Nr.m KeühauSsabe 183. Jahrgang Donnerstag, 8. Juni 1933 (Erldjctm iägltd), autza Sonntags und Jeiertag» Beilagen: Die 3Du|trtert« (Btebener ftamilienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Ulonats Bejugsprels: Mil 4 ‘Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechtmschlusse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahlnach« richten Anzeiger Gießen. Pofijdiedfonto: Xranffuri am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drrrf und Verlag: vrühl'fche Univeisttälr-Vuch. und 5teindnickerei R. Lanze in Stehen. Schnftleitung und Sefchäflrstelle: Schufttraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- hlameanieigefl von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und<ür denAn- zeigenteil i. B.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Der Viererpakt in Rom von allen Beteiligten paraphiert Oie Zusammenarbeit der vier europäischen Großmächte zur Sicherung des Friedens.—OieZfolierung Oeutschiands gescheitert. Rom, 7. Juni. (WTB.) Die Paraphierung des Viermächtepaktes ist nach der Sitzung des italienischen Senates heute 19.30 älhr duxch die Botschafter von Deutschland, England und Frankreich, und durch den italienischen Regierungschef Mussolini im Palazzo Venezia vorgenommen worden. Der Pakt, über dessen Paraphierung sich die beteiligten Regierungen nunmehr geeinigt haben, hat folgenden Wortlaut: Vertrag zur Verständigung und Zusammenarbeit. Der Deutsche Reichspräsident, der Präsident der Französischen Republik, Seine Majestät der König von Groß-Britannien, Irland und der britischen überseeischen Gebiete, Kaiser von Indien, und Seine Majestät der König von Italien im Dewusttsein der besonderen Verantwortung, die ihnen die Tatsache ihrer ständigen Vertretung im Völkerbundsrat gegenüber dem Völkerbund selbst und seinen Mitgliedern auferlegt, und die sich aus ihrer gemeinsamen lln- terzcichnung der Abmachungen vonLocar- n o ergibt: in der Ueberzeugung, bafj der Z u st a n d des Unbehagens, in bim sich die Welt befindet, nur durch eine Verstärkung ihrer S o l i b a r i • tä t beseitigt werden kann, die geeignet ist, in Europa das Vertrauen auf den Frieden zu festigen; getreu den Verpflichtungen, die sie durch die Völkerbunbssatzung, die Verträge von Locarno und den Brianb-Kellogg-Pakt übernommen haben und Bezug nehmend auf die Erklärung über die Nichtanwendung von Gewalt, die als Grundsatz in der in Gens am 11. Dezember 1932 von ihren Bevollmächtigten auf der Abrüstungskonferenz unterzeichneten Erklärung verkündet und am 2. Marz 1933 von der Politischen Kommission dieser Konferenz angenommen morden ist. in dem Bestreben, allen Bestimmungen der A ö l k e r b u n d s s a tz u n g ihre volle Wirksamkeit zu verleihen unter Beachtung der Methoden und Verfahrensarten, die darin vorq-seheu sind, und denen sie nicht zuwiberl, anbei n wollen; unter Achtung der Rechte eines jeden Staates über die nicht ohne Mitwirkung des Beteiligten verfügt werden kann; sind übereingekommen, zu diesem Zwecke einen Vertrag zu schließen, und haben zu ihrem Bevollmächtigten ernannt:................. die, nachdem sie ihre Vollmachten ausgetauscht und in guter und gehöriger Form befunden haben, folgende Bestimmungen vereinbart haben: SMrf.l. Die Hohen vertragschließenden Teile werden sich über alle Fragen, die sie angehen, ins Einvernehmen sehen. Sie verpflichten sich, alle An- strcngungen zu machen, um im Rahmen des Völkerbundes eine Politik wirksamer Zusammenarbeit zwischen allen Mächten zur Erhaltung des Friedens zur Anwendung zu bringen. Art. 2. In Ansehung der Völkerbundssahung, insbesondere ihrer Art. 10, 16 und 19 beschlichen die Hohen vertragschließenden Teile unter sich und unter Vorbehalt der nur durch die ordentlichen Organe des Völkerbundes zu treffenden Entscheidungen, alle Vorschläge hinsichtlich der Methoden und Versah rensartcn zu prüfen, die geeignet sind, diesen Artikeln gehörige Wirksamkeit zu verleihen. Art. 3. Die Hohen vertragschließenden Teile verpflichten sich, alle Anstrengungen zu machen, um den Erfolg der Abrüstungskonferenz s i ch e r z u st e l l e n; sie behalten sich vor, falls Fragen, die sie besonders betreffen, bei Beendigung der Konferenz offen geblieben sein sollten, deren Prüfung in Anwendung dieses Vertrages unter sich wieder auszunch- m e n, um sicherzustcllcn, daß sie auf geeignetem Wege gelöst werden. Art. 4. Die Hohen vertrag chlicßenden Teile bestätigen ihre Absicht, sich im Hinblick auf eine im Rahmen dcs Völkerbundes anzustrebende Lösung ü b e r alle Fragen wirtschaftlicher A r t ins Einvernehmciz zu sehen, die für Europa, insbesondere für' seinen wirtschaftlichen Wiederaufbau, von gemeinsamem Interesse sind. Art. 5. Dieser Vertrag wird für eine Dauer von zehn Iahren, gerechnet von seinem Inkraft- ztretcn an, abgeschlossen. Wenn keiner der Hohen vertragschließenden Teile den anderen vor Ablauf des achten Iahrcs seine Absicht mittcilt, den Vertrag zu beendigen, gilt er als erneuert und bleibt ohne zeitliche Befristung in Kraft, wobei jeder der Hohen vertragschließenden Teile die Befugnis hat, den Vertrag durch eine zu diesem Zwecke mit einer Frist von zwei Iahren abzugebcnde Erklärung zu beendigen. Art. 6. Dieser Vertrag, der in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache abgefaßt ist, wobei im Falle von Abweichungen der französische Wortlaut inaßgebend ist, soll ratisi- ziert und die Ratifikationsurkunden sollen sobald als möglich in Rom niebergelegt werden. Die Königlich italienische Regicrung wird jedem ber Hohen vertragschließenden Teile eine beglaubigte Abschrift der Protokolle über die Niederlegung über- senden. Dieser Vertrag tritt in Kraft, sobald alle Ratifikationsurkunden niedergelegt worden sind. Er soll im Sekretariat des Völkerbundes gemäß den Bestimmungen der Völkerbundssatzung eingetragen werden. Geschehen in Rom am . ... in einem Exemplar, das im Archiv der Königlich italienischen Regierung niedergelegt bleibt und von dem jedem der Hohen vertragschließenden Teile eine beglaubigte Abschrift übersandt werden wird. Zu Urkund dessen haben die genannten Beooll- mädjtigten diesen Vertrag unterzeichnet. Deutschland stimmt zu. Ein neuer Beweis deutscher Friedensbereitschast. Berlin, 7.3uni. (SU.) In Berliner amtlichen Kreisen verhehlt man sich nicht, daß der jetzt vorliegende und zum Abschluß gebrachte Dierrnächtepakt irn Vergleich zu dem ursprünglichen Gedanken Mussolinis, den der italienische Ministerpräsident erstmalig am 4. März d. I. in die Form eines Entwurfes gekleidet hatte, eine wesen t- l'che Verwässerung bedeutet. Wenn cs anders gekommen ist, als ursprünglich gedacht, so lag dies an den bekannten Widerständen, insbesondere Frankreichs. Immerhin wird an zuständiger Berliner Stelle auf die Bedeutung der Tatsache verwiesen, daß überhaupt in einer kritischen Zeit wie dieser ein Staatsvertrag dieser Art hat abgeschlossen werden können. Es ist auch in seiner vorliegenden Form vieles von den Grundgedanken Mussolinis erhalten