Nr. 132 HvühauSsabe 183. Jahrgang Zreitag.y. Juni 1933 6r|d)etni f ägttd), autzei Sonntag» und feiertags Beilagen: Die Düuftnertt (Biegener Familienblätter Heimat >m Bild *Die£d)olIf monatiBeiugspreis: Mi« 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Dlluftrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bet Nichterscheinen van emzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt $ern|pred)anfd)lüffe nnttt Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Hieben. Postscheckkonto: gronffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud unv Verlag: vrühl'lche llntverftkülrvvch. und Lteindruckerei H. Lange in Sleßen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen van 27 mm Breite artlich 8, auswärts 10 Reichspsennig,- für Re- klamean-eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20v . mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwartlich für Polink Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und tür den Anzeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in (Biegen. Vorübergehende Unterbrechung des Transfers. Keine Oevifenzuieilung für Zahlungsverpflichtungen aus der Zeit vor der Zulckrrsis. — Oie Schuldner muffen in Reichsmark zahlen —Oie Reichsbank seht die Besprechungen mit den ausländischen Gläubigern fort 2 erlin, 8. Juni. (WTB. Amtlich.) Aach- dem auch die Vertreter der kurz- und lang* triftigen Auslandgläubiger in der vorwöchigen Zusammenkunft mit der Reichsbank einhellig anerkannt haben, daß bei einem weiteren Rückgang der Gold- und Devisenreserve die volle Funktion der Reichsbank als zentrales Rotcnbankinstitut b e e in - trächtigt werde, und es daher wünschenswert fei, diese Reserve schrittweise zu erhöhen, hat die Reichsbank nunmehr an die Reichsregierung ein Schreiben gerichtet, in welchem sie davon Mitteilung macht, dah sie mit Wirkung per 1. Juli d. 3. für eine vorübergehende und hoffentlich kurze Zeit die Zuteilung von Devisen aus alle diejenigen Zahlungen einftellt, weiche Verpflichtungen betreffen, die vor der 3 u (i - krIse 19 31 entstanden sind. Ausgenommen hiervon sind die bestehenden StiUtjalte- abfommen. Um ganz klar zu machen, dah es sich bei der vorübergehenden Unterbrechung des Transfers um eine rein oolkswirtschaft- licheAngelegenheit handelt, nämlich darum, dah die Reichsbank nicht genügend fremde Zahlungsmittel zur Verfügung hat, nicht aber um eine Zahlungsstockung privater Schuldner, hat die Reichsregierung e i n Gesetz erlassen, wonach die deutschen Schuldner verpslichtet werden, ihre Zahlungen i n R e i ch v- m a r k weiter zu leisten. Die eingezahlten Markbeträge werden in einer besonderen Konversionskasse so lange verwaltet, bis wieder genügend ausländische Zahlungsmittel zur Verfügung stehen, um den rückständigen Transfer durchzuführen. Mit dieser Lösung gibt die Reichsregierung klar zu erkennen, daß sie dieSicherheit privater Eigentumsrechte nicht antastet, und dah die deutsche Wirtschaft den festen Willen hat, ihre eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Diese Einstellung Deutschlands ist um so hoher zu werten, als in der Wirtschaft zahlreicher anderer Länder nicht nur Transfer-, sondern auch Zahlungsschwierigkeiten an der Tages- ordnung sind, wahrend in Deutschland mit ganz vereinzelten Ausnahmen die Schuldner ihren Verpflichtungen in vollem Umfange nachgekommen sind. Zinsen und Amortisationen find entrichtet worden in einer Zeit, in der die ganze Welt und insbesondere Deutschland von einer wirtschaftlichen Depression und einem Rückgang aller Werte in einer Weise heimgesucht wurden, die in der Geschichte kaum ihresgleichen findet. In zahlreichen anderen Ländern muhte bei Anlagewerten konservativsten Charakters Zins- und Tilgungszahlungen eingestellt oder Akkorde bewilligt werden. Deutschland dagegen hat bisher alle seine Veroslichtungen erfüllt und beansprucht auch letzt keinen Vergleich wegen seiner Verpflich- tungen. Die Vertreter der kurz- und langfristigen Gläubiger Deutschlands haben sich bereit erklärt, auch fernerhin mit der Reichsbank in enger Fühlung zu bleiben und gemeinschaftlich mit ihr zu erwägen, was zur Milderung und, wenn möglich, $ur baldigen Beendigung des jetzt eingetretenen Zustandes führen kann. Zu diesen Erwägungen gehört auch die Jrage einer Aufteilung der hoffentlich bald wieder anwachsenden Devisenaufkommen auf die verschiedenen Schuldarten. 3m Einverständnis mit der Reichsbank treten die Stillhaltegläubiger bereits am 13. 3unl d. 3. zu einer Besprechung in London zusammen. Die Reichvbank hat an die Vertreter der langfristigen Gläubiger und an die Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Bafel das Ersuchen gerichtet, ebenfalls in der kommenden Woche zu einer Besprechung ,o sammenzutreten. Die Reichsbank wird bei diesen Besprechungen ihr Möglichstes tun, um zu einer Lösung der seit langem erwarteten und nunmehr eingetretenen Transferkrise beizutragen. Sie wird dabei ausgehen von den beiden Grundsätzen, die die Berliner Besprechungen mit den Gläubigeroertretern als einhelliges Ergebnis festgestellt haben, nämlich: 1. daß die Gold- und Devisenreserve der Reichsbank zwecks Erhaltung ihrer Funktion als Währungsinstitut wiederan- gereichert werden muß, und 2. daß der laufende Warenhandel Deutschlands keinen Finanzier ungs- beschränkungen unterworfen wird, weil sonst die hervorragendste Quelle des Devisen- aufkommens verschlossen werden würde. Aus diesem Grunde sind auch alle unkontrollierbaren Zeitungsnachrichten mit größter Skepsis aufzunehmen, die von Dergeltungs- oder Gegenmaßnahmen ausländischer Kreise sprechen, wie z. B Beschlagnahmen, Zwangsclearing und ähnlichen Dingen. Es handelt sich bei dem Vorgehen der Reichs- bank nicht um irgendeinen willkürlichen Akt, sondern lediglich um die Auswirkung von Tatsachen, an deren Entstehung die Reichsbank völlig unbeteiligt ist, und aus der ein einseitiger, von Deutschland abhängiger Ausweg nicht gesunden werden kann. Sollten sich andere Auswege linden, und sie können auf dem Wege einer R e - konstruktion der internationalen Wirtschaft gefunden werden, so ist die Reichs- bank ebenso wie die deutsche Reichsregierung bereit, daran mit allem Nachdruck mitzuarbeiten. Die Reichsbank begründet ihre Maßnahme Sicherstellung der Devisen für die Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten Ein Vries an den Reichskanzler. Berlin, 8. Sani. (T2l.) Das Reichsbank- direktoriam hat zur Begründung des notwendigen Transferaufschubes an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, das acht Schreibmaschinenseiten umsaht und im wesentlichen folgendes besagt: Der Bestand der Reichsbank an eigenen Gold- und deckungsfähigen Devisen, der Ende Juni 1930 mit 3078 Millionen Reichsmark seinen Höchststand nach der Währungsstabilisierung erreichte, hat i n - folge der Kreditkündigungen des Auslandes im Anschluß an den im Mai 1931 erfolgten Zusammenbruch der österreichischen Kreditanstalt eine rasche Berminderung erfahren. Die nach der Sulikrife 1931 getroffenen Stillhaltevereinbarungen und Devisenmahnahmen haben die Verminderung zwar verlangsamt, jedoch nicht verhindern können, dah am 31. Mai 1933 nur noch rund 280 Millionen Reichsmark eigenes Gold und deckungsfähige Devisen in der Reichsbank vorhanden waren. Wenn auch für den Inneren Zahlungsverkehr bei Aufrechterhaltung der Devisenzwangswirtschaft die Höhe der Golddeckung für die Stabilerhaltung der Reichsmark nicht die frühereaus- fchlaggebende Rolle spielt, fo führt doch der dauernde Gold- und Devisenfchwund bei der Reichsbank zu der schweren Gefahr, dah nicht einmal mehr für die ordnungsmäßige Bezahlung der täglich im deutschen Außenhandelsver- k e h r benötigten Millionen die vorhandenen Devisenbeträge ausreichen. Diese Gefahr wird um so größer, als mit dem ständigen Rückgang der Devisenreserven der Außenhandel eine immer stärkere Schrumpfung erleidet. Das Schreiben verweist dann weiter auf die Entwicklung der deutschen Handelsbilanz und die willkürlichen Währungsmaßnahmen einer Reihe anderer Länder sowie auf die drohende Gefahr einer weiteren Handelsschrumpfung, die nicht abgewartet werden darf, wenn die Bezahlung der Einfuhr besonders von Roh st offen und Halbfabrikaten nicht aufs Spiel gefetzt werden soll, deren Veredlung die Grundlage für die Beschäftigung einer hochqualifizierten deutschen Arbeiterschaft bildet. Am deutschen Außerkhcmdel find aber ebenso d i e Kreditgeber Deutschlands interessiert. Aus dieser Lage ergeben sich mit zwingender Notwendigkeit unverzüglich wirksame Maßnahmen. Diese Notwendigkeit ist auch von den Auslandsgläubigern, so in den Stillhaltever- handlungen wie in der kürzlichen Aussprache der Vertreter der Auslandsgläubigerschaft mit uns a n - erkannt worden. Diese jetzt getroffene Maßnahme soll die Reichsbank in den Stand setzen, 'hre noch vorhandenen Währungsreserven wirksam zu verteidigen und schrittweise in einem angemessenen Ausmaß wieder aufzufüllen, sowie gleichzeitig ausreichend Devisen zur Verfügung zu stellen für alle Bedürfnisse des lausenden Kredit- und Handelsverkehrs mit dem Auslande. Als endgültiges Z>el ihrer Maßnahmen hat die Reichsbank im Auge, die deutsche Währung in den freien internationalen Zahlungsverkehr ehestens wieder einzufügen und die zukünftige Zahlungsfähigkeit Deutschlands seinen Gläubigern gegenüber baldmöglichst wieder voll wirksam werden au lassen. Es liege im Interesse der Gläubiger, ein solches vorübergehendes Opfer zu bringen, um nicht die Gefahr einer dauernden Zahlungsstockung zu laufen, die die Reichsbank unbedingt vermieden zu sehen wünscht. Die Reichsbank empfiehlt, dieses Problem aus der Weltwirtschaftskonferenz vordringlich zu behandeln, um eine Zusammenarbeit aller interessierten Länder für eine beschleunigte Lösung des Problems herbeizuführen. Gesetz gegen Sarai der denlschen Volkswirtschaft Letzte Möglichkeit für Kapital- und Steuerfllüchtige, um Straffreiheit zu erlangen. Berlin, 8. Juni. (WTB.) Amtlich. Das R e i ch s k a b i n e 11 hat In feiner Sitzung am 8. Juni 1933 ein Gesetz gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft beschlossen.. Die- ses richtet sich gegen eine der schlimmsten Krankheiten, die am Mark der deutschen Volkswirtschaft zehren: Die Kapital- und Steuerflucht. Es sind seit Jahren beträchtliche Teile des deutschen Volksvermogcns ins Ausland gebracht und zum großen Teil der B e st e u e r u n g in D e u t s ch- land entzogen worden. Es sind außerdem beträchtliche Werte des deutschen Volksoermögcns, das im Inlands verblieben ist, in Devisen u m gern a n l) e It und der Reichsban k d o r enthalten worden. Um die Steuerflucht zu bekämpfen, war am 8. Dezember 1931 das Reichsfluchtsteuergesetz erlassen wor- den. Zur Bekämpfung der Kapitalflucht dienen insbesondere die Vorschriften über die Devisenbewirtschaftung. Wer sich der Kapital- ober Steuerflucht schuldig macht, begeht Verrat an der deutschen Volkswirtschaft. Solcher muß, vom Standpunkte des Volksganzen betrachtet, streng bestraft werden. Durch das Gesetz gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft wird denjenigen Personen die sich der Kapital- oder Steuerflucht schuldig gemacht haben, d i e letzte Möglichkeit gegeben, Straffreiheit 3 u erlangen. Das Gefeh sieht vor, daß der Kapital- oder Streuerflüchtige straffrei bleibt, wenn er die am 1. 