Nr. 23b Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Montag, 9. Oktober (933 ,1 l* t *s ; -- ■_ < 'M ch V. 4 Der neue Großsender derReichshanptstadt glaubt, mit Verhaftungen und einer Prozeßkomö- die auskommen zu können, bei der man sieben Leute wahllos aus einer Zahl von 263 Verhafteten herausgriff, so hat sich gezeigt, daß diese Mittel auch nicht ausreichen, um den schwankenden Grund, auf dem sich das tschechische Staatswesen erhebt, zu festigen. Jetzt wird eben verboten und alles, was im deutschen Lager irgendeine führende Stellung hatte, verhaftet und in t)en Kerker geworfen. Welches Schicksal ihnen winkt, geht daraus hervor, daß das Brünner Revisionsurteil automatisch auf bisher über 1600 Verhaftete ohne besonderes Gerichtsverfahren angewandt werden soll. So hofft man Sudetendeutschland so schwer zu treffen, daß es sich nie wieder erheben kann. Für Berlin, das sich bisher mit verhältnismäßig alten Sendeeinrichlungen begnügen mußte ist bei Tegel eine neue Funkstation im Bau, deren Energie bis zu 120 kW betragen wird. — Links: Ein Äntennenmast im Bau. — Rechts: Abstimmungsspulen und Kondensatoren der neuen Großstation. Oaö neue Heim der heffen-naffauischen Bauernschaft. Frankfurt a. M., 7. Okt. (WSN.) Der Landesbauernführer gibt bekannt: Am 6. Oktober wurde für die Hessen-Nassauische Bauernschaft das Anwesen in der Bockenheimer Landstraße 25 zu Fiwnkfurt a. M. zum Preise von 465 000 Mark käuflich erworben. In dem Kaufvertrag ist notariell gewahrt, daß kein Betrag an die ehemaligen Besitzer, deren Teilhaber oder Tochtergesellschaften ab- aeführt werden darf. Das Anwesen wurde im Jahre 1930 für 1 800 000 Mark von der Dresdener Bank erworben. Der Bauwert beträgt 2 800 000 Mark. Damit hat die Hessen-Nassauische Bauernschaft ein Heim gesunden, in dem die gesamte Verwaltung einschließlich der vier Hauptabteilungen der bäuerlichen Selbstverwaltung (ehemaligen Landwirtschaftskammern Darmstadt und Wiesbaden, die beiden Genossenschaftsorganisationen Darmstadt und Frankfurt, der ehemalige Landbund und der Landhandel) untergebracht werden. Es ist dies ein Haus, das in Zukunft nationalsozialistischen Geist und echtes deutsches Bauerntum in blutvoller Verbindung mit dem Landvolk in alle Teile unseres Heimatgaues ausstrahlen wird. Der notwendige Ankaufsbetrag ergibt sich aus dem vorzunehmenden Verkauf der früheren Gebäude des gesamten Hessen- Nassauischen Landstandes. Der Schlag gegen Sudetendeutschland Minderheitenpolitik im Tschechenstaat. Don unserem D.-Äerichiersiatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prag, 5. Oktober 1933. Mit der satten Zufriedenheit eines scheinbaren guten Gewissens hat eben „Frankreichs Handlungsreisender", der Herr Außenminister der Tschechoslowakei, Dr. Bene sch, in Genf vor'dem internationalen Forum seine Meinung über die europäischen Minderheitenprobleme zum Besten gegeben; die moralische Entrüstung troff nur so von seinen Lippen, die Entrüstung gegen Deutschland, das so schamlos seine Minderheiten vernichte und verjage. Und am gleichen Tag wird auf Anordnung seines eigenen Außenministeriums in Prag d i e D N S A P. und zu gleicher Zeit auch dieDeutscheNatio- nalpartei Sudetendeutschlands verboten. Wohl hatte die erste dieser beiden deutschen Gruppen in Voraussicht des kommenden Verbotes noch wenige Stunden vorher ihre Selbstauslösung beschlossen, wodurch das Verbot der Partei praktisch ein Schlag ins Wasser geworden ist, aber das Wasser spritzt dennoch weit genug herum, so daß die oft und viel mißbrauchte Weltöffentlichkeit nun doch schon auf die Vorgänge in dieser „höheren Schweiz" aufmerksam wird. Und mit Staunen liest man die Sätze, die zur Begründung der Verbotsverfügng amtlich ausgesprochen werden. Da heißt es z. B., daß „die Deutsche Nationalsozialistische Partei in Durchführung ihres terroristischen Programms, die Vereinigung aller Deutschen, schon begriffsmäßig in sich die Zeichen der Gewalt einschließt" und weiter „aus dem Grunde, da ihre gesetzwidrige Existenz der öffentlichen Ruhe und Ordnng widerspricht". Und gleichzeitig wird die DNP. verboten, weil sie das „offensichtliche Bestreben kundgetan hat, sich mit der DNSAP. zu verschmelzen."! Und während die beiden Verbote ausgesprochen werden, tagt in Brünn der Revisionspro- zeß gegen die „Volkssport"- Leute, wobei schon die ersten Teilentscheidungen alle Hoffnungen zerschlagen haben, die man auch noch im Sudetendeutschtum dahingehend gehegt hatte, daß wenigstens das Oberste Gericht im Gegensatz zum Erstgericht vielleicht doch noch nach Recht und Gerechtigkeit urteilen würde. Diese Hoffnungen sind bereits zunichte geworden und es ist kaum etwas anderes zu erwarten, als daß das Urteil, das jenes Erstgericht am 24. September 1932 gefällt hat, bestätigt, wenn nicht gar verschärft wird, wie es der Staatsanwalt schon jetzt beantragt hat. Die Revisionsverhandlung im Verein mit dem Verbot der beiden größten sudetendeutschen Parteien, zusammen mit den Verfolgungs- und Entdeutschungsmethoden, die in der „Höheren Schweiz" des Herrn Benesch seit jenem 28. Oktober 1918 schonungslos gegen alle Deutsche getrieben wird, sind ein kaum zu überbietender Beweis, wie heuchlerisch doch die jetzigen Worte Beneschs vor dem internationalen Forum des Völkerbundes sind. Im Reich haben sich unterrichtete Kreise in der letzten Zeit der Hoffnung hingegeben, daß an den ewig wiederkehrenden Worten von der „Konsolidierung" im Tschechenstaat doch etwas sein müsse, und außerdem sitzen ja zwei deutsche Minister