Nr. 210 Erstes Blaff 185. Jahrgang Zreitag, 8. September 1955 vnick und Verlag: vrühl'fche Universtläls-Vllch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. 327769 329428 332503 338341 372401 336675 390530 von mehr oder weniger langer Dauer einer ersten französischen Abrüstung Dauer gedacht, die voraus- 113603 118=97 121504 152513 163465 352239 165519 199 WZM Das DolkssozialiMche Ehrengesetz in der Pfalz ß.ssrpiember ----- Sanf^'S leit”' g>» 183354 105547 239424 294653 328977 142185 158580 196165 203259 223574 230524 12976 . 46145 61572 68459 87633 05 51 73 183691 218342 236495 188661 223084 237936 163735 1=2220 219052 253418 301980 337309 363063 37047 36863 146248 242996 361546 49383 9891 348335 18943 138003 242326 358361 Freiherrn gheim, zum Berlin, 8. Sept. (OB. Funkspruch.) wie zur Antwort auf die eindrucksvolle Kundgebung der deutschen Saarbcoölferung am Nieberwalddenkmal sind im Saargebiet verwaltungsmaßnahmen getroffen worden, die darauf schließen lassen, dah der „internationale Charakter" des Saargebietes mit allen jetzt noch verfügbaren Mitteln aufrecht erhalten werden soll. Schon Anfang August war in einer französischen Zeitung die Nachricht erschienen, dah die Regierungskommission des Saargebietes, um den ungestörten Verlauf der Volksabstimmung zu gewährleisten, an die Heranziehung ausländischer Truppen denke. Ls war in diesem Zusammenhang von Holland gesprochen worden. Dieser Fühler stieß in der Oeffentlichkeit. vor allem im Saargebiet selbst, auf fo entschiedene Ablehnung, dah der Gedanke von offizieller Seite offenbar nicht weiter verfolgt wurde. Nunmehr wird bekannt, dah die saarländische Polizei mit ausländischen Elementen durchsetzt werden soll, was im Endeffekt der Besetzung durch fremde Truppen ungefähr gleichkommen und aus alle Fälle einen ebensolchen Bruch des Saarslalules bedeuten würde. Das Landjägerkorps im Saargebiet hat nur die Aufgabe, d i e innere Ordnung aufrecht zu erhalten und ist dieser Aufgabe bisher durch- den Generalkonsul in Sch R ü d t von Collenberg 10281 42162 612.9 67928 84427 Berlin, 8. Sept. (LNB. - Funkspruch.) 3m Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist, rote die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, ein weiterer erheblicher Fortschritt erzielt. Die Zahl der auf den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen ging i n der zweiten Augu st Hälfte um weitere 2 0 7 0 0 0 (minus 4,8 v. h.) zurück. Nachdem bereits feit längerer Zeit der diesjährige Arbeitslosenbestand unter dem des Vorjahres lag, wird mit rund 4 128 000 Arbeitslosen auch der für den gleichen Zeitpunkt des Jahres 1931 ermittelte Bestand erstmalig unterfdjriffen. Nach den landwirtschaftlichen Bezirken haben auch einige industrielle und dichtbesiedelte Gebiete sowohl in absoluten Zahlen >a 600 3L 6948 6479 I 24010 30194 30276 53819 56027 66718 65799 66980 67550 77159 77478 82111 wie anteilmäßig eine überdurchschnittliche A b - nähme auszuweisen, so Westfalen (minus 21 000 oder 6,2 o. h.), Mitteldeutschland (minus 22 000 oder 6,6 v. h.), Niedersachsen (minus 18 000 oder 7,7 v. h.). Am 31. August entfielen auf die Arbeitslosenversicherung rund 360 000, auf die firifenfürforge rund 1 170 000 hauptunter- stühungsempfänger. Die Zahl der anerkannten arbeitslosen Wohlfahrtserwerbslosen betrug rund 1 604 000. 3m Arbeitsdienst wurden nach der Zählung der Reichsleitung des Arbeitsdienstes rund 257 000 junge Deutsche beschäftigt. Durch die Vermittlung der Reichsanstait werden 200 000 junge Landhelfer in der Landwirtschaft untergebracht fein. 100872 66313 166627 267744 375889 61734 120920 160309 230206 315140 394831 48.05 101 346481 e yi 2000 ö. 14 105901 109 237466 □10 354825 178735 223047 185881 233643 Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° a mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Will). Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigenteil i.B.TH.Kürnmel sämtlich in (Biegen. mMmitWiiebung wurden Eewim übet 400 M. gezogen 80 96 68,11 80-69 34-91 59.29 68.43 1326 0,928 2,90? 58-49 22.12 16,435 81.02 35.OJ 81.6 0,779 0,211 ,295 2-71 251992 293720 5.854 47 95 12,42 3.047 189 03 66-48 59.11 68.28 13 A 0,928 2.902 58.4? 221 16.43 81. ZS." 8b 0,/'l 0.211 5,291 12-71 aus gewachsen gewesen. Ruhe und Ordnung im Saargebiel ist bisher nirgends ernstlich gestört worden. Sogar französische Zeitungen haben lobend anerkannt, daß im Saargebiet eine Ruhe herrsche, die man sonst in anderen Abstimmungsgebieten nicht gewohnt sei. Das Landjägerkorps ist freilich nicht dazu da, der politischen Willensäußerung der Saarbevölkerung Schranken zu ziehen oder die Gesinnung der Bevölkerung zu überwachen. Der jetzige Kurs der Regierungskommission, die die hemmungs- loseste deutschfeindliche Propaganda landfremder Agitatoren und Spekulanten und ebenso die fortbauernbe Schikanierung bet deutschgesinnten Arbeiter und Angestellten durch die französische Verwaltung deckt, dagegen jede Betätigung im deutschen Sinne aufs äußerte erschwert, würde durch die Heranziehung von ausländischen Polizeibeamten eine weithin sichtbare Hervorhebung und Verschärfung erfahren. Die lugemburgifdje Regierung, an die sich die Saarregierung wegen Ucberlaffung von einem Kommissar und fünf Brigadiers gewandt haben soll, die im Saargebiet als Kriminalbeamte eingestellt werden sollen, hat sich bisher gegenüber Deutschland so korrekt verhalten, daß von ihr ein Eingehen auf dieses bedenkliche Ansinnen nicht zu erwarten ist. "N6 'M 58 33 56.68 13,19 16-395 'S 66.32 umtuto y-°; 47.95 12.42 3,047 luening ^rlt "TotT 48.05 12.44 3,053 169-52 66,77 59.41 68,57 13,30 0,932 2,913 68.61 22.16 16.4? 81. ? 35. 81.78 0,781 0,2« 5.30$ 12.73 Menn jetzt insbesondere der Tardieusche plan einer Rüstungskontrolle von der französischen presse in den Vordergrund gestellt wird, so geschieht das in der offenkundigen Absicht, die Augen der Welt von dem eigentlichen Zweck der Abrüstungskonferenz, nämlich der Herabminderung der Rüstungen, abzuziehen. Deutschland Hal, wie von unterrichteter Seite erklärt wird, es niemals abgelehnt, eine Kontrolle anzunehmen. Aber es wird sie nur unter der Voraussetzung annehmen, dah sie sich gleichmäßig gegen alle auswirkt. Eine solche Gleichmäßigkeit besteht aber nicht, f o - lange nicht auf der Gegenseite effektiv abgerüstet worden ist. Eine Kontrolle, die den gegenwärtigen Rüstungsstand zum Gegenstand hat, ist völlig sinnlos. Eine Kontrolle, die auf der einen Seite nur die hochgerüsteten Staaten mit allen Rechten sieht, und ans der anderen Seife die abgerüsteten Staaten nur mit Verpflichtungen, würde ein hohn auf das Ziel der Abrüstungskonferenz fein. Kurswechsel in der französischen Kolonialpolitik. Mißerfolge ht Kamerun und Togo. Paris, 7. Sept. (TU.) Der französische Außenminister hat den Generalresidenren von Marokko, P o n s o t, den Oberkommissar von Syrien, b e Märtel, und den Referenten für Kleinasien im ein 10000 OL 147328 t in 5000 TU. ,S',I3Q t n 3000 QL 12.44 3,053 169.7 66,62 Ä 2,903 58.61 22.15 16 475 61.23 35. 81 ;8 0.7 °# 5..* 12.73 Frankreich will Kontrolle ohne Abrüstung. Taktische Vorbereitungen der pariser Konferenz.-Wie werden sich Amerika und England stellen? Weiter günstige Gestaltung der Arbeitsmarkttage Wieder über 200 OOO Arbeitslose weniger. Lin neuer Schlag gegen das deussche Saargebiel Oie Saarkommission wirbt luxemburgische Polizei an. Außenministerium empfangen und mit ihnen eine eingehende Aussprache gehabt. Es hat den Anschein, als ob Paul-Boncour nach der Neubesetzung sämtlicher führender Posten in den französischen Mandatsgebieten eine vollkommen neue KoIonia l p o li t i k einführen will und seinen Beauftragten nunmehr neue Richtlinien gegeben hat. Es ist seit langem offenes Geheimnis, daß die französische Kolonialpolitik überall zu Unzufriedenheit Anlaß gibt. Es handelt sich hierbei nicht nur um die Mandatsgebiete in Nord- afrika, sondern auch in den ehemaligen deutschen Kolonien Togo und Kamerun macht sich eine wachsende Unzufriedenheit bemerkbar. In Dahomey und in Togo soll es nach Berichten französischer Blätter sogar kürzlich zu Aufständen der Eingeborenenbevölkerung gekommen sein, die man französischerseits natürlich auf bas Konto deutscher Propaganda zu schieben versucht. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für (Vberhefsen Gesandten in Mexiko; den Botschafter in Moskau, von Dirksen, zum Botschafter in Tokio; den Botschafter in Ankara, N a d o l n y , zum Botschafter in Moskau. Der Herr Reichspräsident hat zur Disposition gestellt: den Gesandten in Budapest, von Schön, den Gesandten in Kabul, Schwörbel, den Generalkonsul in Neuyork, K i e p, den Generalkonsul in Chikago, Simon. — Infolge Erreichung der Altersgrenze ist der Gesandte in Belgrad, Freiherr Dufour von Feronce, in den dauernden Ruhestand getreten. — Wie wir ferner hören, ist für den Gefandtenposten in B u d a p e st der Botschaftsrat an der Botschaft in Madrid, v. Mackensen, und für den Gesandtenposten in Kabul Konsul Zimke in Beirut ausersehen. Konsul Borchers in Cleveland wird mit der Verwaltung des General- • konsulats in Neuyork beauftragt werden. Or. Goebbels spricht im Rundfunk. Berlin, 8. Sept. (OB. Funkspruch.) Die Reichsrundfunkgesellfchaft teilt mit: Reichsminister Dr. Goebbels hält Mittwoch, 13. September, zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr einen Runb- funkoortrag über bas Thema „Sozialismus be r lat im Kampf gegen bie N o t b e» tommenben winters". Internationale Hilfsaktion für die Hungernden in Rußland. Berlin, 7. Sept. (TU.) Die in Kopenhagen zu einer internationalen Konferenz versammelte europäische Zentralstelle für kirchliche Hilfsaktion beschloß unter Leitung bes bekannten schweizerischen Kirchenführers Professor Dr. Keller-Genf eine ökumenische und internationale Hilfsaktion für bie hungern- ben Christen aller Konfessionen in Sowjetrußland in die Wege zu leiten. Unter Führung von Prof. Keller sind in der europäischen Zentralstelle alle großen evangelischen Kirchen Westeuropas, der nordischen Länder, Englands und der Vereinigten Staaten zusammen- geschlossen. Ihr gehören auch die griechisch- orthodoxen Kirchen Süd- und Osteuropa an. Professor Keller will unverzüglich an die praktische Arbeit der Hilfsorganisation 'herantreten und vor allen Dingen die Kirchen der beiden großen angel- '77875 58,57 59-12 Ä ’ll J5« su2000 ®. 6208 16094 21629 38961 52823 55282 64447 73768 mtrI ? 145980 166757 18=606 S W N S B ” S S 29,561 io 1000 911. 4890 6161 12805 » s ss»«™ Im 510ninR5 3in77nnl778 54579 66472 ........... «fl j'1Oo 189293 215899 243205 301615 337015 359499 361962 ------ 366166 372650 373638 383503 383954 3S0a73 Die Wirren auf Kuba. Eine Prestigefrage ür die Bereinigten Staaten. London, 7. Sept. (WTB.) Zur Lage aus Kuba gibt der Korrespondent der „Times" in Washington folgende Erläuterungen: Es ist Befehl gegeben worden, bie meisten amerikanischen Kriegsschiffe der atlantischen Flott« in den Gewässern um Kuba herum zu versammeln. Es liegt auf der Hand, daß Washington einer Verschlimmerung der Lage gegenüber nicht gleichgültig bleiben könnte, da b a s Leben von 7 000 Amerikanern und mehr als eine Milliarde auf Kuba angelegten amerikanischen Kapitals auf dem Spiele stehen würden. Die amtlichen Stellen in Washington haben noch immer keine rechte Klarheit über die Ursachen und die Ziele dieser neuen Revolution. Die Lage der amerikanischen Regierung ist sehr peinlich. Die gefallene d e - C e s p e - des-Regierung war, wenn nicht theoretisch, so doch praktisch von dem amerikanischen Botschafter und somit in den Augen des ganzen lateinisch sprechenden Amerika von der Regierung der Vereinigten Staaten begünftigt worden. Ihr Sturz ist daher ein schwerer Schlag für das amerikanische Ansehen, der besonders schmerzlich ist im Hinblick auf die kommende panamerikanische Konferenz, die im Dezember in Montevideo zusammentreten soll. Die Ursache der Revolution in Kuba wird in englischen Zeitungsberichten auf russisch-bolschewistische Einflüsse zurückgeführt. Obwohl die Mitglieder der neuen Junta in Kuba erklären, daß sie keine kommunistischen, sondern nur radikale Arbeiterziele verfolgten, scheine doch festzustehen, daß russische Agenten während der letzten Wochen fieberhaft daran gearbeitet haben, in Kuba der bolschewistischen Revolution zum Siege zu verhelfen. Große Teile der kommunistischen Jugend hätten sich jetzt in den Besitz von Waffen gesetzt. Viele Nahrungsmittelläden seien von hungernden Einwohnern g e • plündert worden. Die Regierung habe erklärt, daß sie in der ganzen Republik Feldküchen auf- stellen werde, um die hungernden zu verpflegen. Ferner würden drastische Sparmaßnahmen geplant. Die Soldaten sollen Befehl erhalten Haden, schon bei der geringsten Ruhestörung von derSchuß- waffe Gebrauch zu machen. Der französische Konsul in Santiago, hat, da man ihm angedroht hat, seinen Besitz zu zerstören, militä- rischen Schutz erhalten. Die Militärbehörden von Santiago Haden angekündigt, daß jede kommunistische Kundgebung mit Maschinengewehrfeuer unterdrückt werden würde. Die Streiks dauern fort. Ein Einkauf von Lebensmitteln ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht möglich. Personalveränderungen im auswärtigen Dienst. Berlin, 7. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hat ernannt: den Vortragenden Legationsrat von Heeren zum Gesandten in Belgrad; den Gesandten in Oslo, Freiherrn von Weizsäcker, zum Gesandten in 'Bern; ’ 93252 3 139746 5 170942 ' 197541 I 226251 i 271135 ■ 314137 ' 357403 3 364233 6 378947 Paris, 7. Sept. (TU.) Ministerpräsident D a • lädier empfing am Donnerstag den englischen Geschäftsträger in Paris, Campbell. Die Aussprache galt der Vorbereitung der am 18. September ftaltfinbenben Pariser Konferenz, an der englischerseits der ständige Vertreter im Abrüstungsausschuß, Eden, und wahrscheinlich auch der Vorsitzende der Abrüstungskonferenz, Henderson, teilnehmen. Die Teilnahme von Norman D a d i s scheint ebenfalls festzustehen, doch dürfte er sich erst dann einschalten, wenn zwischen England und Frankreich eine grundsätzliche Einigung in der Kontrollfrage erfolgt ist. Französischerseits behauptet man ferner, daß die Kontrolle der deutschen Rüstungen und die deutsch-österreichische Frage ebenfalls aus dem Arbeitsprogramm der Pariser Konferenz ständen und sogar einen der Hauptoer- Handlungspunkte darstellten. Obgleich über die gestrige Unterredung zwischen Norman Davis und Sir John Simon nur sehr wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, zeigt man sich in der Pariser Presse auf Grund der Sondermeldungen ihrer Londoner Berichterstatter ziemlich enttäuscht, da sich bereits Die er ft en grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen der französischen und der amerikanischen These in der Kontroll- und Sicherheitsfrage bemerkbar machen. Auf französischer Seite hatte man mit besonderem Nachdruck daraus hingewiesen, daß Norman Davis von Roosevelt den Auftrag erhalten habe, den von Frankreich geforderten Kontrollmaßnahmen zuzustimmen. Man hatte dabei an eine Versuchsperiode **-«*-; »Ä&VÄ &SKnii ' o. H. —'—r arft Berlin jL-JJ-—--r' Sstoinnausjug ----—---cetkitn Neustadt a. d. Haardt, 7. Sept. (TU.) Das bereits angekündigte volkssozialistische Ehrengesetz, das die Grundlage der volkssozialisti- s ch e n Selbsthilfe in der Pfalz bildet, wird nunmehr der Oeffentlichkeit übergeben. Sein Arti- kel 1 besagt: Das pfälzische Volk hat sich dieses Ehrengesetz selbst gegeben. In Artikel 2 heißt es: wer sich vergeht an Wesen und Inhalt der sozialistischen Volksgemeinschaft, über den sprechen die durch ihren Sozialismus verbundenen Volksgenossen in iyrer Gesamtheit die Strafe aus. Ein solches Urteil spricht dem anderen das Recht ab, sich „Volksgenosse" zu nennen und entbindet die Gesamtheit, ihn als Volksgenossen zu betrachten. Nach Artikel 3 vergeht sich gegen das Ehrengesetz, wer bewußt und ohne Begründung Sabotage treibt gegen die volkssozialistische Aktion. Wer als Mitglied des Kuratoriums der Volkssozialistischen Selbsthilfe, als Mitglied der Aktionsausschüsse, als anerkanntes Organ des Ueberwachungsausfchusses oder als Vertrauensmann feine ihm übertragene Tätigkeit vernachlässigt. Wer als Mitglied der oben genannten Einrichtungen irgendwelche Rücksichtnahme persönlicher Art übt, anstatt in solchen Fällen seine Befangenheit zu erklären. Wer innerhalb der korporativen Mitgliedschaft der Volks- sozialistischen Ehrenlegion pflichtwidrig handelt, fei es als Arbeitgeber, ober als Arbeitnehmer. Wer auch nur einen Pfennig der Volks- sozialiftischen Selbsthilfe veruntreut ober gewissenlos verwirtschaftet. Die S t r a- fen, die verhängt werden können, sind: Einfacher Verweis. Strenger Verweis. Einen auf bestimmte Zeit beschränkten Entzug bes Ehrenzeichens ber Volkssozialistischen Ehrenlegion. Verhängung der Volksacht. Die Volksacht bedeutet den dauernden Entzug des Ehrenzeichens, das Verbot weiter an der Selbsthilfe teilzunehmen und Verbot des Besuches von öffentlichen Veranstaltungen der Volksfozialistischen Selbsthilfe und der NSDAP. Diese Äolksacht wird in jedem Falle der Veruntreuung verhängt. Die Strafen verhängt das Kreis-Ehrengericht der VS. Im Berufungsfalle das Gau- Ehrengericht der VS. Das Urteil des Gau-Ehrengerichts ist endgültig. Das Urteil wird ö f f e r. t - l i ch verkündet durch Bekanntgabe in Zeitungen, durch Plakatanschlag und auf Gemeindetafeln. Mitglieder ber Ehrenlegion finb Betriebe, Aem- ter, Geschäfte usw., bie jebes einzelne ©lieb organisatorisch zu einer Zelle zusammenfassen unb s i ch Zu einem festen täglichen Beitrag verpflichten, ber vom Betriebsinhaber, Amlsvor- ftanb, Geschäftsinhaber usw. im ganzen zeitlich festgelegt unb abgeführt wirb. Diese Betriebe, Aemler unb Geschäfte usw. führen am Geschäftsbriefbogen, am Schaufenster, am Fabrikgebäude usw. e i n Ehrenzeichen. Die korporativen Mitglieder der Ehrenlegion werden veröffentlicht unter Angabe der täglichen Abgabe. Jeder gibt nach seinem Gewinn, seinem Einkommen, seinem Gehalt unb seinem Lohn. Keiner mehr als er kann, keiner weniger als ihm ber Volksgenosse wirt ist." 6-6eptcmbtt 1933 ÄÄ1'6-6-*- MeJS ettne'tern fofler ** °nges toQry Hloe h 'ng begren?Qs5®«h ge, ^ulatoren to'-Wne ißert'V na$. o,8 mortt hml., ti ' ^n76'90- Reich ' 113 ' Warben -- 30 Uht iß k. . l'"N. Jlloffen ' 8 n W Samslog Lricheini t äg lt(i), antzei Sonntags und Feiertag» Beilagen. Die Illustriert, Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Dlonat$-.Be$ng$prels: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr . -25 Auch bet Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, fiernfpredjanf (bluffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Snzelger Siehe», poftscheckkonto: firanffurt am Dlain 11686. gehen sollte. Heute wirft man in der Pariser Presse Norman Davis vor, Verwirrung zwischen bie Grunbsätze ber Kontrolle und der Sicherheit zu tragen. Aus seinen Besprechungen mit Sir John Simon scheine hervorzugehen, daß Amerika dem französischen Kontrolloorschlag nur bedingt zustimme und als Gegenleistung sofortige ins Einzelne gehende Zugeständnisse auf dem Gebiete der Abrüstung fordere. Amerika vertrete mit anderen Worten die Ansicht, daß die Durchführung der Kontrolle ohne weiteres die Sicherheit dar st eile. Wenn man sich jedoch die Schwierigkeiten vorstrUe, unter denen der interalliierte Kontrollausschuß seinerzeit in Deutschland zu arbeiten gehabt habe, so könne man den Standpunkt Frankreichs verstehen, wonach die Kontrolle zunächst einmal ihre nutzbringende Anwendung erweisen müsse, ehe man die Sicherheit als gegeben betrachten und Zugeständnisse auf dem Wege der Abrüstung machen könne. „Matin" schreibt u. a.: Vor seiner Einschiffung nach Europa und sogar nach seiner Ankunft in Plymouth hat der Vertrauensmann Roosevelts Norman Davis von der Notwendigkeit einer Rüstungskontrolle gesprochen. Das war, wie man uns versichert, auch die Ansicht der englischen Minister, die übereingekommen sein sollen, eine „effektive, ständige — und wie wir hinzufügen müssen: „sofortige" — Kontrolle zu fordern. Das ist eine Vorbedingung, ohne die man unmöglich wissen kann, wohin man steuert. Nicht etwa nach dem Abschluß eines Abrüstungsabkommens darf man eine Kontrolle Herstellen, sondern jetzt muß das geschehen, um die Verhandlungen auf eine feste Grundlage zu stellen. Um die europäischen Rüstungen vertraglich festzustellen, muß man zunächst wissen, über welche Kräfte der eventuelle Gegner verfügen kann. Aber darüber weiß man nichts. Denn es wäre heute wirklich sehr naiv, noch zu glauben, daß diese Kräfte die vom Versailler Vertrag festgesetzten bleiben würden. - ------ 241372 241835 40 246/50 254377 254416 256444 77 276748 281633 292246 290850 WM sSUW 830 IW?« 124986 W 190813 sächsischen Nationen England und USA. für dieses große Werk der christlichen Liebe und Menschlichkeit mobilisieren. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen, M eich e r, hat um seine Beurlaubung gebeten. Ministerpräsident Göring hat dem Gesuch unter gleichzeitiger Ernennung zum Preußischen Staatsrat entsprochen. Mit der vertretungsweisen Verwaltung der Stelle des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ist der Preußische Staatsrat v. Ulrich beauftragt worden. Oberstleutnant a. D. Curt v. Ulrich ist Obergruppenführer und Generalinspekteur der SÄ. Er ist 1867 zu Fulda geboren und hat seinen Wohnsitz in Kassel. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, wurden auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen oder i n den Ruhe st and versetzt: Regierungspräsident i. R. von Harnack, früher in Merseburg, Polizeipräsident i. e. R. Richter in Berlin, Land- rat i.e.R. Dr. Janssen in Koblenz, Landrat i.e.R. Brandt, früher in Peine, Landrat i. e. R. G l a h n in Köslin und Landrat i. e. R. Dr. Weber in Er- furt. Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, irft das Luftschiff „Gras Zeppelin" am DonDr. Helmuth Stellrecht, der Organisationsleiter bei der Reichsleitung des Deutschen Arbeits- dienftes, spricht Freitag, von 17 bis 17.25 Uhr, über alle deutschen Sender über das Thema „D e r Arbeitsdienst und seine volkserzieherische Aufgabe". 12 Millionen für Not- und Behelfswohnungen. Berlin, 7. Sept. (VDZ.-Funkspruch.) Für die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen wird ein Betrag von 12 Millionen Mk. in Arbeitsfchatz- anweifungen bereitgestellt werden. Die Darlehen werden zinsfrei gewährt und in zehn Jahren zu tilgen (ein. Sie werden nur Gemeinden gegeben, in denen bei Wohnungsknappheit die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen unbedingt erforderlich ist, um eine voraussichtlich nur vorübergehende Obdachlosigkeit zu verhüten. Es muß sich ferner um Gemeinden handeln, die nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln für die Unterbringung dieser Personen zu sorgen. Die Darlehen dürfen nur für Bauten bewilligt werden, die unter Vermeidung jedes irgend entbehrlichen Aufwandes errichtet werden. Die Bauten müssen jedoch aus dauerhaftem Material erstellt werden und den gesundheitlichen Anforderungen entsprechen. Demgemäß dürfen k a - lernenmäßige Baracken und ähnliche Unterkünfte nicht gefördert werden. In den Vordergrund zu rücken ist der B a u e i n f a ch- fter Flachbauten mit Gartenzulage, etwa nach der Art verbesserter Wohnlauben. Gegen private Geldschöpfungsversuche. Berlin, 7. Sept. (TU.) Der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen, Wilhelm Keppler, wendet sich gegen Pläne einer unkontrollierten Geld- und Kreditschöpfung, so gegen das sogenannte Schwundgeldsy- st e m, die vielleicht hier und da gewisse Anfangs- erfolge aufweisen könnten, auf die Dauer mit dem Neubau des Geld- und Bankwesens sowie mit der Kreditpolitik der Reichsbank unvereinbar seien. Im neuen Staat bedürfe es solcher wilden Geldschöpfungsversuche nicht mehr. Im Einvernehmen mit der Reichsregierung weist der Beauftragte des Führers nochmals darauf hin, daß Förderung und Unterstützung derartiger Versuche, sowie Mitarbeit an ihnen keiner Parteistelle und keinem Mitglied der NSDAP, gestattet ist. Auftakt zum Deutschen Katholikentag in Wien. Wien, 7. Sept. (TU.) Donnerstagabend wurden die ersten Feierlichkeiten des Allgemeinen Deutschen Katholikentages in Wien mit einem einstündi- §en Glockengeläute aller Wiener Kirchen eingeleitet, edoch schon im Laufe des Tages wurde der Künstlermarkt auf dem Stefansplatz von Kardinal Dr. I n ni tz e r eröffnet. Die Marktstände, die sich an der ganzen Front der Stefans- kirche hinziehen, sind nach den Ideen des Rektors der Akademie der bildenden Künste, Dr. Holz- meister, durchgeführt worden. In den Abendstunden fand im Dom von St. Stephan eine Hl. Geist-Andacht statt, die von Kardinal Jnnitzer felbft gehalten wurde. Dabei hielt der Kardinal mit Mitra und Stab vom Hochaltar aus die Predigt. Der Katholikentag, fo sagte er, will nicht nur ein religiöses Fest sein, er möge eine religiöse Erneuerung, eine religiöse Erhebung unseres kacholischen deutschen Volkes bedeuten und einleiten. Es geht um den christlichen Wiederaufbau des Abendlandes, um die seelische und geistige Gesundung und Wiedererstarkung unseres Volkes. Wir müssen erkennen, daß wir im Geiste und in der Fülle des christlichen Glaubens unsere Kraft einsetzen müssen, damit wieder der Friede Christi ins Abendland einkehre, wieder eine christliche Ordnung der gesellschaftlichen Beziehungen in Europa aufgerichtet werde. Nach der Aussetzung des Allerheiligsten Jtimmte der Domchor das „Tantum Ergo" an und in feierlichem Zuge verließ der Kardinal den Dom. Vier Kardnäle, fünf Erzbischöfe und 20 Bischöfe nehmen an den Feiern teil, 3500 auswärtige Priester werden täglich an den Altären der Wiener Kirchen die Messe lesen. Rund 100 Sonderzüge bringen die etwa 40 000 bisher angemeldeten Ausländer, unter denen am stärksten die Tschechoslowakei mit 18 000 vertreten ist, und die rund 50 000 Teilnehmer, die sich aus den Bundesländern in Wien angekündigt haben. Neben den rein kirchlichen Feiern und der festlichen Umrahmung der Tagung findet eine große Zahl berufsftändifcher Tagungen statt, die zum Teil rein österreichischen, zu einem großen Teil aber allgemeiner Natur sind, wie der christliche Weltbauerntag. Kleine politische Nachrichten. Wie die „Vossische Zeitung" berichtet, sind vom thüringischen Innenministerium im Lande Thüringen alle Jmpfgegnervereine, sowie der Impfgegner-Aerztebund aufgelöst und verboten worden. Das Vermögen dieser Organisationen wurde beschlagnahmt. Zuwiderhandlungen gegen diese Veroote sollen b e - straft werden, wobei gleichzeitig darauf hingewiesen wird, daß jede öffentliche impfgegnerische Betätigung strafbar ist. Aus der Provinzialhauptstadt