Kehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 262 Drittes Blatt Mittwoch, 8. November 1933 SJ.Jporl Sn AOa« des DeMen Automobil-NM treu, wiederum zogen sie mit einem Die Gäste stellten heriges Pech Tor Unterschied den kürzeren. Die Gäste stellten sich als eine körperlich äußerst gewandte und stabile Handball im Gau XII der OT. It>. Hachenburg I — Gießener Turnerschaft I 7:6 (3:3). Auch in diesem Spiel blieb den Gießenern chr seit- Das war vor HOZahren! Oer Hitlerpuisch in München am 9. November 1923. Don Dr. Johann von Leers. die Hachenburger auf dieselbe Weise einen zweiten Erfolg buchen. Mit einem.glücklichen Fernwurf, den der Tormann falsch berechnete, verringerte Gießen den Abstand und kämpfte nun mit aller Energie um das Ausgleichstor. Wer wieder wurde die Verteidigung von dem linken Flügel der Hachenburger überrannt, der den Angriff mit unhaltbarem Wurf abfchloß. Der Sieg der Gäste schien gesichert, als Gießen noch einmal zu einem machtvollen Angriff ansetzte, der in kurzer Folge zwei Tore und damit den Gleichstand brachte. Noch eine Minute Spielzeit; vom Anwurf in der Mitte kommen die Gäste bis an den Gießener Strafraum; hier entschied der Schiedsrichter Strafwurf, der den Hachenburgern mit dem Schlußpfiff die zwei Punkte einbrachte. Auch diesmal stand die heimische Mannschaft einem Gegner gegenüber, der sie um ein Weniges an Durchschlagskraft, Zähmkeii und Siegeswillen übertraf. Das gab den Wsfchlag. Der Schiedsrichter war sichtlich erregt. Das Spiel litt darunter. Klein-Linden Jugend — 2Niv. Jugend 0:15. Wie das Vorspiel, so wurde auch das Rückspiel hoch gewonnen. Zeitweise zeigten die Männerturner recht gutes Zusammenspiel, wenn es auch der Gegner ihnen nicht sehr schwer machte, ihre Angriffe aufzubauen. Generalsyndikus ist Dr. Ludwig Trendel und Generalsekretär Dr. Fritz Junghans. Die Pressestelle befindet sich in Hannover. Im Interesse einer einheitlichen Berichterstattung werden Nachrichten über den DDAC. nur von dort gegeben. Die Flaggenweihe des DDAC. in Verbindung mit den programmatischen Erklärungen des Führers des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, findet am 29. November in München statt. Am Sonntag, 3. Dezember, werden im ganzen Reich erstmalig die neuen Fahnen und Wimpel des Clubs gehißt. Die Zwischenzeit dient der inneren Organisation des DDAC., wie Einteilung und Leitung der Gaue, Bestimmung chrer Geschäftsstellen und Bildung der Bezirks- und Ortsgruppen. Hierfür gelten u. a. folgende Richtlinien: Die Gebiete der Gaue des DDÄC. find grundsätzlich die gleichen wie die der Gruppenstaffeln des NSKK. Au der Spitze der Gaue steht ein ehrenamtlicher Gauleiter mit einem Stellvertreter, ein ehrenamtlicher Sportleiter und ein hauptamllich angestellter Geschäftsführer, die vom Korpsführer des NSKK. mit der Führung beauftragt bzw. endgültig ernannt werden. Im Gegensatz der bisherigen Gepflogenheit, den Gauen hohe Slnteile der gesamten Mitgliederbeiträge zu überlassen, wird der DDAC. die Finanzgebarung durch seine Hauptverwaltung zentral gestalten. Die Gaue gliedern sich in Bezirke und Ortsgruppen, deren Besetzung der Gauleiter bestimmt. Die Ortsgruppen sind befugt, in bescheidenen Grenzen einen Ortsbeitrag von jedem Mitglied zu erheben. Die Ortsgruppen dienen der örtlichen Zusammenfassung der Mitglieder als Pftegestätten allterie-Regiments. Lossow telephoniert mit dem Kronprinzen Rupprecht. Die Station des 19. Jnfan- terie-Regiments gibt folgenden Funkspruch heraus: „An alle Funkstationen. Generalstaatskommissar von Kahr, General von Losiow, Oberst Seißer lehnen Hitler- putsch ab. Mit Waffengewalt erpreßte Stellungnahme in der Bürgerbräu-Versammlung ungültig. Vorsicht gegen Mißbrauch obiger Namen. von Kahr, von Lossow, Seißer." Hitlers Adjutant Siry wird mit dem frechen Wort: „Mit Rebellen verhandeln wir nicht", von der Kahr-Gruppe verhaftet. Frühmorgens erzählt Oberst Leupold im Wehrkreiskommando, Lossow habe erklärt, er halte sich nicht mehr an sein Wort gebunden, da er unter Pistolenzwang g e • ft a n b e n habe. Am frühen Morgen klebt an den Münchener Straßen eine Proklamation des Ministers Matt: „Bekanntmachung. Durch einen Putsch Hitler- Ludendorff wurde Die verfassungsmäßige Regierung für abgesetzt erklärt. Die verfassungsmäßige Regierung besteht weiter. Sie fordert die gesamte Beamtenschaft, Polizei und das bayerische Kontingent der Reichswehr auf, ihrer verfassungsmäßigen Regierung treu zu bleiben und den Revolutionären den Dienst zu verweigern. Wer dem entgegenhandelt, wird als Hochverräter behandelt. Die Regierung erwartet, daß das bayerische Volk in Stadt und Land dem Preußen Ludendorff und seinem Anhang, der es unternommen hat, unser bayerisches und deutsches Volk in namenloses Unglück zu führen, die Ge- solgschaft versagen wird. Weitere Bekanntmachungen werden erfolgen. Den 9. November 1923. Für das verfassungsmäßige Gesamtministerium: Dr. Matt." Der Verrat war offensichtlich. Am frühen Morgen hatte der „Stoßtrupp Hitler" unter vieltausendstim- migem Jubel die Hissung der Haketikreuzfahne auf dem Münchener Rathaus erzwungen. Nun war der Verrat offen und klar zutage getreten. Truppen setzten sich gegen das von Hauptmann Röhm besetzte Wehrkreiskommando in Bewegung. Von der Reichswehr in München erklärte sich lediglich die Infanterieschule für Adolf Hitler. Herr von Kahr beruhigte sich in der Neunzehner Kaserne, als ihm gemeldet wurde: „Seine Königliche Hoheit Kronprinz Rupprecht billigt unfern Standpunkt." Zur gleichen Zeit erscheint nun auch eine Proklamation des Herrn von Kahr: „Treu- und Wortbruch ehrgeiziger Gesellen haben aus einer Kundgebung für Deutschlands nationales Wiedererwachen eine Szene widerwärtiger Vergewaltigung gemacht. Die mir, General von Lossow und Obersten Seißer mit vorgehaltenem Revolver ab gepreßten Erklärungen sind null und nichtig. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei sowie die Kampfverbände Oberland" und „Reichsflagge" sind aufgelöst. München, 9.November, 3 Uhr morgens. von Kahr, Generalstaatskommissar." (Schluß folgt.) eingetroffen. Er geht sofort auf die Herren von Lossow, von Kahr und von Seißer zu und sagt: „Meine Herren, ich bin ebenso überrascht wie Sie, aber der Schritt ist getan, es handelt sich um das Vaterland und die große nationale völkische Sache." An Lossow wendet sich der Oeneralquartiermeifter des Weltkrieges noch besonders: „Also Lossow, tun Sie mit und schlagen Sie ein in meine Hand!" General von Lossow nimmt Haltung an und reicht Ludendorff die Hand, ebenso Seißer. Herr von Kahr macht noch immer Schwierigkeiten. Adolf Hitler geht wieder zurück in den Saal und spricht: „Wir haben die Novemberverbrecher abgesetzt! Landesverweser wird von Kahr. Ministerpräsident Pöhner! Die Reichsarmee erhalt Ludendorff! Ich schlage weiter vor: bis wir mit den Novemberverbrechern abgerechnet haben, die Deutschland zugrunde richten, übernehme ich die Leitung der Politik der nationalen Regierung!" Der Saal jubelt. Noch immer steht Kahr daneben, lächelt ein gefrorenes und unsicheres Lächeln, preßt schließlich die Worte heraus: „In des Vaterlandes höchster Not übernehme ich die Leitung der Staatsgeschäfte als Statthalter der Monarchie. Ich tue es mit schwerem Herzen, aber ich hoffe zum Wohle Deutschlands ..." Die übrigen bayerischen Minister, von Knilling, Wutzelhofer, der üble Schweyer, werden inzwischen abgeführt. Kahr, Lossow und Seißer stehen zusammen im leeren Saal. Ehe Adolf Hitler hinausgeht, wendet er sich an Ludendorff: „Exzellenz, Sie sind mir für die Gefangenen verantwortlich." Ludendorff reicht Hitler die Hand. Apathisch wartet Kahr, wartet Seißer. Nur Lossow durchmißt den Raum mit Riesenschritten, pflanzt sich vor dem undurchsichtig blickenden Ludendorff auf: „Sind mir denn gefangen, Exzellenz? Haben wir denn nicht vor der ganzen Versammlung bewiesen, daß wir mit Ihnen eines Sinnes sind? Ich bin Offizier und General..." Ludendorsf antwortet nicht. „Wir geben Ihnen unser Ehrenwort, daß wir treu zur Seite stehen..." Der Feldherr sieht die bargebotenen Hände. Nimmt sie. „Die Gefangenen sind frei!" (Aus Czech-Ioch- berg: .Hitler!") Zu anständig!... Wie so oft in der germanischen Geschichte zu anständig! Um 23 Uhr wird das Hauptpostamt von Nationalsozialisten besetzt. Der Telephonverkehr befindet sich damit unter nationalsozialistischer Kontrolle. Aber die Radiostationen auf der Kaserne sind frei.. Die Nachrichten wechseln. Hauptmann Röhm besetzt das Wehrkreiskommando. Ludendorff will immer noch nicht glauben, daß den in Bewegungsfreiheit gelangten Kahr, Losiow und Seißer nicht zu trauen ist. Als Hauptmann Seidel zuerst den Verdacht eines Verrates ausspricht, jagt er ganz entrüstet. „Ein deutscher General bricht sein Wort nicht." Kahr und seine Klique fahren in die Kaserne des 19. Jnfan- lieber die Neuorganisierung des deutschen Automobilwesens erfahren wir von gut unterrichteter Seite, daß es sich bei dem Deutschen Automobil- Club nicht um die Fortsetzung eines bisherigen Clubs, sondern um eine neue Organisation handelt. Das kommt auch in einer Erklärung zum Ausdruck, in der der Korpsführer des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, u. a. folgenden Grundsatz verkündet: „Die Ausammenfasiung aller deutschen Kraftfahrer zu einer neuen machtvollen öefamtor- aanisation findet nur dann ihre Begründung, wenn an Stelle dec bisherigen, sich ouflösen- den Gebilde eine junge, lebendige, vom Geist des neuen Deutschlands getragene Organifa- fafion tritt. Aus diesem Grunde ist es notwendig, für den „Deutschen Automobil-Club" nur die besten Kräfte bei der Personalbesetzung, insbesondere bei der Hauptverwaltung des Clubs, zu berücksichtigen. Gealterte oder nicht mehr voll Leistungsfähige inüsien abgebaut werden, wobei ich selbstverständlich unnötige Härten vermeide und, soweit dieses verantwortet werden kann und sich ermöglichen läßt, Uebergangserleichterung gewährte." Das Präsidium des Deutschen Automobil-Clubs besteht aus dem Ehrenpräsidenten Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha, dem Präsidenten Rechtsanwalt und Notar Fülle, bisher Präsident des ADAC., dem Ersten Vizepräsident Professor Oppermann, Stellvertretender Führer des NSKK. und den Vizepräsidenten Direktor Dr. Ilgner und Edward Kroth. Die Leitung der Verwaltung liegt in München in den Händen des Freiherrn von Eglofs st ein, bisher Präsident des Bayerischen Automobil-Clubs. Mannschaft vor, die zudem noch mit außerordentlichem Kampfgeist bei der Sache war. Die ersten zehn Minuten sahen die Gießener forsch im Angriff und brachten sie auch mit 3 :1 in Vorteil. Bald hatten sich jedoch die Hachenburger mit den Verhältnissen vertraut gemacht und kamen nun ihrerseits in Schwung. Ein ungemein fesselnder Kamps entspann sich, m dessen Verlauf es den Hachenburgern Ä, bis zur Pause den Gleichstand wiederher- m, darunter allerdings auch ein Tor aus glatter Abseitsstellung. In unvermindertem, wenn nicht noch