Nr. 106 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 8. Mai 193*5 Erschein» »ügltch,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezngrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251, Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: firanffurl am Main 11686. MetzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruckerei B. Lange in Stehen. Schristlettung und Geschäftrstelle: Schulsttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klamean,eigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsür denAn- geigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Der Reichsbankpräsident in Washington. Dr. Lchacht nimmt seine Wirtschafts- Vesprechungcn auf. Washington, 8. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht nimmt im Laufe des heutigen Tages die sachlichen B e s p r e - chunaen über Die Wirtschastsfragen auf. Wie verlautet, wird er in der Frage des Zollwaffenstillstandes und der Zulassung von Silber als Zahlungsmittel den amerikanischen Wünschen weitest möglich entgegenkommen. Im übrigen wird er die Lage Deutschlands eingehend schildern und den deutschen Standpunkt zu den Problemen der Weltwirtschastskonferenz darlegen. Botschafter Dr. Luther gibt am Montagabend ein Essen für Staatssekretär Hüll und Dr. Schacht. Am Dienstagabend wird Dr. Luther einen Empfang veranstalten, zu dem hervorragende Politiker und Journalisten einaeladen sind. Dr. Schacht wird auf diesem Empfang über die Ziele der Reichsregierung sprechen. Die amtlichen Streife Washingtons erwarten, daß Dr. Schacht eine Revision des Versailler Vertrages in irgendeiner Form als Gegenwert für die deutsche Beteiligung an der Londoner Konferenz fordern wird. Die amtlichen Streife Washingtons zeigen sich besonders hellhörig hinsichtlich der Andeutung Schachts, daß Deutschland andernfalls möglicherweise nicht in der Lage sei, kurz- und langfristige U S A. - K r e d i t e in Höhe von einer Gold- Dollar-Milliarde zu bezahlen. Die Schlageter-Gedächtnisseier. Reichskanzler Adolf Hitler Schirmherr des Schlagetcr-Nattonaldcnkmal- Ausschusfes. Düsseldorf. 7. Mai. (WTB.) Der Ausschuß für das Schlageter-Rational- denkmal in der Golzheimer Heide hat an den Reichskanzler die Ditte gerichtet, die Schirmherrschaft des Ausschusses zu übernehmen. Der Reichskanzler hat dieser Bitte entsprochen. Gleichzeitig hat der Ausschuß dem preußischen Ministerpräsidenten G ö r i n g den Ehrenvorsih angetragen, der dieser Ditte des Ausschusses Folge geleistet hat. Der Gau Düsseldorf der RSDAP. erläßt zur Schlageter-Gedächtnisseier 1933 einen Aufruf. in dem es heißt: 3ede Ration und jede Idee ist soviel wert wie Männer für sie zu st erben bereit sind. Wie groß und herrlich ist darum die Idee Deutschlands, für die Millionen in heldenhafter Pflichttreue und Opferbereitschaft ihr Leben Hingaben. Zu den besten unter diesen Millionen gehört Albert Leo Schlageter. Schlageter lebt! Das wird der große Gedanke der Gedächtnisfeier sein, die die Rationalsozialisten zusammen mit nationalen Verbänden und Vereinen a m 2 7. und 28. Mai an der Richtstätte in der Golzheimer Heide begehen. Roch besser und dauerhafter als das Denkmal aus Stein und Stahl soll das Gedenken an die Opfertat Albert Leo Schlageters im Volke verwurzelt werden. Deutsche Männer, nationale Verbände und Dereine. der Gau Düsseldorf der RSDAP. ruft zu dieser Schlageter-Gedächtnisseier 1933, die eine der größten nationalen Kundgebungen des deutschen Westens fein wird. Der Kyffhäufer-Bund unterstellt sich Adolf Hitler. S e rli n, 7. Mai. (TU.) Am Sonntag fand in 'Berlin unter dem Vorsitz des Bundespräsidenten General der Artillerie a. D. v. H o r n eine außerordentliche Gesamtoorstandssitzung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser statt, an der als Vertreter des wehrpolitischen Amtes der NSDAP. Oberstleutnant a. D. Sichting teilnahm. Der Gesamtvorstand ermächtigte den Bundespräsidenten zur alleinigen verantwortlichen Führung des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser. General d. j) o r n erläßt an alle ihm unterstehenden dreißig- tausend Kriegerverbände und Vereine folgende SVunbgebung: „Der Deutsche Kriegerbund Kyffhäuser, dessen Ehrenpräsident Generalfeldmarschall v. chinden- bürg ist, bekennt sich seinem Wesen entsprechend 3 u m n e u e n D e u t s ch l a n d. In dem Kampf für Ehre Freiheit und Größe des Vaterlandes fühlt er sich mit der nationalsozialistischen Bewegung, dem jungen Träger soldatischen Kampfgeistes, eng ver- Kunden. Der Deutsche Reichskriegcrbund kyffhäuser unterstellt sich in allen seinen Aufgaben dem Reuschöpfer des Reichs, Reichskanzler Adolf Hitler. Als Führer des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, ermächtigt durch den Gefarntvorstand, fordere ich hiermit im Interesse des deutschen Volkes die unbedingte Gefolgschaft aller an- geschlossenen Verbände und Vereine. Nicht die Mehrheit kann heute entscheiden, formen, allein der Wille der verantwortlichen Führer Die Verhandlungen mit der nattonol- sozialistischen Führung wegen der Neugestaltung des Bundes und seiner staatlichen Anerkennung als gleichberechtigter nationaler Verband, sind van mir ausgenommen. Es lebe das neue Deutschland, es lebe der Kyffhäuferbund!" Oesterreich und die deutsche Revolution. Innsbruck demonstriert gegen das Kabinett Dollfuß. Innsbruck, 6.Mai. Die katholische Studenten- chaft in Innsbruck hatte bei der Tiroler Landesregierung den Antrag gestellt, die Deutsche Studentenschaft a u s z u l ö s e n , da sie nicht mehr die Mehrheit der Studentenverttetungen darstelle. Die Deutsche Studentenschaft veranstaltete daraufhin vor dem Rathaus und dem Landhaus eine Kundgebung gegen die Auflösung. Als ein Zug der Studenten durch die Stadt marschierte, schloß sich ihnen ein großer Teil der Bevölkerung an, der stürmisch gegen das U n i f o r m d e r • bot demonstrierte. Da die Polizei, die mit Gummiknüppeln, Säbeln und Wasserspritzen eingriff, die Demonstranten nicht auseinandertreiben konnte, wurde Gendarmerie und Militär aufgeboten. Nach Abriegelung der Maria-Theresienstraße zo- gen viele hundert Demonstranten vor das Gebäude der Landesleitung der heimwehr, das von Heimatwehrmännern mit aufge« pflanztem Bajonett bewacht wurde. Die Menge brach immer wieder in stürmische Pfuirufe gegen die Heimatwehr aus. Plötzlich sprang ein Mann hoch, ergriff die Heimatwehrfahne, riß sie herunter und verschwand mit ihr. Die Mannschaft der Heimatwehr, etwa 30 Mann, drang daraus mit gefälltem Bajonett auf die Menge ein, die langsam zu- rückwich. Vor den Bajonetten der Heimatwehr blieb die Menge stehen und sang immer wieder das Horst- Wessel- und Deutschlandlied. Don Zeit zu Zeit er- chollen die Rufe „heil Hitler!" und „Dollfuß verrecke!" Ein Teil der Demonftranten zog dann vor das Deutsche Konsulat am Südtirolerplatz, wo sie das Deutschlandlied anstimmte. Nach stürmischen Heilrufen auf Hitler zog die Menge wieder zum Stadtzentrum. Die Straßen der inneren Stadt wurden gegen 42 Uhr durch starke Abteilungen der Polizei abgesperrt. An verschiedenen Stellen wurden Drahtverhaue und spanische Reiter ausgestellt. Die ßanbesregierung hat die Deutsche Studentenschaft der Universität Innsbruck aufge- I ö ft. Starhemberg gegen Anschluß und NSDAP. Wien. 8. Mai. (TU.) Auf einer Führerta- gung der Wiener österreichischen Heimwehr hielt der Dundesführer Fürst Starhemberg eine Rede. Es handelt sich jetzt, so führte er aus, darum, die Kräfte aufzubringen, den hi st arischen Begriff Oesterreichs zu erhalten. Wir Oesterrcicher werden nicht dulden, daß man uns als minderwertige Deutsche über die Achsel ansieht und als national-unzuverlässig verdächtigt. Das Programm des Heimatschuhes lautet: Ein selbständiges unabhängiges faschistisches Oesterreich. Starhemberg griff dann scharf den Ratianalsozialismus an, wobei er sich zu der Behauptung verstieg, daß die Rationalsozialisten an Oesterreich nationalen Verrat begangen hätten. Was die Rationalsozialisten sich wirklich vorstellten, sei nicht der Anschluß, sondern die Gleichschaltung, was soviel heiße, als daß in Oesterreich ein Regierungschef amtiere, der sich als Statthalter Berlins fühle. Er werde die Dun- desführung nicht aus der Hand geben. Riemand als er sei imstande, die Heimwehr gegen die Rationalsozialisten zusammenzuhalten. Er habe sein Vermögen nicht dafür geopfert, um den Heimatschutz das Schicksal des Stahlhelms teilen zu lassen. Ein Aufruf der Deutschen Studentenschaft. Berlin, 7. Mai. (CNB. Eig. Meld.) Die Deut- sche Studentenschaft erläßt im Zusammenhang mit der Auflösung der Deutschen Studentenschaft an der Universität Innsbruck einen Aufruf, der zur unbeirrten Fortsetzung des volksdeutschen