Nr. M Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 8. Zuni 1955 6r|d)eini lagltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert, Gietzener Familtenblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monats vezugrprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert» . 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .lfernsprechanschlüste anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Mnjelqer Kiesten, postschectionio: Sronffun am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck vnd Verlag: vrühl'fche Universttälr-Vuch- und Stcinömdcret R. Lange tn Glehen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchul'tra^e 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen van "27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.lhyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfürdenAn- zeigenteil i. V.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen. Randnoten. Hundert Millionen Deutsche leben in Europa. 64 Millionen von ihnen firtö staatlich im Deutschen Reiche zusammengesaßt Keine Nation hat ein so starkes und lebendiges Volkstum außerhalb ihrer staatlichen Grenzen wie Deutschland. Seine Nation ist daher so berechtigt, Volkstumsarbeit zu leisten wie wir. Denn neben dem durch geographische Grenzen sestgelcgten „Deutschen Reiche" gibt es ein heim- lichcs Deutschland, dessen Sraftstrame unsere Staat- llchkeit erhalten und sichern. Dem heimlichen Deutschland, das leine imperialistische Forderung, sondern ein Bekenntnis der Herzen und ein Gleichklang des Blutes ist, galt die Passauer V D A.- T a g u n g. Jetzt, nach dem Abschluß der Tagung, die wegen des Konflikts zwischen Wien und Berlin von Klagen- furt nach Passau verlegt werden mußte, können wir freudig die Erneuerung der Deutschtumsbewe- gung im gleichen Schritt mit der inneren Erneuerung des Reiches feftftellen. Kommt das äußerlich m der Umbildung des VDA. zu einem Volksbund und in der Arbeitsgemeinschaft mit den anderen Deutfchtumsoerbänden bei gleichzeitiger Neuordnung der Arbeitsweise zum Ausdruck, so ist zugleich als Auftakt einer neuen Volksdeutschen Arbeit das zweite Gleis der nationalen Erneuerung setriggestellt. Das binnendeulsche Volk hat nun die Pflicht, dieses Gleis der Volkspolitik auch zu benutzen. Das rauschende Fest der Iungrnannschaft des VDA. hat uns die Gewißheit gegeben, daß die Jugend, die uns oon Jahr zu Jahr neuen Mut zur Arbeit gegeben hat, in der Hingabe an die gesamtnationale Arbeit mit- geht. Der Staat der nationalen Erneuerung hat ja nicht etwa dem einzelnen Dolksglied die CDerant- toortung für die Ration abgenommen. Zur Hatton aber gehören auch die Millionen deutschen BluteS außerhalb der Reichsgrenzen. "Hur zwei Drittel des Ge- samtdeutschturns leben im Schuh der nationalen Negierung Das andere Drittel war bisher wesentlich auf sich selbst gestellt. Es hat aber in den Jahren deutscher Schmach im täglichen und stündlichen Kampf mit grandioser Selbstverständlichkeit Opfer an Gut und Blut gebracht, um sich selbst in der Bindung zu Blut und Boden zu erhalten und damit die Frontstellung zu behaupten, ohne die eine wirkliche Erneuerung auch im jetzigen Reichsbestand kaum mehr möglich geworden wäre. Dieses selbe Auslandsdeutschtum steht aber heute am Anfang einer neuen und offenbar noch schlimmeren Terrorwelle. Die Feinde des Deutschtums wissen, was für das Reich das Drittel des deutschen Dolkskörpers jenseits der Grenzen bedeutet. Sie wissen, daß sie auch den Kernstaat, den das Versailler Diktat noch gelassen hat, im Lause der Zeit mürbe bekommen können, wenn es zunächst gelingt, die Frontgruppen draußen zu überrennen und nie- derzumachen. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um ein abgetretenes Gebiet handelt, um eine geschloffene Volksgruppe größeren Umfangs ober um kleine Dolksfplitter in der Streusiedlung zwischen fremdem Volkstum. Geht auch nur der kleinste Splitter verloren, bröckelt es irgendwo ab, weil das Binnendeutschtum nicht auf dem Posten ist, so kann das eine Lawine werden, die auch das heute gesicherte Haus des Kernvolks unter sich begräbt. Die Verantwortung für die Abwendung dieser völkischen Lawinengefahr liegt nicht etwa nur bei der Regierung des Reiches und bei den Dolksgrup- pcn draußen, die sich beide an der Wende deutschen Schicksals der Tragweite dieser Gefahr bewußt sind, sie liegt beim Volke selbst. Es gibt keinen gesunden rationalen Körper, bei dem nicht alle Teile gleichmäßig funktionieren. Mag die Not und Mühsal im Reich selbst noch nicht überwunden sein, so ist doch der opferfreudige Einsatz jedes einzelnen Dinnendeutschen für das viel schwerer ringende Außendeutschtum unerläßlich. Gelingt es nicht durch den geschlossenen Einsatz der ganzen Nation auch die Not des Auslandsdeutsch' tums zu wenden, so wird niemals die binnendeutsche Not endgültig überwunden werden können. Die zeichnerische Darstellung der Alters klas- f e n eines in gesunden wirtschaftlichen Verhältnissen wachsenden Dolkskörpers hat die Form einer Pyramide; bei abnehmender Kinderzahl ent- steht das Bild einer Glocke, das bei weiterem Rückgang des Nachwuchses sich in eine Urne verwandelt. Und dieses symbolische Bild einer Urne prägt sich bei der Betrachtung des deutschen Dolkskörpers zunehmend und mit erschreckender Deutlichkeit aus. Mehr und mehr entwickelt sich Deutschland zu einem Land ohne Jugend, immer ersichtlicher wird die fortschreitende Ueberalterung Wahrend nach der Volkszählung des Jahres 1910 Die Altersgruppen unter zehn Jahren noch 22,9 Prozent der OefamtbeDÖlferung ausmachten, waren es 1925 nur noch 14,1 Prozent, und dieses Bild hat sich in den vergangenen Jahren noch mehr zu Ungunsten des Nachwuchses verschoben. Im Jahre 1910 stand eine Zahl von 25,8 Geburten auf je tausend Ein- wohner einer Sterbeziffer von 15,1 gegenüber. Der Geburtenüberschuß betrug demnach 10,7. Im Jahre 1930 war die Geburtenziffer auf 17,5 und Die Sterbeziffer auf 11,1 gesunken. Der ©eburtenuber- schuß mithin auf 6.4. Nächst Oesterreich steht Deutschland in Europa hinsichtlich seines Geburtenüberschusses also an letzter Stelle. Für di« Reichshauptstadt liegen die Dinge noch um vieles ungünstiger als für den Reichs- durchschnitt. Hier beträgt die Geburtenziffer zur Zeit nur 8,4 und die Sterbeziffer 12,2, so daß sich ein Sterbeüberschuh von 3.8 ergibt. Bei einem oberflächlichen Anblick wird die ungesunde Alters- schichtung zwar durch die infolge der durchgreifenden Hygienemahnahmen und Seuchenbekämpfung herabgesetzte Sterblichkeitsziffer Der- Was sagt die Welt zum Abschluß des Viermächtepaktes? Befriedigung in London. London, 7. 3uni. (TU.) Die Nachricht, daß Deutschland den Dierrnächtepakt in seiner leßige.i Gestalt angenommen hat, hat in London ft a r f e Befriedigung ausgelöft. Trotz seiner Schwäche bekunde der Pakt den Willen der europäischen Großmächte nach freundlicher Zusammenarbeit. Man ver- spricht sich in englischen Regierungstreifen, daß önr Pakt eine gute W i r k u na a u f b i e amerikanische Öffentliche Meinung ausüben werde im Hinblick daraus, daß das Nichtzu- standekornrnen einer-Adrü st ungsver- eiabarung vor der Weltwirtschaftskonfercnz Amerika enttäuscht habe. Es sei daher als Gegen- Wirkung, die die amerikanische Oeffentlichkeit von der friedlichen Entwicklung Europas überzeugen könne, besonders wertvoll und erleichtere der amerikanischen Regierung die ersprießliche Mitarbeit auf der Weltwirtschaftskonserenz. Die Nachricht von der Paraphierung des Bier- Mächtepaktes wird bisher nur von wenigen Londoner Blättern besprochen. Der konservative „Daily Telegraph" glaubt, daß Mussolini gestern mit Recht sagen konnte, der Grundgedanke des Entwurfs sei unverändert geblieben. Die Möglichkeit einer Dertragsrevision sei durch Bezugnahme auf die Völkerbundssatzung eng ab- gegrenzt worden. Aber sie sei trotzdem vorhanden, und Europa wisse dies genau. Eine gleiche Behandlung sei der ursprünglichen Bezugnahme auf die militärische Behandlung zuteil geworden. Artikel 3 gebe Raum für öie Geltendmachung der deutschen Forderung, falls in Genf keine Einigung erzielt werden sollte. Die Auffassung in Paris. Besserung der Beziehungen zu Italien. Paris, 8.Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter beschäftigen sich mit der Paraphierung des Viermächtepaktes. Soweit sie nicht der Opposition angeboren und diesen Pakt schon in der Vorbereitungszeit bekämpft haben, stellen sie die Besserung der französisch-italienischen Beziehungen in den Vordergrund, die sich aus dem Diererpakt ergebe und die Mussolini gestern im italienischen Senat ganz besonders hervorgehoben habe. „I o u r n a l" meint, die ausgesprochen r e • visionistische Tendenz der italienischen und sogar der englischen Politik sei in dem anfänglichen Textentwurf deutlich zum 'Ausdruck getonimen. In der neuen Fassung werde sie mehr in den Schatten gerückt aber doch nicht ganz, denn Mussolini habe gestern im Senat auf der entscheidenden Rolle des Reoisionsanikel 19 des Dol- kerbundsstatuts bestanden. „Petit P a r i f i c u" betont, dap an Inhalt und Folgen der früheren Verträge nichts geändert werde. Auch „Exzelsior" hebt hervor, daß Frankreich seine früheren politischen Bindungen nicht auf- gebe, sondern erweitere. „2 uoditien" ist mit der Paraphierung des Viermächtepaktes unzufrieden, denn er isoliere innerhalb des Völkerbundes die vier westlichen Großmächte. Eine derartige Politik könne, wie dies die geschichtlichen Lehren bewiesen, rasch zu bewaffneten Konflikten führen. Auch „D r b r e" wendet sich gegen den Pakt, der Frankreich in eine gefährliche Lage bringe. 3n einer Auslassung der Havas-Agentur wird erklärt, daß die Paraphierung m Paris mit Genugtuung ausgenommen worden fei. Dieses wichtige diplomatische Ereignis stelle nach Ansicht der französischen Regierungskreise nur eine erfte Etappe zu einer Entspannung der europäischen politischen Lage dar. Bereits jetzt, noch vor der endgültigen Unterzeichnung würden Berhandlungen ausgenommen werden, um die praktische Bedeutung des Paktes festzulegen. Diese Verhandlungen würden auch aus eine Besserung der sranzösisch-talie- nischen Beziehungen und alsdann der Beziehungen zwischen Italien und der Kleinen Entente abzielen. Die französische Regierung habe den Wunsch, die Derständigungs- möglichkeiten mit allen Ländern zu erweitern, ohne jedoch irgend etwas von den bereits bestehenden Abkommen und Verträge n zu opfern. Aus diesem Grunde werde schon in den nächsten Tagen oder nach Unterzeichnung des Paktes die französische Regierung in allen an die Regierungen der Kleinen Entente gerichteten Schreiben die Versicherungen und Garantien bestätigen, die Paul-Doncour in Genf dieser Tage den Vertretern SüdslawienS, Rumäniens und der Tschechoslowakei gegeben habe. polen ist unzufrieden. Warschau, 8. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Paraphierung des Viermächtepaktes wird in der Presse noch wenig beachtet. „Expreß Porcinny", ein im Regierungslage^stehendcs Blatt, nennt den Pakt eine „p a p i c r n c Kombination", die jeder tatsächlichen Macht entbehre und in der Praxis u n - durchs ührbar sei. Der Pakt sollte den Frieden gewährleisten, inzwischen fordere er Unruhe und Zersetzung. In deutscher Hand werde der Pakt zu einem Werkzeug, um den europäischen Mächten Zugeständnisse abzuzwingen. Deutsche Pressestimmen. Berlin,?. Juni. (ERB.) Die Morgenblätter be- richten in großer Ausmachung über die Paraphierung des Viermächtepaktes durch Deutschland und den Pakt selbst. Die meisten Zeitungen betonen die große politische Bedeutung des Pattes und weisen übereinstimmend darauf hin, daß durch dieses Abkommen ein weiterer wesentlicher Schritt für die Entspannung in Europa getan worden sei. Im „Völkischen Beobachter" schreibt Alfred Rosenberg u. a.: Nach unendlichen Mühen ist es nunmehr gelungen, den Gedanken des Viemächte- pattes durchzusetzen, zwar nicht in einer Weise, Die den berechtigten Erwartungen Deutschlands entsprochen hätte, aber immerhin hat der Grundsatz gesiegt, daß dasSchicksalEuropasvonden vier großen Nationen getragen werden muß, sollen wir nicht alle einem furchtbaren Zu- ammenbrud) entgegengehen. Der Viermächtepakt teilt vielleicht den geschichtlich wichtigsten Vertrag eit 14 Jahren dar. Er begibt sich weg von den „allgemeinen" Pakten und Konferenzen. Unter schweren Schmerzeck noch größten Enttäuschungen ist eine Verhandlungsgrundlage endlich einmal klar umrissen worden. Das bedeutet nicht ein Außerachtlassen der berechtigten Interessen der sogenannten „kleinen Nationen". Europa kann es besonders zwei Führern danken, die den neuen organischen Friedenswillen am energischsten vertreten haben: Mussolini und Hitler. Es waren jene, die am meisten als „Militaristen" angegriffen wurden, und gerade sie sind als glühende Nationalisten dieVerteidiger eines wahren Friedens geworden, dessen Ausbau nunmehr die große Aufgabe der kommenden Jahre geworden ist. Der Lokalanzeiger (dtsch-natl.) spricht von einer Zwischenregeluirg. Die deutsche Regierung habe sich in einem Kampf von fast drei Monaten gemeinsam mit Mussolini bemüht, durch diesen Pakt der Welt noch vor der großen Konferenz in London eine beständige Grundlage d e s Friedens zu geben. Daß dieses Ziel nicht erreicht worden sei, sei nicht Schuld der deutschen Regierung. Dafür trage auch Mussolini nicht die Verantwortung. Die Fehler, die dieser Pakt, gesehen im Lichte des deutschen Friedenswillens und im Lichte des Wiederaufbaues Europas trage, fielen auf das Konto Frankreichs und zum Teil auch auf das Konto einer in manchen Zeiten der Auseinandersetzung allzu willfährigen Nachgiebigkeit der englischen Regierung gegenüber französischen Wünschen. — Der Tag (dtsch.