geblieben, und was nicht hiervon durchgeseht werden konnte, ist ein Zeichen mangelnder Erkenntnis an gewissen anderen Orten und im Endergebnis ein Schaden weniger für Deutschland als für die allgemeine politische Entwicklung und vor allem im Hin - blick auf öie bevorstehende Weltwirtschaftskonferenz, der man eine Atmosphäre der Solidarität der europäischen Großmächte in dem von Mussolini ursprünglich vorgesehenen Ausmaß hätte wünschen können. Daß dies nicht der Fall war, wird auch in Rom bedauert. Entscheidend ist aber doch, daß in diesem Pakt erstmalig im Gegensatz zu sämtlichen übrigen bisher geschlossenen Pakten und Verträgen ein Moment der Bewegung und die Aussicht und Rücksicht auf künftige Ent- wicklungen ausdrücklich ausgenommen ist. Im einzelnen wird von amtlicher deutscher Seite folgendes hervorgehoben: Artikel 1 hebt klar d i e Führung der vier europäischen Großmächte für die Zusammenarbeit und die Erhaltung des Friedens heraus, wenn auch die Formulierung dieser Tatsache auf den bestehenden Völkerbund Rücksicht nimmt. Der Gesichtspunkt kommt immerhin zum Ausdruck, daß es mit dem Völkerbund, siehe die Ereignisse in Südamerika und der mandschurische Konflikt, allein nicht getan ist. Artikel U ist insofern bedeutsam, als erstmalig Artikel 19 der völkerbundssahung (M ö g11ch k e i- len der Reoisi o n) von allen vertragsschließenden noch einmal ausdrücklich heroorgehoben und anerkannt ist. Alle bisherigen versuche dieser Art, von welcher Seite auch immer, sind bekanntlich seit dem vestehcn der völkerbundssahung bisher an dem widerstände Frankreichs gescheitert, wenn Frankreich gegen den widerstand Englands auch die Zitierung des Artikels 16 (Boykott gegen Friedensbrecher) durchdrückte, so hat dies insofern keine praktische Bedeutung und ist auch insofern eigentlich unverständlich, als nur von der Anwendung aller dieser Artikel, nicht aber von ihrem Ausbau die Rede ist. Die Zitierung des Artikels 16 bedeutet also insofern gar nichts neues. Der Hauptkampf ging vor allem in den letzten vier Wochen um Artikel 3, der d i e Frage der deutfchenGleichberechtigung enthält, weder die Franzosen noch auch der deutsche Standpunkt sind dabei durchgedrungen. Die dann gefundene Formel läßt aber alles offen und ändert nicht das geringste an der seinerzeitigen Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung durch die fünf Brächte. Der Artikel hat aber insofern auch einen wert, als er die Möglichkeit gibt, über die Probleme der Abrüstung und Gleichberechtigung im Kreise der vier Mächte weiter zu verhandeln, wenn die Abrüstungskonferenz scheitern oder sonst unbefriedigend verlausen sollte. Die übrigen Artikel sprechen für sich selbst. Die Formel für die roirt- schaf11iche Zusammenarbeit — sie geht hauptsächlich auf England zurück — hat selbstverständlich keine Spitze gegen andere Mächte, besonders nicht gegenüber Sowjetrußland und Amerika, wie denn überhaupt Deutschland seine Handlungsfreiheit gegenüber allen Mächten behält. Abschließend muß gesagt werden, daß die deutsche Zustimmung zu diesem Pakt ein erneuter Beweis des großen Friedenswillens der Reichsregierung und des deutschen Volkes ist. Wenn jetzt Frankreich noch immer sich gegen eine wirksame Abrüstung im Interesse des Friedens Europas und der Welt sträuben sollte, dann wird man allgemein wissen, was man von Frankreich zu halten hat. Die Rcichsregicrung ist mit ihrer Zustimmung auch den innerpolitischen Bedürfnissen anderer Lander, besonders Frankreichs, weitest entgegengekommen. Es ist dringend zu hoffen, daß der Pakt nunmehr auch eine Entspannung der allgemeinen politischen Atmosphäre zur Folge haben wird. Msiolmi über Vorgeschichte unb Sinn des Pakts. (Sine große Rede im italienischen Senat. Rom, 7. Juni. (TU ) Cm Senat hie t Mimst." piufi: ent Mussolini ein: mit Spannung er- warte.e Rede, in der er folgend»« ausrührte: D.c Idee eines Paktes der Zusammenarbeit und der Ver- ftänöigung zwischen den cier Westmächten kam ni"- nach d.'m Abschluß des ersten Tei.es der Abrüstungskonferenz im vergangenen Sommer. Der Pakt ist als eine Fortsetzung und Entwicklung der internationalen Verträge, in erster Linie des Vertrages von Locarno, zu rer tchen. 2er Vertrag von Locarno bildete einen Meilen stein auf bt m Wege der europäischen Beruhigung. Es handelt sich nicht darum, eine endgültige und unver.inderticbe Rangordnung ber Staaten zu protokollieren. Eine solche Rangordnung, soweit sie bic vier Weltmächte Eurovas betrifft besteht objektiv unb ge,eglid). Sogar im ortho box-demokratischen Völkerbund ist eine Rangordnung zwischen den Staaten im Gründungc-akt festgelegt dadurch, daß einige Staate, einen ft a n • di gen Ratssitz erhielten, andere einen halöst ä n b i g e n , andere im Wechsel. Die einen ständigen Sih haben, sind eben d i e vier w e st m ä ch t e. Sie haben größere Verantwortlichkeit, sich selbst und der Welt gegenüber, von ihren mehr oder weniger herzlichen Beziehungen hängt vor allem auch die Ruhe und die Entwicklung der anderen Staaten ab. Man behauptet, daß die Fassung des Paktes, wie er heute paraphiert wird, vom ursprünglichen Text weit entfernt sei. Das war in einem gewissen Sinne unvermeidlich. Aber eine aufmerksame Prüfung ber Texte erlaubt bie Feststellung, baß bie Grundprinzipien geblieben sind. So ist es mit der Verpflichtung, eine Politik der Zusammenarbeit zwischen den vier Mäch- len unb den anderen Staaten zu verwirklichen, wie das in Artikel 1 scstgelegt ist, so ist es (Artikel 2) mit ber Zitierung des Artikels 19, ber bie Möglichkeit einer neuen Prüfung ber u n• anwendbar gewordenen Verträge vor- sieht, fo ist es schließlich mit ber Behandlung der Ab- rüstungssrage, wenn die Abrüstungskonferenz nicht zum Ziele gelangt (Artikel 3). Die Einigung über den Artikel 3 war besonders schwierig. Nach der schließlich vereinbarten Formel geben die vier Regierungen neuerdings ihrem Willen Ausdruck, jede Anstrengung zu machen, damit die Abruftungskon- ferenz zu günstigen Ergebnissen gelangt. Die Er- klärung vom 1. Dezember 1932, die sich auf bie Gleichberechtigung Deutschlands und ber anberen entwaffneten Staaten beziehen, muß tat- sächliche Sebeutung gewinnen. Es ist klar, baß sich durch ein Scheitern der Abrüstungskonferenz eine schwere, ja unhaltbare Lage ergeben würde. Für diesen Fall seht Artikel 3 fest, daß Frankreich, Deutschland, England und Italien die Behandlung der Frage unter sich ausnehmen würden, natürlich mit der schuldigen Rücksicht auf alles, was die anderen Staaten betrifft. Der Viererpakt bietet auf diese Welse starke Friedensgarantien für alle europäischen Staaten. Wenn man Deutschland auserlegte, innerhalb Sines schwer bewaffneten Europas ewig entwaffnet zu bleiben, würde bie Anerkennung seiner Gleichberechtigung wie Ironie (linken unb sein Posten als Gleicher unter Gleichen ;m Völkerbundsrat würde zur traurigen Fiktion Ist es notwendig, noch einmal zu sagen, daß sich der Pakt gegen nie- manben richtet? Er ist fern von jebem Gedanken