verschärftem Tempo ging der Kampf nach der Halbzeit weiter, auf beiden Seiten wurden die heftigsten Anstren- gungen gemacht, um die Führung zu gewinnen. Eine weite Vorlage über die zu weit vorgerückte heimische Verteidigung hinweg, verwandelte der Linksaußen glatt zum Tor. Kurz darauf konnten m. Der putsch im Äürgerbräukeller. Die Einsetzung des Generalstaatskommissars von Kahr in Bayern verstärkte die Spannung zwi- schen der bayerischen Regierung, deren monarchisti- schen Tendenzen immer stärker hervortraten, und der R e i ch s r e g i e r u n g. Bereits am 27. Novern- der verhängte die Reichsregierung den Ausnahmezustand über das ganze Reich, Reichswehrminister Gehler erhielt die vollziehende Gewalt übertragen und gab sie seinerseits wieder weiter an die Befehlshaber der sieben Wehrkreise. Herr von Kahr antwortete darauf mit der Außerkraftsetzung des Republikschutzgesetzes, weigerte sich, Gold der Reichs- bank aus Nürnberg nach Berlin abtransportieren zu lassen, befahl der bayerischen Zweigstelle der Reichseisenbahnverwaltung, nur noch Anweisungen der bayerischen Regierung Folge zu leisten, und wies seine Polizei an, eine größere Anzahl von Haftbefehlen des Reichsgerichts nicht mehr zur Aus- führung zu bringen. Zwischen Herrn von Kahr und Adolf Hitler bestand llebereinftimmung in der Gegnerschaft gegen die Berliner Reichsregie- rung. Das war aber auch die einzige Ueberein- ftimmung zwischen den beiden Männern. Während Herr von Kahr und fein Anhang auf eine Wieder- iierftellung der bayerischen Monarchie, eine Ein- etzung einer bürgerlich nationalen Regierung hin- teuerte, wollte Adolf Hitler die Generalabrechnung mit dem Marxismus, dem Judentum und den Zentrumseinflüssen erzwingen. In den Endzielen gingen die beiden Persönlichkeiten nicht nur stark auseinander, sondern standen sich scharf gegenüber. Im Hintergrund entwickelte sich bereits ein Kampf zwischen beiden. Auf das Verbot seiner Versammlungen antwortete Adolf Hitler durch den Befehl an alle Nationalsozialisten, aus den Verbänden, die nicht dem unter Adolf Hitlers Leitung zu- sammengeschlossenen ,Lampfbund" angehörten, aus- zutreten. Der „Völkische Beobachter" griff in scharfer Weise bereits Herrn von Kahr an. Dieser antwortete mit einer Verwarnung. In derselben Nurn- mer hatte das Blatt eine Notiz gebracht, daß die Gemahlin des Generals von Seeckt Jüdin sei. Adolf Hitler veranlaßte das Blatt, diese Notiz als nicht erweislich wahr mit dem Ausdruck des Bedauerns z u r ü ck z u n e h m e n. Die Reichsregierung, froh, einen Vorwand gefunden zu haben, die lästige nationalsozialistische Bewegung mundtot zu machen, verbot den „Völkischen Beobachter". Sie übertrug die Ausführung des Verbotes dem bayerischen Generalstaatskommissar Herrn von Kahr. Dieser weigerte sich. Reichswehrminister Geßler erteilte darauf dem Wehrkreisbefehlshaber General von Lossow den Befehl, von sich aus den „Völkischen Beobachter" zu verbieten. Herr von Lossow erklärte sich telegraphisch für außerstande, diesen Befehl durchzuführen. In den Massen der bürgerlich-nationalen Bevölkerung gewannen er und Herr von Kahr hierdurch ein außerordentlich starkes Ansehen. Es gelang Herrn von Kahr, die bayerischen Verbände damit politisch unter seine Führung zu bekommen. Wieder gab es eine Reibung der Kahr- front mit Adolf Hitler: der Führer des Wehroer- bandes „Reichsflagge" schloß sich Herrn von Kahr an, der Verband spaltete sich, ein großer Teil blieb bei Adolf Hitler unter der Führung von Haupt- man Röhm mit dem Namen „Reichskriegsflagge". Der Konflikt zwischen München und Berlin verschärfte sich immer mehr. Reichswehrminister Geßler fetzte den General von Lossow ab — darauf vereidigte die bayerische Regierung die Truppen der bayerischen Division auf die bayerische Staatsregierung und setzte den General von Lossow als Lan- deskommandanten ein. Jetzt war der Kampf da! Der Marsch nach Berlin lag in der Luft. Am 26. Oktober erklärte Herr von Kahr: „Ich verhandle nicht mehr mit der Reichsregierung!" Die Berliner Presse sprach von einem bevorstehenden Putsch in Bayern. Man war gut orientiert. Am 3. November sprach das „^Berliner Tageblatt" von einem „deutlichen Abrücken Kahrs und Lossows von Ludendorff und Hitler". Arn selben Tage fanden Besprechungen statt, an denen Hitler und L u - dendorsf auf ber einen Seite, General von L o f s o w und Polizeipräsident Oberst von Sei- H e r auf der anderen Seite tellnahrnen. Wieder zog Kahr die Entscheidung hin. Man wollte „51 Prozent Sicherheit" des Gewinnes haben, man wollte noch mit dieson und jenen „Persönlichkeiten" Fühlung nehmen — inzwischen wuchs die Ungeduld des Volkes immer stärker. Die Entschlußlosigkeit Kahrs rührte nicht zuletzt aus der Furcht seines Kreises her, daß eine wirklich entfesselte Volksbewegung mit Selbstverständlichkeit über alle die feingesponnenen reaktionären Fäden hinweggehen würde. Adolf Hitler versuchte immer wieder aufs neue, den zögernden Generalstaaskommiffar vorwärtszutreiben. Von Tag zu Tag hielt Herr von Kahr ihn hin. Ein dunkler Novemberabend liegt über München. Es find nun gerade fünf Jahre, seitdem der Novemberoerrat Deutschland den Dolch zwischen die Schulterblätter bohrte. Im Bürgerbräzrkel- l e r spricht vor den Vertretern der Wirtschaft, der bürgerlichen Parteien und seiner „vaterländischen Verbände" der Generalstaatskommissar von Kahr. Plötzlich ist Lärm vor der Tür, Lastkraftwagen rollen die Straße herauf, der „Stoßtrupp Hit- I e r" springt von den Wagen, besetzt die Tür, ohne daß die blaue Polizei irgendeinen Widerstand leistet. Dem obersten SA.