-notl.) betont, daß die nationale Regierung in Deutschland mit ihrer Zustimmung zur Paraphierung des Viermächtepaktes einen neuen Beweis ihres Friedenswillens und — sehr im Gegensatz zu der von inneren Schwierigkeiten gedrängten französischen Regierung — ihrer inneren Stärke erbracht habe. Von heute ab habe kein Land der Welt mehr den geringsten Grund, die für alle Völker notwendige praktische Abrüstung noch weiter zu verschlep- pen. — Die Deutsche Zeitung nennt ebenfalls die Unterzeichnung durch Deutschland einen Beweis für den unbedingten Friedenswillen auf deutscher Seite. Wenn der Pakt von allen Seiten so ehrlich gemeint sei, wie von Deutschland, dann gebe cs jetzt nur noch eins: Unbedingte, eindeutige Abrüstung. Die Kreuzzeitung (Stahlhelm) bezeichnet es als eine ganz ungewöhnliche staatsmännische Mäßigung, daß der siegreiche Führer der deutschen nationalen Revolution, von der die Welt unter der Einwirkung hetzerischer Gegenpropaganda unabsehbare Gesayren für den Frieden befürchtete, durch den Pakt-Abschluß das Friedensbekenntnis seiner großen Reichstagsrede so schnell und so weitgehend zur Tat machte. — Das B. T. sagt, eine Isolierung Deutschlands, wie sie deutlich von gewissen Seiten gewünscht worden fei, sei vermieden worden. Die gemeinsame Leitung der euro- päichsen Politik richte sich gegen die Interessen: keines anderen Landes; es werde ausdrücklich bestimmt, daß die Rechte der anderen Länder geachtet werden sollten. Die Düsseldorfer nationalsozialistische „Volk s- Parole" schreibt: Zum erstenmal nach all den Abmachungen von Locarno und Paris wird die Revision der Verträge durch die Bezugnahme auf den Artikel 19 der Völkerbundssatzung in einem internationalen Vertrage erörtert. Wir wissen genau, daß der Vertrag die Ketten von Versailles noch nicht fühlbar lockert- Wir wissen, daß die Hegemonie Frankreichs nicht beseitigt wird. Wir hoffen aber, daß mit diesem Vertrage d i e Aera friedlicher Aufbauarbeit für das deutsche Volk gewährleistet wird, und daß bei seiner Auslegung durch die englische und die italienische Regierung die großen Fragen der europäischen Politik allmählich einer Lösung zugeführt werden können, deren Voraussetzung die völlige deutscheGleich- berechtigung und deren Auswirkung die Wiederherstellung der europäischen Politik sein muß. Die „Kölnische Volkszeitung" (Zentr.) schreibt, wie so oft in der seit Versailles vergangenen Zeit stelle sich auch diesmal heraus, daß Frankreich nur schwer zu Konzessionen zu bewegen sei, die auf dem Gebiete der DertragS- änberungen liegen- Mit Zähigkeit poche es auf gewisse Bestimmungen gewisser Verträge und sorge durch diese S)artnädigfeit dafür, daß ein großzügiger Revisionsgedanke nicht in Fluß komme. — In dem Kommentar der „Kölnischen Zeitung" heißt es: Die Hauptsache ist und bleibt, daß trotz aller Anfeindungen durch die französischen Rechtsparteien, der Kleinen Entente und Polens die Grundlage für eine Zusammenarbeit der vier westlichen Großmächte geschaffen worden ist. Das ist für die Abwicklung der großen Fragen von größtem Wert. schleiert. bei näherer Untersuchung aber ist die Gefahr des mengenmäßigen Riedergangs unverkennbar. Bei 5ortbefteoen des gegenwärtigen niederen Geburtenzuwachses wird die heutige Bevölkerungszahl von 64,1 Millionen im Reichsgebiet bis auf 68 Millionen gegen Mitte des Jahrhunderts ansteigen, um nach seinem Ende zu, also in zwei Generationen, bis auf 47 Millionen zurückzufallen. Mit der zahlenmäßigen Abnahme der jüngeren und der Zunahme der älteren Jahrgänge erhöht sich fortlaufend das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Beständig sinkt die Zahl der Menschen, die für sich und andere arbeiten müssen, während die Zahl der Rentenempfänger anfteigt. Diese Entwicklung hat s ü r d i e Träger der Sozialversicherung bedrohliche Folgen. So werden z. 2. im Jahre 1938 die Dermögensreserven der Invalidenversicherung verbraucht sein, und die Renten können nur noch aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden. Für die Knappschafts- und Angestelltenversicherung gilt dasselbe, nur sind die Vermögensrücklagen hier noch erheblich großer. Durch die .Ueberalterung der Derforgungsberechtigten wird auch die Belastung der Krankenversicherung wesentlich steigen. Zur Aus rech ter Haltung des Bevölkerungsstandes ist eine durchschnittliche Kinderzahl von 3 und4jeEheer- forderlich. Daraus ergibt sich, daß den Gefahren der Ueberalterung, des Bevölkerungsrückganges nur durch den Wiederaufbau derZa» milie auf gesunden und geordneten wirtschaftlichen Grundlagen begegnet werden kann, und die Herbeiführung von Lebens- Verhältnissen für das ganze Volk notwendig ist, die der Frau wieder gestatten, als Rormalfall die Aufgaben der Frau und Mutter zu erfüllen, die durch eine schwere Erwerbsarbeit meist vernichtet werden.-. Der Wald ist nicht nur ein Objekt für Poeten und Maler, sondern zugleich eine wichtige volkswirtschaftliche Rohstoffquelle. Sie versiegt, wenn der Wald nicht pfleglich behandelt, oder wenn der Holzmarkt nicht genügend gegen die Einfuhr billigerer, häufig durch Raubbau gewonnener Holzer geschützt wird. Ist die Wirtschaft eines Landes nicht mehr oon dem Grundgesetz beherrscht, daß jeder Arbeiter seines Lohnes wert ist, so erkrankt auch der Wald und mit ihm leiden nicht etwa nur die privaten und öffentlichen Waldbesitzer, sondern auch viele Tausende oon Arbeitern in Den abgelegenen Waldgebieten, die nur durch die Waldarbeit ihr kärgliches Brot verdienen können. In belferen Zeiten, die wir mit Recht noch immer für die normalen halten, brachte der deutsche Wald eine dauernde Rente, die auf etwa 800 Millionen Mark jährlich geschätzt wurde. Sie floß keineswegs nur in die Taschen des großen Grundbesitzes und des Staates, der hierdurch einen nicht unerheblichen Teil feines Steuerbedarfs decken konnte, sondern sie verteilte sich auch auf Hunderttausende von Kleinbauern, denen sie ihre Existenz, namentlich in schiech- ten Ernteiahren erleichterte. Heute ist der gesamte deutsche Waldbesitz unrentabel geworden. Wer seine Wälder pflegen und schonen will, der muß große Zuschüße auswenden können. Wer aber gezwungen ist, ihn zu verkaufen, muß chn verschleudern. Für Neuaufforstungen und Kulturarbeiten fehll überall das Geld, das früher die Waldwirtschaft selbst aufbrachte. Wie kann man den kranken deutschen Wald w i e- der gesund macken? Deutschland bedarf einer Einfuhr von gewissen Oualitätshölzem aus dem Auslande, kann im übrigen jedoch fa st denge- samten Bedarf seiner Holz- und Papierindustrie selb st decken. Zollmaßnahmen zum Schutze der deutschen Holzwirtschaft sind aber bereits von den letzten Reichsregierungen ergriffen worden. Noch ist zwar die Zollmauer nicht lückenlos, aber es sind keineswegs die Zölle allein, die der deutschen Waldwirtschaft ihre Rentabilität zurückgeben können. Bisher haben Produktion und Konsum die Holzpreise ausschließlich nach ihren eigenen, einseitigen Wünschen und Bedürfnissen bestimmen wollen. Jetzt muß endlich ein mittlerer Preis gefunden werden, bei dem alle Teile ihr Auskommen finden. Der Konsum wird also nicht länger Holzpreise fordern dürfen, zu denen der deutsche Wald sein Hol; nicht zu liefern vermag. Und die deutsche Waldwirtschaft wird ihre Produktionskosten so weit senken müssen, daß die holzver- arbeitenden Industrien konkurrenzfähig bleiben. Zu der notwendigen Senkung der waldwirtschaftlichen Selbstkosten kann der Staat sehr viel beitragen. Gegenwärtig überlastet er den leistungsfähigen Waldbesitz erst mit Steuern und Abgaben und muß ihm bann, wenn er wirtschaftlich zusammenbricht, die Steuern erlaßen und Mittel zu seiner Umschuldung zur Verfügung stellen. Das ist natürlich eine völlig verkehrte Finanzpolitik. Steuern kann nur ein rentabler Produktionszweig tragen, ein unrentabel gewordener wird sie früher ober später von sich abwälzen. Ganz ähnlich steht es mit T Ein erster Schritt aus dem Wege zur Großhessischen Kirche. Abschluß eines Vertrages zwischen den evangelischen Landeskirchen Frankfurt a. M. und Hessen. Frankfurt a. 221., 7.3uni. (25621.) Seit 3ahren bereits sind innerhalb der evangelischen Landeskirchen Hessen-Rasfaus und Hessens Bestrebungen vorhanden zum Zusammenschluß dieser Landeskirchen zu einer einheitlichen Großhessischen Kirche. 3m Vorjahre waren die Vorarbeiten soweit gediehen, daß lediglich die Zustimmungen einiger Landeskirchen der Annahme der Verfassung im Wege standen. Nachdem nunmehr die nationale Revolution siegreich durchgeführt worden ist, hat die Bewegung wieder neuen Auftrieb erhalten und ist zugleich auch auf eine gänzlich neue Grundlage gestellt worden. Die Arbeiten der evangelilchen Landeskirchen Frankfurt a. 211. und Hessen haben jetzt zum Abschluß eines Vertrages geführt, der als der erste Schritt auf dem Wege tum Zusammenschluß zur Großhessischen Kirche angesehen werden kann. Aus diesem Vertrag sind von besonderer Wichtigkeit" § 1 Die beiden vertragsleile sind sich darüber einig geworden, unter dem Kamen „Arbeitsgemeinschaft zwischen den Evangelischen Landeskirchen von Hessen und Frankfurt a. 2H.“ eine engere Zusammenarbeit herbeizuführen zur tatkräftigen Förderung der Großhessischen k i r ch e n v e r e i n i g u n g im Rahmen der neuen Evangelischen Kirche Deutschlands und zur inneren und äußeren Angleichung der geistlichen und weltlichen Verwaltung ihrer Gebiete im Hinblick auf die zu schaffende größere hessische Kirchenvereinigung. — 2lK Ziel bleibt unverrückt: die Schaffung einer lebenskräftigen Großhessischen Kirche aus den bisherigen Landeskirchen Hessen, Hessen- Kassel, Kassau und Frankfurt a. 2TL § 6. Sollte der erstrebte Zusammenschluß der vier obengenannten großhessischen Kirchen nicht zustande kommen, so verpflichten sich die Vertragsteile, in Anbetracht ihrer beiderseitigen be- sonderen Lage zwecks baldiger Schaffung eines lebenskräftigen Kirchengebiets im Rahmen der Reichskirche sofort miteinander in Verhandlung zu treten. Wie bis Vertragsteile ausdrücklich versichern, handelt es sich bei diesem 2krtrag durchaus nicht um eine endgültige Regelung, vielmehr soll er nur ein politisches Instrument bilden, um ge- wissermaßen einen Druck auszuüben auf die noch abseits stehenden Landeskirchen von Hessen-Kassel und Wiesbaden, die beide der Annahme sind, bet der Preußischen Union eine bessere Würdigung ihrer besonderen 3nteressen zu finden. Demgegenüber ist jedoch festzustellen, daß beide Landeskirchen wesentlich größere Vorteile aus einem Zusammenschluß zu einer Großhessischen Kirche ziehen können. Der obenerwähnte Kirchenvertrag ist also lediglich die Grundlage, auf der die weiteren Arbeiten nunmehr energisch fortgeführt werden können. Allerdings kann vorläufig noch keine endgültige Entscheidung über Die Verfassung der angestrebten Kirche getroffen werden, da erst die Verfassung der Deutschen Reichskirche abgewartet werden solh die als Grundlage für die eigene Verfassung dienen muß. Kach der Durchführung des Zusammenschlusses wird innerhalb Hessen-Kassaus und Hessens das Kirchenvolk eine organische Einheit bilden, die sowohl völkisch als auch geschichtlich zusammengehört. Innerhalb dieser Großhessischen Kirche haben die einzelnen Bekenntnisse freie Enlfaltungs- Möglichkeit innerhalb der einzelnen Gemeinden, so daß jeglicher Gesinnungszwang vermieden wird. Die Grohhessische Kirche würde auch gleichzeitig einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur Evangelischen Reichskirche bedeuten, da sie mit etwa 2% Millionen Menschen einen bedeutenden Einfluß gewinnen kann. Wie die Stellung der Großhessischen Kirche innerhalb der Reichskirche sein wird, hängt ganz von der 2)ersassung ab. Es ist damit zu rahnen, daß der Aufbau der Reichskirche etwa dem politischen Aufbau des Reiches entsprechen wird. Die ein- Adncn kirchlichen Gruppen, insbesondere die Glaubensbewegung „Deutsche Chri- != e,n haben bereits ihre Zustimmungzur Schaffung de r G r o ß h e s s i sch e n Kirche gegeben, so daß auch damit zu rechnen ist, daß die übrigen Widerstände, die zum Teil persön- ver Gestaltung der Frachtkosten. Wenn die Hokz- preise heute 40 Prozent unter dem Friedensstand liegen, die Frachten aber um 50 und mehr Prozent darüber, so darf man sich nicht wundern, daß das deutsche Holz keinen genügenden Absatz findet. Eine Senkung der Frachten würde einen Mehrverbrauch und damit auch eine Zunahme der transportierten Holzmengen herbeiführen. Eine Politik der Frachtverbilliguna würde also der Reichsbahn zwar zunächst erhebliche Einnahmeausfälle, später aber durch bessere Ausnützung ihrer Transportmittel zum mindesten teilweise einen Ausgleich bringen. Eine gesunde einheimische Wald- und Holzwirtschaft wäre für die Reichsbahn ein weit besserer Kunde als der Import und die Durchfuhr ausländischer Hölzer, hiervon abgesehen aber darf die Reichsbahn sich bei ihrer Tarifpolitik nicht ausschließlich von Gewinn- und Rentabilitätsrücksichten leiten lassen, sondern muß als nationales Wirtschaftsinstrument an der Gesundung der kranken Wirtschaftsteile aktiv mithelfen. Rur so schafft sie sich die leistungsfähigen Auftraggeber, die sie braucht, um selbst künftig wieder rentabel arbeiten zu können. Der deutsche Wald isteinNationalgut, das nur zu Preisen abgesetzt werden darf, die seinem inneren Wert entsprechen. Solange das nicht möglich ist, wird dieses Gut nicht bewirtschaftet, sondern verschleudert. Dann aber bringt der Wald selbstverständlich nicht die Mittel ein, die zur Erhaltung guter Kulturen notwendig sind. Ein unrentabler Wald wird auf die Dauer auch forstwirtschaftlich nicht gesund erhalten werden können. Ausgedehnte Oedländer harren der Auferstehung, weil sie nur hierdurch für spätere Geschlechter nutzbringend gemacht werden können. Auch diese Kulturarbeit setzt eine Wiederher st ellun g h er Rentabilität unserer Walbwirtswaft voraus. Der deutsche Boden kann viel zusätzliche Arbeit geben, wenn seine Erzeugnisse ausreichend geschützt werden gegen die fremder, billigerer Arbeit. Eine Regierung, der es gelingt, die Röte der deutschen Waldwirtschaft zu heilen, schafft eine neiie Lebensgrundlage für viele Tausende von Ardeitslofen. Abschluß der Tagung des Welfverbandes derVdlkerbundsligen. Genf, 7. 