Samstag, 8.21priU955 183. Jahrgang Nr. 84 LeübauSsade Die parlamentarische Gleichschaltung in Hessen tung des deutschen Volkstums, wie es sich die Regierung der nationalen Revolution zum Z.cl gesetzt hat, bedingt Erhaltung eines lebensfähigen Bauerntums. Die vom Reichswirlschastsminister Dr. Hugenberg bereits eingeleitetcn Maßnahmen auf dem Gebiet der Fettversorgung sind erste bedeutsame Schritte auf diesem Wege zur Gesundung der bäuerlichen Wirtschaft. Ruch der Reichskanzler hat darauf hingewiesen, daß unpopuläre Maßnahmen, die sowohl von der Verbraucherschaft wie von andern Wirtschaftszweigen wenigstens zeitweise schwere Opfer verlangen, nicht umgangen werden können, soll das Ziel einer Gesundung der Landwirtschaft und damit aber auch einer Kräftigung des Binnenmarkts erreicht werden. Daran haben natürlich auch weite Kreise der Großindustrie neben dem Mittelstand in Handel, Handwerk und Gewerbe ein hervorragendes Interesse. Daß berechtigte Bedürfnisse der Exportindustrie mit dem einge- schlagenen Kurs einer gesunden Agrarpolitik in Einklang gebracht werden, dafür ist einmal durch die Zusammenlegung des Ernährungs- und des Wirtschaftsministeriums in der Hand Hugenbergs gesorgt, zum andern durch die auch in den mah- gebenden Berufsorganisationen der Industrie durchgeführte oder eingeleitete Gleichschaltung mit den politischen Kräften des neuen Staates. Sowohl der Reichsverband der deutschen Industrie wie der Düsseldorfer Langnam-Berein haben in ihren Vorständen für Vertrauensleute der beiden Regierungsparteien Platz geschaffen, so daß auch hier für die Zukunft ein reibungsloses Zusammenarbeiten zwischen Staat und Wirtschaft gewährleistet ist. Der Reichskanzler hat dafür den Grundsatz aufgestellt, daß die Wirtschaft dem Volke zu dienen hat. Die private Initiative des schöpferischen Unternehmers soll nicht angetastet werden, wenn sie sich der Verantwortung gegenüber dem Volksganzen bewußt bleibt. Dem muß jeder beipflichten, es ist ein Rahmen, weit genug gespannt für den Betätigungsdrang des ehrenhaften und berufsstolzen los vollziehen konnte. Die Gleichschaltung ist inzwischen auch toeib deute, so erklärte Renz, die erste Etappe zum ständischen Staat, wie er seit Jahrzehnten die Sehnsucht des gewerblichen Mittelstandes ist. Was im Reich unter einem von einem Deutschnationalen besetzten Wirtschaftsministerium noch nicht richtig erkannt sei, müsse in Hessen zum Durchbruch tommen: der berufs ständische Gedanke. Hessen müsse zeigen, daß es möglich ist, zwischen Volk und Regierung Brücken zu schlagen und positive Wirtschaftspolitik zu treiven. Einsatz der Sonderkommandos gegen Spchel und Provokateure. D a r m st a d t, 7. April. (WSN.) Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: Der Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen Dr. Be st hat angeordnet, daß bei dem Einsatz der Sonder- kommandos gegen Spitzel und Provokateure darauf geachtet werden soll, daß die Mannschaft des Sonderkommandos derselben Organisation angehört, gegen die jeweils vorgegangen wird. Diese Anordnung ist getroffen worden, um von vornherein alle 'Möglichkeiten von Mißstimmung oder Streitigkeiten zu unterbinden, die aus dem Ehrgefühl und dem Stolz der Angehörigen der nationalen Verbände auf ihre eigene Formation entstehen können. Berlin. 7. April. (WTB.) 3n der Generalversammlung der Reichsbank erklärte vor Eintritt in die Tagesordnung Reichsbankpräsident Dr. Schacht, das Bemerkenswerteste an dem Abschluß der Reichsbank sei bie recht erhebliche Schrumpfung der Umfaße, die im Jahre 1932 gegen 1931 uml5,6Prozentzu- rückgegangen seien. Auf der anderen Seite habe sich aber eine gewisse Gesundung des Geschäftes vollzogen. Die Folgen der 3ult- Krise von 1931 seien aber bei weitem noch nicht überwunden. Die Lage des deutschen Bankgewerbes sei noch immer schwierig. Die Lage der Sparkassen habe sich bedeutend gebessert, die Einzahlungen seien bis in die jüngste Zeit größer als die Auszahlungen. Der nationalpolitische Umschwung habe das deutsche Volk von der 3llusion geheilt, daß man allein mit ausländischer Hilfe zu einer wirtschaftlichen Besserung kommen könne. Klare Erkenntnis der Tatsachen sei die Voraussetzung für jede Gesundung. Aus diesem Grunde werde jetzt auch die wahre Golddeckung in den Reichs- bankausweisen gezeigt. Andererseits müsse jetzt angesichts der weit hinter den Erwartungen zurückbleibenden Heber» schüsse des deutschen Außenhandels dem Auslande der Ernst der deutschen Devisenlage vorgeführt werden, da die Entwicklung des Außenhandels ihre zwangsläufigen Folgen haben müsse. Seine kommerziellen Schuldverpflichtungen werde Deutschland in jedem Falle halten müssen, um nicht das Vertrauen des Auslandes zu seinem Leistungswillen zu verlieren. Jür die Rcichsbank ergebe sich die Rotwendig- keit einer Anreicherung ihrer Gold- und Devifenreseroen. damit sie freie Vcwegungsmögtichkeit im internationalen Zahlungsverkehr gewinne, wenn die Reichsmarkwährung einmal nicht mehr, wie cs jetzt fei, ihrer internationalen Junttion entkleidet fei. vorläufig könne aber die Devisenzwangswirtschaft keinesfalls aufgehoben werden, da alles daraus ankomme, die Währung stabil zu hallen. Mit besonderem Rachdruck betonte Dr. Schacht, daß die Reichsbank das eine Ziel im Auge habe, die Wertbeständigkeit der Reichsmark gleichmäßig zu erhalten. Der deutsche Sparer könne sich auf die unerschütterliche wacht der Reichsbank über die deutsche Währung unbedingt verlassen. Zu ‘ der Frage der A r b e i t s b e s ch a s - fungspläne äußerte sich Dr. Schacht dahingehend, daß die Reichsmark jeden Kreditnehmer, der 1000 Mark verlange, ernster nehme, als die Leute, die gleich bei 100 Millionen Mark anfingen. Die Ankurbelung der Wirtschaft könne nicht durch Rotstandsarbeiten, wie Gräbenziehen, Schotteraufschütten usw.. herbeigeführt werden. Vielmehr seien die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion, durch die Devisen erspart würden, und die Erteilung industrieller Aufträge notwendig, um die Wirtschaft anzukur- Annahme von Snjtiaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undmrdenAn- zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Gieren. Erlchelni täglich,nutzer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monais-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen, povscheckkonlo: $ranlfurt am Main 11686. darüber, wer zur Einreichung eines Wahlvorschlags befugt ist, so ist nach der ersten Verordnung der Reichsregierung zum Gleichschaltungsgesetz, die heule in Straft getreten ist, der Vertrauensmann der Wählergruppe (Partei) zu befragen. Als Vertrauensmann gilt der Vertrauensmann des Reichswahlvorfchlags der Wählergruppe (Partei) zur Reichstagswahl am 5. März 1933 oder die von diesen benannten Vertrauensleute in den Ländern. Die Wählergruppen (Parteien) haben die '21 n - d) r i f t des danach zuständigen Vertrauensmannes dem Landeswahlleiter sofort mitzuteilen. Verbindungen find nur insoweit zulässig, als sie bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 getätigt waren. Landeswahlleiter ist Legationsrat Dr. H eine m a n n im Hessischen Staatsministerium, Darin- tadt, Neckarstraße 7. Oie erste Etappe zum Ständestaat in Hessen. WER. Groß-Gerau, 7. April. 3n einer Kundgebung des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes sprach hier der hessische Staatskommissar für den Mittelstand, Landtagsabgeordneter Renz (Alzey). Die Ernennung eines Staatslommissars für den Mittelstand, eines Staatskommissars für die Landwirtschaft und eines Kommissars für Arbeitsfragen in Hessen be- Wo steht die deutsche Wirtschaft? Reichsbankpräsident Dr. Schacht zieht Bilanz. Das Hessische Gesamtministerium hat auf Grund des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 (Reichsgesehbl. 1 S. 103) das folgende ®e- eh beschlossen, das hiermit verkündet wird: Artikel 1: Der Hessische Landtag bete h t aus 50 Abgeordneten. 3n Artikel 1 Abs. 1 des Landtagswahlgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. September 1931 (Reg.-Bl. S. 135) wird die Zahl 70 durch 50 ersetzt. Artikel 2: Die Zustimmungserklarun- gen der in die Wahlvorschläge aufgenommenen Personen (Art. 18 Abs. 5 Sah 2 des Landtags- Wahlgesetzes) müssen gleichzeitig mit den Wahlvorschlägen eingereicht werden. Das gleiche gilt für Verbindungen (Artikel 20 Abs. 2 Satz 1 des Landtagswahlgesehes) soweit sie nach § 7 Abs. 2 des Gleichschaltungsgesehes zulässig sind. — Artikel 21 und 23 des Land» tagswahlgesehes finden feine Anwendung. Artikel 3: Der nach den Vorschriften des vorläufigen Gleichschaltungsgesehes neu gebildete Landtag tritt erstmalig im Laufe des Monat April 1933 an einem vorn Staatspräsidenten bestimmten Tage zusammen. Artikel 4: Landesregierung im Sinne des Gleichschaltungsgesehes ist das Gesamtministerium. ,r , Artikel 5: Die vom Gesamtmimsterium beschlossenen Gesetze werden vom Staats» Ministerium oder von seinem verfassungsmäßigen Vertreter ausgefertigt und im Regierungsblatt verkündet. Sie treten, soweit sie nichts anderes bestimmen, mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. Artikel 6: Dieses Gesetz tritt mit der Verkündung in Kraft. Darmstadt, den 6. April 1933. Hessisches Gesamtministerium, gez. Dr. Werner. gez. Dr. M ü l l e r. Die Neubildung des Hessischen Landtags. D a r m st a d t, 7. April. (WSN.) Das Hessische Gesamtministerium erläßt folgende Bekanntmachung betreffend die Neubildung des Hessischen Landtags: Der Hessische Landtag ist mit dem am 3. April 1933 in Kraft getretenen Gesetz „Zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich" vom 31. März 1933 (RGBl. 1, S. 153) aufgelöst worden. Der Hessische Landtag wird künftig aus 50 A b - geordneten bestehen und wird neugebildet nach den Stimmzahlen, die bei der Wahl zum Deutschen Reichstag am 5. März 1933 auf die einzelnen Wahlvorschläge entfallen sind. Die Sitze werden den