Nr.34 LrübauSsave 185. Jahrgang Donnerstag, 9. Zebruar 1933 (Erl^etni lägltd), auhn Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (ßiefotner Famillenblattet Heimat im BUd Die Scholl. monatsBejugsprets: Mi, 4 Beilagen 91111.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Kietzen. Doftfd)e 5 t. n d s r i» ll ir rt n» i» u» in ir. de an icn xr rifl cm len eu- sur lüft )ie- cnd- den. ime. 200 vird. chsen )aus irgs- 9-r ?ben- fin- ihen, Ar- idjen, sorge i ulen junge n sich chsten h er- iesige buid) g mit weit inaus werke, r täte um I“ et» 5, be» Der» 1 zum )ri seit hniol- s Ge» „6ä- :r, der inges» skld doste für at hier leider . Zwei Man- ebens» stor- i u f e n Huf- dessen d wei- ? Wet- >d noch Durch >rdings e über giebige ib lieben en ab» Druck »Higern en sich fbätet» Hiebet» ig und trocken. Üielsoch og und i mild, ,8 Grob norgens inimum 10 cm ). Mörz: 0,0 mm. kelzug anschließt. Hm 22.30 Uhr findet auf dem FricVrichsplah eine Kundgebung statt, auf der Roland Frcisler. W. d. L. und Reichstagsabg. Lengemann sprechen. Den Abschluß des Abends bildet ein großer Zapfen st rei ch." Geiändespori-Lehrgänge für Turnlehrer in Preußen. Berlin, 8. Febr. (ERD.) In einem Erlaß des Kommissars des Reiches für das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung heißt es: Die auf die körperliche und sittliche Ertüchtigung der Jugend gerichteten Bestrebungen des Herrn Reichspräsidenten, die zur Gründung des Reichskuratoriums für Iugendertüchtigung _ geführt haben, nach besten Kräften zu unterstützen, ist Ehrenpflicht aller Teile des Volkes und zumal aller Staatsbehörden. In erster Linie sind auch die Schulen dazu berufen, an dieser Aufgabe mitzuarbciten, die nicht nur im Turnunterricht, sondern in der gesamten Erziehungsarbeit der Schule Berücksichtigung finden muh. Das Reichskuratorium hat als ein besonders geeignetes Mittel, seine Ziele zu erreichen, den Geländesport in den Vordergrund feines Wirkens gestellt. Der Geländesport ist ein vorzüglicher Weg, um die Jugend zu Disziplin und Kameradschaft zu erziehen und Körper und Sinne zu schulen. Hm die Tätigkeit des Reichskuratoriums zu unterstützen, werden daher die Schulen nicht nur durch eifrige Pflege der allgemeinen körperlichen und sittlichen Ausbildung d i e Grundlagen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schulung im Geländesport zu schaffen haben, sondern insbesondere die Oberklassen der höheren Schulen für die männliche Iugend werden in gewissem Um» fange auch eine Vorschulung auf Einzelgebieten des Geländesports ins Auge fassen können. Dazu ist es notwendig, daß vor allem die mit dem Turnunterricht betrauten Lehrer sich mit der Eigenart des Geländesports vertraut machen und die besonderen Wege der Iugendertüchtigung aus e i g e - nergründlicher Erfahrung kennenlernen, die der Geländesport weist, damit sie in ihrer eigenen Hnterrichtspraxis das für die einzelnen Altersstufen Geeignete zweckmäßig auswählen können. Das Reichskuratorium hat sich bereit erklärt, im kommenden Sommer besondere Geländesportlehrgänge für Lehrer an höheren Schulen zu veranstalten. Für eine Teilnahme kommen insbesondere Persönlichkeiten in Frage, welche die Lehrbefähigung für Leibesübungen und körperliche Erziehung besitzen. Ein einheitliches berufspädagogisches Institut in Preußen. B e r l i n, 8. Febr. (TU.) Der Reichskommissar hat die Bildung eines einheitlichen berufspädagogischen Instituts in ^reußen verfügt. Es besteht die Absicht, das berufspädagogische Institut in Form einer Zentrale in Berlin mit Zweigstellen in Frankfurt a. M.. Köln und Königsberg fortzuführen. Die Regelung im einzelnen hängt von örtlichen Besprechungen ab, die in nächster Zeit stattfinden. Die Verhandlungen erstrecken sich auch darauf, ob bestimmte Fachgebiete auf bestimmte Zweigstellen, die dafür besonders geeignet sind, beschränkt werden, da sich an den verhältnismäßig jungen Instituten gewisse Erfahrungen herausgebildet haben, die nutzbar gemacht werden sollen. Dabei spielt auch die Erwägung eine Rolle, das Studium auf sechs Semester zu verlängern. Erhöhung derBeihilfen für dasAotwerk der deutschen Jugend. B e r l i n, 8. Febr. (WTB.) In Abänderung seines asses vom 24. Dezember 1932 hat sich der Reichs- .eitsminister einverstanden erklärt, daß der Durchschnitt der Beihilfen, die aus Reichsmitteln für das Notwerk der deutschen Iugend gewährt werden, von 20 auf 25 Rpf. erhöht wird. Infolgedessen können höchstens je Ganz kleines Unglück in Schwaben. Von Victoria T. Mclf. Es ist völlig prahlerisch und erlogen, daß in den letzten zehn Sekunden vor dem Zusammenstoß das ganze Leben am geistigen Auge vorüberzüge. Das geistige Auge hat gar nichts mehr zu melden, und das körperliche starrt nur sehr weit aufgerissen und erstaunt; dadurch sieht es außerdem falsch. Mir ging es jedenfalls so, und ich bin kein Ausnahmegeschöpf. Der Radler, dem wir auf der vereisten Straße ausgewichen sind, kam meiner Ansicht nach uns entgegen, rutschte, kam zu Fall, und wir wichen scharf nach links aus, um den armen Mann nicht zu überfahren. Dafür fuhren wir sehend in den Kühler eines anderen Wagens. Klirr, es tat einen großen Knall; da standen wir und sahen uns an. Soweit war alles in Ordnung. Mein Begleiter sprang vom Steuer, ich sprang auf die glatte Straße, der Mann aus dem mutwillig angefahrenen Auto sprang auf die Straße. Der Radler kam herangekrochen, und ein liebenswürdiger Zeuge stellte sich uns sofort aus einem dritten Äuto zur Verfügung. Ich hatte bis dahin nur festgestellt, daß mein Begleiter eine weiße Nase hatte, und daß wir alle fünf lebten. Geredet hatte ich noch kein Wort, noch nicht einmal geschimpft, und das war gut so; denn ich vernahm von allen anderen, daß alles ganz anders war. So. Und nun beginnt der Beitrag zur Psychologie der Zeugenaussagen. Der Radler sei in unserer Richtung bergabwärts gefahren, von Entgegenkommen keine Spur, dos heißt, er sei noch nicht einmal gefahren, er hätte dem Glatteis zuliebe sein Rad geschoben; bann sei er geschlittert und hätte so getan, als fiele er; er fiel ober nicht. Er wäre nur innerlich verdattert gewesen, als er die vielen Autos spürte. Das erzählten sich die vier Herren in liebenswürdigster Weise. Ich schwieg natürlich; ich war eine Frau und dadurch ohnehin, was die Phantasie anbetrifft, verdächtig. Ich wunderte mich über die Fehlleistungen meiner körperlich geistigen Augen und wunderte mich über die Höflichkeit Der beiden Kotbeflügelten; ich verschwieg mein Erstaunen und dachte Dafür heftig an Kognak. Aber auch das verschwieg ich und ließ mir ver- sichern, daß ich mich heldenhaft benommen hätte. Nun griff ich mich an mein schwer versagendes körperliches Auge. Wie sieht England die Grundlagen einer deutsch - französischen Verständigung? Macdonald und die Brüder Chamberlain lassen sich befragen. Paris, 8. Febr. (TU.) Die Wochenzeitschrift „Marianne" hat den englischen Ministerpräsidenten Macdonald, den früheren Außen- und Marineminister Austen Chamberlain und den Finanzminister Neville Chamberlain über die französisch-englischen Beziehungen befragt. Macdonald erklärte u. a., daß die Sicherheit, die auf der Macht aufgebaut sei, einem Haus gleiche, das auf Sand errichtet sei. Der Friede sei die Sicherheit. Ferner trat Macdonald energisch für die Durchführung der Verträge von Lausanne ein und sprach die Hoffnung aus, daß die euroväischen Staaten in freundschaftlicher Zusammenarbeit den großen politischen Fragen ins Auge sehen würden, die der Lösung harrten und die, falls sie mit großer Weisheit behandelt würden, Europa in einem Zustand der Unruhe belassen würden. Austen Chamberlain sagte u. a.: „Ich würde eine deutsch-französische Annäherung gern sehen. Gewiß muß auch Deutschland das Seine dazu beitragen und die Wirklichkeiten der gegenwärtigen Lage anerkennen, wenn es später irgendwelche Erleichterungen zu finden hofft. Eine großmütige Liquidierung der Vergangenheit ist das einzige Mittel, ein annehmbares europäisches Leben wiederherzustellen. Die Deutschen haben in Locarno für immer auf Elsaß-Lothringen verzichtet. Wir können nicht von ihnen verlangen, daß sie förmlich auf alle Hoffnungen, ihre O st - grenzen zu ändern, verzichten. Wir haben aber das Recht, sie zu bitten, daß sie loyal im Sinne der übernommenen Verpflichtungen handeln, d. h. niemals zum Kriege schreiten, um die von ihnen gewünschten Verbesserungen durchzusetzen und unsererseits müßten wir alles tun, was in unseren Kräften steht, um den Deutschen zu Helsen, die Vergangenheit zu vergessen und um ihnen das Leben erträglich zu machen. Man darf sie nicht in die Lage eines Spielers versetzen, der alles verloren hat, aus Verzweiflung seinen letzten Trumpf ausspielt und seine Umgebung in feinen Zusammenbruch mit» zureißen