3uli 1933 im Auslande befeffenen, aber in seiner letzten Dcrmögenserklärung nicht angegebenen Dernt ögensstücke und die in seinem Besitz befindlichen Devisen, die am L 3uni 1933 anbtetungspflichtig waren, bis zum 31. August 1 933 bei dem für ihn zuständigen Finanzamt oder bei einer anderen Behörde der Reichsfinanzverwallnng a n j e i g L 3m Falle der rechtzeitigen Anzeige bleibt die betreffende Person wegen Steuerzuwiderhandlung oder veoisenzuwiderhandlung st r a f f r e i. Es sind ledig- sich die zu wenig gezahlten Steuern nachzuzahlen. wenn ein deutscher Reichsangehöriger die An- zeigepflicht bis zum 31. August 1933 nicht erfüllt, wird er wegen Verrats der deutfchen Dolks- wirlfchaft schwer bestraft, und zwar tu i t Zuchthaus, wenn die Anzeige vorsätzlich unterblieben ist, und mit Gefängnis nicht unter einem 3ahr, wenn die Richtanzeige auf Fahrlässigkeit beruht. Daneben kann auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Es wird betont, daß das Gesetz vom 8. Juni 1933 das letzte ist, das Kapital- und Steuerflüchtigen die Möglichkeit gibt, die Dinge, die sie zum Schaden der deutschen Volkswirtschaft in den gesetzlich vor- geschriebenen Erklärungen verschwiegen haben, anzuzeigen, wenn sie der Bestrafung wegen der durch sie erfolgten Schädigung der deutschen Volkswirtschaft entgehen wollen. Durch das Gesetz vom 8. Juni 1933 soll erreicht werden: 1. eine Beseitigung der Unruhe, die wegen vermuteter Kapital- oder Steuerflucht da und dort vorhanden ift; 2. die Wiederher st ellung der Kapital- und Steuermoral, soweit sich diese auf im Ausland befindliches Vermögen oder auf im Inland befindliche Devisen erstreckt: 3. die Her st ellung der steuerlichen Gleichmäßigkeit; 4. eine Erhöhung des Devisenbestan- des der R-e i ch s b a n k. Rolopfer der Stadt Kassel. Kassel, 7 Juni. (Prio.-Tel.) Die Stadt Kassel plant auf nationalsozialistischen Vorschlag hin ein Notopfer, um die durch eine Herabsetzung der Unter st ützungs-Richts ätze des Wohlfahrtsamtes auf etwa den Stand von 1927, wodurch ein Abstrich von 1 Million Mark am tädtischen Wohlfahrtsetat ermöglicht wurde, ent- tonbener Härten auszugleichen, ferner die 93er- chickung von 5000 Kindern aufs Land und eine Zuweisung an den Fonds für die Opfer der Arbeit zu ermöglichen. Die von der Gauleitung der NSDAP, zusammen mit der Stadtverwaltung festgesetzten Richtsätze betragen für alle Beamte, Angestellte und Arbeiter in öffentlichen Betrieben monatlich 5 Prozent des Nettoeinkommen, wobei die Erhebung durch die Beamtenfachschaften erfolgt. Für die Arbeiter und Angestellten in freien Betrieben sehen die Richtsätze monatlicher Abzüge in folgender Staffelung vor: Für die Unverheirateten bei 100 bis 150 Mark Einkommen 3 Mark, bei den weiteren Einkommen betragen die Staffelungen 3 bis 18 Prozent bei Einkommen über 1000 Mark. Verheiratete ohne Kinder zahlen von 100 bis 150 Mark Einkommen 1,50 Mark, dann von 2 bis 12 Prozent für Einkommen von 151 bis 5000 Mark. Verheiratete mit eins bis drei Kindern zahlen von 1 bis 12 Prozent und Verheiratete mit mehr als drei Kindern von 0,75 bis 10 Prozent für die gleichen Einkommenstaffelungen. Die Verwogen der Firmen und der Betriebsinhaber sollen durch eine besondere Erhebung in dem gleichen Verhältnis herangezogeii werden. Haus- und Grundbesitzer werden ohne Rücksicht darauf, ob sie schon durch die vorerwähnten Maßnahmen erfaßt sind, mit ' ■ Prozent der Yriedensmiete herangezogen. Das Notopfer wird in den oben angeführten Sätzen vier Monate hindurch erhoben. In Aufrufen wenden sich der (Bauleiter Weinrich der NSDAP., der Dbcrbürgermeifter Lohmener und der Kreisleiter Schimmelpseng an die Kasseler Bevölkerung. Darin wird zwar auf die Freiwilligkeit dieses Notopfers hingewiesen, jedoch erklärt, es bestehe der moralische Zwang, die Zahlungen ohne Widerstand zu leisten. Diejenigen, die die Beteiligung an dem Notopfer verweigern sollten, würden durch Plakatierung an den Anschlagsäulen der Oeffentlichkeit bekanntgegeben. • Zu diesem Notopferplan der Stadt Kassel wird von zuständiger preußischer Regie- rungsftellc mitgeteilt: Es wor bei der Regierung bekannt, doß die Kasseler Stadtverwaltung besondere Wohlfahrtsmaßnahmen plant. Allerdings war nicht bekannt, daß an einen Zwang gedacht war. Ein amtlicher Bericht liegt bei der Regierung noch nicht vor. Wenn sich tatsächlich herausstellen sollte, daß bei dem Notopfer in Kassel Steuerzuschläge vorgesehen sind, so ist anzu- nehmen, daß sich das Reichsfinanzmini st e- rium mit der ganzen Angelegenheit beschäftigen wird. Präsident D. Kapier scheidet aus dem Amt. Tas Abschiedsgesuch vom Aircheuseuat genehmigt. Berlin, 8. Suni. (ERD.) Kirchenamtlich wird u. a. mitgeteilt: Präsident D. Dr. K a p l e r. der bereits in der Aprilsihung des Kirchensenates angekündigt hatte, daß er seinen Abschied nehmen würde, sobald der von ihm noch durchzuführende Teil der Kirchenver- fasfung abgeschlossen fein würde, hat dem Kirchensenat mitgeteilt, dah mit der Bestimmung D. v. Bodelschwinghs zum Reichsbischos und mit der Feststellung der Grundzüge der neuen Kir- chenversassung dieser Abschluß erreicht sei. Sein Gesundheitszustand mache es ihm unmöglich, seinen Entschluß noch hinauszuschieben. Der Kirchen senat hat in seiner heutigen Sitzung unter wärmster Würdigung der Lebensarbeit D. Dr. Kapier und in größter Dankbarkeit dafür, dah es dem scheidenden Präsidenten noch vergönnt war, durch die Grundlegung des kirchlichen Reformwerkes und der Berufung des Reichsbischofes seiner Lebensarbeit eine Krönung von kirchengeschichtlicher Bedeutung zu geben, dem Abschiedsgesuch stattgegeben. Präsident D. Dr. jur. Kapier, der im Alter von 64 Zähren steht und gebürtiger Sch.'esier ist, war fast 40 Zähre hindurch in der kirchlichen Der- toaltung tätig. 1919 wurde er zum weltlichen Vizepräsidenten des Evangelischen Oberkirchenrates der Altpreuhischen Union, 1925 zum Präsidenten dieser Behörde berufen. Als solcher übernahm er zugleich den Dorsitz im Deutschen Evangelischen Kirchenausschuh. Oer Dank des Leichsbischofs. Berlin, 8. Juni. (TU.) Die Kanzlei des Reichsbischofs bittet, folgenden Dankesgruh zu veröffentlichen: „Aus Anlaß meiner Bestimmung zum Reichsbischof der werdenden evangelischen Kirche Deutschlands sind mir aus allen Teilen unseres deutschen Volkes so viele Glückwünsche undSegensgrüßein Form von Telegrammen, Briefen und Geldspenden zugegangen, daß mich die Fülle über die Maßen beglückt und erhebt. Allen denen, die in diesen schweren Tagen betend und für- bittend unserer Kirche und me;ner gedacht haben, bin ich in herzlicher Dankbarkeit ver- bu n d e n. Es drängt mich, diesem Danke Ausdruck zu geben. Der lebendige Herr Christus gebe seiner Kirche Kraft und Frieden. gez. Friedrich von Bodelschwingh." Eine Ehrengabe des Hamburger Senates an Reichs- Minister Or. Goebbels. Berlin, 8. Zuni. (WTB.) Amtlich. Der Staatssekretär beim Statthalter von Hamburg Ahrens übergab heule Reichsminister Dr. Goebbels im Austrage des Hamburger Senates als Ehrengabe die Bilderhandschrift des Hamburger Stadtrechts von 1 4 9 7. Die in wunderbarem Pergament gebundene Handschrift enthält folgende Widmung der Freien und Hansestadt Hamburg: Reichsminister Dr. Zoseph Goebbels, dem Herold des Dritten Reiches und unermüdlichen Künder wahrer deutscher Gesinnung, der durch die Gewalt des Wortes in hervorragender Weise dazu bei- Wie fliegt Ser Vogel? Wenn wir den Vögeln zuschauen, die wie immer ihr lustiges Spiel in den Lüften treiben, dann packt uns jetzt weniger die alte Sehnsucht wie die Menschen der früheren Zeiten, weil uns die Kunst des Fliegens selbst durch die fortschreitende Technik bewert ist Lange Jahrhunderte hindurch hat man versucht, dem Vogel sein Fluggeheimnis abzulau- schen, und daher kommt die große Anteilnahme am Vogelflug, die schon Leonardo zu einer tiefgründigen Behandlung dieses Problems veranlaßte. Wenn auch heute erkannt ist, daß die leich- ten Bewohner der Luft für unfern Flug nicht zum Vorbild dienen können, so reut doch immer die Frage, wie die Vögel sich wohl eigentlich emporschwingen, wie sie sich vorwärts bewegen. Der aleberwindung der Schwerkraft dient in erster Linie die Leichtigkeit des Vogelkörpers. 3e kleiner Der Körper, desto geringer das Hindernis der Schwerkraft, deshalb haben die meisten Vögel kleine Körper, und unter den großen gibt es Wuye, die gar nicht fliegen können, wie die Strauße. Außer der Kleinheit steht dem Vogel im Kampf mit der Schwere noch ein anderes Hilfs- mittel zur Verfügung: die sog. „Pneumatizität" seiner Knochen, die nicht, wie die Röhrenknochen der Säugetiere, mit Mark, sondern mit Luft gelullt sind. Die meiste Luft enthalten die Schädel- tnochen, tn die die Luft von der Rase und vom Mittleren Ohr aus gelangt, während den übrigen Knochen die Luft von den Lungen her durch die sog. Luftsäcke zugepumpt wird. Die nach oben wirkende Kraft wird durch die Muskeln geliefert die die Flügel abwärts bewegen, so daß sie auf bie Luft schlagen. Zu jedem Flügel gehören drei Flugmuskeln, von denen der große Brustmuskel der verhältnismäßig größte einheitlich entwickelte Muskel im ganzen Reich der Wirbeltiere ist. Dem Querschnitt der Drustmuskel entspricht der Brust-- kämm, der bisweilen einen ganz außerordentlichen Umfang erreicht, wie z. B. bei den Schwalben, bie wohl bie besten Flieger sind. Dagegen fehlt er bei den straußartigen Vögeln vollständig. Die „Zwisckenmaschine", durch bie die Kraft dieser Muskeln wirksam wirb, bilben die Flügel bie, den Armen bes Menschen entsprechend, aus Oberarm, Unterarm und Händen mit meist drei Fingern bestehen. An der Rückseite von Unterarm und Hand stehen bie großen Schwingen, die eine für bie Luft fast undurchlässige Decke bilden. Die Tragfähigkeit der Flügel ist hauptsächlich abhängig von der Gröhe der Flügelfläche im Verhältnis zum Vogelgewicht. Infolgedessen sind Vögel mit großen Flügeln meist bessere Flieger als solche mit kleinen. Doch kann bie Kleinheit bes ölügels durch kräftigere Muskeln ersetzt werden. 3. 4. Theaterbesuch in zwei Schichten. und 5. 