-Führer Hauptmann Göring wird die völlige Abriegelung des „Bürgerbräukellers" gem'-'bet. Adolf Hiller schreitet, von drei bewaffneten Nationalsozialisten begleitet, mitten durch den Saal. Ein Revolverschuß gegen die Decke schafft ihm Gehör. Adolf Hitler ruft in den Saal: „Die Regierung ist gestürzt, die nationale Republik ist proklamiert!" Herr von Kahr und feine Begleiter werden in ein Nebenzimmer geleitet Herr von Kahr ist ärgerlich, daß man ihn in feiner Rede unterbochen hat. Auf dem Podium spricht Hauptmann Göring: „Heute beginnt die nationale Republik ... Nicht gegen Kahr geht es, ... nicht gegen Militär und Polizei, ... bloß gegen die Der- iiner Iudenregierung." Im Nebenzimmer stellt Adolf Hitler^den drei Herren cindringlich vor, daß i e tz t die Stunde da ist, daß sie sich zur Verfügung halten und rnit- Wirten müssen in der Regierung der nationalen Befreiung. Inzwischen ist General Ludendorff fettiger Kameradschaft im nationalsoziaNsNschen Gemeinschaftsgeisl. Jede Ortsgruppe wird bezeichnet: „Der Deutsch« Automobil-Club (DDAC.), Ortsgruppe .. . .“ Der gesamte innere Aufbau des DDAC. muß noch vor Beginn der ersten großen sportlichen Veranstaltung — Winter-Zuoerlässigkeitsfahrt im Februar 1934 — abgeschlossen sein. Zutzballergebniffe der Kreiskraffen Gi ßen. I- Kreisklasse: Großen-Buseck — Leihgestern 2:3; Lich — Heuchelheim 2:4; Wieseck — Garbenteich 14:2 (5:0); Wetzlar C — Bissenberg 2:6 (2:2); Ehringshausen — Werdorf 4:1 (2:0); Nauborn gegen Aßlar 3:5 (2:2); Holzhausen — Allendorf 5:2 (3:0); Laubach — Ulrichstein 5:3 (1:0); Ellingshausen — Grünberg 1:7 (1:5); Ruppertsburg gegen Schotten 1:3 (1:0). Kreissonderklasse: SD. Wetzlar II gegen Lollar II, für Wetzlar gewonnen; Naunheim gegen 1900 Gießen II 12:2 (3:1); Wißmar — Steinberg II 3:0 (0:0). II. Kreisklasse: Lich II — Heuchelheim II 4:6 (4:3); SC. Wetzlar II — Bissenberg II 1:1 (1:1); Krofdorf — VfB. Gießen III 1:3 (1:2); Waldgir- mes — Büblingshausen II 5:0 (2:0); Hermann- stein II — Wetzlar III 1:9 (0:3); Albshausen gegen Büblingshausen 0:1 (0:1); Sportfr. Wetzlar gegen Braunfels 6:0 (4:0); Leun — Berghausen 6:2 (5:0); Hermannstein — Oberbiel 3:3 (1:1). Spielveremigung 1900 Gießen. 1900 1. Jgd. — SV. 1920 Heuchelheim 1. Jgd. 9:1 (4:1). Mit einem etwas hohen Resultat von 9:1 Toren mußten sich die Gäste aus Heuchelheim geschlagen bekennen. Bei anfangs verteiltem Spiel gewannen die Einheimischen, selbst gegen den Wind spielend, leicht die Oberhand. Nach zehn Minuten Spieldauer erzielten die 1900er ihr erstes Tor. Durch ein Mißverständnis des rechten Verteidigers konnten die Gäste ausgleichen. Bis zur Halbzeit konnten die Gastgeber das Resultat auf 4:1 für Gießen stellen. Nach Halbzeit spielle 1900 mit dem Wind. In gleichmäßigen Abständen stelllen die Einheimischen das Resultat auf 9:1 Toren. Heuchelheim war sehr eifrig, konnte jedoch gegen die bedeutend technisch besseren Gießener nichts ausrichten. 1900 2. Jgd. — Steinbach 1. Jgd. 2:4. Steinbach revanchierte sich für die am letzten Sonntag in Gießen erlittene Niederlage, gegen btt mit nur 9 Mann spielende zweite Jugend mit 4:2 Toren. Sporiabteilung des Tv. Wieseck. Wieseck I — Garbeuteich I 14:2. Die Gäste, die nur mit zehn Mann antraten, lieferten den Platzbesitzern ein flottes Spiel. Was Wie- feck an Technik voraus hatte, versuchten die Gäste durch großen Eifer auszugleichen. Schon wenige Minuten nach Spielbeginn konnte Wieseck in Führung gehen. Garbenteich ging dann mächtig aus sich heraus, jedoch scheiterten alle Angriffe an Wiesecks guter Abwehr. Bis Halbzeit stellte Wieseck das Ergebnis auf 5:0. Nach Seitenwechsel lag vorerst Garbenteich im Angriff, doch wurde Wieseck mehr und mehr überlegen und erzielte Tor auf Tor. Erst in der Mitte der zweiten Halbzell kamen die Gäste zu chrem ersten Tore. Später gelang es den Gästen, das Ergebnis auf 12:2 ju stellen. Wieseck erhöhte zum Schluß auf 14:2. Trotz der hohen Niederlage lieferte die Mannschaft aus Garbenteich ein flottes, ruhiges Spiel und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Vorher hatte Wieseck Jugend die Jugend von Lollar zum Gegner. Auch hier waren die Gastgeber ihren Gästen stark überlegen und schickten dieselben mit einer 16:l-Niederlage nach Hause. Sportverein 1920 Lollar. Bad-Nauheim I — Lollar I 7:2 (4:2). Die 1. Mannschaft von Lollar mußte am Sonn tag zum derzeitigen Tabellenführer Bad-Nauheim. Lollar fuhr mit wenig Aussichten, da der Mittelläufer zur Zeit noch gesperrt ist. Außerdem war die Mannschaft beim Anpfiff noch nicht vollzählig und erst beim Stande von 2:0 für Bad-Nauheim kam der 11. Mann. Nauheim lag gleich im Angriff, der Sturm sand sich sofort und überraschte Lollars Verteidigung. Nach 10 Minuten stand bas Spiel schon 2:0 für Den Gastgeber. Lollar war im Sturm nicht schlecht, fand aber keine Unterstützung in der Läuferreihe. Auch die Verteidigung Lollars kam nicht recht in Schwung. Bad-Nauheim erhöhte auf 3:0. Das war den Gästen doch zuviel. Der Halblinke riß den Sturm immer wieder nach vorn, aber zum Torschuß reichte es nicht. Bei einem der Angriffe wurde der Halblinke unfair gelegt: der (Elfmeter- ball wurde sicher verwandelt. Von nun an wandte sich das Blatt. Wohl tarnen die Gastgeber zum billigen vierten Treffer, aber Lollar war dauernd im Angriff und kam zum zweiten Erfolg. Bad- Nauheim war nun völlig aus dem Konzept gebracht und für