Kr. 262 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Mittwoch, 8.November 1935 Aus Oer Provmzialhauptkadt. Oie Verhütung von Frostbeulen. Von Or. med. Paul Becker. Wenn man erst Frostbeulen hat, ist es zu spät, dagegen einzuschreiten. Im allgemeinen trifft es schon zu, daß Menschen, die einmal Frostbeulen be» kommen haben, auch später immer wieder dazu neigen. Und doch ist es. eines der lästigsten winterlichen Uebel, die wir kennen. Erfrorene Hände sind höchst unschön und erfrorene Füße eine wirkliche Pein: die Schuhe passen nicht mehr, und wenn die Füße heiß werden, so stellt sich ein unerträgliches Jucken ein. Frostbeulen sind eine Blutstauung, kommen also immer dann vor, wenn der Blutumlauf nicht richtig funktioniert. Man muß deshalb nicht bei der Behandlung der Frostbeulen anfangen, da sie nur eine Folgeerscheinung sind, sondern man muß das Uebel bei der Wurzel, dem mangechaften Blut- uinlauf, packen. Ein Hilfsmittel, das aber nur sehr kräftige Personen anwenden dürfen, ist das halte Bad am Morgen. Das bringt das Blut so kräftig in Umlauf, daß einem stundenlang hinterher ganz warm ist. Wer sich das nicht zumuten kann, soll, sowie er aus dem Bette kommt, den ganzen Körper kräftig mit den Händen reiben. Daß man keine engen Schuhe oder Handschuhe trogen darf, ist eigentlich selbstverständlich. Dadurch, daß man an kalten Tagen in der Nähe des Ofens hockt, gewinnt man nichts. Lieber soll man, wenn man fröstelt, so viel körperliche Uebun- gen machen, daß der Körper selber die nötige Wärme erzeugt. Diese Körperwärme ist unbedingt das beste Schutzmittel gegen andere Leiden und Krankheiten; Wärme, die von außen herangebracht wird, tonn nur wenig nützen. Man findet vielmehr immer wieder, daß Menschen, die in allzu warmen Zimmern sitzen, regelrecht „verpimpeln". Wer tagsüber eine sitzende Beschäftigung im Hause hat, soll morgens, ehe er sich zur Arbeit niedersetzt, einen kurzen, schnellen Spaziergang machen. Er wird dadurch so erwärmt, daß der Körper auch einen kalten Tag gut übersteht. Stellen sich aber trotz der Borbeugungsmaßnahmen Frostbeulen ein, so soll man keineswegs die körperliche Bewegung unterlassen, aber man muß dann zugleich auch noch andere Maßnahmen an- wenden. Eine der zuverlässigsten Behandlungen sind Wechselbäder, und zwar taucht man die erkrankten Stellen in so heißes Wasser, wie man irgend ertragen kann, läßt sie so lange darin, bis man die Hitze nicht mehr empfindet, und taucht sie dann in kaltes Wasser, oder läßt sie mit kaltem Wasser überrieseln, worauf man wieder heißes Wasser nimmt und so fortgesetzt. Hinterher reibt man sie dann mit Olivenöl, dem man etwas Menthol beigemischt hat, ein. Beim Waschen soll man die Regel befolgen, daß man immer, wenn man Hände ober Füße in warmem Wasser gewaschen hat, sie zuletzt in kaltem Wasser nachwäscht, worauf man mit dem Handtuch so lange reiben muß, bis keine Spur von Feuchtigkeit mehr auf der Haut ist. Hierauf pudert man die Haut mit einem einfachen Hautpuder ein und reibt mit der Hand abermals kräftig nach. Wenn man all diese Maßnahmen richtig ausführt, wird man höchstwahrscheinlich einem Winter ohne Frostbeulen entgegengehen. Oos Stadftheater wirbt' Unser Ziel: dos Theater eine Gemeinschaft, an der jeder teilnehmen soll. Jeder kann und muß mittun. Es gilt der neuen Richtung auch im Theaterleben den Untergrund im Volke ju schaffen. Die Kunst soll und wird dem Volke gehören. Soll ich 'Abonnent werden, oder eine „Zwölferkarte" erwerben, oder der „Deutschen Bühne" bei- treten-? Wir wollen alle gewinnen für den Neuaufbau des Theaters. Auch auf deinen Baustein kommt es an. Heber alle Fragen geben Auskunft Büro und Kasse des Theaters. Mittun müssen alle bis auf den Letzten. Jeder Volksgenosse muß teilhaben an seinem Stadttheater. __________ Gießener Stadttheater. Johann Strauß: „Wiener Blut." Der Wiener Walzer, dessen Ende bereits des öfteren prophezeit worden ist, Hal nicht nur alle noch so ernst gemeinten miesepetrigen Prognosen seither immer wieder Lügen gestraft, sondern er hat bei uns gerade in letzter Zeit eine förmliche Renaissance erlebt. Man braucht dabei nicht nur ans Theater zu denken, sondern darf auch an die Mode im Gesellschaftstanz und vor allem an den Tonfilm erinnern, der mit dem tanzenden Wiener Kongreß einen seiner stärksten, weit über die Grenzen des Reiches hinaus reichenden Erfolge erzielt hat. Zur Zeit des Kongresses spielt auch die drei- aktige Operette von Victor Leon und Leo Stein, deren Musik zu den populärsten Schöpfungen von Johann Strauß gehört. Sie darf als die typische Wiener Operette älteren Stils gelten und als ein vollkommener Ausdruck jener uns Heutigen sehr fern gerückten, gänzlich historisch gewordenen und nur noch gleichsam hinter Nebelschleiern erkennbaren Epoche. Kostüm und Personal, Melodie und Handlung, gesellschaftliche Schichtung und Begrifss- bilbung sinb aus einem in sich geschlossenen Kulturkreis hervorgegangen. Das Libretto arbeitet mit den typischen Requisiten unb Situationen bes Gesettschafts- unb Konversationsstücks. Es. fvinnt feine Fäden im Sinne der diplomatischen .-rhandlungen. jener Zeit zwischen den entlegensten Bezirken, also etwa dem Wiener Hofe und der Residenz von Reuß-Schleiz- Greiz" und gewinnt schon aus der landschaftlich grotesk wirkenden Gegenüberstellung der beiderseitigen Repräsentanten die zuverlässigsten Wirkungen. Vor allem aber durch ein überhaupt nur bühnenmäßig zu entwirrendes Ueberskreuz und Durcheinander von legitimer Bindung und jener unsterblichen unb unvergleichlichen Wiener Spezialität, bis unter bem Sammelbegriff „Gspusi" zwanglos und großzügig untergebracht wirb unb als bas berühmte „süße Mäbel" bis in unsere Zeit hinein ein wesentlicher Typus ber österreichischen Literatur geblieben ist. Was aber bie musikalische Seite betrifft, so braucht kaum daran erinnert zu werben, wie völlig die Begriffe Johann Strauß und Wiener Walzer Beginn der Winterarbeitsschlacht. Der bisher erreichte günstige Stand der Arbeitslosigkeit muß mit allen Mitteln gehalten werden. Da. zu dient vor allem die sofortige Bereit st e l. lung derArbeiten.die ohne Hinderung durch Witterungseinflüsse auch im Winter durchgeführt werden können. Die Reichsregierung hat für die Wintermonate ein großzügiges Programm für die Durchführung von Jnnenarbeiten auf- gestellt, die in der Hauptsache dem privaten Hausbesitz zugute kommen. Außer den Hausbesitzern erhalten auch die Mieter Reichszuschüsse für die Schönheitsreparoturen und Jnflandsehungsarbeiten in ihren Wohnungen. Die Inangriffnahme dieser Arbeiten wird Tausenden von Volksgenossen Arbeit unb Brot geben. Die Belebung des Baumarktes belebt die gesamte Wirtschaft. Deshalb müssen diese Arbeiten sofort aus breitester Front in Angriff genommen werden. Die Zahl der reparaturbedürftigen Gebäude und Wohnungen ist so groß, daß fast jeder Hausbesitzer unb zahlreiche Mieter Arbeiten vergeben können. Ich weise hiermit die Kreis- unb Ortsgruppen- leitet an, sich im Einvernehmen mit den Landräten, Bürgermeistern unb Arbeitsämtern mit den örtlichen Hausbesitzer- und Mieterorga- nifationen in Verbindung zu sehen und durch aufklärende Vorträge in Hausbesitzer- und Mieterversammlungen auf alle Möglichkeiten hinzuweisen, die die neuen Bestimmungen über die Gewährung der Reichszuschüsse für Instandfet - zungr-, Ergänzungs- und 11 ra b au arbeit e n geben, bie Hausbesitzer und Mieter zu beraten unb bei der Durchführung der Arbeiten in jeder Beziehung zu unterstützen. Die Arbeitsämter erhalten entsprechende Anweisungen durch das Landesarbeitsamt. Ich erwarte, daß jeder zu seinem Teil dazu beiträgt, bas Winterprogramm der Reichsregierung verwirklicht zu sehen, und unter Einschaltung des bodenständigen Handwerks Arbeitslose in weitestem Umfange in Arbeit und Brot zu bringen. gez.: Sprenger. „Arbeit und Brot" für alte Kampfer. Unter Bezugnahme aus meinen letzten Aufruf vom 19. Oktober d. I. weise ich daraus hin. daß für die Unterbringung von land-, forst- und Milchwirtschaft, lichen Angestellten die Bezirksstellennachweise des Deutschen Land- und Forslangestelllenverdandes, sowie die anerkannten Stellenvermittlungen der Angestelltenverbände innerhalb der Deutschen Arbeitsfront ebenfalls den Arbeitsämtern gleichgestellt sind. Sie verfahren im Sinne meiner Anordnung. Die Unternehmer des Reichsnährstandes werden hiermit aufgefordert, alle Arbeitskräfte dieser Art bei diesen Stellen anzufordern und durch Doppelverdiener- Entlassungen freigewordene Arbeitsplätze neu zu besehen. gez.: Sprenger. Hiller schasst Arbeit! Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm: Einmalige hochbauliche Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an stäbt. Miet- Häusern in Wiesbaben 2000 Einbau von elektrischen Lichtanlagen in stäbt. Mietwohnungen in Worms 1000 Verbesserung ber Spannungsoerhältnisse des Licht- unb bes Kraftnetzes in Frankfurt a. M. 2330 Ausbau ber Erpe für Vorflutbeschaffung in Oe» meinbe Ehringen 2600 Tagewerke auf ber Baustelle. Ausbau ber Warne für Vorflutbeschaffung in Zierenberg 7800 Tagewerke a. b. B. Ausbau ber Twiste unb Erpe unb bes Stabt- brudjgrabens zur Vorflutbeschaffung in Volkmarsen 15 000 Tagewerke a. b. B. Lahnverbreiterung im Bobenfell» und Herstellung einer Flutöffnung an ber Eisenbahnbrücke unterhalb ber Stabt Wetzlar 54 273 Tage- werke a. b. B. Herstellung eines Lahnburchstiches beim Hasst u t Altenberg, Kreiskommunalverbanb Wetzlar, 38 406 Tagewerke a. b. B. Deutschtum in Rumänien. Der Nationalsozialistische Lehrerbund im Kreise Gießen, Gau Ausland, veranstaltete am Montag in ber Pestalozzischule einen Vortrag. Stubienassessor Dr. Maul sprach über bas „Deutschtum in Rumänien". Der Redner wies in seinen Ausführungen insbesonbere auf die grundsätzlichen Berschte- benheiten zwischen bem Deutschtum ber Siebenbürger Sachsen unb bem ber Banater Schwaben hin. Er beschäftigte sich babei mit bem Wesen unb ber völkischen Eigenart ber Siebenbürger Sachsen, die ihr Deutschtum inmitten eines fremden Landes über 7 Jahrhunderte hinweg in vollem Umfange aufrechterhalten konnten. Die ersten Siebenbürger Sachsen seien im 12. Jahrhundert nach Siebenbürgen ausgeroanbert, so führte ber Rebner u. a. aus, ihre Einheit habe sich bewähren können, nicht zu- zuletzt durch die geographische Geschlosienheit bes Laubes, burch religiöse Binbungen unb burch bie Tatsache, baß bas Volk stets als eine Kampfgemeinschaft gegen bie verschiebensten Gegner (Papst, Mongolen, Türken, Rumänen) habe auftreten müssen. In ber Gegenwart sei ber Kampf um bas Laub Siebenbürgen roieber heftiger, ba bie Rumänen nach wie vor Anspruch auf bie Landschaft erheben, bie ursprünglich von ber rumänischen Urbevölkerung bewohnt gewesen fein solle. In Siebenbürgen habe sich nur bie fämpfenbe Gemeinde erhalten können, ein einzelner Hof stelle in diesem Lande eine Unmöglichkeit bar. Als freie Bauern unterstünden bie Siebenbürger Sachsen lebiglich bem König. Nachbem ber Rebner Einzelheiten über bie Geschichte bes Siebenbürger fianbes zur Kenntnis gebracht hatte, roanbte er sich ben Verhältnissen in ber Gegenwart zu unb sprach insbesonbere von der Einigung der Deutschen in Rumänien unter ber Siebenbürger „Nations-Universität". Der Unterschieb zwischen ben Siebenbürger Sachsen unb ben Banater Schwaben sei letzten Enbes barin zu sehen, baß bie Banater Schwaben erst im 18. Iahrhunbert nach dem Banal gekommen seien unb in bieses Land schon ben freiheitlichen liberalistischen Geist, der nach ber Zeit ber französischen Revolution aufgekommen sei, mitgebracht haben unb in jener in- divibualistischen Haltung einen Teil bes völkischen Zusammenhaltes opfern mußten. Allerbings fei bas in den letzten Jahren mit dem steigenden Erwachen des deutschen Nationalbewußtseins auch im Banat anders geworden. Die Behanblung der mannigfachen Probleme des europäischen Südostens bedürfe, so schloß der Redner seinen mit großer Aufmerksamkeit aufgenommenen Vortrag, einer besonderen Behandlung. Die interessanten Ausführungen wurden durch unterhaltsame Schilderungen von Pfarrer Dr. Kaufmann ergänzt. Daten für Mittwoch, 8. November. 