6 »das ganz Der große Budapester Iahrmarkt, der soeben wieder stattgesunden hat, ist ein beliebtes Volksfest, zu dem die Bauern aus allen Teilen des Landes nach der Hauptstadt strömen. Die Landleute, die sich hier einmal an den Freuden der Großstadt erfreuen wollen, bieten oft ein recht merkwürdiges Schauspiel denn ste können sich von den Gewohnheiten und Vor- stellungen ihrer Pusta nicht so rasch loslösen. Unter den hübschen Geschichten, die diesmat von den Iahr- marktsbesuchern erzählt werden, ist ein Vorfall her- vorzuheb^n, der sich im Budapester Kiraly-Thealer ablpielte. Dort erschien eine Familie von 18 Per- Jonen, Die den Wunsch äußerte, eine Loge für die Vorstellung zu mieten. Erst nachdem ihnen gestattet worden war, sämtliche Logen des Theaters zu be- ncbligen, übeizeugten sie sich von der zunächst ungläubig aufgenommenen Erklärung, daß 18 Per- Jonen in keine Loge hereingingen, selbst wenn sie wie Die geringe aneinandergepreßt würden. Zwei Logen konnte für die sparsamen Bauersleute nicht in Frage kommen. Sie beschloßen daher nach langer Beratung, daß neun Mitglieder der Familie hi! ^es Stücks und die neun anderen bie zweite Hälfte bewundern sollten. Dies geschah non TT mtrFx -______ r A. - - - o I V ** / • »Hein — laß den Anker geh)i!" „Wir tönn'n Den Anker nicht gehn lassen, Käpt'n" schrie Hein Mück zurück. „Du willst doch wohl keine Insubordinations begehen, Hein — laß den Anker gehn!" „Tschawoll, Käpt'n!" „Liegt der Anker gut?" '„Tschawoll, Käpt'n!" „Wie weist die Kette?" „Da is ja man gar keine an, Käpt'n!" Hein Mück, Peddersens r£fno??U^un? 0en5u na$ öec Hälfte des Stückes sttinh nm zweiter Steuermann, l nef ein Theaterportier bie »weite Darkic- »,17- orh- ÄS* «Sk sie mL Innung" 'n dem Käpt'n peddersen. von P^fer Purzelbaum. An Bord von Käpt n Pebdersens Steamer trat ein Iunge vor den alten Seebären und brachte toerben lC9Cn b°E: CE möchte gern Schiffsjunge . »'Ssol" brummte Käpt'n Peddersen. „Schiffs- junge? Dann bist du gewiß auch einer von faulen, unnützen Schlingels, die auf der Schule nichts lernen wollen." Wer einer Freimaurerloge oder einem dem ähnlichen Geheimbund (auch Druidenloge, Rotary- Club usw.) angehört. Wer entehrend vorbestraft ist. Wer als Konjunkturpolitiker anzusehen ist. Die Nachprüfung durch besondere Ausschüsse soll bis zum 1. August beendet sein. Also dieser Schlingel wurde angeheuert kam eines Tages auf bie Drücke. „Käpt n — eine Frage ..." "2?“'. grunzte Peddersen. .-"^ptn — 'n Ding von dem man weiß, wo es is, is das verloren? u , "O nein Käpt'n", erwiderte der Iunge, mirJlrk Schiffsjunge waren, wesentlich geändert. Erste Erfolge Ser Agrarpolitik neuen Staat. Berlin, 6. Iuni. (VDZ.) Auf der Tagung der deutschnationalen Reichstagsfraktion machte Staatssekretär v. R o h r u. a. folgende Ausführungen über die Agrarpolitik: Fiel unserer Agrarpolitik ist die Unabhängigkeit unserer Ernährung und eine gesunde Lebensgrundlage für die deutsche Landwirtschaft. Wir können die Unabßängigteit erreichen, wenn wir die Landwirtschaft aus ihrer Fehlproduktion herausführen, damit sie von dem was zu viel da ist, traniger und von dem, was zu wenig da ist mehr produziert. Das Mittel dazu ist der Preis. Gerade bas, was zu wenig da ist, muß einen gerechten Preis erhalten. Im Preis liegt auch zugleich die Voraussetzung für eine gesunde Lebensgrundlage der Landwirtschaft 3 Pfennig Milchpreis machen mehr aus als die gesamte Zinsbelastung b:r d:utschm Landwirtschaft, älnser Zeitplan eröffnet der deutschen Butter und dem deutschen Schmalz einen starken Absatz. Die Folge werden bessere Preise sein und sobald diese besseren Preise erreicht sind, werden wir auch die noch immer vorhandene Einfuhr ausländischer Futtermittel be- schränken, so daß die Landwirtschaft gezwungen wird, eigene Futtermittel zu bauen. Dadurch toirö die Getreideanbaufläche geringer und am Ende haben wir statt der heutigen Fehlproduktion mne organische Deckung des gesamten deutschen Bedarfs- Eines Tages verlieh der Steamer wieder den Hafen und gewann die freie See, bie recht stürmisch genannt werden konnte. Da ging Käpt'n Peddersen in den Speisesaal unö hielt zur Feier der ersten Mahlzeit seinen Passagieren eine Rede: »Meine Damen und meine Herren! Ich freue mich, Sie begrüßen zu können... und hoffe, daß uns, meine Herren, eine schöne Fahrt bevor- steht... wir sind gerade zwanzig, wie ich sehe — Pardon fünfzehn... und so wollen wir zehn standhafte Manner es uns recht gut schmecken lassen... Steward, räumen Sie ab und bringen Sie mir das Essen in meine Kajüte!" „Natürlich nicht." „Denn is man gut — Ihr silberner Teepott liegt auf dem Meeresgrund." v 9 ♦ tr W einer Reise nach der Südsee starb ein Ma- aiacb Seemannssitte wurde bie Leiche in eine Lonnig 9£na&LUnö mit Dlei beschwert. Doch ^eere übergeben wurde, hielt Kapt n Peddersen eine kurze Andacht ° ini'ära^en.“6“5'1 Äerf' '° ^5 „Höchem!" räusperte sich der Erste Steuermann, der unter der Mannschaft auf der Back an9ßanb!“ »^pt'n, wir sind doch nicht „...mußtest du so früh ins Seegras beißen " verbesserte sich Petersen. D MmarMcheMmationaleMdieMeitewer- lreter Deutschlands und Italiens mundtot machen Zwischenfälle auf der Internationalen Arbeitskonferenz in (Senf. einem berufsständischem Zusammenschluß, in dem die Solidarität aller, die der Aufgabe des Landvolkes dienen, sichtbar zum Ausdruck kommt. Wir schaffen völlig neue Grundlagen, auf denen sich ein gesundes deutsches Wirtschaftsleben entwickeln wird. Das ist ein Vorgang, der sich n u r o r g a n i s ch ent- wickeln kann. Die (Steuerung wird hauptsächlich mit den Flügeln ausgeführt und ebenso das Schwenken. Allerdings arbeitet der Schwanz bei seitlichen Wendungen, bei Ausbiegungen und Flugspielen stark mit. Arn wichtigsten ist er für das Landen. Kurz vorher wirb der Schwanz breit gefächert und abwärts gesenkt: dadurch entsteht eine Verringerung der Geschwindigkeit. Gelegentlich dient der Schwanz auch zum Balancieren, so bei der ■f’jnfcl, wenn sie nach schnellem Flug auf einen Q^t landet und nun rasch den Schwanz nach oben richtet, um nicht vornüber zu fallen. und Giftbestandteile von Pilzen und Mikroorganismen. Geheimrat Professor Dr. Heinrich Wieland wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. — Professor Dr. Gerlach - München hielt dann einen Vortrag über „Die Entwicklung der Roentgenröhren in ihrer Bedeutung für Wissenschaft und Technik". — Professor Dr. Günther- Berlin sprach über die chemische Wirkung von Roentgenstrahlen. Der sächsische Lanbesbischof 2hmels f. D. Ludwig Ihmels, Professor an der Universität Leipzig, Landesbischof von Sachsen, ist 75 Jahre alt gestorben. D. Jhmels ist einer der bekanntesten evangelischen Kirchenführer Deutschlands, dessen Name weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt und hochgeehrt wurde. Von dcm Pfarramt in feiner Heimat in Ostsriesland wurde er als Studiendirektor in das Hannoversche Predigerseminar Klo- fter Coccum berufen. Er wirkte dann als ordentlicher Professor für systematische Theologie an der Erlanger Universität und seit dem Jahre 1902 an der Universität Leipzig Im Jahre 1922 wählte ihn die Landessynode der neuverfaßten sächsischen Landeskirche zu ihrem ersten Landes- b i s ch o f. Professor Langstein f. Prof. Langstein, einer der führenden Männer ber modernen Kinderheilkunde, erlag in feiner Berliner Wohnung einem Schlaganfall. Professor Langstein, von Geburt Wiener, studierte in Berlin und war u. a. der Assistent Prof. Dr. Heubners an der Charite, der ein ebenso berühmter Kinderarzt war, wie es später sein Schüler wurde. — Sein vornehmstes Ziel sah der Verstorbene in ber Bekämpfung ber Säuglings» unb Kindersterblichkeit. Die Krönung seines Lebenswerkes ist das Kaiser» Augusta» Viktoria -Haus, bessen Leiter er seit seiner Gründung war. Im Kampf gegen Kinderkrankheiten unb Säuglingssterblichkeit hat dieses Institut unter seiner zielbewußten Führung eine große Rolle gespielt unb war sowohl im In- wie im Auslande als Zentralstelle für Kinder- unb • Säuglingsschuh anerkannt. getragen hat, Stände und Klassen, Länder unö otamme aufzuheben in einer wahren Volksgemeinschaft, überreicht vom Senat ber Freien unb HanMabt Hamburg. Den 8. Iuni 1933. Der Regierende Bürgermeister (gez.) Krogmann. Unterredung zwischen Reichsminister Or. Goebbels und dem deutschen Gesandten in Kairo. 8. Iuni. (WTD.) Amtlich. Reichs- Minister Dr. Goebbels hatte heute eine längere Unterredung mit dem deutschen Gesandten in Kairo von Stohrer. Nachprüfung der ab 30. Januar 1933 in der NGOAp. erfolgten Aufnahmen. Zum ersten Mal seit langen Iahren sind die Eierpreise im Frühjahr gehalten. Der Ge » treibepreis steht sicher, ohne baß noch — wie früher — eine stärkere Stützung erfolgt. Die Einfuhr von Speck, von Eiern, Schmalz unb Vieh ist auf einen Bruchteil des -Vorjahres gesunken. Große Sorge macht uns ber Gartenbau, ber durch bie Bindung gegenüber Frankreich und besonders Italien stark bedroht ist. Wir hoffen, daß unser Gesetz zum Schutze des Gartenbaues uns auch hier ein erhebliches Stück vorwärts bringt. Die Frühkartoffeleinfuhr haben wir wenigstens für die nächste Zeit dadurch herabgedrückt, baß wir ein älrsprungszeugnis verlangen. Wirb ein solches nicht beigebracht, gilt statt Des niedrigen Zolles von 1,50 Mk. ber höhere von 6 Mk. Von größter Bedeutung ist der Handelsvertrag mit Holland. Der Fetiplan, der Walfischtran und Sojaöl abdrosselte, gab uns die Möalich- keit, bei den Produkten, an denen unsere Nachbarländer Interesse haben, insbesondere Speck und Käse, etwas entgegenzukommen. Eine Bindung unserer Zölle sind wir mit einer kleinen kurzfristigen Ausnahme nicht wieder eingegangen. Auch bezüglich der Einfuhrmengen haben wir uns durch Kontingente gesichert und Vorkehrungen getroffen, daß das, was innerhalb des Kontingentes nach Deutschland hereinkommt, die Preise drückt. Der Handelsvertrag mit Holland verbindet die Interessen der Landwirtschaft mit denen der Industrie aufs glück- Die Ordnung des landwirtschaftlichen Organisationswesens werden wir verbinden mit der Durchsetzung des berufsständischen Gedankens, der die Klassentrennung in Arbeitgeberverbände und Ge- werkschaften verneint. Die Landwirtschaft ist reif zu Die Art des Fluges ist bei ben Vögeln sehr Der» schiebenartig. Am einfachsten ist ber G l e i t f l u g bei Windstille, durch den der Vogel mit ruhig gebreiteten Flügeln sich langsam ohne Kraftaufwen- bung zur Erbe sinken läßt ober von einem Ast zum andern streicht. Im Segelf lug wird das sogenannte „Kreisen" ausgefährt. Der Vogel hat die Flügel wie beim Gleitflug ausgebreitet unb schwebt ruhig vorwärts, wobei er bie bewegte Luft als Fortbewegungsmittel benutzt. Die häufigste Flugform ist der Ruber f lug, der von den Luftverhältnissen unabhängig ist unb bei dem die Flügel regelmäßig auf unb niebergeschlagen toer» ben. Wie bet Mensch beim Schwimmen mit Armen unb Händen arbeitet, um sich über Wasser Su halten unb zugleich vorwärts zu kommen, so tut es auch ber „rubernbe" Vogel, ber bamit gleichzeitig ben Auf- unb Vortrieb erzeugt. Die Vögel müssen natürlich ein sehr feines Ge- fuhl in ihren Flügeln haben, wenn sie die Kräfte richtig auf ben Vor- und Aufstieg Der- teilen wollen. Die Flügel brauchen für bie einzelnen Fälle nur etwas anders gestellt ober bewegt zu werden. Eigentlich müßte ja der Vogel beim Aufheben ber Flügel infolge bes Gegen- brucks ber Luft ton oben jedesmal etwas sinken und deshalb in kurzen Wellen dahinschießen, aber er vermag eine schöne Gleichmäßigkeit ber Bahn Lu erzielen, indem er bie Flügel beim Heben leicht aufdreht, so baß bie Luft, gegen