Nr. 34 Erstes Blatt 183. Jahrgang Donnerstag, 9. Februar MZ Erschein« iügltch, nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Vezugrpreis: Mit 4 ‘Beilagen 71111.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger (Biefeen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen VrnS und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Stdnörucferei K Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschästrftelle: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20“ „ mehr. Chefredakteur: Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen leit Ernst Dlumschein und für denAn. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Was wird der Knegsschuldenkongreß vonWashmgion bringen? Kuhhandel um Wirischastskonzessionen zwischen Amerika und England. Gefahren für Deutschland. Don unserem H. W. v. D.-Derichterstatter. (Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Reuyork, Februar. Rachdem zum ersten Male in der amerikanischen Geschichte der neugewählte Präsident (Roosevelt) unter dem Druck der wirtschastlichen Rotlage zugcstimmt hat, sich bereits vor seinem Amtsantritt direkt an entscheidenden Regierungsvcrhandlungen zu beteiligen, können die europäischen Schuldnerländer bereits Anfang März daran gehen, die Kriegsschulden- Verhandlungen wieder aus^unehmen und diesesmal voraussichtlich zu Ende zu führen. Würde cs sich hierbei nur um eine interne Regelung alliierter Schulden an Amerika handeln, so könnte sich Deutschland mit der Rolle eines interessierten Beobachters begnügen. Dadurch aber, daß die kommenden Verhandlungen in Washington in weitgehendem Mähe auf die Gebiete der Abrüstung, der Währungsstabilisicrung, der Schuhzollsragen und des Lausanneabkommens übergreifen werden, erhält diese Konferenz für Deutschland, ohne daß es selber an ihr teilnimmt, ganz besondere Bedeutung. Wenn auch die für März vorgesehenen Kriegsschuldenver- Handlungen mit den nichtsäumigen Schuldnern (England, Italien usw.) wahrscheinlich das Schema für die später zu erwartenden Verhandlungen mit den säumigen Schuldnern (Frankreich, Belgien, Polen usw.) abgcbcn werden, so ist damit nicht gesagt, daß diese nicht auch Deutschland stark interessierende Fragen berühren werden. Die zunächst stattsindcnden englisch-amerikanischen Verhandlungen werden dos übliche Bild des politischen Kuhhandels bringen. Die Vereinigten Staaten sehen, daß sie ihre ausstehenden Milliardenbeträge (englischer Restbetrag rund 2.5 Milliarden Dollars) nicht eintreiben können und versuchen nun, die unumgängliche Schuldenherabsetzung gegen möglichst viele und wertvolle Konzessionen einzuhandeln. Die Engländer werden voraussichtlich die Verhandlungen mit dem Verlangen nach völliger Streichung der Kriegsschulden beginnen und sich unter Ausnützung ihrer günstigen Lage als Schuldner nur schrittweise zu Konzessionen bereiterklären. Sollte das neue englisch-amerikanische Schuldenabkommen englische B ar g e l d z a h - lunaen an Amerika vorsehen, so besteht die Gefahr, daß England (gleich den anderen europäischen Echuldnerländern) auf die im Lausan ne-Abkommenvorgefehenendrei Milliarden Reich s m a r k zurückgrei- f e n wird, wodurch sich die in Deutschland trotz rechtzeitiger Warnung verbreitete Illusion schwer rächen würde, daß nämlich die im Lausanne- Abkommen vorgesehene deutsche Zahlung von drei Milliarden Reichsmark „praktisch hinfällig" ist. Der Wunschzettel der Amerikaner für wirtschaftliche Konzessionen im Austausch ge- gegcn eine Herabsetzung der Kriegsschulden ist lang und mannigfaltig. Es ist in letzter Zeit häufig berichtet worden, daß Amerika u. a. auf einer „Rückkehr Englands zum Goldstandard" bestehen würde. Das ist nicht ganz richtig, abgesehen davon, daß sich England nicht so leicht seine Hauptwaffe der gemäßigten Inflation aus der Hand schla- aen lassen wird; außerdem hat London in seiner Annahme der amerikanischen Einladung nach Washington zum Ausdruck gebracht» daß es die Währungsfrage nicht einseitig mit Amerika, sondern nur durch Verhandlungen mit den beteiligten Großmächten auf der Weltwirtschaftskonfe- r e nz zu verhandeln bereit sei. Wohl aber werden die USA. im Interesse ihres Außenhandels versuchen, England zu einer Stabilisierung des Pfund Sterlings zu bewegen, vielleicht mit dem Hintergedanken, anschließend durch eine A n - Passung des Dollars an den heutigen Wert des Goldes (d. h. durch eine Deflation) die Rohstoffpreise zu erhöhen und die fremde Einfuhr zu drosseln. Von englischer Seite wird dieses Verlangen mit derselben Begründung, daß es sich nämlich um eine amerikanische Einmischung in eine englische innerpolitische Angelegenheit handelt, zu- rückgewiesen werden. Amerika wird weiter versuchen, zur Erschließung neuer Absatzgebiete Handelskonzes- fionen im britischen Weltreich zu erzielen und dadurch die Abmachungen der Weltreichs-Konferenz von Ottawa anzugreifen. Die Vereinigten Staaten haben die Gültigkeit der Ottawa-Beschlüsse niemals anerkannt, da diese angeblich die amerikanischen Handelsverträge mit Kanada und anderen unabhängigen britischen Dominien verletzen. England bringt hiergegen das Argument vor, daß die Ottawa-Verträge einen Akt britischer Selb st Verteidigung gegeit die ständig erhöhten Schutzzoll- mauern anderer Länder und besonders der LISA, darstellen. Es ist deshalb eher anzunehmen, daß man sich in Liebereinstimmung mit Roosevelts Absichten nicht auf einseitige britische, sondern aus gegenseitige Handelskonzessionen einigen wird. Die von Hoover in den letzten Tagen wiederum angedrohte Schutzzollerhöhung für Waren aus Ländern mit entwerteter Währung läßt bereits den Kurs erkennen, den diese wirtschaftlichen Besprechungen nehmen werden. Es ist zu erwarten, daß der neugewählte amerikanische Kongreß, in welchem Roosevelt über eine Zweidrittelmehrheit, bestehend aus Demokraten und progressiven Republikanern, verfügt, die zu erzielende Kriegsschulden-Revision, wenn auch nach langem Pallaver g u t h e i ß e n wird. Denn wenn Washington auch versuchen wird, so viel wie möglich aus der Gläubigermasse herauszuholen, so darf es doch den Dogen nicht Überspannen. Ein Mißerfolg der Washingtoner Verhandlungen würde nämlich England zwangsläufig in die von den Vereinigten Staaten so gefürchtete europäische Einheitsfront treiben und gleichzeitig die Stellung der Vereinigten Staaten auf der Weltwirtschaftskonferenz bedeutend erschweren. Deutschland nimmt an den Washingtoner Konferenzen nicht teil und läuft daher Gefahr, daß man sich auf seine K o st e n einigen wird, besonders, nachdem deutsche Kreise durch unbegreiflich optimistische Aeußerungen über unsere Wirtschaftslage Wasser auf die Mühle unserer Vertragsgegner gegossen haben, und es erhebt sich die dringende Forderung, daß die deutschen offiziellen Stellen nicht nur durch gelegmtliche Reden der führenden Persönlichkeiten, sonoern durch eine weitverbreitete, intensive Propaganda das Ausland immer wieder auf die tatsächliche deutsche Zahlungsunfähigkeit Hinweisen, wofür z.B. die bevorstehenden Still- halteverhandlungen ein dankbares Feld abgeben würden. Hoover für Valuta-Ausgleichzölle Schutz des amerikanischen Binnenmarkics. Washington, 8. Febr. (WTB.) Präsident Hoover betonte heute erneut die ungünstige Wirkung, die die verstärkte Einfuhr von etwa 150 Warenarten aus Ländern mit unter- wertiger Währung auf den amerikanischen Arbeitsmarkt und die inneramerikanifchen Kreise habe. Solle diesem Mißstand abgeholfen werden, so müsse entweder das Ausland zur Goldwährung zurückkehren, oder die Bereinigten Staaten müßten Ausgleichszölle errichten. Gegen die Errichtung solcher Ausgleichszölle haben sich die Demokraten und auch der Finanzunterausschuß des Repräsentantenhauses erst vor wenigen Tagen wieder ausgesprochen. Präsident Hoover hat seinerseits kürzlich wenn auch nicht einen Ausgleichzoll, so doch eine Verschärfung der Ver- zollungsvorschriften für japanische Gummiwaren verfügt. Der auf diesen Waren ruhende Wertzoll wird Danach nicht mehr nach den Herstellungskosten in Japan, sondern nach dem Großhandelspreis in den USA. für gleichartige amerikanische Waren berechnet. — Gegen die Einfuhr von Holz und Eisen aus Skandinavien werden von den amerikanischen Interessanten weiterhin heftige Proteste erhoben. Eine Industrie „schustert sich empor". An der Wiege der deutschen Schuhindustrie. Während der französischen Besatzungszeit ist die Stadt Pirmasens in der Pfalz zu einer gewissen Berühmtheit gelangt. Als räubernde Separatistenhorden durch das Land zogen und versuchten, dieses kerndeutsche Land vom Reiche abzutrennen, packte eines Tages die biederen Pfälzer die Wut: Sie bewaffneten sich mit Dreschflegeln, Mistgabeln und Jagdgewehren und schlugen in der „Schlacht bei Pirmasens" das Separatistengesindel in blutigem „Gefecht" derart zusammen, daß ihm für alle Zeiten die Lust verging, die Pfalz vom Reiche abzutrennen. Spricht man heute von Pirmasens, so denkt man unwillkürlich an jene Schlacht. Aber diese pfälzische Stadt ist auch in anderer Hinsicht von besonderer Bedeutung: in ihren Mauern stand sozusagen d i e Wiege der deutschen Schuhindustrie. Aus allerkleinsten Anfängen hat sich diese Industrie im wahrsten Sinne des Wortes emporgeschustert. Heute ist Pirmasens nicht nur zur Schuhmetropole Deutschlands, sondern zu einem Mittelpunkt der Weltschuhindustrie geworden. Die Vorläufer der Pirmasenser Schuhindustrie sind ehemalige Soldaten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert wurde der kleine pfälzische Ort durch den Landgrafen Ludwig IX. von Hessen zum Standort eines Grenadierregiments und einer Abteilung roter Husaren gemacht. Als Ludwig IX. 1790 starb, wurde das Regiment aufgelöst, die Offiziere verschwanden und die Grenadiere hatte ausgedient. Run hatten die Frauen der Grenadiere zur Vermehrung des 5-Kreuzer-Svldes seither Hausschuhe aus Tuchabfällen und Wvllgestrick hergestellt. Als das Regiment aufgelöst war, zogen die ehemaligen Soldaten und ihre Frauen mit Tragkörben und Kiepen ins Badische, nach dem Schwarzwald, ins Elsaß und nach Frankreich, um mit diesen Hausschuhen zu hausieren. Aus Frankreich brachten sie manche neue. Erfahrung mit. Bereits 1815 hatte sich die Pirmasenser leichte Schuhmacherei einigermaßen entwickelt. Schon kurz nach 1820 waren die Pirmasenser nicht mehr nur Hausierer, sondern Marktliefe- ranten auf den Jahrmärkten des südlichen Badens, des Mittel- und Niederrheins, sowie der schweizerischen Grenzorte. Ende der 60er Jahre ist Pirmasens bereits Fabrikationsz entrum. In 13 größeren und 63 kleineren Unternehmungen wurden jährlich 130 000 Dutzend Paar Stiefel und Schuhe im Werte von 2 Millionen Gulden hergestellt. In jahrzehntelanger, mühevoller Arbeit fetzte sich der Aufstieg fort: 1912 betrug die Zahl der Schuhfabriken bereits 300 mit 12 500 Arbeitern und, einer Erzeugung von über 13 Mill Paar im Werte von 70 Millionen RM. Krieg und Kriegsfolgen haben die Stadt Pirmasens und ihre Industrie stark getroffen. Wieder einmal mußte sich die Zähigkeit der Pfälzer beweisen. Die Pfalz wurde Aufmarschgebiet der deutschen Armeen, Etappe, Einmarschgebiet fremder Besatzungstruppen, Tummelplatz der Separatsten- Horden, und trotz all dieser Schicksalsschläge hat sich die Schuhindustrie ihren Weg emporgebahnt: Heute beträgt ihre Jahreserzeugung im Durchschnitt der letzten fünf Jahre 24 Millionen Paar Schuhe im Werte von 150 Millionen Mark. Blättern wir in dem „Goldenen Buch" der deutschen Schuh- und Lederwirtschaft, das jetzt anläßlich seines 75jährigen Bestehens der Zeitschrift „Schuh und Leder" herausgegeben wurde, so sehen mir die große Bedeutung von Pirmasens und der umliegenden Dörfer in der deutschen Schuhindustrie. In Pirmasens steht ein Schusterbrunnen, der die Inschrift trägt: „Der Schuh hat hier uns groß gemacht, drum Schuh und Schuster nicht veracht." Das gilt nicht nur für die Pirmasenser Schuhindustrie, sondern für die deutsche Schuhindustrie überhaupt. Die „Zeven provimien" noch nicht gestellt. Ein neuer Funkspruch her „Sieben Provinzen". Bei den niederländischen Regierungsstellen ist ein neuer Funkspruch vom Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" eingelaufen, in dem die Besatzung ihre Kapitulation unter den von ihr früher gestellten Bedingungen anbietet. Das Telegramm trägt die Unterschrift: „Die europäische und indische Besatzung." Weiter werden die Empfänger des Funks pruchs gebeten.'die übergeordneten Regierungsstellen davon zu unterrichten, daß der Meuterei keinerlei kommunistische Tendenzen zugrunde lägen und daß die Besatzung keine Gewaltakte beabsichtige. Sie habe lediglich gegen die Soldkürzung und die Verhaftung ihrer Kameraden protestieren wollen. Auf her Zagh nach heu iuhischeu Meuterern. Amsterdam, 8. Febr. (WTB.) Der Panzerkreuzer „Zeven Provincien" bewogt sich weiterhin in langsamer Fahrt — sechs bis sieben Knoten — in südlicher Richtung, und zwar längs der Insel Siberoet in Richtung auf die Stadt B e n t o e I e n. Die Abnahme der Fahrtgeschwindigkeit wird damit erklärt, daß die Meuterer so sparsam wie möglich mit dem Brennstoff umgehen Dürften. Der aus südlicher Richtung eingetroffene M i - nenleger „Goldener Löw e'^ führte auf der Höhe von Padang eine Umgehungbewegung in nordwestlicher Richtung aus. Der Panzerkreuzer „I a v a" und die beiden ihn begleitenden Torpedobootsjäger hatten bis heute mittag die Sunda» ftraße noch nicht erreicht. Bor morgen dürften sie auch nicht dort sein. Der aus nördlicher Richtung den Panzerkreuzer verfolgende Regierungsdampfer „E r i d a n u s" ist durch ein Schwesterschiff, die ,,O r i o n", abgelöst worden, die den Kommandanten der „Zeven Provincien" und die ihn begleitende Truppenabteilung übernommen hat. In europäischen Kreisen hat es Beunruhigung her- oorgeruren, daß es heute bereits der vierte Tag ist, an dem die Meuterer unbehindert längs der Westküste der Insel Sumatra kreuzen. Es sind sogar Befürchtungen laut geworden, daß die Meuterer aus reinem Uebermut Küstenplätze b e - schießen könnten. Diese Besorgnis ist vermutlich Darauf zurückzuführen, daß in West-Java in der Umgebung der Stadt Serang Abteilungen des Land- Heeres konzentriert werden. Erhebliches Aufsehen hat eine Meldung des „Deli Courant" erregt, wonach der Kommandant des meuternden Panzerkreuzers mehrere Stunden vor dem Ausbruch der Meuterei die Warnung erhalten habe, daß ernstliche Ereignisse bevorständen. Er scheint aber diese Warnung als unglaubwürdig i n b e n Wind geschlagen zu haben. Auswirkungen her Meuterei. In verschiedenen Orten Niederländisch-Jndiens fanden öffentliche Kundgebungen statt, um den Kolonialbehörden zu zeigen, daß die Mehrheit der Bevölkerung loyal eingestellt ist. Es machen sich aber auch andere Symptome bemerkbar. So beabsichtigten verschiedene nationalistische Organisationen, in Kundgebungen ihrer Sympathie mit den Meuterern Ausdruck zu verleihen. Diese Kundgebungen wurden jedoch überall verboten. Auf dem Kreuzer „I a v a" hat man bei Bekanntwerden der Meuterei auf dem Panzerschiff „Sieben Provinzen" eine Reaktion der eingeborenen Maaten und Matrosen befürchtet, da beinahe die Hälfte der 514 Kopse zählenden Bemannung aus Eingeborenen besteht. Die Offiziere trieben deshalb, unterstützt von europäischen Unteroffizieren und Matrosen, das aus Eingeborenen bestehende Schiffspersonal in bestimmte Räume, die unter ftrenge Bewachung gestellt wurden. Daraufhin wurde der Kreuzer von dem europäischen Teil der Bemannung nach Surabaja gebracht, von wo er später wieder in Richtung Sunda-Straße abging. Wahlzusammenschluß Der Miiielparieien. Berlin, 9. Febr. (CRD.-Funkspruch.) Rach- dem sich die Bildung eines Christlich- nationalen Blockes auf breiter Grundlage als unmöglich erwiesen hat, haben Deutsche Dolkspartei, Christlich- Sozialer Volksdienst und Deutsche Bauernpartei das von ihren Parteileitungen vorbereitete technische Wahlabkomme n in Kraft gesetzt, das dazu dienen soll, alle Möglichkeiten des Wahlgesetzes zugunsten der Sicherung aller für diese Parteien abgegebenen Stimmen auszuschöpfen. Die drei genannten Parteien stellen zu diesem Zweck einen gemein- samenReichswahlvorschlag auf, an den alle einzelnen, selbständigen Kreiswahlvorschläge dieser Parteien angeschlossen werden. Die Deutsch-Hannoveraner sind dem Christlich-Sozialen Volksdienst angeschlossen. In dem Abkommen wird ausdrücklich festgestellt, daß die politische Selbständigkeit der vertragschließenden Parteien nicht berührt wird. Zollerhöhungen für Vieh, Fleisch und Schmalz. Berlin, 9. Febr. (WTB. Funkspruch.) Auf Vorschlag des Reichsministcrs für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Hugcnberg hat die Reichsregierung zunächst zugunsten der besonders schwer darniederliegenden deutschen Viehwirtschaft eine Reihe wichtiger Zollerhöhungen beschlossen. Es handelt sich um eine Verstärkung desZoll- schuhes für leben des Vieh, Fleisch und Schmalz. Auf diesen Gebieten soll jede überflüssige Einfuhr vermieden werden. Im einzelnen werden erhöht der Zoll für lebendes Rindvieh auf 50 Mark je Doppelzentner, für Schafe auf 45 Mk. und entsprechend für lebende Schweine auf 50 Mark je Doppelzentner. Die Fleischzölle werden erhöht auf 100 Mark je Doppelzentner für frisches Fleisch; 150 Mark je Doppelzentner für Fleisch einfach zubereitet und auf 280 Mark je Doppelzentner, zum feineren Tafelgenuß zubereitet. Ein Einfuhrbedarf liegt bei diesen Erzeugnissen nicht vor. Die deutschen Viehbestände sind größer als vor dem Kriege und reichen für die einheimische Versorgung völlig aus. Ein Eingreifen war auf diesen Gebieten dringend, da die Preise im Verhältnis zur Vorkriegszeit hier besonders nirdrig liegen. So beträgt beispielsweise der Index für die gegenwärtigen Preise bei Rindern nur 53, bei Schweinen 67, bei Schafen 64, bei Vieh insgesamt 62 v. H. gegenüber der Vorkriegszeit. Die Erhöhung des Schmalzzolles auf 5 0 Mark hat die Aufgabe, eine stärkere Deckung unseres Fettbedarfes aus einheimischer Er- zeugung herbeizuführen. Diese Maßnahme ist für unsere Schweinezucht von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Der außerordentliche Tiefstand der Schweinepreise hat zu einem nicht unerheblichen Teil seinen Grund in den Absatzschwierigkeiten für Schweinefett, Die unter Dem Einfluß einer steigenden Schmalzeinsuhr eintraten. — Die erhöhten Zollsätze treten mit Ablauf der Zollbindungen im deutsch-schwedischen Handelsvertrag am 15. 2. 1933 in Kraft. „Pilsner" contra „Deutsches Pilsner". Seit Iahrzehnten bestand zwischen dem Bürgerlichen Bräuhaus in Pilsen und verschiedenen deutschen Brauereien ein Rechtsstreit um die von den letzteren eingeführte Bezeichnung „Deutsches Pilsens r". Das Bürgerliche Dräuhaus hatte eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs angestrengt, weil deutsche Brauereien Bier herstellten und es in Verbindung mit dem Rainen des Riederlassungsortes der betreffenden Brauerei als „Pilsener" in den (Handel brachten. Wie so viele andere, so ruhte auch dieser Prozeß nicht eher, bis das Reichsgericht jetzt im Iahre 1933 die seit langem lau- t d 6 T, n D 16 rr ie 16 ;ll ur .rt n- ufi u- ar. :de an ich ver Dörig em eu- »ur lüft hie- 6-r Die end- den. um«. 200 wird, chsen Haus arg», st-r eben- 1 fin- ähen, Ar- ichen, sorge linlen junge n sich chsten h -r- »iesige du ich g mit r weit Ünaus werke, riete um " er» :5, be» r Der» i zum ort seit chnlal» •« Ge» „ Säer, der angeeint) das '*tc für at hier leider . Zwei. Man- sebenS- : stor - i u s e n Huf- i dessen »d toei- c Wet- . iD nach Durch crdings e über fliebige idlichcn en ab» i Druck olkigem icn 'ich später- Rieder» tig und trocken. Vielfach ag und n mild. ',8 Grad norgens linimum 10 cm S. März: 0,0 mm. sende Pilsener Klage endgültig abwieS. 2n der Begründung führte der zuständige Senat aus, daß bereits aus dem Jahre 1912 ein Urteil gegen Pilsen vorläge und Pilsen außerdem seit 28 Jahren die Bezeichnung „Bier nach Pilsener Art" geduldet habe. Dadurch habe sich ein gewisses Gewohnheitsrecht herausgebildet. Im übrigen handle es sich bei dem Wort „Pilsener" um einen Gattungsbegriff, und wenn die einzelnen Biere zusammen mit dem Ortsnamen als Pilsener bezeichnet würden, so wäre die Ursprungsbezeichnung so deutlich gegeben, daß jeder genau wisse, ob er deutsches oder echtes Pilsener trinke. — Die deutschen Brauereien können also unbesorgt ihr „Pilsener" weiter brauen, dos den Konsumenten unter einem vollkommenen Rechtsschutz noch einmal so gut schmecken wird. Llniversität und Volk. Ein Vortrag Professor Sauerbruchs in München. München, 8. Febr. (WTB.) In der Münchener Universität sprach der Berliner Chirurg, Geheimrat Professor Dr. Sauerbruch, über das Thema „Universität und Volk". In Heimat und Heimatsprache sind die verbindenden Momente entstanden, so führte der Redner etwa aus, die schließlich, gefördert durch die gemeinschaftliche Arbeit, zur bürgerlichen Gemeinsamkeit und zur Staatenbildung führten. Hier erscheinen im Mittelalter die Universitäten, die dem Bedürfnis einer höheren aeistigen Bildung mit religiösen, weltanschaulichen Zielen entsprungen waren. Groß war die Wandlung, welche die Universitäten bis um die Wende des vorigen Jahrhunderts mitmachten, als auch für sie ein hochbedeutender Zeitabschnitt eintrat, der sie zu Trägern des nationalen Gedankens machte. Es war das goldene Zeitalter der deutschen Hochschule, dem mit dem Jahrhundert der Mechanisierung und Rationalisierung der Verfall folgte. Doch deutscher Kraftwille und deutsche Disziplin retteten auch das höchste Gut der Universitäten, ihre freie Rechtsentwicklung, deren letztes Ziel stets bleiben wird: Freiheit der Forschung und Freiheit der Lehre. Nie ließen sich die Universitäten an aufrechter Vaterlandsliebe von anderen übertreffen. Sie können aber nicht zur bürgerlichen Erziehungsanstalt werden, wie viele meinen. Eine Volksaufklärung von oben widerspricht den natürlichen Gesetzen. Noch weniger können die Universitäten eine Führung der Massen übernehmen. Ihre erste Aufgabe ist es vielmehr, mit ihrem Geist das deutsche Volkstum zu verbinden* — Mit einer eindringlichen Mahnung an die Jugend zur Erreichung einer alles umfassenden Volksgemeinschaft schloß der Redner seinen Vortrag. Vie Llebergabe -es Namenschil-es -es Kreuzers ^Emden." London, 9. Febr. (WTB. Funkspruch.) „Times" meldet, daß die Namenstafel des deutschen Kreuzers „Emden" in ungefähr zwei Wochen dem Reichspräsidenten v. Hinden - bürg von dem australischen Gesandten in London, Bruce, übergeben werden wird. Die deutsche Regierung hat den Gesandten nach Berlin eingeladen. Dec Gesandte beabsichtigt, nach Beendigung der Bölkerbundsversammlung in Genf nach Berlin zu kommen. Die Ramenstafel ist auf einer Holzplatte befestigt die folgende Inschrift trägt: „Dem deutschen Bolke übergeben das australische Volk und d.e auuralische Regierung diese Ramenstafel des Kreuzers „Emden" in Anerkennung der Tapferkeit seines Kommandanten, seiner Offiziere und Mannschaften in dem Kampf mit dem australischen Kreuzer „Sydney" auf hoher See bei der Cocos-Jnsel am 9. November 1914 und zum Gedächtnis der Männer und Frauen beider Rationen, die im Weltkriege ihr Leben hingegeben haben." Die kommunistische Funkpropaganda aus Moskau. Kowno, 8. Febr. (TU.) Die kommunistischen Stellen in Moskau, die sich mit den internationalen Funksendungen befassen, haben im Jahre 1932 über 21 000 Briefe aus den verschiedenen Ländern erhalten, in deren Sprache im genannten Jahre Rundfunkdarbietungen aus Moskau gesandt worden sind. So trafen ein: Aus Deutschland 8500 Briefe, aus England 6200 und aus Frankreich 2500 Briefe. Die übrigen kamen aus verschiedenen anderen Ländern, so aus China, Japan und Südamerika. Die kommunistischen Hörer im Auslande hätten sich inzwischen au Kollektivgruppen zusammengeschlossen, die für das tägliche Abhören der Moskauer Sendungen Propaganda machen. 3 n Deutschland gebe es 120 Zellen, in Frankreich 450, in England 600, in Belgien 257, t>ie die Moskauer Sendungen aufnehmen. Die Moskauer Sendungen sollen nun kräftig aus- gebaut werden. Uebrigens erhalten die russischen Sendestellen neben den erwähnten Dankschreiben aus den verschiedenen Ländern auch Briefe, die mit „Heil Hitler" oder „Es lebe der König" unterzeichnet sind, worin die ausländischen Hörer ihre Unzufriedenheit mit der kommunistischen Funkpropaganda zum Ausdruck bringen und bedauern, daß die bürgerlichen Regierungen keine wirksameren Gegenmaßnahmen träfen. Wie-er ein Streik in der amerikanischen Automobilin-ustrie. Reuhork, 8. Febr. (TU.) Zum zweitenmal innerhalb von 14 Tagen hat Amerika einen großen Automobilstreik. Am Dienstag traten in der Fabrik der Hudson-Motor-Co. in Detroit 3000 Arbeiter, die ausschließlich Fahrzeuggestelle Herstellen, in den Ausstand. Dadurch wurden in der gleichen Fabrik weitere 3000 Mann, die Motoren und die übrigen Automobil- teste anfertigen, zum Feiern gezwungen. Die Aus. ständigen verlangen Lohnerhöhungen von 20 bis 30 v. H., den Achtstundenarbeitstag, die Fünftagearbeitswoche und bessere Arbeitsbedingungen. Die Werksleitung erklärt, der Ausstand gehe auf die gleichen kommunistischen Anstifter zurück, die kürzlich alle Fordfabri- k e n zum Stillstand brachten. Aus aller Welt. Kardinal Frühwirlh f. Der Dekan des Kardinals-Kollegiums, und Kanzler der römischen Kirche, Kardinal Andreas Fruhwirth, ist in Rom im 88. Lebensjahr gestorben. Frühwirth war zu St. Anna am Aigen (Steiermark) geboren. Er trat zu Graz in den Dominikaner-Orden ein. Nach thomistischen Studien in Rom, wo er noch Zeuge des vatikanischen Konzils und der Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas war, lehrte er in Graz als Professor Philosophie und Theologie, wurde später Provinzial der österreichisch-ungarischen Ordensprovinz und 1891 vom Ordenskapitel der Dominikaner zum Ordensgeneral mit dem Sitze in Rom gewählt. Den Satzungen des Ordens gemäß, legte er nach zwölfjähriger Führung des Generalats diese Würde nieder, blieb aber in Rom als einer der intimsten Berater des Papstes. 1907 übernahm er die Nunziatur in München. Er war der erste nichtitalienische Nunzius in München; 1915 wurde er Kardinal und blieb bis November 1916 in München. 