in der Prager Regierung, die sich doch „selbstverständlich" gegen jede schikanöse Maßnahme gegen das Deutschtum wenden würden. Die jetzigen Ereignisse haben das einzige Gute, daß sie einer größeren Allgemeinheit auch über die deutschen Volksgrenzen hinaus zeigen, in welcher Gefährdung und Bedrängnis das Sudetendeütschtum, das immerhin 3,5 Millionen M e n s ch e n stark ist, heute lebt und welcher Methoden sich die französische Gründung des tschechischen Staates heute bedienen muß, um sich überhaupt noch wenigstens den Schein einer Daseinsberechtigung zu geben. Die Sudetendeutschen sind es ja nicht allein, gegen die sich die Wut der Prager Regierung richtet, auch wenn es bei ihnen am ärgsten der Fall ist. Die Ereignisse bei der 1100-Iahrfeier der slowakiscyen Stadt Neutra und die immer wiederkehrenden Autono - mieforberungen der Slowaken zusammen mit der Tatsache, daß der Slowakenführer Dr. Tuka auf 15 Jahre in tschechischen Kerkern sitzt, sind ja ein deutlicher Beweis dafür, wie hohl die Phrase vom „tschechoslowakischen" Volk sind. Ein Staat, auf einer Lüge gegründet, muß über kurz oder lang mindestens an den Rand des Abgrundes kommen, und das beginnt sich jetzt bei dem tschechischen Staatsgebilde auch zu verwirklichen. So ist der gewaltsame Selbstbehauptungskampf, den der Tschechenstaat heute gegen seine eigenen Bewohner kämpfen muß — sind doch die Tschechen selbst zahlenmäßig nur die größte Minderheit im Staat und erreichen nicht einmal 50 v. H. der Bevölkerung — heute wohl in seine größte Krise gekommen. Er wird von einer unmenschlichen Furcht beherrscht und von dem schlechten Gewissen, daß sich die Tschechen infolge der Gunst ihrer französischen Freunde bei ihrer Staatengründung ganz ungeheuerlich übernommen haben und nun den gewaltigen Brocken, der ihnen da zugeworfen wurde, nicht verdauen können. Dieser Kampf gegen alles, was nicht tschechisch ist, währt solange, wie der Staat besteht, nur die Methoden haben gewechselt. Hat man bisher Bodenreformen veranstaltet, durch die den Sudetendeutschen hunderttausende Hektar landwirtschaftlichen Bodens einfach geraubt und Tschechen zugeteilt wurde, hat man weiter bisher die deutschen Beamten bis auf ganz wenige, aber hinunter dis zu den alleruntersten Beamten, auf die Straße gesetzt und an ihre Stelle Dchechen ins Amt einge- füfjrt, die kaum vollendete Mittelschulbildung haben, I ja zum Teil kaum lesen können, so hat man noch im vorigen Jahr beim ersten Volkssport-Prozeß ge- Aufruf zum Eintritt in die Hitler-Jugend! Der alte Staat mit seinen Standes- und Klassengegensätzen ist zerfallen. Eine neue Jugend wächst heran, die nichts mehr wissen will von innerpolitischen Streitigkeiten und Zänkereien. Diese neue Jugend soll einst Träger echter nationalsozialistischer Staatsauffassung sein und muß deshalb frühzeitig in nationalsozialistischem Gedanken ge- schult und erzogen werden. Diese große Aufgabe hat die „Hitler-Jugend", die einzige Jugendorganisation, die im neuen Staat Berechtigung hat, übernommen. Alle deutschen Jungen, ob Bauernsöhne, Jungarbeiter oder höhere Schüler, sollen hier den Geist wahrer nationalsozialistischer Volksgemeinschaft kennenlernen. Noch stehen viele Jungen abseits dieser gewaltigen Jugendbewegung. Diesen und den Eltern sei folgendes gesagt: Der Staat wird in Zukunft nur Wert a u f die Kräfte legen, von denen er die Gewißheit hat, daß sie sich jederzeit rücksichtslos für d i e Idee des Nationalsozialismus einsetzen werden. Praktisch wird sich das so auswirken, daß alle Angestelltenoder Beamtenstellen nur von Angehörigen der SA. besetzt werden. Alle Stellen, die das Arbeitsamt für Jugendliche zu vermitteln hat, werden von Angehörigen der Hitler-Jugend besetzt. Da in Zukunft die SA. nur noch Leute aufnehmen wird, die der Hitler-Jugend angehört haben, werden alle 14- bis 18jährigen Jugendlichen, die heute noch abseits stehen, aufgefordert, in die Hitler-Jugend einzutreten und dort mitzuhelfen, die neue Volksgemeinschaft zu schaffen. Wer im nationalsozialistischen Staat Rechte haben will, muß erst beweisen, daß er es mit seinen Pflichten gegenüber dem Volksganzen ernst nimmt. Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116 der Hitler-Jugend: R. Buß. Oer neue Zeitplan. In unterrichteten Kreisen wird auf die hohe Volks- wirtschaftliche und sozialpolitische Bedeutung des sogenannten neuen Fettplanes hingewiesen, der am 1. November in Kraft treten wird. Die deutsche Landwirtschaft wird an diesen Fettplan wegen der Vorschrift des Beimischungs- Zwanges von 5 Prozent inländischen neutralen Schweineschmalzes zur Margarine besonders interessiert sein, weil man sich davon einen zusätzlichen Verbrauch von etwa 400 000 Zentnern Schweineschmalz im Jahre verspricht. Um diese Beimischungsmenge von 5 Prozent wird das bisherige Produktionskontingent der Margarinefabriken, das 60 Prozent der Gesamterzeugung von 1932 darstellt, erhöht. Der Kreis der Personen, die berechtigt sind zum Empfang von Bezugsscheinen für verbilligte Haushaltsmargarine und zur Entgegennahme von Fettoerbilligungskarten wird weiterhin durch den Begriff „minderbemittelt" umschrie, ben. Die Wohlfahrtsämter haben vor allem die Entscheidung über die Einbeziehung in diesen Kreis. Jeder so ermittelte Bezieher wird vom 1. November ab einen Bezugsschein über 18 Pfund verbilligte Haushaltsmargarine und Fettverbilliguntzskarten über sechs Pfund erhalten. Auf die Fettverbilligungskarten kann auch Butter, Schmalz und sonstiges Fett bezogen werden. Die verbilligte