Ur. zu KrübauSsave 183. Jahrgang Zamstag, 9. September 1933 Erschein» lägltd), autzo . Sonntags und Jeiertag* Beilagen. Die IlluMerie Gietzener Jamihenblätter Heimat im Bild Die Scholl« monaU-Bejngsprets: Mit 4 ‘Betlagen NM 195 Ohne 30uftnerte . 180 Zustellgebühr .. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsie unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten »njetger Lieken, poßschecklonto: Sranffurt am Blain 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrilhl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stdnörnderei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme oon Hnjeigtn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Retchspfennigz für Ne» hlameameigen von 70 mm Breite 35 Netchspfenntg, Platzvorfchrift 20“ , mehr. Thefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Beranlroortlid) für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernft Blumschein und für den Anzeigenteil I.V.Th.Kümmel sämtlich m (ßießen. Vor einem Kurswechsel in Spanien. Oos Kabinett Azana zurückgetreien.-OieGtimmung für ein faschistisches Regime bereitet sich vor Madrid, 8. Sept. (TU.) Die Regierung Azana hat heute mittag dem Präsidenten der Republik ihren Rücktritt erklärt, der von Alcato Zamora sofort angenommen wurde. Damit ist der weg freigemacht zur Klärung der bisherigen gänzlich unhaltbaren innerpolitischen Lage, die in der Hauptsache durch die sozialistische Ministerpräsident Azana. Maßlosigkeit herbeigesuhrt worden war und zu einem völligen Abschwenken der Mehrheit des spanischen Volkes oon der Regierung geführt hatte. Die Entscheidung über die Zukunft Spaniens liegt jetzt in den Händen des Präsidenten der Republik, der bereits die Besprechungen aufgenommen hat. Man vermutet, bah der Führer der Radikalen Lerroux (Linksbürgcrlich) mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt wird. Dies würde die Ausschiffung der Sozialisten aus der Staatsverwaltung bedeuten und vermutlich Neuwahlen zum Parlament im (Befolge haben. ♦ Spanien ist das Land der großen Ueberraschun- gen und Unberechenbarkeiten. Vor drei Fahren genügte eine Volksabstimmung anläßlich der Gemeindewahlen, und die Monarchie st ü r z t e zusammen. Alphons XIII. hatte den schwer- wiegenden Fehler begangen, auf dem Umweg über den General Pnmo de Rivera den Faschismus Mussolinis nachahmen zu wollen, ohne soziale Reformen dem übermäßig ausgebeuteten und verarmtem Volke zuzugestehen. Rach dem Sturz der Monarchie entlud sich der haß der Bevölkerung weniger gegen die Träger der monarchischen Einrichtungen, als vielmehr gegen die weltlichen und geistlichen Großgrundbesitzer, die das Entstehen eines gesunden Dauerntumes bisher verhindert hatten. Als König Alphons damals Spanien verließ, fiel die ganze' Welt über ihn her und warf ihm Feigheit vor. Gerade dieser spanische König aber hatte unzählige Male in feinem Leben bewiesen, daß es ihm an besonderer Tapferkeit nicht gebricht. Aber Alphons kannte sein Volk. Er trug dem Freiheitsbedürfnis feiner Spanier Rechnung, indem er zuerst einmal von der Bildfläche verschwand und die Spanier f i ch selb st überließ. Dieses Rezept hat ausgezeichnet geholfen. Einem kurzen Begeisterungstaumel folgte eine um so größere Periode des politischen Katzen- jammers. Die republikanische Regierung glaubte, durch die Mittel der Demokratie das spanische Volk beruhigen und die spanischen Probleme lösen zu können. Aber die Regierung wurde die Kräfte, denen sie ihr Entstehen verdankte, nicht mehr los. Nihilistische Elemente und anarchistische Terrorklubs drangsalierten das Land. Wenn auch Auswüchse der Klöster und der verweltlichten Kirche abgelehnt wurden, so blieb der Spanier doch ein gläubiger Christ, für den die Irrlehren des Marxismus auf die Dauer untragbar find. Zusehends verschlechterte sich die Wirtschaftslage, die Arbeitslosigkeit hat zugenommen, selbst eine bisher in Spanien kaum beobachtete Erscheinung, die Bettelei, ist zu einer unerträglichen Landplage geworden Seit bald einem Jahr hat die allgemeine Krise Spaniens auch Parlament und Regierung ergriffen Die Zusammensetzung des Parlaments entspricht in feiner Weise mehr dem spanischen Volks- willen. Der spanische Präsident ist ein kluger Mann. Er hat begriffen, daß der Bogen nicht über- spannt werden darf und er scheint bereit zu fein ein Uebergangsfabinett unter dem Vorsitz von Sanchez R o m a n zu bilden und N e u - wählen auszuschreiben. Damit aber waren die spanischen Dinge in Fluß gekommen; die weitere Entwicklung ist ebenso unberechenbar wie vor drei Jahren. . _ Die Wahlen werden, wenn nicht besondere Ereignisse eintreten, einen ganz gewaltigen Ruck nach rechts bringen. Auch in Spanien ist man der Demokratie und der Parteienmißwirtschaft überdrüssig. Man schaut voller Sehnsucht und Bewunderung hinüber nach Italien und neuerdings auch nach Deutschland und ist seelisch durchaus bereit, einem faschistischen Führer zu folgen. Bisher allerdings läßt sich noch nicht sagen, ob em solcher Führer vorhanden ist. Die Aussichten für Alphons XIII. sind nicht schlecht. Die Dynastie als solche wird jedoch abgelehnt, weil chre männlichen Mitglieder unheilbar — wie auch die männlichen Mitglieder der Zarenfamilie es waren — an der sogenannten „Bluterkrankheit" erkrankt sind. Außerdem hat sich der älteste Sohn Alphons XIII. vor einigen Monaten unebenbürtig mit einer kubanischen Tänzerin verheiratet. Dies hat in Spanien einen wenig guten Eindruck hinterlassen. Es ist natürlich unmöglich, der spanischen Entwicklung zeitliche Termine setzen zu wollen. Die Volksbildung in Spanien liegt im Argen Politisches Wollen ist mehr oder minder auf großstädtische Klubs und Zirkel beschränkt. Entscheidend wird jedoch sein, wie sich die Armee zu den kommenden Auseinandersetzungen stellen wird. Aus der Armee ist der erste Anstoß zum Sturz der Monarchie ausgegangen, aus der unbeschäftigten und immer noch über einen viel zu hohen Ossiziers- ftab verfügenden Armee dürste wohl auch der Anstoßzum spanischen Faschismus ausgehen. Als ehrlicher Freund Spaniens muß man jedoch wünschen, daß dieser kommende spanische Faschismus eine ausgesprochene soziale Note tragen wird Eine rein reaktionäre Lösung wäre für Spanien nicht oon Dauer. König Feissal von Irak ch. Bern, 8. Sept. (IDIB.) König 3 eiff al oon Irak, der zur Zeit aus Gesundheitsrücksichten in der Schweiz weilte, ist am Freitagmorgen in Bern einem Herzschlag erlegen. Die Leiche des Königs wird nach einem Uebereinfommen mit der englischen Regierung an Bord eines britischen Kriegsschiffes nach dem Irak übergeführt werden. Der 21 Jahre alte Sohn des Königs Faiffal, Emir G h a s u, ist in Bagdad 3um König des Irak gekrönt worden. * König Feissal ist in einem Augenblick gestorben, wo das weltpolitische Interesse wieder einmal sich den Entwicklungen in Dorderasien zugewendet hat. Der Streit zwischen den assyrischen Christen und dem Irak, innerhalb dessen sie eine Minderheit bilden, soll auf der kommenden Völkerbundstagung Beratungsgegenstand sein. Zusammen mit feinem Vater, dem Araberhäuptling Hussein, stellte der verstorbene König sich wäh- rend des Weltkrieges, obwohl zum Stabe des türkischen Oberbefehlshabers gehörend, an die Spitze der arabischen Unabhängigkeitsbewegung, die schon seit 1908 von seinem Vater gefördert und durch nationalistische, sowie religiöse Impulse vorwärts getrieben wurde. An der Spitze der arabischen hilsstruppen Englands zog Feissal im Jahre 1918 in Hamas« tus ein und ließ sich dort zum König von Syrien ausrufen. Der Plan der Familie Hussein war es, ein großarabisches Reich zu schaffen. Bei ihren Plänen und Maßnahmen wurden Hussein und seine Söhne auf das entschiedenste von dem bekannten englischen Oberst Lawrence unterstützt. Der groß angelegte Plan, auf den drei Ländern hedschas, Syrien und Mesopotamien dieses arabische Reich aufzubauen, begegnete aber von Anfang an ernsthaften Widerständen. Syrien mit Damaskus war von England den Franzosen als Mandatsgebiet zugestanden worden. Aus dem Königreich hedschas wurde Hussein durch den Wahabitenhäuptling Ibn Saud 1924/25 mit Waffengewalt vertrieben. Als Rest des großen Planes biteben das Emirat Transjorda- n i e n und das Königreich Irak, das von den Engländern im Jahre 1921 Feissal übertragen wurde, allerdings zunächst Mandatsgebiet blieb. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es den Engländern, einen Freundschaftsoertrag zwischen Ibn Saud und Feissal zustande zu bringen. Trotzdem blieb das Reich Feistals, auch nachdem es ständiges Mitglied des Bölterbunbesjierooroen war, Zankapfel der großen Mächte, die wiederum oft nur als die Sachwalter der O e l • Interessenten auftraten, für die das im Irak gelegene Mossukgebiet von größter Bedeutung ist Die MtschasWelebung im Wein-Min-Gebiei. - Oie Beziehungen zu Italien. Ein Interview mit Präsident Or. Luer. Frankfurt a. M., 8. Sept. In einem Interview mit dem Chef der römischen Redaktion der italienischen Handelszeitung „II Sole", Professor Buggelli, machte Handelskammerpräsident Dr. Luer bemerkenswerte Ausführungen über den gegenwärtigen Zustand der deutschen Wirtschaft und die Beziehungen des Rhein-Mainifchen Wirtschaftsgebietes zu Italien. Die Frage, ob bereits allgemeine Anzeichen einer Besserung der deutschen Wirtschaft auf Grund der von der Hitler-Regierung eingeführten politischen und produktiven Neuordnung festzustellen seien, müsse unbedingt bejaht werden. Zwar befinde sich die deutsche Volkswirtschaft gegenwärtig noch im Stadium der Rekonvaleszenz, und sei deshalb zunächst noch manchen Gefahren ausgesetzt, doch seien die G e n e f u n g s f r ä f t e lebend, g e r als noch vor wenigen Monaten. Natürlich fei eine Volkswirtschaft, die auf eine jährliche Gütererzeugung von 70 bis 80 Milliarden Reichsmark eingerichtet sei, noch nicht wiederhergestellt, wenn die Jahresproduktion 45 bis 60 Milliarden betrage. A u | d e n Kreditmärkten setze sich die Entspannung nur zögernd durch, doch werde dieser Mangel fürs erste durch die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung mit Hilfe des Reichs auf entscheidenden Gebieten überbrückt. In der I n d n st r i e w i r k s ch a f t ermöglichten die Maßnahmen der Reichsregierung eine E r - Höhung der Produktion und ve- f d) ä f t i g u n g schon zu einem Zeitpunkt, in dem bei ungehindertem Auspendeln der depressiven Kräfte wahrscheinlich an eine Zunahme der volkswirtschaftlichen Gütererzeugung noch nicht zu denken gewesen wäre. Die Jnoesti- tionstätigfelt habe um die Jahresmitte bereits ungefähr den Stanb wieber erreicht, den sie Mitte 1931. unmittelbar vor Ausbruch der Kreditkrise, innegehabt habe. 3m ganzen