3unL (WTD.) Der Weltverband der Völkerbundsligen behandelte in seiner Schlußsitzung eine Resolution des Minderheiten - Ausschusses zur Lage der 3u- den inDeutfchland. Zu dieser Frage hatten ursprünglich ein französischer und ein jüdisch-pa- lästinensischer Antrag Vorgelegen, die scharfe Angriffe gegen Deutschland enthielten. Diese Anträge wurden jedoch angesichts des geschlossenen Wider st andes der deutschen Delegation zurückgezogen. Die neue Entschließung bringt den Gedanken zum Ausdruck, daß jeder Staat gehalten sei, allen seinen Bürgern diesogenanntenMenschen- rechte in einem Umfange zuzugestehen, wie sie durch die Minderheitenverträge ge- w ä h r l e i st e t sind, und schließt mit dä Bitte an den Präsidenten Lord Robert Cecil die Empfindungen des Weltverbandes in einem Brief an die deutsche Abordnung zum Ausdruck zu bringen. Die deutsche Delegation enthielt sich der Stimme und unterstrich ihren von Anfang an betonten Standpunkt, daß es sich um eine innerdeutsche Frage handele, für die ein internationales Gremium in keiner Weise zuständig sei. Der Präsident Lord Robert Cecil hat an den Führer der Deutschen Bölkeröundsliga Gouverneur z D. Dr. Schnee einen Sref gerichtet, in dem er sich gemäß dieser Entschließung auftragsgemäß über die Auffassung des Weltverbandes bezüglich „gewisser kürzlicher Vorkommnisse in Deutschland in Verbindung -nsbesondece mit den Maßnahmen gegen die jüdischen Bürger dieses Landes" verbreitet. Auf diesen Brief hat Dr. Schnee Lord Robert Cecil eine schriftliche Antwort erteilt, in der es heißt: Es erfüllt mich mit aufrichtiger Genugtuung, daß Sie aus diesem Anlaß der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß der Weltverband nicht das Recht hat, sich in die inneren Angelegenheiten irgendeines Landes einzuinifchen. Umso schmerzlicher berührt es mich, daß Sie em Urteil über die gesetzgeberischen und administrativen Maßnahmen der deutschen Regierung abgeben, ohne die schweren Mißverhältnisse zu berücksichtigen, die dazu geführt haben. Ich kann dieses Urteil nicht als begründet und nicht als berechtigt anerkennen Deshalb ist es unzutreffend, wenn Sie von dem Wieberanwachf-n einer Denkweise im deutschen Volke sprechen, die tatsächlich in unserem Volke keinerlei Boden hat. Im übrigen werde ich meiner Regierung über die Stellungnahme des Weltoerbandes Bericht erstatten und zweifle nicht daran, daß sie bei ihren Eütfcheidungen sowohl den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes als auch den vom Vö'- kerbund vertretenen erhabenen Grundsätzen Rech- nung tragen wird. Die Passauer pfinMagimg des VDA. k Ein Trupp der Ausländsdeutschen im Festzug. Im Hintergrund der Passauer Dom. \ '' X»' \ U \ 1« ■■ MM Ein imposantes Vild von der Weltausstellung in Ehikago. ■ j rj | ■ Blick auf einen Teil der gewaltigen Weltausstellung, die sich am Ufer des Michigansees erhebt. Im Hintergründe die Wolkenkratzer-Silhouette von Chikago. Die Heeresausgaben. Eine wirksame Kontrolle undurchführbar. Genf, 7. Juni. (TU.) Im Hauptausschuß b*c Abrüstungskonferenz gelangte der Bericht des Sonderausschusses für die Heeresausgab".' zur Verhandlung. In dem Bericht ist kein e i n y e i 111 ch e s S y st e m für die Regelung bei He.-resausgaben vorgeschlagen. Eine Mehrheit von Staaten unter Führung non Frankreich verlangt die Beschränkung der Heereshaushalte, während eine Minderheit, der jedoch fämtlicfae übrigen Großmächte angehören jede Einschränkung her Heereshaushalte als undurchführbar und als unzweckmäßig ablehnt. Der französische Vorschlag wurde von der gesamten französischen Staatengruppe mit Polen und der Sie nen Entente unterstützt, während sich die englische Regierung uneingeschränkt auf den Boden der deutichen Auffassung stellte. Botschafter Nabo 1 ny wies darauf hin, daß der französische Vorschlag undurchführbar sei, da das Berechnungssystem in den einzelnen Ländern völlig v e r ■ schieden wäre. Bei zahlreichen Mächten werde es erst nach dem Ablauf des Abrüst"ngsabkommens überhaupt möglich fein, feftzusteUen. ob ihre Heeres- haushalte sich .n festgesetztem Rahmen gehalten hätten. Die deutsche Regierung habe ihrerseits sich nicht auf eine rem negative Haltung beschränkt, sondern die Öffentlichkeit der Heeresaas gaben für alle Länder oorgeschlagen. Deutschland gehe damit mit gutem Beispiel voran. Der deutsche Heereshaushalt ermögliche bereite nach sechs Monaten eine genaue Einsicht in dis deutschen Heeresausgaben. Die Senkung der Heeresausgaben sei jedoch am besten auf dem Wege -iner weitgehenden Gesamtadrüstuna zu errs'chen. kicher Art sind, überwunden werden und in Kürze der endgültige Zusammenschluß der in Frage kommenden Landeskirchen erfolgt. Damit wäre wieder ein Schritt getan zur Lieberwindung der geistigen Zersplitterung unseres Volkes. Die Frage des Reichsbischofs. Die Abstimmung der Kirchenbevollmächtigten. Berlin, 7.Juni. (TU.) Von kirch en amtlicher Seite wird mitgeteilt: Gegenüber den unzutreffenden Berichten, die über d i e Abstimmung im Kreise der Bevollmächtigten der Landeskirchen zur Bischofs- frage umlaufen, teilt nunmehr der Präsident des deutschen evangelischen Kirchenausschusses in einem Schreiben an die Kirchenregierungen die tatsächlichen Abstimmungsergebnisse mit. Nach den protokollarischen Aufzeichnungen wurde am Abend des 26. Mai zunächst ein Antrag D. Rendtorffs (Mecklenburg-Schwerin), der das Amt des Reichsbifchofs dem Wehrkreispfarrer Müller übertragen sehen wollte, mit 55 gegen 31 Stimmen abgelehnt. Abgestimmt wurde, wie von jeher im Kreise der Landeskirchen, nach Stimm werten, die in der Kirchenbundesoerfassung festgelegt sind. Die Zahl der Stimmen, über die die einzelne Landeskirche verfügt, richtet sich nach ihrer Seelenzahl. Nach Kirchen gezählt ergab sich eine Mehrheit von 13 Stimmen gegen den Antrag, eine Minderheit von 11 Stimmen dafür. Bei einer weiteren Abstimmung wurde ein Antrag, wonach die Versammlung in dem für das Amt des Reichsbischof ausersehenen Pastor D. von Bodelschwingh die erwiesene Persönlichkeit erkennt und beschließt, ihm das Amt anzutragen, mit 52 gegen 28 Stimmen angenommen. (11 Kirchen dafür, 8 dagegen.) Am Samstag, dem 27 Mai, wurde dann bei der entscheidenden Schlußabstimmung „die von dem Bevollmächtigten des deutschen evangelischen Kirchenbundes unternommenen Schritte insbesondere auch hinsichtlich der Nominierung des Pastors D. von Bodelschwingh als künftigen Reichsbischof" mit überroäl- tigenher Mehrheit gebilligt. Nur drei Landes- kirchen mit 8 Stimmen stimmten ausdrücklich dagegen. Die Gesamtstimmenzahl aller Landeskirchen ist im deutschen evangelischen Kirchenbundesrat ge- schäftsordnungsmäßig auf 91 festgesetzt. Somit ist erneut festzustellen, daß sich bei sämtlichen amtlichen Abstimmungen eine klare Mehrheit für Bodelschwingh ergeben hat, bei der entscheidenden Schlußabstimmung eine erdrückende Mehrheit. In Loc- cum haben Abstimmungen über die Bischofsfrage überhaupt nicht stattgefunden. Die Bayreuther Festspiele. Absage Toscaninis.—Richard Strautz wird den „Parsifal" dirigieren. B a s e l, 7. 3uni. ($11.) Wie die Schweizer Blatter berichten, hat Toscanini an Frau Winifred Wagner folgendes Telegramm gerichtet: „Da die mein Gefühl als Künstler und Mensch verletzenden Geschehnisse gegen mein Hoffen bis jetzt keine Veränderung erfuhren, betrachte ich es als meine Pflicht, das Schweigen, das ich mir seit zwei Monaten auferlegte, heute zu brechen und Ihnen mitzuteilen, daß es für meine und 3hre und aller Ruhe besser ist, an mein Kommen nach Bayreuth nicht mehr zu denken. Mit den Gefühlen unveränderlicher Freundschaft für das Haus Wagner Arturo Toscanini." Zur Absage Toscaninis teilt die Pressestelle des K a m p f b u n b e s für deutsche Kultur mit: Toscanini begründet seine Absage in einer Form, die beweist, daß der bekannte Dirigent sich der Wirkung einer großangelegten antideutschen Propaganda nicht zu entziehen vermochte. Der Kampsbu.id für Deutsche Kultur, der sich von jeher in jeder Form Schutz und Förderung des deutschen Kulturgutes von Bayreuth angelegen fein ließ, stellt fest, daß keine seiner kompetenten Stellen jemals sich gegen eine künstlerische Betätigung Arturo Tosco n i n i s aussprach und daß insbesondere der preußische Landesleiter Reichstagsabgeordneler Hi n k e l sich oftmals mündlich und in der Presse ausdrücklich für einen in jeder Richtung verbürgten Verlauf der Fe st spiele 1933 eingesetzt hat. Nach der Absage Toscanini-- wird ein deutscher Dirigent berufen roerben. Wir finb als Deutsche überzeugt, daß künstlerisch vollwertige Interpreten der Wagnerschen Werke gefunden werben. Aus Anlaß des Richard-Wagner-Gedenkjahres wird in diesem 3ahre der „P a r s i f a l" in der von Richard Wagner im 3ahre 1882 selbst inszenierten Form herausgebracht. Die Aufführungen werden von Dr. Richard Strauß dirigiert, der bereits in den Jahren von 1889 bis 1904 loei den Festspielen mitgewirkt hatte. Ferner werden bei den diesjährigen Festspielen die „Meistersinger" und der „Ring des Nibelungen" in völliger Neuinszenierung aufgeführt. Karl Elmendorfs behält die Leitung des ihm von Siegfried Wagner anvertrauten „Ringes". Geheimrat Lenard. Philipp Lenard, der berühmte Heidelberger Physiker, der sich vor allem mit der Strahlenforschung beschäftigte und 1905 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, erhielt den Adlerfchild, die höchste Auszeichnung, die bas Reich für außer- gewöhnliche Leistungen zu vergeben hat. Reichsminister Hugenberg über die Mittelstandspolitik der nächsten Zukunst. Berlin, 7. 3unl. (ERD.) Reichsminister Dr. Hugenberg erörtert im .Tag" die nächsten Aufgaben auf dem Gebiet der MittelstandSpoli- tit Der Minister betont, daß nun hoffentlich bald die Periode der Eingriffe und der Unruhe in der Wirtschaft beendet sei. Denn das sei eine unentbehrliche Voraussetzung wirklichen Aufschwunges und der Ueberwin- düng der Arbeitslosigkeit. Ein wieder hoffender, wohlorganisierter Mittelstand sei eine der positivsten Machte im wirtschaftspolitischen Leben. Line falsche Politik habe ihn krank gemacht. Groß- betriebe, Konsumverein, Warenhaus, denen man keine Schranken und keine moralischen Pflichten auferlegt habe, feien für ihn Feinde geworden. Dr. Hugenberg geht dann auf die von verschiedenen Seiten ihm zugeleiteten Befürchtungen ein, waS werde, und führt u. a. aus: Das, waS sein Wird, wollen wir in die richtigen Wege des Wachstum- leiten, nicht das mutwillig zerstören. waS ist, ohne dah wir dafür schon Ersah haben. könnte es einen Zweck haben, die bestehenden Warenhäuser und dergleichen mit Steuern und anderen Mitteln geradezu toizuschlagen — und mit ihnen ein großes kapital und viele Existenzen und Lieferanten? Rein, der Tiefstand der heutigen Kaufkraft und damit der Umsätze wird wieder überwunden werden. Der neue Umsatz soll auf die Mühle de» Mittel st andes geleitet werden. Ls soll kein neue» Warenhaus oder dergleichen enl- stehen. Die bestehenden sollen die Umsätze, bei denen sie noch bestehen können, nicht überschreiten. Das soll eine lediglich aus diesen Zweck gerichlele geslasfelte Umsatzsteuer wirksam verhüten. wir wollen keine Begünstigung der Mammutbetriebe mehr. Aber wir wollen nicht sinnlos vorhandene Werke entzweischlagen. Unser städtischer Mittelstand will, daß er wieder leben und sich entfalten kann. Dor allem müssen zu diesem Zweck die Dorbelo st ungen unserer Wirtschaft mit einem gewissen Glauben an Zukunft und eigene Kraft baldmöglichst avge- baut oder ausgeglichen werden. Der „Betrieb" statt der .Organisation" muh wieder in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Geschehens gerückt werden. Der deutsche Zinsfuß, der immer noch koch über dem der übrigen industriell entwickelten Länder steht, muh auf seinen natürlichen Stand heruntergedrückt werden Das kann man nicht kommandieren. Aber man kann die Hindcr- nisse wegräumen, die aus der Unrentabilität und den Bindungen der Vergangenheit hemmend in die Gegenwart hineinragen. Es geht auf die Dauer nicht an, dah ein viele Jahre dauernder Auftauvro- zeh der großen feftgefrorenen Kredite, insbesondere auch der Auslandskredite, alles neu ent- st e h e n d e Kapital an s i ch saugt und feft- hält. Ich bin dafür, dah d i e Kräfte sich frei entwickeln. Aber die Kräfte eines Jeden rings im Lande, auch die Kräfte der Kleinsten. Denn das schafft durch die millionenhafte Vervielfachung der Kraft des einzelnen Armes und des einzelnen Geistes erst die riesenhafte und unendliche Kraft- entsaltung, die wir brauchen. Bevorstehende Rückzahlung des Rediökontkredites der Oolddiskontbank Berlin, 8. Juni. (END. Funkspruch.) Wie wir erfahren, wird der am 1. JuU fällig werdende amerikanische Rediskontkredit der Golddiskont- bank in Höhe von 45 Millionen Dollar zurück- gezahlt werden. Auch die Rückzahlung dieses Kredites entspricht, wie seinerzeit die des Rediskontkredits der Reichsbank, dem Bestreben des Roten- inftituts, bie wahre Gold- und D e v i s ende ck u n g in den wöchentlichen Ausweisen zu zeigen. Durch die inzwischen cingetretene Entwertung des Dollars ergibt sich, da die Rückzahlung des Kredites in Papierdollars erfolgt, ein Kursgewinn, der sich unter Zugrundelegung eines Kurses von 3,50 bis 3,55 RM. für den Dollar auf etwa 30 Millionen Reichsmark errechnet. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Reichs- bank bzw. Golddiskontbank auf der anderen Seite als Verwalterinnen von Dollarguthaben das Risiko aus den Währungsentwertungen zu tragen haben. Aus aller Well. Entlassungen an der Berliner Staalsoper. Auf Grund des Beamtengesetzes erhielt Generalmusikdirektor Dl Otto Klemperer seine Ent- lassuna. Außer ihm scheiden aus: Kapellmeister Fritz Zweig, die Sopranistinnen Tilly de Garmo, die Gattin Fritz Zweigs, und Lotte S ch o e n e und der Tenor Marcel Roe. Generalmusikdirektor Leo Blech wird von den Maßnahmen nicht betroffen, da er schon 25 Jahre an der Staatsoper tätig ist. Auch die Bassisten Emanuel List und Alexander K i p n i s bleiben weiterhin tätig. Besudelung eines Hitler-Ehrenmals. Wie die Iustizpresfestelle mitteilt, wurde in der Rächt vom 22. zum 23. Mai die Tafel an der am Tage dec Rationalen Arbeit gepflanzten Hitler-Linde auf dem Berliner Armin i u s p l a h besudelt und zerschlagen. Die Staatsanwaltschaft l hat als Täter den jüdischen Pianisten Max Wolff ermittelt und gegen ihn Anklage erhoben. Wolff befindet sich seit dem 24. Mai in Tlntersuchungshaft. Anderthalb Tahre Zuchthaus für Mißbrauch der SA.-Unisorm. Das Sondergericht Altona verurteilte den Arbeiter Maul aus Kiel, der im April feftgenommen worden war, weil er in S A. - U n i f o r m widerrechtlich Spenden auf Sammellisten entgegennahm, zu anderthalb Jahren Zuchthaus. Maul war früher Angehöriger der SA. gewesen, 1931 ausgeschieden und hatte dann die nationale Revolution benutzt, um mit der Uniform, die er behalten hatte, in bie eigene Tasche zu sammeln. Jlotlanbung Matterns. Der amerikanische Weltflieger Mattern hat bei Prokopjewsk, 600 Kilometer von Nowosibirsk entfernt, eine Notlandung vorgenommen. Don Nowosibirsk aus ist ein Flugzeug mit einem Mechaniker und Ersatzteilen nach Prokopjewsk geflogen. Der Südatlanlik über die „Westfalen" zum erstenmal überquert. Bei dem von der Deutschen Lufthansa unternommenen praktischen Versuch für den Beginn einer Luftpostverbindung nach Südamerika hat das Dornierwalflugzeug „D 206 Monsun zum ersten Male denSüdatlantik überquert. Der Atlantikflug wurde in der vorgesehenen Weise inzwei Etappen mit einer Zwischenlandung auf dem als Flugstützpunkt im Südatlantik festgelegten Dampfer ,W e st f a l e n" durchgeführt. Der Start von Bord der Westfalen erfolgte mittels der neuen Grohschleuderanlage. Reichsluftfahrtminister Göring hat der Deutschen Lufthansa seine Glückwünsche zu dem vollen Erfolg für die Verwirklichung des großen Zieles, eine schnelle Luftpostbeförderung zwischen der europäischen Heimat und den Großstaaten Südamerikas herzustellen, übermittelt. Zwei schwere Explosionen in Ostoberschlesien. In Kattowitz ereignete sich beim Legen einer Wasserleitung des staatlichen Wasserwerks im Ostteil Bogutschütz ein schweres Unglück. Beim Schweißen einer Rohrleitung explodierte plötzlich der Schweiß- apparat, wodurch drei Arbeiter getötet, einer schwer und vier leicht verletzt wurden. Ein löjähriger junger Mann, der den Schweiharbriten zugesehen hatte, wurde gleichfalls schwer verletzt.— In Schoppinitz flog in einer Seifenfabrik ein Benzinbehälter in der neuen Ölraffinerie in bie Luft. Ein Monteurmeister aus Berlin sowie zwei Monteure erlitten schwere Verbrennungen unb würben in hoffnungslosem Zustanb ins Lazaretl eingeliefert. Bereitsein ist alles. Zum Deutschen Hotkreuztag am 11.3uni. $ e r e i t f e i n ist alles! Dies Wort trifft ben Kern des Wesens des Roten Kreuzes. Das gesamte Material, bas nach Satzung unb Verpflichtung des Roten Kreuzes für ben Kriegsfall bereitstehen soll, das gesamte Sanitäts- unb Schwesternpersonal, das dafür ausgebildet ist unb weiter ausgebildet wirb, alles ist in steter Bereitschaft zu erster Hilfe- • (eiffung bei allen Arten von Unglücksfällen, die das Leben täglich mit sich bringt Bei Katastrophen wie Erdbeben, Gruben- unb Eisenbahnunglücken, Epibemien ist das Rote Kreuz sofort am Platze. Der Rettungsdienst für Unfälle auf der Landstraße unb auf bem Wasser, besonders an Sonntagen, ist von ihm bis ins letzte genau burdjorganifiert. Es stellt bie Rettungsstellen bei allen großen unb kleinen öffentlichen Leranstaltun- gen wie Kunbgebungen, Feiern unter freiem Hirn- mel unb in Sälen, Sportveranstaltungen, Fluglagen, Wettkämpfen usw. Sereitfein ist alles! steht auch als Leit- ftern über ber gesamten Wohlfahrtsarbeit des Roten Kreuzes unb seiner Mitgliebsvereine. Wo Fürsorgeeinrichtungen sich als notroenbig erweisen, wo eine Ausgabe, eine Pflicht sich zeigt, eine Lucke vorhanben ist, wo Hilfe im einzelnen nottut — immer ist bas Rote Kreuz bereit, einzugreifen, auszu- bauen, zu helfen, mitzuarbeiten. Was wäre das flache Land ohne die GemeinbekrankenpflegestatiO' nen, die Städte unb Dörfer ohne bie Krippen, Kin- bergärten, Mütterberatungsstellen, bie Küchen unb Wärmestuben unb ohne bie anderen ungezahlten Fürsorgeeinrichtungen ber Frauenvereine vom Roten Kreuz? Die Notwendigkeiten nationaler Dienstverpflichtung erkennend, ist das Rote kreuz selbstverständlich bereit, bei allgemeinen öffentlicher» Maßnahmen mitzuwirken. So beteiligt es sich mit eigenen Einrichtungen an ber Durchführung des hilfswerks ber Deutschen 9ugenb, des Freiwilligen Werkjahrs ber Abiturienten unb bes Freiwilligen Arbeitsbien,tes. fBereitfein i st alles! Nach biefem Orunb- satz hanbeln all bie Tausenbe unb aber Tausende von freiwilligen Helfern unb ehrenamtlichen Mitarbeitern im Roten Kreuz. Wenn sie gebraucht werben, wenn man sie ruft, finb sie zum Mithelfen, zum Mitarbeiten da. Am Tage ber nationalen Arbeit, am 1. Mai, bedurfte es keines besonderen Alarms, um sie inmitten der Mafsenaufzüge, bis in bie Nacht zum Rettungsbienst bereit zu halten. Wie manche Hausfrau unb Mutter sieht ihre besten Frei- unb Erholungsstunben darin, in den Fürsorgeein- ridjtungen des Roten Kreuzes mitzuarbeiten unb sie daburch erhalten unb fördern zu helfen. Kein Rotkreuzverein, unb fei es auch im kleinsten Flecken, bem nicht stets genügend Aerzte ihre freien Abende nach anstrengender Berufsarbeit zur Abhaltung von Ausbilbungs- unb Fortbilbungslehrgängen, von Dorträgen unb Hebungen opfern. Den Tausenden von Sanitätsmännern und Rotkreuzschwestern und außer ihnen den vielen Tausenden jungen und allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes ist ihr Dienst am Roten Kreuz Lebensinhalt und Lebensaufgabe geworden. Es wird wohl kaum jemanden in Deutschland geben, her mit diesem Dienst nicht dankbar in Berührung gekommen wäre. Mögen sich alle Dankschulbigen am Rotkreuztag um ihre große Wohltäterin ver- sammeln unb ihr durch eine Spende helfen, daß sie weiter Helsen kann! Denn einmal im Lahre nimmt bas Rote Kreuz Dank und Anerkennung für sich in Anspruch — um ihn selbstlos in neuen Segen für bie umzuwandcln, bie seiner in Not unb Hilflosigkeit bebürfen. Aus der Provinzialhauptstadt. Unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit. Vielleicht ist selten mit einem Wort soviel Mißbrauch getrieben worden- Man erzählt unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit ein und dieselbe Geschichte der Freundin, der Dachbarin und wundert sich, wenn das sorgsam gehütete Geheimnis sich wie ein Lausscuer im ganzen Bekanntenkreis verbreitet. Jeder Mensch hat eine Aussprache nötig. Eie erleichtert, kann Wunden bellen und oft einem betrüblichen Vorgang das Schwere und Drückende nehmen- Doch nie sollte man vorsichtiger sein als in der Wahl der Menschen, denen man Vertrauen schenken will. Wenn Eheleute kein Geheimnis haben, ist schon damit der Beweis einer glücklichen Zweisamkeit gegeben. Sobald jedoch einer der beiden Portner das Vertrauen bricht und unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit erzählt, was den anderen an- geht, kann ein Riß entstehen der nie wieder gutzumachen ist. Vertrauen zwischen Eltern und Kindern! Es ist da- erstrebenswerteste für Eltern, die Herzen ihrer Kinder zu besitzen. Wenn Erika ihrer Mutter erzählt, dah ein Arbeitskamerad ihr seine Liebe gestanden hat, und dah dieses Geständnis die Vorstufe zur Verlobung sein wird, steigert sich das Glück der Tochter im Augenbblick der Mitteilung. Aber es zerbricht, wenn sie merkt, dah die Mutter — vielleicht im überströmenden Mitgefühl für ihr Kind — einer Rochbarin die geringste Andeutung gemacht hat. Eltern sehen in ihren erwachsenen Kindern Vertraute, die Schicksal und Los mit ihnen teilen. Rur zu selbstverständlich, dah Söhne und Töchter nie ein Wort über das terlieren, was der Vater ihnen offenbart hat. Es sollte gar nicht mehr des Zusatzes bedürfen: .Ich erzähle dir das unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit." DaS Schönste, das unser Leben reich macht, ist Vertrauen zu einem anderen Herzen. Aber wie alles Edle und Hohe kann es nur selten sein. Das Mitteilungsbedürfnis, nicht etwa nur von Frauen, sondern auch von Männern, ist teils aus Gedankenlosigkeit, teils auS dem Wunsch, wichtig zu erscheinen, oft im ungeeigneten Augenblick sehr groß, und dann entschlüpft das Wort, das nicht mehr zurückgenommeu werden kann. Rur Ihnen, liebe Frau Müller, sage ich es", strahlt die junge grau. »Endlich hat mein Mann den Posten als Ungenicut bekommen. Der Vertrag wird übermorgen geschlossen, sobald der leitende Direktor von seiner Reise zurück ist. Richt wahr, Sie sprechen nicht darüber!" Aber Frau Müller spricht darüber, weil ja die meisten Menschen froh sind, wenn sie überhaupt etwas zu erzählen haben und nicht gern nachdenken, um einen Tlnterhaltungs- stoff zu finden, der außerhalb der alltäglichen Berichterstattung liegt. Der Ingenieur, Mann der jungen Frau, bekommt seinen Vertrag nicht und hat keine Ahnung, was gegen ihn im Spiele war. Vielleicht ein Glück im Anglück, daß seine Frau für ihn außerhalb jedes Verdachtes stand, sein Geheimnis ausgevlaudert zu haben, sonst wäre noch in die Ehe ein schwerer Mißklang gekommen. Rur die junge Frau ahnte das Spiel hinter ihrem Rücken, und um ihre Schuld gutzumachen, gestand sie ihren Fehler ein. Das, was verloren schien, konnte der junge Ingenieur im letzten Augenblick tzutückerobern. Seine Frau jedoch hat nie wieder ein Geheimnis weitergetragen. Unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit — eine sehr kluge Frau wehrte sofort heftig ab, wenn Fernstehende ihr etwas mit dieser Einschränkung erzählen wollten. Begründung: Sie war überzeugt, nicht die einzige Vertraute zu sein, und sie wollte sich von vornherein vor dem Verdacht sichern, als Schwätzerin zu gelten. Manche Menschen plaudern ein Geheimnis unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit aus, nur weil sie genau wissen, daß es bann fraglos weitergetragen wird. Gräfin Metternich, eine der geistvollsten Frauen ihrer Zeit, erklärte einmal, als eine Bekannte sie für eine Mitteilung um strengste Diskretion bat: .Bitte, erzählen Sie es mir nicht, ich spreche nämlich doch nicht darüber!" Steuern pünktlich bezahlen! Der Staatssekretär für die hessischen Ministerien teilt mit: I den verflossenen 14 Jahren sind der deutfchen Wirtschaft Steuern in einem ihrem Wiederaufstieg hindernden Maße aufgebürdet worden. Der Wiberstand hiergegen verstärkte sich burch ben Einbruck, baß bei ber Verwendung bes Steueraufkommens nicht immer mit der peinlichsten Sorgfalt verfahren werde Zu ber nationalsozialistischen Regierung hat bie Be- oölterung bas feste Vertrauen, baß in steuerlicher Hinsicht nicht mehr als bas unumgänglich Notwen- bigfte verlangt wird. Die Zuversicht ist berechtigt, daß bie Maßnahmen ber Reichs- und ber hessischen Regierung zur Durchsetzung äußer st er Spar- [a m r e i t in ben öffentlichen Verwaltungen, zur Wiederherstellung gesunder Derhältnisie in ber Landwirtschaft unb zur vermehrten Beschaffung von Arbeit auch zu einer Milderunades Steuer- bruckes führen werben. 