die er an» fliegt, einen Gegenbruck ausübt, ber vom Vogel als Auftrieb ausgenuht wirb. Für ben Vortrieb ift ihm seine zugespihte Gestalt von Ruhen, die den Widerstand am besten überwindet, und dann braucht die Vortriebskraft bei ber Leichtigkeit bes Nepers überhaupt nur verhältnismäßig gering Sü fem. Die Schnelligkeit des Fluges hängt von der Raschheit der Flügelschläge, und von der Große des Flügelschlags ab. Dadurch ist der Vogel jederzeit in der Lage, die Geschwindigkeit nach Belieben zu ändern. Führt der Vogel keine rudernden Bewegungen sondern kräftige lotrechte Schläge aus, die fast mir dem Auftrieb dienen, so nennt man das As^rf ug. Dieser ist recht anstrengend. Eine Besonderheit ist der R Ü 11 e l f l u g, den man z D. beim Turmfalken sehr gut beobachten kann,' wenn er, mit ben Flügeln zitternb die Luft schla- genb, unverrückbar auf einem Punkte steht. Die Slugel sind bann stark aufgedreht und wirken le- Mich der Schwerkraft entgegen, während der Dortrieb gleich Rull ist. Die Bedeutung des zes für den Vogelflug ist früher wohl stark überschätzt worden. Zweifellos ist bei den Bogeln von den frühesten Typen eine starke Rück- bilbung des Schwanzes erfolgt, und manche, wie die Lappentaucher, haben überhaupt keinen Schwanz mehr oder nur noch einen Stummel. Aus aller Wett. Tagung des Stahlhelm-Studenten- ringes Langemarck. Aus allen Teilen Deutschlands sind die Kameraden des Stahlhelm-Studentenringes Langemarck in Raumburg zusammengekommen, wo im nächsten Iahre ein Ehrenmal für bie im Weltkrieg g e f a'l I enen Studenten er» richtet werden soll. Die Flaggenparade fand unter reger Anteilnahme ber Bevölkerung auf dem Marktplatz statt. Im Rathaussaal wurde bie Führertagung von dem stellvertretenden Führer des Stahlhelm-Studentenringes Dr. K i e ke b u sch eröffnet, der an die Landeshochschulführer und bie Hochfchulgruppenführer eine Ansprache richtete, in der es u. a. hieß, baß die Reuorganisation des Stahlhelm-Studentenringes Langemarck vollzogen sei. Der Kamerad Bundesführer Selb te habe persönlich die Führung des Stahlhelm- Studentenringes übernommen. Die Stubentenbe» toegung des Stahlhelm stehe jetzt in ber entschei- denbsten Stunde. Die Mitgliederzahl der Hochschulgruppen habe sich während der letzten Monate verdrei- bis verfünffacht. Rur straffste Führung und restloser Einsatz aller alten und neuen Kameraden könne ben Stahlhelm- Studentenring trotz dieses großen Mitgliederzuwachses bei der heutigen politischen Lage zu einer festgefügten und disziplinierten soldatischen Organisation entwickeln. Das Urteil im Liechtensteiner Roller-Prozeß. 3m Prozeß gegen bie Entführer der G e- drüber Rotter fällte das Vaduzer Krimi n a l g e r i ch t folgendes Urteil: Der Hotelier Rudolf Sch a edler (Vaduz) wird zu einer Kerkerstrafe von einem Jahr verurteilt, Peter R e Inder g e r zu neun Monaten Kerker, Eugen From- m e l t zu fünf Monaten Kerker unb Franz Roeckle 3" vier Monaten Kerker. Die Untersuchungshaft wird angerechnet. Arbeitnehmervertreter) selbständig ihre Vertreter entsenden, lehnt die Arbeitnehmergruppe bie Entsendung der deutschen Arbeitnehmervertreter in die einzelnen großen Ausschüsse ab. Die Arbeitergruppe der internationalen Arbeitskonferenz setzt damit die seit Iahren gegen bie faschistische Arbeitervertretung geübte älnterdrückungspolitik nunmehr auch gegenüber der deutschen Arbeitervertretung durch. In ber Sitzung ber Arbeitergruppe beantragten bie deutschen unb italienischen Vertreter gegenseitig ihre Entsendung in die Ausschüsse, jedoch wurden diese Anträge von der großen Mehrheit der Gruppen abgelehnt. Die Mehrheit lehnte es auch ab, ben früheren freien Gewerkschaftler L e u s ch n e r (ben ehemaligen hessischen Innenminister), ber von ber Arbeitergruppe selbst in den Derwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes delegiert worden war, als deutschen Arbeiterdelegierten in die Kommissionen zu entsenden. Dr. Ley und der faschistische Delegierte Luigi Razza protestierten aufs heftig st e gegen diese brutale Unterdrückung der Minderheit seitens der Mehrheit. Ohne daß der Vorsitzende, der belgische Sozialistenführer Mertens, einschritt, wurden Schimpfworte gegen den deutschen Vertreter laut. Dr. Ley ersuchte den Vorsitzenden vergebens, ihn gegen diese Beleidigungen in Schutz zu nehmen. Mertens erwiderte in gereiztem Tone, er verbitte sich jede Belehrung seitens des deutschen Vertreters. Daraufhin erklärte Dr. Ley, die Würde feines Landes verbiete ihm, sich an der Diskussion weiter zu beteiligen. Die Arbeitergruppe nahm sodann gegen den deutschen unb italienischen Vertreter vorläufig bie Besetzung bes sogenannten Vorschlagsausschus- s e s und des Entschließungsausschusses vor. In beiden sind Deutschland und Italien durch Delegierte nicht vertreten. Darmstadt, 8.Juni. (WSN.) In einer parteiamtlichen Verfügung des Gauleiters Sprenger wr den Gau Hessen ber NSDAP, heißt es u. a.: Bei dem großen Ansturm der in bie Partei Einlaß Begehrenden seit dem 30. Januar 1933 sind in dem Drange ber Geschäfte auch Aufnahmen genehmigt worben, bie für die Partei nicht nur feinen ©eminn bedeuten, sondern s i ch parteischädigend auswirken. Es hat sich daher als notwendig herausgestelll, alle seit dem 30. Januar 1933 getätigten Aufnahmen noch einmal nach- 3 u p r ü f e n. Für bie Nachprüfung werden Richtlinien ausgegeben, in denen es heißt: „Mitglied der NSDAP, kann nicht fein: 1. Wer in Wort ober Schrift ben Kampf des schwarzroten Systems gegen bie nationale Erhebung geführt ober unterlltzt hat. 2. Wer auf Grund 4ines unmoralischen ober haltlosen Lebenswandels das Ansehen verloren hat, das zur Stellung in einem sauberen Volks- und Staatsleben notwendig ist. Wer nichtarischer Rasse ist: Als solcher gilt auch, wer nichtarisch verheiratet ober an einem nichtarischen Geschäft interessiert ist, wer mit Personen nichtarischer Raste engeren Geschäftsverkehr hat, ober ben Boykott gegen bas Juden- tum gebrochen hat. Kunst unö Wissenschaft. 46. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker. In Würzburg begann bie 46. Hauptversammlung bes Vereins Deutscher Chemiker, bie von runb 1000 Teilnehmern besucht ist. In einer vorausgegangenen Vorstanbssitzung war Professor Dr. D u - den bevollmächtigt worden, die notwendigen R e - Organisationen im Verband vorzunehmen. — Bei dem von musikalischen Darbietungen des Zilcher-Trios umrahmten offiziellen Begrüßungsakt im Kaiser sa al unb im Weißen Saal ber Resident begrüßte Professor Dr. Duden- Frankfurt a. M. bie erschienenen Chemiker unb bie Ehrengäste. Nach weiteren Begrüßungsansprachen wurde bie Absendung von Huldigungstelegrammen an ben Reichspräsibenten unb ben Reichskanzler bekanntgegeben. Die erste Fachgruppensitzung begann mit einer Ehrung von Generaldirektor Dr. Adolf S p i l k e r - Duisbura-Meiderich. Ihm wurde für feine wissenschaftlichen Arbeiten zur Aufklärung der Zusammensetzung des Steinkohlenteers und zur Auffindung ber zweckmäßigsten Verfahren ber Teerverarbeitung bie Liebig-Gedenk- münze verliehen. Professor Dr. Kögl-Utrecht wurde bie Emil-Fischer-Gedenkmünze verliehen für seine Untersuchungen über Farbstosf- Genf, 8. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Die 17. Internationale Arbeitskonferenz hat heute begonnen. Don ben 56 Mitgliedsstaaten sind 47 Staaten vertreten. Der deutschen Delegation, die von Ministerialdirektor Engel vom Reichsarbeitsmini- [terium geführt wird, gehören als Vertreter der Arbeitgeber Kommerzienrat Vogel, als Arbeit- nehmeroertreter ber Führer ber Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley an. Diesen brei beutschen Hauptbeleaierten sind zahlreiche technische Sachverständige oeigegeben. Zum Vorsitzenden ber Konferenz würbe einstimmig bei Stimmenthaltung ber marxistischen Arbeitnehmer beritalienische Senator be Michelis gewählt. Als der französische Sozialistenführer I o u h a u x bie Erklärung abgab, daß bie Arbeitnehmergruppe sich bei ber Wahl ber Stimme enthalten wurde, eilte der Führer ber Deutschen Arbeitsfront Dr. L e y unter sichtlicher Bewegung zur Tribüne, um in einer kurzen markanten Erklärung festzustellen, baß b i e Arbeitnehmervertreter der deutschen Delegation die Erklärung bes Herrn Iouhaux nicht billigten. Im Namen der Deutschen Arbeitsfront unb der zehn Millionen organisierten deutschen Arbeiter spreche er sich f ü r bie Wahl des italienischen Vertreters aus, nicht nur wegen der persönlichen Verdienste bes Herrn be Michelis, sondern, weil bie deutschen Arbeiter in ihm bas befreundete Italien ehren wollen. Beim Verlassen der Tribüne grüßte ber beutsche Arbeiterführer ben italienischen Delegierten im Vorbeigehen mit erhobener Hand. Jouhaux konnte es sich nicht versagen, einen ruf der Tribüne unverständlichen Zwischenruf, ber aber sichtlich gegen bie deutschen Delegierten gerichtet war, zu machen. Der Zwischenruf fand allerdings sonst keinerlei Beachtung. Später kam es e r n e u t zu einem bezeichnenden Vorfall. Bei der Bildung der Einzelausschüsse, in die die drei Gruppen der Konferenz (Regierungsvertreter, Arbeitgeber- und Instandschungsdarlehen der Nassauischen Brandversicherungsanstalt. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. WSN. Der Landeshauptmann in Nassau schreibt i uns: Die Nassauische BranDoerfiche- rungsonstalt stellt durch die Nassauische Landesbank auch im Geschäftsjahr 1933 ihren Versicherungsnehmern, deren versicherte Anwesen in den Landkreisen des Regierungsbezirks Wiesbaden gelegen sind, Mittel zur Beringung, die verwendet werden sollen zur Instandsetzung von Gebäuden, soweit damit die Be- seitigung eines feuergefährlichen Zustandes erreicht wird. In seiner Sitzung vom 15. Mai hat der Landes- ausschuß vorbehaltlich der durch das zu erwartende Gesetz dem Londesausschuß erteilten Ermächtigung Sr Verabschiedung der Haushaltspläne usw. belassen, zu diesem Zwecke zunächst 200 000 a r t aus dem Gcschästsergebnis des Jahres 1932 Sur Verfügung zu stellen und darüber hinaus in dem Voranschlag für das Jahr 1933 noch einen wei - ter en Betrog von 300 000 Mark zu bewilligen, so daß im laufenden Jahre 500 000 Mark für den genannten Zweck verwendet werden können. In Anwendung des Grundsatzes, daß die Allgemeinheit dem Einzelnen nicht ohne zwingende Not Geschenke machen darf, wenn nicht die gesunde Anschauung des Volkes, daß jeder zunächst sich mit eigener Kraft Helsen muß, geschädigt werden soll, werden diese Mittel nicht, wie in den Jahren 1931 und 1932, zu Beihilfen (Geschenken) verwendet werden, sondern es sollen grundsätzlich nur Darlehen gewährt werden. Die Gewährung von Beihilfen ist auf die A u s n a h m e s ä l l e beschränkt, in denen von vornherein feststeht, daß die Rückzahlung auch in Zukunft nicht möglich sein wird und daß deshalb eine Rückzahlungsverpflichtung mit ehrlich m Willen nicht übernommen werden kann. Diese Ausnahme- glle werden aber auf ein ganz geringes a ß beschränkt sein, weil die Darlehensbe- dingungen so günstig sind, daß selbst in der heutigen Notzeit