Nr. 288 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Zreitag, 8. Dezember 1935 - ' - 1 ........LJ '■ — ■ „LJ. ________ ■—■■■ ~ Kalifornien feiert die MMr des Weins. Im Staate Kalifornien ist das Alkoholoerbot jchon einige Tage früher aufgehoben worden als in den anderen Staaten. Als der erste Weinzug eintraf, ließ ein reicher Mann die Fässer schon am Bahnhof anschlagen und das langentbehrte Naß gratis zur Verteilung bringen. Oer Dornenweg zum Ruhm. Wie ich die «.Cavalleria" komponierte. Von Pietro Mascaqni auch richtig spielen und in ihrer Handhabung unterrichten könne. Ich gab ein kühnes „3a" zur Antwort, und die Stellung war mein! Daraus lehrte ich meine Schüler im Laufe des ersten Halbjahres Kontrapunkt und benutzte die freie Zeit, um alle Instrumente, die von der Schule angeschafft waren — vom Kontrabaß bis zur Harfe — spielen zu lernen. So konnte nach sechs Monaten, als ich so weit war, der praktische Unterricht beginnen. Ich bin auch heute noch der Meinung, daß ich das mir ausgesetzte Gehalt von 100 Lire im Monat dennoch nicht gestohlen habe. Ich fand sogar Zeit, mich mit meiner Erstlingsoper „Ratcliff" zu beschäftigen, so daß sie in 2Vs Jahren fast fertig war. Jedesmal, wenn ich auf der Bank erschien, um die fällige Rate für den Ankauf des Häuschens zu bezahlen, pflegte der Kassierer $u sagen: „Sie sehen nicht aus, wie einer, der fein Leben lang Wechsel unterschreiben muß." Diese Worte trugen in nicht geringem Maße dazu bei, meinen Lebensmut zu stärken. Seit mehreren Jahren ging mir der Gedanke an die „Cavalleria rusticana“ im Kopf herum, ich wollte mich nämlich zunächst durch ein Werk geringeren Umfanges bekanntmachen. Ich wandte mich an verschiedene Textdichter, aber keiner wollte sich ohne bestimmte Garantien meinerseits zu der Arbeit entschließen. Da erfuhr ich von dem Wettbewerb um eine kurze Oper, die der mir bekannte Musikverleger Sonzogno ausgeschrieben hatte. Ich ergriff mit hellem Eifer diese Gelegenheit, um meine Verhältnisse zu verbessern. Die 100 Lire meines Gehalts, sowie die wenigen Klavierstunden in Cerignola und zwei Unterrichtsstunden in der philharmonischen Gesellschaft eines kleinen Nachbar- städtchens gestatteten mir aber nicht den Luxus eines Textbuches. Dank der Vermittlung einiger Freunde entschloß sich ein gewisser I a r g i o n i in Livorno, mir das Textbuch der „Cavalleria rusticana“ zu schreiben. Lange Zeit verfolgte mich der Gedanke an den Schluß der Oper. Ich hörte zuerst die letzten Worte: „Sie haben den Gevatter Turidu ermordet" — mir immer in den Ohren klingen. Ich brauchte einige gewaltige Orchesterakkorde, um die musikalische Phrase charakteristisch zu gestalten und einen wirksamen Schluß zu gewinnen. Wie es geschah, weiß ich nicht: Eines Morgens, als ich auf der Landstraße marschierte, um im kleinen Nachbarstädtchen meinen Unterricht zu erteilen, kam es wie ein Blitz über mich, und ich hatte die Akkorde gefunden! Es waren jene Septimenakkorde, die ich gewissenhaft niederschrieb. So habe ich meine Oper am Ende zu komponieren angefangen. Als ich mit der Post den Antrittschor erhielt — die Siciliano, die Tenorarie mitten im Vorspiel komponierte ich erst später —, sagte ich ganz vergnügt zu meiner Frau: „Heute müssen wir eine ganz große Ausgabe machen." „Was für eine?" — „Eine Weckuhr." — „Wozu denn?" „Um mich", erroieberte ich, „vor dem Morgengrauen zu wecken, denn ich will anfangen, die .Cavalleria rusticana* zu komponieren." Diese unvorhergesehene Ausgabe brachte zwar eine bedenkliche Schwankung in unserem Monatsbudget hervor, doch wurde sie mir bereitwillig gewährt. Wir gingen zusammen aus und kauften — nach langem Feilschen — einen Wecker für 9 Lire. Ich zog den Wecker am selben Abend auf; er sollte sich aber als überflüssig erweisen, denn in der Nacht wurde mir ein Söhnchen, das erste in der Reihe, geboren! Trotzdem führte ich den gefaßten Entschluß aus und begann am Morgen den Einleitungschor der „Cavalleria“ zu komponieren. Im Februar 1890 begab ich mich nach Rom, um meine Oper dem Preisgericht vorzulegen, das sie für würdig erklärte, aufgeführt zu werden. Ich kehrte in höchster Aufregung nach Cerignola zurück und stellte dann fest, daß ich keinen Pfennig mehr besaß, um wieder nach Rom fahren zu können, wo meine Oper einftubiert werben sollte. Der Verleger Sonzogne half mir mit ein paar hundert Lire aus der Verlegenheit. Die schönen unvergeßlichen Tage der Furcht und Hoffnung, der Mutlosigkeit und des Vertrauens stehen mir vor Augen, als wenn es heute wäre. Ich sehe bas Constanzi-Theater in Rom halb gefüllt. Ich fehe, wie sich nach ben letzten stürmisch erregten Takten bes Orchesters Arme erheben unb gestikulieren, als wollen sie mich bebrohen, — aber in ber Seele lebt bas Echo jener Beifallsrufe roieber auf, bas mich bamals fast zu Boben warf. Der Einbruck, ben ich baoontrug, war so stark, baß ich bei ber ersten Wiederholung bitten mußte, man möge bie Lampen bes Proszeniums herunterschrauben, wenn ich herausgerufen würbe, benn biefes blenbenbe Licht