vrilS und Verlag: vrühl'sche Untverfikakr-Yuch- vnd Zteindruckerel TL Lange in Meßen. §chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An- zeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. erscheint täglich, autze, Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Eietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugsprels: Nit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Mud) bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanfchlüffe mter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehea. Postscheckkonto: ksrankfurt am Main 11688. 8r 236 Erstes Blatt 183. Jahrgang Montag, 9. Oktober 1933 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen bQ5* .^cf,eben5 W M 10: **£ ' Runion W mit Pre. rrauen=Monare« 9- 9.45: Meiie ? mit Predi-n mit Pre, " Dollar. 8.45: schämt mit W in dringenden ß- Notruf leit. r SNferbienft 8fachabholer 1 2500. ech- i- ater q in unserem haus LB^iele führen, sind unäbertreS- . — Unsere Preise sind -5.50 0.56 .....0.64 L 6.84 itigen ggj n sich ßj ewebe \ Qfi Wolle hvU ewebe, jjjj areJn 0 Ifi ttseide illemit .. irbsor- U Äh 6.2.65, her 4J0 jedtüreo j j5 neQ^1' t?5 .«Agiw AM 3.45 m d-'3' n ^oartJJO eiß, P-® V * schwere j| Wolle. J JQ Die Schwierigkeiten, die sich noch aus der besonderen Lage der einzelnen Länder zum Pra- erenzsystem und zur Kontingentierungsfrage ergäben,sollten jetzt auf dem direkten Wege diplomatischer Verhandlungen geregelt werden. Wie man weiter hört, hat die französische Delegation in den letzten Tagen mit den in der Donau- rage interessierten Delegationen Besprechungen gelabt, die den Zweck hatten, das Terrain zu sondieren. lieber die Haltung der Kleinen Entente ist es neuerdings etwas stiller geworden. Verschiedentlich ist gemeldet worden, daß Die Außenminister der Kleinen Entente in Sinaia einen Plan vorbereitet hätten. Von oer- chiedenen Seiten war auch schon angekündigt wor- ,en, daß dieser Plan veröffentlicht werden sollte, und man sprach schon von der Möglichkeit, zwischen dem Mussolinis und dem Plan der Steinen Entente eine Verständigung herbeizuführen. Man gewinnt aber jetzt den Eindruck, daß tatsächlich tue Gespräche in Sinaia zunächst zu nichts Konkretem geführt haben. „0 r b t e“ (rechtsstehend) meint, was die Abrüstung anlangt, die den Sozialisten so sehr am Herzen liegt, hat Daladier löbliche Worte gesprochen. Lr wird nichts von unseren Sicherheitsgarantien opfern, aber die Kontrolle ist eine Augentäuschung. — „Jigato“ (rechtsstehend) sagt, Daladier ist im nationalen Sinne so weit gegangen, wie der Führer einer kar- tellistischen Regierung es tun konnte. Die Grundlage des ganzen Systems bleibt stets die sogenannte wirksame Kontrolle; aber selbst wenn sie automatisch und selbständig wäre, würde das heißen. den Frieden aus dem Sand ausbauen oder auf einem Fetzen Papier. — „Rempatl“ (deutschfeindlich) schreibt, die Kontrolle hat nicht funktionieren können, als Deutschland noch von Stresemann, Luther, Brüning & Lo. geleitet wurde und jetzt sollte sie In einem nationalsozialistischen Deutschland wirksam sein? Das ist ein schlechter, unheilvoller Scherz. — Brünn, 8.Ott. (WTB.) Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil der ersten Instanz gegen die Mitglieder des Deutschen votkssportoer- eins auf insoweit es die Angeklagten Haider, Illing und Metzner schuldig erkennt, daß sie in den Jahren 1930, 1931 und 1932 in Prag, Aussig und anderen Städten Böhmens einen Anschlag gegen die Republik unternahmen und direkt oder indirekt mit ausländischen Faktoren in Beziehung traten. In den anderen Teilen wird die Richtigkeitsbeschwerde der Angeklagten verworfen. Die Angeklagten Rudolf Haider, Paul Illing und Adolf Mehner werden daraus hin zu 2% Jahren, Friedrich Palliege zu 13 Monaten und Anton Schwab zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Außerdem erhalten sie mit Ausnahme von Schwab je 3000 Kronen Geldstrafe. Die Angeklagten verlieren die bürger- ttchen Ehrenrechte. Die bereits verbüßte haft wird vollständig angerechnet. Daladier verkündet die französische SicherheiWese. lleberall Schlingen für eine tatsächliche Abrüstung. — tteberstüsstge Fragen an Deutschland Das Haßurieil gegen die sudeiendeuLschen Nationalsozialisten bestätigt. Auch die Reviswnsinstanz hält die Behauptung von den hochverräterischen Absichten der Angeklagten aufrecht. Daladier warf bann die Frage auf, wie denn Negierungen sich einer etappenweisen Abrüstung unb einer Kontrolle widersetzen könnten, wenn sie guten Willens seien. Europa sei dem Untergang geweiht, wenn es sich auf ein Wettrüsten einlasf5 Es würde völlig zusammenbrechen, wenn es aufs neue zum Kriege griffe. Dann stellte der Ministerpräsident die Frage, was Deutschland eigentlich wolle. Deutschland und Frankreich, so sagte er, haben jahrhundertelang ihre Länder mit dem Blut ihrer ' Söhne getränkt. Bisher sind alle Derfuche, zu einer dauerhaften Verständigung zwischen beiden Volkern zu gelangen, gescheitert. Niemand spreche Deutschland das Recht auf seine Existenz als 65= ; Millionen-Volk ab. Niemand denke daran, T^utsch- - land zu erniedrigen. Die deutsche Regierung betone - öf entließ ihren Friedenswillen und bekräftige ihren Wunsch, an der Annäherung beider Völker nntzu- orbeiten. Warum dann aber diese zum Kampf geschulte Jugend jenseits des Rheins? War- 2m diese wiederholten M a s s e n k u n d g e b u n - a e n? Warum die Ablehnung d e r e r st e n Etappe der Abrüstung? Warum wird heute das Recht gefordert, kostspieliges S r i e g s ma t e r i a l ii* bauen, das bald nach seiner Indienststellung vernichtet werden müßte, wenn das Abrüstungsabkorm men unterzeichnet wäre? Diese Fragen drangen sich uns auf. Frankreich bleibt seinem eigenen Genius treu, der auf Maßhalten, auf die Gerechtigkeit und die Vernunft bedacht ist. Niemand kann Frankreich verübeln, um so entschlossener an seiner Verteidigung zu arbeiten , als es wiederholte Bürgschaften für seine aufrichtige, loyale Friedensliebe gegeben hat. Daladier schloß mit einem Appell an sämtliche republikanisch und demokratisch eingestellten Elemente des Landes, sich geschlossen hinter die Regierung zu stellen. Die pariser presse zollt Beifall. „Das französische Heer der letzte Friedenshort". Paris, 9. Dtt. (WTB.