habe auch die Verbrauchsgütererzeugung wieder den Stand erreicht, den sie vor Ausbruch bet Krebitkrise behauptete. Die Berminberung ber Arbeitslosigkeit im Rheinischen Wirtschaftsgebiet könne wesentliche Fortschritte verzeichnen, etwa 130 000 Volksgenossen hätten im hiesigen Bezirk wieber Arbeit unb Brot erhalten. Die Ursache für ben rapiben Zurückgang der Arbeitslosigkeit sei vordringlich darin zu suchen, daß die Wirtschaft den Glauben an bas beutsche Volk roieberge- f u n b e n habe. Es werbe barauf hingearbeitet, i n er ft er Linie bie private Wirtschaft in Gang zu bringen, ben sie sei ber maßgebliche Sektor ber beutschcn Volkswirtschaft. Im Außen- hanbel hätten sich bie Umsätze im Laufe ber letzten Monate im ganzen kaum oeränbert. Einfuhr unb Ausfuhr seien im Juli fast ebenso groß gewesen wie im Januar. Alles in allem habe sich bie Ausfuhr seit Anfang 1933 vergleichsweise günstiger entwickelt, als in der gleichen Zeit des vorigen Jahres. Damals habe sich der Rückgang noch ungehemmt fortgesetzt, während er jetzt auf viel stärkere wider st ände zu stoßen scheine. Leider müsse gesagt werden, daß oon einer wesentlichen Besserung der deutschen Handelsbeziehungen zum Anstande nicht gesprochen werden könne. Da die weltwirtschaftskonferen; gescheitert sei, beständen die alten Schwierigkeiten fort Die deutsche Regierung bemühe sich ehrlich, eine Entspannung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande herbeizuführen. Auf bie Frage Prof. Buggelius, welche Bebrütung bas von ber Handelskammer in Frankfurt kontrollierte Gebiet im Rahmen ber beut* fchen Gefamtwirtfchaft habe, führte Dr. Lüer an hanb einiger markanter Zahlen aus, wie bas Gebiet wirtschaftlich gegüebert ist. Einen her- oorragenben Platz nehme im Frankfurter hanbels- fammerbejirf bie chemische 3 n b u ft r i e ein. Bon ben getätigten Gesamtumsätzen entfielen 1930 auf Hesten-Nassau fast 25 o. s). ber Reichssumme. An wichtigen Gewerbezweigen seien ferner zu nennen die Industrie der Steine und Erden, ber Maschinen-, Apparate- unb Fahrzeugbau, bie Elektrotechnik unb Feinmechanik, bas Papier- unb Beroielfältigungsgeroerbc, bie fieber- unb fieber- roareninbuftrie, bas Holz- unb Schnitzstossgewerbe unb bas Befleibungsgeroerbe. Nicht vergessen werben bürfe bie sogenannte Fremdeninbustrie, bie in unserem schönen unb gaftfreunblidjen Hessen- Nassau eine gewichtige Rolle spiele. Der westbeutsche Export nach Italien werbe charakterisiert burch eine stärkere Ausfuhr von fieber unb Leberwaren. Außerbem würben Erzeugnisse ber Metallindustrie unb Maschinen geliefert. Die italienische Einfuhr in unser Gebiet umfasse hauptsächlich Obst unb Gemüse. Die hanbelsbezichungen zwischen dem Rhein- Maingebiet und Italien seien schon seit der Zeit der Frankfurter Reichsmesse außerordentlich lebhaft. Die wichtige Stellung im deutsch-italieni- schen Handelsverkehr sei vor altem der günstigen Verkehrslage zu verdanken. Die Einflußsphäre des Frankfurter Marktes erstrecke sich über das gesamte Rheinland und Westfalen. Frankfurt müsse in Zukunft, ähnlich wie München für Süd- und Ostdeutschland, der Sammelplatz für Rvrd- und Westdeutschland werden. Zur Erreichung dieses Zieles werde man den bereits eingerichteten Reexpeditionsverkehr für italienische waren auf breiter Grundlage aufbauen müssen. Dadurch werde nicht nur bie wirtschaftliche Be- beutung Frankfurts erhöht, fonbern man erziele gleichzeitig, baß bei wechselnber Konjunktur eine Ueberschwemmung des hiesigen Bezirks mit Sübfrüchten burch roilbe zusätzliche Einfuhr zum Schaben bes Platzhanbels nicht o o r f o m m e n konnte, ober zum minbeften stark eingeschränkt würbe. Durch ben Reexpebitionsver- kehr werbe bie gesamte Einfuhr an Sübfrüchten aus Italien, soweit sie über bie Gottharbbahn gehe, zwangsläufig nach Frankfurt a. M. geführt unb von hier aus bie Berteilung ber Einfuhr planmäßig auf bie anberen Märkte Weftbeutsch- lanbs vorgenommen. Es solle bahin kommen, baß ber inlänbische Importeur, soweit er in West- unb Norbwestbeutschlanb sitze, nicht in Mailanb selbst kaufe, bzw. baß ber Mailänber Exporteur nicht wilb unb planlos ohne Marktkenntnis bie in ben genannten Bezirken liegenben Märkte direkt beschicke, fonbern, baß ber Kauf unb Berkaus über Frankfurt geleitet werbe. Theodor Fritsch gestorben. Leipzig, 8. Sept. (TU.) Einer ber bekanntesten Vorkämpfer bes völkischen Gebankens, ber Schriftsteller Theobor Fritsch, ist Freitagsrüh in Gautzsch bei Leipzig an ben Folgen eines Schlaganfalles im 81. Lebensjahr gestorben. Theobor Fritsch würbe am 28. Oktober 1852 in Wiesenau bei Delitzsch als Sohn armer Bauern geboren. Er erwarb sich als hanbarbeiter bie Mittel zum technischen Stubium. In Leipzig grünbetc er ein technisches Büro unb später eine Berlagsanftalt. Mit großer Energie führte er ben mittelftänbleri- schen Kampf. 1898 grünbete er bie Mittelstanbsoer- sinigung im Königreich Sachsen. Fritsch schloß sich an Stocker unb Liebermann oon Sonnenberg an unb rief mit letzterem zusammen bie Deutsch- Soziale Partei unb bie „Deutsch-Sozialen Blätter" ins Leben. Seit 1902 gab er bie bekannte antisemitische Zeitschrift „Hamme r" heraus. Fritsch hat eine große Menge Schriften über Sittenlehre, Gesunbheits- unb Rastenpslege, Börsenwucher, Iubenemanzipation, Bobenreform unb Brotresorm versaßt. Er trat stets unerschrocken für feine lieber- zeugung ein unb zog sich bafür unter bem früheren System zahlreiche Gelb- unb Gefängnisstrafen zu. Sein Hauptwerk ist ber 1887 erschienene „Antisemitenkatechismus", ber später als „h a n b b u ch b er Jubenfrage" herauskam unb vor kurzem bie 33. Auflage erlebte. Neue Verwaltungsgebäude der NSDAP. München, 8. Sept. (TU.) Im „Völkischen Beobachter" teilt Reichsschatzmeister Schwarz mit, baß ber Mangel an geeigneten Räumlichkeiten bei bem lawinenartigen Anwachsen ber Bewegung bie Errichtung neuer Ber- roaltungsgebäube ersorberlich machten. Am 1. September b. I. konnte bereits mit bem Grunb- aushub für bas Berroaltungsgebäube I in ber Arcis-Straße zwischen Brienner» straße unb ©abelsbergerftrafje begonnen werben. Auch ber Neubau bes Berroaltungsgebäu- b e s II in ber Arcis-Straße zwischen Brienner» und Karlstraße kann schon demnächst kn Angriff genommen werden, nachdem mit dem Abbruch der bereits erworbenen Anwesen alsbald begonnen wird. In Bad Tölz wurde vor einigen Wachen ein Gebäude erworben, in dem die geplante S S. • Reichsführerschule untergebracht werden wird. Ser Neubau des SteuerWemS. Die Hauszinssteuer soll zuerst fallen. Berlin, 8. Sep. (CNB.) Der vom Präsidenten Dr. v. R e n t e l n berufene Steuerausfchuß des Deutschen Industrie- und Handelstages trat zu seiner ersten Sitzung nach der Neukonstituierung zusammen. Als Vertreter der Reichsregierung sprach Ministerialdirektor Prof. Dr. H e d d i n g über die Grundlinien der Finanzpolitik der Reichsregierung. Er betonte eingangs, daß es noch nicht möglich sei, ein fest umrissenes Steuerprogramm aufzuzeigen, da die sehr schwierigen Vorarbeiten zu ihr noch im Gange seien. Sie werden jedoch stark beschleunigt, wie dies der Bedeutung der Frage entspricht, so daß bald mit Klarheit über die Grundlinien der neuen Steuerpolitik gerechnet werden könne. Zu einzelnen Fragen erklärte er, daß eine Verlängerung des Steuergutschein- versahrens über den 30. September hinaus nicht in Aussicht genommen sei. Eine ge- nerelle Steuersenkung bezeichnete der Vortragende als auch im Interesse der Regierung liegend, doch seien Mittel für eine ins Gewicht fallende Steuersenkung und nur eine solche könne der Wirtschaft wirksam helfen, i n absehbarerZeit nichtoorhanden. Wenn die finanzielle Lage überhaupt eine Steuersenkung gestattet, käme nach Ansicht des Vortragenden in er st er Linie die Hauszins st euer in Frage, die Dr. Hedding als die bestgehaßte und am ersten abbaureife Steuer bezeichnete. Ministerialrat Dr. F r i e l i n g h a u s , als Vertreter des preußischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit erörterte kurz Steuerfragen der Länder und Gemeinden. Er glaubt nicht, daß man deren Steuern gegenwärtig durch einen Umbau des allgemeinen Steuersystems ändern kann, gab jedoch der Hoffnung Ausdruck, daß eine Entlastung der Gemeinden eine Realsteuerfen- kung ermöglichen werde; diese Entlastung soll im Zusammenhang mit der allgemeinen Umschul - bungsattion für die Gemeinden wie bei einer Neuregelung der Arbeitslosenfürsorge angestrebt werden. OceEingliederung derBerufs- schule in das Bildungswesen. Berlin, 8. Sept. (VDZ.) Das besondere Inter- esse der NSBO. und des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront an der kommenden Gestaltung des Berufsschulwesens im neuen Deutschland geht von den Auffassungen des nationalsozialistischen Pädagogen Prof. Ernst Krieck, des Rektors der Universität Frankfurt aus. Dieser Fachmann vertritt den Vorschlag, das gesamte deutsche Erziehungswesen nach folgenden Richtlinien umzugeftalten: Dom 7. Lebensjahr beginnt für alle deutschen Kinder die Grundschule. Nach vier Jahren folgen für zukünftige Erwerbstätige vier Jahre Volksschule, für zukünftig wissenschaftliche Tätige vier Jahre Unterkurs der höheren Schule. Für die Volksschüler schließen sich drei Jahre Berufsschule, für die höhere Schule drei Jahre Oberkurs an. Mit dem 18. Lebensjahr schließt danach die Schulzeit grundsätzlich ab, und es würden folgen: Arbeitsdienst, Hochschule. Damit, so heißt es in der Stellungnahme der NSBO. und des Jugendamtes wäre die Berufsschule gleichberechtigt in das deutsche Bildungswesen eingeordnet. Der äußeren Gleichberechtigung würde eine gleiche Bewertung entsprechen. Das sei praktischer Sozialismus. Die Persönlichkeit des nationalsozialistischen Arbeitsmenschen müsse als Ziel am Ende der Berufsschulbildung stehen. Damit die Berufsschule diese Aufgabe erfüllt, müsse sie in ganz Deutschland einheitlich werden, ein klar umrissenes völkisches Bildungsprogramm haben, Oie neuen Mitglieder des Gießener Gtadttheaters. Aus dem Dramaturgischen Büro des Stadttheaters gehen uns folgende Mitteilungen über die für die kommende Spielzeit neu engagierten Kräfte zu. Das Damenperfonal bleibt vollzählig erhalten. In der Operette, die einen breiteren Platz im Spielplan einnehmen wird, wurde als Ergänzung Maria Perry verpflichtet, deren klangschöne Stimme auch den geplanten kleineren Opernwerken zugute kommen wird. Maria Perry kommt von Wien, dem klassischen Boden der Operette, und ist zwischendurch in Berlin mit großem Erfolg künstlerisch tätig gewesen. Liesel Geling wird ourd) Filmoerpflichtungen zeitweise für Gießen aus- fallen mutzen. Die Intendanz hat daher als Gast für die Spielzeit Erna Hübschmann gewon- nen, die