Haushaltsmargarine soll zu einem Preis von 38 Pfennig je Pfund ab Laden abgegeben werden, während die Verbilligung auf die Fettverbilligungskarten etwa 25 Pf. je Pfund beträgt. Hirsche rufen in her Nominier Heide. Äon Edmund Gcharein. Der ostpreußijche Herbst will seinen Rus verteidigen — mit Sonne und Wärme. Er hat auch allen Anlaß dazu. Ein Regentag löste den andern ab. Das Wasser stand.aus den lehmigen Waldwegen, füllte die Gräben, und der Nebel verstärkte die Finsternis dieser sonnenlosen Tage. Der Sturm mißhandelte den Wald, schüttelte Blätter, die noch nicht von den Zweigen wollten, und Früchte, die die Reise kaum erlangt hatten. Aber jetzt hat die Sonne wieder die Herrschaft. Der Herbst ist da, der Herbst in seinen reinsten Farben, in seiner tiefsten Stille, m seiner größten Emsigkeit, in seiner höchsten Vollkommenheit. Und der edle Hirsch läßt seinen Kampfruf hören. Brunftwetter herrscht ja nun gerade nicht. Am Morgen glänzt die Sonne auf taufrischen Gräsern, wo der Reis blitzen sollte. Es fehlen die kalten, sternklaren Nächte. Und so ist denn die Brunft alles in allem matt; aber in einem Revier, das so viele Kapitale birgt, ist auch bei flauem Brunftwetter guter Anblick nicht selten. Fast sommerlich ist die Wärme. Selbst der leichte Lodenrock wird von uns als Ballast empfunden und im Rucksack verstaut. Erst in der Schattenkühle der Fichten, wo Sonnenstrahlen auf braunrindigen Stämmen leuchten und auf vielfarbenen Moosen und Flechten spielen, ist es erträglich. Dieser Himmel, der sich in so wunderbarem Blau über dunkelgrünen Fick nkronen und erstem Herbst- laub wölbt, der nicht ein Wölkchen zeigt, fesselt den Blick immer aufs neue. Diese Sonne, die ihr Bestes hergibt und den Körper so wohlig durchrieselt, empfindet der Mensch als Wohltat. Und so lassen wir uns von ihr die nassen Kleider, die uns im Nebel der Frühpirsch schwer am Leibe hingen, trocknen und die steifen Glieder durchwärmen. In blauen Wölkchen geht der Rauch der Morgenzigarre durch die Lichtung, warnt einen Bock, dessen noch rote Sommerdecke uns eben erfreute, vergrämt den Fuchs, der sich jenseits der Schneise im Unterholz zu schaffen machte. Aber nicht lange dauert es, da haben wir andere Gesellschaft, Wild, das hier zu Hause ist wie wohl nirgend in deutschen Landen. Ein Achter und ein Zehner ziehen durch den dichten Unterwuchs, kommen in raumen Stangenholz nochmals ins Blickfeld des Fernglases: Zwei„Schnei- der" sind es, die der Platzhirsch des Rudels, das auf dem benachbarten Kahlschlag seinen Stand hat, in Bewegung gebracht hat. Bei der Wachsamkeit des alten Paschas wird für diese beiden jugendlichen Freier wenig abfallen. Ohne Ziel anscheinend ziehen sie — Leidensgefährten in der Minne — weiter durch die Stangen. Aber plötzlich ein Verhoffen: Sie ändern die Richtung und streben wieder dem Kahlschlag zu. Lächelnd blicken wir uns an: Vielleicht wollen sie die Morgenruhe des Platzhirsches nutzen zu einem Besuch des Harems. Gutes Gelingen! Kaum sind die beiden verschwunden, da bricht es im Holz. Aber das Auge kann nichts erspähen, und das Glas verrät auch nichts. Ein Zaunkönig schmettert von zackigem Stubben, und ein Häher rätscht vom Wipfel einer Eiche. Da blitzt es aus fast licht- grünem Eschenschlag. Und schon ist der Blick >m Banne einer Krone ... Im nächsten Augenblick ist der ganze Kopfschmuck frei. Ein Zwölfer Im Schmuck seines wuchtigen Geweihes, feiner blitzenden Enden, [einer stattlichen Krone, in der Ruhe und Würde seiner Haltung ist dieser Hirsch ein Bild trotziger Kraft. Fast überlebensgroß erscheint er in dem dürren Ried, das nur spärlich den gelben Sand deckt. Dieser Kronenzwölfer ist der ernsthafteste Gegner des Platzhirsches. Gestern war er vorübergehend bei den Schneidern, heute geht er eigene Wege. Wohl in jedem Revier würde man einen derartigen Hirsch als Kapitalen ansprechen, hier in dieser Wildbahn stellt er nichts Besonderes dar, ist einer von vielen. Ruhig zieht der Hirsch ins schützende Unterholz. Nur das Geweih ist noch über herbstlich gefärbten Blättern sichtbar. Eine Zeitlang scheint es, als wolle er sich niedertun. Da kommt von jenseits der Wiesen ein leises Knören. Im Augenblick ist unser Hirsch wieder frei. Unbeweglich steht er da. Kein Muskel zuckt — ein lebendes Bild. Die Sonne spielt auf seiner Decke, hell blitzen die Enden, zottig ist die Mähne des edlen Wildes. Drahtig, schnittig ist es in seiner ganzen Erscheinung. Wieder kommt von drüben ein Knören. Im Kreischen des Hähers geht es unter. Aber schon folgt ihm dröhnendes Orgeln. Das ist der Platzhirsch. Da legt der Zwölfer das Haupt zurück, daß die blitzenden Enden bis tief in den Rumpf hinuntergehen. Und dann kommt seine Antwort. Heller als die des Alten klingt seine Stimme. Seitwärts dem Gestell zu zieht er, überfällt ohne erkennbare Ursache eine Hürde — welch wunderbarer Anblick — und taucht unter in der Fülle des jenseitigen Jungwuchses. Wippende Zweige, schwankende Wipfel bezeichnen für Sekunden noch den Weg, den er nimmt. Der Himmel über buntem Herbstlaub ist noch so blau wie vorhin und die Stille so tief und feierlich. Und man möchte das Ganze für ein Phantom halten, stünden da nicht des Hirsches Fährten so deutlich im sonnenbeschienenen Sande. * X Sonnenverzauberte Stille liegt über dem Jagdschloß. Der Schwarm der Besucher, die in diesen Tagen das schmucke Jägerheim besichtigen, hat sich verlaufen. Kein Tritt halt über das Pflaster; keine Stimme stört den Frieden dieser Stätte, die so oft das Oberhaupt des Reutscben