gegensätzlicher Gruppenbildungen oder politischen Antagonismus uno zielt nur darauf, die Interessen ber einzelnen Staaten zu wahren unb sie mit ben höchsten allgemeinen Interessen zu vereinen, nämlich ber Befestigung des Friedens, d-'r Möglichkeit des Wiederaufbaues. (Lehhafter Beifall.) Tenbenziöfe unb wiberfpruchsvolle Gerüchte find über bie Haltung Frankreichs gegenüber bem Viererpakt umgelaufen. Tatsächlich hat die fron- zösische Regierung zu ben im Pakt enthaltenen Grundsätzen eine präzise Formulierung beigetragen Man muß ehrlich anerkennen, baß bic franz. Regierung tapfer gegen ben Strom gekämpft hat, b. h gegen Interessen, Gefühle unb Befürchtungen, bic im fron- zösischen Geiste vorhanden sinb. Sie bat alles überwunden, weil sie vom Wert ber Grundsätze des Paktes ehrlich überzeugt ist. In der verbesserten Atmosphäre des Viererpaktes ist eine Beschleunigung einiger besonderer Fragen sehr wohl möglich, bic Italien und Frankreich trennen, wie auch bie Lösung anderer Fragen, bic Deutschlanb unb Frankrei..) angehen können. von einem ebenso lebhaften Wunsch zur Zusammenarbeit beseelt war die Haltung Deutschlands. L» gab einen Augenblick, in dem eine tendenziöse Hetze jener Elemente, die durch die nationalsozialistische Revolution um die Macht gebracht waren, die Erscheinung des Krieges von neuem an die wand zu malen schien. Die große Rebe Hitlers vom 17. Mai hat die Lage unmittelbar geklärt. Line moralisch mutige und politisch beruhigende Rede, Deutschland will den Frieden und nicht den Krieg, einen aufbauenden Frieden im Innern wie im Acußern. Dies ist der Hauptpunkt der Rede, die auch eine ausdrückliche Zustimmung zum Viererpakt enthielt. Mit seiner Zustimmung zuerst, mit einer weitblickenden Mitarbeit am Pakt bann und mit seiner vor einer Stunde dem deutschen Botschafter gegebenen Ermächtigung zur Paraphierung hat Hitler (langanhaltender Beifall) einen greifbaren Beweis für die Absichten seiner Regierung geliefert. Der Friedenswille Deutschlands ist in eder Hinsicht feierlich beträftigt. Man muß sich darüber klar sein, daß die Revolution in Deutschland nicht nur eine nationale, sondern auch eine soziale ist und daß es zumindest gewagt erscheint, sie nach dem Maßstab deS Vorkriegsdeutschland zu messen (Zustimmung). Es ist eine Revolution des Volkes, gemacht von Männern. die aus dem Kriege und aus dem Volke hervvrgegangen sind. Es ist kein Staatsstreich, dec von oben kommt, sondern eine Bewegung, die von 20 Millionen Deutschen getragen ist. Ich wiederhole, was ich neulich im selben Saale hier sagte: Deutschland steht i m Herzen Europas mit seiner gewaltigen Masse von 65 Mill. Einwohnern, mit seiner Geschichte, seiner Kultur, seinen Rotwendigkeiten. E ne wahrhaft europäische und dem Frieden dienende Politik kann man nicht ohne Deutschland machen und noch weniger gegenDeutsch- l a n d. (Beifall.) Mussolini betonte ausdrücklich, daß bei dem Pakt an eine europäische Einheitsfront in keiner Weise gedacht sei, vielmehr auf dieMitarbeitderVereinigten StaatenvonRordamerikadergrößte Wert gelegt werde Man dürfe nicht glauben, daß nach dem Abschluß des Pattes nun keine Gegensätze mehr vorhanden oder daß solche Gegensätze wie durch Zauber gelöst seien. Ein solcher Optimismus sei nicht am Platze. Der Pakt fei eben deshalb geschaffen, um von Fall zu Fall auftauchenden Schwierigkeiten nachgchen zu können. Deshalb müsse der Palt ein lebendiges Dasein führen und es mühten die verantwortlichen Männer der vier Staaten mehr oder weniger regelmäßig zusammenkommen. „Der Geist dieses Paktes beendet ein Kapitel bef Rachkriegt - aeschichte und beginnteinneues. Sein Geist soll Europa zehn Friedensjahre fiebern, während deren die bedrohlichen und schweren Fragen innerpolitischer und internationaler Art gelöst fein werden." Gegen 20.30 Llhr versammelte sich aus der Piazza Venezia eine große Menge, die dem Duce eine lebhafte Ovation darbrachte. Mussolini trat auf den Balkon unb sagte: Ich betrachte den heutigen Tag als einen Rationaltag für das von den Schwarzhemden erneuerte Italien. Die AmtseiiWmng Prinz Philipps von Hessen als Oberpräsidenl von Hessen-Aassau. Kassel, 7. Juni. (Lpd.) Ganz Kurhessen und Waldeck steht im Zeichen der feierlichen Amtseinführung des neuen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau, Prinz Philipp von Hessen, die durch die Teilnahme des Preu- hischcn Ministerpräsidenten Göring und zahlreicher in- und ausländischer Persönlichkeiten ein besonderes Gepräge erhielt. Kassel, die ehemalige Residenz Kurhessens, bietet ein farbenprächtiges Bild. Die Bahnhofshalle ist mit frischem Grün und Girlanden festlich geschmückt; auf dem Bahnhofsvorplatz wehen von vier hohen mit Tannengrün umkränzten Masten neben den Symbolen des alten und des neuen Reiches italienische Staatsflaggen. Ministerpräsident G ö- ring, der Prinz von Hessen, beide in SA.-LIniform, sowie die Gemahlin des Prinzen, Prinzessin Mafalda, wurden auf dem Bahnsteig von Reichsstatthalter Sprenger und Gauleiter W e i n r i ch , sowie von den Spitzen der Behörden begrüßt. Auf dem Bahnhofsvorplatz, wo eine Hundertschaft der Schutzpolizei, SA.-, SS.- und Stahlhelmabteilungen Aufstellung genommen hatten, wurde unter dem Klängen des Präsentiermarsches und dem Jubel der Bevölkerung die Front abgeschritten, worauf die Fahrt zum Roten Palais erfolgte, wo Oberbürgermeister Dr. L ahme y e r namens der Stadt Kassel dem Ministerpräsidenten herzliche Willkommensgrüße entbot und ihm den Ehrenbürgerbrief überreichte. ijür die Gauleitung Kurhessen der NSDAP, begrüßte Gauleiter W e i n r i ch (Kassel) den Ministerpräsidenten. Reichsstatthalter Sprenger begrüßte den Prinzen Philipp als Oberpräsidenten und wies auf das verantwortungsvolle Amt, das ihn erwarte, bin. Er gab dem Wunsche Ausdruck zu gemeinsamer Arbeit, um die hohe Aufgabe erfüllen zu können, zu der der Führer den Weg gewiesen habe. Ministerpräsident Göring dankte zunächst dem Oberbürgermeister für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Wenn ich heute meinen ersten offiziellen Staatsbesuch gerade dieser Provinz zuteil werden ließ, so erkennen Sie darin auch ein gewisses Vorzeichen. Es ist das Herz Deutschlands und ich ging zuerst zum Herzen. Diese Provinz ist wirklich ein Juwel, und ich glaube, daß ich meinem lieben Mitkämpfer Prinz Philipp kein Größeres antun konnte, als daß ich heute dieses Juwel zu treuen Händen ihm übergebe. Ich bin mir bewußt, daß die Provinzen nur von Nationalsozialisten regiert werden können, und ich möchte hier sagen, das ist es, was uns verbindet, die gemeinsame Idee und der Kampf in vielen Jahren. Es ist für diese Provinz etwas Besonderes, daß ich einen der treuesten Mitkämpfer an die Spitze stelle. Sie wissen, daß Sie das Bertrauen des Führers und mein Vertrauen haben und ich glaube Ihnen sagen zu können, wer das Vertrauen des Führers hat, hat auch das Vertrauen des Volkes und dieses Vertrauen wird Ihnen Ihre schwere Aufgabe erleichtern. Darüber hinaus begrüße ich es