Bewerbern nach diesen Stimmzahlen auf Grund von Wahlvorschlägen zugeteilt, die die Wählergruppe (Parteien) mit Ausnahme der Kommunisten bis spätestens 13. April 1933, 10 Uhr, beim L a n d e s w a h l l e i t e r einzureichen Haden. Die auf die Kommunistische Partei entfallenden Sitze werden nicht zugeteilt. Die Wahlvorfchläge haben den Vorschriften des Landtagswahlgesetzes zu entsprechen, soweit diese Vorschriften mit dem vorläufigen Gleichschaltungs- gesctz im Einklang stehen. Sie sind von den Parteileitungen der einreichenden Partei oder Wählergruppen zu unterzeichnen. Bestehen Zweifel gehend durchgeführt in zahlreichen wirtschaftlichen Verbänden, Berufs- und Standesorgan'.sationen, im anderen ist sie durch Bestellung von Kommissaren eingeleitet worden. Ueberall dort sind Vertrauensleute der nationalsozialistischen Partei in Vorstand und Geschäftsführung ausgenommen worden, wo diese bisher noch nicht oder nur in unzulänglichem Derhültnis vertreten war. Wenn man bei dieser Umschaltung auch manchen verdienten Mann scheiden sieht, der ohne Beziehung zum politischen System, dem die nationale Revolution ein Ende bereitet hat. verantwortungsbewußt und pflichtgetreu Arbeitskraft und Berufserfahrung für das Gemeinwohl eingesetzt hat. so bedeutet doch die Umschaltung im Großen gesehen vielerorts eine wünschenswerte Auflockerung und Verjüngung, die vielleicht unumgänglich ist. wenn der nationalen Regierung die gewaltigen Reformen in allen Zweigen des staatlichen wirtschaftlichen und kulturellen Lebens gelingen sollen, die sie sich für die nächsten vier Jahre vorgenommen hat. Besondere Bedeutung kommt den Veränderungen in der Organisation der Landwirtschaft zu. Alle maßgebenden Verbände des deutschen Bauerntums sind m richtiger Erkenntnis der Stunde in eine Front eingeschwenkt und haben sich einer „Reichsführergemeinschaft" unterstellt, deren Vorsitz der erste landwirtschaftliche Sachberater der RSDAP Dr. Darre, übernommen hat. Der Reichskanzler selber hat durch Annahme der Schirmherrschaft über den neuen Zusammenschluß der landwirtschaftlichen Berufsverbände noch einmal sichtbar unterstrichen, welch große Aufgabe grade dem Bauernstand beim Reubau der deutschen Rationalwirtschaft im Dritten Reich zukommt. In einer Rede vor dem Deutschen Landwirtschaftsrat hat der Kanzler die Reihe der Mißerfolge in der Wirtschaftspolitik früherer Jahre darauf zurückgeführt, daß man von falschen Voraussetzungen ausging, wenn man verkannte, oay für Deutschland der Bauernstand der Trager I jeder gesunden Volkswirtschaft sein mutz. Erhal- deutschen Kaufmanns und Unternehmers, wenn ihm die Festigung der neuen Rechtsgrundlagen, auf die auch Reichsminister Goebbels in seiner großen Rede vor der Presse hindeutete, und die nun endlich nach so langen Krisenjahren gewährleistete Kontinuität des politischen Regimes ein Planen und Schaffen auf lange Sicht und ohne störende Überraschungen von Oer Politik her gestatten. Der berufs ständische Gedanke, der in all diesen Umorganisationen so stark in den Vordergrund tritt, wird ja überhaupt bei der Neuordnung des Staates nach dem Willen der nationalen Regierung eine hervorragende Rolle zu spielen haben. Die Reubildung des fast schon in Vergessenheit geratenen und hoffnungslos überalterten Reichswirtschastsrat deutet ebenfalls darauf hin. Eine der schwierigsten Aufgaben in gleichem Sinne der Reinigung des berv.ssständischen Gedankens von politischen Schlacken ist die Umgestaltung der Gewerkschaften. Man hat ihnen vorerst nur ihre Monopolstellung als Tarifparteien genommen, aber wenn auch über die Form ihres Einbaus in Staat und Rationalwirtschaft noch nicht endgültig entschieden ist, so ist es doch kein Geheimnis mehr, daß sie auf ihr eigentliches Arbeitsgebiet beschränkt werden sollen. Vermutlich wird erst im Zuge der großen sozialpolitischen Reform, die Beiträge und Leistungen in allen Zweigen der Sozialversicherungen wieder in ein rechtes Verhältnis bringen, die Tragfähigkeit der Betriebe anerkennen und durch sparsamste Verwaltung die Kosten senken muß, auch über die Gewerkschaften das letzte Wort gesprochen. So ist alles noch im Fluß, aber dis Bereitschaft zur Mitarbeit am großen Werk der Reuordnung, zu der der Reichskanzler einen jeöen Deutschen in Kundgebungen und Reden feierlich eingeladen hat. ergreift alle Kreise des Volkes und trägt uns in gemeinsamem Wollen, in Zuversicht und Glauben vorwärts zu neuen Ufern. 3m gleichen Schritt. Mit bewunderungswürdiger Energie wird die Gleichschaltung im gesamten öffentlichen Lebens des neuen Deutschland vorangetrieben und damit nach einem Wort des Reichskanzlers die letzte Dorausfehung für das Ingangsetzen des vierjährigen Reform- und Gesundungsprogramms der nationalen Regierung geschaffen. Wo sich früher längst schon als notwendig erkannten Re- formen in Staat. Verwaltung und Wirtschaft unüberwindliche Hemmungen entgegenstellten, wo politischer Partikularismus und wirtschaftliche Eigenbrötelei, eine im demokratisch-parlamentarischen Staat allmächtige Ministerialbureaukratie und nicht minder mächtige Cliquen maßgebender Leute von Parteien, Gewerkschaften und Verbänden jedem frischen Luftzug wehrten, ist heute in wenigen Wochen glatte Bahn geschaffen oder doch wenigstens schon die ärgsten Hindernisse beiseite geräumt. Ueberall steckt man noch im Aufräumen und Freilegen, aber an manchen Stellen zeigen sich doch schon die Grundlinien der Fundamente des Reudaus von Staat und Wirtschaft, wie er als Ziel den Männern der nationalen Revolution vorschwebt. Besonders interessant ist natürlich die Sicherstellung der politischen Gleichschaltung von Reich und Ländern durch einschneidende, verfassungsrechtliche Aenderungen mit dem Ziel einer Revision der Weimarer Verfassung im Sinne einer straff in der Hand des Reiches konzentrierten politischen Wille,isbildung. Das erste bereits erlassene Gleichschaltungsgesetz sieht die Bildung der neuen Landtage der Länder wie auch der parlamentarischen Körperschaften in der kommunalen Selbstverwaltung ohne Reuwahl auf Grund der Reichstagswahlergebnisse des 5. Marz vor. Dieser Modus soll für die Zukunft bcibcbal- ten werden. Damit wäre der Parlamentsspielerei in Ländern und Gemeinden, die im letzten Jahrzehnt viel Sxraftüergcubung und Unruhe gebracht hatte, zweifelllos ein wirksamer Riegel vorgeschoben. Man wird allerdings einwenden dürfen, daß die Übertragung der rein politischen Maßstäbe der Reichstagswahl auf die weit engeren körn - munalen Verhältnisse nicht ohne Bedenken sind, da hier naturgemäß die Cinzelpersönlich- leit als sachkundiger Mitarbeiter gegebenenfalls auch ohne parteipolitische Bindung schwer entbehrt werden kann. Es ist anzunehmen, daß die jetzt vorgeschriebene Prozedur lediglich einer Beschleunigung der Gleichschaltung dienen soll und oei einer grundsätzlichen und endgültigen Regelung der Wahlmodus für die Selbstverwaltungskörperschaften mit Rücksicht auf ihre besonderen Bedürfnisse freier gestaltet werden wird, als es in dem aegentoärtigen Uebergangsstadiurn geschehen konnte. Das Verhältnis zwischen Reich und Ländern soll, fomeit die Absichten des Reichskabinetts bekannt sind, insofern noch weiter umgebaut werden, als den Länderparlamenten die ihnen bisher obliegende Wahl des Staats- b z w. M i n i ft e r p r a f, - dentsn entzogen werden fall. Die Ministerpräsidenten der Länder sollen vielmehr künftig analog der Ernennung des Reichskanzlers durch den Reichspräsidenten ebenfalls vom Reichspräfiden- t e n ernannt werden und — wiederum analog roie im Reich — auch die übrigen Mitglieder der Län- derreqierungen auf Vorschlag der Ministerpräsidenten. Die Mitwirkung der Landtage beim Zustandekommen einer Regierung würde also — wie im Reich des Reichstages — auf das Vertrauensvotum beschränkt werden. Dem Reichspräsidenten wurde damit also die Rolle des Staatsoberhauptes in den Ländern zufallen, er würde vermutlich feine ihm daraus erwachsenden Befugnisse Männern seines besonderen Vertrauens übertragen, die er zu seinen Statthaltern ernennen könnte. Besondere Bedeutung würde eine solche verfassungsrechtliche Umgestaltung natürlich für die Stellung Preußens im und zum Reich gewinnen. Es wäre eine Rückkehr zur^Bis- marckfchen Verfassung nur im umgekehrten «inne insofern, als bei Bismarck das Primäre der Slomg von Preußen und die von ihm ernannte preußische Regierung war. Aber auch damals sicherte erst die Ernennung von Reichskanzler und preußischem Ministerpräsidenten durch die gleiche Instanz, nämlich durch den Kaiser und König, die einheitliche Handhabung der preußischen Staatsgewalt und der Reichsgewalt wenigstens solange die Ernennung unabhängig vom Reichstage erfolgen konnte Hier bedarf es also noch einer Ergänzung noch der Richtung, daß bei der durch das erste Gleichfchaltungs- gesetz festgelegten einheitlichen politischen Zusammensetzung von Reichstag und preußischem Landtag beide Parlamente nur e i n m a l zu Beginn der Session oder beim Amtsantritt einer neuen Regierung zu ihr Stellung nehmen, ihr jedoch nicht seder- zeit das Vertrauen entziehen können, ffur die übrigen Länder würde der Umbau der Versassung in dem oben gezeichneten Rahmen eine starke Zentralisation der politischen Macht bedeuten, die vielleicht nicht überall, besonders nicht m Luddeutschland, ohne Bedenken für die Erhaltung der besonderen politischen Struktur und — was wesentlicher ist, Der kulturellen Eigenart hingenommen werden wurde. Hier wird es in der Hauptsache eine ^rage Des politischen Takts sein, bei der Ernennung der «tatt- halter des Reichspräsidenten grundsätzlich Manner zu wählen, die den betreffenden Ländern in besonderem Maße durch Abstammung und Lebensgang verbunden sind. Nach diesen Gesichtspunkten ist ja bereits bei Ernennung der Reichskommissare m Den süddeutschen Ländern, Sachsen, Hessen und den Hansestädten verfahren, und dieser klugen Praxis ist es ja zweifellos auch zu einem guten Teil Zu verdanken gewesen, daß sich der erste Akt der ©leid) schaltung zwischen Reich und Landern so reibungs- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cnitf lind Verlag: vriihl'ichc Univeistiälr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange In Liehen. Schriftlettung und Seschästssielle: rchul-tra-ie I. beln. Neben einer gesunden Agrarpolitik zur Pflege des Binnenmarktes empfahl Dr. Schacht Aufträge der öffentlichen Betriebe, die sich gerade für das Kleingewerbe günstig auswirkten. Weiter setzte sich Dr. Schacht für eine vorsichtige und sparsame Finanzpolitik und für eine pflegliche Behandlung des Geldmarktes ein, um zu niedrigeren Zinssätzen zu kommen. Diskontsenkungen allein genügten noch nicht, da sie zunächst nur einem kleinen Kreise von Banken zugute kämen. Kein Grund zur wirischast- lichen Beunruhigung. Berlin, 7. 