kempten, 8. Nov. Auch heute war die Marktlage unverändert. Die Preise blieben voll behauptet. Es notierten: Molkereibutter 1. Qualität 125 (zuletzt 125), 2. Qualität 123 (123), Canbbuntter 116 (116), Weichkäse mit 20 Prozent Fettgehalt, grüne Ware 22 bis 25 (22 bis 25). Emmenthaler mit 45 Prozent Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Daten für Donnerstag, 9. November. 1799: Napoleon Bonaparte stürzt das Direkto- rium und wird erster Konsul — 1818: der Dichter Iwan Turgenjew in Drei geboren (gestorben 1883); — 1841: König Eduard VII. von England in London geboren (gestorben 1910); — 1918: Rücktritt des Reichskanzlers Prinz Max von Baden. Nachfolger wird Friedrich Ebert. Ausrufung der November- Republik in Deutschland. Abdankung Kaiser Wil- Helms II. und fein uebertritt über die holländische Grenze — 1923: Kampf an der Feldherrnhalle in München, 16 Nationalsozialisten finden den Tod. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt velchiossenen Dividende an — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 o H. tranhur <. m «erb Schluß» furt Schluß! Abend- dSrie e»chlu»- fur# (bluff miitaa- bSrie Datum 7.11 8.11 711. 8.11. •% TrutiAf RelManleibe v 1037 89,75 89,75 89 9 89.5 •% elfem. 7% Dl iKcIdxanl. o. 1939 98 9 98.75 98,6 98 75 Bh".' Tlfung.flnleltjf von 1930 teutldir Mni.-Ubldl.-Gdiule mü 85.25 85.9 85.4 85.65 #lu4lo|.-Ärd)ten 79.13 79 79.4 79 95 teflfll. obnr Äuloi -Rechte 6 'IX1" Odl. eolllOanf 1929 12.95 13.05 13.3 13.1 (rucfoablb. 101%) •% Od| Landribant Dartnftadt »old R. 13 87,5 87.5 87.65 87.65 87,25 87,25 87 — Sf|1 i-'andeS-Hypotbeten. bank Darmstadt tilaut 87.25 87,25 Cbetbeffen Prooti^.-inleihe mH eiu#lol.-9e 0bP.-8ai*Vlau.moloi)|r 8% ebem 8% Pr Vanc>e»p!aHfr Drielaoftalt, Planbbriele R 19 89 89 — — 88 88 88 88 6", ebem 7% Di Lanseevland- 6rie lauft alt. Plandbriele R 10 88 88 88 88 Steuetputitb. «errechnuna«tur» 87.65 87.65 87.65 87.65 4% OelterreKfiilttoe »olBtvnte 13.25 — 13.5 13,75 4,30°« Cefterreiditfcbf Silbenente 0.65 0.65 0,70 4 „ Unncdidie Äoldrente 3.9 — 4 4 llnflanilie StaaUtente 0. 1910 3.7 3.7 3.75 3,75 4S°» betflt. von 1913 3.75 3.7 3.8 3.65 6°e abijeii. iBuibnieptanei von 99 6 6 6 5.85 *% Iutttj.De Hollanleibe von 1911 4% Tihfildje «agdabbadn-Anleihe *■“ 4.7 4 75 Serie l .................. d 4,7 tranffur' a. 01 Berlin 09 78 90 39,5 S 83 131,25 102.5 62 89,5 40 74.9 126,5 93.1 18.2* 48.5 3,13 3.65 2.9 22.8 8,75 9.25 44,75 81 38,5 40.5 50,5 155.5 16.25 109 13 78 90 39.5 71.75 82.5 131 103 62.5 90 41 73,75 93,5 47 48.5 4.85 5,8 2,8 — 8.9 14 9.25 45 81.25 39 40.5 50.5 155.75 16.25 109.4 78 90.5 39.25 71.9 77.75 82.65 131 101.75 62 90 40.25 74.25 47.75 126 94.5 47.5 48.25 4.8 5,8 2,9 8.9 20 12.75 9.25 44.5 80 5 39 40,5 50,5 155.5 16.13 109.25 78.75 90 39.5 72,13 79.3 82.5 129.73 103.13 61 89.13 40.63 74.25 46.75 125 94 47 47.5 ^ramiun a. l't 25en Schtutz- rur« iSchtuvi. Mbenb- bSri Ächtu»» iure ^chtutk Minag- bSrse Oatum 7.11. 