auch, daß ich Sie an die Spitze stellen konnte und daß ich Sie heute hier einführen kann, wo Ihre Ahnen einstens zum Segen des Hessenlandes regiert haben. Hier sollen sie nun Traditionen schönster Art forlführcn. Ich bin darüber hinaus froh, daß Kassel wieder nicht nur zu einem Mittelpunkt des kulturelles Lebens wird, sondern zu einem Mittelpunkt jener freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Lande Italien und unserem Vaterland. Die gemeinsame Weltanschauung, die beide Länder heute als Grundlage ihres Seins haben, verbindet sie. Darüber hinaus war Italien das einzige Land, das in den vergangenen Jahren wiederum zu Deutschland gestanden hat und jeder Ore romantische Nacht. Von H. Schm dt-Ellrich. Wir befanden uns auf der Fahrt von Amsterdam nach Vigo. Klar und mild war die Rächt. Wir lagen zu fünfen in unseren Stühlen auf dem Promenadendeck und dachten endlose Gedanken. Leise stampfend zog die „Sierra Cordoba" ihre Dahn durch das glatte, sternenüberglänzte Meer. „Eine romantische Rachti" unterbrach Lützeler, der Rotterdamer Kaufmann, das Schweigen. Rie- mand antwortete ihm. Rur Leggewie, der junge Schriftsteller, ließ sein schallendes Lachen hören, worauf jener, beleidigt und ein wenig erregt, sich an diesen wandte: „Darf ich Sie fragen, mein Herr, was Sie veranlaßt —?" „Aber nicht doch", fiel ihm besänftigend Leggewie ins Wort.' „Richt, daß ich Sie hätte beleidigen wollenl Verzeihen Sie, wenn es den Anschein hatte! Ich lachte nur, weil mit einfiel, daß die Gedanken eines jeden unter uns, bei Licht besehen, wohl wenig mit Ihrer gefühlvollen Feststellung übereinstimmen. Sie werden das selbst zugeben müssen, Herr Lützeler. Jedenfalls, was mich betrifft: ich überlegte soeben — rein sachlich! — die Pemte einer Kurzgeschichte, die ich anfangs kommend r Woche nach Berlin zu liefern habe." Da lachte über die gelungene Art auch der Holländer. L.ggcwie, der fei che Junge, schallerte hinterdrein und wir andern schlossen und gleichfalls an. „Ra, gut denn", sagte der Mynheer, „so will ich auch Ihnen gestehen, zuerst —" zuerst und vor allem", vollendete Kam- mann, den wir als Weltbummler kennengelernt hatten, frei in seinem Sinn den Sah, „zuerst und vor allem an die gegenwärtig ungünstige Entwicklung der Kupferpreise gedacht zu haben." „Gut geraten!", bestätigte der Börsenmann. „•Unb du?", wandte sich Leggewie, mein Freund, nun auch an mich. Unb immer noch lachend, bekannte auch ich, daß die Dinge, die ich gedacht hatte, durchaus nüchterner Ratur und wirklich nicht romantisch gewesen waren. „Ra also!" gab er sich endlich zufrieden. Dann tat er, was er immer tat, wenn er recht bekommen hatte: er begann vorzutragen. „Meine Herren! Sie haben gesehen, daß es in unserer späten, schnellebigen Zeit einen Hang nach Romantik nicht mehr gibt. Die Romantik ist gestorben. Der Realismus, die Uebermacht alles Realen in unferm hastenden Dasein." „Sie irren. Mister Leggewie!!" an seinem Platz hat versucht, diese Beziehungen auszubauen und Sie wissen, Prinz Philipp, wie unser Führer an den Stufen des Reichstags diesen herzlichen und engen Beziehungen aufrichtige Worte gewidmet hat. Ich bitte Sie, diese Beziehungen weiter auszu- bauen und Kassel zu einem Mittelpunkt dieser außenpolitischen Aufgaben zu machen." Prinz Philipp dankte in herzlichen Worten für die Einführungsrede des Ministerpräsidenten, die ihm als Leitfaden für sein ganzes zukünftiges Wirken dienen solle. Er betonte, daß er als treuer Rationalso- zialist dem Ruf seines Führers gefolgt sei und bat um das Vertrauen seiner Mitarbeiter, welches das Fundament der Arbeit sein soll, ßum Besten der Provinz und des Vaterlandes. Im Anschluß an ben Festakt trugen sich die Gäste in das Goldene Buch der Stadt Kassel ein. Di? Reden wurden durch Lautsprecher übertragen, so daß die vor dem Roten Palais versammelte tausend- köpfige Menschenmenge an dcn Feierlichkeiten teil« nehmen konnte. Als der Ministerpräsident mit dem neuen Oberpräsidenten auf dem Balkon des Schlosses erschien, erklangen das Deutschlandlied und die ua- lienische Nationalhymne. Ministerpräsident Goring hielt eine Ansprache an die Bevölkerung. Das Hoist- Wessel-Lied und der italienische Faschistenmarsch bildeten den Abschluß der Feier. Die Gäste begaben sich dann vor das Hauptportal des Schlosses, wo sie den Vorbeimarsch der nationalen Verbände und einer Hundertschaft der Schutzpolizei abnahmen. Darauf folgte die Weiterfahrt nach W i l h e l m s h ö h e, wo der Ministerpräsident und Prinz Philipp von Hessen Wohnung genommen haben. Den Abschluß der Kasseler Feierlichkeiten bildete eine Festaufführung der Oper „Lohen- g r t n" im Staatstheater. Ministerpräsident Göring und Prinz Philipp von Hessen wurden bei dem Betreten der Ehrenloge von den Theaterbesuchern lebhaft begrüßt. Nach Beendigung der Festvorstellung bewegte sich ein großer Fackelzug durch die Straßen der Stadt. Von der Bevölkerung begeistert begrüßt, wurde sodann die Rückfahrt nach Wilhelms- Höhe angetreten. Am Donnerstag findet eine Besichtigung von Wilhelmshöhe statt, worauf um 12 Uhr d i e Fahrt durch Hessen-Nassau angetreten wird. Zusammenarbeit der preußischen Ober- und Regierungspräsidenten mit den Gauleitern der NSDAP. Berlin, 7. Juni. (WTD. Funkspruch.) Amtlich. Ministerpräsident Göring hat an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten einen Erlaß gerichtet, in dem es heißt, daß die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten bei Erfüllung ihrer Aufgaben die Pflicht haben, mit den führenden nationalsozialistischen Persönlichkeiten ihres Bezirkes, also in erster Linie den Gauleitern Fühlung zu halten. Selbstverständlich wird hierdurch das dem Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten zustehende Recht der Exekutive in keiner Weise berührt; diese verbleibt vielmehr ausschließlich ihnen. Jedoch werden sie zweckmäßig vor wichtigen Maßnahmen mit dem zuständigen Gauleiter in Verbindung treten, um diesem Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Zu solchen Maßnahmen rechnen besonders die über leitende Beamte zu machenden Personalvorschläge. In den Berichten über derartige Personalangelegenheiten ist die Stellungnahme des Gauleiters anzugeben und, falls sie von der eigenen Auffassung abweichen sollte, dazu Stellung zu nehmen. Seltsam! Denke ich an jenen Augenblick unserer Unterhaltung zurück, so ist mir, als wären wir alle erschrocken zusammengefahren, als Spaun, der fünfte unb frembeste in unserer Reisegesellschaft, so jäh Leggewies Redefaben zerriß. Wie auf Kommando blickten wir alle zu ihm hinüber. Unbeweglich lag er ba, bie Decke bis unters Kinn gezogen, unb mit geschlossenen Augen. Als hätte er bie Worte nie gesprochen. „Wieso irre ich, Herr Spaun?" fragte ber junge Leggewie nach einer Weile. „Wieso?" — Kalt und gedehnt gab es Spaun zurück, öffnete die Lider zu einem schmalen Spalt und musterte mit spöttisch verzogenen Mundwinkeln den Schriftsteller. Leiser und wie in innerer Hast fuhr er dann fort: „Weil Sie das Leben, das lebendige Leben, in unserer Vielgestaltigkeit verkennen, ©entfernen! Realismus ist ein törichtes Wort, mit dem diejenigen hausieren gehen, bie geistig zu blind sind, um den starken Zug nach allem Romantischen in unferm alltäglichsten Dasein zu erfassen. Zu blind — oder zu borniert. Das letztemal hörte ich das Wort aus dem Mund eines reichen Hamburger Bankmenschen. Sein Leben war gerade und dürr verlaufen wie ein Zollstock. Liebe war ein Begriff, den er nicht kannte. Oder dem er aus 2lngst vor — Romantik ausgewichen war. „Mein Leben steckt in meinen Bilanzen!", sagte er. Drei Tage später fand man ihn auf ber Terrasse feiner Sommervilla, in einem Sessel liegen!) — tot. Auf ber Weste ein kleiner, buntelroter Fleck. Ein Dolchstoß mitten ins Herz hatte unter fein zahlenreiches, wenig romantisches Leben einen nic^t gerade alltäglichen Bilanzstrich gesetzt--“ Hier schwieg ber Erzählenbe. Erst nach längerer Pause sprach er weiter: -Der Mürber würbe nie entbedt. Er hatte wohl bie Spuren seines Verbrechens sorgfältig zu beseitigen verstauben. Rur in ber Bibliothek beg Hauses, in einer alten Familienbibel versteckt, sank) man ben kleinen, flachen Dolch mit ■Imc^er aKorö ausgeführt worben war. Unb — ich hätte es beinahe vergessen — im Privatwert- fad) des (Srmorbeten fehlten bie hunberttausenb 28ark, Die ber reiche Mann sich am Tag zuvor Don ^iner Bank hatte holen lassen, um einen Grunbstuckskauf zu tätigen — —“ Wieder schwieg Spaun. Unb wieder nach einer OSeile erhob er sich plötzlich, verneigte sich kurz und sagte: 0 denke, es ist an ber Zeit, schlafen zu gehen! Verbuht sahen wir ihm nach, wie er hager unb ein wenig gebeugt, in ber Dunkelheit ber- schwand. Dann war es lange still. Die AbriifflWskonserenz bis zum 27juni vertagt Präsident Henderson begibt sich zu privaten Besprechungen nach London. Genf, 7. Juni. (TU.) Das Präsibium ber Abrüstungskonferenz hat am Mittwoch auf Vorschlag bes Präsibenten Henberson einstimmig beschlossen, sich bis zum 2 7. Juni zu vertagen. Die erste Lesung bes englischen Abkommensentwurfes soll am Donnerstag endgültig abgeschlossen werden. Die nächste Sitzung des Präsidiums der Konferenz ist erst auf den 2 7. Juni festgesetzt worden. Diese dreiwöchige Vertagung der Konferenzarbeiten wurde von dem Präsidenten Henderson mit dem Hinweis begründet, daß ihm nach dem letzten Beschluß des Hauptausschusses jetzt die Führung der privaten Besprechungen mit den Mächten zur Vorbereitung der zweiten Lesung übertragen worden fei. Henderson betonte, daß die Anwesenheit ber Regierungschefs unb ber Außenminister ber maßgebenden Mächte a u f der Londoner Weltwirt s ch a f t s k o n f e r e n z für ihn eine Verlegung seines Sitzes nach London notwendig gemacht habe. Er beabsichtige, sich zunächst in London niederzulassen, um während der Konferenz fortlaufend bie nottoenbigen Besprechungen mit den Hauptmächten zu führen. Ein festes Programm für diese Besprechungen liege nicht vor. Auf Grund dieser Ergebnisse werde sodann das Präsidium bis zu dem auf den 3. Juli festgesetzten Wiederzusammentritt des Hauptausschusses die 2. Lesung des englischen Abkommensentwurfes vorbereiten können. Der Vorschlag Hendersons wurde von Botschafter Radolnh unterstützt. Die Abrüstungskonferenz wird damit vom Donnerstag, dem 8. Juni an, zunächst bis zum 27. Juni ihre Arbeiten aussetzen, da auch keinerlei Aus - schußsitzungen während dieser Zeit stattfinden sollen. Das Schwergewicht der Abrüstungskonferenz verlagert sich nunmehr für die Dauer der Vertagung nach London. Der Vertagungsbeschluß entspricht den deutschen Interessen. Von deutscher Seite ist immer wieder auf bie Notwendigkeit endgültiger Entschei - düng em hingewiesen worden. Da die öffentlichen Verhandlungen der Konferenz ohne jede Einigung verlaufen sind, muß nunmehr als letzte Möglichkeit der Weg privater Besprechungen beschritten werden. Oie Kontrolle der WaffenhersteUung. Der französische Antrag zurückgestellt. G e n f, 7. Juni. (TU.) Botschafter Nadolny brachte im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz bei der Aussprache über den französischen Vorschlag zur Regelung ber Kontrolle der Waffen- herstellung und des Waffenhandels Bedenken der Reichsregierung zum Ausdruck. Die deutsche Abordnung seit bereit, eine jede Regelung der Waffenherstellung und des Waffenhandels anzunehmen, wenn dadurch die Abrüstung gefördert würde, wenn sie praktisch durchführbar sei und gleiche Anwendung auf alle Mächte finde. Die Regelung dieser Frage sei jedoch lediglich eine Ergänzung der praktischen Abrüstungsbestimmungen, keineswegs jedoch eine Bedingung für die Abrüstung. Botschafter Nadolny lehnte in Uebereinftim- mung mit Norman Davis die Abschaffung der privaten Rüstungsindustrie mit dem Hinweis ab, daß hierdurch nur die Schaffung von staatlichen Rüstungsindustrien gefördert würde. Deutschland sei bekanntlich jede staatliche Rüstungslndustrie verboten worden. Jetzt versuche man auch, die private Rüstungsindustrie zu verbieten. Deutschland verlange, daß die gleiche Kontrolle auf die staatliche und auf die private Rüstungsindustrie Anwendung finde. Der italienische Vertreter Don R u s p o l i bezeichnete den französischen Vorschlag als eine vollständige Umgestaltung bes englischen Abkommens- entwurfes. Die italienische Regierung würbe zu einer grundlegenden Aenderung ihrer gesamten Haltung gezwungen sein, wenn ein derartiger Plan angenommen würde. Auch Staatssekretär Eden äußerte sehr ernste Bedenken. Ueberein- stimmend wurde von den Vertretern dieser Mächtegruppe darauf hingewiesen, daß selbver- ständlich die gewaltigen Kriegsmaterial l ä g e r einzelner Länder bei einer Kontingentierung in Anrechnung gebracht werden müssen, da sonst eine vollständige Verschiebung der Rüstungsverhältnisse eintreten würde. Rach einer mit ungewöhnlichem Stimmenaufwand vorgetragenen Anklagerede des französischen Sozialistenführers I o u h a u x gegen bie private Waffenherstellung, wurde dann der Antrag b i s zur 2. Lesung zurückgestellt und Henderson beauftragt, in der Zwischenzeit in direkten Verhandlungen eine Einigung herbeizuführen. Oie (Strafanträge im Gereke-prozeß. Berlin, 7. Juni. (ERB.) Im Gereke-Pro- zeß wurden bie Strafanträge gegen bie beiden Angeklagten gestellt: In feinem Plädoyer betonte der Anklagevertreter Assessor v o n H a a k e. er müsse mit aller Bestimmtheit feststellen, daß das Verfahren gegen Gereke mit Politik nicht mehr und nicht weniger zu tun habe, als je- der andere Prozeß, in dem der Staat gegen einen Schädling, gegen einen Gesehesverbrecher seinen gesetzlichen Strafanspruch geltend macht. ...es handele sich vielmehr umreineVermögens- d e l i k t e. Die rechtswidrige Aneignung von 74 000 Mk. durch Dr. Gereke allein rechtfertige schon die Verurteilung des Angeklagten. Dr. Gereke habe, anstatt auf die schweren Vorwürfe klare, eindeutige Ausführungen zu machen, um die Frage herumgeredet. Der Staatsanwalt beantragte gegen Dr. G e - r e k e wegen