erschien mir wie eine Hölle, wie ein Feuerschlunb, ber mich zu verschlingen brohte. Nie werbe ich auch bas kleine Tischchen aus Tannenholz vergessen, an bem ich bie „Cavalleria“ von ber ersten bis zur letzten Note komponiert habe... Am 7. Dezember würbe Mascagni, ber Komponist der vielgespieltenOper „Cavalleria rusticana“ 70 Jahre alt. Ich spielte als junger Mann ziemlich gut Klavier und vertraute der Zusicherung meiner Freunde, die mir Privatstunden zu verschaffen versprachen. Als Maresca — der Theaterdirektor einer Wandertruppe, bei dem ich damals (1886) als Kapellmeister angestellt war — von meinem Vorhaben erfuhr, fuhr er mich in so wütender, ungerechtfertigter Weise an, daß es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen uns kam. Nun beschloß ich, zumal, da sich Maresca einen neuen Kapellmeister engagiert hatte, ihn heimlich zu verlassen. Meine beiden Koffer beförderte ich am Abend der letzten Vorstellung der Truppe in der Stadt Cerignola in das Haus einer befreundeten Familie, holte spät am Abend meine Frau ab, und mitten in der Nacht verließen wir die Stadt, um bei einem Bekannten auf dem Land Zuflucht zu suchen. Aus offenem Feld erwartete uns ein kleiner Wagen. Um 3 Uhr morgens erreichten wir, vor Kälte erstarrt, das Landhaus. Die Wirtsleute waren schlafen gegangen; meine Frau konnte ihre Hände nicht auseinanoerbringen, und sogar mir waren die Scherze auf den Lippen erstarrt. Ein großes Feuer wurde angezündet. Da Betten nicht vorhanden waren, mußten wir, in Mäntel gehüllt, auf einem Lager von Steinen zähneklappernd den Morgen erwarten. Dann begaben wir uns in SJL-tfpoti ein naheliegendes Dorf, wo wir jedoch kein warmes Essen auftreiben konnten, dessen meine treue Lebensgefährtin so sehr bedurft hätte. Wir verbrachten einige Tage in banger Sorge in dem kleinen Nest, bis der Bürgermeister von Cerignola, mein Freund, ankam und uns erzählte, daß die Theater- gesellschaft nach Sizilien abgereist sei, nachdem Maresca mich überall gesucht hatte. So konnten wir nun beruhigt nach Cerignola zurückkehren. Es handelte sich jetzt darum, uns ein eigenes kleines Haus einzurichten, wozu wir 500 Lire brauchten. Die Bank von Cerignola wollte mir diese Summe leihen unter ber Bebingung einer Rückzahlung ber Schuld in Dierteljahresraten. An bem Tage, an bem wir uns — meine Frau unb ich — in unserem Heim zum Mittagessen niebersetzten, reichten wir uns gerührt bie Hänbe unb fühlten uns von Vertrauen in bie Zukunft burchströmt. Ich war jung, kräftig, voll Arbeitsfreube unb von Freunben umgeben! Ich bekam aber nur wenige Klavierstunben in bem kleinen Ort — es beburfte wahrer Wunber an Sparsamkeit, bamit wir ben Kochtopf täglich aufs Feuer stellen konnten. Der Bürgermeister unb ber Magistrat faßten enblich ben heroischen Entschluß, mir auf bie Beine zu helfen, einen Poften ins Leben zu rufen, an ben man sonst sicher nicht gedacht hätte. Man ernannte mich ... zum D i r e k - tor einer Orchesterschule! Der Bürgermeister erfunbigte sich einbrinqlich, ob ich alle Instrumente, bie in einem Orchester vorhanben wären, Grundsätzliche Bestimmungen über das SA-Gporiabzeichen. Für bas SA.-Sportabzeichen finb schon jetzt einige grunbsätzliche Bestimmungen herausgegeben worden. Die Berechtigung zum Tragen hat nur ber junge Deutsche, der im Besitze des Grundscheines (G-Scheines) ist. Der Grundschein wird erteilt beim Nachweis bestimmter Leistungen und Kenntnisse auf dem Gebiete der Leibesübungen und des Gelände- fports. Weiterhin muß der Bewerber an einem geregelten Ausbildungsgang teilgenommen haben. Die Einzelheiten der Prüfung find in dem sogenannten Prüfungsbuch enthalten. Die Berechtigung pum Tragen des Abzeichens muß während der beiden auf die Erwerbung folgenden Jahre durch je eine Wiederholungsprüfung neu erworben werden Der Grundfchein ist ein Teil der Perfonalpapiere des Erwerbers G-Schein und Abzeichen sind aus diesem Grunde öffentliche Urkunden. Weiterhin sind vorgesehen: Gelände-Sport-Lehrer-Abzeichen (L- Abzeichen) und Gelände-Sport-Prüfabzeichen, die auf Grund besonderer Bestimmungen erworben werben können. Huhbaltturie m Gau Aordbessen. Für die vom 6. bis 21. Dezember vorgesehenen Fußballkurse in Kassel sind derartig viele Meldungen eingegangen, daß eine Teilung der gemeldeten Teilnehmer zu jedem Kursus erforderlich war und einige Meldungen nicht berücksichtigt werden konnten. Die Kurse wurden jetzt so untergeteilt, daß vormittags erwerbslose Spieler der Spitzenmannschaften am Dienstag, Donnerstag unb am Samstag, sonstige erwerbslose Spieler am Montag, Mittwoch unb Freitag erscheinen, ein Nachmittagskursus ist für Jugenbliche ber Jahrgänge 1915 bis 1918 sowie 1919 unb älter in zwei Abteilungen vorgesehen, währenb bie Spitzenspieler ber Kasseler Gauliga unb Bezirksklasse zu Abenbkursen zusammengezogen werben. 