Nr.7 Keüvaussave 185. Jahrgang Montag, 9. Januar 1955 Lrlchem» täglld), außei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Düuftnerte ©ießencr Familienblatter Heimat m Bild Die Scholl» Monatr-Bezugspreir: Mil 4 Beilagen WM 1.95 Ohne Illustrierte , l 80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 AMchrisl lür Drahtnach- richten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Kronlf»rt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvd vnö verloa: vrühl'sche Univeisttäir-Vucss- und Steinöruderef R. £anae in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchu'^trasse 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ne- klameanzeigen von 70 >.m Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und illr ben Anzeigenteil i. B. Th. Kümmel sämtlich in (Biegen Die Arbeitsbeschaffung auf dem Marsche. Oie Durchführungsbestimmungen erlassen. — Zahlreiche Projekte bereits angemeldet. Berlin, 7. Ian. (WTB.) Die Durchführungsrestimmungen zur Förderung der Arbeits- »eschaffung und der ländlichen Sied- u n g sind heute veröffentlicht worden. In den Richtlinien wird bestimmt, dass für Arbeiten im Rahmen des Arbeitsbeschaffungspro- irarnrns den Trägern der Arbeit auf Antrag von ter Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten, ober der Deutschen Rentenbank-Krcditanstalt ein Darlehen gewährt werden kann, das jedoch nur für »je Arbeiten verwendet werden darf. Die Arbeiten müssen für die Volkswirtschaft wertvoll fein, möglichst im Laufe des Jahres 1933 beendet werden, sich vorwiegend auf 3n- V ndsehung, Verbesserung und Vollendung vorhandener Anlagen oder auf die Förderung der Bodenkultur erstrecken, die die durch den Kapitalaufwand entstehenden Fukunftslasten rechtfertigen. Ls muss festgeftellt werden, dass der Träger der Arbeit nicht aus eigener finanzieller Leistungsfähigkeit in der Lage ist, die Arbeiten zu finanzieren. Ist er hierzu teilweise imstande, so kann ihm für den Rest ein entsprechendes Darlehn gewährt werden. Die Gewährung des Darlehns erfolgt unter sollenden Voraussetzungen: Der Träger muß n der Lage sein, die aus der Darlehensaufnahme ind der Ausführung der Arbeit entstehende zukünf- ige Belastung zu fragen. Die Vergebung der Irbeiten an Unternehmer ist der Aus- ührung in eigener Regie grundsätzlich oor - uziehen. Die Arbeiten sollen möglichst nicht reihändia vergeben, sondern ausgeschrieben oeröen. Bei der Vergebung der Aufträge sind die n i 111 e r e n und kleineren Betriebe aus- eichend zu berücksichtigen. Generaltinternehmer sind irundsätzlich auszuschalten, soweit das nicht möglich st, sind auch sie zu verpflichten, die Auftragssumme iuf möglichst viel mittlere und kleinere Sc triebe zu verteilen. Der Gewinn des Unter - iehiNers ist auf ein möglichst geringes Mass zu ^schränken. Alle Arbeiten sind, soweit dadurch keine oesentliche Verteuerung eintritt, durch menschliche lrbeitskraft auszuführen. Außerdeutsche Baustoffe •ürfen nur dann verwendet werden, wenn geeignete inländische Baustoffe nicht vorhanden sind. Bei lusiührung der Arbeiten müssen in w e i t e st e m Im fange Arbeitslose eingestellt wer- en, vornehmlich sind langfristig Erwerbslose, vor lUem