6s_ wirb eine dringliche Sorge ber Regierung fein, Steuererleichterungen zu verfügen, jobalb es bie Lage ber öffentlichen Finanzen nur irgeno geftattet Anbeter- feits muh aber gefordert werben, bah sich jeder einzelne Dolksgenoffe feiner Verpflichtungen gegen bie Gemeinschaft burchaus bewußt ist unb seine Steuern — auch bie nach ben derzeit gültigen Gesetzen geschuldeten — p ü n r t • l j ch entrichtet, soweit bas nur irgenb in feinen Kräften steht. Oie Arbeiter-Turn- und Sportvereine verboten und aufgelöst. Der Staatsfommifiar für das Polizeiwefen in Hessen erläßt folgende Verfügung: Sämtliche Turn- und Sportvereine, bie bem Arbeiter-Turn- unb Sportbunb angehören, ober am 6.März 1933 angehört haben, werben hierburch auf Grund des § 1 ber Verordnung bes Reichspräfibenten zum Schutze von Volk unb Staat vom 28. Februar 1933 im Bereich bes Dolksstaats Hessen verboten und a u f g e l ö ft. Wer sich an einem der aufgelösten Vereine als Mitglied beteiligt, ober ihn auf anbere Weife unterstützt ober ben organisatorischen Zusammenhalt förbert, wirb nach § 4 ber angezogenen Derorbnung bestraft. Das Dermögen ber Ber- etne wirb beschlagnahmt. Mit ber Abwicklung ber Dereinsgeschäft und mit der Liquidation bes Vermögens ber aufgelösten Vereine wirb ber Beauftragte bes Reichs, portkommissars, Herr Lehrer K 1 o ft e r m a n n, Referent im Ministerium für Kultus unb Bilbungswesen, beauftragt unb ihm zugleich bie Befugnis erteilt, soweit erforberlicf), U n • terbeauftragte zu bestellen unb zu bevollmächtigen. EhestandsdarlehenS-Gesuche an die Gemeinden richten! In ben letzten Tagen sinb im Reichsfinanzmini- fterium sehr viele Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen eingegangen. Es wirb barauf bin- gewiesen, daß bie Anträge nicht an bas Reichsfinanzmini st erium, sondern an bie ®emcinbe bes Wohnsitzes des fünft!-* * gen Ehemannes zu richten sind. Die im Reichs- finanjminiftcrium bereits eingegangenen Anträge werden an bie zusiänbigen Gemeinden zur weiteren Behanblung abgegeben. Die Gemeinben geben bie Anträge im Falle ber Befürwortung an bas zu- ständige Finanzamt weiter, das über den Antrag endgültig entscheidet unb gegebenenfalls bie Auszahlung bes Ehestandsdarlehens durchführt. Mit ben Auszahlungen kann nicht vor August 1 93 3 begonnen werben. Denn bie zur Beschaffung ber Mittel erforderliche Ehestanbshilfe wirb erst mit Wirkung ab 1. Juli 1933 erhoben. Bei ber Stellung von Anträgen auf Gewährung von Ehestandsbar- lehen sind nur bie Vorbrucke zu verwenben, bie ab 1. Juli 1933 bei ben Gemeinbekanzleien erhältlich sein werden. Bornotizen. — Tageskalenber für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Champ" unb „Der Sohn bes Rajah" — „Die Kausmannsgehllsen Im na- tionalsozialistischen Staat“ Die hiesige Ortsgruppe bes Deutschen Handlungsgehilfenoer- banbes veranstaltete am Samstag, 10. yuni. 20 Uhr, im großen Saale bes Coss Leib eine große öffentliche Kunbgebung für alle Kaufmannsgehilfen, lieber bas Thema „Die Kausmannsaehilsen im nationalsozialistischen Staate" spricht Pg. Walter Piske, Gauvorsteher bes DHD. aus Frankfurt a. M. Außer- bem werben Ansprachen gehalten von Pg. B a r t hole m ä u s unb Pg. Hermann Wagner, beide von Gießen. Diese große Kundgebung, zu ber alle kauf- männischen Angestellten ber weiteren Umgebung erwartet werden, wirb burch beutsche Marschmusik, ausgeführt von ber DHV.-Musikergilde, umrahmt. Der Unkostenbeitrag beträgt 20 Pf. Für Erwerbslose ist ber Eintritt geaen Ausweis frei. Man beachte bie Anzeige in unserem morgigen Blatte. (tfkfocncr 2\jöd)cnni iitprcnc. • Gießen, 8. Juni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 bis 135 Pf, Landbutter 130, Kochbutter 110, Matte 25, Wirsing (grün) 18, Römischkohl 10 bis 15. Spinat 10 bis 15, Spargel 18 bis 40, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 40 bis 50, Rhabarber 8 bis 10, Stachelbeeren 25 bis 30, Kartoffeln (alte) 3 (pro Ztr- 2,30 bis 2,50 Mk.). (neue) 12, Kirschen 25 bis 30, Suppenhühner 60 bis 80, junge Hähne 90 bis 100 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier (int ) 8, Käse 5 bis 10. Blumenkohl 45 bis €0, Salatgurken 30 bis 45, Salat 5 b. 10, Oberkohlrabi 10 b. 15. Rettich 10 6.15 Pfennig pro Stück: gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Radieschen 5 bis 10 Pf. pro Bund. * • Forstperfonakie. Der Kanzleigehilfe bei bem Forstarnt Rabenau zu Londorf, Philipp Höchst zu Londorf, wurde mit Wirkung vorn 1. Mai zum Kanzlisten ernannt. ** Eine Neunzigjährige. Frau Äaroline Peterrnann, wohnhaft Kaiserallee 50, begeht heute in seltener geistiger und körperlicher Frische ihren 90. Geburtstag. Fünf Geschwister 390 Jahre altl Die Geschwister Ferro, vier Brüder und eine Schwester, die sich durchweg in hohem Alter befinden, zählen zusammen nicht weniger denn 390 Lebensjahre. Der Friseur Heinrich Ferro zu Ridda ist 83 Jahre, Theodor Ferro, Offenbach, 82 Jahre, Käthe Sinne r, geb. Ferro, Frankfurt a M, 77 Jahre, Heilgehilfe Gustav Ferro, Offenbach, 76 Jahre, Robert Ferro, Frankfurt a. M., 72 Jahre alt. Die Volks-, Berufs- unb ^Betriebs- zählungam lö.Juni betrifft eine Bekanntmachung im gestrigen Anzeigenteil. Die Einwohnerschaft fei besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Don ber Volkshochschule. Der nächste „Pslanzenkundliche Ausslug" am Sonntag, 11 Juni, führt bie Teilnehmer in das Biebertal, das in botanischer Hinsicht manche Seltenheit aufzuweisen hat. Jnteresienten feien deshalb besonders daraus auf- merksam gemacht. Näheres siehe heutige Anzeige. *• Theologische Konferenz im Studentenheim. Am Donnerstag, 15. Juni, findet im Studentenheim eine theologische Konferenz statt. Als Redner wurden Generalsuperintendent D Dr. D i b e l i u s-Berlin unb Privatbozent Lic. Schlier- Marburg gewonnen. Ersterer spricht am Vormittag über bas Thema „Die Aufgaben bes deutschen Protestantismus gegenüber bem europäischen Osten", letzterer über bas Thema „Die Gemeinde unb bie Welt in ber Johannesapokalypse". •• Ausführung der Rennten Symphonie. Wie uns der Orchesterverein 1908 mitteilt, sind die Vorbereitungen zur Aufführung der Neunten Symphonie voll im Gange Ram- hafte Künstler sind gewonnen toorben. Das Konzert dürfte wohl das Interesse aller musiklieben- den Kreise finden, zumal die niedrig gehaltenen Preise es jedem ermöglichen werden, sich daS herrliche Werk anzuhören. Auf die heutige Anzeige sei hingewiesen. ** Tiit einer Schußwunde in die Äli- nit eingeliefert. Der 19 Jahre alte Landwirt Hans Wenzel von Appenrod wurde gestern abend mit ei -'m Steckschuß in den linken Unterschenkel in die hiesige Chirurgische Klinik eingeliefert. Die Zusammenhänge bes Vorfalls sinb noch nicht geklärt. Briefkasten der Heöofhon. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Lin Radiohörer. Anonyme Einsendungen werden nicht berücksichtigt. Sonnenqebräunte Haut *CREME ‘ oder aber NIVEA - ÖL ür.l Sch-tt-" - 17 Fortsetzung Nachdruck verbotenI Seltersweg 81 3804 D EIER billiger! 3530 A 03476 1.40 u. 3.15 Gegen 2534A Speise-Oel fein Liter 1.08, 92 Kaufen 10 3810 A 0.90 RM. 1.00 RM. Drogerie Kreueplat® 10 Stück 73 10 Stück 96,86 Weizenmehl heil...... Auszugsmehl extra fein Weizengries fein...... Hartwelzengries grob. Sultaninen blau......... Drowe-Hautfunktionsöl...... Drowe-Nußöl............. beides Eigenspezialitäten Diaderma Jadeöl Tiroler Nußöl Nivea-Oel Pigmentan Nivea-Creme Eucutol Nr. 3 und 6 usw. Wunderschöne Badehauben und Badeschuhe Angenehmes und ungeniertes in der Damenabteilung von Autogaragen? Nehmen Sie Abermann Pfd. 20, 17 PfJ 23, 22 .....Pfd. 22 .....Pfd. 22 .....Pfd. 30 Werbrauchtlhn? 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Er schlägt dem Rappen auf den Schenkel, klemmt sich fester im Sattel und rast die Waldstraße hinunter. Jetzt geht es auf Tod und Leben! Den Hohlweg muß er gewinnen, bevor die Verfolger den Vorsprung eingeholt haben — koste es, was es wolle. Döllnitz kennt diesen Rambeaux. Jetzt ist keine Zeit zu Ueberlegungen — jetzt heißt es nur: Distanz halten, denn drei Pistolen treten sicherer als eine. Der Gaul gibt das Letzte her. Die schnaubenden Nüstern dampfen den heißen Atem in die Kälte der Nacht. Der vor Anstrengung kochende Leib des Tieres taut die eisige Decke auf, rinnende Bäche von Wasser und Schweiß bedecken den Körper. Mit letzter Kraft von Pferd und Reiter wird der Eingang des Hohlweges gewonnen. Der Hauptmann muß allen Bewegungen des Tieres im Sattel von Sekunde zu Sekunde folgen. Unter der weichen Decke des Schnees lauern bei jedem Huftritt Gefahren eines Sturzes. Das Flockengewimmel ist zu Ende, die Sicht, die langsam aufkommt, kann für Döllnitz das nahe, unerbittliche Ende bedeuten. Bei einer scharfen Biegung, die der Hohlweg macht, wobei er sich fast zur Schlucht vertieft, fällt der Rappe von selbst aus dem Galopp in ruhigen Gang. Die Flanken des Tieres zittern. Döllnitz ist machtlos. Eine Sekunde lang hört er das Stoppen von Hufen in der Ferne — dann erfüllt ein donnerähnlicher Krach die Luft. Nych einmal bäumt sich der Rappe vor Angst auf, dann steht er unbeweglich. Kurz hinter ihnen an der Biegung des Hohlweges, ist eine haushohe Tanne aus dem unterwühlten, sandigen Grunde durch das orkanartige, wieder einsetzende Toben des Sturmes gerissen worden. Hauptmann Döllnitz atmet auf — das ist Hilfe in letzter Minute! Einen Augenblick herrscht Totenstille. Es scheint, als ob sich der Sturm im Anblick feines Werkes verschnaufe. Dann bricht der höllische Spektakel von neuem los. Schnee, Erdmassen und Steine bersten von der Wand, Strauchwerk und dürres Holz fegt herunter bis dicht zu Füßen des Pferdes, das von neuem Entsetzen gepackt, losrast. Rambeaux ist mit seinen Leuten an dem Hindernis angelangt. Die Tanne mit ihrem mächtigen Stamm versperrt total den Weg. Da ist alles Fluchen umsonst. Auch die Meinung, daß dieser Preuße ein Bündnis mit dem Leibhaftigen habe, ist zwecklos und bringt die Verfolger keinen Schritt vorwärts. Rambeaux bestehlt feinen Leuten umzukehren und mit den Pferden oben am Rand des Hohlweges zu folgen. Er selbst klimmt den steilen Abhang keuchend hinaus und gewinnt schließlich den Kamm. Wo nichts half — hilft immer Fruchfs Schwanenweiß Wo und wann können zwei Damen stundenweise einen Tennisplatz benutzen u. zu welchen Bedingungen? Schriftliche Angeb. unter 03479 an den Gießener Anzeiger. Paula Busch. Gießen, den 6. Juni 1933. Junger Kauloiann gutes, elg. Geschäft, sucht auf dies. Wege einfaches, hübsches Mädel kennen zu lernen zwecks spät. Heirat. Schr. Ang. m. Bild unt. 3807D a.d. Gieß.Anzeiger. 38uOA Gießen MMMlkW Ein vaterlandischerRoman vonHansVietzke Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. Orcheslerverein 1908 Freitag, den S.Juni abends 8 15 Probe Neunte Sinfonie 38osd Ter Vorstand. Heute vormittag 9% Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Mandler geb.Weller im Alter von 55 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Mandler II. Heuchelheim, den 7. Juni 1933. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. Juni, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Bachstraße 9. aus statt Suche kleinenchellen ttflnmim Zentrum NUUIU für ruhiges Handwerk. Schrift!. Angeb. m. Preis u. 03478a.d.Gieß.Anz. Wegen Erkrankung meinesjetzigen suche ich für sofort oder zum 15. 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Das Kerzenlicht, von seinem erhobenen Arm geführt, wandert tastend über die Schätze hin. „Sie werden immerhin eine gute Zeit brauchen, um das zu studieren, Herr Hauptmann", versucht die Baronesse zu scherzen. „Du wirst nun wohl oder übel deine Besuche et- roas häufiger wiederholen müssen als bisher", meint lächelnd Jeannette. Und Maria fährt mokant fort: „Vielleicht sind diese Folianten eher imstande, Herr Hauptmann, Sie als unseren Gast zu sehen, als alle meine wiederholten Einladungen." Lefevre hat endlich den Leuchter auf den mächtigen Tisch, der mit ein paar wuchtigen Sesseln das einzige Mobiler dieses Raumes ist, niedergestellt. Er sucht, überaus beglückt, nach Worten: „Ich konnte nicht ahnen — Baronesse ..." „Keine Ausrede, Herr Hauptmann!" unterbricht ihn Maria, während Jeannette lachend hinzufügt: „Das Beste hebt man sich immer bis zuletzt auf!" Die Frauen wissen, daß der Hauptmann für die nächsten Stunden ihr freiwilliger Gefangener ist. Ihr Plan ist zur Hälfte gelungen. Die Baronesse entschuldigt sich für einen Augenblick und eilt hinunter in die Gesindestube, wo ihr Bruder Karl und Tobias auf sie längst gewartet haben. „Es ist alles in Ordnung, Karl! Sorgt Ihr dafür, daß Vater und Döllnitz unbemerkt von der Wache ins Schloß gelangen." Maria übergibt ihnen den Schlüssel zu Jeannettes Boudoir, den sie von der Französin für alle Fälle erhalten hat. „Sollte irgendein unvorhergesehener Zwischenfall eintreten, so versteckt ihr Döllnitz im Boudoir der Madame Lefevre. Dort ist er am sichersten, bis die äußerste Gefahr vorüber ist." Als Maria die Gesindestube verlassen hat, sieht Karl von Löbau auf die geschnitzte Bauernuhr an der Wand und beginnt sich für den geheimen Wachdienst anzukleiden. Tobias ist chrn bei Anlegen der schweren Stiefel und des Pelzes behilflich. „In einer Stunde löst du mich ab." Karl verläßt die warme Stube und schreitet mit breiten Schritten in die eisige Nacht hinaus. 