1773: ber preußische General Friedrich Wilhelm von Seiblitz in Ohlau gestorben (geboren 1721); — 1923: Hitler proklamiert in München die nationale Diktatur. Bornotizen. — Tageskalenber für Mittwoch: Stabt- theater, 19.30 bis 22 Uhr, „Wiener Blut". — Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Der Walzerkrieg" mit Renate Müller unb Willy Fritsch. zu einer bis heute fortroirfenben, gültigen Einheit verschmolzen sinb. Unb ber schwungvolle Dreivierteltakt bes großen Walzers, bem bie Operette ihren Namen verbankt, beherrscht nicht nur ben Mittelakt, fonbern charakterisiert zugleich rhythmisch unb melobisch bie gesamte Partitur. * • Die fließende Aufführung unter ber fleißigen unb gepflegten Regie von Paul Wrebe verhalf bem Stück zu einer bantbar willkommen geheißenen Neubelebung. Die Herren Löffler (Bühnenbiiber) unb Keim (Beleuchtung) hatten im Sinne bes Altwiener Biebermeier gefällige Dekorationen für bie klassischen Schauplätze in Döbling unb Hietzing, unb burch bie Einführung von Zwischen- vorhängen eine szenisch geschickte Glieberung bes Spielraumes geschaffen. Am Dirigentenpult wirkte Kapellmeister Cujö mit leichter Hanb unb sauberen Einsätzen, währenb Herr Bä ulke bie Em- Kubierung ber Tänze überwacht hatte. Die große Gruppe „Geschichten aus bem Wiener Walb^ im zweiten unb bas Intermezzo „Beim Volksfest" im britten Akt (Elsa Metz unb Maja von Rabenau) fanben allgemein lebhaften Anklang. Auch bas Ensemble war mit Hingabe um ein wohltemperiertes Zusammenspiel bemüht. Die Gra- fin Gabriele würbe von Maria Perry elegant unb sicher gespielt unb gesungen. Sybille Fl e m - ming gab mit leichter Koketterie, vielleicht um einen Ton zu seriös für biese Partie, bie Tänzerin Cagliari, Erna Renz in munterem Gegensatz die naturfinblid) naive Probiermamsell Pep« unb führte ben Tanz ber Komtessen im Mittelakt an. Herr Wrebe war als lockerer unb munbferti- ger Lakai ein treuer Diener feines ungetreuen Herrn unb herzhaft wienerisch ganz m fernem Element. Herr Fierment bemühte sich> gut gelaunt um bie gesanglich (abgesehen vom Mittelakt) nicht befonbers bankbare Partie bes flatterhaften Grafen Zeblau. Herr Hub als reußischer Minister unb Intenbant König als wienerischer Karussell- besitzer Kagler brachten zwei liebevoll abgerunbete luftige Personen. Herr Volck als arbmar vom Leber ziehenber Fiakerkutscher unb Herr M i ch e in ber repräsentativen Rolle bes Grafen Bitowski fügten sich bem Ensemble treffsicher ein. Die Neueinstubierung fand bei gut besuchtem Hause eine freundliche Aufnahme. htb. Merkwürdige Zeugen nordischerVorzeit Auf ben Arraninseln, bie wie ein Wellenbrecher vor ber Galway-Bucht an ber Westküste Irlanbs liegen, gibt es gewaltige Felsblöcke. Die Sage erzählt, baß die Männer von Connemara sie vor langen Zeiten auf die Inseln geworfen haben. Wenn man an ber Küste bes nahegelegenen Lanb- oorfprungs von Connemara steht, möchte man glauben, baß biese Inseln für ein sagenhaftes Riesen- geschlecht ein verlockendes Wurfziel gewesen sein müssen. Arramore, bie größte ber Inseln hat eine uralte Geschichte. Seit unbenklichen Zeiten haben Menschen auf ihr gehaust, was uns seltsam erscheint, benn der Boben ist sehr kärglich, und noch heute lebt die Bevölkerung vornehmlich von Fischfang unb vom Einsammeln einer bestimmten Art von Seegras. Ueberall finden wir Ruinen, bie ernsten Zeugen grauer Vergangenheit. Auf einem Felb gibt es allein bie Ueberreste von sieben verlassenen Kirchen, aus einem anderen befindet sich ein vollständig erhaltenes „Wohnhaus" in ber Form eines Bienenkorbes. Man kann noch heute hinein' kriechen und sich an ben grob zugehauenen Herbstein setzen, lieber ben abschüssigen Klippen ragen die stolzen Trümmer dreier großer Befestigungen mit Wällen, Treppenstufen, Wehrgängen unb Terrassen empor, bereu Anlage schätzungsweise um 1500 v. Chr. erfolgte. Es gibt auch vergleichsweise neuere Ruinen, so Runbtürme aus bem Mittelalter ber irischen Geschichte unb bie Reste einer Umwallung, die unter Cromwells Regierung angelegt wurde. Die Insel ist ungefähr 15 Kilometer lang und etwas über 3 Kilometer breit. Von den Klippen am Atlantischen Ozean fällt sie allmählich zum Flachstrand gegenüber bem Festland ab. Mit großen Steinwällen ist sie in eine Unzahl kleiner Felber geteilt. Einige davon sind nicht größer als ein Tischtuch, einige sind vollkommen mit Felsbrocken übersät unb nur wenige sinb größer als ein geräumiges Zimmer. Wenn sich ein Mensch ein Haus zu bauen wünscht, so greift er einfach zur Axt unb holt sich bas Baumaterial aus bem Boben, benn ber gan$e Untergrunb ist steinig. Die Wälle, von benen bie Felder umgeben sind, sind teilweise so hoch baß bie Aussicht nach allen Seiten versperrt ist. Will man bas Land durchqueren, so muß man bei einer Strecke von ungefähr 1 Kilometer 50 solcher Wälle übersteigen, denn es gibt keine Tore. Dazu gehört die Geschicklichkeit einer einheimischen Ziege. Die Eingeborenen benutzen für ben Fischfang ein Boot, da, mit grobem Leder und Leinen- DerReichsstatthalter inHeffen 1. Bett.: D i e n st st u n b e n. Für das Büro bei Reichsstatthaltcrs wirb ab 1. November 1933 bie durchgehende Arbeitszeit eingeführt. Dienststundenr 8 bis 16 Uhr, Samstag 8 bis 13 Uhr. 2. Belt. Schriftverkehr. Sämtliche Zuschriften sind, wenn sie nicht an ben Reichsstatthalter persönlich gerichtet werben, mit ber Aufschrift „An den Reichsstatthalter in Hessen, Darmstadt. Reckarslraße?" zu versehen. Die Zusammenfassung des gesamten Schriftverkehrs beim Leiter bes Büros, Regierungsrat Reiner, läßt es nicht zu, daß Schriftstücks aller Art an bie persönliche Anschrift des Referenten gerichtet werben. 3. Rücksprachen mit dem Reichsstatthaller sind nur nach vorangegangener Anmeldung und unter Angabe des Grundes möglich. — Aus bem Stabttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, pünktlich 19.30 Uhr, Wiederholung ber Operette: „Wiener Blut" von Johann Strauß: Leitung: Wrebe, C u j 6, Bäulke. Operetten-Preise. Enbe: 22 Uhr. — Freitag, 10. November, 6. Vorstellung im Freitag-Abonnement, zu gewöhnlichen Preisen bas Zeitstück unb Segelflieger-Schauspiel: „Am Himmel Europas" von Schwen- zen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus. Enbe: 22.15 Uhr. Am Wahlfonntag, 12. November, startet im Stabttheater, 19 Uhr, ein „Bunter Abenb", heften Programm nach Wolfgang Kühnes unb Paul Nierens Ansage aus Kunterbunt unb Vielerlei besteht. Um bie Theaterbesucher über die Wahlergebnisse fortlaufend zu unterrichten, werben währenb ber Veranstaltung bie Wahlresultate betomü- gegeben. Die Veranstaltung ist außer Abonnement unb zu Preisen von 0,50 bis 1,50 Mark. Enbe: 22 Uhr. * ** Po st Personalien. In den Ruhestand treten: Postbirektor Vogt in Gießen, bie Oberpostsekretäre Buchwalb m Friebberg unb Rein- i) a r b t in Bab-Nauheim, bie Oberpostschafsner Mölich in Butzbach unb Wöll in Nibba. — Versetzt sinb: Postbirektor Graefe von Singen (Ems) nach Gießen, Telegraphenwerkführer Boßler von Gießen nach Darmstadt, bie Postschaffner B u ß von Ober-Ramstabt nach Butzbach unb Spitzley"von Ober-Wibbersheim nach Nibba, bie PostaMentln- nen Karoline Arras von Mainz nach Alsfelb und Elisabeth S ch r o p p von Alsfeld nach Darmstadt. — Angenommen wurden als Postanwärter ber Versorgungsanwärter Fritz Auberer in Gießen, als Postschaffner auf Probe ber Versorgungsanwärter Julius Fischer in Friebberg.' ** Golbene Hochzeit. In geistiger unb körperlicher Frische feiert ber frühere Hausmeister der Pestalozzischule Wilhelm D e ch e r t mit seiner Ehefrau Maria, geb. Leinweber, Lahnstraße 3, am Donnerstag, 9. November, das Fest ber golbenen Hochzeit. Möge bem Jubelpaare ein gesegneter Lebensabend beschieden fein. ** Die Sprechstunden beim Kreis« schulamt Gießen fallen am morgigen Donnerstag, 9. November, aus. ** Straßensperre. Wegen ber Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wirb bie Provinzial- «straße „Gießen—Watzenborn", Ortsburchfahrt Watzenborn (Bahnhofstraße), für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Steinberg und Grüningen. ** Geschäftsübernahme. Das seit 1886 hier bestehenbe Kaufhaus Elsoffer in ber Marktstraße ist nach bem Ausscheiben bes bisherigen Inhabers auf bie Herren Lauer & Wöll übergegangen. Die neuen Geschäftsinhaber wollen bas Geschäft vollkommen umstellen unb spezialisieren. ** Dichterabend Mathias Claudius unb Paul Ernst. Der Deutsche Hanblungsgehil- fen-Verbanb hatte im Rahmen feiner allgemeinbil- benben Veranstaltungen am Montag zu einem Didjterabenb in ben Saal bes Stubentenheimes entlud) oertleibet ist unb so zerbrechlich aussieht, daß ber Frembe sich fürchtet, sich hineinzusetzen. Sie erweisen sich bann aber als tüchtige Fahrzeuge, die den Launen des Meeres gut widerstehen. Auf bem Land ist ber Maulesel bas Hauptoerkehrsmittel. Die Arran-Jnseln haben den seltenen herben Reiz nordischer Landschaft. Sie sind noch umwittert von den Sagen der ersten seefahrenden Vorväter unserer Geschichte unb haben sich bis heute in ihren steinernen Zeugen bie einsame Größe bes nordischen Menschen bewahrt. Zeitschriften. — Immer neues Wissen, neue Anregung unb Freude bringt bie Monatsschrift „Neues Volk", Blätter bes Aufklärungsamts für Bevölkerungspolitik unb Rassenpflege, beffen Novemberheft uns vorliegt. Die vorzüglichen, im besten Sinne volktümlich gehaltenen Beiträge erster Autoren führen uns im Verein mit etwa 40 in ihrer Art ganz seltenen, höchst einbring- lichen Silbern in eine überraschenb neue Welt von Erkenntnissen. Daß Deutfdjlanbs Fortbestanb burch Geburtenrückgang unb rassischen Niebergang bebroht ist, zeigen Bild unb Schrift in bezwingender Weise; aber auch, welche herrlichen Güter an Gesundheit unb Kraft in bemfelben Volk liegen, welcher Reichtum