Nr. 7 Erstes Blatt 185. Zahrgang Montag, y. Januar MZ Erlche'nr tägltd), autzei Lonniags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienbiatier Heimat Bild Die Scholle monats-Bejugsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt §entsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Achchrrst für Drahlnach« richten Hnjeiger Siebei». postschetttonto: Kranlsurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen VrvS vnd Verlag: vrühl'fche Universttälr-Vuch- und Steinörudcref R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Dlumfchein und lür den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gienen. Erinnerung an Coolidge Der Präsident der autoritären Idee. Don Dr Walther Schneider. Mit wachsendem Alter der amerikanischen Demokratie, mit dem Beginn einer amerikanischen Kultur, die eine Differenzierung in Klassen voraussetzt, von denen eine Kultur schafft und trägt, hat auch diese Demokratie äußere Anzeichen im Sinne ver- stärkter autokrativer Elemente angenommen. Die Distanz zwischen Regierung und Re- gierten ist gewachsen. Die Abschaffung des obligatorischen „shake hands“ durch den Präsidenten kann man nur als symptomatisch ansehen. Wenn Hoover diesmal über Neujahr in Urlaub bleiben konnte, so dankte er das zu einem Teil seinem Borgänger, der innerlich und äußerlich die autoritative Stellung des amerikanischen Präsidenten verstärkt hat. * Als ich mich vor acht Jahren, kurz vor dem Ende seiner ersten Präsidentschaftsperiode, mit Calvin Coo 1 idge in seinem Arbeitszimmer längere Zeit unterhalten konnte, war ich von der äußeren Er- icheinung etwas überrascht. Die Retuschierkunst des Photographen hat so etwas wie einen Typus der amerikanischen Präsidentenerscheinung geschaffen, das Bild des strahlend liebenswürdigen, eleganten Neuengländers in der Vollkraft der Jahre. Coolidge sah schon damals nicht so aus wie die meisten seiner Bilder. Unter dem flachen blonden Scheitel und der hohen Stirn ein paar ernste, nach innen gewandte Augen. Um die scharfe Linie der Nase und um den Mund führten strenge Furchen zu dem schmalen Kinn. Mit etwas eckigen Bewegungen erhebt er sich von dem großen Schreibtisch in der Mitte des einfachen runden Zimmers, um das seitlich herum einfache Lederbänke führen. Wie er dann in der saloppen Eleganz des blauen Ar- beitsanzuges, halb auf dem Schreibtisch neben dem großen Stern- und Streifenbanner mit dem goldenen Adler sitzend, mit gesenktem Blick und einwärts gewandten Augen mehr vor sich hin und in sich hinein als zum Gegenüber sprach, wirkte er mir wie eine Mischung von puritanischem Prediger und spanischem Jesuiten. Wie ein Puritanerprediger erschien er mir auch in Erscheinung, Sprache und Gebärde, als er sich am Gedächtnistage für die Gefallenen am „Arlington Memorial" gegen den Pepperschen Plan des Weltgerichtshofs für wirkliche Uebernafjme von Pflichten an der Menschheit, an der Zivilisation einsetzte. * * Coolidge mar ein streng konservativer Mann, der in seinen Entscheidungen sich stark vom Religiösen bestimmen ließ. Obgleich die amerikanische Verfassung die präsidiale Idee in der Demokratie stärker als bei uns verwirklicht hat, drängte chn doch seine konservative Grundeinstellung, d i e autoritären Elemente in der Stellung des Präsidenten weiter zu kräftigen. Nachdem ich vorher feierlich hatte versprechen müssen, die Unterhaltung mit dem Präsidenten, die ich einer sehr fteundlichen Empfehlung des Botschafters Houghton dankte, nicht zu einem förmlichen Interview zu gestalten, war mir gegenüber Coolidge durchaus nicht der „Cautious Cal", der vorsichtige Calvin, als den man ihn in den politischen Zirkeln von Washington bezeichnete. Er sprach sehr offen über seine Auffassung zu amerikanischen Verfassungsfragen. Es war bezeichnend für den Mann, daß er d e n Kampf gegen bie Parteimafchine gerade in der Zeit mit besonderer Energie führte, wo die republikanische Konvention in Cleveland bevorstand, die über, seine neue Kandidatur zu bestimmen hatte. Coolidge machte kein Hehl daraus, daß er die amerikanische Verfassung für revisionsbedürftig halte. Seine politische Aktivität in jenen Monaten war ein hartnäckiger und zäher Kampf gegen die Auswüchse, gegen die Gefahren und gegen die Machtansprüche der Parteimaschine. Der Kongreß hatte der Bonus -Billfur die Veteranen zum Siege verhalfen und damit das Prinzip aufgestellt, daß der Patriotismus im Kriege erkauft und bezahlt werden dürfe. Er hatte die Beamtengehalter erhöht un8 auf der anderen Seite die von Coolidge vor- gefchlagene Steuerreform, die den finanziellen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Landes Rechnung trug, grausam verstümmelt, in demagogischer Weife Ausgaben bewilligt, ohne für Deckungzu sorgen. Das Motiv war angesichts der Wahlen das Buhlen um die Gunst der Wähler, wobei die Demokraten Arm in Arm mit der regiere nben Partei marschierten. Coolidge schaute nicht Oie innerpoliiischen Fronten. OieNSOAP und Schleicher „Bon einer Tolerierung keine Rede." Berlin, 8. Jan. (CNB.) Im „Völkischen Beobachter" polemisiert Dr. Göbbels gegen die Pläne des Reichskanzlers hinsichtlich der Arbeitsbeschaffung und der Maßnahmen für die Landwirtschaft und geht dann auf die Kölner Unterredung ein, die niemand etwas angel) e. Solange man selbst hinter den Kulissen stehe und die Puppen tanzen lasse, sei das sehr bequem. Werde man aber in das stechende Licht der Lampen hineingerückt, dann mache ein jedes Geräusch hinter den Kulissen nervös. „Von einer Tolerierung des Kabinetts Schleicher", so sagt Göbbels, „kann selbstverständlich gar keine Rede fein. Wann wir es zum Sturz bringen? Wir suchen uns dafür den g ü n ft i g ft e n Augenblick aus. Erst gilt es, das Volk aufzuklären, denn im Volk wird ja am Ende die Entscheidung fallen. Wir haben kein Interesse daran, Herrn von Schleicher aus der Klemme, in der er sitzt, herauszuholen." Wo stehen dieDeufschnattonalen? Kiel, 8. San. (END.) Auf einer Landes- tagung der schleswig-holsteinischen Deutschnationalen erstattete der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstagsfraktion Dr. Oberfohren ein ausführliches Referat über die politische Lage. Die Besprechungen zwischen Hitler und dem früheren Reichskanzler v. P a p e n in Köln seien nach seiner Ansicht trotz aller Demetttis gegen Schleicher gerichtet gewesen. Bei der früheren Gegnerschaft zwischen beiden sei im übrigen die jetzige Zusammenkunft weder für Hitler, noch für v. Papen besonders ehrenvoll. Die Haltung der Deutschnationalen zur Reichsregierung müsse, so meinte der Vortragende, immer negativer werden. Den Dutterbei-« mischungszwang lehnte Dr. Oberfohren als eine der Landwirtschaft schädliche Maßnahme ab. Er sollle durch einen Verwendungszwang für inländische Fette an Stelle desWal- fischtranS erseht werden. Der Redner kritisierte auch das Arbeitsbeschaffungs-Programm, das unerfüllbare Hoffnungen erwecke. Weiter wandte sich Dr. Oberfohren gegen die Bestrebungen, die RSDAP. in die Regierung einzugliedern. Grundsätzlich sei zwar eine Regierungsbeteiligung der Rationalsozialisten nicht ab- zulehnen, doch sei im gegenwärtigen Augenblick die Partei nicht dazu geeignet. Wohl aber müsse man sie dazu zwingen, sichrnitderPrä- sidialgewalt auszugleichen. Borstandsiagung der Staatspartei. Berlin, 8. San. (ERD.) Eine Tagung des Gesamtvorstandes der Deutschen Staatspartei vereinigte am Sonntag die Wahlkreisvertreter aus ganz Deutschland. Cs wurde einmütig die verstärkte Fortführung der Arbeit für die Partei, auch in kommenden Wahlkämpfen, verkündet. Der württembergische Wirtschaftsminister Dr. Maier betonte unter Hinweis auf das Beispiel Württembergs, wo die Staatspartei dem Ansturm des Radikalismus standgehalten habe, die Rotwendigkeit der Reorganisatton durch Erneuerung der o r g a nis a t o r i sche n u n d p r o g r a m- matischen Stellung der Staatspar- t e i. Bis zu einem Par^itag, über dessen Termin erst nach der Entscheidung über das Schicksal des Reichstags Beschluß gefaßt werden kann, wird die Partei von einem Direktorium geführt, dem Reichsfinanzminister a. D. Dietrich, Bürgermeister Petersen (Hamburg) und Wirtschaf tsminifter M a ie r (Stuttgart) angehören. Rach eingehender Diskussion wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Eine Zeit beispielloser materieller und seelischer Rot hat Millionen von Volksgenossen Projektemachäm und hemmungslosen Agitatoren zuge- auf die Wahlen, sondern auf die Interessen des Landes. Er legte fein Veto ein, und als der Kongreß die Bonus-Bill mit Zweidrittelmehrheit noch einmal bddjlofj, legte er fein Veto gegen die Erhöhung der Bearntengehäller so geschickt vor der Vertagung des Kongresses ein, daß diese Angelegenheit erst vorn nächsten Kongreß erledigt werden konnte. Die verschlechterte Steuerbill nahm er mit einer Begründung hin, die ein Veto hätte einleiten können und im Grunde eine Anklage gegen die zum Parlamentarismus strebenden Parteien war. * Das amerikanische Volk hatte damals das richtige Empfinden dafür, daß das Parlament demagogischen Rücksichten unterworfen war, daß dagegen die charaktervolle Einzelperfon 1 i ch - feit des Staatsmannes, der gerade vor den Wahlen den Mut zu unpopulären Maßnahmen aufbrachte, stärkere Gewähr für sachliche Regierung darstelle. Die Wähler sahen, wie Coolidge in die Korruption hineingriff, gleichgültig ob in der Ooel-Jnvestigation und in der Daugherty- Untersuchung eigene Parteimitglieder komprom- miüiert wurden. Sie erlebten, wie Coolidge gegen die Tendenzen des auswärtigen Ausschusses des Senats, der Regierung die