droht. Sie können nicht verlangen, daß das Leben stehen bleibt und sich um eine Formel, um einen Vertrag kristallisiert. Sie müssen die Mentalität des Siegers, die ihnen nicht zusteht, aufgeben. Man muß , so fuhr Austen Chamberlain u. a. fort, „den Geist von Locarno wiederfinden." Neville Chamberlain meinte u. a.: „Ich hoffe, daß kein Franzose die Aufrechterhaltung des Lausanner Abkommens vom vergangenen Juli in Frage stellt. Die Sicherheit und die Zukunft Europas hängen davon ab und ich bin der Ueberzeugung, Amerika wird letzten Endes anerkennen, daß die Lösung der Kriegsschuldfrage in keiner Weise die Abkommen von Lausanne stören darf." nach den örtlichen Verhältnissen 20 bis 30 Rpf. statt 15 bis 25 Rpf. für jeden Teilnehmer gezahlt werden. Die Siedlungen in Preußen 1932. Berlin, 8. Febr. (WTB.) In Preußen find im Iahre 1932 7 907 neue Siedler stellen angelegt worden auf einer Fläche von 87 451,7 Hektar. Die durchschnittliche ©teilen* größe beträgt 11,1 Hektar. Für Zwecke der Anliegersiedlung wurden in 8991 Fällen 16 760 Hektar verwendet. Die Landzulage war durchschnittlich 1,9 Hektar groß. Da für die a u ß e r p r e u h i s ch e n Länder, in denen die landwirtschaftliche Siedlung gefördert wird, mit einem Siedlungsergebnis von gut 1000 Stellen z u rechnen ist, beträgt die Gesamtzahl der im Iahre 1932 geschaffenen Siedlerstellen etwa 9000. Durch diese amtlichen Ziffern werden die von verschiedenen Seiten ausgesprochenen Vermutungen widerlegt, daß das Siedlungsergebnis des Iahres 1932 gegenüber dem Vorjahre erheblich abfalle und nur etwa 4500 bis 6000 Stellen betragen werde. Die Deutsche Siedlungsbank hat im Iahre 1932 an Siedlungsmitteln rund 82 Millionen Mark ausgezahlt gegenüber 77,5Millionen Mark im Iahre 1931. Verstaatlichung der Großbanken? Ein nationalsozialistischer Antrag im Bayerischen Landtag. München, 8. Febr. (TH.) Der Bayerische Landtag hat einen nationalsozialistischen Antrag auf Verstaatlichung der Großbanken angenommen, dagegen den sozialdemokratischen Antrag auf Heberführung der planlosen privatkapitalistischen Wirtschaft in eine planmäßige Bedarfswirtschaft abgelehnt. Der Landtag beschloß nach heftiger Debatte mit den Stimmen der Nationalsozialisten und Sozialdemokraten die Annahme folgenden Antrags: „Die Staatsregierung wird ersucht, daß baldigst eine ausreichende staatliche Beaufsichtigung der Banken herbeigeführt wird mit dem Zweck 1. der U m - und Entschuldung der öffentlichen Wirtschäft, ferner der öffentlichen Körperschaften; 2 der Herbeiführung eines den wirtschaftlichen Ver- hältnissen entsprechenden Zinssatzes; 3. der Sicherung der vom Reich den Banken gegebenen Subventione n." In der teilweise sehr stürmischen Aussprache wurde auch vielfach auf die neue Regierungsbildung im Reich Bezug genommen, wobei die Redner der Bayerischen Volkspartei bezweifelten, ob Hugenberg gewillt und in der Lage sei, den Auswüchsen des liberalen Wirtschaftssystems entgegenzuwirken. Es wurde auch darauf hingewiesen, daß der neueste Wirtschaftsplan der Rationalsozialisten im Reiche .-nur auf eine Verstaatlichung der Rotenbanken abziele, nicht aber der Großbanken. Für die Rationalsozialisten erklärte der Gauleiter, Abg. Wagner, in einer Zeit, wie der jetzigen, in der es darauf ankomme, zu verhüten, daß der Bolschewismus in Deutschland Herr werde, stelle kein verantwortungsbewußter Parteiführer Fragen, deren Beantwortung eine Doktorarbeit darstelle, an die neue Reichsregierung. Gegen den nationalsozialistischen Antrag stimmten die Bayerische Volkspartei, der Bauernbund und die Kommunisten. Das Abstimmungsergebnis wurde mit Heilrufen bei den Rationalsozialisten aufgenommen. Kleine politische Nachrichten. Das Reichskabinett beriet eingehend eine Reihe finanz- und wirtschaftspolitischer Fragen sowie Maßnahmen zur Linderung schwerer wirtschaftlicher und sozialer Schäden. Die Beratungen hierüber werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Das Reichsinnenministerium teilt mit, daß bei den kommenden Wahlen für den Rundfunk dieselben Richtlinien gelten, die bisher angewandt worden sind, wonach die Benutzung des Rundfunks fürund von Parteien ausgeschlossen ist. Dabei ist es selbstverständlich, daß im politischen Leden stehende Persönlichkeiten über staatspolitische und wissenschaftliche Fragen sprechen. * In der englischen Presse sind Behauptungen im Hrnlauf, wonach bei der Bildung der gegenwärtigen Reichsregierung Vereinbarungen dahingehend getroffen worden seien, daß der Reichspräsident Reichskanzler Hitler niemals ohne die. Begleitung des Vizekanzlers v. Papen empfangen werde und daß außerdem Vizekanzler v. Papen als Vertreter beS Reichspräsidenten eine Befon- dere Stellung innerhalb des Kabinetts einnimmt. Diese Behauptungen werden amtlich als Un< sinn bezeichnet. * Im Zusammenhang mit befh Ausscheiden des Staatssekretärs Dr. Ern st aus seinem Amt als kommissarischer Leiter des preußischen Handelsministeriums wird betont, daß Dr. Ernst selbstverständlich sein Amt als Bankenkommissar b e i b e h ä l t. * Der Studienassessor Haupt ist zur Bearbeitung studentischerFragenindas preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung berufen worden. * Der neugewählte Irische Landtag ist eröffnet worden. Die Polizei hatte außerordentliche Sicherungsmaßnahmen getroffen, um Kundgebungen zu verhindern. De Valero wurde mit 82 gegen 54 Stimmen zum Ministerpräsidenten wiedergewählt. s Das Polizeigericht in Borsad verurteilte Frau G h a n d i, die Gattin des Mahatma, wegen Nichtbefolgung der Gesetze und Nichtbezahlung der Steuern zu sechs Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 500 Rupien dzw. im Nichtbeitreibungsfalle zu weiteren sechs Wochen Gefängnis. Aus alter Welt. Unfall des Generalmusikdirektors klemperer. Bei der Gewandhausprobe in Leipzig hat Generalmusikdirektor Otto Klemperer einenHn- fall erlitten. Er lehnte sich an das Geländer des Konzertpodiums. Dos Geländer brach und Klemperer stürzte eineinhalb Meter tief. Er war zunächst bewußtlos. Man konnte dann glücklicherweise feststellen, daß er keine Gehirnerschütterung erlitten hat, sondern nur leichte Verletzungen. Das 14. Gewandhaus-Konzert, das von Klemperer dirigiert werden sollte, wird nun von Gustav Brecher geleitet. Der Herd des badischen Erdbebens. Der Herd des in fast ganz Baden bemerkten Erdbebens liegt südlich bis südöstlich von Karlsruhe in einer Entfernung von kaum 50 Kilometer und scheint in der Rähe des Murgtal- grabens zu liegen. Infolge des Bersagens der einen Komponente ist augenblicklich eine genaue Feststellung des Herdes auf Grund der makroseismischen Angaben noch nicht möglich. Die Mitteilungen des Badischen makroseismischen Dienstes werden im Verein mit den instrumentellen Ergebnissen einwandfrei. Aufschluß über die Lage des Epizentrums und die Art des Bebens geben. Mit Tranengasbomben gegen eine wahnsinnige. Eine Witwe in Stolp (Pommern) hat dieser Tage ihren 13jährigen Sohn vom Schulbesuch ferngehalten und dem Rektor der Schule einen Brief geschrieben, in dem sie erklärte, sie würde auf Befehl Gottes ihren Iungen opfern. Der Rektor verständigte die Polizei, die, als ihr nicht geöffnet wurde, gewaltsam in die Wohnung eindrang. Die Frau hatte sich aber in einem Zimmer verbarrikadiert und bewarf jeden, der sich der Tür näherte, durch eine Scheibe mit Blumentöpfen, Tintenfässern usw. Ein Polizeibeamter erhielt eine Handvoll Glassplitter ins Gesicht und wurde erheblich verletzt. Darauf schoß die Polizei mit Tränengaspatronen, was die Frau aber nicht beirrte. Erst, als mit einem Wasserschlauch vorgegangen wurde, konnte sie überwältigt werden. Wie fest- gestellt wurde, handelt es sich bei der Frau um einen Anfall religiösen Wahnsinns. Der Sohn, der wahrscheinlich vor einem schlimmen Schicksal bewahrt worden ist, wurde dem Fürsorgeamt zugeführt. , Opfer der Grippe im Wuppertal. Vom 30. Ianuar bis 4. Februar find in Groh- Wuppertal 250 Sterbefälle verzeichnet worden, eine erschreckend hohe Zahl, da die normale Sterblichkeitsziffer für diesen Zeitraum nur etwa 70 beträgt. In den meisten Fällen wurde Grippe als Todesursache festgestellt. War ich in Deutschland oder war ich nicht? Schreiben wir 1933 oder tun wir das nicht? Was sich hier zutrug, war doch mehr als englisch; es war ein gentleman agreement, wie es im eigens dafür gegründeten Genf nicht einmal zu finden ist. Es war beinahe kitschig. Deshalb habe ich lange gezögert, ob ich es überhaupt niederschreiben darf. So etwas von einem happy end war noch selten da. Die Herren schrieben gerade ihre Adressen in ihre Notizbücher, sie schrieben leserlich und ganz ohne böse Absicht. „Ich kann Ihnen jederzeit gerne bezeugen, daß Sie unschuldig sind und dem Radler auswichen; es war keine andere Möglichkeit