m. 157 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 8. Zuli 1955 Erlchelnl tägltd), autzn Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Gietzener Familienblätter Heir^at im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen RM. l.9b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Stcinörudcrei K. Lange in Gießen. Sd)riftleitung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn. zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Wir alle wollen helfen! B e r I i n, 8. Juli. (IDIB. Funkspruch.) Kein Volk der Well führt einen so heroischen Kampf um die Neugestaltung oon Staat und Wirtschaft; kein anderes Volk hat härter.um Existenz und Zukunft zu ringen, als das deutsche. Die ungeheure Massen- not, das böse Erbe des liberalistischen Zeitalters, ist mit ueralteten politischen Methoden nicht zu überwinden. Die Waffen aus dem Arsenal überholter Wirtschaftspolitik sind längst stumpf und unbrauchbar geworden. Rur eine schöpferische Wirtschaftspolitik kann uns reifen! Jlur eine Politik kann heute Erfolge erzielen, die aufdieunuersiegten Quellen der volkskrafl jutütfgrelff und an die beste Tradition deutscher Geschichte anknüpft. And eine solche Wirtschaftspolitik wird heute geführt. Neue Waffen werden geschmiedet zum Kampfe gegen d i e Not, neue Maß- nahmen. ergriffen, um das deutsche Schicksal zu meistern. Die Parole der nationalsozialistischen Politik lautet: Durch Opfer zum Siege. Aus Ar- beilslofigkeil und Verzweiflung führt der weg aufwärts, wenn alle anparfen und keiner beiseite steht. Das ist der Sinn der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. Nicht Almosen werden gesammelt, Arbeit soll beschafft, neue Existenzen sollen gegründet werden. Aus freiem Antrieb soll jeder opfern: der Unternehmer, der Angestellte, der Handwerker, der Arbeiter und der Bauer. Jeder nach seinem Können. Niemand darf versagen. Das Volk ist eine Schick- falsgemeinschaft. wer anderen hilft, hilft sich selbst. Annahme st eilen der Spende: Finanzamt, Zollämter, hauplzollämter. Ueberroeifung an diese Annahmestellen durch: Post, Bank, Sparkasse ufro. Partei wird Staat. Mit der Auslösung des Zent rums und seines bayerischen Wurmfortsatzes sind auch die letzten Reste einer Parlamentshrrrschaft in Deutschland beseitigt. Der Zentrumsturm, der länger als ein halbes Jahrhundert hindurch für uneinnehmbar gegolten hatte, ist vom Sturm der nationalsozialistischen Revolution dem Erdboden gleich gemacht. Bald wird nichts mehr die Stelle bezeichnen, an der sich einst die stolzeste Säule des Parlamentarischen Systems in Deutschland erhob. Ri em and hat virtuoser diese vom Westen importierte politische Flöte zu spielen verstanden, niemand sich gewandter und erfolgreicher alle taktischen Vorteile, die das System der demokratischparlamentarischen Parteienherrschaft bot, zum rücksichtslosen Ausbau einer beherrschenden Stellung im von Koalitionen regierten Staat von Weimar ausgenuht. als die in allen Sätteln gerechten Herren vom Zentrum, das noch aus der Bismarckzcit her den Geschmack an Macht und politischem Einfluß her auf der Zunge hatte und in der wilhelminischen Aera bereits zu einem maßgebenden politischen Faktor geworden war. Die schwankenden Parteiverhältnisse der Republik erlaubten dem Zentrum, länger als ein Jahrzehnt hindurch vor oder hinter den Kulissen, mit Rechts oder mit Links oder als Stühe einer Minderheitsregierung der Mitte stets die ausschlaggebende Rolle zu spielen, immer das Zünglein an der Waage zu sein und dabei durch eine rücksichtslose Pei^onalpolitik namentlich in Preußen und den süddeutschen Ländern dafür zu sorgen, daß seine Parteiinteressen nicht zu kurz kamen. So erlaubten ihm seine religiös-konservativen Grundanschauungen doch die engste Koalition mit der Sozialdemokratie, die den Kampf gegen Religion und Kirche nicht nur auf ihre Parteifahne geschrieben hatte, sondern auch durch wohlwollende Duldung der Gottlosenbewegung besonders in Preußen an der moralischen Zersetzung unseres Volkes ihr gerüttelt Maß Schuld trägt. Das Zentrum hat daran feiten genug Anstoß genommen und sich gerne durch die Gewährung von Konkordaten beschwichtigen lassen. Daß mit dem Abschluß dieser Konkordate ihm selber als Partei und einer politischen Kampfgemeinschaft, die einst zur Wahrung der Rechte und Freiheiten der katholischen Kirche gegenüber dem protestantischen Kaisertum der Hohenzollem gegründet worden war, die natürliche Grundlage entzogen war, ist ihm niemals in den Sinn gekommen. Es hat versucht, seine Rolle als arDiter mundi weiter zu spielen, auch als im Rationalsozialismus Adolf Hitlers ihm aus dem Volke heraus ein Gegner erwuchs, der allen Koalitionslockungen beharrlich widerstand. Solange ein Zusammenkommen der jungen nationalsozialistischen Bewegung mit einem zu seinen religiös-konserva- vativen Traditionen zurückfindenden politischen Katholizismus, wie er Herrn von Papen vorschwebte, vielleicht denkbar gewesen wäre, widerstrebte dem der Zentrumskanzler Dr. Brüning. Er nahm an, die außenpolitische Stabilisierung, die er sich von der Fortführung seiner Gespräche mit England und Frankreich und als deren Ergebnis von der Beseitigung der Tribute und Erlangung der Wehrgleichheit versprach, werde der revolutionären Bewegung des Rationalsozialismus den Wind aus den Segeln nehmen. Aber seine Rechnung hatte ein Loch. Als dann das Zentrum unter Führung des Prälaten Kaas dem zwar aus seinen Reihen kommenden, aber von ihm nicht präsentierten Reichskanzler von Papen in sturer Kurzsichtigkeit und verletzter Eitelkeit ein Bein stellte, beging es von feinem Standpunkt aus Streit um die Tagesordnung in London. London, 7. Juli. (ERB.) Die öffentliche Sitzung des Unterausschusses für Geldwesen, dessen Ausgabe darin besteht, über die Sofortmaß- nahmen zum finanziell en Wieder- auf6au zu beraten, tagte unter dem Vorsitz des italienischen Finanzministers Jung;. Der Vorsitzende erklärte, der Zweck der Sitzung sei, zu beschließen, welche Fragen auf eine spätere Zeit warten könnten, damit die Konferenz die anderen mit mehr Rachdruck behandeln könne. Jung schlug vor, die sechs Punkte des Programms des Ausschusses reihenweise zu behandeln. Dagegen führte Reville Chamberlain aus, die sechs Punkte seien so eng miteinander verflochten, daß es unmöglich sei, sie einzeln zu prüfen. Er verlangte die Aufrechterhaltung des ganzen Programms und sagte, man könnte, wenn es sich als unmöglich erweisen würde, Einstimmigkeit zu erzielen, mindestens eine nützliche Maßnahme beschließen. Der französische Finanzminisle7 Bonnet bemerkte, er sei angesichts der gestrigen Entscheidung des Büros überrascht übet die Wendung, die die Diskussion jetzt nehme. Die französische Delegation sei der Ansicht, daß unter den obwaltenden Umständen die Konferenz vorläufig jede weitere Diskussion der monetären Fragen beiseite lassen sollte. Die französische Regierung sei dafür, nicht nur einen Zollwaffensiillsland, sondern au ch einen Waffenstillstand auf dem Währungsgebiet abzuschließen. Dies sei in der Tal die Ansicht der Sachverständigen gewesen, die die Tagesordnung für die Konferenz aufftellten. Frankreich halte an der Notwendigkeit eines Währungswaffen still st andes fest, dem England früher auch zugestimmi habe, während jetzt der englische Schahkanzler seine Meinung geändert zu haben scheine. 3n Frankreich und in anderen Ländern habe man d i e sauren Früchte der Inflation gekostet und wolle dieses Risiko nicht wieder laufen. Am Rachmittag wurde der rumänische Vorschlag, daß sich der Ausschuß aufdieBehand- I u n g der internationalen Verschuldung beschränken solle, von einer großen Anzahl europäischer Länder unterstützt, darunter Polen, Südslavien, Schweiz, Oesterreich, Tschechoslowakei und Spanien. Der deutsche Delegierte Dr. Berger führte aus, Deutschland habe seine eigenen Erfahrungen mit der Unstabilität der Währungen gemacht. Man werde daher verstehen, daß Deutschland den größten Werl auf eine schleunige Stabilisierung der Währungen lege. Die deutsche Delegation sei bereit, falls die Mehrheit der Delegierten glaube, daß unter den gegenwärtigen Umständen erfolgreiche Arbeit geleistet werden könne, die Zusammenarbeit auch ihrerseits zu unterstützen. Der amerikanische Senator Couzons erwiderte dem französischen Finanzminister, daß die amerikanische Stellungnahme mit großer Deutlichkeit in der Tagesordnung der Weltwirtschaftskonferenz fest- aelegt sei, in der auch auf d i e 30 Millionen Arbeitslosen jn der Welt hingewiesen wurde. Präsident Roosevelt versuche mit voller Zustimmung des amerikanischen Volkes eine Preishebung herbeizuführen und lasse sich von dieser Politik durch nichts abbringen. Es bestehe kein Grund, warum die Konferenz ihre ursprüngliche Aufgabe nicht ausführen sollte, wenn vielleicht auch andere Methoden zur Lösung der Probleme gewählt werden müßten. Das Hauptziel müsse die Behebung oder die Linderung der Arbeitslosigkeit fein. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die anderen Länder dem Beispiel Amerikas in der Hebung der Preise folgen würden. Die Engländer brachten einen Antrag ein, daß alle sechs Programmpunkte: Kreditpolitik, Preisbildung, Begrenzung der Währungsfchwan- fungen, Währungskontrolle, internationale Verschuldung und Wiederaufnahme des Verleihens von Geld erörtert werden sollten. Demgegenüber beantragte der Rumäne Madgoaru, daß nur die internationale Verschuldung weiterbesprochen werden solle, während die Erörterung über die anderen fünf Punkte vertagt werden müßte. Nach einer heftigen Aussprache, in der sich Frankreich hinter den rumänischen Antrag stellte, wurde der englische Antrag mit 25 gegen 15 Stimmen angenommen. Es stimmten gegen den englischen Vorschlag u. a. Deutschland, Frankreich, Belgien, Bulgarien, China, Litauen, Holland, Polen, Schweiz, Tschechoslowakei, die Türkei, Südafrika, Oesterreich. Rußland enthielt sich der Stimme. Unter den Ländern, bie für die englische Entschließung stimmten, befanden sich Argentinien, Kanada und die anderen Dominions, Amerika, Portugal, Japan, sowie die meisten süd- amerikanischen und mittelamerikanifchen Republiken, ferner Dänemark, Estland und Persien. Eine neue Botschaft Roosevelts in Aussicht. Washington, 8. Juli. (WTB.-Funkspruch.Z Präsident Roosevelt bereitete eine Botschaft vor, die für die amerikanische Delegation in London bestimmt ist und in der er ausführlicher fein Programm der Erhöhung der Weltmarktpreise barlegt, bas nach wie vor bas näch st liegende Ziel der Wellwirtschaftskonferenz fei. Oie pariser Konferenz der Goldländer Berlin, 8. Juli. (ERB.-Funkspruch.) Es hat den Anfchein, daß der Schwerpunkt der internationalen Wirtschaftsbesprechungen von London nach Paris verlegt werben soll, wo heu» die Notenbankleiter ber sogenannten Golblänber unter bem Vorsitz bes Gouverneurs ber. Bank von Frankreich zusammentreten, um über ein weiteres gemeinschaftliches Vorgehen in ber Währungsfrage zu beraten. Der Goldblock, dem außer Frankreich und feinen Verbündeten Italien, die Schweiz, Holland und Danzig angehören, will in enger Fühlung bleiben, um ein gutes Funktionieren des Goldstandards zu den gegenwärtig geltenden Paritäten zu sichern. Wichtige Mßnchinen der Aeichspoß zm Erleichterung und SerMliw des Verkehrs. Berlin, 7. Juli. (TU.) 3m Verwaltungsrat der Reichspost gab der Reichspostminister einen kurzen Tleberblick über die Verkehrs- und Finanzlage in den letzten Monaten, und es konnte in fast allen Verkehrszweigen eine gewisse über bas Saisonübliche hinausgehende konjunkturelle Belebung festgestellt werden. Allerdings war die Belebung fast durchweg auf den inländischen Vehrkehr beschränlt. Der Verkehr mit dem Ausland blieb infolge der bekannten Schwierigkeiten im zwischenstaatlichen Güteraustausch usw. weiter rückläufig. Anschließend nahm der Verwaltungsrat die für die Aenderung der Fernsprech- ordnung und der Postordnung gemachten Vorschläge an. Im einzelnen bringen die Vorlagen folgendes: Im Fernsprechverkehr fällt vom 10. Juli der bei der Einrichtung eines Fernsprechanschlus- ses zu zahlende Apparatsbeitrag von 50 Mark fort. Die Gebühr für die Heber tra- gung von Anschlüssen, die bisher 7,50 Mark betrug, wird auf 3 Mark herabgesetzt. Besonders von der Landbevölkerung wird es begrüßt werden, daß sich die Zuschlagsgebühr, die für Hauptanschlußleitungcn außerha'b des Fünf-Kilometer-Krcises der Vermittlungsstellen zu zahlen ist, vom 1. Oktober an für Anschlüsse für die bereits fünf Jahre lang die Zuschüsse entrichtet worden sind, um 40 v. H. ermäßigt. Außerdem sollen durch Ruhbarmachung der Selban- schlußtechnik kleinste Vermittlungsstellen eingerichtet und so über das Land verteilt werden, daß die Anschlußleitungen praktisch | nicht länger als fünf Kilometer werden. Die Zuschlagsgebühr für Unfall-Meldegesprä- ch e , die außerhalb der Dienststunden zur Her- beiholung von Hilfe bei Rotständen geführt werden, wird um 33 v. H. von 90 auf 60 Pfennig gesenkt. Die Aenderungen der Postordnung bringen zunächst einheitliche Höchst- und Mindestmaße für Postsendungen. Die Benutzung ber Drucksachengebühr für bestimmte Arten oon Druckfachenfenbungen würbe an bie gleichzeitige Auflieferung oon 20 vollkommen gleichen Stücken gebunben. Die Behanblung ber Wertbrief- unb Einschreibsendungen mit bqn Vermerk „eigenhändig" würbe neu gere gelt. Es werben herabgesetzt die Druckfachengebühr für Senbungen oon 20 bis 50 Gramm von 5 auf 4 Pf., bie Gebühr für Warenproben, Geschäfts- papiere unb Mischsenbungen bis 100 Gramm von 15 auf 8 Pf., bie Gebühren von Postwurffenbungen bis 20 Gramm von 2 auf \'A Pf. unb für Post- wurf- und Mischensenbungen von 5 Pf. auf 4 Pf. Der Zuschlag für sperrige Pakete von 100 auf 50 v. H. ber Paketgebühr. Enblich wurde der Zeitungsgebührentarif so gestaffelt, daß von 30 Gramm ab eine abgleitende Gebühr von Gramm zu Gramm vorgesehen ist. Dem Verwaltungsrat wurden Vorschläge über das Beschaffungsprogramm in Höhe von 76,6 Mill. Mart gemacht. Rach den eingehenden Erörterungen mit der Reichsbank ist eine Finanzierung geplant, die sich im allgemeinen an das Verfahren anlehncn wird, das vom Reich bei der Durchführung des Arb ilsbeschaffungsprogrammes beabsichtigt wird. 2m einzelnen sind zunächst in einen weiteren, nicht wieder gutzumachenden Fehler. Der Weimarer Parteienstaat, an dessen Wurzel einer der Seinen, der Reichskanzler Brüning mit der Ausweitung des Artikels 48 die Axt gelegt hatte, kam immer mehr ins Rutschen. Die Einigung zwischen Hugenberg und Hitler schob das bis dahin zum Funktionieren des Systems unentbehrliche Zentrum als quantite negligeablc beiseite. Unter dem Eindruck des 5. März stimmte das Zentrum für das Ermächtigungsgesetz und unterschrieb damit sein Todesurteil. Um sein Verschwinden ist jede Trauer unangebracht, dazu hat es in dem Jahrzehnt fast unumschränkter Machtfülle allzu skrupellose Selbstsucht bewiesen und durch feinen Pakt mit der Sozialdemokratie im nachnovemberlichen Deutschland erst ein System ermöglicht, das unser Volk politisch wie moralisch an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Im Augenblick, wo ein Reichskonlordat mit dem päpstlichen Stuhl vor dem Abschluß steht, ist auch der letzte Vorwand für die Aufrechterhaltung einer Partei entschwunden, die sich einst als politische Interessenvertretung der deutschen Katholilen ausgab. Wenn der Rekrolog für die ebenfalls in diesen Tagen der Selbstauslösung verfallene Deutsche V o l k s p a r t e i wesentlich freundlicher ausfallen kann, so dankt sie das einer Vergangenheit, in der sie, wie ihre Vorgängerin, die Rational- liberale Partei, einst Bismarcks Kerntruppe im Kamps um die Einigung des Reiches und später um die Festigung des Kaisergedankens war, nach dem Zusammenbruch, getreu dem übernommenen Erbe, gegen die Weimarer