internationalen Ten. MNd jn finmk 0 ^ginn gflb*ur8 QU* einin/x n,fle t fL W deutsche ?:6 unö in aus ?^t Q9e gc- [0:6, 0:6,%^ -6;2.6:3 ki^ m onnte gegen Mesim e$[9reid) bleiben. L rQ,^enb d«n Engländer tnoiizen. ."d°re Nächst t der Denlschen Iur. J»e|fjenfpicle im Han-. ’?en Staff'?0 ^eter ?en bie” .906 es efe» UseneZ^ t>'ege auf 2 « 6« ren 3)ürL2t.1«°nto, ^n ni*»< D.e er-SaufD^W. lta HO, Ehade 157,50 ubeanftalt 173,50. Licht bemndustrie 130,38 bis iann 49.25, Rutgers, i. Hapag 13,75, Aord- sbonk 149,25. etrcidcbörse. Mug. Auch an der heuli- elte sich nur sehr kleines änkte sich meist auf die Bedarfs. Das Angebot »erstarkt, für Weizen tarn stände, die der für alte; ' er wurde Sommergerste etterau zum ersten Mal und Wintergerste war en gerietet. Das Mehl- bers Neunwljlabfäliiftt unefjl ging im fßreiit ittel tendierten c Tonne, alle; übrige uuer Ernte 191,50 bis ,te 155,00 bis 158,50, ecke 117,50 bis 180,00, Znef, Hafer alter Ernte ret)l Spez. 0 mit Aus- . ohne Austauschweizen 5 KOprozentige Ausmah- ibb. Spey 0 23,50, Wei- aaenkleie 8,00 bis 8,10, ufchlag 8,20 bis 9,00, do. ine 8,50, Erdnuhkuchen Heu 4/50 bis 4,75, Wei- ihtgepreßt niu 1,60, bo. 1,60. Kartoffeln: M. 1,80 per 50 Kg. bei er sestgenommen. DSÄ.> Ei» ilüher in er und zuleyt m Saa ann wurde durch d e "ihn7?AL SS» [te ihn nun m einem jrantfurt a.H1- T Geld Tiu" 47.45 12,42 3,047 ’Wi8 69,83 62,04 7>-N 13,89 0,928 3,087 58.6* 22J° i ,455 81-22 34.96 81.67 0,839 0,244 5,195 12,67 58,72 62,02 13,1 16,475 ,69.94 22,06 69.94 ,83 841 246 205 1.69 noten. 58-48 61-7 ,3,85 16-415 169.2 21.98 69.66 56 55 44 153 ,02 ,12 .31 ,97 ,96 932 098 ,76 ,14 i,50 ,43 i,04 , 2W_ —Tl56 47,55 12,M 3,053 170.02 69,97 62.16 71,87 13,93 0,932 3.(93 58-76 22,1* 16.495 81-38 35.OJ 81,83 0,841 0,246 5,205 12,69 Nr. 183 Erstes Blatt 183. Jahrgang Dienstag, 8. Huguft 1935 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnicf und Verlag: vrühl'fche Univerfitükr-Vuch- und Steinörudcret R. Lange in Stehen. Schristleitung und Sefchäftrftelle: Zchulftrahe 7. Erschein» tügUch, autza Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» (Biebener Familienblattei Heimat im Bild Die Scholl» Ulonat$:Be3ug$prei$: Mit 4 ‘Beilagen WDL 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. fiernfpre*anf*lüfie anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig.- für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn» zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Bietzen. Das Echo oes französisch-englischen Schrittes. Einmütige Ablehnung in Deutschland Berlin, 8. Aug. (CNB.) Die Berliner Blätter nehmenJaft alle zu dem englisch.französi- fchen Schritt in der österreichischen Angelegen- heit Stellung. Uebereinstimmend weisen die Zeitungen daraus hin, daß die gestern erfolgten Demarchen der Botschafter Großbritanniens und Frankreichs eine erhebliche Einschränkung der ursprünglich in der Presse der beiden Länder a n - gekündigten Aktion gewesen sind und daß weiter die Tatsache der Nichtbeteiligung Italiens besondere Beachtung verdient. Der „Völkische Beobachter" nennt die Angelegenheit, die sachlich völlig unhaltbar sei, mit der ablehnenden Antwort Deutschlands erledigt und sagt weiter: Die innere Triebkraft zu diesem Vorgehen dürfte wohl in Paris zu suchen sein. Der Grund ist naheliegend: Der ö st e r r e i ch j. schenRegierung sollte eine gewissehilfe- st e l l u n g gewährt werden. Es liegt auf der Hand, daß dabei gewisse französische Interessen ausschlaggebend gewesen sind, da, wie bekannt, französische Gruppen an dem gegenwärtigen Regime in Oesterreich stark interessiert sind. Tatsächlich ist der Viermächtepakt nicht ein Vertrag, durch den Angelegenheiten einer fünften Macht, die nicht zu den vier Großmächten gehört, erledigt werden sollen. Der Vieriüachtepakt schreibt auch weiter vor, daß die Angelegenheiten der vier Möchte in freundschaftlicher Form zur Sprache gebracht werden sollen, er ist also nicht dafür gedacht, daß Anklagen gegen eine andere Macht erhoben werden. Alles in ollem genommen: Der gemeinsame Schritt Englands und Frankreichs ist sachlich nicht zu vertei- digcn und wäre am besten unterblieben. Damit dürfte der Fragenkomplex erledigt sein. Die „V o s s i s ch e Zeitung" führt aus, wenn die Ankündigungen der ausländischen Presse davon sprachen, daß gegen die deutsche Regierung Anklagen wegen der Verletzung irgendwelcher Abmachungen gerichtet werden sollten, so haben .offenbar die zuständigen Stellen in Paris und London inzwischen erkannt, daß solche Ankla - gen nicht möglich sind. Gerade deshalb hat aber auch die Antwort auf den französischen und auf den anschließenden englischen Schritt so a u s s a l l e n können, wie sie in der amtlichen Mitteilung angegeben ist: mit dem Hinweis darauf, daß der Viermächtepakt für Aktionen solcher Art nicht die geeignete Handhabe bietet. T>os „Berliner Tageblatt" sagt, unsere Politik sei nicht dazu da, internationalen F i n a n z i n t e r e s s e n, auf die im Grunde der sogensnnte Schutz Oesterreichs hinausläuft, V o r - spanndienstc zu leisten, lind ganz gewiß ist dies auch nicht der Sinn des Vierer- Paktes. Mussolini wollte die vier Mächte nicht zu dem Zweck an den Pakttisch drängen, damit die vier Mächte übereinander herfielen, womöglich unter Hinzuziehung eines fünften, gar nicht am Pakt beteiligten Partners. Die „D A Z." schreibt von einer unzulässigen Einmischung. 3n den Augen aller Deutschen innerhalb und außerhalb der Rcichs- grcnzen sei die Regierung Dollfuß durch diese französische Hilfsaktion aufs neue fern» promi11iert worden. Warum habe Deutschland schließlich die Anwendung des Viermächtepaktes nicht für möglich gehalten? Erstens weil er keine Plattform biete, um die Angelegenheiten eines Partners des Paktes mit einer fünften Macht zur Sprache zu bringen, zweitens weil dieser Pakt der Befriedung der Welt dienen und alle Angelegeicheiten unter den Beteiligten in freundschaftlichster Form erledigt werden sollten. Die „Börsenzeitung" meint: Ob die Wiener Regierung selbst den französisch- englischen Schritt angeregt hat, entzieht sich der Kenntnis der Oeffentlichkeit. Derartige Vermutungen auszusprechen, ist aber wohl erlaubt. Sicher aber ist, daß die Hauptinitiative zu der Aktion ,v o n Paris ausgeht. Der bemerkenswerte älmschwung in der Haltung der französischen Presse läßt die Annahme berechtigt erscheinen, daß man selbst in Paris keineswegs mehr besondere Lust verspürt, die in so lächerlichem Mißverhältnis zur Bedeutung des Objekts stehende „Demarche" weiter an die große Glocke zu hängen. Für Deutschland jedenfalls ist die ganze Angelegenheit mit der gestrigen Entgegennahme der französischen und englischen Mitteilungen und ihrer unmißverständlichen Beantwortung durch die Reichsregierung endgültig erklärt. Die „Kreuzzeitung" betont, daß diese merkwürdige Aktion, deren Vorzeichen schon seit Tagen durch die französische Presse geisterten, ein schnei- lesundwenig rühmliches Ende mit ihrer vollen Zurückweisung durch die Reichsregie- rung gefunden hat. Sie war auch nicht gerade gluck- lief) angelegt, wenn man sie nicht gar als eine ausgesprochene Donquichotterie bezeichnen will. Es ist schon eine recht eigenwillige Auslegung des Liermächtepaktes, der zur Sicherung des Friedens geschaffen wurde, wenn man ihn bei seiner ersten Anwendung benutzen will, um gegen einen der Vertragspartner Vorwürfe zu erheben und gar in einer Sache, die seine Beziehungen zu einem an liefern Vertrage nicht beteiligten fünften Staate betrifft. Unbehagen in Paris. Paris, 8. Aug. (WTD. Funkspruch.) Die Morgenpresse, die das WTD.-Communique über den gestrigen Schritt der Botschafter Frankreichs und Englands in Berlin und den Kommentar des Conti-Büros wiedergibt. spricht von einer wenig freundschaftlichen Antwort auf eine fr tu ndschaf11iche Demarche. Die meisten Blätter geben sich nicht die Mühe, auf die deutschen Argumente einzugehen und vor allem eine Antwort auf die im Kommentar des Conti- Büros aufgeworfene Frage zu geben, wie es um öic Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten stehe. Daß die Berufung aus den Diererpakt in jeder Beziehung ein M i ß g r i s ff fei, geben verschiedene Blätter unumwunden zu. „Das Viermächteabkommen hat nichts mit der österreichisch-deutschen Angelegenheit zu tun", schreibt .Drdre", „Hitler hak recht, das zu betonen. Wir dürfen kein anderes Ergebnis oon einer Demarche erwarten, die so ungeschickt war, aber auch so wenig energisch durchgeführt wurde." 