auch der kleinste Bauer, Hand- werter und Arbeiter imstande sein wird, die durch die Darlehensaufnahme cingegangenen Verpflichtungen ehrlich und pünktlich zu erfüllen. Die Jnslandschungsdarlchen werden als langfristige Tilgungsdarlehen ohne dingliche Sicherheit (Hypothek) und ohne Bürgschastsleistung mit einer Jahresleistung des Schuldners von 5 o. h. der Darlchcnssumme, und zwar 3 o. h. Zinsen und 2 o. h. Tilgung gegeben. Unter besonderer Berücksichtigung der Notzeit wird aber bis zum 31. Dezember 1937 nur ein Zinssatz von 1 v. h. und 2 v. h. Tilgung erhoben und außerdem für die Zeit bis zum 31. Dezember 1933 weder Zinsen, noch Tilgung gefordert werden. Der Darlehensnehmer hat also erst vom 1. Januar 1934 ob für je 100 Mark angenommenes Dar- lehen 1 Mark Zinsen und 2 Mark Tilgung jährlich zu^ohlen, die erstmals am 31. Dezember 1934 entrichtet werden müssen. Erst vom 1. Januar 1938 ab steigt dann der Zinssatz für je 100 Mark Darlehen auf 3 Mark, neben dem noch 2 Mark Tilgung, also insgesamt 5 Mark für je 100 Mark Darlehen jährlich. zu zahlen sind. Dieser Satz ist erstmals am 31. Dezember 1938 fällig. Wie sich aus diesen außerordentlich günstigen Bedingungen und dem erwähnten Grundsatz, daß jeder sich zunächst mit eigener Kraft Helsen muß, ohne weiteres ergibt, können nur solche Darlehensnehmer berücksichtigt werden, die nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln die erforderlichen Instandscgungs- arbeiten zur E r h ö hu n g der Feuersicher- beit auszuführen. Weiter können die Darlehen, wie schon zu Anfang hervorgehoben, nur den Versicherungsnehmern der Nassauischen Brandversicherungsanstalt und nur für solche Hausinstandsetzungsarbeiten gegeben werden, mit denen die Be- seitigung eines feuergefährlichen Zustandes verbun- den ist. Als solche Hausinstandsetzungsarbei- ten gelten beispielsweise: 1. Die Beseitigung und Ersah von Stroh- und ähnlichen brennbaren Dachbedeckungen durch feuerbeständige Deckung. 2. Herstellung eines feuerbeständigen Speicher- fußbodenbelogs (Estrich). 3. Beseitigung von mangelhaften Schornsteinen, Jeuerungsanlagen und damit zusammenhängenden. gegen die Bauordnung oder feuerpolizeilichen Borschriften verstoßenden Bauausführungen (Gebälk zu nahe an Feuerstellen und Schornsteinen). 4. Schließung von Ocffnungen, auch schadhaften Gefachen, in Gebäuden, die beim Brande eines Nachbarhauses durch die Ocffnung gefährdet sind. 5. Errichtung von Brandmauern oder Umänderungen bestehender massiver Mauern zu vor- schriftsmößigen Brandmauern. 6. Beseitigung von feuergefährlichen Dachüberständen oder Ersah solcher durch massive Gesimse oder Beseitigung anderer feuergefährlicher Bauteile. 7. Aenderung von nicht oorschristsmäßigen, deshalb feuergefährlichen elektrischen Anlagen, besonders auch in Scheunen und Ställen. Die zur Stellung der Darlehensanträge erforderlichen Vordrucke sind von den Bürgermeistssrn bei den Landratsämtern anzufordern. Die Auszahlung der Darlehen erfolgt durch die Stellen der Nassauischen Landesbank. Aus der Provinzialhaupistadt. Sparen - eine national Au gäbe! In Zeiten wirtschaftlicher Not pflegte man das Sparen in erster Linie wirtschaftlich zu betrachten. Die Spartätigkeit eines Volkes schafft die finanziellen Mittel, die es zum Auf- und Ausbau feiner Wirtschaft und zur Beschäftigung der arbeitsfähigen Volksgenossen braucht. Wie nötig das Sparen, die heimische Kapitalbildung, ist, um die wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Auslande zu erreichen, und das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen, weiß heute in Deutschland jedermann. Aber die Bedeutung des Sparens ist damit nicht erschöpft. Das deutsche Volk hat sich unter der Regierung der nationalen Erhebung die gewaltige Aufgabe gestellt, die Klassengegensätze zu überwinden und so zu sozialem Frieden z:> kommen. Alte Ersah- rung lehrt, daß jeder B e s i tz, sei er auch klein, dem Menschen das Gefühl der Sicherheit gibt und seinen Willen zur Mitarbeit und Eingliederung im Rahmen der Volksgemeinsck)aft erhöht. Weil das Sparen dem Menschen einen Besitz, den Besitz des Soarver- mögens, bringt, ist es von so großem sozialen und staatspolitischen Wert. Groß ist schließlich auch die sittliche Bedeutung des Sparens! Wer spart, will vorwärts kommen und stellt dafür manche Wünsche zurück. Sparen, bedeutet ständige Selbstkontrolle. So erzieht das Sparen zu Zielbewußtsein, Opfermut und Charakterstärke — Eigenschaften, deren Bedeutung für den einzelnen Menschen wie für die Volksgemeinschaft nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Erneuerung des deutschen Volkes und Staates hängen von der Stärke dieser Eigenschaften in den deutschen Menschen ab. Sparsamkeit schafft und stärkt diese Eigenschaften und schafft damit auch unentbehrliche geistige und sittliche Voraussetzungen für den Wieder- aufstieg. So kann man das Sparen angesichts seiner überragenden sittlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung mit vollem Recht als eine große nationale Aufgabe bezeichnen. Tonfilm: Oer Ehamp. Das Programm des Lichtspielhauses Bahnhof- straße bringt diesmal zwei amerikanische Filme. Der eine, ..Der Champ" führt in die von Geld und Sensation umwitterte Atmosphäre der Boxer, in der sich, inmitten der fragwürdigen Gesellschaft der Manager, der Trainer und der Geschäftemacher, ein Kind befindet, ein Junge, der seinem Vater aus indirekte Weise zum Welt- meistertitcl verhilft. Erstaunlich sind dabei die überzeugenden darstellerischen Leistungen des Jackie Cooper, der in seiner Art sehr an Jackie C o o g a n erinnert. Wallace Beery ald verkommener Boxweltmeister, gibt sich sehr menschlich und versöhnt dadurch die, Zuschauer mit seinem Berus. Der zweite Film führt nach Indien und gab den Amerikanern im Rahmen einer märchenhaften Handlung viel Gelegenheit, allen nur erdenklichen Prunk zu entfalten. Man unterhält sich zwei Stunden lang sehr gut. n. vornotizen. — Tageskalender für Freitag : Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Der Champ" und .Der Sohn des Rajah". * ** Schulpersonolien. Zum Oberstudiendirektor an der Weidig-Werner-Oberrealschule in Butzbach wurde der überplanmäßige Studienrat an der Studienanstall Gießen Dr. Otto Gans, zum Obeistudiendirektor des Gymnasiums in Worms der dortige Studienrat Dr. Hans Fischer ernannt. ** Städtische Heugrasversteigerun- gen finden am Montag und Dienstag nächster Woche statt. Interessenten seien auf die Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil besonders aufmerksam gemacht. '^Vorsicht mit dem Tintenstift. Besonders aus dem Grunde, weil seine Schrift schwer verlöschbar ist, bildet der Tintenstift heute einen Gebrouchsgegenstand des täglichen Lebens. Der Farbstoff aber macht den Tintenstift nicht ungefährlich, da er, wenn er auf die menschliche Haut bzw. die Schleimhaut kommt, stark ätzende Wirkungen besitzt. Gelangt z. D. bei ungeschicktem Anspitzen eines Tintenstiftes ein kleines Teilchen der Bleistiftmasse in die Haut, so erzeugt es dort eine heftige Entzündung, bei längerem Verweilen oft schwere Zerstörungen. Weit gefährlicher wirkt das Eindringen von Tintenstiftteilchen ins Auge. Wird ein Stückchen Tintenstift verschluckt, so ist der Farbstoff des Stiftes imstande, auf der Schleimhaut des Magens schwere geschwürige Veränderungen zu erzeugen. Deshalb sorge man bei Tintenstiftrerletzungen zunächst für schleunige ärztliche Hilfe. Kindern gebe man einen Tintenstift überhaupt nicht in die Hände. Unter allen Umständen ist aber gerade beim Tintenstift zu vermeiden, ihn vor Gebrauch mit Lippe und Speichel in Berührung zu bringen. Oenfmalsweihe der ehemaligen 81er. Frankfurt a. M., 7. Iun>. (WSN.) Die Angehörigen des ehemaligen Infanterie-Regiments Landgraf Friedrich I. von Hefsen-Kaffel (1. Kurhess.) Nr. 81, sowie der aus diesem hervorgegangenen Reaimenter hatten sich am Pfingstfest in ihrer ehemaligen Garnison F r a n k s u r t a. M. eingefunden, um ihr Regimentsdenkmal zu weihen. Die Feiern am Pfingstsonntag wurden durch Gottesdienst in den ehemaligen Garnisonkirchen eingeleitet. Um 11 Uhr versammelten sich die Festteilnehmer vor dem Denkmal zur Denkmals- weihe. Kurz vor Beginn der Feier wurden die alten Fahnen des Regiments von der Gutleut- kaserne zum Denkmal überführt. Die Weiherede hielt General a. D. v. 0 o e n. Er betonte, daß dieses Denkmal nicht nur eine Erinnerungsstätte für die 81er sei, sondern gleichzeitig für die zwei Millionen deutscher Männer, die im Kampfe um Ehre und Vaterland ihr Leben hingegeben hätten. Nach der Weiherede fiel die Hülle des Denkmals. Auf einer Säule aus grauem Lahnmarmor trägt es ein Eisernes Kreuz. Auf der Vorderseite trägt es die In- schrift „Unseren toten Kameraden 1914—1918“, auf der Rückseite die Worte „Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben müssen". Nach der Kranzniederlegung der einzelnen Persönlichkeiten und Vereinigungen übergab der Vorsitzende des Denk- mals-Ausschusies das Denkmal an die Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Dr. Krebs versicherte, daß die Stadtverwaltung dieses Denkmal pflegen werde, bis dereinst wieder ein neues 81. Infanterie- Regiment feine Garnison in Frankfurt erhalten werde und dann selbst die Obhut über das Denkmal übernehmen könne. Dr. Krebs legte sodann im Namen der Stadt einen Kranz nieder. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes formierten sich die Teilnehmer zu einem Vorbeimarsch vor Landgraf Friedrich Karl von Hesse n._Um 15 Uhr sand ein Festtag durch die Straßen Frankfurts statt, an dem sich u. a. zahlreiche Teilnehmer in den alten Uniformen beteiligten. Die Hauptfeier am Abend fand in der Festhalte statt und zeigte ein reichhaltiges Programm. Anläßlich der Denkmalsweihe sandle Reichspräsi- dent v. Hindenburg folgendes Telegramm: „Für das mir anläßlich der Denkmalsweihe für die Gefallenen des Ins.-Regts. 81 und seiner Kriegstruppenteile übermittelte Treugelöbnis danke ich herzlichst. In Ehrfurcht und Dankbarkeit gedenke ich all derer, die ihr Leben für des Vaterlandes Bestehen dahingaben. Ihr Blut darf nicht umsonst ge- flössen sein. Den Anwesenden, die sich in Treue um das Ehrenmal geschart hoben, sende ich drahtschriftliche Grüße.