Bersassung gestimmt und im Kamps gegen das System der Weimarer Koalition mit den Deutschnationalen zusammen in vorderster Front gestanden hat. Strefemann führte sie bann in die vorderste Linie der Verantwortung für die Außenpolitik, die zwar die Befreiung der Rheinlands, aber auch den Dawes- und Poung-Plan brachte, Inner- politisch wurde zwar unter der Kanzlerschaft . Stresemanns durch entschlossenen Einsatz der Reichswehr das halbbolschewistische Regiment | Zeigner in Sachsen beseitigt, aber später wurde i unter dem Zwang der Außenpolitik die Volks- I Partei in Koalitionen eingespannt, die oft genug ihrer alten Grundlinie zuwider waren und sie in Konflikte brachte, aus denen sie nur unter großen Verlusten hervorgehen konnte. Die Wahlschlachten der letzten Jahre haben sie dann gänzlich ausgerieben. Wenn auch ihre freudige Bereitschaft zur Mitarbeit am neuen Staat ihrer Tradition entsprechend von vornherein seststand, so war es klar, daß nach dem Verschwinden zahlenmäßig weit größerer Parteigebilde auch für sie fein Raum mehr blieb. Der Volksparteiliche Pressedienst sagt zu der Auflösungsorder des Parteiführers: ..Das Fortbestehen einer einzelnen Partei würde unter solchen Umständen leicht zu Mißdeutungen führen, ihren Anhängern vielleicht den Vorwurf verstockter und eigenbrödlerischer Haltung dem Staate gegenüber eintragen. Das war nicht der Wille der Parteileitung, das liegt auch nicht in der Tradition der Deutschen Volkspartei." So banden die Erben der Rational- liberalen Partei das Fähnlein von der Stange, das einer wackeren Kämpferschar für Einheit und Freiheit des Reiches mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch voranslatterte. In der neuen Front wird auch sie unter der Führung Adolf Hitlers unbeirrt ihre Treue zum Reichsgedanken und ihren Willen zur Volksgemeinschaft unter Beweis stellen. Mit ber Beseitigung biefer letzten Reste bes alten Parteienstaates ist ber Totalitätsanspruch ber nationalsozialistischen Bewegung erfüllt. Die Nationalsozialistische Partei ist jetzt ber Staat geworben. Kein Geringerer als ber Führer persönlich bat in seinen Anweisungen an bieReichsstatthalter aus biefer überraschenb schnellen Entwicklung der letzten Wochen die notwendigen Forberungen gezogen. In überaus scharfen Formulierungen hat er sich gegen bie Anschauung gcwanbt, als ob bie Revolution cin Dauerzustanb werben könne, sie müsse vielmehr in bas sichere Bett ber Evolution hinubergeleitet werben. Von ber Umwälzung muß ber Schritt zur Entwicklung getan werben. Nachbern auch in ben beiben wirtschaftlichen Ministerien bes Reichs unb Preußens mit ben Ministern Darre unb Schmitt Vertrauensleute Abolf Hitlers unb Vertreter ber nationalsozialistischen Weltanschauung eingezogen sinb, gilt bas besonbers auch für bie burch mancherlei Eingriffe untergeorb« neter Organe vielfach beunruhigte Wirtschaft. Mit äußerster Schärfe roenbet sich nun ber Kanzler gegen bas Herumsuchen, ob noch irgend etwas zu revolutionieren fei, unb erklärt, baß es nicht darauf ankomme, möglichst viele Wirtschaftler abzufetzen und einzufperren, sondern Arbeit zu schaffen. Nur das Können dürfe in der Wirtschaft ausschlaggebend fein, denn die Wirtschaft sei ein lebendiger Organismus, den man nicht mit einem Schlage oer? wandeln könne. Deshalb dürfe auch die praktische Erfahrung nicht einer Idee zuliebe abgelehnt werden. Denn gerade aus bem Erreichen bes großen Ziels ber Arbeitsbeschaffung für einen bentbar großen Kreis deutscher Volksgenossen werde der zlutorität des nationalsozialistischen Staates die stärkste Kraft zuwachsen. Für diese wahrhaft goldenen Worte ist bie Wirtschaft bem Reichskanzler Dank schulbig. Der Auftrag bes Führers an bie Reichsstatthalter, bafür zu sorgen, baß bie Reichs- gewalt, also in ber Wirtschaft allein ber zustänbige Reichswirtschaftsrninister, überall ausschließlich bestimmt, gibt ben verantwortlichen Instanzen eine klare Marschroute unb der Wirtschaft die volle Sicherheit und das Vertrauen, sich ihrer großen Aufgabe ganz widmen zu können, die heute mehr denn je heißt: Arbeit und Werte schaffen und dadurch an ihrem Teil dazu beizutragen, daß unser Volk unter der Führung seines Reichskanzlers Adolf Hitler seinen Platz an der Sonne zurückerobert. Aussicht genommen für Beschaffung von Kraftfahrzeugen und Bahnpostwagen 5,5 Millionen, Tclegraphenwesen 1,3 Millionen, Fernsprechwesen 51,1 Millionen, Funkwesen 2,5 Millionen, Baugewerbe (Hochbahn) 15,5 Millionen, Geräte (Möbel usw.) 0,7 Millionen Mark. Vorerst keine Aktionen gegen Warenhäuser. Berlin, 7. Juli. (TU.) Der Stellvertreter des Führers gibt bekannt: Die Einstellung der NSDAP, zur „ W a r e n h a u s f r a g e " ist i in grundsätzlichen nach wie vor unverändert. Ihre Lösung wird zu geeigneter Zeit im Sinne des NS.- Programmes erfolgen. Im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaftslage hält die Parteileitung v o r - er st ein aktives Vorgehen mit dem Ziele, Warenhäuser und warenhausähnliche Betriebe zum Erliegen zu bringen, für nicht geboten. In einer Zeit, da die NS.-Regierung ihre Hauptaufgabe darin sieht, möglichst zahlreichen arbeitslosen Volksgenossen zu Arbeit und Brot zu verhelfen, darf die NS.-Be- wegung nicht dem entgegenwirken, indem sie Hunderttausenden von Arbeitern und Angestellten in den Warenhäusern und dem von ihnen abhängigen Betrieben die Arbeitsplätze nimmt. Den Mitgliedern der NSDAP, wird daher untersagt, bis auf weiteres irgendwelche Aktionen gegen Warenhäuser und warenhausähnliche Betriebe zu unternehmen. Andererseits ist es den Mitgliedern der NSDAP, verboten, für Warenhäuser zu werben. Berlin, 7. Juli 1933. gez. Rudolf Heß. Eine marxistische Aerzte-Zentrale in Berlin ausgehoben. Berlin, 7.3uIL (CAB.) Unter dem Namen „Beratungsstelle für Aerzte" hatte sich in Berlin eine Bereinigung marxistischer, kommunistischer und anarchistischer Aerzte aufgetan, von deren Bestehen nationalsozialistische Aerzte erst durch Zufall Kenntnis erhielten. Die nationalsozialistischen Aerzte erstatteten sofort Anzeige beim Geheimen Staatspolizeiamt, von dem aus sofort an alle SA.-Aerzte Berlins Ala^nbefehl erging. Heute um 6 Uhr versammelten sich sämtliche SA.-Aerzte im Geheimen Staatspolizeiamt, von wo aus eine sorgfältig vorbereitete Aktion gegen die marxistischen Geheimbündler ausging. Bund 30 marxistische Aerzte wurden verhaftet und zahlreiches Material beschlagnahmt. — Schon bei flüchtiger Durchsicht des beschlagnahmten Materials ergab sich, daß die „Beratungsstelle für Aerzte" ein staatsfeindliches Unternehmen darstellte, das in gewissem Sinne u. a. ein Mittelpunkt zur Berbreitung von Greuel- propaganda war. Wie die SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg mitteilt, war die Geheim- vrganisation „Beratungsstelle für Aerzte" inVer- bindung mit der jüdischen Gemeinde zu Berlin aufgezogen. Eine Vorwärts-Ausgabe auch in Kopenhagen. Kopenhagen, 7. Juli. (CAB.) Eine neue Ausgabe des „Vorwärts" wird jetzt auch in Dänemark herausgegeben. Gedruckt wird das Blatt in der Druckerei der Arbeiterpartei inSlagelse, einer kleinen dänischen Provinzstadt in der Nähe von Kopenhagen. Der Titel ist „Neuer Vorwärts, Sozialdemokratisches Wochenblat t“. Herausgeber ist Ernst Sattler, verantwortlicher Ne- dakteur Wenzel Horn, beide in Karlsbad in der Tschechoslowakei. Das Blatt enthält Artikel, deren offensichtlicher Zweck es ist, Deutschland zu verleumden. Beilegung des Konfliktszwischen Deutscher Studentenschaft und Kösener SE. Berlin,?. Juli. (TU.) Die Deutsche S t u- dentenschaft und der Kösener SC. - Verband teilen mit: Durch eine in Berlin in Anwesenheit von Herrn Dr. Scholz vom Verbindungsstab der NSDAP, zwischen dem Bundesführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes Dr.-Jng. Stäbel, dem Führer der Deutschen Studentenschaft Gerhard Krüger und dem Referenten Hederich in Anwesenheit des Bevollmächtigten der NSDAP., Landeshauptmann Otto einerseits und dem Führer der Kösener Korpsstudenten Dr. Blunk, Hamburg, und Rechtsanwalt B e r ch t o I d, München, andererseits stattgefundenen Besprechung wurden die bestehenden Mißverständnisse beseitigt und der daraus entstandene Konflikt b e i g e l e g t. Damit erledigen s i ch die in Veranlassung dieses Konfliktes gegenüber dem Kösener SC. getroffenen Maßnahmen. Kleine politische Nachrichten. Die Z e n t r u m s f r a 11 i o n des Hessischen Landtags hat ihre Auflösung beschlossen. Ein Verbindungsmann wurde beauftragt, Fühlung mit der nationalsozialistischen Fraktion aufrechtzuerhalten. Die früheren Mitglieder der Zentrumsfraktion sind zunächst parteilos, bis die Grundsätze über das Hospitieren bei der NSDAP.-Fraktion geklärt sind. • Aus Anlaß der Selbstauslösung der Zentrumspartei und damit der Beendigung des Weimarer Parteisystems ist dem Herrn Reichskanzler von dem Führer der auf dem Boden des Nationalsozialismus stehenden katholischen Vereinigung für Nationale Politik Oberregierungsrat Lossau das Bild „Hermann der Cherusker" überreicht worden. Dos Bild trägt die Widmung „Dem Einiger aller Deutschen". Die Reichsleitung der Volksrecht- Partei hat mit Rundschreiben vom 1. Iuli die freiwillige Selbstauslösung der Parteiorganisation erklärt und den Volksrecht-Kämpfern den Uebertritt zur NSDAP, empfohlen. * Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat verfügt, daß olle Studierenden an preußischen Hochschulen, die sich in den letzten Wochen nachweislich i m kommunistischen Sinne betätigt haben, auch ohne Mitglied der KPD. zu fein, mit sofortiger Wirkung von dem Universitätsstudium auszuschließen sind. Im zweiten Hippel-Prozeß wurde Generallandschaftsdirektor v. Hippel wegen Abhaltung von Bieten zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Von der Anklage des Betruges wurde er freigesprochen. Gert v. Hippel, der Sohn des Generallandschaftsdirektors, wurde f r e i gesprochen. Die Morgcnblätter geben eine Korrespondenzmeldung wieder, nach der auf Veranlassung des geheimen Staotspolizeiamtes der stellvertretende Führer der „Schwarzen Front", der Schriftsteller Herbert Blank und der Herausgeber der seit einiger Zeit verbotenen Zeitschrift „Schwarze Front", Brinkmann, verhaftet worden sind. Die „Tägliche Rundschau" ist auf Grund der Notverordnung zum Schutze von Volk und Staat auf die Dauer von drei Monaten verboten worden. Landgerichtsdirektor Block aus Altona, der im letzten Bombenlegerprozeß den Vorsitz geführt hat, wurde zum Präsidenten des zusammengelegten großen Amtsgerichts Berlin- Mitte ernannt, das nun das größte Amtsgericht Deutschlands ist. Die Regierungskommission des Saargebiets hat die „Köln. Zeitung" und die Südwestdeutsche Bauernzeitung (Erscheinungsort Walfischbach i. d. Pf.) unbefristet verboten. Der frühere Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ist zum britischen Botschafter amQuirinal in Rom ernannt worden. Am vergangenen Montag haben die Wahlen zum finnischen Reichstag stattgesunden. Dis jetzt lassen sich zwei Drittel der abgegebenen Stimmen übersehen. Danach scheint es, daß die Sozialdemokraten größere und die L i b e- ralen kleinere Gewinne auf Kosten der Konservativen erzielt haben. Aus aller Welt. Beisetzung der Token aus Zeche „General Blumenthal". Unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkerung der Stadt Recklinghausen und der Umgebung wurden die 12 Todesopfer des Explosionsunglücks auf Zeche „General Blumenthal" zu Grabe getragen, lieber 100 000 gaben den toten Bergknappen das letzte Geleit. Auf dem Zechenplatz, wo die Toten zwischen Grün und Palmen aufgebahrt waren, rief der Leiter des Jbernia-Schachts, Oberbergrat von Velsen, den Toten ein letztes Glückauf zu. Unter dem Geläut sämtlicher Glocken der Stadt setzte sich dann der Leichenzug zum Friedhof in Bewegung, wo im Auftrage des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler der Reichs- Iugendführer Baldur von Schirach sprach. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden nahm die Feier ihr Ende. Zwei Bergleute tödlich verunglückt. Schon wieder haben zwei Bergknappen den Tod gefunden. Am Freitagvormittag wurde in Recklinghausen der 48 Jahre alte Bergknappe August Kaiser durch plötzlich hereinbrechendes Gestein auf der Stelle getötet, der 28jährige Bergmann Stanislaus K e d z i k erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Röhm und Hühnlein kommen nach Koblenz. Aus Anlaß des gewaltigen Kraftfahrtreffens der Motor-SA. und des NSKK. am kommenden Sonntag in Koblenz werden der Stabschef der SA., Röhm, und der Chef des Kraftfahrwe- lens der SA., Obergruppenführer Hühnlein, auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Koblenz den Vorbeimarsch abnehmen. An der Veranstaltung werden teilnehmen die Oberstaffeln Hessen-Nassau- Nord, Hessen-Nassau-Süd, Hessen-Darmstadt und Koblenz-Trier. Riesige Waldbrände in Schweden. 3n Schweden herrscht seit einigen Tagen tropische Hitze, besonders auch in den nördlichen Teilen des Landes. 3n Lappland und Rorrbotten sind riesige Waldbrände ausgebrochen. Bei Murjek stehen über 203 000 Morgen Wald in Flammen. Millionenwerte sind vernichtet. Mehrere Militärabteilungen sind zur Hilfeleistung eingesetzt worden. Der Tod in den Bergen. Zwei Bäckergesellen, die einen Ausflug auf den Ningberg bei Tegernsee unternahmen, sanden etwa 50 Meter unterhalb des Gipfels eine männliche uni) eine weibliche Leiche, die etwa 120 Meter voneinander entfernt lagen. Es handelt sich um das Oberpoftinspektorehepaar Rudolf uno Mathilde Wolf aus Ludwigshafen. Der Mann stand im 56., die Frau im 49. Lebensjahr. Das Ehepaar hatte sich in Rottach in Ferienaufenthalt befunden. Wahrscheinlich sind die beiden infolge eines Fehltritts ab- gestürzt. Sie hatten schwere innere Verletzungen, Knochen- und Genickbrüche erlitten. Ein 20jähriger Innsbrucker Handelsakademiker, der seit dem 4. Juli von einem Ausflug auf die Nock-Spitze abgängig war, ist am Nordabhang des Berges tot aufgefunden worden. Er war beim Blumensuchen über eine 25 Meter hohe Felswand gestürzt. Der 31jährige Betriebsleiter der Wiener Gaswerke, Alfred Vogl hatte den Bettelwurf bei Hall bestiegen. Dabei hatte er ein Schneebrett losgetreten und war mit diesem bis 400 Meter unterhalb des Gipfels tödlich a b g e st ü r z t. Die Leichen der beiden wurden bereits geborgen. Am Lifengrat-Säntis bei Appenzell stürzte ein holländischer Tourist tödlich ab. Er hatte mit einem anderen Holländer auf dem Säntis übernachtet, und beide wollten die Wanderung Lisen- grat-Säntis-Altmann unternehmen. Da beim Ausbruch dichter Nebel herrschte, wurde ihnen von der Tour abgeraten. Aber trotz dieser Mahnung begaben sie sich auf den Weg. An einer abschüssigen Stelle am ßifengrat glitt der eine Tourist aus und stürzte ab. Er war auf der Stelle tot. Der Ueber- lebenbe kehrte nach dem Säntis-Gasthaus zurück und alarmierte die Bergwacht, die die Leiche zu Tal schaffte. Die Personalien des Toten konnten noch nicht ermittelt werden. Umfangreiche Betrügereien eines früheren Restaurators der staatlichen Gemäldegalerie. 3m vorigen 3ahre wurden anläßlich eines Zivilprozesses schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen ersten Restaurator der staatlichen Gemäldegalerie in Berlin, Professor Alois Hauser, erhoben, die auch in der Presse erörtert wurden. Im Zusammenhang hiermit wurde ein Strafverfahren gegen Professor Hauser eingeleitet, das schließlich Zur Eröffnung der Voruntersuchung wegen B e - trug es führte. Es bestand der dringende Verdacht, daß Hauser in gewinnsüchtiger Absicht falsche Gutachten über ihm oorgelegte Gemälde ausgestellt hatte. Im Laufe der Voruntersuchung hat sich herausgestellt, daß Hauser wahrschemlich Hunderte von bewußt unrichtigen Gutachten im Laufe der letzten Jahre erstattet hat. Bilder, die auf Auktionen häufig für wenige hundert Markt erstanden wurden, sind mit Hilfe der Hauserschen Gutachten als alte Meisterwerke, u. a. als Gemälde von Rembrandt, Rubens usw., in ganz Deutschland und darüber hinaus für phantastische Preise verkauft worden. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht III hat mehrere der Händler, die Gemälde mit Hauserschen Gutachten verkauften, in Haft genommen. Im Laufe der Untersuchung hat sich auch der dringende Verdacht ergeben, daß gefälschte Gutachten von Geheimrat Wilhelm von Bode und dem bekannten verstorbenen holländischen Kunstsachverständigen Hofsteede de Groot in den Handel gebracht worden sind. Schwere Strafe für einen Kindesräuber. 3n Barnstaple (Massachusfets) verhängte der Gerichtshof eine drakonische Strafe über einen Kindesräuber. Angeklagt war Kanneth Buck, der im Mai ein kleines Mädchen, die zehnjährige Margaret M c M a t h, entführt hatte, um von den Eltern ein Löfegeld zu erpressen. Der Angeklagte wurde zu 25 3ahren Zuchthaus verurteilt. Letzte Ehrung für Marga von Etzdorf in Hamburg. Die sterblichen Lieberreste der deutschen Fliegerin Marga v. Etzdorf, die am Mittwoch mit dem Levante-Dampfer „Thessalia" im Hamburger Hafen eingetroffen waren, wurden nach Berlin übergeführt. Bevor der Sarg auf den Kraftwagen gehoben wurde, fand in einem großen Kaischuppen eine Trauer - und Gedenk stunde statt, an der Angehörige, Freunde und Fliegerkameraden der Verstorbenen teilgenommen haben. Der wette Raum war mit Flaggen und Blumen geschmückt. SA. hielt die Ehrenwache. Ein Vertreter des Deutschen Luftsportverbands sprach Worte deS Gedenkens und ließ noch einmal den Werdegang und die fliegerischen Leistungen der tapferen Sportfliegerin an den Anwesenden vorüberziehen. Während der Trauerfeier kreuzten Sportflugzeuge mit schwarzen Wimpeln tief über dem Hafen und entboten der toten Fliegerin den letzten Gruß der Stadt Hamburg. Wellftieger Mattern in Sibirien gefunden? Ein russischer Funkspruch aus Nowostbirsk teilt mit, daß ein russischer Dampfer, der den Fluß Jnde- girka in Ostsibirien befährt, auf ein Flugzeug unbekannter Nationalität gestoßen sei, das von dem Kapitän des Schiffes später als die Maschine des verschollenen amerikanischen Weltfliegers Mattern festgestellt worden sei. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Auf Veranlassung der sowjetrussischen Regierung sind sowrt zwei russische Flieger gestartet, um festzustelleü, ob es sich tatsächlich um Mattern handele. In Moskau ist man zunächst noch skeptisch, weil der Fluß Jndegirka nicht auf dem Wege liegt, den Mattern auf seinem Flug nach der Behringsee einschlagen wollte. Nach einer anderen Meldung aus Moskau befindet sich Mattern, von dem man seit vier Wochen keine Nachricht mehr erhalten hatte, vollkommen gesund in Anadirschutka in Sibirien. lieber das Schicksal des Weltfliegers Mattern wird weiter bekannt, daß Mattern infolge einer Motorpanne etwa 80 Meilen vom Golf von Anadyr (Kamtschatka) entfernt, in einem Wüstengebiete, not- landen mußte. Durch sowietrussifche Küstenwächter, die ihn auffanden, wurde ihm die erste Hilfeleistung zuteil. Um seinen Flug fortsetzen zu können, muß Mattern seine Maschine mit einem neuen Motor ausstatten. Aus der Provinzialhauptstadt. Goldene Tage. In dem Wort „Ferien", dessen Wirklichkeit nun bald heranrückt, sind unzählige Welten eingeschlossen, spannen Himmel ihre Sonnenzelte über jugendlicher Sehnsucht nach Freie und Weite, nach Helle und Wärme. Denn dem Geschlecht unserer Tage weht Gottes Odem frischer durch die Brust, als noch vor einer Generation, der die Natur von allerlei hygienischen, pädagogischen und sonstigen Hindernissen und Warnungstafeln umstellt war. Während die damals die Natur größtenteils nur homöovathisch und in abgewogener Dosierung genossen, reden die Heutigen Fraktur mit ihr. Dieses Duzverhältnis,' das schon der Däumling mit der Allmutter als Selbstverständlichkeit betrachtet, führt man sich in den Ferien nach allen Regeln gewandelter gesundheitlicher Richtlinien weidlich zu Körper und zu Gemüt. Weil die Wechselwirkungen zwischen beiden erst die Vollwertigkeit eines gesunden Menschen ausmachen. Ferien! Tausende von Toren sind weit aufgeschla- gen, und hinter ihnen dehnt sich das Schlaraffenland des süßen Nichtstuns. Selbst die modernsten Schulräume sind Folterkammern, weil sie Zeit und persönliche Neigungen einengen. Nun sind diese Fesseln gefallen, der Uhrzeiger tritt außer Kraft, und an feiner Stelle übernimmt lediglich der Magen die Zeitzeichen, die Eltern werden in jedem Fall zu Tnrannen, die Sonne hat striktes Streikverbot, wenigstens theoretisch, weil Regen und Ferien sich wie Feuer und Wasser vertragen, zu dem keine einzige Ferienfreude werden soll, kurz: der Himmel hat voller Zupfgeigen zu hängen! Ferien! Frohe Wanderfahrten künden von der Schönheit der näheren Heimat und der deutschen Lande in immer neuen Motiven und Bildern. Das Schauen weitet nicht bloß den Blick, es läßt auch in der jungen Seele die Saiten erklingen, die das Lied der Erde mit der ewigen Melodie verwebt, sowohl das Geheimnis der Sternennächte, als auch der reifenden Saaten ist. Ferien sollen ein Gesundbrunnen, keine Rekordangelegenheit sein. Wenn in einem gesunden Körper auch ein lebenstauglicher Sinn stecken soll, dann darf das Maß alles Tuns nur weife Mäßigung fein, wobei für den einen gut fein mag, was dem anderen zum Nachteil ausschlägt. Ferien! Goldene Tage! Sonnensegel flattern auf der Fahrt in den Ozean des Lebens. Glückliche Reise und frohe Zeit! K. I. G. Oie Staatspreffestelle umgezogen. Die Staatspressestelle der Hessischen Regierung in Darmstadt befindet sich von jetzt ab n i ch t m e h r im Staatsministerium Neckar st raße, sondern im Ministerium am Adolf-Hitler-Platz, erster Stock. Polizeibericht. 3n der Nacht zum 7. 3uli wurde in der Pestalozzischule eingebrochen. Der Täter, der nach den Spuren zu urteilen, Gummischuhe trug, entfernte von einem Kellerfenster den dort angebrachten Rost, schlug eine Scheibe ein und stieg in die Kellerräume. Nach dem Erbrechen von zwei Türen kam er in die Vorräume zu den Klassenzimmern. 3n diesen Zimmern, die nicht verschlossen waren, öffnete er acht Schränke gewaltsam und entwendete etwa 15 Mark Bargeld. Die polizeilichen Ermittelungen sind eingeleitet. Am 6. 3uli wurde hier ein 1 4 j ä h r i g e r 3unge fe st genommen, der während der Fahrt von Frankfurt nach Gießen mehrere Schüsse aus einer Schreckfchuß-Pistole aus dem Zuge heraus abgegeben hatte. Beim Verhör stellte sich heraus, daß er in Frankfurt auf den Tennisplätzen am Palmengarten einer Spielerin aus dem auf einer Dank liegenden Mantel 19 Mark entwendet hatte. Von diesem Gelde kaufte er sich die Schreckschußpistole, ein Seitengewehr, außerdem verschiedene andere Kleinigkeiten. Gleichzeitig bestritt er von dem Gelde die Reise nach Gießen. Auf Anordnung des Fürsorgeamts Frankfurt wurde der 3unge gestern in das Erziehungsheim Schloß Dehrn bei Limburg verbracht. Oer Rauchwaren-/Lebens- und Genußmittelverkauf nach Ladenschluß. Die Hessische Polizeidirektion Gießen teilt mit: Ein Verkauf von Rauchwaren und sonstigen Lebens- und Genuhmitteln außerhalb der Ladenschlußzeit und an Sonn- und Festtagen ist in den Gast- und Schankwirtschaften und insbesondere auch bei den Wasserhäuschen nur an Gäste gestattet, die tatsächlich auch in den Räumen zur Befriedigung ihrer momentanen Bedürfnisse verweilen. Waren und namentlich auch Rauchwaren, die nicht der s o f o r t i g e n Befriedigung dienen, sondern zum Mitnehmen bestimmt sind, dürfen innerhalb dieser Sperrzeit nicht verabreicht werden. Auch dem vielfach geübten Unfug, daß Gäste sich von einem Wirt, der zugleich Metzger ist, Fleischwaren nach der üblichen Verkaufszeit und an Sonntagen zum Mitnehmen erstehen, wird für die Folge mit aller Strenge entgegengetreten. Dieses Verbot erstreckt sich nicht auf die freigegebenen Verkaufsstunden an Sonntagen in den Verkaufsbuden bezüglich des Verkaufs von Obst, Südfrüchten, Schokolade- und Zuckerwaren an Passanten in kleinen Mengen. An Wochentagen haben die nichtkonzessionierten Verkaufsbuden um 19 Uhr jeden Verkauf einzustellen. Die Polizeibeamten sind auf schärfste Durchführung dieser Vorschriften hingewiesen und hoben Weisung, gegen jeden Zuwiderhandelnden unnachsichtlich Strafanzeige vorzulegen. Katastrophenhilfsdienst im Bereich der Standarte 116. Auch in Hessen hat sich, wie uns von der Standarte 116 mitgeteilt wird, der sogenannte Ka - tastrophendie n ft gebildet, der ein enges Zusammenarbeiten zwischen den technischen Formationen der SA. und den Gemeinden bezweckt, um im Falle einer Gefahr, die Leben und Eigentum der Bewohner bedroht, als Helfer einzufpringen. Diese Formationen sollen, wie in der Mittwochausgabe schon betont wurde, die ehemaligen Pioniertruppen ersehen. Auch in Gießen hat sich innerhalb der SA. ein Katastrophenhilfsdienst gebildet, dem die technischen Stürme angegliedert sind. Wir bitten alle, die irgendetwas beisteuern können, das zu tun, und zwar benötigen wir dringend: Spaten, Aexte, Klauenbeile, Draht, Kabeldraht, alte noch brauchbare Telefonapparate, Blinklampen, Dindestricke, Taue, Klammern, Vorschlaghämmer, Stangen, Bohlen, Bretter und Fahrzeuge Die deutschen Volksgenossen in Gießen und Umgegend werden gebeten, sich mit Assessor R e u s ch- li n g, Truppführer beim Stab der Standarte 116, Gießen, Astcrweg 50 (Telephon 2129), in Verbindung zu sehen, oder auf dem Standartenbureau (Kreisamt Gießen) zwecks Abholung der Materialien vorzusprechen. 3eder, der in der Lage ist, hier zu helfen, bedenke, daß er eine vaterländische Pflicht erfüllt, wenn er eine Sache unterstützt, die für die Allgemeinheit arbeitet. Oer Seefischgenuß im Sommer. Dem Reichsseefischausschuß gelang es in den letzten Jahren in 21 befanntgeroorbenen Fällen angeblicher Fleischvergiftung festzustellen, daß es sich dabei in keinem Falle um eine Fischvergiftung, sondern um andere Erkrankungs-Ursachen handelte. Vergiftungen durch Fisch sind auf drei Arten möglich: Einmal kann es sich um Fische handeln, die, ähnlich den Giftpilzen, an sich giftig sind. Solche Fische kommen in Deutschland und auf den von deutschen Fahrzeugen befischten Gründe überhaupt nicht vor. Die zweite Möglichkeit besteht darin, daß Fische während des Lebens krankmachende Bakterien durch Verseuchung von Flüssen, Bächen und Teichen in sich ausgenommen haben. Dies kann gelegentlich einmal bei Süß- und Brackwasserftschen gutreffen, macht sich aber dann meist durch ein allgemeines Fischsterben in den betreffenden Gewässern bemerkbar. Zum dritten können krank- machende Bakterien nachträglich, d. h. in der Zeit vom Fischfang bis zum Kochtopf, in die Fische hineingelangen, genau wie dies bei anderen Nahrungsmitteln möglich ist. Sauberkeit im Betriebe auf der einen Seite und der gesetzlich Schutz, der eine Kontrolluntersuchung nach dieser Richtung für alle Personen fordert, die im Lebensmittelgewerbe tätig sind, werden diese Uebertragungsmoglichkeit leicht und weitgehend eindämmen. Beim Verzehr von Fischkonserven ist darauf zu achten, daß sich in der Büchse keine gasbildenden Bakterien entwickelt haben, die wie bei jeder Art von Konservenvergiftung, den Deckel der Büchse a?r irgendeiner Stelle stark bucklig auftreiben. Fisch- konferven soll man besonders an heißen Tagen nicht in angebrochenen Dosen aufbewahren. Es ist für sofortigen restlosen Verzehr zu sorgen, oder die Fische sind auf einen Teller zu legen, der, am besten mit einem Drahtnetz bedeckt, an kühlem Orte aufbewahrt wird. Wer also Seefische, Süßwasserfische und Fischkonserven nur aus hygienisch einwandfreier Quelle kauft, für sofortige Zubereitung in sauberen Gefäßen, fowie für möglichst restlosen Verzehr am gleichen Tage sorgt, der kann jederzeit und soll auch im Sommer unbesorgt Fische essen. toiefoener Wochcnmarktprcise. * Gießen, 8. 3uli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Landbutter 1,20 Mark das Pfund, Kochbutter 1 Mk.; Matte 25 Pfennig, Käse (das Stück) 4 bis 10, Wirsing, gelb und grün 10 bis 12, Rotkraut 20, Gelbe Rüben (das Bündel) 8 bis 10, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15, Römischköhl 10, Bohnen, grün 30 bis 45, Spar- gel 20 bis 40, Erbsen 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 35 bis 48, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 40, Kartoffeln, alte 3, neue 5 bis 6 Pf-rsiche 40 bis 45, Himbeeren 30 bis 40, Walderdbeeren 60, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 28, Stachelbeeren 15 bis 20. Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 28 bis 35, Pflaumen 35, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, 50 bis 60 Pf. das Stück, Eier, inländische 8'/r, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Cinmach- gurken 6, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen 5 bis 10 Pf. das Bündel, Kartoffeln 2,80 bis 3 Mark der Zentner. Bornotizcn. — Tageskalender fürSamstag: Kurz- lchriftverein o. 1861, m. Damenabteilung e. 23., 20.30 Uhr, Ksufm. Vereinshaus: außerordentliche Haupt- Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was wissen denn Männer '. — — Tageskalender fürSonntag: Volkshochschule: Heimatkundlicher Ausflug, Abfahrt 8.28 Uhr. — Gesellschaft Liebigmuseum e. 23., im Hör- saal des Liebigmuseums, 10.30 Uhr: Jahresversammlung. — Gießener Rudergesellschaft 1877: 28. Gießener Ruder-Regatta, Dorrennen 8 Uhr, Hauptrennen 14.30. — Evangelischer Bund, 20 Uhr, im Cafö Leib: Vortragsabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was wissen denn Männer." — — Abendspaziergang zum Schiffen- berg. Das prächtige Sommerwetter, das nun seit einigen Tagen Einzug gehalten hat, wird auch heute und am morgigen Sonntag einen Teil unserer Einwohnerschaft wieder in die prächtige Umgebung der Stadt hinauslocken. Sicherlich wird der Schisfenberg auch jetzt wieder das Ziel vieler Spaziergänger sein, die nicht nur am Nachmittag, sondern auch am Abend und in hellem Mondschein zur alten Burg wandern werden. Auf die heutige Anzeige, in der besonders zum Besuch des Schiffenbergs eingeladen wird, sei hingewiesen. — Konzert- und Walzerabend im Flughafen - Restaurant. 2lm morgigen Sonntag findet im Flughafen ein Gartenkonzert statt, das von der Kapelle Seih ausgeführt wird. Ein Walzerabend soll außerdem die tanzfreudige Jugend ve^inigen. Das Flughafen - Restaurant wird illuminiert sein. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. — DerKampfbundderdeutschen Architekten und Ingenieure, der dem Kampfbund für deutsche Kultur, Ortsgruppe Gießen angeschlossen ist, veranstaltet am Dienstag, 11. Juli, im Cafe Ebel (Burggraben) eine Mitgliederversammlung, zu der neben den Mitgliedern auch Gäste, die sich für die Ziele des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure interessieren, eingeladen sind. * ** Das Gießener Bataillon fährt nach Altengrabow. Nachdem die Maschinengewehrkompagnie bereits vor einigen Tagen zum Truppenübungsplatz Altengrabow abrückte, folgen nunmehr auch die drei Schützenkompagnien. Die Mannschaften verlassen am morgigen Sonntag gegen 23.45 Uhr die Kaserne, marschieren mit Musik durch einige Straßen der Stadt zur großen Verladestraße am Bahnhof, um 1.48 Uhr von Gießen abzufahren. Bekanntlich verläßt das Bataillon zum Zweck einer größeren Hebung im Regimentsverband, die auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow bei Magdeburg stattfindet, für etwa 3 Wochen die Garnison. ** Unfall a u f der Landstraße. Am Abzweig der Straßen Lollar—Staufenberg und Lollar —Marburg in unmittelbarer Nähe von Lollar ereignete sich gestern vormittag ein Verkehrsunfall. Frau Maria Zecher von Staufenberg, die in Rich- turn Lollar fuhr, geriet mit ihrem Fahrrad gegen einen Kraftwagen, der von Lollar kam und stürzte dabei so schwer, daß sie eine Gehirnerschütterung erlitt und durch die herbeigerufene freiwillige Sanitätskolonne von Gießen nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte. Das Befinden der bedauernswerten Frau tft den Umständen entsprechend leidlich. Die Ursache des Unfalls ist nicht völlig geklärt. ** Hauptversammlung des Tierschuhoereins für Hessen. Der Tierschutzverein für Hessen feiert in diesem Jahre sein bOjähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier, verbunden mit der Hauptversammlung, muh aus wichtigen Gründen auf den 16. Juli 1933 verschoben werden. Sie findet in Darmstadt in der Turnhalle am Woogsplatz um 11 Uhr statt. Zu der von musikalischen Darbietungen umrahmten Feier, bei der der neue Vorsitzende des Vereins, Ministerialrat Ringshausen und Herr Oberreallehrer Frank sprechen werden, sind alle Mitglieder -bes Vereins, sowie alle Freunde des Tierschutzvereins freundlichst eingeladen. ** Die Museen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag in der Zeit von 11 bis 13 Ahr geöffnet. ** Spende für d i e nationale Arbeit. Die Belegschaft der Tonwerke Abendstern zeichnete bei der gestrigen Lohnzahlung den Betrag von 100,30 Mark für die nationale Arbeit. ** Verbilligung der Kraftwagenversicherungen. Auf Veranlassung des Reichsverkehrsministeriums ist ein neuer Tarif für die Haftpflichtversicherung aufgestellt worden, der mit dem 1. Juli d. I. in Kraft getreten ist. Danach ist als Jahresprämie jetzt zu zahlen: für ein Kraftrad bis 200 ccm 30 Mark, über 200 ccm 45 Mark (bisher 36 und 60 Mark), für einen mittleren Personenwagen 120 Mark (bisher 180 Mark). Auch die Sähe für die Kaskoversicherung sind herabgesetzt worden. Kundgebung für die hungenidenRußlanddeuWen 3m Zeichen der Volksgemeinschaft. 1,5 Millionen Deutsche dem Geschick des russischen Reiches verfallen seien. Allenthalben gellten jetzt die Hilferufe von der Wolga, von der Ukraine, von Sibirien herüber zu den deutschen Freunden und jeder Brief schildere die Not in ihrer ganzen unbestechlichen Härte. Was seien nun die Ursachen dieser Not? Erstens sei es die R e ch t l o s i g k e i t der d e u t - schen Minderheiten in Rußland. Die Deutschen seien die Ausgestoßenen, die von ihren Landsitzen Vertriebenen, die Umherirrenden, denen in der Fremde Haus und Hof genommen worden sei und die aller Willkür und Gewalt überantwortet seien. Viele seien Gefangene, zusammengepfercht in Erdhöhlen und Hütten, allen Unbilden der Witterung in Rußland ausgesetzt. Der zweite Grund des Elends der Deutschen m Rußland und der Russen selbst sei das Wirt- lchaftssystem in der Sowjet-Union, d i e Planwirtschaft. Jeder Bauer müsse einen großen Teil feiner Produktion dem Staate zur 23er- siigung stellen und mit Haus und Hof für das ver- langte Quantum haften. Wer das Quantum nicht geben könne, verliere Haus und Hof oder werde ver- haftet und nach Sibirien geschickt. Der dritte Grund der deutschen Rot tn Rußland sei der Versuch des Staates, das deutsche Wesen, das als Fremdkörper betrachtet werde und in seiner Art beunruhige, aus- z u s ch a l t e n. Das Deutschtum werde deshalb als Fremdkörper in der Sowjet-Anion empfunden, weil der Deutsche an seinem Daterlande, an seiner Art, an seiner Religion festhalte, so wie er es immer getan habe. Aber immer sei der Deutsche in Rußland ein guter Staatsbürger gewesen, er habe seine Pflicht getan, obwohl er am Vaterlande festhielt und aus ihm immer wieder seine Kraft bezog. Dem Kommunisnius habe sich das Deutschtum verschließen müssen und so seien die Der R e i ch s a u s s ch u ß „Brüder in Rot!" hatte in Verbindung mit dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland auch für unsere Stadt zu einer großen Kundgebung aufgefordert und eingeladen, in der die Not der Rußlanddeutschen eindringlich vor Augen gestellt werden sollte. Die Kundgebung, die zu einem Bekenntnis für das Deutschtum in seiner Gesamtheit werden sollte, sah Tausende von Teilnehmern in der Volkshalle versammelt. Derl Abend verlief außerordentlich eindrucksvoll, er mag manchem das Gewissen geschärft haben, er mag insbesondere der Jugend die Bedeutung unserer Volkheit für uns und unsere Brüder im Ausland tiefer zum Bewußtsein gebracht haben. SS. und SA. waren in geschlossenen Zügen zur Vvlkshalle marschiert; die Hitler-Jugend und das Jungvolk, die NS.-Frauenschaft und der Bund deutscher Mädchen waren geschlossen erschienen, die Mitglieder des VDA. und alle jene, die sich mit der Sache des Auslanddeutschtums verbunden fühlten, nahmen regsten Anteil. Die Schuljugend fast aller Klassen und aller Anstalten war nahezu vollzählig erschienen, um hier von jenen Dingen zu hören, die Deutschlands Zukunft bedeuten. Hitler-Jugend und Jungvolk, der Bund deutscher Mädchen und die Jugendbünde, die in der nationalsozialistischen Jugend vereinigt sind, zogen mit Pauken und Fanfaren auf, der Spielmannszug und die Kapelle der Standarte 116 leiteten die Kundgebung mit Märschen ein, während einige Sturmfahnen, von der Menge mit erhobener Hand begrüßt, in die Dolkshalle gebracht wurden. Fahnen- und Wimpelträger stellten sich vor der Bühnenrampe auf und gaben damit der Kundgebung den würdigen äußeren Rahmen. Die Volkshalle selbst war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Menge folgte mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen der Redner. Prof. Or. Mayer-Gießen hielt die Begrüßungsansprache. Deutsche Menschen sterben den Hungertod! Deutsches Volkstum ist in Not! — so begann der Redner seine einleitenden Worte. Der gute Besuch der Kundgebung zeuge davon, daß sich das deutsche Volk allen seinen Brüdern verbunden fühle. Sicherlich seien viele im Saale, die durch enge Blutsbande mit den hungernden Deutschen in Rußland verbunden seien. Denn gerade Hessen seien es gewesen, die vor 170 Jahren dem Rus nach dem Osten folgten, auswanderten in die russischen Steppen, um dort sich anzusiedeln und sich ihr Brot zu schaffen. Sie seien hinausgezogen, um draußen Kulturarbeit zu leisten, und zwar so viel, wie sonst kein anderes Volk auf der Welt Kulturarbeit geleistet habe. Ls fei ein Unglück, daß Deutschland nie die Geschlossenheit in den Kolonien gefunden habe, die die Ausgewanderten vor dem Schicksal der Minderheiten hatte bewahren können. Wenn wir heute dem Auslandsdeutschtum helfen, würden wir uns selbst helfen. Es sei unabwendbare Pflicht, den Ausländsdeutschen beizuspringen in Not und Gefahr und ihnen ein Scherflein des Dankes abzustatten. In ernster Besinnung solle ihrer gedacht werden an diesem Abend, ihnen solle unsere Liebe zugewandt sein, sie alle, die draußen auf schwerem Po- sten stehen, sollten wissen, daß wir uns ihnen schick- salsverbunden fühlten bis in den Tod. Der Redner . dankte zum Schluß allen jenen Organisationen, die sich in Den Dienst der guten Sache stellten und die Kundgebung ausgeftalten helfen. Sodann sprach Pfarrer Siruckmeyer-Frankfuri. Um die Wende des 17. Jahrhunderts sei es gewesen, so führte der Redner u. a. aus, daß Peter der Große sein Reich zu einer Großmacht in Europa ausbauen wollte. Er habe es aber gewußt, daß er es aus eigenen Kräften und auch aus den Kräften feines Volkes nicht könne. Deutsche Menschen mußten es sein, die ihm das Reich ausbauen helfen sollten. So habe ein Zug der Deutschen nach dem Osten eingesetzt, sie wurden von ihm in das Land gezogen, sie sollten das Land kultivieren und sie taten es. Katharina II. habe das Werk fortgesetzt, sie warb deutsche Bauern und führte sie in die russischen Steppen, in die Krim, in den Kaukasus, an die Wolga, nach Südrußland, wo bald blühende Dörfer entstanden und Kolonien geschaffen wurden, die den Wert des Landes und den Wohlstand der Bevölkerung hoben. Das alles sei geschaffen worden aus den überreichen äußeren und noch mehr aus der Fülle inneren Wertes heraus, die der deutsche Bauer mitgebrachl habe. Deutsches Streben und deutscher Geist habe sich übertragen auch auf die russische Bevölkerung. So sei es noch im 19. Jahrhundert gewesen, Rußland und seine Machthaber verkannten den Wert der deutschen Kolonisation nicht. Die kolonisierten Flä- chen wurden zu Getreidekammern Rußlands. Aber in der Folgezeit habe sich das Verhältnis Deutschlands zu Rußland verschlechtert. Die Auswirkungen dessen seien den deutschen Siedlern nur zu sehr bewußt geworden. Heute stehe man vor der Tatsache, daß Gegensätze vertieft worden. Deutsches Menschentum sei so allen Anfeindungen anheimgefallen. And nun sei es so weit, daß tausende von Briefen aus den Händen verzweifelnder deutscher Menschen zu den Freunden in das Vaterland gelangten, Briefe, aus denen eine so unvorstellbare Rot spreche, daß wir sie bei aller Rot in unserem Vaterlande nicht ermessen könnten. Ls fehle das Brot, es fehle Fleisch, das Dich fei längst geschlachtet, Dörfer stünden leer, die Menschen verhungerten zu Tausenden, und das Massengrab sei dos allgemeine Lnde. Riemand in den Hungergebieten könne die Grenze erreichen, um sich in das Vaterland zu retten, — die Kräfte reichten längst nicht aus. So stehe es um das Schicksal deutscher Brüder und Schwestern in Rußland! Wir aber müßten einzustehen versuchen, damit sie nicht alle schmählich zu Grunde gingen. Es müßten aber nicht nur Lebensmittelpakete und Geld geschickt werden, sondern den Kämpfenden müsse auch gezeigt werden, daß Brücken bestehen zwischen uns u n d i h n e n. Es müsse ein tSaat geschaffen werden, der hinauswirle zu den Deutschen im Ausland und der dem erwachten deutschen Volke wieder jene Stellung in der Welt verschaffe, die ihm gebühre. Die Jugend besonders müsse diesen Staat bauen und festigen Helsen und deshalb wiederhole er den Ruf an die Jugend „Deutschland erwache!". Als zweiter Redner sprach Kreisschulrat Or. Henß Noch selten sei die Ganzheit des deutschen Volkes so zum Ausdruck gekommen, wie heute, da es gelte, den Rußlanddeutschen zu helfen. Die große Volksgemeinschaft fühle sich den Notleidenden und allen die im Ausland als deutsche Menschen leben und kämpfen auf das Engste verbunden. So sei es in Deutschland stets gewesen: im Augenblicke der Not finde sich das deutsche Volk immer wieder, im Zorne würden Kräfte wach, die sonst verborgen in der Nation schlummerten. Das habe sich 1914 gezeigt, das habe man am Tage von Potsdam erlebt, wo ein freudiges Erzittern die Volksseele durchweht habe, das erweise sich heute, wo die deutsche Volksseele angesichts der Nöte der Deutschen in Rußland im Schmerz erzittere. Heute stehe Mutter Germania hinter den Bedrohten in Rußland. Immer wieder müsse man sich vor Augen halten, daß der Kampf der Ausländsdeutschen kein Kampf nur für sie selbst fei, sondern ein Kampf für das Deutschtum überhaupt. Deutschlands Erhebung gehe ja auch vom Auslandsdeutschtum aus. Der Volkskanzler habe es ja selbst genugsam erlebt; er kenne dos Schicksal und die tiefe Kraft der Liebe der Ausländsdeutschen für das Vaterland. Nur wer außerhalb der Grenzen (eben müsse, erfühle ganz den Wert des Vaterlandes. Wir wollten den deutschen Staat schaffen und ihn zur Heimat eines jeden Deutschen machen. Die deutschen Brüder müßten heimkehren können in ein Großdeutschland. Man verzichte auf ihrer keinen. Das Minderheitenrecht, so wie es bisher bestehe, müsse völlig umgewandelt werden. Es dürfe nicht von formaldemokratischen Gedankengängen bestimmt sein. Das Wesen des Volkstums sei ja in ihm nicht berücksichtigt. Das Minderheitenrecht, so wie es heute bestehe, steile nichts organisches dar.'Es müsse ersetzt werden durch das Prinzip der Artbestimmtheit. Nach dem Volkstum müsse sich die Neuordnung in Europa vollziehen. Line erzwungene Ausgleichung an ein fremdes Volkstum werde von uns abgelehnt. Es müsse den deutschen Minderheiten das Recht auf nationale Selbstverwaltung verschosst werden. Es müsse zur Zusammeniassung aller zusammengehörigen Volksgruppen kommen. eines fotal-na nachlassenöer § Opposition. Der Milit leon starb r bchvpsers, in bequemte sich Verfassung an im Tribunal gekehrten Ko Napoleon ha mit einer Ä 3ch habe die zu erringen, Grenzen ni zu regieren, reicht bessl sührbar ersch lreie Dahlen der Presse .. wenn das Dr ich sie ihm sch anerkannt.' 2 pokeon l. den l-3uni die tannt wurden, Cröentl., fleißiges Küchen-Mädchen für sos. ges. [04148 Hotel Köhler, Horst-Wessel-W. 34 Zuverläss., ehrliches Mädchen das alle Hausarb. versteht u. kochen kann, ges. 04161 Kevlerstraße 91. Weg. Erkrankg. des ietz. ro. f. sofort für kl. Haush. nicht un- erfahr., gutgesinnt., arbeitsfreud., jung. Mädchen halbtags gesucht. Schriftl. Ang. unt. 04163 a. d. Gß. Az. Zwei 5- Zinnn.-Wohn. mit Zubeh., eotl. m. Garage am Haus, zum 1. Ctts. oerm. Auskunft: Baubüro H. W. R inn, Hitlerwall 12. 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Diese neuen Verbände waren zunächst als Gruppenindividualismus und fachliche Heu» bildungen Abwehrverbände gegenüber dem wirtschaftlichen und politischen Spiel der freien Kräfte, das in Wirklichkeit zur Verzerrung der Demokratie und zur Herrschaft einiger weniger Höchstkapitalisten führte. Der aus diesem Ka p i t a l i s- mus entwachsene Gegensatz war der Marxismus in seiner theoretisch-klassenkämpferischen Haltung. Zwischen beiden zerbrach der liberale Mensch. Als sich Wirtschaftsgruppen bildeten, muhten sie entweder' mit den vorhandenen Mächten paktieren, also Querverbindungen durch die Parteien zu bilden versuchen, oder ganz naturgesehlich das ständische Prinzip dem des Parteienstaates entgegenstemmen. Die Erkenntnis dieser Notwendigkeit wurde erst durch die nationale deutsche Revolution Gemeingut, damit der Begriff des Staates ohne Parteien und ohne Teilung der Regierungsgewalt. Mit dieser neuen Staatsidee schwand die Grundlage der in sich verschiedenen politischen Betätigung des Staatsbürgers. Aber wenn auch der Konservative vom Standesbegriff alter Art, der Marxismus von der Klasse, der Liberale vom Individuum aus den Staat formen wollte; Kant ihn aus der Vernunft, Leibniz aus dem Wohlwollen, H o b b e s aus dem Selbsterhaltungsprinzip herleitete, so wollten doch alle Parteien und Staatsphilosophen den Vertragscharakter des Staates, eine äkebereinkunft des Einzelnen und ihm zur Sicherung der Unverletzbarkeit seines Eigentums und der mit Regierungsgewalten eingegangenen Verträge. Der Staat war nicht Ergebnis göttlichen Willens, sondern die Staatsgewalt Beauftragte des Volkes. Irgendwie hab:n auch konservative Mächte und Regierungen diesen Kompromihcharakter gewollt. Als R o p o l e o n III. sich zum Präsidenten Frankreichs wählen lieh, benutzte er die V o l k s- souveränität, um als Diktator und später als Kaiser sich als Mandatar der Ration zu sichern, und ganz folgerichtig beschränkte er die Macht der Parlamente auf ein Richts, die Regierungsparteien waren schliehlich in ihren Vertretern von der Regierung ernannt, ohne irgendwelche Kontroll- oder Mitbestimmungsgewalt. Erst nach 1865 bildeten sich oppositionelle Gruppen, denen schliehlich diese Rekonstruktion eines total-napoleonischen Staates erlag. Mit nachlassender Kraft der Zentralgewalt wächst die Opposition. Der Militär st aat des er st en Rapo- I e o n starb mit der ersten Abdankung seines Schöpfers; in den hundert Tagen vor Waterloo bequemte sich Bonaparte, eine liberalisierende Verfassung anzuerkennen, Benjamin Constant, der im Tribunal sich zunächst gegen den zurück- gekehrten Kaiser ausgesprochen, berichtete später, Rapoleon habe zu ihm gesagt: „Ist es möglich, mit einer Verfassung zu regieren, gut so . Ich habe die Weltherrschaft gewollt und um sie zu erringen, habe ich eine Gewalt ohne Grenzen nötig gehabt... Hin Frankreich allein zu regieren, ist eine Verfassung vielleicht besser. Sehen Sie zu, was Ihnen ausführbar erscheint. Oeffentliche Verhandlungen, freie Wahlen, verantwortliche Minister, Freiheit der Presse - •. Ich bin der Mann des Volkes; wenn das Volk