2luch „Figaro" schreibt, die französisch-englische Demarche sei sehr ungeschickt getreten. Es handele sich hier weder um den Versailler Vertrag, noch um den Viermächtepakt, sondern um den Frieden in Mitteleuropa. Deshalb müsse, so meint das Blatt, der Völkerbund mit dem Problem befaßt werden. Englische Eindrücke. London, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) lieber die Antwort der deutschen Regierung auf den Schritt der diplomatischen Vertreter Frankreichs und Großbritanniens gehen die Ansichten über die Haltung der Reichsregierung auseinander. Einige Blätter glauben von einer „Herausforderung" sprechen zu sollen, die im Gegensatz zu der vor drei Monaten gehaltenen Rede des Reichs- kanzlers stehe. Andere sind der Meinung, daß der Ton der deutschen Antwort nicht t r a g i s ch genommen zu werden brauche, und sie glauben, daß die deutsche Regierung bereit sei, zu veranlassen, daß kränkende Aeußerungen in den Rundfunkreden nicht weiter gebraucht werden. Der Berliner Vertreter der „Times" schreibt: Der Ton, der gestern abend ausgegebenen amtlichen Mitteilung zeigt deutlich, daß die deutsche Regierung nicht bereit ist, irgend etwas zur Erleichterung der Lage zu tun. Der Wunsch nach einem freundlich gesinnten Großbritannien wird schwerlich zu einer ernstlichen Aenderung gegenüber Oesterreich führen. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" ist der Meinung, daß die beanstandeten Propagandamaßnahmen aufhören werden und drückt die Ansicht aus, daß mit einer baldigen Besserung der österreichisch-deutschen Beziehungen zu rechnen sei. Der diplomatifche Korrespondent der „M o r - ning P o st" sagt, die amtliche Antwort zeige kein Entgegenkommen, aber es heiße, daß Berlin angeoeutet habe, es werde in Zukunft sein Bestes tun, um solche Zwischenfälle zu vermeiden. Amtliche Kreise in London seien der Ansicht, daß der Reichskanzler beabsichtige, sein Versprechen vom Mai zu erfüllen, wonach Deutschland nach Die vor innerhalb d e s Rahmens der bestehenden Verträge handeln werde. Gegen unbefugte Eingriffe in die Wirtschaft. Eine Verfügung des stellvertretenden ZührerS der NSDAP. Berlin, 8. Aug. (CNB.) Der Preußische Pressedienst. der NSDAP, veröffentlicht eine Verfügung b e 5 Stellvertretenden Führers der NSDAP., die folgendermaßen lautet: „Gemäß den Anweisungen des Führers hat Pg. Reichsinnenminister Dr. Frick in seinem bekannten Rundschreiben an die Reichs st atthal- ter ausgeführt: 1. daß unbefugte Eingriffe in die Wirtschaft zu unterlassen sind und daß desgleichen jedes unbefugte und unberechtigte Vorgehen gegen einzelne Personen unbedingt zu unterbleiben hat; 2. daß keinesfalls Instanzen der Partei bzw. ihre Unterorganisationen sich R e g i e r u n g s b e fu g n i s se anmaßen dürfen. Ergänzend weise ich darauf hin, daß auch die Parteileitung in Zukunft schärfstens gegen d i e Zuwiderhandlungen vorgehen wird. Jede Dienststelle hat sich unbedingt auf die ihr vom Führer Angewiesenen ord - nungsmäßigen Aufgaben zu beschränken. Ich habe Anweisung gegeben, in Zukunft genau zu prüfen, ob eingehende Beschwerden begründet sind. Wenn nötig, werde ich sofort Beauftragte an Ort und Stelle entsenden." In einer weiteren Anordnung verbietet der Stellvertreter Hitlers allen Angehörigen, Dienststellen und Einrichtungen der Partei das Sammeln oon Geldbeträgen bei allen Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft, die sich an der „Adolf - Hitler - Spende der deutschen Wirtschaft beteiligen. „Alle örtlichen oder bezirklichen Einzelabmachungen der Dienststellen und Einrichtungen der Partei mit den für eine Beteiligung an der Spende in Frage kommenden Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft verlieren ihre Gültigkeit. Neue Abmachungen, die die Firmen oder Verbände der Wirtschaft von einer Beteiligung an der Spende abhalten könnten, sind verboten. Ebenso sind Eingriffe oder Maßnahmen hinsichtlich der Durchfüh- rung der Spende untersag t." Oie Zunahme der Beschäftigtenzahl. Berlin, 7. Aug. (WTB.) Von den zahl- reichen Veröffentlichungen in der Presse über die Zunahme der B e s ch ä f t i g t e n z a h l im Deutschen Reich wirkt besonders aufschlußreich ein Schaubild, in dem die Zunahme der Beschäftigten von Januar bis Juni 1933 in den einzelnen Landesarbeitsamtsbezirken figürlich dargestellt wird. Daraus ergibt sich z. B., daß in Ostpreußen in dieser Zeit 79 000 Arbeitslose wieder Beschäftigung gesunden haben, in Pommern 70 000, in Westfalen 121 000, in Schlesien 159 000, in Bayern 214 OOO. An der Spitze der in den Wirtschaftsprozeß wieder Eingegliederten marschiert der Bezirk des Landesarbeitsamtes Brandenburg mit 277OOO Wiederbeschäftigten. Diese Zahl ist.deswegen besonders bemerkenswert, weil hier der Arbeitsmarkt der Stadt Berlin einbezogen ist und auf diesem die durch die Landwirtschaft anderwärts erzielte saisonmäßige Abnahme der Arbeitslosigkeit keine Rolle spielt. Unruhen aus Kuba. Kuba wird feit einigen Tagen von schweren inneren Unruhen erschüttert. Es läßt sich wegen der scharfen Zensur im einzelnen nicht genau nachprüfen, wie weit die Gerüchte über blutige Zusammen st öße, Militäraufstände und eine Genera! st reikbewegung zutreffen. Immerhin ist wohl soviel richtig, daß der Präsident M a ch a n o vom Kongreß die Ermächtigung erhalten hat, den Belagerungszustand zu erklären. Andererseits sollen Parteiführer eine Besprechung abgehalten haben, in der sie einmütig den Rücktritt der Regierung Machano forderten. Nach den neuesten Meldungen hat Präsident Machano die Haupt st a d t Havanna durch Militär besetzen lassen. Die Unruhen, die nicht zum ersten Male diese größte Insel des amerikanischen Mittelmeeres erschüttern, dürften ihren Grund in der schweren Wirtschaftslage haben, in der sich, wie alle Rohstoff erzeugenden Länder, auch Kuba befindet, dessen wichtigste Produkte Zucker und Tabak sind, die unter starkem Preisoerfall auf dem Weltmarkt zu leiden haben. Schon im September 1932 war es zu heftigen parteipolitischen Kämpfen gekommen, wobei der Präsident des Senates Dr. Bello und einige konservative Politiker ermordet wurden. Die weltwirtschaftliche Situation hat sich seitdem nicht gebessert. Als Rückwirkung dieser Tatsache wurde zu Beginn des Jahres 1933 der G o l d- standard des kubanischen Peso aufgegeben. Am 30. März d. I. wurde die Regierung ermächtigt, ein zweijähriges Moratorium für alle Hypothekenschulden auszusprechen und auch die Tilgung sämtlicher in- und ausländischer Anleihen für diese Zeit auszusetzen. Neben diesen wirtschaftspolitischen Gründen gibt es auch national» politische Differenzen, die immer wieder ZU heftigen Auseinandersetzungen führen, bei denen es um die Frage des Einflusses der Nordamerikaner, insbesondere der großen amerikanischen Trusts, die wichtige Teile Kubas im Besitz haben, auf die Entwickelung in Kuba geht. Kämpfe in Havanna. Reuhork, 8 Aug. (WTD. Funkspruch.) Die Angaben über die Zahl der Personen, die bei dem Vorgehen derTruppenund Polizei gegen die aufgeregte Volksmenge in Ha- v a n n a vor dem Palais des Präsidenten getötet^ oder verwundet worden sind, schwanken beträchtlich. Während einige Blätter 2 0 Tote melden, sprechen andere von 9 0 Zoten. 200 Personen sollen Verletzungen erlitten haben. Die Zahl der Verhaftungen geht i n d i e H ander t e. Rach einem Bericht der „Chikago Tribüne" ist die Botschaft der Vereinigten Staaten in ein Krankenhaus verwandelt. Der Kongreß habe den Präsidenten Machano ermächtigt, die verfassungsmäßigen Garantien, insbesondere das Recht der persönlichen Freiheit aufzuheben. Heber ganz Kuba ist der Belagerungszustand verhängt worden. Dor dem Eingreifen der Truppen war es infolge des Gerüchtes, der Präsident sei zurückgetreten, zu großen Freudenkundgebungen gekommen. Uniformierte und Geheimpolizisten hatten Tausende von Schüssen abgefeuert, um die Straßen von der Menge frei- zumachcn. Aus ihrem Marsch in die Stadt feuerten die Soldaten wiederholt, worauf die Menschenmassen flüchteten. Oie Parteien Kubas geschloffen gegen Machano. Havanna, 7. Aug (WTB.) Reuter. Die p o • litischen Führer des kubanischen Staa- t e s haben in den Räumen der amerikanifchen Botschaft eine Besprechung abgehalten, als deren Ergebnis mitgeteilt wurde, sämtliche Parteien feien sich darüber einig, daß die Regierung Machano zurücktreten müsse. Roosevelt bietet Kuba seine Dermitt- lung an. H y d e p a r f bei Neuyork, 7. Aug. (Reuter. Funk- spruch.) Präsident Roosevelt hat die guten Dienste der Vereinigten Staaten angeboten, um bei den Wirren aufKubazu vermitteln. Amerika will aufKuba Truppen landen. Washington, 8. Aug. (TU.) Die Vorgänge auf Kuba beschäftigen das Weiße Haus aufs lebhafteste. Wie aus hohen Regierungstreuen verlautet, hat Roosevelt dem amerikanischen Botschafter in Havanna, Welles, völlig freie Hand gegeben. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Vereinigten Staaten, falls Welles dies für notwendig halten wird, Truppen auf Kuba zur Wie« derherstellung der Ordnung landen werden. Wie aus Havanna gemeldet wird, soll Präsiden/ Machano sich gegenüber Welles geweigert haben, jurüdjutreten. Die Lage hat hierdurch eine wesentliche Verschärfung erfahren Nach Auffassung der Washingtoner Regierung bildet Machano das Haupthindernis der Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung auf Kuba. Frühere Rundfunkgrößen ins Konzentrationslager. Berlin, 8. Aug. (WTD. Funkspruch.) Wie das Geheime Etaatspolizeiamt mittcilt, sind der ehemalige Intendant der Berliner Funkstunde Flesch, der ehemalige Rundfunkreporter Alfred Braun, der ehemalige Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft Magnus und der Ministerialrat a. D. G i e s e ck e, der ebenfalls bei der Reichsrundfunkgesellschaft tätig war, in Schuh- Ha f t genommen und in das Konzentrationslager Oranienburg eingeliefert worden. Der ehemalige Direktor der Berliner Funkstunde K n ö p f k c, der zum gleichen Zwecke in>Oberhof festgenommen wurde, erlitt bei seiner Ankunft in Berlin einen Nervenzusammenbruch und wurde ins Staatskrankenhaus gebracht. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit der Aufdeckung der ungeheuren Verschleuderung öffentlicher Gelder und der ungerechtfertigten Bereicherung auf Kosten der Oeffentlichkeit durch die Festgenommenen. Staatssekretär a. O. Bredow will auch ins Konzentrationslager. Berlin, 8. Aug. (ERB. Funkspruch.) Der ehemalige Reichskommissar, Staatssekretär a. D. Bredow hat heute an das Reichsministerium für Volksauffklärung und Propaganda ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, daß um den Rundfunk „hochverdiente Männer" verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht worden seien. Er fühle sich mit diesen Männern verbunden und bitte um die gleiche Behandlung. Die Bezeichnung „hochverdiente Männer" für die Herren Braun, Flesch, Magnus usw. beruht offenbar auf einem Druckfehler. Cs soll wohl heißen hochverdienende Männer", denn diese Herren haben sich ihre „Verdienste" um den Rundfunk mit vielen Hunderttausenden Mark bezahlen lassen. Rückkehr der deutschen Flotte aus den nord fchen Gewässern. Kiel, 7. Aug. (TU.) Der K r e u z e r „K ö n i g s - berg" ist, wie die Marinestation der Ostsee mit- teilt, oon der Auslandreife (Norwegen) zurück» gekehrt und hat in Kiel-Wyk festgemacht. Die erste Torpedobootflottille wird um Montagabend oon ihrem Besuch in Malmö in Kiel eintreffen, während das L i n i e n s ch i f f „S ch l e s> w i g - H o l st e i n", das in Gotenburg einen Besuch machte, im Laufe des Dienstags in Kiel einlaufen wird. Kundgebung der Studentenschaft. Aachen, 7. Aug. (TU.) Der Deutsche Stube n t e n t a g hat folgende vorn Führer der Deutschen Studentenschaft, Krüger, unterzeichneten Telegramme gesandt. „An Reichsinnenminister Dr. Frick: Deutscher Studententag vollzog sich in der strengen schlichten Form eines neuen Stubententums. Die Deutsche Studentenschaft begrüßt ben Vorkämpfer btefer Schlichtheit in unserem Volke." „An ben Stabschef ber SA., Hauptmann a. D. Rö h m: Das Gebilde der SA. formte den Studenten neu. Der 16. Deutsche Studententag begrüßt die SA. in ihrem Chef. „An Kultusminister 9t u ft: Deutsche Studentenschaft begrüßt am Schluß des 16. Deutschen Stuben- tentages ben Verkünder bes nationalsozialistischen Stubentenrechtes und gelobt weiterhin Gefolgschaft bei Neugestaltung der deutschen Kulturpolitik. Gegen Festlegung von Mindestpreisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Stellungnahme des Landesbauernführers Dr. Wagner. WSN. F r a n k f u r t a. M.. 7. Rüg. Der San- des-Bauernführer Dr. Wagner, der im Rhein- Main-Gebiet den ersten deutschen Bauernstand gründete, wendet sich in einem Artikel gegen hier und dort in der Landwirtschaft auftauchende Wünsche auf Festlegung von Winde st p r e i s e n für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Diese Mindestpreise, welche ein Fallen der Getreideprcise verhindern sollen, entsprechen nach den Ausführungen des Landes-Bauernführers dem Wirtschaftsdenken eines abgeschlossenen Zeitalters. „Man muh", so führt Dr. Wagner aus, „mit den unnatürlichen Hilfen, die doch nie zum Ziele führen, unbedingt brechen. Die nationalsozialistische Agrarpolitik wird den ganzen Bereich der bäuerlichen Erzeugung nach o r g a - nischen Gesetzen einheitlich lenken, die dem gesamten Bauernstand die Rentabilität verschaffen. Das Denken, das nur auf die Festsetzung von Mindestpreisen für Getreide gerichtet ist, st eht im Gegensatz zu der um f a s- senden Neuordnung derbäuerl i ch en Erzeugung, die allein nach dem Grundsatz der Bedürfnisse und zugleich der Derwertungs- möglichkeit unserer Nationalwirtschaft aufgebaut sein muh." Der Bauernführer wendet sich in diesem Zusammenhang an seinen kürzlich erfolgten Aufruf und fordert zu dessen Befolgung auf. Dr. Wagner erklärt im Verlaufe seiner Ausführungen, daß der deutsche Bauer nicht unter dem Schuh von Mindestpreisen unter der Vormundschaft des Staates taglöhnern, sondern in Freiheit, Selbstverantwort- l i ch k e i t und nach eigenem eisernen Willen unter dem Schuh des Nationalsozialismus an dem Aufbau und dem ewigen Bestand unseres dritten Reiches Mitarbeiten soll. Oie Zusammenarbeit der Frauen. M ü n ch e n, 7. 2lug. (CNB.) Die Reichsstelle der Reichsjugendführung gibt im „Völkischen Beobachter" bekannt: Um eine dauernde enge Zusammenarbeit zwischen der Reichsarbeitsgemeinschaft deut- scherFrauenverbände und den dem Jugend» führer des Deutschen Reiches unterstellten weiblichen Jugendorganisationen, insbesondere dem Bund deutscher Mädel, zu gewährleisten, hat der Jugendführer des Deutschen Reiches auf Anregung des Reichsinnenministeriums eine von ihm beauftragte Vertreterin in den Vorstand der Reichsarbeitsgemeinschaft entsandt. Damit ist die Gewähr für eine erfolgreiche gemeinschaftliche Arbeit der deutschen Frauen- und Mädchenorganisationen gegeben. 23 Kommunisten in Breslau festgenommen. Breslau, 8. Aug. (WTB.) Am Montag wurde in Breslau eine große Aktion der Polizei mit Unterstützung der SA. durchgeführt, bei der 23 K o m - i.: uni ft en fest genommen wurden. Bei der Durchsuchung der Wohnungen und Schrebergärten wurden illegale Schriften und Hiebwaffen beschlagnahmt. 27KommunisteninBonn festgenommen Bonn, 7. Aug. (WTB.) Umfangreiche Ermittlungen und Beobachtungen der Bonner politischen Polizei führten zur Fe st nähme von 27 Kommun i st e n, die in letzter Zeit versucht hatten, die Kommunistische Partei in Bonn neu erstehen zu lassen. Weiterhin stellte die Polizei eine große Menge Flugblätter und Plakate sicher, die an einen Bonner Kaufmann geschickt worden waren und an die kommunistischen Funktionäre verteilt werden sollten. Das Wunder der Magussi Weiser Vornan von Fr. Lehne. Urheberschutz durch C. Ackermann, Stuttgart. 4. Fortsetzung. Nachdruck oerbotenl „Ob du noch so sprechen wirst, wenn ich dir sage, daß du dann ausgehört hast, meine Tochter zu sein, und daß du nichts, gar nichts zu erhoffen haft? Für Räuberromantik ist in unserem nüchternen Kauf- mannshause kein geeigneter Boden." Starr sah er sie an, die Wirkung seiner Worte beobachtend. Magussi wurde blaß: ein bitteres Lächeln zog ihre Mundwinkel herab. Sie legte die Hand gegen die Stirn. „Darum gleich verstoßen werden, wenn man sich nicht sklavisch den Anordnungen der Eltern fügt? Und das nennt man Elternliebe!" Sie warf den Kopf zurück, — „sei es drum! Ich verzichte auf alles! Gar nichts will ich von euch als meine Freiheit! Und lässest du sie mir nicht, Vater, so nehme ich sie mir als mein Menschenrecht, das erwidere ich dir auf deine Drohung, die — verzeihe! — sehr unvornehm ist! — Mir liegt nichts an deinem Geld und Gut! Ich werde imstande sein, mich selbst durchzubringen, — in meiner Kehle ruht ein Vermögen, wenn ich praktisch denken will! Doch die Hauptsache ist mir, daß ich mich künstlerisch ausleben kann! So — jetzt erlaubt ihr wohl, daß ich schlafen gehe! Gute Nacht, Vater, gute Nacht, Mutter!" Ohne ein weiteres Wort der Eltern abzuwarten, verließ Magussi das Zimmer. „Unerhört!" stieß der Kommerzienrat zwischen den Zähnen hervor. Leise weinte Frau Maria vor sich hin. „Warst du nicht zu hart und zu streng?" „Nur mit Härte und Strenge kann man Magujsis Eigensinn brechen und ihr die romantischen Gedanken aus dem Kopfe treiben. Ich habe nicht Lust, unsere Einzige in kurzen Röckchen oder Hosen auf der Bühne zu sehen als Schauobjekt vieler Hunderte von Augen. „Allerdings hätte ich nicht gedacht, daß der Theatergedanke so fest in ihr verankert ist. Der muß ausgetrieben werden, — darum soll sie so schnell wie möglich heiraten. Weine nicht. Maria! Die so verwöhnte Magussi wird sich schon überlegen, was es heißt, ohne die geringste Unterstützung vom Elternhause die sogenannte.Freiheit' zu genießen." Frau Maria seufzte tief auf. Sie wagte kein Wort für Magussi zu sprechen, um den Gatten nicht noch mehr gegen die Tochter aufzubringen. Er stand auf. „Willst du schlafen gehen, Maria? Ich habe noch allerlei zu erledigen; es wird heute spät für mich. Noch eins: gib, bitte, streng Obacht, lleberfatt auf SS.-Leute. Ludwigshafen, 7. Aug. (WSN.) In der Nacht zum 6. August wurden auf z w e i u n i f o r - mierte SS.-Leute beim Riedsaumpark zwei scharfe Schüsse abgefeuert. Die SS.