19OOfombtnierf-tinit>6rftfäf3:2(l:O) Das Ergebnis aus biefem Mittwochfpiel verrät schon, baß bie Universität eine recht spielstarke Elf mit ihrer Vertretung beauftragt hatte, insbesondre ba sie ftänbig nur zehn Spieler im Felb hatte. Die Spielvereinigung 1900 trat in ber vorgesehenen Aufstellung an, lebiglich bie vorgesehenen Außen- Gießener Konzertverein. Bach: Weihnachtsoratorium. Währenb bei ber früheren Aufführung bes Weih- Nachtsoratoriums nur eine Auswahl in Anbetracht der zur Verfügung stehenben Mittel geboten werden tonnte, würbe bie gestrige Aufführung zu einem starken Nachhall für bas weihnachtliche Grieben. Der Eingangschor mit seiner glanzvollen Instrumentation würbe zum Prunkportal bes Festlichen. Es war auch biesmal befonbers zu begrüßen, baß bie Zahl ber Mitwirkenben auf weite Kreise ausgebehnt würbe, unb so konnte ebenso ein machtvolles, ja stellenweise übermältigenbes Forte ermöglicht werben, wie ein ausgeglichenes schwebenbes' Piano, bas z. B. ben Abventschoral mit ahnungsvollem Schauer erfüllte. Im Vergleich zum vorigen Mal ist mir ber Engelschor „Ehre sei Gott" mit noch stärkeren bynarnischen Abstufungen in Erinnerung. Die Knabenstimmen ber höheren Lehranstalten (Leiter: Oberreallehrer Blaß) führten den Choral mit jugendlicher Innigkeit durch; die Engelsverkündigung war von der Weihe des Unberührten getragen. Im Orchester fielen die solistisch beanspruchten Bläser (Trompete, Oboe) angenehm auf; der Streicherchor klang wie immer in gesättigter Farbe. 2ln der Orgel verstärkte Johannes N e b e l i n g die Akzente und betonte die Einzelstimmung durch sorgfältige Wahl der Register. Mimi Bock gab am Klavier besonders dem Evangelisten sichere Stütze und paßte sich diskret an. Heinrich Möller (Tenor, Marburg) erschien durch seine Stimmstruktur und durch ferne innere gesangliche Einstellung für die Durchführung der Rezitative weniger geeignet; günstiger war der Eindruck der Arie „Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken." Erich Meyer-Stephan aus Frankfurt am Main (Baß) hat sicher gegen früher an Stimmkraft in der Höhe erheblich gewonnen. Nur hätte man beispielsweise in der Arie „Großer Herr und star- ker König" noch mehr inneres Mitgehen erwarten mögen. Lore Fischer aus Stuttgart (Alt) erwies sich zumal in den Arien, als eine Oratorienaltistm mit sonorem Klang in der Tiefe, voller Hohe verbunden mit stilsicherer Musikalität und innerlicher Hin- gäbe - da war es umso mehr zu begrüßen, daß man für den erkrankten Herrn Wilhelm Schatt- Ur ßili Gebhardt aus Marburg verpflichtet hatte, eine Geigerin mit ganz besonderen musikali- scheu Qualitäten, die mit feiner Durchgeistigung unb nachgiebigster Anpassung das thematische Gewebe mit Plastik und Tonschönheit klar ausbreitete. Für die würdige Weihnachtsweihestunde wird jeder der Hörer Herrn Pros. Dr. Stefan T e m e s- v a r y, der die musikalische Gesamtleitung hatte, dankbar verbunden (ein. Dr. H. Haffe und Kunst Von Heinz Siecke. Der Verfasser ist Schulungsleiter im Na- tivnalsozialistifchen Deutschen Studentenbund Hamburg. Wir nehmen die Veröffentlichung seiner heute besonders aktuellen Betrachtung zum Anlaß, nochmals nachdrücklich auf die gegenwärtig im Turmhaus am Brand zugängliche erste Ausstellung des Reichskartells der bildenden Künstler aufmerksam zu machen und zum Besuch aufzufordern. Wer es ermöglichen kann, inuß es als kulturelle Verpflichtung betrachten, durch den Ankauf des einen ober anberen Werkes einem ber ausftellenben Künstler eine Weihnachtsfreube zu bereiten unb ihn in feinem Schaffen tatkräftig zu unterstützen. Die Herrschaft bes Hirnes genügt nicht für bie Kunst, bas hat bie Nachkriegszeit bewiesen. Das Werk aus biefem Geiste bleibt günstigenfalls Literatur, Augenreiz ober Gehörftubie, weil es nur angeregt ist, nicht eingegeben, beabsichtigt, nicht aus- geteilt unb geschenkt. Kunst ist immer eine Aufgabe in bes Wortes vielseitigster Bebeutung. Mit bem Begriff ber Raffe ist eine Welt über ber bes Interesses, ber bloßen Gegebenheit, ber menschlichen Absicht, ber kleinlichen Reformen am gebeutet. Rasfentum hat immer bie schwere Breite eines ruhenben Urgrunbes. Die Rasse, als ein stilles, schaffenbes Gesetz abseits ber Hast ber Tage unb Jahre, ist Schicksal. Sie binbet unb verpflichtet ben Menschen an eine Lanbschaft, an eine bestimmte Absicht Gottes, als er biefe ober jene Lanbschaft schuf, in ber seine Rasse lebt unb liebt, haßt unb stirbt. Sie gibt bem unoerbilbeten Menschen ben Sinn, in Niebersachsen ein anberes Bauernhaus zu bauen als in Tirol. Sie mahnt uns an bas Sein. Unb weil ber Dichter unb Künstler ohne Hast (eben muß, wenn er der Welt des Augenblicksinteresses nicht hörig werden will, müssen wir bei ber Beurteilung seiner Werke seine Rasse mitheranziehen. Neuerbings entsteht eine Meinung, bie barüber hinausgeht, die den Künstler für sein Werk auf seine Rasse verpflichten will. Nicht nur bei der Beurteilung des Werkes foll der Griff bes Geistes in das Rasfentum getan werden, sondern schon bei der Schöpfung seiner Werke wird von dem Künstler verlangt, daß er seiner Rasse gedenke. Er soll die Sprache für seine Dichtung, die Farben unb Formen für feine Bilbwerke, bie Töne für seine Musik bem inneren Sinn feiner