wirklich die Freiheit will, so bin ich sie ihm schuldig. Ich habe seine Souveränität anerkannt." Am 22. April 1815 unterschrieb Rapoleon I. den Versassungsentwurf, aber als am l.Juni die Ergebnisse der Volksabstimmung bekannt wurden, sah Rapoleon, dah nach der Alleinherrschaft, dem totalen Militärstaat, der die alten Stände vernichtet hatte und neben der Schaffung eines freien Kleinbauernstandes die Bourgeoisie züchtete, ein Dertragszustand unmö g - l i ch war. Vor elf Iahren hatten ihn dreieinhalb Millionen Franzosen zum Kaiser erwählt. Jetzt stimmte kaum eine Million für den konstitutionellen Monarchen Rapoleon, dessen Stern bald darauf bei Waterloo erlosch. Beide Versuche, einen totalen Staat herzu- stellen, scheiterten aber wesentlich auch n n d e n innerpolitischen Spannungen. Die Reubildung französischer Stände erfolgte nach radikaler Ausmerzung der alten Privilegien dcs Adels und der Geistlichkeit lediglich aus militärischen Gesichtspunkten, der Versuch Rapoleons III. geschah, als das Bürgertum und die Arbeiterschaft, aber auch der französische Bauer neue Organisationsformen gefunden hatten. Zunächst waren alle für ihn. Pariser Arbeiter wählten, müde des p:irlam.'ntarisch-demokrat schen Marcs- mus, Louis Rapoleon genau so wie die Bauernschaft und das Bürgertum. Erst als seine Zentralgewalt sich immer stärker bureaukratisierte, kam es zu neuen Parteibildungen und die sehr späte Konzession an den Liberalen Oliver, der dann in den Krieg gegen Deutschland rutschte, konnte den Reunapoleonismus nicht mehr retten. Seitdem ist die politische Entwicklung Frankreichs erstarrt. Anders die deutsche. Die Freiheitskriege führten zur Auflösung des alten Ständestaates, der in Preußen durch die Krone wenigstens in feinen Erscheinungsformen gemildert wurde. Die Bauernbefreiung und die Eingliederung des Bürgertums geschah zunächst aus dem Prinzip der unumschränkten individuellen Freiheit. Die Freiheit der Binnenwanderung trieb die Massen in die Städte, weil die staatlich ungebundene Industrie gewaltige Arbeitermassen brauchte. In dieser Frühperiooe der kapitalistischen Entwicklung waren Unternehmer und Arbeiter, aber auch die Bauern, noch nicht durch soziale Distanzen getrennt. Der Bauer wählte liberal, die Verfechter des konservativen, des Prinzips der alten Stände (Privilegierung von Adel und Geistlichkeit, beschränkte Teilnahme des Bürger» und Bauerntums an der Verwaltung) blieben zumeist im Hinter» treffen, mit Ausnahme von Preußen. Wie stark die Reste des alten Ständestaates sich noch bemerkbar machten, erwies sich 1848, als die erste gesamtdeutsche Rotionalbewegung in Frankfurt staatliche Formen suchte. Damals lagen der Nationalversammlung zahllose Petitionen aus bäuerlichen Kreisen vor, die u. a. die Abschaffung folgender Lasten verlangten: Frongelder, Zehnte, Trifftzinsen, Zinshllhner, Martinsgänse, Schutzgelder, Wachgelder, Nährungs- oder Hand- werksgelder, Jagdgelder, cholzhaugelder, Gunstgelder, Stuhlzinsen, Herrenzins, Michaelzins, Weinzins, Wasserzins, Mühlzins, Bienenzins, Laudemien (Be- fitzwechselabgaben), Beutelgelder (Abgaben bei der Berheiratung der Tochter des Bauern). Diese Feudallasten sind dann gefallen, aber politisch und wirt- » bildete der Bauernstand nach jahrtausende- lusschaltung eine besondere Gruppe erst nach der Capriviära, also um die Jahrhundertwende. Bis dahin suchte er parteipolitisch das Heil bei anderen Gruppen und Ständen. Aber diese selbst organisierten ihre konservativen oder liberalen Gruppen eigentlich erst seit 1848. Zu- nächst führte dieliberaleBewegunamitder zunehmenden Industrialisierung, also der Struktur- änderung innerhalb des Bürgertums selbst, zu verschiedenen Parteigruppen, die später als National- liberale bzw. Fortschrittliche verschiedenster Schattierungen sich betätigten. Um 1870 herum entstand der Marxismus als Parteiorganisation, nicht als Stand, während nach dem Zusammenbruch der Chartistenbewegung zwischen 1833 und 1840 die britische Arbeiterschaft politisch resignierte und sich rein wirtschaftliche Formen (Gewerkschaften, Genossen- schaftsbewegung) suchte. Fast gleichzeitig trat das Zentrum als politische Schutztruppe der katholischen Kirche auf. Aber daß diese Parteibildungen durchaus wirtschaftlich orientiert waren, erwies sich in der fast gleichzeitig einsetzenden Verbandsbewegung, also der Wende zu kollektivistischen Formen. Während die Jndustriearbeiterschaft sich gewerkschaftlich organisierte, formierten sich die Jndu- strieverbände, so 1871 der Verein zur Wahrung der gemeinschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch von 1875 kamen die Schutzzollvereine, zunächst nur in der Schwerindustrie (Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustireller 1874, Zentralverband), seit 1880 kam die dritte Epoche, die der Syndikate, Kartells, und während der Hochkonjunktur von 1895 bis 1900 wurde der Aufschwung der Gewerkschaftsbewegung mit seiner Flutwelle von Lohnbewegungen durch die Schaffung der Arbeitgebervereine ergänzt. Für jeden Zweck suchte man außerhalb der bestehenden Parteien eine neue Organisation. Der Kampf zwischen Jndustrieunternehmer und Arbeiter in kollektivistischen Formen wurde ergänzt durch die Errichtung von Handwerks- und Handelskammern, Arbeitskammern und schließlich auch von Landwirtschaftskammern. Während die Parteien noch immer — wie die Weimarer Verfassung — behaupteten, der Staatsbürger sei der unbeeinflußte Wähler der Abgeordneten und diese selbst „Vertreter des ganzen Volkes... nur ihrem Gewissen unterworfen und an Aufträge nicht gebunden" (Art. 21 d. W. V.) stand dieser Ideologie aus dem Zeitalter des Individualismus die Tatsache schroff gegenüber, daß die neue Gesellschaftsgruppierung z u einer neuen Vergesellschaftung führte, die schließlich auch die Angestelltenverbände und die Freiberufler umfaßte. Das biologische Gesetz der größeren Lebensgemeinschaften siegte über das liberale Prinzip, den Einzelnen zum Mittelpunkt der Welt, zum Vertragspartner der Staatsgewalt zu niachen. Diese Umwertung aller Werte ließ das alte Naturrecht, die Bedeutung des Individuums in der Philosophie und Weltanschauung, aber auch in den Verbänden und Parteien sinken. Der Deutsche war, während die Weimaraner den hoffnungslosen Versuch einer Wiederbelebung des liberal-demokratischen Staates mit den Ideen aus dem Beginn dieser Wirtschaftsentwicklung unternahmen, längst Der- bandsmensch geworden. Die neuen Stände zeichneten sich ab, die Landwirtschaft wurde eine gesonderte politische und ökonomische Macht. Die Parteien wurden wieder Parlamentarismus, Objekt rein materialistischer Kämpfe von Wirtschaftsverbänden. Da aber keine M u a n s a (Ostafrika), Iuni 1933. Ostafrika hat nach einem treffenden geographi» schen Ausdruck eine Küste und eine Gegenküste. Die Küste liegt am Indischen Ozean, die Gegenküste an den großen Seen. Der Ausdruck „große" Seen ist wörtlich zu verstehen, denn der Tanganyika-See würde, nach Deutschland verseht, von Bremen bis'zum Bodensee reichen, wenn auch nur als ein verhältnismäßig schmaler Graben, etwa so breit wie von München bis Augsburg, und die Wasserfläche dcs.Vik- toria-Sees würde ganz Bayern bedecken. Bleiben wir eine Weile beim größten, dem Viktoria-See, an dem ich mich eben aufhalte. Der Engländer Speke entdeckte ihn 1858. In den 70er Iahren besuchte ihn Stanley. Durch den Sansibar-Helgoland-Vertrag von 1890 wurde die Südhälfte des Sees Deutschland zugeteilt, die Rordhälfte England. Am Anfang des laufenden Iahrhunderts bauten die Engländer die Uganda-Bahn. Sie begann in Mombasa am Indischen Ozean und endete am Seegestade. Ihr Zweck war doppelt- Sie sollte die Länder am oberen Ril für England sicher zugänglich machen, auch wenn es mit Aegyten Schwierigkeiten gab, und sie sollte aus Uganda, dem dichtbevölkerten Eingeborenenlande am Rordufer des Sees, ein großes Produktionsgebiet für Baumwolle machen. Uganda ist, wirtschaftlich und bevölkerungspolitisch gesprochen, eine der Perlen des schwarzen Erdteils. Ein kräftiges Volk und kräftige Herrscher wehrten sich hier — etwas Unerhörtes für Innerafrika — mit Erfolg gegen die arabischen Sklavenjäger. Kein Araber kam nach Uganda. Als Stanley den blutigen Tyrannen M t e s a in seiner Hauptstadt Kampala besuchte, wäre sein Leben trotz der vielen Gewehre, die seine Expedition mitführte, keinen Strohhalm wert ge- Gruppe jemals Aussicht hatte, die Staatsführung in die Hand zu bekommen, die marxistische Theorie, aus den Klaffenkämpfcn heraus werde die sozialistische Gesellschaftsform geboren, wissenschaftlich und evolutionistisch falsch war, kam zum fruchtlosen Parteien- und Derbandsstreit die Unfähigkeit, aus solchen Interessen heraus den Staat zu führen. Die Menschen lebten nicht mehr, wie Herder meinte, in einer politischen Wüste, sondern in einer durch ihre Berbands- interessen bestimmten Welt. Als Angehörige eines Verbandes hatten sie eine bestimmte Lebensstim- mung und ein neues gesellschaftliches Bewußtsein, aber ein Neubau, also eine Zusammenfassung aller Stände und ihrer Neuorganisation wurde verhindert durch die in den Parteien vertretenen Uederrcste einer individualistischen Auffassung, die längst ebenso wie die alten Parteiformen und der Verbandsgegensatz von der Gesellschaft selbst ein durch die Entwicklung überwundenes historisches Gebilde war. Im ohnmächtigen Staat mit seinen Parteikämp- fen und der Energievergeudung feindlicher Inter- essenhaufen mußte das nationale und gesellschaftliche Bewußtsein schließlich zu der Erkenntnis reifen, daß ein neues nationales Werden und ein neuer Staat völlig auf die geschichtlich überholten Formen zu ver- zichten habe, daß also mit dem Versinken des indi- vidualistischen Zeitalters auch dessen Prägungen wie Parlamentarismus, politischer Vertragszustand, Parteieinfluß, zu verschwinden hätten. Der totale Staat kennt diese Formen nicht, sondern nur d i e berufsständische Gliederung, die sich nach den Lehren der Entwicklung allerdings anders aufbaut als sie im früheren Ständestaat angebracht war. Dieser Aufbau von unten war unmöglich ohne Befehlsgewalt von oben, aber als sie vorhanden war zeigte sich, daß das Vertrauen von unten sich ergänzte durch die Gewalt von oben, alfo die staatliche Neuordnung sich in Bahnen vollzog, die die Entwicklung längst zeigte, aber von den alten wirtschaftlichen und politischen Gewalten gemieden worden sind. Daher das stille Versinken der alten Parteien, die reibungslose Einfügung und Umformung der Verbände in den neuen Staatsbau. wesen, wenn Mtesa ein Gelüst nach dem Blut des weihen Mannes bekommen hätte. Es tarn ihm nicht daraus an, wenn er glaubte, daß sein Vater im Traum Blut von ihm verlangt hatte, einige Tausend seiner Untertanen schlachten und ihr Blut in eine Opfergrube laufen zu lassen. Carl Peters kam auf seiner Emin-Pascha» Expedition, 1889/90, nach Uganda und schloß mit Mtesas Rachsolger Mwanga einen Freund» schaftsvertrag für das Deutsche Reich, ohne zu toiffen, daß die deutsche Regierung schon auf Uganda zugunsten Englands verzichtet hatte. 1893 wurde die englische Flagge in Kampala ge» hißt, und nach einigen Iahren mußte Mwanga wegen seiner wahnsinnigen Grausamkeit nach den Seychellen-Inseln in die Verbannung. Heute ist Mtesas Enkel Chwadaudi getaufter Christ, englisch erzogen, nominell noch Kabaka oder Sultan von Uganda, tatsächlich ganz in der Hand des englischen Gouverneurs, der mib einem zahllosen Beamtenheer in der luxuriösen, nur von Beamten und einigen Missionaren bewohnten Villenstadt Entebbe, unmittelbar am Viktoria-See, residiert. Aus den sieben Hügeln von Kampala, eine kleine Autostunde landeinwärts, thronen jetzt eine katholische und eine protestantische Missionskathedrale, das Palais des Kabaka, das Grab Mtesas in Gestalt einer mächtigen Eingeborenenhütte alten Stils, die Ruinen des ersten britischen Forts, eine drahtlose Station und das Wohnviertel der Europäer. „Iung- Uganba“ fährt Fahrrad und Automobil, spricht englisch, zieht ein Dinnerjacket an, wenn es ein Essen beim Gouverneur gibt, findet, daß die Europäer in Afrika absolut überflüssig sind und daß der Gipfel moderner Bildung — „freie Liebe" heißt. Die dazugehörige Philosophie wird verständnisvoll akzeptiert. Im übrigen ist die Rund um den Viktoria-See. Don Dr. Paul Rohrbach. Aber dann kommt der Decksteward und ist milde wie der Mond und gleitend wie ein Hindu und bändigt deinen lautlosen Tobsuchtsanfall und windelt dich, o milde Kinderfrau, in wollne Decken und spricht mit dir und gewohnt dich zurück zu sanften Sitten, nur das teuerste der Bande kann er nicht knüpfen, den Trieb zum Vaterlande. Irgendwo sind irgendwelche unerreichbar tückische Küsten. Festland, irgendwo Kap £i» nifterre — Finis terrae, das heißt das Ende der Erde, Ende der Welt. Oben auf seiner Kommandobrücke steht der Kapitän, dieser sanfte, blaue Bär, steht da, ist nicht »u sprechen. Unterhaltung mit dem Wagenführer verboten; er läßt fuf) in aller Gemütlichkeit einen Auf dem Wasser zu singen. Don Dorothea Hofer-Oernburg. Das Barometer steigt und die Stimmung steigt und die Wellen steigen auch. Und der musikalische Hirtenknabensteward lockt vergebens zum Frühstück und vergebens zum Lunch, und die Abteilung Navigation veranlaßt zum Diner taftDoUer- weise Kurswechsel, damit wir bei Tisch nicht schlingern und trudeln, sondern nur trudeln und schlingern. Die Biskaya, sagen sie, sei besser als ihr Ruf. Wenn dies schon „besser" ist, dann mochte ich ihren Ruf nicht fermen. O Mammut der Verzweiflung, Meerl O, großes, graues Elendster, Meve. . .1 Schaum vor dem aufgerissenen Maul! Kann denn hier keiner die Brandung etwas trimmen! Wo ist die Rotbremse, der Rotausgang, wo! Raus, ich ... will ... raus! Reu und Leid ... Reu und Leid! Wo es so viel Festland gibt ...! O Gott, und es brüllt ... wie es brüllt, wahnsinnig gewordenes Tigervieh, wie es mit enormen Flankenschlägen uns in die Hüften springt! Wir wanken so, alles wankt. Wir zittern so, zum Zerbrechen und Zerbersten zittern wir! Raus ... ich will raus! Kaffee auf einem nassen Badetuch auf der Erde servieren und quirlt das Meer ... quirlt ... quirlt...! In meiner Kabine hocken die Chrisanthemen entsetzt und verschüchtert hinter dem angebundenen Stuhl auf der Erde, eine Gruppe gelber Pekinesen, und fürchten sich. Seit heute morgen sind die Tropen eröffnet. Vor der Kabinentür des Ersten hängen zwei grüngestrichene, heimatliche Blumenkästen mit Feigenkaktusbabys. Im übrigen rast die See und will ihr Opfer haben. Ich sehne mich nach himmelblauer Oelfarbel Die See hat ihre Schrecken verloren. Keine Oel- farbe das noch immer nicht; aber kurze kräftige Brise weiße Kämme auf blihblankblau gescheuertem' Meer und nachts ein Vollmond, schwer vom eigenen Licht über der Mitte eines Silbersees, der das ewige Gewässer milde zerteilt in Gestern und Heute und die dunkelblanke Ewigkeit gütig in Hüben und Drüben. Ienseits dehnt sich atmend, hoffnungslos und herrlich, wie am ersten Tag. Das Schiff wälzt seinen großen, grauen Del» phinleib leise betrunken in Gischt, der es zärtlich umsaust und, ein Brautschleier aus Mechelner Spitzen, kostbar und unvergänglich um seine Flanken flattert in diese vnyxschwarze See. Alle Mann Schnaps empfangen! Unkraut vergeht nicht, aber Windstärke zehn vergeht. — So eine richtige Seekrankheit ist etwas Großartiges, wenn sie vorbei ist. Reinigt Herz und Magen. Wir sitzen an Bootsdeck im Badeanzug in der Sonne. Links um die Ecke Afrika. Aus seinem Kabinenastloch kommt das portugiesische Eichhörnchen und schnuppert in der Luft. 3a, es läßt sich wieder leben, wenn auch nur vorsichtig. Kommen Sie näher, junger Mann. Es ist noch ganz jung. Seine braunen Augen sind überzogen mit einem erstaunten, bläulichen Schimmer. Wir lernen allerlei. Den feineren Unterschied