Kinderreiche und Fomilienernährer, zu be- ücksichtigen. Die Arbeitnehmer sind bei den Arbei- ?n unter den Bedingungen des freien Arbeitsver- rages zu beschäftigen, die Arbeitszeit soll vier- i g Stunden wöchentlich nicht überschreiten. lieber die Darlehnsbedingungen iim einzelnen Dtvb bestimmt, daß die Laufzeit eines Darlehns der voraussichtlichen Dauer der Arbeit angepasst werden, jedoch 25 Jahre nicht überschreiten soll. Die Laufzeit beginnt für den Darlehnsnehmer am 1. Juli 1935. Ausnahmsweise kann der Ausschuss der Reichs- regierung den Beginn der Laufzeit um ein weiteres 3ahr hinausschieben. Die Zahlungen sind >on den Darlehnsnehmern in gleichen Halb- ^ahresraten (Renten) nachträglich zu leisten. Bei tiner Tilgungszeit von 20 Jahren sind 6 Prozent les ursprünglichen Darlehnsbetrages für das Jahr als Rente zu zahlen. Bei längerer oder Ärzerer Tilgungszeit tritt eine entsprechende Ver- ninderung oder Erhöhung der Rente ein. Die ibr .gen Lasten aus der Darlehnsgewährung trägt >as Reich. Für Anlagen, die Ruhungen in wirtschaftlich tngemeffeuer Höhe ermöglichen, hat der Dar- ehnsnehmer an Stelle der obengenannten Rente ne vollen Zins-- und Tilgungslasten zu tragen. Die Laufzeit des Darlehens beginnt in diesem Falle für den Darlehnsnehmer mit Fertigstellung >er Anlage, spätestens am 1. April 1934. Die Darlehnsanträge sind von den Trägern der Arbeit an den Reichskommissar für Arbeits- Beschaffung zu richten, der die Anträge der Deutschen Gefellschaft für Oefsentliche Arbeiten, »der der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt zu- eitet. Sie entscheiden über die Zuteilung der Darlehen. Dem Reichskommissar für Arbeits- »eschaftung steht gegen ablehnende Entscheidungen !>as Einspruchsrecht zu. Macht er hiervon Sebrauch, so kann er die Entscheidung des Aus- chu^cs der Reichsregierung herbeiführen. Die Derordnung über die Durchführungsbe- timmungm zur Arbeitsbeschaffung bedeutet den Abschluss der Vorarbeiten des Reichs- vmmisfars für Arbeitsbeschaffung zur Zugang- etzung des Arbeitsbeschaffungsprogramms. Die illg:meinen Grundsätze enthalten gegenüber den ursprünglichen Plänen keine wesentlichen Qlenbe- rungen. Hervorgehoben muss werden, dass die Darlehn nur für d i e Arbeiten verwendet Derben dürfen, für bie fie bewilligt tour- >en. Tas bebeutet, dass eine Gemeinde, die ein k ar le Heu aufnehmen will, dieses nicht zum Ausgleich eines Etatsdefizits ver- Denben darf. Bei der Festsetzung der Darlehnsbebingungen im einzelnen ist man von der Auffassung ausgegangen, bah im wesenilichen zwei Arten von Arbeiten in Frage kommen werben: Arbeiten, bie keinerlei Rente abwerfen werben, unb Arbeiten für sog. „werbende Betriebe“, für bie naturgemäss andere Bedingungen durchaus gerechtfertigt sind. Tie Derfahrensvor,chriften bezwecken, den 3n- stanzenzug für die Kredithergabe so kurz wie möglich zu gestalten. An zuständiger Stelle betont man den Grundsatz, dass ein Antrag innerhalb 14 Tagen erledigt fein muss. 3m einzelnen sollen die Verfahrensvorschriften noch im Rahmen näherer Ausführungsbestimmungen Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden. Vor allem Entlastung der Gemeinden. Keine Kontingentierung der Mittel. Berlin, 7. 