Reiches beherbergte. Vom Park her blitzen die silbernen Fäden des Altweibersommers aus buntem Herbstlaub, und auch hier auf dem Hof tritt feines, silbernes Gespinst hervor. Ruft schon ein Besuch der Heide an sich die Erinnerung an den kaiserlichen Jäger und seine Jägerei wach, so gilt dies um so mehr in der hohen Zeit des edlen Hirsches, in den Tagen, da der König des Waldes der Minne obliegt Alljährlich weidwerkte der Kaiser in der Heide, deren Jagdgründe schon in früheren Jahrhunderten in hohem Ansehen standen, in denen vor den Hohenzollern Drbensgebietiger und vor diesen Pruzzenherzöae edlem Weidwerk nachgingen. Daß aber der Wildstand in diesen Forsten die Höhe erreichte, die ihn weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt- gemacht hat, ist das Verdienst Kaiser Wilhelms II., der der Hege des Rotwildes volle Aufmerksamkeit schenkte, der in der Wahl der Heger eine glückliche Hand hatte und im Laufe der Jahre durch zielbewußte und mühsame Arbeit die Erfolge zeitigte, die das Rominter Revier in der ganzen Welt bekannt machten. In diesen Herbsttagen sind 43 Jahre vergangen, seit er zum ersten Male die Heide aufsuchte. Welcher Geist den Jagdherrn beseelte, zeigt dem Besucher ein Gang durch die trophäengeschmückten Räume des schmucken Jagdschlößchens, das feinem Stil nach so recht in die Urwüchsigkeit dieser Waldgründe paßt. Hier auf dem jagdhistorischen Boden der Rominter Heide schuf sich der Kaiser ein schlichtes Jägerheim, das nichts gemein hat mit dem Prunk so vieler Schlösser. Hier genossen viele Gastfreundschaft in Jahren, in Jahrzehnten. Die Sonne ist gesunken. Gen Westen begrenzt den Horizont ein rötliches Band, und weiter hinauf breitet sich bläuliches Grün, lieber dunklen Wipfeln steht silbern der halbe Mond. Auf den Wiesen wallen bereits erste Nebel. Die Luft geht kühl. Erstes fernes Orgeln fällt in abendliche Stille. ,,Flucht nach Nizzas Dieser FUm wurde gedreht nach dem Roman „Orje Lehmann wird Detektiv" von Dolly Bruck: ein Kriminalfall aus der Perspektive des durch die Lektüre von Detektivromanen zum Amateur angeregten kleinen Mannes, der im Privatleben einem ganz bürgerlichen Gewerbe nachgeht. Eine heitere Geschichte der verpaßten Gelegenheiten, wobei ein vom Wind davonyewehter Tausendmarkschein und eine in den Klamerauszug von „Hoffmanns Erzählungen" geratene Quittung die Hauptrolle spielen. Im Mittelpunkt der Ereignisse: Georg Alexander, der mit Hornbrille und rundem Hütchen merkwürdigerweise wie Harald Lloyd aussieht und, im Gegensatz zu feinen sonstigen Gepflogenheiten, einen überaus schüchternen und ungeschickten Liebhaber zu spielen hat. Außerdem Fritz Fischer als phantasiebegabter Detektiv; Else Elster, die uns in „Frau Lehmanns Töchtern" schon begegnet ist; Max Gülstorff als verbiesterter Kriminalkom- missar; Betty Bird; Hermann Picha; Theo Lingen. Regie führt James Bauer, der einige gelungene Einfälle anbringt und ein stimmungs- volles Riviera-Panorama entrollt. Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus; im Beipro- gramm: die neue Wochenschau, einLustspiel und hüb- sche Aufnahmen von den Segelfliegern auf der Kurischen Nehrung und von der Vogelwarte >n Rossitten. Oer schwatzhafte Gender. Mit einer seltsamen Angelegenheit haben sich augenblicklich die Behörden in der rumänischen Stadt Großwardein zu beschäftigen. Zu den glei- chen Zeiten wie der offizielle Rundfunksender von Bukarest pflegt sich in der letzten Zeit ein geheimnisvoller anderer zu melden, und, da der Bukarester Sender dort nicht sehr gut zu hören ist, erwartet man den unbekannten Schwarzsender immer mit großer Spannung, aber auch mit etwas beklommener Neugier. Der zweite Sender hat zwar mit Politik nichts zu tun, aber eine weibliche ober eine männliche Stimme meldet sich, die den Klatsch und Tratsch der Bürger und Bürgerinnen entljüttt und ihre geheimen Angelegenheiten schonungslos der Oeffentlichkeit mitteiü. Man kann sich denken, daß diese „Enthüllungen" für die Betroffenen nicht immer angenehm sind, und so rufen die Groß- roarbeiner nach der Polizei, aber vergeblich. Die Behörde hat bisher weder die Besitzer der Stimmen noch den Standort des Schwarzsenders ermitteln können. OJl.-'SpOTt versand Fußball des Sonntags grüßte dann die ebenfalls erschienenen Flieg Hauptmann Kühl und Thea Rasche. Im 2Ii 3. . nur । zu 3u- ier Deutscher Kußball-Aachwuchs in IRom Knappe 3:4-Niederlage gegen eine Ballila'Juhball'Mannschast. eine in die Wege zu leiten. Die beiden Gauführer Münch (Frankfurt) und A n d r € (Hersfeld) 3 m Fußball-Länderspiel Dänemark gegen Finnland, das in Kopenhagen vor 25 000 Zuschauern ausgetragen wurde, blieben die Dänen mit 2:0 (1:0) nur recht knappe Sieger. Iugendschwimmen des Gaues Mittelrhein der OT. Gießener Schwimmerinnen erfolgreich. Am gestrigen Sonntag wurde im Hallenbad Frankfurt a.M. das diesjährige Treffen der geber FD. Saarbrücken überlegen mit 4:1 (2:0) ge- schlagen. Oer Gau XII Nordheffen der OT. formt sich! Allmählich fügen sich die einzelnen Teile zum neuen Gau Nordhessen der DT. zusammen. An den lebten Tagen trafen sich die Führer der Gaue Nordhessen und Mittelrhein in Frankfurt, um die Ueberführung der an Nordhessen fallenden Ver- Eine Sensation gab es im Kölner Preis des Winterfaooriten. Der als heißer Favorit gestartete Achanasius mußte durch Freifrau o. Oppen- Heims Waffenschmied eine glatte Niederlage einstecken. Der Toto zahlte 34:10. zirksoberturnwart Paul (Gießen) b e - rufen. Weitere Bezirksfachwarte brauchen nickt berufen zu werden, da die Hauptarbeit nunmehr bei den Kreisen liegt. 