2lpril. (CAB.) Der „Angriff" erklärt gegenüber der von gewissen Kreisen im Auslande gezeigten Beunruhigung über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland: Die nationale Regierung hat sich von vornherein auf den vierjährigen Wirtschaf t s p l a n eingestellt. Sie muß zunächst einmal die unerläßlichen politischen Voraus- s e tz u n g e n für einen Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftslebens schaffen. Für eine äln- ruhe über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist nicht der mindeste Grund vorhanden. Die nationale Regierung rastet nicht: sie trifft nur die erforderlichen Maßnahmen auch auf wirtschaftlichem Gebiet mit der nötigen ruhigen und sorgfältigen Vorbereitung. Die Ungeduldigen werden sehen, daß in allernächster Zeit Durchgreifendes auch auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Reorganisation zur Stärkung der deutschen Wirtschaft geschieht. Gegen selbständige Eingriffe in die Wirtschaft. Anordnung der Politischen Zentralkommission der NSDAP. Berlin. 7. April. (WTB.) Die Politische Zentralkommission der NSDAP, veröffentlicht folgende Anordnung: Es ist den Mitgliedern der NSBO., SA.- und SS.- Männern oder sonstigen Angehörigen der NSDAP, untersagt, in die inneren Verhältnisse der Wirtschaftsunternehmungen, Industriewerke, Banken usw. selbständig einzugreifen, gegen Gewerkschaften vorzugehen, Absetzungen vorzunehmen und dergleichen. Zu irgendwelchen Eingriffen muß die a u s d r ü ck- liche Genehmigung der Wirtschaftsbeauftragten der NSDAP, vorliegen, die nur im Einvernehmen mit de r Politischen Zentralkommission handeln dürfen. Gez.: Rudolf Heß Vorsitzender der Politischen Zentralkommission. Der Aeichslandbund zum Emigungswerk des Sauerntums. Berlin, 7. April. (CNB. Funkspruch.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes nahm eine Entschließung an, in der es heißt: Der Bundesvorstand begrüßt die Aktivität des Präsidiums zur Verwirklichung des Sammelrufes des Reichslandbundes. Insbesondere erblickt der Bundesvorstand in der Reichsführerschaft des deutschen Bauernstandes die gegebene Vorstufe zur Weiterführung des Einigungswerkes. Dem Reichskanzler Adolf Hitler dankt der Bundesvorstand für die Erfüllung der Bitte, Schirmherr der Führerschaft zu sein. Der Bundesvorstand hält es bei diesem Anlaß für seine Pflicht, auszusprechen, daß das Einigungswerk nicht auf Kosten des bisherigen klaren nationalpolitischen Kampfcharakters des Reichslandbundes erkauft werden darf. Ferner beschloß der Bundesvorstand, einen Aufruf zu einer Hitlerfpende des Reichslandbundes zu erlassen. In dem Aufruf heißt es: Geld hat kein Landmann! Aber eine Stube und Kost auf ein, zwei, drei oder vier Wach e n für einen deutschen Blutsbruder aus dumpfen, rauchigen Stadtmauern, der im Kampfe für das neue Deutschland immer fein Leben einsetzte. Dies soll unsere Spende werden, die es d e m B a u e r n - Theater-Anekdoten. Von Emil Heyse. In den Ruhm, erfolgreichste und beliebteste Gast- spielvirtuosen zu sein, mußten sich zu Ende des vorigen Jahrhunderts Friedrich Haase, der eleganteste Kavalier der deutschen Bühne, und Ernst von Possart, der scharfe Charakteristiker, teilen. Sie liebten einander nicht; einer neidete dem anderen seinen Ruhm. Auf einer Versammlung der deutschen Bühnen- angehörigen trafen die beiden, die sich noch nie gesehen hatten, zusammen. Hielten sich im großen Versammlungssaal anfangs voneinander entfernt. Keiner achtete des anderen. Bis Possart es für angebracht fand, noble Gesinnung zu demonstrieren. In seiner theatralischen Art eilt der untersetzte Mann mit weit ausgestreckten Armen auf den langen Haase zu. „Teurer Meister!" dröhnt er pathetisch, „wie freue ich mich. Sie endlich, endlich kennen zu lernen!" Des charmanten Haase wohlfrisierter Kopf neigt sich leicht. „Sind Sie auch beim Theater?" fragt er mit gewinnendem Lächeln. Auf seinen Knien hält der Generalintendant Ernst Ritter von Possart fein Enkelkind. Zum 2lus= getjen gerüstet; in voller Kriegsbemalung: Frack, Ordensband, Stern auf der Brust, Orden aus der Kravatte heraus, Ordenskette über dem Frackreoers. „Opapa" sagt das Kind und klappert an einem der bunten Dinger, die vom Großvater herunter- baumeln, „was ist denn das?" Wonne im Auge, blickt Possart seinen Enkel an: „Das ist der Kronenorden 4. Klasse, mein Kind", saat er, „ben hat Haase nicht!" Und streichelt seinem Enkel gerührt das Haar. * Hamlet! Als Gast: Ritter Ernst von Possart! Die Schauspielerschar des kleinen Stadttheaters N. ist in Aufregung. Keine Kleinigkeit, neben dem il- lustren Gast zu bestehen, auf sein differenziertes, nuancenreiches, pausenerfülltes Spiel nach kurzer Verständigungsprobe einzugehen. Am nervösesten ist der gute alte H., der humoristische Vater des Ensembles, dessen Gedächtnis schon mürbe geworden, der sich wegen seiner Schwerhörigkeit nicht einmal mehr auf den Souffleur verlassen kann. Er muß den Polonius spielen. Hamlet sagt im zweiten Akt yi Polonius: „Habt kanzler Adolf Hitler ermöglicht, vielen eine Erholung und ein seelisches Neuer st a r k e n in freierNaturzu geben. Gleichzeitig ist es ein Dank des Landes an diejenigen in den großen Städten, die im Ringen um die Meder- geminnung der verführten Volksseele die schwerste Arbeit hatten. Das Ergebnis der Osthiife-Llnterfuchung. Berlin, 7. April. (TU.) Amtlich. Der O st - Hilfe-Untersuchungsausschuß hat am 6. April seine Beratungen abgeschlossen und einen Bericht hierüber dem Reichsmimster Dr. Hugenberg erstattet. Der Osthilse-Untersuchungs- ausschuß hat seine Arbeiten auf die Nachprüfung der dem Reichstagsausschuß vorgebrachten 2 6 Ost Hilfefälle beschränkt und in 11 Sitzungen eingehend erörtert und nachaeprüft. Vorher waren au] Wunsch des Rechnungshofes bereits 6 Fälle von der Nachprüfung abgetrennt, die bereits vornRechnungshof nachgeprüft worden waren. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, daß die in der linksgerichteten Tages- Presse im Januar 1933 erhobenen Angriffe gegen die beteiligten Behörden samt und sonders zu Unrecht erhoben worden sind. Von Riesenskandalen der Osthilfe und Korruption sei keine Rede. In keinem der von ihm untersuchten 26 Einzelfälle habe sich der Verdacht einer Korruption der beteiligten Beamten ergeben. Die erhobenen schweren Beschuldigungen fallen damit ohne weiteres in sich zusammen. Weiter hebt der Ausschuß hervor, Laß der Reichskommissar für die Osthilfc alle ihm unterbreiteten Beschwerden und Anregungen stets raschestens geprüft und für den Ausgleich zutage getretener Unebenheiten gesorgt habe. Auf Grund der Verhandlungen hat der Ausschuß sodann beschlossen, eine Reihe von Anregungen für die weitere Behandlung der Osthilfe zu geben. Gegen einen politischen Druck auf Beamte. Ein Erlaß des ReichssinanzministerS. Berlin, 7. April. (CNB.) Unter der Ueber- schrift „P o l i t i s ch e Be tä t i g u n g im Dien st" wendet der Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. K r o s i a k sich in einer Bekanntmachung gegen Versuche, Beamte oder Angestellte durch Ausübung von Druck für eine bestimmte politische Partei zu gewinnen. In dieser Bekanntmachung heißt es: „Eine Angestelltengewerkschaft hat darüber Klagen geführt, daß mehrere ihrer Mitglieder während des Dienstes von anderen Angestellten und Be- amten teilweise unter Ausnutzung des dienstlichen Unterordnungsverhältnisses beeinflußt worden seien, sich einer nicht ausdrücklich genannten politischen Partei anzuschließen und daß mehrfach im Weigerungs- fallederVerlustderbisherigenStelle an gedroht worden sei. Ob diese Klage tatsächlich begründet ist, will ich nicht untersuchen. Ich stelle aber im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister des Innern fest, daß das behauptete Vorgehen demWillen derTräger der nationalen Regierung nicht entsprechen würde. Was aber die Regierung von allen im öffentlichen Dienst stehenden Personen verlangt und verlangen muß, ist rückhaltlose Er- füllung der Dien st pflichten unter u n - bedingter Befolgung der Anordnun- Sen der Regierung. Alle Handlungen und nterlassungen der im öffentlichen. Dienst stehenden Personen haben sich ausschließlich nach dieser Richtung zu bestimmen. Personalveränderungen in der preußischen Verwaltung. Berlin, 7.April. (CNB.) Die Kommissare des Reiches haben am 6. Avril eine Reihe von Personalveränderungen beschlossen: In den Ruhestand versetzt wurde der Regierungspräsident Jaenicke in Potsdam (gleichzeitig wird genehmigt, daß der Regierungspräsident z. D. Jaenicke in chinesische Staatsdienste übertritt); ferner 29 Landräte und zwei Regierungspräsidenten. Es werden beauftragt mit der kommissarischen Verwaltung des Landratamtes: in Schwelm (Ennepe-Ruhrkreis) der Dr. phil. Hanholz in Schwelm; in Weilburg ^)berlahnkreis) der Rechtsanwall Uerpmann in Frankfurt a. M., in Olpe der Oberregierungsrat Ströter beim Polizeipräsidium in Bochum; in H a - n a u der Kreisleiter der NSDAP. Staatskommissar Fritz Löser; in Grevenbroich