!*Re„ Nr. 184 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 9. August 1933 nt (Es bflrfte aus biejtr siy des französischen Schutzes und der Unterstützung iftelkn {ein, axvto l ,rd) Geld und Waffen erfreuen. lebung auch b\t S)ttren» Das Abkommen zwischen Danzig und Polen K ü n st l e r und der ehe> big SPD.-Abgeordnete Franz malige Reichstags- und Landtaasabgeordnete, lang, jähriger Fraktionsführer der SPD. im Preußischen _ ZranlfvU^l 8.Wfl :xn JKiVDerKanDniHcg offen, wohingegen die Prüfung auf das Versailler Diktat die D e - Landtag f) eil mann, in das Konzentrationslager Oranienburg eingeliefert war- den. Heilmann ist besonders unrühmlich heroorge- d. "zW 58,48 61,8» 13,86 1 4«5 Ä,41 21,97 69,76 kreibt, Hütte gewünscht, daß sich Frankreich bei Itr Demarche aus den Versailler Vertrag Abrufen hätte. Mit Verlaub, das wäre noch u n - •gc 1 i d t e r gewesen, denn durch die Fehlbe- •n’wng aus den Viermächtepakt bleibt den Fran- ai'ei immer noch der Rückzug eines bedauer- nt1,87 13,93 1,932 3,093 58.76 22.14 M95 81,38 35- 81-83 0.8 0,246 5,205 12.69 ifnold1- 6r|d)etnt lügtlch, autzei Sonntag» unb Feiertag» Beilagen: Die Illustriert, Vießener Familienblättet tz^imat im Bilb Die Scholl» Dlonats-Beingsprets: Mit 4 Beilagen RM. Ub vhne Illustriert» . 1.80 Lustellgedühi . -25 Auch bei Nichterscheinen ■on einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüste enter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. 12,42 'M 58,72 62,12 13.2 16-465 170,” 22.95 70.04 ör^e geschästslos. Aug. An der Abendbörse vollkommen, unb ba auch i Surje, aber sehr ruhiges >ar von dieser Seite kein e Kurse hielten sich etwa j, JG.-Farben unb AE«. brigft ein, Farben waren würben Mbesitz und Neu- auch späte M*lb- behauptet. Von fremden ent Schweiz. Andesba n ne von 1934 lagen 0,13 seit sieben Wochen keine » Durchschnitlskurs der 86 Prozent«. Neubesihan- ,e 78, Lchutzgebietsan echr Lent Stahlverem 61,^ S für Brauinbuftnt Buderus 69,75, W1 Jn 126,13, Mannesmann -onl, SUMM! 158, E .ff 05 M-Farben 13U.-7 MetallgeMchaft 52, sie- ri"Vn?ar Europa, M*1! («tagen ,7 Jroml ber 20, orloftenburg erfolgreid). ?s über 100 Meter «“«WStollnn ■ 2ie abjMiehenbe La, Me sich Hellas Magbe- uh bilbete eine Rebe bes hax, an bie sich bas ' Harst-Wessel-Lieb an. Frankreichs Intrige gegen den Viererpakt. Oie Vorstellungen wegen her deutsch-österreichischen Beziehungen nur Mittel zum Zweck Oer Abschluß des Iungfaschistenbesuchs in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. 1, 8. Aug. Die heute in Frankfurt weilenden Iungfaschisten hatten sich für ihren Aufenthalt ein recht umfangreiches Programm vorgenommen, das sie mit militärischer Genauigkeit innehielten. Nachdem sie sich von der Reise im „Haus der Iugend" erfrischt und das Mittagsmahl eingenommen hatten, fuhren die jungen Italiener zum Opernplah, von wo aus sie unter Dorantritt ihrer Kapelle zum Palmengarten marschierten. Dann folgte eine Besichtigung des R ö in e r s und der A 11 st a d t. Es schloß sich ein Essen in der Römerhalle an. Den Abschluß des Frankfurter Tages der Iungfaschisten bildete der gemeinsame Besuch der R ö - merberg - Fe st spiele, wo heute abend Schillers „Iungfrau von Orleans" in Szene ging. Reben den Vertretern der Partei und der Stadtverwaltung war auch der Oberpräsident der Provinz Hessen-Rassau Prinz Philipp von Hessen zu dieser Ausführung erschienen. Zu Beginn begrüßte Generalintendant Meißner die italienischen Gäste. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Iungfaschisten gerade der Aufführung der „3ungfrau von Orleans" beiwohnen könnten, da in diesem wunderbaren Schauspiel der Dichter die Kraft der Ration zum Siege erhebt. Das Werk Schillers verleihe dem Willen des deutschen Volkes zur Einheit und Tugend Ausdruck, es sei deshalb gerade heute von symbolischer Bedeutung für unser Volk. Der heutige Abend solle dazu beitragen, die innere Verbundenheit mit dem italienischen Volke zu festigen und weiter zu vertiefen. Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf die Iugend. Die italienischen Gäste folgten dem sich darauf abrollenden Spiel mit lebhaftem Interesse und spontanen Beifallskundgebungen. Rach dem KrönungsAug begaben sich die Iungfaschisten zum „Haus der Iugend" zurück, um sich für die morgige Rheinfahrt auszuruhen. Morgen gegen 8 Ühr etwa werden sie mit dem Sonderzug nach Bingen Weiterreisen, von wo aus sie gemeinsam mit einigen Tausend Hitler- jungen eine Rheinfahrt nach Bonn unternehmen. Schultze, als Vertreter des Oberbürgermeisters an, daß die letzten 8000 Wohlfahrts-Erwerbslosen Königsbergs bereits am Montag alle in Arbeit und Brot sein würden. Auflösung der preußischen HilsSpolizei. Berlin, 8. Aug. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident und Minister des Innern Goring die Hilfspolizei, nachdem sie ihrer Zweckbestimmung in vollem Umfange gerecht geworden ist, mit dem 15. 21 u g u ft aufgelöst. Eine weitere Ausbildung findet daher nicht mehr statt. Die bisherigen Runderlasse treten mit dem Ablauf des 15. August 1933 außer Gültigkeit. Oer Gewaltakt gegen die deutschen Saarturner. Berlin, 8. Aug. (ERB.) Zu den E n t l as s u n - gen deutscher Bergarbeiter im Saargebiet wegen ihrer Beteiligung am Deutschen jurnfe in Stuttgart erfahren wir von maßgebender Seite, daß die zuständigen Stellen der Reichsregierung mit der Nachprüfung der Angelegenheit beschäftigt sind. tag. e,h[»«n. M 11e übrrdenVersailler Friede ns- tt'itrag eröffnet hätte, was Frankreich in bie- ‘fei Augenblick, wo die Revisionsansprüche kvm'solinis bereits in aller Form angemeldet sind, ■Nimmt nicht angenehm fein kann. Auch für die iF^nzosen wäre es das Beste, alles zu tun, um Bi?’ c unrühmliche Angelegenheit so schnell wie ro?giid> vergessen zu machen. Botschafter Dr. Luther in Paris. 3 a r i s, 8. Aug. (WTB.) Der deutsche Botschafter :n Washington, Dr. Luther, ist heute abend im ^lic?;eug, aus Berlin kommend, auf dem Flugplatz 2 8 ourget eingetroffen. öte tranzösischen Hetzer noch nicht befriedigt! r r i s, 8. Aug. (WTB.) Mit dem Prädikate Unfreundlich" und seinen Steigerungen wird die '«tische Antwort auf die Demarchen Frankreichs iiti Englands von der Abendpreffe belegt, die dar- iib.'r lamentiert, daß Deutschland nur an Frank- >' eich s Adresse Vorwürfe richte, obwohl )Er gl a n b doch den gleichen Schritt unternommen Königsberg als erste Großstadt steivonWohIsahrtserwerbslofen Königsberg, 8. Aug. (TU.) Bei einer Feier in der Stadthalle für Königsbergs Opfer der Arveit .kündete am Dienstagnachmittag der Dezernent für bas Königsberger Wohlfahrtswejen, Stadtrat Dr. Berlin, 9. Aug. (ERB. Funkfpruch.) Die nationalsozialistische Regierung der Freien Stadt Danzig hat mit der am 5. August erfolgten und gestern in der Volks- tagssitzung bekanntgegebenen Paraphierung eines Staatsabkommens über die Hafenfrage und eines ilebereintommenö über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger in Danzig eine po - litilche Aktion mit bemerkenswerter Schnelligkeit zu Ende geführt, die durch den am 3. Iuli erfolgten Staatsbeluch des Senatspräsidenten Dr. Rauschning in Warschau eingeleitet wurde. Im Sinne der am 23. Iuli abgegebenen Regierungserklärung und entsprechend den neuen Grundsätzen einer internationalen Kooperation auf der Basis unmittelbarer Verhandlungen wurden hier Probleme gelöst, mit denen sich alle Instanzen des Völkerbundes feit mehr als drei Iahren ergebnislos befaßten. Die in dem Hafenabkommen festgelegte Berpflichlung der Republik Polen, „unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Rückgang des seewärtigen Verkehrs, der gegenwärtig über öen Hafen von Danzig geht, unter Berücksichtigung der Quantität und Qualität der Waren zu verhindern", erneuert die Bestimmungen des Pariser Vertrages von 1920. Da es sich aber diesmal um eine direkte freiwillige Verständigung der zwei selbständigen Staaten handelt, so ist die von dem Senatspräsidenten ausgesprochene Erwartung berechtigt, daß die neuen Abmachungen tatsächlich der Anfang der (Befamlbereinigung im Geiste gegenseitiger Offenheit sind. Die Bestimmungen des Liebereinkommens über die Behandlung polnischer Staatsangehöriger und anderer Personen polnischer Herkunft oder Sprache aus dem Gebiet der Stadt Danzig" zeigen, daß die nationalsozialistische Danziger 'Regierung gewillt ist, wie bisher die Beziehungen zu Polen in jenem Geist der Loyalität und Achtung vor dem Volkstum anderer Rationen fortzuführen, an die der 'Reichskanzler in seiner Rundfunkansprache an die Danziger Volksgenossen vom 27. Mai ausdrücklich erinnert hatte. Die nunmehr paraphierten Abmachungen beseitigen nicht nur die Erschwerungen des Danziger Wirtschaftslebens, Hieraus ergebe sich aber nicht, so meint das Blatt, daß deutscherseits ein nationalsozialistischer Sieg in Oesterreich als Vorspiel zum Anschluß erwartet werde. Es gebe in Danzig eine nationalsozialistische Regierung, die von der nationalsozialistischen Reichsregierung völlig unabhängig sei, und es bestehe kein Grund, weshalb dieselbe Lagenicht auch inOe st erreich eintreten sollte. Erwähnt sei schließlich noch, daß der politische Korresponbent der „Evening News" seinen Bericht mit der Bemerkung abschließt, es bestehe Grund zu der Annahme, daß die deutsche Regierung wirklich die Absicht habe, zu vermeiden, irgend etwas wie einen Zwischenfall zu provozieren. Oesterreichs Rüstungspläne von Frankreichs Gnaden. Paris, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der römische Korrespondent des „T e m p s" b e ft r e i t e t, daß Oesterreich den Antrag gestellt habe, den Effektivbestand seines Heeres um weitere 18 OOO Mann zu erhöhen. Vielmehr wünsche Oesterreich keine Aenderung der bestehenden Vertragsklauseln, die das österreichische Heer auf etwa 22 000 Mann festsetzen, doch sei es der Ansicht, daß nur für einen Teil feines kleinen Heeres die Dienstzeit auf 10 bis 12 Jahre ststgesetzt bleibe und daß ihm durch ein Rekrutierungs - und Aus- hebungssystem init 6 - dis 12monatiger Dienstzeit die Möglichkeit gegeben werden müsse, seine Staatsangehörigen in größerem Umfange als bisher militärisch auszubilden. Oesterreich wünsche ferner, daß für die H e i m w e h- r e n ein reguläres Statut geschaffen werde, damit diese als Heeresreseroe und eventuell innerhalb der Polizei im Falle revolutionärer Umsturzversuche von links oder rechts einschreiten könnten. Ein Zwischenfall an der bayerisch-österreichischen Grenze. M ü n ch e n , 8. Aug. (WTB.) Die bayerische Politische Polizei teilt mit: Aus bisher nicht bekannter Ursache entstand in den Morgenstunden des Montags an der deutsch - österreichischen Grenze, und zwar in der Nähe des Hechtsees bei Kieferselden, zwischen österreichlschenHeimwehrange- hörigen und einer Gruppe noch bisher unbekannter Personen eine Schießerei, wobei ein Heimwehrmann tödlich verletzt wurde. Die bayerische Politische Polizei hat alles veranlaßt, um die Schuldigen zu ermitteln und sie der Bestrafung zuzuführen. ? ben Xitel in 'S h„!5H esse lonientr l 'e,ne bQ 1 rte > 2:22,8 Q n, bet N°I. 1 bracht^ b"N Hellas iqbJü lner L-M :MU oft^korde jdjuf et ft, “H* 15 Setun. 1500 Meier um 9,5 6e. die erst durch eine am 15. Mai erlassene polnische Verordnung zur Behinderung des Danziger Warenverkehrs nach Polen verschärft wurden, sondern sie bilden, wenn der bisher bewiesene aufrichtige W i Ile zur Verständi- g u n g auch von beiden Vertragsparteien fernerhin getätigt wird, eine geeignete Plattform zur positiven Gestaltung der Danzig- pol Nischen Beziehungen und damit zur Sicherung des Friedens im osteuropäischen Raum. ,,E n außerordentliches Entgegenkommen der Oanziger Regierung." Berlin, 9. August. (ERD. Funkspruch.) Das gestern zwischen Danzig und Polen abge- schlossene Uebcrcinfommen stellt, wie in hiesigen politischen Kreisen betont wird, ein außerordentliches En tgegenkornrnen der Danziger Regierung dar. Die Verpflichtung, vorläufig auf die Weiterverfolgung des Streites in der Hafenangelegenheit vor dem Haager Gerichtshof zu verzichten, ist ein ganz außergewöhnlicher Beweis für den ernsten Willen der Danziger Regierung, eine gute Zusammenarbeit mit Polen zu erreichen. Ein solches Entgegenkommen kann aber selbstverständlich nur an die Voraussetzung gebunden fein,_ daß es wirklich zu einem für beide Teile erträglichen modus vivendi kommen wird und muh weiter von der Erwartung getragen fein, daß Polen das Abkommen genau so durchführen Dird, wie es die Danziger Regierung selbstverständlich durchführt. habe, und mit schlecht verhehlter Fassungslosigkeit fragt, was nun geschehen solle. Verschiedene Blätter erklären, ohne bisher dementiert worden zu sein, daß der Generalsekretär des Quai d'Orsay Leger eine telephonische Unterredung mit dem in der Sommerfrische weilenden Außenminister Paul-Bon- c o u r und anschließend eine längere Aussprache mit Ministerpräsident Daladier gehabt habe. In den Regierungskreisen sei man, so wird in diesem Zusammenhang behauptet, von der Notwendigkeit eines eneraiscyen Schrittes überzeugt. Eine vorherige Fühlungnahme allerdings mit England scheint der Presse umso mehr geboten au sein, als in einer Londoner Meldung der Havas-Agentur darauf h.n- gewiesen wird, daß man in offiziellen englischen Kreisen zuwarten wolle angesichts ber Berliner Andeutungen, daß man sein Bestes tun wolle, um künftig Zwischenfälle zu vermeiden. Der „ I e m p 5 ,y will aus dem deutschen Kommunique keine klipp und klare Absage, was den Inhalt der Demarche anlangt, herauslesen, sondern nur eine Bestreitung des freundschaftlichen Charakters dieser Demarchen. Auf die deutschen Argumente, beispielsweise betreffs des Straßburger Senders, einzugehen, lehnt der „Temps" natürlich ab mit der fadenscheinigen Begründung, daß jede Vergleichsbasis fehle. Das Blatt, das in Verkennung des Viermächtepaktes das Ergebnis der Demarche eine erste enttäuschende Probe auf dieses Abkommen nennt, fragt zum Schluß in verhüllt drohendem Tone, ob man aus dem Verhalten Deutschlands folgern solle, daß ihm gegenüber andere Prozeduren und Diskussionsmittel künftig angebracht seien. Das ewig hetzende „Journal des D 6 bat s", das Oesterreich zu seinen Schritten ermuntert, erwartet von Ministerpräsident Da la di er die eindeutige Erklärung an die Adresse Deutschlands, daß Frankreich sich mit allen Mitteln a l l e n A n- schlußplänen widersetzen werde. Warum nicht auch in Oesterreich? L o n d o n, 8. Aug. (ERB.) Die d e u t s ch - ö st e r- r e i d) i f d) e n Beziehungen, die weiterhin das Hauptgesprächsthema der politischen Kreise sind, werden auch in der Abendpresse unter Bezugnahme vor allem auf die Berliner amtliche Mitteilung und die deutsche Antwort auf die Vorstellungen der diplomatischen Vertreter Frankreid)s und Großbritanniens in Meldungen und Leitartikeln ausführlich behandelt, ohne daß sich aber neue Gedankengänge fänden. Bemerkenswert ist nur eine Darlegung im „Evening Standard", der es unsinnig nennt, anzunehmen, daß die deutschen N a t i o • nalsvAialisten ihre Sympathie für bie öfter» reichischen