Nr. 262 Erstes Blaff 183. Jahrgang Mittwoch, 8. November 1933 Lrlchein« tägltd), autzo Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die 3Uu|trterte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monarr-Sezugspreis; Mit 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühl . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sietzen. poftschccklonw: Frankfurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Drud vnd Verlag: vriihl'sche Universttätr-Vuch' vnd Stchtöraderci B. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°<„ mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil L D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. des europäischen Konzerts durch trat für seinen War England der ehrliche Makler? der Neubildung den Völkerbund. Churchill alten Lieblingsgedanken der Eres dürfe sich nicht in eine unzulässige Stellung hineinmanövrieren lassen, Oie deutsche Wirtschaft tritt geschlossen hinter den Führer. Große Berliner Kundgebung für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung. Scharfe Abrüstungsdebatte im englischen Unterhaus. Sir Lohn Simon verteidigt die Politik des Kabinetts.—Lloyd George übt vernichtende Kritik an dem Versuch Deutschland, zu diffamieren. Haltung eines st arten Frankreich ein. Es sei nicht wahr, daß England und die anderen Unterzeichnermächte den Frieden gebrochen hätten. Die überragende Tatsache sei heute, daß Deutschland aufrüste. Er habe zwar hierfür keine Jnfor- matiynsquelle, sondern nur Presseberichte, die von der ganz ungewöhnlich hohen Einfuhr von Nickel, Schrotteisen und Rohmaterial nach Deutschland sprächen. Man wisse, daß Macdonald gern die große Rotte auf der europäischen Bühne spielen wolle und dem Engländer als der Retter Europas erlernen möchte. England könne aber nicht der Schutzmann der ganzen Welt sein. Es müsse wohl seine Verpflichtungen innehalten, aber Ueberzeugung dem Wort des Herrn Reichskanzlers und Führers des deutschen Volkes zu, dem Dort, daß das letzte deutsche Maschinengewehr zerstört werden kann und soll, wenn zur gleichen Zeit und in gleichem Umfang die übrigen Völker das gleiche tun; sie stimmt zu nicht nur aus tiefster moralischer Ueberzeugung, sondern auch aus klarster wirtschaftlicher Ueberlegung. Die deutsche Wirtschaft hat bewiesen, vor dem und nach dem Ruhreinfall, daß für die Industrie auch in einem abgerüsteten Staat Raum und Arbeit genug ist. Die deutsche Industrie ist darüber hinaus der Ueberzeugung, daß ein durch die gleichmäßige und gleichzeitige Abrüstung aller Staaten wir- lich gesicherter Frieden dem wirtschaftlichen Leben aller Völker einen Impuls geben würde, der niemals durch irgendwelche Aufträge für Rüstungszwecke auch nur annähernd erreicht werden kann. Die deutsche Industrie ist aber auch ebensosehr der Auffassung, daß es ein für die Wirtschaft aller Völker unerträglicher Zustand ist, in dem Leben der großen, auseinander angewiesenen Völker, eine doppelte Moral zum herrschenden Prinzip zu machen. Zeugnis dafür abzulegen, daß mir Mann für Mann, Frau für Frau, bereit sind, alles, auch das Letzte, einzusetzen für unsere Ehre, dazu sind wir heute hier zusammengetreten, das geloben wir dem ehrwürdigen Schirmherrn des Deutschen Reichs, das geloben wir dem Führer des deutschen Volks. Dr. von Renteln, Führer der Reichsstände des Deutschen Handels und Handwerks, hielt bann die nächste Ansprache, die er mit der Verlesung folgender Entschließung der gesamten aeroerb- Uchen Wirtschaft schloß: 20 000 deutsche Männer der Industrie, des Han- dels und des Handwerks vereint, um die Stimme der gewerblichen Wirtschaft zu den polttischen Ent- starken Druck im Sinne einer großen Herabsetzung ihrer Rüstungen ausübe. Anterstaaissekretär Eben erklärte zu dem Vorwurf Lloyd Georges, die Regierung habe den. Konoentionsentwurs fallen gelassen und sich mit Abänderungen dazu befaßt, die Regierung habe zu dem Konventionsentwurf gestanden und st ehe weiterhin dazu. In unserem Wunsch, so sagte Eden, dem deutschen Standpunkt Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, müssen wir darauf achten, daß wir nicht anderen Ungerechtigkeit zufügen. Die Verhandlungen hatten einen Punkt erreicht, wo verschiedene Nationen dies anzunehmen schienen. Da die Verhandlungen fehlgeschlagen seien, bleibe der Konoentionsentwurs weiterhin in Geltung. Eden stellte in Abrede, daß irgendeine Diskriminierung gegen Deutschland in der Frage der Ueberwachung stattgefunden habe. Es sei beabsichtigt gewesen, daß die Ueberwachung nicht nur auf Deutschland anwendbar sein soll, sondern auf jedes Signatarland sogar während der Bewährungsftist. Die Regierung wolle nicht, daß England eine Politik der Isolierung verfolge und wünsche auch nicht, daß irgendein anderes Land dies tue. England möchte in Zusammenwirkung mit Deutschland wie mit allen anderen Nationen arbeiten. Es sei Berlin, 7. Noo. (WTB.) Zur Unterstützung des Feldzugs der Reichsregierung und der NSDAP, hatten sich im Reich uni) in Berlin heute abend i n Hunderten von Versammlungen die Reichs st ände der Industrie, des Handels und des Handwerks zusammengefunden, um ihre geschlossene Gefolgschaft dem Führer zu befunden. Besondere Bedeutung kommt der großen Kundgebung der gewerblichen Wirtschaft in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm zu, die von etwa 13000 Vertretern aus allen Wirtschaftszweigen nicht nur Berlins, sondern auch aus dem Reich besucht war. Nach dem Einmarsch von 500 Jnnungs-, Werks- und Handelsfahnen und mehreren Musikvorträgen hiett Dr. Krupp v. Bohlen und Halbach, der Führer des Reichsstands der Deutschen Industrie, eine Begrüßungsansprache. 