der Oberregierungsrat Wallraf im Reichsministerium des Innern; in Kassel der Büroinspekteur Fritz Sengemann, M. d. R.; in Berleburg (Kreis Wittgenstein) der Regierungsasiessor Dr. Müller beim Landratsamt in Siegen; in Berlin (Kreis Teltow) der Generalsekretär Koennecke, M. d. L,; in Seelow (Kreis Lebus) der Reichtsanwalt und Notar v. Nassau in Berlin; in Burg-Steinfurt der Ministerialrat Dr. Strunden in Berlin; in Bunzlau der Negierungsrat Dr. Schmige in Liegnitz; in Bergen (Kreis Rügen) der Graf v. Bismarck-Schönhausen, M. d. R.; in Clausthal der Regierungsrat von der Planitz beim Landesfinanzamt in Hannover; in Wandsbek der Oberregierungsrat Dr. Bock von Wülfingen beim Landesfinanzamt Kiel. Die Neuordnung im Gesundheitswesen. Berlin, 7. April. (BDZ.) Bon dem Kommissar der Nerztlichen Spihenver- bände wird mitgeteilt, daß um das zahlenmäßige Mißverhältnis der jüdischen Geistesarbeiter zu den deutsch stämmigen zu beseitigen, bereits von den in einzelnen Ländern eingesetzten Kommiffarenfür das Gesundheitswesen eine große Zahl jüdischer Acrzte aus Universitäten, Instituten, Kliniken und aus dem kommunalen Gesundheitsdienst entlassen worden seien. Der Kommissar der ärztlichen Spitzenverbände habe veranlaßt, daß in allen Gliederungen der Berufsorganisation die jüdischen Aerzte aus den Vorständen und aus der Geschäftsführung ausgeschlossen würden. Auf Veranlassung des Kommissars bereite das Reichsarbeitsministerium Maßnahmen vor, um die jüdischen Vertrauensärzte und Gutachter bei den Versicherungsträgern und Versicherungsanstalten auszuscheiden., Die Untersuchungen f ü r den Freiwilligen Arbeitsdienst würden nicht mehr von jüdischen Aerzten vorgenommen werden. Die Vorschriften für die Zulassung zur kassenärztlichen Tätigkeit würden so geordnet, daß jüdische Aerzte nicht mehr oder nur in Ausnahmefällen zur kassenärztlichen Tätigkeit zugelassen werden. Aus den Schiedsämtern und aus dem Reichsschiedsamt für Aerzte und Krankenkassen würden die jüdischen Mitglieder zurückgezogen. Von den gleichen Maßnahmen würden auch marxistische und solche Acrzte betroffen, die sich innerlich auf die Gleichschaltung und die Erfordernisse der heutigen Zeit nicht umstellen wollten oder könnten. Die Krankenkassen und ihre Vereinigungen und Verbände würden in gleicher Weise gereinigt. Mit unnachsichtlicher Strenge werde gegen die vorhandenen Korruptionserscheinungen vorgegangen. Die vielfach unrentablen Eigen betriebe der Krankenkassen und ihre Vereinigungen und Verbände, insbesondere die Behandlungsan st alten der Ortskrankenkassen, Ambulatorien und andere unrentabele Institute würden. aufgelöst, womit der Beginn zur Entpolitisierung der gesamten 'Krankenversicherungen gemacht sei. Numerus clausus für Medizin- studierende in Bayern. München, 7. April. (WTB.) Unter Hinweis auf die Tatsache, daß der Bedarf an Aerzten in Deutschland jetzt für neun Jahre g e - deckt ist, hat der kommissarische Innenminister Wagner bestimmt, daß Neuinskriptionen für das Studium der Medizin an der »Universität München auf 345 Studenten, I an der Universität Würzburg auf 130 Studenten und an der Universität Erlangen auf 98 Studenten zu beschränken sind. Angehörige der jüdischen Rasse sind überhaupt von der Neuinskription für das Studium der Medizin ausgeschlossen. Heichsrechiliche Regelung der Zulassung jüdischer Rechtsanwälte Berlin, 7. April. (Bdz.) Im Reichsjustizministerium sand eine Konferenz über die Wiederzulassung jüdischer Rechtsanwälte und Notare statt. An dieser Konferenz nahmen Vertreter der Landesjustizbehörden teil, und zwar zumeist die Reichskommissare und Minister selbst. Hauptzweck der Besprechungen war, daß die Landesjustizverwaltungen Darlegungen über die Maßnahmen machen konnten, die sie selbst bereits auf diesem Gebiet getroffen haben und daß die Länder ihre Wünsche für eine reichsrechtliche Regelung der Zulassung jüdischer Rechtsanwälte vorbringen konnten. Das Reichsjustizministerium nahm diese Darlegungen und Wünsche zur Kenntnis. Mit einer reichsrechtlichen Regelung der Frage ist in aller Kürze zu rechnen. In einer Pressebesprechung erklärte de r K o m - missar für den Vorstand der Berliner Anwaltskammer Rechtsanwalt Dr. Neubert, daß die auf Grund des Verhältnisses der jüdischen zur Gesamtbevölkerung in Berlin z u g e - lassene Zahl jüdischer Anwälte auf 3 5 festgesetzt worden ist. In Berlin waren bisher etwa 3400 Anwälte tätig, von denen der jüdische Anteil auf 2500 geschäht wird. Die Auswahl der 35 jüdischen Anwälte bereitet erhebliche Schwierigkeiten. Als Bedingung der Zulassung wird eine besondere Bewährung im Felde a l s F r o n t kä m p f e r verlangt. Der Kommissar betonte, daß dieser Umstellung nicht etwa wirtschaftliche, sondern lediglich ideelle Motive zugrundeliegen, die mit der inneren völkischen Erneuerung eng verknüpft sind. Kunst und Wissenschaft. kolonial-kunstausstellung „Der Urwald ruft“ Eine Kunstausstellung, wie sie in dieser Art noch nie in Deutschland veranstaltet ist, wurde in Berlin eröffnet. Zum ersten Mal gibt hier eine Ausstellung Kunde von dem Schaffen deutscher Künstler, die in den ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika tätig waren. Inmitten eines Saales ist das ganze Zeltlager einer Expedition aufgebaut mit einem echten Neger darin, der stolz feine schwarzweißrote Fahne schwingt. Bilder und Plastikem vervollständigen den Eindruck afrikanischer Landschaft. Exzellenz Dr. Schnee, der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, dankte für die Begrüßungsworte des Leiters der Ausstellung, des Bildhauers Georg Roch, und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der koloniale Gedanke wieder an Boden gewinne. Er hoffe, daß diese Ausstellung besonders unserer Jugend die Sehnsucht nach dem da draußen erwecken würde und daß die jetzige nationale Regierung bald die Erfüllung unserer Kolonialwünsche bringen würde. — Ein Rundgang führte durch die Ausstellungsräume, von denen dem bekannten verstorbenen Altmeister Wilhelm Kuhnert ein Ehrenplatz eingeräumt war. Es würde zu weit führen, die ausstellenden Maler und Bildhauer im einzelnem aufzuführen; Moritz P a t h e , Paul Reichard, Professor Behn und. Rudolf H e l l g r e w e seien erwähnt. Dec kommissarische 3nfenbanf für den Sudwestfunk. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat den bisherigen Leiter der Nachrichtenabteilung der Reichsrundfunkgesellschaft, Walter Beumelburg, zum kommissarischen Intendanten des Südwestdeutschen Rundfunks in Frankfurt a. M. ernannt. Hanns Johsts Drama „Schlageter". Am Berliner Staatlichen Schauspielhaus findet am 20. April die Uraufführung des neuesten Stückes von Hanns I o h ft „Schlageter" statt, das dem Reichskanzler Adolf Hitler gewidmet ist. Das Stück ist bis jetzt von mehr als 40 deutschen Bühnen erworben worden. Ihr eine Tochter? Laßt sie nicht in die Sonne gehen ..." Vor diesem Satz pflegte Possart eine große, zu überlebendigem Mienenspiel bestimmte Pause zu machen. Deutlich schlägt der Souffleur an: „Habt Ihr eine Tochter?" Auf der Bühne bleibt es still. Ein Schrecken durchfährt den alten Polonius H.. „Um Gotteswillen, hab' ich das am Ende zu sagen ?" Und er nähert sich andächtigen Schrittes dem Prinzen Hamlet. Possart blickt ihn entsetzt an. „Habt Ihr eine Tochter, mein Prinz?" beginnt demütig lächelnd Polonius. Hinter den Kulissen erstarren der Regisseur, der Inspizient und die das Spiel verfolgenden Schauspieler. Aber Meister Possart ist schon wieder im Sattel. „Nein!" weist er die unberechtigte Frage zurück, „ich habe keine." Sein Organ füllt das Haus. „Aber Ihr habt eine Tochter! Laßt sie nicht in die Sonne gehen ..." Am nächsten Abend spielte statt des.alten H. ein anderer Schauspieler den Polonius. * Längst sind die vielgespiellen Stücke der Dramatikerin Birch-Pfeiffer vergessen. Gottlob. Auch ihren Namen kennt man kaum noch. Einst gastierten alle Virtuosen in den dankbaren Rollen ihrer Effektstücke. Wieder kommt ein Gast an das kleine Stadttheater N. Es wird ein Schlager der Birch-Pfeiffer gegeben. Wieder muh der alle humoristische Vater H. mitspielen. Der nicht mehr lernen kann, der o schlecht hört. Den Sekretär des Gutsherrn gibt er, den neidischen, der den Gutsherrn aufhetzt — sogar gegen dessen Mündel, die Afra. Der Gutsherr ist nach langer Abwesenheit heimgekehrt. Die Bauern stehen ihm feindlich, fordernd gegenüber. Erregte Szene. Tumultarisch gehen die Bauern drohend ab. Gutsherr (der berühmte Gast) und Sekretär (der alle^H.) bleiben allein zurück. „Sonderbare Sitten habt Ihr hierzulande", sagt wütend der Gast (als Gutsherr). Der alte H. (als Sekretär) hat bedeutungsvoll zu erwidern: „Und die Afra ist nicht anders!" Statt dessen meint er, da er den Souffleur nicht versteht, wohlwollend bloß: „Ja, freilich, freilich." Mit voller Lungenkraft brüllt der Souffleur: „Und — die — Afra — ist — nicht — anders!" „Unb in Afrika i ft das nicht ander s", seufzt der alte H. und zuckt bedauernd die Achseln. * Souffleure, Inspizienten, Requisiteure leben und sterben für „ihr Theater", an dem sie seit Jahren wirken, dessen Gedeihen ihr Wohl ist und dessen Lieblinge ihnen ans Herz gewachsen sind gleich Kindern. Mit tiefstem Schmerz empfand der alte Souffleur des Wiener Burgtheaters den Tod des genialen Mitterwurzer. Erst hatte er sich gegen diesen neuaufgehenden Stern gewehrt. Denn er verehrte den alten Meister Sonne nthal. Dann aber batte Mitterwurzers Kunst ihn bezwungen und er wurde der treueste Anhänger dieses eigenartigen Mannes, der die Burg revolutionierte. Und nun war Mitterwurzer, erst 51 Jahre alt, plötzlich gestorben. Des geschäftigen Wiener Straßenbildes nicht achtend, ganz versunken in seinen Gram, steht der alte Souffleur morgens, vor Beginn der Probe, am Bühneneingang des Burgtheaters. Mitterwurzer ist tot! „Grüß Gott", weckt ihn eine Helle Stimme. Ein junger Schauspieler ist herangekommen. Seit einem halben Jahr am Burgtheater engagiert. Darf mitunter kleine Rollen sprechen. Blond und fröhlich ist der junge Mann, der bis jetzt durch nichts sich noch hervorgetan hat. Feindselig blickt ihn der alte Souffleur an. „Mitterwurzer ist tot", ächzt er, „Mitterwurzer!! Und das lebt?!" Er haut dem jungen Mann eine kräftige Ohrfeige herunter und geht bekümmert in sein Burgtheater. Des alten Burgtheaters gewaltiger Reckendarsteller, der trinkfeste (3 a b i (I o n , renommierte einst in heitrer Tafelrunde, seit Jahren fei kein Tropfen Wasser über seine Lippen gekommen. „Na, na, Herr Gabillon, übertreiben Sie nicht", lachte einer der Konkneipanten, „was nehmen Sie denn morgens zum Zähneputzen?" „Einen leichten, spritzigen Mosel", gab Gabillon unerschüttert zurück. Hochschulnacknchten. Auf ben Lehrstuhl für Stäbtebau an ber Technischen Hochsckule in Darmstadt wurde Professor Dr.