Nationalsozialisten und ihr Interesse an deren Ergehen a u f g e b e n könnten. (tient, das die Gefahr bannen könnte, wenn frantreid) sich nur dazu verstehen würde, ihn mit icm Geist zu begreifen, der ihn ge- Ili) affen hat. Aber das will Frankreich nicht, ^iiinfreid) erkennt wohl die große Bedeutung des lliermächtepaktes, die schon in der nächsten Zukunft tom größerer Aktualität werden kann, und Jrcir in einer Weise, daß Frankreich sich, wenn es in feiner Politik sesthalten sollte, nicht gegen die Be- simdigung wird wehren können, den Geist des Vier- vichtepaktes verletzt zu Haden. Darum mußte in Grund gefunden werden, den Viermächtepakt sd) o n vorher für irgend etwas in Anspruch zu tarnen, wenn es sich dabei auch nur um eine An- ( szenheit handelt, wie die der deutsch-österreichi- faeai Frage. Weil Italien in dem Biermächtepakt na a s ganz anderes sieht, als Frankreich Jir nus zu machen sucht, hat Italien auf die Teil- uh,me an der Demarche in Berlin verzichtet in bi mit seinen Gründen erfreulicherweise nicht hin- jir dem Berge gehalten Italien und Deutschland in dem Viermächtepakt die Grundlage einer friedlichen Verständigung Zwisten den Völkern Europas, Frankreich aber will ihn er Polizeiknüppel gebrauchen. Oas einzig Erfreuliche an der Angelegenheit ist, tiix die Franzosen ihren Mißgriff einsehen, lei- fcr nur um einen Tag zu spät. Die einsichtigen sianzosischen Blätter geben unumwunden zu, daß ic Berufung auf den Viermächtepakt ein M i ß - :Ortff war. So schreibt ein Blatt: „Das Vier- i.icite-Abkommen hat nichts mit der österreichisch- tlgen und die große Wendigkeit, über die sie da- bi: verfügen. Auch dieser groteske Schritt in Berlin ließt auf der französischen Linie. Das deutsch, isßerreichische Verhältnis spielt dabei nur die geringere Rolle. Aber der V i e r m ä ch t e p a k t hat 13 den Franzosen angetan. Sie wollten itbern Mächten bei der Inanspruchnahme des Vier- ucichtepaktes zuvorkommen, gewissermaßen seine Diilkürliche Entwertung herbeiführen. Als Mussolini den Gedanken des Viermächte- »alles in bie Debatte warf, schwebten ihm dabei bis großen politischen Ausgaben vor, die Europa über kurz oder lang zu lösen haben wird. Ruffolini wollte das freundschaftliche Einvernehmen icc vier Großmächte in allen Fragen, die sie gemeinsam berühren, d. h. In ollen europäischen fragen. Durch die Bindung auf eine freunb» id)cftltd)e Einheit wollte er ben Konfliktsgefahren rntbeugen, bie leicht zu Verwicklungen führen fön- neii, und der europäischen Gefahr begegnen, die dar- n liegt, daß z. B. Frankreich durch seine starre Sirbung an seine Iranbanten in zu starke Abhängig- Hit von ben kleinen Staaten gerät. Die sranzö - ische Politik erhebt zwar ben Anspruch auf bie iähruna in Europa, aber sie ist in ihren Ent- o) 1 ü f | e n nicht mehr frei, weil alle (Ent- NS treten als Freund non Bormot und Sklarek, mit denen er engste Fühlung hatte. Zum Empfang der drei Volksverführer ist die gesamte Belegschaft des Oranienburger Konzentrationslagers geschlossen angetreten. Als A u s g l e i ch für die Inschutzhaftnahme der drei Volksverführer find sechs verführte Arbeiter aus dem Konzentrationslager Oranienburg entlassen worden. Auf der Flucht erschossen. Detmold. 8. 2lug. (WTB.) Der ehemalige Redakteur des „Volksblattes" in Detmold und frühere Privatsekretär des 1919 in München erschossenen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner, Felix Fechenbach, sollte gestern im Kraftwagen nach einem bayerischen Konzentrationslager gebracht werden. Unterwegs unternahm Fechenbach einen Fluchtversuch. Als er auf mehrmaligen Haltruf der Begleitmannschaft nicht stehen blieb, feuerte die Begleitung hinter dem Fliehenden her. Eine Kugel traf Fechenbach tödlich. Entlassungen auf dem Heuberg. Stuttgart, 8. Aug. (WTB.) Wie von würt- tembergischer amtlicher Seite mitgeteilt wird, beherbergt das württembergischeS ch u tz h a s t- lager H e ub e r g jetzt nur noch 400 württember- gische Schutzhaftgesangene. Aus der Erkenntnis heraus, daß die Masse der Verführten ihren falschen Weg eingesehen hat und eine weitere Inhaftierung daher ein Unrecht an ihr bedeuten würde, glaubt die Leitung der Politischen Polizei eine groß- zügige Freilassung verantworten zu können. Sollte das Vertrauen, das hiermit in die beteiligten Kreise gesetzt ist, mißbraucht werden, so daß die Inhaftierung Rückfälliger sich als not- wendig erweisen sollte, so haben die Betroffenen die rücksichtslosesten Maßnahmen gegen sich zu gewär- tigen. Kleine politische Nachrichten. Der preußische Kultusminister hat eine Verfügung erlassen, wonach in den preußischen Schulen sich Lehrer und Schüler gegenseitig und untereinander mit Handheben x u grüßen haben. Es werde von jedem Deutschen erwartet, daß er diesen Gruß ohne Rücksicht darauf, ob er Parteimitglied sei oder nicht, als Symbol des neuen Deutschland anwende. Den Schülern wurde diese Verfügung zum Beginn des ersten Schultages nach den großen Ferien während der Schulanfangsfeiern bekanntgegeben. Das Linienschiff „SchleswigHolstein" ist am Dienstag mit dem Flottenchef Vizeadmiral G la di sch an Bord unter Führung des Kapitäns z. S. Gotting von seiner Nordlandreise in den Kieler Hafen zurückgekehrt. Das Schiff weilte bekanntlich zu einem offiziellen Besuch in Gotenburg in Schweden. Einem Aufruf des Ehrenpräsidenten der Deutschen Beamtenschaft, Sprenger, folgend, hat die Deamtenabteilung der NSDAP, innerhalb der gesamten Beamtenschaft eine Sammlung für die „O p f e r d e r A r b e i t" in die Wege geleitet. Bor etwa drei Wochen konnten bereits 150 000 Mk. für die „Opfer der Arbeit" abgeführt werden. Weitere 150 000 Mk. sind überwiesen worden. Die Sammlung dauert fort. * Die dem Arbeitgeberverband Düsseldorf, Benrath, Reisholz, Hilden angeschlossenen Fabrikanten und Unternehmer haben 3 Millionen Mark für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit zur Verfügung gestellt. Gespannte Lage in Irland. Die innerpolitische Spannung im irischen Freistaat hat in der letzten Zeit erheblich zugenommen. Es gibt jetzt dort vier verschiedene Armeen, nämlich 1. das reguläre Heer, 2. die Irische Republikanische Armee, die aus Anhängern De Valeras besteht, 3. die Nationalgarde (Blauhemden), deren Mitglieder zu Cosgraves Oppositionspartei gehören, und 4. eine neue Streitmacht, deren Bildung mit Genehmigung des Iustizministers und des Verteidigungsministers erfolgt ist. Sie fetzt sich ausschließlich aus Leuten zusammen, die an dem Aufstand von 1916 und an dem Bürgerkrieg von 1922 teilgenommen, haben. Diese Bürgerwehr hat während des Wochenendes das Parlament und alle Regierungsgebäude besetzt. General O ' D u s s y erklärte, er erwarte, daß die Regierung sofort nach der Vertagung des Parlaments mit Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Opposition beginnen werde. Der General sagte außerdem, er sei entschlossen, mit seinen „Blauhemden" trotz des Verbots der Regierung am nächsten Sonntag die geplante Parade zu veranstalten. Inzwischen sind Gerüchte über Schritte zur Beendigung des Wirtschaftskrieges mit England wieder aufgetaucht. In diesem Zusammenhang wird ein Besuch erwähnt, den der südafrikanische Finanz- Minister Havenga am Samstag bei De V a - I e r a abstattete. Die Spannung in Irland ist dadurch verschärft worden, daß die irische republikanische Armee einen großen Gegenschlag gegen d i e fascki- stischen Blauhemden im Schilde führt. Abteilungen der republikanischen Armee beabsichtigen angeblich, die auf den kommenden Sonntag ange- setzte Massenparade der Faschisten in Dublin dadurch zu verhindern daß sie die Faschisten in allen Teilen Irlands mit Gewalt daran verhindern wollen, nach Dublin zu reifen. Dieser Plan habe große Beunruhigung in den irischen Regierungskreisen hervorge- rufen. Der Faschistenführer, General O'Duffy, hat erklärt: „Wir werden das Regierungsoerbot mißachten und in unseren Blauhemden marschieren." Oie Ziele der Blauhemden. Dublin, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) General O'Duffy, der Führer der „Nationalen Garde" genannten Blauhemden-Organisation, gab gestern eine Erklärung über seine politischen Pläne ab. Er sei davon überzeugt, daß die Zahl der Mitglieder seiner Orgnisation sich bis Ende des wahres verzehnfacht haben werde. Es stehe den neuen Mitgliedern frei, jeder politischen Partei • anzugehören, wenn sie sich verpflichteten, innerhalb dieser politischen Parteien für die „Nationale Garde" einzutreten. Als Ziele der „Nationalen Garde" bezeichnete O'Duffy die nationale Sammlung, Beseitigung der Parteipolitik und entschlossenen Kampf gegen den Kommunismus. Eine derartige Politik würde nach seiner Ansicht auch am besten geeignet sein, die friedliche Bereinigung von Süd» und Nordirland herbeizuführen. Ausschreitungen einer verhehtenMenge Dublin, 9. Aug. (WTB.-Funkspruch.) Gestern abend kam es im Zentrum der Stadt anläßlich einer Ballfestlichkeit der „Blauhemden" zu ferneren Ruhestörungen. Vor dem Gebäude, in dem die Festlichkeit stattfand, hatten sich schätzungsweise 5 0 0 0 Menschen eingefunden, die Schmährufe gegen die eintresfenden Blauhemden ausstießen. Die Menge warf auch mit Steinen gegen das Haus. Zahlreiche Personen wurden verlekt. Die Polizei unternahm einen Angriff mit dem Gummiknüppel und drängte die Menge zurück. Als der vormalige Präsident Eos- graue eintraf, zeigte sich, daß fein Wagen durch Steinwürfe beschädigt war. Oie Unruhen ans Kuba. Havanna, 9. August. (WTB. Funkspruch.) Während sich in Havanna selbst die Ruhestörungen nur noch vereinzelt wiederholt haben, wobei zwei Polizeibeamte getötet und zwei andere durch Schüsse verletzt wurden, kommen aus de m Innern der Insel Kuba Nachrichten über schwere Zusammenstöße, die mehrere Tote forderten. Das Militär in Havanna ist in die Kasernen zurückgezogen worden. Neutrale Beobachter der Lage sind der Meinung, daß Präsident M a ch a d o sich heute entscheiden müsse, ob er einen Vorschlag des Botschafters der Vereinigten Staaten, die Insel zu verlassen, nachkommen oder den Revolutionären weiter entgegentreten will, was eine Intervention der Vereinigten Staaten zur Folge haben würde. Aus aller Welt. Kunst und Wissenschaft. Dreißig fremde Nationen in vayreuth. In Bayreuth sind bisher rund 2000 Aus- länder angckommen, und der Fremdenzustrom nimmt weiter zu. Am stärksten vertreten sind, wie der Preußische Pressedienst der NSDAP, berichtet, die Amerikaner. Ihnen folgen die Engländer, dann die Schweizer, die Franzosen, Holländer, Italiener, Oesterreicher und Belgier. 3 0 verschiedene Nationen sind in Bayreuth versammelt. Aus Llebersee kamen Gäste aus Japan, Indien, Algier und Kanada. Der IHaler Karl hagemeister f. In Werder an der Havel ist Professor Karl Hagemeister, der Maler der Mark, im Alter von 85 Jahren gestorben. — Hagemeister entdeckte vor einem halben Jahrhundert die Eigenart der märkischen Wälder und Buchten des Havellandes. Die Nationalgalerie in Berlin veranstaltete noch vor wenigen Monaten zum 85. Geburtstag des Künstlers eine Ausstellung seiner Werke. Lin neues Drama Gerhart Hauptmanns. Wie die „DZ. am Mittag" aus Hiddensee meldet, hat Gerhart Hauptmann ein neues Bühnenwerk „Die goldene Harfe" fertiggestellt und zum Vertrieb an die Bühnen frei gegeben. Gerhart Hauptmann hegt den Wunsch, daß die Uraufführung in Deutschland stattfindet. Das Werk spielt in der Zeit nach den Freiheitskriegen. Es behandelt den Streit zweier Brüder aus adligem Geschlecht um dieselbe Frau. Neues von Friedrich Schnack. Friedrich Schnack veröffentlichte in der Schriftenfolge „Bekenntnisse, Lebens- und Seelen- bilder heutiger Dichter" bei der Gesellschaft der Bücherfreunde in Chemnitz ein Lebensbild „Hü- >Ar™Ufnr?f J2 ? c 9 e r". Gleichzeitig druckte dre Gesellschaft für ihre Mitglieder seine Gedichte Qu$ Tropen „Palisander" als Jahres- gäbe 1933. chweres Flugzeugunglück ereignete sich auf oem Flugplatz Milowic. Ein Flugzeug, das Schießübungen vorzunehmen hatte, stürzte aus einer Höhe von 400 bis 500 Meter in einer Kurve ab. Das Flugzeug wurde zertrümmert. Der Pilot und der Mechaniker fanden den Tod. Ein dritter Flieger- Unfall auf dem Flugplatz in Mlacky nahm einen glücklicheren Ausgang. Bei der Durchführung eines Uebungsbombarbements fiel offenbar infolge eines starken Windstoßes ein Korporal aus einem Flugzeug. Der Korporal benutzte den Fallschirm, der sich rechtzeitig öffnete und eine glatte Landung ermög- lichte. Deutsche Studenten besuchen den Kriegerfriedhof Langemarck. 250 deutsche Studenten, Teilnehmer des Aachener Studententag^, haben eine Fahrt zu den Kriegergräbern nach Flandern unternommen, wobei sie auch den Friedhof Langemarck besuchten. Die Fahrt wurde von Dr. Moka geleitet. Auf dem Friedhof hielt der Führer der Deutschen Studentenschaft, Gerhard Krüger, eine Ansprache. Bei der Kranz- meberlegung sprach auch ein Vertreter der bulga- Aschen Studentenschaft, der in seiner Rede hervorhob, Deutschland werde nie untergehen. »Gras Zeppelin" in pernambuco. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Dienstag um 20.10 Uhr (Greenwicher Zeit) in Per- nambuco gelandet. Die polnischen Ozeanslieger abgestürzt. Die polnischen Ozeanflieger Benjamin und Joseph Adamowitz, die vom Llohd-Dennet- Flugplah in Neuyork nach Harbour Grace auf Neufundland geflogen waren, sind bei ihrer Landung über dem Flughafen von Harbour Grace ab gestürzt. Die Flieger wurden dabei leicht V t und das Flugzeug beschädigt. Ihr Weiterslug ist daher noch ungewiß. Flugzeugunsälle in der Tschechoslowakei. Wahrend eines Uebungsflugs stürzte in der Nähe oon Prag em Jagdflugzeug ab. Offenbar war es nach einem Sturzfluge nicht rechtzeitig ins Gleichgewicht gebracht worden. Der Pilot sprang etwa 80 Meter über dem Erdboden ab. Da sein Fallschirm ich nicht öffnete, fand er den Tod. Ein zweites rhmprpc; ft l u n t p h n h n n I ü ti j. r Aus her Provinzialhauptstadt tjeDanuw »Hs Der -p "7 jst. md) I y ausg ' «nlfe W-. «»rhen menfunft Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Abenteuer im Engadin". **<5d)ulperfonalie. Mit sofortiger Wirkung wurde der Oberstudiendirektor an dem Ludwig- Georgs-Gymnasium zu Darmstadt, Dr. Otto Keiler, beurlaubt. ** Einbruchsdiebstahl. Der Polizeibericht meldet: In den Vormittagsstunden des Montags wurde in einem Hause in der Schubertstraße in zm«i Mansardenzimmern eingebrochen. Der Täter öffnm mittels Nachschlüssel die Zimmer und entnahm den Handtaschen, die auf dem Tisch lagen, insgesamt etwa 17 Mark. Personen, die sachdienliche Mitteilungen machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. },r)rilat d« A ! ^?ö d7seregeü w ! d der Landeskirä seichnung Lan Wit die Mlehr : ■rxarlamentorismulie Synode bMt i •> nom Prälaten 31 'm wählenden Abge 11 ezirken, die den sprechen, gewählt, 1 zeistliche und fünf v in Oberhessen für mb in Rheinhessen Lbgeordnete. Bei b rocht genommen w sand jeder Art und leit in einer ihrer ‘ h der Landessynw nufj ein Vertreter i Derben, falls ein so bet Lanbessynode a en Einvernehmen 1 Landessynode wird verhc . für die brei Wählte sichläge müssen bei bi Die vor kurzem für koloniale ' am Samstagabend il Lung im ftüufmännifa ab. Der Vereinsfü!)re die HJiiiglieber unb K hu der UBiebergemnni Vsut hin und betonte, jut NW gemacht' zu teilten, indem sie d halte, die Duzend mi daß, wenn es einei möglich wird, nach de lic koloniale Frage । len finde. Ä «rW xK" * W0" »SS hie ab Verte- nfl|iond|i «ätss ober einem M ooniu. 