0er FnebenswUle der deutschen Znbustne. Wir Männer der praktischen Wirtschaft wissen, so führte er u. a. aus, wie sehr die Welt des Friedens bedarf, wir wissen aber auch, daß es nur eine sichere Grundlage für den Frieden gibt: die Anerkennung der Gleichberechtigung sich gegenseitig achtender Völker Es ist uns, den Männern der praktischen Arbeit, die sich verantwortlich fühlen für ihre Werke, Kontore und Werkstätten, in denen Millionen Arbeit finden, in denen hoffentlich bald alle Arbeitswilligen Arbeit haben werden, bitter ernst mit diesem Wunsch nach Frieden! Sicherlich wird man draußen in der Wett gerade bei dieser s Veranstaltung denken oder sagen: Rach Frieden ruft die deutsche Industrie, und doch will sie in Wirklichkeit nur-Auf- Iräge für Rüstungszwecke haben. Vor Ihnen allen, vor der ganzen Wett, erftäre ich hierzu klipp und klar: Die deutsche Industrie stimmt rückhaltlos und in voller machten. Sir John Simon erinnerte auch an die vor einiger Zeit von Reichskanzler Hitler abgegebene Erklärung, daß er eine engere Verbindung mit den Franzosen wünsche. Simon sagte: Wir müssen ernstlich hoffen, daß diese Erklärungen in der einen ober anderen Weise zur Wiederaufnahme der Fühlung führen werden. England wolle wegen der Methoden nicht hadern, wenn sie sich für die Zwecke der weiteren Behandlung der vorliegenden Fragen als geeignet erweisen sollten. Die Regierung glaube, daß dies die Haltung des ganzen englischen Volkes sei. Sir Austen Chamberlain erklärte, Deutschland habe die Abrüstungskonferenz in der Hoffnung verlassen, daß damit der Konferenz ein Ende bereitet werde, er aber hoffe, daß die Konferenz eine Vereinbarung ausarbeite, die man Deutschland zur Unterzeichnung oorlegen solle. Wenn Deutschland ablehne, bann werbe bie ganze Wett wissen, welches Land die Hoffnung enttäusche. (!) Man müsse sich fragen, ob es angebracht sei, jetzt wieder Deutschland nachzulaufen und es zu feiner Rückkehr in den Völkerbund bewegen zu wollen. Deutschland werde nur bie Ueberzeugung gewinnen, diese Waffe bes Austritts aus bem Völkerbund jeber Zeit an« wenben zu können, habe Deutfchlanb an der Abrüstungskonferenz nur beshalb teilgenommen, weil es bie Rüstungsbegrenzung ber anderen wünschte? Der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund bedeute noch nicht, baß Deutschland auch aus bem Locarnovertrag austreten könne. Der Schlüssel bes Friebens sei in ben Händen Englands, das seine Verpflichtungen innehalten müsse. Dies allein sei ber Grunb, aus dem ein deutsch-ftanzöscher Aus- gleich und ein europäischer Frieden aufgebaut werben könnte. Lloyd George erklärte, Deutschland sei aus dem Völkerbund ausgetreten, weil es den Eindruck hatte, daß die Ueberwachung während ber Probezeit eine einseitige fein sollte. Die englische Regierung solle baher enb- gültig erklären, daß die Völkerbundsinspektoren während ber Probezeit verpflichtet seien, bie Fabriken und Arsenale Frankreichs, Italiens und Englands genau s o w i e die Deutschlands zu besuchen. Wolle man anderen Staaten selbst nach, Ablauf der Probezeit gestatten zu warten, bis Deutschland seine Braune Armee aufgelöst habe und nur noch die erlaubte Anzahl von Gewehren besitze? Die Probezeit würde es einfach unmöglich machen, die Ziele zu erreichen, deren Durchführung nach seiner Ansicht schon jetzt in Angriff genommen werden könnte Die Siegermächle hatten ben vertrag gebrochen und ihre Unter- schriftnicht innegehalten. Deutschland stehe daher ohne Zweifel auf einem guten Rechts st andpunkt. Deutschland habe 2Hil- lioncn von Gewehren und Granaten, sowie sämtliche Maschinen, bie der Herstellung von Kriegsmaterial bienen, vernichtet. Demgegenüber habe Frankreich bie ooUffänbigffe Kriegsausrüstung, bie jemals irgend ein Land gehabt habe. Er wisse, daß die Rachbarn Deutschlands zusammen sieben Millionen ausgebildete Soldaten und laufende von schweren Geschützen besähen, während Deutschland nicht ein einziges schweres Geschütz habe. Der Cocarnogeift sei nicht mehr trinkbar, weil man ihm zu viel Pikrinsäure beigemischt habe. Deutschlands gewaltige Rüstungen seien zerbrochen. Ls sei ganz unmöglich, schwere Geschütze heimlich zu bauen, vielleicht könne Deutschland heimlich verteidigungswassen Herstellen, aber bie Deutschen könnten sicherlich nicht nur mit Gewehren in Frankreich einsallen. Lloyb George forberle bie Regierung auf, roieber zu bem ursprünglichen englischen Abrüstungsplan zurückzukehren, anstatt ben Weltsrieben zu gefährden. Ls sei gänzlich abwegig, wenn man behaupte, in den letzten Wochen habe eine Veränderung in Deutschland stattgesunden. Italien und Amerika seien bereit, a u f die Probezeit zu verzichten. Wenn England daher dasselbe tue, bann würbe bie® von Frankreich verstauben werben. Chamverlam erklärt darauf, Lloyd George habe ein Bild von Deutschland gemalt mit 100 000 Gewehren und einigen Pfadfindern (Gelächter), umringt von einer bewaffneten Tschechoslowakei, einem bewaffneten Polen und einem bewaffneten Frankreich. Wenn er diese Schilderung glauben könnte, so würde er sich beruhigt fühlen. Aber bie überragende Tatsache Jet zur Zeit, daß De ut sch land wieder auf» r ü ft e. Man dürfe nicht vergessen, daß dies dasselbe mächtige Deutschland sei, das fast gegen bie ganze Welt kämpfte unb f a ft bie ganze W e l t besiegte, basfelbe Deutschland», bas 2Vi Millionen Leben für biefes deutsche Leben nahm. Kein Wunder, baß Besorgnis unb Furcht bei ben Nationen um Deutschland herum herrschten. Das geringste Nisiko unb bie größte Hoffnung lägen in Bonbon, 8. Noo. (ENB Funkspruch.) Seit Deutschlands Austritt aus ber Abrüstungskonferenz war bie britische Regierung in ber Abrüstungsfrage der englischen öffentlichen Meinung gegenüber in die Devensive gedrängt. Mit einem Schlage war es bem englischen Volk klar geworben, baß über 14 Jahre lang entscheidenbe Bebingun- aen bes Friebensvertrages nicht erfüllt worben find; nicht, wie es immer hieß, von Deutschland, sondern von ben alliierten Mächten. Beim Wieberzusammentritt bes Parlaments wollte die Regierung, noch bevor