Kampfes auffordert. Jeder deutsche Student müsse das Seine tun, um gerade in Oesterreich eine Politik herbeizuführen, durch die unser Volk seiner Einigung entgegengesührt wird. Dom CD. und dem katholischen Korporationsverband wird verlangt, daß er sich mit allen Mitteln s ü r d i e Wiedererrichtung der Deutschen Studentenschaft einsetzt. Zur Unterstützung des Ringens ihrer Kameraden in L. Österreich, «ude- lendeutschland und Danzig und zur Förderung des Grenzkampfes ihrer Dolksgenossen errichtet die Füh- rung der Deutschen Studentenschaft eine „Grenz- landstistung der Deutschen Studentenschaft". Wie der Arbeitsdienst aufgewn werden soll. Berlin, 5. Mai. (DdZ.) In unterrichteten Streifen wird erklärt, daß der erste halbe Iahr- g a n g für den Arbeitsdienst voraussichtlich zum 1. Dezember einberufen werde. Dorher werden die Richttinien aufgestellt und das Gesetz über den Arbeitsdienst verabschiedet werden. Es sei durchaus möglich, auch im Winter Arbeitsdienst zu treiben, und zwar ohne gesundheitliche Störung der Jugendlichen, wie die Erfahrungen im freiwilligen Arbeitsdienst gezeigt hätten. Der zweite halbe Jahrgang würde bann Ende M a i 1 9 3 4 einberufen werden. Man denkt daran, die Unterbringung der Arbeitsdienstpflich- tigen regional zu betreiben, so daß die Dienstpflichtigen von ihrem gewöhnlichen Wohn- ort nicht weit entfert wären. Nach erfolgter Einberufung würden die Jugendlichen einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Nur wer sich dabei als krank ober zu schwach erweist, werbe befreit ober zurückgestellt werben. Die Arbeitsbienst- pflichtigen würben vollkommen eingeklei- b e t werben mit Uniform, Leber- unb Schuhzeug, sowie Wäsche. Die Auftragserteilung für bie ersten 300 000 Uniformen fei bereits erfolgt. Die sehr ft arte Belebung ber Volkswirtschaft, bie burch biefc große Bestellung erfolgt, würbe auch ben Arbeitsmarkt entlasten. Denn es fei Bebingung für die Auftragserteilung, daß die Lieferungen für ben Arbeitsbienft nicht mit Zuhilfenahme von Ueberftunben ausgeführt werben bürfen, säubern baß neue Arbeitskräfte e i n g e - ft e 111 werben müßten. Zugleich werbe sich e.ine Entlastung ber Arbeitslosen sürsorge ergeben, wegen ber Mehreinstellung in ber Wirtschaft, ferner wegen ber Einberufung von Jugenb- lichen, soweit sie unterstützt würben unb vor allem auch wegen ber etwa 50 000 einjuberufenben Aus- bilbungsträfte. Die hierburch freiroerbenben Mittel könnten zu r Bestreitung ber U n k o st e n bes Arbeitsbien st es herangezogen werben, wobei bie Frage noch nicht entschieben sei, wie hoch bas Taschengelb sein soll, welches man den Dienstpflichtigen zur Bestreitung notwendiger kleiner Ausgaben überlassen will. Was die Dienstkleidung anlangt, so werde sie sich unterscheiden von den Uniformen der Reichswehr und der Polizei. Die Ausbildung denkt man sich so, daß neben sechs Stunden täglicher produktiver Arbeit noch etwa drei Stunden der geistigen und körperlichen Schulung der Dienstpflichtigen gewidmet werden. Eine Ausbildung mit der Waffe kommt nicht in Frage. Es fei anzunehmen, dah ein normaler voller Jahrgang der Dienstpflichtigen einschließlich des Führerpersonals 6 0 0 0 0 0 bis 650 000 Mann umfaßt. Da jedoch von 1935 ab die schwach besetzten Kriegsjahrgänge einberufen würden, glaubt man, daß schon in eineinhalb Iahren der gesamte Jahrgang der Dienstpflichtigen auf einmal eingezogen werden könne. Besonders bedeutsam ist, dah das Reich sich auch für das weitere Schicksal nach Ablauf der Dienstzeit interessieren will. Cs wird zu diesem Zweck im Arbeitsdienstressort des Reichsarbeitsministeriums eine Abteilung gebildet werden, die sich mit ber Unterbringung der jugendlichen Arbeitsdienst pflichtig en zu beschäftigen hat. Dah eine gewisse Verbindung zwischen Arbeitsdienst und Jugend- ertüd)tigung erstrebt nfirb, bürste sich unter anderem daraus ergeben, dah unter dem Hamen »Ausklärungs- und Presseabteilung für Arbeitsdienst und Jugendertüchtigung" eine besondere Abteilung eingerichtet werden soll, die dem bekannten Fachmann auf dem Gebiete des Arbeitsdienstes, den früheren Polizeioberst Müller, Brandenburg, unterstellt werden wird. Der bekannte nationalsozialistische Sachverständige Oberst a. D. Hierl wird als Staatssekretär die gesamte Abteilung führen und vermutlich insbesondere auch die Unterabteilung .Arbeitsdienst" betreuen. Eine besondere Abteilung „3 u- gendhilfe" soll der Leitung des Pastor« Stratenwerth unterstellt werden, der aus ber Evangelisch-sozialen Jugendbewegung kommt und für die Jugend die besonders erforderlich« soziale Betreuung durchführen sott. Das Notwerk der deutschen Zugend wird fortgeführt. Berlin, 7. Mai. (WTB.) Das Rotwerk der deutschen Jugend, zu dem der Herr Reichspräsi- b e n t Weihnachten 1932 aufrief, war in der Hauptsache a l s Wintermahnahme zur Beschäftigung ber arbeitslosen Jugend gedacht. In raschem Anstieg erreichte es seinen Höhepunkt Mitte März 1 933 mit rund 255 000 Teilnehmer Die bann einsehenbe Belebung bes Arbeitsmarktes ber Jugendlichen, vor allem bie Einführung ber Lanbhilfe, legte es zunächst nahe, bie Mahnahmen bes Rotwerks nur bis Enbe April auslaufen zu lassen. Trotz Frühjahrsbelebung bes Arbeitsmarkts, Arbeitsdienst unb Lanbhilfe finb jeboch immer noch zahlreiche jugenbliche Arbeitskräfte zum Feiern gezwungen. Cs sind baher vom Reichskanzler bie erforderlichen Mittel zur Fortführung des Rotwerks bis zum 3 0. Juni d. I. bereitgestellt worben. Cs ist bernnach weiterhin möglich, arbeitslose Jugenb- liche beruflich unb körperlich zu schulen unb min- bestens eine warme Mahlzeit täglich für sie beN reitzustellen. Die freiwilligen Körperschaften, bie sich im Rotwerk gebilbet haben, werben im übrigen für bie Annahme von Lanbhelferstellew in möglichst weitem Mähe werben. » Brüning Führer des Zentrums. Berlin, 6.Mai. (DdZ.) Die Zentrumspartei wählte den früheren Reichskanzler Dr. B r ü n i n g zum Führer der Partei. Eine Entschließung fand allgemeine Zustimmung, in der es u. a. heißt: „Bei Beginn der Beratungen ging die Reichsleitung des Äpntrums von den programmatischen Worten des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler aus: „Ich möchte denen, die am Ende vielleicht a u f anderer. Wegen auch mit ihrem Dolke empfinden, die Hand reichen und möchte nicht den ewigen Krieg ansagen, nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe zu meinem Dolk, um diesem deutschen Dolke alles zu ersparen, was in dieser Zeit ber Kämpfe mit zugrunde geht." Diese staatsmännischen Worte des Kanzlers klingen zusammen mit dem immer wiederholten Sammlungsruf und der Bereitfchaftserklärung des Zentrums zu gemeinsamer Arbeit am nationalen Aufbau unseres Vaterlandes mit allen positiv gerichteten Kräften. Das Zentrum bekennt sich unentwegt zur Freiheit der sittlichen Persönlichkeit, die, weit entfernt von ungebundener Selbstherrlichkeit, sich vor Gott verantwortlich weiß und die von ihm in Natur und Offenbarung niedergelegte sittliche Ordnung als unbedingt verpflichtende Norm sowohl der persönlichen Le bensgeftaltung, wie jeder Gemeinschaftsbetätigung anerkennt. Das Zenttum kämpft im Rahmen der nationalen Gesamtfront für Deutschlands Ehre und Freiheit, für Deutschlands Gleichberechtigung unter ben Nationen, für Recht und Gerechtigkeit und für eine glückliche Zukunft unseres Volkes. Ungenaue Wiedergabe des Kanzler-Interviews. Berlin, 6.Mai. (ERB.) Das Interview des Reichskanzlers mit dem Vertreter des .Daily Telegraph" ist in dem Blatt unter der Lieberschrift erschienen: .Keine Kolonialpläne ber Deutschen mehr", unb es ist bavon bie Rebe, bah bie Deutschen den Gedanken einer überseeischen Expansion aufgegeben hätten. Don maßgebender Seite wirb bemgegenüber feftgeftellt, der Reichskanzler hat in dem Interview überhaupt nicht über deutsche Kolonialforbe- rungen gesprochen. 3m Verlauf des Gesprächs wurden lediglich die überseeischen 3nter- essen Englands erwähnt, die Deutschland respektieren werde. Festgotiesdienst der Berliner Studentenschaft in Anwesenheit des Reichspräsidenten. Berlin, 7. Mai. (ERD.) Unter größter Beteiligung der Berliner Studentenschaft fand am Sonntag in der Dreisaltigkeitskirch« ein feierlicher Gottesdienst statt, dem Reichspräsident v. Hindenburg in Begleitung des Staatssekretärs Meißner beiwohnte. 