-Leute wurden nicht verletzt. Die bisherigen Erhebungen haben ergeben, daß die Täter in kommunistischen Kreisen zu suchen sind. Im Zusammenhang damit wurden heute nacht 12 Kommuni st en im Stadtteil Friesenheim f e st ge n o m m e n. Sie werden, soweit sie wegen Mordversuchs nicht dem Strafrichter vorgeführt werden, in S ch u tz h a f t genommen und nach Dachau übergeführt. 70 Meter hohes Hakenkreuz über Innsbruck. Innsbruck, 7. Aug. (TU.) In der Nacht zum Samstag wurde auf einer Felswand an der Innsbrucker Nordkette ein riesiges Hakenkreuz aufgemalt, das in der ganzen Stadt und Umgebung weithin deutlich sichtbar war. Darauf veranstaltete, wie ein amtlicher Polizeibericht meldet, die Polizei am Samstagnachmittag in den Innsbrucker Schwimmbädern eine Razzia nach ehemaligen Mitgliedern der NSDAP. Es wurden 30 Personen fest genommen, darunter auch Innsbrucker Geschäftsleute. 27 von ihnen mußten am Sonntag unter Bedeckung von Gendarmen und Heimatwehr zur Nordkette auf- steigen und dort von der Felswand das mit Oel- farbe aufgemalte etwa 70 Meter hohe Hakenkreuz wieder wegputzen. Sozialdemokratische Attacke gegen Oollsuß-plakate. Wien, 7. Aug. (WTB.) Einem Bahnbeamten gelang es, vier Mitglieder des aufgelösten s o - zialdemokratischen Schutzbundes dabei abzufassen, wie sie eines von den jetzt an allen Litfaß-Säulen angebrachten Bildern des Bundeskanzlers Dollfuß beschmutzten und Hakenkreuze darauf malten. Die vier Marxisten, die die Nationalsozialisten belasten wollten, wurden verhaftet. Oie französischen Beamten gegen eine Gehaltsherabsehung. P a r i s, 6. Aug. (WTB.) Der Vorstand des A l t - gemeinen Französischen Beamtenverbandes hat heute gegen den Plan der Regierung einer 10-v. H.° Herabsetzung aller G e h ci l- ter und Löhne Stellung genommen. Er kündigt an, daß die Beamten sich mit allen Mitteln gegen jedwede Kürzung ihrer Bezüge wehren würden. Kleine politische Nachrichten. Staatskommissar Engel, dem Gründer und Organisator der NSDO., ist von seinem Geburtsort E r n st h a u s e n (Kreis Frankenberg) die Ehrenbürgerschaft verliehen worden. Die Deutsche Frauenfront teilt, laut Preuh. Pressedienst der NSDAP., mit, daß der Frauenkongreh am 10. August nicht stattfindet, sondern verschoben ist. • Ministerialdirektor Metzer vom Auswärtigen Amt hat sich nach K o w n o begeben, um die Wirtschaftsverhandlungen mit Litauen fortzusetzen. Aus aller Welt. Dalbo-Geschwader auf dem Rückflug. Wie ein Funkspruch aus Clarenville (Neufundland) meldet, ist das B a l b o - G e s ch w a d e r heute nacht 2.45 Uhr örtlicher Zeit zum Rückflug aufgestiegen. Ein Ehrenmal für die Gefallenen in Aachen. Der aus dem 15. Jahrhundert stammende Marienturm in Aachen ist nach Plänen von Professor Schnieders und Regierungsbaumeister Mommerh zu einem Krieger- ehrenmal umgestaltet worden, das von der Ludwigsallee hinüberschaut nach Eupen-Mal- medh. Am Gedenktag der siegreichen Kämpfe vor Lüttich, in denen die ersten Söhne der Kaiserstadt Aachen den Heldentod sanden, wurde das Ehrenmal seiner Bestimmung übergeben. Das stärkste Bollwerk der einstigen freien Reichsstadt wurde zum Gedächtmsmal der gefallenen Söhne der Stadt Aachen. Tausende und Abertausende aus der nahen und weiteren Umgebung nahmen an den Feierlichkeiten teil. Die Stadt prangte im Festschmuck zahlreicher Fahnen. Außenaufnahmen zum Horsl-Wefsel-Film. Auf dem Horst-Wessel-Platz, dem ehemaligen Dülow-Plah in Berlin, wurden vor dem Horst- Wessel-Haus einige weitere Auhenaufnahmen zum Hör st- Wessel-Film gedreht. Es handelt sich um eine der Schlußszenen dieses großen Filmes, der von dem heldenmütigen Kampf der SA. um das „rote" Berlin berichtet. Dieser Teil des Filmes hält die beispiellosen Vorgänge fest, die sich bei dem Begräbnis des von der Kommune erschossenen Horst Wessel abspielten. Der Trauerzug wurde bekanntlich von Kommunisten angegriffen. Dor dem mit roten Transparenten und „Tod dem Faschismus" und dem Bilde Thälmanns ausstaffierten Horst-Wessel-Haus, dem ehemaligen Karl-Liebknecht-Haus, hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die diesen daß Magussi das Haus nicht verläßt. Sie darf jetzt keine Fühlung mit der Konsilius suchen; überwache auch ihre Telephongespräche." In leichter Liebkosung glitt seine Hand über ihr schönes, bekümmertes Gesicht. Dann küßte er sie herzlich auf den Mund. „Gute Nacht, Liebe! Schlafe gut!" 4. Kapitel. Als ob sie schlafen könnte! Frau Maria blieb lauschend vor der Zimmertür der Tochter stehen; durch die Türspalte fiel ein schwacher Lichtstreifen auf den roten Läufer des Korridors. Sie hörte Magussi drinnen hantieren. Als sie den Türgriff niederdrückte, gab er nicht nach; Magussi hatte zugeschlossen. Sie klopfte. „Magussi, öffne mir, bitte!" „Einen Augenblick, Mama!" Magussi ließ die Mutter eintreten. „Verzeihe, Mama, ich habe es mir schon bequem gemacht!" Ihr schlanker, zarter Körper war von einem blauseidnen, gestickten Kimono umhüllt, über den das schöne, lichtblonde Haar in zwei dicken Zöpfen fiel; bildhübsch und jung wie ein Backfisch sah sie aus. Frau Buntes Augen überflogen den reizenden Raum, der in Weiß und Hellblau gehalten, mit seiner buntlustigen Tapete einen kleidsamen Rahmen für Magussis zarte Blondheit abgab. Es war nicht alles so ordentlich, wie sie sonst ihr Zimmer zu halten pflegte. Schubfächer waren aufgezogen; Kleider lagen auf dem Diwan und Bett, und ein geöffneter Koffer gab den Beweis daß Vorbereitungen zu einer größeren Reise getroffen wurden. „Was tust du noch, Magussi? Ich denke, du bist längst im Bett —" „2Bie du siehst, Mama, ich packe!" erwiderte Magussi ruhig, „bitte, setze dich!" Sie nahm ein Päckchen feiner Battisthemden von einem Stuhl, um Oer Mutter Platz zu schaffen; dann suchte sie weiter im Kleiderschrank, sich nicht stören lassend. Frau Bunte war entsetzt. „Magussi, du hast doch nicht im Ernst den unglücklichen Gedanken, fort zu wollen? Das ist doch unmöglich —" nicht unmöglicher alsPapas Plan, mich gegen meinen Willen zu verheiraten." „Kind, du machst uns alle unglücklich!" rief die Kommerzienrätin händeringend, „lasse ab von deinem Vorhaben! Wo willst du hin? Magussi, ich bitte dich flehentlich um meinetwillen, — gib nacht Und du wirst den Himmel auf Erden haben! Eduard Weiser liebt dich; alles wird er für dich tun! Und wie glücklich wird Papa über diele Heirat fein!" „Nach meinem Glück fragt man aber nicht!" entgegnete Magussi mit tiefer Bitterkeit. „Ihr habt euer Leben gelebt; das meine liegt noch vor mir, und ich will es mir nach meinem Geschmack einrichten. — denn i ch soll es leben!" Beschwörend faßte die Kommerzienrätin Magussi an beiden Händen und zog sie zu sich heran. „Die Aufregung läßt dich nicht überblicken, wie folgenschwer der Schritt ist, den du tun willst! Kind, hier im Film festgehaltenen Vorgängen aus der schmachvollsten Notzeit der Reichshauptstadt schweigend folgte. Früherer Stinnes-Generaldirekior der Dilanz- fälschung angeklagt. Nach Mitteilung der Justizprefsestelle Berlin ist es der Staatsanwaltschaft gelungen, noch rechtzeitig vor der Verjährung eine im Jahre 1928 begangene Bilanzfälschung großen Ausmaßes aufzudecken, die der frühere Generaldirektor des Slinnes-Konzerns, Friedrich Minoux, und der Kaufmann Ludwig begangen haben. Minoux wollte 1926 die Aktienmehrheit der Zigarettenfabrik Batschari in Baden-Baden erwerben. Wegen rückständiger Steuerschulden von nahezu 12 Millionen Mark machte Minoux den Aktienkauf von dem Entgegenkommen des Reichsfinanzministeriums abhängig, das der Firma Batschari gegenüber auf die Verzinsung der riesigen Steuerschuld verzichtete und sich mit der ratenweisen Tilgung in zehn Jahren einverstanden erklärte. Dieses Entgegenkommen benutzten die Angeklagten, um in der Sanierungsbilanz nach Abschluß des Kaufvertrages eine Summe von 4,5 Millionen Mark als Gewinn zu verbuchen. Dieser „Gewinn" wurde in der Weise errechnet, daß man die Zinsen der Gesamtschuld für die ganze Stundungsdauer von zehn Jahren feststellte und diese Zinsen als Rediskontkredit von der Gesamtschuld abzog. Mit dem so erzielten Scheingewinn wurden dann bilanzmäßige Verluste aller Art „ausgeglichen". Acht Personen beim Baden in der Ostsee ertrunken. Die bewegte See hat in den letzten Tagen in Ostpreußen eine Reihe Todesopfer beim Baden gefordert. Die Rettungsmannschaften der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft hatten in Rauschen ungeheure Arbeit zu leisten. Insgesamt konnten 19 Personen geborgen werden. Vier Personen aus Königsberg sind ertrunken. Im Ostseebad Cranz wur- törichtes, liebes Kind! — Ich spreche als deine ältere, erfahrene, beste Freundin, als deine Mutter, zu dir, — keiner meint es doch so gut wie ich! — Gib nach! Füge dich! Sonst — ich weiß nicht, was werden soll! Papa ist sehr erregt! Ich habe mich zu dir hergestohlen, — er ist noch in seinem Arbeitszimmer. Glaube mir, er hält, was er gesagt, — beharrst du auf deinem Willen, so bekommst du nicht einen Pfennig, obwohl du sein alles bist, — denn für wen arbeitet und schafft er, als nur für