15. Hauptmann Döllnitz ist dem Rate Hoffmanns gefolgt und hat von dessen Gehöft aus den Weg rechts Vereine Voikshochscbule. Sonntag, 11. Juni: Pflaflzenkundl.Ausflog in das Bieber tal (ganztägig). Führ.: Inspektor Rehnelt. Abfahrt mit derBie- bertalbahn 8.20 Uhr (Sonntagskarte). Tellnehmergebühr: 50 Pf., Mitglieder 30 Pfennig. 3794D [ Vermietungen | Große, sonnige b'ZllW.-MW. mit Badezimmer, Balkon u. Zubehör zu NM. 95.— und gl.Z3lnini.Mn. mit Badezimmer zu RM. 65.—, ferner gk.r-Mlv.-Ml1. mit Balkon zu RM. 45.—, im Zentrum zum l.Juli od.fvät. zu vermieten. Sckr. Angebote u. 03490 an denGieß.Anzeig. BlOCkWUrst schnittfest............i/4Pfd. 25 Zervelatwurst Holsteiner.......V4 Pfd. 28 Limburger Käse ohne Rinde....1/«Pfd. 11 Edamer Käse vollfett...........^pfd. 19 MalzkaffeeOrig.-PaketPfd.38 lose Pfd. 22 Schöne 5-Zim.WohnonO Roonstraße,neu her- gerichtet, per sofort zu vermieten. Schriftl.Angeb.unt. 03492a.d.Gieß.Anz. der Sandgrube durch den Wald genommen. In einer Viertelstunde wird er den Hohlweg erreicht haben, dann liegt die Hälfte des Weges nach Löbau hinter ihm. Bis jetzt hat der Rappe gut durchgehalten. Döllnitz läßt das Tier in ruhigem Gang verschnaufen, während er eine Waldschneise hinaufreitet. Die Sicht ist die schlechteste, die der Hauptmann bei allen seinen Ritten diesen Winter über angetroffen hat. Wenn er nicht müßte, würde er heute sich und das Tier schonen und unter sicherem Dach bleiben. Ausgerechnet bei solchem Wetter müssen ihn die Spürhunde aufjagen! Der Himmel scheint bis in die Wipfel der Tannen zu hängen, um die pfeifend das Gewimmel der Flocken jagt. In der Mähne des Pferdes, auf Pelz, Handschuhen und Sattelzeug, liegt eine starke Kruste von Eiskristallen. Die Stiefel sind fast an den Steigbügeln festgefroren, das Leder knirscht hart und brüchig. Die Schneise ist zu Ende, Döllnitz sieht vor sich ein Brachfeld liegen, das gegen das andere Waldstück ziemlich breit und offen zu sein scheint. Er hält den Rappen an und horcht angespannt in die Nacht. Schließt die Augen, um besser in die knappen Atempausen des Windgeheuls lauschen zu können. Plötzlich stutzt er — seine schlaffen Sinne werden überwach: Er glaubt in der Ferne deutlich Pferdegetrappel zu hören. Stimmfetzen verklingen im Echo fern dort drüben. Döllnitz greift nach seiner Pistole, nimmt die Zügel fester und galoppiert über das Brachfeld, um so schnell als möglich das jenseitige, schützende Waldstück zu gewinnen. Jetzt verschlingt das rhythmische Stampfen der Hufe und das sausende Fauchen des Sturmes, der hier auf offenem Feld ungehindert wüten kann, jeden anderen Laut. Das Pferdegetrappel und die Stimmen, die Döllnitz von fern gehört hat, stammen von Rambeaux' Patrouille.- Einer feiner Begleiter ist vom Pferd gestürzt, das über eine im Schnee verborgene Baumwurzel stolperte. Obgleich ihm nichts geschehen ist, flucht er mörderisch auf das Sauwetter und den verdammten Dienst in solcher Hundenacht. Rambeaux, der mit seinen Leuten den geraden Weg auf offener Landstraße von Breslau hierher geritten ist, hat den Vorsprung, den der Hauptmann zeitlich hatte, mit Leichtigkeit eingeholt. Rambeaux treibt seine Leute an. Der Gestürzte ist wieder aufgesessen, und als man sich einen Augenblick über den Weg orientieren will, vernimmt man aus der Ferne verschwommen das Pochen von Pferdehufen auf der hartgefrorenen Schneedecke. Die drei haben im Nu Aerger und Müdigkeit vergessen und geben den Gäulen die Sporen, daß sie aufbäumend davonstieben. Der Wind hat sich zum Sturm gesteigert, der rasend über das Feld fegt, so daß die Reiter nur mit verkniffenen Augen die Richtung halten können. Döllnitz, am Waldrand angelangt, verhält von neuem das schnaufende Tier und wendet sich for- In irrsinniger Wut, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, rast er dem Gange des Hohlweges nach. Döllnitz hat mit seinem Rappen, der wie von Furien gepeitscht läuft, fast das Ende des Hohlweges erreicht, als ihn ein Geräusch sein Pferd mit eiserner Faust ruckartig auf der Stelle anhalten läßt. Er hört Peitschenknallen und wieder das (Stampfen von Hufen. Immer näher kommt der Ton. Döllmtz fährt sich mit der Hand über das schweiß- bedeckte Gesicht — er glaubt, ihn narren seine erregten Nerven. Aber unaufhörlich kommt das Geräusch näher, nun wächst aus dem Dunkel ein Gefährt, Pferdeleiber sind zu erkennen! Also — umstellt? In der Falle? Der Hauptmann reißt seine Pistole heraus — das Ende soll teuer erkauft sein! Jetzt ist das Gefährt auf Schußweite heran. Döllnitz bringt die Pi- ftole in Anschlag — da erhebt sich drüben im Schlitten eine Gestalt — ruft seinen Namen — des Hauptmanns Hand läßt die Pistole sinken, im nächsten Augenblick ist der Schlitten mit dem Baron und Förster Brinkmann heran. „Wir holen Sie — Döllnitz!" Der Baron springt aus dem Schlitten. Brinkmann bringt die Pferde zum Stehen. „Sie sind hinter mir her — wir müssen fort hier!" Der Förster reißt den Schlitten herum und reicht Döllnitz die Zügel. „Fahren Sie, Herr Hauptmann — ich nehme Ihr Pferd!" Der Baron treibt zur Eile an: „Los, Döllnitz — unsere Gäule halten die Strecke durch'— in einer Stunde sind Sie in Sicherheit!" Die Pferde ziehen an. Döllnitz' Faust hat die Zügel umklammert — knatternd saust die Peitsche. Förster Brinkmann ist eben auf den Rappen auf» gesessen, als ein Pistolenschuß die Luft zerreißt. Die drei Männer sehen sich um — nichts ist zu entdecken. Förster Brinkmann winkt den beiden im Schlitten zu, zu fahren, wendet langsam sein Pferd herum und reitet den Hohlweg zurück — die Strecke, die Döllnitz gekommen ist. Da knallt ein zweiter Pistolenschuß, als Döllnitz und der Baron schon längst den Ausgang des Hohlweges hinter sich haben. Rambeaux hat gut getroffen. Er hat oben, vom Rande des Hohlweges, in sicherem Anschlag auf den Reiter gezielt. Wie ein Stein ist die Gestalt vom Pferd gefallen. Rambeaux läßt sich, der Gefahr im Vollgefühl seines endlichen Sieges nicht achtend den Steilhang hinabgleiten. Zynischer Triumph steht in seinem Gesicht. Er eilt zu dem Toten, der als schattenhaftes Etwas im Dunkel der Schlucht neben dem Pferde liegt. Rambeaux wendet langsam die Gestalt, deren Blut den Schnee rot zu färben beginnt, zu sich ins Licht. Starr sehen ihn die Totenaugen an — unheimlich bewegt noch, vom eben entflohenen Leben. Das ist nicht der preußische Hauptmann — Rambeaux weiß es. Breit, verzerrt, pressen sich seine Lippen in dem zerfalteten, wachs- gelben Gesicht zusammen. Ohnmächtige Wut Der- schließt dem Mund einen Fluch. (Forts, folgt.) Sonnenbaden! Das braucht der Körper, hält ihn gesund, frisch und leistungsfähig. Aber hüten Sie sich vor zu starker Sonne! Die Haut bleibt geschmeidig und wird schön gebräunt ohne zu verbrennen, wenn Sie diese Mittel nehmen: ÄFHUM Filialen in allen Stadtteilen 3802 A „ 6d)ott KZH tom -°L" gruppe W Serrn Mms her Stadt ß yogelsberges len enipnnöt Dienste desV Erhaltung de? gastlichen W nung zum y Schotten |i komme aus o aeschmackoolles Adresse unM Schotten unö ö meister Dem W in Den allen « Auch gab er AerDinand-M Ministerprästd Der Dorsit Deutschen J ling sprach der Wotorss das Interesse Mtorradclu hessischen Regi Mnifterpr. vielen Detoei bundenheit, i bcrger stets । schlage stets fü griffen lauscht zu Herzen ge deuten, desse Schotten galt. Die Feier' bleiben und den Ministers vertieft. Slt c. S ch o I t । teuer Pfi Jahre seine 2l waren etwa 7l Kälber unb A $rämiieru werden konnte, scheu Sßogelsbe' Fortschritte ge Vogelsberger 3 konnte der P Oekonomierat besonderer I konnte die El zahlen. Die $ dei Landwirts zuchtoerein Z noch erheblich, bringen. Das Markt an. Du 6 Wochen alh Wochen alte t alte bis 23 Mc war flott, der 3i Lich, 7. . Mngstmarkter verein Gießen seit Jahren ein mLN. Zur t xsuhrt Esch J" einzelnen »essen. Zer Q Aachsrage trat D°- gellen: 1 tr A Gemeinde Inster, $)q die Stad, Klasse |1 bE w Gem Glosse II ? dieser § W Meta } Haltung u ^Utenrod s Z-°'nem 11 Winrich ^o'et noch , errin, erhielten 11. (Eberstadt), dritte Preise erhielten: Aua. Sieg (Hattenrod), Heinr. Pitz (Laubach). Wilh. Wedemann II. (Eberstadt). Heinr. Wagen- Halle die Treue deinem angestammten Heimatblatt! Diese (Erinnerung an die Verbundenheit der Leser des Gießener Anzeigers mit ihrem Heimatblatt hat eine „notwendige Zurückweisung" erfahren, deren Beurteilung wir allen überlasten können, die die Vorgänge bei der Werbung für das Darmstädter Kopsblatt kennen gelernt haben. Verlag des Gießener Anzeigers bach VI. (Großen-Buseck) und Hch. Scheid III. (Harbach). Klasse V, Ziegen 1 Jahr alt: Hier | siegte wieder eine Ziege von Heinrich Münster, Hattenrod, die auf ber Wanderausstellung in Berlin einen 3. Preis erhielt. Weiter erhielt Heinrich M ü n st e r auf eine andere Ziege noch einen l. Preis. Einen weiteren 1. Preis erhielt noch eine Ziege von Hch. Konr. Köhler, Bettenhausen. 2. Preise erhielten: Jakob Raumann, Laubach, Jakob Lerch, Lich. August Petri. Hattenrod, und Ehr. Scheid VI.. Großen-Buseck. 3. Preise erhielten: Hch Panz, Gießen. Hch. H a r 11 a g e . Bellersheim. Karl G ö r 1 a ch III., Eberstadt. Klasse VI. Zeitziegen: Es erhielten einen I. Preis Hch. Rau IV.. Hattenrod, einen 2. Preis Karl Rock, Hattenrod, und einen 3. Preis Wilh Münster. Hattenrod. Ein zweites Schadenfeuer im Hingelschäuser Hof. k. Hungen. 7. Juni. Nachdem erst vor einigen Wochen (am 19. März d. I.) der Ringelshäuser Hof - Besitzer Altbürgermei- stcr Reichhardt - von einem größeren Scha- denseucr heimgesucht wurde, brach heute gegen 12.30 ilbr erneut in der noch stehenden Scheune Feuer aus. Sämtliche Stroh- und Heuvorräte. sowie die dort untergebrachten Maschinen und Wagen wurden ein R a u b d e r Flammen. Man vermutet auch in diesem Falle Brandstiftung. Die Ermittelungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft sind im Gange. Lauvkreis toicfccn. * Lollar, 7.Juni. Der Turnverein Lol- l a r 1883 (e. 23.) gehört nun auch der Deutschen Turnerfchast an. nachdem der Lahn-Dünsberg-Gau als 7. Bezirk des Gaues Hessen in die DT. ausgenommen wurde. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde die Gleichjchaltung nach den neuen Richtlinien der DT. oorgenommen. Bürgermeister Schmidt, der den Verein vor 50 Jahren gründen hals und ihn seit 33 Jahren führt, wurde von der Versammlung einstimmig zum Ehrenoor- sitzenden ernannt Eine entsprechende Ehrung, auch I der übrigen Gründer und langjährigen Tlitglieber des Vereins, wird anläßlich des 50jährigen Stiftungsfestes am 17. und 18. Juni erfolgen. Auf Vorschlag des Ehrenvorsitzenden wurde als Führer des Vereins sein seitheriger Stellvertreter Ludwig Wagner einstimmig gewählt, der sich seine Mitarbeiter berief und durch Handschlag verpflichtete: Stellvertreter des Führers: Ludwig K l i n k e 1, 1. Kassierer: Otto Schmidt, 2. Kassierer: Heinrich Rohrbach, Schriftführer: Friedrich Deibel, Pressewart: Friedrich K a l e t s ch , Oberturnwart und Frauen- turnwart: Karl Agel, 1 Männerturnwart: Ernst Deibel, 2. Männerturnwart: Otto Müller, Jugendturnwart: Waldemar Grote, Wehrsport- roart: Ludwig Hofmann, Zeugwart. Heinrich B i e r a u , Handball-Obmann. Wilhelm Hofmann, Schriftführer der Handballabteilung: Georg Kreipl. Der neue Vorstand setzt sich fast ausnahmslos aus seinen seitherigen Mitgliedern zusammen. Neu geschaffen wurde das Amt des Wehrsport- und des Prestewartes Der Führer teilte der Versammlung mit, daß die Vorarbeiten zum Stiftungsfest in vollem Gange sind, und ermahnte seine Mitarbeiter und die anwesenden Turner, auch weiterhin rege am Vereinsleben teilzunehmen zum Wohle unseres Turnvereins und des Vaterlandes Nach kurzem Gedenken der im Weltkrieg Gefallenen und derjenigen, die für ein besseres Deutschland ihr Leben opferten, beendete der Gesang des Horst-Wessel-Liedes die eindrucksvolle Versammlung. < Londorf, Z. Juni. Der hiesige Orts- gewerbeverein Rabenau hielt dieser Tage eine Mitgliederversammlung bei Gastwirt Borger ab, in der die Gleichschaltung des Vereins auf der Tagesordnung stand. Nachdem der allverehrte und bewährte Vorsitzende Mar Schmiedeknecht die Versammlung eröffnet hatte, wurde Georg Becker zum ersten Vorsitzenden bestimmt und drei weitere Mitglieder in den Vorstand berufen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden einige Mitglieder bestimmt, an den Schulungskursen für Handwerkerführer in Nidda teilzunehmen. Der 1 Vorsitzende betonte, daß er den Verein nach den Grundsätzen des obersten Führers Adolf Hitler zum Wohle des Handwerks führen werde. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Verein auch fernerhin, wie in der Vergangenheit, gefestigt dastehen möge. Mit einem „Sieg-Heil!" aui d«n Voltskanzler Adols Hitler wurde die Versammlung unter den Klängen des Horst- Wessel-Liedes geschlossen. 