als kleine, schwarze, äußerst temperamentvolle Soubrette für Liesel Beling das Soubretten- gad) versehen wird, da Frl. Beling bereits im September bet der Harry-Piel-Produktion mit den Tonfilm-Aufnahmen für „Schwarzwaldmädel" be° Pln^en^mirb'.in bem sie die Rolle der Bärbel spielt. Das Gießener Publikum wird noch zu Be- ginn der Spielzeit Gelegenheit haben, Frl. Beling m dieser Rolle in der eigentlichen Operette auf ber Buhne sehen zu können. Später wird dann Frl Hubschmann die Partie übernehmen. Im Schau- spiel und Singspiel stellt sich Hansi Stadler als Neuerscheinung vor, die unter Intendant König be- Dr. Legband in Gladbach-Rheydt manchen Erfolg erwarb, der sie dann nach Prag und Stuttgart führte; Hansi Stadler ist als9 Schauspiel- Soubrette und jugendliche Salondame verpflichtet. Für den nach Krefeld verpflichteten Oberspiel- le.ter Peter Fas sott wurde Anton Neuhaus von Baden-Baden als erster Spielleiter und erster Charakterspieler gewonnen. Als erstes Stück in ze- niert Anton Neuhaus das erfolggekrönte Segelfliegerstück „Am Himmel Europas . An Stelle des nach Darmstadt verpflichteten Jochen Hauer kommt Karl Löfer als erster Held und Lieb- Haber, dessen geistige, stark gefühlsmäßige Dar- stellungsgabe erstmalig als Hermann in Kleists „Hermannsschlacht" unter Beweis gestellt wird Hermannsschlacht" ist die von Intendant König selbst inszenierte Eröffnungsvorstellung, in der grt. Flemming die Thusnelda spielen wird. Für Rainer Egge mann, der nach Konstanz geht, ist als jugendlicher Held und jugendlicher Bon- Aus aller Well. Hindenburg, hikler und Göring als Taufpaten. Für das 1 3. K i n d des Arbeiters Franz F ranke n bu r g in Pammin (Neumark) haben der Reichskanzler Adolf Hitler, der preußische Ministerpräsident Göring und der Reichspräsident o. Hindenburg die Ehrenpatenschaft übernommen und dem Vater Geldgeschenke übermittelt. Alsons von Spanien und kardinal Faulhaber in Trier. Der frühere König von Spanien, Alfons XIII. traf zur Verehrung des Heiligen Rockes in Trier ein. Er wurde am Dom von den Herren der Wallfahrtsleitung herzlichst begrüßt. Den Hit- lergruß der in Uniform den Ordnungsdienst versehenden 621. erwiderte er durch Erheben des rechten Armes. Nach der Verehrung des Heiligen Rockes wurde König Alfons von Bischof Borne- wasser in Privataudienz empfangen. Ferner traf Kardinal Dr. Faulhaber- München in Trier ein. Im übrigen hielt auch am zweitletzten Wallfahrtstag der Pilgerverkehr unverändert stark an. Japanische Stadt durch Seebeben zerstört. — 70 Todesopfer. Auf einer westlich von Japan gelegenen Insel wurde durch den Ausbruch eines Unterseevul- tans die Stabt Napoo fast vollkommen z e r ft ö r t. 180 Häuser wurden vernichtet. Nach vorläufigen Angaben kamen 70 Personen umsßeben. Vertreterversammlung des Deutschen Gastwirteoerbandes in kiel. In Kiel fand die Vertreterversammlung des Deutschen Gastwirteverbandes statt. Präsident G o e r k e betonte, daß der Deutsche Gastwirteverband nach 60jährigem Bestehen vor der entscheidenden Aufgabe stehe, unter Aenderung seines Namens und feiner Satzungen den Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes zu bilden. Der Jahres- und Kassenbericht und der Bericht der Kassenprüfer wurden ohne Aussprache angenommen und der Geschäfts- und Kassenführung Entlastung erteilt. Präsident Goerke sprach dem bisherigen Gastwirteverband seine Anerkennung für die vorbildliche Geschäftsführung aus. Die infolge der Gründung des Reichseinheitsverbandes erforderlichen Satzungsänderungen fände» einstimmige Annahme. Die entscheidende Neuordnung bringt der Paragraph 1 der Satzungen mit folgender Fassung: „Der in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Mitte eingetragene Gast- wirteverbanü führt in Zukunft den Namen „Reichs- einheitsverband des deutschen Gaststätten- und Fremdenverkehrs-Gewerbes e. V. mit dem Sitz in Berlin". 3m § 2 heißt es u. a.: „Der Zweck des Verbandes ist die einheitliche Vertretung der gesamten Standes- und Berufsbelange Des Gast- ftättengeroerbes in Groß-Deutschland . Zum ersten Präsidenten wurde Hermann Goerke gewählt. Es wurde beschlossen, den nächsten deutschen Gastwirtetag 1934 in Danzig abzuhalten. Schwerer Korruptionsfall in Hannover. Wegen verschiedener zu beanstandender Vorgänge in der Geschäftsführung bei den Ueberlanb» werken und Straßenbahnen Hannovers wurde, wie der NS.-Nachrichtendienst berichtet, der Direktor Schmude fest genommen. Die Ermittlungen ergaben, daß Direktor Schmude durch verschiedene Machenschaften sein Gehalt von ursprünglich 20 000 auf 80 000 Mark erhöht hat und daß für die beiden Direktoren des Unternehmens eine Ka- pitalversicherung von 200 000 Mark abgeschlossen wurde, die für den Fall des Ausscheidens zu drei- oiertel zur Auszahlung kommen sollten. Die beiden Direktoren haben sich ferner die zur Ausschüttung gelangende Dividende in Höhe von 10 000 Mark als zinsloses Darlehen vorstrecken lassen. Direktor Schmude war früher demokratischer Stadtrat in Frankfurt. vor Schreck die Sprache verloren. Ein 19jähriges Mädchen befuhr mit feinem Fahrrad die Schönfelder Straße in Kassel, als plötzlich aus einer Großgarage ein Kraftwagen gefahren kam. Sie erschrak so heftig, daß sie mit ihrem Rad zu Fall kam, wobei sie allerdings nur geringe Verletzungen erlitt, doch wirkte der Schrecken auf das Nervensystem so stark, daß sie die S p r a ch e verlor. und eine Reform von Lehre und Berufs- schule müsse ein enges Verhältnis beider schaffen, so daß fachliche und menschliche Ausbildung e i n geschlossenes Ganzes bilden. Beides müsse durch ein einheitliches Gesetz geregelt werden, Lehre und Berufsschule. Oie Krauen räumen die Arbeitsplätze. Berlin, 8. Sept. (Vdz.) Das planmäßige Bestreben der nationalsozialistischen Regierung, die Arbeitsplätze mehr als bisher den männlichen Kräften zu überlassen, damit die Frauen auf die ihnen vorbehaltenen natürlichen Gebiete zurück- geführt werden können, erzielt bereits jetzt einen beachtlichen Fortschritt. Die maßgebenden Stellen haben nämlich gemeldet, daß der A n t e i I der Männer an Der noch vorhandenen Gesamtzahl der Arbeitslosen im Vergleich mit dem der Frauen stark zurückgegangen ist. Während der Anteil der weiblichen Kräfte an der Arbeitslosigkeit beim Höchststände vom Februar d. I. noch 18,7 betrug, ist er Ende August auf 2 0,3 gestiegen. Die Entlastung in der Arbeitslosigkeit war also bei den Männern wesentlich ft ä r f e r als bei den Frauen. Dabei umfaßt diese gesunde Entwicklung vor allem den Zeitraum, tn dem eine besondere amtliche Förderung der Mehr- anftellung männlicher Kräfte, etwa durch die Ehestandsdarlehen usw., noch nicht wirksam geworden war. Große Kundgebung der Postbeamten. Berlin, 8. Sept. (CNB.) Die Reichsfachgruppe Post im Deutschen Beamtenbund, die ü b e r 260 000 Postbeamte und »beamtinnen vereinigt, hielt in Berlin ihre erste Arbeitstagung mit den Bezirksfachgruppenleitern ab. Die Tagung, d:e von etwa 150 Vertretern aus dem Reich und dem Saargebiet sowie aus Danzig beschickt war, wurde eröffnet vom Reichsfachgruppenleiter Schneider, der u. a. hervorhob, daß die nun- mehr organisatorisch geeinte Poftbeamtenschaft sich der hohen und besonderen Pflichten, die ihr im neuen Staate obliegen, stolz bewußt sei. So werde auch die Arbeit der Reichsfachgruppe Post abgeftellt sein auf das große Ganze und werde zuerst und vor allem Dien st am Volkeund am Staate sein. Der Stellvertreter des Reichsfachgruppenleiters, Postschaffner R e i ch a r d t führte aus, daß gerade die Beamtenschaft, die mitten ins Volk hineingestellt sei, den übrigen Volksgenossen bie Volksgemeinschaft praktisch Vorleben müsse. Stellvertreter des Reichsfachgruppenleiters, Post- direktor F l a n z e , wies darauf hin, daß Dolks- kanzler Adolf Hitler den Beamten als Untergebener im Wellkrieg und Führer in der Jetztzeit Das beste Vorbild für Pflichterfüllung im Sinne der Volksgemeinschaft sei. Das Hauptreferat der Arbeitstagung hielt der Leiter der Organisationsabteilung der Reichsfachgruppe, Poftrat Alt- vater, der in längeren programmatischen Ausführungen zur orgamfationspolitifchen Lage sprach. Am Abend fand im Sportpalast eine große Kundgebung statt, die einen Massenbesuch aufzuweisen hatte. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch Amtsgenossen aus Danzig und dem Saargebiet. Der Reichsfachgruppenleiter und Mitglied des Viererrates im Deutschen Beamtenbund, Oberpostinspektor Schneider unterstrich die Kameradschaft der Postbeamten mit allen übrigen Beamten, die Berufskameradschaft untereinander und den Willen zur Beseitigung von Standesdünkel und zur Abkehr von Klassen-, Laufbahn- und Wirt- schaftsinteressen. Der Nürnberger Parteitag habe bewiesen, in welchem Umfange der Nationalsozialismus Inhalt des deutschen Lebens geworden sei. Nichts bleibe von ihm unberührt, am wenigsten die Beamtenschaft, auf die die Grundsätze der na= tionalsozialistrschen Bewegung anzuwenden seien. Der Führer des Deutschen Beamtenbundes und Leiter der Beamtenabteilung, Neef, kennzeichnete die vielseitigen und großen Aufgaben, die der Beamtenschaft im neuen Staat narren. Er sei als Führer der Beamtenschaft glücklich, daß die Beamten in so hingebender Weise dem Ruf des Volkskanzlers gefolgt feien und allein für bie Spenbe zur Förderung der nationalen Arbeit bis einschließlich März nächsten Jahres einen Betrag von 15 Millionen Mark freiwillig sichergeftellt hätten. Dr. Zimdars überbrachte bie Grüße bes Reichspostminifters. Dr. d o n ß e e r 5, ber Bunbesfchulungsleiter bes Nationalsozialistischen Deutschen Stubentenbunbes, wies darauf hin, baß in ber Deutschen Reichspost bie Grundsätze der ß e i ft u n g , Genauigkeit und Schnelligkeit von ieher richtungweisend gewesen seien. Mancher Geldbriesträger habe für fremdes Eigentum in seiner Kasse lieber den Tod durch Räuberhand erlitten, als es an unrechte Hände herauszugeben. Das Beispiel der Reicbspoft widerlege die Behauptung, als ob die Füyrung auch großer Betriebe durch Beamte der Führung durch die private ßeitung unterlegen wäre. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Adolf Hitler empfing Freitag den Reichsernährungsminifter Darrs, Ministerpräsident G r a n z o w , die Staatsräte Meinberg und Pappe, sowie die Herren Dr. R e i s ch l e und von Zeppelin zu einer Besprechung über aktuelle agrarpolitische Fragen. ♦ Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Aenderung der Ausführungsvorschriften zur Verordnung über den Freiwilligen Arbeitsdienst. Danach wird im § 6 neu festgesetzt, daß als Förderung für den Arbeitsdienstwilligen ein Betrag von höchstens 2.14 M k. kalendertäglich bis zur Dauer von 5 2 Wochen innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren gewährt wird. Für Personen des Führer - und Verwaltung s- ft a m m e s kann die Förderungsdauer über die vorgesehene Grenze hinaus verlängert werden. * Der ehemalige italienische Korporationsminister B o 11 a i und Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, trafen in Hamburg ein. Die Gäste begaben fidj ins Rathaus zu einem Besuch beim regierenden Bürgermeister und beim Reichsstatthalter. Anschließend fand ein Empfang beim Senat statt. • Am Montag wird der schweizerische Bundesrat Stucky nach Berlin kommen, um Vorverhandlungen wegen ber späteren deutsch-schweizerischen Handelsvertragsoerhandlun- g e n zu führen. In einem Schreiben an bie Mitglieber ber Weltwirtschaftskonferenz teilt der Generalsekretär des Völkerbundes mit, daß nach Holland nun auch Irland fick ab 24. September von dem auf der ßonboner Weltwirtschaftskonferenz beschlossenen Zollwaffenstillstandsabkommen zurückzieht und ferner, daß bie dänische Regierung sich Das Recht vorbehält, die notwendigen Maßnahmen zur Wahrung der ßebensintereffen Dänemarks auf wirtschaftlichem Gebiete ergreifen zu können. Vertreter des Handels und ber Industrie von Lettland, Estland und Litauen traten in Riga zur 4. Wirtschaftskonferenz der baltischen Staaten zusammen. Den Gegenstand der Beratungen bildet vor allein eine möglichst enge Zusammenarbeit der drei Länder auf dem Gebiete der Wirtschaft, der Währungspolitik, ber Kreditbeschaffung und ber Schiffahrt. vivant bis zum jugendlichen Komiker Heinrich Albert M a r tf 5 vom Stadttheater Bonn gewonnen, ber feinen bereits mit Oberhausen abgeschlossenen Vertrag löste, um zu Intendant König nach Gießen zu kommen. Curt Peter Hamel verließ uns, um nach Köln zu gehen. Für ihn, bas ausgesprochen jugenbliche Fach, kommt Peter S ch o r m, Der früher dem Schauspielhaus Rheydt als Mitglied angehörte und dann mehrere Jahre an der Wests.- Ostfriesischen Wanderbühne wirkte. Wegen Besetzung des Fachs des ausgeschiedenen Mitgliedes Karl Bruck schweben noch Verhandlungen. Die Intendanz ist bemüht, die durch Fortgang entstandenen Lücken so auszufüllen, daß jedes der neuen Mitglieder als Bindeglied im Räderwerk des Ensembles die erhalten gebliebenen Mitglieder vervollständigt, um somit einen organisch abge- stimmten Spielkörper zu schaffen, der unter Führung des Spielleiters ein bewegliches Instrument wird, Dichterworte zu beleben. Dem Verständnis der Theaterdeputation ist es zu danken, daß der Intendant imstande war, ein wenn auch noch kleines, so doch eigenes Orchester 3U schaffen, das durch Hinzuziehung Gießener Berufsmusiker feine Verstärkung erfährt, so daß auch der Klangkörper der Operette und der geplanten kleinen Spieloper eine sorgsame Pflege erfährt. Kleine Bosheiten in LlGA. Ausgeschnitten aus amerikanischen Zeitungen. Schlimm ist eine Frau, die kochen kann und es nicht tut. Aber noch viel schlimmer ist diejenige, die nicht kochen kann und es dennoch tut Es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Solche, die durch bi« Bücher berühmt geworben sind, bie sie geschrieben haben, und solche, die durch die Bücher berühmt geworden sind, die sie nicht hätten schrei- ben dürfen. Ueber die Frage, wie man einen Patienten retten soll, so lange der Doktor noch nicht da ist, wurde viel geschrieben. Diel interessanter wäre bie Frage, chie ber Doktor zu retten ist, wenn sich keine Pa- tienten bei ihm einfinben. Ein Optimist ist ein Mann, ber seiner Frau em Auto verspricht unb sich einbildet, sie wird sich em Kleinauto aussuchen. Ach, bie neuen Siedlungshäuser! In dem meines Freundes kann der Hund wegen Raummangels mit dem Schwanz nur von oben nach unten wedeln. Der einzig« Unterschied zwischen einem mittelalterlichen Seeräuber und einem Chikagoer Börsenschieber ist ber, baß der mittelalterliche Seeräuber tot ist Ein Mann ist so alt wie er sich fühlt, eine Frau dagegen so all wie die Photographie, die vor zwanzig Jahren von ihr gemacht wurde. Höflichkeit ist ein Luftkissen — nichts darin, aber ganz angenehm. Eine Mutter braucht zwanzig Jahr«, um aus ihrem Jungen einen Mann zu machen. Und bann kommt eine andere Frau, die aus dem Mann in zwanzig Minuten einen Narren macht. Auch heutzutage hat bei uns jedes Mädchen das Gefühl, daß sie ein ungeheures Blutvergießen verursachen könnte, wenn Duelle noch in ber Mobe wären. Diele Männer mögen fähig sein, vernünftig« Liebesbriefe zu schreiben, aber bis jetzt ist ber Fall noch nicht eingetreten. Wer sich bas Rauchen abgewöhnen will, lasse feine Frau bie Zigarren jür sich kaufen. Da kommen neuerbings Leute daher, di« behaupten, man könne neunzig Jahre alt werden, wenn man von Wasser unb Haselnüssen lebe. Wir haben es versucht unb wirklich, nach drei Tagen fühlten wir uns schon wie neunzig. Suppe unb Kinder sollte man sehen und nicht hören. Die amerikanische Psychologie ist eine Wissenschaft. Sie lehrt Dinge, die jebes Kind weiß, in Ausdrücken, die kein Mensch versteht. Zeitschriften. — Das Braune Haus in München schildert im ersten Heft des neuen (78.) Jahrgangs von We- ftermanns Monatsheften A. Dresler Referent der Reichspressestelle der NSDAP. Die Ab- Handlung ist von 6 Abbildungen begleitet, so daß jeder Leser einen guten Einblick in bas berühmte Braune Haus erhält. In Hitlers Geburtsland führt ein Aufsatz von Hermann Ebers, der mit 10 Aquarellen des Verfassers geschmückt ist. Wilfrid Bade, Regierungsrat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, bringt eine Abhandlung über „Staat und Schrifttum". Von weiteren Abhandlungen in dieser reichhaltigen Nummer erwähnen wir ferner den Aufsatz „Die Hitler-Jugend" von Dr. Rich. K. Ganzer, bie Liliencron - Novelle von Hans Henning Freiherrn Grote „Dichter und Tod", „Mithras, Wodan, Christus" von Professor Dr. Friedr. Behn, „Aus dumpfen Gängen in sonnige Gärten" von Professor Dr. Rud. Schmidt (mit 13 Abbildungen), „Shadow" Novelle von Ernst Zahn und „Die Ergänzung in ben Ehen berühmter Männer" von Bernhard Schultze-Naumburg. In diesem Heft beginnt auch der neue Roman von Robert Hohlbaum „Stein / Der Roman eines Führers" zu erscheinen. Eine große Anzahl ein- und mehrfarbige Bildwiedergaben, schmücken außerdem das Heft. Hochscbulnacbncbten. Der Jenenser Extraordinarius Professor Dr. Ernst Brill wurde mit Wirkung ab 1. Oktober 311m Ordinarius für Dermatologie und zUm Direktor der Universitäts-Hautklinik in R 0 st 0 ck ernannt. Dr Brill stammt aus Darmstadt; er machte ben Weltkrieg als Feldhilfsarzt mit, war Assistent und Oberarzt bei Professor Spieth 0 ff an der sjenaer Hautklinik, erhielt dort die venia legendi und 1930 die Ernennung zum außerordentlichen Professor. Dem bekannten Philosophen Professor Dr. Martin H e idegger, dem derzeitigen Rektor der Universität Freiburg, ist vom preußischen Kultus- ministerium der philosophische Lehrstuhl der Uni- versität Berlin angeboten worden. Heidegger hat, wie man sich erinnern wird, vor einigen Jahren bereits eine Berufung nach Berlin abgelehnt. Der bekannte Hallenser Theologe Geheimer Konsistorialrat Professor D. Dr. Paul Feine ist im Alter von 74 Jahren gest 0 rben. Feine ist 1859 in Golmsdorf bei Jena geboren, wurde 1893 Priocttdozent in Göttingen, ein Jahr später Ordinarius in Wien unb lehrte feit 1910 an ber Universität Halle. Sein Hauptarbeitsgebiet war bas Neu« Testament. Don seinen Arbeiten seien hier genannt „Theologie des Neuen Testaments", „Kirche und Staat", „Das Wunder im Neuen Testament", „Der Romerbrief", „Luther und di« Bibel". Der Münchener Ordinarius für Völkerkunde Asiens, Professor Dr. Lucian Sdjerman ist unter Anerkennung seiner vorzüglichen Dienstleistung in ben dauernden Ruhestand versetzt worden. AS ,,, «labten ®°r Sell ^ ^eren von eine‘ Lehebul Form ,u vergeben, e- M tinin gönnen« y Wie J auf ärbtil 5pielba 3ay"n Muensoo »s* onl>f ?Qnb)l\9lerer Aus der Provinzialhauptstadt. Biel £ärm um Jhcbte. Seit Jahren waren wir gewohnt, alle Monate von einer anderen Konferenz, die in irgend einer Form zur Behebung der Weltwirtschaftskrise beitragen sollte, zu lesen. .. _ t Mit großen Hoffnungen besprachen die Zettun- gen diese Ministerzusammenkünfte vorher, mit viel- verheißender Rede erfolgte jedesmal die Eröffnung, die üblichen Posten der Vorsitzenden usw. wurden vergeben, es konstituierten sich Unter- und Arbeitsausschüsse, und damit war das so schwungvoll begonnene wieder einmal vertagungsreif. Wie anders hat unser Führer die Sache ange- packt. Von heute auf morgen verwirklichte er seine gigantischen Pläne. Wie geht er der Arbeitslosigkeit zu Leibe! In kaum glaublich kurzer Zeit Hal er durch seinen eisernen Willen Millionen wieder zu Arbeit und Brot verholfen. Deutschland, seit 14 Jahren der Spielball neidischer Nachbarn, kann wieder vertrauensvoll in die Zukunft sehen. Jeder Einzelne darf wieder hoffen. IDlr müssen alle dazu beitragen, die Pläne unseres Volkskanzlers zu fördern, und schon mit einer Mark können wir mithelfen am Aufbau. Die Arbeitsbeschafkungslotterie, die die NSDAP, herausgebracht hat, gibt uns Gelegenheit dazu. Der Ertrag dient dem begonnenen Werk und hilft die arbeitslosen Volksgenossen wieder in den Wirt- lchaftsprozeß einzugliedern. Keiner darf sich aus« schließen, jeder muß seinen Willen zum Wiederaufbau bekunden und Arbeitsbeschaffungslase taufen! Einer für alle ynd alle für einen! Rückkehr unseres Bataillons aus dem Manöver. Unser Bataillon wird heute u m 10.56 Uhr, aus dem Manüvergelände bei Ulm kommend, im hiesigen Bahnhof eintreffen und nach dem Ausladen der Fahrzeuge usw. den Marsch nach den Kasernen an- treten. Bericht der Staatspo^izeistelle Gießen Am 1. September wurde der Arbeiter Karl Becker aus Wißmar wegen Vergehens gegen die Verordnung vom 21. März 1933 festgenommen und am nächsten Tage der Staatsanwaltschaft zuge- führt, die Haftbefehl beantragte, der auch erlassen wurde. Gestern wurden sechs Personen aus den Kreisen Friedberg, Schotten, Gießen und auch aus der Stadt Gießenin das Konzentrationslager Osthofen über, geführt. Zwei ehemalige Funktionäre der SPD. aus W i e - fe ck wurden in Schutzhaft genommen, weil der Verdacht besteht, daß sie mit anderen ehemaligen Funktionären in Gärten Zusammenkünfte abhalten. Ein früherer Reichsbannermann aus Nidda wurde gleichfalls in Schutzhaft genommen, der die genannten Funktionäre aus Wieseck besuchte, obwohl er vorher auf der Polizei über sein Hiersein ganz andere Angaben gemacht hatte. Besserer Schuh für SA SS.- unö Stah Helm-Üniformen. Um einen stärkeren Schutz vor Verwechslungen zu ermöglichen, denen SA.