zwischen den Lachmöven und den Bootsleuten hab ich wieder vergessen, aber „Dösköppe', das weiß ich, das sind die, die nicht fortlaufen, wenn sie sich an Deck verfliegen, sondern sitzen bleiben und schreien. Dann „Ian von Gent", die Seegans, und Albatrosse, das sind „versoffne Kapitäne", die segeln so bedächtig, und Kaptauben, das sind wieder die jungen Mädchen. Lieberhaupt ist der Käppen umgänglicher geworden. Er quirlt weniger und belehrt uns mehr. „Wann stellen Sie denn hier Ihr Aquarium auf, Ihr Schwimmbassin... baden Sie auch mit? „Rö", sagt der olle ehrliche Seemann, »ich hab Angst vor Wasser." Vom deutschen Volkstanz. Don Konrad Hahm. Mit der großen Welle der Heimatbewegung sind eine Reihe von Volkstumsgütern wieder ent» deckt und belebt worden, die zum praktischen und geistigen Untergang bestimmt schienen: die Volkstracht, das Volkslied, die Volksmusik, der Volkstanz. Sie schienen zum Untergang_ bestimmt, weil sie der alten guten Zeit so völlig angehörten, daß sie mit der Entwicklung und Mode nicht mitgingen. Wie in den Volkstrachten aufs Land gewanderte Formenelemente der Modekleidung des Adels und der Städte aus den verschiedensten Epochen vorhanden sind, so sind auch die Volkstänze Reste alter Gemeinschaftsfestbräuche, die sehr weit zurückgehen, verbunden mit Elementen aus den städtischen und höfischen Tänzen und Festbräu- eben. Wie in den Volkstrachten Formteile aus der Renaissancemode bis zum Biedermeier erkennbar sind, so sind auch in den Volkstänzen uralte Reigen gemischt mit dem bäuerlichen Menuett und dem Walzer. Die alten Volkstanzbräuche sind mit den Trach- ten, deren festliche Zurschaustellung sie waren, großenteils verschwunden. Sie sind nur in wenigen Gegenden teils mit der Tracht, teils ohne sie erhalten. Aber sie haben, wie die Volkstrachten, auf einer anderen Linie eine Weiterentwicklung gewonnen. Es war die I u g e n d - betoegung, vor allem der Wandervogel, der vor dreißig Iahren begann, die Heimat wieder in ihrem altererbten Drauchtumsbesitz kennenzulernen, und nicht nur sah und weiterwanderte, sondern mit den Volksgenossen fang, spielte und tanzte. Und bald nahm diese Volkstanzbewegung zu; nicht die äußere Erscheinung, sondern die Lieder, die Instrumente, die Tanzformen lebten wieder auf, sie standen der Freiluftgymnastik nahe, sie vermittelten Rhythmus und kunstvolle Bewegung, so daß der lebendige Inhalt der Volkstänze neu erstand und, von der Unfruchtbarkeit historisch-karnevalistischer Rachahmung befreit, zu einem ganz unserer Zeit gehörenden Erlebnis für Hunderttaufende junger und alter Menschen wurde. Heute bestehen in Deutschland eine Reihe von Tanzkreis en in den verschiedensten Landschaften und sie stehen in Verbindung und Austausch mit ähnlichen Bestrebungen in Oesterreich, Skandinavien, England, Holland und der Schweiz, bezeichnenderweise mit den verwandten germanischen Kulturländern. Wenn die Iugendbewegung als eine Bewegung der gebildeten Schichten auf Grund geschichtlicher Kenntnisse und Ziele die neue Dolkstanzbewegung geschaffen und dabei das allgemeine Interesse auf dieses Gebiet gelenkt hat, so ist doch auch in breiten Kreisen des Volkes selbst, besonders dort, wo starke Volkseigenarten sich erhalten haben, das Verständnis für die Volkstänze wieder erwacht. Besonders die landsmannschaftlichen Vereine, die sich ja auch der Pflege der historischen Volkstrachten angenommen haben, wollen die historischen Volkstänze neu beleben. Das ist eine Aufgabe, über deren Aussichten man geteilter Meinung sein kann. Aber es ist keine Frage, dah die Beschäftigung mit dem alten Volksgut unter allen ilmftänöen lohnend ist. Daß sie, dem Verständnis ererbter Sitten und Bräuche öienenö, diese auch darstellt, braucht durchaus keine rückschrittliche Schwärmerei oder teere Schaustellung des sogenannten „Volksgeistes im Kostüm" zu fein... wenn es im rechten Geiste geschieht. Auch von der Rachbildung von historischem Volksgut kann nicht nur Belehrung ausgehen, und man darf nicht vergessen, daß Volkstracht und Volkstanz Träger des Dolksbewuhtseins sind. Die Volkstracht der Deutschen in Siebenbürgen etwa ist ein Bestandteil und ein Merkmal ihres Deutschtums, das man neben den ungarischen und rumänischen Volkstrachten erhalten will und muß. auf 2 RM., bei Zahlung für mindestens 1 volle Woche, aber weniger als 2 volle Wochen auf den nächsten vollen Reichsmarkbetrag ufw. nach unten abgerundet. Die Ehestandshilfe selbst wird auf volle Pfennige nach unten abgerundet. Beispiel: Ein lediger Arbeitnehmer mit einer auf der Steuerkarte vermerkten Hausgehilfin bezieht ein Monatsgehalt von 287,75 RM. Seine Steuer berechnet sich wie folgt: a) Ehestandshilfe: Bruttoarbeitslohn 287,75 RM., abgerundet 285,— RM. davon: 3 v. H. 8,55 RM. b) Lohnsteuer: Bruttoarbeitslohn 287,75 RM., abgerundet 285,— RM. davon ab: steuerfreier Lohnbetrag 100,— RM. 185,— RM. davon: 9 v. H. (abzüglich 25 v. H. Abschlag — höchstens 3 RM. monatlich) 13,65 RM. Werden neben laufenden Bezügen einmalige Einnahmen (z. B. Gratifikationen) gewährt, so sind für die Frage, mit welchem Hundertsatz die Ehestandshilfe zu berechnen ist, die einmaligen Einnahmen dem Lohnzahlungszeitraum zuzurechnen, in dem sie gezahlt werden. Infolge der Staffelung der Steuersätze können sich hierbei erhebliche 2lbgabebeträge ergeben. Bei Lohnzahlungen, bei denen der Zeitraum, für den sie gezahlt werden, nicht festgestellt werden kann (z. B- Akkordlohn ohne bestimmten Lohn- ^ahlungszeitroum) beträgt die Ehestandshilfe in ledem Falle 2 Prozent, ohne Rücksicht auf die Höhe des Arbeitslohns. Die Ehestandshilfe wird vom Arbeitgeber gesondert neben der Lohnsteuer an die Finanzkasse abgeführt. Soweit für di? Lohnsteuer Sleuermarken verwendet werden, sind für Lohnsteuer und Chestandshilfe zusammen ( Steuermarken zu verwenden; besondere ©teuer» marken für die Ehestandshilfe werden nicht ausgegeben. Im Markenverfahren ist die Ohestands- Hilfe auf volle 5 Pfennig nach unten oAgurunben. Dr. jur. et rer. pol. Brövner. Amtsgericht Gießen. Die Humanität verlangt, daß das gewerbsmäßige Töten von Schlachttieren sicher, schnell und schmerzlos erfolgt. Zuwiderhandlungen fallen fraglos unter den Begriff der Tierquälerei, find aber, um sie möglichst zu verhindern, durch besondere Verordnungen und Gesetze unter Strafe gestellt, und die Strafen sind weit schärfer als diejenigen, die im Reichsstrafgesetz für Tierquälerei vorgesehen sind. Eins der wichtigsten Gesetze dieser Art datiert erst vom 21. April 1933 und bereits am 3. Mai 1933 hat ein jüdischer Metzger dagegen verstoßen. Auf Unkenntnis konnte sich dieser aber schon um deswillen nicht berufen, weil das betäubungslose Schlachten von Tieren in Hessen schon vorher untersagt war. Der Angeklagte war am genannten Tage gegen 14.30 Uhr mit einem Lehrjungen im Schlachthaus erschienen, um ein Kalb zu schlachten. Die Schlacht- zeit war aber um 14 Uhr zu Ende, und der Schlachtraum pflegt dann leer zu sein. Ausnahmsweise wurde ihm, nachdem er die etwa entstehenden Ueber- stundenkosten übernommen hatte, das Schlachten noch gestattet. Der Lehrling hob das Kalb und der Tier durch einen sicheren kräftigen Schlag auf den Kopf betäubt habe, den Halsschnitt vorgenommen höben. Der Lehrling war nicht mehr anwesend; er hatte sich wegen des Schlachtsteuerscheins auf das Bureau begeben. In der Nähe befanden sich der Hilfshallcnmeister und Schlachthofarbeiter. Beide erklärten unter Eid übereinstimmend, ein Betäuben des Tieres durch den Metzger sei ausgeschlossen gewesen, denn sie hätten den Schlag unbedingt hören müssen, zumal wegen der Leere des Schlachtraums völlige Ruhe geherrscht habe. Sie haben nach ihrer Angabe nur ein länger andauerndes Röcheln des Tieres vernommen und dieses hat sich anders an- gchört, als in den Fälle-i einer der Schlachtung vorausgegangenen Betäubung. Durch diese Aussagen gewann das Gericht die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten, der schon mehrfach, wenn auch auf anderen Gebieten, vorbestraft war und verurteilte ihn auf Grund der Paragraphen 1 und 3 des Gesetzes vom 21. April 1933 über das Schlachten von Tieren zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen. Eine Uebertretung des Schächtoerbots kam nach dem Urteil nicht in Frage. Baumwollernte von Llganda 40 bis 50 Millionen Schillinge wert, und von den daraus fließenden Eingeborenensteuern wird die enorme englische Beamtenschaft überaus glänzend bekohlt. Baumwolle und große Beamtengehälter, mit den entsprechenden Pensionen aus Kosten des in Bewirtschaftung genommenen Landes, gehören zur englischen Kolonialpolitik in Ostafrika. Alle diese Dinge sind interessant zu erfahren, ober bewegender war für mich, Sinja zu besuchen, das an der Stelle liegt, wo der Ril aus dem Viktoria-See herausflieht. Er tut es mit einem vierfach geteilten, schäumenden Sprung, den Ripon-Fällen, die der Entdecker Speke, nach seinem Gönner, dem damaligen Vizekönig von Indien, so genannt hat. Ich saß auf dem großen Felsblock, auf dem eine Tafel verkündet, hier habe Speke die Rilquelle gefunden. Ich glaube, die Tafel hat recht, denn der Viktoria- See ist das eigentliche Quellbecken des Rils; die Quellen irgendwelcher Zuflüsse aufzusuchen, hat keinen rechten Sinn. Die Rilquelle zu sehen, ihr Rauschen zu hören, in den glasklaren Sturz ihrer Gewässer den Blick zu tauchen, ist doch etwas, wofür man gern über Meere und Länder zieht. Der Dampfer „Clement Hill", der den Viktoria- See umfährt, kommt von Kisumu und läuft über Iinja und Port Bell nach Entebbe. Er ist 1100 Tonnen grob, hat hübsche bequeme Kabinen und eine Bar, an der alles was englisch ist, Schiffsoffiziere und Passagiere, mehr Whisky- Soda und Bier zu trinken pflegt, als gut ist. Man war gegen die deutschen Passagiere liebenswürdig wie immer und gab uns beiden, meiner Tochter und mir, die beiden Kabinen, die sonst englische prinzliche Hoheiten, Lords und Gouverneure bewohnen, wenn sie auf dem Hee fahren. Wenn keine solchen Passagiere da sind, können sie aber auch gewöhnliche Sterbliche benutzen. Von fünf oder sechs großen Dampfern auf dem See ist nur noch der „Clement Hill" in Dienst, alle anderen sind aufgelegt. So sehr wirkt auch hier die Weltkrisis, und beim „Clement Hill" genügt 14tägiger Verkehr. Oesters braucht er die einzelnen Häfen für Fracht und Passagiere nicht anzulaufen. An der Kagera- mündung wurde viel Zinnerz geladen, das den Fluß herunterkommt, in Dukoba Kaffee, von dem jährlich 8030 Tonnen in Eingeborenenkulturen erzeugt werden. Dukoba war früher, wenn man von Rorden kam, der erste deutsche Hafen, und die deutschen Verwaltungsbeamten haben die Reger gelehrt, die dort wachsenden wilden oder verwilderten (vielleicht vor langer Zeit von Arabern gepflanzten) Kaffeebäume zu pflegen und abzuernten. So ziemlich alles, was im alten Deutsch-Ostafrika noch gut und wertvoll ist, stammt aus deutscher Zeit; die Engländer haben nichts getan, als doppelt soviel Beamte mit doppelt so hohen Gehältern hinzusehen und das Land mit vielfach erhöhten Steuern und Taxen, von Weißen wie von Eingeborenen, dafür zahlen zu lassen. Roch eine Rachtfahrt über den meeresgleichen See von Bukoba nach Muansa, und die Eisenbahn ist wieder erreicht. Auch Muansa ist alter deutscher Verwaltungsplah, und auf dem Bazar geht, wie überall, die Rede: „O, kämen die Deutschen doch wieder!". Hier ist ein schlechtes englisches Hotel, und morgen geht es südwärts ins Gebiet der alten deutschen Zentralbahn. Sine Reliefkarte von Obechessen mit Vogelsberg. Der Verkehrsbund Oberhessen Sitz Gießen^(Stadthaus), und der Hessische Verkehrsoer- band, Sitz Darmstadt, haben in gemeinsamer monatelanger Arbeit eine Reliefkarte von Oberhessen mit Vogelsberg geschaffen, die von der Derlagsanstalt 'DL Wittkop G. m. b. H., München im Entwurf fertiggestellt und von der Druckerei Zaberndruck in Mainz im Buntdruckverfahren ange- fertigt wurde. Die Reliefkarte, zu deren Herstellung die Hessische Staatsregierung und die Verwaltungs- körperschaften von Oberhessen in dankenswerter Weise Geldbeihilfen bewilligten, ist jetzt der Oeffent- lichkeit übergeben worden. Die Vogelschaukarte bietet ein eindrucksvolles Bild der wunderbaren landschaftlichen Gestaltung der Provinz Oberhessen mit ihrem herrlichen Waldgebirge, dem Vogelsberg. Eindrucksvoll ist der Charakter der oberhessischen Gebirgslandschaft mit ihren vielfachen Schönheiten in der Karte dargestellt, der Lauf der Flüsse und Bäche, die Täler im Gebirge und in seinen Ausläufern, die goldene Wetterau, die historischen Sehenswürdigkeiten der Provinz Oberhelfen, die Städte und Dörfer, die Bahnlinien und das Stra- ßenetz, alles ist in übersichtlicher und klarer Form zur Darstellung gebracht. Die Reliefkarten-Kom- mission des Verkehrsbundes Oberhessen, deren Leitung der 2. Vorsitzende des Verkehrsbundes Oberhessen, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g-Alsfeld hatte, hat für ihre gründliche Vorbereitungsarbeit zur Herausgabe dieser Karte in weitgehendem Maße die Mitarbeit ausgezeichneter Kenner der ober- hessischen Landschaft herangezogen. Dadurch ist es möglich geworden, in die Zeichnung der Karte alle Sehenswürdigkeiten historischer und landschaftlicher Art der verschiedensten Gegenden der Provinz Oberhessen lückenlos aufzu^ehmen, ohne aber dadurch die Uebersichtlichkeit der Reliefkarte zu beeinträchtigen. Die angrenzenden Gebiete von Oberhessen sind, um die Geschlossenheit des ganzen Landschaftsbildes zu wahren, in den hauptsächlichsten Punkten in der Karte mit dargestellt. Als Ganzes gesehen ist zu sagen, daß diese Reliefkarte von Oberhessen sich als ein Kartenwerk von hoher landschaftsschildernder Qualität erweist und würdig neben die guten deutschen Reliefkarten aus anderen Gebieten unseres deutschen Vaterlandes gestellt werden kann. Die Karte ist zum Preise von 1 Mark bei den Städtischen Verkehrsämtern bzw. Verkehrsvereinen, oder in Buchhandlungen, oder vom Verkehrsbund Oberhessen, Sitz Gießen, Stadthaus, direkt zu beziehen. AendemngenbeiderLohnstenerundSheftandöhllfe Was der Arbeitnehmer wissen muh. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind eine Reihe von Aenderungen wesentlich, die vom 1. Juli 1933 ab bei der Lohnsteuer auf Grund des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 eintreten. Vor allem wird vom 1. Juli ab die Ehestandshilfe grundsätzlich von allen ledigen Ar- beitnel)mern — außer von den sonstigen Steuerpflichtigen — erhoben. Zu vermeiden ist sie nur von dem Arbeitnehmer, der sich nunmehr schnell zur Verheiratung entschließt; er hat in diesem Falle außerdem unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, ein Ehestandsdarlehen im Betrage bis zu 1000 RM. zu erhalten. Wesentlich sind für den Arbeitnehmer folgende Aenderungen: 1. Vornahme des Abschlages von der Lohnsteuer. Bei Arbeitnehmern, denen Familienermäßigungen (z. B. auch für Hausgehilfinnen) zustehen, wird von der Lohnsteuer — abgesehen von den Familienermäßigungen selbst — ein Abschlag von 25 v. H., höchstens bei monatlicher Lohnzahlung von 3 RM. (bei wöchentlicher Lohnzahlung 0,75 RM.) vorgenommen. Bei allen anderen Arbeitnehmern fällt der Abschlag fort, während er bisher allen nicht ledigensteuerpflichtigen Arbeitnehmern zugebilligt wurde. 2. Fortfall des Ledigenzuschlages von 10 v. h. Bei Arbeitnehmern, die dem Ledigenzuschlage unterlagen, fiel bisher nicht nur der Abschlag von der Lohnsteuer von 25 v. H. (1) fort; vielmehr wurde außerdem ein Zuschlag von 10 o. H. der Lohnsteuer erhoben, sofern der Arbeitslohn 220 RM. monatlich (54 RM. wöchentlich) überstieg. Dieser Zuschlag kommt mit Rücksicht auf die neu eingeführte Ehestandshilfe (unten 4) in Fortfall. Die Lohnsteuer für die ledigen Arbeitnehmer beträgt also vom l.Juli 1933 — abgesehen von der Ehestandshilfe, die gesondert zu berechnen ist, — regelmäßig 10 d. H. des um die steuerfreien Lohnbeträge gekürzten Bruttoarbeitsentgelts. 