Betrugs und wegen fortgesetzten Betrugs eine Gesamtstrafe von sechs Jahren Gefängnis und 1-0 0 0 Mark Geldstrafe unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von fünf Jahren. Der Staatsanwalt beantragte ferner, den Angeklagten Freigang im Falle der Beihilfe zur Untreue und zum Betrüge beim Hindenburg-Ausschuß freizusprechen und wegen Beihilfe zum fortgesetzten Betrug im Falle der Zeit-, schrift Gefängnis st rafe von sechs Monaten Bewährungsfrist von drei Jahren. Dr. Gereke war Bevollmächtigter des Hindenburg-Kuratoriums, dem diese Wahlgelder zur Verfügung standen. Nach Schluß ber Wahl mußte Dr. Gereke bie von ihm gemachten Ausgaben auf Heller und Pfen- nig abrechnen. Er hat dadurch, daß er 452 000 Mark Ueberschuß nicht zurückgab, den Berechtigten gegenüber eine Vermögensverfügung getroffen, durch die das Kuratorium in erhebliche Schwierigkeiten geriet. Dem Angeklagten mußte bewußt gewesen sein, daß er in dieser Weise nicht handeln durfte, sonst hätte er nicht mit falschen Rechnungen operiert. Im Falle „Zeitschrift" hat sich herausgestellt, daß Dr. Gereke bis in die neueste Zeit hinein nur Treuhänder des Verbandes war. Es mutet wie ein Stück aus dem Tollhause an, daß Dr. Gereke 30 000 RM. bewilligt wurden, um die Zeitschrift über die nächsten Monate hinwegzubringen, während Dr. Gereke zum gleichen Zeitpunkt bereits das Doppelte dieser Summe aus den Ueberfchiisfen der Zeitschrift entnommen hatte. Wenn Dr. Gereke erklärt, auch hier habe er die Gewinne aus der Zeitschrift für den Verband verwandt, so ist auch dies unrichtig. „Eine Geschichte", meinte Leggewie schließlich, „ber bie innerliche Rutzanwenbung fehlt." „Immerhin möglich", versetzte Kammann, gleichgültig, „baß wir sie noch erfahren. Aber ich glaube, für heute folgen wir erst mal bem Beispiel jenes kuriosen Knaben unb gehen zu Bett!" Wir brachen auf,. An ber Treppe verabschiebete sich Kammann von uns: „Ich muß noch zum Funkraum hinauf; ein Telegramm — ich vergaß es." Zwei Tage später lief bie „Sierra Corboba" in ben Hafen von Vigo ein. Als wir an ber Kaimauer festmachten, erschienen zwei Beamte ber Hafenpolizei an Bord unb fragten nach Herrn Spaun. Ich sah, wie er sich meldete, sah, wie die fremden Herren ihre Ausweise zeigten, ein kur er Wortwech'el — unb als erste verliehen bie brei, Spaun in ber Mitte, bas Schiff. Leggewie unb ich starrten uns wortlos an. Da schlenberte Kammann vorbei. „Hallo, Kammann, wissen Sie, was bas zu be- beuten hat?" „Romantik!", lachte bet unb trat näher zu uns. „Ich gehörte nämlich, müssen Sie wissen, bamals zu ber Kommission, bie bas Verbrechen an dem Hamburger Bankherrn aufkläten sollte. Wir fanden keine Spur. Richt einmal bas Werkzeug, das zum Mord benutzt worden war — — bis vorgestern nacht der Mörder selbst das Versteck verriet. Ich fünfte nach Hamburg, und siehe ba: ber Dolch würbe nach Jahren an ber von Spaun genau bezeichneten Stelle gefunden" „Rann?", frohlockte Leggewie, und ein triumphierendes Lächeln umzog seinen knabenhaften Mund. sah nur den erledigten Gegner. „2a, junger Freund!" klopfte ihm Kammann, der „Weltbummler", vertraulich auf die Schulter, „aber mit dieser Pointe hat Spaun Sie auf ber ganzen Linie geschlagen. — Leben Sie wohl, meine Herren!" Zeitschriften. — In ber neuesten Rümmer 4603 ber „311 u ft r i e r t c n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) sagt über bie Geselligkeit unb ihr belebendes Element, bie Unterhaltung, Eugen Kalk- schmidt tiefe Wahrheiten in einem Beitrag "Dinge, bie man nicht sagt". — In die Anfänge der Geschichte führt uns ein Artikel über die neuesten Grabungsarbeiten in Babylon und die Erforschung des Turmes zu Babel von Prof. Dr. Walter Bombe, -dem eine Anzahl inter» essanterAbbildungen beigegeben ist. Helen Hartmann schildert die Reifebeschwerlichkeiten in Lateinamerika und ihre Behebung mittels Flugzeugs. — Das aktuelle Gepräge des vorliegenden Heftes wird noch durch bie eingehenbe Berücksichtigung ber mannigfaltigen Tagesereignisse erhöht. — Die Monatsschrift „Deutsche Ratio n“. Verlag I. I. Weber, Leipzig, Reudnitzer Str. 1—7 (Preis 75 Pfennig je Heft) bringt in ihrem Heft 6 Worte Moeller van den Brucks über die Größe eines Volkes. Heber den ungebrochenen Willen Japans, bas von seiner großen Sendung im Osten nicht lassen wird, handelt ein Aufsatz des japanischen Kriegsministers Araki. Dr. von Leers schreibt über bie Verpflichtung, die das Parteibuch dem deutschen Rationalsozialisten auferlegt. Beachtung verdient ferner die neueste Form der Rubrik „Was das Ausland schreibt"... Dazu ein vorzüglicher Dilderteil. — „Der Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaft und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeber Dr. Oskar P r o ch n o w. Jahrgang 10, Heft 2: 36 Seiten Text, 2 Tafeln und 27 Textabbildungen. Preis vierteljährlich 2,50 Mark, einzeln 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Benin- Lichterfelde. — Das Maiheft bringt aus allen Gebieten der Naturwissenschaften — aus Tier-, Pflanzen- und Menschenkunde, aus Erdkunde und Erdgeschichte,. aus Physik und Technik — eine Reihe von beachtenswerten großen und kleinen Beiträgen mit reizvollen und sorgfältig gedruckten Bildern. In einem großen Aufsatz über „Kernfragen der Vogelzugsforschung" behandelt der Leiter der Vogelwarte Rosfitten, Dr. E. Schüz in gedrungener Form an Hand der neuesten Karten den Vogelschutz, näml'ch das Wie, Wohin und Warum ber Züge. Dieser Beitrag wird den ungezählten Vogelfreunden gewiß sehr willkommen sein, da feit längerer Zeit keine knappe Uebersicht über ben Stand ber Forschung gegeben wurde. — Die Frage ber Geschlechlbeeinslussung, die ja nun auf Grund ber Erforschung der Geschlechtsbestimmung der Beantwortung näher gerückt ist, erörtert Prof. Andersen vom Zoologischen Institut Weihenstephan an Hand sehr interessanter biologi- scher Versuche. — Ueberraschen.de Bilder von den giftigen Lorcheln, von denen kürzlich bereits in einem Aufsatz des Gießener Anzeigers die Rede war, den „Morcheln" des Handels, und den wirklichen Morchel' gibt der Pilzfachmann Dr. Hennig. — Erwähnt seien bie eindrucksvolle geographische Skizze der Wüste Namib mit prächtigen Bildern, die Darstellung über ben großen Bruder ber Verstärkerröhren, nämlich ben gittergesteuerten Gasgleichrichter mit Glühkathode, über bas Vordringen des Kartoffelkäfers, über überwinternde Störche, Aalsterben, den Ozaphanfilm, über die Bereitung des Biers ber alten Germanen, sowie über eine Reihe von psychologischen, biologischen und erdkundlichen Fragen. ** Sterbefä vom 15. bis 31. ZugeMg ui Der hessisch unb Bikbung- ben an bie Diref Schulen unb ber ■ •an bie Kreis- uni „Der Zugenbtag als Fest ber nati feiert. Morgens finbei Aeichsflaggen auf ber ganze Lehrkä treten. In einer f 3ugenb an ber b< Mit Fahnen uni werks (HI., L.b.M ben gemeinsamen vorbereitete Darbt. £s, fröhtidjes T Hk, Mannschaft Lus bie gemeinsam Nenbs werben Mpfoerbänben S Jaran beteiligen si jofir an. Die Sch örtlichen Dienste! nehmen setzen? W . Quillt löinisH' && Los" "ÄsenDC ntü vo ruch. Äiumeiwe Diese 2 ß l»J&' roden , „H d< &«? s< KSÄ "jLnb unb oau SS £ MW-; ^ Anordnung d S.LZ L eine «»!