eine Kritik gegen sie gerichtet würbe, Zeugnis von ihren Bemühungen, Europa zur Abrüstung zu bekehren, ablegen. Der Außenminister, Sir John Simon, eröffnete unter größter Spannung bes dicht befetten Hauses bie Aussprache. Vor allem war ihm baran gelegen, ben Vorwurf, baß bie Siegerstaaten für ben Austritt Deutschlanbs auf ber Abrüstungs- konferenz verantwortlich seien, zu entkräften unb ein Fragezeichen unter bie Beweggrünbe ber beut» schen Regierung zu setzen. Mit Erfolg führte er bas Argument ins Felb, baß Großbritannien als ehrlicher Makler mit gutem Beispiel oorangegangen sei unb bis zur Grenze bes Tragbaren abgerüstet habe. Chamberlain gelang es sehr halb, Deutsch- (anb, wie üblich, mit erhobenem Zeigefinger, als ben „schwarzen Man n" hinzustellen. Als ChambsR Iain unter dem allgemeinen Beifall wieder seinen Sitz einnahm, sah es so aus, als wenn bie Defensiv- Offensive ber Regierung voll geglückt sei. Deutschland hatte vor Gericht geftanben unb war schuldig. Da ge- jchah bas Wunber I Der Mann, der ber Haupt- vertreter der britischen Regierung in Versailles gewesen war, erhob sich unb zerpflückte in einer groß angelegten Anklagerede — nicht gegen Deutschland, sondern gegen bie Alliierten, vor allem gegen Frankreich — alle Beweisgründe, die gegen Deutschland mit Erfolg angeführt worden sind. Während in der Rede Cham- berlains bas Wort „Locarno" heilig klang, war es im Munde Lloyb George ber Nachweis, bis zu welchem Grabe bie europäischen Staaten, vor allem Frankreich, seit Locarno roieber aufgerüstet haben. Lloyd George führte nüchterne Stattstiken ins Feld und als er seine Anklage bis zu ben Worten „bie Sieger haben benFriebensver- trag gebrochen" steigerte, erhob sich im Unterhaus nicht eine Stimme bes Wiberspruchs. Lloyd George hat sich durch sein mutiges Eintreten gegen eine fast geschlossene Opposition für eine gerechtere Würdigung bes beutschen Standpunktes um den Frieden Europas und der Welt verdient gemacht. Um 16 Uhr war bie Regierung Anklägerin, um 20 Uhr war sie Angeklagte. L o n d o n , 7. Nov. (TU.) Die Ankündigung, daß im Unterhaus wichtige Regierungsmitteilungen über die Kriegsschulbenverhanblungen, über Malta, Palästina unb bie Abrüstung ftattfinben werbe, rief in ber Oeffentlichkeit großes Interesse hervor. Große Menschenmengen hatten sich auf bem Platz vor bem Parlament versammelt, um bie Ankunft ber Minister unb ber Abgeorbneten zu beobachten. Im Unter- Hause selbst herrschte große Erwartung. In ber Diplomatenloge sah man bie auslänbischen Botschafter unb Gesanbten, barunter ben beutschen Botschafter Herrn von h o e s ch. Nach Erlebigung ber Anfragen würben die neu- gewählten Mitglieder des Unterhauses eingeführt und eingeschworen. Henderson wurde von seinen Parteigenossen mit großem Beifall begrüßt, entfernte sich aber wieder, als die Abrüstungsaussprache begann. Die Abrüstungsaussprache wurde durch eine große Rede Simons eingeleitet, der etwa eindreiviertel Stunden sprach. Sir Lohn Simon führte u. a. folgendes aus: Die Lage fei ohne Zwei- fei ernst, aber bie Sprache ber Panik fei ungerechtfertigt unb entspreche nicht ber Ruhe unb Urteilskraft bes englischen Volkes. Die Vorgänge im Abrüstungsbüro am 14. Oktober hätten nichts enthalten, was bie von Deutschland an- gewendete „Schock-Taktik" gerechtfertigt hätte. Der englische Abrüstungsentwurf habe sich durch Kühnheit und Ursprünglichkeit ausgezeichnet, eine vollständige Regelung vorgesehen unb sei von ber Genfer Konferenz als Verhanblungsarunblaae angenommen worben. Sowohl Deutschmnb wie Frankreich hätten ben englischen Entwurf grundsätzlich angenommen. „Ich stimme aufs wärmste mit der Ansicht überein, daß wir versuchen müssen, in bie Seele Deutschlanbs hineinzu- sehen unb zu verstehen, warum bas beutsche Volk biefen heftigen Unwillen gezeigt hat. Die langen Verzögerungen unb ber Zeitverbrauch müssen Deutschland in wachsendem Maße ungeduldig ge- macht haben." Es sei zwar vollkommen unrichtig, zu erklären, daß Dertschbands Abrüstung unter den Friedensverträgen von der sofortigen Erzielung einer allgemeinen Abrüstung ber anderen Staaten abhängig gemacht sei, aber es gehe aus bem Wortlaut bes Versailler Vertrages unb bem Elemenceau- Bries klar hervor, baß bie Abrüstung Deutschlanbs als ein er ft er Schritt zur allgemeinen 21 b r ü ft u ng betrachtet worben sei. Englgzrb habe bas Bespiel gegeben unb sei sührenb vorangegangen. „Wenn berechtigterweise ein Appell für fair play gegenüber Deutfchlanb gemacht wirb, bann sind wir berechtigt, auch für England fair play zu verlangen." Auch in anderen Dingen fei England führend oorangegangen, fo bei ber Wiedereinsetzung Deutschlands in seine Stellung als gleichberechtigter Partner unb bei ber Entfernung ber auf Deutschland brückenden Diskriminierung. Ohne Zweifel ist es schwierig, geduldig zu sein .für ein großes Volk mit stolzen Ueberlieferungen, für ein Volk, das ernstlich Mit. daß die Heilung seiner Beschwerden überfällig ist. EL ist aber eine grobe Ungerechtigkeit gegenüber England, alles zu vergessen, was England seit dem Kriege zur Forderung der guten Beziehungen in Europa getan hat, indem es die Unterschiebe zwischen Sieger unb Besiegten auswischte. Der greifbarste Beitrag zur Wieberherstettung bes Vertrauens in Europa würbe eine internationale Vereinbarung über bie Abrüstung sein, an ber selbstverstänblich Deutschlanb teilnehmen solfte Man müsse ber zentralen Tatsache ins Gesicht sehen, daß das hauptsächlich politische Problem dahin gehe, die deutschen Gleichberechtigungsforderungen mit dem französischen Sicherheitswunsch auszusöhnen Ich glaube, wir haben eine ganz' besondere Rolle zu spielen, denn es war England, das die Parteien zusammenbrachte Wir werben weiterhin jebe Mühe zu diesem Ende auf uns nehmen, ob Deutschland in Genf ist oder nicht. Wir haben eine ungeheure moralische