dich! — Magussi, du, so zart und verwöhnt, wie willst du im Lebenskämpfe bestehen, — es wird deine Kraft übersteigen!" „Dann ist es auch nicht schade, wenn ein Mensch mehr zugrunde geht. Solltest du nochmals mit Papa sprechen, so sage ihm, wie tief es mich empört hat, daß er mich wie eine Ware verhandelte, — und daß die Gegenseite darauf eingegangen ist. Das hat mir Eduard Weiser, der mir bis jetzt nur gleichgültig war, beinahe verhaßt gemacht! Mein Bleiben bei euch ist für beide Teile unmöglich geworden, das mußt du einsehen, Mama! Morgen fahre ich darum nach Leipzig, um meine Gesangsstudien aufzunehmen." „Mein Gott, Kind, wovon willst du leben?" Frau Maria hielt die Tochter fest im Arm. Sie hoffte durch überredende Güte Magussi zur Vernunft zu bringen. Strenge, Vorwürfe, Einschüchterungsversuche hätten deren Trotz und Eigensinn nur verstärkt, — das hatte der Gatte nicht bedacht. Hier ging es aber um mehr; man mußte klug sein, sich das Herz des Kindes nicht zu entfremden. Starr sah Magussi die Mutter an. „Wirst d u mir helfen, Mama?" „Nein, Kind, das kann ich nicht! Ich habe noch nie gegen den Willen Papas gehandelt und nichts hinter seinem Rücken getan; es ist ausgeschlossen, und auch darum, weil ich unmöglich deine Wünsche billigen kann! Ich will meine Tochter nicht auf der Bühne sehen; es widerstrebt meinem ganzen Denken und Fühlen!" „Ich dachte es mir, Mama! Es war nur eine Frage! Dann muß ich sehen, wie ich ohne deine Hilfe durchkomme! Es gibt Gott sei Dank noch gute Menschen, die einem für den Anfang helfen, und Schmuck habe ich reichlich! Die Unterrichtsstunden werden mir umsonst erteilt — auf den Zukunftswechsel meiner Stimme hin! Ich bin mündig und kann tun, was ich will —!" „— und verscherzt dir dadurch für immer bas Elternhaus! Papa ist unerbittlich und wenn es ihm das Herzblut kostet und wir alle darüber zugrunde gehen —" Magussi nickte — „in seinem tyrannischen Selbst- bewußtsein. Sieh dich an, Mama, was er aus dir gemacht hat. Du denkst mit seinen Gedanken, siehst mit seinen Augen, — du bist fein Geschöpf gewor- den und hast deine ganze Persönlichkeit in ihm auf- , gehen lassen. Von dir selbst ist nichts übrig geblieben." Ein feines Rot färbte das noch immer schöne Gesicht der Kommerzienrätin; sie konnte sich der Wahrheit von Magussis Worten nicht verschließen. „Weil ich meinen Mann liebte, Kind, da kommt das ganz von selbst. Und auch du wirst das einst an dir erfahren — für ihn tut man alles —" Doch Magussi schüttelte lebhaft den Kopf. „Nein, so selbstlos kann ich nie werden. Mein Eigenleben will ich behalten. — Doch es ist schon spät, Mama. Wir wollen uns die Nachtruhe nicht noch mehr verkürzen." Sie legte die Arme um den Hals der Mutter, „bist doch meine liebste Mama!" Frau Bunte strich zärtlich über Magussis blondes Haar, — „gelt, Kind, du nimmst Vernunft an, — dann ist alles vergessen!" Aus Magussis Gesicht wich der weiche Ausdruck. „Ich bin vernünftig, Mama! Ich habe doch nichts getan, was zu vergessen und vergeben ist!" „Und die Wäsche und Kleider, Kind, wollen wir nicht alles gleich wieder an Ort und Stelle bringen? Ich helfe dir —" und Frau Bunte war schon dabei, ein Kleid in den Schrank zurückzuhängen. Magussi lächelte ein wenig, — sie durchschaute ja die Mutter. „Ich danke dir, Mama. Ich möchte selbst fertig einpacken." Die Kommerzienrätin war verzweifelt. .Magussi, es ist Wahnsinn! Der Papa wird dich mit^ allen Mitteln zurückhalten, — du darfst nicht „Auf die Dauer kann man mich doch nicht einsperren, und wenn er morgen wirklich meine Ab« reife verhindert, so wird sich an einem der nächsten läge sicher Gelegenheit dazu finden! Dann müssen wir uns eben gegenseitig noch ertragen. Heimlich rote eine Diebin will ich nicht aus dem Hause schlei- chen; ich gehe in meinem guten Recht. Denn ich habe selbst nicht Lust, den Leuten und dem Personal ein Schauspiel zu bieten." !ch>er verzweifelte Mutter schien das ein Lichtblick. Daß Magussi morgen nicht aus dem Hause konnte, dafür würde man sorgen. Dann hatte sich auch Magussis erste Erregung gelegt, und beim nüchternen Tageslicht würde sie die Angelegenheit auch mit anderen Augen ansehen, würde sie die ungeheuren Schwierigkeiten bedenken, die sich ihr entgegentürmten, und verwohnt, wie sie war, schließlich doch davor zurückschrecken. Schlaflos lag sie des Nachts im Bett, angestrengt auf die Geräusche im Hause lauschend, — schlich sich Magussi doch nicht heimlich hinaus? Allerlei Abenteuerlichkeiten gaukelte ihr die aufgeregte Phantasie vor. Endlich dämmerte der Morgen heran im fahlen ©rau. Allmählich erwachte das Leben im Hause. Sie war froh, als sie endlich aufstehen konnte; die Unruhe hatte sie fast verzehrt. (Fortsetzung folgt.) Aus Öer Provinzialhauptstadt. Gegen unzulässige Werbemethoden im Iettungsgewerbe. Zu dem Konkurrenzkampf, der sich verschiedentlich zwischen der nationalsozialistischen Presse und nicht- parteiamtlichen Blättern ergeben hat, veröffentlicht bas „®öttinger Xageblatt" folgende, seinem Hauptschriftleiter von dem nationalsozialistischen Staatssekretär Feder zugegangene Erklärung: „Der Konkurrenzkampf der nationalsozialistischen Presse gegen die nichtparteiamtlichen Blätter in ihrem Bezirk ist mir eingehend geschildert worden. Ich bestätige die Ihnen gegenüber mündlich erfolgten Ausführungen, daß der Konkurrenzkampf nur m i t l o y a l en Mitteln geführt werden darf. Es ist nach meiner Meinung unzulässig, daß im Konkurrenzkampf Zwangsmaßnahmen und wirtschaftliche oder sonstige Nachteile oderBe- nachteiligungen i m Verhältnis zur Partei angedroht werden. Ich verweise auf die wiederholten Erklärungen des Herrn Reichskanzlers und seines Vertreters und mache darauf aufmerksam, daß Zuwiderhandlungen gegen die wiederholt ausgesprochenen Verbote Beunruhigungen in die Wirtschaft hineinzutragen, gegebenenfalls von der Partei disziplinarisch mit den schärfsten Mittel geahndet werden müßten." Heber eine weitere Unterredung in dieser Frage, die mit dem stellvertretenden Reichs- Pressechef, Ministerialdirektor Dr. Jahnke, stattfand, teilt das „®öttinger$ageblatr noch mit: ..Die Regierung werde von jetzt an jeden Versuch, den Konkurrenzkampf mit den machtpolitischen Mitteln zugunsten der Parteizeitung zu führen, aufs schärf st e bekämpfen, da dieses 1. nicht in Einklang zu bringen ist mit den Erklärungen, die die Regierung und insbesondere auch der Führer der deutschen Presse wiederholt „ gegeben hat, 2. weil die Formen des Kampfes die Tendenz haben, statt durch Leistung durch macht- politischen Druck die Konkurrenz zu beseitigen. Es ist deshalb den Gauleitern und Gaupressewarten im Zusammenhang mit dem bekannten Erlaß des Reichsarbeitsministers, der gleichfalls jede Z w a n g s a n d r o h u n g und Boykottmatz- nähme verbietet, mitgeteilt worben, baß unzweckmäßige Eingriffe und machtpolitische Druckmittel zu unterbleiben haben, da sie dem wider- sprechen, was der Führer kürzlich den deutschen Zeitungsverlegern in wirtschaftlicher Hinsicht ausdrücklich zugesichert hat. Es wird daher erwartet, daß sich in Zukunft die Dienststellen der Partei in bezug auf Presseangelegenheiten aller Eingriffe strikte enthalten, die den ebenfalls zehn Personen gerettet. Ein zwölfjähriger Schüler aus Hamburg fand den Tob in ben Wellen. Auch in Neukuhren sinb brei Königsberger ertrunken, bie sich trotz Warnung zu weit in bie See hinausgewagt hatten; gegen Abend konnten zwei ber Leichen geborgen werden. Deutscher Dampfer rettet englische Seeleute. Ein deutscher Dampfer rettete, wie aus Hel» fingfors gemeldet wirb, bie Besatzung bes sinken- ben englischen Dampfers „Achills" von 13 Mann. Die „Achills" gab Notsignale außerhalb ber Territorialgrenze in ber Nähe von Vasa. Die gerettete Besatzung würbe nach Vasa gebracht. Raubmord an einem Geistlichen? Unweit des Pfunberer Joches bei Bozen wurde die Leiche bes 62jährigen Pfarrers ber Erzbiözese Köln, Joseph L e n n a r t s , gefunben. Während man ursprünglich an einen Unglücksfall glaubte, ergab bie genauere Untersuchung verschiebene Anhaltspunkte für einen Raubmorb. Die Leiche wies schwere Verletzungen am ganzen Oberkörper und am Kopf auf. Außerdem fehlten ber Reisepaß und ein größerer Geldbetrag. S>b TO Jöft Mder L erstattete. Aus Tatsache hervc trennbar zusar stärken. Das z Gegenwart bei liebenbürgener wie kirchliche! der sei uns ei Mahnung, ihr Zeiten brüberl Aoch einm in seine Gen bendige Dar Diaspora. Es halfen besonders tr dec an Stelle übernommen mit seinen 61 b-r Sei« Dankwart an ?,e. Festgemein onöern auftu lanies Lied gab j j ö'.e Herze: geöffnet ha Diaspor- ffiÄ ,n No TL?°tt die ZS.- -Ä.1 i>urQ i tot KrKi ■ettete <^6 iS.** ab 3jJ -Athiilz- to n. "°ch 8«|a .">'«■ üi *«*Ä* «urb« Unnf'efUnben Un9iurf5Qn ..