nerstag 10.40 Uhr MEZ. in Rio de Janeiro zum Rückflug aufgestiegen und befand sich 17.30 Uhr MEZ. 480 Kilometer von Rio entfernt. Bei leichtem Rückenwind erreichte es eine Stundengeschwindigkeit von etwa 120 Kilometern. Vizeadmiral Richard Byrd hat im Weißen Hause in Washington bekanntgegeben, daß er am 25. September von Boston aus eine neue Forschungsreise zum Südpol antreten werde. Byrd hat seine Pläne mit dem Präsidenten Roosevelt besprochen. Die Leipziger Messe, eine Schau deutscher Spitzenleistungen Oie Wendung zum Binnenmarkt. — Verbrauch deutscher Ware mindert die Arbeitslosigkeit. Von unserem Sonderberichterstatter Or. Hermann Krause. Zusammenschluß der Konchmvmme zu einer Reichsverbraucherschast. Ein plan des Führers der Deutschen Arbeitsfront. Hessische Personalien. Das hessische Personalamt gibt folgende Personalveränderungen bekannt: Ernannt wurden: der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe August Martin zu Lauterbach zum Gendarmeriehauptwachtmeister und der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe Heinrich Erb zu Friedberg zum Gendarmeriehauptwacht- meister, beide mit Wirkung vom 1. Juni 1933; der Rechnungsrat bei der Hauptstaatskasse Wilhelm R o h l e zu Darmstadt zum Hauptstaatskassier mit Wirkung vom 1. Juli 1933. In den Ruhe st and versetzt wurden: der Vermessungsrat Reinhold Geiß zu Wörrstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1933; Rektor an der Volks- schule zu Bieber, Kreis Offenbach, Johannes W e n - z e I mit Wirkung vom 16 August 1933 an, beide auf ihr Nachsuchen. Auf Grund des Reichsgesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurde in den Ruhe- stand versetzt: der außerordentliche Professor für Zeichnen und Malen an der Technischen Hochschule in Darmstadt und persönliche Ordinarius Dr. Josef P l e n k mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 an. In den endgültigen Ruhe st and versetzt wurde der Vermessungsrat i. e. R. Heinrich Volz zu Reinheim i. Odw. auf Grund von § 6 des Ge- fetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit Wirkung vom 1. Dezember 1933. Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederher- stellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurde aus dem hessischen Staatsdienst entlassen: am 29. August 1933 der Studienrat, Oberstudiendirektor Dr. Otto Keller an dem Ludwig- Georg-Gymnasium in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1933. Otto Jung, 1. Vorsitzender der AOK. Gießen. Parteigenosse Otto Jung ist am 10. Januar 1903 zu Steinberg (Kreis Gießen) geboren. Er besuchte dort die Volksschule und später die Oberrealschule zu Gießen. Schon während seiner Schulzeit gehörte er der völkischen Bewegung an und wurde Ende 1922 Mitglied der Hitlerbewegung. Er hat in den Jahren vor dem denkwürdigen Tage von München verschiedentlich noch als Junge seine Zugehörigkeit zu dem großen Führer unter Beweis stellen müssen. Nach seiner Schützest war er im verbänden eine völlige Einigung erzielt worden. Dr. Ley führte bann weiter aus: So habe ich den folgenden Plan gefaßt, die 1200 Einzel-Kon- sumvereme zu einer „Reichsverbraucher- Genossenschaft" zusammenzufassen, in der die bisherigen Rechte und Ansprüche der Mitglieder der Einzelkonsumvereine vollkommen erhalten bleiben. Die Anteile der Einzelkonsumvereine gehen auf die Reichsoerbraucher-Genossenschast über und dafür erhält das Einzelmitglied genau dieselben Rechte, die es heute an den Einzel- konsumoereinen hat. Diese Reichsverbraucher-Ge? nossenschaft verpachtet ihre Läden an den Mittelstand, mit der Maßgabe, von der Zentralgenossensch a f t einzukau- f e n und sich der Revision und Kontrolle der Reichsgenossenschaft zu unterwerfen. Jeder, der von nun ab in unverantwortlicher Art Eingriffe gegen die Konsumvereine unternehme, werde rücksichtslos entfernt werden und gegen ihn der Ausschluß aus der Partei beantragt werden. V. A. Die Leipziger Herbstmesse hat ihre Tore geschlossen. Ein verheißungsvoller Auftakt neuer deutscher Wirtschaftsentwicklung hat mit dem Ausbau der Messe zum Wegbereiter gesunder Nationalwirtschaft begonnen. Die nationalsozialistische Erhebung hatte auf die diesjährige Leipziger Messe einen weitgehenden Einfluß ausgeübt. Während bis vor kurzer Zeit durchweg die Auffassung herrschte, die Leipziger Messe sei hauptsächlich oder gar ausschließlich für d i e Ausfuhr da, ist man jetzt dazu übergegangen, sie mehr als bisher für den Binnenmarkt nutzbar zu machen. Der schaffende Mittelstand, das Handwerk und das Klein- und Mittelgewerbe sollten die Möglichkeit haben, auf der Messe auszustellen und sich über technische Fortschritte und Neuheiten zu unterrichten. Auch die Landwirtschaft sollte Gelegenheit haben, ihre Erzeugnisse selbst oder durch die Derarbeitungsgewerbe anzubieten. Daneben aber galt es, den Gedanken zum Ausdruck zu bringen, daß der Bezug und die Verwendung von deutscher Ware der endlichen Beseitigung der Ar- beitslosigkest in größtem Umfange dienen. Bei dieser Zielsetzung war die Eingliederung des neuen Arbeitsplanes in die allgemeine Organisation der Messe nicht ratsam und der Reichsausschuß für Ausstellungs- und Messewesen entschloß sich zum Aufbau der ersten Braunen Groß- messe. In erstaunlich kurzer Zeit waren die organisatorischen Vorarbeiten geleistet und wer nach der Eröffnung der Großmesse durch den sächsischen Wirtschaftsminister Lenk die fünf großen Äus- stellungshallen durchschritt, der stand schon am ersten Messetag unter dem Eindruck der planvollen und zielbewußten Arbeit, die hier geleistet worden ist. Bei den Jndustrieerzeugnissen war eine „Sachsen- schau" ebenso Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit, wie die Kollektivausstellungen Thüringens und der bayerischen Ostmark. Die Abteilungen Bekleidung, Hausrat, Geschenkartikel, Fahrzeuge und Industriebedarf zeigten deutlich, wie allen Wünschen der Käufer und Verbraucher Rechnung getragen wird. Die Aussteller wissen auch, daß eine möglichst günstige Preisgestaltung den Umsatz am besten zu heben vermag. Wenn man daneben die zahlreichen Kollektivausstellungen des Handwerks betrachtet, die die Schaffensfreude des Meisters verkörpern, fo kann man das Urteil am besten mit den Worten wiedergeben, die über einem Stand angebracht sind: Wir siegen in der Arbeitsschlacht! Eine besondere Abteilung, die Messe für deutsche Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Güteerzeugung, zeigt deutlich einen landwirtschaftlichen Einschlag, der vermutlich in den nächsten Jahren noch stärker hervortreten wird. Der Gedanke der Selbstversorgung aus eigener Scholle wird dort in einer großen Sonderausstellung unter dem Leitwort „Der Kampf um die Nahrungsfreiheit" in eindrucksvoller Form dem Meffebefucher nahegebracht. So soll es sein! In Zukunft wird die Leipziger Messe die große Schau aller Hochleist ungen sein, die deutsche Hirne erdacht und deutsche fiänbe erarbeitet haben. Im lebendigen Verkeyr zwischen Erzeuger, Handel und Verbraucher wird sie ihre hohe Mission erfüllen, der Wirtschaft immer wieder neuen Auftrieb, neue nachhaltige Belebung zu vermitteln. Deutschlands Leistungsfähigkeit und ungebrochener Lebenswille find erneut unter Beweis gestellt worden. Möge die diesjährige Herbstmesse, vor allein die Braune Großmesse einen Markstein deutscher Wirtschaftsgeschichte bilden. Hoffen und Harren ... Mancher Mensch wird sich verdrießlich von diesem Sprichwort abwenden, heute, in einer Zeit, wo vielen überhaupt nichts mehr geblieben zu sein scheint als die Hoffnung auf bessere Zeiten. Wenn die Hoffnung wirklich nur ein Traumgebilde sein sollte, die uns narrt... Nicht die begründete und von der Tat unterstützte Hoffnung ist ein leerer Wahn. Aber es gibt viele Menschen, ein Massenheer von Menschen, die nur von der Hoffnung, von „Pläne voll sein" leben. Ällan hofft auf eine „leitende" Stellung und übersieht dabei die Ansprüche des Augenblicks, der den ganzen Mann, die Einsetzung aller Kräfte erfordert und--man kommt nicht einmal vorwärts, geschweige denn auf den Thronstuhl des Chefs. Man hofft auf eine „gute Partie", erlebt sich im Hoffnungstaumel als „gnädige Frau" und weist lebensverträumt und wirklichkeitsfremd eine schwielige Hand zurück. Und als „sitzengeblieben" trauert man der Vergangenheit nach, will sie herholen wie vordem die Zukunft. Man spielt in Lotterien und erwartet allerhand Glücksfälle, beweihräuchert sich schon vorzeitig in Hinsicht auf den kommenden, erhofften Namen von Ehre und Ansehen, den ein glückliches Schicksal sicher für uns bereithält. Für teueres Geld hat uns dieses Geheimnis ein Schwindler aus den Sternen gelesen. Man verschlingt Romane und lullt sich in die Rolle der Helden ein. Man hört von Filmstars und wartet und wartet, bis die Glücksstunde auch uns als Talent und Schönheit entdeckt. Man wiegt sich in allen möglichen und unmöglichen Zukunftsbildern bei Tag und bei Nacht und der innerlich unruhige, aufgepeitschte Mensch hat nie Ruhe noch Rast vor seinen ungestüm quälenden Plänen. Er geht mißmutig an sein Tageswerk, zersplittert seine Kraft zwischen „müssen" und „hoffen". Er möchte die Gegenwart wegschicken, sie beflügeln und weil das nicht geht, stellt man sich ihr feindlich gegenüber und damit ist das Leben dieses harrenden Narren in seinen Grundfesten erschüttert, da sich jedes Leben nur durch die Gegenwart fruchtbringend gestalten läßt. Die glückliche Zukunft liegt nicht in unseren Händen durch Hoffen, sondern durch restlose, freudige Ausnützung des Augenblicks, der Gegenwart. Berlin, 8. Sept. (CNB.) Staatsrat Dr. Ley beschäftigt sich im „Völkischen Beobachter" mit den Konsumvereinen im neuen Staat. Noch heute sei ein großer Teil der besten deutschen Arbeiterschaft in den Konsumvereinen organisiert. Hätten wir sie rücksichtslos zerschlagen, so hätten wir nicht nur einen großen Teil der deutschen Arbeiterschaft verärgert, verbittert und uns zu unerbittlichen Feinden gemacht, sondern wir hätten auch große Werte vernichtet und Hunderttausende arbeitslos gemacht. Seine Aufgabe fei es gewesen, dem wilden Kampf gegen die Konsumverein aus den Kreisen des Mittelstandes entgegenzutreten und eine neue Form für die Konsumvereine zu finden, um einmal dem Arbeiter seine Anteile zu erhalten und zum andern, um eine Verbindung mit dem Handwerk und dem Mittelstand zu finden, die es ermögliche, auch diesen Kreisen gerecht zu werden. In der letzten Sitzung des Kle i n e n Arbeitskonvents sei mit den Vertretern der nationalsozialistischen Hago und GHG. sowie mit den I Vertretern der Arbeiterverbände und den Konsum- • Maschinenbau praktisch tätig und absolvierte ver- schiedene technische Lehranstalten mit der erfolgtet« chen Prüfung als Maschinenbau-Ingenieur. Das Examen als Maschinenbauingenieur legte er an der Anstalt zu Lage-Lippe in Lippe ab. Als bekannter Redner und Sozial- und Arbeitsrechtsoertreter der gesamten Provinz Oberhessen hatte er gerade in Arbeiterkreisen Erfolge, die seinen Namen weit über die Grenzen seines Bezirks bekannt machten. Es verdient ferner noch festgehalten zu werden, daß Pg. Jung als Mitglied in den Kreistag und in verschiedene weitere Ehrenämter berufen wurde. Im Jahre 1932 wurde Pg. Jung von dem Kreis- leiter Dr. H a r t h als Funktionär in die Kreisleitung berufen und ihm die Leitung der Abteilung VI/2 und später die gesamte Geschäftsführung übertragen. Anfang 1933 ernannte Pg. Kreisleiter Dr. Harth Pg. Jung zu feinem persönlichen Adjutanten. Gedenkfeier des Türkenjahres 1683 in den Schulen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, gibt in einer Bekanntmachung an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen und der gewerblichen Lehranstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Anordnung: Am 11. September ist in allen Schulen des Landes eine Gedenkfeier des Türkenjahres 1683 in der letzten Sormittagsftunbe- abzuhalten. Dorn vierten Schuljahr aufwärts werden sämtliche Klassen in einem geeigneten Raum versammelt, wobei ein Geschichtslehrer die Bedeutung des großen historischen Jahres in einer Ansprache würdigt. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß durch die Behandlung des geschichtlichen Vorgangs von 1683 die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei nicht beeinträchtigt werden. Äls Grundlage für die Gedächtnisfeier hat eine Abhandlung aus der Monatszeitschrift des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, welche allen Schulen zugeleitet worden ist, zu dienen. Die Feier ist mit Gesang von vaterländischen Liedern zu beenden. NSDAP. Kreis Gießen. Der stellvertretende Kreisleiter gibt bekannt, daß alle Ortsgruppenleiter verpflichtet find, für die umgehende Erledigung aller an sie gerichteten Anfragen über die politische Betätigung von Personen zu sorgen. Spätester Termin ist Sonntag, 10. September. Die Ortsgruppe Gießen der NS.-Kriegsopferver- forgung hält am morgigen Samstag, 9. September, 20.30 Uhr, im Cas6 Leid eine Mitgliederoer. fammlung ab, zu der für alle Mitglieder das Erscheinen Pflicht ist. Zu der Versammlung sind auch alle noch nicht organisierten Kriegsopfer kameradschaftlich eingeladen. Vortrag im Kampfbund deutscher Architekten und Ingenieure. Am Dienstag, 12. September, findet um 20.30 Uhr im Saale des Cafe Ebel, Burgaraben, eine Mitgliederversammlung des Bezirks Gießen und Oberhessen des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure tatt, bei der Pg. Bürgermeister Dr.