-Funkspruch.) Zu der Rede des französischen Ministerpräsidenten Daladier in Vichy schreibt der sozialistische „Populaire", soweit allgemeine Formeln die Haltung einer Re- cierung bestimmen, können die von Daladier angegebenen befriedigen. Es gilt aber nicht, seinen Willen zu erklären, in Genf einen Abschluß au suchen, man muß auch eine Methode benutzen, die d e n Erfolg s i ch e r st e 111. Daladier ist nach dieser Richtung hin stumm geblieben Es genügt nicht, Ideen zu verkündigen, aber auf ihre praktische Handhabung zu verzichten wenn Deutschland sie nicht annimmt. Oder wird man sich entschließen das Abrüstungsabkommen gemäß den ousgeführten Grundsätzen auszuarbeiten, um das Dritte Reich vor die Wahl zu stellen, es entweder onzunehmen, oder die Verantwortung für em Schei- fcrn der Verhandlungen ruf sich zu nehmen. Revublique" schreibt, Daladier hat einen ftnauen Abrüstungsplan daraelegt der auf der Kontrolle beruht und von allen ehrlich gewillten Völkern angenommen werden kann und muß. finmrne ßtbre" (radikal) bemerkt, Daladier füllt mH aller Offenheit die Frage, auf die die Welt bisher nicht antworten wollte. Es hudelt sich um bie beängstigende Frage, d.e das Schicksal des 'n einer Krise befindlichen Europa ungewiß macht man wird ohne Frage doch in Genf dazu Stellung nehmen müssen. — „Oeuvre meint, gange 6e - len der Rede Daladiers wenden sich an D e u t sch land. Der Appell an Deutschland ist kein Aufruf zum Kampf, sondern ein Aufruf jum Frieden. (Von Versailles. D. Red.) Mit der eindeutigen Frage, was Deutschland will, hat es nicht nur zu bekennen, sondern auch zu beweisen. Warum also wartet tst Radolny wieder in Genf. Heute wird das Präsidium der Abrüstungskonferenz zusammentreten. Genf, 8. Okt. (TU.) Botschafter Nadolny, der Führer der deutschen Abordnung auf der Abrüstungskonferenz, ist am Sonntag in Begleitung von Vizeadmiral von Freiberg und General Schön Heinz mit den übrigen Herren der deutschen Abordnung in Genf -e in getroffen. Er begab sich kurz nach seiner Ankunft m das Generalsekretariat des Völkerbundes. In den Abendstunden fand eine Zusammenkunft zwischen N a - d o l n y , Staatssekretär Eden, der gleichfalls am Sonntag in Genf eintraf, und Norman Davis ^Das Präsidium der Abrüstungskonferenz eröffnet feine Tagung am Montag um 15.30 Uhr. Die Sitzung soll rein formalen Charakter tragen. Henderson beabsichtigt, dem Präsidium einen kurzen Bericht über den Stand der Verhandlungen zu erstatten. Die Wiederaufnahme der sachlichen Verhandlungen wird zur Zeit noch verzögert durch die bisher fehlende Einigkeit über eine grundsätzliche Regelung. Formell muß die zweite Lesung des M a c d o n a l d - P l a n e s in Angriff genommen werden. Da dieser Plan jedoch von der englischen und französischen Regierung auf gegeben worden ist, beabsichtigt man jetzt, möglichst wenig offizielle Sitzungen abzuhalten, um zunächst das Eraebnis der privaten Befprechun- qen abzuwarten. Die Vollkonferenz soll am 16. Oktober beginnen; jedoch hangen tue Verhandlungen der Konferenz ausschließlich von dem Cr gebnis der Besprechungen der Großmächte ab. der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei und der Deutschen Nationalpartei vorgenommen. Die Polizei hat bei der Provinzsparkasse in Brünn und Prag 20 Konten ber einzelnen Ortsgruppen der NS AP. beschlagnahmt. Dasselbe Schicksal widerfuhr der Nationalpartei bei der Deutschen Agrarbank in Prag. Aehnliche Beschlagnahmen sanden auch in der Provinz statt. Die fünf noch auf freiem Fuß befindlichen Angeklagten aus dem Volkssportprozeß wurden in ihren Aufenthaltsorten sämtlich verhaftet. Bei dem Sekretär des Parlamentarischen Clubs dsr Abgeordneten der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Karl P o s n e r wurde eine Haussuchung durchgeführt. Posner wurde verhaftet und in das ’ Pankratzer