Autorität zur Geltung zu bringen England hat abgerüstet und hat das Recht, zu sprechen und wir benutzen diese Autorität auf die einzig mögliche Weise, indem wir keine besonderen Bündnisse mit ober gegen irgend eine Macht abschließen, sondern indem wir für Freundschaft und Frieden mit allen Mitteln arbeit tcn. Auch durch den Locarnovertrag sei keine englische Regierung blind gebunden Die Frage sei, ob bie Verpflichtungen Englanbs ihr Enbe erreichen würden, wenn nach Ablauf von zwei Jahren Deutschland seine Absicht zum Austritt aus bem Vö! terbunb ausgeführt hab» die es jetzt angefündigt habe. Deutschland habe die Möglichkeit, diese Kündi gung jederzeit im Laufe der nächsten zwei Jahre zurückzuziehen und das ganze Unterhaus, daß die weitere Entwicklung ber Ereignisse zu einem sol chen Schritt Deutschlands führen werde. So sehr auch die englische Regierung die deutsche Handlungsweise bedauere, die sie nicht für gerechtfertigt halte, so bestehe doch kein Grund, etwa so sprechen zu wollen, als ob die Türe schon zugeschlagen sei. (England werde vielmehr jede Gelegenheit wahr- zunehmen versuchen, um mit Deutschland und ben anderen Unterzeichnermächten bes Locarnover- irages in Fühlung zu bleiben. Sir John Simon nahm bann auf bie geftnye Hebe bes Freiherrn v. Neurath Bezug, in ber biefer erklärte, baß bie Deutschen ben anberen Mächten ein ehrliches und aufrichtiges Angebot großenteils die britische Politik gewesen, bie Peutsch- ianb in ben Völkerbunb gebracht habe, unb Eng- h i y c lanb hoffe, daß vor Ablauf der zwei Jahre Deutsch- Stellung hineinmanövriepen (affen, in lanbs Austrittsankündigung zurückgezogen werde, die es hineingeraten würde, wenn es auf Frank- I — Damit endete die Abrüstungsdebatte im Unter- reich unb andere Nachbarstaaten Deutschlands einen * Haus. 1. Hiller ihnen hierin Vorbild ist. Heß. Nr. Nr. Nr. Nr. menziehen könnte, den pöttt man ausge- Frank- Frank- Frank» 2. 3. Nr. Nr. Feiern größeren Stil» außerhalb der Rationalfeiern de, Gesamtoolk» — die in erster Linie Feiern der Stände zur Erhöhung der Arbeitsfreude sind, Fackelzüge. mit Prunk verbunden« Empfänge. Untersagt wird: ba» veranstalten von soge- nannten Festessen und die Teilnahme an solchen. Untersagt werden: Spazierritte i m Dienst« anzug oder Braunhemd. — Uebertreibun« gen in der Ausstattung und Verwendung von vienst- räumen. Dienstwagen und dergleichen, von alle» nationalsozialistischen Führern wird erwartet, daß fie über diese Anordnungen heraus sich in ihrem gesamten Verhalten durch ihr Taktgefühl leiten lasten. Sie sollen dem Volk hierin Vorbild sein, wie Adolf Mi Adolf Sitter gegen RüstungSwahnsinn und Bolschewismus aml2.7lot>ember! Fahnenmeer. Der Berichterstatter muß nun, um der inneren Vollständigkeit seiner Schilderung willen, hier einmal eingestehen, daß der Gauleiter soviel Aufmerksamkeit und Ehrung nicht mit seiner strengen Pflichtausfassung und seiner Selbstlosigkeit in Einklang bringen kann. So sehr ihn auch diese erhebende Summe lebendigen Vertrauens der Bevölkerung innerlich „wenn das deutsche Volk hinter sich Jahrtausend« eine» wechseloallen Schicksals kennt, so kann e» nicht der Vorsehung Wille sein, daß vor uns gekämpft und geopfert wurde, damit kommende Geschlechter selbst ihr Leben verderben und nicht mehr eingehen können In die Jahrtausende der Zukunft. Das Ringen der Vergangenheit wäre zwecklos gewesen, wenn unser Ringen um die Zukunft aufgegeben würde." Adolf Hitler (Rede vor der deutschen Landwirtschaft am 5.4.1933). furt a. M. Nr. 449 Puth, Johann, Landwirt, Wachenbuchen bei Hanau. Nr. 460 Heys«, Walter. Diplomvolkswirt, Darmstadt. Nr. 462 Steuer, Lothar, Stadtrat, Kastel. Nr. 469 (B i m b e I, Adalbert, Postschaffner, Frank» furt a. M Nr. 510 Äloftirma nn,Alfred, Schulrat, Darmstadt. Nr. 539 Dr Liier, Start, Treuhänder der Arbeit, Frankfurt a. Di- Nr. 553 Herbert, Willi, Frsteur, Darmstadt. Nr. 564 Friedrich». Hellmuth, Geschäftsführer, Nr. 580 Schmidt, Gustav, Betriebsleiter, Bad- Nauheim. Nr. 508 N e u 111 n g e r, Phil. Heinrich, Kaufmann, Wiesbaden. Nr. 666 S chm idt, Georg Wilhelm, Spengler* meister, Wiesbaden. Nr. 675 Dippel, Hans, SA.-Oderführer, Kastel» „Seutsche Arbeit." tae Programm für die Arbeitöruheft««ds am Frcitagmittag. Berlin, 7. Roo. (WIR.) Da» endgültige pro» gramm für die Stunde der Arbeltsruhs während der großen Rede de, Führers am 10. Rv- vember setzt sich wie folgt zusammen: 12.55 Uhr bis 14 Uhr: „Deutsche Mrbellf Kundgebung für Friede, Arbeil und Brot. De» Reichskanzler spricht in der Maschinenhalle eine» großen Berliner Fabrikbetrieb». 12J&5 Uhr: Beginn de» Hörbericht» au» der Maschinenhalle. 13.00 Uhr: Der Berliner Verkehr ruht. Beim Ertönen der Fabriksirene geben alle Fabriken. Lokomotiven und Dampfer da, Zeichen zur Unterbrechung de» Verkehrs auf eine Minute. Alle Arbeitsstätten Deutschlands beginnen mit der Kundgebung. „Reichspropagandaminister Dr. Goebbels berichtet von der schaffenden Arbeit." Gegen 13.10 Uhr. „Der Führer spricht!" — Horfiwessel-Lied. Gegen 13.55 Uhr: ..Deutsch« Arbeit!" Sämtliche Werkstätten Deutschland» nehmen den Betrieb wieder auf. Der Reichspräsident spricht zum deutschen Dcik. Berlin, 7. Roo. (WIB.) Der Herr Reich». Präsident spricht am Samstag. 