-Jng. Ernst Hamm sprechen wird über „Bauordung, Beleihungs- und Hypothekenwesen, ihr Einfluß auf den Städteba u". Sodann wird der Bezirksführer einen Bericht über den Reichsparteitag in Nürnberg mit besonderer Berücksichtigung der den KDAJ. betreffenden fragen geben. Die Mitglieder des KDAJ., sowie technisch inter- essierte Gäste werden freundlichst aufgefordert, an der Versammlung teilzunehmen. Als Unkostenbeitrag werden 50 Pf. erhoben. Für Erwerbslose ist der Eintritt frei. Vom Deutschen Offizierbund. Man schreibt uns: Zur Offizierversörgung gehören alle die Versorgung und amtliche Fürsorge betreffenden Angelegenheiten sämtlicher ehemaliger aktiver Offiziere und ehemaliger Offiziere des Beurlaubtenstandes (also auch der Nichtkrieg s b e s ch ä d i g t e n),. sowie der Hinterbliebenen beider Offizierarten. Leiter der Abteilung Offizierversörgung ist Oberst v. Rauch der Reichsleitung der NSKOV. in Berlin W. 35, welche voraussichtlich in einigen Monaten eine Körperschaft des öffentlichen Rechts werden und auch einen Teil der Kriegsbeschädigtenfürsorge übernehmen wird. Alle Offiziere der alten Armee werden aufgefordert, der NSKOV. beizutreten. Von den Landesverbänden und Ortsgruppen-Offizierversorgungs- abteilungen werden nur die DOB-Mitglieder betreut. Für NSKOV. läßt man sich einfdjreibcn (Dienstag und Freitag, 15 bis 18 Uhr, in Darmstadt, Elifabetenstraße 291) als Mitglied. Für Ortsgruppe Gießen Anmeldung bei Herrn Professor Dr. Schmoll. Monatsbeitrag 90 Pf. wird einkassiert. Die Zeitung wird frei geliefert. — DOB.-Mitglieder brauchen 1 Mark Eintritt nicht zu bezahlen. Im Todesfall, nach dem Eintritt nach drei Monaten, 100 Mark Sterbegeld. provinzial-Sängertag in Gießen. Am Sonntag, 17. September, findet in Gießen im Gewerkschaftshaus der oberheffischePro- vinzial - Sängertag statt. Nach den Anordnungen des Prooinzführers für Oberhessen des Hessischen Sängerbundes, L. Wendler (Bad-Nau- heim), wird am Vormittag zunächst eine Bauführer- sitzung abgehalten. Die Prooinzialtagung nimmt um 14 Uhr ihren Anfang. Bei dieser Tagung wird der Bundeschormeister des Hessischen Sängerbundes, Universitätsmusikdirektor Professor Dr. T e m e s - oari), Gießen, einen Vortrag über das Thema „Kultur und Politik" halten. Der B a u e r s ch e Gesangverein in Gießen wird die Tagung mit dem vaterländischen Chor „O Deutschland" von Prof. Dr. Temesvary unter persönlicher Leitung des Komponisten einleiten. Es wird mit zahlreichem Besuch der Tagung gerechnet. Landes -Zugendwettkämpfe in Gießen. Bei prächtigem Morgensonnenschein wurden heute früh die Landesjugendwettkämpfe der Gießener Schulen auf dem Trieb ausgetragen. Daran waren sämtliche Gießener Schulen beteiligt. Die Austragung der Wettkämpfe geschah in vier Gruppen, die sich aus je zwei Jahrgängen rekrutieren. Den Kämpfen des heutigen Tages gingen bereits Ausscheidungskämpfe in den einzelnen Schulen und unter den Klassen voraus, so daß sich nunmehr nur die Besten der Schulen in einem gemeinsamen Wettkampf fanden. Nachdem zu Beginn der Woche bereits Schwimmwettkämpfe ausgetragen wurden und dis einzelnen Klassen Märsche unternommen hatten, die die Teilnehmer über Strecken von 3, 5 und 7,5 Kilometer führten, traf man sich heute morgen zu den Wettkämpfen in vier weiteren Disziplinen. Die Jugend trat zu einem Hindernislauf an, zum Zielwurf, ferner zum Klettern und Steigen (an einem a unb l«et eine* ■ «nd Weniger !a?h Ses-h'? _ Tage-, .7 Li HVs'oS «flfi unb 1 Ji«l) ®’t' ». Berusur ft en. Ms Nach wurde der brsh Glöckner ar GwSner, der 0 nabe van hege einer 5 ner als her°u gäbe doh 3ol). senschaltl'che-U Philosophie fr angenommen. J fern Jahre mit d berechneten heg ** Ein A- Samstag, 9. 61 Schulstrahe 4, seinen 80. Geb' ♦♦ Eine 2 morgigen San Christine Wa »b nal „och a' •Siyff Dichter chK Aiiki ,.Nbem Ntyn tnann»’! "unmeijt WnSp 1 Ä11 en W- 7 fur die q ■■•«'S sä« SÄ 0ei Links: Der ffi bahn.-Rech Baum) und zum Schweben und Sprinaen (auf und über einem Balken). Bei diesen Wettbewerben kam es weniger auf die Kraft des einzelnen, als auf die Geschicklichkeit und Wendigkeit, auf schnelle Auffassungsgabe ufro. an. Die Landesjugendwett- kämpse standen unter der Leitung von Referendar F r o n t i u s, dem eine stattliche Anzahl von Schiedsrichtern und Obleuten aus dem Lehrpersonal der Schulen zur Seite stand. Die Wettkämpfe wurden noch am Bormitlag abgeschlossen. Ueber das Ergebnis berichten wir noch. Taten für Freitag 8. September. 1778: der Dichter Clemens Brentano in Ehren- breitstein geboren (gestorben 1842); — 1804: der Dichter Eduard Mörike in Ludwigsburg geboren (geftorben 1875); — 1831: der Dichter Wilhelm Raabe in Eschershausen geboren (gestorben 1910); — 1841: der Komponist Anton Dvorak in Muhl- Hausen in Böhmen geboren (geftorben 1904); — 1915: Luftangriff auf London durch „L 9“. 2-ornoNzeu. — Tageskalender für Freitag: BfB. 1908, 20.30 Uhr, Vereinsheim, Mitglieder- und Spieleroersammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Siegfrieds Tod". — Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße gibt bekannt, daß der Siegfried-Film am morgigen Samstag nur zu den Anfangszeiten 16 Uhr und 18.30 Uhr (um 20.30 Uhr also nicht) zur Borführung gelangt. ** Berufung an die Universität Gießen. Als Nachfolger E. v. Afters in Gießen wurde der bisherige a. o. Professor Dr. Hermann Glöckner aus Heidelberg berufen. Professor Glöckner, der als Herausgeber der Jubiläumsausgabe von Hegels sämtlichen Werken und als Verfasser einer zweibändigen Hegel-Monograpie, ferner als Herausgeber der siebenbändigen Neuaus- aabe von Joh. Ed. Erdmanns „Versuch einer wissenschaftlichen Darstellung der Geschichte der neuern Philosophie" besonders bekannt ist, hat den Ruf angenommen. Professor Glöckner wird noch in diesem Jahre mit der Herausgabe eines auf drei Bände berechneten Hegel-Lexikons beginnen. ** ©In Achtzigjähriger. Am morgigen Samstag, 9. September, kann Herr Karl Stroh, Schulstraße 4, in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern. ** Eine Vier undacht zigjährige. Am morgigen Samstag, 9. September, begeht Frau Christine Wagner Witwe in Gießen, wohnhaft Hinter der Westanlage 9, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 84. Geburtstag. " An der Arbeitsstelle tödlich verunglückt. Gestern nachmittag kam der Elektromonteur Willy K l ö ß von hier, Wetzsteingasse 19, der beim städtischen Elektrizitätswerk beschäftigt war, auf seiner Arbeitsstelle an der Leitung des Ortsnetzes in Treis a. d. Lda. mit der unter Spannung stehenden Leitung in Berührung. Dabei wurde der bedauernswerte Mann so heftig vom Strom getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. * Freie Lehrer stellen. Im Kreise Lauterbach sind folgende Schulstellen endgültig zu besetzen: Je eine Schulstelle für einen evangelischen Lehrer an den Volksschulen zu Altenschlirf, Lanzen- Hain, Nieder-Moos und Vaitshain. Dienstwohnungen sind vorhanden. Außerdem ist eine Schulstelle für einen Lehrer an der katholischen Volksschule zu Herbstein zu besetzen. Die Wohnung wird frühestens am 1. Oktober frei. — Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Büttelborn, Kreis Groß-Gerau. Dienstwohnung ist vorhanden und kann demnächst bezogen werden. — Im Kreise Oppenheim sind die nach- stehenden mit Lehrern zu besetzenden Schulstellen erledigt: Evangelische Stellen: eine Stelle in Wolfsheim, Dienstwohnung vorhanden, zwei Stellen in Undenheim, eine Dienstwohnung vorhanden, eine Stelle in Rommersheim, Dienstwohnung oorban- den, eine Stelle in Selzen, Dienstwohnung vorhanden, eine Stelle in Schwabsburg, Dienstwohnung vorhanden, eine Stelle in Wintersheim, Dienstwohnung vorhanden, eine Stelle in Wörrstadt, t)ienft- wohnung vorhanden. Katholische Stellen: zwei Stellen in Sulzheim, zwei Dienstwohnungen vorhanden, eine Stelle in Gabsheim, Dienstwohnung vorhanden. ** Bibellehrgang in Friedbera. Dom 19. bis 21. September hält der Hessische Landesverein für Innere Mission im evangelischen Gemeindehaus in Friedberg einen Bibellehrgang. An den Nachmittagen, um 15 Uhr beginnend hält Prof. D. Ielke von Heidelberg biblische Vorträge über den Jakobusbrief, den 2. Petrusbrief und den 1. Petrusbrief. An den Vormittagen, jeweils um 10.15 Uhr, werden über folgende Themen Vorträge gehalten: „Wort Gottes und Glaube" (Pfarrer Knodt- Bad-Nauheim), „Glaube und Kirche" (Studentenpfarrer Lic. Dr. S ch l i n k > Darmstadt), „Glaube und Werk" (Prof. D e i d t - Frankfurt am Main). Sämtliche Evangelischen sind zu den Veranstaltungen herzlichst eingeladen. Die Giudenten-Wetispielein Turin i 4 1 Ä Links: Der Weltmeister im Turmspringen, Ziegler, und der Weltmeister im Kunstspringen, Vie- bahn.— Rechts: Drei Deutsche, die in den Endkampf des Brustschwimmens kamen. Von links nach rechts: Kaballa, Ramme und Henke. MeneuenAmaiembestimmungenimAFV. Nachdem wir bereits gestern die grundsätzliche Stellungnahme des Führers des Deutschen Fußballbundes, Felix Linnemann- Berlin, veröffentlichen konnten, liegt nunmehr auch der Wortlaut dieser Bestimmungen im Druck vor, den wir der Amtlichen Sport-Rundschau des Gaues XII Nordhessen entnehmen. 1. In den Mannschaften der Bundesvereine und in den Mannschaften, die sich an den Meisterschaftsund Pokalspielen des DFB. beteiligen, dürfen nur solche Spieler ausgestellt werden, welche den Sport aus ideellen Gründen ohne Gewinnabsicht betreiben (Amateure). 2. Ein Spieler, der aus der Teilnahme am Sport einen Gewinn an Geld oder Geldeswert zieht, ober sich für bie Teilnahme einen solchen versprechen läßt, wirb bestraft, unb kann zum Berufsspieler erklärt werben. Eine gleiche Strafe trifft benjeni- gen, welcher einem Spieler einen solchen Gewinn anbietet ober gewährt. 3. Die Erklärung zum Berufsspieler kann burch ben DFB. erfolgen ober burch ben Spieler selbst abgegeben werben. 4. Der Bunbesführer kann auf Antrag einem Berufsspieler nach einer Wartezeit bie Amateureigenschaft roieber zuerkennen. 5. Gegen Mannschaften, die sich ganz ober -um Teil aus Berufsspielern zusammensetzen, darf nur mit Genehmigung des Dundesführsrs gespielt werden. 6. Die Veranstaltung bzw. Duldung von Wetten bet Fußballspielen ist verboten. 7. Es ist verboten, für die Vermittlung ober ben Abschluß von Wettspielen eine Entschäbigung zu fordern ober zu gewähren. 8. Bei Spielen am Ort kann ben Spielern ber Ersatz ber tatsächlich entstandenen Fahrtkosten und bei Ausfall ber Familienbeköstigung ein einfaches Essen gewährt werden. 9. Bei Spielen außerhalb des Wohnorts darf den Spielern Unterkunft, Verpflegung und freie Reife gewährt werden. Diese Auslagen sind von dem Mannschaftsführer für die Mannschaft zu begleichen. Es ist ausdrücklich verboten, den an einer gemeinsamen Reife teilnehmnden Spielern Geld zur Begleichung dieser Auslagen zu geben. Nur für persönliche Bedürfnisse darf den Spielern ein geringer Betrag ausgebanbigt werben (bei Spielen in Deutfdp lonb bis 2 Mark, bei Spielen im Ausland bis 3 Mark je Tag). 10. Kann ein Spieler aus triftigem Grund an der Gemein!chaftsreise der Mannschaft nicht teil- nehmen, so kann ihm eine Verpflegungsentschädigung im Höchstsatz von 12 Mark pro Tag, 6 Mark für Den halben Tag, und eine Unterkunftsentschädigung im Höchstsatz von 6 Mark gewährt werden. 11. Der Ersatz für Lohnausfall kann nur in außergewöhnlichen Fällen mit Genehmigung des Bundesführers gewährt werden. 12. Es ist verboten, Mitglieder eines Bundesver- eins durch Geschenke ober Versprechungen zum Uebertrit in einen anderen Verein zu bewegen. Auch ber Versuch i st strengstens zu b e ■ strafen. Die Vereine sinb für bie Verstöße ihrer Mitglieber gegen biefe Bestimmung haftbar. Ist anzunehmen, baß ein Verein bzw. Mitglieder oder Gönner des Vereins ein Mitglied eines anderen Vereins gezogen haben so kann der Verein (bei Mitschuld auch der Spieler) an Stelle oder neben anderer Bestrafung zeitweise aus dem Spieloerkehr ausgeschaltet werden. Oer Sieger im Gordon Dennei- Dettfl egen. L t. S c 111 e konnte auf Ballon „Amerika I" auch das diesjährige Gordon-Bennet-Wettfliegen gewinnen, nachdem er schon im Vorjahre in dieser klassischen Konkurrenz siegreich geblieben war. Settle legte von Chikago aus in östlicher Richtung eine 1290 km lange Strecke zurück. Er landete bei Branford (Connecticut) an der Küste des Atlantischen Ozeans. Sportlehrervertrag sind dem DFB. zur Entscheidung zu unterbreiten. 18. Gibt ein Dereinsa»gestellter ober ein Dereins- sportlehrer seine Tätigkeit bei einem Verein auf, so unlerliegt_er hinsichtlich der Teilnahmeberechtigung für alle Spiele einer Wartefrist, deren Dauer vom Bundesführer festgesetzt wird. 19. Spieler, welche, ohne Sportlehrer zu sein, ben eigenen ober einen anberen Verein gegen Gewährung irgendwelcher Entschädigung trainieren wollen, dürfen dies nur mit Genehmigung des Bundes- führers tun, dem ein schriftlicher Vertrag oorzu- legen ist. gez. F. Linneman. gez. Dr. L a n d r y. 13. Es ist Recht und Pflicht der Vereine, ihren Mitgliedern bei Arbeitsbelastung behilflich zu fein, doch darf sich diese Fürsorge nicht nur auf Mitglieder der oberen Mannschaften beschränken. 14. Arbeitsbeschaffung für Mitglieder anderer Vereine darf nur mit vorheriger Genehmigung des Bundesführers erfolgen. 15. Angestellte eines Vereins dürfen an Meister- schafts- und Pokalspielen der beiden obersten Mannschaften des Vereins nicht teilnehmen. 