3an. (TU.) Der Reichskommis- far für Arbeitsbeschaffung, Dr. Ge reke , machte heute mittag vor der Presse längere Ausführungen über die heute veröffentlichten Durchführungsbestimmungen zur Arbeitsbeschaffung. Er unterstrich dabei, dass im 3nteresse derjenigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, die Darlehen aufnehmen müssen, sichergestellt werde, dass in erster Linie diejenigen Arbeitslosen beschäftigt werden, die augenblicklich den haushalt der Gemeinden am meisten belasten, d. h. es werden zunächst die Wohlfahrtserwerbslosen, bann bie grisenunterstühungsempsänger unb erst in britfer Linie die Arbeitslosen-Unter- stühungsempsänger in Arbeit gestellt. Gegen die Entscheidung des Reichskommissars steht dem Antragsteller ein Veto-Recht zu. Die Entscheidung darüber wird von dem Kabinetts- Ausschuss gefällt. Dr. Gerate wies weiter gewisse, in der Presse aufgetauchte Vorschläge zurück, mit den Mitteln für die Arbeitsbeschaffung repräsentative Baudenkmäler, wie das Reichsehrenmal, einen Sommerfitz für den Reichspräsidenten, ein deutsches Wahrzeichen an der Elbemündung, ein Musterdorf im Osten usw. zu schaffen. 3n solchen Bauten erblickt Gereke typische Fehlanlagen, also gerade das Gegenteil von dem, was beabsichtigt sei. Grössere Projekte lägen bereits vor, insbesondere würden Verhandlungen mit der Reichsbahn, dem Reichsverkehrsministerium und einzelnen Ländern über gewisse Projekte geführt, über die aber zur Zeit noch nichts Näheres gesagt werden könne. Eine Kontingentierung der Mittel auf einzelne Länder solle nicht vorgenommen werben. Rach ben bisherigen unverbinblichen Anmeldungen liege bereits eine Ueberzeichnung der gesamten, im Sofortprogramm vorgesehenen Summen vor. Die Frage der Zwischenfinanzierung, über die Gereke im Einvernehmen mit der Reichsbank, mit der Preussischen Staatsbank, der Rentenbank-Kreditanstalt usw. verhandelt, wird voraussichtlich am Montag abgeschlossen werden. Oie „Atlantique" in Cherbourg. Oer Brand gelöscht. — Streit um das Bergungsgeld. — Dank an die Letter, aber auch Verdächtigungen Deutschlands. Paris, 8. Jam X' ■■ •/... ■litr^Mfi niiiMrir ~ VMM X •' Mio-' ■ M Oie „Schlesische Universität" I Sr erlitt Iebensgeiät,rtid,e »erleb einen einstigen Stadthalter. Das Stadttor das ... _ u f TVxl- i V* unn Al TT niemand darf das gleiche tun. und 9 9 einer „Universitas litterarum“ zusammenzusasfen. । abe zustande getommen ist. Für ^n Arbeits- .ienft bedeutet dieser Zusammenschluß einen grölen Schritt vorwärts. Die nächste Aufgabe muffe mn darin liegen, daß künftig der Einsatz des ZAD. nach einer großzügigen Planung systerna- isch durchgeführt wird mit dem Ziel, der jungen Mannschaft unseres Volkes Hoffnung auf leue Arteitsplähe zu vermitteln. anhalten. Die Temperaturen liegen durchschnittlich etwa 2 Grad unter dem Gefrierpunkt. Im unterirdischen Betrieb der Gewerkschaft Carolus Magnus in Uebach (Kreis Geilenkirchen. (Rheinprovinz), wurde ein Hauer von herein- brechenden Gesteinsmassen getötet. Ein zweiter 1 - • -------------[v<.-.:x./,% Franks. Hhp. gelten & Guilleaume ........ 0 53 54,5 51 54,25 .. 1 54 54 Danzig ... 81.72 81.88 81,72 81,88 Bank-Liau.