bei diesem Glatteis", sagte der Zeuge, Herr Seerics aus Wangen, der späterhin erklärte, er schwärme für Frontantrieb. »Ich bin der einzig Schuldige, ich weiß es", sagte der Radler, ein schwarzhaariger Sechzehnjähriger, bei dem sicher sonst nichts zu holen war. »Ja, ja", sagte der Angerempelte und besah sich seinen tropfenden Kühler und die peinlich verbogene Vorderachse. „Dieses verdammte Wetter ist an allem schuld." „Sind Sie übrigens Casco versichert?" „Nein", sagte mein Begleiter mit schon wieder ganz vergnügter Nase; „nur Haftpflicht. Aber unsere beiden Versicherungen werden schon einig werden. Wenn nicht, werden mir beide einig." „Natürlich", sagte der andere, „freilich, wir roer= werden einig." Nun kam die Zeit des gegenseitigen Zigarettentausches. Wenn man mir nicht schnell noch ein paar Komplimente über mein heldisches Benehmen gesagt hätte, wäre es mir jetzt schon langweilig geworden. Unseren Schaden kannte ich nun schon. Es war kaum mehr wie beim Gegner, der ja in diesem Fall Partner war; Kühler, Vorderachse, Scheinwerfer und Kotflügel lagen im Argen; wir brauchten also nicht groß neidisch zu werden. Aus den Wagen der Neugierigen, die an unserer Unfallstelle hielten und den Schaden beredeten, stieg auch nichts Erlebenswertes mehr auf die Chaussee. Ich fror, ich dachte weiterhin an Kognak und an die Langeweile englischer Manieren und beschloß, den besten der entgegenkommenden Wagen aufzuhalten und in einer Abschleppgarage Hilfe zu holen. Das wurde wiederum als richtige Tat zur richtigen Zeit von nunmehr nur noch zwei und einem halben Herrn bejubelt. Und nun geschah es, daß ich zu einem entgegenkommenden Horch noch entgegenkommender war. Dies sei der einzige Fall, erklärte mir mein korrekter Begleiter, wo eine Frau die Grenzen Der weiblichen Zurückhaltung überschreiten dürfe. Mit diesen Segenswünschen stieg ich zu einem pelzoer- brämten ehemaligen Generaldirektor in den Fond. Ich erzählte ihm tolle Dinge von den seelischen Vorgängen in den letzten zehn Sekunden vor dem Fall! Vor der Garage sagte er mir, er habe selten eine Frau getroffen, die psychologisch so tiefgründig beobachten könne. Der Ärmel Dann fuhr ich in einem roten Lastauto neben dem Abschleppkranen zurück an die Unfallstelle und beschloß dort oben in der frischen Luft, künftighin die Eisenbahn nicht mehr so sehr zu verachten. Die zweieinhalb Herren waren sehr vergnügt. Wäre ich nicht so rasch zurückgekommen, hätten sie sich sicher schon geduzt. So erzählten sie sich gerade Autowitze. — Die allerletzte Verbrüderung sand in einem CafL in Stuttgart statt bei einem dunkelroten Glühwein. Das Schöne an dieser Geschichte ist, daß sie wahr ist. Sehen Sie, es geht auch so, wenigstens bei den Schwaben. Aber es ist doch besser, wenn eine Frau schweigt. Nachher kann sie ja darüber schreiben. — Ein Riesenrubin. Ein Rubin, der fast 20 Karat wiegt und als der schönste Stein dieser Art gilt, der seit mehr als einem Jahrzehnt gefunden wurde, ist von armen Eingeborenen in Birma ausgegraben worden. Es waren Leute, die mit Regierungserlaubnis in einer kleinen Grube arbeiteten. Die Bergwerksverfahren sind dort noch sehr primitiv. Ein Mann läßt sich in die Grube herunter und füllt einen Korb mit Erde, der dann emporgehoben wird. Rubine sind in dem Erdreich so svärlich verteilt und gewöhnlich so klein, daß die Arbeiter zum größten Teil nur dürftig ihr Leben fristen. Manchmal allerdings haben sie auch Glück, und das war in diesem Fall in reichem Maße vorhanden. Der Stein wurde nach dem Londoner Juwelenmarkt von Hatton Garden gebracht; er wurde dann geschliffen. Heute wiegt das Juwel nur noch VA Karat, zeigt aber jetzt erst seine ganze Schönheit. Die Farbe ist das berühmte „Taubenblut", eine überaus seltene Schotterung des Rubinrotes. Diese Farbe wird am höchsten bezahlt, und man schätzt den Wert des Rubins auf etwa 150 000 Mark. Wenn die beiden Leute, die ihn gefunden haben, auch nur einen Bruchteil davon erhalten, dann ist bei den einfachen Lebensbedingungen in Birma für ihre Zukunft gesorgt. Tonfilm: ,0er weiße Dämon". Das ist nicht, wie manche, vom Titel irregeführt, zuvor geglaubt hatten, ein neuer Berg- und Ski- Film; sondern ein aufregender Kriminalfilm: der „weiße Dämon" ist eine Umschreibung für verheerendes Rauschgift, Morphium und Kokain, in ein-' geweihten Kreisen auch Koks genannt Es handelt sich um den Kampf gegen eine höchst gefährliche internationale Händler- und Schmugglerbande; das spielt sich ab auf einem*Ozeandampfer, im Hamburger Hafenviertel, hinter den Kulissen einer großen Opernbühne, im V-Zug, in Paris und zuletzt in Lissabon. In Szene gesetzt von Kurt G e r r o n mit großer Aufmachung und beträchtlicher Spannung, mit den manchmal schon verwegen anmutenden Mitteln des amerikanischen Sensationsschauspiels. Die im allgemeinen straff geführte Handlung weist übrigens einige Bruchstellen auf; es mag der Phantasie und der Aufmerksamkeit des Zuschauers überlassen bleiben, sie für sich zu registrieren. Den Kampf gegen die raffiniert arbeitende Verbrecherbande führt allein (ober doch fast ganz allein) Hans Albers. Die erstaunliche Karriere dieses Mannes wird einem erst richtig klar, wenn man ihn (vor vielleicht acht Jahren) in ziemlich unbedeutenden Rollen auf kleineren Berliner Bühnen hat spielen sehen; damals ahnte kein Mensch, was mal aus ihm werden würde. Aber er hat nun mal etwas vom männlichen Jdealtyp, wie ihn unsere Zeit herausgebildet hat; und es ist eine Freude zu beobachten, wie er vom obersten Deck des Dampfers ins Wasser springt, um einen kleinen Jungen zu retten; wie er eine verdächtige Kiste aufmacht; oder wie er in einer wüsten Kneipe im Hamburger Gängeoiertel vier Kerle auf einmal in Klump boxt. Gefuhlstöne liegen ihm, wovon man sich hier vergewissern kann, weniger. Die Besetzung ist allgemein von hohem Rang. In ein paar kleinen Szenen: Lucie Höflich, noch immer eine der ersten Darstellerinnen Deutschlands. Gerda Maurus, infolge der Passivität ihrer Rolle nicht von so starker Wirkung wie früher etwa als Frau im Mond, ober in ben „Spionen" Trude von Molo, die begabte und rassige Tochter des Dichters. Eine Gruppe scharf profilierter Gestalten auf der Gegenseite — der routinierte Filmbesucher schließt leider meist schon aus der Besetzung richtig auf die Verteilung der Kräfte in Spiel und Gegenspiel —: Peter Lor re, ein unheimlich sicher erfaßter Typ; Raoul Aslan; Hubert v. Meyerinck und Alfred Abel, dem man leider lange nicht mehr begegnet ist. — Der interessante und sehenswerte Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. —r— Aus der Provinzialhauptstadt. vieGrippe beeinträchtigt den Postdienst Dom Postamt (Sieben wird unS mitgeteilt. Der dem Postamt sind zur Zeit mehr als 60 Beamte k ra nk — meistens an Grippe — und dienstunfähig, darunter 19 in der Briefzustellung ; auch sind zahlreiche Beamte im Dienst, aber von Grippe betroffen. Die Einstellung zahlreicher Aushilfen für die Erkrankten macht es leider unvermeidlich, daß der Dienst sich nicht voll ordnungsmäßig abwickelt, obwohl jeder nach Kräften wirkt. Jahresversammlung des DOA., Ortsgruppe Gießen. Der VDA. Gießen hielt dieser Tage im Hotel „Hindenburg" seine Jahresversammlung ab. Im Anschluß an einen Lichtbildervortrag über „Ääsnten“, der als Wcrbe- vortrag für die Teilnahme an der diesjährigen Pfingstfahrt und Hauptversammlung des VDA. nach Klagenfurt gedacht war, und einen Bericht über „Öen freiwilligen Arbeitsdienst als Volk» liche Selbsthilfe bei den Außendeutschen" begrüßte — wie man uns berichtet — der l.Bor- sihende des Gießener BDA., Llniversitätspro- fessor Dr. Mayer, bi£ Erschienenen und eröffnete die Jahresversammlung. Es wurden hierauf die Tätigkeits- und Kassenberichte der verschiedenen Gruppen (Männerortsgruppe, Frauengruppe, Schulgruppen, Iugendgruppe, Akademische Ortsgruppe» verlesen. Danach bestand die Tätigkeit im abgelaufenen Jahr einerseits in einer Aufklärung der Öffentlichkeit durch Borträge über die Ziele des BDA. und die Bedeutung des Auslandsdeutschtums und Volksdeutscher Arbeit. An solchen Borträgen wurden in den verschiedenen Gruppen gehalten: „Deutsche Arbeit in Kolumbien" (Studienrat Dr. Glöckner, Gießen), „Kirche und Bolkstum im Nationalitätenkampf" (Dr. Clemens Scherer, Berlin), „Die Lage in Oesterreich und an der unteren Donau" (Pfarrer Harth, St. Andrä), „Städte des deutschen Ostens" (Dr. Reusch, Gießen). In den verschiedenen Gruppen wurden von Teilnehmern der Pfingstfahrt Lichtbildervorträge gehalten über „Die Pfingstfahrt nach Elbing" und von einer Reise in den deutschen Osten gelegentlich dieser Fahrt, wobei aus eigenem Erleben heraus berichtet werden konnte. Ferner beschäftigten sich die Schulgruppen in interner Arbeit und an Hand von Lichtbildern mit den Deutschen im Elsaß, in der Rordrnark, in Böhmen, Südtirol usw. Dr. Götz, Darmstadt, hielt bei einem von der Pestalozzischule und Goetheschule gemeinsam veranstalteten Elternabend einen Bortrag über die Detreuungsgebiete des LB. Hessen, „Die Bukowina und Dobrudscha". Reben dieser geistigen Werbung für den Volksdeutschen Gedanken lief die materielle Werbeaktion nebenher, vor allem in Form der Werbewocbe, die vom 23. bis 29. Mai stattfand. Als Einleitung zu der Werbewoche wurde im hiesigen S^adttheatcr als geschlossene Borführung des BDA. das Stück „Dolk in Rot" von Karl Schönherr aufgeführt. Die Werbewoche bestand wieder, wie in den früheren Jahren, in einer Haussammlung und einer St' 'ßensammlung, die trotz der Rot der Zeit einen schönen Erfolg — sogar besser als in früheren Jahren — brachten, besonders in Oberhessen. Es darf als ein Zeichen dafür hingenommen werden. dah gerade infolge der durch die nationale Bewegung hervorgerufenen Weckung und Stärkung des nationalen Gedankens in der oberhessischen Bevölkerung auch der Volksdeutsche Gedanke in Oberhessen tiefere Wurzeln geschlagen hat. Im Zeichen der Werbung für den BDA. stand auch ein „Bunter BDA.