Gerichtsgefängnis eingeliefert. Der Führer der NSAP., Abgeordneter Jung, der in Troppau verhaftet wurde, ist nach Prag gebracht worden, wo er bei der Polizeidirektion viele Stunden lang verhört wurde. Auch in der Wohnung des ftüheren Abgeordneten Krebs in Aussig wurde eine Haussuchung vorgenommen. Die Wohnung mußte gewaltsam geöffnet werden, da niemand zu Hause war. Unter dem großen Haufen beschlagnahmter Korrespondenz und Literatur wurde in einem Versteck eine Handdruckerei samt Zubehör beschlagnahmt. Da der Aufenthalt der Frau Krebs unbekannt ist, nimmt man an, daß sie mit ihrem Mann flüchtete. MeMnderheitendebatte in Senf Der allem gegen Deutschland gerichtete Antrag Verengers am deutschen Widerstand gescheitert. Genf, 7. Okt. (TU.) Im Unterausschuß des politischen Ausschusses ist es am Samstag zu einer längeren, äußerst bewegten Aussprache über die verschiedenen zur Minderheitenfrage vorliegenden Anträge gekommen. Der Antrag der englischen Regierung auf V e r b e s s e r u n g des gegenwärtigen völlig unzulänglichenB e s ch w e r d e - verfahrens der Minderheiten stieß auf den stärksten Widerstand der Minderheiten st a a t e n Polen, Tschechoslowakei, Südslawien und Rumänien, die übereinstimmend sich gegen jegliche Verbesserung des Beschwerdeverfahrens zugunsten der Minderheiten wehrten. Unter dem Druck dieser Mächte wurde der englische Antrag zurückge - zogen. Zur Behandlung gelangte sodann em polnischer Antrag auf Verallgemeinerungder Mintz e r l) e itenschutzverträge. Der Antrag stieß auf energischen W i d e r st a n d der englischen Regierung, die mit dem Hinweis auf die Haltung der überseeischen und Einwanderungsstaaten, sowie auch der amerikanischen Regierung eine der- artige Uebernahme der Minderheltenschutzverpflich- tungen durch sämtliche Mächte kategorisch adle h n t e. Ein Vermittlungsvorschlag des schwedischen Außenministers, der die Unterstützung Frankreichs, Griechenlands und Polens fand, wurde von der englischen Regierung gleichfalls abgelehnt. Zur Verhandlung gelangte hierauf der A n - trag der französischen Regierung, m dem im ersten Absatz die allgemeine Entschließung der Völkerbundsversammlung vom Jahre 1922 über die Grundsätze des Minderheitengesetzes w red erholt wird. Dieser erste Absatz fand die deutsche U n t e r st ü tz u n g. Eine stürmische Aussprache entspann sich um den entscheidenden Zweit e n Teil des französischen Antrages, durch den Die deutsche Regierung gezwungen werden soll, oie jüdische Bevölkerung in Deutschland a l s Minder- beit zu erklären und ihr die völlige Gl e ich' berechtigung zuzugestehen. Der deutsche Der- . tretet erklärte hierzu, er könne nicht zulassen, daß । jetzt auf einmal mit zweierlei Maß 0»- Paris, 8. Okt. (TU.) Auf einem Bankett der ra- rikalsozialistischen Partei in Vichy hielt Ministerpräsident Daladier eine Rede, die als Auftakt für ieu Wiederzusammentritt der Kammern usid der Verhandlungen in Genf zu bewerten ist. hinsichtlich ter Innenpolitik betonte Daladier die Notwendigkeit, tieFinanzenzu ordnen, ohne dieWah- lunganjutaften. lieber die Abrüstung erklärte Berlin, 8. Okt. (VDZ.) Di« Vorbereitungen Des Winterhilfswerkes finb soweit gediehen, daß mit dem Beginn der Austeilung an di« davon erfaßten Bedürftigen für den 15. Oktober zu rechnen ist. Mindestens 6 Millionen Menschen werden für etwa sechs Monat« vom