43on Paula Eigemann. Ich glaube, feiner ist fo befähigt dazu wie gerade wir Frauen, Licht und Sonnenschein aus allen Dingen, und seien sie noch so klein, herauszusuchen und zu finden. Wir wollen die Begabung dazu in dieser schweren Zeit besonders pflegen, daß wir unserer Umgebung Freude damit geben und schaffen können. Mehr denn je müssen wir Frauen heute auf dem Posten sein um unseren Innenbezirk, der ja unser Wirkungskreis im wahrsten Sinne des Wortes ist, so zu gestalten, daß er für den Mann, für die Familie überhaupt, der ruhende Pol, der Hafen der Erholung ist. Alle Sorgen, die uns mit dem Alltag in der ganzen Größe in unser Heim gebracht werden, nicht murrend zurückweisen, und sich müd machen gegen- emit ständiger Unzufriedenheit, sondern dem n, der ja den schweren Außenbezirk, den Lebenskampf draußen zu führen hat, zeigen, daß auch in jeder Last und Sorge ein Fünkchen Sonne steckt. Hinübersehen helfen über die hohe, dunkle Mauer, hinter der das Licht in wärmender Fülle strahlt. Wir Frauen find' in unserem Berus an endlose Kleinarbeit gewöhnt, die zudem noch in einem eintönigen Gleichmaß vertäust. Vielleicht sind wir gerade darum jo unermüdliche Licht- und Schönheitssucher, um für alle diese Arbeiten Schwungkraft und.Freude zu behalten. Wir wollen nur ja nicht lahm werden, immer und immer wieder geben zu können. Auf unsere Art mitzuhelfen das Leben zu meistern. Nur so denke ich mir ein gemeinsames Tragen des Schicksals, des Lebens überhaupt. Es ist gleich, ob das Leben den einen härter ober weniger hart trifft. Tragen müssen es die Menschen, die zusam- mengehören, doch geminsam. Und ist nicht das Leben leichter, erscheint alle Last und Sorge längst nicht so groß, wenn Sonne auf dem Weg ist? Wie und auf welche Art und Weise wir sie suchen und finden, ist gleich. Alle, aber auch alle können sich diese Sonne heranholen und genießen und das in ausgiebigstem Maße. Es bedarf keiner Kosten und keines besonderen Aufwandes dazu, sondern nur des guten festen Willens. Deutscher Opferwille. Welchen Erfolg hat die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit? So notwendig es an sich wäre, dem ganzen Volk vor Augen zu führen, was es bisher für seine Arbeitslosen geleistet hat — noch wär es verfrüht, eine Zwischenbilanz aufzustellen; verfrüht auch, heute bereits darüber zu urteilen, ob der eine Berufsstand mehr geleistet hat als der andere und ob gewisse Kreise überhaupt abseits stehen. Dazu ist später noch Zeit. Eins aber steht schon heute fest: Der Appell an die Opferbereit» schäft breiter V 0 lksmafsen war nicht vergeblich. Die letzten Wochen sind reich an Beispielen freudiger Selbstentsagung zugunsten der großen nationalen Ziele. Gerade die Armen opferten für die Aerrnsten; wer noch Arbeit und Verdienst hatte, gab vom knappen Lohn für die Erwerbslosen. Wir vertrauen darauf, daß auch in Zukunft d i e Opferbereitschaft nicht erlahmt Wir hoffen, daß auch die vom Strom erfaßt werden, die bisher beiseite standen. Es sind gewiß nicht alles Drückeberger, die bis heute untätig blieben, obwohl auch solche, wie bei jedem Kampf, nicht fehlen. Welcher Deutsche aber wagt es, beiseite zu stehen, wenn er sieht, daß selbst Rentenempfänger und Invaliden ihr Scherflein am Altar des Vaterlandes opfern? Wer möchte sich aus der Gemeinschaft des aufbaufreudigen und opferwilligen ooites ausfchließen, wenn der ärmste Arbeiter für die Spende gibt? Prüfe jeder, ob er fein Handeln vor feinem Gewissen und seinem Volk verantworten kann! Und nicht nur den Einzelnen geht die Spende an. Auch Vereine, Verbände, Gesellschaften, Gemeinschaften, Anstalten und Stiftungen, können dazu beitragen, die Massennot der Erwerbslosigkeit in Deutschland wirksam zu bekämpfen. Glaube keiner, der heute etwa einer Aktiengesellschaft, einem Sportverein, einem kulturellen Verband oder einer sonstigen Organisation vorsteht, er dürfe für die Spende nichts abführen, weil es in den Satzungen nicht vorgesehen ist. Gewiß: in den Satzungen vieler Organisationen ist genau umgrenzt, für welche Zwecke Mittel aus dem gemeinsamen Vermögen verwendet werden können. AbersollmanwegenformalerVvr- schriften wertvolle Kräfte vom Auf- bau f e r n b a 11 e n? Nein! Deshalb hat das Reich ausdrücklich bestimmt, „daß eine Spende für die nationale Arbeit in jedem Falle eine zu satzungsmäßigen Zwecken geleistete Ausgabe ist" (Durchfüh- rungsoerorbnung zum Arbeitsspendengesetz 00m 24. 7. 1933, § 64, Reichssteuerblatt 1933 Nr. 35, * Seite 752.) Es gibt also keine Vorschriften, die Gesellschaften, Vereine und Verbände hindern könnten, ebenso zu opfern, wie Tausende bereits geopfert haben. Deutsches Erntedankfest am 1. Off ober. Das Erntedankfest soll in diesem Jahr auf einer breiteren Grundlage als sonst gefeiert werden. Das ganze deutsche Bolk wird aufgerufen, sich daran zu beteiligen, in erster Linie das deutsche Bauerntum. Voraussichtlich werden überall grofre Festgottesdienste stattfinden, bei denen zum Ausdruck kommen wird, daß sich das deutsche Volk in feiner Gesamtheit dem Schöpfer und Erhalter aller irdischen Güter und Gaben in Dankbarkeit verpflichtet weiß. Festliche Umzüge und volkstümliche Spiele werden das Programm im übrigen bilden. Es ist damit zu rechnen, daß der 1. Oktober hinter dem l.Mai nicht zurückbleiben wird. Daten für Donnerstag, 10. August. 955: Otto der Große schlägt die Ungarn auf dem Lechfelde: — 1792: Revolution in Paris: Erstürmung der Tuilerien; Absetzung Ludwigs XVI.; 1868: Hugo Eckener in Flensburg geboren; — 1875: der Geograph Karl Andree in Wildungen gestorben (geboren 1808); — 1890: Uebernahme von Helgoland; — 912: der Architekt Paul Wallot in Langenschwal- bad) gestorben (geboren 1841); — 1914: Kriegserklärung Frankreichs an Oesterreich-Ungarn. Äornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: DAB. Gießen, 20.30 Llhr, „Hindenburg", Zusam- Die freiwillige Arbeitsspende. (Schluß aus Nummer 182.) Ist ein Steuerpflichtiger im Zweifel darüber, in welcher Höhe er Steuereinnahmen verkürzt hat und wieviel Spende er, um Straffreiheit zu erlangen, leisten muß, so kann er das Finanzamt um Berechnung der verkürzten Steuern ersuchen. Dieses Ersuchen kann auch ein von dem Steuerpflichtigen bevollmächtigter Notar stellen. Der Notar braucht dabei dem Finanzamt weder die Vollmacht nachzuweisen, noch den Namen des Steuerpflichtigen zu nennen. Es genügt, daß der Notar dem Finanzamt schriftlich alles angibt, was zur Berechnung der verkürzten Steuer erforderlich ist. Erscheint z. B. am 18. August 1933 ein Steuerpflichtiger auf dem für ihn zuständigen Finanzamt und erklärt, er wolle soviel spenden, als erforderlich sei, um hinterzogene Ilmsahsteuer des Jahres 1932 abzulösen, so rechnet ihm das Finanzamt den Betrag aus. Falls die hinterzogene Steuer 10)0 Mk. beträgt, muß der Steuerpflichtige, um die hinterzogene Steuer abzulösen, 800 Mk. spenden. Zur Leistung einer Spende seht das Finanzamt dem Steuerpflichtigen eine Frist von einem Monat. Mit dem Ablauf des 18. September 1933 gilt die Eröffnung, daß das Finanzamt Kenntnis von der Verkürzung der Llmsahsteuer 1932 hat, als erfolgt. Hatte der Steuerpflichtige bis zu diesem Tage 403 Mk. gespendet, so reichen diese 403 Mk. zuzüglich eines Aufgeldes von 103 Mk. aus, um 500 Mk. hinterzogene Umsatzsteuer nebst den aus die 503 Mark entfallenden Zinsen und Verzugszuschläge abzulösen und dem Steuerpflichtigen Straffreiheit zu verschaffen. Er ist jedoch verpflichtet, die nicht abgelösten 503 Mk. Umsatzsteuer nebst den darauf entfallenden Zinsen und Verzugszuschläge nachzuzahlen. Freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit kann auch dadurch geleistet werden, daß der Steuerpflichtige das Finanzamt ersucht, einen Steuerbetrag, dessen heraus- Zahlung er verlangen kann, als Spende zu verwenden. Line derartige Zahlung wird insbe- sondere dann in Frage kommen können, wenn ein Steuerpflichtiger die für den Steuerabschnitt 1932 festgesetzte Einkommensteuer- schuld oder Körperschaftssteuerschuld durch Vorauszahlungen überzahlt hat und ihm infolgedessen ein Betrag zu erstatten ist. Arbeitnehmer können durch schriftliche Er- tlarung bestimmen, daß der Arbeitgeber von dem Arbeitslohn einmalig oder laufend bis auf Wider- ruf einen Lohnteil als freiwillige Spende zur Förderung der nationa- len Arbeit einzubehalten hat. Der Arbeitgeber bat die Lohnteile, die er als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit oon dem Arbeits- lohn des Arbeitnehmers einbehält, von dem Arbeitslohn abzuziehen. Von dem danach verbleibenden Restbetrag hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer zu berechnen. Die Bürgersteuer, die Ehestandshilft und die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe ermäßigen sich nicht dadurch, daß der Arbeitnehmer sich einen Lohnteil als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit einbehalten läßt. Soweit diese Steuern im Wege des Steuerabzugs erhoben werden, ist der Steuerabzug von dem vollen Arbeits- lohn zu berechnen. Der Arbeitgeber hat die einbe- haltenen Spendenbeträge gleichzeitig mit den ein» behaltenen Steuern für den Arbeitnehmer an die- jenige Kasse abzuführen, die für die Dereinnah- mung der Lohnsteuerbeträge zuständig ist. Bei der Ablieferung ist ersichtlich zu machen, welcher Teil der abgelieferten Summe auf freiwillige Spende entfällt. Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer beim Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis, spätestens nach Ablauf des Kalenderjahres eine Besch«- nigung über die Höhe der Betröge zu erteilen, bit dem Arbeitnehmer als freiwillige Spende ei nächsten worden sind. Ein Spendenschein wird nicht erteilt. Wird der Arbeitnehmer veranlagt, so kann et verlangen, daß von dem Einkommen des Steuerabschnittes die Summe abgesetzt wird, die ihm in dem Steuerabschnitt als freiwillige Spende einbe- halten worden ist. Zum Nachweis der in dem Steuerabschnitt einbehaltenen Spendenbeträge ha! der Arbeitnehmer die Bescheinigung dem Finanzamt vorzulegen. Aufsichtsratsmitglieder können durch schriftliche Erklärung bestimmen, daß das Unternehmen, dessen Aufsichtsrat sie angehören, von den Aufsichtsrats- Vergütungen einmal oder laufend bis auf Widerruf einen Teil als freiwillige Spende einzubehalten hat Das Unternehmen hat die Beträge, die es als frei' willige Spende von den Auffichtsratsvergütunge» einbehält, oon den Aufsichtsratsoergütungen abzu- ziehen. Von dem danach verbleibenden Restbetrag hat das Unternehmen den Steuerabzug zu berechnen. Die Abführung der einbehaltenen Spenden- betrüge hat gleichzeitig mit dem Steuerabzug von den Aufsichtsratsvergütungen an diejenige Kasse zu erfolgen, die für die Vereinnahmung des Steuerabzugs von den Auffichtsratsvergütungen zuständig ist. Bei der Ablieferung ist ersichtlich zu mache,i, welcher Teil der abgelieferten Summe auf freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit entfällt. Auch in diesen Fällen wird ein Spen- denschein nicht erteilt, sondern das Aufsichtsrats- mitglied erhält von dem Unternehmen auf Vevi langen eine Bescheinigung über die Höhe der ein- behaltenen Beträge. Wenn Körperschaften, Personenvereinigungen, Dereine, verbände, Gesellschaften, Gemein, schäften, Anstalten, Stiftungen und andere vermögensmassen ihr vermögen oder sonstige I ihnen zur Verfügung stehende Mittel nut zn Im Anschluß bau t ernährter Vorkömp i fange Zeit vor, roäl Afrika geweilt halb | ? °rer zunächst mit i »ni Hinblick aus bie $ann >m einzelnen • orte. . Die Koloniallüge, »unben. Es habe sic deutsche Solonialari öderer Völker stehe rleberall höre mai geborenen der ehe d>e Deutschen Satz „Afrika her M SRm&s fefgse □ge, bat, ..et. Wr 5 ^n'schianb tA leien gegi purbe auch 5'A i ®Q3 die ! ded »ah junft, bb l u r »H*’H’tteli Habe bie ff'dehau i'-n'satz ofe. 0,5 bergen ?iCOolferu J'%] m Mnft ub0tfl»frik 'Wahi Oie Wahlen zur Landessynode es Kirchengesetze tt» Neubau Wir brauchen Kolonien stimmung mit dem staatlichen vollendet sein. genau bestimmten Zwecken (j. B. nur ju sat- zungsmähigen Zwecken) verwenden dürfen, |o hindert dies nicht, daß aus dem Vermögen oder aus den sonstigen zur Verfügung stehenden Mitteln freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit geleistet wird. Line solche Spende gilt als eine zu sahungsmöhigen Zwecken geleistete Ausgabe. -der für Mittwoch il&r, „§intenbutg“, Zufai- !pielhaus. Dahnhofflrch in“. n hp> - 3SS . .....ijuuen Der Prälat der Landeskirche hat auf Grund des WIMmm , r-chlichen Erryächtiaungsgesetzes Kirchengesetze et- rOff • “Fien» durch diedieNeuwaylenzurLandos- ano S t 0 n o b e geregelt werden. Zunächst wird bestimmt, iLh J°nfr h^U 01> der Landeskirchentag fortan wieder die Be- rnn t '•Tx cichnung Lanbessynobe trägt. Man will nn»» eiligen, inV- aenit die Abkehr von der Vorstellung kirchlichen uerntuin. 3otauslj(j£ l?»rlamentarismusses kennzeichnen. Die Landes» K sestgvtt fenobe des ejst nunmehr aus 24 xu wählenden und 2 vom Präla »d, können nicht zurückgefordert werden. rt°°,e.r einer Inni? Dtri,n, IIW ein Spenbenschein oder eine von einem Notar < 'Ur bie n Di. ausgestellte Empfangsbescheinigung dem Spender DQ9Ungen nöe nich,z । cder einem Bevollmächtigten des Spenders aus- 9en oieltr f)rflOoWi)en Hfie|)änbigt worben ober sonstwie zugegangen unb ist De^e 3ffierfe Ü- or'fnnc[>&ann der Spenbenschein verlorengegangen ober er> Dermenhot aus |flift abhanden gekommen, so bars eine Ersan- Mark, so wird ein Spendenschein nur erteilt, wenn der Spender dies beantragt. Der Spendenschein trägt die Unterschrift von zwei Beamten und den Abdruck des Dienststempels. Jeder Betrag, der als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit verwendet wird, bedeutet Arbeit. Jeder Betrag wird verwendet zur Vermehrung der Arbeit und somit zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Die Vermehrung der Arbeit führt zur Erhöhung der Lohnsummen, zur Erhöhung der Umsätze und zur Erhöhung des Volkseinkommens und somit zur Erhöhung des Aufkommens an Steuern und Sozialbeiträgen. Die Verminderung der Arbeits» losigkeit führt zur Senkung deS Finanzbedarfs für die Arbeitslosenhilfe. Beide bedeuten eine Verbesserung der öffentlichen Haushalte und stellen die Voraussetzung für eine Senkung der Steuersätze und für eine Vereinfachung dä gesamten Steuerwesens dar. haben Sie schon freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit geleistet? ftabt, Mackensenstrahe 40, spätestens bis zum 15. August eingereichl werben. Die Wahlvorschläge werben von ber Wahlkommission bis zum 20. August veröffentlicht, bie Wahl selbst von ben Kirchen- gemeinbeDcrtretern zwischen bcm 20. unb 31. August Dorgenommen. Wirb nur ein Wahlvorschlag eingereicht, so gelten bie auf bem Wahlvorschlag Genannten als gewählt. Soweit wir unterrichtet sinb, heft ef) bie Aussicht, daß eine Einigung unter ben in Betracht kommenben Gruppen auf eine Einheitsliste zustande kommt. Im Interesse der friedlichen Abwicklung der Wahlhandlung und der Stärkung der inner- kirchlichen Einigkeit wäre es zu wünschen, dah die neue Landessynode ohne Wahlhandlung zustande käme. Ein weiteres Kirchengesetz trifft Bestimmungen über dieNeuwahldesDekanatstages, des Dekanatsausschusses sowie des Dekans und seines Stellvertreters. Es wird die wichtige Aufgabe der neuen Landes» fynode fein, den Sßerfaffungsneubau ber hessischen Lanbeskirche vorzunehmen unb bie Abgeorbneten für bie Nationalsynobe zu wählen. Mit beren Zusammentritt wirb ber Neubau ber Deutschen Evangelischen Kirche in U e herein» aujiill’ift abhanden gekommen, so dars eine Ersatz- , I urkunde nicht ausgeftellt werden. f -s)ur. Der Spenbenschein lautet auf ben Namen des l °'n 81 u j, Spenders unb ist- nicht übertragbar. Er wirb auf " volle Reichsmark ausgestellt, überschiehenbe Reichs- pptnnigbeträge werben nach unten abgerunbet. 