3m Ramen des Arbeitsausschusses der Evangelischen Studentenschaft begrüßte cand. jur. Leppin ben Reichspräsibenten unb betonte, bah bie evangelische Stubentenschast ihre ganze Kraft bafür einsetzen werbe, ben Kampf um bie deutsche Seele im Geiste Martin Luthers zu führen. Rach ber äuheren Revolution gelte es jetzt, unter Führung bes Reichspräsidenten und des Dolkskanzlers der inneren Erneuerung unseres Volkes zum Durchbruch zu verhelfen. Tiefbewegt dankte Reichspräsident von Hindenburg und sagte: „Halten Sie, meine jungen Freunde, auch im späteren Leben fest Beauftragte der ASOAP. für Kragen der studentischen Verbände. Berlin, 6. Mai. (TU.) Der stellvertretende Führer der NSDAP., Rudolf Heß, hat foIgAibe Anordnung erlassen: „Der Bundesführer des Bundesrings NSDStB. Dr. Oskar Stäbe!, der Führer der Deutschen Studentenschaft Gerhard Krüger, der Verbanderefe» rent des NSDStB. und der Deutschen Studentenschaft, Diplomingenieur Karl H e i d e r i ch , werden hiermit zu Beauftragten der NSDAP, für Behandlung aller die studentischen Verbände angehenden Fragen benannt. Es ist insbesondere zu erreichen, daß die studentischen Verbände alle Maßnahmen ergreifen, die ihnen Gewähr dafür bieten, daß sie voll und ganz ihre Arbeit im Sinne einer nationalen Regierung erfüllen. Kleine politische Nachrichten. In feiner Wohnung in Kiel hat sich am Sonntagnachmittag der bekannte langjährige Reichstagsab- geordnete und Fraktionsführer der Deutschnationa- len Dolkspartei Dr. Oberfohren erschossen. Es dürfte völliger Nerven Zusammenbruch die Ursache seines Entschlusses, sich das Leben zu nehmen, fein. Briefe find von Oberfohren nicht hinterlassen worden. Reichsminister a. D. Dr. h. c. Schiele wird be- schuldigt, während seiner Amtszeit mehrere Wag- gonlabungen seiner Roggenernte an die von ihm reichsbetreute Deutsche Getreide-Handelsgesellschaft zu weit über dem täglichen Kurs liegenden Preisen verkauft zu haben. Gegen Schiele ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Handels« rechllichen Untreue, gegen die Direktoren der 2X95* Kurt Kozuszek und Rudolf Möller wegen Handels- f rechtlicher Untreue erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Major a. D. Hans von Soden ft ern Anklage wegen U n - terfchlagung und Untreue zum Schaden der Vaterländischen Winterhilfe erhoben. Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, von dieser Spende, die im September 1931 von den nationalen Verbänden zur Linderung der Rot der ärmeren Bevölkerung ins Leben gerufen worden war, über 3000 Diack zu privaten Zwecken verwendet zu haben. Die nationalsozialistische Reichstag sf r a k t i o n hat der durch Reichskanzler Adolf Hitler gegründeten Stiftung für die Opfer der Arbeit den Betrag von 1000 RM. zur Verfügung gestellt. Die ständige Deputation des Deutschen I u - ristentages hat beschlossen, den Deutschen Iu- ristentag, der für den September d. I. in München in Aussicht genommen war, zu vertagen. Aus aller Welt. Line Reichszentralstelle für das deutsche Theaterwesen. Der Reichsführer des Kampfbundes für deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, hat den Leiter des dramaturgischen Büros des Kampfbundes für deutsche Kültur, Dr. Walter Stang, beauftragt, eine' Reichszentrale für das deutsche 'Theaterwesen in Berlin zu errichten, die alle schwebenden Fragen des deutschen Theaters sowie alle Probleme seines neuen Aufbaues planmäßig bearbeiten soll. Dr. Walter Stang hat daraufhin eine Anordnung erlassen, durch die die Organisation des Reichsverbandes der Deutschen Theaterbesucher-Organisationen „Deutsche Bühne E D." als eine der wichtigsten Bestandteile der neuen Reichszentrale für Theaterwesen geregelt wird. Der Reichsverband »Deutsche Bühne E. V." gliedert sich eine eigene Abteilung für Schüler - und Jugendvor- st e l l u n g e n an, die als „Deutsche 3 u - g e n d b ü h n e" in allen Orten des Reiches aufgezogen werden soll. Es ist vorgesehen, daß die Ortsgruppen des Dühnen-Bolksbundes in den Reichsverband „Deutsche Bühne E. B." übergeleitet werden. Eine Spende der deutschen Bäder. Der Herr Reichspräsident empfing die Vorsitzenden des Allgemeinen deutschen Bäderverbands Dr. Heß-Wiesbaden und Professor Dr. Vogt-Bad Pyrmont. Die Herren überreichten dem Herrn Reichspräsidenten als Ergänzung zur Hindenburg- spende eine von den deuts ch e n Bädern zur Verfügung ge st eilte Bäderspende über 200 Freikuren in deutschen B ä - dem. Der Herr Reichspräsident dankte ben Herren und gab seiner Freude über die Spende Ausdruck. Er bat indessen, seinen Dank auch den Bäderverwaltungen der deutschen Bäder zu übermitteln, die Freikuren zur Verfügung gestellt haben. fiiepura singt in Prag ein deutsches Lied und wird ausgepfiffen. Dieser Tage kam es in dem größten Prager Konzertsaal „Qucerna“ während eines Konzerts des berühmten polnischen Tenors 3an K i e • pura zu einem großen Skandal, als dieser nach dem Bortrag polnischer und italienische« Arien ein deutsches Lied aus dem Tonfilm „Das Lied einer Nacht" zu singen begann. Das Publikum schrie: „Pfui, hier wird nicht deutsch gesungen, schämen Sie sich!" Der polnische Gesandte, der dem Künstler einen Kranz in den polnischen Rationalfarben überreicht hatte, war durch den Zwischenfall sichtlich verstimmt. Der Sänger, der in Deutschland große Erfolge hatte, mußte das Lied sofort abbrechen und den Saal durch einen Rebenausgang verlassen, während sich eine große Menschenmenge vor seinem Privatauto beim Hauptausgang ansammelte, um gegen den deutsch singenden Polen noch auf der Straße zu demonstrieren. Segelflieger Maier tödlich abgestürzt. Bei Haltern (Westfalen) stürzte beim ersten Appell der Westdeutschen Segelflieger in den Borkenbergen der Inhaber mehrerer Rhönrekorde, Studienrat Albrecht Maier aus Stettin auf dem von ihm konstruierten Segelflugzeug „Maier II" töd - l i ch ab. Maier war auf dem der Ortsgruppe Gelsenkirchen gehörigen Flugzeuge „Maier II" durch Auwschlepp aufgestiegen, um das „Blaue Band" der Borkenbergen zu erringen. Plötzlich trudelte die Maschine, nachdem sie etwa 45 Minuten gekreuzt hatte, aus etwa 45 Meter Höhe zur Erde. Es wird angenommen, daß infolge des überaus böigen Windes die Stabilisierungsfläche der Maschine beschädigt wurde. Maier erlitt einen Wirbelsäulenbruch und war auf der Stelle tot. Der Verunglückte war Leiter des Aero-Dynamischen Instituts in Aachen und zuletzt an der höheren Maschinenbauschule Stettin als Studienrat tätig. schwerer Unfall bei der ADAC-Reichsfahrt. Auf dem letzten Fahrtabschnitt der ADAC- Reichsfahrt, der von Passau über Regensburg, Rürnberg, Würzburg nach Heidelberg führte, ereignete sich in Rürnberg ein folgenschwerer Anfall. Der einzige ausländische Teilnehmer, Richard Sommer aus Kowno, überfuhr ein Kind, das seinen Verletzungen erlag. Sommer wurde in Haft genommen und mußte die Fahrt aufgeben. Julius Barmats Ausweisung aus Holland. Rach einer Meldung des „Telegraaf" erfolgte Ausweisung Julius Barmats aus Holland hauptsächlich wegen Spekulationen gegen den holländischen Gulden, die Barmat unternommen haben soll. Hierzu kommt, daß die frühere Tätigkeit der Darmats es nicht wünschenswert machte, daß dieser sich noch länger in Holland aufhielt. Wie weiter verlautet, soll B. eine größere Anzahl von Grundstücken und Häusern in Holland gekauft haben, die er durch verschiedene Antergesellschaften mit Hypotheken belastete und zwar bis zu 100 Prozent des Wertes, in der Erwartung einer Verminderung des Goldwertes der holländischen Valuta. Mit dem Gelde, das D. aus den Hypotheken erhielt, soll er die genannten Spekulationen gegen den holländischen Gulden finanziert haben. Riefenfeuer in Kalifornien. Infolge einer bisher ungeklärten Explosion brannte in Oakland (Kalifornien) ein langer aus Stahl und Holz gebauter Landungspier, von dem die Fährboote nach San Franzisko fahren, vollständig aus. Eine vollbesetzte Großfähre hatte den Piet kurz vorher verlassen. Eine leere Großfähre sowie 35 am Pier stehende Straßenbahnwagen wurden durch das Feuer zerstört. Der Sachschaden beträgt rund drei Millionen Dollar. Das Riesenfeuer erleuchtete die Bucht von San Franzisko taghell. Erdrutschkalastcophe in Wesiserbien. Wie die „Politika" berichtet, ereignete sich in West-Serbien in der Rähe der Gemeinde Gorije-Toplioe eine E r d r u t s ch k a t a st r o p h e. Infolge der andauernden Regenfälle in den letzten Wochen spaltete sich plötzlich an einem Berghang die Erde in einer Länge von mehr Am Samstagnachmittag hielt der Rational- sozialistische Lehrerbund des Kreises Gießen im Cafe Ebel eine Versammlung ab, die sehr stark besucht war. Kreisschulrat Dr. Henß-Gießen leitete die Versammlung und hielt den Vortrag. Rach einigen geschäftlichen Mitteilungen und nach einem besonderen Gruß an die neuen Mitglieder betonte er, über allen Taten der Geschichte und des Lebens stehe das große Wort: Opfer. Das sei zu sehen am Christentum und auch an der Freiheitsbewegung der RSDAP. Die Versammlung gedachte dann stehend und schweigend, bei leisem Klavierspiel der Weise vom guten Kameraden, der Helden, die ihr Leben Hingaben für Deutschlands Freiheit. Kreisschulrat Dr. Henß sagte dann in seiner Rede u. a.: Wer noch vor einigen Wochen geglaubt hat, der Sieg der nationalen Revolution ginge die Schule nichts an, der wird seine Meinung wohl jetzt geändert haben. Es handelt sich hier nicht nur um einen politischen Amschwung, sondern ihm liegt eine neueWeltanschau- u n g zugrunde, und darum geht diese Revolution auch die Schule etwas an. Schule und Lehrerschaft müssen von diesem revolutionären Geist beeinflußt werden. 