“ Der ehemaI i g e Kaiser sandte ein Telegramm folgenden Wortlauts: „Den um ihren Chef und heldenhaften ersten Feldzugskommandeur, Se. Königliche Hoheit den Landgrafen von Hessen, .vr- sammelten Kameraden des Bundes ehemaliger 81er und seiner Kriegsformationen sende Ich zur Ent- hüllung des Ehrenmals für die Gefallenen Meinen Gruß! Möge auch von diesem Denkmal! der Geist ausstrahlen und in die Herzen unseres Volkes bringen, von dem beseelt jene Helden auszogen, zu kämpfen und zu sterben für König und Vaterland?" Buntes Allerlei. Das „Gedächtnis" des Films. Bei einer Film-Aufnahme gibt es unendlich viel zu bebenten unb zu erinnern. Aber Filmstars und Filmregisteure haben manchmal ein schlechtes Ge- dächtnis. unb so gibt es denn bei den Filmgesellschaften in der Re ei ein überaus nützliches, ja un- entbehrliches Wesen, bas für alle Milw-rkenden. ja für den Film selbst das eigentliche Gedächtnis darstellt. In den englischen Filmateliers wird dieser Posten, der sich allmählich herausgebildet hat. recht hoch bezahlt, denn man muß zu diesem merkwürdigen Beruf besondere Anlagen mitbringen, die sich nicht leicht in e ncr Persönlichkeit zusamwensinben. Zunächst ist ein außerordentlich schcnseS Gedächtnis notwendig, bas mit einer fanatischen Leidenschaft für alles Filmische verknüpft sein muß, denn ohne Liebe zur Sacbe hasten die Eindrücke nicht fest. Außerdem muß die „Gedäcktnis-Dame" gut stenographieren können, denn sie muß viele und rasche Aufzeichnungen machen, um ihr Gedächtnis zu unterstütz n. Was hat nun ein solches Faktotum zu tun? Davon plaudert Eileen Wallis, die diesen Beruf bei einer großen englischen Filmsirma ausübt, in einer Londoner Ze tschrisl. Zunächst einmal muß sie die Kleidung und Maske bet Filmstars übeitoa- chen, um sestzustellen, daß alles in Ordnung ist, bevor sie auftreten. Es dauert manchmal Wochen, bevor die Aufnahmen bei einem unterbrochenen Film fortgesetzt werden; jedenfalls aber verstreichen zwischen den zusammenhängenden Szenen nicht feLen Tage. Wie soll sich nun die Filmdiva merken, was für ein Armband oder was sür Dinge sie bei den vorhergehenden Aufnahmen angelegt hatte? Eie weiß nicht mehr genau, wie ihre Haarfrisur war, und vieles andere. Da springt „bad Gedächtnis,, ein und achtet darauf, bah biefelben Schuhe, derselbe Schmuck usw. getragen werden, damit die Heldm nicht plötzlich ohi e jeden Grund in einem veränderten Kostüm erscheint. Die Herren vergessen häufig, die Haare an den Schläfen weiß zu machen, wenn dies für ihre Rolle erforderlich ist. Wenn eine solche scheinbar unbedeutende Einzelheit vernachlässigt wird, bann können ein paar hundert Meter Film umsonst gedreht werden und viel Schaden entstehen. Aber nicht nur die Erscheinungen der Darsteller muh diese aufmerksame Helferin genau behalten, sondern auch alle die unzähligen Rucncen der Einrich- tung unb Inszenierung. Es kommt ja vor, daß irgend- einMöbelstück verrückt wirb,auch wenn dieSzene aufgebaut bleibt, unb das kann bei der Fortsetzung her Arbeit die bösesten Folgen haben. Deshalb muh die GedächtniS-Dame sich ganz genau merken, was für Blumen in der Base auf dem Tisch stehen, an dem daS Liebespaar seine Auseinandersetzung bat, und waS für Kisten auf dem Diwan hegen, auf dem sich die schöne Derführerin niederläht. Ihr muß gegenwärtig sein, ob der junge Mann deS Films ein Taschentuch in der Brusttasche trägt, und sie muß die Tonungen der Schminke und die Farben des Puders ebenso beachten wie die Tiefe der Schatten unter den Augen, die der Diva für eine bestimmte 6 cne aufgelegt wurden. Sie darf nicht zulasten. bah die Heldin zu einer Hauptszene antritt mit ihren Augenwimpern in der Tasche, sondern sie muh dasür sorgen, doh diese vorher angebracht werden. denn auch die Filmschauspielerin mit den schönsten Augen braucht bei manchen Rollen, z. D. als dämonische Carmen, längere Wimpern alS sie be» sitzt. Während der Aufnahmen hält sich die Gedacht- n's-Dame in der Rahe der Kamera-veute und wendet ihre ganze Aufmerlsamkeik darauf, um jeden Fehler sofort zu bemerken, damit nicht nutzlos zuviel Film .verschosten" wird. Dieses gute Gewissen des Films muß viel Geschmack unb Takt haben, denn es ist nicht leicht, temperamentvolle Künstler auf ihre Unterlassungssünden aufmerksam zu machen und es erfordert ein feines Auge, die Farbenwirkungen in der Toilette richtig auf ihre Wirkung auf bet Leinwand abzuschätzen LebenSrettennnen-Brigaden in Badeorten. Mit dem Beginn der Badesaison erhebt sich auch wieder die Frage, wie die besten Schutzmahnahmen zur Rettung Ertrinkender zu treffen sind In verschiedenen Ländern sind zu diesem Zwecke Organisationen inS Leben gerufen worden, unb zwar haben sich dabei am besten die Frauen alS Leben rette- rinnen bewährt. In ©übauftralien gibt es eine berühmte Brigade kühner Schwimmer innen, die ihre Mitglieder zu Tages- und Rachtdienst in den Haupt- baöcortcn verteilt. Ebenso haben die Frauen in Reu- südwales und in den Vereinigten Staaten auf diesem Gebiet eine segensreiche Tätigkeit entfaltet und jedes Jahr Tausende von Menschenleben gerettet. Solche Lebensrekterinnen-Brigaden gibt eS auch in Kanada, in Spanien und in Italien an den Küsten, und in England ist ebenfalls dieser Dienst für dieses Jahr in grobem Maßstab eingerichtet worden. Am Strande der besuchtesten Badeorte hallen junge Damen im Badekostüm Wache, lösen sich gegenseitig ab und sind bei jeder Gefahr sofort zur Stelle, um Badende, die zu ertrinken drohen, sicher anS Land zu bringen. DaS Lebensrettungs-Korps, das von der britischen LebenSrettungS-Gesellichaft geschaffen worden ist. umfaßt mehr alS 4000 Mitglieder in allen Teilen des Landes, die sich freiwillig in den Dienst die er großen Aufgabe stellen, und unter ihnen befinden sich über 1500 Frauen im Alter von 16 bis 60 Jahren. Wer die Schwimmprüsung der Gesellschaft bestanden hat und die daraufhin verliehene Bronze-Wedatlle besitzt, kann dem KorpS beitreten. Mitglieder, die in den Badeorten wohnen, oder solche, die ihre Serien in bestimmten Bädern verbringen, übernehmen eine Zeitlang den Dienst am Strande: sie erhalten vorher noch eine besondere Ausbildung, und Die Aufsicht untersteht den Leitern der Organisation an jedem Platze. Man denkt auch daran, Frauen zu berufsmäßigen Lebensrettern zu machen. Diele sollen während Der Sommermonate von den DaDe-Vehörden angestellt werden. In Amerika übt bereits eine ganze Anzahl von Frauen diesen eigenartigen Beruf aus. So sind z. B. Lebensretterinnen als bezahlte Angestellte in dem elegantesten Mode- bad von Palm Beach tätig, das besonders von Den Filmstars von Hollywood besucht wird: sie verdienen dabei 20 Dollars die Woche. Besonders seit dem Kriege hat das weibliche Geschlecht in Der Schwimmkunst große Fortschritte gemacht, und auch bei uns nehmen eS die Schwimmerinnen heule vielfach mit ihren männlichen Rebenbuhlern auf. Viele der Rekordhalterinnen im Schwimmen auf lange Entfernungen find Frauen. Was bringt die Gommermode? Leinen für Frauen und Männer. — „Organdy" kommt wieder. — Hüte betonen die Fraulichkeit. Bunt und hell lacht es uns aus allen Schaufenstern entgegen, bald kommen die Tage, da diese reifenden Sommerkleider nicht mehr hinter Glas steyen, sondern Straßen und Gärten beleben. Eine besondere Modefarbe wird dieses Jahr nicht anbefohlen, sondern jeder sucht sich das aus, was ihn am besten kleidet- Unentbehrlich werden die naturfarbigen, groben Leinen- k o st ü m e sein, die man in Süddeutschland schon im vorigen Sommer trug und die sich jetzt auch Rorddeulschland erobern, die sogenannten Salzburger Kostüme. Enganliegend, ganz einfach gehalten, nur mit ein paar Knöpfen, einer bunten Bise oder einem farbigen Halstuch, sind sie das elegante Promenadenkieid der Frau, die stilvoll angezogen fein möchte. An ein Alter ist diese Tracht nicht gebunden: sie kleidet das ganz junge Mädchen, den Backfisch, ebensogut wie die reife Frau. Ja, selbst die Herren werden diese Mode der Salzburger Leinenanzüge gern für sich gelten lassen, denn an heißen Tagen trägt sich nichts so gut wie dieses kühle Leinen. Daneben ist für Rachmittagskleider ein Stoff beliebt, der schon um ISO) viel getragen wurde, dann aber ganz wieder von der Bildfläche verschwand- Man nennt ihn heute wie damals „Organdy". Es ist ein dünnes Sommergewebe mit dickeren Fäden durchsetzt, durch die der Stoss eine gewisse Steifheit bekommt. Er trägte sich dadurch weit besser als etwa der sonst beliebte Voile, der leicht zerknüllt und dadurch nie so „adrett" aussieht wie etwa ein Organdykleid. Wan hat diese Organdys in wunderhübschen Mustern, und da sie nicht allzu teuer sind, werden sie wahrscheinlich sehr viel getragen werden. Die Rachmittagskleider reichen bis zum Knöchel und werden meist mit kurzen Aermeln gearbeitet Es gibt aber eine hübsche Möglichkeit, ein leichtes Kleid zugleich auch für abendliche Zwecke benutzen zu können, indem man es nämlich ärmellos und mit tiefem Ausschnitt machen läßt und am Rachmittag oder auf der Straße eine Pelerine, einen Kragen oder ein Jäckchen aus Dem gleichen Stoff darüber trägt In diesen kleinen Umhängen bringt die Mode ganz entzückende Abwandlungen. Wan hat auch große Kragen, die mit ganz weiten Puffärmeln Zusammenhängen und in dieser Form über das ausgeschnittene Kleid gezogen werden. Das abendliche Kleid ist natürlich ganz lang, vielfach mit Rüschen und Volants beseht. Gürtel werden oft abweichend von der Kleidfarbe getragen; sehr apart sind ganz breite schwarze Lackgürtel auch zu hellfarbigen Kleidern. Die Rückenschleife ist sehr beliebt und kleidsam. Eine etwas erhöhte Gürtellinie, Die ein wenig an Die Empiremode gemahnt, ist für schlanke, junge Gestalten vorteilhaft. An Schuhen trägt man sehr gern schwarze Wildlederschuhe, obwohl diese nicht so praktisch sind wie schwarze Lackschuhe. Daneben werden für einfache Zwecke noch immer mit Vorliebe helle Sandaletten getragen. Im allgemeinen bevorzugt man hohe Absätze, die bei gut gearbeiteten Schuhen auch gar nicht einmal unbequem sind. Hüte gibt es in einer geradezu sinnverwirrenden Auswahl. Wan wählt gern solche, die etwas Malerisches in Der Linie haben, überhaupt ist es das Bestreben, der ^rau etwas Bildhaftes zu geben, nachdem sie so viele Jahre die ganz einfache, männliche oder doch knabenhafte Linie angestrebt hatte Die Frauen selber haben viel Freude an Der neuen Mode, die taufend kleine Zubehöre bringt, mit denen man sich schmücken kann. Und im Grunde tut eine Frau nichts lieber, als sich zu schmücken. So gefallen ihr Denn auch die neuen Hüte, die wieder Blumen und Bänder verarbeiten. Geschwungene Ränder oder kühne kleine Formen geben entzückende Umrahmungen für das Gesicht. Sehr gut sieht es aus, wenn Schuhe, Handschuhe und Handtasche in Der Farbe harmonieren. Zu leichten Kleidern mit kurzen Aermeln trägt man Den langen Stulpenhandfchuh, Die Stulpen dürfen auch aus Dem Stoff des Kleides, Der steif gestärkt wird, gefertigt werden. Eine geschickte Hand kann hier manches selber Herstellen. Denn es ist schließlich eine größere Kunst, sich mit wenig Geld hübsch anzuziehen, als mit viel Geld sich ein paar geschmackvolle Kleider zu kaufen. Die Strümpfe werden, den Sommerkleidern entsprechend, wieder in etwas hellerem Farbton getragen. Die Kinder und Backfische bleiben, wenigstens bei einfachen Kleidern, bei ihren Söckchen, Daneben aber kommen jetzt die Kniestrnmpfe auf, Strümpfe in Hellen Tönen, die nur bis zum Knie reichen. Cie sind oben mit eingewebtem Gummi versehen, so daß man keinen Strumpfgürtel zu tragen braucht, um sie zu befestigen. Sie werden an heißen Tagen wohl allgemein getragen werden und haben sich auch für den Abend schon etwas eingebürgert, da um Der schlanken Linie willen von vielen Damen her Strumpfgürtel als zu sehr auftragend in Acht und Bann getan wurde. Erna Herford. 