^hren!, n9 DeMieben9 ft- er. °rk Sie Men ObeS' mies “••"»fiBÄS ^lhauptffad, ^bemeihoden' Werbe. y« 5 !blatt gWne 6»it gffeäg ”te&” U n 3 U ( Q f | j n bn& n .cr•)a11n15 iUP en h"’ Dirrotto au " 65 ^trn Reichs! Geiers und mache dar. w'derhandlunaen Mprochenen Verbote h'neinzutragen riet bihiplinarifd) mit ben ö e t werden mützien.' Mterredung in dieser tol vertretenden Reich-. Eor Sr. Iahn^ tlngerTageblat? : von jetzt an jeden Der. tyf mit den macht-otiti« i der Parteizeitung zu bekämpfen, da dieses zu bringen ist mit den gierung und insbesondere uischen Presse toiederhvlt . :s Kampfes die Tendenz "istung durch macht« die Konkurrenz zu be* ileitern unb (Baupreflc mit bem bekannten tvttmoh> .geteilt worben, daß un. ) machtpolitische Srutf- . Haden, ba sie dem wider, ürzlich den deutschen Zei> ilicher Hinsicht ausdrülklich i, baß sich in Zukunst die bezug ausPresseangeleg.'N. ritte enthalten, b'.e elbst ist nichts übrig ge« das noch immer schöne Se« i; sie konnte sich der Wahr« en nicht verschließen, nn liebte, Kind, da komm d auch du wirst to/iilt chn tut man alles- > lebhaft den Kopf. »erben, «n ««*» j es ift Hon |poi, Mm-- Arme um den, hals der HonlM nimmfl Sernnnft an, - uch ier n»i*.8'"$ä Ml 3d) f)* b"d) "* rVKmll-nm' Ort ilnb Stell« bW"’ ®unte mar * 34 mach'- I*» ** man rtjjjtf* L iorgen w'lM nächsten sich an einfJ’L müßen dazu »** g noch flaue WS mch>«“ St Senn A de inan l°r£ t( und bA Ä , ^riei * 11 tollen §»"?«!?» Heil Hitler! Gez. Rudolf Buß. Bannführer. Pünktlich um 10.02 Uhr durchlief heute vormittag auf dein Bahnsteig II der Sonderzug mit den Avon» luardisten, von Kassel kommend, in mittlerer Ge- chwindigkeit den Bahnhof Gießen. Auf dem Bahn- v i । 11 i u 11 11 , llimiil IlUUy MC L beste Mann, war nicht ganz in der an ihm bekann. ten Form. Das Schlußdreieck war sehr zuverlässig. I Der schiedsrichter war durchaus gerecht In seinen Entscheidungen. Vorher spielten die Ligareserve also - rufsbeamtentums. - die Qualitäts - Zahnpaste ** Die Personalveränderungen bei den landwirtschaftlichen Lehranstal- ten und Aemtern. Die amtliche „Darmstädter Zeitung" schreibt in ihrer gestrigen Ausgabe: Vor einigen Tagen, wie auch in der heutigen Nummer der „Darmstädter Zeitung" sind Bekanntmachungen des Personalamtes veröffentlicht worden, die Entlassungen von Landwirtschaftsbeamten aus dem Staatsdienst betreffen. Aus ihrem Wortlaut geht klar hervor, daß es sich um Maßnahmen handelt, die auf Nachsuchen der betreffenden aus Anlaß des Uebergangs der staatlichen Lehran lallen und 21 em- im Widerspruch stehen zu den Anordnungen der Parteileitung und insbesondere denen des Führers." Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. vaumstieger siegt in Offenbach. Bei den gut besetzten Nationalen Wettkämpfen des DSC. 99 Offenbach waren die 1903er nur durch Koch und Daumstieger vertreten. Während Koch, der noch an einer leichten Zerrung laboriert, im 100-Meter-Zwischenlauf (Kl. III) stecken blieb, löste Baumstieger seine Aufgabe um so glänzender. Er startete im SOO-Olleter- Lauf derselben Klasse und lief in einem sechzehn Mann starken Feld das Rennen durch schönen Spurt siegreich nach Hause. Zeit 2:05,5 Mim Zweiter wurde der Frankfurter Z i s ch e ck en. Inipulsio erhoben sich die Hände zum Gruß, als der Sonderzug, aus dessen Fenstern die srischcn, stöhlichen Gesicher der „Schwarzhemden" schauten, den Bahnhof passierte. Stolz erhoben sich zum Gegengruß die Hände der Jungfaschisten, und bis der Zug den Blicken entschwand, winkten sie begeistert den Schaulustigen zu. Der Sonderzug trifft bekanntlich um 10.58 Uhr in Frankfurt ein. Reichsstallhalter Rover erklärte nach einem Bericht der Oldenburger Nachrichten" für Stadt und Land": „Keine Zeitung, die Mitarbeiten will, soll ausgeschlossen ober bedrängt werden. Dos wäre gegen den Willen unseres Führers, fieine (Eingriffe in die Wirtschaft und keine mechanische Gleichschaltung! Es wird nur danach gewertet, wieviel Arbeit geleistet wurde! Die NSDAP, will den örtlichen Organen der Heimat- presse keine Konkurrenz machen, der Führer würde Das für ein Verbrechen hallen. Er verlangt ab«.r, daß die Presse die Regierung unterstützt, denn nur ein geschlossenes „Hinler-die-Regierungtreten" kann unser Land und Volk, unsere Kultur und Wirtschaft vor dem Untergang retten." Der (ionöerjufl mit den Avanguardiften im Bahnhof Gießen. Misfionsfest des Gustav Adolf-Zweigvereins Gießen in Watzenborn-Steinberg. Ein schönes Fest feierte derGießenerZweig- verein der G u st ao - Adolf - Stiftung am Sonntag in Watzenborn-Steinberg. Die Häuser batten reichen Fahnenschmuck angelegt und gaben da- durch schon äußerlich kund, daß die ganze Gemeinde an der Feier teilnahm. Das zeigte sich auch bei dem Gottesdienst und der Nachversammlung, die im Freien unter den mächtigen Linden des Kirchplatzes stattfanden und weil über 1000 Teilnehmer umfaßten, darunter SA.-Mannschaft mit Fahne, Hitlerjugend und evangelisch kirchliche Jugend in stattlicher Zahl. Der Festprediger Pfarrer Knell aus Herbstein führte in seiner Ansprache in den Mittelpunkt aller Arbeit des Guslav-Adolf-Vereins, indem er das religiös-kirchliche Leben der Diaspora aufzeigte als einen heiligen „Kampf für, um und aus dem Glauben". Getragen von religiöser Kraft fanden seine Worte den Weg zu den Herzen der Festgemeinde. Im Namen des Dekanats überbrachte Dekan G u ß m a n n - Kirchberg herzliche Grüße und erinnerte an die Not und das freudige Bekenntnis der evangelischen, deutschen Diaspora, wovon gerade in letzter Zeit wieder die ernsten Nachrichten von den „Brüdern in Not" aus Rußland zeugten. Nach dem Gottesdienst wurden die vielen auswärtigen Besucher von den Einwohnern freundlich zu Gast geladen. In der Nachversammlung begrüßte zunächst der Ortsgeislliche Pfarrer Staubach die große Festversammlung mit packenden Worten und rief auf zu kirchlicher Treue, welche so wie jetzt auch fernerhin bei kirchlichen Feiern in der Beteiligung der ganzen Gemeinde zum Ausdruck kommen möchte. Auf das weile Arbeitsfeld des Gustav-Adolf-Der- eins führte dann der Jahresbericht, den der Schrift- führer des Zweigvereins Pfarrer Becke r-Gießen erstattete. Aus diesen Darlegungen trat deutlich die Tatsache hervor, wie Volkstum und Glaube untrennbar zusammengehören, einander bedingen und stärken. Das zeige uns besonders die Geschichte und Gegenwart der Wolgadeutschen in Rußland und der fiebenbürgener Sachsen, die beide sowohl oolkliche wie kirchliche Diaspora seien. Die Treue dieser Brüder sei uns ein leuchtendes Vorbild und eine ernste Mahnung, ihnen in diesen ihren schweren Kampfzeiten brüderliche Hilfe zu bieten. Roch einmal führte danach der Festprediger in seine Gemeinde Herbstein und gab eine lebendige Darstellung von Freud und Rot der Diaspora. Es halsen viele zum Gelingen dieses Festes. Desonders waren es auch der Posaunenchor, der an Stelle der Orgel den instrumentalen Teil übernommen hatte, und der Kirchengesangverein mit seinen Chören, die beide zur Bereicherung der Feier wesentlich beitrugen. Ein herzliches Dankworl an alle Milwirkenden, vor allem an die Festgemeinde war darum nicht nur Form, sondern aufrichtiges Bedürfnis- Ein gemeinsames Lied gab den rechten Ausklang des Festes, das die Herzen erwärmte und die Hände zur Tat geöffnet hat. 121,05 Mk. Festkollekte konnte an die Diasporagemeinde Herbstein und an die „Brüder in Rot" in Rußland verteilt werden. Möge Gott die schöne Feier segnen an allen Teilnehmern durch neue Liebe zum Gustav-Adolf- Derein sowie an der Diaspora und unserer Heimat durch neue Treue zu den heiligen Gütern evangelischen Glaubens und deutschen Bolkstums! „^oöenadh* (Kameradschaftliche Bereinigung der Rachrichtentruppen.) Man schreibt uns: Neben dem Waffenring der deutschen Artillerie und der Kavallerie hat der „Waffenring der deutschen Nachrichten t r u p p e" einen großen Aufschwung genommen. Seit (einer vor acht Jahren erfolgten Gründung sind ^ehn Landesgruppen und 90 Vereine ein lebendiger Beweis für die starke innere Verbundenheit der Angehörigen der Nachrichtentruppen des allen Heeres; ein stolzer Erfolg Insbesondere deshalb, weil sie eine und bis in die Anfänge des Krieges zahlenmäßig schwach entwickelte Waffe war, die Jahrzehnte im Schallen anderer Waffengattungen ein bescheidenes Dasein führte. Und doch, welch stolze Geschichte über die Ostasiatische Telegraphen-Abtei- !ung 1900 und die beim Hereroaufstand 1904 bestehende Funkverbindung von Deutsch-Südweslafrika zur Heimat bis zu den hervorragenden Leistungen im Weltkrieg. Unvergessen bleibt der Einfluß, den und in allen Teilen besser. Roth und Brornrn gefielen sehr gut. Grünewald kann sich noch entwickeln, Wilyelrni enttäuschte. Heilmann, immer noch der Zur Herstellung der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. Chlorodont, morgens und vor allem abends benutzt: beseitigt häßlichen Zahnbelag und üblen Mundgeruch ist sparsam im Verbrauch und daher preiswert gegen die jugendliche Lehrmannschaft und blieb mit 9:0 Toren Sieger. Beide Mannschaften traten unvollständig an. Nach der Pause nahm das Spiel lebhaftere Formen an. Die Marburger trugen zunächst einen energischen Angriff vor, der aber an der Verteidigung scheiterte. 