WinterhiHsroerk versorgt werden. vor allem legt man im Hauptquartier Des Winterhilfswerkes Wert darauf, bie Opfergaben bes beutfchen Volkes nicht in bie unrechten H ä n b e kommen zu lasten. Die zuständigen nationalsozialistischen Stellen haben daher in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsämtern ben Kreis der in Bettacht kommenden Bedürftigen feftgestellt. Auch Die R e i ch s p o st ist in solchen Fällen eine !W)eu fönet ch qu* t t’*s Ü*' ha6 $0. Ä"n9 ««ge. l,e über b»n y*. £: ‘ •öebruor jn ff durch Der, m’r der Untet. 'i^bercil, y^ufam. ulft* „Ich IW Zusam. bo6 bann Xfr W»e 5 ’fl Inn denn diein 'M® «inlag ebenfalls immer “mmen war und ,eff es felbft bt- ch dann an den - angegeben, daß 'n München daS'M bisher getan hat. -ö Februar noch einen bullen logt er nicht, weit verfolgt unb fand J’niert jein würde., Belastungsmoment chastung in meiner e n gesunden wor« iieichrtag unb bei meinet erften m erklärt, bafe ich > etwa 12 Berliner •on hatte ich einige Schwester geschickt. 3 in meiner Tasche stück von diesen n aber nur zwei unb vom Schloß. iber btn Kriminal« § feine gm- po« auf die Dassage behauptet Me, uf ammtnmil Restaurant in der gaben. In der An« mehr davon, noch« , er am 26. Februar orsitzende weist diese [ unb verlagt bann Atzung filmet am i n statt. e rb'lst. ffober ei"- ÄK iw h>« Li"' di« u J' n notio' ImeÄ tailSchun- als asozial ober tp Deutschland gemäß n will an der Wohl- iw|ntiebn Uhr fahrt ein Zug in der Richtung Dresden, der dort gleich Anschluß nach Berlin hat. Unser Auto kann dich rechtzeitig an die Bahn bringen." Marlene griff nicht nach dem ihr entgegengehattenen Umschlag mit dem Geld. Sie warf auch feinen Blick zu Achim von Mallen hinüber, sagte nur leise: „Ein Gehalt von sechs Monaten steht mir nicht zu. Wenn ich um das Gehalt von vierzehn Tagen bitte, geschieht es nur, weil ich sonst nicht Reisegeld genug hätte und mir so rasch nichts von Vater schicken lassen kann." Frau von Matten machte eine Bewegung der Ablehnung. „Nimm nur das Geld. Du warst ja für ein halbes Jahr engagiert!" Olga jagte laut: „Und ich bitte auch um mein Gehalt für vierzehn Tage." Frau von Malten zog die Brauen hoch. „Wenn Sie Geld brauchen, Fräulein Zabrow, steht es Ihnen zur Verfügung. Im übrigen wünsche ich, daß Sie hier bleiben. Ich habe mich an Ihre angenehme Art, vorzulesen, gewöhnt!" Olga schüttelte heftig den Kopf. Ihre rotblonden Locken flogen um das schmale feine Gesicht. Die hellbraunen Augen schienen in diesem Moment viel dunkler als sonst. „Nein, gnädige Frau, ich kann nicht bleiben! Die Gegenwart von Menschen könnte ich nicht vertragen, die meine liebe, gute Marlene beleidigt haben." Marlene faßte nach Olgas Arm. „Bitte, schweige!" Dom Fenster her trat Achim von Matten ein wenig näher. „Sie vergreifen sich im Ton meiner Mutter gegenüber, Baronesse!" Olga Zadrow nickte. „Sie mögen recht haben; aber im Ton gegen Sie, Herr von Malten, würde ich mich bestimmt nicht vergreifen. Und damit 'sie sich davon überzeugen können, will ich Ihnen rasch erklären: Sie haben nicht recht gegen Marlene gehandelt. Statt zu begreifen, von welchen edlen Motiven geleitet Marlene gehandelt hat, was sie tat, spielen Sie sich auf wie ein Dramenheld. Statt Marlene ans Herz zu ziehen und zu sagen: Du armes Ding, wie schwer muß dich dein Geheimnis belastet haben! — behandeln Sie die Aermste