Rasse entlehnen. Rasse ist in jener Kunstauffassung ein Begriff, ein Zielbilb. Sie ist als Frucht gesehen, obgleich sie bod) Acker ist. Wie ber Boben aus sich selbst Heine Blüten treibt, bars bas Kunstwerk nicht bie Frucht einer falsch oerftanbenen Rassentheorie werben. Der Begriff ber Raffe ist ein Kampfbegriff.. Er hat bas Völkische naturwissenschaftlich begrünbct. Er hat bas Urtümliche, bie Rassen, aus ber Kritik entstehen lassen. Er hat bas Mittel ber Entscheibung zwischen Gesunbheit unb Dekabenz, Artreinheit und Artfremdheit geliefert. Die Rasse schöpft und gestaltet selbst stetig von neuem in jedem geborenen Kind. Sie wird größer und mächtiger geformt, je weiter und freier der Schwung des Geistes ist. Die Kunst hat nicht nur das Schwere, Breite, das Seiende zu bedenken, sondern das Werden miteinzubeziehen. Die großen Gewalten jeder vollen Kunst, Freude und Trauer, Liebe und Haß, Einsamkeit und Erregung, Leidenschaft und Demut brauchen einen weiten Raum für ihr eigenes künstlerisches Leben; bas Schöpfungsfelb aus einem Begriff ber Rasse ist bafür zu eng. Alle Ewigkeitswerte sollen in einem Kunstwerk lebenbig fein. Daher müssen wir ben Namen Künstler bem zusprechen, ber ben freien Sinn für solche Werte hat. Der braucht sich nicht auf ben Begriff ber Rasse zu stützen, sonbern greift unmittelbar gestalten!) ein unb steigert ben Menschen in einen Sehnsuchtswillen, ber uns gleicherweise binbet, wie er uns erlöst, wenn bie Kunst aus der Mächtigkeit des Gefühls entsteht, aus dem Sinn einer Aufgabe. Aufgabe bes Nationalsozialismus ist es, einfach praktisch eine Kunst aus sich werben zu lassen, ben Künstler sich selbst aus seinem Werben begreifen zu lassen, bie Theoretiker fernzuhalten. Denken wir an bie vollen unb starken Dichter, Maler unb Musiker bes Mittelalters, bie einfach unb schlicht, ohne alle Theorie, als starke Menschen ben Weg aus sich felbft zur Kunst fanben. Die Männer, bie ihre künstlerische Gabe als ®nabe für sich empfanben, bie ihnen eine Aufgabe fürs Leben war, Verpflichtung zum Schaffen unb eine Erlösung aus ber Welt ber Alltäglichkeiten zu einer Feierstunbe ber Werte, schufen raffenreine Werke. Ober benten wir an unsere ge- genroärtlgen Schaffenben: sie alle haben einen guten Sinn für bie wahren Werte, für bas Ewig- Seienbe wie für bas Werbenbe, für ben langsamen Wandel wie für die stetige Ruhe. Ihr Leben vollzieht sich im Bannkreis des Volkes, weil alles konkrete Leben sich in dieser Ordnung bildet. Sie haben einen Sinn für das Leben in einer geiftig-feelifchen Fülle, die Kraft genug hat, sich selbst ohne Theorien, ohne Ideologien zu helfen. Sie bringen uns Gott nahe, weil sie nicht ben Fortschritt roeiterbilben, bie Welt nicht vergötzen, sonbern einen Sinn in uns wecken, ber sich erheben will, statt sich nur zu bilben, zu Gott will, statt m bie Arbeit an bem Bau einer Weiterentwicklung nach abstrakten Begriffen. «.Keine Angst vor Liebel Die Märkische Film G. m. b. H., bie sich sonst mit ernsthafteren Angelegenheiten befaßt, hat ein nettes Luflspielchen gebreht, bas mit operettenhafter Unbekümmertheit eine Geschichte von zwei vertauschten Privatsekretärinnen erzählt, bie sich wie bie sehr mobernifierte Fassung bes alten Märchens von ber Golbmarie unb ber Pechmarie anhört. Auch sonst ereignet sich allerlei, was, zum minbeften im Film, immer aern gesehen wirb: wenn zum Beispiel ber hohe Ches von seiner kleinen Sekretärin kräftig heruntergeputzt wirb; ober wenn ein eifersüchtiger Ehemann plötzlich racheschnaubenb im Trocabero auftaucht; ober wenn ein unternehmungslustiger Detektiv auf falscher Fährte im Auto baoonsaust. Zum Schluß ist aber alles roieber im Lot, unb es können nach ber Melvbie „Keine Angst vor Liebe" zwei Verlobungen auf einen Schlag gefeiert werben. Der Regisseur Hans Steinhoff hat bie ganze Geschichte gefällig arrangiert; es wirb auch luftig unb unterhaltsam gespielt: Ralph Arthur Roberts unb Abolf W o h l b r ü tf finb bie beiben „Diktatoren", Liane Halb unb Jessie Vihrog bie munteren Schreibmafchinistinnen. Ferner machen sich Hilbe Hilbebrand, Anna Müller-Lincke unb Theo Lingen in kleineren Aufgaben sehr nützlich. — Dazu hat bas Lichtspielhaus ein abwechslungsreiches Beiprogramm zusammengestellt; auf ber Bühne findet das Alberti-Ballett mit Gesang und Tanz freundlichen Anklang. Und schließlich hort man von den Amsterdamer Philharmonikern unter Menge l b e r g die Ouvertüre zu „Oberon". Hochschulnachrichten. An der Universität Münster sind die nicht- beamteten ao. Professoren Dr. Richard Hellmuth Goldschmidt (Philosophie und Psychologie) und Dr. Otto Janssen (Philosophie) sowie der Privat, dozent für Staats- und Verwaltungsrecht, Oberver» waltungsgerichtsrat Dr. Ernst Ifay auf Grund des Berufsbeamtengefetzes aus dem Staatsdienst entlassen roorbef* sturmer waren durch Dörr und Georg Arnold II. ersetzt. Es kam zu keinem guten Spiel, denn der hart gefrorene Boden ließ ein solches nicht zu. Nach anfänglicher Ueberlegenheit der Studenten, Vie nur mit neun Mann beginnen und recht schön AufammenfpieÜen, setzt sich bald die größere Routine Der Platzbesitzer durch. 