1925 übernahm er das Amt eines Großpönitentiars und 1927 das des Kanzlers der hl. Römischen Kirche. Schwere Bluttat auf einem westfälischen Gutshof. Auf dem im Westfälischen liegenden Gutshof Engstfeld bei Wipperfürth ereignete sich eine schwere Bluttat. Der 49jährige Schwiegersohn der Besitzerin des Gutes erschoß mit seinem Jagdgewehr den 50 Jahre alten Stallschweizer Barrabas. Darauf feuerte er noch einen Schuß gegen die Frau des Melkers ab, durch den diese schwer verletzt wurde. Die Frau wurde sofort im Krankenhaus operiert, ist aber nocht nicht vernehmungsfähig. Der Täter wurde festgenommen und dem Amtsgerichtsgefängnis in Halver zugeführt. Der Ueberfall auf die wiener Schriftstellerin Meller fingiert. Die Schriftstellerin und Chemikerin Dr. Rosa Meller in Wien legte auf Grund des erdrückenden Beweismatcrials das Geständnis ab, den dieser Tage gemeldeten Raubüberfall im Laboratorium der Arbeiterkrankenkasse fingiert zu haben. Frau Dr. Meller hatte angegeben, sie sei von einem unbekannten jungen Mann überfallen und durch Messerstiche verletzt worden, doch habe sie noch so viel Kraft besessen, dem Täter zwei Fläschchen Salzsäure ins Gesicht zu schütten. Rach dem Gutachten der Gerichtsmediziner kann es als fast vollkommen ausgeschlossen gelten, daß die Verletzungen Frau Dr. Meller von fremder Hand zugefügt worden sind. Cs handele sich nicht um Stichwunden, sondern um ganz leichte Hautrihe. Auch die Richtung der Wunden deutet darauf hin, daß es sich um selbst verursachte Wunden handelt. Frau Dr. Meller befindet sich zur Zeit auf dem Polizeipräsidium, wo sie einem Verhör unterzogen wird. Im Paradies der Schieber. Liechtenstein/ -ie Zuflucht -er Gebrüder lotter. Auf deutschen Universitäten sang man vor vielen Jahren — vielleicht auch heute noch? — ein Spottlied mit dem schönen Refrain: „Und der Fürst von Liechtenstein, dessen Land ist gar so klein, fällt ein Faß Petroleum um, stinkt das ganze Land davon." Größer ist ja der Staat Liechtenstein seither nicht geworden. Er hat immer noch nicht viel mehr als etwa 150 Quadratkilometer, aber das mit dem Faß Petroleum, das stimmt nicht mehr. Denn inzwischen sind die Parfums, die über diesem Fürstentum liegen, so dicht geworden, daß ein einziges tfafj Petroleum dagegen nicht mehr an kann. Es sind ja In den letzten Jahren allerlei interessante Enthüllungen laut geworden über das, was sich in V a d u z) der Hauptstadt dieses seltsamen Staates, alles tut. Die tüchtige Regierung hat frühzeitig erkannt, daß sie viel Geld verdienen kann, wenn sie sich a l s Zufluchtsstätte für alle diejenigen anbietet, die ihr redlich oder unredlich erworbenes Geld vor den Zugriffen neugieriger Steuerbehörden in Sicherheit bringen wollten. Die ganze Gesetzgebung Liechtensteins ist systematisch auf diesen Zweck zugeschnitten. Jeder ist willkommen, der Geld bringt, unter der Voraussetzung, daß er nicht die Absicht hat, irgendwelche Geschäfte zu treiben, um dadurch etwa den Erwerb der „Eingeborenen" zu schädigen. Man kann sogar um sich und sein Vermögen eine eigene Gesellschaft gründen und so allen Finanzbehörden ein Schnippchen schlagen, indem man sich unter den Schutz der Anonymität zurückzieht. Ganze Villenviertel sind allein in Vaduz neu entstanden, deren Bewohner, um sich vor der Neuner etwaiger Besucher aus dem „Ausland" zu schützen, auf jedes Türschild mit Angabe ihres Namens verzichten. Sie wissen ja, daß sie da wohnen, und daß ihnen, so lange Liechtenstein seine schützende Hand über sie hält, niemand ihren Raub ab jagen kann. Sonst aber braucht kein Mensch von ihrer geheimnisvollen Existenz in Kenntnis gesetzt zu werden. In dieses Milieu find nun auch die Gebrüder Rotter hineingeraten, die als verkrachte Berliner Theaterdirektoren in den letzten Wochen eine ettoaä traurige Berühmtheit er- I langt haben. Man erinnert sich, daß sie mehr als ein halbes Dutzend Berliner Theater gleichzeitig betrieben, diese Betriebsamkeit aber gesellschaftlich so verschachtelt hatten, daß niemand, selbst die Polizei nicht, durchsehen konnte und dann eines Tages eine Millionenpleite da war, bei der nicht nur Schauspieler, sondern auch die Autoren und das ganze Bühnenpersonal die Leidtragenden waren. Das war schon schlimm genug. Es wird aber noch schlimmer dadurch, daß sich jetzt hinterher herausstellt, daß die tüchtigen Brüder, die sich bei jeder Gelegenheit sonst ihren idealen Theaterfanatismus bestätigen ließen, schon seit ungefähr zwei Jahren diese Katastrophe vorbereitet hatten, indem sie sich klamm- heimlich auf Grund eines Leumundszeugnisses aus Berlin in Liechtenstein naturalisieren ließen; wahrscheinlich doch nicht um des stolzen Gefühls willen, Bürger eines solchen Großstaates zu fein, sondern nur um im Zusammenhang damit erhebliche Geldwerte in Sicherheit zu bringen. Auf diesem Vermögen sitzen sie nun und lachen ihre Berliner Gläubiger aus. Denn ihr neues Vaterland liefert seine eigenen Bürger nicht aus. Die deutsche Staatsanwalt, schäft hat also das Nachsehen. Allerdings nur, solange die Brüder ihre rettende Insel nicht verlassen. Für die umliegenden Staaten gilt das Privileg nicht, und wenn die Rotters einmal ihre Rase in die Schweiz hineinstecken, wird man sie hoffentlich aus diesem Paradies der Schieber endgültig herausholen. Aus der provinzialhaupista-i. Direktor Dr. Humper-iuck-Wehlar f. Gestern ist nach kurzer Krankheit an den Folgen der Grippe der Hüttendirektor der Buderuswerke in Wetzlar Dr. Humperdinck im Alter von 57 Jahren verstorben. Durch den Heimgang Direktor Dr. Humperdincks verlieren nicht nur die Buderuswerke, denen er feit 1920 feine Kraft widmete, sondern auch die Universität Gießen und insbesondere die Gießener Studentenhilfe einen Mann, der in hervorragender Weise feine hohen Gaben der von ihm vertretenen Sache zur Verfügung stellte. Die Gießener Studentenhilfe hatte an Direktor Dr. Humperdinck, der in Anbetracht seiner großzügigen Hilfsarbeit und seiner gemeinnützigen Gesinnung bei der Förderung hilfsbedürftiger Studenten unserer Llniversität von der Juristischen Fakultät zum Ehrendoktor ernannt wurde, feit vielen Jahren einen ihrer besten Freunde und Helfer. Was Dr. Humperdinck für das studentische Hilfswerk und damit auch für die Llniversität Gießen getan hat, wird in der Geschichte unserer Alma mater Ludoviciana immer als ein Ruhmesblatt verzeichnet bleiben. Er half nicht allein durch Sachspenden und gute Ratschläge, sondern er war auch durch die menschenfreundliche Art seines Llmganges für viele Studenten eine seelische Stühe, die ihnen trotz aller Schwere der Zeit Kraft zum weiteren Ringen um das Vorwärtskommen gewährte. Das Andenken an diesen warmherzigen Förderer unserer Universität, der auch im Rahmen der Gießener Hochschulgesellschaft sich betätigte, wird in unserer Stadt und insbesondere in den Kreisen der Universität immer in Dankbarkeit lebendig bleiben. Ausstellung „(Stabt un- Land." Der Verkehrsverein veranstaltet vom 26. März bis 2. April eine Frühjahrs-Werbewoche, die im Zusammenhang mit dem Früh- jahrs-Pserdemarkt und der immer sehr stark besuchten Frühjahrs-Messe durchgeführt werden soll. Die Veranstaltung soll der Geschäftswelt die Möglichkeit geben, ihre Waren einem großen Konsumentenkreis nahezubringen, sie soll aber auch dem Ziele dienen, dem kaufenden Publikum zu zeigen, in welch vielseitiger und preiswürdiger Weise Einkaufsmöglichkeiten in unserer Stadt enthalten sind. Als äußerer Hauptpunkt der Werbewoche wird eine Ausstellung unter dem Titel „Stadt und Land" hergerichtet, die die Aufgabe haben wird, die Verbindung zwischen Stadt und Land unter dem Gesichtspunkt des Kaufs deutscher Ware herzustellen. An diesem Charakter der Ausstellung sind zweifellos die weitesten Devölkerungsschichten in Stadt und Land interessiert, denn verstärkter Llmsatz deutscher Erzeug- nisse dient dem Gesamtwohl, aber auch dem Interesse des einzelnen. Die Ausstellung „Stadt und Land" soll insbesondere darauf eingestellt sein, daß sie der Landbevölkerung gute Einkaufs- Möglichkeiten für die bevorstehende bäuerliche Wirtschaftsperiode an die Hand gibt; es wird aber auch Bedacht daraus genommen, daß die städtischen Käuferiuteressen zu einem wesentlichen Teile ihre Erfüllung durch die Ausstellung finden. Llm die bereits in Angriff genommene Vorbereitung der Ausstellung rechtzeitig abzu- schliehen, ist es notwendig, daß der Vorstand des Derkehrsvereins möglichst rasch einen Lleberblick über das Ausmaß der Beteiligung interessierter Firmen erhält. Zu diesem Zwecke wird im Anzeigenteil des heutigen Blattes darauf hinge- wiesen, daß die Anmeldungen möglichst umgehend, spätestens bis zum 17. Februar beim Vorstand des Derkehrsvereins (Stadthaus Bergstraße) eingereicht sein müssen. Ilm den Firmen ihre Beteiligung zu annehmbaren Bedingungen zu ermöglichen, wird nur eine geringe Standgebühr erhoben, deren Ausmaß so festgesetzt ist, daß die Kosten für jeden Geschäftsmann tragbar sind. Interessenten mögen die heutige Anzeige beachten und sich umgehend an den Vorstand des Verkehrsvereins wenden. Arbeitgeber un- Bürgersteuerabzug. Die Bürgermeisterei veröffentlicht in unserem -heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Im Zusammenhang damit weist die Bürgermeisterei besonders darauf hin, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer feiner Arbeitnehmer haftet. Falls er dieser Verpflichtung nicht nachkommt, wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben. Oer Krieg der Zukunst. In einer Versammlung der Studentenschaft, zu der auch Gäste aus der Bürgerschaft geladen waren, sprach gestern abend in >cr Reuen Aula General der Infanterie a. D. Tdöllwarth über dos Thema „Der Krieg der Zukunft". Der Vortragende betonte einleitend, daß es immer Kriege geben werde, solange Völker existieren; ebenso wie in der Natur ein ständiger Kampf um den Lebensraum sich abspiele, werde auch immer zwischen den Völkern ein Ringen des Stärkeren gegen den Schwächeren sein. Deutschland wolle keinen neuen Krieg, denn wer den Krieg kennen gelernt habe, sehne ihn nicht herbei und werde ihn nicht absichtlich wollen. Aber Deutschland fordere Sicherheit vor einem Krieg, Schutz des heimatlichen Bodens vor kriegerischen Verheerungen und damit Sicherheit für jeden einzelnen des Volksganzen. Der Redner erläuterte sodann kurz den Begriff „Kriegsziel", das eine politische und eine militärische Seite habe und im Verlaufe des Krieges auch wandelbar sei. Das militärische Kriegsziel werde stets fein, die feindlichen Streitkräfte so rasch und so gründlich wie möglich zu vernichten, das politische Kriegsziel bestehe darin, aus dem Ergebnis der militärischen Operationen den größtmöglichsten Vorteil für das eigene Land zu ziehen. Unter diesem Gesichtspunkt seien alle Maßnahmen der Staatsleitung auf das Ziel einzustellen. Unter gewissen Umständen fei auch für ein Volk die Notwendigkeit gegeben, einen Präventivkrieg zu führen, um künftigen ungünstigen Entwicklungen für es selbst vorzubeugen; z. B. wäre es für Deutschland günstig gewesen, im Jahre 1905 einen Präventivkrieg zu führen, als Rußland durch den Krieg mit Japan gefesselt war. Weiter gab der Redner einen lleberblick über die Entwicklung der Kriege, der Waffentechnik und der Materialoerwendung bis auf den gegenwärtigen Stand. In diesem Zusammenhänge betonte er besonders die Wichtigkeit der Geheimhaltung neuerer Erkenntnisse und Verbesserungen dec Kampfmitteltechnik, damit gegenüber dem Feind immer das starke Wirkungsmittel der Ueberrafdjung gegeben sei- Er beschäftigte sich dann mit den Lehren des Stellungskrieges und des Raumkrieaes, welch letzterer durch die Flugzeuge und U-Boote zu dem Fläckjenkrieg hinzugekommen fei. Er warnte bei dieser Gelegenheit vor Illusionen über geheimnisvolle Kampfmittel und betonte demgegenüber die Notwendigkeit der starken einheitlichen Willensbildung eines Volkes zur Durchsetzung seiner Ziele und zur Erringung und Sicherung seiner nationalen Freiheit. Nachdem der Redner noch über die Entwicklung des Gaskampfes, der Tanks, der U-Boote und der Flugzeugwaffe, sowie die Vernebelungstechnik gesprochen hatte, beleuchtete er in großen Zügen die militärische Ungleichheit zwischen Deutschland und seinen Nachbarn anhand eindrucksvoller Zahlen über die Heeresstärken und die Ausrüstung mit Waffen aller Art. Auf Grund dieser Betrachtung betonte er die Wichtigkeit der deutschen Forderung nach einem Rüstungsstand, der uns befähigt, unsere Grenzen und damit die Sicherheit unseres Volkes zu schützen. Am Schlüsse seines Vortrages schilderte der Redner die voraussichtliche Entwicklung des Krieges der Zukunft, die wahrscheinlich mit schlagartigem Lieberfall des ungeschützten Landes durch feindliche Flugzeuggeschwader, mit Vergasung, Brandbomben usw. beginnen wird, aber dennoch die Gegenwehr nur verzögern, sie jedoch nicht unterbinden kann. Die Waffenwirkung, insbesondere durch Artillerie und Flieger, schilderte der Redner sowohl für die Zeit des Aufmarsches der Streitkräfte, wie auch für den Beginn und Verlauf der Operationen auf Grund der Erkenntnisse, die nach dem heutigen Stand der Dinge zu ziehen sind. Er kam aber zu dem Schluß, daß nicht die Macht der Kriegsmaschine und die Technik der Waffen, sondern immer noch der einzelne Mensch und damit die moralische und geistige Spannkraft eines ganzen Volkes schließlich den Ausschlag in dem kriegerischen Ringen geben werde. Aus dieser Sachlage zog er die Schlußfolgerung, daß bei einem Kriege der Zukunft das ganze Volk beteiligt und handelnd mit tätig sein müsse, und je stärker und einheitlicher der Wille zum Sich- durchsetzen sei, um so besser stünde es um die Erfolgsausfichten dieses Volkes. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. S. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Je ß sprach dem Redner den Dank der Zuhörer aus. Sinn un- Be-eutung -es freiwilligen Arbeits-ienstes. Die Loge „Hafsia" im Guttemplerorden vereinigte gestern abend ihre Mitglieder im Saale der „Herberge zur Heimat". In Vertretung des erkrankten Regierungsrates Dr. B u e s sprach Studienrat Dr. König über den freiwilligen Arbeitsdienst. Freiwilliger Arbeitsdienst bedeute, unter dem Gesichtswinkel der Vergangenheit betrachtet, etwas Neues. Die Wurzeln der Bewegung feien ideeller und praktischer Natur. Die ideelle fei aus dem Kriege gewonnen, aus einer Art Frontgeift, aus einem Gemeinschaftsgeist geworden. Im FAD. feien die „Ferien vom Ich" verwirklicht. Fronterlebnis wurde Grundlage für Zukünftiges. Aus dem „Interesse" sei „Dienst" geworden. Das habe sich zunächst im Bündischen geäußert; man wandte sich (hauptsächlich in der Jugendbewegung) von der Zivilisation ab, der Kultur, dem Boden, der Landschaft aber zu. Jugend habe des Denken in Profit und Strebertum überwinden wollen. FAD. im heutigen Ausmaß wäre allerdings nicht gekommen ohne die Krise. Es mußte eine Form der Betätigung für die Arbeitslosen gefunden werden. Der Erwerbslose dränge nach sinnvoller Arbeit. Mit Geldunterstützung allein sei der Mensch seelisch nicht stabil zu halten. Arbeitsdienst sei heute keine allein reichsdeutsche Angelegenheit mehr, er wurde vielmehr zur Volksdeutschen Bewegung. FAD. diene zunächst der Jugend. Aus der bloßen Betätigungsmöglichkeit sei Idee geworden, dienend der Gemeinschaft, aber nie dem privaten Menschen. Freie Arbeit dürfe aber nicht behindert werden; zusätzliche Arbeit gebe es in Deutschland genug zu leisten. Indirekt werde die Wirtschaft befruchtet. Schwierigkeiten bereitete naturgemäß die Finanzierung. Im Mittelpunkt stehe aber doch die sittliche Idee. Wichtig wurde deshalb die „Freizeit" mit ihrem lebensförderndem Geiste, mit ihrem Ziele, den HE j Tube1* •j4W Illtung 'itsdienstes. plerorden Bereinigte m Saale der ung des erkrankten lach Stiibunrat )n ArbeitsdMst. öJJJ unter dem Wte achtel, etwas Neues. Len ideeller undprak' s Kn-g-2. .Ferien i®£i Äsör 1 ^fürdieArbeitS' g,w« »*' , . S„r Äensä feg ÄnanzierrMg iufunft rrstz. nit. 9erY h des 6tnrfnet8'Di« "schl°nd°L?ge. den Kcie?, ,e>- herbei unx A-- L>-!» Krieg Mlonb lKt*L ?.. hit$ dp„ rn hdl'tilche uni 'S te Ilch toio ’flÄÄ,*" ä o»’’ W- |taa ' Jeb'tbli(f über die ®*w> M fc . gegenwärtigen pe Monte er be" neuerer Kampfmittel, »emö immer das errafchung gegeben "t ben Lehren des U-iöoote zu dem Er warnte bei die- 'der geheimnisvolle egenuber die Not- R Willensbilduna iiner Ziele und zur r nationalen Frei- der die Entwicklung r Moote und der »ebelungstechnik ae- 1 groben Zügen die m Deutschland und ksvoller Zohlen über ch'tung mit Waffen etrachtung betonte er orderung nach einem igt unsere Grenzen ■ !S Volkes zu schützen, ages fchilderte der : Entwicklung des scheinlich mit schlag- ühten Landes durch ; mit Dergosung, wird, aber dennoch n, sie jedoch nicht iffentoirfung, ins- nd Flieger, schil- . für die Zeit löste, wie auch für :r Dotationen aus nach dem heutigen nd. Er tarn aber zu Dacht der Kriegs- 1 der Waffen, fon- ■ Mensch und damit Spannkraft eines Ausschlag in dem werde. Aus dieser Wgetung, dah bet das ganze uJoU tig sein müsse, und t Wille zum Sich- stünde es um die $ lebhaftem Beifall . der Rektor Pro- dner den Dank der vöMschen Zusammenhalt neu aufzubauen. Die Iugendverbände konnten sich einschalten. Man spreche heute von .Arbeitsdienst p f l i ch t". Arbeitsdienst ohne Zwang habe aber tiefere Bedeutung. Freiwillige Uebernahme von Pflichten bedeute das ethisch wertvollere. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner den Verhältnissen in Oberhcssen zu und wies auf das große Maß der geleisteten Arbeit in unserer Heimat hin. Diel Verdienst und Anerkennung gebühre RegierungSrat Dr. D u e s vom Arbeitsamt. Den Aeußerungen txrr Arbeitsdienstwilligen sei zu entnehmen, daß sie alle tief befriedigt von der Arbeit im FAD. seien. Die Bürgermeistereien äußern sich in günstigstem Sinne. FAD. bedeute eine ungemein große seelische Entlastung. Die praktische Leistung befriedige über alles erwartete Maß hinaus. Wan müsse sich vor Augen halten, was eS bedeute, daß heute junge Menschen oftmals singend zur Arbeitsstätte ziehen und singend zurückkehren! Kameradschaftsgefühl werde wach. Gegensätze würden überbrückt, neue Gemeinsamkeit bahne sich an. JAD.-Bewegung im Reichsdeutschen habe bereits über die Grenzen hinaus zu den Ausländsdeutschen fortgewirkt. Deutsche Jugend denke Haferflocken in Packungen oder Tüten von 1 Pfund erbittet in dieser Woche die Pfundspende der Krauen-Winterhilfe Die Zustellung der Pfundpakete wird auf Wunsch der Hausfrauen von den Lebensmittelgeschäften aus direkt an die Sammelstelle erfolgen. Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, Montag», Mittwochs und freitags, von 9 bl» 12 Uhr überall gleich. Die Iugend erkenne den FDA. als ein Mittel der Doikswerdung. FAD.-Arbeit in auslandsdeutschen Gebieten sei schon energisch in Angriff genommen. Arbeitsdienst mache auch in Bulgarien, England, Holland starke Fortschritte. Immer wieder müsse man sich vor Augen halten, dah die Zukunft eines Volkes von der Widerstandskraft der Menschen abhänge. Der Mensch und nicht die Maschine sei Ausgangspunkt und Maß aller Dinge. Wertvollster Besitz sei der Boden. Boden und Menschen müßten in ein gesundes Verhältnis zueinander gebracht werden. Die Arbeit müsse dem Bün- dischen weiter erhalten werden. Die Schaffung einer Selbstverwaltung des FAD. in landwirtschaftlicher Orientierung sei eine Forderung der nächsten Zukunft. Das Dorf und seine Gemeinschaft bleibe aber die Grundzelle. Hm der Menschen und um des Bodens willen sei innere Kolonisation nötig. Der FAD. dürfe bei dem Erreichten nicht stehen bleiben, müsse vielmehr Dauerzustand werden, denn die Arbeitslosigkeit werde sich nicht völlig beheben lassen. Deshalb gelte es, neue und feste Formen au finden. Eine andere Zeit fordere andere Gesetze. (Lebhafter Beifall!) Gießener Wochenmarktpreise. Gießen, 9. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120 Pf., Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90, Watte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10 bis 12 Wirsing (grün) 15 bis 20, Weißkraut 8 bis io’ Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 12 rote Rüben 10, Spinat 30 bis 35. Rosenkohl 30, Hnterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 18 Feldsalat 150, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50 Schwarzwurzeln 25 bis 30, Acpfel 18 bis 30. Dörrobst 30 bis 35, Düsse 40, Honig 40 bis 45 Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,50 Mk.). lunflc Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund: Tauben 40 bis 60, Eier 11. Blumenkohl 30 bis 60, Salat 30 bis 35, Endivien 15 bis 30, Sellerie 10 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Käse 5 bis 10 Pfennig pro Stück. Vornotizen. — T a g e s k a l e n d e r für Donnerstag: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, 20.15 Uhr, Aeue Aula, Lichtbilder-Vortrag über „Leben und Laad der Indianer von Mittelamerika". — Institut für experimentelle Psychologie und Pädagogik, 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Filmvorführung „Beseelte Natur'. — DHD., 20.30 Uhr, DHD.-Heim, Vortrag über „Unser altes Gießen". — Krieger-Verein Gießen, 20.30 Uhr, „Postkeller", Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der weiße Dämon" — Astoria Lichtspiele, Seltersweg: „Strafsache von Geldern". — Die Vortragsgemeinsch. Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Gewerbeverein schreibt uns Zum 5. gemeinsamen Vortragsabend ist der Forscher Wil- Helm G u b i s ch aus Dresden zu einem Experi- mentalvortrag über „Geheimnisvolle Mächte im Lichte wissenschaftlicher Kritik" gewonnen worden. Der Vortragende wird über Hellseherei. Gedankenübertragung Verkehr mit der Geisterwelt, Wunderkuren. Suggestion u. a. mehr sprechen. Gr wird die Ergebnisse seiner streng wissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Gebiete des Of- kulttsmus und Spiritismus, auch mit praktischen Vorführungen, in aller Oefsentlichkeit klarlegen. Da der Vortragende ein fesselnder Redner und ein gewandter Experimentator ist, versteht er schnell seine Zuhörerschaft in seinen Bann zu ziehen. (Siehe heutige Anzeige.) — ,.D e r wahre Staat". Die Staatswissenschaftliche Fachschaft veranstaltet am Samstag. 11. Februar. 20.15 4lhr, im Studentenhaus am Leihgesterner Weg, einen Vortragsabend. Der ord. Professor der Rationalökonomie Othrnar Spann. Wien, spricht über das Thema „Der wahre Staat". Näheres ist aus der Anzeige in der Dienstag.Ausgabe ersichtlich. — Militärkonzert im Cafe Leib. Am kommenden Sonntag, 20.15 Ahr, findet wiederum ein Militärkonzert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e im Cafe Leib statt, für das ein besonders zutz- kräftiges Programm vorgesehen ist. Für den Konzertabend hat man das Motto: „@in Abend bei Iohann Strauß" gewählt. Es kommt eine Reihe erlesener Werke des unsterblichen Walzer- königS zu Gehör: u. a. die Ouvertüren zur Operette „Das Spitzentuch der Königin" und die „Fledermaus"-Ouvertüre. Ferner die köstlichen Walzer: „Tausend und eine Rächt" und ,Kaiser- Walter". Reges Interesse dürfte ein Werk des modernen, sonst atonalen E. W. K o r n g o l d erwecken, das sich „Geschichten von Strauß" betitelt und das hier seine Erstaufführung erlebt. In der Vortragsfo'g' finden wir im Acbricen roch manche Vortragsfolge finden wir im Aebrigen noch manche selten gehörte oder kaum bekannte Komposition von Iohann Strauß und sonstige Wiener Operettenmusik. Auf die heutige Anzeige sei besonder- hingewiesen. — Das Lichtspielhaus Bahnhof- st r a ß e macht darauf aufmerksam, daß der ursprünglich für den 19. Februar vorgesehene Kulturfilm „Dassan" bereits am 12. Februar zur Aufführung gelangt. Räheres ist aus der heutigen Anzeige erfidbfH«* " Sani an u ie yessische Polizei. Der hessische Innenminister hat an die ihm unterstellten Behörden folgendes Ausschveiben ergehen lassen: „Ich spreche hiermit alben Beamten der staatlichen PoliAei, den Ortspolizeiverwaltungen und der Landesgendarmerie für ihre aufopfernde Tätigkeit, die sie im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dem Staate in der letzten Woche geleistet haben, meinen besonderen Dank und meine Anerkennung aus." " Die Aniversitäts»Bibliothek fordert zur Rückgabe aller vor dem 23. Ianuar d. I. entliehener Bücher zum Zwecke der Iahres- revision auf. Letzter Rückgabetermin ist 25. Februar. An immatrikulierte und exmatrikulierte Studierende richtet sich diese Aufforderung nicht. Man beachte die heutige Anzeige. ** Kaufmännische Berufsschule und öffentliche Handelslehranstalt geschlossen. Vom Direktor der Kaufmännischen Berufsschule und der öffentlichen Handelslehranstalt wird uns mitgeteilt, daß beide Schulen infolge von Grippcerkrankungen auf drei Tage geschlossen sind. Der Anterrtcht beginnt am Montag, 13. Februar, wieder. ** Städtische B r e n n h o l z v e r st e i g e- r u n g. Bei der gestrigen Drennholzversteigerung in den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Hochwart, wurden bei sehr großer Beteiligung im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter, 1. Kl., (pro Raummeter), 10 Mk.: Buchenscheiter, 2. Kl., 9,20; Eichenscheiter, 1. Kl., 8; Birkenscheiter, 1. Kl., 8; Kiefernscheiter, 1. Kl., 6,80; Fichtenscheiter, 2. Kl., 5; Buchenknüppel 9,20; Eichenknüppel, 1. Kl., 6,40; Eichenknüppel, 2. Kl., 4,60; Ahornknüppel 5,40: Lindenknüppel 4; Kiefernknüppel 5,80; Fichtenknuppcl. 2. Kl., 3,40; Buchenstöcke 6,60: Eichennuhrundscheiter, 2. Kl., (2,20 Meter lang), 8; Lärchennuyrundscheiter. 2. Kl., (3 Meter lang), 7. Kiefemnuhrundschciter, 2 Kl., (2,50 Meter lang), 7. Buchenrcisig. 