wie eine Verbrecherin. Teufel noch mal! Ein richtiger Mann hätte alles ganz anders angeschaut. Sie wissen von wahrer Liebe nicht einmal die ersten Buchstaben des Alphabets, und Ihre Handlungsweise gegen Marlene ist einfach unmoralisch. So, nun wissen Sie, Herr von Malten, wie ich über Sie denke, und wenn ich von hier in irgendein graues Elend hineinliefe, bliebe ich nicht hier." leidlos an dir gehandelt hat! Nein, Marlene, das bißchen, was ich ihm gesagt habe, war ihm äußerst gut und dienlich. Man darf nicht alles schweigend hinnehmen, und ich konnte nicht dulden, daß sie auf dir herumtrampeln. Du hast mir dein schönes schwarzes Seidenkleid geschenkt. Jetzt kriegst du es natürlich wieder zurück; jetzt brauchst du den hübschen Lappen selbst. Nichtsdestoweniger bin ich dir dank- bar. Und davon abgesehen, ich bin dir gut, wie 'ne Freundin der anderen gut sein muß. Jetzt fangen wir an zu packen, und alles andere wird sich finden." Sie umarmte Marlene: „Vielleicht steht draußen schon irgendwo das Glück und wartet auf uns." Marlene lächelte matt. Das Glück wäre für sie Achim von Malten gewesen. Nun sie ihn für immer verloren, gab es auch kein Glück mehr für sie. Ader sie begann willig zu packen. Sie wollte jetzt selbst gern fort. Sie sehnte sich nach dem Vater. Siel- leid): wurden ihr die Augen feucht, wenn sie ihm ihr Leid klagte, vielleicht konnte sie sich an seinem Herzen ausweinen. Ungemeinte Tränen brennen gar zu sehr. Auguste erschien. Sie brachte das Gehalt für vierzehn Tage für beide, und nachdem sie es abgegeben, fragte sie leise: „Was ist denn nun eigentlich los, Frauleinchens? Frau von Mallen jagte mit, 6ic wollten beide abreifen, und ich dachte doch, Fraulein Werner wäre Achims, ich meine Herrn von Matten» Braut?" Ihr gutes rundes Gesicht war voll Spannung. Olga klopfte ihr auf die Schuller. ..Liebe Frau Helm! Das alles zu erklären, würde etwas lange dauern, und ich weiß auch gar nicht, ob ich berechtigt dazu bin. Sie stehen ja gut mit der gnädigen Frau. Sie erzählt Ihnen sicher noch, warum es mit der Liebe zwijchcn ihrem r:ohn und uns aus ist. Ich meine natürlich, zwischen ihrem -Lohn und Marlene. Es gab Meinungsverschieden- fjeüen zwischen Herrn von Malten und Fräulein Werner." Die Wirtschafterin wiegte den Kops bin und her. .Hat Ihr Weggehen etwas mit dem Diebstahl zu tun? Herr von Matten tchll den Bestohlenen alles ersetzen." Olga schlug sich vor die Stirn. „Ach, du lieber Augustin! Das ist 'ne Lesart, an die habe ich noch gar nicht gedacht. Wenn wir so Knall und Fall verschwinden, tonnte man glauben, mir hätten geflaut!" ...einige Tropfen MAGGI* Würze verbessern das einfachste Essen WgMWW 1894 e. G. m. b. H., Gießen Lveitag, den 20. Oktobev 1933, abends 8‘/< Uhr, im Saale deS Gewerkschaftshauses MmMM SMIIlMMlW Tagesordnung: 1 .Berichterstattung der Leitung überibre Tätigkeit seit Amtsübernahme a) des Vorstandesr b) des Aussichtsrates. 2. Verschiedenes. 