6ft :er Annahmewert einer Spende niedriger als 10 ".DM Oalle eine r l Ausgabe l5Jpe"6'"9 H merWatf 1933 V? Jum MtUd fn»? .fische M Vfi , '*et und Erhalt M lezirken, die ben brei hessischen Provinzen ent» QWi in Dankbarleil liechen, gewählt, unb zwar in Starkenburg vier e Nüge unb bolteS Mttche Unb fünf weltliche, u ''« üörigo ln Oberhessen fünf geistliche und fünf weltliche ii nidin^n-^ 1 1 in Rheinhessen drei geistliche und zwei weltliche i uabletbtn toiti 1bgeordnete. Bei den Berufungen soll darauf Be» 10. %Uüuff lacht genommen werden, dah ber kirchliche Lehr» Ithläat hi» h„a ", jeber Art unb bie freie kirchliche Bereinstät.g» öolulinn in 1:11 in einer ihrer Bebeutung entfprecfjenben We.je iphimn Qux™- vw.®r^,ln *•' f)er Lanbessynobe vertreten sinb. Insbesondere inrn '®5 nutz ein Vertreter der theologischen Fakultät oerufen in TO;is,™ren' dk Verben, falls ein solcher nicht schon burch bie Wahl IbhoJnk"®611 ®ef,°rben (i! Lanbessynobe angehört. Seine Berufung erfolgt JStt**** 111 Einvernehmen mit ber Fakultät. Die Wahl zur iMb In ^an9en^roi: tanbesfqnobe wirb noch nach bcm m v«HSIInl,n-°HI«ns-hrm . |ir die brei Wahlbezirke getrennt getätigt. Wahlvor- noilicn- shl oge müssen bei ber Lanbeswahlkommission Darm» I i e. Mil |o(orliger Sirli: ibireftor an dem Ludch Darmftabt, Sr. Otto Sn Der Polizeibens tagsftunben bes Monia ber adjubertflrafet m ja «rochen. Der Täter d Zimmer unb entnahm \ Lisch lagen, insgesamt fli sachdienliche Mitteilung gebeten, sich bei der firii spende. Die vor kurzem gegrünbete Bereinigung ■ü t koloniale Wiebergewinnung hielt «in Snmstagabenb ihre zweite Mitglieberversamm- lung im Kaufmännischen Vereinshaus (Norbanlage) c? Der Dereinsführer, Herr Tekner, begrüßte tc Mitglieber unb Gäste, wies auf bie Notwendig- tit ber Wiebergewinnung ber Kolonien für Deutsch- rb hin unb betonte, daß es sich bie Vereinigung jur Ausgabe gemacht habe, Arbeit für die Zukunft zu leisten, indem sie den kolonialen Gedanken wach hnte, die Jugend mit diesen Gedanken vorbereite, toz, wenn es eines Tages der Reichsregierung täglich wird, nach der innenpolitischen Neuordnung, Ik koloniale Frage aufzuwerfen, sie bereiteten Boden finde. 3m Anschluß daran hielt Herr Dittrnar, ein d ivährter Vorkämpfer der kolonialen Sache, der Icnye Zeit vor, während und nach dem Kriege in Üfrifa geweilt hatte, einen Vortrag, der die Zu» hirer zunächst mit den aktuellen politischen Fragen ■~is Kinder Zukunft zu arbeiten, die nötigen er- iDÜir.ten Voraussetzungen erfülle, werde in Süd- imtofrifa willkommen sein. Wenn die Koloniey le.’ltr deutsch würden, dann bestünde eines Tages imf) die Möglichkeit, mit weniger Geld Farmen zu 8Driti)en. Südwestafrika sei klimatisch für Europäer m «lle, muffe über mindeslens 10 000 Wark verfügen. line die Einreise mittelloser Einwanderer sehr er- a>?rt. In Südwestafrika gebe es zur Zeit 1086 «eße Arbeitslose. Das bedeute auf den Pro» ßrt atz der Bevölkerung des dünnbesiedelten San» 1k bezogen, eine große Anzahl. üBer heute in Sübroeftafrita eine Farm gründen |i) trer Volker stehe. ILeberaU höre man ben Wunsch von ben (Eingeborenen der ehemaligen beulschen Kolonien, bie Deutschen möchten roieberfommen. ter Satz „Afrika ben Afrikanern" setze einer curo» zuishen Kolonisation keine Schranken, benn er gelte lir für bie höyer entwickelten (Eingeborenen, wäh- tmö bie Völker als solche zu einer Selbstverwaltung ich i fähig seien. Für SUeinfiebler böten sich im lvHlano von Deu^ch-Ostafrika, in Portugiesisch- ingola durchaus Möglichkeiten. Es könne aller- Angs nicht letzter Zweck sein, unter Mandatsherr- Mt zu siedeln, vielmehr brauche Deutschland eijeTe Kolonien. In seinen weiteren Ausführungen tbichaftigte sich der Redner insbesondere mit der Jjiltung Englands zur deutschen Kolonialfrage und Annzeichnete auch die Stellung des Dolkskanzlers 9)o If Hitler zur Kolonialsrage. Adolf Hitler Möge, daß es eine große Menge Dinge gebe, die Itirfdjlanb aus den Kolonien beziehen müsse; ltiE!(d)lanb brauche Kolonien genau so nötig wie jpt andere Macht. D-ic Aussichten auf bie Wiedererlangung ber Kolonien seien gegenwärtig günstiger als je vorher. öffentliche Meinung des Auslands zeige wach- |rlB?5 Verständnis für die Forderung Deutschlands i einbehält, van bem Arbriü dem danach verbleibend! Zeitgeber bie Lohnsteuer , ersteuer, bie Ehestands^ beitslvsenhilfe ermäßigen st )er Arbeitnehmer sich «J . Spenbe zur Förderung behalten läßt. SoW Steuerabzugs erhoben ^ in von bem ootten. «rtu- - Arbeitgeber hat die eck ge gleichzeitig m.t ben 4 ben Arbeitnehmer anJ „ Ne für bie .Vereine träge juftänbig ift h zu machen,.welcher» ne auf freiwillige -l- t hat dem 2lrbe,tiiehn ,m Dienstverhältnis, alenderjahres eine Vefch Betrage zu enewyj I»*1 m “»SnSw» KÄ*5* ih Kolonien. Ein Verzicht auf ihre Mandate iic)e auch für England sowohl wie für Frankreich ex großes Opfer bedeuten. ini Hinblick auf die Kolonien vertraut machte und tonn im einzelnen das Land Südweftafrika schil- torte. / Die Koloniallüge, sei, so führte er u. a. aus, über- runben. Es habe sich längst überall gezeigt, daß die tonische Kolonialarbeit über aller Kolonialarbeit Las die Siedlung anbetreffe, fei festzuhallen, Im junge mittellose Leute keine Möglichkeit |it: in, sich zu behaupten. Die Afrikanische Union )er lau end ’JUuten t die ®cÄratöDergütung< den 2tu^?Dergiilun9cl!,(,a^ Mch !enefcrtcn S!natioH.01^^ ' Hl;t diesem Geld könne er eine der üblichen Regie- Äberun?,,^jrd ein . :c^igsfarmen erwerben. Der Siedler müsse gesund tiefen AufsE^ iur) an harte Arbeit gewohnt sein. Wer den Wunsch eigene Scholle zu besitzen, für seine und sei- ■ ■............ , p-qSk'W 'S---' durchaus günstig. Leben und (Eigentum seien durchaus gesichert. Schließlich berichtete der Redner noch in humorvoller Weise über die Tierwelt Afrikas und schloß mit der Hoffnung, daß es Deutschland vergönnt sein möge, eines Tages wieder in eigenen Kolonien für die deutsche Zukunft arbeiten zu können. Nach dem Vortrag wurden noch verschiedene geschäftliche Angelegenheiten des veranstaltenden Vereins erledigt. Der Vereinssiihrer Tetzner gab ben Arbeitsplan für bie kommenben M o » nate bekannt unb wies befonbers barauf hin, baß man ben Gebanken der Wiedergewinnung der Kolonien durch eine eifrige Werbearbeit insbesondere durch Vorträge in breite Kreise tragen wolle. Sodann wurde die Ergänzung des Vorstandes erledigt. Der Dereinsführer bestimmte zum 2. Vereinsführer Herrn h i n b e r, zum 1. Schriftführer Willy Wollgast, zum 2. Schriftführer Herrn Keubel (Rlein-ßinben), zum Propagandaschriftführer Herrn Garges, zu Beisitzern Die Herren Bitt mar und Heß und zu Kassenprüfern die Herrn B i e» benbenber unb Nebe. Nach kurzen Ausführungen über bie Frage ber Gleichschaltung unb über bie Art ber Zusammenarbeit mit ben anberen Gießener kolonialen Vereinigungen würbe bie Monatsversammlung geschlossen. Man blieb noch für einige Zeit in gemütlicher Unterhaltung bevfommen. Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete. Das Personalarnt gibt bekannt: Die nach- stehenben Bürgermeister unb Beigeorbneten würben kommissarisch in ihr Amt eingesetzt: S t o ck st a b t: Ortsgruppenleiter Metzger an Stelle bes Bürgermeisters Rückeis. G e n f i ng en: Karl Graf an Stelle bes Beige- orbneten Johann Rumpf, ber fein Amt nicht angetreten hat. Nieder-Gemünden: Otto Herbst an Stelle des Bürgermeisters Karl Wittich. Frau-Rombach: Konrab Hofmann an Stelle bes Beigeorbneten Heinrich Geling. Schwarz: Friedrich Kalbfleisch an Stelle bes Beigeorbneten Friebrich (Eifert. Annerob: Heinrich Gros an Stelle bes zurück- getretenen Bürgermeisters Horn. Burkharbsfelben: Ernst Keil an Stelle bes Bürgermeisters Albach X.; Christian Blei an Stelle bes Beigeordneten Heinrich Heuser. S t e i n b u ch : Leonhard Lenz an Stelle des Bürgermeisters Brunner; Johannes Bär an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Ad. Bär. Unter-Mossau: Heinrich Gölz an Stelle des Bürgermeisters Neff. Ober-Hiltersklingen: Peter Arras an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Adam Krämer. Steinbach: Hermann Untergefser an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Georg Bär. Würzberg: Wilhelm Flechsenhaar an Stelle des Bürgermeisters Old, desien Amtszeit am 31. Juli abläuft. Pfirschbach: Wilhelm Scior an Stelle bes Bürgermeisters Georg Friedrich. Seckmauern: Heinrich Martin an Stelle des Beigeordneten Wolfstätter. Michelstadt: Franz Arzt für die seither unbesetzte zweite Beigeordnetenstelle. Nieder-Kainsbach: Adam Eitenmüller an Stelle des Beigeordneten PH. Giegerich. Momart: Georg Müller V. an Stelle des Bürgermeisters Adam Schäfer I.; Michael Sattler an Stelle des seitherigen Beigeordneten Georg Müller V., der zum kommissarischen Bürgermeister bestellt wurde. Falkengesäß: Leonhard Rebscher an Stelle des Bürgermeisters hofstädter. Wilhelm Schmidt an Stelle bes Beigeorbneten Daum Pfaffen-Beerfurth: PH Balth. Nipper an Stelle bes Bürgermeisters Wilhelm Dingelbein. Hassenroth: Valentin Meixner für be.i zur Zeit unbesetzten Bürgermeiftcrpoften. hummetroth: Heinrich Scior an Stelle des Bürgermeisters Jakob Friedrich Haingrund: Oemeinberatsmitglieb Freuben- berger an Stelle bes Bürgermeisters Kurz hernsheim. Karl Eberharb, seither kommissarischer Beigcorbneter, an Stelle bes ausscheibenben kommisiarischen Bürgermeisters Richard Scherer. — Johann Desch, an Stelle des seitherigen kommissarischen Beigeordneten Eberhard. ^Budenheim: Bankbeamter Hans härtter an Stelle des ausscheidenden kommissarischen Bürgermeisters Notzold. Gau-Odernheim: Lehrer Georg Becker an Stelle bes seitherigen Bürgermeisters Ritter, ber in- zwischen zum kommisiarischen Bürgermeister ber Stabt Binnen bestellt worben ist. G a u - A l g e s h e i m: ber berzeitige kommissarische Beigeordnete Erich Best an Stelle bes ber- Aeitiaen kommissarischen Bürgermeisters Dr. Diehl, der für eine anderweitige Verwendung vorgesehen ist. Albig: Ortsgruppenleiter Ludwig Hochstein an Stelle des Büraermeifters Philipp Hochstein Groß-Rohrheim. Bankbeamter Otto Kramer an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten Georg Hofmann. Zeilhard: Georg Sauerwein II., der zum Bürgermeister der Gemeinde Zeilhard gewählt wurde, wird kommissarisch in seinem Amt bestätigt. Marienborn: Georg Dittewich an Stelle des zurückgetretenen Bürgermeisters in Marienborn. Grünberg: Fraktionsführer der NSDAP. Moller an Stelle des zurückgetretenen Beigeordneten. Wackenheim: Daniel Äormann für ben feit längerer Zeit unbesetzten Beigeorbnetenpoften. Nieber-hilbersheim: Philipp Zimmermann an Stelle bes Bürgermeisters Kappcsser. E n g e l ft a b t: Jakob Winter an Stelle bes zu- rürfgetretenen Beigeorbneten Georg Huth. Bubenheim: Johann Porth II. an Stelle bes Beigeordneten Kolmar. ber inzwischen zum kommissarischen Bürgermeister in Bubenheim bestellt worden ist Laubenheim: Hans Schlink an Stelle des Bürgermeisters Spieß. Ilbenstadt: Karl Ranft an Stelle des Beigeordneten Dirfenbergcr; Willi Brückmann an Stelle des Bürgermeisters Markgraf. Ober-Wöll st ad t: Hermann Odenwäller an Stelle des Bürgermeisters Gondolf; Gerhard Langenbach an Stelle bes Beigeordneten Wer. Ober-Florstadt: Heinrich Dieffenbach an Stelle bes Bürgermeisters Blechle. Nieder-Wäll stabt: Karl Bernharb an Stelle bes Bürgermeisters Bechtholb. Büdesheim: Hermann Nanz an Stelle bes Bürgermeisters Wiesenbach. Oder-Mörlen: Abolf Glaser an Stelle bes Bürgermeisters Schmidt. Nieder-Weise l: Konrab hilbebranb XVI. an Stelle bes zurückgetretenen Bürgermeisters Winter. Oppershofen: Franz Raab an Stelle bes Beigeorbneten Jung Rockenberg, ztmanbus Dengler an Stelle bes Beigeorbneten Wolf. Hirschhorn: Kaufmann Karl Belzner an Stelle bes Bürgermeisters Zipp. Schotten: Sturmführer Straub für bie zur Zeit unbesetzte BcigeorbnetenfteUe. Lollar: Wagner, seither Beigcorbneter, an Stelle bes zurückgetretenen Bürgermeisters Schmibt; Martin laubert, an Stelle des seitherigen Beigeordneten Wagner. Oberheffen. Schwere Bluttat in Trais-Horloff. * Trais-Horloff, 9. Aua. ((Eigener Draht- bericht des „Gießener Anzeigers"^) In unserem Orte ereignete sich heute morgen eine schwere Blut- t a t. Der Arbeiter Philippi, der sich zuletzt bei seinen Eltern in Utphe aufhielt, hat seine hier wohnhafte Ehefrau, vermutlich nach einen! vorausgegangenen Wortwechsel, mit einem Revolver erschossen. Nach ber Tat richtete P h i l i p p i bie Waffe gegen sich selbst unb brachte sich einen S t e ck- schußinberSchläfe bei; bie Verletzung scheint jedoch nach der Untersuchung durch den herbeigerufenen Arzt nicht lebensgefährlich zu sein. i)ie Ueberführung des Täters ins Krankenhaus ist an- geordnet worden. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft von Gießen haben sich an den Tatort begeben; die Untersuchung ist im Gange. Die Waffe, die Philippi nach der Tat fortgeworfen hatte, konnte noch nicht gesunden werden. Es handelt sich, nach den bisherigen (Ermittlungen, anscheinend um ein Eifersuchsdrama. Die Ehefrau Philippi soll seit längerer Zeit Beziehungen zu ihrem Vetter namens Weber, unterhalten haben, zwischen den beiden Männern ist es dieserhalb schon früher mehrfach zu Zusammenstößen gekommen, und Philippi hatte bereits im März d. I. bei einer derartigen Auseinandersetzung dem Weber, der übrigens inzwischen aus politischen Gründen ih das Konzentrationslager nach Osthofen übergeführt werden mußte, zwei allerdings ungefährliche Steckschüsse beigebracht. Ziegenmarkt in Hungen. * Hungen, 8. Aug. Der Kreisziegen» zuchtoerein Gießen veranstaltete am Montag m Hungen seinen seit längeren Jahren eingeführten Ziegen- und Bockmarkt. Zur Prämiierung waren 76 Tiere gemeldet, die in sechs Einzelklassen konkurrierten. Es waren fast in allen Klassen Spitzentiere zu sehen, die auch auf großen Ausstellungen mit Erfolg ausgestellt werden können. Als Preisrichter fungierten die Herren Oberreallehrer Ringshausen (Friedberg) und Albert Engel in Hörnsheim Nach dem urteil der Preisrichter kann der Durchschnitt der zur Prämiierung vorgeführten Tiere als recht gut bezeichnet werden. Als Vertreter des Tierzuchtamtes Gießen nahm Herr Direktor Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner an der Veranstaltung teil. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: Bocke, 2 Jahre und älter: Es erhielten erste Preise: Gemeinde Laubach unb ©emeinbe Grohen-Buseck, einen zweiten Preis bie Gemeinde Großen Buseck, einen dritten Preis die Gemeinde Laubach. Bocke, 1 Jahr alt: Zweite Preise erhielten die Gemeinde Hattenrod und die Gemeinde Eberstadt. Ziegen, 3 Jahre uno älter: (Es erhielten erste Preise: Heinr. Münster, Hattenrod, und Balth. Pfeiffer VII., Großcn-Buseck; zweite Preise: Heinr. Konr. Köhler, Bettenhausen, Heinrich Rau IV., Hattenrod, Heinrich Holz, Steinberg, Wilhelm Weber, Trais-Horloff, und Wilhelm Scheid III., Großen- Buseck; dritte Preise: Karl Freitag, Utphe, Wilhelm Wagner I., Großen-Buseck, Heinrich Gunkel, Hun- gen, Otto Sack, Utphe, Heinrich Rühl II., Utphe, Wilhelm Gorr, Lich, und Friedr. Stauf in Utphe Ziegen, 2 Jahre alt: In dieser Klasse erhielten 1. Preise: Christoph Scheid VI., Ludwig Scheid V. und Heinrich Harbach VIII. in Großen- Buseck; 2. Preise: Kari Göriach III., Eberstadt, Heinrich Maul und Heinrich Münster in Hattenrod; 3. Preise: August Sieg, Hattenrod, Karl Peter, Lau- bach, Heinrich Scheid VII., Großen-Buseck, Jakob Naumann, Laubach, August Schmauß, Lindenstruth, Heinrich Pitz, Laubach. Ziegen, 1 Jahr alt: 1. Preise erhielten: Heinrich Münster, Hattenrod, zweimal; 2. Preise: Christoph Scheid VI, Großen-Buseck, Heinrich Stengel, Laubach, Balth. Pfeiffer VII., Großen-Buseck; 3. Preise: Karl Göriach III., Eberstadt, Wilhelm Wagner I., Großen-Buseck, August Petri, Hattenrod, Heinrich Scheid III., Harbach und Heinrich Bon (Eiff, Laubach. Zeitziegen: Es erhielten 2. Preise: Karl Luh, Steinberg, Heinrich Rau IV. und Karl Rock in Hattenrod. Mit dem Markt war eine Versteigerung von Zuchtböcken verbunden, bei der etwa 70 Böcke zum Ausgebot kamen. Es fanden hiervon 36 Stück Kaufliebhaber. Der Durchschnittspreis dieser 36 verkauften Tiere betrug 53 Mark und kann als recht gut bezeichnet werden. Den höchsten Preis erzielte Christoph Scheid VI., Großen-Buseck mit 92 Mark. Dieser Bock wurde von der Gemeinde Bellersheim erworben. Dann folgte ein Bock von Ludwig Scheid V., Großen-Buseck, mit 82 Mark, der in den Besitz der Gemeinde Klein-Linden überging. Der nächst höchste Preis betrug 72 Mark, der ebenfalls von Christoph Scheid VI., Großen-Buseck, erzielt wurde und in den Besitz der Gemeinde Großen- Linden überging. Außerdem wurden noch 12 Böcke zum Preise von 60—70 Mark abgesetzt. Der Verlauf der Veranstaltung kann in allen Teilen als recht befriedigend bezeichnet werden. Landkreis Gietzen. y. Lollar, 8. Aug. Heute mittag versammelten sich die Darmstädter Ferienkinder am hiesigen Bahnhosc, um nach dreiwöchigem Aufenthalt A b s ch l e d zu nehmen. Auf geschmückten Wagen waren sie von Saubringen, Mainzlar, Ruttershausen und Staufenberg hierhergebracht worden, um mit den Kindern unserer Gemeinde, unter dem sicheren Geleite der Darmstädter SA. (Obcrführung Enders) in besonders reservierten Wagen abzusahrcn. Diele Erwachsene und Kinder hatten sich eingefunden. Diel Blumen, ja sogar junge Katzen (I), die einige Kinder mit heim bringen, werden den Eltern zeigen, daß die Kinder hier gut aufgehoben waren. Sie sahen alle vorzüglich erholt aus. y Staufenberg,?. Aug. Im gestrigen Haupt- gottesdienst zu Kirchberg wurde in würdiger Weise des ersten A u g u ft \ o n h t a g s 1914 als des ersten Mobilmachungstages und des Ausbruches des Weltkrieges gedacht. Eine Zahlreiche Gemeinde hatte sich versammelt, darunter sehr viele Jugend, Jungvolk, HI., BDM. unter ihren Führern. (D Grüningen, 8. August. Bei ber Wahl zur Kirchengemeinbevertretung würbe nur ein Wahlvorschlag eingereicht. Eine Wahlhandlung erübrigte sich deshalb; die auf dem Wahlvorschlag verzeichneten Kirchengemeindevertreter gelten als gewählt. Bei der Wahl des Kirchenvorftan- des wurden die seitherigen Mitglieder wiedergewählt. Es gehören dem Kirchenvorstand an: Bür- germeifter Euler, Ludwig Hammel, Konrad Ehr. Engel, Karl Hch. L e i d i ch und Peter Chr. Engel. Für ein durch Tod ausgeschiedenes Mit- glied wurde Heinrich Gilbert neu in den Kir- chenvorftand gewählt. Zlrcis Büdingen. △ Glauberg, 7. Aug. Auf dem etwa eine halbe Wegstunde von hier entfernt liegenden ^Glauberg" (267,2 Meter über dem Meeresspiegel) werden seit etwa vier Wochen von einem zwanzig Mann starken Arbeitslager, das in dem Saale einer hiesigen Wirtschaft mit Metzgerei untergebracht ist, umfangreiche Schürfungsarbeiten vorgenommen. Es wird an jedem Wochentag von 5.30 bis 11.30 Tlhr von den jungen Freiwilligen gearbeitet. Gegenwärtig wird eine breite Waldschneise freigelegt, die von Südwesten her nach dem zerfallenen Gemäuer der Burg, an dem kleinen Teiche vorbei, führt. 3n einer Breite von durchschnittlich 1,50 Meter und 1 Mieter Tiefe, je nach Lage des BasaltfelfeTZs, wird die Erdschicht vorsichtig abgehoben und untersucht. Hier findet man zahlreiche Tonscherben, teils mit schönen Der- zierungen, Henkel von Tonkrügen, Knochen, eiserne Rägel, gebrannten Ton (jedenfalls Lleber- reste von Ziegeln) u. a. m. Die Fundstücke werden in bereitstehende Körbe gelegt. An größeren Sachen wurde gleich mit Beginn der Schürsungs- arbeiten eine Steinkratze (aus Stein) gesunden. Auf dem Berggipfel hat die Arbeiterschar um eine uralte, hohe Eiche ein dauerhaftes Holzgerüst bis zur Spitze erbaut, von dem man bei klarem Wetter einen herrlichen Rundblick nach der Wetterau, dem Taunus und dem Dogelsberg genießt. Hoffentlich wird das schöne Fleckchen jetzt etwas mehr von Interessenten, Geschichts- und Altertumsforschern, Wanderern usw. besucht. Wettervoraussage. Da ber Luftbruck über bem Festlanbe wieder an- gestiegen ist, gewinnt bie nördliche Störungstätigkeit bei uns keinen Einfluß. Die teilweise noch zu- fließende ozeanische Luft gerät im Bereich des hohen Druckes in abfinkenbe Bewegung, so dah ihre Feuchtigkeit entzogen wird. Das Wetter bleibt daher meist heiter, heiß und trocken. Aussichten für Donnerstag: Meist heiter, nur vorübergehend leicht bewölkt ober etwas bunftig, sommerlich warm unb trocken. Aussichten für Freitag: Keine wesentliche Aenberung. Lufttemperaturen am 8. August: mittags 27,9 Grad Celsius, abenbs 20,4 Grab; am 9. August: morgens 16,4 Grab. Maximum 28,4 Grad, Minimum 13,5 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. August: abenbs 28,9 Grad; am 9. August, morgens 21,1 Grab. — Sonnenscheinbauer 12 Stunben. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein« Nachdruck verboten! 5. Fortsetzung. verabschiedet, Mama! Donnerstag, Freitag, Samstag (Reste von Kleider- und Wäsche- Stof fensindjetztbeson- bringen wir zu ganz kleinen Preisen mehr als 50KA ders billig bei 2000-Reste f. (flöh r & to 5013 A Bettens einsewbetev |ßER6SCHENKE Veetveiev Nowack Gießen Kaiserstraße 5. 5016V | Empfehlungen 50150 richt anzumelden. Fronhausen (Lahn), den 5. August 1933. _____________Amtsgericht.______________ SCHUHHAUS Barzahlung: 5018V MMe Bilder? Schuhhaus Weidemann Seltersw.59 PM-Saus Carl Seite । Pranlrfnrtp.r Str« ßp. 39. -»SU A. Frankfurter Straße 39. 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Oh, der Papa war klug! Für heute mußte sie sich ja wohl fügen; es blieb ihr nichts anderes übrig, — aber morgen, wenn es die Eltern nicht anders wollten! Und kam Eduard Weiser nachher, würde sie einfach nein sagen. „Niemand sperrt dich em! Kmd, es ist ja alles zu deinem Besten! Wenn du das nur einsehen wolltest! Und jetzt gehe, und ziehe dich um. So kannst du unmöglich angemeldeten Besuch empfangen. Soll ich dir Helsen?" „Nein, danke! Mama! Ich gehe allein!" 3-Zimmer-Wobn m. Bad, i. d. Beet- bovenstr., sofort ob. spät. z. Derrn. 4824Ü Gieß. Wohnungsbaugenossenschaft, e. G. m. b. H., Lichcr Str. 5 p $ür die mir aus Anlaß meines 60. Geburtstages so über« aus zahlreich erwiesenen Ehrungen und Aufmerksamkeiten sage ich allen meinen tiefgefühltesten Dank. Insbesondere meinen lieben SA.-Kameraden vom Sturm X 11/116, dem Stadtrat, dem Kamp bund des gewerb. lichen Mittelstandes, dem Kavallerieverein Gießen e. D., den Ortsgruppen, den Frauenschaften der NSDAP., der Landsmannschaft ^Ehattia", dem NED. deutscher Gastwirte, Ortsgr. Gießen, u. der Altersvereinigung 1873/1923. Franz Soldan, Sturmführer X11/116. Gießen, den 9. August 1933. Laut und schrill, beinahe drohend die herbstliche Stille zerreißend, heulte eine Autohupe. Magussi fuhr nervös zusammen und sprang auf. Das Herz schlug ihr bis zum Halse; sie hätte schreien mögen in Angst und Qual — unerbittlich kam jetzt das Schicksal auf sie zu. Nach wenigen Minuten klopfte es an ihrer Tür; die Mutter war es, die eintrat. „Magussi, du bist ja noch nicht angezogen? Bitte, eile dich! Papa ist mit Eduard Weiser gekommen!" Sie rüttelte Magussi zuredend an der Schulter; das junge Mädchen saß halb kauernd am Divan, vor sich hinstierend und gar nicht darauf hörend, was die Mutter sagte. „Magussi, du darfst die Herren doch nicht warten lassen!" Da wandte die Angeredete ihr das Gesicht zu: „Ich habe sie ja nicht gerufen/' Die Kommerzienrätin überhörte diese Antwort, öffnete Magussis Kleiderschrank und nahm nach kurzem Wählen ein Kleid aus feinem, pastellblauem Tuch heraus, dessen Tönung so gut zu Magussis zarter Schönheit paßte und in dem sie so reizend aussah. Sie streifte der Tochter die Bluse und den Rock ab, was Magussi mit einem gewissen starren Widerstand geschehen ließ. Frau Bunte war tief erregt über den Starrsinn der Tochter; rote Flecken brannten auf ihren Wangen. Aber sie durfte aus Klugheit kein Wort des Tadels sagen. Wie ein Automat ließ Magussi alles mit sich geschehen. Keinen Blick warf sie in den Spiegel, als die Mutter sie angekleidet hatte und sie befriedigt betrachtete. Sie nahm den Arm der Tochter und zog ihn durch den ihren. „Nun komm!" Da durchlief ein Zittern Magussis Gestalt; es war als ob ein Krampf sich löste; sie schluchzte auf. „Nicht doch, Kind! Nicht mit verweinten Augen!" Frau Bunte tupfte Magussi die Tränen vom Gesicht, die wie dicke Perlen über die Wangen liefen. Leicht und angenehm geht es sich in den kleidsamen Opanken denn man spürt sie kaum am Fuß 2 National-Registrierkassen, 1 Flügel, 1 Radioanlage, 8 Sofas, 6 Büfetts, 2 Kredenzen, 1 Bücherschrank, 2 Registra- turschränke, 3 Warenschränke, 3 Schreibmaschinen, 2 Klaviere, 200 Rollen Butterbrotpapier, 1 Frisiertoilette, 1 Haarschneidemaschine, 4 Vertikos, 3 Tische, 2 Trumeauspiegel, 5 Schreibtische, 3 Kleiderschränke, 4 Chaiselongues, 1 Teppich, 5 Sessel, 1 Blumenkrippe, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Wirtschaftsbüfett, 3 Glä- serschränke, 17 Bände Brockhaus, 4 Bilder, 2 Grammophone, Platten, 1 Kommode, 1 Ladentheke, 1 Spiegelschrank, 1 komplettes Bett, 1 Harmonium. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): 1 Perforier- und Rillmaschine, 2 Kassenschränke, 1 Motorrad mit Beiwagen, 1 Personenwagen, 1 Bohrmaschine. 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Magussi wurde noch blasser; sie öffnete den Mund zu einer Entgegnung; doch ein flehender Blick aus den traurigen Augen der Mutter hieß sie schweigen. Was hätte sie auch sagen sollen! Den Auftritt vom vorhergehenden Abend wiederholen und doch nichts erreichen? Nein! Man mußte den Vater eben vor die vollendete Tatsache stellen. Und die war, Eduard Weisers Werbung nicht anzunehmen und ihm den wahren Sachverhalt zu sagen. Sie kannte und achtete ihn als anständigen Menschen, zu dem man Vertrauen haben konnte. Magussi blickte dem Vater vom Fenster aus nach; es war ihr durch den Sinn gegangen — vielleicht siehst du ihn heute zum letzten Male. Schnell und elastisch schritt er nach der Toreinfahrt des Parkes den breiten Kiesweg hinab, auf den der Herbstwind in der Nacht bunte Blätter gestreut. Der Kommerzienrat pflegte des Morgens nach der ungefähr zwanzig Minuten entfernten Fabrik zu gehen, — dieser Morgenspaziergang war chm bei seiner knappen Zeit unentbehrlich. Es wurde Magussi weh ums Herz; sie legte das Gesicht auf den rechten Arm, dessen Hand den Fensterriegel umfaßt hielt, um die aufsteigenden Tränen zu verbergen. Da trat die Mutter hinter sie, sie zärtlich umschlingend. „Ach, Kind, fühlst du denn nicht, daß Papa es trotz allem doch gut meint?" „Mit sich selbst, ja!" — . Magussis weiche Stimmung war verflogen. Sie machte sich los aus der Mutter Arm und ging zu- kr*- ' s 55 kifltn sich öte mit es st> gegen i Skschichtsjchmb _ M 2- § ! Joseph • Statt, Ttuttg^ der großen $ Gegenspieler, hinter dem spielerischen die Gestalt mer junrfgi Anekdoten m Harun al Ra delnd schildern die, darf mar Wahrheit nien rigorosen Nesi zur kaiserlichei den passiven i Schlendrian si starr und grei zusehen versu seines Boltes besser erging deutsche katho von 1784 enbi leicht nur von Leopold, so t einziger Habs zu sein, in bii von Poturzyn um eine zwe Rom", der Bi trotz allen Ma kehr auf dem ! das jufammer Friedrich von H die bei historis breit hingesetzte gewöhnlich sesse scheu Bildern in - Grnft do tin. Sertag (Er, , - (235.) - Bor WM) besprach eine; brr jungen der deutschen Rei gäbe zum Preis erschienen. - Deutsch Euringer. bürg i. O. (L Ration", "Ban (200) - Die r Holz gehauen, Form wird ai behalten. Es Wesen der Rc sondern cs au mit einer Ära’ sachsten Mens werden kann, nicht der Not i Sieg der unftc dw er Zeit seh mal. Das Sch L-ine Form D chter er, Mmn auf sich Men Erwecker 6,e Gestalt des ^Derlschimr 35 F Aeclam, Leid ^modelte, butc ÖT an die Z Mi von so vi nungen P* ■ - W thnSäromn'e. $cl .. fist'fie'*“«.■ 2 6,i SqiiL> ftitö(n« hom kJ; bom d, Land dem * sie feute b°n ifa’le Io, das 'hr^und c „Ich hatte geglaubt, du seiest vernünftig geworden. In Güte, als ältere Freundin zur jüngeren, habe ich mit dir gesprochen, berechtigte Empörung unterdrückend, — wie ich sehe, vergeblich! Du betrübst mich tief. Ganz energisch befehle ich dir hierzubleiben! Willst du uns unmöglich machen? Voller Entrüstung sprach die Kommerzienrätin, — „ich muß wirklich an deinem Verstand zweifeln. Wie denkst du dir denn alles, — so ohne Geld in die Welt zu gehen, — in den ersten acht Tagen 4-5=93tmm. -Wohn, rn.komvl.Bad,Balkon, 1.Stock,z.1.10. z.vernr. Näh.Haas, Schubertstr.2,11.^ 3 - Zirn.-Wohng. an einz. Frau oder ält.Ehevaarz.verrn. Schriftl. Anfr. unt. 04691a.d.Gieff.Anz. N.Unio.f.Dauerrn. flfnoti. 