-Abend" der Frauengruppe. Schüler der verschiedenen Gruppen beteiligten sich an der Psingstfahrt nach Elbing, am Sängerfest in Franksurt a. M. und an einer Schulungswoche des BDA. in DenSheim. Die Schiller lesen die vom BDA. herausgegebenen Blätter „Jung Roland", „Rvlandblätter" und „Bolk und Heimat". Bon verschiedenen Gruppen wurden auch persönliche Beziehungen zu außendeutschen Gruppen und deutschen Schulen im Ausland geknüpft. So darf der BDA. Gießen auf ein arbeitsreiches Jahr zurückschauen. Der 1. Vorsitzende gab dem Ausdruck, indem er all denen, die in selbstloser Arbeit sich der Sache gewidmet haben, seinen Dank aussprach. Das neue Jahr steht im Zeichen derPfingst » fahrt nach Klagenfurt und dem herrlichen Kärntner Alpenland. Bei der außerordentlich verbilligten Fahrt hofft auch der Gießener BDA., daß sich eine Erwachsenengruppe zusammenfindet, um diese Fahrt mitzumachen. Vornotizen. — 'Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, als 18. Dorstellung im Freitag-Abonnement zum erstenmal die Komödie „Bargeld lacht" von Eber- wayer und Cammerlohr: Spielleitung: Peter F a s s o 11. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.15 Ufjr. — Für Sonntag, 12. Februar, ist 15 Uhr (Ende nach 18 Llhr) und 19 Llhr (Ende nach 22 Llhr) eine Wiederholung der Operetten-Revue „Im Weißen Rößl" angesetzt. Cßcibe Borstellungen sind außer Abonnement und zu ermäßigten Operettenpreisen. 2n beiden Borstellungen haben Dorzugsgutscheine Gültigkeit, nachmittags auch Schülerkarten. Die Kasse macht nochmals darauf aufmerksam, daß zur Vermeidung finanzieller Derluste für das Theater f ü r Sonntag („Weißes Röhl") vorbestellte Karten, sowohl von hiesigen als auch von den auswärtigen Theaterbesuchern, bis Samstag 13 LI h r abgeholt sein müssen, da sonst anderweitig darüber verfügt werden, muß. — Die Jugendverbände zugunsten des Rotwerkes der deutschen Jugend veranstalten am Montag, 13. Februar, 20 Llhr im Stadttheater einen Sing- und Spiel-Abend. — Die Komödie für Musik, „Der Rosenkavalier" von Hugo von Hof- mannstal-Richard Strauß, kommt am Dienstag, 14. Februar, als einmaliges Gastspiel des Opernensembles des Hessischen Landestheaters Darmstadt zur Ausführung. Das Gastspiel findet zu Opernpreisen statt als 19. Dorstellung im Dienstag-Abonnement. Dorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. * * Fristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärungen. Die Frist für die allgemeine Abgabe der Steuererklärungen für die Veranlagung zur Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer wird über den 28. Februar 1933 hinaus bis zum 5. März 1933 verlängert. Werk und GaS- und Wasserwerk, bedeutend ver- bessern wird. 7. Der Stadtverwaltung wird der Dorschlag unterbreitet, künftige Arbeitsbeschaf- fungspläne nicht lediglich in den Amtsstuben ausarbeiten zu lassen, sondern auch aus den Handwerkerversammlungen heraus geeignete Dorschläge für eine möglichst auf alle Gewerbezweige verteilte Erschließung neuer Arbeitsmöglichkeiten entgegenzunehmen Q3on der Anwendung der vorstehenden Richtlinien seitens der Behörden verspricht sich das Baugewerbe aller Branchen eine merkliche Erleichterung feiner bedrängten Lage. Zu diesen Forderungen werden nunmehr, wie wir gestern berichteten, die beteiligten städtischen Aemter und der Bauausschuh des Stadtrats Stellung nehmen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Problem Nr. 337. Don Dr. Zepler, Berlin. Weiß 3 Steine: Ka2; De5; Tb7. Schwarz 4 Steine: Kfl; Thl; Bf2, h3. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Problem Nr. 338. Don M. Barulin, Moskau. Weih 9 Steine: Kf8; Dd2; Ta6, el; Lai, g8; Sd6, f4; Bg4. Schwarz 11 Steine: Ke5; Ta5, e4; Lc5, hZ; Sb2; BaZ, b4, c4, f2, f6. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Partie Nr. 243. Damenindisch. Im internationalen Meisterturnier zu Bad Sliae am 25. Juni 1932 gespielt. Weiß: Pire. Schwarz: Opvcensk.). I.d2-d4, Sg8-f6. 2. Sgl-f3, g7-g6 3.g2-g3, Lf8 - gl. 4.Lfl-g2,d7 - d6.5.c2 - c4,Sb8 - d7.6 Sbl - c3, 0-0. 7.0-0, Tf8—e8. 8.b2-b3, e7-e5. Q.Lcl- b2, c7-c6.10.e2-e4, Dd8-c7.11. Ddl -d2, a7-a5. 12. Sfl—el Sd7-b6. 13. Tal—dl, Lc8-g4. 14. d4x e5 (Weih hat ausgezeichnet manöveriert. indem er nun zur Besetzung des Punktes db gelangt.) 14. .. ., d6xe5.15.Lb2-a3, Ta8-d8. 16.La3-d6l, Dc7-c8. 17.Dd2-e3, Sb6-d7. 18.h2-h3, Lg4xf3.19.Lg2x f3, Lg7-f8. 20. g3-g4, LfSxdb. 21.Tdlxd6, Dc8- c7. 22. Tel -dl, Sd7—b8?? (Ein grobes Versehen, nach dem es aus ist, nach Te6 konnte Schwarz die für ihn schwachstehende Partie noch eine Zeitlang hin- schleppen.) 23. Td6xf6, TdSxdl. 24.Lf3xdl, Dc7— e7 (Schwarz sollte bester aufgeben) 25. Tf6-f3. Sb8- d7.26 Sc3 - a4, le8 - d8,27.Ld 1 - e2,Sd7-f8.28.De3 - c5, De7-g5.29. Dc5-e3, Dg5-h4 30.Sa4-c5, b7- b6.31 .Sc5 - d3,Sf8 - e6.32 Sd3xe5, Se6 - g5.33.TF3 - g3 (Schwarz gab die aussichtslose Stellung auf.) Losung des Problems Rr. 335. Don Dr. Sieg. 1. e5xd6!, Ke4-f5. 2. Se6-g5, beliebig. 3. e4—e5 ober Del — c5 matt. 1. . . ., g6 - g5. 2. Se6-c5-j- nebst 3. e3 —e4 ober Del -c2 matt. 1.....De2-el. 2. Del-c2+ nebst 3. Lg7-d4 ober Seb -14 matt. Lösung des Problems Ur. 336. Don T. Taverner. 1. Sf4—h5! usw. Aus der Lchachwelt. Arn Turnier um die Meisterschaft der Stadt Franksurt a. W. für 1933 beteiligten sich folgende Spieler: Dr. Becker. Beniner. Bernardi. Bochner, Dr. Davidson. Hofmanii, Prof. Mannheimer, OH enger, Präger, Rohs. Dr. Sauer. Spinat. Stadecker, Steul. Dr. Thomae. sowie Schachmeister W. Orbach außer Konkurrenz. Todesfälle. Die Schachwrlt hatte Ende vorigen Jahres eine Reihe schwerer Derluste zu beklagen. In Riga starb H Mathison, der Dorkämpfer Lettlands. 3n Erfurt Stadtrat a. D. Altmeister F. Riemann, ein Schüler Anderssens. In Holland Altmeister C. Lohmann. 3n Berlin B. Kagan. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RebakttonStisch. Die Strunze. In einem englischen Wörterbuch fand ich zufällig bas Wort „The Strapper", das mit „Die Strunze" Übersetzt war. Neugierig wie ich bin, wollte ich natürlich wissen, was Strunze ist. Ich sah deshalb im deutschen Teil nach, wo es hieß: Die Strunze — the Shut. Es ging dann weiter: Im englifdjen Teil: the Shut — die Schlumpe. Im deutschen Teil: Die Schlumpe — the hussy. Im englischen Teil: the hussy — das Weibsstück. Preisfrage: Was bedeutet „Die Strunze"? 3m Dienst. .Hören Sie mal, Herr Schaffner. Ihr Autobus schleudert aber verheerend! Um ein Haar wäre ich herausgefallen!" „Hatten Sie denn überhaupt schon bezahlt?'." (Lust. Bl.) wandel der Zeil. Im Hafen von Malta begibt sich ein Midshipman, ein Bürschchen von vier Fuß acht Zoll, an Bord des Schiffes, in dessen Mannschaft er eingereiht werden soll. Eben hat er sich beim Kapitän vorschriftsmäßig gemeldet, als ihn ein Offizier, der, sechs Fuß zwei Zoll groß, buchstäblich auf ihn herabfieht, anfprichl: „Na, kleiner, jetzt gehörst du zu uns, he?" „Zu Befehl, Sir!" erwidert der Seekadett. „Wie fteht's denn? Ist wohl die alte faule Geschichte .. der Taugenichts der Familie zur See 'geschickt, wie?" „Nein, Sir", meint treuherzig der Kleine, „durchaus nicht, die Dinge haben sich s e i t I h r e r Zeit sehr geändert." (ßuft Bl). Buntes Allerlei. Baugewerbe und Gta-tverwaltung Die Wünsche des Gießener Bauhand- Werks an die Stadtverwaltung, die in der am Montag von uns erwähnten Versammlung von Gewerbe und Handwerk und bei dem Besuche einer Kommission beim Oberbürgermeister Dr. Keller am Dienstag — wie gestern schon kurz berichtet — im Mittelpunkt der Aussprache standen, sind folgende: 1. Ls wird vorgeschlagen, künftig die Bestimmungen der Reichsoerdingungsordnung bet Ar- beitsoergebungen nur noch ohne Zusätze und Abschwächungen zugrunde zu legen, da die Reichsvcrdingungvordnung für alle erdenklichen Vorkommnisse genügend ausgestattet ist. Die bei städtischen Ausschreibungen bisher meist angewandten besonderen Bedingungen haben die dem Handwerk in der Reichsverdingungsordnung cingeräumten Rechte außer Kraft gesetzt und sind dadurch für die Handwerker zu einer Gefahr geworden. 