11. November, 19 Uhr, über alle deutschen Sender zum deutschen Volk zur Volksabstimmung am Sonntag, 12. Jlorember. Die Rede wird Im Laufe desselben Abends noch einmal, auf Schall- platten übertragen, wiederholt werden. Einfachheit und Schlichtheit. Eine Anordnung des Stellvertreters des Führer». München, 7. Roo. (ERB. Eigene Meldung.) Der Stellvertreter de» Führer» hat folgende Anordnung ertasten: 3m Hinblick auf den großen Ernst der Entscheidung, vor dir da» deutsche Volk am 12. November gestellt ist, wird hiermit angeorbnel. daß die Wahlagitation sich in den würdigsten Formen zu vollziehen hat. Darüber hinan» find nach dem siegreichen Ausfall der Wahl Feiern zu unterlassen. Da» Ergebnis wird für sich selbst wirken. Ich benutze diesen Anlaß, darauf hin,uweisen, daß die Zeit de» Feiern» der nationatsoziallsti- schen Revolution und ihrer Führer al» abgeschlossen zu betrachten Ist. Alle Kraft ist auf die Arbeit zugunsten de» neuen Staate» zu vereinen Dem Wesen de» nationalsozialistischen Staate ist befandet* In der Periode seine» Aufbaues dadurch Rechnung zu tragen, daß jeder einzelne Rational- soziallst und insbesondere alle nationalsozialistischen Führer sich größter Einfachheit und Schlichtheit im Auftreten und in der Lebensführung zu befleißigen haben. Ich bringt meine Verfügung vom 27. Juni in Erinnerung. 3m einzelnen wird angeordnet: Der G e n e h m i g u n g der Reichsleitung bebürfan: t fcheidungen bet Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen, bekennen ihren einmütigen Witten in folgender an den Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler gerichteten Erklärung: „Das deutsche Volk ist durchdrungen von dem Wunsch, durch friedliche schaffende Arbeit seiner eigenen Wohlfahrt und damit dem Wohl aller Völker ,u dienen. Die deutsche Wirtschaft, die sich durch die Jlot des Weltkrieges und der Rach- kriegszeit schwer hiudurchriugen mußte, empfin- det tief, daß nicht dle Schrecknlsse eines neuen Kriege» die furchtbaren Wunden her Vergangenheit heilen können, sondern nur die friedliche Zusammenarbeit aller von gutem willen beseelten Völker. Wit Männer der gewerblichen Wirtschaft wissen, daß die Grundlage jeder erfolgreichen Arbeit und eines dauerhaften Frieden» nur die Ehre und die damit unlöslich verbundene Gleichberechtigung sein kann. Feierlich erheben wir den Anspruch, daß dem deutschen Volk die Gleichberechtigung nicht länger vorenthalten wird. 3nmitten der deutschen Volksgemeinschaft stehen wir in unbeugsamer Entschlossenheit und treuer Gefolgschaft hinter der Reichsregierung und danken dem Führer für seine befreiende lat, mit der er vor aller Mell für einen wahren Frieden auf der Grundlage von Ehre und Gleichberechtigung eingetreten ist. Marburg a. d. Lahn. Nr. 213 Linder, Start, 2. Bürgermeister, furt a. M. Nr. 284 Nedieß, Wilhelm, Monteur, furt a. M. Nr. 368 Sprenger, Jakob, (Bauleiter, Adolf Wer glaubt an das deutsche Doll! Von Wilhelm Müller-Scheid. Gauleiter Sprenger im Wahlkampf. In allen Gebieten des Gaues Hessen-Aasiau das Gelöbnis treuer Gefolg schaff für den Führer am 12. November. SPD., mit den Demokraten, dem Zentrum und mit anderen Parteien marschierten, können davon über- zeugt jein, daß sie niemals wieder einen besseren Freund haben werden, als sie ihn heute in unserem Führer Adolf Hitler haben. erschüttert, und so wenig er undankbar er- scheinen möchte, s o wenig wünscht er, daß die allgemeine Aufmerksamkeit auch nur mittelbar vorn 12. November bzw. vom unmittelbaren Dienst a b- gelenkt wird. Der Gauleiter weih die liebevolle Behandlung und die darin zum Ausdruck kommende treue Verbundenheit von Volk und Führung in ihrem politischen Wert voll zu schätzen. Aber so wie er jede ihm persönlich Hugebachte Ehrung immer sofort an den Führer weiter- g i b t, so wünscht er um seine Person möglichst wenig Aufhebens gemacht zu haben. Letzten Endes braucht man darüber nichts weiter zu schreiben, als an die in Bezug auf Ritterlichkeiten in der Geschichte stet» gleichbleibende Selbstlosigkeit de» Tatmenschen zu erinnern. , Nach einem sich anschließenden Besuch in Alzey und Oppenheim fuhr der Gauleiter zu Beginn der neuen Woche in den Westerwald. Das Gaupresscamt berichtet hierüber u. a.: Wer vor einem Jahr erklärt hätte, daß man mitten im Herbst an einem Wochentag 7000 Menschen hier im Westerwald zu einer politischen Versammlung zusam- Oer Führer in München. München, 7. Nov. (TU.) Der Führer ist Dienstag abend um 17.45 Uhr mit dem Flugzeug in Münch e n eingetroffen. Er besichtigte In Bereitung des Reichsschatzmeifters und der Minister Wagner und Esser die Fundamente de» Par» teihaus-Neubaues. Inzwischen hatte sich der Stoßtrupp Hitlers 1 9 23 aufgestellt. Di« Führer begrüßte jeden einzelnen der 36 Mitkämpfer durch Handschlag und unterhielt sich mit ihnen. Dann kehrte er in seine Arbeitsräume zurück, nach» dem sich seine alten Kameraden mit einem donnernden „Heil" von ihm verabschiedet hatten. Wahtmärchen des Auslands. Berlin, 7. Nov. (ENB.) Ausländische fleitui» gen bringen alltäglich Meldungen über mangel» hafte WahrungdesWahlgehetmnisse» in Deutschland. Man erklärte, die Wahlurnen seien so ausgeftaltet, daß in ihnen die Stimmzettel genaii übereinander gelegt werden könnten. Nach Schluß der Wahl könnte man dann wieder von rückwärts nachkontrollieren, wie der einzelne abgestimmt hat. Demgegenüber muß darauf hingewiesen roerben, daß an dem Wahloorgang und an der Wahltechnik sich gegenüber den letzten Wahlenauch nicht bas a l le r g e r i n g ft e g e a n b e r t bat Bei biesen Wahlakten werden bieteiben alte» Wahlurnen gebraucht, wie sie schon feil 14 Jahren in Deutschlanb oerwenbet worden sind Ni werden auch, wie bei jeder vorhergehenden Wahl nach dem Abschluß de» Wahlaktes vor aller Augen ausgeschüttet, so daß auch von dieser Seite her das Wahlgeheimnis gar nicht durchbrv» dien werden kann. Weiter sind in der ausländischen Presse Nachricht»« erschienen, wonach eine Umbildung bei Reichskabinett» angeblich alsbald nach der Reichstagswahl bevorstehen soll. Hierzu wird cw Frankfurt a. M., 6. Nov. (WEN.) lieber die Arbeit des Gauleiters im Wahlkampf berichtet das Oaupreffeomt u. a.: In Gießen hatte sich die rhein-mainifche Bauernschaft in überwältigender Geschlossenheit um die Hitlersahne gesammelt, um in einem Rlesenzelt, das in solchem Ausmaß in Hessen-Nassau noch nie zu politischen Kundgebungen errichtet worden ist, den Worten seines rhein- mainlschen Gauleiters und seines