>“* Orbnung Men Hänfen, gehöre" zeit schenkt uns Men aus de 3n blauen ®l lingSMchen, sich schmal unb j Straub von Di Gräsern ,-ck “ tuchen heraus, m müden Äfnosphä' rötlichen Lanken Schale voll gelbe' Tas ist es: nid etunbe und die, fo auszudrücken 1 ihren leuchtenden gefälligen ober 1 Lild und ist u schmückt den gan ins Zimmer trit druck eines feit MO Wunzenbe Weffen sah u ruhige Lurg. Qic Zungen wohl »m und etäl ^beigeeilt, um fi $icIe Tage »uh, £?"■ ° 'Mn, um einen und freubk Rat und Dai Umsicht unb Z1 ^r 2ch gerichtet, AZ Cl-Wten L «Ä * °»° b, schen suchte» sc K-r & 'i1 ä81«« t 8euer. &en erst ?!» B1® Fel " fei Uuno m,e' ein । Mn’fc ?l«r, n bas f Aus der Provinzialhauptstadt mit den Beins Zeit der Gießen: ** Sterbefälle in Gießen. In vom 15. bis 31. Mai verstorben in psinBager des WerjiuWManmies Wen auf Burg Münzenberg. Aampfverbänden Sonnwendieucr abgebrannt. Daran beteiligen sich nur die Knaben vom 6. Schul- fahr an. Die Schulleitungen wollen sich " " örtlichen Dienststellen der SA. und SS. nehmen setzen? ehende Dciüci- Tageseieignisle che Nation“, LiüherötLl-c in ihrem Heft o über die Grohe )chenen Dillen , Sendung tm in Aussatz des von Leers ie das Partei« isten auserlegt. ie|te F°m der eibt"... W fischen Prof, zu E! >gi ’ Tereke-Pro. gegen die bei. 1 Müh« be- "onhaalc 'erstellen, baß Politik nichi habe, als je. gegen einen Zecher feinen ML ...es ^mögens. Wr von :in rechliertige agten. 9t. eit. Donvürse klare, lchen, um bic ’ettdji -Otlöoti ■ftS* J^ebetein, ^ern diel», .zgsniate. ZrL ct?Ä UnbÄ. 1 ’? diresten Präsidenten v. Hindenburg und des hes- Ministerpräsidenten und Staatsministers Dr. Werner auf Grund der Ernennung »renbürgern der Gemeinde (9 r ü • eint mit „Natur ri t für das g<‘ ischaslundA )d)now. y>r 2 Idjeln und 27 «AS 8bW>, ‘inflX "fislw1 betti's^n roirk"Vru-ähat in'fl- (Sfiiit det ^n',l-Lrrö6r 452 000 Tbrl en Berechtigten getroffen, durch öierigkiltn ge- t gewesen [ein, n durfte, sonst n operiert. Fm rusgestellt, bah it hinein nur )C5 mar. Es llhause an, bafj Durben, um die e hinwegzubrin. eichen Zeitpunlt [er Summe entnommen hier habe er die en Verband >g> menschlichen Kultur unb der Zivilisation bienen; es betermt sich zu Adolf Hitler und zum greifen Generalfeldmarschall, zu ihrer Arbeit im Dienste des DolteS. Ihnen gilt der Treuschwur und daS dreifache »Sieg-Heill" Das Horst-Wef fei- Lied brauste auf, Tausende von Armen strecken zum Gruß gen Himmel, unb bann verlieh ber Statthalter die begeisterte Menge, zu neuer Arbeit fahrend. Die Weihe zahlreicher Wimpel beschloß bei loderndem Feuer und einer wiederum den Burghof überfüllende nach vielen Tausenden zählenden Menge ben Abend. Der verheißene und mit Spannung erwartete Iungvvlkführer Deutschlands und Oesterreichs Bun Geißler hatte leider abgesagt. Den zweiten Pfingsttag füllte fröhliche- Lager- treiben, Geländespiel u a. m. Den Höhepunkt diese« läge« bildete da« Erscheinen de« hessischen Staatspräsidenten Dr. IDerner, und allen durch seinen sein ganze- Leben füllenden Kamps gegen undeutschen Geist ein guter Bekannter und verehrter Führer geworden Der Pfingstdienstag brachte ebenfalls fröhliche Stunden und abwechslungsreiches Treiben im Lager. Feld und Straßen Am Abend wurde das Lager mit einer Feier und prasselnden Flammen beendet- Ab Mittwoch früh erfolgte ber Abmarsch, einige Aufräumungskommandos blieben diesen Tag noch zurück. Alles in allem sei gesagt, daß das Jungvolk große Tage hier verlebte. Möchten sie von bleibendem Wert sein! Richt nur durch eine lebendige Erinnerung, sondern auch und noch viel mehr durch Stärkung des nationalen Kampfes und des sozialen Geiste-. Buntes Allerlei. Elektrizität sichert den iHaum. In dem Wettlauf zwischen Technik und Verbrechen haben sich bisner die Einbrecher nicht besiegt gegeben. Stets hören wir wieder von unerwünschten Besuchen, oie Geschäften und Banken abgestattet werden- Das Berliner Polizeipräsidium hat bereits vor einem Jahrzehnt eine eigene Beratungsstelle geschaffen, die Die bewährtesten Sicherungs-Systeme sammelt und das Publikum Aur Benutzung solcher Maßnahmen anspornt, da Die Polizei ja im Kampf gegen das Verbrecherunwesen gewöhnlich erst bann auftreten kann, wenn es zu spül ist, b. h wenn der Raub bereits au-geführt ist Einen intereffanten llcbcrblid über den ..elektro-automatischen Sicherheitsdienst", der heute für den Haus- und Raumschuh möglich ist, bietet Ingenieur Kirsch in der Leipziger .Illustrirten Zeitung" Dabei muß sowohl auf die Eigenart der Räume wie auf die Lage der Gebäude Rücksicht genommen werden. Der Auhenschuy beginnt bereits an den Fenstern. Türen und Schlössern, an den so leicht zugänglichen Auslagen der Geschäfte. Die Türfelder werden vollständig unsichtbar unb so weit gesichert, daß schon beim Anfeyen eine- Bobrers oder Stemmeisens die hindurchgehende elektrische Leitung geschlossen unb Alarmsignal gegeben wirb. Aehnlich ist es bei Schloß-Sicherungen- Jeder unbefugte Eingriff löst bei der geringsten Berührung Warnungssignale aus- Für den Innenfchutz sind heute die Apparate so ausgebildet, daß selbst die größten Räumlichkeiten automatisch abgerie- gelt werden können Das Geheimnis der Anlage liegt in dem eingebauten Klein-Rotor, ber schon bei ber leisesten Berührung der ausgespannten unsichtbaren Fallen-Schnüre ben Alarm auslöst. An Signal-Apparaten werden in erster Linie Läutwerke, Sirenen unb Hupen verwendet, wobei gewöhnlich noch in Leuchtschrift bie Worte ..Einbruchsdiebstahl, ilcbcrfall!" aufflammen und die Aufmerkfamlett beS Personals ober von Polizeistreifen erwecken Durch bie Verwendung feiner Kontaktfäden, die an der Rückseite angebracht sind, können auch Kunstgegenstände aller Art gegen Diebstahl gesichert werben. Ein Fußbodenschutz, ber unsichtbar angebracht unb auch unter dem Puh der Wandbespannungen angelegt werden kann, tritt in Wirksamkeit, wenn versucht wirb, Böden und Mauern zu durchbrechen Gegen Schaufensterberaubung sichert der clettro-automa- tische Eturzpanzer, von dem der Einbrecher nichts vermutet, der aber in dem Augenblick nieder- stürzt, ba die Glasscheibe verletzt ist, und das Schaufenster selbsttätig abricgelt. Die modernen Stahlkammern können durch ben sog Baupa- Penbel vollkommen geschützt werben Die unsichtbaren, von lichtempfindlichen Photozellen ausgehenden Strahlen bringen in dem Moment Alarm hervor, in dem der Verbrecher sich im Bereich der ausgestrahlten Lichtwellen bemerkbar macht. Bei diesem modernen elektrischen Sicherheitsdienst ist jeder Kurzschluß oder Zerstörungsversuch sowie die Möglichkeit eines blinden Alarms ausgeschlossen- Die fliegende Teufelskugel. Oer „Montgolfitzre" erster Aufstieg im Juni 1783. Don Hans Sturm. Mehrere Jahre vor Ausbruch ber französischen Revolution verlieh ein junger Student namens Joseph Michel Montgolfier bie Uni- terfität zu Paris, ba ihm bie mathematisch— Reichsbankdiskom 4 o H Lombardzinsfuß 5 o. H. .rraniiur. a. jji Sern-, Schluß« furd Schiußk. Abend- birlt Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Odium 6.6- । 