2. Die Arbeitsvergebung an den Wenigst- fordernden bringt unter den heutigen Der- hältnissen besonders schwere Auswüchse. Das Bestreben, der Billigste zu fein, verleitet heute die meisten Anbieter, statt eines angemessenen Gewinnes noch nicht einmal d i e Unkosten voll in Ansatz zu bringen; hierbei ist vielfach die Lieberlegung vorhanden, daß teilweise gedeckte Linkosten erträglicher seien, als völlig ungedeckte. Wer mit seinen Preisen keine Zuschläge für Sozialleistungen, für Gewerbe- und Lirnsahsteuer, für Versicherung usw. veranschlagt, muh diese Geschäftskosten eines Tages schuldig bleiben. Das Linterbieten bringt aber auch das Preisniveau auf einen unvertretbaren Stand herab und zerstört gleichzeitig alle Geschäfts- und Steuermoral. An der Verhütung dieser Mißstände muh die Stadt starkes Interesse haben. Diese Liebelstände können nur beseitigt werden, wenn in die Kalkulation feste Faktoren eingebaut werden, die die Möglichkeit des Derzichts auf anteilige Berechnung eigener Angaben weitgehend st ausschliehen. Dies kann erreicht werden durch die Anforderung emer Kalkulation von den Wenigstnehmenden, evtl, auch von weiteren Submittenten, und Prüfung der Angebote nach: a) Berechnung des berufsüblichen Lohnes, b) Aufrechnung des für die Handwerkergruppe festliegenden Untoffen- sahes, der zu diesem Zwecke für alle Gewerbe- Zweige gemeinsam mit einer amtlichen Stelle neu ermittelt und offiziell festgesetzt werden muß, <) die richtige Einsetzung der in Betracht kommenden TUaterialmengen und deren Preise, d) die richtige Einsetzung der Arbeitszeit (auf Verlangen der beteiligten Bieter soll eine Hinzuziehung von besonderen Sachverständigen gemäß 8 241 der RVO. erfolgen. 3- Die Vergebung städtischer Arbeiten an G e - neralunternehmer soll ausgeschaltet sein. 4. Zur Bekämpfung der Schwarzarbeit wird die Bestrafung der Schwarzarbeiter und der Auftraggeber gefordert. Die Polizeiorgane sind mit der Lleberwa« chung zu beauftragen, wie dies in anderen Städten und Kreisen schon angeordnet ist. 5. Die Ausführung von Arbeiten in eigener Regie seitens der Stadtverwaltungbzw. der stadteigenen Betriebe wirkt sich wie die Lin» terbindung von Verdienstmöglichkeiten eines Schuldners seitens seines eigenen Gläubigers aus. 3hre konsequente Ausschaltung sollte allen in Betracht kommenden Stellen zur Pflicht gemacht werden. Es kommt hierbei darauf an, dah nicht immer wieder durch die Aufstellung günstiger Vorberechnungen Schlußfolgerungen hinsichtlich der zu erzielenden Ersparnisse gezogen werden, die bei anderer Betrachtung von entgegengesetzt interessierter Seite meist als nicht ausreichend bewiesen werden könnten. 6. Die Erregung der Gewerbetreibenden bei A r b e i t s v e r g e b u n g e n an auswärtige Betriebe muh unter dem Gesichtspunkt gewürdigt werden, dah nach einigen Wochen optimistischer Grundstimmung, die zur Hoffnung auf baldige Geschäftsbelebung berechtigte, nunmehr wieder völlige Stagnation eingetreten ist. Bei dieser Sachlage muh es die Angehörigen des Gic- hener Baugewerbes erbittern, wenn die wenigen Arbeiten, die die Stadt selbst vergibt, und auf die man in den Gewerbekreisen rechnet, nach auswärts vergeben werden. Der weitaus größte Teil der hauptsächlich in privaten Bauten vorzunehmenden Arbeiten wird heute von auswärtigen Handwerkern ausgeführt. Diese sind den einheimischen Gewerbetreibenden gegenüber dadurch im Vorteil, daß sie ihre Arbeitskräfte weit geringer entlohnen, als es den Gießener Betrieben möglich ist, und dah sie für die steuerlichen und sozialen Abgaben bei weitem nicht gleichmäßig gefaßt werden können. Angebote, die bei solchen Voraussetzungen billiger sein könnten, sind nach der Entscheidung verschiedener Gerichte als unlauterer Wettbewerb zu bewerten. Zum Schuhe der ortsansässigen Betriebe gegen die Liebergriffe unlauterer Faktoren wird der Stadtverwaltung in Vorschlag gebracht: a) alle Arbeiten und Lieferungen für städtische Aufträge grundsätzlich nur an Gießener Handels- und Gewerbetreibende, die ihr Gewerbe am Platze ausüben, zu vergeben; b) von den auswärtigen, hier arbeitenden Geschäften, deren Erfassung durch die Baupolizei möglich ist, eine dem Objekt entsprechende Gebühr zur Entlastung des Wohlfahrtsamtes zu erheben. Auch aus rein kaufmännischen Betrachtungen muß jede Llnterstühung einheimischer Betriebe gefördert werden, da sie sich durch die Auswirkung auf die übrige Geschäftswelt steuerlich günstig bemerkbar machen und die Llm- sätze der stadteigenen Betriebe, wie Elektrizitäts- Gespensterhaus 1933. Letzthin traf ein bekannter Berliner Konfektionär, der in der Umgebung ein schönes Sommerhaus besitzt, auf der Straße einen Freund, der ihn mitten in der Unterhaltung plötzlich fragte, warum er dieses Haus denn verkauft hätte. Auf fein erstauntes Fragen erklärte der Freund, er wäre in der vorigen Woche Dorbeigetommen, und hätte es vollkommen leerstehen sehen, ohne Gardinen, und soweit er erkennen konnte, auch ohne Möbel. Dem Mann aus der Konfektion kam das spanisch vor. Er fuhr eiligst hinaus und stellte fest, daß das Haus wirklich leer stand. Einrichtung, Teppiche, Lampen, kurz alles war verschwunden. Das Haus bestand nur noch aus den Wänden, Türen, Treppen und Fenstern, so wie es der Architekt gebaut hatte. Das übrige war von einer schnell und gründlich arbeitenden „Kolonne" eines Nachts zur besseren Verwendung mitgenommen worden. Anscheinend waren sie der Meinung, daß es unpraktisch sei, die Sachen den ganzen Winter über unbenutzt stehen zu lassen. Der Geist im Zunggesettenquariier. Der Geist, von dem hier die Rede sein soll, hieß bei Lebzeiten Marie. Der Familienname tut ja nichts zur Sache. Marie war, bevor sie zu dem Entschluß kam, durch Selbstmord sich in einen Geist zu verwandeln, ein Mädchen, jung, vielleicht auch hübsch und mit einem liebebedürftigen Herzen. Für das liebebedürftige Herz fand sich bald auch einer, der bereit war, es auszufüllen. „Jedoch, wie man im Film singt — „einmal sagt man sich adieu, wenn man sich auch noch so liebt. Lind Marie stand eines Tages wieder da, jung, hübsch, mit liebebedürstigem Herzen. 3hr Liebhaber hatte sich in die Arme einer anderen geflüchtet, wie es im Leben so geht. Marie packte die Verzweiflung. Sie schrieb dem Ungetreuen herzzerreißende Briefe, aber vergebens. Marie konnte und konnte es nicht verwinden, denn der flüchtige Liebhaber war nebenbei ein Mann in guter Position, ein begehrenswertes Eheobjekt. Als alle Briese, die sie schrieb, unbeantwortet blieben, griff sie zu einem letzten Verzweiflungsmittel. Der Don 3uan erhielt eines Tages einen schwarz umränderten Trauerbrief, in dem ihm mitgeteilt wurde, dah Marie sich aus Verzweiflung mit Gas vergiftet habe. Die trauernden Hinterbliebenen erlaubten sich weiter, mitzuteilen, daß die Beerdigung dann und dann ftattfinöc. Ein paar Tage darauf saß dieser herzlose Mensch gemütlich beim Abendbrot. Auf einmal klopft es. Die Tür geht auf. Wer steht im Rahmen der Tür? Marie! Marie, wie sie leibt und lebt. Dem Liebhaber blieb vor Schreck der Bissen in der Kehle stecken, denn Geistererscheinungen beim Abendbrot sind nun einmal etwas durchaus Lin- gemütliches und nicht geeignet, den Appetit zu fördern. Marie ließ ihm auch keine Zeit, seine Kehle vor der drohenden Kollision mit dem steckengebliebenen Bissen zu bewahren, denn sie wetterte gleich los: „Was bist du für ein herzloser Mensch, nicht einmal zu meiner Beerdigung bist du gekommen!" Lind er stammelte, so gut er es vermochte: „Ja, bist du denn nicht tot?