-, So.' und Stahlhelm- uniformen bei gewissen Berufskleidungen ausgesetzt sind, hat der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit jetzt eine Aenderung der Bestimmungen über die Dienstkleidung im Bewachungsgewerbe verfügt. Der' Minister hat bestimmt, daß die Dienstkleidung der Wächter, für die schon bisher Einschränkungen Das Theater ruft! Ls gibt noch Säumige! Deckt fie auf? Ls muß auch in Gießen geschaffen werden! Liner jage es dem anderen! in bezug auf Derwechslungsmöglichkeiten mit Uniformen des Heeres und der uniformierten Beamtenschaft bestanden, von nun an auch so beschaffen fein muß, daß eine Verwechslung der Wächter mit Angehörigen der SA., SS. und des Stahlhelms ausgeschlossen sein muß. Zugleich wird von der Liste der für die Herstellung von Wächteruniformen erlaubten Tuche das fchwarzfarbige Tuch gestrichen. Wenn Wächteruniformen, die bereits genehmigt sind, zu Verwechslungen mit SA., SS., Stahlhelm und anderen öffentlich anerkannten oder vorgeschriebenen Uniformen Anlaß geben könnten, so ist zu prüfen, ob diesem Umstande nicht durch einfache, aber Verwechslungen nusschließende Aenderungen, etwa im Besag, abgeholfen werden kann. ^ornoti^en. — Tageskalender für Samstag: Palast-Lichtspiele am Kirchenplatz, 9 bis 21 Uhr, Zinnsoldaten-Truppenschau. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 16 und 18,30 Uhr, „Siegfrieds Tod", 20,30 Uhr, „Stern von Valencia" mit Liane Haid, Peter Westermeier, Eduard Wesener. * ** Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Zager und Naturfreunde! Achtung! Die Vogelwarte Rossitten bittet um Mithilfe aller interessierten Personen an der Beobachtung folgenden Versuches: Die Vogelwarte hat in diesem Jahre 250 Iungstörche aus ihren Nestern in Ostpreußen nehmen lassen und grotzgezogen. 90 davon befinden sich zur Zeil in einem Gehege in Rossitten, aus dem Professor Thienemann schon einmal Versuchsstörche die Reise nach dem Süden antreten ließ. Die übrigen 160 Iungstörche sind nach Essen verfrachtet worden und werden dort auf der Vogelwarte, einem einzigartigen Dogelpark, verpflegt. Wenn alle alten Störche uns verlassen haben, bann sollen diese Iungstörche auch die Freiheit erhalten. Der Beringungsversuch hat ergeben, daß alle ostdeut- schen'Störche nach Südosten ziehen und das Mittelmeer im Osten umfliegen, während die we st deutschen Tiere dasselbe im Westen tun. Ls soll nun geprüft werden, ob der Trieb so stark und so starr ist, daß die ostdeutschen, in Essen freigelassenen Störche den „Ostweg" ein- schlagen, oder ob sie sich entsprechend dem westlichen Auflassungsorte dem „Westweg" zuwenden. Wenn der Versuch Erfolg haben soll, müssen alle interessierten Kreise an der Beobachtung mitwirken. Der Tag der Auflassung ist Dienstag, 12. September. Dann werden gleichzeitig die Essener Versuchsstörche und die Rossittener Kontroll- störche die Freiheit erhalten. Es kommt nun darauf an, Beobachtungen über das Verhalten der Tiere zu sammeln. Sie sind so kenntlich gemacht worden, daß sie leicht erkannt werden können. Außer zwei Beinringen tragen fie nämlich auf der Bauchseite einen ausfälligen, künstlichen Farbsleck. Dieses Merkmal genügt vollkommen zur Erkennung. Abschuß ist weder erwünscht, noch gesetzlich erlaubt. Etwaige Beobachtungen sind unmittelbar an die „Vogelwarte Rossitten, Kurische Nehrung (Ostpreußen)" zu richten! Sie sollen enthalten genaue Angaben über: 1. Ort, 2. Zeit, 3. Flugrichtung und 4. Zahl der Tiere. Sollten Tiere unterwegs verunglücken, was beim Storch verhältnismäßig oft vorkommt, bann wirb um genaue Angaben und Einsendung der Ringe dringend gebeten. Studienrat Hölzel, staatl. Vertrauensmann für Naturschutz und Schriftführer des „Hubertus", Gießen. Manöver-Krieg bei Lllm. Kleinere Hebungen der 5. Division. wp. Ulm, 7. Sept. Bei herrlichem Wetter — man kann sogar ruhig sagen, bei fast tropischer Hitze — nahmen am Donnerstag die kleinen Herb st Übungen innerhalb der 5. Divis i o n ihren Fortgang, nachdem die Truppen zum Teil in der Nacht von Mittwoch aus Donnerstag in Ulm Quartier bezogen hatten und bereits am frühen Morgen wieder ins Kampfgelände ausgerückt waren. Die neue Loge, die mit den beiden seitherigen Uebungstagen nichts zu tun hatte, war zu Beginn des Donnerstags etwa folgende: Rot geht auf und nördlich der Schwäbischen Alp in nordostwestlicher Richtung gegen die Linie Ulm — Göppingen vor, um blaue Kräfte anzugreifen, die sich ostwärts dieser Linie sammeln. Am 6. September abends steht Rot in Linie Jungingen — Beimerstetten- Amstetten starkem Feind gegenüber. Das auf dem Südflügel eingesetzte Detachement O ß w a l d hat den Auftrag, am 7. September 10 Uhr aus der Linie Großer Göhr — Beimerstetten anjugreifen, um den zwischen der Bahnlinie Ulm — Sontheim und der Lone stehenden Feind über die Brenz zu- rückzuwerfen. Blau weichi den überlegenen roten Kräften gegenüber, hinhaltend kämpfend, in Richtung auf die Brenz aus. Am 6. September abends wurden rote Angriffe in der Linie Neuhaus — Wefterstetten — Breitlingen abgeroiefen, der blaue Sübflügd in Linie Bernstadt — Korn — B. südwestlich Albeck, durch Kavallerie und Kraftradfahrer gesichert. Auf die Meldung von der Bereitstellung neuer roter Kräfte in Gegend Beimerstetten — Großer Gähr wurde die im Englen-Gehäu als Reserve stehende blaue Abteilung Sieglin beauftragt, das Vorgehen des Feindes südlich der Lone gegen die Brenz zu verzögern. Am 7. September soll die blaue Abteilung Sieglin im Anschluß an die Hauptkräfte in folgende Widerstandszone ausweichen: Nerenstetten — Langenau (vorderer Rand) — Setzingen — Rammingen (rückwärtiger Rand, der bis zum Abend zu halten ist). Beginn des Kriegszustandes: 9,30 Uhr. Während die vorangegangenen Tage vermutlich wegen der größeren Entfernung des Operationsgebietes von Ulm verhältnismäßig wenig Zuschauer auf die Beine gebracht hatten, zog heute eine wahre Völkerwanderung in das Gebiet von Albeck und Langenau. Die Schulen hatten für diesen Tag extra freibetommen und wanderten mit ihren Lehrern zu Tausenden hinaus ins Gelände. Oft sah man daher 20—30 Kinder um einen einzigen Grenadier herumstehen, der mit vieler Mühe hinter irgend einer Bodenerhebung Deckung gesunden hatte, durch das Interesse der jungen Strategen aber sofort an den Feind verraten wurde. Zunächst muh ganz allgemein die Schlagkraft der Truppen hervorgehoben werden, die trotz der sengenden Hitze Enormes leisteten. Das gilt sowohl von der Infanterie, die sich durch große Marschlei st ungen auszeich- nete, als von der Kavallerie, den Nachrichtentruppen und den Kraftfahrern, insbesondere auch von der Artillerie, die ihre Geschützstände durch den vor- getragenen Angriff dauernd umgruppieren mußte, als endlich von den Pionieren, die nach der Aussage eines hohen Offiziers geradezu Mustergültiges leisteten. Man muß sich habet vor Augen halten, daß die Mannschaften nach 4 8 Stunden zum Teil nur wenige Stunden geschlafen und danach wieder weit in bas Uebungsgelänbe z u marschieren hatten. Um 10 Uhr beobachteten wir das konzentrische Vorgehen von Rot unter Oberst Ohwald, bas feinen Angriff, gedeckt durch leichte und schwere Maschinengewehre und Artillerie, unentwegt vortrug. Auch Panzerwagen-Atrappen wurden eingesetzt und die Sicherung durch Kavallerie vorgenom- men. Rot kam jedoch trotz dieser starken Unterstützung nur langsam vor, da die blauen Kräfte unter Oberst Sieglin, 3U hinhaltendem Kampf gegliedert, sich bei Hörvelsingen — Kornberg gut ins Land eingenistet hatten und nur schwer vom roten Feuer erfaßt werden konnten. Um die Mittagsstunden hatte Rot bas Gelände beiderseits Albeck in Besitz. Der Angriff ging nun gut vorwärts. Um 2 Uhr näherten sich die vordersten roten Teile dem Rand der blauen Widerstandszone und brachen in diese ein. Außerordentlich interessant war ein Besuch bei der Pioniertruppe. Diese hatte bas Englcn Gehäu in der Nacht vollständig verdrahtet und ob- gesperrt. Innerhalb 5 Stunden waren durch Motorsägen ungefähr 80—100 Bäume gefüllt und als Sperre über die Straßen und Wege gelegt worden. Diese Baumsperren in Verbindung mit Minen und Drahtsperren, die da gelegt wurden, wo der seinbliche Angriff besonders stark vermutet wurde, haben sich im Verlauf des Gefechtes äußerst wirksam erwiesen. Im Ernstfall wird ein solches Sperrgebiet, das von dem irregeführten Feind ahnungslos betreten wird, einfach in die Luit gesprengt. Der Wald, zugleich Freund und auch Feind des Soldaten, wurde sowohl bei Rot im Angriff, als auch bei Blau in der Verteidigung nach Möglichkeit ausgenützt. Hier hatte sich der Beobachtungsposten der Artillerie auf Bäumen eingenistet. Hier waren die Artillerie- gefechtsstände, die Fernsprecher und die Maschinen- gewehrtruppen. In dieser vordersten Linie entdeckte man aber auch die Meldehundeabteilungen. Es handelt sich hier um fabelhaft kluge Tiere, die mitten durch bas feindliche Feuer Meldungen zu befördern haben, die am Halsband der Tiere angebracht werden. Am späteren Nachmittag wurde der Anariff von Rot immer weiter vorgetragen. In vollster Karriere fetzte die sechsspännig gefahrene Artillerie über Gräben und Höhen hinweg und brachte ihre Geschütze neu in Stellung. Doch es war nicht so einfach. Hot blieb vor Langenau in den späten Nachmittagsstunden hängen. Der nachhaltige Widerstand von Blau wurde immer stärker. Man sah auch heute wieder eine Reihe von Ehrengästen. So sollen u. a. Reichsstatthalter Murr und der thüringische Reichsltatthatter S a u cf e ( bngeroefen fein. Wir sahen Ministerpräsident Pros. Mergenthaler, mit dem zusammen wir in Langenau die von einer Feldküche zubereitete reichliche und schmackhafte Mahlzeit (Erbsen mit Fleisch) einnahmen, hie sich der Ministerpräsident trefflich schmecken ließ. Der Abschluß. Ulm, 8. Sept. (WP.) Rot hatte während der Nacht umgruppiert und war in Bereitstellung ostwärts von Langenau gegangen. Die Gefechtsvorposten standen bei Anbruch des Tages bereits westlich von Rammingen und hatten unter dem Schutz der Dämmerung die feindlichen Feldwachen zurückgedrängt. Als wir um 6 Uhr in der Frühe auf dem Kampfplatz angelangt waren, war der Angriff für Rot bereits eine halbe Stunde vorher befohlen worden. 