3m Angriff mangelt es aber sehr an Entschlossenheit, so daß vorerst Erfolge ausbleiben. Die Torleute Schlarb und Balser wehren verschiedene Male sehr gut, doch kann Schlarb nicht verhüten, daß ihm ein Ball von Jäger (1900) aus einem Meter Entfernung durch die Beine geschoben wird. Bald darauf werden die Seiten gewechselt 1900 nimmt Heilmann in den Sturm, wird dadurch auch mehr feldüberlegen, zu Erfolgen kommt es zunächst aber doch nicht. Nach zirka 20 Minuten legt Heilmann geschickt an Bromm vor, der, für Schlarb unhaltbar, zum 2:0 einsendet. Die Studenten rafften sich jetzt auf und werden sehr aggressiv. Aus angeblicher Abseitsstellung hebt der MiUelstiir- mer Winter den Ball über den herauslauscnden 1900-Torwart ins verlassene Tor und kurz darauf setzt sich der Rechtsaußen Pslieger zielbewußt durch und erringt, für Balser unhaltbar, den Ausglcick. Und so wäre das Spiel bei der Schwäche des 1900- Angriffes höchstwahrscheinlich auch ausgegangen, wenn nicht Jüngst (Universität) kurz vor Spielende im Strafraum absichtlich „Hand" gemacht hätte. Den verhängten Elfmeter verwandelte Bromm tadellos zum 3:2, was gleichbedeutend mit dem end- gültigen Sieg der Spieloereinigungsleute war. Für den ausgeblichenen Schiedsrichter leitete ein Mitglied vom Platzoerein. Beide Parteien erleichterten ihm aber in einem fairen Spiel fein Amt. Der Stand der Spiele in der Bezirkstage. Gruppe Oberhessen. Berein < Spiele Gew. Unentsch. Derl. Pkte. SV. 20 Bad- Nauheim RSV. Germania 8 5 2 1 12:4 Marburg 8 5 2 1 12:4 SD. 0.5 Wetzlar . SD.20 Gr.-Karben 8 4 3 1 11:5 7 3 2 2 8:6 FC. Teutonia W.-Steinberg 9 3 2 4 8:10 Spvg. 1900 Gießen FD. 1920 Ockers- 7 2 3 2 7:7 Haufen VfB. Gießen 7 3 8 3 1 1 3 4 7:7 7:9 SV. 20 Lollar 5 0 1 4 1:9 VfB. Butzbach 7 0 1 6 1:13 6 8. Bad - Na uheim und RSD. G e r m a • n i a Marburg stehen punktgleich an der Spitze. Da nun aber Nauheim das bessere Torverhältnis aufzuweisen hat, so gebührt ihm der 1. Platz Die beiden Vereine scheinen sich in der Spielstärke so ziemlich die Waage zu halten. Das beweist das letzte Treffen dieser beiden Rivalen, indem sie sich die Punkte teilten. SB. Wetzlar ist eine unbeständige Mannschaft, gegen Watzenborn-Steinberg gewinnt sie 8:0 und dem SD. Lollar konnte sie nur ein Unentschieden abringen. Groß-Karben ist auf eigenem Platze ein gefürchteter Gegner, auch Teutoma Steinberg erringt auf eigenem Platze die meisten Punkte. 1900 Gießen nimmt einen guten Mittelplatz ein, und wenn das im Fußball erforderliche Glück nicht ausbleibt, wird die Mannschaft sich noch einen besseren Tabellenplatz erkämpfen können. Ockershausen, mit 1900 Gießen punktgleich, kann sich auf auswärtigen Plätzen nicht durchletzen. VfB. Gießen hat eine unbeständige Mannschaft, die gegen spielstarke Gegner gewinnt und gegen schwächere verliert. SD. Lollar hat sich am vergangenen Sonntag, ausgerechnet gegen Wetzlar, den ersten Punkt geholt. Butzbach als Tabellenletzter hat nur wenig Aussicht, aufzurücken. Die Rückferic beginnt am 7. Januar 1934, jedoch werden schon Spiele der Rückserie an den Weihnachtstagen und am 31. Dezember angesetzt. OSC dreimal in der Bestenliste der OSB. Bereits nach zweijährigem Bestehen hat der OST. Eingang in die Bestenliste der DSB. gesunden. Für den OSC. bedeutet dies einen achtbaren Erfolg. Durch seinen Kugelstoß von 13,98 Meter steht Otto Luh an neunzehnter Stelle. Unteroffizier W. Mo hl 3./15., rangiert mit seinem Schleuderball- rourf von 58,80 Meter ebenfalls an neunzehnter Stelle. Sein Hammerwurf von 37,46 Meter brachte ihm den 27. Platz ein. Io. Burkhardsfelden I — OSC. I 2lm kommenden Sonntag ist die Handballmannschaft des DSC. beim Tv. Burkhardsfelden zu Gast. Die Spielstürke der Turner ist nicht bekannt. Auch die Leistung der DSC.-Mannschaft ist nicht kon- stant, so daß der Ausgang des Spieles nicht vor- auszusagen ist. Bundeskegeln des Keglerbundes «.Lahn-Buseckertal^. Zugunsten des Wialerhilfswerkes Eine Verfügung des Keglerbundes (Geschäfts, führer Wilhelm Schäfer- Wiefeck) läßt am Sonntag, 10. Dezember im Keglerheim in Alten- Buseck (Einhäuser) alle angeschlossenen Vereine für das NS -Winterhilfswerk kegeln. Der Deutsche fteglerbunb hat Ehrenurkunden gestiftet, die an diesem Tage zur Auskegelung kommen. Auf jeder Bahn werden je 10 Kugeln geworfen zu je 20 Pfennig. Die Vereine beteiligen sich an diesem Sonntag wie folgt: 1. Alten-Buseck. 2. Großen- Linden. 3. Lollar („Bahn Frei") 4. Daubringen. 5. Reiskirchen. 6. Krofdorf. 7. Trohe. 8. Großen- Linden („Alle Neun"). 9. Beuern. 10. Wißmar („Bahn Frei") 11. Wieseck („Gut Holz"). 12. Wie- seck („Alle Neun"). 13. Wißmar („Alle Neun"). 14. Wieseck („Vorwärts"). 15. Lollar („Gut Holz"). Der Entschluß des Bundes zeigt ein erfreuliches Verständnis für das große Werk gegen Hunger und Kälte, das überall Nachahmung verdient. „Goldene Anker-pfakette^ im Wassersport Der Führer des Deutschen Wassersporl-Derban- des, Kapitänleutnant Jasper, hat jetzt für verdiente Wassersportler eine neue Plakette geschaffen. Die „Goldene Anker-Plakette" soll nach dem Plan von Kapitän-Leutnant Jasper für hervorragende sportliche Leistungen verliehen werden, und zwar nur einmal im Jahre. 