auswärtige Führung zu entreißen, in der Frage des Weltgerichtshofes und der Einwanderungsfrage zäh um die Autorität der Regierung gegenüber Bestrebungen des trieben. Die Entwicklung der letzten Wochen und Monate zeigt, daß das Bürgertum erwacht aus dem Traum, in den hohle Schlagworte und leere Versprechungen es versetzt hatten. Die Stunde für die Anhänger demokratischer staatsbürgerlicher Gesinnung wird kommen. Die Deutsche Staatspartei ruft darum zu unverdrossener Arbeit auf, bei der es über die Erhaltung der Organisation hinausgeht, um den engen Zusammenschluß des freiheitlich-nationalen Bürgertums im Kampf um den freien deutschen Staat. Oie Volkspariei stützt weiter das Kabinett. Berlin, 7. Jan. (TN.) Die nationaüberale Kor- respondenz, der Pressedienst der DVP-, erklärt: Verschiedene Blätter ergehen sich in Betrachtungen darüber, ob die DVP. der angeblich neuen! stehenden Harzburger Front zugezählt werden könnte, die in eine Opposition gegen das Kabinett Schleicher treten soll. Demgegenüber ist festzustellen, daß die DVP. die jetzige Regierung weiter unterstützen wird, ihre Stellung im einzelnen aber von den jeweiligen Maßnahmen abhängig macht. Es ist bekannt, daß die DVP. nach wie vor die Zusammenfassung aller nationalen Kräfte für die Durchsetzung staatspolitischer Ziele und Aufgaben erstrebt. Well sie überzeugt ist, daß die gegenwärtige Reichsregierung dasselbe Ziel verfolgt, liegt keine Veranlassung vor, sich wegen dieser Frage in eine Opposition gegen den Reichskanzler zu begeben. Erwartunoen der Landwirtschaft. Die Handelsverträge der Prüfstein für Schleicher. F r a n t f u r t a. b. £)., 7. Jan. (CNB.) Auf einer Kundgebung der Kreislandbünde der Neumark sprach der Präsident des Reichslandbundes, Graf Kalckreuth. Wenn es nicht gelingen sollte, im Laufe dieses Jahres die Landwirtschaft wieder rentabel zu gestalten, so stehe die Ernährungsbasis unseres Volkes vor einer unabsehbaren Katastrophe. Die Landwirtschaft habe acht Jahre lang von der Substanz gelebt. Sie sei jetzt am Ende auch der Selbfterhaltungsmöglichkeit. Nach seiner Meinung könnten selbst bei einer restlosen Aufteilung des Großgrundbesitzes im deutschen Osten höchstens 300 0 00 Sie öl er ft eilen für etwa 1 000000 Menschen geschaffen werden. Die Siedlung sei als ein Verbrechen zu bezeichnen, solange nicht die Rentabilität der Siedlerstellen gesichert sei. In der Frage des Butter-Beimischungszwanges müsse schleunigst etwas geschehen, wenn nicht die ganze Veredelungswirtschaft zugrunde gerichtet werden solle. Die Einstellung des Landbundes zum Kabinett Schleicher werde sich mit der Entscheidung über die Handelsve rträge mit Holland, Schweden, Frankreich und Südslawien ergeben. Wenn es gelingen füllte, die landwirtschaftlichen Interessen, die Freiherr v. Braun im Kabinett vertritt, gegenüber dem Reichswirtschaftsminister Warm- bald durchzusetzen, werde auch die Landwirtschaft zu hoffen beginnen. Weitere Besprechungen papens. Düsseldorf. 7.Ian. (TU.) Der frühere Reichskanzler von Papen hatte in Düsseldorf eine längere politische Aussprache mit dem Vorsitzenden der westdeutschen Laudeskatholikenausschüsse der DRVp. Dr. G l a s e b e ck (Krefeld). Die Besprechung hat sich, wie man hört, vorwiegend mit der Frage der Eingliederung de» katholischen konservativen Volksteils in die zu bildende große nationale Einheitsfront, im Sinne der bekannten Sammelbestrebungen der DRVP. befaßt. Reichskanzler a. D. von Papen war am Samstag in Dortmund. Am Bahnhof sei er, so berichtet der „Dortmunder Generalanzeiger", von Dr. Spriugorum empfangen worden, in dessen Begleitung er sich in die Wohnung des Generaldirektors v o e g l e r begeben habe. Dort habe zwischen Papen und den beiden Industriellen eine Aussprache über die allgemeine Wirtschaftslage und die inner- politische Situation slattgefunden. Papen habe über die Kölner Unterredung mit Hitler referiert. Am Schluß sei Papen gebeten worden, die wünsche der deutschen Industrie bei seiner Berichterstattung dem Reichskanzler vorzutragen. Gespannte Lage in Spanien. Neuer Umsturzversuch in Barcelona. Syndikalistische Bombenanschläge auf öffentliche Gebäude. Madrid, 9.Ian. (WTV. Funkspruch.) Rach Meldungen aus Barcelona haben in den späten Abendstunden des Sonntags Syndikalisten, vereint mit den Kommunisten, einen neuerlichen Umsturzversuch unternommen. Die Berichte über die Aufsiandsbewegung sind verworren, lassen aber erkennen, daß gestern abend und im verlaufe der Rächt fast an allen Stellen der Stadt und auch im Weichbilde Vombenattentate begangen worden sind. Ueberall kam es zu Schießereien mit Polizei st reitkräften, wobei insgesamt sechs Personen getötet worden sind. Die Extremisten haben versucht, sich unter anderem des Zentralbahnhofes zu bemächtigen. Sie gingen mit Bomben und Revolvern vor, wurden aber von der Schuhwache zurückgefchiagen. hierauf griffen die Aufständischen eine Artilleriekaserne an; es gelang ihnen nicht, sie zu nehmen, ebenso wenig konnten sie ihren Plan durchführen, das Polizeipräsidium in die Lust zu sprengen. Auch ein A n sch l a g gegen den Iusti;palast war geplant. 3n seinem Innern wurden zwei Personen festgenommen, die Bomben mit sich führten. Zahlreiche Personen sind verletzt worden. Ls wurden viele Verhaftungen vorgenommen. Mehrere verhaftete Extremisten führten beträchtliche Geldsummen bei sich, so daß die Behörden annehmen, die extremistische Bewegung sei von monarchistischen Elementen unterstützt worden. In Madrid sind starke Sicherungsmaßnahmen getroffen worden, weil man den Ausbruch von Unruhen erwartet. persönlichen Ehrgeizes, gegen Trübungen der sachlichen Entscheidung durch persönlichen Neid oder Haß ankämpfte. So wurde gerade der Staatsmann, der vor den Wahlen neue Steuern forderte und sich gegen die Erhöhung von Beamtengehältern wandte, der Vertrauensmann der Massen, der erklärte Liebling des Volkes. Seine Partei mußte ihn wohl oder übel wenige Wochen später noch einmal nominieren und es ihm überlassen, eine persönliche „Plattform" für die Wahlen zu finden, nachdem die Partei sich jede „Plattform" verdorben hatte, Coolidge wäre auch 1928 noch einmal mit großer Mehrheit gewählt worden, wenn er der Tradition zu trotzen gewagt hätte. Die Trauer des amerikanischen Volkes um den verstorbenen Staatsmann ist zweifellos echt. An feiner Haltung könnten sich deutsche Staatsmänner gerade in einer Zeit, wo um die Idee der autoritären Staatsführung und gegen den Machtanspruch des allen Parteienstaates gekämpft wird, ein leuchtendes Beispiel nehmen. Siegreich ist immer der, der nicht ängstlich sich populären Forderungen unterwirft, sondern der die Massen mit der festen Ueberzeugung zu durchdringen vermag, daß er ein ganz unbestechlicher Charak- t e r ist, der über allen Einzelwünschen und über allen persönlichen Rücksichten stets nur das Wohl der Allgemeinheit im Auge hat. Auch Deutschland darf dem einstigen Präsidenten der Vereinigten Staaten ehrlich nachtrauern. In der Außenpolitik zeigte er zwar eine Einstellung, die im religiösen Ausgangspunkt, im „menschheitsbeglückenden" Ziel der Wilfonfchen Auffassung ähnlich war. Was ihn aber von diesem so wesentlich unterschied, war, daß er auf dem Boden der Tatsachen stand, daß er Realpolitik trieb, und daß er vor allem nicht der heuchlerische Schwächling war, der das Grundgefühl religiöser Verantwortlichkeit mit billigen Scheinargumenten gerne selbst betrog. Als ich damals von ihm schied, sagte er mir zum Abschied: „Nehmen Sie meinen Wunsch mit, daß Ihr Land bald wieder hergestellt werde und in die Lage kommen möge, sich in den Dienst der Zivilisation der Menschheit zu stellen!" Daß er es ernst mit dem Frieden meinte, gab er schon darin zu erkennen, daß er allen Siegesfeiern und allen Demonstrationen der alliierten Waffenbrüderschaft demonstrativ fern blieb. Mit der deutschen Botschaft arbeitete er unter Wiedtfeld und Malzahn so persönlich verttauensvoll zusammen, daß andere Mitglieder des diplomatischen Korps sich deswegen manchmal verletzt gefühlt haben. So können wir an der Trauer des amerikanischen Volkes über den Verlust eines Staatsmannes über dem Durchschnitt ganz ehrlich teilnehmen. Auch in Madrid Unruhen. Madrid, 9. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Aus- standsdewegung in Barcelona hat nun auch auf eine Reihe anderer Städte ü b e r gegriffen. Starke polizeiliche Sicherungsmaßnah- inen, die in Madrid getroffen wurden, haben sich als notwendig erwiesen, denn bereits in den späten Abenstunden versuchte eine Gruppe Radikalgesinnter, eine im Weichbild Madrids gelegene Kaserne zu stürmen. Es kam au einem Feuergesecht, bei dem einer der Angreifer verletzt wurde. Gegen 2 Uhr nachts fand eine Besprechung im Innenministerium statt. In L e r i d a sind die Aufständischen in die In- fanteriekaserne eingedrungen, wurden aber nach kurzem Feuergefecht, dem vier Personen zum Opfer fielen, zurückgeschlagen. Auch ein Sturm auf das Schloß wurde erfolgreich abgeschlagen. Die Aufständischen büßten zwei Mann ein. Zu kleineren Unruhen kam es in Oviedo und Saragossa. In Barcelona sind nach den letzten Nachrichten achtPersonenumsLeben gekommen ; 20 Personen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Unter den Verhafteten befindet sich der bekannte Anarchist Garcia Olivier. Man ist in Barcelona der Auffassung, die Bewegung sei von den Syndikalisten deshalb entfacht worden, weil man der Regierung den Beweis habe erbringen wollen, daß man nicht untätig fei. Die Polizei hält die Bewegung für endgültig gescheitert. Regierungskrisis in Rumänien. Das Genfer Protokoll im Hintergrund. Bukarest, 7. Ian. (ERB. Eigene Meldung.) D'.e heute in Sonderausgaben erschienenen Blätter melden von neuen Schwierigkeiten des Kabinetts Maniu. In der Lage der Regierung ist eine Wendung eingetreten, da der König die vom Innenminister vorgeschlagene Absetzung des Polizeipräfekten der Hauptstadt und des Kommandanten der Gendarmerie, die ohne Genehmigung der Regierung verschiedene Maßnahmen getroffen hatten, nicht gebilligt hat. Die Regierung, die dies als Ausdruck des Mißtrauens betrachtet, hat sich mit dem Innenminister solidarisch erklärt. Di« offizielle Heberreichung der Demission des Gesamtkabinetts dürfte erst am Dienstag erfolgen. Heber die Gründe der Spannung zwischen König und Regierung ber.ch- ten di« Sonntagsblätter noch, daß der König «inen Antrag des Finanzministers über eine Kürzung der O f f i z ie r s g e h L l t e r um 7 Prozent abgelehnt habe. Die Blätter heben hervor, daß eine Regierungskrise am Bortage der Wiederaufnahme der Genfer und der Pariser Verhandlungen bezüglich der Sanierung der rumänischen Finanzen dem Lande eine schwierige Lage bereiteten. Rach Ansicht informierter Kreise ist die Krisis für Maniu nur ein Dorwand, durch den eigenen Rücktritt von der Notwendigkeit entbunden zu werden, das Genfer Protokoll unterzeichnen zu müssen, das unverhüllt auf eine Finanzkontrolle in Rumänien hinausläust. Es sind nur zwei Möglichkeiten vorhanden- Entweder wird der König den Minister des Innern, Michalak«, bevollmächtigen, den Gendarmerie- und Polizei- präfetten abzusetzen. In diesem Falle würde die Regierung bleiben und weiterhin vor der schweren Entscheidung stehen, die Genfer Bedingungen anzunehmen oder abzulehnen. Halt der König jedoch die beiden von ihm ernannten Generäle auf ihren Posten, dann wird das Gesamtkabinett zurücktreten. In diesem Falle würde aber die Frage von Neuwahlen akut werden, die möglicherweise den Liberalen die Mehrheit bringen würden. Ein liberales Kabinett dürfte aber kaum den Wünschen der Krone entsprechen, so daß man mit großer Spannung bjn Ereignissen entgegensieht. Die Beisetzung des ermordeten Berliner Hitlerjungen. Berlin, 7. Ian. (TH.) Am Samstagnachmittag erfolgte in Berlin unter starker Qlnteil- nafnne der nationalsozialistischen Parteigenossenschaft die Beisetzung des Hitlerjungen Walter W a g n i tz , der im 16. Lebensjahre in der Reujahrsnacht am Wedding von einem politi-schen Gegner durch Bauch st ich schwer verwun- d e t worden war und bald darauf seinen Ver- letzungen erlegen ist. Der Trauerzug führt« vom Leichenschauhaus in der Rahe des Oranienburger Tores am Schloß vorbei durch Alt- Berlin und den Südwesten nach dem allen Luisen- städ tischen Friedhof an der Bergmann straße. Einig« Hundert Kranze wurden von Hitlerjugend, Braunhemden und Parteigenossen in Zivil dem Zuge vorangetragen. Es folgte ein Wald von umflorten Standarten, Fahnen und Wimpeln. Den mit vierspännigen Leichenwagen geführten Sarg, dem Fackelträger der Hitler- lugend zur Seite gingen, deckte die Hakenlreuz- flagge. Im weiteren Gefolge des nach Zehn- tausenden zähleirden Trauerzuges marschierteir außer starken Abteilungen uniformierter Rationalsozialisten auch Partei-angehörige in Zivil. An der offenen Gruft sprach nach dem Geistlichen Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Dann «rtlärt« der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels, daß man diesen 16jährigen unbekannten Iungen wie einen König zu Grabe getragen habe. Bei aller Trauer erfülle es mit tiefem Stolz, daß gerade die ärmsten Kinder unseres Bolkes bereit seien, ihr Leben für eine betrete Zukunft einzusehen und zu opfern. — Fackeln beleuchteten die von den Fahnen und Standarten umgeben« Gruft. Rach dem Dorbeimarsch an der Gruft traten die SA.-Abteilungen, wiederum gefolgt von Tausenden von Parteimitgliedern, den Rückmarsch durch Berlin an, um der Kundgebung im Lustgarten beizuwohnen. Kunst und Wissenschaft. Der Mann, der 200 Sprachen beherrscht. Am 10. Januar wird der als Kenner von 20 0 Sprachen weitberühmte Frankfurter Privatgelehrte Dr. Ludwig Harald Schütz60Iahre a [ t. Dr. Schütz, der Begründer des bekannten Frankfurter Vereins für Orientalische Sprachen, Hessen Dozent er noch heute ist, ist in Traunstein (Oberbayern) geboren und ist von Haus aus Mathe- matiker, Physiker und Naturforscher. Vergleichende Sprachstudien machten ihn schließlich mit Über 200 Sprachen teils eingehender, teils flüchtiaer bekannt. Als Frucht dieser Studien veröffentlichte er zahlreiche sprachliche Werke. Während des Krieges im Großen Türkischen Hauptquartier tätig, hatte er in Aus der Provinzialhauptstadt Ein frecher Banditen st reich wurde Göggingen bei Augsburg ausgeführt. In einer der letzten Rächte verübte ein« dreiköpfige Einbrecherbande einen Raubübers all auf das Verwaltungsgebäude der Lebeg (Lebensmtttel- Einkaufs-Genossenschaft) im ehemaligen Artil- lerie-Depot Göggingen. Der Wächter, ein einarmiger Kriegsinvalide wurde niedergeschlagen, gefesselt und geknebelt. Dann durchschnitten die Täter die Fernsprechleitung, drangen in den Kassenraum ein und nahmen die lediglich in Schubladen verwahrten Barbeträge an sich. Zufällig waren am Vorabend noch größere Beträge eingegangen, so daß die Beute etwa 1 2 000 Mark betragen dürfte. Erst nach einer Dreiviertelstunde gelang es dem Wächter, sich frei zu machen und die Polizei zu verständ.gen. Inzwischen waren die Räuber, die sich durch Gesichtsmasken unkenntlich gemacht hatten, entkomschon vordem in über 20 Sprachen den Behörden amtlich Auskunft gegeben. Erst kürzlich hat Dr. Schütz, der auf ein reiches, alle Gebiete umfassendes schriftstellerisches Schaffen zurüaoucken kann, eine Sammlung lyrischer Ucbertragungen aus fünfzig Sprachen veröffentlicht. Aus aller Well Frecher Landttenstreich in Göggingen. Wettervoraussage. Die nördliche Störungstätigkeit hat nach Skandinavien einen Wirbel gebracht, dessen Einfluß auf dem Kontinent stärker ist als der zur Zett noch bestehende hohe Druck. Ein ausgedehntes Nieder- schlagsfeld beherrscht ganz Frankreich und Deutsch- land bis zur Elbe. Da durch den Druckfall zunächst maritime Luft aus höheren Breiten zufließt, so wird der Witterungscharakter wechselhaft bleiben, noch schauerartige Niederschläge werden auftreten und die Temperaturen gehen vorerst etwas zurück. Vorhersage für Dienstag: Verander- liches Wetter, wolkig und aufklarend, noch Schauer, auf den Bergen als Schnee, leicht auffrischende um West drehende Winde. Vorhersage für Mittwoch: Anhalten der wechselhaften Witterung, vereinzelte Niederschläge mit späterer Milderung. Lufttemperaturen am 8. Januar: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 9. Jan.: morgens 3,9 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Januar: abends 0,5 Grad: am 9. Januar: morgens 0,7 Grad. — Niederschläge 7 mm. (Schluß des redaktionellen Teils.) men. Lin „Fliegender Hamburger- für die Sahara? Der.Fliegende Hamburger", der neue Schnelltriebwagen der Reichsbahn, soll in den nächsten Tagen eine neue Fahrt unternehmen, an der sich viele ausländische Sachverständige beteiligen werden. darunter sechs Bertreter einer Pariser Gesellschaft. Man trägt sich nämlich mit Plänen, Wagen und Art des .Fliegenden Hamburgers" auf der TranS-Saha ra-Dahn einzu- setzen, die augenblicklich noch im Bau ist und bei der technische Schwierigkeiten wegen des Betriebsstoffes bestehen. Raubüberfall und Bombenanschlag. Nach einem Raubüberfall auf den Rittergutspächter Steinirfe, Streithof bei Stettin, an dessen Folgen dieser gestorben ist, wurden vier Täter verhaftet, die nach Mitteilung der Polizei der SA. angehören. Die Polizei hat, wie eine amtliche Verlautbarung besagt, ferner ermittelt, daß es sich um dieselben Personen bandelt, die im letzten Sommer den Bombenanschlag auf das Gebäude des sozialdemokratischen „Stettiner Volksboten" verübten. Weitere Festnahmen sind bereits erfolgt. Der an den Folgen des Raubüberfalles gestorbene Rittergutsbesitzer Steinicke, Streithof, war Vorsitzender des Zuchthaus für einen ungetreuen Postagenten. Darmstadt, 8. 3an. (WSR.) Wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung, Fälschung und Vernichtung von am t li,ch en Hrkünden sowie unrichtigen Eintragungen in die Bücher hatte sich der Kaulftnann und Postagent Georg Böhrer aus Dreieichenhain vor dem Bezirksschöffengericht zu verantworten. Das Geschäft des jungen Mannes war seit einiger Zeit durch die Rotlage und durch eine neu aufgetauchte Konkurrenzfirma gefährdet und so konnte er nicht widerstehen, gelegentlich und immer wieder einen kleinen Griff in die Amtskasse zu tun. Durch geschickte Falfcheintragungen und Zurückhalten von Zahlkarten wußte der Angeklagte seine Manipulationen bis zum April 1932 zu verdecken. In der Verhandlung war er m allem geständig, nachdem er vorher nur zugegeben hatte, was man ihm strikt« nachweifen konnte. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Iahreinen Monat Zuchthaus, will aber die Hmwand- lung in Gefängnis befürworten. Aach Zahnbehandlung nicht rauchen! WSR. Alzey, 8. Ian. Der Sohn eines hiesigen Gastwirts hatte trotz Warnung nach erfolgter Zahnbehandlung sofort geraucht. Es stellt« sich infolge der Rikotineinwir- kung Blutvergiftung ein, an deren Folgen der junge Mann schwer erkrankte. An seinem Auftommen wird gezweifelt. Verhinderter Zuwelendiebstahl. F r a n k f u r t a. M., 8. Jan. (MSN.) Am Samstagabend drang ein Einbrecher über den Balkon von der Gartenseite aus in eine Villa in der Bet- tinastraße ein, um einer dort wohnenden Familie Juwelen zu stehlen. Er hatte bereits eine Kassette, in der sich Juwelen im Werte von etwa 20 000 Mark befanden, geöffnet, als er durch Zufall von einer Frau, die bei der Familie zu Besuch weilte, überrascht wurde. Die Frau wollte nämlich ein Fenster schließen. Als sie einen Vorhang auseinanderschob, faßte sie in ein Messer, das der hinter dem Vorhang versteckte Dieb in der Hand hatte. Die Frau verletzte sich an der Hand und schrie laut auf. Dadurch wurde der Einbrecher verscheucht und er entkam unerkannt. Seine Beute mußte er im Stich lassen. Zwei lauggesuchte Kellereinbrecher festgenommen. Frankfurt a. M., 7. Jan. (WSN.) Kürzlich wurden zwei langgesuchte Kellereinbrecher von der Polizei bei einem Einbruch überrascht und fe ft genommen. Schon seit längerer Zeit haben beide Kellereinbrüche verübt und hauptsächlich Weine gestohlen. Zum Fortschaffen des Diebesgutes benutzten sie einen Koffer und ein Dreirad. Als sie am 3. Januar aus einem Keller in der ©arten» straße 70 Flaschen Wein entwendet hatten, konnte einer der Täter festgenommen werden, während der zweite mit etwa 30 Flaschen Wein flüchtig ging. Auch er wurde später ermittelt und festgenommen. Bei den Tätern handelt es sich um den 27jährigen Reisenden Ludwig Heim und den 40jährigen Kaufmann Anton Gambert. Kaninchenzüchter in Kelsterbach beteiligten sich die Züchter und Mitglieder des Kaninchenzuchtvereins Gießen: Schellhaas, Kreiling, Hllrich- Gießen, Dtroh-Wieseck, vom Verein Großen- Linden W. Zarth und vom Verein Daubringen Fr. Wagenbach-Mainzlar. Trotz stärkster Konkurrenz wurden 5 Ehren-, 5 erste, 3 zweite und 2 dritte Preis« errungen. Außer diesen wurden für besondere Zuchtleistung in der Selbstzuchtklasse den Züchtern Zarth (auf Marburger Feh) und Hllrich (auf Rheinische Schecken) die Meistertitel- Auszeichnung verliehen. (Strafkammer Gießen. * Gießen, 6. Ian. Ein Händler aus Vilbel wollte am 9. Rovember 1931 auf der Provinzial- strahe bei Dortelweil ein PferdefuhrwÄ in langsamer Fahrt überholen, als er im Rebel einen ihm schnell entgegenkommenden Motorradfahrer bemerkte. Er bog wieder nach rechts ein und bremste, um nicht auf das Fuhrwerk aufzufahren. Infolge des schlüpfrigen Kleinpflasters kam das Auto etwas ins Schleudern und stieß mit dem Motorrad zusammen, dessen Fahrer dabei schwer verletzt wurde. Das Amtsgericht Vilbel hatte den Autofahrer von der Anklage der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen. Rach eingehender Verhandlung, in der außer einer Reihe von Zeugen auch drei Autosachverständige gehört wurden, verwarf die Strafkammer, dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend, die Berufung des als Rebenkläger zugelassenen Motorradfahrers. Auch das Berufungsgericht war der Auffassung, daß nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme dem Angeklagten ein Verschulden nicht nachgewiesen sei, insbesondere nicht festgestellt werden könne, daß er unter den gegebenen Um« ständen zu schnell gefahren sei und in nicht sachgemäßer Weise das Fuhrwerk zu überholen versucht habe. graben haben: strahlende Kinderaugen mustern die dampfenden Speisen, und mit Vorliebe verzehren die Kinder eingemachte Zwetschen und Schlehen, die vor Jahren im Vogelsberg nie auf dem Tische fehlten. Die Sorgen des Alltags werden vergessen, und nicht fetten sitzt man bis zu Mitternacht beisammen und verlebt Stunden, die sich so tief einprägen, daß man sie »m Leben nie vergißt. Der Außenstehende, der den Winterabend auf dem Lande aus der Erinnerung der Kindertage kennt, oder ihn schon miterlebt hat, ist davon über- zeugt worden, daß diese Verbundenheit, die Bodenständigkeit, das Verwurzettsein mit Scholle und Heimat hohe innere Werte schassen, die Träger der Heimat- und Vaterlandsliebe sind. I. B. Spende für die Winternothilfe. Don der Geschäftsstelle der Gießener Winternot- Hilfe wird uns mitgeteilt, daß die Kohlenhandlung von Emil Lotz, Kaiserallee, 100 Zentner Kohlen zur Abgabe an die Hilfsbedürftigen gespendet hat. Weitere Spenden für das Hilfswerk werden jeder- zeit gerne angenommen. ’-tio rni) tuen. — Tageskalender für Montag: FGF.: 20.30 Uhr, Monatsversammlung, „Germania". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Schützenkönig". • *♦ Schüler können dem Jung-Stahl- heim angehören. Der hessische Kultusminister hat den Direktionen und Leitern der höheren Schulen und der gewerblichen Unterrichtsanstatten, sowie den Kreis- und Stadtschulämtern in einer Verfügung mitgeteilt, daß er das im Ausschreiben vom 12. Mai 1926 ausgesprochene Verbot der Zugehörig- keit von Schülern zum „Jungstahlhelm" aufgehoben habe. ♦♦ Nothelferversammlung. Die im Anzeigenteil vom Samstag angekündigte Nothelfer- Versammlung findet am Donnerstag, 12. Januar (nicht am 19. Januar) in der „Stadt Mainz" statt. ** Derhaftungen. Am Samstaa wurden der 29 Jahre alte Schuhmacher Hubert Köcher aus Köln wegen Betrugs (Fahrgeldhinterziehung) und ein 24 Jahre alter Milchausträger von hier wegen Sittlichkeitsverbrechens festgenommen. *• „Hochland-Symphonie". Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße lief gestern vormittag wiederum ein Film, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Berglandschönheit zu zeigen. Die un- endliche Mannigfaltigkeit der bayerischen Alpen, die vielfältigen landschaftlichen Reize der Doralpen, der bayerischen Seen, der herrlich gelegenen Königsschlösser, der Wasserfälle in den wildesten Felsklüf- ten, das alles war mit großer künstlerischer Sicher- heit im Bilde erfaßt und in hoher tecknischer Voll- enbung wiedergegeben worden. Da sah man die Berge, die, zum Teil von Nebeln mystisch umhüllt, gigantisch aufragten, da sah man die freundliche Kapelle St. Borthoholrnä am Königsfee vor dem dunklen Hintergrund stell aufragenber Felsen im Sonnenscheine leuchten, man schritt mit den Skiläufern und Bergsteigern die von der Fülle des Schnees ausgeglichenen Halden hinan, um dann auf schmalen Graten zu wandern und die Wolken über die Gipfel treiben zu sehen, silbern durchleuchtet vom Glanz der reineren Sonne dieser Höhen. Namen klangen auf, deren Klang mit der Schönheit der Landschaft zu einem Begriff geworden sind. Man nahm im Geiste teil am Fest St. Leonhards in Tölz (dem Feste der Pferde), am Fron- leichnamsfest auf der Insel Frauenwörth, sah dem Holzschnitzer von Oberammergau bei seiner Arbeit über die Schütter, fuhr mit der Drahtseilbahn nach steilem Aufstieg von der Zugspitze zu Tal und erlebte so durch den Film Schönheit und Originalität eines Landes, das vom Schöpfer mit einer lieber- fülle des Reizvollen gesegnet ist. •• Erfolgreiche Kaninchenzüchter. Vom Kaninchenzuchlverein Gießen wird uns mitgeteilt: An der Landesverbands-AussteUung Hess. In der Berliner Automobilausstellung werden die meisten Wagen mit Continental-Reifen ausgestellt. Es sind dies'die besten Reifen — Überall bevorzugt. Kreisvereins Randow der D N D P., ferner Stahlhelmmitglied und Vorsitzender des Kriegervereins Glasow-Steithos Es handelt sich jedoch um eine reine Kriminaltat, bei der bisher nicht die geringsten politischen Beweggründe seftgesteltt worden ’ Die Kreisleitung Stettin der NSDAP, teilt dazu folgendes mit: „Die an dem Streithofer Ueberfall Beteiligten gehören der NSDAP, nicht mehr an. Die NSDAP, hat bereits in mehreren Fällen seftgestellt, daß als Provokateure und Spitzel in die NSDAP, entsandte politische Gegner vorsätzliche Handlungen begangen haben, die geeignet waren, das Ansehen der NSDAP, zu schädigen. Da auch in diesem Fall der Haupttäter aus marxistischenKreisen zur NSDAP, übergetreten ist, besteht der begründete Verdacht, daß der Sprengswffanschlag auf den „Dolksboten" eine von politischen Gegnern der NSDAP, angezettelte Provokation ist. Die Kreisleitung Groh-Stettin der NSDAP, hat mit dem Sprengstoffanschlag auf den „Dolksboten" nichts zu tun und lehnt ausdrücklich der- artige Terrorakte als für die Organisation unvereinbar a b." Blutiger Streif in einem Sofioter Restaurant. In einem vornehmen Restaurant der Stadt Sofia hat sich ein blutiger Zwischenf all abgespielt. An einem Tisch« faß der angefdjene Rechtsanwalt A p o st o lo w in Gefellfchaft des Fabrikanten M a g e r o f f. Als der SektionSchef des Kriegsministeriums, Pawlow, in Gesellschaft einer Dame das Lokal betrat, machte der Advokat eine Bemerkung über die Dame, worauf er von dem Obersten gestellt wurde. Es entspann sich ein heftiger Wortstreit, in dessen Verlauf der Advokat mit einem Stuhl auf den Obersten einschlug, während der Fabrikant eine Weinflasche nach dem Offizier schleuderte. Der Oberst zog darauf einen Revolver und tötete den Advokaten durch einen Schuß, während er den Fabrikanten so schwer verletzte, daß dieser gleichfalls wenige Minuten später starb. Rach der Tat lief der Oberst in seine Wohnung, wo er eine Bombe Äur Explosion brachte, die ihn gräßlich verstümmelte. Schweres Linsturzungück auf Korsika. Bei einer Trauerfeier in Ajaccio auf Korsika, der über 100 Personen beiwohnten, stürzte die Decke in der zweiten Etage eines Hauses ein. Sämtliche Trauergaste wurden in di« Tiefe gerissen. Zwei Frauen wurden als Leichen geborgen, während 17 Personen schwer beriet) t wurden, sv daß si« ins Krankenhaus ge- । schafft werden muhten. Winierabenh auf hem Lande. Der Tag neigt sich seinem Ende zu. Dämmerung schleicht leise durch die Natur. Krächzende Raben ziehen über das Dorf, um in dem nahen Walde einen sicheren Unterschlupf für die Nacht zu finden. Die Glocken verkünden das Nahen der Nacht. Flink eilen die letzten spielenden Knaben dem Elternhause zu. Durch die rußigen