4- Grünberg, 8. Juni Anläßlich eines Besuchs des Landtagspräsidenten von Thüri.,g-n, Stutnenrar Fritz Hille Hildburghausen, eines gebotenen Grünbergers, veranstaltete die NSDAP am Mittwochabend auf oem Marktplatze eine gro&e Kundgebung Flaggenschmuck in der Stadt uni) besonders auf dem Marktplatze unb dem Rathause be- wiesen die Wertschätzung, die Herr Hille in ‘einer früheren Heimat genießt. Sämtliche nahonaifojia listischen Organisationen hatten sich vor dem Rat haus ausgestellt, dazu eine große Menge Zuschauer, die den Landsmann sprechen hören wollten Nach einleitenden Worten des früheren Propagandalci- tcrs Rockel hielt Herr Hille von unem Fenster des Rathauses eine etwa fünfemtelitünöige An spräche Ausgehend von feiner schon zehnjährigen politischen Tätigkeit in der national|O3iahfti'dp’n Bewegung, die ihn auch oft als Redner nach Grün berg geführt habe, wies er daraus hin daß die früher von ihm gemachten Voraussagen alle e-nge- troffen seien. Er schilderte die seit der Machtergreifung durch Hitler geleistete Umstellung aus t-en nationalsozialistischer, Staat, besonders erwähnte er die Gleichschaltung unb bie Reichsreform Wenn biss in vier Monaten getch-hen sei, wobei gleichzeitig eine gewaltige Ausräumungsarbeit mit ber Mißwirtschaft ber Novemberparteien zu leisten war, io werde in Zukunst die schr «tweise Verwirklichung des nationalsozialistischen Programmes erfolgen. Dec Kamp' werde nicht er'ahmen, da man mit der Machtübernahme auch die Verantwortung zu tragen habe. Wie bisher die nationale Revolution durch geführt worden fei, so werde die Zuk.mt die Durch sührung der sozialen Revolution erleben. Mit einem dreimaligen Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler schloß er feine ost von Be-fah unterbrochene Ansprache Es folgten je die erste Strophe des Deutschland- und des Hirst-Wesicl- Liedes. Unter Dankesworten an den Gemeinderat, ber eine Straße ihm zu Ehren mit feinem Namcu benannt hat, schloß ir mit einem Hock auf feine alle Vatcrstabt Grünberg. • Weitershain, 6. Juni. Die hiesige Elektro- Firma Wilhelm L ö ch e l hatte bieser Tage zu einer Filmvorführung eingelaben, ber bie Einwohnerschaft zahlreich Folge leistete. Es würbe ein Film nationalen Charakters gezeigt, unb zwar iah man bas Leden unb Treiben in einer früheren Sa- bcttenanftalt. Marschmusik gab ben geeigneten Rahmen für bieje Vorführung. Im Beiprogramm sah man einen Lehrfilm. )( Lich, 7. Juni. Am Freitag schloß ber Mädchenkranz seine Winterarbeit mit einem wohlgelungenen Festabend im Gemeindesaal ab. Rach zwei Gedichten, einem Eingangslied und einer Ansprache des Leiters, Dechant Kahn, über die Tageslosung führten die Mädchen auf einer selbst geschaffenen Bühne ein ernstes und heiteres Spiel auf. Beide Spiele fanden wohlverdienten Beifall. Eine Kaffeetafel schloß sich an. ) ( Klöster Arnsburg, 7. Juni. Dom schönsten Wetter begünstigt, sand gestern das Jahresfest des Erziehungsheims Arnsburg statt. Das Fest hatte wieder seine alte Anziehungskraft bewährt, erfreulicherweise war unter den De- suchem die Jugend sehr stark vertreten. Rach zwei Vorspielen des Posaunenchors Lich, der verstärkt durch Lang-Gönser Bläser und von dem Verbandsdirigenten Boller. Lang-Göns, geleitet, in diesem Jahr die musikalische Ausgestaltung des Festes übernommen hatte, und nach einer liturgischen Einleitung durch Stistsdechant Kahn, Lich, sprachen Pfarrer W i n t e r b e r g e r . Betzdorf, und Kandidat Heinemann. Gießen über Retterfreude und die Herrlichkeit des Evangeliums von der Gnade Gottes in Christus Jesus. Gemeinsame Lieder verbanden die beiden Ansprachen. Rach einer Kafseepause begann die Rachversammlung. Der von Pfarrer Lenz. Gießen, erstattete Jahresbericht konnte von der segensreichen Arbeit des Erziehungsheims auch im vergangenen Jahr berichten und für manche Unterstützung von nah und sern danken. Pfarrer Winterberger sprach zum Schluß aus seiner Tätigkeit in der Stadtmission zu Halle und wies die Kraft des Evangeliums in und über Menschenherzen nach. Auch hier erfreute der Posaunenchor durch einige beifällig aufgenommene Darbietungen und begleitete die gemeinsam gelungenen Lieder. Die Kollekte ergab etwa 140 Mk. Streik Schotten. X S d) o 11 e n, 6. Juni. Heute wurde der städtifche Schutzmann Heinrich F a a tz unter großer Beteiligung ber Bevölkerung zu Grabe getragen. Der Verstorbene war nahezu 40 Jahre im Dienst ber Stabt unb erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Dekan W i b m a n n unb Bürgermeister Menge! schilderten am Grabe das Lebensbild des treuen städtischen Beamten. Zahlreiche Kränze wurden niebergeleat I Steinberg, c. Juni. Am Sonntag fand durch Kreisseuerwehrinspektor Eber heim, Schotten, eine Revision der Pslicht- feuerwehr statt. Anschließend sprach Regierungsrat Schwan, Schotten, über Zweck und Ziele der freiwilligen Feuerwehren und forderte zur Gründung einer solchen in Steinberg auf. Der Aufforderung wurde entsprochen, es traten 35 Mann der freiwilligen Wehr bei. Die seitherigen Kommandanten der Pslichtseuerwehr, Otto Kaiser und -Karl Kaiser. behalten ihre Aemter auch in der neu- gegründeten Wehr. Bei dem kameradschaftlichen Beisammensein in der Dechtold'schen Gastwirtschaft gedachte Regierungsrat Schwan in ehrenden Worten der beiden früheren Kommandanten der Pflichtfeuerwehr, Otto Carl und Karl Weidner, die ihr Amt 29 bzw. 20 Jahre zur vollen Zufriedenheit ihrer vorgesetzten Be- yörde verwaltet haben. Kreis Büdingen. < Bingenheim, 7. Juni. Dem Turnverein „Z e u t o n i a", der in diesem Jahre fein 25jähriges Bestehen feiert, hat sich Ende März der Arbeiter-Turnverein angeschlossen. Am 2. Pfingstseiertag wurde nach mehrjähriger Pause das A n t u r n e n erstmalig wieder abgehalten. In den volkstümlichen Wett- kämpsen wurden bei starker Beteiligung 1. Sieger: Ewald 2 ö ch e r (Schüler), Heinrich Kern (Zög- ling-Anterstuse) und Heinrich Wagner II. (Oberstufe). Bei der Preisverteilung hob der Vorsitzende die Gedanken der Volksgemeinschaft. Wehrhaftigkeit und Opferbereitschaft besonders hervor und ermahnte die Turner zu fleißigem Besuch der Turnstunden. # Hirzenhain, 7. Juni. Auf Grund ber Führeranorbnung fanb dieser Tage in ber nach Ortenberg einberufenen außerorbentlichen Tagung bee Hassia-Bezirks Ortenberg bie Gleichschaltung bes Bezirks-Dor st an- b e 5 statt. Zum Führer würbe einstimmig Kamerab Albrecht Stein (Hirzenhain) gewählt Der neu- gewählte Führer bestimmte fobann seine Mitarbeiter: Fritz Goebel, Ortenberg, 2. Führer: Sonrab Jördens, Hirzenhain, 1. Rechner: Heinrich Sei- Das neue deuifcheDavis pokal-Ooppel r ’jf. ' » *.ü Gotlfrieb oonCramm (links) unb ber Nachwuchsspieler Lund, bie bei bem Berliner Davis-Pokal- Kampf gegen Japan Deutschland im Doppel vertreten werben. Der Kampf ist ber schwierigste, ben unsere Tennisspieler bei ben biesjährigen Davis-Cup- Spielen bisher hatten, zumal sich bie guttrainierten Japaner in bester Form befinden. (er, Oberseemen, 2. Rechner: Gustav Sc um, Ortenberg, Schriftführer, Otto Hilb, Ortenberg, Obmann ber Kriegsbeschäbigten unb Kriegerhinterbliebenen, Heinrich Zubrob, Ortenberg, erster Schießleiter: Karl S ch m i b t, Ortenberg, 2. Schießleiter: Julius Weitz, Lißberg, 1. Beisitzer, Karl Diehl, Gebern, 2. Beisitzer: Karl Heusohn. Wenings, Jugenbführer. Sämtliche Vorstandsmitglieder sind Veltkriegsteilnehmer unb gehören ber NSDAP, an. Der seitherige 2. Vorsitzende, Kamerad Heinrich Streuder, Ortenberg, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Kircbe und Schule. Landkreis (Bietzen. I Hausen bei Gießen, 4. Juni. Heute sand die feierliche Einweihung der renovierten Kirche in Haufen statt. Der Gemeinde war es eine große Freude, daß Herr Oberkirchenrat D. Wagner. Gießen, die Weihehandlung vornehmen konnte. Er legte seiner Weihercde die Schriftstelle aus ersten Korinther. Kapitel 3 Vers 6, zugrunde: „Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnet." Oberkirchenrat D. Wagner gab zunächst seiner persönlichen Freude Ausdruck, daß das Werk der Wiederherstellung gelungen, und überbrachte die Grüße und Wünsche der Landeskirche. daraus hinweisend, daß die neu herge- stellte Kirche auch wirklich ein Tempel Gottes werden möchte, unb so auch die Herzen der Men- schen solch ein Gottcstempel sein müßten. Der Ortsgeistliche. Psarrer Steiner, predigte über das Schriftwort: „Das ist vom Herrn geschehen und ein Wunder vor unseren Augen" (Psalm 118, 23) Immer wieder klang durch alle Worte der frohe Dank, der aber auch heilige Verpflichtung in sich schließt. Der Frauenchor Hausen gab der Feier durch seine fein vorgetragenen Chöre noch einen besonders festlichen Charakter. Alle, die die Kirche besuchten, gaben ihrer freudigen Derwun- derung Ausdruck über das schöne Gewand, das die Kirche nun erhalten hat. Sie ist jetzt eine wirllich schmucke Dorskirche geworden, die sich einmal anzusehen schon lohnt. So war der Gemeinde Hausen ein Pfingsttag besonders schöner Art geschenkt worden. Dieser Tag wird noch lange in der Erinnerung der Gemeinde fortleben. = Lang-Göns, 6. Juni. Am Pfingstmontag erhielt der Gottesdienst eine besondere Rote durch die damit verbundene Feier der „goldenen Konfirmande n". Vor fünfzig Jahren wurden in der hiesigen Kirche 25 Konfirmanden von Pfarrer Strack eingesegnet. Davon leben noch 13, neun in Lang-Göns, vier auswärts. Alle dreizehn waren erschienen. Der Ortsgeistliche hatte den Konfirmationstext von 1883 gewählt: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab ...“ Im Anschluß daran wandte er sich an die Feiernden, die einst im glücklichen Jugendaltcr hinausstürmten in die Freiheit des Lebens, wie sie meinten, und denen auch bittere Enttäuschungen nicht erspart wurden. Unb nun stehen sie im Abendrot ihres Lebens und halten Rückschau. — Anschließend fand die Abendmahlsfeier statt, und am Nachmittag geselliges Zusammensein der „goldenen Konfirmanden" mit ihren Familien im evangelischen preuhen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 7. Juni. Am Pfingstsamstag wurde mit einem großen Trauergefolge eine markante Persönlichkeit unserer Gemeinde zu Grabe getragen: Gemeinde- unb Ortsgerichtsvorsteher a. D. Karl Pfeiffer. Er starb im 88. Lebensjahr, als ber älteste Einwohner Ärofborss, geistig regsam bis in bie letzten Tage feines Lebens. Der Verstorbene war Veteran ber Kriege 1866 unb 1870'71. Er war ein aufrechter deutscher Charakter 12 Jahre biente er ber Gemeinbe als Gemeinbeoorsteher unb bann weiterhin bis in bie letzten Jahre noch als Ortsgerichtsoorsteher unb war auf Grunb feiner großen Lebenserfahrung ben ©emeinbegliebern ein treuer Helfer unb Berater. Durch fein entgegentommenbes Wesen hatte er sich bas Vertrauen ber Gemeinbe unb ber Behörden in hohem Maße erworben, das er auch als Waifenrat unb Beigeorbneter bes Amtes Atzdach genoß Unter ehrenben Worten legten am Grabe Kränze nieber: Bürgermeister Will für bie hiesige Gemeinbe, Amtsodersekretär Thoms für da- Amt Atzbach, Gastwirt ßubro. Rinn für den Gastwirteverein, Lehrer Jaeger für ben Turnverein, Weißbindermeister Schleenbecker für den Gesangverein „Germania", der auch zu Ehren des Verstorbenen ein Grablied fang. # Krofdorf-Gleiberg, 6. Juni. Sn der jüngsten Gemeindevertretersitzung wurde bekanntgegeben, daß die Gemeinde- verordneten Heinrich Krombach und Maurer Karl Wagner ihr Amt niedergelegt haben. Sm weiteren Verlaufe der Sitzung wurde u. a. beschlossen, daß die Badeanstalt sofort wieder in Betrieb genommen werden soll. Der Dadepreis beträgt für ein Wannenbad 30 Pfennige, für ein Brausebad 15 Pfennige. Die Badefrauen erhalten als Vergütung 30 Prozent der Gebühren. < Wißmar, 7. Suni. Heute nachmittag verunglückte hier der 34jährige Hilfsarbeiter Karl Dourcarde, der mit seinem Fahrrad unterwegs war. Er blieb an einem Hoftor hängen, stürzte und fiel in das scharfe Schnitzmesser, das et in der Hand gehalten hatte. Dem bedauernswerten Manne wurde die Sehne der linken Hand durchschnitten, so daß er in die Chirurgische Klinik nach Gießen übergeführt werden mußte. Der Verunglückte hatte starken Blutverlust erlitten. A Münchholzhausen, 7. Juni. Der Landrat hat zum kommissarischen Ortsbürgermeister den Landwirt Karl Kinzenbach I, zum kommissarischen Beigeordneten den Landwirt Friedrich Schneider V und zum kommissarischen Schöffen den Stellmacher Karl Schnorr ernannt. I Hochel eim, 7. Juni. Zum kommissarischen Ortsbürgermeister wurde vom Landrat der Landwirt Friedrich Zörb II ernannt. Die Wahlen des Anton Dieymann V, Friedrich Weber und Johann Friedrich Heintz zu Schöffen wurden bestätigt. Z Niederkleen, 7. Juni. Zum kommissarischen Ortsbürger m ei st er wurde der Landwirt Heinrich Ohly und zum kommissarischen Beigeordneten der Schlosser Karl Mack ernannt Nachdem auf dem Bürgermeisteramt in Großrechtenbach die Vereidigung des Ortsbürgermeisters und des Beigeordneten stattgefunden hatte, wurde am Abend in der Gemeinde eine eindrucksvolle Einführungsfeier abgehalten, an der sich fast die ganze Gemeinde beteiligte. SA.