Reichsministers f)arrö zu lauschen. Trotz all des Herrlichen, das der Wahlkampf uns in den letzten acht lagen erleben ließ, all der gläubigen Massenvegeisterung, bet liebevollen Ausgestattung größter Kundgebungen und Versammlungen, muß der Gießener Bauern- Groß-Kundgebung zuerkannt werden, daß sie nächst der Kundgebung des Führers in der Frankfurter Festhalle als Höhepunkt der rbein-mai» nischen Riesenschlacht au betrachten ist. Das Landvolk unseres Gaues hat mit der Gießener Kundgebung eine fo herrliche politische Reife und Anteilnahme bekundet, daß sie in nüchternen Worten nur schwer so zum Ausdruck gebracht werden kann, wie sie es verdient. Den Männern und Führern aber, die im Mittelpunkt dieser gewaltigen Versammlung standen, wird sie ein unvergeßlicher Vmpuls zur verantwortlichen Arbeit am Volk (ein. Mögen alle am Gießener Bauerntag Beteiligten in dieser Versicherung einen besseren Lohn sehen als in irgendwelchen sonstigen Lobeserhebungen. Was über alles Lob so erhaben ist wie diese Riesenversamm- lung der rhein'mainischcn Bauern, das soll man eben auch nicht mit billigen Phrasen umkleiden, da» wird Taten und Gegenleistungen der verantwortlichen, von so viel Vertrauen gestützten Führer ernten. Das Wochenende führte den Reichsstatchotter in den Rheingau und am Sonntag nach Worms. Die altehrwürdige Nibelungenstadt hat sich wie schon so oft, alle erdenkliche Mühe gegeben, den verehrten Gauleiter ganz besonders herzlich zu empfangen. 621, SS. und HI, Stahlhelm und BbM. sind an getreten in langer Doppelfront, welche bereits auf der großen Rheinbrücke beginnt und sich onn dort dereinzieht bis zum Mark'platz in» 3entnm der sagenumwobenen Stadt. Die ganze Stadt ist ein Aw 12. Rovember 1933, dem Schicksal»tag der deutschen Ration, muß jeder Deutsche und jede Deutsche die vom Führer de» deutschen Volke» oorgelegte Frage klar und unmißverständlich vor aller weit mit „3a“ beantworten. Da» erheischt die Ehre jede» einzelnen, das erheischt die Ehre de» deutschen Volkes." Gez.: Kropp von Bohlen und Halbach. Gez.: von Reoteln. Es folgten dann die Erklärungen folgender Vertreter der Wirtschaft: Dr. Otto Fischer, Präsident des Zentraloerbands des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, Staatsrat Helfferich, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hapag, Rudolph H e r tz 0 g , Inhaber des Berliner Kaufhauses Hert- zog, Präsident 2Ilbert Pietzsch von der Münchener Handelskammer, Generalkonsul Roselius, Präsident der Kaffee-Hag-Gesellschasten, Dr. von Schnitzler, ZG Farbenindustrie, Georg S t ö h r, Generaldirektor Albert Vogler und Di.^präsident Zele ny, Reichsstand des Deutschen Handwerks. Nach einem Sieg-Heil! auf des Deutschen Reichs ehrwürdigen Schirmherrn, den Generalfeldmarschall von Hindenburg, des Deutschen Reichs Kanzler und Führer Adolf Hitler schloß der Präsi- dent des Reichsstandes der Deutschen Industrie die Kundgebung der deutschen Wirtschaft mit folgenden Worten: Die erste große Kundgebung der Reichsstände der Industrie, des Handels und des Handwerks, die Zeugnis abgelegt hat von dem einmütigen Willen der deutschen Wirtschaft zur Be- jahung der von der Reichsregierung gestellten Frage, zur Sicherung des Friedens, der Ehre und der Gleichberechtigung, ist beendet. Der Entschluß Hitlers, es am 12. November zu einer geheimen Wahlabstimmung kommen zu lassen, ist der unerhörteste Beweis des Vertrau- e n s, das jemals einem Volke entgegengebracht worden ist. Alle deutschen Wählerinnen und Wähler haben am 12. November zu beweisen, ob sie es überhaupt wert sind, daß noch jemand an ihre Vernunft, an ihre Einsicht und an ihre Bedeutung glaubt. Aber es genügt auch nicht, daß man zu Adolf Hitler „3a" sagt und die von ihm geschaffene Organisation, die NSDAP, ablehnt, denn ohne die NSDAP, kann Hitler sein Werk nicht vollenden. Die NSDAP, und ihren Führer nicht wählen wäre ein Verbrechen vor Gott und der Zukunft des ganzen deutschen Volkes. Eine solche Haltung, wie sie Adolf Hitler durch seinen Entschluß dem deutschen Volk gegenüber gezeigt hat, kann man nicht übersehen. Nur der verworfenste Abschaum in Deutschland kann diesen geradezu göttlichen Glauben Adolf Hitlers an sein Volk mißachten! lacht. Denn die Dege sind hier oben schlecht, wenn der Nooemberregen sie aufweicht, und sich um einer politischen Versammlung willen stundenlang durch Regen, Nacht und Dreck zu bemühen, das wäre eben einfach zuviel verlangt gewesen.— Ganz ander» aber heule. Wohl regnet es seit Stunden, und der kalte Bergwind lut ein Uebriges dazu, um den Anmarsch zu erschweren. Aber was tut das dem politisch er- wachten deutschen Menschen heute, jetzt in der großen Friedensschlacht? Da will keiner fehlen, da findet sich der ganze Kreis zusammen bis her aus dem entlegensten Wälderdönchen. Wenn irgendwo, dann ist heute hier in W e ft e r b u r g in herrlichster Weise das politische Gereiftsein des ganzen Volkes demonstriert worden. Sollte das Wagnis einer Großkundgebung wochentagsabends nicht doch zu groß gewesen fein? Optimisten find wir ja aus Gewohnheit, aber ...? Die schöne Westerwaldstadt ist wie ausgestorben, als wir eintreffen. Das schlechte Wetter hat uns ehrlich gespannt werden lassen auf den Besuch der Versammlung. Dann wird der Marktplatz erreicht. Ein riesiges Zett und davor eine große Zahl Fackelträger. Es ist die prächtige S2L der Standarte 365. Ein herrlicher Anblick, die strammen Männer mit den im knisternden Kampf mit Regen und Sturm hell lodernden Fackeln. HI-, Arbeitsdienst, NSBO. und BdM., alles trefflich geordnet, als hätten sie nie in anderem Wetter gestanden als dem des heutigen Abends. Alles in bester Stimmung. Die Standartenkapelle fetzt ein, Prä- sentiermarsch, Heil-Rufe und Blumen aus Kinderhänden, fo empfängt der einst stille Westerwald heute seinen Gauleiter mit lebhafter Begeisterung. So zeigt sich