an unerfüllten Möglichkeiten völkischen Lebens noch seiner Erweckung harrt. Unb wir sehen mit Freube, welche schöne Ueberlieferung alter Sitten heute zu neuen Ehren aufersteht, erkennen, welche ungeheure Kraft im gefunben Erbstrom alter Geschlechter, bie bie Verbunbenheit mit ber heiligen Scholle als völkisches Erbe ber Väter unb Mütter lebenbig verkörpern, enthalten ist. So bietet „Neues Volk" eine Fülle vielseitiger geistiger Anregung und weist neue Wege in eine schönere beutsche Zukunft. Um bie Verbreitung in allen Volkskreisen zu sichern hat bas Volksaufklärungsamt ben Bezugspreis mit vierteljährlich 75 Pf. niebrig gehalten. Der mit bem Versanb betraute Verlag ber Deutschen Aerzteschaft, Berlin \V 35, Potsdamer Straße 118 b, versendet Probehefte auf Wunsch kostenlos. Oocbfdyulnocbricbten Der ao. Professor an ber Universität Greifs« roalb, ßanbgcridjtsrat Dr. Heinrich Herr- f a 1) r b t, erhielt einen Ruf als Ordinarius für öffentliches Recht, insbesondere allgemeine Staatslehre, an bie Universität Marburg Obecheffen Die Volksabstimmung am 12. Aovember Helft helfen! Volk und Führer sind eine! Diese Tatsache mutz am nächsten Sonntag auch in Oberhessen bei der Volksabstimmung und der Reichstagsmohl überzeugend zum Ausdruck kommen! Wie der deutsche Mana und die deutsche Frau die Frage de, Führer» zur Außenpolitik bei der Volksabstimmung nur mit 3 a beantworten können, so mästen sie auch die Schassung der neuen innerpolitischen Grundlage bei der gleichzeitigen Reichslagswahl durch Eintreten f ü r die Liste der NSDAP, bejahen! Vie Parole für den 12. November heiht für alle: Fede Stimme nur Jo! erhalten. Kreisfunkwarte, Ortsfunkwart« und Betriebsfunkwarte fordern sofort die notwendigen Geräte und Anlagen bei den Rundfunkhändlern und Rundfun kinstallateuren an. Spenden für die AG.« Dolkswohlsahrt werden eingezahlt auf Konto Rr. 4513 NS -Dolkswohlsahrt des Kreises Gletzen bei der Bezirkssparkasse Dietzen. Schulfeiern zur Volksabstimmung und Reichstagsneuwahl. Wetterfeld 33,60 Mk. Da» Ergebnis ist ein mehr» aches gegenüber dem ersten Eintopfsonntag. — Am 15. November ist die Abhaltung eine» Nutz - und Zuchtoiehmarkte» in unserer Stadt vorge» ehen. § Ulrichstein, 7. Noo. 3n dem festlich ge- chmückten Saale des zu neuer Ehre gekommenen Dorwerk» sprach am Samstagabend Pg. Ott au» Nieder-Fngelheim über die Bedeutung der Abstimmung am 12. November. Zahlreiche Einwohner der umliegenden Dörfer hatten sich mit den Einheimi- chen zu einer seierlichen Kundgebung vereinigt, die bewies, dah die Vogelsberger in aller Treue zu dem Führer und zur Politik de» neuen Reiches stehen — Die Kartoffelsammlung ür das Winterhilfswerk hatte ein erfreuliches Erlebnis. lieber 400 Zentner konnten von der hiestgen Ortsgruppe zum Versand gebracht werden. I! Ober-Schmitten, 6. Roo. Der hiesige K r i e g e r v e r e i n , der in den letzten Monaten auf das Doppelte seine» Bestandes angewachsen ist und jetzt über 60 Mitglieder zählt, hielt gestern eine stark besucht- Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Lehrer 3. Diehl, sprach über die Bedeutung des 12. November und bezeichnete e» als Ehrenpflicht für jeden Frontkämpfer und Karne- vor dem Verhungern schützen sollten. Mochte er von der öffentlichen -and in den Mund leben, so gut und so schlecht er es fertig brachte. Das ließ man Aufgabe eines Staates sein, der mit seiner eigenen Tasche taschenspielerte. Jener Geist mutz wieder Gemeingut aller werden, der den letzten Bissen mit dem Kameraden teilte, weil er in ihm den Bruder sah, der auf Gedeih und verderb zu ihm hielt. Weil sie alle die Söhne jener großen Mutter waren, deren Leben und Sicherheit sie mit ihren Leibern und ihrem Leben schirmten. Wie sich die Heimat damals auf sie verlassen konnte, so sollen sie sich jetzt in der Heimat und von der Heimat nicht verlassen fühlen, die allein Hott und Hoffnung zu geben vermag. weder die Alten sollen hungern und darben, die vielleicht ein langes und arbeitsreiches Leben in dem Dienst de» volksganzen verbracht und verbraucht haben, gleichgültig mit welchen Kräften und an welchem Platze, noch sollen jene darben und frieren müssen, die in den besten Wannesjahren unverschuldet Hand und Hirn untätig durch ihre Tage schleppen. Die kommenden Generationen sollen einst mit immer wachem und anspornendem Wisten von uns sagen können, dah wir Heutigen ein Volk von Brüdern waren, in dem einer für alle und alle für einen einstanden, drinnen, wie es draußen ge- I wesen war Darum. Helft helfen! Damll un, 1 unser aller Reich werdet alle Lehrkräfte gemeinsam der Uebertragung der Rede u nie res Dolkskanzlers aus einem Berliner Werk beizuwohnen. (Der Vormittagsunterricht ist entsprechend zu kürzen.) 3m An- schlug daran findet eine Feierstunde statt, die ein Erlebnis für die Schulgemeinde sein soll, und in welcher auf die Bedeutung der Volksabstimmung und Reichstagsneuwahl durch einen ober mehrere Redner hinzuweisen ist. Wirkungsvolle Sprechchöre, Gedichte, Lieder usw. sind einzuschalten. Die Aus- gestaltung der Feier bleibt den örtlichen und politi- sehen Leitungen und nach Maßgabe der räumlichen und Witterungsverhältnisse überlassen. Nach Möglichkeit ist die Feier jedoch im Freien zu begehen, wobei die Fahnen und Symbole des neuenStaates und die Schul- und Klastenwim- pel mitzuführen sind. Eltern, Geistliche und Ortsvertreter können eingeladen werden roden, sich mit einem einmütigen „3 a“ hinter d i e Reichsreaierung und ihren Führer zu stellen. 21m Totensonntag ist gemeinsamer Kirchgang, wobei ein Kranz an der Ehrentafel der Gefallenen niedergelegt werden soll. Frhr. von Münchhausen - Darmstadt wird Ende November einen Lichtbilderoortrag über die „Kämpfe im Westen“ halten. 3m Lause des Winters soll ein Schieb st and errichtet werden, der auch von anderen örtlichen Formationen benutzt werden kann. Ein dreigliedriger Ausschuß wird über die Platzfrage beraten und geeignete Vorschläge machen. Die Monatsversanim- langen werden au» technischen Gründen auf den ersten Sonntag im Monat verlegt. Anschließend an den geschäftlichen Teil hielt der 1. Vorsitzende einen ausführlichen Dorttag über „Polen im Lichte des Weltkrieges“. Vaterländische Kampf- und Soldatenlieder gaben der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. •Steinberg, 7. Nov. Vor einigen Tagen konnte unsere Zelle ihre erste größere Kundgebung für den bevor st ehenden Volksentscheid durchführen. Der Redner de» Abend», Pg. L a m p o s • Büdingen, hob hervor, dah der Nationalsozialismus gerade noch zur rechten Zeit gekommen fei, um Deutschland vor dem Untergang zu retten Ausführlich behandelte er die Außenpolitik und rechtfertigte die Haltung Deutschlands in Genf. Mit einem Appell an die Volksgenossen, sich a m 12. November w i e ein Mann hinter den Führer im Kampfe für Öhre, Frieden und Brot zu stellen, schloß die Kundgebung, die für alle Teilnehmer ein großes Erlebnis war. Preubea Ärcie Wetzlar < Wißmar, 5. Nov. Die Sammlung für da» Winterhilfswerk (Eintopfgericht) ergab in . unserem Ort den ansehnlichen Betrag von 161,95 Mk. im Oktober und 145,85 Mk. im November. — Mit der Verteilung von Kartoffeln und Käse an Bedürftige wurde in unserem Orte bereite begonnen. Die Verteilung der anderen Lebensmittel, Brennmaterialien und sonstige Gegenstände wird nach und nach durchgeführt p. Bieber, 7. Noo. Für die hiesige NSDAP.» und die NSBO.-Leitung wurde eine g e - meinschaftliche G e s ch ä f t»st e l l e eingerid). Liebigsttaße 86 I. Dorthin sind olle Anfragen sowie Anforderungen für Autos zu richten, um nicht gehfähige Personen zur Wahlurne zu bringen. Der OG. Giehen-Süd sind die Wahlbezirke 7, 8, 9 und 10 unterstellt, die die Stadtteile südlich der Gelnhäuser Bahn, sowie die gesamte Liebigsttaße, Frankfurter Straße und ausnahmsweise di« Ludwig- sttaße und den Ludwigsplatz umfasien. Jeder Nationalsozialist hat um 12 Uhr gewählt, um uns den Schlepperdienst zu erleichtern. Robert Ewald, Propagandoleiter. Weibliche Angestellte wollen den Führer hören. Der Verband der weiblichen Angestellten, Ortsgruppe Gießen, möchte allen seinen Mitgliedern, die keine Gelegenheit haben, die Rede unseres Führers am Freitag, 10. November, von 13 bi» 14 Uhr, mit anhören au können, eine solche Möglichkeit bieten. Diese Kolleginnen werden gebeten, sich um 12.30 Uhr in der Geschäfts- stelle der Ortsgruppe einzufinden, damit gemeinfam ein Lokal aufgesucht wird. Wir alle wollen mit Hitler eintreten für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung! Es darf daher kein Mitglied des VWA. diesen Appell des Kanzlers versäumen. Man beachte die heutige Anzeige. An alle Kreis», Orts» und Betriebs« funlwarte. Für den Rundfunkempfang der Füh- rerrebe in den Betrieben am Freitag, 10. Nov., 13 Uhr, stellen alle Rundfunkhändler und Rundfunk- inftallateure ihre betriebsfähigen Funkgeräte zur Verfügung. Die Leihgebühr betraut einheitlich 12 Mark. 3n diesen Preis sind die Kosten für Aus- und Abbau der Anlage und Material einbegriffen. Nur bei Verstärkeranlagen größeren Umfang» (mehr als 3 Watt) müssen die Mehrkosten besonder« berechnet werden. Die Funkhändler und 3nstalla» teure haben Anweisungen von ihren Verbänden dem König und dem Präsidenten (,£« Könia ttn Gefängni?). Zwei novellistische Dichtungen C-Ste Geliebte des Königs“ und „Der 2ager und der Wilderer“) beschlossen den Abend, der allen Teil- nehmern zu einem feinen Erlebnis wurde. Den Herren Nieren und Geiger wurde für die vollendet künstlerische Art des Dorttags dankbare Anerkennung zuteil. Amtsgericht Gießen. Dem in E r d a (Är. Wetzlar) wohnhasten'hölzhänd. [er Ludwig Gros wurde zur Last gelegt, an drei Zeugen in Gießen je 5 Zentner Holz verkauft und durchschnittlich */» des Gewichts zu wenig geliefert zu Haden. Nach der gestrigen Beweisaufnahme konnte es keinem Zweifel unterliegen, daß der Angeklagte den Betrug gekannt hatte. Erst auf Anruf eines der Zeugen wurde das zuviel gezahtte Gell) zurückoergütet. Der Amtsanwall beantragte roegen Betrugs im Rückfall — G. ist schon wegen Betrugs und sonstiger Eigentumsdelikte mehrfach vorbestraft — 1 3ahr 2 Monate Zuchthaus. Das Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Umstände — der Angeklagte hat eine große Familie — auf 6 Monate Gefängnis. Die Kosten trägt der Angeklagte. geloben. Als Vortragende waren die Herrn Paul Nieren und Gert Geiger, Mitglieder des Stadttheaters, gewonnen worden. Paul Nieren machte in einleitenden Bemerkungen zunächst mit der Person des Dichters Mathias Claudius bekannt und schilderte in knappst..'