1900 dominierte weiter. Immer wieder lagen sie vor dem Tor der Gäste. Schlarb hatte wäh- rend der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit nur einmal in kritischer Situation einzugreifen. Bald darauf aber fiel das 2. Tor für die Gießener. In tadelloser Kombination Grünewald-Bromm-Roth erhöhte Roth durch prächtig placierten Schuß auf 2:0. Dann hatte Bromm Gelegenheit durch einen schweren taktischen Fehler der Verteidigung wie auch des Tormanns den Ball bis in das Tor zu tragen. 3:01 Tragisch für die Marburger fiel das 4. Tor. Grünewald schoß scharf, der eine Verteidiger wollte den Ball mit dem Kops ablenken, der Ball ging aber knapp unter die Latte, der Verteidiger fiel noch hinterdrein. Schließlich konnte Roth noch einenFern- schuß anbringen, der den Tormann nicht auf den Poften sand. Die Gäste waren im Sturm ausgesprochen schwach Die Läuferreihe bemühte sich gar nicht um die nötige Verbindung zum Sturm. Die Verteidigung war der beste Mannschaftsteil, der Tormann war nicht sicher genug. Technisch ließ die Mannschaft reichlich zu wünschen übrig. Die Blauweißen waren auf der ganzen Linie Gießener Ruderer bei der 15. Offenbacher Reaatta. GRG. erringt den 2 5. Sieg in dieser Rudersaisont Auf der 15. Offenbacher Regatta war die GRG. nur mit ihrem in dieser Sailon recht erfolgreichen Iungmann-Vierer vertreten. Die Regatta war für die GRG. ein großer Erfolg. Es gelang der jungen Mannschaft, alle drei gemeldeten Rennen in überzeugender Form gegen oft erprobte Mannschaften siegreich nach Hause zu fahren. Mit dem Sieg im 1. Iungmann-Vierer errang die Mannschaft für die GRG. den 2 5. Sieg in dieser Rubersaison Mit diesen 25 Siegen Ist die GRG. der erfolgreichste Ruderverein in ganz Deutschland. Eine schone Belohnung für den Fleiß und den Idealismus der Trainingsleute, und für ihren Trainer D. fio linier der beste Beweis seiner erfolgreichen Tätigkeit. Ergebnisse am Samstag. II. Junior-Vierer: 1. GRG. o. 1877 in 6:03,8; 2. RV. Hellas-Offenbach in 6:04; 3. RV. Griesheim in 6:25. Ein äußerst scharfer Bord-an- Bord-Kampf über die ganxe Strecke. In einem fabel- hasten Endspurt konnte Gießen Den Gegner überspurten und das Rennen mit Luftkastenlänge gewinnen. Griesheim lag weit zurück. III. Vierer: 1. GRG. v. 1877 in 5:59,3; 2. Nas- sovia-Höchst in 5:59,5; 3. RG. Oberrad in 6:08,3; 4 RV. Hellas-Offenbach in 6:14,5; 5. RV. Franken- Schweinfurt. Hier mußte der Iungmann-Vierer gegen die schon oft erfolgreichen Senior-Mannschaften von Nasfovia-Höchst, RG. Oberrad, RV. Hel- las-Offenboch und RV. Schweinfurt starten. Bei gutem Start aller Boote konnte Gießen leicht die Führung übernehmen, Höchst spurtete jedoch heftig und lag bei 1000 Meter eine Länge vor, die übrigen Boote auf gleicher Höhe. Gießen zog durch energische Spurts gleich und konnte nach scharfem Bord-an- Bordkampf durch seinen ausgezeichneten Endspurt auch dieses Rennen für sich entscheiden. Die übrigen Boote lagen weit zurück! Ergebnis vom Sonnlag. I. Iungmann-Vierer: 1. GRG. v. 1877 in 6:01; 2. Undine-Offenbach in 6:06 Da die Würzburger RG. abgemeldet hatte, stellte sich den Gießenern nur der Jungmanitoierer der Undine-Offenbach. Gießen war durch eine Beinverletzung des Schlagmanns etwas behindert, doch auch dieses Rennen wurde nach anfänglichem Bvrd-an-Bvrd-fiamps sicher gewonnen. Die Mannschaft (Ioedt, Weinhold, (Juteneuer, Duill, St.: Treiben- b a ch) errang damit für die GRG. den 25. Sieg und ist mit 10 Siegen als der e r f o l g r e i ch st e I u n g- mann-Vierer Deutschlands anzusehen. Erstes Fußball-Ergebnis: 5:u. Spieloereinigung 1900 Liga schlägt Germania Marburg Liga. Als die beiden Mannschaften zum ersten Freund- schaftsspiel der neuen Saison antraten, lag brütende Hitze über dem Platz der Spielvereiniaung 1900. Zuschauer hatten sich nur wenige eingefunden. Der Kampf brachte den Blauweißen einen Sieg, und zwar einen vollauf verdienten Sieg. Die Mar- burger überraschten mit einer zunächst merkwürdig schwachen Leistung. Dadurch kamen auch die 1900er nicht in Schwung. Es wurde sehr hoch gespielt, auf beiden Seiten reichlich planlos, die jugendlichen Stürmer der Spielvereinigung sanden nicht gleich den Zusammenhang, waren aber doch den Gästen überlegen und lagen fast ständig vor des Gegners Tor. Die Marburger tarnen lediglich zu einigen Durchbrüchen. Die Blauweißen vergaben zwingende Chancen. Ecken brachten nichts ein. Der Tormann der Marburger wehrte mehrmals mit Glück ab. Dann wieder ging der Ball an die Latte. Die Marburger Verteidigung war auf der Hut und wehrte auf- opfernd immer wieder ab. 10 Minuten vor Halb- zeit fiel das erste Tor für die Platzbesitzer. Der Marburger Tormann wurde von einem Ball, aus nächster Nähe und aus dem Gedränge heraus von Grünewald geschossen, überrascht. In Kassel wurden die Deutschen Heeresmeisterschaften ausgetragen. Neben den leichtathletischen Veranstaltungen gab es interessante Massen- und Patroulllen-Wettbewerbe zu sehen. — Im Bild: Eine Patrouille überquert auf einem selbsterrichteten Notsteg sumpfiges Gelände. •* Rundfunkvortrag über die deutsche Gleichberechtigung. Staatssekretär a. D. Freiherr v. Rheinbaben, Delegierter zur Abrüstungskonferenz, spricht am heutigen Dienstag, 8 August, von 19.45 bis 20.15 Uhr im Bayerischen Rundfunk über das Thema „Kein wahrer Friede ohne deutsche Gleichberechtigung". Der Vortrag wird von fast allen deutschen Sendern übernommen. •* Wehrkreispfarrer Müller spricht im Rundfunk- 3n der Zeit von 21.30 bis 22 TIhr spricht heute im Deutschlandfender der neue Landcsbischof von Preußen, Wehrkreispfarrer Müller, über das Thema „Dolk und Kirche". Wettervoraussage. Unter dem Einfluß der nördlichen Störungstäiig- leit gewinnt jetzt die feuchte Lust mehr an Raum über Deutschland. Somit gestaltet sich der Witterungscharakter zunächst etwas roedjfei'iaft, wenn auch nicht unfreundlich, wobei gelegentlich schauerartige Niederschläge, zum Teil noch mit Gewittern verbunden, auftreten dürsten. Leichter lemneraturrud- gang, der zunächst die sommerliche üßi'-me nicht wesentlich beeinflußt, ist außerdem die Solle. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, leichte Abkühlung, aber noch warm, vereinzelte gewitterige Schauer. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der Wetterlage. ; ter an die hessische Bauernschaft er olgte. Sie stehen also — um Mißverständnissen vorzubeugen bemerkt dies die Staatspressestelle — in le nem Zusammenhang mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Be- diese Waffe in ihrem genialen Schwung, in der Begeisterung an ihrer hohen Ausgabe, aus den durch den Krieg bedingten hohen technischen Anforderungen auf Die Entwicklung der Technil für den Frie- den gewonnen hat. Unvergessen bleiben auch die zahlreichen toten und lebenden Helden der Nach- richtentruppe, der Truppenoerbände und der Marine, die Ehre und Leben dransegten auch in der größten Not, im ftärlften Trommelfeuer, dem Kämpfer in vorderer Linie zu helfen durch bas Bewußtsein, mit dem Führer, der deckenden Artillerie, dem Nachbarn und der fernen Heimat ver- bunben zu sein. Die Erinnerung an bie stolze Vergangenheit unb an bas große Erleben bes Krieges hat ben Waffenring zusammenaeschweiht, nicht nur um ber Erinnerung unb ber Vergangenheit, fonbern um ber Zu- lunft zu leben. Mehr als 8000 deutsche Männer im Lande haben sich gesammelt, um mitzuarbeiten an der nationalen Wiederauferstehung Deutschlands durch Hebung des Wehrgedanlens unb bes nationalen Stolzes Deutschlanbs, nicht allein zur Gleichberech- tigung, fonbern um ihm zu ber Stellung in ber Welt zu verhelfen, bie feinem großen unb tüchtigen Volle lebührt. Der Verein hat sich baneben zum Ziele ge- etzt Pflege ber fiamerab chaft, Beratung unb Fur- orge für bie beschäftigungslosen Mitglieber, Aus- rechterhaltung ber lameradschaftlichen Beziehungen zu ben nachrichtentechnischen Formationen Des Reichsheeres unb ber Marine, Veranstaltung von Vortrags- unb Unterljaltungsabenben. Alle ehemaligen Kameraden ber Telegraphen- unb Nachrichtentruppen bes Heeres, ber Marine, ber Schutztruppe, ber Reichswehr unb ber Schutzpolizei in Stabt unb Land teilt eure Adresse unb die be- lannter Kameraden an die bereit seit 25. Juni be- stehende Kadenach (Ortsgruppe Gießen), 1. Vorsitzender Christian Klotz, Gießen, Friedrichstr. 