auch hier oben im Gebirge die wunderbare politische Reformation der deutschen Menschen. Drei Tage lang dauerten die Aufbauarbeiten an dem Riefenzelt in Westerburg. Jetzt ist es geschmückt mit den Fahnen der Bewegung, mächtigen Transparenten, ist dicht gefüllt von über 7 0 0 0 Männern und Frauen. Ein herrlicher Dank für die anstrengenden Dorbereitungsarbeiten. Äreisleiter Fischer eröffnet mit der Feststellung, daß es sich hier im Kreis Westerwald um eines der ärmsten deutschen Gebiete handelt. Der Ehrgeiz der Westerwälder aber sei, zu den treuesten Nationalsozialisten gerechnet zu werden. Als bann der Gauleiter an das Mikrophon tritt, brandet ihm nochmals eine stürmische Begeisterung entgegen. Die ruhigen Westerwälder haben alle Zurückhaltung aufgegeben vor dem Drang, sich auch offen und eindeutig zum neuen Geist des Volkes zu bekennen. Der Gauleiter spricht einfach in der Sprache und Denkweise dieser treuen, nachdenklichen Men- \ schen des Waldes, lieber eine Stunde lang folgen die Zuhörermassen mit größter Aufmerksamkeit der Behandlung von Deutschlands außenpolitischen Pflichten und Rechten. Am Dienstag hat sich der Novembernebel beson» bers widerspenstig gezeigt. Die gewöhnliche Fahrzeit reicht nicht aus. In Wetzlar haben die größten Säle nicht ausgereicht, um die Massen aufzunehmen. Tausende finden wir auf der Straß« unter Lautsprechern versammelt. Bor dem Haus der Kundgebung sperrt die SS. den Platz ab, wo di« stattlichen Stürme der 3ägerftanbarte 33 zur Besichtigung angetreten sind Sturmbannführer Süß meldet, urtb der Gauleiter schreitet grüßend bi« Front ab. In der Versammlung begrüßt ihn der rührige Kreisletter Landrat Grills mit Worten herzlicher Verbundenheit, denn den Wetzlarern ist der Gauleiter in den Fahren des Kamps«, um die I Macht ein guter Bekannter geworden. Das merkt | man hier sofort beim Betreten des feierlich ge- Schmückten Saals. Das Hessen-Nasiau-Lied wird ge- piett, feterüch und kraftvoll füllen feine Klänge ien Raum. Dann nimmt der Gauletter da» Wort. I Auch hier geht die Versammlung mit wie ein Mann. Auch hier sind Zustimmung und Beteiligung an ter Rede von tfunbertproaentiger Ein- I mühgfeit. Dann beginnt wieder der mühevolle Weg durch den dichten zähen Nebel. Es ist schwer, aber cs gelingt und findet vielfache Entschädiauna in W e i l • I bürg. Durch die Stadt zieht sich ein Doppelspolier brauner Fackelträger. Dieses mündet in den Marktplatz, wo die Massen unter freiem Himmel versammelt sind. Ein wundervolles Bild bietet sich dar. Die spitzgiebligen alten Patrizierhäuser haben reich illuminiert, von den Balkons des hohen weißen Rathauses hängen lange Hakenkreuzfahnen herab, ebenso aus den Fenstern der Häuser rund um die I sauber ausgerichteten braunen und grauen Forma- | Honen der Bewegung. 3n der Mitte rund um den Marktbrunnen stehen die Fahnenabordnungen aller I Vereine und Verbände, darüber auf dem Balkon des Rathauses das Mikrophon für den Redner. Ein wundervolles, feierliches Bttd, das für den Kreis Oberlahn ein unvergeßliches Ereignis bleiben wird. Der Gauleiter tut das Seinige, um den Abend au seinen würdigen und ernsten Höhepunkt zu steigern. I Auch hier ist kein würdigerer Abschluß denkbar, als daß die Zustimmungskundgebungen der Menge abgelöst werden durch das Deutschland-Lied. Weilburg wird einen stolzen 12. November haben, wenn es dem heutigen Abend entsprechend bleibt. I Die AeichSiagslandidaien aus Hessen und Hessen-Aassau. WSN. Frankfurt a. M., 7. Nov. Aus dem heute von der NSK. veröffentlichten Reichstagswahl. Vorschlag der NSDAP, zur Reichstagswahl am 12. November entnehmen wir weiter folgende Kandidaten aus Hessen und Hessen-Nassau: Noch niemals hat ein Revolutionär, der im Besitze der gesamten Macht war, acht Monate nach seiner Machtergreifung es gewagt, fein Volk auf- zusorbern, in einer geheimen Abstimmung darüber zu entscheiden, ob es mit seiner Politik emverstan- ,en sei oder nicht. Es ist eine menschliche Selbstver- tändlichkeit, daß, wenn eine neue Weltanschauung ich naä) langem schweren Ringen und nad) lieber- Windung der unerhörtesten Widerstände endlich siegreich durchgesetzt hat und in dem gesamten öffentlichen Leben vorgedrungen fcft, es sehr viele gibt, die einen solchen Sieg schwer empfinden, vor allen Dingen die, die früher Gegner waren. Es ist ferner eine Selbstverständlichkeit, die jeder einfachste Arbeiter begreifen wird, daß man in acht oder neun Monate», noch nicht übersehen kann, rote Arbeiten, die eingeleitet worden sind, sich einmal auswirken werden. 3eber Politiker würde in solchen Fällen '•erlangen, daß im Laufe einer bestimmten Zeit darüber überhaupt nicht gesprochen werden darf. Man stelle sich einmal vor, daß die Kommunisten in Rußland neun Monate nach ihrer Machtergrei- fung darüber hätten abfthnmen lassen, ob das russische Volk mit den Vorkommnissen und mit den Maßnahmen der Sowjet-Regierung einverstanden fet. Dies ist nicht mir nickst vorstellbar, sondern mutet von vornherein so absurd an, daß man jeden für verrückt erklären würde, der eine solche Frage ernsthaft auch mir in dte Diskussion zu werfen per- ftlckst«. Adolf Hitler, der wahrhaftig früher Feinde genug hatte und gegen den große Telle des deutschen Volkes jahrelang in der unerhörtesten Weise aufgehetzt wurden, hat das anscheinend undenkbare und Unglaubliche gewagt. Er hat das deutsche Volk aufgeforbert, am 12. November ,Za" ober „Nein" zu seiner Politik zu sagen. Er hat barüber hinaus aber auch bas beutsche Volk aufgeforbert, seine Organisation, bte NSDAP., zu wählen und dadurch vor der ganzen Welt anzuerkennen. Er hat es getan, weil er ein gutes Gewissen hat. Er hat so gehandelt, weil er davon überzeugt ist, aus dem allein richtigen Wege zu sein. Er hat diesen Schritt, den vor ihm noch niemals ein Staatsmann wagen konnte, getan, weil er an das deutsche Volk glaubt! Auch die Dolksgenosien, die früher mit der KPD., 27 Becker. Wilhelm, Werkmeister, Frankfurt a. M 28 Beckerle, Adolf Heinz, SA.