Fenster der Dorsschmiede leuchtet der Helle Schein des Schmiedefeuers: auf dem Amboß erklingen die wuchtigen Schläge des Dorfschmiedes. In den Hofreiten rasseln die Eimer, ein Zeichen, daß die Fütterung der Haustiere nur noch kurze Zeit in Anspruch nimmt. Dunkel wird es auf den Dorfstraßen. Dann ist es auf einmal still im Dorfe geworden. Nichts stört den tiefen Frieden in Haus und Hof. Die Familie hat sich an den Tisch gesetzt, um das einfache, aber kräftige Abendessen einzunehmen. Nur noch kurze Zeit, dann ist groß und klein im Wohnzimmer um den warmen Ofen versammelt. Wohl ist die Ofenbank, auf der die Nachbarn Platz zu nehmen pflegten, eine große Seltenheit geworden, und die Zimmereinrichtung ist mehr oder weniger der modernen Zeit angepaßt: manches alte Möbelstück hat auf dem Speicher oder sonstwo einen wenig ehrenvollen Platz gesunden. Das Beschauliche, dieses traute Zusammensein, wie es vor dem Kriege noch überall auf dem Lande üblich war, hat manches an innerer Wärme eingebüßt, und trotzdem ist der Winterabend auf dem Lande auch heute noch etwas ganz Besonderes, etwas, was der Städter nicht kennt und niemals in der Form nachahmen könnte. Der Großvater hat im Sessel in der Nähe des Ofens Platz genommen; die Großmutter strickt; die Mutter bringt Strümpfe und Kleider für die Kinder in Ordnung; der Vater lieft eifrig in der Zei- tung, und die Buben und Mädchen spielen mit Pup- pen und Baukasten. Nach einer kleinen Weile tritt der Nachbar, vielleicht auch die Nachbarin mit dem Strickstrurnps, ein, und nun beginnt eine rege Unterhaltung. Die Tagesneuigkeiten des Dorfes wer- den besprochen, und gar oft werden harte Urteile gefällt. Tagesereignisse fröhlicher und trauriger Art bieten reichlich Stoff zur Unterhaltung. Man spricht von dem Vieh, den Preisen, den schlechten Zeiten, und nicht zuletzt spielen Verlobung, Hochzeit, Kindtaufe in dem Dorfe bei dem Gespräch eine große Rolle. Auch die hohe Politik kommt zu ihrem Recht, und rückhaltlos werden die Notverordnungen und die Anordnungen der Regierung kritisiert. Erleb- nisse aus dem Weltkrieg werden ausgetauscht und bieten Gesprächsstoff für manchen Abend. Bei guten Reden „fließt die Arbeit munter fort". Ebenso schnell verfliegen die Stunden, und um 10 Uhr verlassen die Nachbarsleute die Stube, damit sie recht- zeitig zu Bett kommen, und am nächsten Morgen mit frischer Kraft ihrer Tagesarbeit nachgehen können. Indessen hat sich die Jugend in der Spinnstube versammelt. Es wird nicht mehr gesponnen, aber leißig gestrickt. Burschen und Mädchen unterhalten ich; Volkslieder, aber auch moderne Schlager werden gelungen. In manchen Orten des Vogelsbergs ist im Winter das „Achtläuten" noch üblich. Da gehen die Kinder zu Bett, und die Spinnstube zieht singend durch die Straße des Dorfes. Leider wird das alte Volkslied nicht mehr so gepflegt, und alte Sitten und Gebräuche der Spinnstube kennt man längst nicht mehr. Ein ganz besonderes Ereignis im Winter ist das Schlachtseft, die Metzelsuppe, die in diesem Zusam- menhang nur kurz erwähnt werden soll. Verwandte und gute Bekannte kommen am Abend, um das Ende des arbeitsreichen Tages festlich zu begehen. Während der Hausherr noch am Wurstkessel seines Amtes waltet, herrscht in der Stube schon reges Leben, und die Gäste haben sich bereits um den weiß gedeckten Tisch gesetzt, um Sauerkraut und Wellfleisch zu essen. Da geht ein Zug von innerem Glück und Zufriedenheit über die Gesichter der Allen, in die Arbeit und Sorge oft tiefe Furchen ge° Wirtschaft. Berlin fest. Berlin, 9.San. (WTB. Funkspruch.- Die Börse erösfnete di« neue Woche in f e st e r Hal- tu na. Entscheidend hierfür war die starke Nachfrage in Anleihen, von denen Alt- besitz erneut um 1,30 Prozent über den Samstag- schluh ainogen, und in Spezialwerten, für die günstige Mitteilungen und Dividendenaussichten anregten. Demgegenüber trat die weiter ungeklärte politische Situation, die noch vorbörslich tendenzhemmend gewirkt hatte, mehr in den Hintergrund. Aus Reuyork lagen Kursmeldungen nicht vor. Das Geschäft war im allgemeinen nicht sehr groß, in Spezialwerten jedoch lebhafter. Montane waren heute ziemlich vernachlässigt und teilweise um Bruchteile eines Prozentes schwächer, da man offenbar die morgige Aufsichtsratssitzung beim Stahlverein abwarten will. Draunkohlenwerte tendierten ruhig, aber freundlich, von Kaliaktien waren Salzdetfurth bei fiel* nein Umsatz etwa 2 Prozent höher. Chemische Werte lagen freundlicher. Farben zogen im Verlaufe bis auf 106,75 an. Gummi- und Linoleumwerte gewannen bis zu 0,50 Proz. Elektropapiere waren allgemein bis zu 1, vereinzelt bis 1,50 Prozent freundlicher. Don Gaswerten zogen Thüringer Gas im'Verlaufe 1,50 Prozent an. Von Kabel- und Drahtwcrten waren Deutsche Kabel 1,39 Prozent gebessert. Autowerte, Maschinenfabriken. Metall- und Bauwerke waren überwiegend leicht gebessert, aber Maschinenbauunternehmungcn verloren 1 Prozent. Don Kunstseideaktien erholten sich Aku um etwa 1 Prozent, während Dem- berg mehr als 1 Prozent nachgaben. Sonstige Textilwerte, Papier- und Zellstoffaktien, sowie die Anteile von Wasserwerken hatten nur kleinere Veränderungen aufzuweisen. 'Zellstoff-Waldhof konnten später 1,50 Prozent gewinnen. Don Brauereien waren Engelhardt 1 Proz. schwächer, Schultheiß im gleichen Ausmaße fester. Derkehrs- werte, darunter Schiffahrtsaktien, gewannen bis zu 0,50 Prozent. Don Banken waren Reichsbank 1,50 Prozent höher. 3m übrigen sind Deutsche Atlanten auf die Liquidität des Unternehmens und die günstigen Dividendenaussichten, Tietz auf die guten Warenhausumsähe sowie Cisenbahnver- kehrsmittel bis zu 3 Prozent höher. Reichsschuldbuchforderungen, Pfandbriefe usw. waren zu Anlagezwecken gefragt und teilweise stärker befestigt. Don Ausländern waren 5prozen- tige Mexikaner etwa 0,5 Prozent schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld an sich weiter leichter, doch blieben die Sätze unverändert, nämlich 4,5 bzw. 4,38 Proz. an der unteren Grenze. Rach Privatdislonten, Reichswechseln per 5. April und Rcichsschahanwcisungen per 16. 3uni herrschte nach wie vor lebhafte Rachfrage. Sranffurf freundlich Frankfurt, 9. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche setzte sich die Aufwärtsbewegung der Kurse meist weiter fort, da von der Kundschaft neue Kaufaufträge vorlagen, denen sich die Spekulation mit kleinen Deckungen anschloß. Die ungeklärten innerpolitischen Verhältnisse wurden kaum beachtet. Die Umsatztätigkeit war mäßig belebt, am Rentenmarkt jedoch ausgesprochen lebhaft. Die durchschnittlichen Kursbesscrungen betrugen etwa 0,50 bis 1 v. H. Eine Ausnahme machte der Montanmarkt, an dem Gelsenkirchen 1,25, Phönix 1,40, Buderus und Stahlverein bis zu 0,75 v. H. einbüßten. Recht fest eröffneten Elektroaktien, voran Gesfürel und Elektrische Lieferungen mit je plus 1,75 v. H. AEG., Bekula, Lahmeyer und Schuckert lagen bis zu 1 v. f). höher. Am Chemiemarkt zeigte sich weiteres Interesse für die Farbenaktie mit plus 0,40 v. H. Die übrigen Werte gewannen bis zu 0,75 v. $)., Scheidc- anftalt sogar 2,25 v. f). Höher setzten ferner ein Contigummi (plus 1,50 o. H.), Zellstofsaktien (plus 0,75 o. H.) und Reichsbank (plus 1,50 v. H.). Schiff- fahrts- und Berkehrswerte lagen uneinheitlich. Die Veränderungen betrugen aber nur Bruchteile eines Prozentes. Holzmann, Zement Heidelberg, Süddeutsche Zucker und Aku eröffneten behauptet. Rach den ersten Notierungen blieb die Tendenz fest, und meist ergaben sich neue Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. IG. stiegen von 104,75 auf 106 v. H. Am Rentenmarkt war das Geschäft in Deutschen Anleihen sehr lebhaft unter Bevorzugung von Neu- besitz mit plus 0,40 v. H., die Altbesitzanleihe zog um 0,65 v. H. an. Größere Umsätze verzeichneten auch späte Reichsschuldbuchforderungen, die etwa 0,75 v. H. anzogen. Der Pfandbriefmarkt lag verhältnismäßig ruhig, vereinzelt ergaben sich Besserungen von 0,25 bis 0,50 o. H. Die Werte der Frankfurter Institute blieben gut behauptet. frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. 3a n. Auf trieb : Rinder 1003 Stück, darunter 215 Ochsen, 75 Bullen, 370 Kühe, 293 Färsen: Kälber 516; Scherfe 101; Schweine 4057 (darunter 90 Memelländer). Es notierten: Rinder. Ochsen: vollfleischigc, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 27 bis 29, ältere 24 bis 26, sonstige voUfleischige: jüngere 20 bis 23; Bullen: jüngere vollfleischige, höchsten Echlachtwerts 25 bis 27, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 24; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 22 bis 24, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 19 bis 21, fleischige 16 bis 18, gering genährte, 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 28 bis 30, vollfleischige 25 bis 27, fleischige 21 bis 24. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 31 bis 34, mittlere Mast- und Saugkälber 26 bis 30, geringe Kälber 20 bis 25. Schaf c. Mastlämmer jüngere Masthämmel (Weidemast) 23 bis 25, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämm el und gut genährte Schafe 20 bis 22. Schweine. Doll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 37 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 38, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 33 bis 36 Mark. Marktverkauf : Rinder ruhig, ausverkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine schleppend, geringer äleberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Ilan. (WTB. Drahtmeldung.) Die Produktenbörse begann die neue L)oche in etwas freundlichererGrund- Kimmung. Anregend wirkten die festen Preismeldungen aus Berlin. Das Geschäft bewegte sich jedoch in ruhigen Bahnen. Das Angebot für Brotgetreide war für die vorhandene Rachfrage ausreichend. Die Preise lagen sowohl für Brotgetreide, als auch für Futtermittel und Mehle etwas hvher. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 203,50 bis 204; Roggen 163 bis 163,50; Sommergerste für Brauzwecke 180 bis V!f2,3fr; inländischer 130 bis 135; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 28,15 bis 29; Weizenmehl, niederrhe.nUches 28,15 bis 28.50; Roggenmehl 22,25 bis 23,25; Weizen- Heic 7,40; Roggenlleie 8,00 bis 7,85; Sojaschrot 10,10bis 10,60; Palmkuchen 8,75 bis 9,00; Erdnußkuchen 12,25 bis 12,60; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 4,60 bis 4,80; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 2,25 bis 2,50; Weizen- und Roggenstroy, gebündelt 2,25 bis 2,50; Treber, getrocknet 10,50 bis 10,60. Tendenz: Leicht befestigt, Futtermittel ruhig. 3ndustriekartoffeln, hiesiger Gegend, 1,75 per 50 Kg. bei Waggon- bezug. Tendenz: ruhig. G. 9b (Sport Westdeutsche Regatta Termine 1933. Nach der Sitzung des Bundes der westdeutschen Regatta-Vereine am gestrigen Sonntag kann man folgende Regatta-Terinine als feststehend betrachten: 28. Mai: Mühlheim (Ruhr); 4. Juni: Tier und Heidelberg; 11. Juni: Köln (Stadtregatta), Karls ruhe und Hengstey; 18. Juni: Hanau, Stuttgart und vielleicht noch Koblenz; 25. Juni: Ems, Würzburg und Worms; 2. und 3. Juli: Limburg und Mannheim; 9.Juli: Gießen (Kroße Regatta der Gießener Rudergesellschaft 1877), Duisburg und Heilbronn; 16. Juli: Essen, Offenbach; 22. und 23. Juli: Mainz und Passau. Der Termin der Frankfurter Regatta liegt noch nicht fest. Voraussichtlich soll sie aber am 29. und 30. Juli stattfinden. Kurze Oportnotizen. Einen „Turn-Sechser" für die Berliner Winterhilfe erhebt der Streis Brandenburg der DT. auf die Eintrittskarten zum Hallensportfest am 15. Januar in Berlin. Den Unterverbändcn und Vereinen wurde vom Vorstand empfohlen, bei ihren Veranstaltungen gleichfalls einen Sondcrbcitrag von 5 Pfennig zu erheben. * Einen großen Sieg errang die Düsseldorfer Stadtmannschaft (Fortuna verstärkt durch Benrath); vor 18 000 Zuschauern besiegten die Rheinländer den ungarischen Fußballmeister Fcrenczvaros Budapest mit nicht weniger als 7:2 (2:2) Treffern. Mein Inventur-Verkauf beginnt Montag, den 9. Januar und dauert 14 Tage Nutzen Sie diese überaus günstige Einkaufsgelegenheit 6roße Warenposten aus meinen Lagerbeständen zu Spottpreisen! Auf alle nicht herabgesetzten Waren (außer Markenartikel) 10 PrOZBIlt Rabatt Julius Schulze, Kreuzplatz [ Beachten Sie bitte meine SchaufensterI H5 A Statt besonderer Anzeige. Am 4. d. M. entschlief sanft unsere Hebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Luise Nicolaus Witwe geb. Etling kurz nach Vollendung ihres 86. Lebensjahres. Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Meißinger Wwe., geb. Nicolaus Karl Nicolaus, Hess. Oberforstmeister. Gießen, den 8. Januar 1933. Die Beerdigung fand in Steinbach, im Sinne der Entschlafenen in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 187D Heute morgen 8 Uhr verschied nach kurzem schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, unsere innigstgeliebte treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Elisabeth Weller Wwe. geb. Völzel im 66. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Weller Familie Wilhelm Weller. Wieseck, den 8. Januar 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Januar, nachmittags 2 Uhr vom Sterbehause, Rabenauerstraße 12, aus statt 189 u Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Amalie Hilz und Kinder. Gießen, den 6. Januar 1933. ___1E2D Bekanntmachung. Aus der Landrichter Dr. Müllerschen Stiftung ist ein freigewordenes Legat von zur Zeit jährlich 400 RM. zu vergeben. Nach den Bestimmungen des Testaments ist das Legat einer bedürftigen, nicht kinderlosen Witwe eines verstorbenen hessischen Richters 1. Instanz oder eines verstorbenen hessischen Gerichtsassessors in Starkenburg oder Oberhessen zuzuweisen. 191D Bewerbungen sind unter Darlegung der Vermögens- und Einkommensverhältnisse bis zum 31. Januar 1933 an mein Sekretariat einzureichen. Darmstadt, den 3. Januar 1933. Der Hessische Finanzminister. ________Kirnberger.________ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat angenommene Voranschlag der Stadt Lich für das Rj. 1932 liegt vom 10. Januar 1933 ab eine Woche lang auf dem Bürgermeistereibureau während der Dienststunden zur Einsicht der Beteiligten offen. 186D Einwendungen gegen den Inhalt können von den Beteiligten während der Offenlage bei der Bürgermeisterei schriftlich oder zu Protokoll oorgebracht werden. Lich, den 7. Januar 1933. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Zwei Zimmer unmöbl. oder rnöbl. mit Notküche, i. gut. Hause a. Untermiet. z.verm.Einz.Dame bcuon.Asterwefl39I. Garagen auch für Lastwagen, sowie Lagerhalle zu vermieten. oim Westanlage 49. | Mietgesuche | Beamt.(8Erw.-lucht S-rillW.-MU m. Balkon u. Bad, i.fr.Cane i.Süd°B. Schr. Ang. u. 0165 an den Gieß. Anz. liZim.-Wii, mit Bad, v. höherem Reichsbahnbeamten baldmögl. gesucht. Schr. Angeb. unter 0172 an den Gß. Az. | Stellenangebote | ^auoeres uenziges Mädchen für sofort gesucht. (8—3 Uhr). oi73 Tonnenstraße 31 ll. Ehrliches, fleißiges Mädchen sofort gesucht. Zu erfr. i. d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. fviss Jg.gebild. Mädchen von hier als Haustochter f.sof.ges.Schr. Ang. U.190D a. d. G.Anz. Fleißiges, selbständ. Mädchen zum 15. Jan. 1933 gesucht. ib3D Walltorstr. 30 (Lad.). Vßrs.-Inspektor mit eignem Wagen, sucht sich zu oerbes- [ern, evtl, auch für den Innendienst. Schr. Ang. u. 0166 an den Meß. Anz. Mädchen 26J.,m.gut.Zeug., in all. Arbeiten erf., sucht Stellung in besserem Hause. 0103 Wefkanlage 27 (bei M utb,Fernruf 3116) Bollwaise, 20 I. alt, perfekt i. Nähen u. in Hausarbeit, sucht Stellung. Zeugnisse a. Haus- baitschule vorband. Schriftl. Angebote unter 175D an den Gießener Anzeiger. -----Wir suchen----- Dämon n. Herren, gleich welch. Berufs, zur Ausüb. ein. angen. Beschäftigung (auch nebetiberufl.). Beste Möglichkeit, um selbständig zu werden. Verdienst- möplichkeit bis RBL 600 monatl. Kein Reisen. Angebote unt. Beilage eines mit der genauen Adresse versehenen Briefumschl. an Chem. Fabrik Stlerll, Hallingen 81 (Amt Lörrach). 184V — WC DR CD RUCKSACHEN fc» ■> p fcBfOhl’sche Druckerei Verschiedenes 4000 RM. geg.hlivoth. Sicherheit aus la Objekt in Gießen gesucht. Zinsen können durch mtl. Mieteinnahme sichergest. w. Schr. Ang.u.0174a.d.G.A. tönte Wtziise i. all. ft-ärf). b. Dokt. out Miihlsfr.28 III. Ult. 4000.— als I. Hnpothek auf einen Neubau ges., ab. nur v. Selbstgeb. Schr. Ana. unt.0161 an den Gieß. Anz. Jmn Wwe« Neuenweg 28, Inh.: Greilich Dienstag, den 10. Januar 1933: Schlachtfeft Wellfleisch mit Kraut Menis SWWlslleiilWsMiiuj ______Bis 4 Uhr nachts geöffnet. Znngel üllüMeil. Nam der bei den Eltern wohnt, und Mk. 300 als Sicherheit für Inkasso und Lager auf einer Sparkasse hinterlegen kann, wird sofort als Warenverteiler zur Belieferung unserer nachgewiesenen Kundschaft mit unseren bekannten erstklassigen Lebensmitteln eingestellt, wohnhaft in Großen- Linden. Ausfüürl. schriftl. Angebote er- beten unter H. G. 69 (192V) an den G. A. Preise nennen ein Unding denn mein diesjähriger Inventur-Verkauf 188 A bietet Ihnen eine Kaufgelegenheit ohnegleichen, weil wirklich nur Qualitätswaren zu Spottpreisen zur Verfügung stehen Au, Wollgarne bei Mindestabnahme v,1 Pfd. (Markenartikel ausgenommen) unter 1 P.d. 5 Prozent Rab. Auf alle nicht besonders herabgesetzte Waren 10 Prozent Rabatt Darum Wollgarne - Stricksachen - Strümpfe « nur bei —————————— Gustav Bergan ■ S PEZ/AL -wOLLGESCHAFT NIMM MM Roman von Margarete Anlelmann. Copyright by Markin Feuchtwcrnger, Halle (Saale) 26 i^ortlefiung Nachdruck oerboten Leu tobe rt Fischer, der einige Tage auf Gut Löwen zu Besuch weilte, war öfters herüberge- kommen und hatte die Anlagen genau begutachtet. Daraufhin hatte er sich bereit erklärt, eine größere Summe in das Werk zu stecken. Dadurch konnte man einige der Hauptgläubiger auszahlen und grobe Zinsschulden einsparen. Die Stimmung in der Hmgegcnb des Schloß - gutes hatte sich völlig zugunsten August Richters geändert. Man wußte, daß er ganz anders war als seine Eltern, und daß man sich freuen durfte, wenn er das Gut wieder in die Höhe brachte. Las Dorf Löbbau profitierte immer mehr von dem Bergwerk. Schon waren hier und da hübsche Arbeitcrhäuscr entstanden: kleine, freundliche Siedlungen, die beträchtlich vergrößert werden sollten. Herr von Löwen hatte anläßlich der Verlobung seiner Tochter eine Summe für diese Siedlungsbauten gestiftet. Teutobert Fischer hatte sich auch nicht lumpen lassen, die reichen Bauern der Um- gegend taten es ihnen nach — und es herrschte eine emsige und ersprießliche Tätigkeit. Zwischendurch fuhr August immer wieder einmal nach Berlin, um etwas über Magdalene zu hören. Er hatte einen geschickten Letektiv mit den Rachforschungen beauftragt, erkundigte sich auch immer wieder beim Polizeipräsidium, ob sie sich nicht inzwischen dort gemeldet hatte. Es war, als ob sie vom Erdboden verschwunden war. August mußte immer wieder unverrichteter Sache nach Löbbau zurückkehren. Trotz alledem ließ er den Mut nicht sinken. Eine innere Gewißheit sagte ihm, daß er Magdalene finden, daß sie beide glücklich würden. Theobald und Lucie verlebten inzwischen einen wunschlos glücklichen