16. Sportlehrer, die vom DFB. anerkannt sind, dürfen an den Meisterschafts, und Pokalspielen des Vereins, bei dem sie tätig sind, nicht teilnehmen: Sportlehrer, die vom DFB. nicht anerkannt sind, dürfen auch an den Gesellschaftsspielen nicht teil- nehmen. 17. Jeder Vertragsabschluß mit einem Vereinsam gestellten ist dem DFB zu melden, jeder Vertrag mit einem Sportlehrer dem DFB. vor Abschluß zur Genehmigung vorzulegen. Streitigkeiten aus einem Deutscher Moiorradsieg in Spanien. Der deutsche Meister L 0 of stellte bei dem Motorrad- Bergrennen von Bilbao einen neuen Stredcnretorb auf. Obecheffen. NS.'Lehrerbund Kreis Schotten. Der Kreisobmann des NS. Lehrerbundes Kreis Schotten hat kommissarisch ernannt: zum Kreiskassenwart Lehrer H. Schäfer, Ober-Seibertenrod, zum Bezirksobmann von Gedern Lehrer H. K albe r 1 a h in Gedern. Bezirkskonferenzen finden am 13. September in Ulrichstein und in Gedern, am 20. September in Schotten unb in Laubach statt. Alle Ueberweisungen gehen nunmehr auf bas neu errichtete Postscheckkonto Frankfurt a. M. 446 90 NSLB. Schotten. Die Ergebnisse ber Schulsamm- lung linb an bie Bezirksobleute weiterzuleiten. Die Schulsammlung für September (nationale Arbeit) unterbleibt. Tödlicher Verkehrsunfall. * Alsfeld, 8. Sept. (Drahtbericht des Gieß. Anz.) Gestern nachmittag ereignete sich auf ber Landstraße von Alsfeld nach Münch-Leusel unmittelbar vor dem letztgenannten Orte ein schwerer V e r k e h r s u n f a l l, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Dort befand sich auf der Landstraße die 58 Jahre alte Landwirtsehefrau Hch. Fieher aus Holzburg (Kreis Zie- genhain) mit ihrer Tollster unterwegs auf dem Heimweg vom Krankenyaus in Alsseld, wo der Ehemann der Frau krank barnieberliegt. Als bie beiben Frauen bas Postauto herankommen sahen, wollten sie, um ben Staubwolken auszuweichen, noch unmittelbar vor bem Kraftwagen, von ber von ihnen begangenen linken Straßenseite auf bie rechte Seite Der Straße, bie von bem Postauto vorschriftsmäßig befahren würbe, hinüberlaufen. Der Tochter gelang dieses Vorhaben auch, dagegen wurde Frau Fieser, die etwas zögerte und dann unmittelbar vor bem Postauto bie Straße noch überquerte, von bem Kraftwagen erfaßt und zu Boden geworfen, da es dem Wagenführer auf bie ganz kurze Entfernung zwischen seinem Fahrzeug unb ber Frau, außerbem auch bei ber stark ab- faüenben Straßenstrecke nicht möglich war, bas Auto bei ben wenigen Metern zum Stehen zu bringen. Die bebauernsroerte Frau trug bei bem Zusammenprall so schwere Verletzungen am Kopfe davon, daß sie schon unterwegs in Dem Postauto, das bie Verunglückte sofort nach Alsfelb zum Krankenhaus bringen wollte, verstarb. Landkrets Gießen. ch Alten-Buseck, 7. Sept. Bei ber letzten Grummetgrasversteigerung ber Ge- meittbewiesen würben gute Preise erzielt. Da bie Grummeternte überall nicht befriebigenb ausfällt, ist bie Nachfrage -nach Wiesengras besonders groß. Teilstücke mit gutem Hutter waren sehr begehrt und kamen durchschnittlich auf 12—14 Mark. Grasnutzungen von geringerer Qualität erbrachten 9—11 Mark, Wiesen mit schlechtem Ertrag wurden mit 7—8 Mark bezahlt. < Großen-Buseck, 7. Sept. Ein Vorgang, der zur Warnung dienen mag, spielte sich gestern nachmittag in unserer Gemeinde ab. Ein junger Mann von hier wurde von zwei SA.-Männern durch das ganze Dorf geführt, während zugleich der Polizeidiener, mit der Ortsschelle ausgerüstet, bekannt machte, daß ber Vorgeführte sich des Diebstahls von etwa 50 Pf unb A e p f e l n schuldig gemacht hatte. — In ber Nacht zum letzten Samstag ereignete sich im Stein- llruch am Kirschberg ein Erbrutsch, bei bem etwa 1000 cbm Erde unb Geröll in bie liefe stürzten. Da sich ber Vorfall zum Glück in ber Nacht abspielte, kamen erfreulicherweise Menschenleben nicht zu Schaden. Am Tage arbeiten etwa 10 Mann in bem Steinbruch, um dort das Material für den Chausseebau am Psingstweg zu brechen. — Seit drei Wochen sind hier zwei Dreschmaschinen tn voller Tätigkeit. Unsere Landwirte sind mit dem Körner- und Strohertrag ber Getreideernte im allgemeinen sehr zufrieden. Burkhardsfelden, 8. Sept. Heute morgen gegen 6 Uhr ereignete sich hier an der Dreschmaschine ein Unglürfsfall. Der 23jährige Einleger Ludwig Kutscher aus Bersrod war mit dem Auflegen eines Riemens beschäftigt, stürzte dabei aber ab. Der bedauernswerte junge Mann erlitt schwere Verletzungen am Kops und außerdem einen Unterarmbruch. Nach Anlegung eines Notverbandes begab sich der Verunglückte in Begleitung eines anderen jungen Mannes sofort zur Bahn, um zur weiteren Behandlung nach der Chirurgischen Klinik in Gießen zu fahren. + Obbornhofen, 7. Sept. Am Sonntag konnten wir eine Schar junger Mädchen vom BDM. aus den Nachbarorten Inheiden unb Trais- Horloff als Gäste in unserem Dorfe begrüßen. Nach- bem sie am Vormittag im benachbarten Bellersheim am Gottesbienste teilgenommen hatten, tarnen sie gegen Nachmittag nach hier, wo man sie mit Kaffee unb Kuchen aufs beste bewirtete. Auf ben Wiesen erfreuten hernach bie Mäbels ihre Gastgeber burch wohlgelungene Spiele, Gedillstoor« träge unb schöne Volks- unb Vaterlanbslieber, bis reichen Beifall ernteten. Diese Darbietungen, sowie ber Geist, ber in bem jungen Volke herrscht, gaben bavon Zeugnis, baß von ben Führerinnen, Fräulein Gretel K u h n - Inheiden unb Fräulein Else Hublitz - Trais-Horloff, echt vaterländische Arbeit an der Jugend im Sinne unseres Führers gelistet wird. Den besten Eindruck hinterlassend, verließ gegen Abend mit Sang und Klang das junge Volk unser Dorf. KreiS Friedberg. WSN. Friedberg, 7. Sept. Aus einer nichtigen Ursache warf im nahen Wölfersheim ein Junge einem Altersgenossen Äalfbrei in bie Augen. Trotz sofortigen operativen Eingriffes in ber Gießener Klinik verlor ber Junge auf einem Auge bie Sehkraft, während das andere Auge ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. ftrcie Schotten. □ Laubach, 7. Sept. Das ßanbesarbeitsamt Frankfurt a. M. hat die Ausführung größerer Pfla st erarbeiten in unserer Stadt genehmigt, bei denen 30 Arbeitslose Beschäftigung finden werden. Mit dem Brechen und Richten der Steine wird demnächst begonnen. — Am Dienstag konnte Lehrer i. R. Jakob Spllaer in körperlicher und geistiger Frische sein 8 5. Lebensjahr vollenden. Mehrere Jahrzehnte war er bis ,)u seiner Ruhestandsversetzung in treuer Pflichterfüllung an ber hiesigen Volksschule tätig. Hessisches Sondergericht. WSN. Darmftabt, 7. Sept. Der 23jährige Schlosser Hugo Marquardt aus Lampertheim hatte die nationalsozialistische Bewegung und ben Führer Adolf Hitler verleumdet. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde er heute vom Sondergericht zu einem Jahr neun Monaten G e. f ä n g n i e verurteilt. — Ebenfalls in nichtöffentlicher Verhandlung wurde ein 60jähriger Maurer aus Mainz-Kastel wegen Weitergabe einer Zeitung mit Greuelgeschichten zu zehn Monaten Gefängnis oerurteitt. Wettervoraussage. Noch immer erstreckt sich ein Keil des Nordmeer- Hochs über Deutschland und verursacht absinkende Luftbewegung. Obwohl sich im Nordosten, wie auch über Frankreich Störungen befinden, die ihren Einfluß geltend zu machen suchen, wird bei uns vorerst noch die Hochdruckwetterlage erhalten bleiben. Vorübergehend ist allerdings mit Aufzug von Bewölkung zu rechnen. Aussichten für Samstag: Heiter, auch zeitweise leicht bewölkt, Temperaturen wenig verändert, trorfen. Aussichten für Sonntag: Vorübergehend stärker bewölkt, im wesentlichen aber doch Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 7. September, mittags: 21 ®rab Celsius, abends: 13 Grad: am 8. September, morgens: 9,2 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum 6,8 Grad. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 7. September, abends: 20,8 Grad, am 8. September, morgens: 13,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 11'/« Stunden. Das ift unter der Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann, Stuttgart. 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Mit seinem spitzbübischen Lächeln, von einer Dame zur andern blickend, stand Kurt von Langen auf der Schwelle — „nun, habe ich es recht gemacht?" Magussi ging auf ihn zu, und ehe er es sich versah, hatte sie ihm einen Kuß auf die rechte Wange gegeben. „Das war ich Ihnen schuldig, Baron, für das große Geschenk, das Sie mir mitgebracht haben." Ganz seltsam durchzuckte es ihn bei der Berührung ihrer weichen, kühlen Lippen. Er schloß eine Sekunde die Augen. Um die ihm unbequeme Rührung abzuwehren, deutete er auf seine linke Wange, — „dafür versuche ich, Ihnen auch noch den Vater zu bringen! Eine schwere Arbeit wird es noch werden: dennoch hoffe ich, daß es mir gelingen wird! Um solchen Lohn!" Arn nächsten Abend hörte die Kornrnerzienrätin die Tochter als Elisabeth in „Tannhäuser". Nie wohl hatte Magussi diese Partie so ergreifend gesungen, da sie noch ganz von ihrem geheimen Schmerz erfüllt war — .Heinrich, was tatet Ihr mir an —' von verhaltenen Tränen zitterte ihre wundervolle Stimme, — jeder Ton war beseelt und lebendig. Das Publikum stand im Banne eines ganz großen Erlebens, dankte mit stürmischem Beifall und wollte seinen Liebling immer wieder sehen. Magussis Mutter war überwältigt; in ihrer Erregung faßte sie nach der Hand Kurt von Langens, der neben ihr saß. „Wenn mein Mann heute Magussi gehört hätte, würde er ihr sicher verzeihen!" sagte sie leise, „ich habe es längst getan!" Schweigend, selbst tief ergriffen, nickte er. Am anderen Morgen reifte er weiter; er wollte Mutter und Tochter nicht stören, so gern er auch in Magussis Gesellschaft geblieben wäre. Von neuem hatte sie ihn ganz bezaubert; ach, wer war es nicht in der Nähe dieser wundervollen Frau! Glückliche Tage verlebten Mutter und Tochter zusammen, bis für Frau Bunte die Abschiedsstunde schlug. Jedoch die Trennung währte diesmal nicht lange; im Juli würde man sich wiedersehen, in der Zeit der Theaterferien, die die beiden Damen am Chiemsee verbringen wollten. Sie freuten sich schon jetzt unbeschreiblich auf das lange Beieinandersein. Ein Geheimnis vor dem Gatten sollte es nicht fein; wollte er sich noch länger des Glückes berauben, eine solche Tochter zu besitzen, so war es seine Schuld; sie ließ sich ihr Mutterrecht nicht mehr verkürzen! Nun war die Versöhnung mit der Mutter da; wie froh sich Magussi fühlte! Tiefe Dankbarkeit gegen Kurt von Langen erfüllte sie, der das Wiedersehen zustande gebracht! Nur Eduard! Wie das weh tat! Ehrlich gestand sie es sich ein: Eifersucht war es, Eifersucht auf die andere, was ihr Herz bis zum Rand füllte! Gehörte er ihr nicht mehr, so sollte aber auch keine andere ein Recht an ihm haben. Was war das Frauenherz doch für ein wunderlich Ding! — Seit langen Jahren hatte Kommerzienrat Bunte und feine Frau zum ersten Male den Sommerurlaub getrennt verbracht. Es zog die Mutter so gewaltig zur Tochter, daß der Gatte diesmal zurückstehen mußte, und trotz seines sichtlichen Grolles hatte sie nicht nachgegeben. „Wenn du Magussi nur einmal in den Festspielen hören wolltest —" „Ich habe kein Verlangen! Du kennst mein geringes Interesse für Theaterprinzessinnen!" hatte er kalt entgegnet, „wenn du die Rücksicht auf deinen Mann vergißt, so ist das sehr bedauerlich; doch ich muß mich dreinfinden!" — Die Festspiele waren zu Ende; neue Triumphe und Ehren hatten sie Magussi gebracht, und die Mutter, die keine Vorstellung versäumt, in der die Tochter beschäftigt war, war darüber stolzer und beglückter als die junge Künstlerin, für die das alles Selbstverständlichkeiten waren, wenngleich sie in ihrer Gewissenhaftigkeit in ihrem Studium nicht nachließ und immer weiter an sich arbeitete. Nun herbstelte es wieder. Gelbe Ränder zeigten schon die Blätter der Bäume. Wenn auch noch Sommersonne schien, die wohlig Wärme spendete, so ging bereits eine Ahnung vom Sterben durch das Land, als Frau Bunte sich endlich zum Abschied von der Tochter entschloß. — „Ich hoffe zu Weihnachten auf ein Wiedersehen!" * Bruno Hollings Oper war auch vom Nationaltheater zur Aufführung erworben worden. Magussi empfand darüber mehr Schreck als Freude; denn sie konnte sich ungefähr denken, was nun kommen würde! Ihre Befürchtungen waren nicht ohne Grund — Bruno Holling tauchte wieder in ihrer Nähe auf! Natürlich war ihr die ,Hero' zugeteilt, und die Zeitungen brachten ausführliche Berichte über das romantische Erstauftreten Magussi Waldhofs in dieser Rolle! Der Komponist traf zu den letzten Proben ein; die Erstaufführung des Werkes sollte unter seiner Leitung stattfinden. Sie bemühte sich zu einem unbefangenen, kameradschaftlichen Ton gegen ihn; alles sollte vergessen sein, doch schwer war es für sie angesichts dieser bettelnden Augen, die unablässig auf ihr ruhten und jeder ihrer Bewegungen folgten! Sie dachte an seine Worte: „Ich hole dich mir!" Glaubte er, daß es jetzt so weit war? Bisher hatte er ihre Wohnung noch nicht betreten, zu ihrer geheimen Erleichterung. Doch wenige Tage vor der Aufführung ließ er sich melden. Abweifen konnte sie ihn nicht gut. Hoffentlich würde er oernüftig sein! Er brachte ihr zwei Liederkompositionen zur Durchsicht. „Ihnen gewidmet, gnädige Frau." Voller Interesse blätterte sie die Hefte durch, summte einige Stellen, nickte beifällig. „Schön! An meinem Liederabend in zwei Wochen werde ich die Lieder fingen!" sagte sie lebhaft. „Ich