-Leute hatten unter Führung des Försters. Schweitzer im Ge- meindewalt zwei große Tannen geholt, die vor den Wohnungen der beiden Beamten gesetzt wurden. Pg. Otto Vogt gab in einer markanten Ansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß auch in der hiesigen Gemeinde nach wochenlangem Kampfe, durch den Zwietracht und Haß gesät worden sei, die nationalsozialistische Bewegung durch Berufung von Männern aus ihren Reihen den Sieg haoongetragen habe. Gemeinsam wurde dann das Horst-Wessel-Lied gesungen. Der Gesangverein „Liederkranz" trug zu Ehren der Gefeierten mehrere Lieder vor. Von den Gästen hielten Amtsobersekretär Sänger- Groß- rechtenbach und Lehrer Bergheimer - Nieder- kleen Glückwunschansprachen Die Ansprachen endeten mit einem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Bürgermeister Ohly und Beigeordneter Mack dankten für die ihnen zuteil gewordenen Ehrungen und legten gleichzeitig das Gelöbnis ab, ihre Aemter im Sinne der nationalsozialistischen Bewegung nach dem Grundsätze „Gemeinnutz vor Eigennutz" zu führen. Die Gäste Hieben noch lange in fröhlicher Feier zusammen. Neue Bürgermeister und Beigeordnete D a r m st a d t, 7. Ium. (WSN.) In nachgenannten Gemeinden wurden an Steve von zurückgetrele- nen Bürgermeistern und Beigeordneten kommissarisch bestellt: Lauterbach: für den zurückgetretenen Beigeordneten Kredel der Johann Georg Walter II; Weitengesäß: für den zurückgetretenen Beige ordneten Rössinger der Adam Brunner; Haister- bach: für den zurückgetistenen Bürgermeister Damm der Leonhard Fay: Günterfürst-Hai- st e r b a ch : für den zurückget'-etenen Beigeordneten der Landwirt Wilhelm Schwöbel; St. Johann: für den zurückgetretenen Beigeordneten Peter Bäder 2 der Landwirt und Weinhändler Alfred Bäder; H e I b e n b e r g e n : für den jurüdgetrete- nen Beigeordneten Naumann der Landwirt Josef Joh. Göbel; Bermersheim: für den ;.rückgetretenen Bürgermeister der Landwirt H. Dcbus. Wirtschaft. * Wintershall 21®., Kassel-Verlin. Sn der Vilanzsitzung der Wintershall AG., Kassel-Berlin, wurde beschlossen, der am 30. 6. nach Kassel einzuberufenen Generalversammlung die Zahlung einer Dividende von 5 Prozent (i. D. 6 Prozent) für das Geschäftsjahr 1932 in Vorschlag zu bringen. Frankfurt still. Frankfurt a. M., 6. Suni. (WTB. Drahtmeldung.) Die Börse eröffnete bei freundlicher Grundstimmung in außerordentlich stiller Haltung. Die Llnterzeichnung des Viererpakts machte keinen größeren Eindruck mehr, weil sie durch die letzte Aufwärtsbewegung bereits eskomptiert war. Die Spekulation, die jedoch noch einige Haussepositionen eingegangen war, sah sich durch den fast voll- kommenen Ordereingang seitens der Kundschaft enttäuscht und hat nach den ersten Votierungen, zu denen allerdings auch Deckungen erfolgten, einen Teil ihrer Bestände realisiert, so daß einmal die hohen Dorbörsenkurse nicht erreicht wurden und zum anderen später die Kurse der Haupt- werte meist etwas abbröckelten. Daneben bekundete man im Hinblick auf die Transfer-Besprechungen Zurückhaltung. Die erneute Verschiebung der Bilanzsihung bei der Dresdener Bank und das nochmalige Zusammenlegungsbedürfnis bei diesem Snstitut befremdete etwas. Gegenüber der Abendbörse zeigten die Anfangskurse jedoch meist durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent. Mehr befestigt waren lediglich Tietz mit plus 1,39 Prozent, und Kali Westeregeln mit plus 1,75 Prozent. Am Montanmarkt zogen die Kurse meist von 0,25 bis 0,75 Prozent an, nur Buderus gaben 1 Prozent nach. Glektrowerte waren uneinheitlich, während Chemieaktien überwiegend um 0,25 bis 0,50 Prozent höher eröffneten. Auf den Vebenmärkten betrugen die Veränderungen nach beiden Seiten nur Bruchteile eines Prozentes. Schwach lagen jedoch Bank für Brauindustrie (minus 3 Prozent) und auch Gebr. Sung- hans waren mit minus 1,25 Prozent mehr gedrückt. Sm Verlaufe unterlagen die Kurse kleinen Schwankungen, ohne daß aber das Geschäft lebhafter war. Teilweise traten wieder leichte Besserungen ein, denen aber auch neue Rückgänge bis zu 1,75 Proz. gegenüberstanden. Am Rentenmarkt war das Geschäft in Deutschen Anleihen besonders im Verlaufe etwas größer und per Saldo überwogen Befestigungen von 0,25 bis 0,75 Proz., dagegen lagen späte Reichsschuldbuchforderungen 0,38 Proz. niedriger. Goldpfandbriefe waren bei kleinem Llmsah meist gut behauptet, Kommunalobligationen lagen fast unverändert, wogegen Liquidationspfandbriefe weiter zurückgingen. Stadt- und Staatsanleihen sowie Sndustrieobligationen lagen ruhig. Das Geschäft für Mexikaner war heute geringer und die Kurse gaben von 0,38 bis 0,63 Proz. nach, später zogen sie aber vereinzelt wieder etwas an. Tagesgeld war zu 4 Prozent unverändert. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Suni. Auftrieb: 89 Rinder, 933 Kälber, 19 Schafe, 717 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 37, geringe Kälber 25 bis 32. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 35 bis 38, von etwa 20) bis 240 Pfund 35 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 34 bis 37 Mk. - Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, zum Schluß stark abflauend. Schafe ruhig, geräumt. Schweine ruhig, ausverkauft. Schwcinemarkt in Friedberg. WSN. Friedberg, 7. Juni. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 282 Ferkel. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt für bis sechs Wachen alte Tiere 12 bis 15 RM., sechs bis acht Wachen alte Tiere 15 bis 18 Mark, acht bis zwölf Wachen alte Tiere 18 bis 22 RM. Der Markt wurde geräumt. Die Amtszeit der nachgenannten Beigeardn-ten wurde für beendet erklärt und an ihre Stelle die nachgenannten Kommissare eingesetzt: Schlitz: Beigeordneter August Hinkel durch Heinrich Hoft- mann; Herchenhain: Beigeordneter Dietz durch Ernst Appel. KundgebungdesGauesHeffen der Deutschen Christen. Frankfurt a. M., 7. Suni. Hier fand eine Versammlung der Vertreter der Glaubensbewegung Deutsche Christen, Gau Hessen, statt. Vach einem einleitenden Vortrage von Pfarrer P r o b st (Frankfurt a. M.) und eingehender Aussprache wurde einstimmig folgende Ent- schlie,ßung angenommen: „Der Veubau der deutschen evangelischen Kirche kann nur in vertrauensvoller Gemeinschaft mit den zukunfttragenden Mächten und der in der Glaubensbewegung Deutsche Christen aufgebrochenen religiösen Sehnsucht des deutschen Volkes begonnen werden. Der Gau Hessen der Glaubensbewegung Deutsche Christen hat mit tiefem Schmerz verfolgt, daß die Mehrheit der K i r ch e n r e g i e r u n g e n dieses Gebot der Stunde nicht verstanden und den Weg zum Volke und den besten Kräften des Umbruchs unserer Tage nicht gefunden hat. Wir stellen uns erneut in treuer Gefolgschaft hinter den vom Vertrauen unseres Führers und unserem Vertrauen getragenen Schirmherrn unserer Bewegung, Wehrkreispfarrer Müller. Wir fordern, daß nicht nur der Spruch der Kirchenregierungen, sondern auch der Wille des Volkes gehört werde. Wir geloben, daß wir mit leidenschaftlicher Hingabe am Aufbau unserer geliebten evangelischen Kirche als einer starken, nicht nach politischen Erfordernissen, sondern in echt evangelischem Geiste und in voller Freiheit errichteten Burg der Wahrheit und der Volksgemeinschaft Mitarbeiten wollen." G. A.-Gport. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. Snfolge anbertoetiiger Verpflichtungen war ein Teil der 1. Sugend für die Pftngstreisen der Abteilung nicht frei, so daß die Spiele der A-Sugenö abgesagt werden mußten. Sn neuer Aufstellung und mit Ersah mußte die 2. Sugend die Reise nach Fulda antreten. Dort hatten sie am 1. Feiertag gegen ihren Gegner, die 1. Sugend der Germanen, die sich in Hochform befand, wenig zu bestellen. Fulda dirigierte das Spiel von Anfang bis Ende und nur dem unermüdlichen Widerstand der Blau- weißen ist es zu verdanken, daß die Viederlage nicht höher wie 3:0 lautete. Am 2. Feiertag klappte es gegen die 1. Sugend von Horas Fulda besser. Sn einem äußerst schnellen und harten Kampf konnten die Gießener den Kampf mit 1:0 für sich gestalten. Der Gastgeber der Schüler der Spielvereinigung am 1. Feiertag, Burgsolms, stellte eine körperlich äußerst starke Mannschaft, gegen die die kleinen Gießener wenig zu bestellen hatten. Sie muhten eine Viederlage von 6:0 einstecken. Buntes Allerlei. Mißglückter Start zum Ozeanflug. Das Fliegerehepaar Jim und Amy Mollifon wurde bei dem Versuch, den von ihm geplanten Flug über den Atlantischen Ozean anzutreten, von einem Mißgeschick betroffen, bei ddm beide Molli- sons unverletzt blieben, während ihre Maschine schwer beschädigt wurde. Gegen 5.30 Uhr versuchten sie zu starten. Das mit Brennstoff schwer belastete Flugzeug lies etwa 100 Meter, stellte sich dann infolge einer Unebenheit des Geländes auf den Kopf und frei wieder zurück. Das Untergestell und die beiden unteren Tragflächen zerbrachen, der Propeller wurde verschoben und die Motoren aus ihren Lagern gerissen. firaftroagenungtüd. Zwischen Ohlau und Grüntanne (Schlesien) durchbrach ein Strehlener Lastzug der achtzig Teilnehmer aus den Namslauer Scharnhorst-Treffen nach Strehlen zurückbringen wollte, aus bisher ungeklärter Llrsachl: ein Brückengeländer und stürzte in die Tiefe. Ein Erwachsener wurde getötet und 47 Scham» Horst-Sungen wurden zum Teil schwer verletzt. Schwere vorwürfe gegen den Direktor der Altonaer Gas- und Wasserwerke. Nach einer Mitteilung des städtischen Presseamtes der Stadt Altona ist der Direktor der Altonaer Gas- und Wasserwerke Lichtheim s r i st l o s entlassen worden. Man wirft Direktor Lichtheim vor. Denkt an die „(Stiftung für Opfer der Arbeit"! Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft Berlin W 8, Behrensstrahe 21/22, sowie auf deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". er und seine Familie hätten im Sommer ständig i n einerFilteranlagedesWasserwerkes, die Trinkwasser enthält, gebadet. Der Aufsichtsrat der Werke hat beschlossen, Lichtheim ohne Ge- wahruna einer Entscheidung an Gehalt ober Pension seines Postens zu entheben. Riefenfeuer in einer amerikanischen Stadl. In New-Auburn im Staate Main (USA) wütete ein Riesenfeuer, das bisher 250 Häuser zerstörte, darunter bas gesamte Geschäftsoiertel, Laben, Banken unb Kirchen. 1-500 Menschen sind obdachlos. Glücklicherweise sind keine Toten und Verletzten zu beklagen. Sämtliche Feuerwehren aus einem Umkreis von 50 Meilen bemühen sich, des Feuers Herr zu werden. Die Löscharbeiten werden dadurch auMrordentlich erschwert, baß es sich meist um Holzbauten hanbelt unb ein starker Winb bie Flammen weitertreibt. Zeitschriften. — Das Juniheft von Westermanns Monatsheften schmückt „Der Tag von Potsbam", die Wiebergabe eines Gemäldes von Fritz Hilde- brandt. lieber Veitshöchheim und feinen Park bringt Hartenstein eine mit vielen Abbildungen versehene Arheit. Die Abhandlung „Thüringen als alt- steinzeitliches Neuland" von Friedrich von Oppeln wird besonders von den Freunden deutscher Vorzeit begrüßt werden. Von dem übrigen Inhalt sei erwähnt: „Eine Königliche Hausbibliothek" von Dr. Bogdan Krieger und der Beginn des Romans von Max Dreyer „Die Löwenbraut". „Einen Hölderlin des Klaviers" nennt Schellenberg den feinsinnigen Pianisten Konrad Ansorge. , rmi* jage. Ein neues kräftiges Hochdruckgebiet hat sich über den britischen Inseln aufgebaut und breitet sich ostwärts aus. Aus ihm fließen aber zunächst etwas kühle maritime Luftmassen südwärts, die auf dem Festland vorübergehend Anlaß zu Haufenwolken, bÜbung geben werden, wobei vereinzelte gewitterartige Schauer nicht ausgeschlossen sind. Nachdem sich der hohe Druck bann weiter östlich verlagert hat, wirb bas sommerliche Wetter erneut gefestigt. Aussichten für Freitag: Zeitweise be- wölkt mit leichter Abkühlung, im wesentlichen aber aufheiternd, warm, Neigung zu Gewitterstörungen. Aussichten für Samstag: Weiterhin sommerlich warmes Wetter. Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 22,8 Grad Celsius, abenbs 14,4 Grad; am 8. Juni: morgens 14,8 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juni: abends 26,5 Grad; am 8. Juni: morgens 18 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 15 Stunden. Cwald Fänger Bim' Jünger, geb. Gundrum Dermählie Reiskirchen, den s. 3uni 1933 ———————_______ 0347? Lichtspielhaus • Gießen Ab heute Donnerstag: Die Presse schreibt: Ein Film, in dem man lachen und weinen kann. — Der kleine Cooper übertrifft an Charme, Liebreiz und Natürlichkeit hundertmal alle Kinder, die man je spielen gesehen hat. 2. Ramon Novaro mit Conrad Nagel, Magda Evans, der Liebling aller Frauen, im Mittelpunkt einer spannenden Handlung, deren exotischer Hintergrund Indien bildet, in Der Sohn des Rajah Bei-ie Filme in deutscher Sprache, dazu: Die neue Ufa-Ton-Woche. 3795C WALLACE BEERY W 3ACKIE COOPER IN X DER V- DER WELTMEISTER Champ Markisen 3796 D Alles für das Bad! 2.50 3.75 3.25 Farben und Formen St 3.75. 4.50 Strand-Hose, Perltrikot oder 2.00 Panama St 3 95, llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gummi St 1.50, 0.95, Bade-Schuhe aus gut.Gummi, Listenpreisen in vielen Farben. . St. 1.50, 3798 A Jantzen-, Ribana-, u. Osiris- Badeanzüge zu den neusten Für Herren,r. Wolle.bes.schönes Material, verseh. 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