4. Die Kreisführer und -fachwarte des neuen Bezirks Gießen werden erst bekannt gegeben, wenn alle Aemter besetzt sind. 5. Die Fachausschüsse des Gaues setzen sich künftig aus dem Gaufachwart und je einem fachkundigen Turner der beiden Bezirke Kassel und Gießen zusammen. 6. Der neue Hauptausschuß des Gaues besteht aus der Gauleitung, dem Gou-Turnausschuß, den Bezirks- und Kreisführern und je einem verdienstvollen Turner der Bezirke. Oie OT. stiftet 4 0000 Mark für das Winterhilfswerk. Die Deutsche Turnerschaft hat sich entschlossen, einen Betrag von 10 000 Mark für das Winter- hilsswerk gegen Hunger und Kälte zur Verfügung zu stellen. Der Spielverlauf fah 1900 sofort im Angriff, die durch Heilmann auch gut durchdacht eingeleitet wurden. Schon in der ersten Minute mußte der Schiedsrichter auf Elfmeter wegen Beinstellens erkennen. Bromm (1900) verwandelt. Die Gießener haben weiter Vorteile. Ein Eckball geht nur ganz knapp am Ockershäuser Tor vorbei. Dann hoben Bromm und Grünewald alles überspielt, selbst den Torwart, dock Grünewald verfehlt die große Chance. Ockershausen wird nur durch Fernschüsse gefährlich, aber Schlarb ist auf dem Posten. Der Spielleiter verhängt dann nach einer halben Stunde vielleicht aus Konzession, einen Elfmeter gegen 1900, der unberechtigt war. Der Elfmeter führte, für Schlarb unhaltbar, zum Ausgleich. Heinbach, der den Elfmeter veranlaßt haben sollte, machte sein Mißgeschick aber wieder wett, als er des Gastgebers größte Torchance zerstörte. Ockershausen kam etwas auf, aber au Erfolgen reichte es nicht. Ein famoser An- griff der Blauweißen ließ alle Gastgeber hinter sich, doch Grünewald schießt in der Aufregung neben das leere Tor. Halbzeit. Nack der Pause wogte der barte, verbissene Kampf auf und ab. Ein Deckungsfehler der Gießener verschaffte dem Platzoerein die Führung, denn der Linksaußen kann gerade noch neben dem Pfosten unhaltbar einlenken. 1900 stellt um. Heil- mann, auf halblinks, bringt Schwung in den Angriff, die Hintermannschaft steht sehr sicher. Es sieht des öfteren gefährlich im Ockershäuser Strafraum aus. Bei einer heiklen Situation spurtet Wilhelmi dazwischen, doch ehe er zum Torschuß kommt, stürzt ein Gegner dazwischen, schießt aber in höchster Be- drängms einen Mitspieler an, von dem der Ball ins eigene Gehäuse zum Ausgleich springt. Noch acht Minuten sind zu spielen. Die Gießener sind im Endspurt überlegen. Dem Ockershäuser Hüter entfällt liegend der Ball. Grünewald schießt drei Mi- Auf dem Flugplatz Dillacoublay bei Paris am Sonntag der Reoanchekampf des deutschen Kunstflugmelsters Fiefeler mit dem Franzosen Detroyat vor 120 000 Zuschauern statt. Der französische Luftfahrtminister Pierre C o t wohnte der Veranstaltung bei. Die Ehrenloge, in der man zahlreiche Militärattaches und hohe Offiziere bemerkte, war neben der Trikolore auch mit der Hakenkreuzfahne und der schwarzweißroten Fahne geschmückt. Die deutsche Kolonie war zahlreich vertreten. Mit größter Spannung sah man dem Zweikampf der eitlen Meister entgegen. Die Jury, bestehend aus je einem Vertreter Frankreichs, Italiens, Belgiens, Deutschlands und der Schwei; erkannte dem Franzosen 185,5, dem Deutschen 183 Punkte zu; Sieger kann jedoch nur sein, wer mindestens drei Punkte Vorsprung hat; dadurch endete der Kampf uncnt- schieden. Damit hatte Fieseler seinen Titel als Euro- vameister mit Erfolg verteidigt. Die Begeisterung des Publikums kannte keine Grenzen, als die bei- den Flieger in ihren Kürübungen die hohe Schule des Kunstflugs in vollendeter Form vorführten. Ter Spielverlauf. Vorn Anfang des Kampfes an lag die deutsche Mannschaft im Angriff. Bereits in der dritten Minute konnte Lachner das erste Tor buchen. Eine Vorlage des glänzenden Bonner Heidemann war bei Lachner gut aufgehoben. Kurze Zeit später hieß es bereits 2:0 für die Deutschen, wobei wiederum Lachner der Torschütze war. In der 18. Minute kam dann Italien zu seinem ersten Gegentreffer. Nach der Pause, die durch Reiterspiele der Jung- faschisten ausgefüllt war, nahm das Spiel ein un- heimliches Tempo an. Besonders die Italiener gingen wie die Teufel los. Aber es dauerte 20 Minuten, bis der Ausgleich gefallen war. Nach weiteren sechs Minuten hatten die Italiener durch ihren Mittelstürmer Pomponi den Führungstreffer erzielt, den jedoch Heidemann schon vier Minuten spater wieder ausglich. Die Entscheidung kam in öcr 30. Minute zustande, als ein von Buchloh zu kurz obgewehrter Ball dem italienischen Linksaußen vor die Füße kam und dieser nur noch einzuschießen brauchte. Kurz vor Schluß hatten die Deutschen noch eine gute Ausgleichchance, die aber von Fricke ausgelassen wurde. Im Rahmen des dritten Jahrestages der Grün- duna des italienischen Jungfasckisten-Bundes wurde in Rom ein Fußball-Länderspiel zwischen einer deutschen Nachwuchself und einer Ballilo-Mann- schaft ausgetragen. Der Kampf wurde nickt im Stadion, sondern im Park der Villa Borghese durchgeführt, wo alljährlich das große römische Reitturnier veranstaltet wird. Mit 25 000 Zu- schauern war der Kampf ganz ausgezeichnet besucht. Die deutsche Mannschaft spielte in folgender Aufstellung: Tor: Buchloh (Speldorf); Verteidigung: Bilck (Hertha-BSC ), Schulz (Victoria Hamburg); Läufer: Appel (Berliner SV. 92), Sold (Saarbrücken), Schulz (Arminia Hannover); Sturm: Kronenbitter (Stuttgart), Lachner (München 1860), Fricke (Arminia Hannover), Rasselnberg (Benrath), Heidemann (Bonn). Die Deutschen erlitten eine