3. Ermäßigung der Lohnsteuer für Hausgehilfinnen. Den Arbeitnehmern wie den Einkommensteuer- pflichtigen wird, für jede zu seiner Haushaltung zählende Hausgehilfin — höchstens für drei gleichzeitig bei einem Haushaltsvorstand beschäftigte Hausgehilfinnen —, eine Familienermäßigung wie für ein minderjähriges Kind gewährt. Der Arbeitgeber kann die Ermäßigung für die Hausgehilfin erst bei der ersten Lohnzahlung berücksichtigen, bei der die ergänzte Lohnsteuerkarte ihm vom Arbeitnehmer vorgelegt wird. Die Arbeitnehmer müssen also die Berichtigung der Steuerkarte mit Rücksicht auf bei ihnen beschäftigte Hausgehilfinnen baldmöglichst bei der Gemeindebehörde unter deren Vorlegung beantragen. Der Anspruch auf die Ermäßigung für die Hausgehilfinnen fällt fort, wenn sie entlassen und nicht innerhalb eines Monats eine andere eingestellt wird. Die Berichtigung der Steuerkarte ist in diesem Falle seitens des Arbeitnehmers unter Vorlegung feiner Steuerkarte innerhalb der Monatsfrist zu beantragen, widrigenfalls sie von Amts wegen vorgenommen wird. 4. Die Abführung von Ehestandshilfe. Reden der Lohnsteuer wird von dem Brutto- orbeitslohn, der für die Zeit nach dem 30. Juni 1933 gewährt wird, die Ehestandshilfe von den ledigen Arbeitnehmern, soweit sie nicht zu den befreiten Steuerpflichtigen gehören, seitens des Arbeitgebers einbehalten und abgeführt. Fällt bei Zahlung des Arbeitslohns für mehr als eine volle Woche der Lohnzahlungszeitraum zum Teil in die Zeit vor dem 1. Juli 1933, zum Teil in die Zeit nach dem 30. Juni 1933, so unterliegen nur die auf die Zeit vom 1. Juli 1933 bis zum Ende des Lohnzahlungszeitraums entfallenden Beträge der Ehestandshilfe. Fällt bei Zahlung des Arbeitslohns für nicht mehr als eine Woche ein Lohnzahlungszeitraum zum Teil in die Zeit vor dem 1. Juli, zum Teil in die Zeit nach dem 30. Juni 1933, so wird die Ehestandshilfe nicht erhoben. Die näheren Einzelheiten über die Ehestandshilfe ergeben sich aus einem amtlichen „Merkblatt für die Ehestandshilfe der Lohn- und Gehaltsempfänger". Als ledig unterliegen der Ehestandshilfe, wie bisher, der Ledigensteuer, Arbeitnehmer, die nicht verheiratet find sowie verwitwete oder geschiedene Personen, aus deren Ehe Kinder nicht hervorgegangen sind. Gegenüber der bisherigen Ledigensteuer ist insbesondere zu beachten, daß über 55 Jahre alte Arbeitnehmer von der ersten Lohnzahlung nach Erreichung dieses Alters an befreit sind. Außerdem sind abgabefrei unverheiratete Frauen, denen Kinderermäßigungen zustehen (wie bisher), verwitwete Arbeitnehmer, die Kinder des verstorbenen Ehegatten unterhalten, sofern ihnen Kinderermäßigungen hierfür zustehen; schließlich Arbeitnehmer, die zum Unterhalt ihrer geschiedenen Ehefrau (bzw. ihres Ehemannes) oder bedürftiger Eltern seit einem Jahre mindestens ein Zehntel (ab 1. 1. 1934 ein Sechstel) ihres Einkommens aufwenden und denen deshalb der lohnsteuerfreie Betrag erhöht worden P. Die Ehestandshilfe ist — im Gegensatz zur Lohnsteuer und der bisherigen Ledigensteuer, jedoch wie bei der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe — vom Brutto- arbeitslohn zu berechnen. Vom Bruttoarbeitslohn dürfen die lohnsteuerfreien Beträge und auch die etwaigen Erhöhungen dieser Beträge, Familienermäßigungen und sonstigen Beträge (z. B. Schuldzinsen) nicht abgezogen werden. Abgabefrei ist der Bruttoarbeitslohn bis 75 RM. bei monatlicher, 18 RM. bei wöchentlicher, 3 RM. bei täglicher Lohnzahlung, 0,75 RM. bei Zahlung für zwei angefangene ober volle Stunden. Die Ehestandshilfe ist in die Lohnsteuertabellen gleich mit aufgenommen. Sie beträgt bei einem Monatsgehalt von 75 RM., aber weniger als 150 RM. (bei einem Wochenlohn von 18 RM. bis 36 RM. ausfchließl.) 2 v. $)., bei einem Monatsgehalt von 150 RM., aber weniger als 300 RM. (bei einem Wochenlohn von 36 RM. bis 72 RM. ausschließl.) 3 v. H., bei einem Monatsgehalt von 300 RM., aber weniger als 500 RM. (bei einem Wochenlohn von 72 RM. bis 120 RM. ausschließlich) 4 v. H., bei einem Monatsgehalt von 500 RM. (bei einem Wochenlohn von 120 RM.) und darüber 5 v. H. des jeweils gewährten Arbeitslohns. Der Bruttoarbeits- lohn wird für die Berechnung der Ehestandshilfe bei Zahlung für volle 4 Wochen oder einen längeren Zeitraum auf 5 RM., bei Zahlung für mindestens 2 volle Wochen, aber weniger als 4 volle Wochen Deutschland fordert Lustschuh! 84 . x' Die Attacke fremder Flugzeuge auf Berlin hat die deutsche Bevölkerung erneut die Notwendigkeit erkennen lassen, endlich wieder das Recht auf einen ausreichenden Luftschutz zu erhalten, das uns der Versailler Vertrag nahm. Die Staaten ringsum verfügen über 10 000 Militärflugzeuge, Deutschland aber über kein einziges, ebenso wie es fein einziges Abwehrgeschütz besitzt. Unser gerechtes Verlangen darf und kann nicht ungehört verhallen. — Unsere Bilder zeigen oben: Bombengeschwader über einer Großstadt; unten: Wie eine Stadt nach einem Bombardement aussieht. Deutschlands künftiges Inn-Antoftraßennetz. Danj\m/a^<_^ oKonigsbq Stettin POLEN Frankfurt Mainz FRANKO REICH Lübeck amfcurq , nberge Dos deutsche Autostraßen - A/e/z- ÖSTERREICH erchtes* qaden Maßsfiafr — - r Mannheim Kar srune Stuttgart Pia TSCHECHOSLOWAKE! Düsseldorf □In Aachen noblen Augsburg Münch« Hannover Magdeburg Leip/zig re$den§örlitz_ > Bresfa Kas$el Weimar Erfurt HOL remen LAND& £logau ßeuthen’ \ürnbqk dr. Ulm Wei' Schweiz 9JL-tfport Was bieiei eine Ruderregatta dem Laien? Es gibt tatsächlich immer noch Menschen, die da sagen: „Was soll ich auf einer Ruderregatta? Daß ein Boot schneller fährt als das andere, weiß ich sowieso, und wer zuerst ankommt, der ist eben Sieger." Wer diesen Standpunkt teilt, der bleibe lieber zu Hause. Wer aber Freude am sportlichen Wettkampf hat, wer sich mitreißen läßt van der Spannung eines Endkampfes zwischen Achtern, dem wird eine Ruder-Regatta mehr bieten, als manche andere Sportart. Denn Ruderregatten sind Mannschaftskämpfe erster Ordnung. Hier entscheidet nicht die Glanzleistung eines einzelnen, sondern hier kämpfen Vierer- und Achtermannschaften, durch monatelanges, hartes Training zusammengeschweißt, 2000 Meter lang gegeneinander. Nach was für Regeln werden nun solche Wett- ruderkämpfe ausgetragen? Grundsätzlich werden alle Mannschaften in drei Klassen geteilt: Jungmannen, Junioren und Senioren. Jungmann ist jeder Ruderer, der bis Jahresende vor der Regatta noch kein Rennen gewonnen hat. Hat er e i n Rennen bis zu diesem Termin gewannen, dann ist er Junior. Mit drei Siegen im Vorjahr wird er Senior. Mit dieser Einteilung will man erreichen, daß immer möglichst gleichwertige Gegner in einem Rennen aufeinandertreffen. Erschwerend ist aber die Bestimmung, daß eine Mannschaft schon dann zu „Junioren" oder „Senioren" zählt, wenn nur ein einziger Mann der Besatzung zu diesen Klassen gehört. Die vorgenannten Mannschaftsklassen gelten für alle Boots-Typen. Deren Verschiedenheit ist es, die den Verlauf einer Regatta auch für den Laien interessant gestaltet. Wie verläuft nun die Regatta? Wenn der große Tag gekommen ist, wehen die Flaggen aller Vereine am Regatta-Platz. Die Meldungen sind zehn Tage vorher abgegeben. Die Rennboote sind rechtzeitig eingetroffen und liegen sorgfältig verstaut auf ihren Plätzen. Buntes Gewimmel von Ruderern, Zuschauern, Obmännern, Bootsleuten und „Stegspuckern", die alles besser wissen. Plötzlich ertönt die Glocke: ein Achterrennen wird abaeläutet. Die daran beteiligten Mannschaften heben ihr Boot (20 Meter lang und nur 60 Zentimeter breit) über die Köpfe vorsichtig ins Wasser. Noch einmal wird jedes Ruder, jeder Fußriemen und jede Steuerleine geprüft. Dann geht's in langsamen Ruderschlage, um nicht vorher zu ermüden, hinauf zum Start. Hier sind vier bis sechs Schifferkähne nebeneinander verankert, von denen aus je ein Mann ein Rennboot am Heck fefthält, bis die Gegner alle schön ausgerichtet ruhig nebeneinander liegen. Plötzlich ein wildes Toben: vierzig ober mehr Ruder peitschen zugleich das Messer: die Boote sind gestartet! Und nun entwickelt sich auf der 2000» Meter-Strecke ein spannender Kampf. Ein herrlicher Anblick, wenn das Feld geschlossen heranrast. An den großen Nummern, die in jedem Boot der erste Ruderer auf dem Rücken hat, kann man erkennen, welcher Verein oder Klub am besten vor- ankommt. Wenige hundert Meter vor dem Ziel, gerade vor den Plätzen der Zuschauer, beginnt der „Endspurt". Noch einmal reißen sich die Mannschaften zusammen, kein Schlag darf verschenkt, fein „Krebs" gefangen werden. Es geht um die Fünftelsekunde. Plötzlich wieder ein Glockenzeichen: Mit kaum sichtbarem Vorsprung hat der Sieger das Ziel passiert. Die Lautsprecher geben die genauen Zeiten des Rennens bekannt. Die Spannung, die über allen gelegen hat, läßt nach. Musik ertönt. Das nächste Rennen beginnt. Nur der Erste erhält im Rudersport einen Preis! Und zwar nicht die Mannschaften, sondern der Verein. Die Mannschaft ist im Rudersport alles, der einzelne nichts. Darum gelten für keinen Sport besser als für das Rennrudern die Worte Jean Pauls: „Mag auch, wer's Ganze sieht. Dich nicht darin bemerken, Tritt doch in Reih' und Glied Das Ganze zu verstärken!" W. S. Rundfunkprogramm. Sonntag, 9. 3ull 6.35: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Katho- lische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30 bis 10.45: Deutsches Bekenntnis. Dichtung für einen Sprechchor von E. G. Kolbenheyer. 11.30: Reichssendung: Kantate von I. S. Bach. 12: Glotterbad: Mittagskvnzert. 14.30: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden: „Der nassauische Bauerntag in Wetzlar vom 15. bis 17. Juli 1933". 14.40: Stunde des Landes: Ein Dorf wandert aus, Schilderung aus dem 19. Jahrhundert von Lehrer Karl Heusohn, Büdingen. 1530: Stunde der Jugend. 16.30: Aus dem Festsaal des Schlosses Augustusburg in Brühl: Musik aus Sanssouci im Brühler Schloß. 18.15: Fröhliches Zwischenspiel: Kasperle haut wieder rein! 18.45: Vom Deutschlandsender: Großer Preis von Deutschland für Motorräder auf der Avus. Hörbericht. 19.30: Ein Volk will leben! Gespräche aus dem Alltag von Scholle und Pflug. 20.15: Operettenkonzert des Rundfunk-Orchesters. 23 bis 24: Nachtmusik. TUontag, 10. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 12: Baden-Baden: Mittagskonzert des Städtischen Kurorchesters. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Deutscher Almanach 18.15: Schnellkursus in italienischer Sprache. 19: Von Breslau: Reichssenduna: Stunde der Nation. Arbeiter hört zu! — SA.-Kamerad Tonne. Hörspiel. 20: Konzert. 20.40: Hier gilt der Mann! Werkdichtungen aus unserer Zeit. 21.10: Unterhaltunaskon- zert des Rundfunk-Orchesters. 22.50 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 11. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Karlsruhe: Unterhaltungskonzert des Neuen Philharmonischen Orchesters. 18: Von der Funkstunde Berlin: Weltflieger Hans Bertram spricht über „Australien und der Zufall". 18.15: Ein Sachsendorf in Siebenbürgen. Vortrag von Pfarrer Sie- nert. 18.40: Von Trier: Konjunktur! Dreimal Po- litik in scharfen Versen. Von Wilhelm Krug, Trier. 19: Von Königsberg: Reichssendung: Stunde der Nation. Die Burg im Osten. 20: Von Hamburg: „Dat du mien Leewsten bueft". Ein plattdeutscher Abend, von Heinrich Andresen. 21: Dreimal fünf Minuten. 21.15: Konzert des Rundfunk-Orchesters. Mittwoch, 12. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Nürnberg: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Unterhaltungskonzert. 18: Grundfragen völkischer Erziehungsarbeit. Gespräch zwischen Dr. Rudolf Kühl und Dr. Sven Schacht. 18.25: Zeitfunk. 19: Vom Deutschlandfender: Reichssendung: Stunde der Nation. Or- chesterkonzerk. 20: Aufruf für die Spende zur For- derung-der nationalen Arbeit. 20.10: Bunter Abend. 22.50 bis 24: Nachtkonzert. 1.15 bis 2.15 (Kurzwellensender): Konzert des Rundfunk-Orchesters. Donnerstag, 13. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.39: Badenweiler: Nachmittagskonzert des Kurorchesters. 18: Die neue große Zweimonatsschrift „Volk im Werden", herausgegeben von Professor Ernst Krieck, Frankfurt a. M. 18.25: Interessantes aus der Geschichte des Kegelspiels. Don August Kruhm. 19: Von Leipzig: Stunde der Nation. „Verjagtes Volk". Don Hermann Anders-Krüger. 20: Von Breslau: Rudolf Watzke singt. 21: Don Breslau: Quantz-Kam- mermusik. 22: „Marmelade", Komödie von Hanns Johst. Freitag, 14. 3uli. 7.15: Frühkonzert. 12. Mittaaskonzert: des Rundfunk-Orchesters. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Wildbad: Nachmit- tagskonzert des Staat!. Kurorchefters. 18: lieber die Gegenseiligkeitshilfe der Arbeitslosen. Von Jng. Erlenbach. 18.25: Zeitfragen. Ehestandshilfe. 19: Von der Funkstunde Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation. „Weg übers Feld". 20: Erzähle, Ka- merad! 20.15: Heiteres Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21.30: Innviertel. Eine Wanderung durch die Heimat des Führers. Manuskript von Max Peinkofer. 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Samstag, 15. 3uli. 7.15: Frühkvnzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskvnzert. 14.30: Jeder hort zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.55: Sprache der Heimat. Zwiegespräch über das hessennassauische Wörterbuch. 18.15: Rundfunkstörer im eigenen Haus. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. „Die Opernprobe". Komische Oper in einem Aufzug. Don Albert Lortzing. 20: Dreimal fünf Minuten. 20.15: Großes Funkbrettl. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeit der Schriftleitung.) £. S. Es steht Ihnen nach Vollendung Ihres 60. Lebensjahres der Anspruch auf Auszahlung des von der Lebensversicherungsgesellschaft geschuldeten Aufwertungsbetrags zu. Wenden Sie sich an Ihre Gesellschaft, die Ihnen nach Lage des Falles die Auszahlung eines Vorschusses auf die demnächst fällige Versicherungssumme in Form eines Darlehens gewiß nicht verweigern wird. h. h. in G. Wenden Sie sich zunächst schriftlich unter eingehender Darlegung der Verhältnisse an die Bürgermeisterei der Gemarkung, in der das für Siedlungszwecke in Aussicht genommene Gelände liegt. 2H. in G. Für Sie gilt auch die Antwort unter H. H. in G. Wettervoraussage. Durch kräftigen Druckanstieg von Südwesten her hat sich eine Hochdruckbrücke gebildet, die sich von der Biskaya in nordöstlicher Richtung über Frankreich und Deutschland bis nach Finnland erstreckt. In ihrem Bereich wird das sommerliche Wetter fortbauern, wenn auch durch etwas wechselnde Winde vorübergehend Neigung zu Gewitterstörung aufkommt. AussichtenfürSonntag: Weiterhin sehr warm und vielfach aufheiternd, vorübergehend Neigung zu Gewitterstörungen. Aussichten für Montag: Fortdauer der Wetterlage. Lufttemperaturen am 7. Juli: mittags 23,8 Grad Celsius, abends 17,6 Grad; am 8. Juli: morgens 17,3 Grad. Maximum 26,0 Grad, Minimum 11,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juli: abends 27,7 Grad: am 8. Juli: morgens 19,5 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 13% Stunden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 9. Juli. 4. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrassistent Dörfam; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinbe; 9.30: Pfr. Mahr, Beichte unb hl. Abend- mahl für Matthäus- unb Markusgemeinbe: 11: Kin- berkirche für bic Matthäusgemeinbc: Pfr. Mahr. — 3ohanneskirche 8: Kanbibat Heinemann, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johan- nesgemeinde: 9.30: Pfr. Bcchtolshcimer; 11: Kinder- kirche für die Lukasgcmeinde; Pfr. Bechtolshcimer: 20: Bioeibesprechung im Johannessaal; Pfr. Lenz.— Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde: Pfr. Lenz. — Petruskapelle. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Pctrus- gemeinöe; 9.45: Pfarrassistent Surfer. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinbe, Kanbibat Heinemann. — UJieferf. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinberkirche. — Annerod. 9.30; Christenlehre. — Dödgen. 10. — Allen-vuserf. 10: Gottesdienst: 13: Christenlehre. — Großen- Vuseck. 20: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Albach. 8.30. — Skeinbach. 10: Gottes- dienst unb Christenlehre. — Klein-Linden 9: Gottesdienst: 10. Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptaottcsdienst; 11: Katechismuslehre. — Kirchberg. 10:; 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend. — Hausen-Garbenkeich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10.15: Hauptgottesbienst; 11.15: Kinberkirche. — Grüningen. 9: Hauptgottesbienst. — Cid). 9.30: Pfr. Krärfer, Purkersborf bei Wien; Gustav-Adolf- Festgottesbienst; Kirchen- unb Posaunenchor; Festkollekte. katholische Gemeinden. Samstag, den 8. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 9. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.15 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen unb Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Prebigt; 11: Messe mit Prebigt; 14: Anbacht; 15: Versammlung ber Jungfrauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prebigt unb Christenlehre. — Hungen. 9.30: Messe, Hochamt mit Prebigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre unb Anbacht. —- Collar. 8.45: Messe mit Prebigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 10. Juli. £auba(f). 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 12. Juli. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Oesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzt-e: Dr. Wolf, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr.med.dent. Metz. Apotheke: Pelikanapotheke. (Schluß des redaktionellen Teils.) Dkw., der bekannte Typ „Sonderklasse" 1001“, hat vor kurzem einen ganz großen Erfolg in der Drei-Tage-Fahrt errungen. Alle vier gestarteten Wagen dieses Modells waren in dieser schweren dreitägigen Zerreißprobe strafpunktfrei geblieben. Alle vier Fahrer hatten große goldene Medaillen und den ADAC.-Harzbecher erhalten, außerdem blieb die DKW.-Sonderklasse-Mannschaft die einzige strafpunktfreie Mannschaft aller Wagen bis 1200 ccm. ... und wel e Vorzüge sehen Sie nicht ? Daß ein Opel-Wagen schon ist, können Sie sehen. Daß er jede Bequemlichkeit bietet, bei größter Wirtschaftlichkeit Hervorragendes leistet und unübertroffen sicher ist, beweist die Probefahrt. Doch lernen Sie seine größten Vorzüge erst kennen, wenn er in nie erlahmender Widerstandskraft jahraus, jahr- OPEL 1 Ufer und 7,2 Ufer Vierzylinder, 7,8 Lifer Sechszylinder um Die Allgem. Finanzierungs-G. m. b. H. und die Opel-Aufomol ein freu seinen Dienst tut. - Jetzt bewährt sich die vorbildliche Qualität seines Materials, seine ausgereifte Konstruktion, die sorgfältige Fertigung jedes Einzelteils. Diesen unsichtbaren, für jeden Käufer maßgebenden Vorzügen verdankt er seiner» stolzen Namen: I Regentmodelle. Preise von RM 1890 bis RM 3950 ob Werfe >il-Versicherung$ A.G. erleichtern Ihnen Anschaffung und Betrieb. I TSCn Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H. KünsthdieAugen fertigt nach d. Natur an und setzt ein Carl Müller, Augenkünstler, Jena CjrfpJN in ßipRpn Hotel Viktoria, a.13. Juli JTJ 52 111UICUCH Sprechzeit von 8-5 Lieferant aller Kassen. Mäßige Preise Für die Reisezeit empfehle alle Sorten Beisekoffer in Hartplatte, echt Vnlkanfibre und Lederkoffer zu staunend billigen Preisen. Tägl. 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Schäfer, Direktor. 4445 d Da freut sich jeder, der sein Haar lieb hat. Dr. Dralle's Birkenwasser erhält man jetzt schon für RM. 1.50 M2,v Altbewährte Qualität. - Neue Packung. die unvergeßlich sind, hält die Kamera fest Große Auswahl in billigen und teuren Apparaten linden Sie beim Photofachmann Photo-Haus Carl Seibel 4450A Frankfurter Straße 39 Frankfurt am Main^5< Pleröe-Märkte 10.Juli, 14.Aug , 2.0kt, 4.Dez. Durchschnittlich Auftrieb 400 Pferde alt Rassen, auch Schischtpferde-, gröfcte Auswahl u. beste Gelegenh. f. Kauf od.Tausch Ein Besuch dies. Märkte ist tu empfehlen. Der Handel Sonntage verboten. <425 V la Lahnkies in allen Körnungen, aus eigener Bacherei für alle Betonarbeiten geeignet Spiel-, Maurer- u. 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Es mar das erste Mal, daß sie den Grund seiner Reise überhaupt erwähnte. Sie tat es auch jetzt, ohne eine weitere Frage zu stellen, was Steinherr der Notwendigleit einer ausweichenden Antwort enthob. Schon als iiiidbe hatte er Verschwiegenheit geübt, wenn es sich um Dinge gehandelt, die ihm wichtig erschienen. Und gerade diese Verschlossenheit war es, die Jenny Maloreen reizte, die zu brechen sie sich — und anderen geschworen. Kurz vor der Landung in London begann es zu regnen, feine Wasserfäden flössen an den Fenstern herab. Die etwas schläfrig gewordene Unterhaltung zwischen den anderen Passagieren lebte auf, als die in zehn Minuten erfolgende Ankunft auf dem Flugplatz Croyden gemeldet wurde. Der junge Franzose, der mit niemandein gesprochen, nur ab und zu die Maloreen und ihren Begleiter mit einem höflich interessierten Blick gestreift, kritzelte noch schnell ein paar Worte, ehe er das schwarzgebundene Heftchen schloß und in seiner Brusttasche verwahrte. Steinherr, dem die Zeit überraschend schnell vergangen war, half der Maloreen allerlei Kleinigkeiten in ihre Tasche verstauen und ging dann in den Waschraum. Als er zurückkam, sah er, wie seine Begleiterin und der Fremde sich zu gleicher Zeit bückten, um den großen Blaufuchs aufzuheben, der ihr von den Schultern geglitten. „Der kleine Franzose kann schon wieder Kavalier spielen", dachte er und lächelte, als beide mit den Köpfen leicht zusammen- stießen und zwei Hände zugleich den Pelz ergriffen. Wieder blitzten die spitzen Zähne unter dem kleinen Schnurrbart. Ein paar gemurmelt- Worte der Entschuldigung; die Frau neigte jedoch diesmal nur stumm das Haupt. Langsam senkte sich das Flugzeug, stieß mit einem wohpovierten kleinen Aufprall auf die Erde, glitt ein Stück weiter und hielt. Die Leiter wurde angelegt. die Tür geöffnet, Licht flammte durch die Regendunkelheit; Menschen eilten schattengleich hin und her. Von vorn drang das Lachen des Piloten, den Freunde begrüßten. Als letzter stieg der Franzose aus, vor ihm Jenny Maloreen. Im Seitenfach ihrer Handtasche lag wohlverwahrt ein kleines schwarzgebundenes Heft. 16. Kapitel. „Eigentlich schade, daß wir nicht in einem Hotel wohnen", dachte Magnus Steinherr, der vor dem Spiegel im Ankleidezimmer seiner weihen Krawrute den letzten kritischen Kniff gab, ehe er in den yrack schlüpfte. „Vielleicht hätte ich sie doch überreden können, irgendwo mit mir zu speisen." Seine Begleiterin fehlte ihm. Aber Frau Jenny halte Müdigkeit vorgeschützt und wollte früh zu Bett gehen. „Die Reaktion nach den letzten Tagen ..." Ihr „Auf Wiedersehen!", so oit gedankenlos gehört und gesagt, klang aus ihrem Munde wie eine Verheißung. Steinherr schob die flache goldene Uhr in die Westentasche, warf das auf dem Toilettentisch liegende, leicht nach Juchten duftende Taschentuch m den Wäschekorb und nahm ein anderes aus der Schublade. Parfümierte Wasser und Seifen waren ihm ebenso verhaßt wie Juwelen bei Männern. Nichts an dieser blassen, zart aussehenden Frau war eigentlich schön, und doch war alles in den Scharm einer magnetischen Persönlichkeit getaucht. Das war es: Eigenart. Der Durchschnitt sättigte gor so schnell. Aber er war bequem. Seine Gedanken flogen zu Li, die heute abend bei Brinkmanns eingeladen war. Welchem Tischherrn sie wohl den Kopf verdrehte? Der Mann lächelte vor sich hin. Daß sie es tun würde, bezweifelte er nicht. Sie war sehr reizend, die kleine Li, die so lustig zu lachen, so hübsch zu danken verstand — die vorgab, ihn zu lieben, und es dennoch fertigbrachte, Abend für Abend ihre Schönheit den Blicken von tausend müßigen Gaffern preiszugeben, trotzdem er sie gebeten, nicht in der Revue aufzutreten. — Das Lächeln erlosch. Er gehörte nicht zu den Männern, deren Neigung durch Eifersucht wuchs. Alles oder nichts. Steinherr nahm den Mantel über den Arm, setzte den Zylinder auf, ergriff die weißen Handschuhe und verließ das Zimmer. Dicke, weinrote Teppiche schluckten die Schritte im Flur. Ein eifriger Page fuhr ihn im Lift hinunter in die große Halle, deren Luxus von keinem Hotel des Festlandes übertroffen wurde. Viele Augen folgten dem Manne, dessen prachtvoll gewachsene Erscheinung auffiel. Er ging durch das Vestibül, ohne sich umzusehen. Im lichterfunkelnden Foyer nahmen ihm Lakaien im roten Frack und seidenen Kniehosen die Garderobe ab. Sehr feierlich wirkten ihre ernsten, glattrasierten Gesichter unter den weißen Perücken. An der Schwelle des Speisesaals, der von einem Kranz kleiner Nischen umgeben war, verhielt Magnus einen Augenblick den Schritt. 2Iber schon stand ein schlanker Schwarzfrack neben ihm, der ebensogut ein Fürst wie ein Manager sein konnte, und wies dem Gast mit diskret-verbindlicher Verbeugung den bestellten Tisch. Gleich darauf traten zwei Herren ein, die den Deutschen lebhaft begrüßten. Es waren der Vertreter der Steinherrschen Werke in Liverpool und der deutsche Konsul, die er zum Abendessen gebeten hatte. „Sie verlieren keine Zeit", meinte der letztere lachend, „ganz nach bewährtem amerikanischen Muster: Lunch in Berlin, Tee m Amsterdam, Dinner in London — ich verstehe Ihren Welterfolg! Auf glückliches Gelingen der neuen Erwerbung!" Bedeutsam sah er seinen Gastgeber an, während die Gläser leise aneinander klangen. Aber dessen dunkles Gesicht blieb unbewegt. „Erst mal sehen", sagte er nur. Der Direktor ließ die Blicke über das köstliche Bild des runden Saales schweifen, der mit den goldgelben Seidentapeten, der verschwenderischen Fülle frischer Blumen, dem echten alten Silber und Kristall eine berückende Folie bot für die Pracht und Schönheit, die sich in diesem elegantesten Restaurant der Weltstadt allabendlich versammelte. Im zart abgetönten Lichtschimmer funkelten und gleißten erlesene Juwelen um die Wette mit den strahlenden Augen ihrer Trägerinnen. Und Magnus Steinherr, der gleichfalls in die Runde schaute, bedauerte nachmals, daß Jenny Maloreen nicht mit dabei war. Trotz feiner äußeren Gelassenheit war eine angenehme Spannung und Erwartungsfreude in ihm; er fühlte sich froh unb belebt wie lange nicht, schob es auf den bevorstehenden Abschluß einer für das Werk äußerst wichtigen Patenterwerbung — und sah dabei das Gesicht der Frau vor sich, wie es rosig überhaucht und leuchtend zu ihm emporgelächelt, als sie neben ihm im Flugzeug saß. Nach dem Cocktail wurden gebackene Austern serviert. Ein raffiniert zufammengestelltes Diner folgte, in flachen Kelchen perlte der Sekt. Und als der Direktor nun seinerseits das Glas seinem Chef entgegenhob auf weiteres Gedeihen ihrer gemeirtfomen Arbeit, flog ein Lachen über des Mannes sinnende Züge. „Es wi r d gedeihen, Schmitt, denn wir find mit unseren Herzen dabei!" Dem anderen sprang die Helle Freude aus den Augen. Er neigte sich ein wenig über den Tisch: „Morgen früh um zehn Uhr, wie Sie es gewünscht, komme ich mit Everlein zu Ihnen." Steinherr nickte. Preßte die Lippen fest zusammen und hob den Kopf mit einer unbewußten, sieghaften Geste. Wenn dieses neue Verfahren das hielt, was es versprach, gab es keinen Stahl auf der Erde, der es mit dem feinen an Dauerhaftigkeit und Elastizität aufnehmen konnte. Wahrlich, es war schön zu leben und zu schaffen, sich Schritt für Schritt den Weg zur Höhe zu bahnen ... Als der Mokka serviert war, zog der Gastgeber seine Uhr. „Wenn Sie Lust haben, können wir uns gerade noch den letzten Akt von .Carmen' ansehen; ich habe auf jeden Fall eine Loge bestellt. Eigentlich macht man es hier meist umgekehrt, aber meine Gefräßigkeit war größer als mein Musikhunger." Lachend fuhren sie nach der Covent Garden Oper, wo eine berühmte Sängerin in ihrer Glanzrolle gastierte. Auch hier herrschte eine große Toiletten- und Schmuckpracht. Man kam um zu sehen — und sich so nebenbei die Musik anzuhören. „Und nun?" fragte Steinherr feine Gäste, als fie aus dem Portal in das Nebelmeer traten, das die großen Bogenlampen nur schwach zu erhellen vermochten. „Wo verbringen wir den angerissenen Abend?" „Im Embassy Nachtklub", antwortete prompt der Konsul, sich behaglich in die Kissen des Rolls Royce fallen lassend, „den haben Sie noch nicht erlebt Steinherr; erst vor kurzem eröffnet worden. Das ist eine Sache. Und die Karten habe diesmal ich, als Mitglied darf ich Gäste mitbringen." Der Tanz war schon in vollem Gange, nur mit -Nuhe fanden die drei einen freien Tisch. Ein paar reizende Girls entdeckten den Konsul, fielen jubelnd über ihn und seine Begleiter her, die bald umringt waren von lachendem Uebermut. Der große schlanke Steinherr gefiel ihnen besonders; sein brünettes Ge- ndjt mit den kühlen, spöttischen Augen und seine Eleganz hatten es den Mädchen schnell angetan. Man S13 . Überfülltem Parkett, irgendein süßes, ^w^chtaugiges Weibchen im Arm, sang den neusten Schlager, der noch blödsinniger als sein Vorgänger roar trank Cocktails an öcr Bar im Nebensaal, fpieltc ein wenig, verlor, gewann. s ro.a.r drei Uhr früh, als der Rolls Royce wieder durch o»e fast undurchdringliche Nebelnacht glitt, 01 r 3U J>ruJL ^r, &en deinen Direktor, der eine derartige Nacht selten erlebt, und für den stattlichen Konsul, dem es tue eine Blondine mit den tiefblauen Augen heftig angetan. "Daß Sie es fertigbrachten, wegzugehen", staunte er halb klagend und gab sich Mühe, gerade zu fitzen was schwer fiel. „UeberfütLe macht enthaltsam", sagte Steinherr aus seiner Ecke heraus, ein spöttisches Lächeln um die Lippen. Seine Gedanken waren schon beim nahenden Tag. Die Tollheit, die er mitgemacht, hatte ihn innerlich nicht berührt. Und neben der gespannten Erwartung des geschäftlichen Ergebnisses spürte er eine leise Freude in sich. Zum Lunch besuchte er 2enny Maloreen. Ob sie gut schlief nach dem Flug? Ob Schmerzen sie von neuem quälten? Wenn Wunsche halfen, ging es ihr gut. Der Wagen, der schon eine Weile sehr langsam gefahren, hielt plötzlich. Der Chauffeur sprang herab und öffnete den Schlag. „Verzeihen Sie, Sir, aber oer verfluchte Nebel hat einen ganz irregemucht: ich habe die Kreuzung bei Grosvenvr Square anscheinend überfahren und bin zu weit nach Osten geraten. Darf ich nur schnell mal den Namen der Straße feststellen?" Vom Sitz nahm er eine große Taschenlampe und verschwand. Nur ein dünner Lichtstrahl verriet, wohin sich der Mann gewandt. „Verdammtes Klima, dieses London", schimpfte Schmitt und schlug den Kragen feines Mantels hoch. Kalt und feucht strömte es zur offenen Wagentür herein. „Somas gibt’s bei uns in Deutschland denn doch nicht, Gott fei Dank." Er hotte auf einmal Heimweh. sFortsetzung foT*' ^SodbrennenJL. V% TTL L MagenbeschHerdenDUmKn *Hivl&UGn fKuSop,<' ■ Geschäftsempfehlung! Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend zur Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage das Restaurant Ludwigstraße 62 nach vollständiger Renovierung übernommen habe. / Ich werde stets bemüht bleiben, meinen Gästen mit nur bestgepflegten Bieren und Weinen aufzuwarten. Eröffnung Samstag, den 8. Juli Um geneigten Zuspruch bittet freundlichst KARL TEIGLER 1423 D Während der Ferien lassen Sie am günstigsten Ihre Matratzen und Polstermöbel anfarbeiten resp. neu beziehen bei Gebr. Seelbach, Gießen HindenburgwaU 20 4i32d Telephon 3627 SlaWiiger fagew. z. verleihen. 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