3n der Schule des Dritten Reiches wird die Lehrerschaft gefragt werden: 3n welchem Geiste wird unsere 3ugend erzogen, welche Grundgedanken weltanschaulicher Art werden in die Herzen unserer Kinder hineingepflanzt? Zunächst muß aus der Schule alles ausgern e r z t werden, was dem neuen Geist nicht entspricht. Wenn diese Aufgabe beendet ist, beginnt die Ausgabe der nationalsozialistischen Lehrerschaft, das Gedankengut Adolf Hitlers in die Wirklichkeit umzusetzen. Der Nationalsozialistische Lehrerbund muß die Riesenaufgabe übernehmen. Vor allem muß die Blickrichtung der Lehrerschaft geändert, die Lehrerschaft in weltanschaulicher Beziehung umgestellt werden. Das Schicksal schenkte uns und unserem Führer eine so große und ernste Zeit, daß wir es heute noch gar nicht ganz begreifen können. Diese Zeit ist so groß, weil die gottgewollte Ordnung der Menschen und des Lebens, nämlich Volk, Blut und Raffe, wieder Wirklichkeit wird, weil das V o l k wieder eine Ganzheit, eine Volkheit sein muß. Von diesem Prinzip der Totalität ausgehend, das immer unserer Bewegung zugrunde lag, müssen wir Nationalsozialisten handeln. Dieses Prinzip der Ganzheit muß auch der Lehrer als Führer in die deutsche Zukunft bei feiner Arbeit anlegen. Der Begriff der Ganzheit muß im Erziehungswerk der Anfang und das Ende fein. Auch der Begriff der B i ld u n g ist bisher verfälscht worden, indem er nicht auf das ganze Volk angewandt wurde. Wir wollen die Erziehung aufbauen auf den Begriffen Rasse, Lehrpersönlichkeit und Religiosität. Der Begriff Rasse steht dem Begriff des Internationalen gegenüber. Internationalismus bedeutet Zersplitterung, Auflösung. Dieser Internationalismus wurde vertreten von denen, die die Begriffe von Volk, Blut und Raffe nicht kennen wollten. Für den Lehrer muß auch der Begriff der Wehr ein Ganzheitsbegriff fein. Läßt ein Volk den Feind an diese Ganzheit der Wehr herankommen, bann wird sie zerschlagen. Wenn die Begriffe Volk und Wehr verfallen, macht sich der Bolschewismus geltend. Die Persönlichkeit als Ganzheitsbegriff steht dem Begriff der Demokratie entgegen. Unsere Bewegung ist aufgebaut auf dem Führerprinzip: Der Führer ist verantwortlich, hinter ihm steht die Ganzheit des Volkes. Die Demokratie dagegen ist das System der Masse, der Verantwortungslosigkeit. Reich und Volk mußten in dieser Demokratie zerfallen. Die größte Ganzheit aber ist Religion und Gott', sie überschattet und überdacht alles. Dieser Ganzheitsparole von Religion und Gott steht der Begriff der Gottlosigkeit entgegen. Nach den Begriffen Rasse, Wehr, Persönlichkeit und Religion muß das Erziehungs.werk gestaltet und neu ausgebaut werden. Heute sehnt sich bds deutsche Volk wieder nach den Quellen alles völkischen Lebens. Der Nationalsozialismus ist nichts anderes als das große Heimweh und die große Heimkehr des deutschen Volkes nach Deutschland. Wenn die Bedeutung der Ganzheit als Lebensprinzip des Einzelnen, wie des Volkes jetzt überall wieder erkannt wird, so müssen wir dem Manne dankbar sein der uns den Sinn für diese Ganzheit wiedergegeben hat, den Sinn für Rasse, Wehr, Persönlichkeit, Volk und Gott. Adolf Hitler fand diese Begriffe, die mit dem Wesen des deutschen Volkes eng verbunden sind. Diese Schätze uns wiederzugeben, war sein mühevolles Werk. Mit Mühe und Opfer kämpfte sich Adolf Hitler im deutschen Volke von Schicht zu Schicht durch. Die einfachen Menschen tarnen habet Hitler mit offener Seele und offenem Herzen entgegen, sie begriffen ihn und fein Wollen besser als manche Gebildeten. Hitler hat erkannt, daß man große geschichtsbildende Kräfte nur bekommen kann, wenn man zu den Quellen des Lebens herabsteigt. Wenn man aus diesen Quellen schöpfen will, muß man sich auch bücken können: die das können, holen sich das, was sie brauchen. Mit dem Erfassen her Begriffe Volk und Gott, Rasse, Wehr, Persönlichkeit erst kommt wieder das wirkliche Leben eines Volkes. Darum soll für die Zukunft über jedem Schul- haus, auch im kleinsten Dorfe, ein einziges Dort stehen: Volk und Deutschland! Jede Schule, die nicht Volksschule ist, betrachten wir als eine Pestbeule am deutschen Volkskörper, und wir werden da ungesäumt die Operation vornehmen. DieSchu le des DrittenReichos als einem Kilometer. Der untere Teil des Hanges glitt rasch zu Tal, wodurch sich die Erdspalte ständig vertiefte und verbreiterte. Bald folgte der obere Teil des Berghanges nach, auf dem 15 Häuser sich befanden. Sämtliche Häuser stürzten im Verlaufe einer Stunde in den Abgrund. Die Einwohner konnten sich rechtzeitig retten. Das Tal bietet nach dein Erd« rutsch einen gänzlich veränderten Anblick. 3m Abgrund sind nicht nur die Häuser, sondern auch Aecker und Obstgärten völlig verschwunden. Der früher fruchtbare Berghang ist jetzt nur noch mit Schutt und Geröll bedeckt. wird eine nationale und ch r i st l i ch e Schule ein nach dem Grundsatz: unsere Religion ist C h r i st u s , unsere Pflicht heißt Deutschland. Wir wollen Erziehung zum nationalen Christentum und zur echten Volks- gemeinschaft. Rur der darf Erzieher sein, der Vaterland und Christentum bejaht. Der Lehrer der völkischen Schule wird den Schüler nicht fragen, wofür er sich einsetzen will, ob er ich für Gottesglauben oder für Gottes Verachtung, ür Religionsunterricht oder nicht entscheidet, für den Glauben an Deutschland, oder für eine sich geistig gebärdende Kritik. Der Lehrer der völkischen Schule wird auch nicht mehr Friedrich den Großen und Bismarck mit zurückhaltender Objektivität schildern, sondern Begeisterung für ie erwecken. Der Schulrat wird bei seinen Beuchen in der Schule nicht zuerst fragen nach der Menge des Wissens, oder wieviel Fehler in einem Diktat sind, sondern er wird die Kinder betrachten und sein Urteil einstellen nach dem Leuchten der Augen, nach dem inneren Mit- fühlen und Mitschwingen, wenn die Gedanken Volk und Gott behandelt werden im deutschen Märchen, bei der Schilderung großer deutscher Menschen und Helden, bei der Schilderung der deutschen Heimat, beim Volkslied und beim Gebet. Der Lehrer, der das erreicht, ist vor Gott und vor der Welt qualifiziert. Richt die Vermittelung von Wissensstoff ist das wesentliche der Schule, sondern die Charakterbildung ist das entscheidende der neuen deutschen Bildung. Rotwendig ist für das Kind die klare Erkenntnis von den rassischen Erbgütern, Lebendigkeit, Aufgeschlossenheit gegenüber dem Leben, um mit diesem Leben fertig zu werden. Das kann nur erreicht werden, wenn auch der Lehrer mit klarer Erkenntnis der Wirklichkeit vor dem Kinde steht. Ein Lehrer kann nur dann erziehen, wenn er Liebe zu den Kindern und zu seinem Beruf hat, wenn er den geistigen Gehalt seines Volkstums lebendig in sich trägt. Heute kann cs keinen Lehrer mehr geben, der die Geisteshaltung der Rovemberverbrecher innerlich noch bejaht, der das Geschehen der großen Gegenwart nicht in seinen Anterricht hineinnimmt und daran anknüpft. Wir wollen nicht das Alte und Gute zerschlagen. Wie der Rational! oztalis- mus organisch gewachsen ist, so wird auch das Schulwesen sich organisch gestalten. Was wir wollen ist, in die bestehenden Formen einen neuen Geist hineingiehen. 3n diesem Zusammenhang rechtfertigt sich auch der Erlaß des Kultusministeriums, nach dem in den beiden ersten Monaten des, Schuljahres die nationale Revolution als Mittelpunkt des Anter richts zu gelten hat. Wer gleichgültig über das Sterben der besten Menschen hinweggeht, wer heute den Marschtritt der SA. und SS. nicht beachtet, kann nicht erwarten, daß man ihn noch mit Ernst einen Erzieher nennt. Wir können keine wirklichkeitsfremden Erzieher brauchen. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln daran arbeiten, daß sich die 3ugend zusammenballt und sich ihrer Aufgabe bewußt wird. Wir werden eine große staatliche Jugendorganisation nach dem Muster der italienischen Ballila ins Leben rufen. Auch hierbei wird dem deutschen Erzieher eine qroße Aufgabe gestellt. Wir Lehrer haben das kostbarste Gut der deutschen Ration zu gestalten, wir sind die wichtigsten Beamten des deutschen Volkes. Wir legen dem Einzelnen kein Programm vor. Anser Programm ist der Rationalsozialismus, unser Programm heißt Adolf Hitler. Auf dieser großen Grundlage wollen wir am Erziehungswerk aufbauen. Wir erkennen, daß es her Geist eines Fichte, des Predigers der nationalen Erziehung, und eine« Pestalozzi, des Predigers der 3dee der Menschenliebe, ist, der hier in einer Synthese durch die 3dee Adolf Hitlers, des größten Lehrers der deutschen Ration, zusammengeführt wurde. Durch diese große 3dee wird das deutsche Volk den höchsten Höhen entgegenzuführen fein. Wir wollen uns bewußt bleiben, daß unfeue Kraft allein nicht ausreicht, dieses große Ge-, schehen zu meistern, wenn wir uns nicht mit dem verbinden, der alle Kraft und allen Segen gibt. Wir stehen im Tor des Dritten Reiches, darin die Millionen deutscher Kinder, die auf uns warten. Da sinken wir nieder im Tor der Freiheit und beten: Herr wir lassen dich nicht, du segnest uns denn! (Stürmischer Beifall.) Eine zweite Ansprache. In einer zweiten Ansprache sagte Kreisschulrat Dr. Henß u. a.: Eine neue Zeit hat angefangen. Wir wollen nichts einstürzen, sondern zielklare Arbeit leisten, auch auf dem Gebiete der Schule. Wir Nationalsozialisten sind heute die Herren im ganzen deutschen Vaterland. Wir sind die Repräsentanten dieses Staates. Nun müssen wir von der Ganzheit des Staates anerkannt werden. Dor allem ist es notwendig, daß wir die Lumpen fern von uns halten. Notwendig ist aber auch, daß jeder sich selbst erzieht, jeder eindringt in den Geist des Nationalsozialismus. Der nationalsozialistische Lehrerbund ist dazu berufen, auch auf personellem Gebiete die erforderlichen Männer in die verantworte lichen Stellen zu bringen. Durch die Gleichschaltung auf dem Gebiete der Organisationen der Lehrerschaft wird die Garantie gegebe.n, daß unser Wollen mei- terbringt bis in jedes Schulhaus und Elternhaus. Auch der Philologen-Verein muß nun verschwinden. Der Lehreroerein hat zunächst versucht, weiter existieren zu können. Wir haben das abgelehnt, weil wir keine Kompromisse machen. Es gilt nicht einen Stand zu erhalten, sondern eine Ration, von feiten des Staates wird nicht mit solchen verbänden verhandelt, die nicht den Geist des Rationalsozialismus garantieren. Die Ganzheit des deutschen Volkes und Vaterlandes ist auch unser Ziel im Rationalsoziatistischen Lehrerbund. Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Gruppen der Lehrerschaft zusammenge- schweißt haben, wenn es sein muß, auch mit Zwang. Wir erkennen das Gute in dem alten Lehrerverband an, und ebenso daß es dort auch im Zeichen des Systems Leute in der Führung gegeben hat, die keine Kerle, sondern Kerls waren. Wir wollen die guten geistigen Kräfte und Charaktere der L e h r e r v e r b ä n d e zur Mitarbeit heranziehen. Wer gewillt ist, mitzu- arbeiten, ist uns herzlich willkommen/Aber das sage ich gleich: Wir sind gewillt, alles zu zertreten, was sich uns entgegenstellt. Die Schulform ist uns nicht Selbstzweck, son- dem nur M i 11 e l z u m Z w e ck. Es geht uns nicht um die Schulsorm, sondern um ihren Inhalt. Innerhalb der Lehrerschaft werden wir Arbeitsgemeinschaften bilden, deren Leiter vom Kreis- obmann bestimmt werden. Wir möchten in der Leh- Denkt an die „Stiftung für Opfer -er Arbeit"! Einzahlungen an Reichskredilgesellschafl Berlin W 8, Behrenssirahe 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit". rerschaft mehr Selbständigkeit sehen, und wir wünschen, daß man nicht mit jeder Kleinigkeit zum Ministerium oder zum Kreisschulamt läuft. Wer Nationalsozialist ist, fragt in Zweifelsfällen fein Gewissen und handelt danach, auch wenn vielleicht einmal ein Fehler gemacht wird. Der National- sozialisliiche Lehrerbund wird weiterkämpfen und sich überall durchsetzen. Unsere Organisation wird militärisch-faschistisch aufgezogen, Debat- tierübungen und die Befriedigung des Geltungsbedürfnisses von „Wichtigmännern" gibt es nicht. Wir wollen der Jugend und dem Volke die Grundlagen des völkischen Wesens und völkischen Lebens wieder einimpfen. Darum werden wir dem deutschen Volke und der Jugend einen Katechismus des Rationalsozialismus in die Hand geben. Wir wollen unser Werk weiterbauen, den Geist des Nationalsozialismus hineintragen in die Schulen und in jedes Haus, den Geist, den unsere gefallenen Kameraden uns vorgelebt haben, den Geist der O p f e r b e r e i t s ch a f t, der Liebe, der Freiheit und der Ehre, damit es wieder auf» wärtsgeht mit unserem geliebten Vaterland. (Lebhafter Beifall.) Nach begeistertem, dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler wurde dis Versammlung mit dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes geschlossen. Aus der Provinzialbauptstadt. Oer heutige Festtag der Ltniversität. Die Landesuniversität wird heute, wie schon kurz berichtet, den nationalen Regierungen des Reiches und des Landes ihre Huldigung in einer Feier in der Volkshalle darbringen, in deren Verlauf der Herr Staatspräsident Dr. Werner auch das neue Studentenrecht feierlich verkünden wird. Die Feier in der Volkshalle bringt nach einem Eröffnungsmarsch der Gießener Militärkapelle zunächst die Begrüßungsansprache Sr. Magnifizenz des Rektors Prof. Dr. 3 e ß, anschließend die Festrede von Prof. Dr. Kuhn über das Thema: „Die Aniversität im neuen Reich". Hierauf folgt die Ansprache des Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner, sodann eine Ansprache des Führers der Studentenschaft Edler v. G r a e v e. Mit einem Schlußmarsch der Militärkapelle wird die Feier beendet. 3m Anschluß daran findet auf dem Trieb die öffentliche Verbrennung zersetzender Schriften und sonstiger Schundliteratur statt. Sodann wird ein Platzkonzert der SA. - Kapelle der Standarte 116 auf dem Trieb die Versammelten unterhalten, bis sich um 20.45 Ahr die Studentenschaft, der Lehrkörper, Abordnungen der SA. usw. auf dem Trieb zum Fackelzug aufstellen wird. Punkt 21 Ahr wird der Fackelzug von der Volkshalle aus durch die Kaiserallee, Ludwigs- Platz, Ludwigstraße zur Aniversität marschieren und dort Aufstellung nehmen. Hier wird cancK phil. Walter Graef (Chattia) eine Huldigungs- anfprache an den Herrn Staatspräsidenten Dr« Werner halten, auf die der Herr Staatspräsident antworten wird. Sodann wird der Fackelzug zum Studentenhaus am Leihgesterner Weg weitermarschieren. Dort werden die Fackeln zusammengeworfen und zum Schluß gemeinsam das Lied „Burschen heraus" gesungen. Hierauf findet im Saale des Studentenhauses ein Kommers zu Ehren des Herrn Staatspräsidenten statt. Bemerkt sei noch, daß zu der Rachmittagsfeier in der Volkshalle auch die Gießener Bürgerschaft bei freiem Eintritt zu Gast geloben ist. „Ausstellung Stadt und Land." Vom Derkehrsverein Gießen wird uns ge- schrieben: Gelegentlich der Ausstellung wurde eine Preisfrage „Kenn ft bu bi e Heimat?" unb ein G e- wichts- und Sortenraten ausgestellter landwirtschaftlicher Erzeugnisse veranstaltet. Das von bem Ausschuß bes Verkehrs- unb Verschönerungsoereins eingesetzte Preisgericht, bestehenb aus den Herren Apotheker S ch w i e b e r, Dr. Goeres unb Verwaltungsoberinspektor Müller, prüfte am Freitag bie eingegangenen Lösungen. Für bie Zuteilung her ausgesetzten Gewinne für bie Preisfrage „Kennst bu bie Heimat?" mußte mit Rücksicht auf bie zahlreich eingegangenen richtigen Lösungen bas Los entscheiben. Es erhielten: \ 1. Preis (10 Mark): Willi Nutzenberger, Gießen, Hundsgasse 6. \2. Preise (je 5 Mark): Frau Märta ©lieber, Gie- 6em, Arn Kugelberg 44; Heinrich Heyber, Gießen, Arn Kugelberg 2; E. Will, Gießen, Westanlage 62; Agnes Schneibec, Gießen, Dammstraße 25. 