Lollar gibt es Ausgleichsmöglichkeiten genug, die aber alle ausgelassen wurden. Der Sturm war von großem Pech verfolgt. Die Schwäche- periode ber Gastgeber ging vorüber, ohne baß bas Spiel eine Wendung erfahren hätte. Dann kam Bab-Nauheim nochmals mächtig auf und erhöhte bis auf 7:2 Tore. Das Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf. Der Schiedsrichter konnte nicht immer gefallen. KV. „Teuioma" Laubach. FV. Teutonia Laubach I — Lhattia Ulrichstein I 5:3 (1:0). Das vierte Spiel In ber Herbstrunde begann mit einer leichten Ueberlegenheit ber Laubacher Mannschaft, die auch in der 25. Minute in Führung ging. Bi zur Halbzeit blieben beiden Parteien Torerfolge versagt. Nach der Pause konnten die Gäste aus einem Gedränge vor dem Laubacher Tor den Ausgleich erzielen und kurz Darauf im Anschluß an einen Eckball sogar in Führung gehen. Die Platzmannschaft wurde immer besser und tonnte ball» durch Den Mittelstürmer gleichziehen. Die Gäste werden in ihre Hälfte zurückgedrängt, wobei es bem linken Läufer gelang, aus 30 Meter Entfernung bas dritte Tor für Laubach unhaltbar einzusenbeu. In kurzen Abständen kam die Platzmannschaft noch zweimal zum Erfolg. Gegen Schluß gelang es Ulrichstein, bei einem unerwarteten Dorstoß bas Torverhältnis noch einmal zu verbessern, aber ber Sieg mußte der befferen Mannschaft bleiben. Mit diesem Spiel führt die Laubacher Mannschaft weiterhin ungeschlagen mit 8:0 Punkten und 26:5 Toren die Tabelle an. Oer Sternhimmel im November. Nachdruck verboten. Sonnenaufgang von 6.55 bis 7.45 Uhr. Sonnenuntergang von 16.30 bis 15.50 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: Vollmond am 2. um 0 Uhr. letzte. Viertel am 10. um 13 Uhr. 1. Vier- tel am 24. um 9 Uhr. Nicht allzu oft bietet der November die Aussicht auf einen klaren Sternenhimmel, aber wir wollen hoffen, daß uns in diesem Jahr die novemberlichen Nebel die Freude nicht allzu sehr trüben; denn es pella. die Für solche ist ja der Doppelstern ist. der aus einem mächtig ausgedehnten und aus einem kleineren sehr viel heißeren Stern besteht. Sie umlaufen einander so daß der große den kleinen zeitweise verdeckt, und d.ese^. deckung. während deren Die Helligkeit des eternes nachläßl. soll etwa einen Monat dauern. Das Stern- paar ist etwa 15mal fo weit entfernt wie die Ca- " “ also nur scheinbar in der Nahe steht, sogenannten „Bedeckunqsoeränderlichen" Algol das wegen feiner Helligkeit und 1t Kleine Buch- *Oi SlAßEN 'oran Merkur '9ei RH Mars (R) Jupiter •^»Saturn 'S Sonne Mond: J) 1. Viertel @ Vollmond d letztes VierteI Der die 24 Stundenzahlen von Mieter* nacht bis Mitternacht tinrz Tages enthaltende Kreit und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest- stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeuger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monats mitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. WiU man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die su dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht milzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- naismitte ist der gerade Pfeil ’/» Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats- mitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. gibt in der Tat mancherlei am Sternhimmel zu schauen. Der November ist der erste Monat, der uns am Firsternhimmel die Pracht der Wintersternblldcr voll zeigt. Denn im Oktober war der Orion nur in den späten Abendstunden zu sehen, nun aber erscheint er schon erheblich früher, und infolgedessen tonnen wir auch ein größeres Stück seines Laufes am Himmel verfolgen. In den späten Abendstunden erscheint bann auch der Sirius, und damit ist das herrliche, sich von der Capella im Fuhrmann bis »um oirius erstreckende Winterfcchseck vollständig. Die Capella, die höchste Spitze dieses Sechsecks ist bei zünftigen Sternforschern und bei Freunden des Sternhimmels gleich beliebt, bei den Sternfreunden. weil sie einer der hellsten und schönsten Sterne des Himmel ist, bei den Sternforschern, weil wir durch ein Zusammentreffen ganz besonders günstiger Umstände über sie hervorragend gut Bescheid wissen, jo daß sie einer der bestbekannten Sterne des Himmels ist. Fast dasselbe läßt sich nun auch von einem der ganz in ihrer Nähe stehenden schwachen Sternlein sagen. Sie trugen, well Capella „kleine Ziege" bedeutet, von alters her den Namen „Hädus oder „Zicklein". Jetzt hat die neuere Sternkunde entdeckt, daß der eine dieser Zicklein ein ganz gewaltiger leichten Beobachtbarkeit unerreichbare Vorbild; aber ein immerhin recht hübsches Beispiel solcher Sterne ist auch ein Stern im Stier, der etwas rechts von dessen hellstem Stern Aldebaran steht. Er führt den Namen „ßamba" und ist von der vierten Größe, gewöhnlich eine Kleinigkeit heller, während der Bedeckung etwas minder hell. Unter ihm, rechts vom Orion, steht das langgestreckte Sternbild des Eri- danus, auch „Fluß" genannt. Die Wandelsterne sind sämtlich sichtbar, der Merkur gegen Ende des Monats kurze Zeit am Mor- genhimmel, und gleichfalls in der Morgendämmerung der Jupiter, die Venus, mit zunehmender Dauer ihrer Sichtbarkeit am Abendhimmel, und ebenso auch der Saturn, der ja letzthin durch seinen Fleck so viel von sich reden gemacht hat. Wenig günstig ist dagegen die Sichtbarkeit des Mars. Noch fei an den Sternschnuppenschwarm der Le- oniden erinnert, der um die Monatsmitte erscheint. Es ist nicht unmöglich, daß er in diesem Jahr besonders glanzvoll auftritt, wiewohl