. Umrissen das Leben und das Werk des bedeutenden Mannes. Sodann hörte man eine Reihe von Gedichten, u a. bas empfindsame „Abendlieb“, bas vaterländische „Mein Neujahrslieb“ und das „ßieb Hinterm Ofen zu fingen", das in lebendiger Weise den Winter barstelll und bas Verhältnis ber Menschen zu ihm. Weiter hörte man bas büstere „Äriegslieb“, bas fröhliche „Rheinweinlieb“ unb das „Schlußlieb“. Don starker Eigenart waren die oorgettagenen Fabeln Die beiden Herren teilten sich in den Dorttag der Gedichte unb vermittelten durch die sorgfältige unb verständnisvolle Wiedergabe ben ganzen Reichtum, ber in biesen Gebichten lebt Don Paul Ernst hörte man, ebenfalls nach kurzer Einführung in ba» Wesen unb bie Persönlichkeit bes Dichters, zwei Proben ber „Erbachten Gespräche“, unb zwar zunächst bas ttesinnerliche Gespräch bes sterbenden Schiller mll feinem Freunde Boß („Ende des Lebens“), dann das aufrütielnbe Gespräch zwischen HauSeinffurz in Nieber-Weisel. Liu Toter, zwei Verletzte. • Nieder-Weisel, 7. Nov. Gestern gegen 16.45 Uhr ereignete sich in unserem Orte ein s ch w e - rer Unfall. (Eine Anzahl Arbeiter zweier htesi- 8er Firmen war damit beschäftigt, bas Haus des [rbeiter» Orth zum Zwecke einer gründlichen Untermauerung mll Hilfe von 14 Hebegeschirren zu heben. Das Haus mar auch gut abgestützt worden, o daß man nach menschlichem Ermessen alle Sicher- Heilsmaßnahmen getroffen hatte, die zu treffen waren. Beim Anheben ftür31e das Haus ed 0 ch in sich zusammen. Unter den Stein» massen wurden zunächst fünf Arbeiter begraben, deren zwei sich jedoch befreien konnten, ohne betontere Verletzungen zu erleiden. Dagegen konnte ter Landwirt und Hilfsarbeiter Karl H i l b e b r a n b t, ter ebenfalls unter die Trümmer geraten mar, nur noch als Leiche geborgen merben. Die Arbeiter Heinrich 3u ng von Hausen bei Butzbach unb Heinr. Maas von Nieter-Weisel erlitten leichtere Verletzungen. Heinrich 3 u n g mutzt« in bas Krankenhaus von Nieber-Weisel gebracht werben. Die Genbar- merie unb bie Staatsanwall, bie sich an ter Unfall stelle eingefunben hatten, nahmen die notwendigen Ermittlungen auf. Di« Aufräumungsarbeiten sind im Gange. Landkreis Gietzerr. X W i e f e ck, 7. Nov. Am 9. November feiern Gastwirt Friedrich Bellos und feine Ehefrau (Hi- fadeth, geb. Völzel bas Fest ber s i 1 b e r n e n H 0 ch- zeit. $ Alten-Buseck, 7. Noo. Die Sammlung fürbieWinternothilfein unserer Gemeinte ergab 220 Zentner Kartoffeln, 129 Wäschestücke, 67 Kleidungsstücke, 50 Paar Strümpfe unb 8 Paar Schuhe. Das Ergebnis an Getreide steht noch au». Der gesammelte Ueberschuß aus dem Eintopfgericht vom vergangenen Sonntag betrug 64 Mk. - Heuchelheim, 7.Noo. Der Gefangner- ein .Liederkranz“ hielt41m Sonntagabend in der Turnhalle einen Deutschen Abend ab, ter sehr guten Besuch zu verzeichnen hatte. Die unter Leitung des Chormeisters G e r n a n b t (Gießen) oorgettagenen Chöre legten Zeugnis ab von ber Hohe bes Kennens, auf ber sich der Verein mit feinem tadellos geschulten Material befindet. Zwei flott gespielte Thaterstücke unb andere Darbietungen unterhielten die Zuschauer aufs beste. Der lieber- schuß des Abends fließt dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zu. rGroßen-Linben,7. Nov. Der Gesangverein „Germania“ veranstaltete am Sonntag in der Gastwirtschaft Schaum einen D 01 k s (i e • berabenb mitK 0 nzert zum Besten ter NS.- Dolkswohlsahrt. Die Leitung log in Händen des bewährten Dereinsdirigenten, Mustklehrer Blaß (@ie- ßen). Die Musikkapelle leitete den Abend ein Sodann brachte ber Chor des Vereins einige Lieder, vom einfachsten Volkslied bis zum schwierigsten Kunstchor, vozüglich Ku Gehör. Musik füllte die Bauten. — Der Hessische Landesverein für Inner« Mission (Darmstadt) veranstaltete in unserer Kirche einen Fllmvorttag au» ter Hambur- ger Brunnenftube ter Inneren Mission. Unter dem Titel „100 Jahre Rauhes Haus“ sah man Bitter, die das Lebenswerk Wichems in erschöpfender Form umriffen. * Lich, 7.Nov. Der Roth sche Männerchor hiell am Sonntag bei vollbesetztem Haufe in Steins Saalbau seine diesjährige Winterveranstattung ab Aufgeführt wurde ein nationalistische» Spiel in drei Akten „Feuer über Deutschland“. Unter der bewährten Leitung bes Herrn Kambeltz würbe bas Stück mit großer Sicherheit unb beachtlichen Leistungen ber einzelnen Mitwirkenben zu Ende geführt. Der tiefe Sinn dieses Stücks, ber gerate in ter jetzigen Zeit von jetem einzelnen Volksgenossen vor- behaltlos anerkannt werten muh, perbient noch einmal desonbers erwähnt zu werden. Bei den einzelnen Handlungen wird in guter Weise versinnbildlicht, wie jeder deutsche Volksgenosse fein muß bzw. wie er nicht sein darf. Gerade wegen der bevorstehen, den großen Entscheidungen des deutschen Volks hat dieses Stück auf jeden Zuschauer tiefsten Eindruck gemacht. Reicher Beifall belohnte die Mitwirkenben für ihre schönen Leistungen. Gut gesungene Chöre bes Roth'schen Männerchors unter ber bewährten Leitung seines Chormeisters, Lehrer Stein, umrahmten bie Feier. > Hungen, 7. Nov. Die am Sonntag durchgeführte Sammlung 0 0 mEint 0 pfgeridjt der Ortsgruppe Hungen mit den Zetten Langd, Langsdorf, Nonnenroth. Röthges und Villingen brachte das ansehnliche Ergebnis non 389,25 Mark. 0 Göbelnrod, 7. Nov. Dieser Tage fand im Saale des Gastwirts Schultheiß eine gut besuchte Kundgebung statt, die von Ortsgruppenleiter Spengler (Grünberg) geleitet wurde. Zu Beginn der Veranstaltung marschierten bie Fahnen- aborbnunaen unb eine SA.-Abteilung in ben Saal ein. Als Rebner kennzeichnete Pg. Jung (Gießen) die Ziele bes Nationalsozialismus, zeigte, welche Arbeit bie Regierung seit ber Machtübernahme schon geleistet habe, um bann auf ben Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund unb den 12. November zu sprechen zu kommen. Seine Aus- führunaen wurden mit großem Beifall aufgenommen Mit einem Sieg-Heil! auf ben Führer, dem Horst-Wesiel-Lied und bem Deutschlandlied wurde bie Kundgebung geschlossen. — Vor einigen Tagen wurde der alte ft e Einwohner unteres Dorfes, Hch. Römer, zu Grabe getragen. Er hätte in einigen Tagen das 89. Lebensjahr vollendet. jftrr o s clv ll Merlau, 7. Noo. Die NSDAP, veranstaltete dieser Tage hier einen F i l m a b e n b. Die San- besfilrnstelle Hessen zeigte bie brei Filme „Ämter- jähre, Lernjahre“, „Re ich spartet tag 1933 der NSDAP, in Nürnberg“ unb „Der Brand von Moskau“. Nach der Vorführung ber Filme hielt Pg. Leh- rer Müller eine Ansprache, in ber er auf die Be- beutung bes 12. November hinwies. Nach einem drei- fachen „Sieg-Heil!“ auf ben Führer und Kanzler Adolf Hitler schloß bie Kundgebung mit dem Gesang des Deutschland- und be» Horst-Wesiel-Liede». Der Spielmannszug I 254 unb bie Standartenkapelle 116 verschönten die Kunbgebung. Ärcie Schotten. □ Laubach, 7. Nov. Heute erfolgte die erste Ablieferung von Kartoffeln für bas Winterhilfswerk. Es tarnen 209 Zentner zur Ber- labung, die von ber Stadt Laubach unb zum Teil von Gonterskirchen unb Wetterfeld aufgebracht wor- ben waren. — Die Eintopfspende am 5. No- nember war für unsere Ortsgruppe ein guter Erfolg. Der Spenbenbetraq belief sich auf insgesamt 291.95 Mt Hiervon entfielen auf Laubach 178,35 Mk., Gonterskirchen 31 Mk., Ruppertsburg 49 Mk. unb «mWahltag befindet sich da»Haupt-Partei- nrnnrntauateuren an Wahllokal der OG. Gießen - Süd im runnmtauateuren an. „Graf Zeppe 1 in“, Besitzer G Laichinger, Wil- Frankfurt a. M., 7. November 1933. helmstraße, Telephon 2112, Leiter: Pg. R. Ewald, l Heil Hiller! Wamboldt, Gaufui^wart. Not leiden müssen ist bitter. Unverschuldete Not kann niederdrücken. Unb boch muh jedem einzelnen, der au feiern gezwungen ist, die Kraft und der Glaube erhalten und gestärkt werden, daß halb wieder der lag kommt, an bem er tätiges Glied in ber Kette ist, die in bas Getriebe der Wirtschaft greift und ihr Rad zu feiner vollen Umdrehung bringt. Kasten und ruhen müssen, ist nicht nur körperliche» Bosten, sondern noch schlimmerer seelischer Leerlauf. 3ahresteit und Witterung schränken nun wieder ben Aufenthalt im Freien unb damit bie Möglichkeit der Zerstreuung ein, die das bohrende Grübeln wenig- stens für Stunden verjagen half. Die Kälte nimmt zu und zwingt bie Menschen in langen Abenden in bie vier Wände zurück, in denen unsichtbar die graue Frau Sorge umschleicht. Nun ift die Zell oeran, in ber sich das Bewußtsein der Schicksalsverbundenheit in einer neugeformten Volksgemeinschaft durch die lat beweisen sott. DI« Zeit muh wie ein böser Traum hinter un» liegen, in ter jeder nur fein Ich al» daseinsberechtigt ansah und dementsprechend nur seinen Bartell rücksichtslos wahrnahm. Diese GUcnbogenmoral, erwachsen au» krasser ma- terialistischer Weltanschauung, die den Eigennutz al» einzigen Götzen anbetete, kannte keine Verbunden- beit von Mensch zu Mensch, die da» feste Funda- ment eine» volklichen Zusammenlebens ist. Für sie konnte ber andere Volksgenosse zusehen wie unb woher er bie Brosamen zusammenkratzte, die ihn Ministerialrat Ringshausen hat an die Direktionen ber höheren Schulen, ber gewerblichen Unterrichtsanstalten unb die Kreis- unb Stabtschul- ämter eine Verfügung erlassen, in der es u. a. heißt: Der 12. November 1933 ist von schicksalhafter Bebeutung für Volk unb Vaterland. Der letzte deutsche Volksgenosse muß habet zum Kampf um bie geschlossene Willensäußerung ber Nation anqespornt werden. An der Wucht unseres geeinten Willens, dem Führer xu folgen im Ringen um Gleichberechtigung, Ehre und Frieden muh bas Wollen unserer Gcyner zerschellen. Bei der Vorbereitung dieser geroalligen und eindeutigen nationalen Willensäußerung soll auch die gesamte hessische Schuljugend in Freude und Begeisterung Mitwirken. Da wir uns hierin mit ihr eins wissen, ordnen wir folgendes an: AmFreitag.10. Nooember1933,13Uhr, haben sämtliche Schüler der hessischen Schulen, sowie Wahlberechtigte Achtung! Die Bürgermeisterei veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil die Bekanntmachung über bie Reichs- tagswahl unb Volksabstimmung am Sonntag, 12. November. Alle Wahlberechtigten werben auf biefe wichtige Bekanntmachung hingewiesen. Die Ausstellung von Stimm scheinen kann beim WaHlamt (Stabthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14) nur bis einschließlich Samstag, 11. November 1933, 17 Uhr beantragt wer- ben. Die Ausstellung ist nur möglich, wenn ein Wahlberechtigter am Wahltage aus zwingenben Gründen von Gießen abwesend ist unb auswärts wählen will. Wahlehrenamt ist staatsbürgerliche Ehrenpflicht. Die Stabtoerroaltung weist auf folgendes hin: Für die am 12. November ftattfintenbe Reichstagswahl und Volksabstimmung sind — entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen — Wahlvorstände für Die einzelnen Bezirke, bestehend aus dem Wahlvorsteher, seinem Stellver- tteter, dem Schriftführer und drei bis sechs Beisitzern zu bilden. Das Amt eines Mitgliedes des Wahloorstandes ist ein Ehrenamt unb kann nur bann abgelehnt werten, wenn bie gesetzlichen Bestimmungen bies zulassen. Wiederholt mußte die Wahrnehmung gemacht werten, daß Personen, die zu einem Wahlehrenamt berufen wurden, die Berufung ohne Angabe von stichhaltigen Gründen ablehnten. Cs sei darauf hingewiesen, daß die u n • berechtigte Ablehnung eines Wahlehrenamtes nach bem Wahlgesetz bestraft werten kann. Es muß erwartet werden, daß