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Die bangen Augen der Mutter hatten sie unaufhörlich beobachtet, — was ging in Magussi vor?' Das junge Mädchen kleidete sich um — ein kurzes, braunes Faltenröckchen mit der dazu paffenden langen Bluse, den Lederhut auf das blonde Haar gedrückt und den weichen, leichten Mantel mit dem Nerzkragen — das ginge zur Reife. Zuerst wollte sie aber zu Lilo Konsilius, um ihr alles zu erzählen. Die Freundin würde sie sicher gleich mit ihrem Wagen nach Leipzig fahren, würde ihr überhaupt in jeder Weise behilflich sein. Und war sie erst bei Lilo, würde keiner sie ins Elternhaus zurückbringen! Das hatte sie sich in der Nacht als einfachste Lösung ausgedacht. In einen kleinen Coupökosfer hatte sie das Nötigste an Wäsche, sowie zwei Kleider gepackt, um für die ersten paar Tage versorgt zu sein. Wie schwer der Koffer doch war! Wie er an ihrem Arm zog, obwohl sie ihn erst einige Minuten trug! Sie mußte ihn ein paarmal niedersetzen, bis sie schweratmend unten in der großen Diele anlangte. Solche Anstrengungen war sie doch nicht gewohnt. Und wenn sie alle Kräfte zusammennahm — nimmermehr würde sie mit dem Koffer bis zu Lilo kommen. „Magussi, willst du uns das wirklich antun? Frau Bunte, die eben aus dem Wohnzimmer auf die Diele trat, fragte es mit schmerzbebender, vorwurfsvoller Stimme. Sie hatte die Tür offen gelassen; sie forderte die Tochter auf, einzutreten; es war nicht nötig, daß bas Personal Zeuge ber Unterhaltung würbe. „Selbstverständlich hätte ich mich noch von bir „Du denkst dir alles viel schlimmer, weil du dich in deinem Eigensinn unglücklich fühlen willst." «Ich sage nein, Mama! Erspart es eudjr stieß Magussi hervor. Da sah die Mutter sie groß an, — „wenn bu klug bist, fügst bu bich jetzt. Du kannst bas alles nachher mit Eduard Weiser besprechen unb ihm bie Entscheidung überlassen. Hast bu nicht bedacht, baß bu durch ihn aus Papas Bevormundung kommst?" „Ja, Mama, du hast recht!" sagte Magussi, „bas ist mir jetzt bie Hauptsache, und das andere wirb sich dann finden." Wie ein Lichtstrahl waren ihr die Worte der Mutter geworden, und sie dachte: Zeit gewonnen, alles gewonnen! 5. Kapitel. Im Arbeitszimmer des Kommerzienrats saßen die beiden Herren. „Wie gesagt, lieber Weiser, niemanden vertraue ich mein einziges Kind lieber an.als Ihnen. Wenn ich einen Sohn hätte, wünschte ich wohl, er wäre wie Sie!" Der große, schlanke junge Mann mit dem ruhi- gen, sympathischen, energischen Gesicht und den klugen, dunkelbraunen Augen erhob sich aus dem großen Ledersessel, sich halb verneigend. „Auf eins will ich Sie noch aufmerksam machen: in meiner Tochter romantischem Köpfchen spukt ernsthaft der Gedanke, Sängerin zu werden. Ihre Stimme ist tatsächlich wundervoll. Sie will zur Bühne. Unoerantwortlicherweise haben Freunde sie darin bestärkt. Ich habe gestern abend eine ernsthafte Aussprache mit ihr gehabt. Wollen Sie eine kleine Verstimmung meiner Tochter darauf zurück- führen." „Meine Liebe soll Fräulein Magussi ihre ehrgeizigen Künstlerträume bald vergessen lassen. — denn mein einziges Bestreben ist, ihr Glück zu geben!" sagte Eduard Weiser in warmem Ton. Die Augen der beiden Männer ruhten einen Augenblick groß und offen ineinander. Der Aeltere reichte dem Jüngeren bie Hanb. „Ich weiß es. Unb darum ist mir niemand als Schwiegersohn so willkommen wie Sie. Sie werden viel Nachsicht mit Magussi haben müssen. Sie ist sehr eigensinnig und trotzig; offen unb ehrlich sage ich Ihnen bie größten Fehler meiner Tochter." Der junge Mann lächelte leicht. Wenn es keine größeren sind, damit will ich wohl fertig werden." Der Kommerzienrat nickte. „Ich will es hoffen! In allen anderen Punkten sind wir uns ja einig. Nach ber Hochzeit treten Sie in meine Fabrik ein, um sich als künftiger Besitzer einzuarbeiten. So kommt mein Lebenswerk nicht in frembe Hänbe. Denn so Gott will, werden eurem Ehebunde doch Kinder nicht versagt bleiben. — Nun kommen Sie, die Damen zu begrüßen!" (Fortsetzung folgt.) gegründet 1885 5)19 A IIIIHIIIHIIIIIIIIIIIII'lllllll'IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHi Haben Sie schon unsere Siedlungshäuschen an der Lieber Straße gesehen? Fragen Sie Ab 6 Till 31111 HerrschaHI. Wohnung 7 Z., Küche, Mans., Bad, Gießen, Bis- marckstr. 43, z.l. Oktober 1933 z. oerm. BerkenboffADrebes A.-G.,Aßlar.Hütte b.Wctrlar. [4957D Tel. Wetzlar 2041. Garage in zentraler Lage zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 49060 a. b. G. A. [Stellenangebote] taiitultta für Landwirtschaft ges. omrs Näh. i. b. Geschäftsst. d. G.A. Solides, mögt. alt. Mädchen in Küche und Haushalt perfekt, mit nur besten Zeugnissen, zum 15.August oder l.Septemb. gesucht. Schr. Ang. u. 04686 a. d. Gießener Anz. Jüngeres, fleißiges Mädchen vom Lande i. bess. Hausbalte gesucht. Schritt!. 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J)ier ist der zweite, ein Cromwell-Roman, die Riesengestalt des englischen Diktators, als kündendes Dorbild der nationalsozialistischen Revolution in diesen Monaten deutscher Zeitenwende oft .angerufen, wird durch die Kunst Tralows plastische Wirklichkeit. In Svenen voll hinreißenden Schwungs ballen sich die Schicksale eines Mannes und seines Volkes Auiamniemn, verdichten sich zu einem Bild, wie es so gegenwartsnahe und fast symbolhaft keine Geschichtsschreibung verdeutlichen könnte. — M I. Krück von Poturzyn: Kaiser Joseph der Deutsche. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. Mit 29 Bildern. — (82.) — Hinter Der großen Mutter Maria Theresia und ihrem Gegenspieler, dem Preußenkönig Friedrich, ja hinter dem tragischen Schicksal der leichtfertig- spielerischen Schwester Marie Antoinette ist die Gestalt Kaisers Josephs zu Unrecht immer zurückgetreten. Bestenfalls die vielfachen Anekdoten in Schullesebüchern, die den Kaiser als Harun al Raschid durch die Straßen Wiens wandelnd schildern, spiegelten eine Volkstümlichkeit vor, die, darf man den Quellen trauen, der Kaiser in Wahrheit niemals besessen hat. Jrn Gegenteil, seine rigorosen Reformen, die er in schärfstem Gegensatz zur kaiserlichen Mutter und nach deren Tode gegen den passiven Widerstand des im alten bürokratischen Schlendrian sich wohl fühlenden Beamtentums der starr und greisenhaft gewordenen Monarchie durchzusetzen versuchte, haben nur in wenigen Kreisen feines Volkes ein verstehendes Echo gefunden. Nicht besser erging es ihm in seinem Kampf um eine deutsche katholische Kirche, der mit dem Konkordat von 1784 endete. Einsam und groß, verstanden viel- leicht nur von (einem klugen Bruder und Nachfolger Leopold, so tritt uns die Gestalt Josephs, der als einziger Habsburger stolz darauf war, ein Deutscher zu sein, in diesem biographischen Roman der Krück von Poturzyn nahe. Das Ringen mit dem Papst um eine zweite Reformation, um ein „Los von Rom", der Besuch in Paris bei der Schwester, die trotz allen Mahnungen nicht den Entschluß zur Um- kehr auf dem Wege findet, der ins Verderben führt, das Zusammentreffen mit den großen Zeitgenossen Friedrich von Preußen und Katharina von Rußland, die bei historischer Treue in plastischer Farbigkeit breit hingesetzten Szenen sind Höhepunkte des un- gewöhnlich fesselnden, vom Verlag mit zeitgenös- schen Bildern interessant illustrierten Buches. — Ernst von Salomon. Die Geächteten. Verlag Ernst Rowohlt, KG., Berlin W. 50. — (235.) — Von dem bekannten, hier schon ausführlich besprochenen autobiographischen Werke eines der jungen nationalsozialistischen Vorkämpfer der deutschen Revolution ist soeben eine Sonderausgabe zum Preis von 3,75 Mark für den Leinenband erschienen. — Deutschs Passion 1 9 33. Von Richard ® u r i n g c r. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. (Etalling-Vücherei „Schriften an die Nation", Vand 24.) Preis gebunden 1 Mk. — (200) — Die nationale Revolution ist hier wie in Holz gehauen, einmalig, groß und klar. Diese Sorm wird auch für spätere Geschlechter Geltung behalten. Es gibt noch Dichter, die das innerste Wesen der Revolution nicht nur begriffen haben, sondern es auch zu gestalten vermögen, und das mit einer Kraft, die in ihrer Schlichtheit vom einfachsten Menschen verstanden und ausgenommen toerden kann. Richt dem Opfer der Toten allein, nicht der Rot des Rachkriegs allein, vielmehr dem Sieg der unsterblich Erstandenen über das Elend dieser. Zeit seht Richard Euringer hier ein Denkmal. Das Schicksal der letzten 20 Jahre hat er auf eine Formel gebracht. Wie wenige deutsche Dichter hat er in diesen geschichtlichen Jahren die Passion auf sich genommen, ähnlich jenem anderen großen Erwecker, Adolf Hitler, dessen Züge durch die Gestalt des namenlosen Soldaten in Eurin- gers Werk schimmern. — Ruth Schaumann: Ave von Re- benhagen. Reclams Tlniversal-Dibliothek Rr. 7212. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf. (Verlag PH. Reclam, Leipzig.) — (224) — In dieser Märchennovelle, durchstrahlt von dem unbedingten Glauben an die Tatsächlichkeit der Phantasiewelt, beseelt von so vielen schönen, allgemein-menschlichen Empfindungen und dem Wohllaut einer schlichten Sprache, bekundet die Dichterin die kind- lich-reine Frömmigkeit und tiefe Innerlichkeit, die toir aus ihren Werken bereits kennen. Die zahlreichen eingestreuten,, im Ton des Volksliedes gehaltenen Gedichte, eng mit dem Gang der Ro- »elle verflochten, gemahnen an die Märchen und Erzählungen der Romantik. Zehn Originalzeich- Tungcn. von der Verfasserin selbst entworfen, verleihen dem Bändchen besonderen Reiz. — Renate Uhl: Umweg zum Glück. Roman. Verlag Ullstein, Berlin. Ganzleinen 4,80, broschiert 3,80 Mark. — (255) — Zart und rätselhaft, als Kind schon erwachsen und als Erwachsene noch Kind, selbständig und immer schutzbedürftig, stark genug, aus ßicbe zu entsagen, und zu schwach, um allein sein zu können — das ist Sarina, die Heldin dieses wertvollen Unterhal- tangsromans. In der Vielheit ihres Wesens be- btzt sie nur einen Halt, der sie den Weg zum Glück rad) vielen Umwegen doch noch finden läßt: Stärke Les Gefühls^ — Jochen Klepper: Der Kahn der fröhlichen Leute. Roman. Leinen 4,25 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. — (212) — Eine neue Weise ist hier angeschlagen: Das Lied vom deutschen Strome wird gelungen, Dom braunen Oderfluß — eine Dolksromanze vom Geben auf dem Schleppkahn. Jochen Klepper kennt Land und Leute seiner schlesischen Heimat, und er kennt sie so, daß er gar nicht nötig hat, anders von ihnen zu reden als im Ton des Volkes: schlicht und einfach, und gerade dadurch bezwingend. — Aus ihrem Oderkahn führt die kleine Schiffseignerin Wilhelmine Butenhof ein selbstherrliches Leben. Sie ist noch ein halbes Kind. Vollwaise, aber auch schon eine Vollnatur, von der Art, die sich den Wind um die Ohren pfeifen läßt und nach GießenerAnzeiger (General-Anzefger für Gberhessen) Mittwoch, 9. August 1955 Kür den Büchertisch. eigenen Gesetzen aufwächst und handelt. Ihren Vormund nimmt Wilhelmine zu sich aufs Schiff, sie heuert eine seltsame Mannschaft, brotlose Artisten: lauter Menschen, die ein Dichter in guter Laune, sich und uns zur Verwunderung und Freude, erschaffen hat. Auf dem Schiff geteilt sich zu ihr auch der nette, junge Michel, Wilhelmines künftiger Kapitän und Lebensgefährte. Es wird kaum jemanden geben, der dieses Buch eines neuen, im besten Sinne volkstümlichen Dichters nicht mit Vergnügen lesen wird. Eine erfreuliche Bereicherung unseres bodenständigen Schristtums. — Morgen wieder Sonne! Ein Roman um die Zugspitze von Paul von Hahn. Verlag Knorr & Hirth, München. Geheftet RM. 1.80, Leinen RM. 2,70. — (20.) — Die Wetterstation am Gipfel, das Hotel am Schneeferner, die grandiose Bergbahn, die Knorrhütte, Garmisch und Ehrwald sind Orte der Handlung: Sonne und Schnee, Wind und Weller, die unendliche Bergwelt, zügige Abfahrten und der ganze Wintersportbetrieb im Tal und auf der Höhe der gegenwartsfrohe Hintergrund. Zeitgemäß ist auch die Handlung: eine groß angelegte, raffinierte De- Visenschiebung steht im Mittelpunkt. Schwerer Verdacht und ein geheimnisvoller Mordfall bringt zwei Liebende in tiefste Verwirrung, bis nach vielen Verwicklungen und nach einer atemraubenden Hetzjagd vom Schneefernerhaus herab, sich alles klärt und zum besten wendet für zwei glückliche Paare. Ein spannender Roman, der zugleich zum erstenmal Deutschlands höchsten Gipfel in feiner ganzen Pracht und Herrlichkeit schildert. Wald, Garten, Siedlung. — Das Grüne Lexikon. 376 Seiten. Ganzleinenband. Preis 3 Mk. Verlag der „Grünen Post", Berlin- (172.) — In heutiger Zeit, in der ein großer Teil des deutschen Volkes zur eigenen Scholle zurückstrebt, ist das Erscheinen dieses praktischen Ratgebers für Landwirtschaft und Siedlung besonders zu begrüßen. Vierzig anerkannte deutsche Fachleute haben hier unter Führung von Landwirtschastsrat Dr. Sala die große Fülle landwirtschaftlichen Wissens in knappste Buchform gebracht. So schufen sie das erste einbändige moderne Landlexikon, das bei reichstem Inhalt zu niedrigstem Preis zu haben ist. Sie haben bei dieser Arbeit nicht nur an die Landwirtschaft aller Größenklassen gedacht, sondern auch alle Fragen eingehend behandelt, an denen die Siedler und Kleintierzüchter interessiert sind. Wer auf dem Land lebt oder aufs Land zieht, der städtische Siedler und der Gartenbesitzer — jeder, der ein Stückchen Land sein eigen nennt, findet im „Grünen Lexikon" alles, was er braucht. — „G artenbuch f ü r Anfänger" von Oefonomicrat Johannes Döttner, Jubiläumsausgabe, 195. bis 205. Tausend. Gartenbauverlag Trowihsch & Sohn, Frankfurt a. d. O., in Leinen gebunden 7,50 Mk. (129.) — Das berühmte „Gartenbuch für Anfänger" ist neu bearbeitet als Jubiläumsausgabe wesentlich verbilligt erschienen und doch das alte unersetzliche Gartenbuch geblieben, das sämtliche Fragen des Gartenbaues von Grund auf behandelt und für jeden Anfänger, sei er Gartenfreund, Blumenliebhaber, Siedler oder Gärtner eine wahre Fundgrube darstellt. Keine Frage ist unbeantwortet geblieben und die Antwort kann auch schnell an Hand des diesmal besonders ausführlich angelegten Sachregisters gefunden werden. Jeder, der sich einen Garten anlegt oder Blumen pflegt, oder Obst und Gemüse zieht, muh dieses Buch lesen, es macht sich hundertfach bezahlt. — Die Kleitzbücher der Gartenpraxis: so heißt die neue Gartenbuchreihe, di» der rührige Gartenbauverlag Trowihsch & Sohn, Frankfurt a. d O., herausgegeben hat. Die ersten vier Bücher sind erschienen. Sic sind inhaltsreich, allgemeinverständlich, reich bebildert und kosten nur 85 Pf. (272.) — Der Gartenbauarchitekt C. Rimann beweist in seinem Buch „Der schöne Gartenrase n", daß die ewige Plage mit schlechten Rasenflächen nicht nötig ist. Alle Arbeiten, die zur Anlage und Pflege einer vorbildlichen Rasenfläche gehören, sind eingehend geschildert. Ebenso reichhaltig sind die Angaben von I. Steffek: „Das Frühbeet des Liebhabers". Der Selbstbau wird anschaulich geschildert. Kein Handgriff bleibt unerwähnt, alles ist genau angegeben, auch die mit dem Bau verbundenen Kosten. Wie einfach es ist, der all- jährlich neu auftretenden ilnfrautplagc Herr au bleiben, sagt Obergartenmeister B. Doigt» länder in seinem Buch „Kein Unkraut m e h r“. Ebenso reichhaltig ist das Buch „P rat» tische Gartengerät e“, das Diplom-Garten- bauinspektor A. Demnig bearbeitete. Welche von den unzähligen Geräten wirklich brauchbar sind, faßt der Verfasser kurz und verständlich