“ — „Das könnte dir so passen!" Lind zum Beweis ihres I leibhaftigen Daseins holte sie mit dem zarten Händchen weit aus. und rechts und links knallten I die Ohrfeigen. Dann schlug sie auf dem Tisch alles kurz und klein, der zu Hilfe herbeieilenden Wirtin flogen Butter» und Zuckerdose an den Kops. Geister können sich solchen Höllenspuk ja auch erlauben, aber noch lebende Menschen müssen sich in allen solchen Fällen später vor dem Strafrichter verantworten. Marie machte keine Ausnahme. Sie erklärte vor Gericht, sie habe erst nach ihrem Tode eingesehen, welch einem Schuft sie ihr Herz geschenkt hatte, und sei nun heute davon überzeugt, daß cs sich nicht verlohne, wegen eines solchen Kerls sich das Leben zu nehmen, denn dieser Mensch sei nicht einmal zu ihrer Beerdigung gekommen, er habe cs auch nicht für nötig gefunden, ihr einen Kranz zu schicken. Sic nahm die Geldstrafe von hundert Mark in Raten ergeben hin. Oer gebändigte Räuberhauptmann. Spada, der Führer aller korsischer Banditen, machte den französischen Behörden seinerzeit viel zu schaffen. Kaum eine Woche verging, in der nicht einige Reisende von ihm und seinen Anhängern ausgeplündert wurden. Der Führer des durch Generationen vererbten Banditentums war zu einer wahren Landplage geworden: außerdem blieben alle Rachforschungen ergebnislos. Niemand verriet ihn, und nach jeder Razzia kamen dafür ein paar neue Raubüberfälle auf sein Konto. So blieb nichts anderes übrig, als vom Mutterlande ein paar hundert Polizeibeamte, eine kleine Armee, herüberkommen zu lassen, um mit ihr gemeinsam den Eindruck der Llnfähig» feit zu beseitigen. Vergebens, Spada und seine Leute waren immer da, wo die Beamten ihn nicht vermuteten. Man ging mit Maschinengewehren vor, holte Tanks und Tränengasbomben und veranstaltete einen kleinen Kriegszustand. Der Preis auf Spadas Kopf wurde von 5000 Franken auf 10 000 heraufgeseht. Niemand wollte sie verdienen. Der ganze Kleinkrieg kostete schon erheblich mehr als der Preis auf Spadas Kops, da hörten die Lleberfällc eines Tages plötzlich auf, und Spada war verschwunden. Man vermutete, ihn doch vielleicht versehentlich erschossen zu haben; die korsische Polizei war über die wiedererlangte Autorität sroh, die übrigen Beamten kehrten mit Ruhm bedeckt nach Frankreich zurück, und alle Welt atmete ersichtlich auf. Spada blieb verschwunden, und da alle Häfen sorgfältig überwacht wurden, konnte er nicht entkommen fein. Vermutlich war er tot. Mit Nichten: Spada saß in Paris und lachte über die Zei tungsmeldungen. Er war doch entkommen. Lind zwar mit Hilfe einer in ihm verliebten Engländerin, die ihn in Frauenkleidcr steckte und ihn als ihre „Zofe" einige Zeit in ihrer korsischen Wohnung unterbrachte, ehe sie in einem Motorboot zum Festland entkommen konnten. Spada fuhr als Zofe der verliebten Miß mit ihr nach Paris und weiter nach London auf ihren abgelegenen Landsitz, wo die beiden nunmehr ungestört leben können und Spada, der wieder Männerkleidung trägt, sich aus dem angebeteten Helden der Korsen zu einem frich» liebenden Bürger entwickelt hat. Die Korsen behaupten zwar, aus dem Helden sei ein Pantosiel- held geworden. Aber das ist doch wohl übertrieben. I ) 6 *, N ch s rr ie rs :ll ar >rt n» us u- tin .ir. :de an len Dec )cs rig «em den eu* zur luß hie- ger Die end- den. Urne. 200 wirb, chsen )aus jrgs- Li ) fin- ätzen, Ar- ichen, sorge sinken junge " sich chsten i) er- licsige buid) 9 mit : weit «inaus werke. riete um “ er» 5, be» 1 Der- 1 zum ort seit chntal» -s Ge- „ Säer, der angee» jhb da» •!te für at hier leider . Zwei Man» lebenS» stor- i u f e n Huf- i dessen «d toei» c Wct- rd nach Durch rrdings e über giebige «blichen en ab» i Druck eiligem ,en sich später» Nieder» tig und trocken. Vielfach ag und n mild, ,8 Grab norgens ünimum 10 cm 9. März: 0,0 mm. S.Upor/ 9188 Wettkämpfe an einem Tage. Organisatorisches vom Deutschen Turnfest 1933. Sämtliche turnerischen Mehrkämpfe, 9188 an der Zahl, werden beim 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart an einem Tage abgewickelt, d. h. sie werden von 9188 Turnern und Turnerinnen geturnt, sie werden gewertet und das Ergebnis am gleichen Tage bekanntgegeben. Was das für eine organisatorische Leistung bedeutet, kann man ermessen, wenn man hört, daß bei den Olympischen Spielen in Los Angeles etwas mehr als 3000 Wettkämpfe innerhalb von zwei Wochen abgewickelt worden sind. Das Geheimnis dieser bisher unerreichten Leistung liegt in der Hauptsache in den mustergültigen Anlagen des Wettkampfplatzes in Stuttgart. Eine Zeltstadt allein für Wettkampfzwecke wird sich auf dem Rasen erheben: 14 Gerätezelte für Männer, 6 für Frauen, Umkleide-, Derpflegungs- und Sanitätszelte in einer Gesamtlänge von 1500 Meter. An Geräten werden doppelt soviel gebraucht wie beim Deutschen Turnfest in ftöln. Geradezu verschwenderisch smd die Anlagen für die verschiedenen Lauf-, Wurf- und Sprungbahnen. Rund 200 Bahnen werden benötigt. 12 Laufbahnen zu 75 Meter für den Vier- und Siebenkampf, 6 Weitsprung-, 12 Hochsprung- und 6 Kugelstoßbahnen für den Vierkamz'f und 8 Dahnen für den Vollballwurf der Frauen. Für den Zwölfkampf der Männer stehen neun 100-Meter- bgw. fünf 75-Meter-Laufbahnen, für Schleuderballwurf 12 Bahnen und für Weit- splung 12 Bahnen zur Verfügung. Für den Fünfkampf der Männer gibt es zwölf 100-Meter- bzw. fünf 75-Meter-Laufbahnen, 40 Hochsprung-, 20 Weitsprung-, 20 Kugelstoß- und 20 Schleuderballwurf- Bahnen. 1646 Kampfrichter werden die Kämpfe werten. Internaüonale FIS.-Rennen. Prager (Schweiz) siegt im Kombinations-Abfahrtslauf. Der dritte Tag der internationalen FIS-CRenncn in Innsbruck brachte den Kombinations-Abfahrtslauf. Die Schneeverhältnisse waren auch diesmal wieder nicht die besten, jedoch hatten etwa 10 Zentimeter Neuschnee besonders für die vorne gestarteten Läufer etwas bessere Bedingungen geschaffen. Sieger des 2lbfahrtslaufes wurde der Schweizer Meister Walter Prager in der guten Zeit von 5:07 Minuten. Zweiter wurde David Zogg-Schweiz in 5:08,2 vor Haus Hauser- Oesterreich in 5:09. Bester Deutscher war Friedl Dä uber, der mit 5:32 Minuten den 10. Platz belegte. Bei den Damen siegte Inge Lantscher- Wersin ganz überlegen in 6:49,4 vor CRim Zogg - Schweiz in 7:10. Bon den deutschen Damen wurde Lotte Bader in 8:32,6 Neunte und Hilde Sturm in 8:34,4 Elfte. Süddeutschland - Südostfrankreich. Der süddeutsche Verbands-Spielausschuß hat die Mannschaft für das am kommenden Sonntag i n Marseille stattfindende Nepräsentativspiel Süddeutschland - Südostfrankreich wie folgt aufgestellt: Jakob (Negensburg); Huver (KFV.), Bicnert (VfB. Karlsruhe); Graf (Union Bückingen, Hergert (FK. Pirmasens), Oehm (1. FC. Nürnberg); Langenbcin (BfN. Mannheim), Müller tWormatia Worms), Strauß (Stuttgarter Kickers), Nühr (Schweinfurt), Fath (Wormatia Worms). Ersah: Dispert (Worms) und Dürr (Feuerbach). Kurze Sportnotizen. Rausch/Pijnenburg sicherten sich im Laufe der Nacht zum Mittwoch im Frankfurter Sechstagerennen einen Vorsprung von zwei Runden vor dem übrigen Felde, die sie auch am Mittwochnachmittag erfolgreich behaupteten. Mit zwei Runden Rückstand folgen: Vopel / Korsmeier, Kilian / Pützseld, Schön / Tietz, Pieger / Ehmer, Dinale / Wals und Lehmann / Maczinsky. Die deutschen Motorradmeisterschaf- t e n sind in ihrem Programm um die Meisterschaften auf Sandbahnen erweitert, worden. * , Abgesagt wurden die für den kommenden Sonntaa auf dem Titisee vorgesehenen Eis-Rennen wegen Der schlechten Eisverhältnisse. Die Rennen sollen am 26. Februar nachgeholt werden. * E i n internationales Schwimmfest, dessen Ausschreibung 15 Konkurrenzen, darunter alle erstklassigen Disziplinen, enthält, veranstaltet der Erste Frankfurter Schwimmklub am 12. März. * Einen Olympia-Orden hat Italien geschaffen, der durch den italienischen Kronprinzen den Olympiasiegern von Los Angeles ausgehändigt wurde und auch künftig allen italienischen Olympiasiegern verliehen wird. Mehr Freude am Sport. Betrachtungen für 1936. In Deutschland fühlt man sich bereits inmitten der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Berlin. Vorerst sind zwar nur technische und organisatorische Fragen zu lösen, aber nur allzubald müssen auch die eigentlichen Vorbereitungen der deutschen Sportler beginnen, auf denen Deutschlands Hoffnungen ruhen. Ze früher diese Arbeit beginnt, um so besser wird es sein. Aber auch bei den bevorstehenden und bald einsetzenden Olympia-Prüfungen wird man nicht vergessen dürfen, daß Leibesübungen nicht Selbstzweck sind, sondern dazu dienen sollen, Körper und Geist zu erholen, zu stählen. Die Olympiavorbereitungen dürfen daher nicht den Charakter starrer Zwangsmaßnahmen annehmen, denn sonst vergällt man den jungen Sportlern, dem Nachwuchs sehr rasch die Freude an Sport und Spiel; die Erfolge würden dann sicherlich auch unter den im Jahre 1936 für uns günstigeren Bedingungen der verschiedensten Art ausbleiben. Kaum war das olympische Feuer in Los Angeles erloschen, und schon wurden in Deutschland 'bie Stimmen laut, die Technik und den Stil unserer deutschen Sportler, sowie das System ihrer Heranbildung in Grund und Boden verdammten, gleichzeitig dazu aufforderten, neue Wege zu beschreiten. Aber man möchte doch die warnende Stimme erheben und jenen sagen: „Nur keine Experimente!" In Deutschland wurde der Sport schon zur Genüge wissenschaftlich untersucht, daß man glauben könnte, die Grenzen seien erreicht. Besser ist es schon, man versucht Sport und Spiel zu dem zu machen, was sie sein sollen. Noch ist man mit viel zu viel bitterem Ernst