3n Ausnahmefällen kann die Auszeichnung auch an sonst verdiente Mitglieder des DWD. vergeben werden. Kurze Sportnotizen. Zwei deutsche Bobs werden an den Weltmeisterschaften im Viererbob am 27. und 28. Januar auf Der neugebauiea Olympia-Bobbahn in Biejjerjee lellnehmen. Der eine der beiden Bobs wird von Kilian Garmisch gestartet, während der Führer des zweiten Bobs in Ausscheidungsrennen zwischen Zahn, Wiese, Fischer und Grau ermittelt wird. • D i e Bezeichnung „M e i st e r s ch a f t e n" ist allen Gliederungen des Deutschen Schwimm- oerbandes mit Ausnahme der Gaue untersagt. Es gibt nach einer Veröffentlichung des Schwimmwar- tes des DSD. im Schwimmen nur noch Gau- und Deutsche Meisterschaften. e A n s kisportlichen Beran st altungen dürfen nur dem Deutschen Skioerband angehörende oder korporativ angeschlossene Skiläufer teilnehmen. Eine Ausschreibung „offen für aUe*' ist untersagt, eine Ausnahme hiervon bilden nur di« Deutschen Vom Büchertisch des Sportlers. — Praktische Winke für den photographierenden Bergfreund Bon Ernst Steinbrüchel Verlag Paul Müller, München 2 NW 8. Dieses Schristchen will ein Wegweiser dazu fein, wie die Stufe des bloßen Knipsbildchens über- schritten und das Lichtbild von Dauerwert zustande- gebracht werden kann. — Das Skikursbüchlein der Skischule Kiedaisch Stuttgart. Es ist Pflicht eines jeden Deutschen, in diesem Winter deutsche Ski- kursplätze aufzusuchen. Eine rechtzeitige Festlegung ist jedoch wegen der Unterkunftsfrage dringend nötig. Berater für Ausrüstung und gute Skigebiete ist das Skikursbüchlein der Skifchule Kiedaisch, das 15 Skikursplätze beschreibt. Das Büchlein wird den Interessenten gegen Portoersatz von der Skischule Kiedaisch, Stuttgart, Ulrichstraße 3, kostenlos zugesandt. Hirischast. Dirtschastiiche Vereinigung der deutschen Obst» und Gemüse- Verwertungs-Industrie. Im Rahmen des Reichsnährstandes ist ein Zwangszusammenschluß geschaffen worden, der den Namen „Wirtschaftliche Bereinigung der deutschen Obst- und Gemuseoerwertungsinoustrie" führt. Mitglied der wirtschaftlichen Bereinigung ist jeder Betrieb, der Obst oder Gemüse aller Art, einschließlich der Südfrüchte und Pilze, gewerbsmäßig zu haltbaren Lebensmitteln verarbeitet. Auch die gewerbsmäßige Verarbeitung im Nebenbetriebe gehört zur wirtschaftlichen Vereinigung, z. B. Konseroierungs- anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben, Morme- ladenherstellung in Bäckereien usw. Don nun an darf in Deutschland kein einschlägiger Betrieb ohne Zustimmung der Bereinigung errichtet, ober nach Stillegung wieder ausgenommen werden. Desgleichen muß für die Aufnahme neuer Erzeugnisse eine Genehmigung vorliegen Alle Betriebe werden aufgefordert, sich unverzüglich bei der Vereinigung zu melden, deren Mitglied sie seit Inkrafttreten der betreffenden Verordnung am 15. November 1933 sind. Die Adresse lautet: Berlin SW 68, Wilhelm- straße 98. • Erneute Belegschaftsoermehrung im Ruhrbergbau. 3m Monat November ist die Zahl der im Ruhrbergbau beschäftigten Arbeiter wieder um 1557 Mann gestiegen und hat damit den Stand von rund 216 000 erreicht. Das bedeutet gegenüber Mai eine Steigerung von rund 10 000 und gegenüber dem Tiefstände vom September 1932 um rund 20 000. Gleichzeitig ist die Zahl der arbeitstäglich eingelegten Feierschichten von etwa 28 000 im Monat Oktober auf 21 000 im November zurückgegangen. 3n diesem Rückgang zeigt sich z. T. bereits eine Auswirkung der vom Treuhänder der Arbeit Mitte November verfügten Einschränkung der Feierschichten durch Heraufsetzung der monatlich verfahrenen Arbeitsschichten von bisher durchschnittlich 20 auf 22. Frankfurter Börse Mittagsbörse: uneinheitlich. Frankfurt a. TI., 7. Dez. Die Mittagsbörfe zeigte wieder verschwindend geringes Geschäft, so daß schon kleine Kauf- und Verkaufsorders die Kurse merklich beeinflussen konnten. Die Entwicklung war demnach durchaus uneinheitlich und stark von Zu- fälligkeiten abhängig. Zeitweilig gruppierten sich die Interessen um Harpener, die daraufhin nach und nach 1,33 o. H gewinnen konnten. Im übrigen lag der Montanmarkt zunächst — bis auf einen gut gehaltenen Phönixkurs — um 0,25 bis 0,50 v. H. nachgebend. Von Elektrowerten waren Felten (plus 0,50 v. H.) und Siemens (plus 0,75 v. H.) bevorzugt, wogegen AEG. 0,&> v.H. und Geffürel 0,65 v. H. verloren. IG.