3 Kl., (100 Wellen) 15,80 Mark Drei st ä d t i s ch e Brennholzverstei- gerungen finden am Montag, Mittwoch und Freitag nächster Woche statt. .Interessenten seien aus die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil aufmerksam gemacht. ** Der AllgemeineDeutscheFrauen- verein (Deutscher Staatsbürgerinnenverband) und der Verein für Frauenkultur hatten sich — wie man uns berichtet - zu einer gemeinsamen Veranstaltung zufommengetan, die am Montagnachmittag im Gasthaus Hindenburg stattfand. Fräulein H o b o h m aus Marburg sprach über „Das Deutschtum in der internationalen Mode". An Hand von feinsinnig ausgewählten Lichtbildern aus allen Zeiten erläuterte die Vortragende die Wandlungen, denen die Moden in den verschiedenen europäischen Lindem, und namentlich in Deutschland, unterworfen waren. Am Schlüsse der Lichtbilderserie wurden neuzeitliche Kleider im Bild gezeigt und sachgemäß erklärt, was an ihnen zweckmäßig und was unschön ist. Im zweiten Teil ihrer Ausführungen setzte Fräulein H o b o h m auseinander, in welcher Weise Deutschland die ausländische Mode für sich umgeformt hat und noch umsormt. Eine „Deutsche Mode" nach Art der so tragisch verunglückten Reformkleidung hält die Vortragende nicht für wünschenswert. Dagegen sollte man in Deutschland bemüht fein, in Zukunft einen günstigen CinNuh auf die internationale Mode auszuüben, denn was heute in Paris entworfen und dann in den anderen Ländern nachgeahmt wird, ist nur für eine in der Zahl beschränkte kapitalistische Schickt geeignet, während das Bedürfnis der Zeit praktische Kleidungsstücke für die breite Masse verlangt. An den beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Taten für Donnerstag, 9.Februar. 1789: Franz laocr (Babelsberger, Begründer der deutschen Kurzschrift, in München geboren; — 1834: der Dichter Felix Dahn in Hamburg geboren; — 1846: der bayrische GeneralfeldmarschaU Prinz Leopold von Bayern in München geboren OJtxfpoti NS.-Wetlkämpse mit Hindernissen. MLj T ... Links: Der schwedische Olympia - Meister Utter ström war beim 40-km-Staffellauf der FlS^ennen der schnellste Mann, er lief seine 10°kw°Etappe in der Zeit von 41:17,2 und sicherte damit der schwedischen Mannschaft den Sieg. — Rechts: Die Schneeoerhältnisse bei den internationalen Ski-Wettkämpfen in Innsbruck sind äußerst ungünstig. Um wenigstens den Schnee auf der Sprungschanze zu retten, wurde die Auslaufstrecke mit dicken Brettern verkleidet, damit der Regen den Schnee nicht fortspült. (Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim I — Steinbach I 1:0 (1:0). Die Einheimischen konnten am vergangenen Sonntag den Kampf nur knapp aber verdient für sich entscheiden. Das einzige Tor des Tages fiel bereits in den ersten 10 Minuten durch Strafstoß, der vom rechten Läufer unhaltbar getreten wurde. Das Treffen wurde von Anfang an äußerst spannend durchgeführt und stellte außergewöhnliche Anforderungen an die Spieler. Die Gastgeber spielten in der 1. Halbzeit reichlich zerfahren, während nach der Pause, insbesondere von der Hintermannschaft, sehr gute Leistungen gezeigt wurden. Die Gäste stellten eine stabile Elf. Der Gegner unterlag in Ehren. Schiri Michel VfB. amtierte korrekt. Turnen im Lahn-Oünsberg-Gau. Gerätemannschaftskampf Haufen — Steinbach — Reiskirchen. Am Sonntag trafen sich die Geräte-Mann- schaften der Turnvereine von Hausen, Steinbach und Reiskirchen zu einem Geräte-Mann- schaftskampf in Hausen. Steinbach stellte die turnerisch erfahrenste Mannschaft und gewann den Kampf mit 484 Punkten: Hausen wurde 2. Sieger mit 455 Punkten. Reiskirchen folgte mit 446 Punkten. Die höchsten Punktzahlen erreichten Heinrich G r ö h e r-Steinbach (79), L. Rein- schrnidt -Steinbach (76), K. Roth -Steinbach (74) und K. Sarnes-Hausen (74). Der nächste Kampf findet im März in Reiskirchen statt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. CREME Regen ,Wi nd u. Schnee Neue Preise:RM 0.15—1.00 Musik in der Küchel Des sind aber keine normalen Instrumente, sondern richtige Pfeifsignale. Und alle sorgen defOr, daß Sie Feuerunge- koaten sparen: der Schnellkochtopf der Flöten-Wasserkeesel der Milchkocher Es kostet nichts, wenn Sie slchdleseSechen ansehen bei J.B. Häuser Am Oewaldsgarten Gießen. Ruf 2145/2146 422 A Die Rechnung der Evangelischen Ge amtgemeinde Gießen für 1931 liegt nebst urkunden vom 10. bis 17. Februar, jedes- nial von 8 bis 13 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsichtnahme Gemeindeglieder offen. Gießen, den 9. Februar 1933. 943D Evangelischer Gesamtkirchenoorstand. Bechtolsheimer. Bekanntmachung betreffend Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger usw. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer hastet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben. 930C Gießen, den 6. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller Lieferungsvergebung von Brennstoffen. Die Angebote für die im Amtsoerkündigungsblatt vom 31. Ianuar 1933 ausge- schriebene üieferungsvergebung sind bis zum 15. Februar 1933 bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. 965D Staatliche Beschaffungsstelle Darmstadt Paradeplatz 3. Freitag, 10. Februar, 7 Uhr 51 1. Kappenabeod. In Grelllchs Bier- n. SDelse-Reslaorant Zum Löwen, Neuenweg 28 Samstag und Sonntag neue Kapelle! An allen Tagen bis 4 Uhr nachts! S3D Fritz GreUicb. Zwangsversteigerung 131/32 Am Donnerstag, dem 16. Mär; 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das nachstehende im Grundbuche zu Gießen: a) dem Schlosser Otto Jran; in Gießen zu ,e/u, b) der Anna Jcanj, geb. Müller, in Gießen, dessen Ehefrau, zu u/u, c) dem August Muller in Gießen zu */ö zugeschriebene Anwesen Lrednerstraße 24 Flur 6, Rr. 1228/ioo = 465 qm hofreite, geschätzt 28 443 Reichsmark, zum Zwecke der Auseinandersetzung versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 935D Gießen, den 6. Februar 1933. 3.21. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Brennholzversteigerung Montag, den 13. Februar l. wird aus dem Gemeindewald Wohnbach versteigert: Scheiter, rm Buche 350, Eiche 88,6, Hainbuche 7,4, Kiefer 6,3, Fichte 5,5. Knüppel, rm: Buche 150, Eiche 51,6, Birke 0,9, Fichte 7,1. Reisig 1. Kl., rm: Buche 6,8, Eiche 43,3. Reisig 3. fit, rm: Buche 479,5. Stöcke, rm: Buche 23,1. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr am Waldeingang auf der Straße Wohnbach—Münzenberg. 942D Wohnbach, am 6. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei Wohnbach. Kratz. Aitoria-Lichtfpiele Beate bis Sonntag einschließlich Willy Vogel, der Ansbrecherkönlg Nach dem Roman der Berliner Illustrierten. Ein Film, der durch die menschl. Gestaltung seines Stoffes pakt. der mehr ist als ein Kriminalreißer. — Hauptrollen: Ellen Richter. Elga Brink, Harry Hardt, Fritz Kämpers. Hilde Hildebrandt, Friedrich Kayßler. Gutes Beiprogramm Mittwoch, 15.Febr., 20.15 Uhr, im Cal« Leib Großer Volkskunst Abend der Tiroler Werbegroppe (aas Lienz) Li cht bi 1 der vortrag: m3d Die Schönheiten Tirols in Wort und Bild Schuhplattlertänze — Dialektvorträge — Gesangsvorträge sowie Alpenkonzert Eintritt Vorverkauf 0.40 RM_, an der Abendkasse 050 RM (Vorverkauf in der Papierhandlung Franz, Blockstraße 81 Ortsgruppe Gießen des Vereins für das Deutschtum im Ausland Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 2. Mär; 1933, vormittags 9 Ahr, wird im Amtsgerichts- gebaude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche zu Gießen 1. der Philipp hohmeier Witwe, Wilhelmine geb. £öb- rich, 2. dem Hauplwachtmeister Wilhelm hohmeier, beide in Gießen, zugeschriebene Anwesen 4340 Jluc 4, Rr. 292 - 589 qm hofreite Flur 4, Rr. 293 = 426 qm Grabgarten, zusammen geschätzt 39 792 RM., zum Zwecke der Auseinandersetzung versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 17. Januar 1933. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Försterei Gießen: 947C 963 D Verkehrsverein Gießen e.V. Fichtenreisstangen 4. Kl. Uhr. aus Abt. 23. 24. 28. 31, 40 und 41 6,8 Wir betrauern das Ableben unseres Heben A. H. gesucht. bsiv und 949 D Ptd. 17 Md. 20 Md. 22 Md. 24 7 Stck. 10,99 km. 948V pfd. 23 Ptd. 12 Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Februar, nachmittags um l*/a Uhr statt. 950 D pfd. 38 Pfd. 40 pfd. 48 Karoline Pfeiffer, geb. Debus Launsbach, den 9. Februar 1933. 941 D Pfd. 1.00, 1.20 8 & F-Weinbrand % «1.50 >/. «2.80 S & F-Sparmarken auf alle Waren Schrift!. Ang. unl. 0822 a. d. GH. An-. 3,36: 4. Kl. Filialen in allen Stadtteilen 5,60; 4. Kl. 1,11. UIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIB 9,53; 898V Rheinweinhaus Gießern SELTERSWEft RR. 8 960 D EIN WEG ZUM SPAREN! •0 5MMMWM rm Buchenstöcke rm Fichtenstöcke Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme bei dem Heimgange unseres Heben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Henn Pfarrers und allen denen, d.e uns zur Seite gestanden haben, sagen wir auf diesem Wege aufrichtigsten Dank. rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm .Pfd. 20, 17 .....Pfd. 11 rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm rm 60,0 13,2 3,0 19,3 17,5 3,0 19,0 792 50 7,5 14,0 44 | Kaufgesuche | Gebraucht., gut erh. Cichenscheiter 1. Kl. Kiefern cheiter 1. Kl. Kiefern cheiter 2. Kl. Fichten cheiter 1. und 2. Kl. Birkenscheiter 1. Kl. Buchenknüppel Eichenknüppel Kiefernknüppel Fichtenknüppel Birkenknüppel Gieben (Steinstrabe 19), den 9. Februar 1933. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 10. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. waldes, 56,2 82,6 17,2 61,1 5,2 12,6 13,0 46,5 32,0 5,6 1,8 5,0 400 8,0 31,3 22,4 59 Bierwurst in Blasen. . Streichleberwurst Schinken gekocht..... 2a-Kl. 1,49. Nutzscheit: Eiche rm: 30. Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg, 8. Schneise. B. Mittwoch, den 15. Februar 1933, 9% Uhr, aus Abt. 4, 10, 11, 13, 15, 16 und 19, Hangelstein, Försterei Wieseck: .Pfd. 80 .Pfd. 90 Weizenmehl hell.......... Auszugsmehl fein......... Auszugsmehl extra fein..... 8 & F-Magnetmehl...... Margarine gute Qualität...... Weiße Bohnen............ Erbsen gelb m. Sch............ Vollreis f.m................. Eier-Bruch-Makkaroni Eier-Fadennudeln........ Blut- und Leberwurst ... uv.: 63*D Lieh, den 8. Februar 1933. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 10. Februar, nachm. 3.30 Uhr, vom Trauerhause aus statt.Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. ________________________________________________5jd Gießen, den 8. Februar 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Dr. Rosenberg. Fichte, km: la-Kl. 9,02; lb-Kl. 11,95; 2a-Kl. 12,03; 2b-Kl. 3,72; 3a-Kl. 3,55. Lärche, km: la-Kl. 9,45; lb-Kl. 15,27; mit Küch.-Benutzg. a. alleinst.Dameao. Gellüg. und Vogel- zucht- fereio GieOenu. Ümg.l897e.V. Sonntag, 12. Febr., nachmitt. 3 Uhr, bei Gastwirt Henkel, , Walltorstraße Jahreshauptversammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Rechnungsablag. 3. Vorstandswahl 4. Verschiedenes. osgd Der Vorstand. 39,5 64,4 16,6 23,7 2,7 8,9 42,0 43,5 9,6 210 2835 425 75 T. N. Heute abend 20 Uhr Stahlhelmheim, Kaiserallee 23 Vortrag Sch. eso» O.»G. Gieße«. Buche, km 2. Kl .0,33; 3. Kl. 3,86; 5. Kl. 0,78. Erle, km: 2. Kl. 5,70; 3. Kl. 0,99. Linde, km: 3. Kl. 0,59; 4. Kl. Ahorn, km: 3. Kl. 0,29. Sämtliches Holz ist vorher anzusehcn. Spätere Anstände können nicht berücksichtigt werden. Vorherige Auskunft und Verzeichnisse durch Förster Becker, Hausen, Post Butzbach. Nieder-Weisel, den 6. Februar 1933. Hessische Bürgermeisterei. Winter. Die Landsmannschaft Darmstadtia I. A. d. c. Otto Zimmer X- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Stein. Wellen Buch en reisig 3. Kl. rm Buchenstöcke rm Eichenstöcke rm Kiefernstöcke St. Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Kl. 9T Die Insel der 5 Millionen Pinguine *WI Eine sensationelle Bildreportage des berühmten Forschers Ch. Kearton nach dem bekannten Buch. Ein einzigartiges Tiergemälde Für jeden Natur- und -Tiefreund ein seltene» Erlebnis. Kleine Preise M. 0.50 bis 1.40. Jugendliche M. 0.30 bis 0.70. Für Goethebund- und Verbandsmitglieder M. 0.50 und 1.00 gegen Einlösung der Gutscheine Nr. 2. Vorverkauf: Emst Challier. ««sc Kiefer, km: 2a-Kl. 1,53; 2b-Kl. 3a-Kl. 2,69; 3b-Kl. 3,78. 936 D Die Monats • Versammlung am 11.2. fällt aus. Nächste Verslg. am 11.3.(s.Bundesztg. am 20.2.). ZurTell- nähme am Winterfest 4.(MG) Komv. am 11.2., 20 Uhr, in d.Liebigshöhe,wird hiermit aufgeforü. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinim Eichen- und Ahornknüppel Fichtenknüppel Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl. Wellen Eichenreisig 3. Kl. tir. Klavier für 70 Mk. bar z.vk. 9370 Ostanlage 43. Heute entschliet sanft nach längerem Leiden meine Hebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grobmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Fran Wilhelmine Artz, deh.BepDler im 70. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Koor. Ant. Artz, Schneidermeister. Lang-Göns, Odenheim i. B., den 8. Februar 1933. Buchenscheiter 1. Kl. Buchenscheiter 2. Kl. Eichenscheiter 1. Kl. Fichtenscheiter 2. Kl. Buchenknüppel Buchenscheiter 1. KL Eichenscheiter 1. Kl. Eichenscheiter 2. Kl. Kiefernjcheiter 1. Kl. Kiefern cheiter 2. Kl. Fichtenscheiter 1. und 2. Kl. Buchenknüppel Eichenknüppel Kiefernknüppel Fichtenknüppel Strobeknüppel Eichenreisig l.Kl. LichlsnielhansGiehen^Boelhehnnd Nur Sonntag, 12. Februar 11.15 Uhr vorm. Kulturfilm-Frühvorstellung! DASSAN schrank mögl. 175 cm hoch, 165 cm breit, 80 cm tief, zu kauf.gesucht. Schrift!. Ang. unt. 961V a. d. G. Anz. Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl. Wellen Eichenreisig 2. Kl. Wellen Kiefernreisig 2. Kl. Wellen Strobereisig 3. KL Nutzholzversteigerung rNontag, den 20. Februar d. 3., nachmil- kags 1 Uhr, kommt in der wirtschaft Waldmann, Jägerhaus bei Buhbach, aus dem Bieder-Weiseler Wald zur Versteigerung: Stamme. Eiche, km: l.Kl. 2,58; 2. Kl. 10,79; 3. Kl 15,17; 4. Kl. 7,49; 5. Kl. 17,09, 6. Kl. 19,63. Dr. med. vet. Pani Walter akt. 96/98 Tierarzt in Lieh. Am 6- Februar verschied sanft nach schwerer, mit grober Geduld ertragener Krankheit unser Heber Sohn. Bruder, Schwager, Neffe Onkel und Vetter Herr Adolf Schmitz im 34. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schmitz, Hallenmeister. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Dienstagabend meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Stein geb. Petri nach langem schweren Leiden im 66. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. des Stadtwaldes, Försterei Rödgen: Buchenscheiter l.Kl. 9,0 rm Kiefernveisig 1. Kl. (Das Holz aus den Abteilungen 23 24 wird nicht vorgezeigt.) Zusammenkunft: Grünberger Straße — 7. Schneise. Zusammenkunft: Daubringer Straße, in der Nähe des Steinbruchs. C. Freitag, den 17. Februar 1933, 9% Bei dem A-Holz handelt es sich um besonders schöne Stämme, wie sie nur selten angeboten werden können. Güteklasse N: Eiche: 1. Kl. 2 Stck. 0,48; 2. KL 35 Stck. 17,35; 3. Kl. 50 Stck. 43,67; 4. Kl. 47 Stck. 40,95; 5. Kl. 18 Stck. 22,80; 6. Kl. 7 Stck. 11,69 fm (hierunter aus Lichterwald 6a). Buche: 3. Kl. 1 Stck. 0,71; 4. Kl. 2 Stck. 2,56, 5. Kl. 1 Stck. 1,23 fm. Esche: 1. Kl. 2 Stck. 0,19, 3. Kl. 1 Stck. 0,57 fm. fiirschbaum: 3. Kl. 1 Stck. 0,45 fm. Fichte (nur aus Försterei Merlau, insbesondere aus den Forstorten Burgwald, Gänsheege und Sinnes): lb-Kl. 2 Stck. 0,72; 2a-Kl. 10 Stck. 5,75; 2b-Kl. 17 Stck. 16 41; 3a-Kl. 30 Stck. 40,69; 3b-Kl. 19 Stck. 44,49; 4a-Kl. 6 Stck. 13,55; 4b-Kl. 2 Stck. 5,43; 5. Kl. 5 Stck. 18,12 fm. Das stärkere Material ist etwa zur Hälfte geringerer Güte. Kiefer (aus Försterei Nieder-Ohmen und Merlau): 2a-Kl. 9 Stck. 4,22; 2b°Kl. 42 Stck. 22,18; 3a-Kl. 55 Stck. 40,35; 3b-KL 11 Stck. 8,91: 4a-Kl. 4 Stck. 5,28; 5. Kl. 1 Stck. 1,84 fm. Lärche (davon 3 Stück in der Försterei Rieder-Ohmen, die übrigen im Forstort Burgwald 2a, Försterei Merlau): 2a°Kl. 1 Stck. 0,59; 2b-Kl. 13 Stck. 5,99; 3a-Kl. 9 Stck. 8,27; 3b-Kl. 4 Stck. 3,95; 4a-Kl. 1 Stck. 0,63 fm. Derbstangen: 6 Stck. Eschen und 2 Stck. Eichen (Deichseln), Gänsheege 2. Das ausgebotene Holz ist rok unterstrichen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft erteilen für die Försterei Nieder-Ohmen Herr Förster Landmann zu Nieder-Ohmen, für die Försterei Merlau Herr Förster Edelmann zu Merlau und für die Försterei Bernsfeld Herr Förster Kniß zu Bernsfeld und die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 8. Februar 1933. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. S u Ausstellung »Stadt und Land« Für die Gießener Geschäftswelt gilt es, aus Anlaß der Gießener Werbewoche (vom 26. März bis 2. April 1933) der Bevölkerung aus Stadt und Land Erzeugnisse und Waren, die das Interesse aller Bevölkerungskreise erwecken, zu zeigen.Wir beabsichtigen, diese Erzeugnisse und Waren in einer Ausstellung deröffentlichkeit zugänglich zu machen Wir fordern die Gießener Geschäftswelt auf, zunächst unverbindliche Wünsche wegen Überlassung von Ausstellungsflächen bis zum 17. Februar 1933 an uns zu richten. Später eingehende Wünsche können nicht berücksichtigt werden. Die Beteiligung ist mit sehr geringen Kosten möglich. Weitere Auskunft erteilt unsere Geschäftsstelle, Stadthaus Bergstraße,Zimmer 14, Fernruf 2851 [951 d Asbest- Platten 1,2, 3.4 und 5 mm, wieder am Lager. 2O4D CarlSchunck Stadttheater Gießen sstD Freitag, 10. Febr^ 20—22.15 Uhr 18Freitags-Abonn. Gewöhnt. Preise. Zum erstenmal! Bargeld lacht! Komödie in 3 Akt. v. Erich Ebermaper u.Frz.Knmmerlobr Große WWMWMW aus verschiedenen Forstorten der Försterei Nieder-Ohmen, Merlau und Bernsfeld am 17. Februar 1933, vormittags 9% Uhr, in der härleschen wirtschaft zu Merlau. Stammholz, Güteklasse A: Kiefer (Burgwald 2, Försterei Merlau): 3a-Kl. 9 Stck. 8,83; 3b-Kl. 23 Stck. 25,64; 4a°Kl. 11 Stck. 14,35, 4b-Kl. 2 Stck. 3,26 fm. Lärche (Burgwald 2a, Försterei Merlau): 3b-Kl. 4 Stck. 5,76, 4a-Kl. 11 Stck. 20,45; 4b-Kl. । Westanlage 38. Zum 1. März tücht. WMWn für größer. Privat- : haust), gesucht, vorv ! 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Noch vor wenigen Wochen nahm sie an den Gottesdiensten der katholischen Gemeinde teil, und ihre offene Hand hat noch in den letzten Tagen Armen und Kranken fürsorgliche Hilfe gebracht. Sie nahm regen Anteil an allen Ereignissen, die unsere Stadt betrafen. Ihr ausgezeichnetes Personengedächtnis ermöglichte es ihr, Leute, die nach dreißigjähriger Abwesenheit unsere Stadt wieder besuchten, wiederzuerkennen und sich mit ihnen über vergangene Zeiten zu un- terhalten. Wegen ihres alle Zeit liebenswürdigen Wesens und ihrer WohPaten Armen und Kranken Gegenüber wird sie vielen Einwohnern im Gedächtnis bleiben. Tierarzt Or. Walter-L ch t- T Lich, 6. Sehr. Der weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannte Tierarzt Dr. med. vet. Hermann Walter erlag in der Rächt zum Mittwoch plötzlich einem Herzschlag. Mehr als dreißig Jahre versah der Verblichene, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, das Amt des Tierarztes und Fleischbeschauers in unserer Stadt. Auch ocr Bezirk Lich der Kriegerkameradschaft .Hafsia" empfindet den Tod von Dr. Walter als einen schmerzlichen Verlust, denn der Verstorbene war seit einem Jahrzehnt erster Vorsitzender des Bezirks und langjähriges Vorstandsmitglied im hiesigen Kriegerverein. Oie Grippe. * Aus dem Kreise Gießen, 9. Febr. Am Dienstag und Mittwoch mußten in 13 Gemeinden des Kreises Gießen auf Anordnung der zuständigen Behörde die Schulen geschlossen werden. Die Grippe hat so stark um sich gegriffen, daß mit der Schließung weiterer Schulen gerechnet werden muß. CO Klein-Linden, 8. Febr. Infolge starker Zunahme der Grippeerkrankungen unter den hiesigen Schulkindern mußte heute die Volksschule auf einige Tage geschlossen werden. D Lich, 8. Febr. Die Grippe-Erkrankung en in unserer Stadt haben außerordentlich zugenommen. Inzwischen hat auch der Tod einige der Erkrankten dahingerafft. Am Mittwoch waren sechs Todesfälle zu verzeichnen, die zum Teil auf Folgeerscheinungen der Grippe zurückzuführen waren. In einigen Häusern liegen sämtliche Familienmitglieder grippekrank darnieder. l Hungen, 8. Fevr. Die Grippeepidemie hat in unserer Stadt in den letzten Tagen einen derartigen Umfang angenommen, daß die Schulen den Unterricht auf acht Tage ein ft eilt en. Glücklicherweise erwiesen sich die bisherigen Krankheitsfälle als leicht. //. Cleeberg, 8. Febr. Auch hier hat die Grippe unter den Schulkindern stark zugenommen. Heute waren von 80 Schulkindern 54 (61,5 Prozent) an Grippe erkrankt, so daß auf Anordnung der Behörde die Schule geschloffen werden muhte. Deutscher Tag in Laubach. □ Laubach, 8. Febr. Am Sonntag fand in unserem slaggengeschmückten Städtchen ein von den Eturmbannern I 116 und III/116 der VSDAP. veranstalteter Deutscher Tag statt, an dem sich etwa 110 0 SA. ° Leute beteiligten. Während am Vormittag die SA.-Abteilungen von Schotten und Grünberg her im Anmarsch auf L a u b a ch waren, hielt die Sanitätsabteilung der Standarte 116 auf dem nahe gelegenen Ramsberg eine Felddienstübung ab. Gegen mittag waren sämtliche Formationen in Laubach ein- getrosfen, wo sie beköstigt wurden. Vach der Mittagspause fand ein Manöver unter Mitwirkung der Vachrichtenabteilung zwischen dem Ro- then- und Ringelsberg statt, das den programmgemäßen Verlauf nahm. Anschließend stellten sich die einzelnen Abteilungen an der Schottener Straße unter Dorantritt der Standartkapelle 116 zu einem Werbemarsch durch die Straßen der Stadt auf, wobei sich auch die hiesige Ortsgruppe des Stahlhelm und der Musikzug Schotten beteiligten. Die Formationen wurden bei ihrem Marsch durch die Straßen der Stadt von einer großen Menschenmenge umsäumt, begeistert begrüßt. Auf dem Marktplatz nahmen der Sturmbannführer Hahn (Laubach), Standartenadjutant M ü nke r (Gießen) und S e. Erlaucht Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach (Stahlhelm) den Vorbeimarsch ab. Eine Baue rnkundg ebung schloß sich im überfüllten Saale des „6olmfer Hofes" an, während im ^Schühenhof" und in der /Staube“ Militärkonzerte stattfanden. Die Bauernkundgebung wurde von Dr. Roßbach (Laubach i geleitet. Vach der Ansprache durch Bürgermeister H ö g y , der im Vamen der Stadt Lavbach die Versammlungsteilnehmer begrüßte, traten als Redner Landwirt Dr. Wagner (Darmstadt) und Lehrer Schäfer (Burkhards) auf, die über den Zweck und die Ziele der VSDAP. Aufklärung gaben. Gegen 19.30 Uhr versammelten sich die beteiligten Kapellen auf dem Marktplatz zum Großen Zapfenstreich. Hiernach fand in den drei Sälen der vorgenannten Gasthäuser Manöverball statt. Zedern Teilnehmer wird die große vaterländische Veranstaltung in bester Erinnerung bleiben. Berlin still, aber freundlich. Berlin, 9. Februar. (WTB. Funkspruch.) Das Geschäft an den Aktienmärkten hat keine Belebung erfahren. Die Politik interessiert nicht mehr so stark wie bisher, und aus der Wirtschaft lagen nennenswerte Anregungen kaum vor. Das festere Neuyork, die flüssige Lage am Geldmarkt, die Hausse an der Brüsseler Eisenbörse und der ziemlich günstige Kaliabsatzbericht für den Monat Januar bewirkten aber immerhin, daß die Anfangsnotierungen vielfach bis zu 1 v. H. höher lagen. Angebot war heute kaum vorhanden. Montane eröffneten nicht ganz einheitlich. Gelsenkirchen und Hoesch waren etwas höher, Harpener auf kleines Angebot 2 o. H. gedrückt. Von Braunkohlenwerten waren Eintracht und Niederlaufitzer Kohle bis zu 3,25 v. H. fester. Von Kaliaktien gewannen Salz- detfurth bei kleinstem Geschäft 3,5 v. H. Chemische Werte gewannen bis zu etwa 1 v. H. Chemische Heiden zogen 1,90 o. H. an. Gummi- und Linoleumwerte lagen bis zu 1 v. H. höher. Elektroaktien gewannen bis zu 1 v.H., Chade und AEG. waren etwas schwächer: bei letzteren verstimmten wenig günstige Umsatzschätzungen. RWE. eröffneten 1,65 o. H. höher. Gas-, Metall- und Bauwerte hatten Besserungen bis zu 1 v. H. aufzuweisen. Autoaktien gewannen bis zu 1,65 v. H. Kabel- und Drahtwerte lagen geschäftslos. Maschinenfabriken und Kunstserdeaktien sowie Papier- und Zellstoff- werte waren bei geringfügigen Veränderungen nicht ganz einheitlich. Von sonstigen Textilwerten waren Stöhr 1,50 v. H. gedrückt. Unter Brauereien fielen Dortmunder Union durch einen 2,5-v. H.-Gewinn auf. Wasserwerke blieben ziemlich unverändert. Verkehrswerte, darunter Schiffahrtsaktien, waren eine Kleinigkeit freundlicher. Von Banken zogen Reichsbank fast 3 v. H. an. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei stockendem Geschäft ziemlich allgemein bis zu 1 v. H. ab. Die anfangs schwächeren Werte konnten sich geringfügig erholen, Rückfälliger Dieb vor dem Amtsgericht. * Büdingen, 8. Febr. Der Maurer und Steinbrucharbeiter K. W. Reuter aus Heegheim hatte sich vor dem hiesigen Amtsgericht wegen zweier schwerer Diebstähle (tm Rückfall) und wegen Vergehens gegen die Verordnung über Waffenmiß. brauch zu verantworten. Der Angeklagte verübte die Einbrüche im Hause des Lehrers Diehl zu Düdelsheim, entwendete verschiedene Haushattungs- und Gebrauchsgegenstände, wurde aber beim zweiten Einbruch festgenommen. Er leugnete seine Ver- fehlungen nicht. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und 9 Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf 1 Jahr, 4 Monate und 1 Woche Gefängnis. Eine Stahlrute, die der Angeklagte oerbotenerroeife getragen hatte, wurde eingezogen. Schwere Bluttat in Äarmstadt. WSV. Darmstadt, 8. Febr. Vor der Gastwirtschaft „3ur MartinsbierhaUe", Ecke Lieb- frauenstrahe und Arheilger Straße, randalierten heute nach 22 Uhr drei junge Burschen. Der Gastwirt L. D ö r n kam aus der Wirtschaft heraus, um Ruhe zu gebieten und die Burschen zurechtzuweisen, weil sie gerade dabei waren, einen Kanaldeckel auszuheben. Die drei Burschen verspotteten ihn, worauf er in fein Lokal zurück- ging und mit einem Farrenschwanz (Totschläger), von einem Gast begleitet, zurückkehrte. Als die beiden sich den Ruhestörern näherten, fielen diese über sie her und brachten ihnen mehrere Messerstiche bei. Ein Messerstich traf den ® a ft - Wirt ins Herz, so daß er auf dem Transport ins Krankenhaus starb. Der ebenfalls schwer verletzte Gast namens Wilhelm Groh mußte sich sofort einer Operation unterziehen. Die Kriminalpolizei nahm die drei mutmaßlichen Täter fest. Die Bluttat hat keinerlei politischen Charakter. während die besonders festen Papiere bis zu 1,5 v. H. nachgaben. Deutsche Anleihen tendierten weiter fest. Alt- besitz eröffneten 90 Pf. hoher, gaben dann allerdings etwas nach. Reichsschuldbuchforderungen und die übrigen festverzinslichen Werte waren gefragt und bis zu 1 v. H. hoher. Von Ausländern waren Türken in Erwartung einer Aufnahme der Kuponzahlungen gefragt und fest. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 4,40 v. H. bzw. 4,25 v. H. an der unteren Grenze weiter leicht. Die Tranche Reichsschätze per 16. August ist bereits ausverkauft, so daß eine neue Tranche per 15. September ausgegeben wurde, die gleichfalls gefragt ist. Auch nach Reichswechseln per 5. Mai und Privat- diskonten ist weitere Nachfrage festzustellen. Frankfurt abwartend. Frankfurt, 9. Febr. (WTB. Drahtmeldung.) Nachdem an der Abendbörse Erörterungen über eine baldige Diskontsenkung zu einer recht festen Tendenz geführt hatten und auch im heutigen Vor- mittagsverkehr weiter höhere Shirfe genannt worden waren, eröffnete die amtliche Börse zwar in freundlicher Grundstimmung, die Umsatztätigkeit hielt sich jedoch infolge der Zurückhaltung der Kulisse — hervorgerufen durch den sehr minimalen Order- eingang bei den Banken — in sehr engen Grenzen. Im Hinblick auf die Programmrede des Reichswirt- fchaftsministers am Samstag war man allgemein auch abwartend eingestellt. Vereinzelt schritt die Kulisse zu kleinen Realisationen, so daß die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, jedoch noch etwas fester war. Die Abweichungen nach beiden Seiten betrugen nur selten mehr als 0,50 bis 0,75 v. H. Einige Spezialwerte setzten ihre Aufwärtsbewegung fort, so vor allem Reichsbank mit plus 2,25 v. H. Auch Scheibeanstatt und Tietz und Kaliwerte waren mit Erhöhungen von 1,50 bis 3 v. H über den Gesamtrahmen hinaus gebessert. Montanwerte waren uneinheitlich bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Don Elektrowerten eröffneten AEG. und Schuckert bis zu 0,40 v. H. niedriger, während Licht und Kraft, Siemens, Gesfürel und Lahmeyet von 0,25 bis 0,90 d. H. hoher einsetzten. Am Chemiemarkt blieben IG. voll behauptet, Rütgerswerke gewannen 0,50 v. H. Schiffahrts- und Derkehrswerte lagen gut gehalten. Von Kunstfeideaktien bröckelten '21 tu 0,50 v. H. ab. Bon sonstigen Papieren waren Aschaffenburger Zellstoff um 1,50 v. H., Deutsche Atlanten, Telegraph 0,50 o. H., Deutsche Linoleum 0,40 v. H. und Holz- mann 0,25 o. H. höher. Deutsche Anleihen lagen bis zu 0,50 v. H. freundlicher. Reichsschuldbuchforderungen blieben behauptet. Von Industrieobligationen gewannen Stahlvereinbonds 0,90 o. H. Am Auslandsrentenmarkt setzten Zolltürken und 4prozentige Einheitsrumänen bis zu 0,13 v. H. höher ein. Gold- und Liquidation-- Pfandbriefe und Kommunalobligationen zogen bei kleinem Geschäft von 0,25 bis 0,75 v. H. an. Stadtanleihen lagen meist bis zu 1 v. H, teilweise auch bis zu 2 v. H. höher, während Staatsanleihen nur wenitz verändert waren. Im Freiverkehr lagen Amerikanische Kunstseiden-Shares 0,50 bis 1 Dollar höher. Im Verlaufe herrschte nahezu Geschäftslosigkeit. Reichsbankanteile gaben 1,50 v. H. nach, auch Aktien bröckelten um weitere 0,50 v. H. ab, während auf den übrigen Marktgebieten nur unbedeutende Veränderungen festzustellen waren. Deutsche Anleihen gingen von 0,25 bis 0,40 v. H. I zurück. Tagesgeld war zwar zu 3,25 v.H. unser- | ändert, doch zeigte sich etwas Nachfrage. Frankfurter SchlachtvicHmarkt. 5ranffurt a. SOI, 9. Febr. Auftrieb: 137 Rin- der, 940 Kälber, 227 Schafe, 744 Schweine (darunter 270 Memelländer). Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 32 bis 36 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 27 bis 31, geringe Kälber 22 bis 26, Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthärnmel (Weidemast) 23 bis 25, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthärnmel und gut genährte Schafe 20 bis 22. fleischiges Schafvieh 17 bis 19; Schweine: oollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 36 bis 38, von etwa 160 bis 200 Pfund 34 bis 37 Mark. — Marktoerlauf: auf allen Marktgebieten langsam, geräumt. Wettervoraussage. Obwohl das Vordm:ertief in nordöstlicher Richtung über Skandinavien abzieht, tritt bei uns zunächst noch kein beständiges Wetter ein. 3m Westen lagern sehr warme Luftmassen, die bei den herrschenden Winden vorerst bis in unser Gebiet Dora-’tragen. dann aber durch den hohen Druck im Osten mehr nördlich abgedrängt werden. Dabei gestattet sich das Wetter wechselhaft, im ganzen mild und etwas regnerisch. Mit dem weiteren Aufbau des hohen Druckes sowohl von der Biskaya, als auch von Polen her wivd später eine Beruhigung eintreten. Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt mit vorübergehendem Aufklaren, vorerst noch mild und zeitweise etwas Regen. Aussichten für Samstag: Ruhigeres Wetter, neblig-bewölkt mit Aufklaren, nachts Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktsnähe. Lufttemperaturen am 8. Februar: mittags 7,2 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 9. Febr.: morgens 6,2 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum 3,5 Grad. Viederschläge 3,4 Millimeter. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 8. Februar: abends 2,2 Grad: am 9. Februar: morgens 1,4 Grad Celsius. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 11. Februar. Vorabend: 5.30 Uhr; morgens: 9 Uhr; abends: 5.45 und 6.25 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 11. Februar. Freitag abend 5.10 Uhr: Samstag vor- mittag 8.30 Uhr; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbatausgang 6.25 Uhr. — Wochengottesdienst morgens 7 Uhr; abends 5 Uhr. Wirtschaft. Ernst Kreidolf. 3um 70 Geburtstage des schweizerischen Malers. Von M. Lerding. Am 9. Februar 1933 sind es 70 Jahre, daß der Maler Ernst K r e i b o l f zu Tägerwilen in der Schweiz geboren wurde. Ein Schweizer Maler? Wenn auch ein Arnold Böcklin, ein Albert 9B e (t i der ganzen Kulturwelt angehören, welche entscheidenden Belange sind es, die eine gleiche Allgemeingeltung auch bei Kreidolf bewirken? Und zwar eme Allgemeingeltung, innerhalb deren ganz beson- ders wir Deutschen diesen Künstler einen der Unfri- gen nennen dürfen? .Der äußere Umstand, daß Ernst Kreidolf in Mün- fx — b.e* Hack 1 und Löfstz — studierte, daß er fobann eine Reihe wichtiger Reifuugsjahre in den bayrischen Bergen verbrachte und darauf abermals labrelang in München lebte, ist allein noch nicht dafür maßgebend. Nein, das Wesen seiner Kunst ist urdeutsch, spricht uns in seiner Gründlichkeit und Erträumten Besinnlichkeit, seiner Beobachtungs- Icharfe und weit schwingenden Phantasie so stark an °le bie heimatliche Natur selbst. Was uns an Al- brecht Dürer, Hans Thoma und Karl Haider, an v ch w i n d und S p i tz w e g so unmittelbar ent gegenflingt, in seinen Elementen findet es sich auch bei Kreidolf wieder. In der Entfaltung feiner dichter- malerischen Anlagen aber gelangt er zu einer Dar- steuungsweise zartester Tier- und Blumengestalten, wie fie m gleicher Gedankenfülle und Innigkeit keiner vor ihm gegeben hat und wer weiß, ob jemals wie- rr-r wird. Eine Künstlerpersönlichkeit von stärkster Eigenart ist uns in ihm geschenkt. ,.?CT ^en erst der Akademie Entwachsene begab id) aus Gesundheitsrücksichten im Jahre 1889, wie iqjon angebeutet, in die Berge, und zwar nach Par- tenkirchen, bem damals noch ganz stillen Alpendorf Fuße bes höchsten deutschen Gebirgsstockes. Zu- i A faQn.beffer Schicksal nennt, führte ihn hier logleich mit einem anderen jugendlichen Wegsucher, dem um drei Jahre jüngeren Dichter Leopold h l & e r/ zusammen. Sechs Jahre lang hausten die beiben einträchtig, zu treuen Lebensfreunden werbend, unter bem schlichten Volk und in einer friedlich- 9™öartüjen Gebirgsnatur. Die Verschiebenheiten in chrem Wesen ergänzen sich aufs beste, jeder findet -Bereicherung der eigenen Natur darin, mit den Augen bes anderen sehen zu lernen. In jener Par- tenkirchener Zeit war es auch (1894), daß Kreidolf eines Nooembertages in einer Schlucht auf ein Büschlein frisch erblühter Schlüsselblumen und Enziane stieß. Diese Blumen, die er zu Hause liebevoll malte, gaben ihm den Gedanken zu dem phantastischen Blatt vom Schlüsselblumengarten, in welchem -Herr Schlüsselblum und Frau Enziane Himmelblau" vergnüglich lustwandeln. Damit war Ernst Kreidolfs Lebenswerk angebahnt. Das Blatt ziert denn auch sein erstes, im Jahre 1898 erschienenes Bilderbuch „Blumenmärchen", das er selbst in mühevoller Arbeit auf den Stein gezeichnet hatte. Das Buch ist schon ein ganz und gar „echter Kreidolf", an dem noch etwas weiteres bemerkenswert ist. Leopold Weber hatte bem Freunb geraten, zu feinen Blumen- und Falter-Phantasien boch auch selbst die Texte zu schreiben, und diefe Anregung ist auf fruchtbarsten Boden gefallen. Mit ihr ist auch der Dichter des Wortes in Kreidolf geweckt, der sich schon als Dichter des Stiftes und Pinsels erwiesen hatte. Diefer glücklichen Verbindung in einer Künstlerpersönlichkeit verdanken wir all die entzückenden Bilderbücher, die jetzt schon dreieinhalb Jahrzehnte lang fast alljährlich den deutschen Hausschatz um eine Kostbarkeit bereichern. Gewiß kam Kreidolf bet feinem Auftreten ein äußerer Umstand zu Hilfe, der ihm schneller als es sonst einem wirklichen Künstler beschieden ist, zu einem weithin klingenden Namen verhalf: das Modewort vom „Zeitalter bes Kinbes". Es trug immerhin den wertvollen Kern der Erkenntnis in sich, daß für die Jugend das Beste gerade gut genug ist. aber hätte Kreidolf feinen Aufstieg einzig dieser wandelbaren Zeiteinstellung verdankt, er wäre eben auch wie eine Modeerscheinung gestieaen und wieder gefunden. Statt dessen führte fein Weg in stetiger Entfaltung seines Künstlertums höher und höher, und heute schon wissen wir, daß fein Werk über allen Zeitgeschmack und alle Landesgrenzen hinweg gesichert ist. Der Kinderseele, die keine „Richtung" kennt, wird er immer nahe bleiben, weil er unmittelbar wie die Natur, phantasiereich und niemals lehrhaft. zu ihr spricht. Bei Gott nicht nur den Erwachsenen verständlich, wie siebenmalweise Kritiker zuweilen behaupten, behält seine Kunst aber gerade auch für den gereiften Menschen ihre Kraft und ihren Wert. Allezeit bleibt das Märchenhafte seiner Bilder getragen von einer zwingenden Naturnähe, Naturwahrheit. Selbst der Zoologe und der Botaniker staunt, wie gut seine Schmetterlinge und Blumen gesehen sind; künstlerisch ersaßt in ihrem Wesen freilich noch weit über naturwissenschaftliche Er- kenntnisrnöglichkeiten hinaus. Don seinen, vor dem Wellkrieg bei H. und F. Schaffstein erschienenen Büchern sind die wichtigsten: „Blumenmärchen", „Sommeroögel", „Die schlafenden Bäume", „Der Gartentraum". Nach bem Kriege tarnen im Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich, von ihm vor allem heraus: die „Alpenblumenmärchen", bas „Wintermärchen", „Lenzgesinb", „Grashupfer", „Das Hunbefest" und „Blumenritornelle", ferner die Mappe „Bergblumen" ein Kleinod innigster Naturdarstellung, sowie sein Hauptwerk „Biblische Bilder". Dieses Werk zeigt Kreidolf in einer ernsten Größe, welche ihm selbst viele seiner Anhänger und zustimmenden Beurteiler nicht zuzumessen wagten. Das Leben und Leiden des Heilands und die eindrucksvollsten Gleichnisse des Neuen Testamentes finden hier einen Niederschlag, der den Umfang seines Künstlertums ebenso wie die Unerschöpflichkeit des Gegenstandes beweist, lieber Jahrzehnte, bis in die Partenkirchener Zeit zurück, erstreckt sich die Arbell an diesen Blättern. Sie haben den Gehalt und die Bedeutung eines Meisterwerkes. Selten nur hat Kreidolf, vom Freunde schon frühzeitig auf sein eigenes dichterisches Vermögen hingewiesen, die Texte anderer Verfasser bebildert. So fchus er den „Fitzebutze" zu Versen von Richard und Paula D e h m e l, in jüngerer Zeit die beiden Bände „Blumenritornelle" und „Aus versunkenen Gärten" zu Versen von Adolf Frey (Rotapfeloerlag) und sechs zarte und humorvolle Bilder zu dem Märchen „Das Schmetterlingswunder" von N. M. Ilgerd (K. Thienemanns Verlag, Stuttgart). Besonders hervorzuheben ist hier eine Arbeit, die sich aus bem Partenkirchner Zusammensein mit Leopold Weber ergab. Dessen „Traumgestatten" (auch im Rotapfel' verlag erschienen) hat er mit zehn bedeutsamen Blättern geschmückt. So ist uns als bleibende Frucht dieses Freundschaftsbunbes ein Werk geschenkt, in welchem originales Schaffen und liebevolles Einfühlen in seltener Weise gepaart erscheint. Als ich vor zehn Jahren den Meister in Bern besuchte, hatte das dortige Kunstmuseum eben eine Gesamtausstellung des Sechzigjährigen eröffnet. Da war Gelegenheit geboten, den Zeichner und Aquarellisten Kreidolf auch als Maler von höchstem Rang kennenzulernen. Bilder wie „Ein Mädchen schaut in den Mond", die „Traumlandschaft" ober das Bilb des Großvaters in der Stube zwischen den Vogelbauern, um nur einige herauszugreifen, haften in der Seele des Beschauers. Sie sind ein Stück deutscher Kunst und darum deutscher Seele. Sie behaupten ihre Eigenart und klingen uns doch so vertraut. Sie können nur unseres Blutes sein. Auch jetzt feiert die Schweiz ihren großen Landsmann wieder durch eine Gesamtausstellung am glei- chen Ort, wobei etwa 500 Bilder, nahezu das ganze Schaffen des Künstlers, vereinigt sind. Der Wunsch, das in einzigartiger Reichhaltigkeit zusammengetra- gene Lebenswerk Kreidolfs auch auf deutschem Boden sehen zu können, wird allenthalben laut. Ihm fei auch hier Ausdruck verliehen. Unter den Ehrungen, die dem siebzigjährigen Meister von allen Seiten entgegengebracht werden, verdient eine noch besonderer Erwähnung: Leopold Weber, der dazu Berufenste, hat soeben im Rot- apfeloerlag ein überaus anmutiges und wertvolles Buch herausgebracht: „Mit Ernst Streibolf in ben Bayerischen. Bergen 1889—1895". 