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Die Haushaltungslisten, die von jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung auszufüllen sind, bilden die Unterlage für die Steuerkartenausstellung 1934. Im Interesse aller Arbeitnehmer (Gehalts-, Lohn-,, Pensions- und Rentenempfänger) liegt es, die Haushattungslisten (insbesondere die Spalte 11 über das Arbeitsoerhältnis) so sorgfältig und vollständig wie irgend möglich auszufüllen, damit bei der Ausstellung der Steuerkarten für 1934 Unrichtigkeiten vermieden werden. Nachdem die für den 1. Januar 1934 vorgesehene Bewertung des Grundbesitzes nicht stattfindet, sind von den Hauseigentümern oder deren Stellvertretern in den Hauslisten auf der 1. Seite nur die Ziffer 1 (Eigentümer) und auf den Seiten 2—4 nur die Spalten 1—3 oder 3a auszufüllen. Die Angaben über die Jahrcs- rohmieten usrn. sind nicht erforderlich. Gießen, den 4. Oktober 1933. (6135C Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Seib. Erstklassige Erwerbsquelle durch beziyksw.Uebernabme d.Alleinfabr. u.Verkaufsrecht ein.neuenArtikels d.Bau- branche. Herft. v.Wand» u.Fuhbodenvlat» ten, niannor. Kunststeine, a. s. Möbelein- loa. u. Schalttafeln, Fensterbänke u'w.mit rert. vodifilani, ohne Volieren u. o. Maich. Ucberrafd). eins. Herstellung, leicht erlernbar. Da konkurrenzl. bill. Fabrikat., werd, sehr höbe Gewinne erzielt. Nur em'tbnft. Interessenten mit enttvr. KapitalIca. 300 bis 1000 M„ien.?ch Grobe d. Verwenden nch an Erwin Lais, Freiburg ».Breisgau Wasserstraße 2. I---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Hendrik de Haan Dr. C. H. de Haan, geb. Urstadt geben Ihre Vermählung bekannt Den Haag Gießen Oktober 1933 . 6227D WWW Staunen Uber Staunen- Lachen ohne Ende über die fabelhaften Experimente BELLACHINI Morgen Dienstag, 20 Uhr, Caf6 Leib. Kartenvorverkauf: Musikalienhandlung Challier. 05796 AmtSverkündigungen aus den oberhessischen Kreisen. KreiS Alsfeld. Es ist bei dem Kreisamt Alsfeld Antrag auf Errichtung einer Schuhmacherzwangsinnung für den Kreis Alsfeld gestellt worden. 6238C Zur Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Handwerker hat das Kreisamt Herrn Syndikus Rohr von der Hand- Werkskammernebenstelle Gießen als Kam- misjar bestellt. Es ist bei dem Kreisamt Antrag auf Errichtung einer Pflichlmnung (Zwangs- Innung) für das Sattler- und Tapezier- Handwerk für den Kreis Alsfeld gestellt worden. Zur Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Handwerker hat das Kreisamt den Syndikus der Handwerkskammernebenstelle in Gießen, Herrn Rohr, als Kommissar bestellt. Das Kreisamt Alsfeld beabsichtigt folgende Amtstage abzuhatten. Znittfood), den 11. Oktober 1933, von vormittags 11.30 Uhr bis nachmittags 1 Uhr. auf dem Bürgermeistereizimmer in Grebenau für die Gemeinden des Grebenauer Grundes. Donnerstag, den 12. Oktober 1933, von vormittags 10 bis 12 Uhr, auf dem Rathaus in Homberg für die Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Homberg. Dienstag, den 17. Oktober 1933, von vormittags 11-30 Uhr bis nachmittags 1230 Uhr, auf dem Rathaus in TUeder-Ohmen für die Gemeinden der Amtsgerichtsbczirke ©rünberg und Ulrichstein. Aut Gießen Tiencttag, 10. Cft, 20.15 Ubr im Saal d. Nerven- klinik, Am Steg, Lichtbilbervortrag: „Teneriffa" von Geh. Rat Pros. Dr. Sommer. Gäste willkommen. 62390 Stadttheater CUcISi n im: • Montag, » Oktober 20 bis 22 Ubr Geschl. Vorstellung Bunter llüenö für öle oeulfdie Bühne Dienstag,in.Oktob. 20 bis 22,30 Ubr 2. Tienstag-Abonn. Operetten-Preise wo öle Cerde flogt von Franz Lehar. Mittwoch, H. Cft. 19,30—22 Ubr 2.Mttttvoch-Abonn. Die herumnnsWoivl Freitag. 1.3. Cfiob. 20 bis 22 Ubr 2. Freitag • Abonn. DleUlünnerfioöinalfo samstag,t4.Cktob. 16 bis 18.30 Ubr schüler-Boritellung Die fiermannsftDlaflif