7.6. 6.6. 7.6. 6% Deunche ?Hei(l)<,anieihe v. ihzi 83,25 84,25 84 84,75 6% et)cig.7% Ti.ReichSanl. v. 1929 91,25 91,25 91,75 91,5 6’/i% yminß-Wnleliie von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöi..Schuld ml 79,5 78 79,5 78 AuSlos. Rechten ........... 78 77 77,9 77,6 Te?fll. ohne Auslos.-Rechte..... 6% ehem. 8% Hess. Bolkestaat 1929 12,7 12,8 12,7 12,8 trückzablb. 102%)........... Lberhessen Provinz Anleih, mi 78 79 78,5 79,5 Anöloi.-Rechlen ........... 6% Hess. Landerban' Darmstadt 67 69 — — »>H. 12 . 5%% Hess. LnnveS Hupolheken» 82 82,5 81,75 82,5 bank Darmstadt tilqul Deutsche Koniin. Sammelab l.An 86 86 — — leihe Seriel mit Ausloi.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Ban 70,25 71,13 70,5 70,75 Goldpse. 15 unkündbar bis 193. 6% ehem. 7% Franls. Htip.-Ban 84,75 84,25 — — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6%% ebem. 4'/z% Franks. Hyp. 84,75 — — Bank-Llgu.-Pfandbriese ..... b'/7% ehern. 4'/,% Rheinische 86 87 — — Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. LandcSpsand 90,5 89 ,— — briesanstalt, Psandbricse R. 19 6% ehem. 7% Pr. LauveSpsand 83,5 83,5 33,25 83,75 briesanstalt. Pfandbriefe R. 1' 83,25 83,75 83,25 83,75 Verrechnungskurs 85.5 85,5 85,5 85,5 4% Oesterreichische Goldrente... — — 18,25 4,20% Oesterreichische Silberrend — — 1,1 — 4% Ungarische Goldrente...... — — — 4% Ungarische Etaaterente v. 1910 — — — —— 4'/2% oe'-Ql. von 191.3........ _ —— _ _ 6% obgest" Goldmerikaner von 99 9,5 11,65 9,65 6.75 12 4% Türkilche Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihc 6,7 6,6 6,7 Serie 1................... 6.65 — 6.65 R.6 Franktun a.M Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- Nrk Schiuß- lnrs rnchlußk. Mitlag« böne Odium 6.6 7.6. 6.6- 7.6. 4% beogl. Serie ll ........... 6,65 6,6 6,65 6.65 6% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 5,75 5,75 — — 4'/.%Rumän.vercinh.Rcntev.l913 10,5 10,5 10,5 4% Rumänische vereinh. Rente — 4,8 4,8 4,8 3%% Anatolier ........... 30,13 30 30,4 30,13 Hamburg-Amerika-Pake: ..... 18,75 - 18,75 18,4 Hamburg-Südam. Tampsschiss. t. —- — 32 Hansa Tamvsschiss........... 0 — 18 28 Norddeutscher Lloyd ......... 0 19,13 18,9 19,25 18,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 55 54 54,75 53,25 Berliner Handelsgesellschaft.... I 91,5 91,25 92,5 92 Commerz und Privat-Bank... 0 51 51 51 51 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschasl................ ( 55 56,25 55 56,25 Dresdner Bank.............. 0 51,5 51,5 51,5 51,5 Reichsbant ................. 132,75 135 132,75 A.E.B. .. 26,25 25,75 26, b 26 Elektr. Lieferungsgesellichast ... b 95 94,13 94 Licht und Kraft ............. t 119 117,5 119 118,5 Fellen & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter- k> 60.13 60.4 59,75 nehmungen.............. 93,25 _ 94 92.75 Rheinische Elektrizität ........ 6 99,5 99 99,5 99 Schuckert & Go.......... 0 112,75 111 113,75 111 Siemens & Halske........... < 163,75 164,5 164,13 165,5 Lahmeyer L Eo.............. 10 126 125.5 126.9 126 Buderus ............. ... 79,25 78,5 79,5 78,5 Deutsche Erdöl ............. 4 119,25 118 118,5 117,9 Gelsenkirchener.............. 0 66,25 108.25 64 66,65 64,13 Horpener................... 0 107,75 108.5 107,75 Hoesch Eisen—Koln-Neuessen.. 0 — 73,75 71.5 Ilse Bergbau ............... ; 156 155 152.5 155 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 125,75 124 125,5 124 Klöcknerwerke .............. 0 62 6g 61,9 60 5 ManneSmann-Rohren........ r 79 7- 79 . q «9.7« Fron ur a. DI. Äen Schluß- kurö Schlupf. Abend- Mrf- Schluß« lurS Schiußk. Mittag- börfe Votum 66. 7.6. 6.6- 7-6. Atanstelber Bergbau....... .. 0 28 27,5 27,65 26 88,5 43,75 86 42,25 Phöutr Bergbau........... 0 13,5 _ Rheinische Braunkohlen .... ..10 204 207 205,5 208 Rbeinstahi ......... .. 0 96 96,25 96,25 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 43 — 43,13 41.4 Olavi Minen ............. .. 0 19,25 139 19 19,5 137,5 18 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 135,75 134^5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 6 138,25 139 134,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 188 180,5 187.5 180 3 G. Farben-InvusMe..... 136 135,25 136,13 135,9 ^cheideansialt............. ..10 173 54,13 61,5 174,75 54 Goldschmidt .............. .. 0 54,4 53,9 Rütgerüwerke ............. .. 0 60,5 62 61 Metallgesellschaft........... 40,25 39,5 40,5 40 Philivo Holz mann......... .. V 62,25 61,9 62,5 61,5 Zementwerk Heidelberg .... Ecmentwelk Karlstadt....... .. 4 3,5 85 .. 0 82 83| Schultheis Payenhoier...... .. u _ _ 129,9 129,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) . .. 0 41,75 40 42,25 40,13 Bemberg................. .. 0 51,5, — 51,5 50 Zellstoff Waldhos .......... .. 0 53 52,5 52,4 51 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 25 23,5 'M, 25 24,25 Dessauer Ga«............. .. 7 — —— 117 115.5 Daimler «Rotoren.......... .. 0 33,25 32 32,9 32,4 54,5 48,5 25 Deutsche Linoleum ........ .. 0 54.5 53,5 54 Orenstetn L koppel ........ .. 0 Leonhard Tietz ............ .. 6 22,25 _ 22,5 Chade.................... ..12 168 168,5 169.5 168,75 Grstzner.............. 26,75 70,75 26,75 Mainkraftwerke Höchst a.M. . 70,75 Süddeuticher Zucker ... 16" '62.- IC' Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 6.Juni 7. Juni Amtliche -Notierung Amtliche Rotieruna (SiflP »rie Geld 25ric Heising,or,. 6,304 6,316 6,334 6,346 Wien...... 46,95 47.05 46,95 47.05 Prag...... 12,64 12,6k 12,64 12,66 Budapest ... — —— — Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .. 170,43 170,77 170,53 170,87 CMo...... 72,33 72,47 72,58 72,72 Kopenhagen 63,79 63,91 63,94 64,06 Stockholm.. 73,33 73,47 73,68 73,82 London..... 14,30 14,34 14,34 14,38 Buenos Ollre; 1,878 0,882 0,883 0,887 Reuyork ... 3,561 3,569 3,546 3,554 Brüssel .... 58,92 59,04 58.99 59,11 Italien..... Paris..... 22.00 22,04 22,01 22,05 16,61 16,65 16,62 16,66 Schweiz ... 81,67 81,83 81,87 82,03 Spanien... 36,16 36,24 36,21 36,29 Danzig.... 82,72 82,88 82,82* 82,98 Japan..... 0,879 0,881 0,884 0,886 Rio de Ian. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon ... 5,195 13,01 5,205 13.03 5,195 13,04 5,205 13,06 Banknoten. gerlln, 7-Juni Geld «Brief Ameritanliche »Roten.............. 3.51 3,53 Belgische Noten.................. 58,83 59,07 Dänische Noten ... ............. 63,57 63,83 Englische Noten ................. 14,30 14,36 Französische Noten............... 16,58 16,64 Holländische Noten............... 170,16 170,84 Italienische Noten................ »Norwegische Noten .............. 21,89 72,41 21,97 72.69 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... 2,46 9 4R Schwedische Noten............... 73)50 73,80 Schmelzer Noten................. Spanische »Roten................. Nnoariiche Noten ................