und ebenso viel grauer Theorie belastet. Dos Ausland sei uns Vorbild. Man braucht nicht lange zu suchen. Man betrachte nur einmal die freudestrahlenden Gesichter englischer Jungens nach einem wichtigen Fußball- oder Rugby-Spiel! Da gibt es weder Sieger noch Besiegte, alle strahlen über den eben beendeten rassigen Kampf, der für alle ein Erlebnis war. Deutsche Jungens sehen vielleicht (und das durchaus nicht immer) ebenso unbekümmert aus, aber wenn sie erst den Sportdreß am Leibe haben, dann werden aus ihnen mit einem Schlage ernste Männer, mit Soraenfalten auf den Stirnen, so, als ob sie den intzaltscywersten Entscheidungen entgegengingen. Hier wird der Hebel an- zusetzen fein. Mit dem Ueberernft und der Ueber- verantwortung gilt es aufzuräumen, wenn den Jungens und den Mädchen die Leibesübungen wieder zu einer ungetrübten Freude werden soll. Ein freundliches Wort und ein ermunterndes Lächeln für den Anfänger, maßvolle und sachliche Kritik an den Leistungen der schon Fortgeschrittenen tun dagegen mitunter Wunder. Kein Kommandoton auf dem Sportplatz, sondern verständnisvolle Leitung, statt öder Fachsimpeleien herrsche fröhliches Treiben! Auch die Führer follten auf diesem Wege mit gutem Beispiele vorangehen. Kein Präsident und kein Schatzmeister macht sich lächerlich, wenn er einmal selbst wieder — und sei er noch so rundlich und wohlbeleibt — die Rennschuhe oder die Fußballstiefel anzieht und mittut. Leider schweben sie häufig allzu sehr über den Dingen und dem Treiben der jüngeren Mitglieder. Sie kommen mit der breiten Masse kaum noch in Berührung und treten nur offiziell und bei besonderen Anlässen in das Licht der Öffentlichkeit, und weit schlimmer ist es noch, wenn dazu noch durch aufgeblähte Bürokratie jeder lebendige Geist erstickt wird. Weniger Worte und Beschlüsse, dafür aber mehr Taten und mehr Verständnis für den gesunden Betätigungsdrang der Jugend. Wir brauchen nicht das amerikanische „Keep smiling" um jeden Preis. Was wir brauchen, ist die Befreiung von starren Formen und eine lieber» schätzung der Theorie. Führer und Geführte sollten sich im Sport nicht wichtiger nehmen, als sie in Wirklichkeit sind. Dann wird die naturgegebene Freude an der Leibesübung wieder zu Ehren kommen und nicht durch die schlotternde Angst um die Niederlage unterdrückt werden. Dann wird auch der Sportsmann seine Nervenkräfte nicht schon vor dem letzten entscheidenden Kampf verbraucht haben, sondern mit gesammelter Kraft der Entscheidung entgegensehen und hierin liegt nicht zuletzt das Geheimnis auch der Olympischen Siege. Eine Bitte der Blinden. Bon dem Direktor der Landesblindenanstalt Friedberg und dem Vorsitzenden des Landesverbandes der hessischen Blinden e. D. werden wir um Ausnahme folgender Zeilen gebeten: „In letzter Zeit werden in Hessen besonders viel Dlindenwaren, hauptsächlich Bürsten, an den Türen zum Verkauf angeboten. Dabei wird die Frage, ob es sich um Erzeugnisse hessischer Blinden handelt, in unzutreffender Weise bejaht oder man macht sonstige Ausflüchte. In Wiri- lichkeit aber handelt es sich in den meisten Fällen um nichthessische Vertreter, die mit den hessischen Blindenwerkstätten in keinerlei Verbindung stehen. So wird das ganze Land Hessen von zwei Frankfurter Blindenwerkstätten mit Waren geradezu überschwemmt, obgleich diesen Werkstätten die ganze Provinz Hessen-Nassau zur Verfügung steht. Ferner kommen Neisende aus Berlin und Westfalen. Daß dadurch die einheimischen Blindenwerkstätten in Mainz, Darmstadt, Offenbach und Friedberg sehr geschädigt werden, liegt auf der Hand. Versuche, das Absatzgebiet durch gegenseitige Vereinbarung abzugrenzen, sind gescheitert. Es bleibt daher nur übrig, die hessische Bevölkerung über den wahren Sachverhalt in dieser Angelegenheit aufzuklären und sie dringend zu bitten, Blindenwaren'n u r von solchen Vertretern zu kaufen, die für eine der oben genannten hessischen Blindenwerkstätten reisen und sich als solche ausweisen können." NS. Lehrerbunt)/ Kreis Gießen. Bei starker Beteiligung von Mitgliedern und geladenen Gästen fand — wie man uns berichtet — dieser Tage die Monatsverfammlung des NS.- Lehrerbundes für den Kreis Gießen statt. Der NS.- Lehrerbund, der im Reich bereits über 15 000 Mitglieder zählt, setzt sich aus Lehrern und Erziehern aller Art (Volksschullehrern, Studienräten, Kindergärtnerinnen, Pfarrern, Universitätsprofessoren) zusammen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Umstellung der erzieherischen Gehalte und Formen auf die im Werden begriffene nationalpolitische Wirklichkeit zu fördern und entsprechend die Schaffung neuer Mittel und Organisationen der Erziehung (Erziehungsreform), sowie die Einordnung der Schule und Bildung als organischen Bestandteil solcher Erziehung (Schulreform) herbeizuführen. Der NS.-Lehrerbund ist weder eine Standesorganisation noch will er lediglich ein pädagogischer Debattierklub sein. Mit Standes- und wirtschaftlichen Fragen der in ihm zusammengefaßten Berufsgruppen befaßt er sich überhaupt nicht. Sein Ziel ist viel umfassender und geht auf die Schaffung einer wahren Dolkserziehung und Volksbildung im umfassendsten Sinne des Wortes. Dieses Ziel sucht er einerseits durch interne Arbeit der Mitglieder an sich selbst zu erreichen, anderseits aber will der NS.-Lehrerbund eine Arbeit wieder hinaus- projizieren ins Volk in Form der allgemeinen Volksbildung und diese einmünden lassen ist den großen Strom der nationalen Volks» beroegung. Für die interne Arbeit des Kreises Gießen sind in der nächsten Zeit folgende Vorträge vorgesehen: Das Schul- und Erziehungsprogramm des Nationalsozialismus — Nationalpolitische Erziehung im Sinne Kriecks — Völkische Schulreform — Die Landschulreformbeweaung — Der Dorfkindergarten — Das öffentliche Bildungswesen im Lichte der Erblehre (voraussichtlich Stadtschulrat Dr. Hart- nacke, Dresden) — Staat und Gemeinschaft, ihre Aufgaben und Grenzen im Bildungswesen — Fragen der Hochschulreform — Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik — Die Volkskunde und ihre Bedeutung für Schule und Volksbildung — Das Problem der Lehrerbildung — Deutsche Vorgeschichte in der Schule — Faschistische Schulerziehung — Arbeitsdienst und Volkserziehung — Die Judenfrage — Die Freimaurerei — Nationalsozialismus und Jugendbewegung — Das Führerproblem in der Erziehung. Was die weitergehende Aufgabe der Volksbildung anbetrifft, so ist eine fruchtbare Ansatzmöglichkeit zu einer umfassenden Dolksbildungsarbeit im Freiwilligen Arbeitsdienst und einer kommenden Arbeitsdienstpflicht durch die geistige Betreuung der Arbeitsdienstwilligen gegeben. Hierüber referierte Ed ler von Graeve (Gießen) in der Mitgliederversammlung und gab einen Ueberblick über die Entwicklung des FAD. in Oberhessen und die Arbeit des Hessischen Heimatwerks im Rahmen dieses Dienstes. Er zeigte, welche Möglichkeiten hier gegeben und welche Ausgaben für die Zukunft, insbesondere dem Nationalsozialismus gestellt sind, Aufgaben, an denen auch der NS.-Lehrerbund beteiligt sein wird. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Karl IDoermann f. Der Nestor der deutschen Kunsthistoriker und Galeriedirektoren, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. phil. et jur. Dr.-Ing. h. c. K. W o e r m a n n ist im Alter von 88 Jahren in Dresden gestorben. Woermann, ein Sohn des bekannten hanseatischen! Kaufmanns- und Reeder-Familie, wurde am 4. Juli 1844 in Hamburg geboren, studierte ursprünglich Jura, wurde Anwalt und ging erst später zur Archäologie und Kunstgeschichte über. Er habilitierte sich 1871 in Heidelberg, erhielt dann eine Professur an der Düsseldorfer Akademie und wurde 1882 zum Direktor der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts in Dresden berufen, die er lange Jahre leitete; aus dieser Zeit stammt sein vorbildlicher Katalog der berühmten Dresdener Sammlungen. Woermanns Hauptwerk ist seine große »Geschichte der Kunst aller Zeiten und Völker“, die zuerst in drei Bänden erschien und in zweiter Auflage auf sechs Bände erweitert wurde: im Jahre 1922 hat Woermann als 78jähriger das imposante Werk zum Abschluß gebracht. Don seinen zahlreichen übrigen Arbeiten, die zum Teil auch über sein eigentliches Fachgebiet hinausreichten, seien hier aufgeführt: , Antike Odysseelandschaften"; „Geschichte der Malerei"; »Das Bildnis in der italienischen Renaissance"; „Von Apelles zu Böcklin" und die »Kunst der neuesten Zeit". Wirtschaft. * Mais- und Reis Monopol. Der Verwaltungsrat der Reichsmaisstelle beschloß, die Abgabebedingungen und -preise für alle vom Maismonopol bewirtschafteten Artikel bis 8. April unverändert zu belassen. Nur für Futterbruchreis und Beisfutter- mehl gelangt bis ebenfalls vorläufig 8.April ein Monopolzuschlag von 5 RM. je Tonne zur Erhebung. Sranffurfer Abendbörse befestigt. Frankfurt a. M., 8. Febr. An der Abendbörse blieb das Geschäft bei Beginn zwar eng begrenzt, doch war die Grundstimmung weiterhin befestigt. Seitens der Kundschaft waren wieder kleine Kauforders eingegangen, wobei Spezialwerte bevorzugt blieben. So gewannen JG- Farben 0.4 Prozent und Reichsbank 1 Prozent. An den übrigen Märkten bemerkte man vielfach Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 Prozent. Im Verlauf und bis zum Schluß der Börse war das Geschäft recht lebhaft und die Tendenz fest, wobei Versionen über eine baldige Diskont- senkung anregten. JG.