-Farben lagen auf gestriger Abend- bafis, desgleichenMetallgejellschaft. Recht fest waren Reichsbankanteile mit plus 1,75 o. H. veranlagt, auch Daimler Motoren verbesserten sich um 0,50 v. H. Zellstoff AscHiffenburg setzten ihren Rückgang um 1,25 o. H. auf 33,25 v. H fort. Schiffahrtswerte lagen gut behauptet, AG. für Verkehr 0,50 v H niedriger. Gedrückt waren ferner Aku (minus 0,40 v. H.) und Gebr. Junghans (minus 0,65 o. H ). Der Verlauf brachte, wenn auch die verspätet notierten Werte meist unter gestern einsetzten, überwiegend Besserun- gen auf das Vortragsniveau, teilweise darüber hinaus. So konnten sich Gelsenkirchen um 0,50 v. H., Phönix um 0,25 o. H. und Stahloerein um 0,65 t>. H. über gestern verbessern, Rheinstahl gewannen sogar 2,25 vH.. dagegen notierten Deutsche Erdöl 0,25 v. H. niedriger. Farben zogen 0,25 o. H. an, schlossen aber 0,50 v. H. niedriger. AEG. waren fest und 1,40 o. H. hoher, Gesfürel konnten ihren Verlust zurück- gewinnen. Zellstoff Waldhos gingen um 1 v. H. zurück. Die Meldung von der angeblich beabsichtigten Abkehr Frankreichs vom Goldstandard machte ftar- ken Eindruck, wirkte sich aber vorläufig noch nicht kursmäßig aus. Man glaubt, daß die französische Regierung die Kraft aufbringen wird, um den Goldstandard aufrechtzuerhalten. Am Kassamarkt lagen Bankaktien erneut angeboten und von 1 bis 2 v. H gedrückt. Der Rentenmarkt lag im allgemeinen freundlich Altbesitz zogrn zunächst um 0,50 v. H., Neubesitz um 20 Pfennig an, bröckelten aber später ab. stärker Neubesitz (minus 40 Pf ). Stahloerein-Bonds lagen in Nachwirkung des erstinstanzlichen Urteils 1 v. H. fester, auch Reichsbahn-BA. waren 0,40 v. H. gebelfert. Dollarbonds wurden ebenfalls wieder freundlicher genannt. Pfandbriefe lagen still und überroie- gend etwas abgeschwächt. Von Stadtanleihen büß- ten Mainz, Darmstadt und 7proz. Frankfurt je 1,5 v. H. ein, dagegen lagen 6proz wertbeständige Frank- furter von 1926 um 1,50 v. H. fester Von Staatsanleihen gewannen 6proz Hilserding-Anleihe 0,50 v. H auf 102,50 Steuergutscheine notierten unoerän- dert. Von fremden Werten lagen Schweiz. Bundes- bahn-Anleihen auf die gestrige Steigerung etwas schwächer. Tagesgeld war gesucht, doch blieb der Satz zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse sehr ruhig. Die Abendbörse laa infolge Orderlosigkeit und mangels geeigneter Anregungen wieder nahezu aeschästslos. Die Kursgestaltung hing stark von Zufälligkeiten ab. So gaben bei Eröffnung beispielsweise IG.-Farben bei einem Angebot von 6 Mille um 0,65 v. H. nach. Ferner waren die im Mittagsschlußverkehr stark getriebenen Reichsbank, anteile nur knapp behauptet. Im übrigen nannte man etwa letzte Berliner Kurse. Von Renten setzten Neubesitzanleihe unverändert ein. Auch Altbesitz, anleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen sowie Stahloerein-Bonds taxierte man ziemlich behauptet. Auf höhere Auslandsmeldungen tendierten zenift. zierte Dollar-Bonds eher nach oben. Im Verlauf blieb es auf allen Marktgebieten sehr still. Verspätet zur Notiz gekommene Papiere lagen jedoch überwiegend um 0,50 bis 0,75 o. H. unter Berliner Schlußnioeau. Darüber hinaus gingen Buderus um 1,50 o. H. zurück. IG.-Farben waren um Bruchtelle eines Prozentes erholt, aber ahne Geschäft. Von Renten büßten Altbesitzanleihe schließ- lich 30 Pf. ein, wogegen Stahloerein Mark-Obligationen um 0,75 o. H anzogen. Pfandbriefe und sonstige Festverzinsliche lagen geschäftslos. Von fremden Denen waren Schweiz. Bundesbahn-Anleihen wieder erholt (etwa bis 1 v. H ). U a. notierten: Neubesitzanleihe 16,30, Altbesitzanleihe 91, 6proz. Stahloerein 61,50, Schutzaebietsanleihe 8,7250, DD-Bank 49, Dresdner Bank 56, Reichsbank 167.75, Buderus 68,75 bis 68, Gelsenkirchen 55.38 bis 55,75, Harpener 85,50. Mannesmann 59,50, Phönix 43, Rheinstahl 85,50, Aku 38,25, AEG 24.90, Bckula 118, Bcmberq 42,25, Chade 139, Zement . Heidelberg 81, Tonti-Gummi 140,50, Daimler 31,75, Scheideanstalt 180, Licht und Kraft 100, IG Farben 121,25 bis 121,50, Gesfürel 83,75, HoUmannn 64J5, Rütgerswerke 51,25, Siemens 141, AG für Berkehr 57,25, Reichsbabn-DA. 106.38, Havag 9,38, Nordd. Lloyd 10,25, 2L5proz. Anatolier I und II 25,25, 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 126,50, 3Zproz. do. 119. Lchwcinemarkt in Nidva. CÖ Nidda, 7. Dez. Zu dem heutigen Schweinemarkt waren 252 Ferkel und 4 Läufer aufgetrieben. Obwohl das Geschäft schleppend ging, wurde doch der größte Teil verkauft. Es kosteten 6 bis 8 Do- chen alte Ferkel durchschnittlich 10 Mark, bis 10 Wochen alte Tiere 15 bis 16 Mark. Auch die Läufer wurden abgesetzt. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 7. Dez. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 147 Tiere aufgetrieben. Es wurden gezahlt für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 10 bis 11 Mark, für 8 bis 12 Wochen alte 12 bis^ 14 Mark. Der Auftrieb war infolge des kalten Wetters gegenüber den seitherigen Märkten sehr gering. Da nur wenige Käufer da waren, war der Handel schleppend, es verblieb größerer Ueberftanb. orniiifUitcr SchlachkvtctzmarN. Frankfurt a. TI., 7. Dez. Austrieb: Rinder 43 (gegen 69 am letzten Donnerstagsmarkt), Kälber 884 (1093), Schafe 351 (607) Darunter befanden sich 146 Hammel, Schweine 595 (602). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber Kl. a) 36 bis 38, b) 31 bis 35, c) 26 bis 30, d) 22 bis 25. Lämmer nicht notiert. Hammel b2) 26 bis 27, c) 23 bis 25, d) 20 bis 22. Schafe e) 23 bis 24, I) 20 bis 22, g) 17 bis 19. Schweine a) 48 bis 50, b) 47 bis 49, c) 46 bis 49, d) 44 bis 48. Im Preis- vergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben Kälber um eine Mark nach, Hammel, Schafe uub Schweine notierten ziemlich unverändert. Markt, verlauf: Kälber, Hammel und Schafe ruhig, geräumt. Schweine ruhig, ausoerkauft. Mannheimer Getreidebörse Mannheim, 7. Dez. Weizen (inländllcher, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,80 bis 19,95 Mark, per Dezember Bezirk 9 19, Bezirk 10 19,20, Bezirk 11 19,50, Sommerweizen (80 kg) 20,10 bis 20,20, Roggen (süddeutscher, 7172 kg. frei Mann- heim) 16,80 bis 17,10, per Dezember Bezirk 9 16,10, Bezirk 8 15,80, Hafer (inländischer) 14,25 bis 14 50; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Nonz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19, Futtergerste 17; Mais (im Sack) 19 50; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojajchrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 13,25 bis 13,75; Palmkuchen 15,25 bis 15,50; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17; Biertreber (mit Sack) 17,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,25. Rohmelasse 8,50, Wiesenheu (loses) 6 bis 6,20, Notkleeheu 6 20 bis 6,60; Luzernekleeheu 7 bis 7,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2.30, Hafer-Gerste 1,80 bis 2, geb. Stroh, Roggen-Weizen 1.40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1.20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Dezember 29,40, per Ja- nuar 29,40, per Februar 29,40. Weizenmehl (Special 0, aus Inlandweizen) per Dezember 27,90. per Januar 27,90. per Februar 27.90; Roggen mehl (70'60 v. H., norddeutsches, prompt) 22,50 bis 23.50; Roggenmehl (pfälzisches und süddeutsches, prompt) 23,50 bis 24,50; Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,75, (arobe, mit Sack) 1125; Roggenkleie 10 bis 11; Weizenfuttermehl 11,75; Roggcnfuttermehl 11 bi» 12.75; Weizennachmehl 15.25 bis 16 50 Mark. — Tendenz: Brotgetreide fester. Umsätze jedoch nur gering; Hafer ebenfalls fest. Gerste ruhig. Futtermittel liegen nach wie vor weiter fest.______________________ 5Pvvn«uutiDcn Dfr iNctm'tion. 11 30 bi» 12 30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samefafl nachmittag geschiosieu Die hinter Den brantiur « Dl fltrlin Schluß- hirt «benb- btrfr e*<6iu> für# c’d’iult Dliitea- O<1 tum 6 12. | 7-12 6.12- 7.12 •% flelManlelbe v I9V7 93.25 92.25 92.5 91,9 t\ ebem 7% ÄrlManl o 19J9 102 102.5 102.13 102.25 »SXDoung.iflitlrtbf ovn 1030 <9.65 90 89.5 89.75 Wtutldv Jln| .Äbiol..3d)ul6 rnll «u«lo|.trn 90,65 91 90.75 91,3 obnr iMufloi «rcbtr 16,5 16,3 16,5 16,3 •% tbrm ttoltifloat IMS (rttftablb 103%) 91,5 91.5 9? 91,75 $ei^ Üanbeibant Tarmftabt 91 91 M l'anbe^opotbetrn* dank tarmflabi i'Uui 90 89,5 Cberbelfen loiiu-flnlftbe mit ÜuUi'l ■8dp -Want MWt 15 unfunbbdt bl» 1965 91.5 91 rbem ?% ilranff (iQp.-ttan! •lolbpfe l« unfunbbar Ml 19M 91 5 91 ebem «u% .rtanfl Ooim ®anf.etiju..fllanb6rirfr 89 5 89 • rbrm Hibdnlld* bon-.iBant.L'tqu.mt'lbpIr 71 91 6'\. ebem 8% l4banf ............. 12 56 168 .....................o Betula......... o 23,4 117,5 88.5 24,9 118 88.5 23,5 III 88.75 24.9 118,4 88,4 OIctB. eWrnmaigcWiidjati ... « L’tAt unb traft . « Jtltrn a «*utl!eauine..... 0 ®uden Ä Co.......... 5 96,75 140,5 97 141 96,75 141.25 107.25 96,75 141,75 109 €«emen# t Aaüte........... 7 a ’io ........... |O Oubensi ............. 0 71,65 68 71,5 100.25 69,4 101 teurltf OrWI ........ 4 #*lifnhrchenn ............ 0 101 5.75 M.9 101 55.75 85.5 56 44,75 55,25 fruix :ri o . 0 61.5 61,5 ? *f ...... 4 — «««• ........ 4 103 103 I03.5 103,5 ■iMlnrlvtnf Q M.5 5- 56.75 54.5 US tu# ....... • 59,9 59.5 60,13 69,5 id Frankfurter Börse. n DioiDenDe an. — RetchsbankDtskont 4 o H Irani'ur a. Dt Deri. SchluS- turt öatluiit tfbenb. b«H. irtbiuN tue« C50>luif Ul mag, bdrfc Datum 6.12 7.12 6.12- 712 toanifelber Bergbau......... 0 25.25 24,9 24.9 25 totiroerfe .......... 0 • 82 «1.5 Bbontr Bergbau ........... C 42.75 43 42.9 43.25 Hbeimidie iörauntoblen ..... 1C 192 191.5 193 191.75 9i dein stahl ....... C 85 85.5 84.75 85.5 Bereinigte €tabla>erfe........ 0 36.4 37 36.4 36.4 Ctant iJttnen .......... C 11.5 — 11.25 10.65 Uallwerte 4tlcher#leben........ 6 114.25 — 114.5 114 8aliwerte Westeregeln........ 6 115,5 115 115.25 Sollwerte €aübeihirtb..... 152 153 152 153 J *»■ ilutden-InbulMO....... 7 122.25 121,25 123 121,9 *rbeibeanftaU............... v 178.5 180 Wi’lbldimibt ............... 0 47 97 47 47 iRutflcrfmerte ......... 0 50.5 51.25 50,5 51,5 iWeiaUaekUlifcaft............. 0 61,5 61.5 — 61 PHUWv V°Umann ...... 8 jemenm-ert Hetbelbertz ......0 65 64,75 65 65 80 81 Xementioett Sar!stabt......... • - 87 — 6«fialibet« 8Ja*er.bofet ----- 0 — 91,75 91 Mu .Allgemeine Our.frfeibt) .. 0 vemberg ....... 0 39 38,25 38.5 39,25 42 42.25 42 43.25 Aeflfufl ©afbbo' ........ 0 47 46 46,25 45.75 Sellöotl aid attenbure ....... 0 4,5 33,25 33,75 33.25 teflauer ........... 7 E» d 108 108,25 tatmler IRototru ........... 0 >1,5 31.75 32 31,75 teut<