11, mit. Dort erhält jeder fiamerab bereitwilligst Aus- lunft. Giehencr Wochenmarktpreise. * Gießen, 8. Aug. Auf dem heutigen Wochen- martt lasteten: Landbutter, das Pfund 1,25 Mark, Kochbutter 1,— Mark, Matte 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 10, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rate Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römifchkohl 10, Bohnen (grüne) 10 bis 12, Bohnen (gelbe) 10 bis 15, Mischgemüse 10, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Rhabarber 8, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln (neue) 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Marl, Frühäpfel, bas Pfund 20 bis 30 Pst, Pfirsiche 30 bis 40, Himbeeren 25, Birnen 12 bis 25, Heidelbeeren 20, Johannisbeeren 12, Pflaumen 20, Mirabellen 20 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Eier (inländische) 8%, Blumenkohl 10 bis 40, Salatgurfen 10 bis 30, Einmachgurlen 1 bis 3, Endivien 5 bis 15 Pf. <'ornot,zen — Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abenteuer im Engadin". ef Große mffamsche Festwoche in Dillenburg. Zestzug und Zestspiel. — Gäste aus den Niederlanden. Dillenburg, 7. Aug. (WSN.) Die große nassauische Fe st woche anläßlich der 400. Wiederkehr des Geburtstags Wilhelms des Verschwiegenen, des Befreiers der Niederlande, der am 24. April 1533 das Licht der Welt erblickte, nahm am Samstag und Sonntag in der Geburtsstadt des großen Oraniers ihren Auftakt. Dillenburg war als mittelalterliche Feste rekon- struiert. Die alten Stadttore waren wieder auf- gerichtet worden und wurden von Landsknechten bewacht. Jeder, der die Stadt betreten wollte, mußte seinen Obolus entrichten. Am Samstagnachmittag wurde das historische Festspiel „W ilheln Prinz von O r a n i e n" auf der Freilichtbühne auf den Ruinen des historischen Schlosses unter der künstlerischen Leitung von Otto Fricke, Frankfurt a. M., zum 11. Male aufgeführt. Etwa 900 Personen, unter denen sich zahlreiche Niederländer befanden, wohnten der Aufführung bei. Abends fand im Kurhaus ein Empfang der Gäste statt, bei dem der Landesleiter für Volksaulklärung und Propaganda Oberregierungsrat Müller- Sch el d, Frankfurt a. M., die Grüße des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, sowie des Reichsstatthalters Sprenger übermittelte. ___________________ Für die holländischen Gäste sprach Baron van derchoop-Slochteren, der mitteilte, daß die Königin von Holland dem Geschäftsführer des Hauptausschusses der Dillenburger Dramenfeiern, Buchdruckereibesitzer Paul Weidenbach, in Würdigung seiner Verdienste um das Zustandekommen dieser Feier den Königlichen Hausorden verliehen hat. Bei herrlichem Sommerwetter herrschte am Sonntag ein Riesenverkehr in der Stadt. Zirka 25 000 Personen passierten die Tore der Stadt. Ein F e st g o t t e s d i e n st, dem auch Landesbischof D. Kortheuer beiwohnte und ein Grußwort sprach, eröffnete die feierlichen Veranstaltungen des Sonntags. Ihm schloß sich ein Festakt am Wilhelm-Gedächtnisturm an, bei dem wiederum Landespropagandaleiter Müller- Scheid das Wort ergriff. Wir Deutschen hätten zwar, so führte er u. a. aus, von den Taten des großen Oraniers am allerwenigsten gehabt, dennoch freuten wir uns, daß dieser ganze Kerl unserer Heimat entstammte. Müller-Scheld richtete in diesem Zusammenhang an die holländischen Gäste den dringenden Appell, gegen die Greuelpropa- ganda aufzutreten und in ihrem Lande ihre Erlebnisse in Deutschland wahrheitsgemäß zu schildern. Die Festrede, die vorwiegend von historischen Gesichtspunkten getragen war, hielt Studienrat Dr, Herdt, Frankfurt a. M. Um 12 Uhr setzte sich der große historische Festzug in Bewegung. Er stellte den E i n z u g d e s P r i n- zen Wilhelm von Oranten in Dillenburg am 7. Mai 1 567 unter der Ehreneskorte der in Dillenburg biwakierenden Fußknechte und Reisigen des Feldmarschalls Friedrich von Rolz- hausen dar. An einem Stadttor wurde der Prinz von Oranien von dem Bürgermeister willkommen geheißen und ihm der Ehrentrunk kredenzt. Nachdem die Truppen vor dem Prinzen paradiert hatten nahmen die Fürstlichkeiten das Mittagsmahl ein, während die Landsknechte und die Reisigen ihr Biwak bezogen. ..... - , . n Es entwickelte sich dann em h i st o r i j ch e s Lage r l e b e n in der Stadt, sogar em Pranger war errichtet, an dem Sünder als abschreckendes Beispiel öffentlich zur Schau gestellt wurden. Am Nachmittag wurde das Festspiel Wilhelm Prinz von Dranien unter großem Beifall aufgefuhrt. 1600 Zuschauer hatten sich eingefunden. Em Festkonzert beschloß den Tag. Am Mittwoch wird der historische Festzug wiederholt. Oie Oranienfeier in Siegen. Siegen, 7. Aug. (WSN.) Der heutige Festtag der Stadt Siegen aus Anlaß der 400. Wiederkehr des Geburtstages des Prinzen Wilhelm von Dräniert gestaltete sich zu einem bedeutungsvollen Ereignis. Zunächst wurden am Montagoormittag die zahlreichen Festgäste im großen Saale des Rathauses begrüßt. Dberbürgermeifter F i ß m e r hielt die Begrüßungsansprache. Zü einem besonders weihevollen Festakt gestaltete sich die Gedenkfeier vor der Fürstengruft. Ein herrliches Bild bot der Hof des unteren Schlosses, wo sich eine unübersehbare Menschenmenge in festlicher Erwartung lange vor Beginn der Feierstunde versammelte. An der Spitze des Zuges, den die SA.-Kapelle anführte, marschierte auch eine Abordnung der holländischen Faschisten mit ihrer Fahne. Museumsdirektor Dr. Kruse hielt die Festrede. Alsdann begaben sich unter den Klängen des Niederländischen Dankgebetes die Abordnungen zur Kranzniederlegung in die Fürstengruft. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Standartenführer Giesler brachte dann ein dreifaches Sieg- Heil! auf den Volkskanzler Adolf Hitler aus, in das die Menge einstimmte. Vor der Oiezer Oranienfeier. Diez, 7. Aug. (WSN.) Die Vorbereitungen zur Diezer Dranienfeier sind in vollem Gange. Schon jetzt treffen täglich neue Gäste in Diez ein. Die anwesenden Jugendlichen (Pfadfinder usw.) versammelten sich am Sonntagnachmittag vor dem niederländischen Vizekonsulat und brachten dem Drgani- sator der Dranierfeier, Bürgermeister i. R. und niederländischen Vizekonsul R. H e ck eine herzliche Doa- tion dar. Stark besucht ist die seit dem 15. Juli eröffnete Dranier-Gedächtnisausstellung im Schloß Dranienstein. Sie umfaßt viele wertvolle Erinnerungen an das große Fürstengeschlecht. An der Feier selbst werden viele hohe Gaste teilnehmen. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein. Gießen. Nordhausen-Niedersalza, den 8. August 1933. Die Einäscherung fand im Sinne des Entschlafenen in aller Stille 4994 .. statt. ■ -l - Am Donnerstag, dem 3. August, morgens 7% Uhr, starb plötzlich und unerwartet mein lieber, guter Mann, mein treubesorgter Vater, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Paul Seiffart im Alter von 53 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auguste Seiffart, geb. Schwarz Gerda Seiffart Mittwoch, den 9. August 1933, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Jleuen- w.g Nr. 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 5003D 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Bücherschrank, Schreibtische, 1 Vertiko, Spiegel, 1 Pia- nino, 1 Blüthner-Flügel, Sofas, Kleiderschränke, Warenschränke, 1 Kassenschrank, Schreibmaschinen, 1 Schuhmacher - Nähmaschine, 1 Nähmaschine, 1 Schnellwaage, 1 emaillierten Küchenherd, 2 Elektromotoren, 1 Elektromotor mit Typendrucker, 200 Mistbeetfenster, 70 Dosen Konserven, 1 Partie Eichenbretter (26 mm stark), 1 Personenkraftwagen (Wanderer-Schönau, 40 PS), 2 Delgernälde, 1 Partie Bücher: Werke von Schiller, Scheffel, Hebbel, Mörike, Kant, Wedekind, G. Freytag, v. Bülow, Gg. Dehio, Kemal Pascha, Arno Holz, Lassalle, B. Björrrson und andere mehr. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 svisrheLttihe Mittwoch früh eintrestend: ff. Schellfische o. K. Pfund 45 50 4 Pa. Kabeljau Pfund 30-35 4 FrischerGoldbarsch Pfund 30 4 Filets, Pf.60u.454 Notzungen,Pfd.604 Frische Bückinge Pfund 35 4 Neue deutsche Fettheringe, Stück 7 4 Pa. Holland. Boll- Heringe. v. Milch. Stück 7 Pf. ff. Mattes, St. 12 4 Neue^ssig-».Salzgurken, Slück 10 und 6—8 4 ff.neuesSauerkraut Pfd.22,5Pfd.954 MM ©runeroolö Bahnhofstraße 27 Fernspr. 3631. 04579 Beschluß. Heber das Vermögen des unter Pflegschaft stehenden Max Lhambre L, früher r. Lich, ieht in Kassel, Inhaber der Firma Ilianufattucroaren- und Bankgeschäft Earl Chambre in Lich, vertreten durch seinen Pfleger Rechtsanwalt Hans Kümmel in Lich, wird heute am 7. August 1933, vormittags 7 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet, da der Schuldner zahlungsunfähig geworden ist. 5002D Der Volkswirt R. D. V. Dr. jur. 6. E. Ruckelshaufen in Gießen wird zur Ver- trauensperfon bestellt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird bestimmt auf: Montag, den 4. September 1933 vormittags 9% Uhr vor dem hessischen Amtsgericht in Lich, Zimmer Nr. 1. Der Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens nebst feinen Anlagen ist auf unserer Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Lich, den 7. August 1933. Hessisches Amtsgericht. Das erfrischt und die Hühneraugen und die Hornhaut bekommen Angst, wenn Sie dem Wasser Drowe-Fußbadepulver Beutel 30 Pf. zusetzen u. für die lästigen Hühneraugen Drowe-Hühneraugenmittel 60 Pf. benutzen. Die bösen Fußschmerzen sind zu Ende, das Wandern macht bei diesem schönen Wetter noch mehr Freude. 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