-Jng. Karl Gruber in Danzig berufen. Auf den Lehrstuhl für Landwirtschaftliche Berufslehrer in Halle wurde Professor Dr. E. Woermann von der Technischen Hochschule in Danzig berufen. „Waldweben." Wir haben bereits im Dezember vorigen Jahres, zu Weihnachten, auf dieses schöne Buch hingewiesen, das im Hugo Bermühler Verlag in Berlin- Lichterfelde erschienen ist: „W a l d w e b e n". Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. Bon K. Gerhard und G. Wolff. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes. Der' schöne und stattliche Ganzleinenband kostet nur 4,80 Mark, und wir möchten gerade jetzt, wo es Frühling wird, noch einmal mit nachdrücklicher Empfehlung auf dieses Buch aufmerksam machen, bas uns als Geschenk zu Ostern und zur Konfirmation vortrefflich geeignet erscheint. „Waldweben" wendet sich nicht etwa nur an die Fachleute, an den Forstmann, den Jäger und den Biologen, sondern an jeden, jung oder alt, der Sinn unb offene Augen für die Naturschönheiten unserer Heimat hat, für das tausend- fällige Leben von Tier und Pflanze im deutschen Wald. Wer die reiche Bilderfülle dieses Bandes durchblättert, muß ja Lust bekommen, ob er will oder nicht, selber hinauszuwandern in die Natur mit ihren vielfältigen, geheimen ober offen zu Tage liegenden Schönheiten, die großenteils unbekannt sino oder übersehen werden. Das Buck öffnet einem die Augen darüber, was man auf solchen Streifzügen und Entdeckungsreisen durch den heimatlichen Wald erhoffen darf: die beiden Verfasser haben mit ihrer Arbeit gezeigt, was man mit Geduld, Geschicklichkeit und Liebe zur Sache erreichen kann: ihre Aufnahmen sind so schön und klar und unmittelbar zum Beschauer sprechend, daß sie eigentlich kaum eines Kommentars bedürfen; so ist dieses Werk im Wesentlichen ein Bilder-Buch geworden, und der einführende Text, knapp und sachlich gegründet, will nur Sinn und Charakter des Buches umreißen unb gibt im übrigen die notwendigen naturkundlichen (Erläuterungen zu den Photographien, die samt upb sonders vorbildlich reproduziert sind: ein überraschend reichhaltiges Panorama aus dem Tier- unb Pflanzenleben unseres Waldes, der hier — dies ist für die Arbeit der beiden Verfasser charakteristisch — als eine lebenbiae, biologische Einheit ersaßt unb bem Leser unb Beschauer vor Augen geführt wirb. So empfiehlt sich bas Werk als ein schönes unb sinnvolles Geschenk von bleibendem Wert — zumal für die Jugend — auch durch ben erstaunlich nieb- rigen Preis unb eine gebiegene unb geschmackvolle Ausstattung, bie es zur Zierde jedes Bücherschrankes macht. Aus der Provinzialhauptstadt Rundfunkprogramm leben abträglichen Rotter-Konzern aufbauen konnten. Buntes Allerlei. Oer höchste Turm der Wett. Die am 1. Juli 1933 beginnende Weltausstellung von Chikago wird besonders in technischer Hinsicht erstaunliche Leistungen bieten. Darunter ist zu nennen ein ganz aus Stahl bestehender Ausstcl- lungsturm, der den zur Weltausstellung 1889 in Paris erbauten Eiffelturm mit etwa über 300 Meter Höhe um mehr als das Doppelte übertrifft. Im Vergleich dieser beiden Türme — so schreibt die Wochenschrift „Die Umschau" - spiegelt sich eine fast 50jährige Entwicklung des Eisen- und Stahlbaus wieder. Beide Türme stellen Höchst- leistungcn ihrer Zeit dar. Daß man heute einen Turm von der doppelten Höhe errichten kann, liegt weniger in einer besseren Berechnung ober Konstruktion, sondern in erster Linie an der Verwendung eines hochwertigen Materials, dessen Festigkeit die des früher verwendeten wesentlich übertrifft Ze höher ein Turm oder je größer die Spannweite einer Brücke ist, um jo mehr spielt das Eigengewicht der .Konstruktion eine Rolle, und ein um so größerer Teil der zulässigen Spannungen wird von ihm in Anspruch genommen. Es gibt bei jedem Baustoss eine Grenze, wo die Beanspruchung aus Eigengewicht und Wi'nddruck an die zulässige Beanspruchung heran» reichen. Mit einem Fahrstuhl, der bis zu viertausend Menschen in der Stunde befördern soll, wird man diesen höchsten Turm der Welt besuchen können. Der Fahrstuhl geht bis zu einer Höhe von 1933 englischen Fuß (etwa 590 Meter). Die Baukosten betragen etwa 3 Millionen Dollar. Man hosjt, daß die Besucher den Turm sooft benutzen werden daß die gesamten Baukosten bereits in einem Fahre amortisiert sind. Beachtenswert ist noch, daß man den Turin nicht als reinen Aussichtsturm betrachtet, sondern daran denkt, ihn später auch zu tniilcn- schaftlichen Untersuchungen als Beobachtungsstation zu benutzen. Walfisch-Expeditton im Südpolar Kreis Das englische Forschungsschiff „Discovery II " ist jetzt nach einem einjährigen Aulenthalt in der Antarktis nach Simonstown zurückgekehrt, wie aus Kapstadt berichtet wird. Das Schiff hat den ganzen antarktischen Kontinent umfahren und ein reiches Material über die Berteilung und Wanderung der Walfische, über ihre Vermehrung und ihr Wachstum gesammelt und die Gründe über das verschiedenartige Austreten der Walfische in bald größerer und bald geringerer Zahl geklärt. Bei diesen Arbeiten, die für die Walsisch-Industrie von entscheidender Bedeutung sind, hat das Schiff eine größere Strecke zurück gelegt, als es bisher auf irgend einer Polar- Expedition der Fall war und hat zum erstenmal auch im tiefen Winter in den Gewässern des Südpolar-Mecres gekreuzt. Man erblickt daher | in dieser Expedition eine der bemerkenswertesten Leistungen in der Geschichte der südpolaren I Schiffahrt. Ein SchVindMonzern bricht zusammen! Aufstieg und Ende der Brüder Rotter. - Der Tragödie letzter Akt in Liechtenstein. Aufgehobene Ausgleichsabgabe. Darmstadt. 7. April. (WER.) Staatsminister Dr. Müller hat angeordnet: Auf Grund gegenseitiger Vereinbarungen ist die E i n- fuhr von Fleisch, sowie von Fleischund Wurstwaren aus dem Gebiet des Voltsstaats Hessen in den Freistaat «chaumburg-Lippe mit Wirkung vom 1. April 1933 ab von bei Ausgleichsabgabe befreit. Gestalteter Mythos", von Irmgard Landgrebe, Karlsruhe. 18.25: Zeitfunk. 19 vom Deutschlandsen- ber: Stunde der Ration. 20: Konzert des Rundfunk- orchesters. 21: Vom Komödienhaus zum Stadt- theatcr eine theatergeschichtliche Hörfolge von Franz Wallner. 22.20: „Neues aus aller Welt", von Prof. Dr. Walter Behrmann. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 13. April. 7.10 bis 8.10 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17 von Pforzheim: Nachmittagskonzert. 18: Zeitfragen. 18.25: „Hermann Lietz und die deutschen Landerziehungsheime", Vortrag von Dr. H. Walther, Ufingen. 19: Funkstunde Berlin: Stunde der Nation. 20 von Breslau: Aus der Ko- nigin-Luije-Gedächtniskirche: Geistliche Abendmusik. 20.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach. 22.30 bis 24 Nacht- । mufit. 23 bis 23.40: Leben und Tod, eine lyrische Kantate aus geistlichen Gedichten. Freitag, 14. April. 9.15 Uhr: Choralblasen. 9.30: Markuskirche in Frankfurt a. M.: Evangelischer Gottesdienst 11: Stunde des Chorgesangs. 12 bis 14: Konzert. 14.4 a: Hohe Messe in b-Moll von Job. Seb. Bach. 17 aus dem Dom, Fulda: Karfreitagsstunde. 17.4a: Orgelkonzert Ioh. Seb. Bach 18.45: „Dos Kreuz Christi als Entscheidung", Vortrag von Pfarrer K. Veit. 19.15: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a.JJL: Johannis-Passion. Samstag, 15. April. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 15.30 bis 16 30: Stunde der Fugend. 16.30: Nachinitwgs- konzert. 18: „Deutsches Grenzland im Westen: Eupen-Malmedy", Vortrag von Heinrich Capell- mann, Cornelimünster. 18.25: „Eine neue Methode der Volks- und oeelenfunbe", Gespräch Zwischen Dr. Werner Kulz und Dr. L. F. Clauß. 19: Reichs- jendung: Stunde der Nation: Vom Dampfwagen zur Motorkutsche. Anläßlich der Enthüllung des Denkmals von Karl Benz. 21 bis 22.10: Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach. 22.4 a bis 24: Nachtmusik. ter-Bluffs hineinjah. . ... Die Brüder Rotter Und eine Rachkricgserfchei- nung. sie waren Spieler mit fremdem Geld, sie gehörten zu jener Gattung Mensch, der wegen ihrer brutalen Verantwortungslosigkeit und rücksichtsloser Geschäftemacherei Deutschland den schärfsten Kamps angesagt hat Durch die Tragödie vom 5. April hat der 8atI Stotter £lnc Wendung genommen, die wohl menschliches Bedauern wecken muß, die aber nichts an^dem Eindruck ändern kann, den die .Tätigkeit der beiden Brüder allenthalben im deutschen Volk hinterlassen hat. Sonntag, 9. April. 6.30 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert 8.30: Friedenskirche Kassel Palmsonntag-Morgenfeier der Evangelischen Landeskirche. 9.30: Stunde des Ehor- gesangs. 10.15: Stunde der Haus-, schul- und Ju- gendmusik. 11.15: Was kommt jetzt? Gespräch zwischen Walln Baumann und O. W. «tudtmann. 11.40: „Welch äußeren Schutz genießen in Preußen die Sonn- und Feiertage?" Vortrag von Oberregierungsrat Karl Fahr. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 14.40: Stunde des Londes, la.30: Stunde der Fugend. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18 von Saarbrücken: Passionsmusik. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. 20.30: Unterhaltungskonzert des Rundsunkorchesters. 21.30: Schicksal^weg einer Stadt durch die Geschichte. Eine Gemeinschaftssendung. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Montag, 10. April. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Miltagskonzert 1.13.30: Mittagskonzert II des Kleinen Orchesters Munster. 15.20: Gespräch mit einem Architekten. 16.30: Nachmittags konzer, 18: „Luftschutz und Sicherheit em Hörbericht. 18.25: Englischer Sprachunterricht 19 Reichssendung: Stunde der Nation: „Friedrichs Vermächtnis" 20: Deutsche Auswandererschicksale .n fünf Erdteilen, eine Hörfolge. 21.10: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.35 bis 24: Nachtmusik des Rundfunkorchesters. Dienstag, 11. April. 7.15 Uhr: Frühkonzert. 12 von Freiburg: Tanze aller Zeit. 13.30: Mittagskonzert des Kölner Kon- zertorchesters. 15.20 bis 15.50: Haussrauen-Nach- mittag. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: „Musikalische Erziehung in der Gegenwart", Vortrag von Studienrat Wilhelm Meister. 18.25: Zwei «oldaten unterhalten sich: „117 bei Verdun (Walter Oertel und H. H. Stückrath). 19: Reichssendung: Stunde der Nation. 20: Orlando di Lasso. 21.15: Bei uns zu Lande „Schwäbische Idyllen". 22: Zehn Minuten Deutscher Almanach. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 12. April. 7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15.15 bis 16.15: Stunde der Fugend. 16.30. Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Rogner, Hebbel, Strindberg und das Chnstusproblem — der Staatsregierung teilt u. a. - - , Staatspräsident empfing am Freitag eine Abordnung des Hessischen Sängerbundes, bestehend aus dem 1. Vorsitzenden Ministerialrat Dr. S i e g e r t, Darmstadt, dem 2. Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Reen, Mainz und I den Provinzialvorfihenden Mitze, Darmstadt, I Mattern, Mainz und Wendler, Bad- I Rauheim. Dr. Siegert überreichte dem Staatspräsidenten eine Entschließung des Buirdesvor- standcs und Musikausschusses des Hessischen Sängerbundes, die mit den Worten schließt: „Auch der Hessische Sängerbund begrüßt aus innerster Äeberzeugung die gewaltige nationale, von glühender Vaterlands-^ liebe getragene Erhebung des deut- s ch e n Volkes und die an ihrer Spitze stehenden Führer. Der Hessische Sängerbund steht sich in seinen Zielen in gleicher Linie mit der nationalen Regierung, ihrem Wirken und ihrem Wollen. Heil deutsches Volk und Vaterland!" Außerdem sprachen beim Staatspräsidenten vor die Vertreter der Deutschen Kolonial- g e s c l l s ch a f t und der hessischen K ü n st l e r. 3m Laufe des Freitagnachmittag besichtigte Dr. Werner in Mainz dasPädagogischeIn- st i t u t und das Iststitut für Dölkerpädagogik. lichen Güte erfreut. Die Flucht der Rotters hat in Deutschland ungeheure Erregung hervorgerufen, namentlich als bekannt wurde, daß die Rotters in aller Heimlichkeit das Bürgerrecht von Liechtenstein erworben hatten, zu einer Zeit, als man sie in Deutschland noch für allmächtig hielt. Sie müssen seit mindestens zwei Jahren auf den Zusammenbruch des Theoterkonzerns und die Beseitigung ihrer Vermögenswerte hingearbeitet haben. 3n den letzten Tagen hatten die Rotters wieder in sehr übler Weise von sich reden gemacht. Sie hatten in Berlin bei ihrem Konkursverwalter den Antrag gestellt, daß ihnen die Einrichtung ihrer Villa und das Tafelsilber ausgeliefert werde, weil sie sich in Vaduz eine Wohnung einrichten wollten, daß ihnen ferner eine Schreibmaschine ausgehändigt werde, weil sie in Vaduz Theaterstücke schreiben wollten. Diese Vorkommnisse wirkten in Deutschland so. als wollten sich die Rotters über Deutschland lustig machen, das ihnen zu Reichtum und Wohlleben verhalfen hat, wie ein Gauner stch ins Fäustchen lacht, wenn sein Schäfchen im Trockenen sitzt. Es ist nun sehr wahrscheinlich, daß sich ein paar junge Heißsporne daran gemacht haben, um den Rotters und zugleich dem Fürstentum Liechtenstein eine drastische Lektion zu erteilen, die Rotters dahin zu bringen, wo sie hingehören, nämlich in ein deutsches Unter- ! suchungsgefängnis. Die Rotters werden wohl gewußt haben, worauf es bei dieser Entführung ankam. Sie sahen ihren schönen Plan scheitern, sie sahen sich schon in der Gesellschaft der Gebrüder Sklarek hinter schwedischen Gardinen in Luckau beim Tütenkleben und zogen dem gerechten Schicksal die Ausnützung der letzten Chance vor. die einem Selbstmord gleichkam Wer in diesem wilden Felsgelände mit den steil abfallenden Wänden, den zahllosen von Gieß- I bächen ausgewaschenen Schluchten in kopfloser Flucht guer landein läuft, muß mit der Gegend ganz vertraut und ein geübter Bergsteiger sein, wenn er Aussicht haben will, heil davon zu. kommen. So tragen die Flüchtlinge selbst Schuld I an ihrem tödlichen Unfall. Die Brüder Rotter — ihr richtiger Rame ist Fritz und Alfred Scheie — hatten nach dem Krieg eine große Anzahl angesehener Berliner Bühnen an sich gebracht und zu zeigen versucht, wie man aus dem Theater ein Geschäft macht. Jenseits aller Bedenken künstlerischer und moralischer Art, die mit Recht gegen die Rotters geltend gemacht werden können, muß aber doch sestgestellt werden, daß nicht allein sie. daß viel mehr als sie an dem Sensationserfolg ihrer größten Inszenierungen jene Schuld haben, die | schmeichelnd und schmarotzend den Wahn der beid.n Brüder erst zum Größenwahn steigerten. Viel mehr als sie sind die deutsche Rachkriegszeit und die in ihr sich auslebenden Ansichten über Kunst und Moral daran schuld, daß die Gebrüder Rotter, nachdem sie zunächst kleine literarische Worgenveranstaltungen und in der frühen Rachkriegszeit Sudermann und tfulba u. a. inszenierten (im Kleinen und im Lessing- Theater), dann 1928 das Wetropol-Theater er- warben und von hier aus den zeder Beziehung ungesunden und dem deutschen Kunst- Fachberater bei der Behandlung von LandwirtschastSfragen. Darmstadt, 7. April (WSR.) Der Staatskommissar für Landwirtschaft Dr. Wagner hat eine Verfügung erlassen, wonach bei Beratung landwirtschaftlicher Fragen in Sitzun- Igen der Gemeinde-, Kreis- und Provinzialverwaltungen künftig die jeweils zuständigen Fachberater des Amts für Agrarpolitik der RSDAP- zu zu ziehen sind. Ferner ist die Besetzung der Landeskommission und des Oberschiedsgerichts in Feldbereinigungssachen grundlegend geändert worden. zufetzen? .. , v Wäre es nicht besser, man wurde das gute Alte ehren, das gute Neue aber nicht verachten? Es gibt heute viel Neues, das sich für den Bauernhaushalt sehr gut eignet, weil es Erleichterung und Ersparnis bringt Zumindest sollte sich die Bäuerin die Neuerungen der Tochter einmal willig anhören und vormachen lassen und bedenken, daß alles mit der Zeit .vorwärts" geht, und daß man durch brauchbare Geräte und geschickte Arbeitseinteilung viel weiter kommt. Selbstverständlich darf die Tochter, wenn sie von der Haushaltungsschule eines Tages nach Hause kommt, nicht alles gleich auf einmal umändern wollen, sondern nur allmählich zu Werke gehen und jedes einzelne zunächst gut durchprobieren. Auf diese Weise gibt man der Mutter Gelegenheit, alles zu überlegen und sich von dem Vorteil der Neuerung schrittweise zu überzeugen. Ist die Mucker einmal gut gelaunt, dann erzählt man ihr von all dem, womit und wie man sich seine harte tägliche Arbeit im Haushalt erleichtern könnte, was man alles hierüber gesehen und gehört hat. Ist die Bäuerin eine vernünftige Frau, so wird sie nicht rechthaberisch allem ein „Nein" entgegensetzen, sondern vieles gutheißen und stolz auf ihre Tochter sein, die der Mutter möglichst viel von ihrer Arbeitslast abnehmen will und den Ehrgeiz hat, in ihrem Elternhaus dies und jenes freundlicher und bequemer zu gestalten. Auch die Landwirtsfamilie soll sich möglichst viel von den Erleichterungen der Neuzeit zunutze machen. Wie der Bauer seinem Sohne einen Teil jeiner Arbeit abgibt, um ihn zur Selbständigkeit zu erziehen, so sollte auch die Bäuerin der Tochter ein bestimmtes Betätigungsfeld zur verantwortlichen 'Betreuung überlassen: die Sorge für die tägliche Nahrung, die Instandhaltung der Wohnung und Kleidung, die Pflege und Beaufsichtigung der ]un> goren Geschwister, die Bebauung des Hausgartens. Trotzdem bliebe der Bäuerin die Oberleitung der Hauswirtschaft: die wird und soll sie nicht aus der Hand geben. Die Bäuerin hat in langer schwerer Arbeit viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die sie nicht über Bord zu werfen braucht: im Gegen teil, diese Erfahrungen sollen sich mit der „neuen Weisheit" der Tochter paaren. Wenn Mutter und Tochter füreinander liebevolles Verständnis aufbringen, so wird der Segen einer solchen Zusammen- arbeit zwischen alt und jung im Bauernhaus nicht ausbleiben. Boriiotizcn. — Aus dem Stadttheater-Bur caa wird uns geschrieben: Als Fremdenvorstellung kommt das Schauspiel „Dor Sonnenuntergang'. von Gerharl Hauptmann unter der Spielleitung von Intendant Dr. Pro sch am Sonntag zum letztenmal zur Aufführung: die Rolle des Geheim- Mit großen Versprechungen, die nur a u I Kosten der kleinen und mittleren Schauspieler, der Choristen und Tänzcrii.nen eingehalten werden tonnten, wurden die bekanntesten Schauspieler und Komponisten verpsllchtcl. Mit Lehars .Friederike" wurde prunl- voll die traurigste Episode im Berliner Theaterle- ben eröffnet. Mit allen Mitteln wurden Erfolge .hergestellt". Durch Ricsengagen. die in keinem Verhältnis zur bitteren Rot des Volke» standen, wurden Kräfte wie Richard Tauber, Gitta A l p a r , Max Pallenbera , dieMas - s a r y (nicht unter tausend Mark täglich> u. o. gehalten. Ein Bon-System wurde eingerichtet. Bei jedem Zigarrenhändler, in jedem Milch- oder Bin menladen, in jedem Schololadengeschäst, auf jedem Schanktisch lagen die bunten Vorzugskarten für die Rotterbühnen. Man