zusammen. — Ver deutsche Weidmann. Ein Lehrjahr im Riederjagdrevier. Don Friedrich Hülle. Verlag von I. Reumann, Reudamm. Gebunden 4,50 Mk. (557.) — Der Verfasser hat sich die Aufgabe gesetzt, in Zwiegesprächen zwischen Onkel und Reffen alles, was zum Rüstzeug deutschen Jagens gehört, unterhaltend und doch voll Wissen dem (Heuling, mag er jung oder alt fein, näherzubringen, und er hat diese Aufgabe auch glänzend gelost. Wir erleben ein Jagdjahr und hören dabei alles, was über Waffengebrauch, über die Gewohnheiten des Wildes, über Jagdarten in kurzer knapper Form möglichst erschöpfend gesagt werden kann. Da die Mehrzahl der Jäger heute nur auf Riederwildjagden kommt und der Rehbock für sie die Krone des Weidwerks darstellen muß, weil Hirsch und Sau ihnen versagt bleiben, so ist das Buch auf die Riederjagd in erster Linie eingestellt, gibt aber hier einen erschöpfenden Ueberblid über die Lebensweise, die Eigenheiten des Riederwildes, über Hegepläne im Rehrevier, Rickenabschuß und vieles andere, was im Rahmen einer Besprechung nicht erwähnt werden kann. Das Buch sei den Jägern bestens empfohlen. Jugendkunds. — Im Verlag Adolf Bonz 8- Co., Stuttgart, ist unter J)em Titel „ Neue deutsche Genera- tion" eine Schriftenreihe erschienen, aus der uns jolgende Hefte (kart, je 1 RM.) vorliegen. — (570)— Dr. Dr. Adolf von Grolman: Lage und Verla gerungder bürgerlich enJugend Deutschlands. Hier wird gezeigt, wie gerade die bürgerliche Jugend durch die Zertrümmerung der bisherigen Seinsformen am grausamsten getroffen wurde und wie sich darum die soziologische Zwangslage der heutigen Zeit ergeben hat. Weiter werden die beiden Pole Kollektiv und Einsamkeit, Massejugend und Selbstsuchende, das Problem des persönlichen und des politischen Führers behandelt und im Anschluß daran die Länder, Staat, Nation und Vaterland besprochen. — Studienrat Hans von Thünen: Das Land, die Rettung der jungen Generation (Siedlung und Ka- meradschaft). Die brennendste Frage ist das Schick- fol der Arbeitslosenheere und insbesondere das der jugendlichen Erwerbslosen. Die einzige Losung, die Zukunftserfolg verspricht, ist die Siedlung, und zwar die jugendliche Kameradschastssiedlung. Der Verfasser, ein Mann der Praxis, der seine Pläne bereite in die Tat umsetzt, behandell die verschiedensten Formen der Siedlung und ihre wirtschaftlichen Mag- lichtesten. — Pfarrer Friedrich Kräcker und stud. phil. Rolf Fechter: Die religiöse Situation der christlichen Jugend Deutsch- lands. In diesem Heft sprechen je ein Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche zur religiösen Situation, um so den Wunsch nach überparteilicher, grundlegender und die Gegenwart überdauernder Darstellung befriedigen zu können. — Die Flegeljahre. Eine pädagogische Plau- derei von Univ.-Prof. Dr. W. Hoffmann. 48 S. (Reue Elternbücherei, Heft 6.) Kart. RM. 1.80. 23er- lag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1933. — (526) — Im vorliegenden Buch stellt ein bekann- ter Jugendpsychologe — nicht theoretisierend, sondern aus dem praktischen Leben heraus — das für die Erziehung im Elternhaus Wichtigste leicht faßlich in fesselndem Plauderton und doch wissenschaftlich zu-, verlässig dar: Die Eigenart der Reifejahre, die Fol- gerungen daraus für die Erziehungsaufgaben der Eltern, Charakterbildung und Anleitung zur Selbsterziehung, die Notwendigkeit von „Erziehungspausen", Zeiten, die frei sind von Erziehungsmaßnah. men und Bildungsarbeit, in denen der Jugendliche einmal ganz Jugendlicher fein darf, um daraus Kraft und Lebensfreudigkeit zu schöpfen. Das Buch wird Eltern und Lehrern helfen, und der Jugend den Weg ins Leben erleichtern. Politik und — AlfonsvonCzibulka: Große deut- sche Soldaten. Mit 19 Bildtafeln in Ganzleinen gebunden Preis 5,40 Mark. Drei-Masken- Verlag AG., Berlin N 24. — (188) — Czibulka, alter österreichischer Reiteroffizier, unseren Lesern durch manche biographische Stizze bekannt, ist der rechte Führer zu allem Genialisch-Kraftvollen, was Soldaten und Abenteurer im Urgrund verbindet. Dankbar erinnern wir uns seines vor zehn Jahren erschienenen Buches: „Die großen Kapitäne", dem jetzt diese neue Sammlung gleichwertig zur Seite tritt. Der Deutsche, seit seinem Eintritt in die Geschichte an allen Grenzen seines nirgends durch die Natur geschützten Reiches von kriegerischen Feinden bedrängt, ist von jeher Soldat gewesen, und so zieht sich durch die deutsche Geschichte eine Reihe leuchtender Heldengestalten, die als geniale Heerführer, schneidige Reitergenerale und wackere Haudegen ihrem Volk und Vaterland gedient haben. Lag es früher wohl im Zuge der Zeit, bei der Schilderung militärischer Großtaten fast ausschließlich der Männer zu gedenken, die die preußische Armee in den drei Jahrhunderten ihres Bestehens zum Siege geführt haben, so sehen wir beim Durchblättern dieses Buches fast mit Erstaunen "nd einer gewissen Beschämung, welch reichen Anteil auch aydere deutsche Stämme, namentlich Bayern und Oesterreicher, an den ruhmreichen Feldzügen unserer Väter gehabt haben. So ist es A.B. gerade in diesem Jahre des Gedenkens an die Befreiung Wiens von der Türkennot nicht mehr als recht und billig, mit der Legende aufzuräumen, die den Polenkönig Johann Sobiejki zum Helden des Tages gemacht hat, obwohl der Um- ficht Karls von Lothringen und beispiellosen Kühnheit des erst 21jährigen Bayernkurfürsten MaxEmanuelder Sieg zu verdanken war. Auch kann es den Ruhm des großen Friedrich nur erhöhen, lernt man als (eine Gegner kongeniale Feldherrn, wie den Oesterreicher Laudon, kennen, der bei Hochkirch und Kunersdorf als Sieger auf dem Schlachtfeld blieb. Die Reihe der Oester- reicher setzen fort Erzherzog Karl, der Besieger des Korsen, Radetzky, Generalstabschef Schwarzenbergs bei Leipzig, als achtzigjähriger Sieger von Cuflozza und Novara, und als letzte die tragische Gestatt Conrads von Hotzendorf, dessen Feldherrngenie bei uns im Reich nicht immer und überall die Beachtung gefunden hat, die für unser gemeinsames Geschick gut gewesen wäre. Besonders dankbar sind wir dem Fachmann Czibutta, dessen Soldatenherz uns aus den Seiten dieses Buches so warm entgegenschlägt, für die reinliche Klarstellung des Verhältnisses zwischen Feldherrn und Stabschef. Wie einst Blücher und (B n elfen q u, so sind nach dem Weltkrieg Hindenburg und Luden do r ff durch das Gerede von dem Dioszurenpaar in eine schiefe Stellung zueinander gebracht worden. Es mindert nicht die Bedeutung der Gneifenau und Ludendorff, daß, wie Czibulka überzeugend ausführt, erst der Entschluß und die Uebernahme der Verantwortung, daß Willensstärke urrb Seelengröße, daß das unwägbare Fluidum, das Geschichte. von seinem Namen auf Heer und Volk ausftrömt und mitreibt, erst den genialen Strategen jum wahren Feldherrn machen. Das schönste Porträt dieses Buches ist Czibulka aber mit seiner Skizze über den Prinzen Eugen gelungen, gleich groß als Feldherr und Staatsmann, Begründer und Mehrer der modernen österreichischen Großmacht, deren ungeheure Leistung als Verteidiger der Süd- oftmarf des Reiches über dem tragischen, an Versäumnissen und Fehlern, Halbheiten und Schwächen so reichen Dahinsiechen der Donaumonarchie während der letzten Jahrzehnte nur allzuoft vergessen wurde. — JmKampfumdenRhein (1918—1930). Von Paul Großmann. Verlag Moritz Diester- weg, Frankfurt a. M. Preis 0,75 Mark. — (253). — Diese überaus lehrreiche und interessante Deroffent- lichuna des neuen Referenten für das hessische Volksschulwesen gehört in jedes hessische Haus. Denn, voran die deutsche Jugend, soll nie vergessen, was die Bewohner des ehemals besetzten Gebietes in der schmachvollen Zeit vom Dezember 1918 bis zum Sommer 1930 erdulden mußten. In zähem Ausharren hat die Bevölkerung während der Besatzungszeit die schweren äußeren und seelischen Lasten getragen — in unerschütterlicher Treue zum Reich. Dies alles wird von dem Verfasser, der damals als rheinhessischer Lehrer die Not der Heimat, Recht-, losigkeit und Bedrückung unter Frankreichs Fahnen miterlebte, eindrucksvoll geschildert, der deutschen Jugend zum Gedenken und zur Mahnung. — Der 21 u f ft i e g der nationalen Idee. Von Eugen S ch m a h l. Kartoniert 3.80 Mark, Leinen 4,80 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, ■Stuttgart. — (243) — In grofcangelegter Darstellung mit einer Fülle kaum bekannter Einzelzüge gibt dies Buch ein lebendiges Bild von der Entwicklung des deutschen Einheitsgedankens und dem Ringen um den deutschen Nationalstaat und damit zugleich einen Ueberblid über die geistige und politische Geschichte des deutschen Volkes vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute unter dem einheitlichen Gesichtspunkt einer der entscheidendsten Ideen bie|cr ganzen Epoche. Die Freiheitskriege, Metternich, die Rolle der Dynastien, der Weg vom Untertan zum Staatsbürger, das Vordringen des Liberalismus, der Anstieg des Parlamentarismus, der Angriff der marxistischen Gedankenwelt, die Zeit Bismarcks und seiner Nachfolger, die gewaltige Bedeutung des Weltkrieges erscheinen von hier aus in einem neuen Licht. Die nationalistischen Strömungen der Nach- kriegsjahre von Moeller van den Bruck bis zur heutigen politischen Wirklichkeit werden hier erstmalig im Zusammenhang dargestellt und mit einer Charakteristik Adolf Hitlers und der nationalsozialistischen Bewegung abgeschlossen. Nicht nur als Nachzeichnung eines langen Werdeganges, an dessen ffnbe die große Aufgabe der Gestattung des Dritten Reiches als des totalen deutschen Volksstaates steht, sondern auch als Einführung in die Probleme, die aus dem Weg zu einem so hohen Ziele liegen, ist dieses neue Buch von wetttragender nationaler Be- beutuna Erd- und Völkerkunde. — Handbuch der geographischen Wissenschaft. Herausgegeben von Univ.-Pros. Dr. Fritz Sil ute (Gießen) unter Mitwirkung zahlreicher anderer Gelehrten. Etwa 4000 größere Textbilder und Kärtchen, gegen 3000 Farbenbilder, viele Kartenbeilagen. In Lieferungen zu je 2.40 Mark. Akademische 23®. Athenaion m. b. H., Potsdam, Südamerika, einer der zukunftsreichsten und aufstrebend- sten Kontinente, lassen mit einer bisher in länderkundlichen Werken kaum geübten Allgemeinverständlichkeit der Schilderung, dabei in jeder Hinsicht wissenschaftlich zuverlässig, lebendig und sesielnd die Autoren, die Professoren M a u l l (Graz), Kühn (Kiel), Troll (Berlin) und Dr. Knoche (Santiago de Chile) in Wort und Bild erstehen. Laiid und Leute, Natur, Kultur und Wirtschaft, die politischen Verhältnisse und Enttvicklunasmöglichkeiten, Flora und Fauna, Klima, Lage und Geschichte, alles, was notwendig ist, um ein geographisch erschöpfendes Bild zu geben, findet eine vortrefflich gegliederte, übersichtlich und überzeugende Darstellung. Der Umstand, daß mehrere Autoren als wissenschaftliche Pioniere einen bedeutenden Anteil an der Entdeckung und Erschließung weiter sudamerikanischer Länderstrecken haben, verleiht dem Werk einen ganz besonderen Wert. Was diesen Band besonders heraushebt, ist seine unvergleichliche Bebilderung. Die Landschaft, die Menschen, alles Wichtige und Interessante ist in glänzenden Photographien eingefangen. Dazu die Landschaftsgemälde, bunt und lebensvoll, in vorzüglicher Wiedergabe nach Bildern erster Künstler und ein wissenschaftliches Anschauunugs- material von seltener Reichhaltigkeit: Karten, Pro- file, Zeichnungen und Diagramme. — Josef Ponten: Aus griechischer Landschaft. Landschaftsbilder II. Mit einem Nachwort von Prof. Dr. K. H a u s h 0 f e r Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7216. Geheftet 35 Pf., ge- bunben 75 Pf. — (226.) — Der Dichter Josef Ponten sucht als Meister ber Landschaftsschilderung feines- gleichen. Sein vollkommenstes Werk auf biefem Gebiet sind die „Griechischen Landschaften", die die Bewunderung der Wissenschaft und die Liebe und Begeisterung einer großen Leserschaft gewonnen haben. Das Bändchen „Aus griechischer Landschaft" in Reclams Universal-Bibliothek bietet nun einen in sich völlig gerundeten, künstlerisch geschlossenen Auszug aus dem größeren Werk zu niedrigstem Preis und vermittelt alle Schönheiten der Ponten- schen Schilderungskunst. Griechenland wird hier überaus lebendig. Ponten ist es wunderbar gelungen, in der Schilderung des wirklichen gegenwärtigen Griechenland immer wieder das alle große Vaterland unserer Seele durchschimmern zu lassen. So entsteht aus Landschaft und den großen historischen Denkmälern, aus Wissen und Schauen, aus Gegenwart und Erinnerung ein bezwingendes Gan- zes, das den einzigartigen Gegenstand in vollkommener Weise widerspiegelt. — Alma M. Karlin: Im Banne der Südsee. Als Frau allein unter Pflanzern und Menschenfressern, Sträflingen, Matrosen und Missionaren. 272 Seiten mit 27 Abbildungen. Preis 2,85 Mk. Wilhelm Köhler, Verlag, Minden in Westfalen. (126.) — Von Hongkong übet die Philippinen geht die Fahrt nach Australien, dem Kontinent der Gegensätze. Reuseeland mit seinen Geisern und feiner interessanten Maori-Bevölke» rung bird besucht, und von hier aus bricht Alma M. Karlin auf zur Fahrt nach dem ge» heimnisumwobenen Jnselreich der Eüdsee. Für einige Monate, wie sie dachte. Cs wurden zwei Jahre daraus, atoei Jahre, angefüllt mit Abenteuern und Erlebnissen, wie sie Wohl noch nie einer Frau beschieden waren. ■< gyr.- jÄSK •• r- i MM..-- ;• . * - -M. .. s-'EW v r /' KM M ■ ' ■«£ N • / W i O Der Film des unbekannten Werjungen wird gedreht Oben links: Deutsche K a n u - M e i st e r s ch a f l e r in Berlin-Grünau: Der Sieger im Tiner-Kanadier D e r d a u. — Oben Mitte: Ein Reitersturm der SA., der beim Berliner Volksrenntog den Karlshorstcr See durchquerte. — Oben rechts: W e i m a n n (Leipzig), der beim Internationalen Sportfest in Berlin mit 72,60 Meter einen neuen glänzenden deutschen Rekord im Speerwurf schuf. — Unten links: Zielbild des 100-Meter-Laufs bei dem Berliner Sportfest, den der amerikanische Reger Metcalfe gewann.— Unten rechts: Die Deutschen Schwimmer-Meisterschaften in Weimar: Der Start zur Herrenmeisterschaft im Kraulen. SJ.