2I(s Angriffsziel galt für einen Teil von Rot die Höhe zum Bahnhof und O r t Rammingen. Um 6.30 Uhr war, wie uns der Chef des schon weit vorgezogenen Regimentsstabs, I Oberst Kienitz, mitteilte, die Lage so, daß der Angriff der Bataillone gut vorgetragen war, dank des ArtiUcriescuers, bas auf den Ortsrand von Rammingen gelegt wurde. Die Absicht war ein scharfer Durchstoß nach N i e» derstoyingcn und Stetten ob Xfontal, um banrt nach Norden einzudrehen. Bald kam die Meldung, daß her rechte Flügel den Bahnhof Rammingen erreicht habe. Das Dorffeld war noch im Besitz von Blau. Es war ein offenes Geheimnis, daß sich bald ein schwerer Kampf um die Ortschaft entfpinnen würde. Wir gingen zu Blau und sahen uns dessen Verteidigung an, die immerhin so zah war, daß lich der Kampf um Ramingen über zwei Stunden hinzog. Blau hatte nämlich in den frühen Morgenstunden Teile feines rechten Flügels in die Gegend von Asselfingen verschoben und den Angriff von Rot dadurch zunächst zum Stehen gebracht. Rot setzt« jedoch seine Reserve ein und holte weiter ostwärts aus, jo daß es ihm gelang, auch in Richtung Asselfingen langsam Gelände zu gewinnen. Mit überlegenen roten Kräften wurde dann Rammingen genommen, wobei es einen harten Nahkampf von Mann gegen Mann mit gefälltem Bajonett gab. Blau erlitt hierbei schwere Verluste und Derlei u. a. einen ganzen Maschinengewehrzug. Heben raschend stieß zedoch Blau nochmals mit der ihm als Reserve zur Verfügung stehenden Reiterei mit starker Artillerieunterstützung vor. Die Aktion bewirkte jedoch nur vorübergehenden Aufenthalt des roten Angriffs. In diesem Stadium wurde bei Kampf um 9 Uhr abgebrochen. Im Anschluß daran sand auf dem Hügel der Leitung die Kritik statt, die vom Divisionskommandeur V, Generalleutnant L i e b m a n n, gehalten wurde. Der Kommandeur sprach sich über die in diesen Tagen gezeigten Leistungen sehr anerkennend aus. Damit waren die viertägigen Hebungen innerhalb der 5. Division, die sich in zwei Abschnitten mit o e r s ch i e - denen Aufgaben teilten, zu Ende. Nicht nachdrücklich genug kann hervorgehoben werden, daß Mannschaften und Offhicre von geradezu rührendem, oft sportlichem Kampfes- eifer beseelt waren und freudigen Herzens alles daran fehlen, zum guten Gelingen des Verlaufs der Hebungen beizutragen. Das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen war denkbar gut, die Stimmung überall ausgezeichnet. Die Verpflegung war für feldmäßige Verhältnisse kaum zu übertreffen, ein Prädikat, das auch dem 10 cm dick auf den Wegen liegenden Staub getrost ausgestellt werden kann! Für die Vertreter der Presse war in jeder Hinsicht glänzend gesorgt, wodurch ihre Aufgabe als Berichterstatter angenehm erleichtert wurde. Dem Wehrkreiskommando V und der Kommandantur Stuttgart ist daher auch von dieser Seite wärmster Dank' auszusprechen. Was kann die moderne Chirurgie Wen? Geheimrat Gauerbruch über die Möglichkeiten der Chirurgie. Don Or. H. Woltereck. Kürzlich hielt Deutschlands berühmtester Chirurg, Geheimrat Sauerbruch, einen außerordentlich fesselnden Vortrag über das Thema „Möglichkeiten und Grenzen der Chirurgie". Dieser Vortrag gab einen sehr guten Einblick in die gegenwärtige Situation dieses interessanten Zweiges der Medizin. Frühere Zeiten haben in Der Chirurgie nicht mehr geschehen, als ein wenig hochgeschätztes „Handwerk", eine Art Schneidekunst, mit der die übrige Medizin nichts zu tun haben wollte. Heute ist die Chirurgie zu einem der wichtigsten Teilgebiete der gesamten Heilkunde geworden, ohne das wir uns die Medizin überhaupt nicht mehr vorstellen können und für den Laien gehören die Begriffe „Krankenhaus" und „Operation" untrennbar zusammen. Wenn heute dem modernen Chirurg fast überhaupt keine Aufgabe mehr zu schwer ist, wenn sich fein1 noch so verstecktes Organ im Körper dem Messer des Operateurs entziehen kann, dann ist dieser unerhörte Aufschwung der Chirurgie nur dadurch möglich geworden, daß die letzten Jahrzehnte ihrer Entwicklung außerordentlich günstig waren. Die naturwissenschaftlich-technische Epoche, die mit dem 19. Jahrhundert begann, mußte ihrer ganzen Struktur nach die Chirurgie besonders fördern — und in der Tat nahm diese Wissenschaft infolge der großen Entdeckungen auf ihrem Gebiet einen geradezu phantastischen Aufschwung. Namentlich die Ermöglichung der schmerzfreien Operation durch die Entdektung der verschiedenen Nar- kose-Dersahrcn, und spater die große Tat Röntgens sorgten dafür, daß die Kunst der Chirurgie von der technischen Seite her immer besser ausgebaut wurde. Heute kann man ein durchstochenes Herz ebenso zunähen, wie eine Operation am lebenden Gehirn ausführen. — Eingriffe, die von den Chirurgen früher in ihren kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten worden wären. Die Krise in der Medizin. Trotz der rapiden Fortschritte, die auch in der letzten Zeit von her Medizin erreicht mürben, befindet sich diese Wissenschaft zweifellos in einer — hauptsächlich geistig bedingten — Krise, die sich besonders stark auch auf die Chirurgie ausgewirkt hat. Das, was weltanschaulich hinter dieser Krise steht, ist uns allen in diesen Tagen des Aufbruches unserer Nation zu neuen Zielen besonders deutlich zum Bewußtsein gekommen: es ist die Abwendung von dem öden Materialismus unb Mechanismus einer nunmehr überrounbenen Epoche, hie Rückwen- bung von her übersteigerten Wertung bes bloßen Intellekts zu ben ewigen Kräften her Seele unb bes Lebens. Diese innere Neuorientierung hat sich schon vor längerer Zeit auch auf dem Gebiete her Chirurgie immer mehr angebahnt unb führte lo schließlich zu her heutigen „Krise", zu einer Selbstbesinnung biefer Wissenschaft über ihre Möglichkeiten — unb Grenzen. Diese Grenzen hat man, wie Geheimrat Sauerbruch betonte, lange Zeit falsch gesehen unb unterschätzt sie teilweise noch heute Die naturwissenschaftlich-mechanistische Einstellung des 19. unb beginnenden 20. Jahrhunderts verleitete die Chirurgen zu dem Glauben, man könne mit mechanischen Mitteln jedes Leiden be= kämoien ja das Leben selbst sei nur ein chemisch- philsikalischer Prozeß, der eines Tages in allen seinen Erscheinungen „verständlich" und beherrschbar sein würde. Grenzen der Chirurgie. Nun soll man zweisellos hie Bedeutung des rein mechanisch-technischen Rüstzeuges her Chirurgie keinesfalls unterschätzen: wenn einem Patienten bte Luftröhre von einem Kirschkern verschlossen wirb, wenn ein Bluterguß auf das Gehirn brückt und Lessen Funktionen auszujchalten droht, unb bei zahllosen anderen Fällen aus her chirurgischen.Praxis ist in her Tat ein rein mechanischer Eingriff, eine Operation, her gegebene und einzig mögliche "Ausweg, um das Leben des Krank» zu retten. Aber der gewaltige Aufschwung der chirurgischen Technik hatte dazu geführt, auch dort mit rein mechanischen Mitteln einzugreifen, wo diese notwendig versagen mußten. Professor Sauerbruch verwies in diesem Zusammenhang auf den völligen Zusammenbruch her vor noch nicht allzu langer Zeit von sehr namhaften Chirurgen vertretenen, rein operativen Behanblung her Knochentuberkulose. Man glaubte damals, dis tuberkulöse Erkrankung des Knochens dadurch heilen zu können, daß man ben kranken Knochen in immer größerem Maße Maße operativ entfernte; schließlich nahm man in gewissen Fällen so große Eingriffe vor, daß her Patient zum völligen Krüppel wurde. Aber die Knochentuberkulose fraß trotzdem weiter — und man mußte erkennen, baß der eingefchlagene Weg falsch war, daß man mit her sog. konservativen Behanblung (Hochgebirgsaufenthalt, Sonne, Bestrahlungen usw.) weit bessere Erfolge erzielen konnte, ohne operieren zu müssen. Aehnliche Fehlschläge traten auch bei zahlreichen anderen Krankheiten (z. B. Wanderniere, Organsenkungen usw.» auf, deren operative Behandlung sich anderen Heilmethoden gegenüber als weit urler= legen erwies. Damit, ist natürlich der chirurgische Eingriff nicht etwa ausgeschaltet, aber die moderne Chirurgie hat die G r e n z en erkennen müssen, die ihrem Tun gesetzt sind, weil sich viele Krankheiten eben nicht lokal an bestimmten Körperteilen bekämpfen lassen, sondern nur durch eine Umftim- mung bes Gesamtorganismus wirklich geheilt werben können. Die Jtücftöenhung zum Leben. Die moderne Mehizin kommt heute, ganz ebenso wie von ihrer Seite die Biologie, mehr unb mehr zu her Erkenntnis, daß kein Lebensoorgang, also auch keine Krankheit rein mechanisch zu beuten ist — über allen Einzeloorgängen im Körper steht als unergründliches, beherrschendes Faktum das Leben selbst, dessen Eigengesetzlichkeit niemals mechanisch erfaßt werden kann. Gewiß können unb müssen wir beispielsweise eine Krebsgeschwulst unter Umftänben operativ entfernen, um den Kranken zu reffen — aber die Krebskrankheit selbst ist damit noch nicht geheilt, für die operierte Krebsgeschwulst ja nur ein einzelnes, lokales Kennzeichen sein kann. Alle chirurgische Kunst, die höchste operative Technik allein genügt nicht, um wirkliche Dauererfolge zu erzielen; nur die gründlichste Kenntnis und weitere Erforschung aller Sehens» Vorgänge im Gesamtorganismus wird auch die Chirurgie zu großen Leistungen befähigen. Auch her Chirurg selbst ist ja kein Automat, sondern ein handelnder unb vielleicht irrenber Mensch; daß von feinem persönlichen Geschick, von seinem verantwortlichen Entschluß im kritischen Augenblick alles abhängt, baß seine Persönlichkeit untrennbar verbunden ist mit seiner Tätigkeit am Krankenbett und im Operationssaal: darin liegt die Tragik, aber auch die Größe dieses ebenso schönen wie schweren De» rujeS. 9JL-$pont Oie Faustballrunde des Tv. 1846 Gießen. Am morgigen Sonntag wird der Turnverein 1846 Gießen seine bereits traditionell gewordene F a u st- b a l l r u n d e auf dem Universitätssportplatz zum Austrag bringen. In der Meisterklasse wird gerade in diesem Jahre ein besonders spannender Verlauf der Spiele zu erwarten sein, da die spielstarke Mannschaft vom Tv. 1860 Frankfurt vor dem endgültigen Erwerb des wertvollen Wanderpreises steht. Die hiesige Mannschaft, die in diesem Jahr wieder den Gaumeistertitel erwarb und zur Zeit über eine beachtliche Spielstarke verfügt, wird alles daran setzen, um den Frankfurtern den Sieg streitig zu machen. Als weitere sehr ernste Bewerber in dieser Klasse sind die Mannschaft der Tg. Friedberg, die vom I. G.-Sportverein, dessen A.-H.-Mannschaft in Stuttgart den deutschen Meistertitel erwarb, die erste Mannschaft vom Post- Sportverein Frankfurt und die von Kelkheim am Taunus zu erwähnen. Da alle Mannschaften über ein gutes Können verfügen, ist ein Ausgang schwer vorauszusagen. Vielleicht fällt die Entscheidung zwischen Tv. 1860 Frankfurt und Tv. 1846 Gießen. In der Alte-Herren-Klasse wird die Mannschaft der Tg. Friedberg einen sehr spielstarken Gegner abgeben, der gute Aussichten hat, den Wanderpreis in dieser Klasse zu erringen. Weiter haben noch die A.-H.-Mannschaftcn vom To. 1860 Frankfurt, Postsportverein Frankfurt, Nauborn und Wetzlar-Niedergirmes gemeldet. Vielleicht ist aber doch eine Frankfurter Mannschaft in der Lage, Friedberg zu schlagen. In der ^-Klasse treffen die zweiten Mannschaften von Herborn, I. G.