die zu einem Wahlehrenamt Berufenen sich auf Ihre Pflichten al» Staatsbürger besinnenunb diesen in vollem Umfang nachkommen. Die rechtzeitige Bilbung ber Wahlvorstände, das Erscheinen unb bte Mitwirkung der in den Wahlvorstand berufenen Personen, sowie die genaue Befolgung ber für bie Wahl gültigen Bestimmungen gnb Voraussetzungen für bie Durchführung einer An die Bevölkerung in Gießen * Süd. tet. 3eben Dienstag unb Freitag werten Spredjftun- ben abgehalten. Auch bie Amtswaltersitzungen werten zukünftig in ber zentral gelegenen Geschäftsstelle flammten. < Lützellinden, 7. Noo 3n ber jüngsten Gemeinbeoertretungsitzung beschäftigte man sich mit bem biesjahrigen Holzeinschlag bzw. Holz verkauf. Für den Markwalb hatte eine auswärtige Firma ein Angebot eingereicht. Die Oemeinbeoertretung beschloß, ben Holzanfall au« diesem Distrikt ber Firma zu ihrem Angebot zuzuschlagen unb zwar Fichtenstammholz lk-Klasse 10,20 Mark, Ilb-Klasse 11,20 Mark, Ills-Klasse 12,50 SRarL Sofort nach Ueberweisung bes Holze» soll Barzahlung erfolgen. DillkreiS DBischoffen,7. Nov. Bei ber 6 a m m l u n g vom Eintopfgericht ging ber Befrag von 47,70 Mark ein. — Am hiesigen Bahnhof wurde bie erste Äartoffelfammlung verfrachtet. Von ben Gemeinden Bischoffen, Nieder- unb Ober- welbbach wurden insgesamt 300 Zentner Kartoffeln zum Versand gebracht. DEndbach,6-Nov. Gestern verlor ein Autofahrer am Ausgang be» Dorfe» die Gewalt über den Wagen und fuhr einen Telegraphenmast an. Die 3nsaslen wurden teil» schwer, teils leichter verletzt unb muhten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Da» Auto wurde adgeschleppt. i I ti ö, h 8< K fli Pi fi d n 1 i 1 I Aus dem Reiche -er Frau. Ausgaben undpflWen derRatio- nalsozialistlschen Srauenschast. Don Landrat Dr. Krummacher, Reichsletter der NS.-Frauenschaft und Führer des „Deutschen Frauenwerks". Die deutsche Frau gehört in erster Linie ihrer Familie, sei es, daß sie sich als Mutter ihrem Gatten und ihren Kindern zu widmen hat, sei es, daß sie als berufstätige Frau mit ihren Familien» angeyörigen, Eltern und Verwandten die entsprechende Fühlung hat. Abgesehen davon, soll der berufstätigen Frau in der NS.-Frauenschaft eine geistige Heimat geboten und ihr mehr als der verheirateten Frau und Mutter auch Sonderauf- gaben fraulicher Art gestellt werden. Die NS.- Frauenschaft wird der berufstätigen Frau gegenüber allen Stellen der Gesetzgebung und Verwaltung Schutz und Hilfe gewähren müssen und entsprechende Einrichtungen in ihrem Arbeitskreis einschalten. Aus dieser Verpflichtung ergibt sich die Organisierung der Arbeit. Die Hauptaufgabe der NS.- Frauenschaft ist und bleibt die nationalsozia- listische Schulung der deutschen Frau. Diese nationalsozialistische Schulung erfaßt praktisch alle Gebiete fraulichen Lebens und wird diese vom Gesichtspunkt der nationalsozialistischen Staats- und Pflichtauffassung aus gestalten. Innerhalb der NS.- Frauenschaft werben Arbeitsgruppen gebildet, denen die Pflege und die Schulung u. a. auf folgenden Gebieten obliegt: Nationalsozialistische Staatsidee, Rassenkunde, Geschichte, Vorgeschichte, Kindererziehung und Schulwesen, Wohlfahrt, Mütterdienst, Mütterschulung, Wirtschaftskunde und Rechtsberatung, Schutz und Förderung der berufstätigen Frau, Kulturleben des Hauses, Dichtung, Musik, Kunst, Hauswirtschaft, Gesundheitspflege für Frau und Kind, Kleidung, Handarbeiten. Dabei können und müssen alle praktischen Erfahrungen in einzelnen Sachgebieten ausgenützt werden, ohne Rücksicht darauf, ob diese Erfahrungen praktischer Arbeit von Frauen erarbeitet worden sind, die bisher der nationalsozialistischen Weltanschauung nicht zuge- hörten. Es ist also ein Zusammenwirken mit den bestehenden Frauenoerbänden, wi« sie nunmehr im „Deutschen Frauenwerk" organisch zusam- mengefaht sind, notwendig. lieber der Arbeit der NS.-Frauenschaft wird das Wort des Führers stehen: „Es ist schön, die Macht zu haben, es ist noch schöner, die Liebe und das Vertrauen des Volkes zu gewinnen." Die nationalsozialistische Frauenschaft soll unter den deutschen Frauen die Garde Adolf Hitlers sein. Die Garde aber ist eine Mustertruppe, auf die aller Augen sich richten und von der man erwartet, daß sie Vorbildliches leistet. Die Mitglieder der NS.-Frauenschaft haben daher nicht Vorrechte, sonder Vorpflichten. Wie es aber außer der Garde im alten Heer eine Linientruppe gab, die im Weltkrieg an der Front mit größter Tapferkeit und Hingabe ihre Pflicht erfüllte, so gibt es außer der NS.-Frauenschatt noch eine große Zlnzahl von Frauenoerbänden, die in fraulicher Arbeit Großes geleistet haben. Aber all diese Arbeit, so hervorragend sie war, hätte niemals vermocht, Deutschland von der Pest des Bolschewismus zu retten. Es ist unser Führer Adolf Hitler gewesen und mit seinen Gardetruppen sind es auch die Mitglieder der NS.-Frauenschast gewesen, die bei den großen politischen Kämpfen der veraange- nen Jahre Schritt für Schritt Deutschland als Staat erobert haben. Reichsinnenminister Dr. Frick, der Schutzherr der im Deutschen Frauenwerk unter der Führung von Dr. Krummacher geeinten deutschen Frauenverbände, wird darüber wachen, daß den Frauen ihre fraulichen Berufe erhalten bleiben und daß auch der jungen Generation der Frauen, die sich entschließt, in Frauenberufe hineinzugehen, die Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen nicht genommen werden. In Berlin wird auf Grund der von Dr. Krummacher gepflogenen Vorverhandlungen das große Werk des Frauenarbeitsdienstes nach neuen und zwar ganz fraulichen Gesichts- punkten und Bedürfniflen neu organisiert und als- dann im praktischen Leben verwirklicht. Auch in ©erMüiierdienst der deutschen Ration. Don Mara LönnieS. Wenn eine Nation schwerste Erschöpfungszustände Leibes und der Seele überwinden will — dann muß die Frage erhoben werden: Wie haben die Mütter der Nation und die, die die Mütter der Nation werden, die Gefahrenzustände der Erschöpfung und Ueberbürbung mit Kriegsängsten und Not Überstanden? Der Rohstoff der Politik, der Kultur, ist das neugeborene Kind der Mutter. Jeder Plan der Be- völkerungspolttik, der Valksaufartung, der seelischen Wandlung ist nach den Gesetzen des Lebens zuerst immer eine Müttersache. Hier ist das Tor für die Wiedergeburt der Nation. Was die Mütter von heute und morgen an Kraft des Leibes und der Seele besitzen, das besitzt die Nation als sicheren Ackergrund für neue Saat des Lebens, für neue Kraft der kommenden Geschlechter. Die Frage nach den Müttern ist darum eine Frage nach dem Leben der Nation. Der Staat von Weimar stellte diese Frage nicht. Die Begründung dafür liegt klar zu Tage. Führer des Staates, denen die Ehre der Nation unwesentlich für den Aufbau erschien, unwesentlich in der Behauptung ihres Staates unter den V8I- fern der Welt, ' j n n t e n gar nicht aus den Gesetzen der ewigen Ordnung heraus denken. Sie konnten nicht aus wirklich schöpferischen Impulsen handeln, weil sie das ewige Leben durch ihre Untreue dem Erbe gegenüber letzlich verachten. Man entschloß sich wohl dazu, viel Geld für elegante Paläste auszugeben, um die herrschende Macht zu z e i g e n. Man holte für solche Propaganda sogar sehr viel teures Auslandsgeld herein. Man propagierte auch in allen internationalen 3ulatT*^en* fünften das Wort „Genosse". Aber dieses Wort bleibt ohne Lebenskraft. Sie wußten nicht, daß Ge- noffe „Kamerad" im Volk heißen muß. Weil die Führung des Staates dies nicht wußte, war sie aucy nicht fähig, ein Volk aus dem starken Kameradschaftserlebnis eines ungeheuren Krieges m die Blutgenossenschaft eines neu geeinten Volkes au führen. Man kam nicht auf die Idee, daß gerade dem gewaltigen Aufgabengebiet der NS.-Volks- Wohlfahrt sollen und werden die deutschen Frauen nicht als Handlanger, sondern als Träger der Verantwortung mit der ganzen Kraft ihrer Hingabe und Liebe Wirkungsraum haben. Deutsche Kultur wird bleiben, . wenn deutsche Männer bereit sind, dafür zu sterben und wenn deutsche Frauen, als die Mütter und Hüterinnen des kommenden Deutschlands und als Trägerinnen deutschen Volkstums, unserem Vaterland und unfe- rem Führer in unerschütterlicher Treue Gefolgschaft leistem ©er „blaue" Husten Don Dr. meb. (5. p. Mütter. Der Herbst ist die Jahreszeit, in der man so manches kleine Schulmädel beobachten kann, das an der Straßenecke stehenbleiben und husten und husten muß. Das Gesichtchen läuft blau an, die Adern schwellen, Hustenstoß folgt auf Hustenstoh; dazwischen ringt es um Luft mit einem seltsamen kieksen- ben Ziehen: wie im Krampf schüttelt sich der ganze Körper. Doch bald wird der Husten schwächer und schwächer — er hört auf, und das Kind lehnt sich erschöpft ans Gatter mit verquollenen, tränenden Augen. Schon nach ein paar Minuten ist der ganze Vorfall wieder vergessen, und unbekümmert geyt die Kleine weiter. Sv ungefähr geht ein Keuchhustenanfall vor sich, mal kürzer, mal länger dauernd, nicht selten begleitet von Würgen und Erbrechen. Gerade im Herbst pflegt alljährlich der Stickhusten gehäuft auf- zutreten. Bei älteren Kindern verläuft diese höchst an st eckende Krankheit meist, ohne bleibende Schaden zu hinterlassen, äbwohl die Kleinen auch von der — gewöhnlich zehn bis zwölf Wochen dauernden — Erkrankung erheblich mitgenommen wer- den können, zumal wenn die Attacken sich häufen Die Wintermodelle haben letzt ihren Einzug gehalten, und es läßt sich nach den Neuschöpfungen der Mode, auch ohne viel Prophetie erraten, was in der Hauptsache Gnade vor den Augen unserer Frauen finden wird. In der kalten Jahreszeit hat der Mantel Anspruch auf erhöhte Aufmerksamkeit. Neu find die dreiviertellangen Mäntel, die meistens aus einem zum Kleide passenden Gewebe hergestellt werden. Ein solcher Mantel ist sehr hübsch und wirkt modern. Das ist gewiß. Da aber die wenigsten von unseren lieben Mitschwestern den Mantel nur zu einem bestimmten Kleid tragen werden, ist vor der Anschaffung genau zu überlegen, ob man sich nicht lieber zu einem langen, losen Mantel entschließen will. Er hat eine sportliche Note, ist aus einem der hübschen Woll- stosse hergestellt, aus gerauhtem Gewebe, aus Noppen- und Rippenstoff, aus Rindenjersey oder einem in sich gemusterten Wollmaterial. Taschen und große Knöpfe sind für die neue Mode charakteristisch. Der Gurt fällt bei diesen losen Mänteln fort, was der Trägerin sehr gut steht. Als Aufputz Pelz. Ueberall sehen wir kleine Pelzeffekte, aber immer ist der P e l z s p a r s a m a e s e tz t. Der Kragen hat entweder eine Pelzverbrämung ober er besteht ganz und gar aus Fell, geht rings um den Hals und wird seitlich geschlossen. An den Schultern dienen flach gesetzte Pelzstteifen der Verbreiterung der Linie, und an den Aermeln sehen wir einen Pelzstreifen ober einen kleinen Tupfer, der zuweilen oben am Oberarm angebracht ist, und wie zufällig hingewischt wirkt. Als Farben sind braune, graue, rnoos- und russischgrüne Töne aus- ersehen. Alle