3. Preise (je 3 Mark): Johannes Bonarius, Gießens Liebigstraße 87; Wilhelm Georg, Gießen, Sei», tersweg 30; Heinrich Grau, Gießen, Neustadt 13) MeZieiedesMioMoziaWschenLehrttbmdes Kreisschulrat Or. Henß spricht in einer großen Versammlung der Lehrerschaft. ?alet,QUbH 5ulQI»menqe ** °°ch £ imilt in „ «■'Siir iÄ •««?S 'fe S“4'ta- LE Stiftung Weit"! WN Berlin au* drren Reich». id,o“lo Berlin 120 Dn9: hSülhing für icn, und mir mün» migfeifjum Mini, lauft Wer Nafto. ^fällen fein \ auch wenn viel. viü>. Der National- ittrlämplen und sich lifation mitt mit i. Pzogen, Mat. ng des ®eltunj5be. * gibt es nicht d dem Volke die ims und völkifcheu irutn werden wir lugen- einen Kate- mus in die hand ilerbaucn, den Geist tragen in die Schu- Stift, den unfere ge- ebt haben, den Seift der Liebe, der aniit es wieder auf. en Baterlanb. (Ctb- 1 Lieg-Heil auf den s Hitler wurde die rg des Horft-Deffci. ihauvisiadt et UniveiM. d heute, Vie schon n Regierungen des Huldigung in einet »bringen, in deren ident Dr Werner ,t feierlich verkünden loltshallebcküt . der Siebener M>ii' Segrübungsanfprache rs Prof. $:■ n Prof. ®r. «WLL llnsprache W . r n e r. sodann e ne stubcnlÄ?S- hlubmarsch 7! W*: 3" S Trieb die offeni .ersehender »Her Schund/ t19e t-;,h ein dann wird b»°Ä''°7L »"u’äs M°usst-llen^ Geraste" Ludwig- annnäerer®c9 m 2c^cLdc[n zu- erden Einsam das SchlMA^s findet vngen- sommers wurde eive ^g.. ateVr. u9nl 1 WftiSÄ S-K in3inqe9anflen 0e®inne :AvA, li NE roU ?I?cO^r'566?l ÄrC- V11! , Lanark' ^£1 Sleßen, vr. C. Jüngst. Gießen, Westanlage 46; Franz Mandler, Caunsbad), fjaus Nr. 106b. 4. Preise (je 2 Mark): Theo Bieker, Gießen, Neuenweg 15; ftaroline Bechtold, Launsbach, Haupt- straße 150; Ludwig Otto, Gießen, Steinstraße 40; Aenne Georg, Gießen, Seltersweg 30; Leonhard Muller, Gießen, Alicenstraße 20; W. ft. Schmidt, Gießen, Marklstraße 1; ftarl Tetzner, Gießen, Hamm straße 14; Ellen Bobelt, Gießen, Dammstraße 25; Aenne Leclaire, Gießen, Händelstraße 2; Ernst Seim, Gießen, Steinstraße 40; Hildegard Schmidt, Aßlar, Hauptstraße 127c; Hilda -chleiser, Werdorf, Bachstraße 163; Liefet Georg, Gießen, Seltersweg Nr. 30; Fr. Erna Türck, Frankfurt o. TI., Ruprechtstraße 181; ftäthe Schneider, Gießen, Dammstraße Nr. 25. Für das Gewichts- und Sortenraten war eine richtige Lösung nicht eingegangen. Das Preisgericht erkannte dem Einsender der Lösung, die der Auf- lösung am nächsten kam, einen Gewinn im Werte von 10 RM. zu. Der Gewinnträger ist Heinrich 3 ui. g, Lützellinden, Hrötenstraße. Der Verkehrs- und Der chönerungsoerein dankt allen Einsendern von Lösungen für das an der Ver- anftaltung bekundete Interesse. Verhaftung von Kommunisten. Der heutige Gießener Polizeibericht teilt mit: Mitte April kam die ftriminalpolizei Gießen auf die Spur von kommunistischen Flugblattoerteilern, die in Wetzlar und Umgebung wohnhaft sind. Die Flugblätter wurden in hessisches Gebiet verbracht. Dem Herrn Staatskommissar für die Polizei in Stadt und ftreis Wetzlar wurde eine Anzahl Per- fönen namhaft gemacht, bei denen Durchsuchungen oorgenommen wurden. Die Hauptbeteiligten wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Wetzlar in Haft genommen. Am 27. April konnte die Kriminalpolizei Gießen einen Funktionär der KPD. fcltnehmen, der die Verbindung mit den Parteigenossen im Unterbezirk Gießen-Wetzlar-Marburg aufrechterhielt und auch Material für die Herstellung von Flugblättern in diesem Bezirk sammelte. Ein Mann aus Gleiberg, der am gleichen Tage in der Wohnung eines Gaswerksarbeiters in Gießen mit dem kommunistischen Funktionär über die Herstellung eines neuen Flug- blattes verhandelte, wurde ebenfalls festgenommen. Der Gaswerksarbeiter, der Mann aus Gleiberg, und der kommunistische Funktionär kamen zunächst in Schutzhast. Am 6. Mai erfolgte ihre Vorführung an die Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht Gießen. Sie kamen wegen Vordere itung zum Hochverrat in Untersuchungshaft. Inzwischen konnte ein weiterer Kommunist festgenommen werden, der sich in der gleichen Sache wegen Annahme und Weiteroerbreitung eines inegalen Flugblatts flraftbar gemacht hat. Der kommunistische Funktionär hatte für die Polizei sehr wichtige Aufzeichnungen im Besitz. Ucber Einzelheiten kann wegen Gefährdung der Untersuchung nicht berichtet werden. Arn 5. Mai wurden drei Kommunisten aus Trohe und einer aus Gießen wegen kommunistischer Propaganda und Umtriebe feftgenommcn und in das Konzentrationslager O st Hofen überge- führt. Ein schweren Zunge? Der heutige Gießener Polizeibericht meldet: In der Nacht zum Sonntag, 7. Mai, meldete sich gegen 24 Uhr der angebliche Arbeiter Franz Houtmanns aus Kuik in Holland obdachlos. Da Houtmanns keinerlei Ausweispapiere besaß, wurde er am Sonntagvormittag zwecks Pcrsönlich- keitsfeststcllung erkennungsdienstlich behandelt. Bei dieser Gelegenheit wurden an seinem Rocke st a r k blutverdächtige Flecken und an seinen Oberarmen größere, blaugrüne, blutunterlaufene Druckstellen festgestellt. Da auch das linke Auge an- scheinend durch einen Schlag stark blutunterlaufen ist, ist anzunehmen, daß Houtmanns, der inzwischen angab Friedrich M u n k zu heißen und am 28. August 1873 in Dftenngen geboren zu fein, vor nicht langer Zeit einen Kamps mit einer a n deren Person gehabt haben muh. Nach ärztlicher Feststellung sind die Druckstellen etwa vier Tage alt. Munk verweigert hartnäckig die Angaben, durch wen, wann und bet welcher Gelegenheit er die Verletzungen erhalten hat. Sein Hemd, Unterhosen und Schuhe will er auf dem Wege non Frankfurt nach Gießen, angeblich weil die Stücke zerrissen waren, im Walde weggeworfen haben. Da Munk nach den jetzt eingegangenen Funksprüchen ein schwer oorbeftra'fter Mensch ist, muß nach seinem Verholten angenommen wer- den, daß er mit irgendeiner schwereren Straftat in Verbindung steht. Die weiteren Ermittlungen über seine Persönlichkeit werden fortgesetzt. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. GDA.: 20.30 Uhr, Eaf6 Edel, Vortrag über „Die Dolks- und ftandespolitifchen Grundlagen der GDA.-Be- roegung". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Teilnehmer antwortet nicht'/. •• 4 1. (2 6 7.) Preuhisch-Süddeutsche Klaffenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse hat planmäßig spätestens bis zum 10. Mai, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird zur Vermeidung von Vachteilen dringend empfohlen. Frankfurter Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a. TL, 8. Mai. Auftrieb: 1493 Rinder (405 Ochsen, 122 Bullen, 500 Kühe, 420 Färsen), 716 Kälber, 26 Schafe, 4531 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 28 bis 31 Mark, ältere 24 bis 27, sonstige vollfleischige, jüngere 20 bis 23, Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten 1 Schlachtwerts 26 bis 29, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 21 bis 25; ftühe: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 24 bis 26. sonstige vollste!- schige oder ausgemästete 20 bis 23, sleischige 16 di» 19, gering genährte 12 bis 15; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemastete, höchsten Schlachtwerts 28 bis 31, vollfleischige 25 bis 27, fleischige 21 bis 24. Kälber: beste Mast-- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 27 bis 34. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 33 bis 36, von etwa 200 bis 240 Pfund 33 bis 37, von etwa 160 bis 200 Pfund 32 bis 35, fleischige von etwa 120 bis 160 Psund 30 bis 34 Mark. — Marktverlaus. Riader schlecht, llcberftanb, Kälber und Schafe langsam geräumt, Schweine sehr schleppend, geringer lieber- stand. Wettervoraussage Eine Rinne tiefen Druckes mit verschiedenen Kernen erstreckt sich in westöstlicher Richtung über Mitteleuropa und wird den Witterungscharakier veränderlich gestalten. So stießt an der Rückseite eines Wirbels über der Nordsee kühle Lust abwärts, wodurch die Temperaturen zunächst noch geringen Rückgang erfahren und neben vorübergehender Aufheiterung auch wechselhafte Bewölkung mit vereinzelten teils gewitterigen Regenschauern auftreten. Ein neues lief über dem Atlantik schiebt bann wieder wärmere Luft vor, die zu Temperaturanstieg und Verstärkung der Bewölkung führen wird. Dabei sind wechselhafte Niederschläge zu erwarten. Aussichten für Dienstag: Derönder- lich, wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, nach anfänglicher leichter Abkühlung später wieder wärmer, einzelne teils gewitterartige Nieder- schläge. Lufttemperaturen am 7. Mai: mittags 15,2 Grad Celsius, abends 11,7 Grad; am 8. Mai: morgens 11,2 Grad. Maximum 16,2 Grad, Minimum 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Mai: abends 15,4 Grad; am 8. Mai: morgens 12 Grad Celsius. ' .......— ■!■■■■ J__l__ 02854 Klein-Linden, den 8. Mai 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, statt 02853 Verkäufe <2tr. icrtftr. im 51. Lebensjahr. 3096 D Hausen, Watzenborn, Annerod, den 8. Mai 1933. Lollar. Vallendar, den 6. Mai 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Mai, nachm. 3 Uhr statt. 31 OOP inbeftbetrag von 10 RM. an, bei einem Gießen, ben 6. Mai 1933. 3095D hält wieder Sprechstunden Bettenhausen statt. 3093 D 3089 D GavterrmWel Bernsfeld. Bleidenrod, den 6. Mai 1933. 3103D 1676 A Seltersweg 81 Familie Familie Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. ScbulstrtBe 1 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Marie Happel, geb. Weigel nebst allen Angehörigen "^') Wegen llmiufl Bettstelle mit Matratze zu verkaufen. Zu erfr.i. d. Geschäftost. d.G.A. |Verschiedenes| Hühneraugen Warzen.Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst. Bällen tolsicher unt. gesucht. Vorzuftell. zwilchen 3 u. 4 und 7 bis 8 Ubr. Näh. inderG eschäf tsstelle b.®UB.2Ln^eta»ex3D Heuchelheim, den 8. Mai 1933. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Bachstraße 2 aus statt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Mai. nachmittags 3 Uhr statt WelMel gebr.,o. Brio, preiswert abzugeben.