9.J.-fpor/ Das 80 Keldberg-Turnfest. Kampf um Bölfungenhorn und Brunhildisfchild. Am Samstag und Sonntag findet auf dem Großen Feldberg zum 80. Male das älteste Berg-- fest der Deutschen Turnerschast statt. Mit annähernd 1800 Teilnehmern hat das Fest eine überraschend starke Beteiligung gefunden. Die Kämpfe beginnen am Samstag um 17 Uhr mit der Durchführung des Mannschaftskampfes um das historische Völlungen- horn, zu dem neben dem Verteidiger (Id. 1860 Frankfurt) weitere 7 Vereine ihre Meldungen abgegeben haben. Nach Einbruch der Dunkelheit veranstaltet die Turnerjugend des Main-Taunusgaues eine Sonnwendfeier. In Den Gasthäusern ist anschließend zwangloses Beisammensein. Sonntag um 8 Uhr ist Feldgottesdienst für beide Konfessionen. Daran schließen sich die allgemeinen Freiübungen an und dann beginnen die M e h r k ä m p f e'i n 6 K l a s s e n. Die Turner, Altersrurner und Jugendlichen bestreiten einen Viertamps, bestehend aus: 100-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung und Freiübung. Der Vierkampf der Turnerinnen setzt sich aus: 75-Meter-Lauf, Kugelstoßen, jhochsprung und Freiübung zusammen. Um 13 Uhr finden Die Staffelläufe statt um den Iahnschild (Verteidiger: Tgde. Fulda: 5 Teilnehmer), um den Emanuel-Schmwk- Schild (Verteidiger: To. 1860 Hofheim; 10 Teilnehmer) und um den B r u n h i l d i s s ch i l d (Verteidiger: M t v. G i e ß e n ; 3 Teilnehmer). Einzel- knmpfe werden im Kugelstoßen und Weithochsprung durchgeführt. Um 16 Uhr ist die feierliche Siegeroerkündigung, die mit einer großen vaterländischen Kundgebung verbunden ist. Nach einem Fahnen- a u f m a r s ch der teilnehmenden Vereine wird der 1. Kreisführer Topp eine Ansprache halten, die von Vorträgen der Kreis-Sängerschaft und der Spielmannszüge umrahmt wird. Die Reichsbahn wird dem zu erwarteten starken Verkehr durch Einlegen von Sonderzügen gerecht. Von Frankfurt-Haupt geht ein solcher um 4.37 Ahr nach Cronberg ab, der oft allen Zwischenstationen hält. Von Cronberg wird ein Sonderzug um 20.06 Llhr eingelegt. Von Höchst geht um 5.10 Ahr ein Sonderzug nach Königstein. Dieser stellt den Anschluß an die Frühzüge von Frankfurt (ab 4.49 Ahr), von Wiesbaden (ab 4.10 Ahr) und von Niedernhausen (ab 4.30 Ahr) her. Die Reichspost läßt am Samstag von 16 Ahr und am Sonntag von 5 Ahr Sonderkraftposten mit ermäßigten Preisen von Cronberg und Königstein auf den Feldberg verkehren. Auch für die Rückbeförderung der Teilnehmer stehen an beiden Tagen auf dem Feldberg Kraftpostwagen in genügender Anzahl zur Verfügung. Schönes Wetter vorausgesetzt, wird das 80. Feld bergfest erneut beweisen, daß es von seiner Traditicn und Anziehungskraft nichts eingebüht hat. * Sonntagsrückfahrkarten zum Feldbergfest. Von allen Bahnhöfen im Amkreis von 150 Kilometer um Cronberg (Taunus), Bad Homburg und Königstein (Taunus) werden nach den vorgenannten Zielbahnhöfen Sonntags- rückfahrkarten ausgegcben. Für die Abfertigung nach Königstein i. T. werden nur Blankosonn- tagsrückfahrkarten ausgegeben. Die Sonntagsrückfahrkarten haben eine Geltungsdauer vom 10. Suni 0.00 Ahr bis 12. Juni 12.00 Ahr. Zu diesem Zeitpunkt muh die Rückfahrt spätestens angetreten sein. Darmstädter Segelflieger aus weiter Strecke. Landungen bei Saarbrücken und Lpinal. Die beiden bekannten Segelflieger Dipl.-Jng. Peter Riedel vom Deutschen Forschungsinstitut sur Segelflug und Hermann Dittmar, einer der längsten Segelflieger Deutschlands, die beide am Pfingstsonntag bei den Segelflügen in der Rhön bemerkenswerte Leistungen vollbracht haben, gingen gestern um 11.15 Uhr, nachdem sie im Schleppflug eine Höhe von etwa 600 Meter erreicht hatten auf,, Strecke. Riedel flog sein Segelflugzeug „Faf- nir , welches Günther Grünhoff früher gesteuert hatte, Dittmar seinen selbstgebauten „Kondor". Die außerordentlich günstigen thermischen Segelslugmüg- ich-eiten ermöglichten eine große Leistung. Dittmar flog bi 5 nach Saarbrücken und landete auf dem dortigen Flugplatz 300 Meter von der fran- zoslschen Grenze entfernt. Die Flugstrecke beträgt 135 Kilometer Riedel überflog die französische Grenze und landete gegen 17 Uhr in der Nähe von Ramberoillers bei Epinal. Die Flugstrecke beträgt ca. 250 Kilometer. Mit diesem Flug ist Riedel an die bisherige Höchstleistung im Segelflug von 275 Kilometer, die Günther Grönhoff 1930 erreicht hatte, nahe herangekommen. Der Flug Unterscheidet sich von dem Grönhoffs wesentlich dadurch, daß es kein Gewitterflug geweien ist, sondern ein rein thermischer Segeiflug, und zwar der erste in diesem Ausmaß. Beide Flieger erreichten zeitweilig Höhen bis zu 2000 Meter. Die Aufnahme Riedels auf französischem Boden war recht freundlich. Nach Erledigung der Formalitäten wird das Flugzeug Riedels vom Saarbrückener Luftfahrtverein nach Darmstadt zurücktransportiert. Olympia 1936 bestimmt in Berlin. Eröffnungssitzung des 306. 3m festlich geschmückten Saal der Wiener Akademie der Wissenschaften wurde Mittwoch der feierliche Cröfsnungsakt des 30. Kongresses des Internationalen Olympischen Komitees vollzogen. 24 Nationen waren vertreten, für Deutschland Graf Adolf Friedrich von Mecklenburg, Dr. Ritter von Halt, und Exz. Dr. Lewald. Die Begrüßungsansprache hielt der Präsident des Oesterreichischen Olympischen Komitees, Dr. Th. Schmidt, nach ihm ergriff dann Bundespräsident Miklas das Wort, der u. a. der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Olympischen Spiele in Berlin zur Zufriedenheit aller ausgetragen werden möchten. Als nächster Redner fand der Prä- sidet des IOC., Graf Daillet-Latour, lobenswerte Worte über die ausgezeichnete Organisation der letzten Olympiade in Los Angeles und kam bann auch kurz >auf die Amateurfrage zu sprechen. Graf Baillcl-Latour erwähnte besonders, daß der Halbprofessional im Sport eine starke Gefahr bedeute und verglich im Anschluß daran den Ama- teurismus mit einer Religion, der Amateuris- mus sei also mehr als nur ein Symbol. Am Nachmittag trat dann der IOC. zu seiner ersten Arbeitstagung zusammen. Einige der wich- tig'sten Beschlüsse wurden hier bereits gefaßt. Kein Zweifel gab es so vor allem an der Tatsache, daß die nächsten Olympischen Spiele 1936 in Berlin ausgetragen werden und auch gegen den Antrag Dr. Ritter von Halts, die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen zu absolvieren, erhob sich keine Stimme. Das Haus war sogar von den Ausführungen Dr. Diems, die er an Hand einer Denkschrift über die Vorbereitungen zu den Ber- liener Spielen machte, begeistert. Hanöball.Grotzkampf in Gießen. 1900 I — Polizei Darmstadt I. Noch vor einem halben Jahr hätte es als ein Unterfangen sondergleichen betrachtet werden müssen, wenn durch die Spielvereinigung 1800 ein Gegner von der Güte des Polizeisportvereins Darmstadt verpflichtet worden wäre. Aber die ICO.'er haben in letzter Zeit derartig gute Fort- schote gemacht, daß es gerechtfertigt erscheint, einen solchen Versuch zu unternehmen. Damit soll natürlich nicht unterstellt werden, daß man sich gegenüber der kampferprobten Polizeimannschaft als gleichwertiger Gegner fühlt. Vielmehr wird man sich darauf beschränken müssen, sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Lassen wir nur einige Zahlen sprechen: in ihrem eigenen Bezirk vermochten die Gäste in letzter Zeit folgende Siege zu erringen: gegen VfR. Schwanheim 12: 1, gegen Polizei Hanau 20: 1, gegen Polizei Frankfurt 15:3. Bekannte reichsdeutsche Mannschaften zogen wie folgt den Kürzeren: Alemannia Aachen 11:5, Polizei Berlin 9: 8, Iägerbataillon Kassel 12:5. Die Mannschaft tritt in folgender Aufstellung an: Kiepfer Walter Pfeiffer Stahl Dascher Anmacht Leonhard Huber Schliffer Sommer Rothermel. Der Linksaußen Rothermeh ist gebürtiger ®iefeener und war früher eine der Hauptstützen der Mtv.-Mannschaft. 1900 schickt folgende Vertretung in den Kampf: Enders Fischer Dirkenstock Mann Hoffmann Schwalm Wolf Steines Betz Krüger Schott. Handball im Gau Hessen (D. T.) Lang-Göns I — (Btüningen I 14:2 (5:1). rx2?1 J. Sciertag weilte eine kombinierte Mann- schäft des Turnvereins Lang-Göns in Grüninaen und konnte mit 5:2 (3:0) das Spiel für sich entscheiden. Zum Rückspiel am 2. Feiertag in Cang- @ong trat die Platzmannschaft komplett an. Die Gäste mutzten hier noch eine deutlichere Niederlage hinnehmen als am Vortage. In der ersten Hälfte lieferten die Gastgeber ein mätziges Spiel. Halbzeitstand 5:1. In der zweiten Hälfte fanden sich die Plahbesiher besser und erhöhten auf 14 Tore, während den Gästen nur noch ein zweiter Gegentreffer gelang. Lützellinden I — Wetzlar-Niedergirmes I 7:3 (3:2). Nach anfangs ausgeglichenem Spiel zeigte sich mehr und mehr die Aeberlegenheit des Gastgebers und man war überrascht, denn man hatte mit dem sicheren Sieg der Gäste gerechnet. Diese Aeberlegenheit wurde in der zweiten Halbzeit noch drückender, die Einheimischen waren immer wieder durch ihr sicheres Zusammenspiel tonangebend. Der Sieg war deshalb auch in dieser Höhe verdient. — Vorher spielten Lützellinden ll gegen Heuchelheim ll 2:9. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Die 1. Mannschaft des Turnvereins Wieseck muhte am 1. Feiertag gegen die 2. Elf des VfB. Gießen auf dem Waldsportplah eine Niederlage von 4:1 Toren hinnehmen. Die Wiesecker hatten einen schwarzen Tag. Die 2. Mannschaft sandte jedoch die 3. Elf des VfB. mit dem gleichen Ergebnis (auf eigenem Platze erzielt) geschlagen nach Hause, obwohl die Gäste noch zur Halbzeit mit einem Tor in Führung lagen. Die Jugend wartete vergebens auf ihren Gegner aus Leihgestern. Wieseck I — VfR. Butzbach 12:10 1). Das Spiel der 1. Mannschaft am 2. Feiertag gegen die 1. Elf des VfR. Butzbach auf dem Wiesecker Platz brachte eine sehr spannende Begegnung und den Einheimischen den sehr achtbaren Sieg von 2:1 Toren. Die Wiesecker zeigten sich, entgegen dem ersten Feiertag in ausgezeichneter Form. Zu bedauern war lediglich, daß sich die Elf nicht früher fand, wodurch dann leicht ein höheres Ergebnis hätte erzielt werden können. Die 1. Jugend, die in letzter Zeit Sieg auf Sieg errungen hatte, mußte gegen Wiesbaden-Dotzheim eine unverdiente Niederlage hinnehmen. Der sonst febr zuverlässige Torhüter ließ einige haltbare Bälle passieren. Das Spiel ging durch zwei Selbsttore und einen Elfmeterball mit dem Ergebnis von 4:7 für Wieseck verloren. Die Gäste hinterlietzen einen vorzüglichen Eindruck. Leichtathlelik-Klubkampf OSC. Gießen — VfL. Wehlar. Der Olympische Sportklub trägt am kommenden Sonntag feinen zweiten Pflich t klubkampf aus. Gegner ist der VfL. Wetzlar. Leider wird OSC. zu diesem Kampf geschwächt antreten müssen, denn einige Studenten, sowie Mohl werden voraussichtlich nicht dabei fein können. Immerhin haben die Gießener einige ausgezeichnete Leichtathleten im Wettbewerb. Cs starten u. a. Capello (Hochsprung), Franz (Kugelstoßen, Diskuswerfen), Heberling (3000-Meter-Lauf), Marx und Kuhlmann (100-Meter-Lauf). Die Wetzlarer werden außerdem in Luh, Endres, Simon, Fischer und Siegmund