die gleiche Erwartung im Vorfahr zu einer Enttäufchung geführt hat. Allerdings störte damals auch der Vollmond, was in diesem Jahr nicht der Fall sein wird. Küstermann. • Wirtschaft. Oie Adam-Opel-AG. im Jahre 1932. Die Adam-Opel-AG., Rüsselsheim, weist für 1932 einen Verlust auf, der durch Anpassung der Unkosten an den auf 14 787 (19 406) Wagen zurückgegangenen Umsatz und durch bas Gleichbleiben bes Exports aus 838 973 (3 378 638) beschränkt werben konnte. Diese Summe wirb ein- fchließl. der Verluste aus ben Vorjahren in Gesamt- hohe von 16 407 922 Mark vorgetragen. Im Fahr- rabgefchäft konnte ber Umsatz mengenmäßig um 22 d. Sy gesteigert werben, bagegen erreichte ber Fahrrabexport einen Tiefpunkt. Die Gesamt- ausfuhr an Fahrräbern aus Deutschland betrug in 1932: 12 749 Stück gegen 117 219 in 1929. In den ersten Dreioierteljahren 1933 ist ber Wa- genversanb einschl. Export auf 34 913 (18 712) Wagen um 87 v. Sy gestiegen, bie stärkste Steigerung hatte ber Juni mit 173 o Sy aufzuweisen. Die Zahl der Beschäftigten lag im Oktober 1933 mit 10 000 Mann um 59 v. H. über bem gleichen Dorjahrs- monat Außerbern hat sich bie Zahl ber geleisteten Lohnstunben mehr als vcrboppelt. Aehnliche Erhöhungen ber Beschäftigungsziffer zeigen bie rb. 900 deutschen Lieferstätten der Gesellschaft. Man hofft, die Belegschaft in ihrem derzeitigen Stand über ben Winter halten und für die Zukunft steigern zu können. Die Stillhalteverpflichtungen von 9,45 Millionen Mark wurden im laufenden Jahre im Rahmen ber Devisenbestimmungen abgebeckt. * * Oünftige Entwicklung bes Erz- bergbau an ber Lahn unb an ber Dill u n b in Ob er Hess en. Nach Mitteilung bes Berg- unb Hüttenmännischen Vereins zu Wetzlar schreitet bie Entwicklung bes Erzbergbaues an Lahn, Dill unb in Oberheffen, wenn auch langsam weiter günstig fort. In Oktober sind die zwischen Gruben unb Hütten bestehenben Abmachungen wegen Mehrabnahme von Jnlanberzeugnissen unter Einschaltung einiger Ergänzungen bis zum 31. Mai 1934 verlängert worben. Diese erfreuliche Tatsache gibt ben Gruben die Zuversicht, für einen längeren Zeitabschnitt bie Betriebe in bem bisherigen Umfang aufrechterhalten zu können. Nachbem nun auch Sie reinen Stahlwerke von biefem Monat ab zusätzliche Erzmengen abnehmen, kann mit einer geringen weiteren Vermehrung von Belegschaft unb Förberung gerechnet werben. • Der Jnbex ber Großhanbels- preife im Monatsdurchschnitt O k - t o b e r 1933. Die vom Statistischen Reichsamt berechnete Indexziffer ber Großhandelspreise stellte sich im MonatsdurchschniU Oktober aur 95,7 (1913 100); sie hat sich gegenüber dem Vormonat (94,9) um 0,8 o. Sy erhöht. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarsoffe 92.7 (plus 3.1), Kolonialwaren 72.7 (minus 2,4), industrielle Roh- stosse unb Halbwaren 88,9 (minus 0,3) unb mbu- ftrielle Fertigwaren 113,8 (plus 0,2). Frankfurter Börse. IJlitlagsbörfe: Renten fest, Aktien still und uneinheillich. Frankfurt a. M., 7. Noo. Das Publikums- intereffe richtete sich auch an ber heutigen Börse wieder vorwiegend auf den Rentenmarkt, ber wieder ziemlich lebhafte Umsätze aufwies, zumal sich hier auch die Kulisse stärker am Geschäft beteiligte. Im Bord er gründ des Jnteresies standen Altbesitzanleihe (79,50 mit + 0,50 o. Sy, ferner späte Reichsschuldbuchforderungen (90,13) + 0,40 v. Sy, Neubesitz (13,50) gewannen 10 Pf. Reichsbahn-VA. waren nach knapp behaupteter Eröffnung leicht erhöht, ferner konnten sich Stahloerein-Bonds um 0,25 d. Sy befestigen. Der Aktienmarkt lag dagegen wieder vernachlässigt und uneinheillich. Orders lagen nur in geringem Umfange vor, und auch Anregungen fehlten nahezu vollkommen. Die Grundstimmung war indessen nicht unfreundlich, und auch bie Äursoeränberunger. hielten sich in engen Grenzen. Lediglich Ilse Genuß und Lahmeyer mit je —1,25 d. Sy und Holzmann mit —1,50 vH. waren stärker rückläufig, fönbererfeits zogen Licht & Kraft um 1,40 v. H. an. Montanwerte lagen zunächst größtenteils gut behauptet, Stahloerein- Konzernwerte waren um 0,25 bis 0,50 o. Sy freunb* lieber. Etwas höher eröffneten außerdem Reichsbank (4- 0,65 v. H.), Allg. Lokal & Straft (+0,50 d. Sy) unb AEG. (+0,25 d. Sy). IG. Farben gaben zunächst 0,25 v. Sy unb später weitere 0,25 v. Sy auf 115,25 v. Sy nach. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkt stark ein. Während deutsche Anleihen unb Reichsschuldbuchforde- rungen unter kleinen Schwankungen gut behauptet blieben, gaben bie Kurse am Aktienmarkt meist etwas nach. Stärker gebrückt waren Gelsenkirchen 41,25 bis 40, Phönix 32,65 bis 31,75, Stahlverein 27,65 bis 27. IG. Farben schlossen mit 115 v. H. (—0,25 d. Sy). Niebriger zur Notiz kamen u. a. Accumulatoren (— 2 v. Sy), Sübb. Zucker (— 2,13 v. Sy), Rhein. Braunkohlen (— 1,25 v. Sy), andererseits lagen Metallgesellschaft 1 v. Sy, Licht & Straft weitere 0,40 v. Sy, Schuckert 1 v. Sy und Chabe- aktien 1 Mark höher, auch Holzmann waren etwas erholt. (50,50 bis 51). Altbesitzanleihe schlossen mit 79,75, Neubesitz mit 13,45 nach 13,40, späte Schutt) - bücher mit zirka 90,25 v. Sy Am Kassamarkt lagen einige Papiere recht matt, so Ber. Ultramarin 91 (—4 d. Sy), Dortmunder Ritterbrauerei 65 (—3,50 v. Sy), dagegen u. a. Ehern. Albert 36 (+ 2,50 v. Sy). Am Pfandbriefmarkt traten zwar nur geringfügige Veränderungen ein, doch bewegten sich die Kurse eher nach oben. Stadtanleihen gaben andererseits aber meist um 0,50 bis 1 d. Sy nach. Länder- unb Staatsanleihen waren ziemlich