warmen Klänge werben in den Vordergrund gerückt, alle harten scheiden aus. Pelzverb r'ämungen aus Karakul, Nutria, Biberette, Fuchs, P"rfianer, neuerdings wieder Seal und das kleidsame Fehpelzwerk, bekommen zur Un- unb von stürmischem Erbrechen begleitet sind. Weit bedenklicher ist es schon, wenn der Keuchhusten im zartesten Alter auftritt. Fallen doch alljährlich viele Tausende von blühenden Kinderleben dem „blauen" Husten zum Opfer. Nicht immer äußert sich der Keuchhusten in heftigen Hustenanfällen, mitunter tritt er auch in Form eines anscheinend gewöhnlichen, aber andauernden und hartnäckigen Hustens auf. Wenn also in dieser Jahreszeit der Husten eines Kindes gar nicht weichen will, dann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und feststellen zu lassen, ob nicht doch ein Stickhusten vorliegt. Groß ist die Zahl der gegen diese Krankheit empfohlenen Mittel, und Aufgabe des Arztes ist es, das eine ober andere Medikament, die eine ober andere Heilmethode zu versuchen. Stets werden jedoch hygienisch-diätetische Maßnahmen zweckmäßig sein. Keine trockene und trümmllge Kost, damit nicht Hustenanfälle ausgelöst werden! Höchst wichtig die Sarge für viel frische Luft! Möglichst bas Kinb ben ganzen Tag über im Freien lassen! Nachts soll an wärmeren *Tagen das Fenster im Schlafzimmer «im Nebenraum geöffnet sein. In vielen Fällen uch ein Milieuwechsel außerordentlich zweckmäßig: Verschickung des Kindes aufs Land ober an die See ober zu den Großeltern ober zu einer Tante. Eine der wichtigsten Aufgaben der Eltern ist es, das Kind nach Anweisung des Arztes zur S e l b ft - beherrschung zu erziehen. Die Kinder müssen lernen, den Husten weitgehend zu unterdrücken und sich bei Brechreiz selbst ben Kopf zu halten. Je we- niger Aufhebens Die Umgebung von ben Anfällen macht, befto schneller wirb die Krankheit vorübergehen. Wenn die Eltern ängstlich sind, bann kommt es gerade bei nervösen Kindern sehr leicht vor, daß die Anfälle noch Wochen und Monate anhalten, wenn der eigentliche Keuchhusten schon längst abgc- t hin gen ist. In solchen Fällen ist die Verschickung terstlltzung ihrer Wirksamkeit einen Muff aus dem gleichen Pelz. Er ist sehr zierlich, tonnenartia, nur um die Hände mit den Fingerspitzen hineinzustecken. Besonders nett sieht ein Muff zu dem sehr in Aufnahme gekommenen Jackenkleid aus, das auch für den Winter in reizenden Ausführungen erschie- nen ist. Als Neuheit läßt sich die pelzgefütterte Schoßjacke nennen. Aeußerlich ist sie dem Kostümrock angegltchen, besteht aus demselben Stoff. Innerlich aber hat sie ihre verborgenen Vorzüge in Gestalt eines netten Pelzfutters. Es ist so gearbeitet, daß seine Reverse und sein Kragen über die schmucklose Jacke fallen und gleichzeitig die Ver- orämung barstellen. Die praktische Sette der neuen Mode bevorzugt doppelte Verwendbarkeit. Jacken aus Wollstoff und pelzgefütterte Jacken können nämlich auf Deinen Seiten getragen werden. Man dreht sie um, und auf diese Weise hat man wieder ein anderes Kostüm. Bei Jackenkleidern ist die Zusammenstellung von tarierten Kostümen gern gesehen, die eine graue ober schwarze Abseite aufweisen. Mit Jacke — gleichviel, ob sie Pelzfutter hat ober nicht, ist auch das sportliche Kleid für ben ganzen Tag zu tragen. Schöne Wollstoffe in neuen Ausführungen mit gewellter, gerauhter Oberfläche. Das Sportkleid hat einen neuen Stil gefunden, ist einfach, viel fraulicher durch die Verarbeitung im Ganzen ober durch die Kasackform. Am Halse schließt es hoch, es hat eingeschnittene Taschen, Knöpfe und verbreiterte Schulterlinien. Zuweilen sind auch breite Blenden angebracht, um den Aermelansatz zu verdecken. Als Hauptfarben gelten brombeerbraun, blau mit einem Schein ins Rötliche, braun mit einem rostfarbenen Schimmer, grün in vielen Schattierungen. Moosgrün, russisch- unb resedagrün sind kleidsame Farbtöne. des Kindes in eine vernünftige Umgebung das sicherste Mittel zur Heilung. Sind jüngere Geschwister vorhanden, so muß bas keuchhustenkranke Kinb adgesonbert bzw. aus dem Hause gebracht werden: oder aber die Geschwister sind anderweitig unterzubringen. Kein keuchhustenkrankes Kind bars die Schule be- suchen, denn erstens ist der Stickhusten sehr ansteckend: außerdem jedoch lost der Anblick der Keuchhustenanfälle nicht selten bei gesunden Kindern eine wahre Hustenepidemie aus, die auf „seelische" Ansteckung zurückzuführen ist. Die deutsche Frau in der EinheiiSstont des i2.Aoveniber. Aufrufe des Deutschen Frauenwerks. Paula S i b e r, die Referentin für Frauenfragen im Reichsministerium des Innern und fteUoertre- tende Führerin des Deutschen Frauenwerkes, erläßt einen Aufruf an die deutschen Frauen, in dem es u. a. heißt: Die Abstimmung am 12. November wird und muß der ganzen Welt die unlöslich» Geschlossenheit von Volk und Regierung beweisen. Wir alle haben den Entschluß unseres Führers, aus dem Völkerbünde auszutreten, als befreiende Tat begrüßt. Deutschland hat ben Kampf um seine elementarsten Lebensrecht» aufgenommen: ben Kampf um Frieben unb Brot. Nie war ein Volk von ehrlicherem Frie- benswillen beseelt als das deutsche, nie hat eine Regierung sichehrllcherumArbeitunb Brot gemüht als die nationalsozialistische, nie hat ein Staatsmann einen heroischeren Kampf für sein Land geführt als Adolf Hitler. In diesen acht Monaten hat die Regierung bewiesen, daß alle ihre Maßnahmen a u s s ch l i e ß - lich von der hohen Verantwortung der Volksgemeinschaft getragen sind. Gerade auf dem ureigensten Gebiete der Frau liegen ihre vornehmsten Hochziele: die Erhaltung der Fi- milie, besondere Erleichterungen für Kinderreiche, Schutz unb Pflege der Mutter, ohne dabei das Recht der unverheirateten Frau auf Arbeit und Beruf irgendwie zu verneinen. Eine tiefere Verwurzelung von Frau und Volkstum, eine größere, verantwortlichere Anerkennung und Verpflichtung wie die des nationalsozialistischen Staates zur Frau kennt sonst kein Volk. Keine andere Weltanschauung baut oen Begriff „Volk" und „Voltsge- meinschaft" so auf der Familie auf, wie der Ratio- nalsozialismus. Deutsche Frauen! — Wir stehen wieder an einem Wendepunkt unserer Geschichte. Es darf in diesem heroischen Kampfe der Regierung kein Mißverstehen, keine Gleichgültigkeit irgendeines Volksgenossen geben. Es darf auch keinen Frauen- gebanken geben, ber gegenüber bem elementarsten Volksrecht auf Leben, Ehre, Arbeit und Freiheit für sich ein Einzelrecht beansprucht. Die deutsche Frau als Hüterin von Jugend und Familie, als Mut- ter ihrer Kinder, als gleichwertige, aleichoerpflichtete Volksgenossin, muß wissen, daß sie Verrat an ihrem Volke begeht, wenn sie in dieser Stunde sich nicht zu seiner Führung bekennt. Jede einzige Eurer Stimmen ist wichtig! Jede einzige deutsche Frau gehört am 12. November an die Wahlurne! Es geht um die deutsche Familie, die deutsche Arbeit, die deutsche Ehreil Der Führer des Deutschen Frauenwerkes und Reichsführer der NS.-Frauenfchaft, Landrat Dr. Krummacher, erläßt ebenfalls einen Aufruf an die deutschen Frauen, in dem es u. a. heißt: Es ist immer eine Forderung des Nationalsozialismus gewesen und unser Führer Adolf Hitler hat es wiederholt im vergangenen Jahrzehnt und schon vorher ausgesprochen, daß die Voraussetzung für den Wiederaufstieg Deutschlands die Wiederher- stellungderdeutschen Ehre in derWelt und damit der deutschen Gleichberechtigung ist. Der Kampf unserer Regierung und unseres Dolkskanzlers geht um diese Gleichberechtigung und einen ehrlichen Frieden, die beiden Grundpfeiler für den Aufbau des neuen Deutschen Reiches auf nationalsozialistischer Weltanschauung. Die Bedro- iiung des Friedens durch Millonenheere, stärker, als ie je vor bem Weltkriege in Europa gestanden iahen, durch Bombengeschwader, Giftgase, Tanks, schwere Kanonen in tausenden von Stücken, wie ■WMSHeHseaeeeeeeeMeeEeMieÄeeeeeeeeeeeeee Eindrücke von der neuen Mnlermode. Dreiviertellange Mäntel. - Lose Formen. - Sparsamer Pelzbesatz. - Sportliche Wollkleider für den ganzen Tag. Don Ehristalore. in ber Not der Existenzbedrohuna jedes Volk in tiefster Seele zu einem Stolz auf das gebliebene Erbe, zu einem Glauben unb zu einem Willen unb damit zu neuer Auferstehungskraft geeint fein will. Und genau so wenig kam man auf die Idee, daß Mütter im Volk bas Erbe hüten unb von allen behütet werden müssen, wenn die Nation nicht untergeben soll. Die Staatsführung von gestern konnte die Gestalt der Mutter im Volk mcht entdecken. Aber das Gewissen der Mütter war wach. Was der Staat nicht tat, das schufen die Mütter selbst. Ihre Treue zum Erbe des Glaubens unb des Blutes schuf einen Dienst für die Mütter. Das Mütterdienstwerk der Deutschen Evangelischen Kirche wurde das geschichtliche Bei- spiel dafür, das das Gewissen der Mütter und ihre innere Verbundenheit mit Gott und dem Volk schützt in den größten Gefahren, die die Nation bedrohen, mehr als alles andere. Die Mütter schufen die rechtzeitige Müttergesundheitsfürsorge, die planmäßige und erkennende Mütterschulung, die große geistige Offensive für Mutter und Volk", für „Mutter und Kirche und "Mutter und Staat". Sie taten es nicht, um ihre eigenen Interessen zu wahren, sondern um die Nation zu schützen und bem Kampf des neuen Deutsch- land den Sieg oorzubereiten. Die Begegnung von Mutter und nationalsozialistischem Staat ist darum heute bereits die Besiegelung eines großen Kampfes, den beide aus ber Not heraus führten. Die Männer für ben elaat bes Na- tionalsozlalismus. Die Mütter Deutschlands für die Wiedergeburt ihres Volkes. Wenn heute endlich die Gestalt der Mutter im Volk immer mehr In das Bewußtsein des Volkes tritt, so zeigt sich hierin am allertiarften die innersten Wesensunterschiede des Staates von Weimar unb des Staates unseres Führers Adolf Httler. Der Führer stellt aus der Treue zu Blut unb Boden, zu diesen Schöpfungsordnungen Gottes die mütterliche Frau, die i h r e r A r t treue Frau im Volk als Führerin aller Frauenarbeit, allen Frauenwesens heute heraus. Alle Unnatur des männlichen Frauendenkens, alle Unatur des männlichen Frauen- tums soll zur Genesung kommen durch die Herrschaft des mütterlichen Prinzips in allem Frauenschaffen der Nation. Das Mütterdienstwerk der Evangelischen Kirche wurde aus ber Gottes- und Volksgebundenheit der evangelischen Frauen vor langen Jahren schon Wirk- lichkeit der Tat. Es war bereits eine Vorbereitung für einen Mütterdienst ber Nation. Es erweist sich heute an jeder Erfahrung, an jedem kleinsten praktischen Vorschlag der Organisation und der Finanzierung, daß die Gesetze des Mütterdienstes der Deutschen Evangelischen Kirche ohne weiteres auf die jetzt neue große Aufgabe des Mütterdienstes der deutschen Nation übernommen werden konnten, da sie die Allgemeinheit umfassen. Der Mütterdienst der deutschen Nation hat buxch die Initiative der Staatsführung zur Frage der grundlegend neuen Frauenarbeit im Staat feine Aufbaugrundlage gefunden. Reichsinnenminister Dr. Frick schuf die Reichs- arbeitsgemeinfenaft Deutscher Frauenverbände. Er unterstellte diese Arbeit einer Frau der Nationalsozialistischen Frauenschaft — einer Mutter. Heute ist, im Erkennen der Gestalt der Mutter im Volk, eine Mutter — es ist Frau Paula Siber, Gaufrauenschaftsleiterin von Düsseldorf — zur Führungsarbeit berufen worden. Einen größeren Dank konnte der Glaube der Mütter an ein unsterbliches Deutschland nicht finden. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Deutscher Frauenverbände eint heute den Willen und die Tatkraft aller Frauen zur mütterlichen Arbeit für den Staat und für das Volk. Ihre Richtsätze für die Arbeit liegen im Programm des Mütterdienstes der Nation fest: 1. Die Erneuerung des deutfchen Frauentums vom Gedanken der großen Mutteraufgabe der Frau her. 2. Unterstützung sämtlicher Maßnahmen des Staates, welche Die Mitarbeit der Frau verlangen. Damit ist jetzt der Weg frei für den Dienst der Mütter an Der Nation und für ben Dieyst ber Nation an den Müttern. Bereits in den Herbstmonaten wird die sehr Der- stärkte Entsendung ber ßanbmutter in bie Er- holungsfürsorge beginnen. Die Mutter des Landes ist ja gerade bie Trägerin des besten biologischen Erbgutes und ber Erfchöpfungszustanb unter unseren Müttern ist erschreckend. Die größte Beachtung muß auch sofort die Jungmutter finden. Wi» kann sie Mutter kinderreicher Familien werden, wenn sie bereits ihr erstes oder ihr zweites Kindchen in einem elenden Gesundheitszustand geboren hat. Nicht anders liegt es bei dem Gebiet der Müt« t e r s ch u l u n g. Ehe sich die Reform des Mädchenbildungswesens bemerkbar macht, muß noch viel Uebergangsarbeit mit Mütterschulung geleistet werden. Der Reichsmütterdienst der Kirche süyn schon lange in allen Ländern und Provinzen, auf dem Dorf und in der Stadt Mütterschulen durch. Dieser Arbeitsplan wird jetzt auf dem Gelände des Mütterdienstes der deutschen Nation ganz weit ausgebaut werden. Es gibt für die Frauen heute kein wichtigeres Arbeitsgebiet und keine andere Pflichterfüllung. Unsere um die Erhaltung des Volkes tämpfenDen Mütter nahmen von dem Allerletzten und bauten durch diese Opfergaben das Werk des Mütterdienstes. Nachdem die neuen Männer der Sozialpolitik bie Werkerfahrung des evangelischen Mütterdienstes geprüft und erkannt haben, Haven sie seinen Fincmz- vorschlag des „M üttergroschens" einstimmig bewilligt. Damit wird das freie Opfer ber Mütter durch das Opfer der ganzen Nation gesichert. Dieser Entschluß ist die Voraussetzung dafür, daß endlich ben Müttern untragbare Lasten abgenommen werden können. Alles was an Mutterkräften ermüdet ist in den langen schweren Jahren der äußeren unb inneren Not wird neue Kraft bekommen. Alles was an Mutterglauben gestorben war, wird zu neuer Gewißheit des Lebens werden. Alles was an Mutterkönnen vergessen war, wird wieder bewußt gemacht werden aus dem besten Erbe bes Volkes. Die Nation übernimmt jetzt ben Mütterbienst in ihrer großen Gemeinschaft für alle Frauenarbeit bes Staates. Glaubenskraft der Kirche und Blutkraft des Volkes findet zur Einheit zurück. Und damit wird allen Forderungen der (Erneuerung der Anfang der Erfüllung gefetzt: (Ein tüchtiges, gefun- bcs, frommes Volk wächst heran unb wirb bewahrt in ben Wohnstuben ber Mütter zu unserem Kamps in ber Welt. Die beutschen Mütter danken bem Führ«i fre Deutschland nicht besitzen darf, bringt über Deutschland, über dos ganze Europa eine unerhörte Unsicherheit und gefährdet damit olle Aufbaupläne. Deutschland selbst will keinen Krieg, denn aerobe unter oolkspolitischen Gesichtspunkten gesehen. würde ein solcher Krieg unserem Volke wieder die besten rassischen Kräfte rauben und den Auf- bau der Nation unb ber Rasse in höchstem Mähe gefährben. Deutschland will allein Gleichberechtigung. Frieden. Arbeit und Brot. Es dürste keine Forderungen geben, die unsere Frauen sich in solch starkem Ausnlaße zu eigen machen könnten, wie gerade diese. Unsere Jugend soll ein neues Deutschland bauen in Opferbereitschaft, Mut und Treue und dieses Deutschland wird sich, wenn in Europa Frieden herrscht, durch seine Arbeitsamkeit und Klugheit, durch seinen einheitlichen, zielbewußten Willen durchzusetzen wissen. Niemals aber kann das geschehen, wenn Deutschland allein entwaffnet, wie vielfach in vergangenen Jahrhunderten, dauernd in Gefahr ist. zum Kriegsschauplatz der anderen Völker zu werden. Jede deutsche Mutter, die ihre Kinder lieb hat, hat gerade gegenüber ihrer Nachkommenschaft bie Gängertagung i „Geschlechter kommen und - gehen. Formen zerspringen und Satzungen verjähren. Nicht verjähren aber darf der Geist, aus dem deutsches Sängertum geboren wurde, der Geist ber Liebe und der Hoffnung, der Geist des Glaubens unb ber Treue." Dos war der Gebonke, mit bem bie beiden Sängertage z u Ruppertenrod begonnen und durchgeführt wurden. Um 10 Uhr versammelten sich bie Vertreter von 24 Vundesvereinen des Ohm- Lumda-Sängerbundes aus den Kreisen Alsfeld. Gießen und ^Schotten. um den Ohm-Lumdatal-Sängerbund oufzulasen und einer neuen Gaueinteilung in der Gruppe Oberhessen im Hessischen Sängerbund auf geographischer Grundlage die Wege zu ebnen^ Die Tagung, durch den deutschen Sängergruß und den Chor: „Der Morgen" von L. Baumann stimmungsvoll eingeleitet vom Ortsoerein „Sieber- kranz" (Ruppertenrod), wurde nach herzlichen Be- orüßungsworten durch den Vorsitzer des Vereins A. Mornberger, von dem mit der Führung des Bundes beauftragten Gauvorsitzer, Berufsschullehrer F. Ge n g na g e I (Grimberg) eröffnet. Er überreichte dem früheren Bundesvorsitzenden Jakob Becker in Kesselbach die Urkunde, do er zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden war, und würdigte dessen Verdienste um das deutsche Lied und seine langjährige unermüdliche Tätigkeit für den Bund Die Vertreter der Bundesvereine brachten zum Ausdruck, daß diese, wenn auch schweren Herzens, den Bund auflösen wollten, um einer großen. straffen Organisation oller vereine Platz zu machen. tirig« Pflicht, sich zu diesem Willen unseres Führers zu bekennen. Jede deutsche Frau, bie mit ihrer mütterlichen unb frau- lichen Liebe unserem Volke unb unserer Jugenb dienen will, die bereit ist, im Dienste der deutschen Kultur unb der deutschen Arbeitsamkeit chre Kräfte einzusetzen, kann nichts anderes als sich mit ihrer ganzen Liebe unb Treue unserem Führer zur Verfügung zu stellen. Darum ihr beutschen Frauen zeigt, daß ihr mit eurem deutschen Volke, mit eurem Führer verbunden seid, zeigt der Welt, daß es in Deutschland zum ersten Male in einer zweitausendjähriyen Geschichte noch Jahren der Not. Prüfung unb Stählung wirklich einmal einen klaren, einheitlichen Willen gibt unb kämpft mit, indem ihr alle eure Schwestern sammelt und am 12. November zur Wahlurne bringt, damit ein millionenfaches innerliches und opferbereites „3a" unserem Führer dargebracht und ber Welt zur Kenntnis gegeben werbe. In biesem Sinne ein Sieg-Heil ber deutschen Frauen unserem Führer für Deutschlands Zukunft unb Deutschlands Geltung und Deutschlands Ehre unter den Völkern der Erde. ii Ruppertenrod. Der Bunbessängertag stimmte einmütig einer Entschließung zu, bte ihm burch den Führer vor- geschlagen wurde: „Am 21. September 1890 wurde der Ohm-Lumdatal-Sängerbund gegründet. Heber 43 Jahre wurde der Gemeinschaftgeist, von dem die Gründer beseelt waren, von den Bundesvereinen zehegt und gepflegt. Der Ausbau unserer Drgani- ation verlangt nun die Eingliederung aller Ge- angvereine in Dorf und Stabt und die Einteilung in landschaftlich zusammengehörende Gebiete. Der ordentliche Bundessängertag am 5. November 1933 in Ruppertenrod stimmt deshalb bem Vorschläge des Führers einmütig zu, die Selbständigkeit des O h m - L u m d a t a l - S ä n g e r b u n - des aufzugeben, um auch in unserem Gebiet der neuen Gaueinteiluna, die nach geographischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen soll, Platz zu machen. Wir bringen dieses Opfer im Vertrauen, dem deutschen Lied, unserer Heimat unb bem beutschen Vaterlanbe einen Dienst zu erweisen." Aus bem Heberblick über die Bundesgeschichte war zu entnehmen, daß ber Bund am 21. September 1890 von dem damaligen Lehrer Knaus in Atzenhain (später Rektor in Gießen) gegründet wurde, und den Namen „Ohm-Lumdatal- Sängerbund" erhielt. Dreißia Jahre lang, von 1892 bis 1922, hat dann Herr Lehrer G e m m e r in Merlau dem Bunde als Vorsitzender vorgeston- den, bis er von Sangesbruder I. Becker in Kesselbach abgelöst wurde. Die elf Gründeroereine erhielten Zuwachs, so daß bald die Zahl 20 erreicht und nach dem Kriege überschritten wurde. Durch den Weltkrieg wurde die Entwicklung des Bundes jäh unterbrochen; 49 Mitglieder fanden den Heldentod für das Vaterland. Ihrem Gedenken war die Nach einer kurzen Mittogsvause beim Eintopfgericht wurde um 13.30 Uhr der 1. (Baufängertag des neugegründeten Gaues eröffnet. Der Provinzvorsitzer, Sangesbruder L. Wendler in Bad-Nauheim, hat mit der Führung des Gaues wieder Berufsschullehrer F. G e n g • nagel in Grünberg betraut. Wieder stimmte der prächtige Chor in Ruppertenrod unter Leitung seines unermüdlichen Dirigenten D a u p e r t aus Ulrichstein die Versammlung ein. Sangesbruder Mornberger entbot den Gauvertretern herzlichen Willkommengruß. Der Gauoorsitzer wies in seiner Begrüßungsansprache auf die neue Zeit hin, die auch den Sänger vor neue große Aufgaben stelle. Die GaugreAzen sind nicht an die Kreisgrenzen gebunden worden, sondern wie Land und Stadt sich verbunden fühle und zusammengehöre. Alte Freundschaftsbande haben sich lösen müssen, neue Vereine und fremde Sangesbrüber kommen zusammen, doch seien btefe burch ein gemeinsames 3iel und Wollen schon miteinander verbunden. Seine Worte klangen aus in bem Wunsche, daß sich bie Sänger bes Gaues halb in echter fangesbrüberlicher Kameradschaft verbunden fühlen möchten. Der Gau umfaßt über 40 vereine aus den alten Sängerbünden: Ohm-Lumdatal, Lumdalal, Chattia, Lahntal und eine Reihe von vereinen, die sich erst jetzt dem hessischen Sängerbund angeschlossen haben. Dem Vorschläge des Führers, dem Gau den Namen „Ohm-Lumdatal" zu geben, wurde einmütig zugestimmt, wenn auch einige Orte, wie Grünberg und seine benachbarten Dörfer südlich und westlich davon, nicht im Gebiet der Täler der Ohm und der Lumda liegen. Er berief in den Gauvorstand: Karl Dietrich, Lardenbach, zum zweiten Gauvorsitzer; M. S ch l i f f e r, Nieder-Ohmen, zum Gaurechner; erste Deranstaftung nach bem Kriege, bas Ehren- singen in Burg-Gemünden, gewidmet. Ein stilles Gedenken wurde chnen unb ben gefallenen Helben ber Nachkriegszeit auch von ber Versammlung bar- iiebradjt. Nach dem Kriege standen die Wermngs- ingen im Mittelpunkt des Aufgabenkreises. Mit em Danke an die Bunbesfänger, bie Bunbesver- eine, bie Mitarbeiter im Vorstand beschloß der Führer seine Ausführungen. Einern Antrag des Gesangvereins .Lieberkranz" in Kesselbach, die