-Sportverein Frankfurt, 1860 Frankfurt, Post-Sportverein Frankfurt, Tv. Kelkheim, die erste Mannschaft vom Tv. Holzheim und die zweite und dritte Mannschaft vom To. 1846 Gießen zusammen. Da die Spielstärke dieser Mannschaften nicht so gut bekannt ist, steht die Entscheidung hier völlig offen. Bei den Turnerinnen haben nur die erste vom Post-Svortverein Frankfurt und die zweite vom Tv. 1860 Frankfurt gemeldet. Leider hat die spielstarke Dameniünf des hiesigen MTV. für die diesjährige Pokalrunde keine Meldung abgegeben. — Die Spiele beginnen vormittags um 9 Uhr. Oie Neugestaltung des Gaues XII in der OT. Dem „Turn-Kreisblatt" des 7. deutschen Turnkreises (Oberwcser) entnehmen wir aus einem Aufruf des Gauführers Bernhard A n d r 6 folgendes: Zum Bezirksführer des Großbezirks Kassel ist der Führer des alten Gaues Nordhessen, Tbdr. K. Brunst in Volmarshausen (Kassel 7) berufen worden. Für den Großbezirk wird noch ein Be- zirksfllhrer ernannt. In dem Aufruf wird dann die Einteilung des neuen Gaues XII (Nordheffen) bekanntgegeben. Der Gau XII umfaßt die Provinz Hessen-Nassau ausschließlich des Stadt- und Landkreises Wiesbaden, des Stadtkreises Frankfurt und des Main-Taunuskreises, einschließlich ganz Oberhessen und des Kreises Wetzlar. Der neue Gau teilt sich in zwei Groß- bezjrke. 1. Bezirk Kassel. Derselbe teilt sich wiederum in folgende Kreise: Kreis Kassel, bestehend aus Stadtkreis Kassel, Landkreis Kassel, Kreis Wolf- Hagen, Kreis Hofaeismar. Kreis Meißner, bestehend aus den Kreisen Witzenhausen und Eschwege. Kreis Fritzlar, bestehend aus den Kreisen Fritzlar, Homberg, Melsungen und Ziegenhain. Kreis Waldeck, bestehend aus den Kreisen Corbach, Kreis des Eisenbergs, Arolsen, Kreis der Twiste, Wildungen, Kreis der Eder, Frankenberq-Eder. Kreis Hersfeld, bestehend aus den Kreisen Hersfeld, Hünfeld und Rotenburg. Kreis Fulda, bestehend aus den Kreisen Fulda,' Gersfeld, Schlüchtern und Lauterbach. 2. Bezirk Gießen. Derselbe teilt sich wiederum in folgende Kreise: Kreis Marburg, bestehend aus den Kreisen Marburg lStadt und Land), Biedenkopf und Dillenburg. Kreis Gießen, bestehend aus den Kreisen Gießen, Wetzlar, Schotten und Alsfeld. Kreis Westerwald, bestehend aus den Kreisen Oberwcsterwald, Unterwesterwald und Westerburg. Kreis Lahn, bestehend aus dem Ober- und Unterlahnkreis und Limburg. Kreis Friedberg, bestehend aus den Kreisen Friedberg, Usingen und Büdingen. Kreis Hanau, bestehend aus den Kreisen Hanau (Stadt und Landl und Gelnhausen. Kreis Rhein, bestehend aus den Kreisen St. Goarshausen und Untertaunus- kreis. Vereinömeisterschasteu des OGC. Der OSC. veranstaltet am Sonntag seine Ver- einsmeisterschasten. Man erwartet spannende Wettbewerbe. Am meisten dürfte der 100-Meter-Lauf interessieren. Von den vielen Teilnehmern haben Rodriguez und Fischer die besten Aussichten. Den 1000-Meter-Lauf dürste Simon,-den 3000-Meter-Lauf Gr ö lz gewinnen. In den Wurs- und Stoßwettbewerben kommt es zum Zweikampf zwischen Luh und Mo hl, den Luh gewinnen dürfte. Den Hochsprung sollte Möbus an sich bringen. Im Speerwerfen treffen Jakob und P i p aufeinander. Große Erfolge Gießener Schützen. Um die Verbandsmeisterschaft der „hassia". Die Alt- und Iungschützen-Mannschaften der Kleinkaliber-Abteilung des Kriegeroereins Gießen kämpften in Alsfeld um die Verbandsmeisterschaft der Krieger-Kameradschaft „Hassia". Die Altschützen- Mannschaft Appel, Georg, Hein b ach und Schilling errang mit der außerordentlich hohen Leistung von 600 Ringen die Verbandsmeisterschaft und den Wanderpreis. Fünf Jahre hintereinander konnte die Abteilung unter stärkster Konkurrenz die Meisterschaft erringen und hat damit dem am 1. Juli in Berlin erzielten Sieg einen weiteren beachtenswerten Erfolg angegliedert. In der Einzelwertung schoß Appel den ersten Preis und wurde Einzelverbandsmeister. Hainbach wurde mit dem dritten, Schilling mit dem vierten und Georg mit dem fünften Preis ausgezeichnet. Die Iungfchützengruppe schoß außer Konkurrenz: hat aber auch hier das höchste Ergebnis 525 Ringe erreicht, während die zweitbeste Pflug gewann Das unfreundliche, trübe Wetter, das am Freitag über der Stadt der Studenten-Weltspiele, Turin, lag, hatte zur Folge, daß nur annähernd 3000 Zuschauer zu den leichtathletischen Wettbewerben im Stadion Mussolini erschienen waren. Für Deutschland war an diesem Tage auch der erste Sieg in der Leichtathletik zu verzeichnen. Der Charlottenburger Pflug lief im Cndlauf der 100 Kiefer ein prächtiges Rennen, er hatte einen guten Start, führte bei 30 und 70 Meter mit immer größerem Vorsprung vor dem argentinischen Olympia-Fünsten über 200 Meter, Lutti, und hatte auch in den letzten Metern noch soviel Kraft, seinen schönen Sieg zu halten. Lutti zog sich auf den letzten Metern eine Muskelzerrung zu und tat nicht mehr mit. Die nächsten Plätze belegten Virtanen-Finnland, di Blas-Italien, Elegg- England und Nagy-Ungarn. Studentenweltmeister über 4 0 0 Meter wurde der auch in Deutschland bestens bekannte Amerikaner F u q u a , der die Strecke unangefochten in 47,8 Sek. zurücklegte. Die Deutschen Voigt (48,3) und Metzner (48,8) kamen auf den folgenden Plätzen ein. Der Amerikaner lief hier so flüssig und sein Lauf wirkte so mühelos, daß von vornherein nicht an seinem Siege gezweifelt wurde. Gute deutsche Plätze gab es auch über 110 Meter Hürden, die sich erwartungsgemäß der Amerikaner Morris in der bestehenden Weltrekordzeit von 14,4 Sek. vor Wegner- Deutschland (14,9) holte. Der Deutsche lief wieder ganz ausgezeichnet. Er kam zwar nicht an den Pankee heran, hielt aber doch seine übrigen Gegner ganz überlegen. Im Weitsprung hatte unser Zehnkampf-Weltrekordmann Hansheinz Sievert das Pech, zweimal überzutreten. Er mußte sich dann auch mit dem dritten Platz hinter dem siegenden Estländer K u t t i s mit 7,26 und Tolamo- Finnland mit 7,03 Meter begnügen. Trotzdem ging seine Leistung von 6,935 Meter noch an. Erfreulich für die deutschen Farben gestaltete sich auch der Ausgang der drei Vorläufe zu den 800 Metern. Die drei Deutschen Dr. D e s s e ck e r , Danz und P o ch a t konnten sich sämtlich für die Entscheidung qualifizieren. Bei den Frauen gab es am Freitag ebenfalls drei Entscheidungen, in denen es durchweg nur mäßige Leistungen gab. Deutschland ist hier überhaupt nicht vertreten. Weltmeisterin im Speerwerfen wurde die Italienerin Bongiovanni mit einer Leistung von 25,62 Meter, einen Dovnelerfolg hatte Frl. D a l l a (Italien) über 100 Meter und im Hachfprung zu verzeichnen. Für die 100 Meter benötigte sie zum Siege 12,9 Sek. und im Hochsprung übersprang sie 1,45 Meter. Jungmannschaft Offenthal, die Verbandsmeister wurde, nur 517 erreichen konnte. In der Einzelwertung errang Schilling jun. den sechsten Preis. Bei dem anschließenden Preisschießen des Kriegervereins Alsfeld errang Jungschütze Karl M o o tz den ersten und Jungschütze Rud. Reiber den zweiten Preis. Die Abteilung hat somit wieder einmal die Stadt Gießen würdig vertreten. OerH rzenhainerGegelflugwettbewelb Für 35 Gleit- und Segelflugzeuge sind Meldungen zum Segelflugwettbewerb der Landesgruppe VII Südwest Frankfurt a. M., in Hirzenhain vom 10. bis 24. September d. I. abgegeben worden. Weite Zelte nehmen die neuen Vögel auf. Teilnehmer, Piloten und Startmannschaften werden in Schulsälen untergebracht. Eintopfgerichte reicht die bewährte Organisationsleitung Hirzenhains aus der Feldküche Wer möchte bei diesem herbstlichen warmen Wetter nicht in unseren zauberhaft schönen Westerwald fahren, um unseren blaugrauen Fliegernachwuchs beim Flugsport zu sehen? Durch die Täler der Lahn, Sieg und Dill führen beste Straßen dahin. Die Ausdehnung des langgestreckten Rückens bietet so tüchtigen Piloten wie'Schomerus, Eujen, Utech, die mit ihrer „Darmstadt" kommen, Gelegenheit nach Rekorden zu haschen. Die Ausschreibung verlangt u. a. auch das fliegerische Kabinettstückchen vom Hirzenl-ainer Nordwesthang nach der Stadt der Dränier, Dillenburg, zu fliegen, den Wilhelmsturm zu umkreisen und nach Hirzenhain zurückzukehren. Hals- und Beinbruch und Wind und Auftrieb dazu. Flugzeugtycn wie der „Kassel 20", dem „Professor", dem „Falken", der „Preußen 32", der „Schwanzlosen" könnte das gelingen. Ein anderer Preis reizt zum Streckenflug an. Anregend und neu wirkt vor allen Dingen der Schulunaswettbewerb der Fliegerjugend. Sie werden sich bemühen, durch Sammeln von Führerpunkten an die Spitze zu gelangen und den Hauptanteil der großen Preissummen zu bekommen. die 100 Meter. Deutschland Zweiter im Fußball-Turnier. Einen schönen deutschen Sieg gab es am Freitagnachmittag im Fußball-Turnier über Lettland mit 10 : 0. Da in dieser Konkurrenz Ungarn, Italien und Deutschland in dichter Folge an der Spitze lagen, hatte das Treffen gegen Lettland für uns insofern Bedeutung, als ein Sieg von 12 :0 uns noch die Weltmeisterschaft eingebracht hätte. Mit diesem Ergebnis reichte es aber dann nur hinter Italien zu einem zweiten Platz vor Ungarn. Ungarn vor Deutschland im Wasserball. Die beiden im Wasserball tonangebenden Nationen, Ungarn und Deutschland, gewannen am Freitag auch ihre beiden letzten Spiele. Deutschland triumphierte über England mit 7:1 (3:1) und Ungarn schaltete Italien überlegen mit 13 :0 (6:0) aus. Ungarn wurde damit mit 8 :0 P. Sieger vor Deutschland (6 :2 P.) und Italien (4:4 P.). Wirtschaft. Zusammenfassung der Nordamerika- Dienste bei Hapag und Lloyd. Die Hamburg-Amerika-Linie teilt mit: Die Ham- burg-Amerika-Üinie und der Norddeutsche Lloyd haben beschlossen, die gemeinfame Führung ihrer Nordamerikadienste in einer internen Organisation zusammenzufassen. Das Gebiet erstreckt sich auf den Personen- und Frachtverkehr nach und von Kanada und nach und von den Vereinigten Staaten, Ostküste einschließlich Golf. Es soll dadurch eine straffere Rationalisierung der Nord- amerikadienste beider Reedereien hier und in den Vereinigten Staaten und Kanada erreicht werden. Für den Sitz der Leitung ist ein zweijähriger Wechsel zwischen Hamburg und Bremen in Aussicht genommen. Für die ersten zwei Jahre ist der Sitz in Bremen. Verschmelzung der Bauspartassenverbände zum Emheitsverband vollzogen Der Verband zugelassener deutscher Bausparkassen hat in seiner Mitgliederversammlung vom 31. Aug. einmütig beschlossen, die Verschmelzung mit dem Reichsverband deutscher Bausparkassen zum Einheitsoerband durchzuführen und sich geschlossen der Führung des Justizministers K e r r l, des Vorsitzenden des Verbandsrates des Reichsverbandes deutscher Bausparkassen EV., anzuvertrauen. Die Mitgliedskassen des Verbandes zugelassener deutscher Bausparkassen sollen geschlossen in den Reichs- oerband deutscher Bausparkassen übergeführt werden. Damit liegt die Führung des gesamten deut- Sludenlen-Welispiele in Turin am Freitag. schen Bausparwesens in den Händen des Justiz» minifters Kerrl. Der Derbandsrat des Reichs» verbandes deutscher Bausparkassen soll durch Hinzu« tritt einiger Herren aus dem Verband zugelassemrr Bausparkassen erweitert werden. Sronffurfer Abendbörse. Frankfurt a. M., 8. Sept. Die weitere Abnahme der Arbeitslosen um 207 000 in der zweiten Augusthälfte fand an der Abendbörse zwar Be- achtung, zu einer Belebung des Geschäftes und zu einer Erholung des Kursniveaus vermochte sie aber nicht beizutragen. Die Kulisse bekundete, infolge des neuerlichen Rückganges der Kurse, stärkste Z ü - rückhaltung. In IG. Farben und einigen anderen Werten lag eher noch kleines Angebot vor, so daß IG. Farben 0,40 v. H., Scheideanstalt 0,50 v. H., Deutsche Erdöl und Harpener je 1 v. H. nach- gaben. Im großen und ganzen blieb das Schluh- niveau von Berlin jedoch gehalten. Der Rentenmarkt lag fast g e s ch ä f t s l o s. Neubesitzanleihe bröckelte noch leicht ab, im übrigen waren die Kurse zum Mittagsschluß etwa behauptet. U. a. notierten: Neubesitz 9,30, Altbesitz 76,40, Schutzgebietsanleihe von 1908 bis 1911 6,82,50, Reichsbank 137, Buderus 60, Gelsenkirchen 47, Harpener 80, Stahlverein 29,75, Aku 27,50, AEG. 17,50, Bekula 99,25, Conti Gummi 134, Deutsche Erdöl 92,13 bis 92, Scheideanstalt 165, IG. Farben 112, Holzmann 38, Lahmeyer 113,50, Siemens 129, L. Tietz 10,25, Schöfferhof-Binding 149, Hapag 10,75. Eewinnauszug 5. Klaffe 41. Preußisch-Lüddeulfche (267. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr__Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose glcimer Nummer in den beiden Abteilungen I und II 26. Ziehungstag 7. September 1933 171409 103970 260337 214198 141605 4306 14738 16671 1 36 ©Chinine zu 21384 1 72 ©eto.nne zu 500 M. 57042 62256 63243 66062 67936 72167 54518 162490 226531 297471 342333 19784 23749 26861 28571 36728 50963 60795 63663 67324 70082 102872 122641 159722 171675 186834 229509 253485 273607 302327 338124 356613 394499 79123 162863 251786 300849 350147 88751 146697 167378 203774 225577 290595 328089 346111 388412 106215 124906 162196 172042 189376 231202 257468 289438 311553 346144 364441 394721 97137 154606 171885 211543 236553 297256 328586 347555 106392 126522 163925 172168 201805 234595 264050 289794 312421 351037 373894 397292 102180 162482 174041 214353 237470 297315 329700 347880 106813 137253 165644 181341 204320 242587 267100 290420 314267 351617 390352 109833 138010 166319 185036 214992 251733 271527 294474 317075 351707 391242 30748 66411 99179 305674 30436 143742 214385 288886 335710 85989 121136 166279 199834 223863 270378 316888 343834 386135 76947 299315 26352 107793 212217 287518 315699 i 39231 ! 74049 103363 164876 193661 217777 258239 306852 331117 349397 247439 2000 u 8 Gewinne zu 5000 M. 265869 18 Gewinne »u 3000 prn. 19351 49891 76969 121124 165241 199378 223589 267260 309589 334213 368873 Z2325 56427 88090 119967 - 144601 170519 186295 215063 252035 273683 301077 335082 352058 393374 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne, über 400 M. gezogen 2 Gewinne ju 50000 M. 54881 2 Gewinne zu 10000 M. 325463 2 Gewinne zu 5000 M. 331111 14 Gewinne ,u 3000 M. 11628 37612 44173 82356 112514 241605 323365 52 Gewinne zu 2000 M 12491 27244 28405 40267 50502 60963 70023 72447 87970 123332 132461 150765 153166 180856 131112 202590 222128 237840 253155 253956 185539 259625 284542 293116 305738 309088 3632 8738 13167 16358 94 Gewinne zu 1000 M. 32593 19450 23740 23858 27927 32450 13248 13668 15547 27266 68214 139374 192892 241013 282045 364758 125341 158026 207947 248015 293321 382844 35011 132732 186926 233533 280822 322196 396936 35252 86077 125249 145434 186505 215791 262871 307008 321969 354142 372365 386549 101817 129852 146078 189963 217747 280771 310459 328872 355930 373364 391060 112570 133569 156086 207873 237805 281813 310847 335222 358132 374118 392715 115186 134126 161206 208980 249760 295730 311185 340168 360844 374512 396251 131268 174153 223862 277533 314378 388490 122186 144773 172409 213662 254011 300214 316653 342897 366016 378483 84830 122803 145022 172634 215423 259697 305149 316668 352257 371227 385089 123349 151317 202360 243033 284295 372074 130635 168362 208718 256322 311331 387281 150 Gewinne zu 500 W. ----- . - - .. ---- 41461 52113 76089 80394 84035 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 50u000 und 100 Prämien zu je 3000, 2 ®e» roinne zu je 25000, 22 zu je 10000, 38 zu je 5000, 88 zu je 8000, 260 zu je 2000, 500 zu je 1000, 910 zu je 500, 2822 zu je 400 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lornbardzinsfuß 5 o. H. Franksuri o. 2)1. Berlin Frankfun o.M. Berlin Srantturi a. 2)1. Serlin Schluß» turs Schlußk. Abend» börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Schluß« kurS Schluß!. Abenb- börsr Schlußkurs Schlußk. Mittag» börie Schluß« kurS Schluß!. Abendbörse Schluß» lurS Schlußk. Minag- börse Datum 7.9. 8.9. 7.9. 8.9. Dalum 7-9. 8.9. 7.9. 8.9 Datum 7.9. 8.9. 7-9. 8-9. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Tt. Reichsanl.v.1929 5y.% Doung-Anlcihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Au-los.-Rechten .. 83,75 98 83.25 76,9 9.5 83,25 66,5 68,65 79 78,9 82.13 83,9 30.5 81 86.5 10,5 0,55 4 4.15 3,95 6 5,13 5 82.5 98.5 82.13 76.4 9,3 83.25 66.5 £.67.65 78 81,25 84,25 80.5 80 75 86.5 10.5 0,60 4 4,13 3,35 6 5 83,25 98 83 76,75 9.6 74,5 68,25 80 80,75 86.5 4,25 83 98,75 82 76,75 9.35 76,75 78 67,75 80,75 86.5 10,1 4 5,5 ! « 4% dcsgl. Serie II ............. 5% Rumän. vcreinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinhAentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2 J4% Anatolier ............... 5.13 2,75 5,25 2.5 23,75 11,25 11.9 41 83 48 50 43 5 141-5 18 101,75 90 40.5 70.75 78 86 130 113 62 94 47,5 82,9 98,9 52 52.5 5.1 2.75 5.25 2.4 23,75 10 75 11,65 82.5 48 50 43.25 137 17 5 99,25 86 65 40,5 70 84.75 129 113.5 60 92 47 80 98.4 49,5 51,4 2,55 11.25 26,5 11,9 40.13 83,5 48 25 50 43,5 141 18,4 101,4 72,75 90 40 70,5 79 86 130 112,5 62,25 93 25 48 82.5 53,75 98,5 52 53 5.1 N 18,5 11,5 39,75 83 48.25 50 43 25 137.5 17,5 99.25 70.5 86 39. 67,5 84.5 128,5 112.25 60 93 46,75 81 51.25 97 49.5 50,25 Mansselder Bergbau......... 0 Kokswerke................0 Phönix Bergbau............. 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl .................. 0 Vereinigte Stahlwerke........ 0 Olavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdctsurlh.....714 F. G. Farben-Induskrte....... ? Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ..... 0 Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschast.............0 23 5 32 186.5 73,75 12 107,5 149 114,75 166 41,13 47 25 52,5 39 66 27,75 43 33,5 19,75 24 10.5 157 180,5 136,5 59,75 1 149,5 23 29,75 185 73 29.75 10,75 107 107.5 148 112 165 40 46 52,5 38 27,5 41 34 19,5 23.5 36,9 10,25 156 181 134 1 151 23 66 31.75 185.5 73.5 30,25 10-75 107,5 149,75 115 41 47.5 53 56,5 92,75 27,75 42,75 33,75 19 110.5 23,75 37 26 10,13 158,5 180 136,5 I = 22.5 63,75 30 184 71,65 29 25 10 5 107,5 107 147.5 112,4 39 5 45,13 - 90.25 27.13 41,4 32,5 99 23,25 36,25 25,5 10,4 156 182 135 17,5 150 Tesgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% eljem.8% Hess. Vvlksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschast................ 0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 A.E.G...................... 0 Bekula.....................0 Elektr. Lieferungsgesellschast... 6 Licht und Kraft ............ G Felten L Guilleaume......... 0 Gesellsch.s.Elektr.Untemehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Schuckert L Co...............5 Siemens L Halske.......... 7 Lahmeyer L Co............. 10 Buderus ........... 0 Deutsche Erdöl.............. 4 6% He». Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6V*% Hess. Landes-Hypotheken» bank Darmstadt Lioui....... Oberhellen Provinz-Anleihe mit Auslol.-Rechten ............. Deutsche Komm. Gammclabl. An- leihe Serie 1 mit Auslol.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6,/z% ehem. 4>/2% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psaudbriese....... Philipp Hohmann ...........0 Zementwerk Heidelberg ......0 Cementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhoscr ....... o Alu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zcllstvss Waldhos ............ 0 Zellswfs Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum...........0 Oreustein & Koppel..........0 Leonhard Tietz .............. 0 Chade......................10 Aecumulatoren-Fabrtk........0 Conti-Gummi............... 0 Griyner.................... 0 Maiukraftwerke Höchst a,M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 b'/,% ehem. 4'/.% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse..... 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs 4% Oesterrelchilche Goldrenre... 4,20% Oesterreichifche Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 4i/2% bc°fll. von 1913.......... Harpener................... 0 Huesch Eisen—Köln-Reuessen .. 0 Ilse Bergbau ............... 6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............... 0 Mannesmann-Röhren........0 »% äbgesl' Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 7-Sepiember 8. September Amtliche Jloticrunq Amtliche Notierung wie Arie Geld Drie HelsingsorS.. 5.854 5,866 5,849 5,861 Wien....... 47 95 Prag....... 12,42 12',44 12^42 12^44 Budapest ... — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,03 169,37 169.08 169.42 Oslo....... fifi 4R Kopenhagen. 59'14 59.26 59,19 59,31 Stockholm... 68,28 68,42 68.28 68,42 London ..... 13,23 13,27 13.24 13,28 Buenos Aires 0,928 0,932 0.928 0,932 Reuyork.... 2,902 2,908 2,917 2,923 Brüssel..... 58,49 58,61 58.49 58,61 Italien..... 22.11 22,15 22,10 22,14 Paris ...... 16.435 16 475 16,425 16.465 Schweiz .... 81.07 81,23 81,00 8116 Spanien.... 35.04 35.12 35.04 35,12 Danzig..... 81,62 81 78 81,57 81,73 Japan ...... 0,774 0.776 0,774 0.776 Rio be Jan. . 0,241 0.243 0.241 0.243 Jugoslawien. 5,295 5,305 5.295 5.305 Lissabon.... 12,71 12,73 12,71 12,73 Berlin, 8.September Geld »rief Amerikanische Roten.............. 2,87 2,89 Belgische Noten.................. 58.33 58,57 Dänische Noten ................. 58,93 59,18 Englische Noten ................. 13,20 13.26 Französische Noten............... 16,385 16.445 Holländische Noten............... 168,66 Ifiq 3a Italienische Noten................ 21,98 22,06 Norwegische Noten .............. 66.42 66,68 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 68,11 68,39 Schweizer Noten................. 80.82 81,14 Spanische Noten................. 34,91 35,05 Ungarische Notes................