un- oeränbert, 5,5 d. Sy Poung-Anleihe 85,40 (+ 1,25 v. H.). Steuergutscheine lagen erstmals seit längerer Zeit von 0,13 bis 0,25 d. Sy niebriger, ber Durch- schnittskurs ermäßigte sich von 87.80 auf 87,65 o. Sy Sluslanbsrenten lagen gcfdjäftslos unb nur wenig oeränbert. — Tagesgelb war sehr leicht unb zum Satz von 3 o. H. unverändert. Abendbörse: sehr still. Die Abendbörse lag sehr still und überwiegend etwas abgeschwächt. Besonders in deutschen Anleihen unb späten Reichsschuldbuchforberungen machte sich infolge von Entlastungsverkäufen einiger Kursbruck bemerkbar. Altbesitz bröckelten um 15 Pf., Neubesitz um 17,5 Pf. unb späte Reichs- fchulbbücher um 0,38 v. Sy auf 89,90 ab. Die Aktienmärkte lagen ruhig unb gegenüber bem Berliner Schluß nur wenig verändert. IG -Farben verloren 0,25 v. Sy Nachdem im Verlaufe die variablen Renten um weitere 0,13 d. Sy zurückgegangen waren, zeigte sich gegen Börsenschluß wieder etwas Stauf- interesse, was in ben Schlußnotierungen aber nicht mehr zum Ausbruck kommt. Aktien blieben still unb mweränbert. 1L a. notierten: Neubesitz 13,13 bis 12,95, Altbesitz 79,25 bis 79,13, Reichsbahn-VA. 101,50, Reichsbank 156, Gelsen 40, Phönix 31,65, Stahlverein 27, Aku 28, Scheideanstalt 174,50, Licht unb Kraft 90, JG -Farben 114,75 bis 115, Holzmann 50,25, Metallgesellschaft 53,50, Siemens 131.25. Hapaa 8.75. An ber Nachbörse galten 21(t- besitz etwa 79,25, Aeubesitz zirka 13 unb späte Reichsschulbbuchforberungen zirka 89,80 v. Sy Mannheimer Groh-Viehmarlt. Mannheim, 7. Nov. Auftrieb: 162 Ochsen, 130 Bullen, 296 Kühe, 327 Färsen, 581 Kälber, 74 Schafe, 1997 Schweine. Es notierten: Ochsen: voll- fleischige ausgemäftefe, junge 28 bis 31, altere 22 bis 25, sonstige vollfleischige 24 bis 27; Bullen: jüngere vollfleischige 26 bis 29, sonstige vollflestchi« 23 bis 25, fleischige 21 bis 23; Kühe: jüngere voll- fleischige 23 bis 26, sonstige oollfteischige 19 bis 2^ fleischige 15 bis 18, gering genährte 10 bis 13; Färsen: oollfteischige ausgemästete 30 bis 32, voll- fleischige 26 bis 28, fleischige 23 bis 25. Kälber: Dop- pelender 41 bis 44, beste Mast- und Saugkälber 36 dis 40, mittlere Mast- unb Saugkälber 29 bis 33, geringe Kälber 23 bis 26. Schafe: beste MasUämmer, Deidemast 22 bis 26. Schweine. Bollftcischige, 240 bis 300 Pfund 52 bis 54, 200 bis 240 Pfund 51 bi» 54, 160 bis 200 Pfund 48 bis 52. Marktverkauf; Großvieh ruhig, kleiner Ueberftanb. Kälber mittel, geräumt Schweine mittel. Fettschweine über Notiz. Mainzer Lchlachtvichmarkt. Mainz, 7. Noo. Auftrieb: 28 Ochsen, 12 Bullen, 643 Kühe ober Färsen, 351 Kälber und 7 Schafe. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 28 bis 30, 62) 23 bi» 25. Bullen c) 24 bis 27. Kühe a) 24 bis 26, b) 19 bis 22, c) 14 bis 17. Färsen a) 28 bis 30. Kälber c) 26 bis 33, d) 23 bis 26. Vchafe nicht notiert. Marktverlauf Großvieh schleppend, Ueberftanb. Kälber ruhig, Ueberftanb. Kölner Buttcrmarkt. Köln, 7. Noo. Die Kölner Warenbörse setzte heute folgende Preise fest: Deutsche Molkereibutter (133 bis 136 zuletzt), 1. Qualität 132 (132), 2. Qualität 127 (127). Großeinkaufspreis für 100 Pfund ab Versandstation einschließlich Faß in Mark. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter blefer 9tubrtt stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Herrn 3- C- Sehr geehrter Herr! Ihr Eingesandt habe ich mit Interesse gelesen. Sic verkennen mich durchaus, wenn Sie meinen, ich kennte den Handwerkerstand nicht unb sei gewillt, ihn, ohne ihn zu kennen, zu verdammen. Ganz im Gegenteil! Fast 50 Jahre hier in Gießen, habe ich manches erlebt vom Handwerk, Gutes unb Schlechtes, ©erabe auch Gutes! Habe ich boch sogar einem Handwerksmeister, dem wackeren Schreiner- meister Donau, aus eigenem Antrieb am offenen Grabe einige Worte ber Anerkennung unb des Dantes nachgerufen. So könnte ich Ihnen noch manchen Namen nennen, besten Träger ich in Ehren hielt unb noch heute halte. Was Sie sagen, mag richtia fein; ich habe feinen Anlaß, baran zu zweifeln. Aber meine Ausführungen werben bamit nicht ins Unrecht gefetzt. Für jeben Satz, den ich geschrieben habe, könnte ich Ihnen mehrere Belege, fogar aus jüngster Zeit, bringen. Namen darf ich natur- lich nicht nennen, aber bie Betreffenden werben aus meinen Zeilen schon herausgelesen haben, was ich meine. Anberseits mag autreffen, baß ich gerade solche Handwerker zu meinen „Kunden" rechne, bie gut beschäftigt finb. Umfonft sucht man sich doch nicht die besten heraus! Ich wiederhole aber, daß ich nicht übertrieben habe, wenn ich schrieb, dah ich öfter zwei- und dreimal telephonieren mußte, vor allem aber, daß ich nie sicher bin, wenn ber be- treffenbe Meister mir zugesagt hatte, baß fein Arbeiter um 8 Uhr kommen werde, baß er da auch wirklich erscheint. In einem geregelten Haushalt ist das aber etwas sehr Unangenehmes, besonders für bie Hausstau. Eine Zusage muß innegel) alten werben, sofern man nicht eine genügenbe Entschuldigung rechtzeitig beizubringen vermag. Ich sage dem Betreffenden deshaw fast immer: „Können Sie e« auch fest versprechen, zu schicken, ober soll ich mich anbers einrichten?" „Nein, Herr Geheimrat!" Aber fest verlassen kann ich mich boch nicht darauf. Also, sehr geehrter Herr (beinahe hätte ich Ihren Namen geschrieben, ben ich zu erraten glaube), darum keine Feindschaft nicht. „Es soll unb muh alles besser werben. Wir wollen bazu helfen, hoffentlich Sie auch." Hochachtungsvoll Dr. Krüger. • Die Stimmabgabe bettlägeriger »ranken am 12. November. Zur Wahl am 12. November wird bestimmt wieher ein sog. „Fliegenber Wahlbezirk" eingerichtet, ber es ben Kranken in Kliniken unb Anstalten geftaiiet ihre Stimme abzugeben. Nun gibt es aber auch eine ganze Menge gut deutschgesinnte alte Leute unb Kranke, die zu Hause in ihrer Wohnung zu Bett liegen. Wie steht es mit denen? Vielleicht laßt es sich ermöglichen, daß auch da Volksgenossen mit ber Wahlurne erscheinen! Es könnte doch in der Presse veröffentlicht werden, und die Betresfeiiben müßten es mindestens zwei Tage vor der Wahl an vorgeschriebener Stelle melden. Es gibt sicher viele Deutsche, die dafür sehr dankbar wären. Ein alter Volksgenosse. C.&. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Relchsbankdtskont 4 o H . Lombardzinsfuh 5 o. H trän hur u. J)l »trb Schchß. Schluß!, übend. bSri« ^chlu» hin! Schtußk Mlttaq. bSrfr Datum | 6.11. | 7-11- 6.11. J 7.1b «X «eüWnleibf v. 108? 89,75 89,75 89.5 89 9 r,eiem.7%TLfRd*«« Strir 1 mü Aullos.-Rechlen 75,25 75,75 75 75,5 •% etenu 8% gronkl. Hvp-Bank Goldpf,. 15 unkündbar bU 1935 8% «bem. 7% Rtnnfl. Hyo.-Vank Goldofe. 18 unkündbar bU 1936 87,25 87.5 — 87 87,5 — lk% rbem. 4S% fftantl ftotM yanMümL-Slanbbrifft 87,75 88.4 — IV,% ebtm. 456% «d-tnilche 89,25 H,p.»Vank»Ltau.-Galdr>Ie. 89 •• •% edem. 8% «r. Landetpfand. todanftalt, Pfandbriefe R 16 ex ,6tm. 7% Sanb«,plant- 88 8, 88 1 " ktrlanaalt. Vlanbbrtfk R- IC 88 88 88 88 •leBtteuHd). flrrrtd)nuna#tut1 87.8 1 87.65 87.8 1 87.65 8% Oefterretchtlch« »oltrmt,. 4,90% C«on 1919 3,7 3,75 3.7 3.75 3,8 3.75 3.8 •X abgesl. Gold Mexikaner oon 9 4% TüMsche ZoklmUeihe van 191 6 4,6 1 6 4.75 4J 6 4.7 4% rörftMx 8eebat>bafcr..91nlftt Serie 1 —* ^ran-'ur a. 1'1 Serlin Schluß- hird ichchlun.. ebaib* dön Schlußkurs ^chiußk. Uli tag- Mrft Datum 6.11- 7.11. 6.1b 7-11. 4% brtgl. -Serie II 4,7 4,9 4.65 । 4,85 6% Ruinün. vereinb Mente v. 1903 3 3 - — 4Vi%Sumän.Dercinf).$RenttD.1913 5,5 5,75 5.85 5,8 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2.75 — 2.75 I 2.8 954% Anatolier .......... 22.8 — 23.1 — yamvurg-Smertra-Pakei ... 0 9 8,75 9,13 8,9 Hamburg-südam. rampfschtsf 0 — —- — —— Hansa-Tamvsschifs .. 0 — — 12,5 14 Norddeutscher Lloyd ......... 0 9,65 9.4 9.65 9,25 A G für Berkebrlfwcsen Ati. . 0 44,5 44.5 44.75 45 Berluier Hande trgesellschast .. 4 80,5 81,5 81.75 81,25 Gommerj- und Prlvai-Banl . O 38.5 38,5 39 39 Deutsche Ban! nnb Stitonto» Gesellschaft................ 0 41 40,5 41 40,5 Dresdner 13an!.............. 0 50.5 50.5 50,5 50.5 ÄricMban! .......... 12 155,5 156 155.5 155,75 4LO.«.....................0 16,25 16,5 16,5 16,25 Bekula..................... 0 108.65 109 108,9 109.4 ffleta. Sirlerung»gefell1chasl ... 6 78 78 78,25 78 Llchl und flrafi ... 6 88,5 90 89 90.5 gelten & Guilleaume........0 Gesellsch-I LIctir.Unternehmuna- 6 39,5 39.5 39.75 39.25 71,5 71 71.4 71.9 Rheinische ia.ltrt.w4t ....... 5 — 77 77.75 77,75 -SchuckrnLLo.............. 5 82 83 82.5 82.65 eitizirn« S t-aU!«............ 1 130.5 131,25 130.25 131 Lahmeyer » La....... 10 103.75 102,5 103.9 101,75 Buderu, ............... 62,5 1 62 62.5 62 Deutsche «rdil .............. 89,5 1 89.5 89,65 90 Gelsenkirchener.............. 1 41 40 40.75 40,25 74,25 Harpener ............... 75.5 74,9 75,25 Hoclch lisen—flitn^euesfen .. — — 48,25 47.75 yl- Brrgdau ........1 — 126.5 126 126 ) k ®trgb-jxi Genüsse ........ 94.75 93-5 95 94.5 fllachnenverte .............. 4Äeui«iniuui^to|mi........ 1 '8 48 25 48.25 47.5 44,8 1 48.5 48,4 48,25 Jramrun a. Ul. 1 Smm Schluh- furd cechlust.s Bbend-1 b<5r | Schlutz« tur# Schlu-k Dlmag- bfltlL Saturn 6.11. 7.11- 6.11. 1 711. Mun-selder Bergbau......... O) 22 22 22 21.5 flokrwerke ........... 0 — — 65.75 66 Phanir Bergbau............. 8Uieiniid)t «raunlahleu ..... 0 32.25 31.65 32 31.5 0, 184.25 , 183 184 184 0 75,5 74,9 75.25 75 öiöcinnuui .....•••••• Bereinigte Ltadlwerke........ 0 27.5 27 27,5 27,25 (' 10 9.75 9,5 9.75 flaltwerke Aschersleben........ 6 106,5 106.5 106,25 106,5 flallwerk» tSeftfregeln........ 5 103 107.75 107.75 107.5 Sollwerte Laljdellunb..... 7 .. 145 — 144 142 I. G. ffarbcn.Jnvuslrt«....... LcheideanltoU............... Goldschmidt ................ 7 0 116 174 38 115 174,5 38,75 115,9 38,25 115 39 Rüiger«werke ..........— tnUßcftf ............. O 0 45.25 52.5 45 53,5 45,4 52,13 45 53 0 52 50 25 52 51,5 nentwert Heidelberg ...... lemadwctf flarlktadt......... 0 22! 73 11 LchuUkeU ratzentzoter ....■ Aku (Allgemeine KunMelde) . Sewberg.................. gellswfs «aGhos ........... 0 0 0 0 c 29,4 39 32 20.75 28 38,5 31.5 20,25 85 29.25 38,75 31.25 20.75 85 28,5 31 20,25 MCUllOn *41IJu11 • Ydlauei GaS .............. T'M m l rr 7 0 26.4 26,5 98,5 26,5 101,75 26.75 0 39.5 39 39,5 39,13 Qren stein & kuppel ......... 0 24,75 13.5 24,25 Prcnharö TirJ .......-..... 0 13,25 13.5 1 13 jTbabe..................... 1C 132 134 133 133,5 mulatoren-ffabrkt....... Lontt-Guwrni.............. 160,5 130.5 158.5 I 131 160 130.25 1 I 157.5 I 131.5 .......................... öfftniniftwede HichS a.tL.. 1 — - — SOdderusch« Zucke,........ s 163 1 180,8 1 lec 160.75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. 6.71o«mber 7-Rovember «mtiiche Dotierung fi'ri*' ?rie Amtliche Roneevn.t (Mb Mr Heisings«».. Wien ..... Prag....... Buda«« ... Sofia ...... Holland .... cin"che Roten................. Ungarisch« Rate»........—...... 2.655 58.20 59,08 13.24 16,36 168,51 21.93 66.57 68,36 80.84 34,98 2,675 58.44 59.32 13.30 16,42 169.19 22.01 66.81 »7« 81.11 39J1