811. 7.11. 8-11. 3)ian4|elber Bergbau ....... 0: 22 21.75 21.5 21.5 flolomcrfe ......... 0 66 66 Pdonir Bergbau ........ 0 31,65 32,5 31.5 32.75 Sibeinilche njirauntoNen ..... 10 183 182 5 184 184.25 Sbi’initabl ......... 0 74.9 72,25 75 72 vereinigte Etablwerte....... 0 27 27.25 27.25 27.25 ctavt Minen ......... 0 9.75 10 9.75 9.9 Kaliwerke tlfdiereleben....... 6 106.5 106.5 106.5 Kaliwerke Vefteregcln....... b 107.75 106 107.5 106 Kaliwerte SaUbetfurtb..... — 140.75 142 141.5 I. ®. Aarben-Invukne...... 7 115 113.75 115 113.75 ■crtietbeanftall.............. (• 174.5 175,13 — ®ofbldimibt .............. 0 38,75 39 39 39.5 Rüigerswerke .............. 0 45 44.75 45 44.65 MetallgefeUlchakk............ 0 53.5 53,65 53 53.5 PVtlWv Hol,mann .......... 0 50 25 52 51,5 53,5 Zementwerk Heidelberg ..... Lernern werk Karlstadt........ 0 0 73 81 £ - - €dndtbett tiaeenbofer ...... 0 — 85 83.75 Üfu (-iUlgemetiie Äunftietbe) . 0 28 27.65 28,5 27.25 Bemberg ...... 0 38.5 38 38 8ellftol| «Saldhol ......... 0 31.5 31.5 31 31 MeUftolf Aichalkenburg ...... 0 20.25 20 20.25 20.75 tefiauet üta# .......... 7 •— —» 101.75 102 25 Daimler Motoren .......... 0 26,5 26.5 26.75 26.25 Deuriche Linoleum.......... 0 39 39.5 39.13 35 Crenftein Ä Äoppet ......... 0 24.25 24.5 Üeanbaxb lief ............. 0 13.5 13 3bade ' ............ 10 134 134 5 tlcru mulatoren-ffabrfl ....... 0 158.5 156 157.5 15^.5 lantt-tBummi . ....... 0 131 130 5 131,5 130.65 ®rt|nei................... 0 15 — öe nhafnoerte H chft t«... 4 63 25 - €ib6f uriäer ftuder ........ e 160.9 161,5 160.7! - Deolknmarfl Berlin — Ironkfurt 0 M 7.71ovember 8.November amtliche Xotteruna Tire amtliche meif Aouenin,. | ."Hrir Heilingkatch.. 5,874 5,886 5.819 5.831 tüten .... 48,05 48.1- 48,05 48,15 •Btag ...... 12.41 12.43 12.41 12.43 Budaoeft ... — — — Sofia ...... 3,047 3.053 3,047 J.053 Holland .... 168,93 169.27 168 98 169.32 66.73 66.87 66.08 66.22 fti pcnbafleH. 59,34 59.46 58.69 58.81 ctodbolm 68.53 68.67 67.78 67.92 London .. . 13.28 13.32 13.145 13,185 Bueno« Aires 0,963 0.967 0.963 0.967 Reuvvrk . . 2.702 2.708 2.667 2.673 «rullel..... 58.36 58,48 58.39 58 51 »Itaiteii..... 22.05 22.09 22.06 22.10 far.« ...... 16.40 16.44 16.40 16 44 Lchwei, .... 81,02 81,18 81.05 81.21 Spanien .... 35,11 35.19 35.11 35.19 Tantztg..... 81.57 81.73 81.62 81.78 3acan ..... 0.799 0.801 0.787 0,789 Rio oe 3an 0,227 0.229 0.227 0,229 ^ugoliairtee. 5,295 5.305 5,295 5,305 Vliiaboe .... 12,67 12.69 12.67 12,69 Banfnolen. Berlin, 8- 71ov mbe, »elb hmerUanilax Roten ............ 2.62 2.64 Delflticte Raten ................. 58.23 58.47 $4nu±e Noten ................. 58.43 58 67 Lngltlche Roten ................. 13.105 13.165 »ranjolilche Roten............... 16.36 (J6.42 71.94 RonvegÜche Roten ............. 65,92 MJI Teutfch Ceftcneidi 4 100 €