-Psmidbriese ..... 83.5 89 — — Gesellschaft für Elektrische Unter» .. 0 58 _ _ Japan ..... 0,869 0,871 0,869 0.871 6%% ehem. 4'/z% Rheinische nehmungen............... 4 82 81 81,5 81,9 Wayb & Freytag .......... .. 0 5,13 .5,13 4,9 5 Rio de Ian. 0,249 0,251 0,239 0.241 Hüp.-Bank.Ltau.-Äoldpse. ... 83 38.5 — — Rheinische Elektrizität ........ F> 93 95 96.5 96 Jugoslawien Lissabon . - - 5.564 5,576 5.554 5.566 6% ehem. 8% Pr Landespsand Gckuckert & (io..............O 89.25 89,4 96,5 89,5 12.78 12,80 12,79 12,81 briefanftalt, Psandbriese R. 19 84,5 84,5 84,5 84,5 Siemens & Halske........... 124 124 124,4 124 8% ehem. 7% Pr. Landerpfand briefanftalt, Pfandbriefe R. IO 84,5 84,5 Lahmeher LCo..............10 117,75 118 117,5 118 Schultheis Payenhoser...... Akt, (Allgemeine Kunstseide) Bemberg ................ Zellstoss Waldhos .......... .. 0 45,5 59 45,25 110 45,5 58 44,13 110,5 Banknoten 42 56,25 44,25 41,75 56,25 43,65 Berlin, 7-Januar Geld Brief 4% Oösterreichische Goldrente... __ — _ — Buderus ................... o 44,75 44,25 44 44,13 .. 0 Amerikanische Noten 4,20 4,22 4,20% Lesterreichische GUberrente i ,05 — 1,1 1,1 Deutsche Erdöl ............. 4 87,75 88 87 88.5 Zellstoss Asckassenburg ..... .. 0 29,25 28,75 30 30 Belgische Noten. . 58,15 58,39 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Gtaatsrente v. 1910 Gelsenkirchener..............O Harpener................... 0 51,5 85 51,5 85 51 84/25 50,25 83,5 Dessauer Gas ...... Daimler Motoren . .. 7 0 21,25 21,25 109,65 110,75 21,65 Noten .. (XninliidiP Noten ........ 72,45 14,02 16,39 168,96 72,75 14,08 4j4% desgl. von 191.3 ...... Hoesch Eisen—Köln-Neuellen.. o 51,75 51,5 Deutsche Linoleum 39,.5 39,25 39,75 39,25 16,45 5% abgeft. Goldmexikaner von 99 6,75 6,75 b,9 — Ilse Bergbau . ..........7 — — 130 132 Crenftein & K oppel 0 40,25 42,5 Holländische '.'toten ...... 169,64 4% Türkische Zollunleihe von 1911 1.05 4,05 4.05 4,05 Ilse Bergbau Genüsse ... 7 100,5 102,25 01 101,75 Leonhard Tiey ...... 6 38 38 37,5 37,75 145 Italienische Noten...... Norwegische Noten ....... 21,48 21,56 4% Türkiicke Bagdadbahn-Anleihe Serie 1 ................... Klockneru-erk-, .......... o 46,5 62,25 96,5 46,5 45,75 46,75 62 4-tiabe................ 12 IW,5 142 72,26 72,54 4,2 4.2 5,25 4,25 4,25 5,25 4,4 4,4 4,35 4,35 5.13 8,7 Mannesmann.Röhren........ 11 62,25 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling 4°A desgl. Gerte II ............. Mansfelder Bergbau........ 0 Oberschlei. Kokswerke. .' 0 27 26,75 26,9 Rumänische Noten ...... 2,46 2,48 6% Rumün. verelnh. Rente v. 1903 72,25 73 Schwedische Noten ....... 76,30 76,60 4 >/r%Rumän.vereinh.Rente». 1913 8,75 3,75 9,1 Phönir Bergbau...........0 36 35,75 35,5 33,13 Griyner .. .............. 28.5 28,5 Sckweiier Noten ..... 80.82 81,14 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,75 4,7 4,7 4,7 Rheinische Braunkohlen ......10 Üiyeinsiahl.............. o 182,5 184 183 183 Mainkrastwerke Höchst a.M. . .. 4 68 66 — Spanische vtoten.......... 34,305 34,445 2%% Anatolier ............... 92.75 22,75 22,6 22,6 75,25 75,5 74,9 75 Süddeutscher Zucker ....... .. 8 140 — 138,9 —— Ungarische Noten ......... — —