Brautstand. Theobald war mit seinem Vater einig darüber, daß er noch einige Jahre in Löbbau blieb, um August zur Seite zu stehen und im Bergwerks- betriebe zu arbeiten. Teutobert Fischer fühlte sich frisch genug, seine Fabrik vorläufig noch allein zu führen — nun, da er wußte, daß sein Sohn sich auf dem rechten Wege befand. Ostern sollte Theobalds und Sudes Hochzeit sein. Magdalene Winter wohnte noch immer bei den Ealonnis in Genua. Sie war zu müde, um sich zu irgendeinem Entschluß aufzuraffen. Hier hatte sie wenigstens ein Zuhause: ein paar Menschen, die sich um sie kümmerten. Sn Deutschland hatte sie niemanden. Mutter Hahn wollte sie nicht Wiedersehen: sie schämte sich vor ihr, wollte nicht mit ganz leeren Händen dorthin zurückkehren, von wo sie reich und jubelnd ausgezogen war. Ein Stück nach dem anderen verschwand von den wenigen Habseligkeiten, die ihr geblieben waren. Die Ealonnis waren selbst arm, er ver- diente nur das nötigste: ihnen konnte sie nicht zur Last fallen. Man bekam nicht viel für die Dchmucksachen: alle ihre kostbaren Kleider hatte sie verkauft: fünfhundert Lire hatte sie dafür bekommen, von einer Schauspielerin, die die eleganten Toiletten für ihre Salonrollen brauchen konnte. Lange würde es nicht mehr dauern, dann stand Magdalene dem Richts gegenüber. Sie wußte nicht, was dann werden sollte. Sie war glücklich, als Cesare Calonni eines Tages mit der Botschaft nach Hause kam, daß sie in seiner Fabrik eine Stelle als Arbeiterin bekommen konnte. Sie bekam zwar einen Hungerlohn, kaum zehn Mark in der Woche: aber — sie konnte wenigstens den Ealonnis ihren notdürftigen Hinterhalt vergüten, wenn sie auch die ganze Woche schwer dafür arbeiten mußte. Magdalene war ein anderer Mensch geworden in diesen bitteren Wochen. Seelisch und körperlich. Körperlich fühlte sie sich gar nicht recht wohl. Die italienische Kost bekam ihr nicht sonderlich: es gab bei den Ealonnis hauptsächlich von den Teigwaren, die Cesare mit aus der Fabrik brachte, als Teil seines Gehalts. Wenig Gemüse und noch weniger Fleisch. llnt> alles • wurde mit diesem penetranten Oel zubereitet, das Magdalenes deutscher Magen so schlecht vertrug und das ihr jedes Gericht verleidete. Sie ah ganz wenig und war merklich abge- magert Da sie auch auf ihre Frisur kein Gewicht mehr legen und ihren Körper nicht pflegen konnte, sah sie bald recht heruntergekommen aus. Früher war sie hier und da einmal in den eleganten Straßen spazierengegangen. Seht hatte sie das ganz aufgegeben: sie wollte nichts mehr davon wissen — sie gehörte nicht mehr dazu, gehörte in das Armenviertel, war viel ärmer, als sie gewesen war, ehe sie das Große Los getoonnen hatte. Setzt blieb ihr nichts mehr übrig, als sich zu verkriechen und dahinzuvegetieren, solange sie es eben aushielt. Shr körperliches Mißbehagen war indes leicht zu ertragen gegenüber den seelischen Qualen, die sie den ganzen Tag nicht losliehen und die sie des Rachts so stark überfielen, daß sie ftunben- lang nicht schlafen konnte. Würde sie jemals August Richter Wiedersehen? Den Mann, den sie liebte und den sie zurück- gestoßen hatte? Ob er sie Wohl schon ganz vergessen hatte? Sie würde ihn nie, nie vergessen können, das wußte sie. Shre Sehnsucht nach ihm verband sich mit der Sehnsucht nach Deutschland, nach der verlorenen Heimat. Diese Sehnsucht verstärkte sich, je mehr es auf Weihnachten zuging. üni> bann, am Heiligabenb, lag sie in ihrem Bett unb weinte lautlos in sich hinein, die ganze Rächt. Seit diesem Weihnachtsabend verging nicht eine einzige Rächt, in der Magdalene nicht viele Stunden lang geweint hätte. Lange hielt sie das nicht mehr aus, das stand fest. Dazu kam noch, daß sie unter dem Klima litt, das regnerisch und unerträglich lau war. Was hätte sie darum gegeben, einen einzigen richtigen Wintertag zu erleben, mit Frost und viel, viel SchneeI Sie hetzte diese ganze, üppige südllche Pracht: die Palmen und immergrünen Blätter, die hier zu sehen waren. Sn diesen Tagen reifte ein Entschluß in ihr, den sie endlich ausführte. Sie schrieb an Teutobert Fischer. «... nun wissen Sie, was mit mir geschehen ist. Und ich bitte Sie inständig: Helfen Sie mir. Sch halte es hier nicht mehr aus, verzehre mich in Sehnsucht nach Deutschland. Sch habe leinen Pfennig Geld mehr, um nach Hause zu reifen. Wenn Sie mir das Reisegeld schicken würden: ich will es nicht geschenkt haben, ich würde es abarbeiten, in irgendeiner Stellung bei Sfjnen, auch wenn Sie keinen Schreibmaschinenposten mehr frei haben — ich will jede Arbeit verrichten, wenn ich nur in Deutschland sein kann, in der Heimat. Sie sind der einzige Mensch in der Welt, der mir helfen kann. Zch klammere mich an Shre Güte, und ich will Shnen ewig danken, wenn Sie mich erlösen.. Magdalene lebte wie im Fieber, als sie den Brief abgeschickt hatte. Sie rechnete sich aus, wie lange der Brief dauern, wann sie Antwort bekommen konnte. Wenn es einigermaßen klappte, konnte zu Ostern die Antwort da sein. Die Ofterfeiertage vergingen. Kein Brief kam. Es war, als ob sie gar nicht geschrieben hatte. Magdalene war verzweifelt. Seht wußte sie keinen Ausweg mehr — jetzt blieb ihr nichts mehr als der Tod. Shre Verstörtheit war so groß, daß sie den Ealonnis nicht mehr verborgen bleiben konnte. Edith Calonni zog Magdalene eines Tages an sich, fragte sie, was ihr fehle. Magdalene konnte nicht mehr an sich halten: alles brach aus ihr heraus, was sie solange in sich hatte verschließen müssen. Haltlos kam es von ihren Lippen: „Halten Sie mich nicht für undankbar, Frau EdithI Aber ich ertrage es hier nicht mehr, ich gehe zugrunde vor Heimweh. Sch muß nach Deutschland, unb wenn ich dort verhungern unb sterben müßte. Das ist alles gleich, wenn ich nur zu Hause bin. Ach, wäre ich nie von dort weggegangen." Schluchzend fiel sie in sich zusammen. Darm erzählte sie Frau Calonni, daß sie an ihren früheren Chef geschrieben, aber keine Ant- toort bekommen hätte, unb baß sie jetzt nicht mehr wüßte, was sie anfangen sollte. Daß ihr kein anderer Ausweg mehr blieb, als zu sterben. „Aber, aber, Magdalene, was reden Sie da für dumme Sachen I Sterben! Ein so junges Geschöpf! Das ist Sünde, so etwas zu sagen. Sie haben keinen Grund zur Verzweiflung, solange wir da sind. Sie werden sehen, wie alles gut werden wird für Sie — Sie müssen nur Geduld haben. Und dieser Brief nach Deutschland? Wissen Sie denn, ob Shr Chef nicht vielleicht verreist ist, den Brief noch gar nicht bekommen hat? Wie kann man denn gleich die Flinte ins Korn werfen? Jetzt warten wir noch ein paar Tage, und wenn dann noch keine Antwort da ist, werden wir eben unser Heil noch einmal versuchen." Schon am Rachmittag desselben Tages kam der Postbote und brachte einen eingeschriebenen Brief für Magdalene. Magdalene sah sofort, daß er von Teutobert Fischer kam. Sie ging in ihr kleines Zimmerchen, und es dauerte eine Weile, ehe sie sich traute, den Bries zu öffnen. Was würde er ihr bringen: Kummer oder Erlösung? Langsam las sie, was Teutobert Fischer ihr schrieb. Er sagte ihr, daß sie wieder zu ihm zurück- kommen könne, um eine Stellung als Schreibmaschinenfräulein anzutreten. Dem Brief, der ziemlich kurz war, lagen zweihundert Mark bei. Einen Augenblick stand Magdalene wie erstarrt da, dann rannte sie hinüber zu Edith Calonni: „Sch darf zurücllommen. Sch kann nach Deutschland. O Gott.. Dann schlang sie ihre Arme um Edith Ca- lonnis Hals. „Rie werde ich vergessen, was Sie an mir getan haben. Ich werde es Shnen nicht vergelten können, denn ich bin arm unb werde mir immer mein bißchen Leben selbst zusammenverdienen müssen. Aber meine Liebe und meine Dankbarkeit, die werden nie geringer werden, ilnö der liebe Gott wird es Shnen lohnen, was Sie an einem unglücklichen Menschenkinde alles getan haben!" (Fortsetzung folgt.) 200 D Gebr. Seelbach, Südanlage 20 Große Posten bis zur Hälfte des Preises ermäßigt Einige Beispiele meiner Leistungsfähigkeit: Mädchen-Mäntel in vielen Farben. ..Mk. 14.00, 9.75, 6.75. 3.75 2.25, 1.95, 1.25, Herren-Mäntel, große Posten, moderne Fassons, 32.00, 30.00, 28.00,18.00 3.75,2,95, 1.75 Loden-Mäntel für Herren u. Jünglinge, große Posten, 18.00, 15.00. Rohnessel, haltbare, schöne Qualität, 78 cm breit Meter ..3.95, 3.50, Hemdentuch aus besten Garnen, südd. Ware, 80 cm breit, Meter 3.95, 3 50. 0.75, 0 50. 0 95, 0 75, 0.50, 3.50. 2.50. 1.95 .3.75. 2.50. ..1 95.1.25. 1.95. 1.50. 0.45. 0 38. . 1.25, 0.95, Kar! Zwang ♦ tiieBen 3.50. 2 95, 0 95. 0 85, 1 Posten KoptklSSen glatt und gebogt, mit gestickter Ecke....1.50,1.25, 0.95, Neustadt 39 Die im Preis herabgesetzte Ware ist gesondert aufgelegt Frdr.Teipel Köhler. 0169 16 Markt 16 Bahnhofstraße 45 Hillebrandstraße 2 Beachten Sie bitte meine Schaufenster Markt 16 Ausstellungsraum i. Hause Gebr.Imheuser, Marktplatz 193 A 2.95 2.50 0.25 0.25 1.95 1.00 0.95 O.5O 0.98 0.95 Damen-Taghemden, mit schöner Stickerei und larb. Besatz. 1.20,1. — , 0.75, Damen-Taghemden, Achselschl. m. Stick., auch extra weit, 2.25, 1.95. 1,30, 0.25 0.75 1.95 0.68 0.80 Herren-Oberhemden u. Wochenend-Hemden Herren-Nachthemden, la Qualität, schöner Besatz,... Herren-Unterhosen, woUgemischt, haltbare Ware Herren-Pullover, ohne Arm. gute haltbare Qualitäten... Linon, kräftige Ware. 130 cm breit.................. Flockköper, weiß, 80 cm breit..................... Bettdamaste, modere Streifen. 130 cm breit Bettdamaste, moderne Streifen, 160 cm breit....... Bettdamaste, moderne Blumenmuster, 130 cm breit Bettdamaste, moderne Blumenmuster. 