23 Zeichnungen Kreibolfs aus jener Zeit finb bem Bändchen als Schmuck, mehr noch als mitschilbernde Begleitung beigegeben. Mag man mit Kreibolfs Silbern schon vertraut sein ober nicht, in das Wesen, in den Entwicklungsgang, die Denkart und Schaffensweise des Künstlers ist keine schönere Einführung denkbar als dies reizende Buch. Weber schließt mit den Worten: „Ich habe das Geschick zu preisen, das mich mit ihm zusammengeführt hat". Er spricht uns allen, die wir Kreidolf lieben, aus der Seele. Wir preisen das Geschick, von ihm 'o reich beschenkt zu fein, drücken ihm im Geiste die Hand und wünschen ihm noch viele, glückliche Jahre in einer Wett, die sich seine Augen als Spiegel ihrer Schönheit schuf. 3eiffd)rtffen. — Landarbeiten aller Art" früher „Stickereien und Spitzen", Januarheft 1933, mit Zirka 30 Abbildungen. Einzel-Probeheft 1,80 Mark. Jahresabonnement 12 Mark. (Verlagsanstatt Alex. Koch, Stuttgart.) — Die wirtschaftlich schwere Zeit, die einen so großen Teil der Frauen und Mädchen in männliche Berufe gedrängt hat, erweckt immer mehr die Sehnsucht, wenigstens in kurzen Stunden und Augenblicken sich echt weiblich zu betätigen, nur eine leichte Kleinigkeit, eine hübsche Kragengarnitur mit Tüllspitze, wfe Margarete Ganzenmüller sie bringt, ober ein hübsches Kissen nach Anna Rabing, Breslau. Die geschmackvollen Stepparbeiten von Ina von Karborff, Berlin, verlangen allerdings mehr Zeit unb Ausbauer. Ein Liegepolster in blau-weißem Wachstuch ist etwas ganz anberes unb ebenso verwendbar im Garten, auf der Terrasse wie draußen im Wochenend! 6 I« 1. n 18 i» :ll ar irt n- us u- rin ar. :de an }en per des rig «em den cu- zur lüft hie- ger Die end- ben. ume. 200 wird. d)fen )aus arge- L I fin- ähen, Ar- )chen, sorge jialen junge " sich chsien h er- liefige bmd) g mit c weit »naus werke. riete um 1“ er* 5, be* r Der- 1 zum 5rt seit chntal* ®e- „ Säer, der angees- ind daS rte für at hier leider . Zwei Man- ’ebenä* ftor» i u f e n Huf- i dessen id toei* e Wet* ib nach Durch rrdings e über giebige «blichen en ab- i Druck olkigem en sich später* Rieder- ig unb trocken. Vielfach ag unb n mild, ,8 Grad norgens inimum 10 cm j. März: 0,0 mm. MsWWWliMl Vornan von Gert Gothberg. tLlrhcberschuh durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart) 24 Sortierung 'Jladjörucf verboten. Ungeftüm preßte er seine heißen Lippen auf ihre kühlen, schlanken Hände. „Weil ich vor Seehnsucht nach dir vergehe, Pia: weil ich das Leben, wie es jetzt ist, kaum noch ertrage." Pia sah vor sich nieder. Er durste niemals wissen, daß auch sie keinen Frieden sand, daß ihr Herz in wilder Sehnsucht nach ihm schrie. Die kranke Frau in 2lchern stand zwischen ihr und ihm und besah unantastbare Rechte. Was sollte sie ihm antworten? ilnö wie konnte sie dem unhaltbaren Zustand ein Ende machen? Lansing! , Er wartete noch immer auf ihre Entscheidung. Er würde der Schuhwall für sie sein gegen diese sündige Liebe. Wenn sie ihn jetzt rief, ihm ihr Jawort gab! Dann würde auch Harry von Achern diese Liebe überwinden. So muhte er doch annehmen, dah sie vielleicht gar auf den Tod der unglücklichen Cdelgarde warte. Pias Herz zuckte in Schmerz, doch ihre dunkelblauen Augen ruhten voll auf ihm, als sie ruhig sagte: „Du darfst so nicht zu mir sprechen, Harry. Ich habe meine Liebe überwunden und mich mit Doktor Lansing verlobt." Er blickte sie an, als glaube er, nicht recht gehört zu haben. Dann bäumte er sich auf, leidenschaftlich, brutal. „Sage, dah das nicht wahr ist, Pia! Was soll dieser Mann in deinem Leben? Du liebst ihn nicht: es ist genau so Sünde wie das, was du zwischen uns Sünde nennst. Du darfst ihn nicht heiraten. Ich werde wahnsinnig, wenn du ihm gehörst. Du willst nur auf diese Weise deiner Liebe zu mir entfliehen, Pia, und ich sage dir: Du machst nur unnütz einen dritten Menschen unglücklich. Du weiht ja nicht, Pia, was es heißt, einem ungeliebten Menschen angehören zu müssen, äleberlege es dir gut, Pia! Lansing hat dich gerettet, du aber willst ihn dafür unglücklich machen, denn du liebst ihn nicht." Pias schönes Gesicht war totenblaß. Sie fühlte nur zu gut, daß er recht hatte. Dennoch, es muhte irgend etwas geschehen! Da beugte Achem sich plötzlich zu ihr herüber. Sein Arm umschlang ihre Schultern. Wild küßte er den kleinen Mund. „Pia, ich werde einen Ausweg finden. Aber du, du bleibst frei, Pia. nimm mir nicht den letzten Trost." Sie hatte sich endlich befreien können. Ihr Pferd bäumte sich auf, so hastig trieb sie es zur Seite. .,Jetzt weih ich, dah ich doch recht tat, nicht mehr nach Achem zu kommen. Lind ich weih auch, daß es gut für mich ist. wenn ich an einem aufrechten, ehrenhaften Menschen Schutz und Halt habe gegen das, was man einer alleinstehenden Frau zuzumuten sucht. Ich bitte dich, mich zu verlassen." Mit weit geöffneten Augen blickte er sie an. „Pia, dann — ist das Leben wertlos für mich: ich muh wenigstens das Bewußtsein haben, dah d u mich noch liebst." „Ich liebe dich, doch Ich habe überwunden. Ich will mich nicht verstricken. In Achern wartet deine Frau auf dich, Harry. Geh' zu ihr und fei gut mit ihr. Ihr gehört nun einmal zueinander, keine Macht der Erde ändert etwas daran. Ist es nicht genug, Harry, dah du sie mit keiner Faser deines Herzens mehr liebst, daß du dich in Berlin amüsierst, während sie allein zu Hause sitzt? Soll auch ich noch in das alles mit hineingezogen, mein Ruf besudelt werden, nur weil ich dich liebe, Harry?" Er senkte die Augen vor ihrem großen, reinen Blick. „Verzeih, Pia, du hast recht! Wie kann ich es überhaupt wagen, dich mit meiner Liebe zu belästigen nach solchen Erlebnissen, wie sie die letzte Zeit mit sich brachte. Lind morgen — du kommst morgen auch nicht nach Achem, Pia?" „Rein!" „Du wirst — Doktor Lansing — heiraten, Pia?" Auf Pias Gesicht lag ein solcher Schmerz, daß es ihn wie einen Schlag traf. „Pia, ich bin an allem schuld! Vergib, Pia, vergib!" Pia antwortete ihm nicht. Sie wandte ihr Pferd, sah nicht mehr nach ihm um. Er aber sah ihr nach, bis sie drüben im Walde, der zu Hohenbrück gehörte, verschwand. Dann trieb er fein Pferd zu rasendem Galopp. Dabei dachte er nur immerfort: „Wenn ich mir nur das Genick bräche, es wäre das beste." • Herr von Dorrheim kratzte sich hinter den Ohren. Sollte er nur das, was er jetzt mit seinen eigenen Augen gesehen hatte, seinen Damen erzählen oder nicht? Daheim stand das Barometer auf Sturm. Seine Frau redete feit ein paar Tagen nicht mit ihm. Er hatte da irgendeine dumme Bemerkung gemacht, und das hatte sie verschnupft. Ilse stand ja stets auf feiten der Mama, und so redete überhaupt niemand mit Papa Borrheim. Wenn er aber beim Mittagessen diese Reuigkeit auskramte, dann würden sie wohl allen Groll vergessen. Aber dann brockte er auf der anderen Seite dem armen Achern was ein, der sowieso schon zu bedauern war, denn sämtliche Rachbarn zerrissen sich über die Verhältnisse in Achem die Mäuler. Donnerwetter, hinter den Ohren hatte der es faustdick. Traf sich hier im Walde mit der kleinen, schönen Pia und küßte sie — hm, hm! Vater Borrheim ritt langsam nach Hau,e. Unterwegs kam er zu dem Ergebnis: redeten seine Damen wieder mit ihm, wenn er kam, dann erfuhren sie nichts. Straften sie ihn immer noch mit Verachtung, dann würde er eine Andeutung machen, und dann würden sie ihn schön bitten, mehr zu sagen. Iawohl, so würde er es machen. Rater Borrheim behielt sein Geheimnis nicht für sich. Beim Mittagessen stellte er den Frieden durch die große Reuigkeit wieder her. Die Damen Borrheim waren starr. Diese Pia, die sich hinter der Maske edler Menschenliebe versteckte, sich und ihre wahre Gesinnung! Die arme Frau von Achern! Wie man sie bedauerte! Man vergaß ganz und gar, daß man sie gehaßt hatte wie Gift, weil sie den für Ilse Borrheim bestimmten Mann für sich nahm. Frau Borrheim sah ihren Mann liebevoll an, aller Groll war vergessen. „Daß du mir das gesagt hast, Alterchen! Sieh mal an, nun kann ich der armen Frau von Achern morgen einen Wink geben." Borrheim erschrak. Das hatte er nicht gewollt. „Ich weih nicht, Mutter, ob das der rechte Weg ist. Lius geht es doch nichts an.“ Strafend sah sie ihn an. „Das verstehst du nicht. Es gäbe nicht halb so viel treulose Männer, wenn die Menschen den Mut hätten, eine Frau auf die richtige Fährte zu bringen“, sagte sie energisch. Vater Borrheim sagte nichts mehr, doch er hätte sich ohrfeigen mögen, daß er überhaupt ein Wort gesagt hatte. Ilse sah da und zog die Llnterlippe durch die Zähne. Eine schöne Hoffnung ging in Trümmer. Man hatte in der Rachbarschaft offen davon gesprochen, dah Frau von Achern wohl nicht mehr gesund werde und vielleicht nicht mehr lange zu leben habe. An dieses Gerücht hatte Ilse Dorr- heim Hoffnungen für sich geknüpft. Die würden sich nun nicht erfüllen, wenn Achern bereits wuhte, wen er feiner Frau zur Nachfolgerin gab. Lind sie warf ihren Hah auf Pia, die ihr eine schöne Hoffnung zuschanden machte. Als Vater Borrheim wieder auf die Felder hinaus war, saßen die beiden Damen immer noch und sprachen über diese Reuigkeit, die wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen war und die man keinesfalls stillschweigend übergehen würde. Sechzehntes Kapitel. Bei dem Fest in Achem kam der Hausherr sich vor wie ein Zirkuspferd, das man in die Manege geführt hat und das nun eben nach den Klängen der Musik tanzt, weil es das so gewöhnt ist, auch wenn es keine Lust dazu hat. Edelgarde wirkte in ihrem violetten Kleid erschreckend häßlich. Sie war der direkte Gegensatz zu Otty Weiler, die in ihrem kostbaren Kleid so sicher und I elegant dastand. Blühend und gesund! Die dunkle I Rose auf der Schulter neigte sich und umschmeichelte mit sühem Duft Harry von Achem« Sinne, als er sich zum Kuh über Ottys Hand neigte. Edelgarde fühlte in diesem Augenblick etwas wie Eifersucht gegen die Freundin. Sie kämpfte das Gefühl rasch wieder nieder, doch es kam noch ein paarm«»l in ihr hoch. Ihre Augen hingen an dem großen, schlanken Mann. Er reichte ihr den Arm und neigte sich zu ihr. „Wolltest du mir etwas sagen, Edelgarde?“ fragte er. , Cdelgarde schüttelte den Kopf und sah vor sich nieder. Ia, sie hatte einen Mann, der sehr gut und rücksichtsvoll gegen sie war. Gut und rücksichtsvoll! Gewih! Aber was war das denn gegenüber dem heißen Brand, der ihr Inneres zerriß? Seine Liebe, die gehörte ihr ja nicht, und gerade darum kämpfte sie. Lind sie hatte feine Liebe einst besessen! Edelgarde schloß in Erinnerung daran die Augen. War es möglich, daß ein Mann so gleichgültig über eine Frau hinweggehen konnte, die er einst geliebt? Ihre Hand, mit der sie sich auf den Stock stützte, zitterte heftig. Achern sprach mit Otty und dächte: „Warum konnte sie nicht auf Edelgarde einwirken, dah sie das entsetzliche Kleid nicht anzog?" Die ersten Gäste kamen. Es waren die beiden Herren Brenden mit Franziska und Ingeborg und Herr Ängsten. Gleich erfüllte fröhliches Lachen die Iagdhalle. Auch der ältere Brenden stand heute so selbstverständlich an Franziskas Seite, dah man wohl nicht zu Llnrecht vermutete, dah dieses Paar einig war und kurz vor d^r Verlobung stand. Herr Augsten blickte mit stillen Augen auf feine älteste Tochter. Er sah, dah der Verfall von Tag zu Tag sich mehrte, und senkte die Stirn vor dem unerbittlichen Schicksal. Er achtete feinen Schwiegersohn hoch und wuhte, dah ein anderer vielleicht nicht so gut m'.t Edelgarde gewesen wäre nach dem, was sie ihm angetan. Ihm und sich! Letzt tarnen guch die anderen Gäste und blickten etwas erstaunt auf die elegante Frau an Acherns Seite, die man nicht kannte. Man wurde aber aufgeklärt: „Eine Freundin Frau von Acherns." Die älteren Damen warfen sich bedeutsame Blicke zu. Recht unvorsichtig von der kranken Frau, sich so etwas Pikantes ins Haus zu nehmen! Ra, da konnten ja allerlei Verwicklungen entstehen. Die Tafel im großen Speisesaal zog bann für zwei Stunden die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Später tanzte man. Edelgarde sah mit starren Augen auf ihren Mann, der jede Tour tanzte und sich augenscheinlich glänzend unterhielt. Lind sie, sie muhte hier sitzen, muhte zusehen, wie er mit anderen tanzte. Welche Strafe das für sie war, toujjte nur sie allein. Sie war nun auf die Unterhaltung mit den älteren Damen angewiesen. (Fortsetzung folgt.) iftch.cn ilstd. I Voti r '- 'i 0- r . 'M'S GIESSENER KONZERTVEREIN Donnerstag. 16. Febr., 20 Uhr, in der Stadtkirche SIEBENTES KONZERT Reger: DER EINSIEDLER — Brahms: Ein deutsches Requiem für Soli, Chor und Orchester Leitung: Prof. D r. Tem esvary Der akadem. Gesangverein — Der Gießener Orchesterverein Solisten: Ria Ginster (Sopran), Herrn. Schey (Bariton) Eintrittskarten: 2, 3 und 4RM. bei Ernst Cballier und abends an der Kasse — Studentenkarten RM. 1 bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus. 932D Vortragsgemeinscbaft: Goethebund Kaufmännischer Verein und Gewerbeverein B. VOBTBABS-ABEKD Esperimentalvortrag des Forschers WllußllD uDDlSulZ Cafe Leib Sonntao. oen 12. Februar: im Lichte wissenschaftlicher Forschung (Hellsehen — Telepathie — Gedankenlesen — Wahrsagung — Geisterspuck — Suggestion u. a.) 1. Für Boethebnnd und angesohlossene Verbände: Sonntag, 12. Feh., abends 8 Uhr. Neue Aula — Eintritt: Bnndesmitglieder bis zu 8 numerierte Platzkarten frei