knappe Niederlage, obwohl sie ihren italienischen Gegnern an Technik und Ballbehandlung überlegen waren. Die jungen Italiener gingen aber mit solchem Elan in den Kampf, daß dadurch diese Mängel leicht ausge- glichen wurden. Sie hatten auch große Unterstützung bei den Zuschauern und auch der italienische Schiedsrichter hielt es etwas mit seinen Landsleuten. gendschwimmer des Gaues Mittelrhein durchgeführt. Dor der endgültigen Gaubereinigung traf sich die Schwimmerjugend zum letzten Male in diesem Wettkamps. An der Veranstaltung waren auch einige Gießener Turner-Schwimmerinnen beteiligt und konnten sich bei starker Konkurrenz auf achtbaren Plätze behaupten. Im Mehrkampf für Ju- Sendturnerinnen - Klasse I und II konnte Gertrud unke (Gießen) mit 99,95 Punkten einen zweiten Sieg erringen. Im Springen für Jugendturner in- nen der Klasse II konnte die gleiche Schwimmerin einen 4. Platz belegen. Margot Köhlinger behauptete sich im 50-Meter-Brustschwimmen der Jugendturnerinnen Klasse I auf dem dritten Platz. In der 4 mal 50 • Meter - Bruststaffel konnte sich die Gießener Vertretung den l.Sieg vor Offenbach und Darmstadt sichern. OerGerätewettkampfinGroßen-Linden Klafeld stellt mit 470'/» Punkten den Sieger. Arn gestrigen Sonntag wurde in Großen-Linden der Geräte-Wettkarnpf zwischen den Mannschaften der Turnvereine von Großen-Linden, Klafeld und Sinn ausgetragen. Den Kampf konnten die Mannschaft von Klafeld mit 470V; Punkten knapp vor Großen-Linden mit 467'/- Punkten für sich entschei- den. Sinn erzielte 423'/» Punkte, lieber den Verlauf des Kampfes berichten wir noch. OlympiwKursisten in Tempelhof. Die Teilnehmer des Olympia-Lehrganges besuchten am Wochenende unter Führung von Reichssportführer oonTscharnrner und O st en den 'Berliner Zentralflughafen Tempelhof. Direktor W r o n • s? y begrüßte die jungen Sportler und ihren Führer und wies sie vor dem Rundgang durch die Anlagen auf die Bedeutung dieses modernsten europäischen Flughafens in Bezug auf den internationalen Flugverkehr hin. Der Reichssportführer dankte der Lufthansa für das erwiesene Entgegenkommen und be- ter und der Wiedereintritt in das Spiel zu einem falschen Zeitpunkt. Oie Sronffurfer Saarkundgebung des Sports. Die Frankfurter Saarkundgebung anläßlich der beiden Fußballspiele Fußballsportverein — Borussia Neunkirchen und Einttachl — Sportfreunde Neunkirchen hatte einen schönen Erfolg aufzuweisen. 3000 Saarländer waren aus ihrer Heimat nach Frankfurt gekommen, um einmal ihren Mannschaften ein kräftiger Rückhalt zu (ein, zum andern ober auch, um im freien deutschen Lande bei freien deutschen Volksgenossen einige frohe Stunden zu ver- leben. 3m Frankfurter Stadion siegte Fußballsport- aerein mit 3:2 über die Borussen, dagegen erlitt die Einttacht gegen die Saarbrückener Sportfreunde mit 0:0 ihren ersten Punktverlust. Kunftflug-Zweikampf Zieseler-Oetroyat in Paris. standen es, diese z. T. recht heiklen Fragen in echt turnerischem Sinne zu lösen. Es kommt ja in diesen Zeitläuften nicht so sehr darauf an, in welchem Gau oder Kreis ein Verein steht, sondern darauf, daß jeder Verein und jeder einzelne Turner auf seinem Posten steht und dafür sorgt, daß die Deutsche Turnerschast die große völkische Aufgabe erfüllt, die sie heute noch genau so hat wie in der hinter ihr liegenden Zeit. Sachlich wurden folgende Punkte festgelegt: 1. Die Grenzorte Bergen, Vilbel, Ober- und Niederlahnstein und Höhr-Grenzhausen bleiben bei dem Gau XIII bzw. fallen an Gau XI. 2. Die vermögensrechtliche Auseinandersetzung er» folgt zwischen Den Führern von Gau Mittelrhein und Bezirk Gießen unmittelbar. Zum Führer des Bezirks Gießen de Dr. Rau (Butzbach), zum Be- Kührerwechsel beim VfB. Gießen. In einer außerordentlichen Generalversammlung des VfB. wurde am Samstag an Stelle des zurück- getretenen ersten Führers Overbeck der Kreis- Fußballfachwart Mlcyel einstimmig zum Vereins- sichrer gewählt. Kurze Sportnotizen. Beim V11. Mariendorfer Dreieck». Rennen, das am Sonntag nach mehrjähriger Pause zum ersten Male wieder zur Durchführung kam, fuhr der Münchener BMW. - Fahrer vor 75 000 Zuschauern mit 48:45,8 Minuten (127,7 Stundenkilometer) einen neuen Streckenrekord heraus. 3 n Hamburg fanden am Samstag vor gutem Bestich Derufsboxkämpie statt. 3m Hauptkampf des Abends schlug Der Hamburger Mittelgewicht'er Bö Ick den Hannoveraner Trollman bereits in der zweiten Runde ko. • Schalke 04 gab In Saarbrücken vor 3000 Zu- schauern ein Gastspiel. Dabei murt» der Gast- Spiele der Gießener Mannschaften. DsB. (Liga) — VfR. Buhbach (Liga) 7:0 (2:0). Die Grünweißen errangen einen eindeutigen und auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Die Gäste traten mit einer verjüngten Mannschaft an, Die zwar sehr kräftig erschien, in technischer Hinsicht, wie auch im Zusammenspiel aber noch zu wünschen übrig ließ. Lobenswert war der Eifer der Butzbacher, die selbst bei längst verlorenem Spiel Den Widerstand nicht aufgaben. Die neue Mannschaftsaufstellung Der VfBer erwies sich als glücklich, Der Sturm zeigte sich sehr schußfreuDig unD hätte bei etwas mehr Glück unD genaueren Schüssen sehr leicht höher gewinnen können. Erstmalig nach langer Zeit wirkte Haupt roieDer mit, unD es schien, als habe er nie ausgesetzt. Er war in altgewohnter Form. Mit Heß, einem neuen Mann, hat Die DfB.