brauchte nur zuzu- langen und kam zu halben Kassenpreisen ins Theater. Auch davor schreckten die Rotters nicht zurück, daß sie die Premierenbeseyungen auf diesen Bons auch für die Sonntagnachmittagvorftel- lungen antündigten. Raturlich sangen immer G r - satzkräfte. Aber die Häuser mußten voll lein. Dazu war jedes Mittel recht. Und Berlin ließ sich so bluffen, daß die geschäftstüchtigen Gebrüder Rotter, die sich vor der Oeffentlichkeit mit gegenseitigen Lobhudeleien geradezu überschütteten, sehr bald in den Besitz von sieben Berliner Theatern kamen kMetropol-Theater, Theater in der Stresemann-Straße. Großes Schauspielhaus, Lessing-Theater, Lustspielhaus, Deutsches Kunst- lertheater und Theater des Westens). Damit erreichten die Gebrüder Rotter den Gipfel ihrer Macht im künstlerischen und gesellschaftlichen Leben der Reichshauptstadt. Sie gaben glänzende Empfänge, und Hunderte rechneten es sich zur Ehre, bei den Rotters eingeladcn zu fein. Fritz Rotter zeichnete für die geschäftliche Leitung verantwortlich, Alfred für die künstlerische. In ihren Theatern spielten sie alles, was ein Geschäft zu werden versprach. Dom skandalösen Mertens- Gastspiel im Lustspielhous an bis zu dem in einen prunkvollen Rahmen eingespannten Tauber-Lied hinauf. Sie waren selbst die besten R e k käme f a ch 1 e u t c für ihre Theater. Als ihnen Berlin nicht mehr genügte, dehnten sie ihren Konzern noch weiter aus. Direktor Lerch, dessen Verfehlungen zur Zeit noch geklärt werden, deckte in Dresden und Breslau mit seinem Ramen die Rotter-Änternehmungen. Ebenso verstanden sie es, auch in Berlin unverantwortliche „Verantwortliche" vorzuschieben. Das Publikum ahuie nicht, was hinter den Kul-issen des Roi- ter-Konzerns vorging, es hörte nur die bekanntesten Ramen, es sah nur die großzügige Ausstattung. Selbst Personen, die den Rotters nahe- standen, zu ihren Festen geladen waren, wußten richt daß sie an bereits gepfändeten Tischen speisten. Bis zum letzten Augenblick wahrten die Gebrüder Rotter Haltung. Als aber die Weihnachtspremiere im Metropol-THeater „Einhundert Meter Glück" ein Mißerfolg wurde, stürzte in wenigen Stunden der ganze Rolter-Konzern zusammen wie ein Haufen buntbemalter Kulissen. Als sich die Staubwolke verzogen hatte, sah die Welt nur einen Trümmerhaufen, konnte der Staatsanwalt, der nun schleunigst zugrifi. nur noch einige Strohmänner fassen. Die Gebrüder Rotter waren verschwunden. Einer war bereits in Vaduz, der andere wechselte unter falschem Ramen von Tag zu Tag Hotelzimmer, bis es ihm auch gelang, zu entkommen. Zurück blieb eine Schar verzweifelter Schauspieler und Angestellter, zurück blieb Berlin, das fassungslos zum ersten Male in die traurige Kulissenwelt des Rot- ben/ ember vorigen Jahres, Sch * ii(r. mt> *”■ sZLs Mn»1 * * * s * * * * * * * * * * * * * * *” an Den 0 ben jung andern o। IJ. Muv e 2l.u9ef5r öas tausend' bat, sur . Men ) PslaO«Wies mm «»i« betonen. °° Nur troffen Tien ^Lifsunbftannt bfinet einem Das Such F streif' wfes z Buches jJuWj £■ * ¥ ä&'Ä* ''r Men gel a fjjtn’ °\ ,j„ schönes als c‘n Verl 'TÄiefr- erßau^oolle Tj urin ßKank-s tat Elausen spielt Dr. P rasch. Ermäßigte Preise. Anfang 19 Uhr: Ende: 22 ilfjr. — Die 27. Vorstellung im Dienstag-Abonnement bringt am Dienstag, 11. April, eine Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen Spiel- plan-Reuheit „Andreas Hollmann", Schauspiel von Hans Christoph Kaergel: Spielleitung: Wolfgang Kühne. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Ähr. — Friedrich von Schillers Schauspiel „Die Räuber" kommt als 26. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement unter der Regie von Oberspielleiter Peter F a s s o 11 in neuer Inszenierung am Mittwoch, 12. April, um 19.30 Ilm zur Aufführung: Ende 23 Ähr. Gewöhnliche Preise. — Am Freitaa. 14. April, Karfreitag, bleibt das Theater geschloffen. Auch die Kassenstunden der Theaterkasse fallen an diesem Tage aus. — Für die beiden Ostertage sieht der Spielplan folgende Aufführungen vor: Am Sonntag, 16. April, 1. Osterfeiertag, außer Abonnement, Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen, dos Schauspiel: „Andreas Hollmann", von Hans Christoph Kaergel. Spieldauer von 19 bis zl Ähr. Für Montag, 17. April, 2. Osterfeiertag, ist die Erstaufführung des Volksstücks „Die vier Musketiere" von Sigmund Graff, dem Mitautor des Frontstückes „Die erlöse Straße", angeseht. Spielleitung: Oberspielleiter Peter Fassott. Die Erstaufführung ist als Fremdenvorstellung außer Abonnement und zu ermäßigten Preisen. Anfang 19 Ähr. " Besuchszeiten der Museen- Die Museen und Sammlungen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Ähr geöffnet. " Freie' Lehrer st eilen un Kreise Alsfeld. Das Ministerium für Kultus und Bildungswesen gibt bekannt: 2m Kreise Alsfeld sind erledigt: je eine evangelische Lehrer- stelle an der Volksschule zu Arnshain, Buß- seid. Maulbach, Ober-Breidenbach, Romrod, Wahlen: je eine katholische an der Volksschule zu Ohmes, Ruhlkirchen. Dienstwohnungen sind Alt und Jung im Bauernhaus. Don Martha Alwens, Fachberaterin für land- siche Hauswirtschaft. Die Hauswirtschaft ist ein Stiefkind im Bauern haushalt: sic wird und muß in den meisten Fällen nebenbei erledigt werden. Meistens spart die tüchtige Bäuerin an erster Stelle an ihrer eigenen Person: sie erledigt ihre Hausarbeit ohne jede Hilfe, sie schickt lieber die Tochter in den Stall ober zur Feldarbeit und versorgt das Haus neben all ihrer übrigen Arbeit allein. Daß dies meist auf Kosten ihrer Gesundheit, ihrer Frische und 'Arbeitsfähigkeit geschieht, zeigt sich leider nur zu bald. Man vergegenwärtige sich die frühzeitig gealterten Landfrauen, die von der jchweren Arbeit krummen Rücken, die faltigen, verarbeiteten Gesichter! Warum, fragt man sich oft erstaunt, gönnt sich die Bäuerin keine Erleichterung dadurch, daß sie mehr die Tochter zur selbständigen Hausarbeit heranzieht? Da wird zwar das Mädel in die Haushaltungsschule geschickt, und was sie dort lernt, ist recht und gut, aber — im Haushalt das Gelernte anwenden, darf sie beileibe nicht. „Was du in der Schule gelernt hast, mag richtig sein, aber bei uns machst du es, wie ich es bisher gemacht habe", ist meistens der Grundsatz der Mutter. Warum ist für die Tochter Zeit und Geld für die hauswirtschaftliche Ausbildung geopfert worden, wenn ihr im heimatlichen Haushalt nicht die Möglichkeit gegeben wird, das Erlernte in tue Tat um- -sK- Zieren; >isch?r fr, L ä ine teirf.a0 Oie erflätfe der». ML Berlin teuren x°n k|'en dec Öttoirb, DieAus. Hute Bereiteter. Alsredin. S dieser ym. M sondern ledig, l-egen, die mit der I eng verknüpft sind, ssenschaft. ßer Urwald ruft" Je in dieser Art noch 1 'n» wurde in Berlin l M eine Ausstellung ^.Icher Künstler, die in chen Kolonien in 1 .eines Lackes ist das dition ousgebaut mit ec stolz seine schwarz- der und Pichten ger- srikanischer Landschaft, r frühere Touarrneur für die Awriihungs- illung, des Bildhauers ’ Freude darüber Ausritte wieder an Boden Ausstellung b e s a n - )ie Lehnsucht nach dem und dah die jetzige na- rsüllungunserec gen würde. - Ifin lusstellungsräume, oon denen Altmeister 'Sil- plag eingeräumt war. e nusftellenben Maler • achu/Hren: Moritz Professor L e ho uaL rwühni. für ben Sübroefljunt tsauftlärung und Pro- Leiter der Nachrichlcn- ankgesellschasl, Walter mlssarischcnFn- eutschen Mndjunks in liefet“. Schauspielhaus findet idrung des neuesten Schlage ter" statt, Hitler gewidmet ifi» mhr als 40 deutschen überall vorhanden. ** Der Tonfilmwagen b er Zigarettenfabrik Walborf-Astoria, München, kommt — wie man uns schreibt — auf seiner Reise auch nach Gießen. Der Wagen, ber mit ben mo- bernften Geräten zur Vorführung von Tonfilmen im Freien sowie zur Uebertragung von Rabio, Schall- Heberfall auf die Brüder Rotter, die platten und Mikrophon ausgeftattet ist, will bei den | ehemaligen Theaterkönige von Berlin, hat einen Rauchern für die Oberst-Zigarette werben. Die In- , tragischen Ausgang genommen, der von den Är- tereffenten werben am Montag, 10. April, auf bem I hebern zweifellos nicht beabsichtigt gewesen ist. Branbplatz von 19.30 bis 21 Uhr dieses Hilfsmittel Der Zweck des Äeberfalls war wohl nur, die moderner Werbung kennenlernen können. I Drüder Rotter, die nach Hinterlassung einer (vtnttSÄMA» I ungeheuren Schuldenlast sich in das moderne empfange Schieberdorado Liechtenstein geflüchtet hatten. beim hessischen Staatspräsidenten. über die Grenze des kleinen Fürstentums »armftabt 7 WUe »VÄi “»X“ 'S Ä der Staatsregierung teilt u. a. nut. Der Herr | au^Jb w Mcinen Staates, in der Schweiz, in Oesterreich und in Deutschland hängt ihr Steckbrief. Die Straftaten, wegen deren die Rotters verfolgt werden, find gemeine Verbrechen, cs sind Fälle einer Bereicherung auf Kosten anderer, wie sie gerade in den letzten Jahren in Deutschland sich gehäuft haben. Kein Kulturland Europas bietet solchen Gesellen einen Schuh, mir das kleine Ländchen Liechten- st c i n, dessen Wirtschaft und Finanzen sich einer der Betrügerkonjunktur entsprechenden ungewöhn- SJl.