Eintrittsgelder von Nichtsängern den Bunbesoereinen ^ur Hälfte zu überlasten, konnte aus grunbfätzlichen Erwägungen heraus nicht entsprochen werden. Die Rechnung wurde von Bunbesrechner Schliffet, Nieber- Ohmen, vorgetragen unb gab au Beanstandungen keinen Anlaß. Dem Rechner wurde für seine mustergültige Rechnungsführung in den 12 Jahren der Dank des Sängertages ausgesprochen. Das Bunde s o e r m ö g e n, das durch sparsamste Wirtschaftsführung auf 796 Mark angewachsen war, wurde folgendermaßen verwendet: 100 Mark wer- ben ber Förderung ber nationalen Arbeit, 100 Mark ber Dolkswohlfahrt unb 300 Mark dem neuen Gau überwiesen. Die restlichen 296 Mark werden den Bundessängern als Anteil auf bie nächstjährige Beitragsleistung angerechnet. H. Becker, Grünberg (früher Nieder-Gemünden), zum Gauschriftführer; Lehrer Dönges, Merlau, zum Gauchormeister. Außerdem die Sanaesbrüder Ludwig G ö r n t e r 1 3., Queckborn, Jod. Echwö. bei, Westershain, und Ehrenoorfitzer I. Becker, Kesielbach, als Beisitzer in den erweiterten Gau- oorftanb unb bie Chorleiter Graulich, Burg- Gemünden, D a u p e r t, Ulrichstein, und Vieh« mann, Homberg, in den Musikausschuß. In längerer Ausführung berichtete bann der Führer über den Bundessangertag des Hessischen Sängerbundes in Bingen unb ging auf alle Fra- gen, wie Gleichschaltung, Zusammenlegung, Chorleiter, Tonseyer, Sangerroarte, Wertungssingen unb bie Rechnungsablage ein. Dem Führer wurde aufgegeben, sich mit aller Kraft unb Zähigkeit beim Dontande bes Hess. Sängerbundes einzufegen, daß bie harte unb ungerechtfertigt hohe Tonseher- gebühr in ein für die kleineren vereine tragbares Entgelt umgeroanbell wird. Unter Ziffer 6 ber Tagesordnung hielt der Gauoorsitzer einen Vortrag über „Die Mitwirkung der ländlichen unb kleinen Vereine am Neubau unserer Kultur". Ausgehenb von dem Gedanken: Der Nationalsozialismus bekennt sich zur Wertung des Blutes, der Raste und der Persönlichkeit, zeichnete er in trefflichen Ausführungen die Aufgaben der Vereine in ihrer Gemeinde, im öffentlichen und kirchlichen Leben unb insbefonbere auch die Aufgaben der Führer unb musikalischen Leiter. Nach wenigen Anfragen allgemeiner Art sprach bann noch Herr Bürgermeister D ö I f i n g • Ruppertenrod Worte bes Dankes unb ber Anerkennung an bie Versammlung. Stützpunktleiter Geiß konnte am Nachmittag infolge anberer Verpflichtungen nicht mehr anwesend sein. Mit bem Wunsche, daß im Gau allezeit ber Geist der Treue und ein echter Kameradschaftsgeist malten mochten, beschloß der Führer mit einem „Sieg- Heil!" auf das deutsche Lied, Volk unb seine Führer die harmonisch verlaufene Tagung. Chormeister D a u p e r t mit feiner unermüdlichen Sängerschar bot noch eine Auslese prächtiger alter Volkslieder im polyphonen Stile, z. T. von Fräulein D ö I s i n g begleitet, von Walter Rein unb Otto Jo chum. Disziplinarverfahren gegen Wetzlarer städtische Beamte. WSN. Wetzlar, 7. Nov. Um eine restlose Klärung ber mit der Angelegenheit Dr. Kühn in Zusammenhang stehenden Vorgänge herbeizuführen, hat der Regierungspräsident in Wiesbaden, auf Vorschlag des zum Kommissar in dieser Sache bestellten Regierungsassessor E n g f e r, sowie von dem jetzigen Bürgermeister Dr. Bangert die Einleitung von Disziplinarverfahren gegen die übrigen durch den Bericht des Untersuchungsausschusses belasteten Wetzlarer städtischen Beamten verfügt. Es handelt sich um den Stadt- oberrentmeifter Tölle, bie Stabtinfpeftoren Güß und Hildebrandt, sowie um den Gaswerksverwalter Lotz und den Stadtbaumeister Schneider. Eine vorläufige Amtsenthebung findet nicht statt. 68/4D Watzenborn-Steinberg, Garbenteich, Oiefeen, Hamburg, 8. Nov. 1933. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. November, nachmittags 2‘/e Uhr, statt. Oie Reichstagswahl und Volksabstimmung am 12. November 1933. Die Wahlhandlung (Abstimmung) zur Neichstagswahl und Volksabstimmung sindet am Sonntag, dem 12. November 1933, ununterbrochen von 9 bis 18 Uhr statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestellte Stimmzettel verwendet werden. Die Ausaabe der amtlichen Stimmzettel unb Wahlumjchläge erfolgt im Wahlraum. Die Abstimmung ist so vorzunchmen, daß der Wille des Stimm, berechtigten unzweideutig zum Ausdruck kommt. Die Abstimmungsbezirke der Stabt Sieben mit Gemarkung Schiffenberg und Derrnmalb, die Abstimmungsräume, die Flamen der 'Abstimmungsvorstehec und deren Stellvertreter sind aus dem Aus- Hang in ben amtlichen Aushängekasten und aus dem Aushang in der Alten Klinik- Liebigstraße 16, im Alten Rathaus, Marktplatz 14, im~ Stadthaus, Garten- ftrafje 2, und im Stadthaus Bergstraße 'Nr- 20, zu ersehen. 6865C Da» Wahlergebnis für ben XIX. unb XX. Wahlbezirk (Kliniken, Kranken- und Pjlogeanslallen) wird nach beendeter Wahlhandlung im Stadthaus. Bergstraße 20, Zimmer 8 unb 9, sestgestellt. Die Ausstellung von Stimmscheinen für solche Wähler, die sich am Wahltage aus zwingenden Gründen außerhalb ihres Wahlbezirks aufhalten, erfolgt bis ein- schließlich Samstag, den 11. November 1933, 17 Uhr, burch das Städtische Wahl- amt, Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14. Die Entgegennahme der otimm- scheine hat durch die Wahlberechtigten, die sich über ihre Person genügend ausweisen müssen, selbst zu geschehen. Sind dritte Per- Ionen mit Entgegennahme eines Stimm- schein» beauftragt, so müssen sie sich durch Vorlage einer Vollmacht des Wahttterech- Ügten ausweisen. Gießen, den 8. November 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. v-t Dr. Am Dienstag, dem 7. November, nachmittags 1*7» Uhr, entschlief sanft nach kurzem Leiden im Alter von 80 Jahren unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr BaKhaser Schäfer vn, Scbuhmadienneister Die trauernden Hinterbliebenen: Fam. Ludwig Schäferll. Wwe. Fam. Karl Stumpf Fam. Johannes BrückelXIV. Fam. Karl Schäfer VL Wwe. Fam. Georg Schäfer V. Fam. Heinrich Schäfer VI. Geländeverpachtung. Von bem Anwesen Frankfukter Sttaße Nr. 114 — früher ber Firma Jean Dem & CiF., Inh. Oskar Gutmann gehörig — ist noch ein etwa 5800 qm großes, unmittelbar an ber Frankfurter Straße ge- gelegen», als Lagerplatz ufro. geeignetes Geländestück pachtweise abzugeben. Gleisanschluß vorhanden; evtl, kann auch ein Raum als Werkftätte zur Verfügung gestellt werben. 6786D Auskunft erteilt bas Hessische Hochbau- amt Gießen, Stephanstraße 18, an bas auch bie Pachtangebote zu richten sinb. Gießen, den LI. Oktober 1933. Hessisches Hochbauamt Gießen. ________Kuhlmann.________ Donnerstag, ben 9. November 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung. 6878D 2 Registrierkassen, 1 Flügel, 1 Klubsessel, 5 Vertikos, 2 Nähmaschinen, 2 Chaise- longues, 1 Rabioanlage, 8 Diwans, 1 Kautsch, 4 Warenschränke, 2 Registraturschränke, 3 Schreibmaschinen, 1 Klavier, 1 Vervielfältigungsapparat 1 Frisiertoilette, 1 elektrische Haarschneidemaschine, 17 Bände Brockhaus, 2 Bilder, 3 Büfetts, 2 Tische, 4 Sessel, 1 Inrmeau- spiegel, 1 Bücherschrank, 1 Rauchtisch, 3 Schreibtische, 1 Labentheke, 1 Kommode, 2 Grammophone, 1 Spiegel, 2 Kleidevschränke, 1 Glasschrank, 1 Stand- uhr. ferner an Otl unb Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal).- 2 Kühlschränke, 1 Perforier- unb Rill- maschine, 1 Broschürenheftmaschine, 1 Opelwagen, 1 Kastenschrank, 1 Regislra- turschrank, 2 Schreibmaschinen, verschie- bene Saugeräte, wie Gerüslbohicn, •{langen ufro., 2 Schlafzimmer, 1 Mo- torrab mit Beiwagen, Zinkeimer, Zinkmannen, Dasterschiffe ufro. oeffimmt: 1 Personenwaage (Columbus), 1 Harmonium. ÜUI( Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigftraße 33 — Telephon 33® Nimtnrerwadui uumponeren.....von BödenMöbMuren! i Anmachholz Bestellung, erbitten wir dirett an uns, möglichst per Postkarte. 5838D Dampffögeroert Collar B-Huhn. Collor. 1 Tofpedo-Maa* K 2- pent 1 TorpedoUb#i*d l^iea. pctit Wertvoll« Gebreudt». geg «zu lende »rupetlv.d. Vei'ntag Lassen Sie sich die Maschine unverbindlich vorführen Niederhausen Konsumverein Gießen und Llmgegend e.G.m.b.H. Aktiva x Netto-Bilanz vom 30. Juni 1933 vastwa betriebe werte: a) Vorräte............ JUt 180 566.27 JUt b) Einrichtungen..... 179 360.- 359 926.27 Grundbesitz.............. 623 870.- Angelegte und flüssigeMittel: Veteiliaungen.......... 77 718.37 Lankeinlagekonto (5(1(5.. 51 496.59 Lank GGG, Giro....... 7 322.91 Gommer,- unb Privatbank Gießen.............. 31 206.49 Postscheckkonto.......... 8 456.08 Kaste................. 8 976.60 Hypotheken ............ 49 258.97 234 436.01 Forderungen............. 6 034.83 1 224 267.11 Gießen, ben 13. September 1933. Der Vorstand. Zakob Günberoth. Emil Oleh. Albin Many. Eigene Mittel: a) Geschäftsguthaben. b) Reserven........... JUt 224 044.22 284 493.69 JUt 508 537.91 Srundstücksschulden....... Lau'ende Verpflichtungen: Spareinlagen.......... | Lieferantenschulden...... || Umsatzsteuer............ 351 047.90 165 962.12 3 353.05 112 749.05 U Kohlengelber........... Pensionsfonds.......... Geschäftsguthaben ausgeschiebener Genosten.... | Rabattguthaben ........ Roch zu zahlenbe Unkosten 10 110.69 11 459.09 11 846.47 44 550.31 3 290.84 601620.47 Erübrigung.............. 1 359.66 1 224 267.11 Oie Bilanz sowie die Ertrags- unb Derlustrechnung vom 30. 3uni 1933 sind von uni geprüft, mit den Oüchern übereinftimmenb unb richtig befunben. Die Revisionskommission be< Aufsichter als. Taubenbach. Horst. Draun. Arnolb. Bürobedarf Bahnhofstr., gegenüber Hotel Schütz. ————— Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße 7 ————— Die Mitg'iederbewegung: Mitglieberstanb am 1. Juli 1932 io 216 Mitglieder Zugang Im Fahre 1932/33 ..... 367 r 10 583 Mitglieder Abgang durch Tod.. .152 Mitgl. Austritte.. ..370 r 522 Bestand am 30. Juni 1933..... 10061 Mitglieder Oie Geschäft sguchaben der Mitglieder betrugen am 1. Juli 1932 ........ 225 467.86 JUt am 30. Zunl 1933.............. 224 044.22 , Gie verringerten sich bemnach um 1423.64 JUt Oie Haftsumme betrug am 1. Juli 1932 ......... 306 480 JUt Gie verringerte sich um (155 Mitql^4 650 r Sie betrug am 30. Juni 1933... 301 830 JUt Oie Frist für bie Aufkünbiguog ber Mitgliedschaft beträgt zwei Fahre. «« a Haarausfall Schuppen, Schinnen, Haorwuchntörvngen beseitigen Sie sicher mit AAYA-LAYA Brenn ess« I-Haarwasser Wirklicher, natürlicher Awxug am der Brenneuelpfianxe. Viele beitätigte Efr folge. Flaume «M. 1.75 und RM. 2.9k Zu haben Reformhaus J U N 6. 06420 Fischerei -Verpachtung. Die Fischereiderechtigung tn dem Seendach bei Mücke und in der Ohm bei Nie- ^r-Ohmen, an der Eisenbahn Gießen- Fulda, kommt Donnerstag, den 16. b. UL, nachmittags 5 Ahr, in der Wirtschaft des Herrn Weisenbach in Mücke auf 12 Jahre jur anberroeiten Verpachtung, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden. 6870D Echweinsberg, am 6. November 1933. Freiherr Schenck ja Schweiasbergschs SndrtrL Drogsni Krem plats II schützen vor Grippe! 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