- Mannschaft eine Verstärkung erfahren. Knauß rourhe schon kurz vor Halbzeit herausgestellt, so Daß Die Hiesigen Das Spiel währenD langer Zeit mit zehn Mann bestreiten mußten. Dabei aber trotz- Dem überlegen blieben. Das Spiel ftanh an sich auf keinem sehr hohen Niveau, denn das meist nur auf Zerstörung eingestellte Spiel der Gäste erschwerte die Äombinationsarbeit der Hiesigen. Die hohe Nie- Verlage verdankten die Gäste zum Teil ihrem wenig sicheren Torwart. Das Spiel begann mit einem geschickt ooraetra- genen Angriff der Platzbesitzer, Der abschließende Kopfball zum Tor ging aber knapp daneben. Eine folgende Ecke brachte nichts ein, während auf der anderen Seite die Latte für den Gießener Tormann rettete. Bald daraus gab es eine gefährliche Situation vor Dem VfBer Tor, Die aber in letzter SekunDe gemeistert rourDe. Ein schöner Angriff auf Dem rechten Flügel Der Einheimischen rourDe nach einer tadellos gegebenen Flanke von Haupt von Heß vorbildlich verwandelt. 10 Minuten später fiel das zweite Tor. Der Ball wurde an Dem herausgelaufenen Tormann vorbei eingeschoben. BalD Darauf rourDe Knauß herausgestellt, weil er nachgetreten hatte. Mit 2:0 für die Platzbesitzer wurden die Seiten gewechselt. 3n scharfem Tempo wurde der Kampf weitergeführt. Die Gäste leisteten energisch Widerstand, sie waren aber in der Verteidigung wenig glücklich und mußten in der Folge ein Tor nach dem anderen hinnehmen. Nachdem Leutheuser einen Ball aus ziemlicher Entfernung knapp unter Die Querlatte zum Tor oerroanDelte, mußte Das Spiel schon für Die Gäste als verloren betrachtet werben. Heß hatte Dann nach kurzem Geplänkel vor Dem Butzbacher Tor Den Ball Dem Tormann zwischen Den Beinen hinDurchgeschoben unD Damit auf 4:0 erhöht. Einen weiteren Erfolg hatten Die Gießener roieDer Dem gegnerischen Tormann zu oerDanken, Der sich einen Stellungsfehler gestattete, schließlich rourDe Dem'Gästehüter noch einmal der Ball zwischen den Beinen hindurch in Das Netz gejagt, und kurz vor Schluß fiel das siebente Tor. Zwar hatten sich die Gäste auch einige Chancen herausgearbeitet, sie vermochten die Gelegenheiten aber nicht aus- zunützen und blieben somit selbst ohne das Ehren- tor, das ihnen sehr wohl zu gönnen gewesen wäre. Der Schiedsrichter leitete, abgesehen davon, daß er einige Fouls der Gäste übersah, gerecht. Ockershausen I — 1900 I 2:2 (1:1). Nach den schönen Herbsttagen ließ der Sonntagsregen bei Den 1900ern keine FreuDe aufkommen, galt es Doch, auf Dem tückischen Platz in Ockers- hcwsen Die Punkte zu holen, was an sich schon eine schwere Leistung ist. Auch Der gestrige eine Punkt war heiß umkampst 1900 bestritt Das Spiel wie vorgesehen, lediglich für Luft trat Wilhelm! ein. 3m Lause Des Spieles waren Dann allerDings Umstellungen erforDerlid), da Bromm, Heinbach unD Wilhelm! erheblich verletzt rourDen. Der SchieDsrichter Hartung (Marburg), ein neuer Mann aus Mittel- deutschlanb, pfiff viel falsch. Trotz dieser halbinoaliDen (Elf gehörte eigentlich der sichere Sieg Den Gießenern. Der glatte 'BoDen und wohl in erster Linie Die Verletzungen störten aber Die Harmonie unD Die Zusammenarbeit in den Gießener Reihen, und da auch der Gastgeber sehr zerfahren spielte, so waren Die Leistungen keine überheblichen. Bei 1900 spielten Torwart und Verteidiger bei dieser Bodenbeschaffenheit fast ohne Tadel. Von den Läufern war Langsdorf der beste, jedoch auch die beiden anderen taten ihre Schuldigt feit. Der Sturm war schwer gehandicapt, obwohl er zu Beginn recht schöne Leistungen gezeigt hatte. Grünewald, im Feldspiel unermüdlich, war der Unglücksrabe, das vom Torwart verlassene leere Tor Dreimal aus nur ganz geringer (Entfernung zu verfehlen. ausgegangen ist. Wenn die vom Gauführer und Fußdall-Fachwart anfangs beabsichtigte Verlängerung Der Spielsperre beiDer Mannschaften nicht Durchgeführt rourDe, so liegt bas in Der Erkenntnis, daß nicht von heute auf morgen mit Den bisher üblichen Strafen Die mit Punktespielen einmal Der- bunDene Kampfeinstellung Der meisten Spieler zum Besseren geroanDelt roerDen kann. Die verantwortlichen Stellen roerDen unter allen Umständen neue Mittel unD Wege anroenDen, um aus unseren Spielern unter unmittelbarster Führung Der verantwortlichen Vereinsführer wirkliche SportfolDa- ten im Sinne Der obersten Reichssportführung zu machen. :Regd 12 der Fußbattregeln geändert! Gemäß Den Beschlüssen, Die Der 3ntemational BoarD, Die höchste Regelkommission im internationalen Fußballsport, auf seiner Diesjährigen Sitzung faßte, hat nun auch Der Deutsche Fußball- b u n D Die nachstehenDen Regeländerunaen mit sofortiger Wirkung in Kraft gesetzt. Die Regel 12 roirD DahingehenD geänDert, Daß jeDer Spieler, Der aus irgenD einem Grunde (Verletzung, Kleidungswechsel ufro.) mit Erlaubnis Des SchieDsrichters Das SpielfelD verlassen hat, nur zu einer Zeit zurückkehren Darf, wenn Das Spiel ruht. Verstößt Der Spieler gegen Diese Bestimmung, sv hat er, sofern seine Mannschaft Durch feinen WieDer- eintritt einen Vorteil erlangt, wegen unsportlichen Betragens einen Freistoß verwirkt. Sinngemäß roirD DaDürch auch Die Regel 17 geänDert unD fortan jeDes unsportliche Betragen mit einem Freistoß geahnDet. Bisher rourDe Der schulDige Spieler verwarnt unD Das unterbrochene Spiel mit einem SchieDsrichterdall fortgesetzt. Als unsportliches betragen finb anzuseyen: z u langes Halten Des Balles Durch Den Torwäckter, Das Unterlassen einer An- unD AbmelDung Durch einen Spie« nuten vor Schluß abermals aus knappster Entfernung Den sicheren Siegestreffer Daneben. So teilten sich Die Gegner in Die Punkte. 1900 HL — vfv. HL 1:3 (1:1). 