««. Wo? sagt der G.Ä. Nachruf! Am 6. Mai verschied lach kurzem schweren Leiden unser allverehrter Mitarbeiter und Jun jrchef Herr Hugo Viehmann, Weihbinder. Sein allezeit freundliches Wesen sowie sein aulrichtiger, zuvorkommender Charakter irird uns allen unvergeßlich bleiben und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Arbeiterschaft der Firma Ludwig Viehmann II., Maler- und Wei&bindergeschäft Klein-Linden, den 7. Mai 1933. Todes-Anzeige. Heute abend 7*/, Uhr entschlief nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter. Schwiegermutter und Großmutter Fran Halb. Boromann, geb. Born im Alter von 74 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen > Jobs. Hornmann und Familie Aug. Seim und Familie Wilh. Münch und Familie Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr statt ____________________________________3098D Heute verschied nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder. Onkel und Schwager Herr Samuel Goldschmidt Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Bekanntmachung. Die Lieferung von 530 m Granit-Bordschwellen, 300 cbm Basalt-Kleinpflastersteinen für Neubestigungen am Leihgcsterner Weg soll auf Grund der Verdingungsordnung für Bauleistungen (DOB ) öffentlich vergeben werden. Angebote auf dem bei uns erhältlichen Vordruck sind bis zu dem am TUonfag, dem 15. INal 1933 vormittags 10 Uhr stattfindenden Verdingungslermin bei uns abzugeben. 3087D Im Trauerfall K| 3048 anrufen IX U wW CTwin Umbauen? Nehmen Sie Abermann Es ist bestimmt in Gottes Rat. daß man vom liebsten, was man hat, muß scheiden. Toden-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, den lieben Vater seines Kindes, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Mathes III. nach kurzem schweren Leiden, im blühenden Alter von 34 Jahren, plötzlich und unerwartet zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Jlina Hathen. geb. Euler, und Kind nehmt allen Angehörigen. Bettenhausen, Grüningen, Trais-Horloff, den 6. Mai 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, in Wetzlarer Weg und Gaffknslraße. oi*»« Abzugebengeg.Bel. Wetzlar. 20cg 37 II. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Rinn Familie Ludwig Hofmann Otto Hofmann Famile Hermann Hofmann Philipp Hofmann nebst Braut. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Freitag morgen meine innigstgeliebte. herzensgute Frau, unsere treusorgenae Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Tante | Stellenangebote! Anständig, ehrliches Todes-Anzeige. Samstagabend entschlief sanft nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Enkel Herr Hugo Viehmann im blühenden Alter von 25 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Viehmann II., Weißbindermeister. Lehrmädchen Suche für sofort tücht., jung. Mädchen a. gut. Farn., mit guten Schulzeugnissen, ohne noch irgendwie schulpflichtig zu sein, für mein Kurz-, Weiß-, Wollwaren- Geschäft. Schrift). Angebote unter 30911) an die Geschäftsstelle des Gieß. An zeig. Samstag vormittag entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeHebter, guter, unvergeßlicher Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Sohn, Schwiegersohn. Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Happel II. | Mietgesuche | Möbllinnner für 15 RM. gesucht. Schrift!. Ang. unt. 02857 a. d. GH. Az. nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 33 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen und Straßburg L E., den 5. Mai 1933. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ______________________________________3 90 0 Sonntag, den 7. Mal, nachmittags 1 Uhr. entschlief nach kurzem Krankenlager unsere treusorgendc Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Manna Hofmann, Geh. Hofmann im 78. Lebensjahre. im 85. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen; Meier Simon und Frau, geb. Goldschmidt Rudolf Löb und Frau, geb. Goldschmidt besond. frricbbof«; ~ Gießkannen, = sonne herausne^ = =2 vmA pfähle- ver StP ~ ö Z Edgar VorrnE^K Ingenleurschul VA = q. Elektrotechnik ' -rt 2- Dr.Weyl Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenleiden Schöne t-3iniiB.-IDoöiL in freier Lage ver I.Funi preiswert zu vermieten. Schristl. Angebote u. 3101D an d. Gieß. Anzeig. Durch Sterbefall ist klein. Familie günst. Gelegenh. geboten, auf dem Lande (in Stadtnäheli.bebag- lichem Landbaus m. Gem.-u^7bstgarten Min.-WU zu mieten; eventl. könnte alleinsteb., gebilligte Person in dem gut bürgerlich geführten Haushalt beste Ausnahme finden. Schr. Ang. u. 02855 a.d.G.Anz. UÄ-Itai. mit Bad in d.Tchu- bertstr.z.verm. aiotD Näb. Lichcr Str. 5. 2 Zimmer-Wong mit Werkstatt zu vermieten. 02790 Steinstraße 52. Gießen, den 5. Mai 1933. Städtisches Tiefbauamt: Gravert. Die Nutzholzoersteigerung auf dem Schiffenberg am 6. und 8. v. 2U. ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassestellen, lieber. Weisung und 1. Abfuhrtag: Dienstag, den 9. d. 7N. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 31. d. 2TL Bei Barzahlung bis Ende Mai 4 0 H. Skonto Erhältl. nur: Löwen- Drogerie W. Kllblnger Nacht.. Seitenweg 69 MüllMWl entflogen. Ainugeb. Kreuzvtntz 12. ow» ————— Verloren am 7. Mai Brosche, rnattgold,Perle mitten, länglich, in der <"cn. zwisch.Franks. Die stummen Gäste von Zweilinden Roman von Anny vonpanhuys. Copyright by Belletristische Korrespondenz Bechthold. 34 Fortsetzung Nachdruck oerbotenl Ob es gut wäre, wenn er jetzt lieber in die däm- merkühle Kirche Seien flüchtete, oder ob er nun tun sollte, weshalb er hierhergekommen? Frieden wollte er nun, ewigen Frieden; und Angela sollte frei werden! Er war ja nicht ihr Vater, wie durfte er ihre Jugend erdrücken und müde machen durch den großen Schatten seiner Schuld. Wie sanft und kosend die blauen Wogen das Riesenkreuz umspülten! Wulf machte ein paar Schritte; mit tiefem Aufatmen schriti er über den festen Boden hinaus und sank jäh und weich in die blaue Meeresflut. Er blickte mit starren Augen aufwärts. Die grauen Steine des Kreuzes wandelten sich in durchsichtiges Kristall, von dem es wie nahende Erlösung aus allem Leid schimmerte. Mit einem Lächeln auf dem eingefallenen Gesicht sank der Körper Wulf Speeraus in die Tiefe, und die Wellen wogten über ihn fort, löschten die böse, böse Schuld aus, die das Erdenkleid eines irrenden Menschen befleckt. So starb Graf Speerau, der einstige Schloßherr von Wiesental. 23. Justizrat Doktor Alexander empfing die Besucher mit größter Zuvorkommenheit in seinem Bureau in Frankfurt. Er war ein Herr von tadellosen Manieren und jener Liebenswürdigkeit, die so sehr bezaubert, weil sie echt ist. Er drückte drei Hände, versicherte auf Deutsch und Französisch, wie sxhr er sich freue, die spanischen Erben des seligen Herrn Baseller kennenzulernen, dessen Berater, nein, er dürfe wohl sagen, dessen Freund er seit langen Jahren gewesen. Aus dem Namen Basella, den der Spanier Ba- felja ausspricht, war in Deutschland im Laufe von mehreren Generationen Baseller geworden. Pfarrer Basella antwortete in französischer Sprache und stellte seine Nichte Catalina vor, die Miterbin des Vermögens, das Herr Julius Baseller hinterlassen. Catalina war eine echte Sevillaer Schöne, mit großen, schwarzen Augen und tiefen, kohlschwarzen, fast straffen, glänzenden Scheiteln über dem schmalen, ein wenig scharf gezeichneten Gesicht, dessen leicht bräunliche Haut 'wie dunkler Pfirsichflaum leuchtete. Sie war mittelgroß und schmal. Justizrat Alexander schaute nicht vorbei, wenn er ein schönes, weibliches Wesen sah, und das Rassegeschöpf da vor ihm war schon einen langen Blick wert. Er versicherte Catalina Basella eifrig, sie möge völlig uüer lyn t£ l-eye ganz zu ihren Diensten. Da Catalina Französisch sprach wie ihr Onkel, herrschte Verständnis auf beiden Seiten. Nun stellte der Pfarrer die andere junge Begleiterin vor: Senorita Angela Figueras y Landa. Angela hatte dem Pfarrer mitgeteilt, daß sie nicht Esperao hieße, da der Tote nur ihr Pflegevater gewesen und ihr Vater, der gestorben sei, als sie noch nicht geboren war, den Namen Figueras geführt hatte. Sie nannte sich fortan nach spanischer Sitte nach Vater und Mutter. Jetzt riß der gute Justizrat erst die Augen auf. Im ersten Augenblick hatte er nicht so richtig unterscheiden können zwischen schön und noch schöner. Aber die Begleiterin der Erben war noch schöner als die andere Spanierin mit den glatten, blanken Scheiteln. „Himmel!" dachte er, „wie war es nur möglich, daß ein feines, schmales Mädelchen soviel Schönheit ganz allein tragen konnte." „Wir können die 'Unterhaltung auch in deutscher Sprache führen, wenn