freue mich darauf. Sie werden die Begleitung übernehmen und mir bei der Zusammenstellung des Programms helfen!" Er küßte ihr die Hand, — „ich danke Ihnen!" Er ließ die Hand nicht los; fest hiell er sie, ihr dabei tief in die Augen sehend. „Frau Magussi, wenn Sie nicht die Herzensgüte und die Natürlichkeit selbst wären — man könnte Sie für die kälteste, berechnendste Frau halten, weil Sie mich so quälen! Ich bin wie von Sinnen, seit ich Sie wiedergesehen! Mein Traum muß doch noch Wirklichkeit werden! Sie meine Muse, auch mein Weib! Meine neue Oper schreibe ich wieder für Sie! es wird eine Märchenoper, weil Sie so hold und unwirklich wie ein Märchen sind!" — Immer das alte Lied! Einen Augenblick flog es ihr durch den Sinn: erhöre ihn! Er ist der Mann, mit dem du künstlerisch arbeiten kannst! Eure Ehe würde mit Erfolgen gesegnet fein! Dann wirst du auch Ruhe haben vor den Gedanken an den andern! Dann mußte Eduard auch ganz aus ihrem Leben ausgeschaltet sein! Aber wenn sie Bruno Halling ansah, tauchte das ernste, schlichte, charakteristisch" Antlitz des früheren Gatten daneben auf, Sehnsucht erweckend. Nein, es war unmöglich! Ohne Liebe konnte sie sich nicht verschenken, und wäre es der Höchstgeborene, der ihr seine Hand anbot! „Meine Antwort ist dieselbe wie vor Jahren; ich denke an keine zweite Heirat, weil meine Liebe immer noch meinem Manne gehört! Wenn wir Freunde bleiben wollen, Bruno Halling, bitte, nie wieder etwas davon! Oder wollen Sie mich als Freundin verlieren? Es würde mir weh tun, denn Sie sind mir sehr lieb." Leise legte sie die Hand auf seinen Arm, und ihre Augen suchten die seinen, die er traurig abgewendet hatte. »Es ist so schwer, was Sie verlangen!" stammelte er endlich. „Aber doch nicht unmöglich!" Sie lächelte ihr Lächeln, das alle bezauberte. „Wenn ich nun bitte? Hier meine Hand, schlagen Sie ein! Aus gute, ehrliche Freundschaft, die mich sehr glücklich machen wird!" Mit unwiderstehlichem Blick sah sie ihn an, daß er nicht anders konnte, als einschlagen! Er mußte sich begnügen mit dem, was sie ihm freiwillig gab, sonst hätte er sie ganz verloren! Mit kräftigem Druck hielt sie seine Hand fest,— „auch Wort halten, Bruno Halling! An mir soll es nicht liegen!" „Was machen Sie aus mir, Frau Magussi!" „Einen guten, ehrlichen Freund und Kameraden! Und als Dank werde ich Ihnen Ihre Hero fingen, daß Sie mit mir zufrieden sein werden! ,So wär's getan! Geschmückt der Tempel', fang sie leise, „wissen Sie noch?" Ach, ob er noch wußte? — Mit der Wiedergabe dieser Partie hatte Magussi sich selbst übertroffen. Das Publikum raste von Begeisterung; immer wieder mußte sie sich mit dem Komponisten zeigen! Glücklich und zufrieden fühlte sich Magussi an solchen Abenden. Aber es war keine mit Eitelkeit gemischte Befriedigung, sondern das tiefinnere, edle Gefühl: Du hast geschenkt aus der Fülle deines Reichtums und hast andere damit erbeut! Wer bas kann, der ist nicht umsonst auf der Welt! Für den ist das Leben dennoch schön und beglückend, auch wenn es ihm selbst das Beste genommen hat! 20. Kapitel. Magussi stand mit der Mutter in regem Briefwechsel, und wenn die Nachricht von daheim nicht am vereinbarten Tag eingetroffen war, wurde sie unruhig. Im letzten Brief hatte die Mutter ihr geschrieben, daß Papa und Eduard zu einer großen Treibjagd nach Gertitz zu Ortwin von Langen, Kurts Bruder, geladen seien; sie freute sich der kleinen Zerstreuung für die beiden Herren, die viel gearbeitet hätten. Gleich nach Weihnachten müsse Eduard geschäftlich auf vier bis sechs Wochen nach Amerika, womit seine zukünftige Frau gar nicht einverstanden sei. Sie, die Mutter, habe das Gefühl, daß Eduard es mit Absicht so eingerichtet habe, weil er, ihrem Empfinden nach, die Verlobung schon wieder bereut habe; er sei so eigen und verschlossen und habe ganz das Lachen verlernt! Es sei doch nicht au verhindern gewesen, daß Eduard erfahren, daß sie bei ihr, bei Magussi, gewesen, und seit der Zeit rühre die auffallende Veränderung in seinem Wesen her. Merkwürdig, drei Tage war der Brief der Mutter schon überfällig. Endlich traf Nachricht ein. Als Magussi den Brief mit den klaren, regelmäßigen Schriftzügen der Mutter in Händen hiell, erfaßte sie eine merkwürdige Unruhe, und sie zögerte ein paar Sekunden, ehe sie ihn öffnete, weil ihr der Gedanke kam, als enthielte er eine schlechte Nachricht — und dann las sie, daß ihre Ahnung sie nicht getäuscht. (Fortsetzung folgt.) Eine neue Führung, mit guten deutschen Grundsätzen 5545 A Eröffnung: Samstag, 9. September 1933,11 Uhr Baumwollwaren Gardinen Bettücher Damenmäntel Kleiderstoffe Seidenstoffe Waschsamte Kurzwaren Modewaren Strümpfe Trikotagen Wäsche Herrenhemden Knöpfe Gute Ware, aufmerksame Bedienung und tragbare Preise W W Geschäftsverlegung Hiermit bringe ich zur gell. Kenntnis, da & ich mein Korsetten-Gesdiäft nach Seltersweg 58 verlegt habe und am Samstag, dem 9. September, neu eröffne - Sowohl in Korsetten der verseh. 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Die ander gesagt, meist Sei g'sches Schicksal , Ein solches |k 0 r, anern c taust haben, den sie in den l Sende Rolle in ; xben, der jedensc »ti?rCc5)enn N,.baben halten bn^bQtQillonen lm vuden und Tti S»Ä :“®S6 A™41 'b- lln Leidig ar-«:* ^uben ?^a w dieser bcto für K).( Vergk ^il« unbezi dar. und $ Win 7^en sie StA Dpse d'elene^ fle »> Kultur Nur i Senen )Und ö( Älf Die ieten *** Hal Hr. 210 Zweites Blatt Freitag, 8. September 1953 Wietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Die Weihe des Langemarü-Ehrenmals in Naumburg. Oben: Die Ehrenwache vor dem Gedenkstein. — Unten: Der Stahlhelm marschiert durch eine der flaggen» geschmückten Straßen der alten Saalestadt. Volk ohne Heimat. Oie Tragödie der Assyrer in Mesopotamien. Don unserem se.-Derichtersiatter. umhin gekonnt, auch diesem Volke, wie so vielen anderen volle religiöse und verwaltungsmäßige Freiheitzu lassen, was sich darin aussprach, daß das religiöse Oberhaupt der Sekte, der Patriarch oder Mar Schimun, volle Rechtsprechung in allen Angelegenheiten des Stammes ausübte und so ein kleiner Souverän in seinem Reiche war. Soweit der Stamm nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen oder Vieh- Händeln mit seinen Rachbarn begriffen war, lebte er daher bis zum Kriege zwar kärglich, aber doch zufrieden, da die überzähligen Söhne zudem ost genug in den Städten ihr Brot sanden, wo die treuen und zuverlässigen Rcstorianer besonders von den europäischen und türkischen Paschas wegen ihrer Unbestechlichkeit und ihres Mutes geschäht wurden. Das idyllische Leben dieses Volkes wurde jedoch bei Kriegsausbruch gestört durch die großen Armeniermassaker, die von Türken und Kurden entfesselt wurden, und sich 1917 auch gegen d i c christlichen Assyrer richteten, die sich so plötzlich in die Lage verseht sahen, sich mit Klauen und Zähnen verteidigen zu müssen. Was den verweichlichten und feigen Armeniern aber nicht gelang, gelang diesem Volke. Sie schlugen sich, mit Sack und Pack und Weib und Kind, damals noch fast 70 000 Mann stark, durch die Kurden nach Persien durch, vereinigten sich mit ihren Landsleuten amUrmiasee und hielten sich in diesem Becken unter schwersten Kämpfen bis zum Waffenstillstand. Dann setzten sie sich wieder in Morsch, schlugen sich wieder durch die Kurden durch und gelangten so eines Tages Anfang 1919, jetzt aber nur noch etwa 40 000 Mann stark, nach Mesopotamien, wo sie von den Engländern mit offenen Armen ausgenommen wurden. Bedeutete doch damals ihr Zuzug, daß etwa 12000 Mann erprobter und lan- dcserfahrener Leute der Okkupationsleitung zur Verfügung standen, die sonst nicht zu beschossen gewesen wären. Die Engländer versprachen den Leuten daher auch, daß man sie wieder in ihre Heimat bringen würde - und dafür waren die Assyrer eben zu allem bereit. Aber dieses Versprechen ist nie gehalten worden. Denn die Heimat der Assyrer lag außerhalb des englischen Okkupationsgebietes, das nur allmählich nach Rorden erweitert wurde. Als dann die Verhandlungen über das Mossulgebiet einsehten, verhinderten es die Fran- zosen, daß das Gebiet inn Hakkiari dem Irak zugeschlagcn wurde, mit einer fadenscheinigen Begründung, wahrscheinlich weil sie glaubten, in diesem Gebiete befände sich Petroleum. So sahen sich denn die Engländer außerstande, ihr Versprechen zu halten — und seitdem waren die Assyrer unruhig. ' Denn was sollte aus ihnen werden? Sie vertrugen das Tieflandklima bei Bagdad nicht, chre Frauen und Kinder siechten dahin, Seuchen brachen in ihren Lagern aus. Mißernten und Dürren schufen Hungersnöte und nur der Kriegsdienst im Solde der Engländer m den sogenannten Freiwilligenbataillonen hielt das Völkchen überhaupt am Leben. Doch auch diese Zeiten änderten sich, das Land wurde allmählich pazifiert, wurde reis für die Aufgabe des Mandats, und damit entfiel immer mehr die Möglichkeit, dieses Volk ruhig zu halten. Zudem wurden die Araber eifersüchtig, sie sahen mehr und mehr in den Leuten Söldlinge einer fremden Macht, die ihnen das Joch der Fremdherrschaft aufzwang. Den Gipfel bedeutete es daher, als die Engländer sich aus dem Irak zurückzogen und doch gleichzeitig Bestimmungen zum schütze der Minderheit erlassen wurden: das brachte den (Rachdruck, auch mit Quellenangabe. verboten!) Bagdad, im August 1933. Als die Irakregierung vom Völkerbund für selbständig erklärt wurde, hat der Völkerbund dem neuen Staate die Verpflichtung auferlegt, in angemessener Form f ü r seine Minderheiten zu sorgen. Diese Bestimmung hat damals in den Kreisen aller arabischen Rationalisten hellste Empörung erregt, da man in ihr eine Hintertüre sah, durch die der Völkerbund eines Tages das Mandat von neuem errichten könnte. Die sogenannte Minderheitenfrage ist ja eben in Wirklichkeit so viel anders gelagert als in Europa, da es Minderheiten im europäischen Sinne so gut tote nicht gibt, d. h. also Angehörige eines Volkes, die eigentlich zu dem Staate eines fremden Volkes gehören müßten. Die „Minderheiten" des Orients sind vielmehr fast ausnahmslos kleine Re st Völker eigener Rationalität und daher auch meist eigenen Glaubens, die oft in un- zulänglicl^n und abgelegenen Gebieten seit Jahr- Hunderten ihre Unabhängigkeit zu wahren wußten. Eine gewisse Ausnahme hiervon macht nur die Kurdenfrage, da dieser Stamm unter drei Reichen ousgeteilt ist: Türkei, Persien und Irak, wobei allerdings die Zusammenhänge zwi- fdxm den einzelnen Volksteilen so lose sind, daß man kaum von einem kurdischen Volk sprechen kann. Die anderen Minderheiten sind ober, wie gesagt, meist Restvölkcr. die oft ein überaus tragisches Schicksal haben. Ein solches scheint nun auch den R e - storianern, oder, wie sie die Engländer getauft haben, den Assyrern bcvorzustehcn. nachdem sie in den letzten Iahren eine so hervorragende Rolle in der Geschichte des Irak gespielt haben, der jedenfalls ohne die Assyrer nicht denkbar wäre. Denn die Assyrer sind es. mit deren Hilfe die Engländer das Land seinerzeit 1919 und 1920. als der berüchtigte Aufstand im Irak tobte, sich haben halten können. Mit assyrischen Freiwilligenbataillonen sind die Ausstände der Araber im Süden und Westen des Landes niedergeschlagen worden, und mit assyrischer Hilfe allein hatte man Erfolg gegen die vielen Kurdenaufstände, die all die Iahre hindurch das Land beunruhigt haben. Wenn einmal die Geschichte des Irak geschrieben werden wird, wird man feststellen müssen, daß dieser Staat mit Assyrerblut gegründet und gehalten worden ist — trotzdem es kaum mehr als 30 000 Assyrer im ganzen Lande gibt. Das macht eben, daß dieses Bergvolk, das vor dem Kriege südlich vom Ararat, bei Hakkiari, sah, hier in der armseligen Umwelt seine kriegerischen Eigenschaften nicht verlernte und in ständigem Kampfe mit seiner ilm- tixit seine Freiheit, und seinen christlichen Glau- '»en zu verteidigen wußte. Denn die Restorianer sind nicht nur freiheitsliebend und tapfer, sondern auch strapazcngewöhnt, zäh und beharrlich wie nur wenige Völker in der alten Dölkerwicge Mesopotamien. Wie sie allein es vermochten, durch anderthalb Jahrtausende hindurch ihren Glauben zu bewahren, so waren auch he allein in dieser Bergwelt den Kurden gewachsen und für diese unbezwingbar. Was der Kurde an Wildheit und Bedürfnislosigkeit ihnen überlegen war machten sie wett durch Intelligenz. Disziplin und Opfermut. Ziegenhirten und Kleinbauern, die sie waren, unterschieden sie sich von diesen eben nur dadurch, daß sie eine höhere Kultur und das Bewußtsein einer überlegenen Religion hatten, das ihnen dazu verhalf, auch in den schwersten Stunden nicht den Mut zu verlieren. . Die Türken hatten daher vor dem Kriege nicht Haß zwischen den Arabern und den Assyrern zur Weißglut. Die Irakregierung hat sich seitdem bemüht, die Assyrcrsrage zu lofcn. D. h sie hat sich bestrebt gezeigt, die Assyrer anzusiedeln, und ihnen Weidegebiete zu beschaffen. Aber die Assyrer waren mit den Vorschlägen unzufrieden, weil diese eine Austeilung des Stammes in fünf Gruppen vorsahen — sie also zersplitterte — und außerdem zum Teil gänzlich ungeeignete Siedlungsgebiete für sie vorsah, in denen sic sich zweifellos in wenigen Iahren verbraucht hätten. Der Marschiman Isai verlangte daher, daß man seinem Stamm ein einheitliches Siedlungsgebiet und Selbstverwaltung geben sollte, weil nur dann eine Gewähr für die Erhaltung deS Stammes gegeben