-Farben zogen um 0,6 Prozent auf 108 Prozent an, ferner waren Aku lebhaft und 1 Prozent fester. Am Rentenmarkt entwickelte sich größeres Geschäft in Altbesitzanleihe, die insgesamt um 1 Prozent anzogen. Außerdem waren späte Reichsschuldbuchforderungen lebhafter und 1,25 Prozent höher. Neubesitzanleihe zu 8,6 Prozent nur wenig verändert, Schutzgebiete mit 6,1 Prozent eher etwas leichter. Altbesitz 64,6 bis 65,1, Reichsbank 149,75, Mannesmann 61,75, Stahl« verein 34,25, Aku 40,75 bis 41, AEG. 28,25, Betula 118, Scheideanstalt 150,50, 2G.-Farben 107.4 bis 108, Schuckert 87 bis 87,25, Siemens 132, Licht und Kraft 94,75, Lahmeyer 117, Rheag 97,50, Hapag 17,75, Lloyd 18,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Febr. Die Getreidebörse hatte sehr stilles Geschäft bei etwa behaupteten Preisen. Das Angebot war mäßig, genügte jedoch vollkommen der nur geringen Nachfrage. Mehle und Futtermittel lagen ebenfalls sehr still. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM: Weizen 204 dis 203,50, Roggen 163,50, Sommergerste 180 bis 182,50, Hafer 130 bis 135, Weizenmehl (süddeutsches und niederheinisches) 28,50 bis 29,75, Roggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizenkleie 7,50, Roggenkleie 7,85 bis 8. Schweinemarkt in Friedberg. WSN. Friedberg, 8. Febr. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 141 Ferkel, die bald verkauft waren. Es wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 10 bis 14 Mark-, für sechs bis acht Wochen alte 14 bis 18 Mark, für acht bis zwölf Wochen alte 18 bis 22 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. 2)1- «Serini Schluß» turs Schluß!. Abendbors. Schluß» turs Schluß!. Mitiag- börse Dalum 7.2. | 8.2. 7-2. 8.2. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1921 77,5 78 77 77 6% efcem.7% Dl.Reichsanl. v. 1929 89,75 90.5 90,13 90,5 5Vz% Doung-Anleil« von 1930 .. 79,5 80 80 80,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 64 65,13 63,75 64,1 Desgl. ohne Auslos.-Rechle...... 8,45 8,65 8,3 8,55 6% ef)em.8% He«. SBoltefiaat 1929 trückzahlb. 102%) ........... Oberhelsen Provinz. Anleihe mit 73,4 74,5 73,75 75,25 Auslos.-Rechten ............. 62,75 63 — — Deutsche Komm. Gammelab l.An leihe Getiel mit Auslos.-Rechten 59 60,5 58 59,5 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 83 83,5 — 6% ehern. 7% Franls. Hyp.-Banl Goldvse. 16 unkündbar bis 1936 83 83,5 _ b'/-% ehern. 4'/z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandvriese ..... 84,75 85 6%% ehern. 4>/t% Rheinische Hyv.-Bank-Ltgu.-Goldpse..... 84,25 85 — 6% ehern. 8% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 84 84 84 83,5 6% ehern. 7% Pr. Landespfand. briesanstalt, Pfandbriefe St. 10 — 84 — - '4% Oefterreichtsche Goldrcnte... — — _ 4,20% O österreichische Ellberrente 1,4 1,4 1,35 1,4 4% Ungarische Goldrente ....... 4°„ Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — 4’/3% deSgl. von 1913.......... 6% abfleft. Goldmexikaner von 99 —— — — 6,4 6 6,4 6,4 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 5,05 5,15 5,15 5,13 Serie l.................... 5,25 — — — 4% desgl. Serie II ............. 5,25 5,5 5,45 5,7 6% Rumän. vcreinh. Rente v. 1909 6,75 6,65 — 7,13 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,75 10,9 10.9 4% Rumänische vereint). Rente .. 5,75 5,75 5,7 5,75 »'/.% Anatolier............... 24 24,75 24,7 i 25 ;yran!!un a.JJi. Berlin Schluß» für« Schluß!. Abend« börse Schluß» furd Schluß!. Miitag» börse Dalum 7-2. 8.2. 7.2. 8.2. Hambnrg-Amerika-Paket ..... । 17,75 17,75 18 17,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 38.5 Hansa Dampfschiff........... 0 — —— 32,75 34,13 Norddeutscher Lloyd ......... 0 17 18,25 17,9 18 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 42,5 42 42,25 42,5 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 97 97,5 97.5 97,5 Commerz, und Privat-Bank... 0 53 53 53,5 53,5 Deutsche Bank und Disconto» Gesellschaft................ 0 72,25 72,25 72,25 72.25 Dresdner Bank.............. 0 61.5 61.5 61,5 61.5 Retchsbank ................. 1 — 149,75 144,5 148,9 A.E.G...................... 0 28 28,25 27,5 27,75 Elektr. Lieserungögesellschaft ... 6 80,5 81 81,5 81,25 Licht und Kraft ............. 6 93,5 94,75 93,25 94,5 Felten & Guilleaume ........ 0 52 54 52 53,13 Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen............... 4 79,5 79,75 79,5 80,25 Rheinische Elektrizität ........ 5 96,5 97,5 96,5 97,5 Schuckert L Co.............. 0 85,25 87,25 84,13 86 Siemens & Halske........... r' 130,5 132 129,5 132 Lahmeyer L Co.............. 10 117 117 115 116,25 Buderus ................. 0 48,5 48,75 48 48,9 Deutsche Erdöl ............. 4 88,5 91 88,75 90,13 Gelsenkirchener.............. 0 58,75 59,5 58,25 59,13 Harpener................... 0 80 83,5 79,75 83 Hoesch Eisen—Sdln»Neuessen.. 0 — — 52,5 53 Ilse Bergbau ............... 7 — — 149 152 «Ile Bergbau Genüsse........ 7 102 102,25 102,75 103 Klbcknerwerke ............... 0 — 45,75 45,75 45,5 ManneSmann-Rohren... 0 60 61,75 59,25 60,65 Mansselder Bergbau......... 0 23 24 23,75 24 Oberfchles. Kokswerke......... 0 67,75 68,13 Phönix Bergbau............. 0 34 35 34 34.9 Rheinische Braunkohlen ...... 10 193 193 193,5 190,25 Stheinstahl.................. 0 73,25 75 73 75,13 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» !urs Schluß!. Abend» börse Schlußkurs Schluß!. Miilag» börse Dalum 7.2. 8.2. 7.2. 8.2. Bereinigte Stahlwerke..... ... u 33,75 34,25 34,13 34,65 Olavi Minen ............ ... 0 15,5 16 16 16 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 113,5 115 113 115.9 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 117,75 117 116 117,5 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 — 169 167,5 170 I G. Farben-Jndustrie .... r 105,5 108 105,25 107 Scheideanstalt............ ...10 149,75 150 ^51 — — Aoldjchuiidt ............. ... 0 39,25 39 38,75 38 stülgerswerke ............ ... 0 42 43 42 42,5 Metällgelellschaft.......... ... 0 36,5 36,65 35,25 — Philipp Holzmann........ ... 0 50 49 49,5 49,13 Zementwerk Heidelberg ... Cementwcrk Karlstadt...... ... 4 50 50 ... 0 — — —— — Wayh & Frehtag......... ... 0 4 4,65 4,5 4,5 Schultheis Payenhofer..... ... 0 _ _ 101,25 102,4 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 35,25 41 35,25 40,25 Bemberg................ ... 0 47,5 48 47,5 48,5 Zellstosl Waldhos ......... ... 0 50,5 50 49,25 49,75 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 24,5 25 25 26 Dessauer Gas............ ... 7 — 110,75 112,5 Daimler Motoren......... ... 0 21,5 22,5 21,4 22,4 Deutsche Linoleum ....... ... 0 38,25 36,75 39 36,4 Orenstein & Koppel....... ... 0 41,65 42 Leonhard Tietz........... ... 6 37,5 37 37,65 37,75 Lhade ................... ...12 140 144 140 144 Griyner................. ... 0 30 29 28 28,5 Matnkraftwerke Höchst a.M. ... 4 70,13 70 Süddeutscher Zucker ...... ... 8 142 142 142 142,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. 7.Februar 8.Februar Amtliche Notierung Geld | Brie> Amtliche Notierung Geld | Srief Helslngsors. Wien....... 6,364 49,45 12,465 3,057 169,23 73,83 64,24 77,37 14,43 0,838 4.209 58,54 21,53 16.435 81,22 34,50 81,86 0,889 0,239 5,554 13,11 1 6,376 50,55 12,485 3,063 169,57 73,97 64,36 77,53 14,47 0,842 4,217 58,66 21,57 16,475 81,38 34,56 82,02 0,891 0,241 5,566 13,13 Zanknoten. 6,373 48,95 12,465 3,057 169,23 73,68 64,24 77,27 14,42 0,833 4,209 58,54 21,53 16,435 81,19 34,52 81,87 0,889 0,239 5,554 13,11 6.386 49,05 12,485 3,063 169,57 73,82 64,36 77 43 14,46 0,837 4,217 58,66 21,57 16,475 81,35 34,58 82,03 0.891 0,241 5.566 13,13 Budapest... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris..... Schweiz... Spanien.... Danzig.... Japan...... Rio de Ian. Jugoslawien Lissabon.... Äerttn,8 .Februar Geld »rief Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Tonische Noten ................. Englische Noten ................. Französisck>e Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Noten................ 4,20 58,38 63,87 14,38 16,395 168,86 21,49 73,50 2,46 77,10 81,01 34,38 4,22 58,62 64.13 14,44 16,455 169,54 21,57 73,80 248 77,40 81,33 34,52