160 cm breit Kleiderstoffe in Wolle, Seide und Samt im Preise bedeutend ermäßigt, äußerst günstige Gelegenheit zum Einkauf für die bevorstehende Konfirmation Kinder-Taghemden, gute Qualitäten................. Knaben-Sporthemden, Größe 60-100, la Qualität.. Kinder-Pullover, reine Wolle und plattiert Kinder-Nachthemden, weiß, mit farbigem Besatz.... 6ü nstigste Kaufgelegenheit für Gardinen und Polster-Möbel .... Meter .... Meter Meter 0.90, .... Meter .... Meter .... Meter Neustadt 39 166 A Gebr.Heü-u. Vogelkäfige zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 194V . an den Gieß. Anz. > billigste Einkaufsmöglichkeit für Qualitätsware. Nur reguläre Ware meines Lagers! Kommen Sie zu mir/prüfen Sie alles Hier nur einige Beispiele: Damen-Mäntel mit Pelzkragen, ganz gefüttert. .Mk. 22.00, 18.00, 12.75 A/Verein Zusammenkunft der Damen Donnerstag, 12 Jan abends int Hotel v 196 D Mittwoch, l l. Han. abends 8'/, Uhr Hindenburg. Auf sämtliche nicht aufgeführte Winterware gewähre ich einen Rabatt bis zu 25 Prozent! Es kommt nur reguläre, gute Qualitätsware zum Verkauf Stadttheater fileßcn. usD Dienstag, 10. Jan., 20—22.15 Ubr 15. Dienst.-Abonn Gewöhn!. Preise. Zum ersten Mal! Politik der Wciberröckc Komödie in 3 Akten von Neil Grant. Nachlässe bis zu 50 Prozent Beachten Sie unsere Schaufenster Ein ausgezeichneter Jahrgang! Genau wie beim Wein, gibt es auch beim Tabak Jahrgänge, welche turmhoch über den Durchschnittsernten stehen. Fachleute beurteilen die 1930er Ernte in Vorstenlanden- (Niederländisch-Indien), Java-, Brasil- und Havana-Tabaken als eine der besten der letzten 29 Jahre. Diese prachtvollen Tabake haben wir unlängst, nach bald zweijähriger Lagerung, in Arbeit genommen. Villiger-Stumpen sind etwas Besonderes! Preislagen 8, 10 und 15 Pfg. Fabriklager Frankfurt a. BL, Gr. Eichenheimer Str. 25, Tel. 26615. Unser 181 VGBI'JU I* k ci U T hat heute begonnen Damen-Nachthemden, weiß u. farbig, eleg. Ausführung. Damen-Schlafanzüge, Finett u. Mako. la Qualitäten ... Damen-Blusen, Seide u. Wolle mit Seide, mod. Farben.. Damen-Pullover, reine Wolle, mod. Ausführungen Damen-Schlüpler, warm gefüttert und Mako Damen-Hemden u. Hemdhosen, gewebt Mako 9.75 0.24 0.28 0.71 0.39 0.68 1.07 1.12 1.28 Sie sind erstaunt über die Billigkeit in meinem Inventur» Verkauf Mein inventurverkauf die Auf alle regulären Waren, außer Markenartikeln und den bereits im Preis herabgesetzten Waren jg / du I wJ/v FODoU bis zum 20.Januar MSbel- l vevkauf ausNachlaß: Büfett, Schrank, Stühle, Betten,Cbaiselong., Sofa mit Umbau, Klubsessel, Eisschr., Küchengerät, Gläser u. Sonstiges. Ab Dienstag, d. 10. 1., tägl. von 1—4 Uhr, Marburger Str.58, Vintergeb. bei Zutt. Gut erhalt. Bett (weiß), Tisch, Sofa, 2 Sessel, Spiegel, Bilder, gute Geige u. sonst, zu verkauf. 0107 Wiesenstr. 3. 1 Nahniasch., versenkt;., erste Marke, neu mit Gar., billig abzng.ä«t»rM»g44I. Kleinschreibmaschinen große Auswahl erster Fabrikate finden Sie zu niedrigsten Preisen bei Niederhausen&Co. Seltersweg 17 ersterStck. von Kleider Kähler. qaMD Darlehen in H. von 1500 Mk. f. sof. ges. v. Anaest. i. sicher. Pont. Rück- zahlg. i. 12Monats- raten. Schr. Angeb. u. 178v a.d G. Anz. Grauer mD Deutsch. Schäferhund auf d. Namen Teil hörend, enllf.Ab;g. in Allcndorf an der Labn.Unterg ässe 37 eigon Diese Woche Wiederbeginn des Halleiitraintnsr s.JugendlichelMitt- wochs von 6—7 Uhr Pestalozzischule) u. grauens freitags v. 8—10 Ubr Schillerschule). Wegen der Generalversammlg. findet das Hallen-, I training für Aktive erstmalig ivieder Donnerstag nächst Woche statt (s13eUa* lozzischule). Ab kommenden Sonntag Beginn d. Waldlauftrainings (um 10'/,Uhrv. uns. Sportplatz nu$).io?D * la* ej e ?nn ich 6 bon dvn in, tkj ir4 KÄ M S Jic ba ^derdrn E S-ben. wissen §j» °?ch ist N Die *£ Jam °>chriebenen ..^eutvLert Lerchen, M Kaute, chr bringen. Edith Ta, Acher ihr Kn zurück. Is Schreib. 2nes. der Dort bei. erstarrt ch wilonni: ch Deutsch. 5ic an mir 9t vergelten mir immer mverdienen i Dankbar- • Unö der as Sie an lles getan -g folgt.) begonnen 200D aufenster ?20 skeit ul ! alles ), 12.75 75. 3.75 0,18.00 OO. 9.75 ter 0.24 ter 0.28 iter 0.71 :ter 039 ,90, 0.68 ter 1-07 ter 1.12 ter 128 - — eise be» jm Ein. Rabatt Verkauf en itadt 39 ■66 A aucbbelto nhocbüber den. . Emte •-d-»°°al 29 Jahr®- Tabak6 ;”0.c»»ald 1p®n. dere$l »d isp«; •>** r-» •w* K5 IO o> es *-» US- es r> •C" ©' C * c ft» • 70 • c = Z o C Ö-ti «ft :3 C M 3 3 E Z° ft» 05 672 ,. ä £ ja = », -O Q5 M O "5-3" -dHL.Gi O ' »».£©' e’ O ft» _ °s ©--£ ft» >O ©-® e© 2 £ ?>©_ ©(9 E 2 x» ;Ä fi a £ £ 195*2 5£= 2 c® 2£ö w Q.E3 = •° O 6 ©(9 £ .«S1 EA— _ O c • o * C e<- ° o . ■3E Etl" fi-g o Q _, ©53 *05 > — ’S Q t9gg 8N 3.2 s? S •o © '9 « 8=7 d 3 ■PC b OO tfl A o o :C ■r. 05 Krankenbett heran. 3 SAg Augen starrten unbeweglich zur Decke S5 2 3 tfi Ü) N e 8 o äi9 OQ 8 o C? o b :o m tfi m O5:O -E ft -e »,GQ5$ o (ft tf. S 53 -E (9 b o ©L -b e 2 -b »< 2 TI (ft ZxoD o o 'S o 2 0. •c c eE o 8S 53 cy £ b 8 E -E 2 to 05 ■P. «570 £-8*. y —1 O- >6',9 CT^g §B i3 «» c® 2, E = «i© e- e^ÄA WZL O O — -A L . cP (ft 70 (ft 3 O ^.A -b 1 -CT E' 8ZZ. o©« "TS « E N -O E 3CT-O w —'S ® 2 5qSS E 05 2 S-KS — :Q >- = g O 5-e-e-^ ag = = ^.©8 i oli 3 (ft r> «! o a .2 £.2: 3>7Q i- 53 a: SA 05 23 o —• os : 0 3 Q ■ <_, C a. 05 L> d _ 3 S©© = 3 £ 1:^5 (9B| = KJ°L Q 3 -K " (9 mtrj = 2 =CTJ -ft —->i £53 O .El — O -— E m—=3 fi u. o N i oH© i=- © .L - Z§ (9 oA - £ 70 O Q -N ,2;o £ «2 §»»^c ® « 2^55 ft -E'-S^ *- = Ö = .37= — c s ° 5.2 E k 9 — .2 O <3) 6 >v o • E5 E®5 tiv es CO 0.(9 3 :O 3 1 ö I® (ft © 3 sr 2 «» (9 &5 in (ft Unersetzlich? ■7. genossen ist immer quu 'pog5 satjojb *^.2 e ©o Ift 3 EA io 2 E <9 N ==© >ft c? «? © C3= H o © 3 ■ft © 3 .© 8N o © ■ft 3 8 (9 •3? 3 (9 67 ja in 8 o O.E5 (ft O © 67 o •ft E A entschuldigte sich © © majjj .latjnv fuvß 53 ^©' (9 N © o S e o S o a 0 >ft (9 © o © (9 c cy s- «» a ScQ o sr- © o ©s- -« :3 O E EE? J- 2 £-©Ä «•— 0,2 = ±t=® 3 3 . .. r. o£ 6» >ft — o sr E C<-©3 QPiElXJ 3 ’X Z5 o 5 6.21 S £ ft» 8 E *■ *- O> r- O O 5 s? 's 'S ? 2 2 Ift 0 fi—-Ä5E H» £ »» .© ©2ä©8 £ fi .ft-iE. i». §Z©fi6iL4L-2^ - EA 3-^""*©©^ Q© o2Ö©S 9(9=^, „ -- © = E 3=767 A © =■ a 0 *C E- — O LN.-ENc? • *7 (S^-’E o> s 1 (ft E ft. .fi fi 1 ©— — £ . r o ft» "2 DZi9©Z E ^r?:g © 3A =T iö ~-s.= »o53 = «. 5 g fi 3 ©>§£ * o -—' a.© £©g = £ 8© H fi?“- ^67^ o 'S S^£ = iS" “§19 3 E? 00 XS5 -ftji ft» (ft — ft» (7- 8 = E©e SucS“ ft^g'5Ä3- © .-3©° £ 3^-— 3 “~£ °©E <7^70 C7 = 05 ' >-. ' 3 "6 © ’S o S© — P5a ft» £ cq * cSf^ 5 ££ m — 3 ä Ao© fi-LA" -o ft» o - o MS" 1— e» o w C®^U = £•£■ o g >©'° >ft o — ©»o'O-ryo- fi 70 E — © ft» ö e 2--2.367 2 ■Pi* • o R-s©CT-o 6 »- 2 "3- — ft» >-• ft» . TT-— 05:0 2 fi 2 ft» ES) fi © »- .. ft-® K©b •O-.fi •S^CT-- o A . £ । £ E © N 0 67 fi- (O w 10 fi 6? o e E O sO- >3 w 5? a o 70 3 3 Ti 3 e D R 3 53 LZ ff 3 ÖS O 3 CO o I s-.v in 3*3 » «5 a ~ 3 ~ 5 3 o 5'S >>® ^3 2.3 «• 2 er ^■GJsrc 3 S " a's.M 3 •3 8" ^s-a- §33 tB S£ 6)5-5 s31ä° ra«. A £2 5 « 3.5 3 8 o g 3 3 a-ög- er 5 61 NZ 3 g3 3 AZ. ö* 3-s 5f-3 kz *•■ 8 2 gtiA saM8a: :-3- 3- —. _ g —R. in re 3Cfl g'o'ÖlS.'i ff er- 2 5 e-(ß -fg3-,3 p 5> = 3 2.F I SgC.!«3® -.«ZmL°S° 5.1015 —— 5.3 2_.^ a>: s-y o h3 to3 8 s 9 g;y -°"Ms =° 2 8 3 c ZHZ 5 2- 3 3 ts L2 3 “JT’ *■ M *■ 8-y> 3 co = 3 ~ 3 Q y 3 «2 rs Ä-re re -. 3 3 ° ä§c S61 3 Ob 3 - ö'-S 3 3 i Q er s:g§ x> So 3. 3 S ec 3 2 6) tS3 o ES aer 32 O = S? 13 5 £ 8 S 2 3 3 3 g s® 33 8 ?9 ?§ 3’3 3-3-2 612 2 ... RCO ** S 5 g re* 3 D «t töc ffe re" re «> >^613-5 82. re' 3 • -AZ. £8§£S<5 ^6)3 g f ® re = O:_5 re re _r re re y re 3 • 3 ~=“ 2 -. 5- er CB •2 3 3 S 610^5 ‘“S'U 613.3 re re g e!-e= 8 5 q 8 A 5 8 Cfl 61 8 -Eia A 3 3 re 3 in ' = a 3 8 3 3 L> «» Qr r> 1 r*> o 3 <=r A?.: o-o- er 3 ' 3 Sr"=’: 2. = 2 2. ti ff* 2 ÖO = = o o - £ J.7rre'Qre re •3 er "k ^* 5 ”■ s*s s 8 ff S T re-öea 38 ■ffSn 3 g ? 8 A o' aE * 3 ö8 3 re A 5 re 3 8 3 m saß 5 8 3 8 •8 crco g 2^ iS A< ä« 3 S A T—rs6)-L 8^- ?f5lis^s 3 "5 3 erCfi q a §AZZ 8- 3H 2. SrSre 2. re 3 o 3 3 A o ® §2. ,;^3'3 sS (5 S ff 3 3 o 3 ' - 3 re y re q O A ? S'2. 5' «2 u2 ff 3 §3 Z^-L o - §7-8^ §re 3a LZ er 3 «5 _ re 3 5 3 3 3 e: 3. o . ~ 3 re 3 8 ÖS3 A ** w o 8 S 8 ®,6)3*®’ o- O 8--R Ö 3 3 ö: er3. s*sH Ft o 3 er er g 2 " -Cflre •§•3 ns er 2 ff 3 8 3-3 t* 2= "3§§§ö. 3 Ao-Z 3 re 83g XI«' 3 H re ö- ~ 2 LS-2Z 3 -= A i® ° in ?»Sä-S »ästri . 3* -,5* « 3 3'-Ö2-3 3. öfo co ö ."ff 2. A 5 s 3 3 3 (3)-R ff 3 § S'S'3 2. 3 in in 3" 2 3 re ' 3 >-> s ö|e§ th-i ltFc g 61 8 o ö ® re 3 o 8 3 ö' 3 3 3 3 8 6>L3 2.23. §5 02 3 2 ff®-8-5 = 3 5$ = 68 S 6) ffÖ3 61 832 re g er ö 5 £2 er re g ff re Ft _ üog- re 5. eao 3 3 5:22 -3S° ÖOO:. 2 ROT-CO 2 re 3 Ars61 z= = ff, » 3 61^ " 3 § 38^Z re A 8 ff gS-g'6)3 re 5 3 2 3:15 6l ö 61.3 613^ re «Cfl3 ö3 CT CO 6122,re 61 re ,<§^' §6>o 3S- ^3© 3 5 ’.or-or ff 6) re 2o 33 ff ® £53 3 3. 3 8 re g 8 3 re or 2 «" 2« A2-2Z CTÖ32'8'0 O 3 = — g ^upan 3 KÄerL " “ ro 3 o 3-ZO3 o g)-ff 2'tSHff ® Ö = ff Aer 3 re D- 3 3 re 3. V •3'_.-t33 Öl' §■ 3 "ffS 're 3' ar3 re 3 3 o: re ff £ 5 ff 3 2.3.5 5 ST Ag c3 2.38 ff D:o» 3 S 3 8 3 § N3- 8 ■3 in cm 2 q LSZ.3 R«o 2; 8Z3KLZ 3 -ti 3S 3 3.-0- -ffre re R „ S O ■5 S-o 3 3 a ff § S:2 3 3 3 a § ff3^ff f» = ^^"<3k=6)5 ffS 2. xa re ck-fo On_.Cöoorere 3 • H A 2. Ls?KA 3 re R 3 -R (?) ' re 3 a-„=2”«=-«== 3 D n #-r< § 8 3«-O 3 ffor G<5> cy Ö: 3 R'3 S »A 3 gi R- « <0__e re = ^JölLZ-y re 613g ” 2.^6Sff O S - o e •ur-— o § 2.3 re , 3 5 := ^ 3 6>o 3 ■ff 3 3 S 8 ff O 5 ff-ff O O o 2.5*_3 sä'aÄgöXff-g. ^■3 2.2 2^3 3 S-9'x -5 ff 3 ro ffff ff 5 ö ffy H. <0 q ‘ —x 5* E *1 -j O 3 'K612.3-Z33.re OH5°35~M'3‘n 3 L> er 2. S 3;S re re re r» -n — ff m ff 3 — e 4T re-re — ■R^ ff 6) 2; ZsZLsZ 8 8 3 D 6 8 8