1900 trat zu Diesem wichtigen Spiel zunächst nur mit 10 Spielern an. Nachdem man sich auf 11 er« gänzt hatte. Dauerte es nicht lange unD man war durch Platzverweis wieder nur 10. VfB. war sehr eifrig, während bei 1900 die Verteidigung oftmals versagte. Der Angriff der Blauweißen spielte sehr unbeholfen und ließ auch einen Elfmeter aus. Der Sieg Der Leute vom Waldsportplatz war unter diesen Umständen verdient. Spogg. 1900 A I — Teutonia Steinberg A I 5:0. Die Gäste mußten sich eine Niederlage von 5:0 Toren gefallen lassen. Während 1900 gleichmäßig besetzt war, fielen bei Den Teutonen einige Spieler aus. In Der ersten Hälfte lieferten, bei kleiner Ueberlegenhsit Der Einheimischen, beide Mannschai- schafien ein schönes Spiel. Teutonia mit Degi Wind spielend, konnte Die 1900er SJerteiDigung nicht bezwingen. Halbzeit O.-Ol Nach Der Pause stellte 1900 um. Der Sturm gewann mehr Durchschlagskraft. 3n kurzen Abständen fielen bis zum Schluß 5 Tore, Teutonia ging leer aus. Das Ehrentor hätten Die sehr eifrig fpielenDen Gäste verdient. Weitere (Ergebniffe: DsB. II. — 1900 II. 0:4 <0 :0). 1900 III. gegen VfB. III. 1 :3 (1:1). 1900 I Jugend — Watzen- born-Steinberg I. Fügend 5 :0. 1900 Schüler gegen VfB. Schüler. (VfB. nicht angetreten.) Gauliga-Verbandsspiele im Gau XII. 3m Mittelpunkt der interessanten Spielpaarungen im Gau XII. (Nordhessen) stand am Sonntag Die Begegnung zwischen dem 1. FC. Hanau 93 und dem bisherigen Spitzenreiter Kurhessen Kassel. Die ehemals süddeutschen Bezirksligisten waren ihrem Gegner zu jeder Zeit überlegen und kamen zu einem klaren 4:1- (3:1)-Siege. Hanau hat sich Damit in Führung gebracht und Die erste Stelle mit 8 :2 Punkten vor SC. 03 Kassel, Der über Sport 4:2 (2:2) siegreich war, inne Der VfB. Fried- berg hat Dagegen feinen günstigen Dritten Platz Durch eine 1:4« (0: 1)-Niederlage gegen Borussia FulDa eingebüßt. 3m vierten unD letzten Spiel des Gaues schlug Hessen Hersfeld Hermannia Kastel 2:1 (2:0). Eintrachts erster Punktverlust. 3m Gau Südwest gab es am Sonntag fast durchweg überraschende Ergebnisse, von denen Die beiden Tabellenersten betroffen wurden. Die Frankfurter Einttacht erlitt ihren ersten Verlustpunkt im Treffen gegen die Saarbrücker Sportfreunde, das im Rah- men der Saarkundgebung im Frankfurter Stadion- bei starkem Regen 0:0 endete. Vorher hatte der Fußballsportverein knapp die Neunkirchener Bor- russia 3:2 (1:1) bezwungen. Auch Wormatla Worms blieb von einem Punktverlust nicht ver- schont. Aus eigenem Platze erlitten die Wormser sogar ihre erste Niederlage. Sie unterlagen Dem SD. Wiesbaden. 3:3 trennten sich Mainz und Ludwigshafen, Offenbach gewann 2:1 über 21. D. Worms, und Kaiserslautern siegte 1:0 in Pirmasens. Oer Niedergang der -Bayern". Der neue Schlag, Der an diesem Sonntag in München gegen den vorjährigen deutschen Fuß- ballmeister ,,Bayern" München geführt wurde, ist wohl Der bisher empfindlichste von allen. Man hatte nicht erwartet, daß auch gegen Den 2BürV»ur«fr Fußbollverein 04 berbe Punkte verloren gehen würben. Die Bayern verloren mit 2:3 Toren. Sonst gab es bie erwarteten Resultate. Lediglich :m Spiel ASD. Nürnberg — Schweinfurt hatte man mit einem Erfolg bes ASV. gerechnet, bie Schweinfurter blieben jeboch knapp mit 1:0 Sieger. 1860 München fertigte erwartungsgemäß Bay. reutf) 3:0 ab unb auch 3ahn Regensburg fon.ite mit 2:1 gegen Wacker München zwei weitere wert- volle Punkte retten. Die Augsburger Schwaben ließen sich in ihrem Siegeszug auch durch den 1. FC. Nürnberg nicht hemmen, die Niederlage der Nürnberger fiel mit 3:1 sogar ziemlich deutlich aus. Die Fürther Spieloereinigung fertigte den FC. München etwas knapp mit 2:1 ab. (chiuß an bie Führung war etwa 30 jungen Sportlern Gelegenheit zu einem Runbflug über Berlin gegeben. Abbau der Termine beim Deutschen Skiverband. (Einen Abbau der Termine hat der Deutsche Ski- Verband vorgenommen. 3n Verfolg der Neuordnung im deutschen Sport dürfen bie Untergeber des DSV (Bezirke unb Kreise) neben ben Gaumeisterschaften nur noch eine größere Veranstaltung ausziehen. Kamerabschastsspringen, Schau- fpringen, Klubläufe mit Gästespringen (!) finb verboten. Für bie Damen bürfen nur noch Absahrts- unb Slalomläufe ausgeschrieben werden. Die Gau- Meisterschaften sollen möglichst 14 Tage vor ben Deutschen Meisterschaften beendet sein. Die Damenmeisterschaft wird ebenfalls in Berchtesgaden durch- Seführt, wo auch gleichzeitig mit ben Deutschen Meisterschaften bie Titelkarnpse des Reichsheeres in der Zeit vom 7. bis 12. Februar ftattfinben. Fulda und Hersfeld spielen wieder. Aufhebung der Disqualifikation. Wie von der Geschäftsstelle des Gaues X 11 (Nordhessen) im DFB. mitgeteilt wird, haben eingehende Untersuchungen und Vernehmungen betreffs des Spieles Borussia Fulda gegen Hessen Hersfeld zu folgender Entscheidung geführt: 1. Die bis zur Klärung Der Angelegenheit aus- gesprochene Spielfperre roirD aufgehoben. 2. Der Torhüter von Borussia Fulda wird auf zwei Monate gesperrt. Gauführer und Fußball- Fachwort sind sich Darüber klar, daß das Spiel nickt in allen seinen Teilen dem jetzt unbedingt zu toroernben Sportgeist entsprochen hat, aber es hat ich auch herausgestellt, daß Das Spiel nicht über en Rahmen eines harten Punklefpieles zweier Mannschaften mit grundverschiedener Spielart hin3m Großen Flieger-Prei s von (Europa siegte am Sonntag Der belgische Weltwei- fter Scherens in Brüssel im Enblaui vor Micharb und dem deutschen Meister Richter-Köln, der durch einen Sturz im Training stark benachteiligt war. Sprechstunden ver Redaktion. 1L30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.