sei. Aber gerade das wollten die Irakbehörden nicht bewilligen, weil sie besürch- teten, daß sonst die Assyrc^rage ewig am Leben bliebe. Und so ist es denn zum A u s st a n d eines Teiles der Assyrer, zu ihrer Flucht nach Syrien, und zu ihrer Entwaffnung gekommen — die zweifellos auch das Ende dieses kleinen tapferen Volkes bedeuten kann. Volk ohne Heimat — wer wollte da nicht auch der tapferen Assyrer gedenken, die um ihres Christenglaubens dieses Schicksal erlitten... Zugend wirbt für dasZugendherbergswerk. Zum Zugendberbergö-Werbetag. Welck große Bedeutung das deutsche I u» gendyerbergswerk für unser heranwachsen» des Geschlecht hat, wird von der nationalsozialisti» schen Regierung in ganz besonderem Maße anerkannt. In dem in der Mittwochnummer des „Gießener Anzeigers" erschienenen Artikel von Herrn Dr. glörte, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Gießen, wurde der Wert des gemeinsamen Wanderns unserer Jugend und die Bedeutung der Jugendherbergen in klaren Worten dargelegt. Ja, werden viele Leser denken, ist es denn überhaupt heute noch möglich, mit Volksschülern mehrtägige Wanderungen auszuführen? Lassen wir eine Schülerin aus dem 8. Schuljahr einer ländlichen Dolksschulklasse, deren Klassenlehrer ein begeisterter Anhänger des Iugendwanderns und ein Mitarbeiter am deutschen Iugendherbergswerk ist, diese Frage untenstehend beantworten. Daß auch die Schüler längst die Bedeutung des Gemeinschaftswanderns und den Wert der DJH. erkannt haben, beweisen nachstehende Aufsätze, die uns der Klassenlehrer, der es sich zum Grundsatz gemacht hat, keinen seiner Schüler zu entlassen, der nicht wenigstens ein- oder zweimal in einer Jugendherberge übernachtet hat, zur Verfügung stellt. Sy Rau. Sind mehrtägige Schulwanderungen der Dolks- schüler bei der jetzigen Wirtschaftslage noch möglich? (Aus Anlaß einer Wanderung in den Westerwald 1931.) Schon in den letzten Jahren war es üblich, daß die beiden ältesten Klassen einen mehrtägigen Schulausflug unternahmen. Auch voriges Jahr sollte eine Wanderung gemacht werden. Doch das nötige Reisegeld fehlte uns. Rach mehreren Beratungen zwischen uns Kindern und unserem Lehrer wurde endlich eine zweitägige Wanderung in den Westerwald beschlossen. Wir gründeten eine Schulspar» kasse. Jedes Kind sparte mit Eifer für diese Kasse. Manche Kinder, deren Eltern das Geld nicht auf» bringen konnten, gingen zu Bauern und halfen diesen bei der Wirtschaft. Hier verdienten sie sich manchen Groschen für die Wanderkasse. Andere gingen in eine Gärtnerei, halsen Beeren pflücken und verdienten sich so ihr Geld. Buben hackten Leuten das Holz und kehrten die Straße, um ihr Geld für die Wanderung zusammenzubekommen. So konnten wir Kinder Pfennige für Pfennige in die Wanderkasse fließen lassen, ohne daß wir die Eltern belästigen mußten. Rach langem Sparen hatten wir 48,40 Mark, also das nötige Reisegeld, zusammenqespart. Viele Eltern meinten immer noch, bei der schlechten Zeit brauchte man keinen mehrtägigen Ausflug zu unternehmen. Doch, es war bestimmt worden und wurde auch ausgeführt. Zwei Tage waren wir unterwegs Daß wir es fertig brachten, noch Geld heimzubringen, zeigt folgende Kostenaufstellung: 1. Tag: Eisenbahnfahrt für 34 Personen 6.80 Mark, Zutaten zur Abendsuppe 2,20 Mark, zusammen 9,— Mark. 2. Tag: Nachtbleibe in der Jugendherberge Her- born 10,20 Mark, Kaffee 1,50 Mark, Brötchen 3,40 Mark, Milch 0,75 Mark, Holz 0,50 Mark, Derpfle- aungskosten 3,— Mark, Zutaten zur Suppe 2,20 Mark, Eisenbahniahrt 10,20 Mark, zusammen 31,75 Mark. Sonstige Ausgaben: 4 Postkarten mit Rückantwort 0 64 Mark, zwei Ausweise 0,50 Mark, Rückfahrt 5,10 Mark, zusammen: 6,24 Mark. Die Wanderkosten ergaben zusammen 46,99 Mark, also für einen Schüler 1,38 Mark, einschließlich aller Verpflequngskosten. Jedes Kind erhielt demnach noch 3 Pfennig zurück. Unsere Wanderung hatte nicht viel Geld gekostet. Man kann heute trotz der schlechten Zeit doch noch eine Wanderung unternehmen. Nur das eine soll das Geleitwort vieler jugendlicher Wanderer sein: „Fang' schon früh an zu sparen und quäle Deine Eltern nicht um Geld, denn sie haben meist das Geld für andere Bedürf» nisse nötiger zu brauchen, als für eine Wanderung!" Wer es macht, wie wir Kinder, der wird leicht ohne die Eltern fein nötiges Reisegeld sparen können. Elfriede Brücke!, Schülerin des 8. Schuljahres der Volksschule Klein-Linden bei Gießen. wenn die Zugendherbergen nicht wären! (Don einer Wanderung durch den Westerwald.) Täglich sieht man Wanderer zu Fuß und zu Rad die deutsche Heimat durchwandern. Wo sollten diese alle Unterkunft zu solch kleinen Preisen herbekom- men, wenn wir die deutschen Jugendherbergen nicht hätten! Da müßten sich alle diese großen und auch kleinen Touristen mit den Sehenswürdigkeiten der nächsten Umgebung begnügen. Vor einiger Zeit befand ich mich in einer Gruppe auf zweitägiger Wanderung nach Hohensolms. Wie hatte ich mich schon lange aus das erste Nachtlager in einer Jugendherberge gefreut! Abends kamen wir Jungens müde in dem gastfreundlichen Heime an. Der freundliche Herbergsvater wies jedem sein Bett an, welches wir sofort für die Nacht herrichteten. Danach führte er uns in die der Herberge gegenübergelegene Burg, welche für die in der Herberge übernachtenden Wanderer zur Besichtigung freigegeben war. Als die Besichtigung beendet war, wuschen wir uns, nm in dem schon eingerichteten Tagesraum der Herberge unser Abendbrot einzunehmen. Dann gingen wir auf die hinter der Burg gelegene Höhe. Dort mach- ten wir Lagerzirkus und allerhand Spiele. Gegen 22 Uhr legte sich alles zur Ruhe. An Einschlafen dachten in der ersten Stunde die wenigsten Knaben. Wir fühlten uns in den zweistockig-m Betten unter Koltern wie Soldaten. Am andern Morgen in der Frühe war schon alles auf den Beinen, und man kochte Kaffee. Dann mußten wir die Kolter reinigen und die Betten in Ordnung bringen. Um ungefähr 8 Uhr tränten wir in dem Tagesraum den Kaffee. Befriedigt verließen wir die gastliche Stätte. Alles das haben wir Jungen edlen Spendern zu verdanken. Darum gebe jeder Deutsche ein Scherflein zum Ausbau der Jugendherbergen! Hanfried Klein, Schüler des 6. Schuljahres der Volksschule Klein-Linden. Don einer Augustwanderung durch den Dogeisberg 1933. Es sind schon mehrere Wochen vergangen, daß uns unser Lehrer mitteilte, daß wir eine Fahrt in den Vogelsberg unternehmen wollten. Nun wurde jeder gesparte Pfennig der Schulklasse geopfert, denn aus der Kasse sollten die Unkosten bezahlt werden. Die Sonne lachte uns froh entgegen, als wir an einem köstlichen Morgen den Weg antraten. Wir fuhren mit der Bahn nach Mücke, von dort ging es mit Sang und Klang über Ilsdorf, Groß-Eichen, Hockersdorf, Babenhausen und Ul» richstein hinauf in das Gebirge. Gegen Abend kamen wir glücklich in die deutsche Jugendherberge auf dem Hoherodskopf. Wir Schüler dachten, die Jugendherberge sei eine alte Rumpelkammer, in der Mäuse und Ratten hausten. Aber da hatten wir uns schwer getäuscht, denn sie war ja das reinste Schmuckkästchen. Die zierliche Jugendherberge steht auf dem Gipfel des Hoherodskopss, inmitten des Waldes. In den geräumigen Schlafzimmern befinden sich Matratzenbetten mit schweren, wollenen Decken. Auch eine Küche mit allem Zubehör ist vorhanden. Aus dem Stammbuch der Historischer Feuerwehrzug zu Gunsten der Lufischutzsanunlung ■ ------U----äUriS«---------- — •4 V R« > t * * < 4 # MD Die Berliner Feuerwehr stellte sich mit einer großangelegten Veranstaltung in den Dienst der Luftschutz-Werbewoche. Historische Gruppen wurden zusammengestellt, die in einem langen Zuge zum Lunapark marschierten, wo dann die Bevölkerung Gelegenheit hatte, aufs neue ihre Opferwilligkeit zu beweisen. — Unser Bild zeigt drei Feuerwehrleute aus der guten alten Zett in dem Umzug. Jugendherberge ersieht man, daß es auch vornehme Leute gibt, die ein Nachtquartier in der Jugendherberge nicht verschmähen. Wie wäre es doch so schön, wenn jeder Deutsche sein Scherflein opferte, damit damit in unserem deutschen Vaterlande noch mehr deutsche Jugendherbergen gebaut würden! Dies wäre gewiß eine große nationale Tat, und uns Jugendlichen würde die Möglichkeit gegeben, deutsches Land und deutsche Heimat für wenig Geld durchwandern zu können. Hans Weller, Schüler des 7. Schuljahres der Volksschule Kl.-Linden. Oer Tag des Pferdes in Darmstadt. Für den Tag des Pferdes in Darmstadt, insbesondere für die Nachmittags-Veranstaltung haben das Ehrenpräsidium übernommen: Reichsstatthalter Sprenger, Staatsoräsident Professor Dr. Werner, Landespolizeiprasident Dr. B e st, Landesbauernführer Dr. Wagner, Oberbürgermeister Dr. Müller und Brigadefübrer Hauer. Reichskanzler A d o l f H i t l e r hat für den „Preis des neuen Deutschland" für den Sieger einen wertvollen Ehrenpreis gestiftet. Mit im Mittelpunkt des Programms steht der große Aufmarsch der hessischen SA.» Reiter sturme. Es werden nahezu 400 Reiter nach Darmstadt kommen, die sich an der SA.» Retter-Paraoe und größtenteils auch an dem Viel» seitigkeits-Wettbewerb beteiligen. Mit besonderem Interesse wird man dem Patrouillen-Springen der SA.-Reiter entgegensehen. Auch dieses Springen wird zum ersten Male in Darmstadt zur Durchführung gelangen. Am Mittwoch wurde der Vorverkauf für den Tag des Pferdes eröffnet. Die Eintrittspreise sind außerordentlich niedrig gehalten, um allen Kreisen den Besuch der groß aufgezogenen interessanten Veranstaltung zu ermöglichen. Die Karte für den Einheitsplatz kostet im Vorverkauf nur 40 Pf., an der Kasse 60 Pf., numerierte Platze im Tribünenzelt 2,— Mk., an der Kasse 2,50 Mk. Außerdem ist noch ein Stehplatz zu 1,— Mk., an der Kasse 1,20 Mk., im Tribünenzelt vorgesehen. Ohne Pension und Titel entlassen. WSN. Offenbach, 7. Sept. Auf Anregung des jetzigen Bürgermeisters Dr. Schönhals und auf Vorschlag der hessischen Regierung hat Reichsstatthalter Sprenger die Entlassung des früheren Offenbacher Oberbürgermeisters Granzin aus den Diensten der Stadt Offenbach a. M. verfügt mit der Maßgabe, daß die Entlassung ohne Anspruch auf Ruhe - und Wartegeld erfolgt. Jeder Rechtsweg gegen diese Anordnung ist ausgeschlossen. Granzin ist damit der erste Oberbürgermeister in Hessen, der o h n e P e n- sion entlassen wurde und dem darüber hinaus die Führung des Titels untersagt bleibt. Granzin, ein früherer SPD.-Gewerkschaftler, war 1919 zum Oberhaupt der Stadt Offenbach gewählt worden. Er bezog zuletzt ein Jahresgehalt von 24 000 Mk. Unterschlagungen bei der Giadiverwaliung in Limburg. Limburg, 7. Sept. (WSN.) Bei der Stadt L i m b u r g, die vor einigen Jahren erst durch umfangreiche Unterschlagungen bei den städtischen Werken erheblich geschädigt wurde, ist ein n e u e r Fall von Unterschlagung und Urkundenfälschung aufgedeckt worden. Der Oberstadtsekretär Burk wurde heute in Untersuchungshaft genommen, da ihm Unterschlagung und Urkundenfälschung nachgewiesen werden konnte. Wie hoch die unterschlagenen Summen sind, steht noch nicht fest. Burk bearbeitete die Rechnungskontrolle. Erster Reichskongreß der Deutschen Vühne Eisenach, 8. Sept. (WTB.) Am Donnerstag begann der erste Reichskongreß der Deutschen Bühne, der einzigen Theaterbcsucher- organisation im neuen Reich. Aus allen Teilen des Reiches waren Abordnungen erschienen, um an dem Kongreß teilzunehmen. Die Kundgebung wurde mit einer Begrüßungsansprache in der Wartburg eröffnet. Unter den etwa 200 Ehrengästen bemerkte man den Reichsleiter der Deutschen Bühne, Alfred Rosenberg, den Geschäftsführer des Kampfbundes für deutsche Kultur, Urban, ferner Dr. Becker und Dr. v. Seers als Vertreter des Deutschen Bühnenvereins. Um die Verbindung mit dem Volke auch nach außen hin darzutun, wurden die Ansprachen nicht im Saale der Wartburg, sondern von der Treppe aus im Wartburghof gehalten. Als erster Redner sprach Alfred Rosenberg. Er führte in seiner Rede u. a. aus, wie auf politischem Gebiet die Einheit geschaffen worden sei, so werde auch die soziale Einigung vorwärts schrei- ren. Die nationalsozialistische Bewegung werde schließlich die Sehnsucht des Volkes nach kultureller Wiedergeburt erfüllen nach dem Wort Adolf Hitlers, daß, wenn eine politische Macht ans werk gelangt sei, ihre kulturelle Mission komme. Macht sei überhaupt nur berechtigt, wenn sie der Kultur nütze. Die Kultur habe aber nur Lebensgeltung, wenn die Macht bereit sei, sie bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Das neue Deutschland wolle auch im Theater einen neuen Kulturausdruck finden. Das Ideal der Dichtung unserer Zeit müsse der starke und gesunde Mensch jein. Das Heldenleben Schlageters, wie das Horst Wessels seien das Symbol für die nach echter Kunjt sich sehnende deutsche Seele. Die Besucherorganisationen seien nicht Selbstzweck, sie sollten die Seelenspannung erzeugen, die nötig sei, um den Dichter hervorzubringen, der auch als Sänger unserer Revolution, deren Größe wir noch nicht erfaßt hätten, sein Werk einst schaffen werde. Sodann führte Dr. Stang aus, der Reichsver- band wolle nicht nur eine Organisation von Theaterbesuchern sein, sondern ein lebendiges Glied der Bewegung Adolf Hitlers. Auf dem Gebiete des Theaters wolle er das verwirklichen, was Lessing, Goethe und Schiller vergeblich ersehnten. Der Mitgliederstand der Organisation sei heute schon größer als derjenige oer früheren Organisationen zusammengenommen. Das Volk sammele