-fpor/ Großkampftage des deutschen Sports Reicysjugendführer Baldur von Schirach zu Besuch im Ufa-Tonfilm-Atelier in Neubabelsberg bei Berlin, wo gegenwärtig der Film „H i t l e r j u n g e Q u e r" nach dem Roman von Schenzinger gedreht wird. Reben Schi rach rechts der Regisseur St ein hoff. Die Mitwirkenden sind Hitlerjungen aus dem Berliner Norden. Der Name des Titelrollenspielers wird nicht genannt. „Bendera JetuP Von Dr. Paul Rohrbach. utut wird. Anders wird von ihr überhaupt nicht im Ernst die Rede sein können. Jenes Wort, mit dem ich meinen Bericht begonnen habe „Unsere Flagge. Gott hat sie wiedergebracht", ist tagelang bei den Schwarzen durch Daressalam und Umgegend gegangen. Es war ein Ausbruch der Stimmung. Woher und warum die Farben Schwarzweißrot mit einem Mal wieder da waren, davon konnte sich kaum jemand von den Leuten eine Vorstellung machen. Genug, sie waren da, sie wehten im Winde, und das nahm das schwarze Volk für ein Zeichen, daß i r g e n d etwas sich geändert haben muß. Die älteren Leute wissen noch, wie es fri früheren Zeiten war und die Jungen hören von den Alten, daß es früher besser war als heute. Man wurde feklaehen, wenn man bei den Schwarzen einen bestimmten Willen durch die vier Millionen hindurch voraussetzte, aber ein Stimmungsausbruch würde im Fall unserer Rückkehr erfolgen, vor dem die Welt staunen würde. zige auffallende Aeußerung, von der ich gehört habe. Die privaten Engländer rechnen im Gespräch mit deutschen Bekannten allesamt damit, daß eine Rückgabe des Landes erfolgt. In der englischen Kenya-Kolonie hat sogar ein Mitglied des Legislative Council öffentlich geäußert (seine Rede wurde im „East Afncan Standard" von Rairovl wiedergegeben), die Rückgabe von Tanganyika sei nur eine Frage der Zeit, doch würde man das Kilimandscharogebiet und einen Verbindungs- streifen längs den großen Binnenseen nach Südafrika behalten. D. h., der Rock soll wiedergegeben werden, aber ohne Uhr und Brieftasche! Darauf dürfen wir uns nie einlassen, wenn die allgemeinpolitische Lage einmal soweit herangereift ist, daß die Frage der Rückgabe rat I a s p e r t ° Frankfurt a. M. z u m g e s ch ä f t s- sührenden Vorsitzenden berufen und den seitherigen Vorstand mit der Fortführung der Geschäfte beauftragt. Urteile des Darmstädter Sondergerichts. WSN. Darmstadt, 8. Aug. Das Hessische Sondergericht hatte am Montagvor- mittag acht Fälle zu verhandeln. Es kam zu folgenden Arteilen: Fr. Wilhelm Göhring aus Babenhausen wegen beschimpfender Aeuherungen über den Reichskanzler entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts drei Monate Gefäng- n i s. Emil F l a u s aus Groß-Umstadt wegen verbotenen Tragens von Abzeichen 3 Monate Gefängnis (Antrag 4 Monate). Adam Schäfer auS Fehlheim wegen verbotenen Was- „ Bendera jetu, mungu na lete!" „Das i st uniert Flagge, Gott hat sie wiederge- bracht!" Gerade vor einer Woche ging dies Gemurmel durch die Menge, die sich vor dem :n Daressalam neu errichteten deutschen Konsulat versammelt hatte Die Straße war schwarz von Menschen, alles Eingeborene, manche von weit her gekommen, die zur Flagge mit den alten deutschen Farben emporsahen. Sie war eben aus Deutschland für das Konsulat angekommen und wehte, zusammen mit der Hakenkreuzflagge, zum ersten Mal seit jenem 4. September 1916, an dem die Engländer das von den letzten deutschen Truppen geräumte Daressalam besetzten, wieder an diesem Platz. In all den Jahren hatte es hier kein deutsches Konsulat gegeben, und das Weimarer Schwarzrotgold war in ganz Ostafrika unbekannt geblieben. Kein deutsches Haus hatte je die Farben gezeigt. Während der zwei Monate, die wir jetzt in Ostafrika zugebracht haben, ist die Frage, ob die (Eingeborenen die deutsche Herrschaft zurückwünschen, ein häufiger Gesprächsgegenstand gerne- en. Ich habe absichtlich nicht mit Schwarzen dar- über gesprochen, weil diese einem Fremden nicht so leicht eine offene Antwort geben, sondern mit Leu- ten, die mit der Stimmung unter den (Eingeborenen vertraut sind. Wen der Schwarze kennt, zu dem ist er offen. (Er weiß sehr gut, daß die Eng- länder ihn für sich gewinnen wollen. Darauf ist die englische Politik von Anfang an konsequent ausgegangen, und dies Ziel verfolgt sie noch heute. Allerdings ohne (Erfolg, denn die englische Psychologie gegenüber dem Neger ist grundfalsch. Man sieht das z. B. an der Handhabung der Justiz. Die Gerichte sind angewiesen, zwischen Schwarz und Weiß formell keinen Unterschied zu machen und nach Möglichkeit negrophil zu urteilen. Vernünftige Engländer, auch Beamte (vor allen Dingen die PolizeiI) sind entsetzt darüber und machen kein Hehl daraus, auch nicht gegenüber Deutschen, aber sie sind machtlos gegen das Syftem. Ganz unerträglich ist die Liebedienerei vor dem Neger bei Diebstählen. Hier in Daressalam hat ein Schwarzer, der schon dreimal im Gefängnis gesessen hatte, neulich 300 Schillinge gestohlen. Das Geld wurde bei ihm gefunden, und er konnte sich .über den Erwerb nicht ausweisen. Der Richter aber verlangte Zeugen für den Diebstahl, und da der Dieb natürlich darauf bedacht gewesen war, ohne Zeugen zu stehlen, so konnten keine beigebracht werden. Ueber 300 Schillinge verfügt ein gewöhn- licher Schwarzer unmöglich auf ehrliche Weise. Trotzdem wurde der Mann freigesprochen, ging schmunzelnd nach Hause und dachte bei sich: der --Richter darf mich ja gar nicht verurteilen, er hat Angst! Ein anderes Mal sind Kokosnüsse gestohlen. Der Dieb gibt zu, er habe sie von einer Europäerpflanzung geholt, aber ein Freund habe ihm gesagt, es seien feine. Wie denn der Freund zu den Nüssen gekommen sei und warum er selbst des Nachts in die Pflanzung geschlichen sei? Auch auf Weisung des Freundes! Wo der Freund denn stecke? Ja, der sei irgendwohin weit weg! Urteil: Der Dieb darf die Kokosnüsse behalten, denn es ist fein Zeuge da- für da, daß der verschwundene Freund ihm den Auftrag nicht gegeben hat! Wer ist vergnügter als der Schwarze! Sogar wenn Eingeborene widerspenstig gegen behördliche Anordnungen sind, läßt man ihnen alles durchgehen, damit es nicht zu Strafmaßnahmen kommt, worüber dann die Zeitungen schreiben. Prinzip ist: Der Schwarze soll wissen, daß er es mit einer „wohlwollenden" Regierung zu tun hat, nicht mit einer „scharfen", wie früher der deutschen. Darum achtet der Schwarae den Engländer auch nicht. Die deutschen Polizeiaskaris trugen ein Schießgewehr, die englischen tragen einen Gummiknüppel ober ein kurzes Seitengewehr, dazu ein Stöckchen, was sie den englischen Soldaten nachmachen. Der Schwarze schüttelt den Kopf und meint: Das gehört sich nicht. Er will die Zeichen wirklicher Autorität sehen. Absolut verhaßt ist den Negern das englische Stiftern der Geldstrafen. Da der Mann selber die Strafe nicht aufbringen kann, so muß er seine Verwandtschaft in Anspruch nehmen, und das ganze Dorf ist wütend. „Die Engländer wollen ja nur Schillinge von uns", heißt es. (Es geht in kein eingeborenes afrikanisches Gehirn, daß man ein Vergehen mit Geld abbüßt. „Ihr seid ja gar keine Banas, keine Herren!" geht das Gemurmel über die Engländer. Der englische Beamte hat selten Fühlung mit den Schwarzen. Er hat Order, sie welch zu behandeln, aber es widerstrebt ihm, sich mit dem Einzelnen auf seine Sorgen und Nöte einzulassen, geduldig mit ihm zu verhandeln, die Streitigkeiten der Leute untereinander zu schlichten. Das taten die deutschen Beamten und Offiziere mit Geschick und Gerechtigkeit Daher sagen die Schwarzen: „Der Deutsche hat eine harte Hand, aber ein weiches Herz, beim Engländer ist die Hand weich und das Herz hart." In diesem Wort liegt der Schlüssel zu dem bis teute nicht erstorbenen Verlangen, die Deut- ch e n mochten wiederkommen. Von uns ühlten sich die Leute verstanden, von den (Englän- dern nicht Es gibt alte deutsche Boys, Köche, persönliche Diener, Pflanzungsausteher, die wegen ihre r guten Schulung jeden Tag für hohen Lohn einen englischen Dienst haben könnten. Sie bleiben für bie Hälfte, für ein Drittel beim heutigen Arbeitgeber. „Ich gehe nicht aum (Englänber", sagen sie. Mir sind selbst in deutschen Familien, auf deutschen Pflanzungen, solche Leute gezeigt worden. Ich habe auch mit Griechen gesprochen, die in Osiafrika eine ziemlich bedeutende Rolle als Pflan- zungsbesitzer und Geschäftsleute fpieien. Sie haben sich gleichfalls unter der deutschen Regierung woh- Icr gefühlt „W ann kommt ihr denn wie- d e r , fragte mich kürzlich im Innern ein reicher Grieche. Ich konnte i hm natürlich nicht jagen, wann und wie, sondern brauchte eine allgemeine Wendung, es sei noch nicht aller Tage Abend usw. „Inschallah"! Gott gebe es! war die mit einem bedeutsamen Augenaufschlag gegebene Antwort. Gespräche mit Engländern habe ich vermieden. Mir ist nur erzählt worden, daß auch englische Farmer in ihrer Wut über die Eingeborenenpolitik ihrer Regierung manchmal äußerten: „Die Vernunft wird er ft mit den Deutschen wieder- kommen, besser heut als morgen" Am auffallendsten war mir der Bericht über das Wart eines hohen englischen Beamten: „Fünf Jahre müßt Ihr Deutschen Euch schon noch gedulden, solange bleiben wir sicher hier!" Von offizieller englischer Seite ist dies die einOer Ministerpräsident in der Kirchengemeinde. D a r m ft a b t, 8. Aug. (WSN.) Bei den Kirchenwahlen in Darmstadt, für die nur eine Liste vorlag, wurde In der Petrusgemeinde auch Ministerpräsident Professor Dr. W e r n e r in die Kirchengemeinde- vertretung gewählt. Oie Führung der deutschen GebtrgS- und Wanßervereine. Darmstadt, 8. Aug. (WSN.) Wie seinerzeit mitgeteilt wurde, ist Ministerpräsident Dr. W e r n e r vom Reichssportführer von Tichammer-Osten zum Reichskommissar für das deutsche Wandern ernannt worben. Ministerpräsident Dr. Werner hoi den seitherigen 1. Vorsitzenden des Reichsverbands deutscher Gebirgs- und Wandervereine, ötabt» MH eines Prag, der beut Legaiivnsra mittag beü Auberrmimsl offenen Ang Ministerprä anläßlich Deutsch! hat u. a. ci finde sich in zur Dert natische, ! Deutsch! vor. 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Konrad 3 o ft aus Göhenhain, wegen unbefugten Tragens eines Hoheitsabzeichens der NSDAP. 6 Wochen Gefängnis. Eine Berurteilung. weil er das Abzeichen verunglimpft haben sollte, erfolgte mangels Beweises nicht. Der jüdische Händler Max Grünewald aus Gießen wegen Verbreitung unwahrer Greuelgerüchte in zwei Fällen 4 und 8 Monate, zusammengezogen 10 Monate Gefängnis. Der Schlosser Friedrich E r n st aus Darmstadt wegen herabsetzender Aeußerungen gegen die nationale Regierung 3 Monate Gefängnis, die durch die Unter- suchungshaft als verbüßt anzusehen sind. Sämtliche Urteile treten mit sofortiger Wirkung in Kraft. 30000 Mark Arbeitsspende der Opel- Belegschast WSN. Groß-Gerau, 8.Aug. Wie der „Opel"- Geist mitteilt, wurde im Laufe des Monats Juli durch die Werksangehörigen der Opelwerke als freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit ein Betrag von etwa 30000 Mark gezeichnet. Wirtschaft. ^eichsseitigeErleichterungderGetreide- Emlagerung durch Landwirte. Um die Einlagerung von Getreide durch Landwirte in den ersten Monaten nach der Ernte zwecks späteren Absatzes zu erleichtern, werden reichsseitig folgende Vergünstigungen gewährt: Landwirte, die ihr selbsterzeugtes Getreide diesjähriger Ernte gegen Orderlagerschein in den Lägern von Lagerhaltern einlagern, die entweder der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Geschäftsabteilung, Berlin SW 11, Stresemann- straße 92/102, angeschlossen sind, oder die gemäß der Verordnung über Orderlagerschein vom 16. Dezember 1931 konzessioniert sind, erhalten auf die von ihnen an den Lagerhalter entrichteten Lagerkosten, wenn das Getreide spätestens am 30. November 1933 auf die Dauer von 3 Monaten eingelagert wird, einen Lagerkosten-u- schu h von je 5 Mk. je Tonne. Voraus- fehung der Gewährung des Zuschusses ist, daß der einlagernde landwirtschaftliche Erzeuger mit dem Unterlagerhalter der Reichsstelle, bzw. mit dem konzessionierten Lagerhalter wirtschaftlich nicht ganz oder größtenteils identisch ist, und daß die Entschließung über den Verkauf des Getreides während dieser dreimonatigen Lagerdauer und ebenso die Bestimmung des Verkaufszeitpunktes in jedem Fall in derHanddes Landwirtsliegt. Darüber hinaus hat das Reich die Reichsstelle in die Lage gesetzt, ihre Lagerkostengebühren für derartige, bis spätestens 3 Monate dauernde Einlagerungen von selbsterzeugtem Getreide durch Landwirte um 1 Mk. je Tonne herabzu-' sehen, so daß in diesen Fällen für die Beteiligten keine Mehrkosten aus der zentralen Verwaltung der der Reichsstelle angeschlossenen Läger erwachsen. Die Anträge auf Gewährung des Lagerko st e'n Zuschusses sind binnen zwei Wochen nach Beendigung der dreimonatigen Cinlagerungsdauer unter Beifügung der Lagerkostenabrechnung an die Deutsche Rentenbank- '■ Kreditanstalt zu richten, die seitens des Reichsernährungsministers mit der Durchführung der Zuschußgewährung betraut ist. Ueber die Anträge entscheidet die Deutsche Ren- tenbank-Kreditanstalt nach näherer Bestimmung des REM. unter Ausschluß des Rechtsweges. Die Antragsformulare sind bei der Deutschen Rentenbankkredit-Anstalt, Berlin W 8, Wilhelmstr. 67, erhältlich. Frankfurt still. Frankfurt a. M., 9 .Aug. (WTB.-Drahtmel- bung.) Der Frankfurter Markt litt auch heute wie- ber unter der Geschäftslosigkeit. Obwohl die im dies- wöchigen Reichsbankausweis gemelbete höhere Golddeckung befriedigte und auch verschiedene günstige Nachrichten aus der Montanindustrie Vorlagen, war eine einheitliche Besserung nicht zu erkennen, wenn auch die Stimmung unleugbar freundlich geworden ist. Zu Anfang waren Kauforders aus Berlin auszuführen, die einigen Papieren einen Auf- > trieb bis zu 1 Prozent verschafften, dagegen standen jedoch Einbußen im gleichen Ausmaß. Reichsbankanteile lagen heute ca. 1 Prozent höher, nachdem anscheinend ein größerer Verkaufsauftrag, der in den letzten Tagen auf den Kurs drückte, jetzt erledigt ist. Bergwerksaktien waren ziemlich unverändert. Rhein- stahl und Harpener bis 0,50 Prozent, Ilse Genuß 2 Prozent gedrückt, dagegen Phönix und Mannesmann bis 0,65 Prozent und Laurahütte um 2 Prozent fester. Von Chemiewerten gaben Deutsche Erdöl 1,40 Prozent nach, während sich Farben um 0,40 und Rütgers um 0,25 Prozent verbesserten. Am Elektromarkt lagen Felten und Siemens je 0,65 Prozent, Gessürel 0,25 Prozent höher, dagegen gaben Akkumualtoren Berlin 2,25 Proz. nach. Von Schifffahrtswerten blieben Hapag behauptet, Norddeutscher Lloyd leicht abgeschwächt. An den übrigen Marktgebieten gaben Zellstoff Aschaffenburg 0,50 Prozent nach, Waldhof waren gehalten. Daimler konnten sich um 0,25 Prozent verbessern, während Conti Gummi ca. 0,40 Prozent niedriger lagen. Der Verlauf war meist leicht befestigt, so gewannen Metallgesell- schast 0,50 Prozent, Stahlverein 0,25 Prozent, Bu- berus 0,40 Prozent, allerdings tarnen Klöckner 0,50 Prozent schwächer zur Notiz. Dec Rentenmarkt lag ebenfalls still.Von Deutschen Anleihen eröffneten Altbesitz unverän- . dert, späte Reichsschuldbuchforderungen bei flei- j nem Geschäft 0,25 Prozent über gestern. Don I 3ndustrieobligationen büßten Stahlvereinbonds 1 Prozent ein. Am Pfandbriefmarkt lag etwas Nachfrage vor, so daß sich einige Goldpfandbriefe der Frankfurter Institute um 0,50 Prozent, Liquidationspfandbriefe um 1 Prozent verbessern konnten. Kommunalobligationgn blieben behauptet. Der Markt der Auslandsrenten zeigte Bosnier mit Minus-Zeichen, dagegen konnten Ungarische Goldanleihen 0,13 Prozent gewinnen. 3m Verlaufe schwächten sich Deutsche Anleihen um eine Kleinigkeit ab, so Altbesitz um 0,25 Prozent, Neubesih um 10 Pf., und Schuldbuchforderungen um zirka 0,25 Prozent. Tagesgeld war zu 3 Prozent unverändert. Schweinemarkt in Gießen. Aus dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 133 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 10 bis 12 Mk., 6 bis 8 Wochen alt 12 bis 15 Mk., 8 bis 13 Wochen alt 15 bis 20 Mk. Tendenz: schleppend, Ueberftand.