-Führer. Frankfurt a. M. 121 Hauer, Daniel, Bauhilfsarbeiter, Buch- schlag, Kreis Offenbach 158 von Jag 0 w , Dietrich, 521.-Obergruppenführer, Schönberg bei Eronberg l. T 177 Kern, Fritz, Eberftabt bei Darmstadt. 198 Krawielitzkl, Hans, Geschäftsführer, v $et lettung am & rft M jus" -B«rl Denvers fwreuw einnt ! Sotbdcl! burd))U< längt«; fähigst' tollen i der 1 a# sm prafnli Berufs- möglich! v sind .i° iS. liietj tzie «*rt ,äbt fltrl öffentlich Jr. Le schätz, v M tragen, geschah würgt dcr öl Zähneli birterter Mm (furt fn sich in iwang, ( Ehre i Urteils, dennoch wo es ci UM, l flflff Öir H ben Wir wie fie i len. 51qi ihr Vers hin, um bensmifl i'l aus W ein (threlan een leid . Ohne N ße '3t r. neue • und zwi Ende L Sosfau «tz feine kufig § sein "ch et MWet Warte «HÖH hm !qU einigen totn tin j M f 0kl°de Ulami •eiter, b hune, w fmt l J’ifot n ** mi "»"Im I'!'« $rtn S n I OSRAM Verlangende die lichtreiche, qaegcfuiltG OSRAM-lampe. VMWWMMV»W«WWW»«U dn ma. erer B e - e r n sehen. tun zu haben. Mit Adolf Hitler steht und fällt Europa! Stellung Me-iebulganWenAngellasienverhasteiwmden Berlin. 7. Nov. (WTB.) Heute werden zwei ai bis runi müs iw herhalb der I - die in »sirr I rhöhong btt utod|tn, doh >nal|ojlflOffi- alt abge- i Iff auf bie a -ereivev. aatr ift bt- v> Wrd) L Rational- soMWche« heil nnb nb in der n. 3d) bringt innerung. 3m ’■ Reibung.) ende Jnorb- ratrnftba am 12. Hand, bafo bit iibigjlen hinaus find Tfiftn zn nt sich selbst ziehungenzudenNachbar so werden wir in dem Augenblick, wo die Sowjetunion überfallen wird, nur ein einziges Ziel kennen: Die völlige Zerschlagung des Gegners unddenSiegderRotenArmee! Wir haben unsere Rote Armee gestärkt und sind überzeugt, daß der Angreifer im geeigneten Augenblick erfährt, was es heißt, mit der unbesiegbaren Roten Armee zu Weiterverhandlung Mittwoch. — Reichspropaganda- Minister Dr. Goebbels wird gleich an erster Stelle als Zeuge vernommen werden. einem südrussischen Sanatorium g e • fahren sei. Nach der Rückkehr aus Südrußland habe er sie im September in Moskau besucht. Er sü dann häufig im September und Oktober mit ihr und ihrem Manne zusammengetroffen. Auch T a • n" s f habe sie wiederholt getroffen, Taneff sei ' V\ 1932 und Anfang 1933 wiederholt bei ihr 'n. - folgen dann die Zeugenvernehmungen, welche Verhaftung der drei bulgarischen ' ? k l a g t e n betreffen. Kriminalassistent Ho l z- f o r bekundet, daß von dem Kellner Helmer ’> Bayernhof ani 7 Rärz Anzeige erstattet d?, daß seit längerer Zeit im Bayernhof sich ^rholt Ausländer aufhielten. Helmer glaubte sind wir SklavenI Der Tag der Arbeit am 1. Mai hat Euch mit dem Aufbruch des ganzen deut- ichsn Volkes die Ehre als Männer der Arbeit wiedergegeben. Der Tag der Volksabstimmung am 12. November soll uns von den Völkern her und Moskau, 7. Nov. (WTB.) Zur Wiederkehr des 16. Jahrestages der Oktoberrevolution wurde in der großen Oper eine feierliche Sitzung des Moskauer Sowjets abgehalten, bei der der Vorsitzende des Rates, der Bundesvolkskommissar M o l o t o f f, ein umfassendes Referat hielt, in dem er u. a. ausführte: Unsere Politik gegenüber unseren f e r n ö st l i ch e n Nachbarn ist auf die Wah- Göring überreicht Mffolini ein Schreiben des Reichskanzlers. Rom, 7. Nov. Amtlich. Der Lhef der Regierung empfing im Palazzo Venezia den INinisterpräsiden- ten Göring, der ihm ein Schreiben des Reichskanzlers Hiller überbrachte, worin ihm dieser für seine Arbeit zugunsten einer gerechten Regelung der internationalen Beziehungen dankt und den Standpunkt der deutschen Regierung in bezug auf die Abrüstung darlegt, hierüber hat auch Minister Göring ausführliche Erkläulerongen gegeben in einer langen und herzlichen Unterredung. icr Beziehungen gerichtet. Allerdings >ie gegenwärtigen Ereignisse in der r e i fällt. Einige Japaner haben es als eine Dummheit bezeichnet, daß sie es für unerläßlich halten, vor der Eröffnung von Kriegshandlungen den "eitp I W in ‘“enfaffr „Rur wenn Ihr alle selbst eins werdet im Dillen. Deutschland zu retten, kann in Deutschland auch der deutsche Mensch seine Rettung finden." Adolf h i t l e r (1. Mai). Berlin, 7. Nov. (CNB.) Im „Deutschen" veröffentlicht der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley einen Aufruf an die deutsche Arbeiterschaft, in dem es heißt: Deutsche Arbeiter! Zähneknirschend habt Ihr es ertragen, wenn Euch irgendwo im Betriebe Unrech- geschah. Zähneknirschend habt Ihr es heruntergewürgt. wenn man Euch auf der Arbeitsstelle, auf der Straße oder sonstwo über die Achsel ansah. Zähneknirschend habt Ihr es erduldet, daß ein erbitterter und erbarmlungsloser Feind Oberschlesien, Rhein und Ruhr besetzte und wider alles Recht Eure friedliche deutsche Arbeit zunichte machte. Was sich in Euch aufbäumte, was Euch zur Abwehr zwang, ganz gleich gegen wen, war das Gefühl der Ehre in Euch. Es war das Ehrgefühl des freien Arbeitsmannes, der zwar arm an irdischem Gut, dennoch aber stolz, vor allem aber empfindlich ist, wo es seine Ehre galt. So wie Ihr denkt jeder anständige Kerl unter uns, und so wie Ihr denkt das ganze Volk: Die Ehre ist nicht vom Stärkeren gepachtet. Wir stehen waffenlos vor unseren ehemaligen Feinden. Wir mußten unsere Wehr zerstören, damit sie, wie sie feierlich gelobten, ihrerseits abrüsten könnten. Nachdem wir aber schwach waren, brachen sie ihr Versprechen. Die deutsche Regierung hat daraufhin, unter Bekundung ihres unverbrüchlichen Friedenswillens, die Abrüstungskonferenz verlassen und ift aus dem Völkerbund ausgetreten. Das Ehrgefühl eines ganzen Volkes hat sich damit gegen eine jahrelange, planmäßige Herabsetzung durch die anderen leidenschaftlich aufgebäumt. 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