beachtliche Gegner finden. Die Gießener werden sich gleichwohl sehr anstrengen müssen, wenn sie ein ehrenvolles Ergebnis erzielen wollen. Einige OSCer werden noch an den Sichtwettkämpfen teilnehmen und gegen Mitglieder der beiden Wetzlarer Sportvereine zu kämpfen haben. Kurze Sportnotizen. Bad Wildunger Automobil-Wettbewerb. Dem gestern veröffentlichten Bericht über den Bad Wildunger Automobil-Wettbewerb, bei dem u. a. Herr Dr. Wilhelmi - Gießen im Geschicklichkeitsfahren der Klasse II (1500 bis 3000 cem) den 1. Sieg errang, ist nachzutragen, daß die Herren Dr. Noll und Dr. W i l h e l m i als Mitglieder des Oberhessischen Automobilklubs (A. v. D.) starteten. Die Olympischen Winterspiele!936 finden auf Beschluß des Internationalen Olympischen Komitees endgültig in Garmisch-Partenkirchen statt. Bei dem in Wien tagenden und entscheidenden Kongreß des Komitees entschloß sich auf Wunsch des Reichskanzlers Adolf Hitler die deutsche Vertretung, nur für Garmisch-Partenkirchen zu stimmen. Damit war die Entscheidung gefallen. Schottland und O e st e r r e i ch tragen am 29. November in Glasgow einen Fuhball- Länderkampf aus. Der Freistaat Sachsen hat den Beginn mit der Ernennung feines Führers für den »Gau Sachsen im Deutschen Fußball-Verband" gemacht Die Ernennung des neuen Führers für den Deutschen Fußball-Verband dürfte bevor- Schmeling geschlagen. Der mit einiger Spannung erwartete Schwergewichtskampf zwischen dem deutschen Exmeister Max S ch m e I i n g und dem Amerikaner Baer am Donnerstagabend in New $ort endete vor 65 000 Zuschauern mit einer überraschenden Niederlage des Deutschen. Schmeling wurde in der zehnten Runde von seinem Gegner mit einem schweren Rechten bis neun auf die Bretter geschlagen und als er sich vollkommen benommen wieder erhoben hatte, stoppte der Ringrichter den Kamps und erklärte Baer zum Sieger durch technischen k. o. (Ausführlicher Bericht folgt.) stehen und dieser Führer wird dann auch die Führer für die übrigen Gaue bestimmen. Einen neuen Weltrekord stellte Matti Iärvinen in Wasa auf. Er warf den Speer diesmal 74,61 Meter weit und hat damit den Weltrekord im Speerwerfen in drei Jahren schon zum fünften Male verbessert. • I n 46 Sekunden soll nach einer noch nicht bestätigten amerikanischen Meldung der Neger L u v a l l e s bei einem Sportfest in Neuyork die 400 Meter gelaufen sein. Die Leistung würde einen Weltrekord darstellen, da der Olympiasieger Carr bei den „Spielen" mit 46,2 Sekunden Rekord lief. Die deutsche Mannschaft für die am 27. Juni beginnende „Tour de France“ wurde jetzt endgültig zusammengestellt. Sie besteht aus den Fahrern Sieronski, Buse, Geyer, Kutschbach, Altenburger, Max Bulla (Wien). Stöpel und Thierbach. • Der Führer des WSD., Dr. Klein, hat sich in einer Bekanntmachung energisch dagegen gewandt, daß Anterführer in verschiedenen Sportarten Grenzsperren verhängt hätten. Dr. Klein weist daraufhin, daß Maßnahmen solcher Art ihm allein Vorbehalten bleiben müssen. Wirtschaft. * Preiserhöhung für Armaturen. Der Verband deutscher Gas-, Wasser- und Dampfarmaturenfabrikanten (Gawada) hat infolge der in den letzten Wochen eingetretcnen, mehr als 50-v. H.-Steigerung des Kupferpreifes die sofortige Erhöhung der bisherigen Verkaufspreise um 10 v. H. beschlossen. 'Henschel 8- Sohn AG. .Kassel. Wie WTB.-Handelsdienst von unterrichteter Seite erfährt, läuft mit Ende dieses Monats das zwischen der Reichsbahn und der Lokomotivenindu- strie abgeschlossene Dreijahresabkommen ab, das nach einem zwischen den Beteiligten getroffenen Aebereinkomrnen vorfah, daß seitens der Reichsbahn drei Jahre hindurch jährlich 100 Lokomotiven planmäßig an die deutsche Lokomotivindustrie vergeben werden muhten. Nunmehr finden Verhandlungen zwischen der Reichsbahn und neun Lokomotivfabriken über eine Erneuerung und Erweiterung dieses dreijährigen Lieferungsabkommens statt, das sich im übrigen durchaus für beide Teile bewährt hatte, zumal die Reichsbahn über diese festen Abschlüsse hinaus auch noch jährlich sogenannte Entwicklungsaufträge erteilte, die in der Hauptsache verbesserte und leistungsfähigere Lokomotiven sowie Spezialtypen berücksichtigten. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 8. Juni . Die festere Haltung der Auslandbörsen und insbesondere die Befestigung deutscher Werte in London gaben der Abendbörse einige Anregung. Die Stimmung war freundlich, die Amsahtätigkeit war allerdings nur in Spezialwerten etwas lebhafter. So zogen IG.-Farben gegen den Berliner Schluß um 0,5 Prozent an. Im Hinblick auf die Sitzung des Reichskabinetts wegen des Transfer-Moratoriums bestand gewisse Zurückhaltung. Der Verlauf brachte keine nennenswerte Veränderungen, Farben gingen leicht zurück. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen auf dem erhöhten Niveau gut behauptet, Schutzgebiete lagen etwas fester, dagegen waren Späte Schuldbücher vernachlässigt. Von fremden Werten zeigte sich bei behaupteten Kursen Interesse für Mexikaner und Rumänen. Neubesih 12,90, Altbesih 77,£0, Schutzgebiete 8,15, 5prozentige äußere Mexikaner 11,80, 4,5prozentige do. Irrigation 6,50, 4,5Prozentige Goldrumänen 10,75, 4prozentige Einheitsrumänen 5, Gelsenkirchen 65, Mannesmann 70 bis 70,25, Rheinstahl 96,50, Scheideanstalt 173,50, IG.-Farben 136,10 bis 136,25 bis 136, Holzmann 61,25, Metallgesellschaft 40 bis 40,50, Siemens 166, Tietz 26. Die hink er Den Papier Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. en angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt be|d)lof|enen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 0 j). Lombardzinsfuß 5 v. £>. Schluß» kurs Schluß!. Schluß« fur# Schluß!. Miltaq. tranflu n a. 1’;. Berlin Sranttur a. tii. Serin. Devisenmarkt Berlin Frankfurt a 2H Abend- bürse Schluß« furtf Schluß: Abend- Schluß« turd Schlugt. UliMay böne Schluß« Schlugt Abend- börf" Schluß« Schlugt, mittag» bSrsc 7-3unl — Datum 7.6. 8.6. börl kurS >urS 6% $eut]drc tKetdicanieitje t>. ihü, 6% ef)cm.7% Dl.ReichSanl. v. 1929 5/i% 7)ounn Anleihe von 1930 . Leu Ische Anl.-Ablös.-Schuld mi Auslos.-Rechten ........... De sch. ohne AuSlos.-Rechte..... 6% ebcm.8% Hess. Bol.’eftaat 1929 (rüdnafjlb. 102%)........... Lberhessen Provinz »Anleihe ml Aurich.-Rechten ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12....... 6Ki% Hess. Landes Hypothekenbank Darmstadt Liqui..... Deutsche Komm. Sammelab I.An leihe Seriel mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bam Goldpse. 15 unkündbar bis 1931 6% ehem. 7% Franks. Hyp^Ban Goldpse. 16 unkündbar bi» 193ß 6Wo ehem. V/t% Franks. Hyp. Bank-Liyu.-Pfandbriefe ..... 6%% ehem. 4-/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfc. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand bricfan(talt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt. Pfandbriefe R. 1> Verrechnungskurs . . *% O österreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische SUberrent. *% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4!48<>Rnmän.vereinh.Rentev.lgl? 4% Rumänische vereinh. Rente . 3%% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket ..... , Hamburg-Südam. Dampfschiff. 1 Hansa Dampfschiff...........0 Norddeutscher Lloyd .........0 W.t und Kraft .............. Fellen & Guilleaume ..... 0 Gesellschaft für Elektrische Unter, nehmungen............. 4 Rheinische Elektrizität ........5 Schubert & (So............ 0 Siemens & Halske..........< Lahmeyer L Eo .............i(l Buderus .......... Deutsche Erd« ............. 4 Gelsenkirchener..............0 Harpcncr...................0 Hoesch Eisen—-öln-Neuelfen.. 0 Ilie Bergbau ............... 7 Hile Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............n ManneSmann-Röhren........t 6,6 5,75 10,5 4,8 30 18,9 54 91,25 51 56,25 51,5 135 25,75 95 •17^5 99 111 164,5 125,5 78,5 118 64 •07.75 155 124| 60; 5,75 10,75 4,8 30 18,25 18,75 52 91,5 51 57,75 50,5 133,75 26,25 93,5 116,4 58,5 93 96,75 111,25 166 125 77 117,9 65 107,75 60 70,25 6.65 10,5 4,8 30,13 18,4 28 18,75 53,25 92 51 36,25 51,5 26 94 118,5 59,75 92,75 99 111 165,5 126 78,5 117,9 64,13 107,75 71.5 155 ; 124 | 60,5 i 69.75 : 6.55 6 10,6 5,05 30 18 30 28,5 18,75 52,5 92 51,5 57,75 50,5 134,25 26,25 93,5 117 58,25 93,25 98,5 111,13 166,25 125 77 116,75 64,5 107,75 71 159 123 60 70.13 Maustet der Bergbau.........0 Kokswerte................0 Phönir Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 Rheinstahl 0 Bereinigte Stahlwerke........i> Ctaöl Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......p 3 G. Farben Jndustrie....... 7 Scheldeanstalt...............10 Goldschmidt ........ 0 RütgerSwerke ...............0 Metallgeselllchast.............t Philivv Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Eementwerk Karlstadt.........0 Schultheis Payenhofer........0 Slku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 Bemberg...................y Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum ..........0 Lrenstein L Koppel ..........0 Leonhard Tietz.............. g Ehade.............. 12 Gritiner .............. (,i Mainkraftwerke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ..... s 27,5 207 19 135,75 180,5 135,25 174,75 54 60,5 39.5 61,9 85 83 40 52,5 23,5 32 53,5 168,5 26,75 70.75 26.5 42 96.5 41,25 18 135,5 136,75 181 136 173,5 54,5 61,5 40,5 61,25 84 83 40 48,5 51,5 24 31,75 53 26 271 ™l 26 86 42,25 208 96,25 41,4 18 134,5 134,5 180 135,9 53,9 61 40 61,5 129,13 40,13 50 51 24,25 115,5 32,4 54,5 48,5 25 168.75 26,75 | 165 i 25,5 85 42,4 210,5 96,25 41,4 17,75 135,25 136 181,75 135,75 54 61,5 40,5 61 129,5 40 48,75 51 24,25 114,75 31,5 53 48,5 25,75 168,25 26,5 165 Heisings or^. Wien...... Prag...... Budapest ... Sofia..... Holland ... C«o...... Kopenhagen Stockholm.. London ..... Buenos 91 tret Neuyork... Brüssel.... Italien..... Parid ..... Schweiz ... Spanien.... Danzig .... Japan..... Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon... ______» Amerikanische Belgische Rote Dänische Note Englische Note Französische N Holländische N Italienische Nc Norwegische N Deutsch Oester, Rumänische N Schwedische N Schweizer Not Spanische Notr Ungarische Nod 6,334 46,95 12,64 3,047 170,53 72,58 63,94 73,68 14,34 0,883 3,546 58.99 22,01 16,62 81,87 36,21 82,82 .1,884 0,239 5,195 13,04 rlln, 8 Juni Noten....... n........... ... ...... .......... oten........ oten........ ten......... oten ....... eich, A 1OO C ten........ ?ten........ m.......... n.......... en......... 6,34 47,0 12,6 3,05 170,8 72,7 64,0 ,3,8 14,3 0,88 3,55 59,1 22.0 16,6 82,0. 36,2$ 82,9k 0,88k 0,241 5,205 13,0k Banfno Schilling ten. 6,334 46,95 12,64 3,047 170,53 72,33 63,94 73,68 14.33 0,888 3,496 58,99 22,03 16,62 81,72 36,21 82,77 0,884 0,239 5,195 13,04 Geld 3,46 58,83 63,57 14,29 16,58 70,16 21,91 72,16 2,46 73,50 81,54 36,08 6,346 47,05 12,66 3,053 170,87 72,47 64,06 73,82 14.37 0,892 3,504 59,11 22,07 16,66 81,88 36,29 82,93 0,886 0,241 5,205 13,06 5 rief ‘ 3,48 59,07 63,83 14,35 16,64 170,84 21,99 72,44 2,48 73,80 81,86 36,22