Sie wollen, Herr Justizrat", sagte der schönste Mund, den er je gesehen, „ich bin auf den Wunsch des Herrn Pfarrers mit nach Deutschland gekommen, weil ich Deutsch spreche und als Dolmetscherin dienen kann." Der Justizrat bot Platz an. Man hatte wohl schon zu lange gestanden; dann sagte er: „Verzeihung, mein gnädiges Fräulein, aber Sie sprechen ein so tadelloses und reines Deutsch, daß ich fast glauben möchte, Sie hätten deutsches Blut in den Adern, wenn Ihr Aeußeres nicht so typisch spanisch wäre." Angela erklärte: „Meine Mutter heiratete in zweiter Ehe einen Deutschen; von ihm lernte ich seine Heimatsprache." Der Justizrat nickte: „Jetzt begreife ich, mein gnädiges Fräulein." Angela belustigte es, als sie daran dachte, daß der Justizrat, der aussah, als wenn er mit sehr vornehmen Leuten umzugehen gewöhnt war, sie „mein gnädiges Fräulein" nannte. Wie würde er gestaunt haben, wenn er wüßte, sie machte in Barcelona künstliche Blumen, verkaufte sie in einem kleinen KioSk an einer belebten Markthallenstraße, wohnte in einem barackenähnlichen Häuschen und war Straßenhändlerin gewesen. Wenn er es wüßte, ob ihm dann die Anrede „mein gnädiges Fräulein" immer noch so glatt von den Lippen gehen würde? Sie bezweifelte es beinahe. Die Unterhaltung ward in französischer Sprache weitergeführt, damit es alle richtig verstehen konnten. Justizrat Doktor Alexander legte den Erben noch einmal genau klar, nachdem er es bereits schriftlich getan, was ihnen der deutsche Verwandte alles hinterlassen habe, und man besprach die Verwertungsmöglichkeiten. Julius Baseller hatte den letzten spanischen Verwandten, den beiden Basellas, ein Vermögen von zwei Millionen Mark hinterlassen, außerdem drei große Frankfurter Miethäuser und ein kleines Gut im Taunus. Angela, die ja dank dem Unterricht ihres Stiefvaters die französische Sprache fast so gut beherrschte wie die deutsche, stutzte, als sie hörte, in welcher Gegend Deutschlands sich das Gut befand. Sie mischte sich ein. ,Zch weiß, der Taunus ist nicht allzu weit von Frankfurt, Herr Justizrat, mein Stiefvater stammt nämlich aus der Gegend, aber es interessiert mich, wie weit es von hier bis in die Berge ist." Justizrat Alexander lächelte bei den Worten Angelas. „Von verschiedenen Punkten Frankfurts aus können Sie schon ein wenig von den Taunusbergen sehen, mein gnädiges Fräulein, und die kräftige Luft atmen, die von den Höhen kommt. Mit der Bahn erreichen Sie den Taunus in einer reichlichen halben Stunde, er zieht sich aber weit hinein ins Land, und es kommt ganz darauf an, woher Ihr Stiefvater stammt." Das letzte klang wie eine Frage. Angela schüttelte den Kopf. „Das weiß ich nicht, das hat er mir nie gesagt. Und mir genügten auch immer die zwei Silben „Taunus". Im Auslande schmolz der Begriff für mich enger zusammen." „Schreiben Sie doch Ihrem Herrn Vater, damit er Ihnen mitteilt, wo er geboren ist, dann können Sie den Ort besuchen." Angela schüttelte wieder den Kopf; ihr Blick traf sich mit dem des Pfarrers, als sie erklärte: „Mein lieber Vater ist nicht mehr erreichbar, er ist vor drei Wochen gestorben." In ihren Augen schimmerte es verdächtig, und um ihren schönen Mund lag ein so leidvoller, wehmütiger Zug, daß der Justizrat dachte, die berückende Spanierin mußte ihren Stiefvater sehr geliebt haben. Er sah sie teilnehmend an und fuhr in seinem Bericht für die Erben fort: „Das Gut im Taunus ist idyllisch gelegen und sehr gut eingerichtet. Ich möchte mir den guten Rat erlauben, wenn die Herrschaften, was ich doch vermute, einige Zeit in Deutschland verweilen wollen, dann in Schloß Wiesental Ihren Aufenthalt zu nehmen. Der selige Herr Julius Baseller hat zumeist draußen gewohnt und seine Stadtwohnung, die nur aus ein paar Junggesellenzimmern besteht, wenig benutzt. Die Dienerschaft ist noch vollzählig in Wiesental, auch zwei Autos sind vorhanden und der Chauffeur. Frankfurt ist von dort, sowohl mit der Bahn wie mit dem Auto, leicht zu erreichen. Ich selbst wohne während des Sommers im Taunus mit meiner Familie und komme morgens in die Stadt, fahre, je nachdem ich frei bin, wieder heim. Doch wohne ich an einer anderen Taunusecke, in der Nähe von Homburg." Pfarrer Basellas gute, kluge Augen hatten aufgeleuchtet bei diesem Vorschläge. „Muchachas (Mädchen), mich reizt es, dem Rat des Herrn Justizrates zu folgen. Lange genug haben wir alle drei in großen Städten gelebt; so ein bißchen Berge, Wälder und Wiesen werden uns guttun. Außerdem lockte es mich, wenn sich die Gelegenheit so überaus günstig bietet, echte deutsche Natur zu genießen. Was meinst du dazu, Catalina, und Sie, Angela?" Angela verspürte plötzlich eine gewisse Sehnsucht nach dem Taunus. Ihr lieber, lieber Vater war von dort gebürtig gewesen, und irgendwo mußte dort auch das' Gut Zweilinden liegen, wo Konrad lebte. Aber da sich der Taunus sehr ausbreitete, wie der Iustizrat schon erklärt hatte, konnte Zweilinden noch weit von Wiesental entfernt sein. Schade, daß ihr der Vater niemals gesagt hatte, wie das Schloß hieß, das er einmal besessen. Catalina war entzückt von dem Plane, in Schloß Wiesental Wohnung zu nehmen; auch Angela war darüber erfreut, längere Zeit dort bleiben zu können. ,Zch denke es mir herrlich, ein Weilchen auf Wiesental leben zu dürfen", erklärte Pfarrer Basella: „Also, Ihr Vorschlag wird dankend angenommen, Herr Justizrat. Wir geben unsere Hotelzimmer auf, sobald Sie meinen, daß wir auf Wiesental einziehen können. Es wurde nun verabredet, am übernächsten Morgen hinauszufahren. Justizrat Alexander wollte telephonisch alles im Schlosse vorbereiten lassen und ein Auto von dort erbitten. 24. Es war ein köstlicher Sommermorgen, als die neuen Besitzer und Angela, von dem Justizrat begleitet, im offenen Auto über die Taunus-Chausseen fuhren. Oh, wie war die Luft so köstlich frisch! Wie einen kühlen, belebenden Trank genossen 'Angela und der Pfarrer diese herrliche Lust. Wie prächtig war doch hier die Gegend! In sanften Wellen zog die Bergkette dahin, und überall grüßten trauliche, kleine Orte, dichter, grüner Wald, üppige Wiesen und Felder. Angela war ganz eigen zumute. Sie hätte nicht in Worte formen können, was sie während dieser Fahrt empfand. Ihr Denken glitt immer hin und her zwischen dem Vater und Konrad Zweilinden. Ihr armer Vater hatte Frieden im Meere gesucht. Er war wohl müde gewesen von einem traurigen, armen Leben, gar zu müde, um den Weg noch weiterzuwandern. Und Konrad war ihr jetzt so nahe. Wenn er ahnte, daß ihre Augen in dieser Stunde die Taunusberge sähen und sie Die erfrischende Luft einatmete, die auch ihn umwehte. Es schwebte ihr auf der Zunge, den Justizrat za fragen, ob er vielleicht wisse, wv das Gut Zwei- linden liege. Aber sie unterließ es bad), denn die Frage müßte dem Pfarrer und auch dem Justizrat auffallen. Das wollte sie vermeiden. (Fortsetzung folgt.) Geschäfts-Eröffnung Wir eröffneten Kreuzplatz 14 f eine Verkaufs-Niederlage Wolfstraße Nr. 31. 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Deswegen wässert Fritz auch Tag für Tag die jungen Gemüse mit der milden Brause einer Schneider-Gießkanne, die Stauden und Blumenbeete mit dem Strahl eines langen Gartenschlauchs und den Rasen mit einem selbsttätigen Spren- g*r.Seine Mähmaschine sorgst da für,daß die alme immer frisch geschnitten sindu. der Rasen wie ein samtener,dunkelgrünerTep- pich glänzt. Sie sollten’s ihm nachmachen. rn Erwartung B der holländisch^^M H D. aus den Hyp I I ■ II nannten Spekula ttW ■ ■ Gulden finanziert '■ ■ ■ infolge ^'7'lnsben-XIeillllng brannte in Daflff alforcwpn Stahl und Holz get® cllcrSWcg Fährboote nach 3 .8) n,*» t- «» k ~ 35 i'O "S6? EZZZä-L X PO*- C Parallel-Versammlung der Hauptversammlung für die Oberhessischen Frauenvereine am Donnerstag# den 11 ♦ Mai nachm. 3 Uhr, „Caf6 Leib“, Walltorstr. 38 Vortrag von Frau Mathilde Maisch, Stuttgart, über: 3084D MUTTER UND VOLK Der Kamplbund der deutschen Architekten und Ingenieure im Kamplbund für deutsche Kultur e. V. gründet am Mittwoch, dem 10. Mai, seine LrtSgruppe Gießen i.Cafö Ebel, Gießen, Burggraben, 87? Uhr (20 h 30) pünktlich. Männer der Technik, Ingenieure, Architekten, Techniker u. technisch Interessierte, arischen Stammes, die Geheimbünden (Freimaurerlogen) nicht angehönen, können Mitglieder des KDAI werden. Wir laden zur Gründungsversammlung ein. (Unkostenbeitrag 50 Pfennig.) Der ILDAI-Stützvunkt Gießen 3ion>nien P?*eliimmtr aus' ,enlQl einzchn Ochsten Mar. ^der wollte tele, en Io^n und ein stelle dchn, und e, dichter, grüner an9ela war gam ®orte formen Fahrt empfand. >°r zwischen dem >hr armer Vater t war wohl müde M Leden, gar zu rzuwandem. 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