sich wieder um sein Theater, damit es eine Kulturstcitte der Nation werde. Das Theater der Zukunft solle, entsprechend dem Ruse des Führers, das ganze Volk erfassen. Die Zeit der Klassen und der Vorrechte im Theater solle vorbei sein. Der Arbeiter gehöre ins Theater neben den Akademiker. Dann würden wieder die Feste entstehen, wo das Spiel das Spiegelbild des Lebens wird. Reichsgeschäftsführer Urban überbrachte die Grüße des Reichsjugendführers Baldur von Schi- rach und sagte u. a., die Jugend habe starken Anteil gehabt an dem Erstehen des Staates. Sie ordere deshalb auch die Darstellung der (Eigen- chaften ihres Charakters mit derselben Selben» chaftlichkeit, mit der sie gegen Artfremdes gekämpft habe. Mit derselben Leidenschaft folge die Jugend dem Führer auf dem Wege zur Erneuerung der ganzen deutschen Kultur. Dr. Stang gab darauf folgendes Huldl - gungstelegramm an Reichskanzler Adolf Hitler bekannt: Die zur ersten Reichstagung des Reichsverbandes Deutsche Buhne im Kampfbund für deutsche Kultur auf der Wartburg versammelten Leiter grüßen den Führer im Namen von 500 000 Mitgliedern und versprechen, entschlossen den Kampf für die Neuerung des Deutschen Theaters im Sinne Ihrer Richtlinien auf der großen Kulturtagung in Nürnberg zu führen. Der Reichsoerband Deutsche Bühne getobt, nicht eine tote Besucherorganisation, sondern eine lebendige Bewegung zu sein im Dienste der Neugeburt der deutschen Kultur, um das deutsche Theater wieder zu einer Kulturstätte der Nation zu gestalten und die unterbrochene Verbindung zwischen Volk und Dichter wiederherzustellen. gez. Alfred Rosenberg. Die Kundgebung schloß mit einem dreifachen Siegheil auf den (Erneuerer unserer völkischen Kultur Adolf Hitler und dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes. Von Dem Präsidenten der Dichterakademie Hanns I o h st und vom Ministerialrat Otto Saubinger waren Begrüßungstelegramme eingelaufen. VierZahreZuchihaus für einen Betrüger Darmstadt, 7. Sept. (WSN.) Der aus Pforzheim gebürtige Kaufmann Biensack hatte sich gestern vor dem hiesigen Bezirksschösfengerlcht wegen zahlreicher Betrügereien zu verantworten. Er hatte sich als „Detonomierat Dr. Biensa ck von der Landwirtschaftskammer" ausgegeben und sich Anzüge usw. erschwindelt. Er wurde au vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf vier Jahre aberkannt. Ab 1. Oktober wieder „OittkreiS". WSN. Dillenburg, 7. Sept. Bel der im vorigen Jahre erfolgten Bildung des Großkreises Dillenburg ist bekanntlich auch die frühere Bezeichnung „Dill kreis" aufgegeben worden, und man hat die amtliche Bezeichnung „Kreis Dillenburg" eingeführt. Nun wird ab 1. Oktober die althergebrachte Bezeichnung „Dillkreis" wieder eingeführt. Diese Umbenennung erfolgt im Zusammenhang mit der am 1. Oktober in Kraft tretenden Auflösung des Großkrelses Dillenburg, der dann wieder seine frühere Größe erhalten wird. Der Kreis Biedenkopf wird ab 1. Oktober wieder selbständig. 'XV irischast. Oie Ernte Anfang September. Infolge des trockenen und warmen Wetters in der ersten Augusthälfte konnte das Getreide im allgemeinen ohne größere Schäden eingebracht werden. Lediglich in rauhen Lagen und in Gebieten, wo stärkere Regenfälle die (Eßite zeitweilig unterbrochen hatten, waren gegen Monatsende noch einzelne Bestände, besonders an Hafer, auf dem Felde. Das Ergebnis wird nach den vorliegenden Berichten weiterhin recht befriedigend beurteilt. Nur in Ostpreußen haben stärkere Unwetter den Ertrag geminoert. Die Hackfrüchte sind in ihrem Wachstum durch das vorherrschende trockene Wetter vor allem auf leichten Böden gehemmt worden, so daß ihr Stand im allgemeinen nicht mehr so günstig beurteilt wird, wie im Vormonat. Größere Schäden melden Die Berichte aus Schlesien, der Provinz Sachsen und dem Rheinland. Auch die Futterpflanzen und Wiesen haben durch die Trockenheit gelitten. Vereinzelt vermochten stärkere Niederschläge gegen Monatsende die Schädigung einigermaßen zu beheben. Die Gr u mm et- ernte ist im Gange; ihre Erträge sind auf trockenem Boden nicht ausreichend. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 = gut, 3 = mittel, 4 »» gering, ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgend« Begutachtung: Spätkartoffeln 2,7 (Vormonat 2,5), Zuckerrüben 2,8 (2,5), Runkelrüben 2,7 (2,5), Klee 2,8 (2,6), Luzerne 2,9 (2,7), Bewässerungswiesen 2,7 (2,6) und andere Wiesen 3,0 (2,8). * Der Verein .^Invalid endank" und seine Annoncen-Expeditlon Berlin, Unter den Linden 24, hat — so schreibt man uns — den vollendeten und zur Tatsache gewordenen Umschwung auf allen Gebieten Des deutschen Lebens und damit auch Der gesamten Wirtschaft und des Geschäftsverkehrs wahrgenommen und stellt sich in allen seinen Zielen und Zwecken hinter unsere heutige Regierung. Er ist entgegen Den vielen Ausstreuungen, „mir seien ein jüolsches Unternehmen", ein rein arisches Institut, dos in seinen inneren Betrieben nur von arischem Personal geleitet und geführt wird. Seine Zwecke und Ziele sind auch heute noch Die gleichen, wie sie bei der Gründung im Jahre 1872 festgelegt wurden: Unterstützung der Kriegsinvaliden und deren Hinterbliebenen, damit Dienst am Volke und getreu Den Richtlinien unseres Dolkskanzlers: Gemeinnutz vor Eigennutz. Unsere Bestrebungen, mitzuhelfen, die Aermsten der Armen, Die KriegslnvaliDen, zu unterstützen unD Deren Not zu lindern, sind Die gleichen geblieben. Es ist für uns ein Gebot her Stunde und ein notwendiges Bedürfnis, diese Aufklärung zu geben und Die JnDustrie, Handel und die gesamte Geschäftswelt zu bitten, das uns feit über 60 Jahren gegebene Vertrauen auch weiterhin entgegen« bringen zu wollen. Frankfurt still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 8. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Mit Ausnahme des neuesten Berichts des Instituts für Konjunkturforschung über die Zunahme Des Arbeitseinkommens lagen keine Anregungen aus her Wirtschaft vor, unb ha auch von Der KunDschaft nur geringfügige Aufträge eingetroffen waren, eröffnete Die Mittagsbörse in sehr stiller Haltung. Die Kulisse verharrte in ihrer Zurückhaltung. JnDessen war die Stimmung nicht unfreunDllch, unh wenn auch Die Kursgestaltung bei (Eröffnung keine einheitliche war, so war Doch eine gewisse WiDerstanDs- fähigkeit vorhanDen. Gegenüber Der AbenDbörse hielten sich Die SBeränDerungen in engen. Grenzen. IG. eröffneten 0,5 v. H. nleDriger, dagegen Metallgesell- sckaft 0,25 v. H. höher. Am Elektromarkt konnten sich Akkumulatoren um 1,5 v. H., Siemens um 1,25 v. H., Schuckert und Gesfürel um bis zu 0,75 v. H. befestigen. AEG. und Lahmeyer lagen unverändert. Von Montanpapieren eröffneten Gelsenkirchen 0,5 v. H. unb Mannesmann 0,13 v.H. freundlicher, wogegen Ilse Genuß 0,5 v.H., Rheinstahl 0,13 und Klöckner- werke je 1 v. H. nachließen. Sonst kamen noch zur ersten Notiz Bemberg mit minus 1,75 v. H., Daimler unb Norbbeutscher Lloyb mit minus 0,25 v. H., ba» gegen (Eontigummi plus 1,13 v. H. Nach den ersten Kursen bröckelte bas Niveau infolge Der Geschäftslosigkeit eher leicht ab. Der Rentenmarkt hatte ebenfalls ruhige Tendenz. Deutsche Anleihen unb späte Reichsschulbbuch- forberungen waren etwa behauptet. Stahlverein- bonbs ließen 0,5 v. H. nach, währenb Reichsbahnvor- zugsaktien 0,25 v. H. anzogen. Im Verlaufe neigte bie Tendenz überwiegend zur Schwäche, da in Spezialwerten Abgaben erfolgten. So verloren IG. 1,5, Deutsche Erdöl 1, Reichsbank sogar 2,25 v. H., ferner ließen Stahlverein 1,40 und Licht & Kraft 1,25 v. H. nach. Im übrigen betrugen die Rückgänge von 0,5 bis 1 v. H. Im weiteren Verlaufe verloren Reichsbank erneut 1 v. H. und IG. nochmals 0,5 v. H. Deutsche Anleihen zeigten kaum 23eränberungen. Am Pfandbriefmarkt lag erneut etwas Angebot vor, so daß Gold- unb Siquibationspfanbbriefe überwiegend 0,25 bis 0,5 o. H. zurückgingen, auch Kommunalobligationen lagen teilweise bis 0,5 v. H. schwächer. Stadt- unb Staatsanleihen lagen sehr still. Infolge eines Unglücksfalles verschied gestern nachmittag der bei uns beschäftigte Elektromonteur Willy Klöß Wir verlieren in ihm einen treuen, fleibigen Arbeiter und langjährigen. zuverlässigen Mitarbeiter. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren Direktion, Beamte, Angestellte und Arbeiter der städtischen Elektrizitätswerke Gießen Gleben. den 8. September 1933 ________________________________________________________________________________8547D Dr. Neumann-Spengel ist bis Ende des Monats verreist Vertreters Herr Sanitäts-Rat Dr. Schliephake Herr Dr. W. Klein (Neuen Bäue) 05242 BilrazoS OleBen-Braonlels-Saalhnri Hotel „Solmser Löwe" am Bahnhof Braun f ela-Oberndorf (Haltestelle des Zuges) empfiehlt Mittagessen zu 90 Pt. Bestellung bis Samstagabend 6 Uhr erwünscht. Eßkarten werden bei Ankunft des Zuges am Bahnhof ausgegeben. smoD L. Wahl, Telephon 334 Braunfels. Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden herrlichen Bücher: Waldweben.Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tiei- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes mit Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff.....Leinen RM 4.80 Norderoog. Ein deutsches Vogelparadies. Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer von P. F. Weckmann-Wittenburg......... Preis: Broschiert RM. 3 —, gebunden RM 4.— Heimatschutz und Heimatpflege.VonRektor Hermann Wille. Preis: Br. RM. 1.80, gb. RM. 2.95 Naturschutz und Ingenleurwerk.VonDr.W Lindner. Preis: Brosen. RM.2.geb. RM.3.— Vom deutschen Weidwerk. Von Prof. Dr. Koepert. Broschiert RM. 2.50, gebunden RM. 3.50 Heimatschutz.V.E.Rudorff.Br.RM.2.-,gb.RM.3.- Naturdenkmäler aus der Vogelwelt Von v. Lucanus. Brosch. RM. 2 —, gebunden RM. 3.— Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellen- berg. Broschiert RM. 2.—, gebunden RM. 3.- Naturschutz undForstwirtschaftVon Forstmeister Feucht. Brosch. RM. 2.—, geb. RM. 3.— Naturschutz und Arbeitsschule. Von W. Schoenichen...Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Die Kamera im Dienste der Natur. Von Dr. Effenberger. . Brosch. RM. 2.50, geb. RM. 3.50 Umgang mit Mutter Grün. Ein Sünden- und Slttenbucn von W. Schoenichen............... .....Broschiert RM. 3.-, gebunden RM. 4.- Helmatmuseen. Wesen und Gestaltung. Von Dr.W Schoenichen,reichlllustr...PreisRM.13.50 Diese Bücher können von jeder Buchhandlung bezogen werden Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde $V; 11 Alleinverkauf nur: 5541 A FllRIaiHondpn 8,eht lederzelt besonders ausgebildetefoch- rUulcIUGllUcll kundige Bedienung kostenlos zur Verfügung Alle Schweine, zur"ü u 3 Lft "5*3 2 o3 2 E ©- o E o*e5 2 *€« ■*3 "'-,9 §L =<9h c? = ft — o = M) to 3^1 - E.E E £8gS 5*5 Ee = (9 ä (95* 8-ä (9 =€X£^S V. / 0 3 o E « 2~ E 3 S<9 s^= j-e aM °Sqe^ 3S~£ V <3/2 E E E W-o y) «• X» = <9 C:3 3 3 8 (95 » 5 ö q 5 2 €,ä S? o <3 U«s? N s 3. "3 - o E »§;•?! N- o ^Be’S a(9 = L- E (9 w5?iS> 3 E 8 •G P N a E -e gc.192 S (9 :s€aa r: n c — 2 g(9 ’s« 3 = ft>» GQ®. E 2 5.6" <3 3 « '5$ a Q © ö 3-0 o~- 3^K3' o.. 3— a » V " m C4 3 55 o a <$ »-» E «J» 3" jjfic® ^,<»3 "L = ■ 42 o — o — c-. <= p » Q «»1 E:e S ES r SP *3 >4 E c2 (9 -jo « 3 L-« 3 •5T» B 3 ft p 3 3-2 S35» K 3 6 3-2> *e c -8ö? 3:3 E <0 (9 " ? = ® 2 sa ■53 to 3 5 41®® 2 o 3 >- a «, 3 3 3.2 " «3." S E ft°" © 3 toT!" Ql; kZ« <® «» 3 3 KB C7 c ’I. ft ££2.2.519 2 e S^'C^-ft (9£ S 'S L 3*57.2-2 = g: E L-Z «^3 3 is e G e3 2 E3: £c Ha« 3« *$? £ c't «2 5*2 « •- i> ■9X?E' H« = L S fe «n c £.'^£0 tK c e_H £ £ g &“€■ ßLk Z2 ■— .Ero§ «'S o 23 5 EA "3 = «> = J SKi ^-53 p ES- -C-~ Zki ■iS§£ 5~s = tf> :eU) L 5 §5(9 118SS§ LA " c3 3(9 3 3 3 <0 SÄ 85 — S (9 N- t: o © c o o 3 . □”£ 3 " V> Z. HT tO 53 E 2 19 tf> . EL N 3 "ZS 23 -S :c s «8 S-3 3 3 D 3 = "' ’m o S c & 04 K a 3 3 CQ N- 3 3 3 » 3S 2 i 3 . 3 a^- 2 m3 o 3 (9~ ®<*- C E D 3 •Ef e 35 M 93 Of =2t5'eS 53« 3 " " S.ECrO'K (TD 0» 3 a >» 23 e aa •035-5 — —' o /D *=> .$=*3 8 '-> e -X 3.E t - o "LP Äg: 3 3 ? 'S» iQ L3Z 5 M -L> «,72 S-, '» E c oft :£® S ft>o «Es ä 3 «>S &o KZ ■°3 “ <= UZ ^3 3 s<9ä o E " •-- c <55 M vftSÖ <55 s «5- "2 E*0 O 'O o £)**-£ ft§ 3_ -3 8 W/2 KZ « — >-» a <55 s *5 .. 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A, ferner und 2id)t & Straft 1,25 0. S). igen die JWcfgänge von 0,5 n Deriause «x’sxtxv ^wty» mb W. nvtzmalL d. 5). .en taum 'ßexdubemqtn. Arn erneut etwas Angebot vor, so Monspfandbriefe überwiegend ückaingen, auch fiommunalobli- weise bis 0,5 v. H. schwächen mleihen logen sehr still. .a=^.= Eqö — ft) G 3 « L O E " =45 O <35 E to "^2 =,£- „(9 " " 2 »0 8 E o VÖ to P'E .21 to E C 3 2*» S E ."42§ to = 33 3 8 Sega ■00 E to E u,*— S*t3g#Z* «u to = C = M E " t'0 - o :2 to-Q =42 5 S*g M Eg OE 45 — = to .8 ft^-00 « 5 » _ «e^"55 »CT -77 X> O to ■ to — O " O C 3"C-sg B3:g» = Ätof EtofEA^U) to Eä 8 ip. 0EM^Eto-O0E A £S?=ac c-°c« g.Eg^S.E|<8j C5B- — a *^ — _ _ — M .L O»P"to O O o — 19-»e® 8 5,3 o " to.*0 2cS E S£ as 2 e3® « E 3*" 8 — M 3 •sS C5 = — 2 5 3 .es "® a.! to qft LL' to O to a to to 5h.E8 355! 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Als König fiel bie ganze'A veigheit vor. @( dutte unzählige U es ihm an bi ^ber Atphons far he'tsbedursms fein M einmal non ™ onanier ji* Vieles Rezept ha 'S 8»ifte« größere Periode . lamm er 5. Die re ft* miltel bei iss KT g aubiger Christ, ' Ssav tt?»5 ?-n- v>°s,°°" Sanchez SijtheJ ^"bzusch SS[Jn??9c n Hen.U 9 'st ebei A^Sen »er; ^d) r- ^ten, b’t s brin» BÄ toA^