-tfpOTt M-Weiß Frankfurt in Gießen. Großer Tag der LPielvcreinigung 1900. Mit dem Namen „Rot-Weiß" Frankfurt ist der Name Kreß untrennbar verbunden. (Und doch mußten sich beide trennen!) Der Verein verlor seinen besten Tormann und mit ihm verlor ihn für zunächst der deutsche Fußball. Zwei Jahre ist Kreß disqualifiziert. Die Vorgänge, die dazu führten, sind noch in aller Erinnerung. Also: Rot-Weiß ohne Kreß. Damit hat man sich längst abgefunden, aber man wird nicht aufhören zu bedauern, daß dieser Tormann nicht zwischen deutschen Torpfosten stehen kann. Die 1. Mannschaft von Rot-Weiß gastiert am kommenden Sonntag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900. Das bedeutet, daß sich die Blauweißen ^wieder einmal sehr anstrengen müssen. Mit einem Sieg soll dabei gar nicht gerechnet werden. Wenn sich Ergebnisse verzeichnen lassen, wie gegen Union-Niederrad, Kickers-Offenbach und ähnliche Mannschaften, dann wird man schon Anlaß haben, sehr zufrieden zu sein. Zwar ist die Gästemannschaft auch das^nicht mehr, was sie vor einem Jahr war, für die Spielvereinigung wird sie aber doch einen Gegner darstellen, der sich nicht so nebenbei oder im Handgalopp schlagen lassen wird. Die Frankfurter melden folgende Vertretung: Bauer Schimmel Beck Dietermann Braß Rockeseller Hartung Styrsa Scheuermann Dietzel Winkler Die Spielvereinigung schickt folgende Mannschaft in das Treffen: Grob Schmelz Henrichs Arnold Lippert Lotz Heilmann Dörr Luft Zeiler Schlarb Die Gäste treten mit der genannten Aufstellung in stärkster Vertretung an. Bauer im Tor soll für Kreß ein würdiger Ersatz sein. In der Mannschaft befinden sich verschiedene Leute, die schon lange in der 1. Elf spielen und viele, die mit Kreß zusammen in den Kämpfen standen. Die Frankfurter halten in der Tabelle des Mainbezirks den fünften Platz hinter Union-Riederrad. Rot-Weiß gastierte bisher nicht in Gießen. Die beiden Vereine allerdings, aus denen der Verein hervorging („Helvetia" und VfR. Frankfurt) waren einige Male bei der Spielvereinigung, jedoch noch auf dem Sportplatz an der Hardt, zu Gast. Von der Mannschaft der Spielvereinigung erwartet man diesmal, daß sie sich wieder ehrenvoll schlägt und den Gegner nicht mit allzu hohem Resultat siegen läßt, lieber die Besetzung der Posten des Halblinken und des rechten Läufers ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Es wird zu erwarten sein, daß am Sonntag auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe guter Sport geboten wird. Die 2. Mannschaft der Spielvereinigung ist spielfrei, die dritte bestreitet ein Verbandsspiel in Dutenhofen, und die 4. Mannschaft hat gegen VfB. Krofdorf, ebenfalls zum Verbandsspiel auf dem Platz des Gegners anzutreten. VfB. Gießen. Germania Marburg I — VfB. Gießen I. Die Grünweißen bestreiten am morgigen Sonntag bereits das Gesellschastsrückspiel gegen Germania Marburg auf dem Platz in Marburg. Das Dorspiel konnten die DsDer mit 3:1 Toren verhältnismäßig sicher gewinnen. Das Spiel in Marburg wird aber höhere Anforderungen stellen. Auf eigenem Platz sind die Germanen schwerer zu schlagen, obwohl ihre Leistungen in technischer Hinsicht nicht ganz an die der Gießener heranreichen. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. Die Grünweißen werden voraussichtlich mit der Mannschaft der Vorsonntage antreten, die sich als recht zuverlässig erwies. Die unteren Mannschaften sind spielfrei. Die 1. Jugend bestreitet ein Spiel gegen die 1. Jugend von Braunfels und sollte den Kampf auf eigenem Platz für sich entscheiden können. Handball im Gau Hessen (O.T ) To. Heuchelheim — Tv. Klein-Linden. Heuchelheims I.EIf empfängt morgen auf eigenem Platz die 1. Mannschaft von Klein-Linden zum fälligen Rückspiel. Die Einheimischen verloren seinerzeit in Klein-Linden unter Unglück- licfjen Umftünöen, sollten aber diesmal das Spiel für sich entscheiden können. Vorher stehen sich die 2. Mannschaften beider Vereine gegenüber. Grohen-Linden I — Tv. Kirchgöns I. Alm den Aufstieg zur Meisterklasse kämpfen morgen in Grohen-Linden die 1. Mannschaften von Kirchgöns und Grohen-Linden. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus. Nachdem sich die Mannschaft im vergangenen Jahre den Aufstieg zur /^-Klasse erkämpft hatte, gelang es ihr schon in diesem Jahr ungeschlagen die Bezirksmeisterschaft zu erringen. Die Einheimischen stehen vor keiner leichten Aufgabe. Knüpft jedoch die Mannschaft an die Leistungen der letzten Spiele an, so sollte ein knapper Sieg zu erreichen sein. Handball im Lahn-Oünsbera-Gau In den Aufstiegspielen fällt am morgigen Sonntag mit dem Treffen Garbenheim—Albach in Garheim die Entscheidung. Bei einem Sieg der Gäste sind diese in der Tabelle nicht mehr einzuholen. Man erwartet einen harten Kampf, dessen Ausgang nicht vorauszusagen ist. Im Gau finden am Sonntag verschiedene Gesellschaftsspiele statt. Steinbach erwartet auf eigenem Platz die Mannschaft von Watzenborn, die um eine Niederlage nicht herumkommen dürfte. Wiß- mar ist in Staufenberg zu Gast und sollte den Plahbesihern eine ziemlich gleichwertige Partie liefern. Dorlar erwartet auf eigenem Gelände Gäste der D. T., und zwar die Mannschaft von Burgsolms. Mainzlar sollte auf eigenem Platz seinen Gästen aus Hausen ein gleichwertiges Spiel liefern. Ahbach 1 empfängt den Tabellenzweiten des 3. Bezirks, Burkhardsfelden. Der Gautlassen- bertreter sollte einen, wenn auch knappen Sieg erringen, wogegen die 2. Mannschaft von Ahbach in Waldgirmes kaum auf einen Sieg rechnen kann. Anrudern des- VereinsRudersportil 913 Der Verein Rudersport Giehen 1913 eröffnete am Sonntag feine diesjährige Rudersaison mit der traditionellen Auffahrt der Boote. An der Auffahrt beteiligten sich ein Einer, drei Vierer und ein Achter. Anschließend fand im Bootshaus in Anwesenheit vieler Mitglieder und Gäste die feierliche Verpflichtung der diesjährigen Rudermannschaften statt. Der Vorsitzende Fr. Levermann richtete ernste Worte an die Ruderer und wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung und den Zweck des Trainings hin. Er ermahnte die Jugend, ihre ganze Kraft und Liebe für die Farben des Vereins einzusehen, verlangte ganze Arbeit ober aber Verzicht auf die Ehre, für Die Farben des Vereins zu starten. 14 Ruderer wurden verpflichtet. Der Verein hofft, einen Senior-Vierer sowie einen Jung- mann-Vierer herauszubringen, während die Anfänger erst für einen späteren Termin in Frage kommen. Die Trainingsleitung liegt auch in diesem Jahre wieder in den Händen der Herren Hans Weber und Erwin Müller. Oer 1. Vorsitzende der OT. zurückgetreien. Stuttgart, 7. April. (TU.) Der erste Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft Dorn i n i c u s hat sein Amt niedergelegt, um, wie er erklärte, der Deutschen Turnerschaft den Weg zu neuen grundsätzlichen Entscheidungen zu erleichtern. Der 2.Vorsitzende Dr. Neuendorff hat die Leitung der Deutschen Turnerschaft übernommen. Dominicas wurde auf dem 20. Deutschen Turn- tag in Berlin im Jahre 1929 zum 1. Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft berufen. Kurze Gporinoiizen. U n f e r e Davispokalspieler werden in den Tagen vom 21. bis 23. April in Berlin einem letzten Auswahltraining unterzogen. Neben von Cramm und Jänecke werden hier noch eine Reihe jüngerer Spieler geprüft werden. Das erste Davispokaltreffen unserer Mannschaft mit Aegypten findet'vom 5. bis 7. Mai in Wiesbaden statt. Ab gelehnt hat der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen den Antrag des Zentralkomi- tes für Arbeitersport und Körperflege, die hier bisher organisierten 11 Verbände mit 1,3 Millionen Mitgliedern aufzunehmen. Der Grund hierfür ist einmal die frühere Bekämpfung des DBA. durch die Arbeitersportler, und weiterhin die Gefahr, daß die früheren politischen Ziele jetzt verschleiert weiter verfolgt werden würden. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 7. April. Ein früherer Gefangener der Zellenstrafanstalt Butzbach verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Butzbach. durch das er wegen falscher Anschuldigung zu fttoei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Er hatte nach seiner Entlassung einen Gefängniswachtmeister beschuldigt, ihm bei einer Ermahnung wegen Schwätzens nach dem Gottesdienst in der Kirche mit der Hand, in der er einen Schlüsselbund gehalten habe, auf den Kopf geschlagen zu haben. Die eingehende Beweisaufnahme ergab auch heute, daß die Beschuldigung unwahr, zum mindesten in böswilliger Absicht äußerst übertrieben war. Eine Reihe von Zeugen, darunter inzwischen entlassene Ge- fangenc, bekundeten, daß von einer Berührung, geschweige denn von einer Mißhandlung nicht die Rede sein konnte. Auch der beschuldigte Wachtmeister, ein inzwischen nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzter untadeliger Beamter, stellte jede Berührung in Abrede. Die Berufung des Angeklagten wurde zurückgewiesen. Selbst wenn man zugunsten des Angeklagten annehmen wollte, daß ixt Wachtmeister, der bei der Ermahnung zur Ruhe bei dem sitzenden Gefangenen gestanden hatte, ihn wirklich berührt haben sollte, so konnte von einer Mißhandlung nicht die Rede sein. Ein harmloser Vorgang war aus rachsüchtigen Beweggründen bewußt aufgebaufcht und entstellt worden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Wirtschaft. 1 Prozent Dividende bei IG. Farben. Der Geschäflsverlauf im 1. Vierteljahr 1933. Frankfurt a. QU., 7. April. (WTB.) Dem Aufsichtsrat der IG. - Farbenindustrie wurde in seiner Sitzung, die am 7. April in Frankfurt stattfand, der Jahresabschluß für 1932 vorgelegt. Es wurde beschlossen, der (Seneralbe. f immlung, die auf den 28. April nach Frankfurt emberufen werden soll, eine Dividende von wieder 7 Prozent in Vorschlag zu bringen. Der Besitz an eigenen Aktien, der am 31. Dezember 1931 4 347 800 Mark betrug, ist durch gelegentliche Uebernahme zur Abwendung von Verlusten auf Kundenforderungen um 5 000 000 Mark erhöht worden, so daß das dividendenberechtigte Stammaktienkapital sich auf 680 000 000 verminderte. In der Sitzung wurde über den Verlauf des Geschäftes im ersten Vierteljahr 1 9 3 3 folgendes mitgeteilt: Anzeichen einer beginnenden Belebung des deutschen Marktes waren auch im ersten Vierteljahr 1933 festzustellen. Wir hoffen, daß durch die Stabilisierung der politischen Verhältnisse die Wirtschaft neue Anregung erfährt. Im Ausland hat die freundlichere Entwicklung der Wirtschaftslage, die feit Herbst vergangenen Jahres einsetzte, zum Teil auch infolge der Ereignisse in Amerika, einen gewissen Stillstand erfahren. Im übrigen litt der Auslandabsah weiterhin stark unter den Währungsverhältnissen und den Einfuhrbeschränkungen. • Einschneidende Veränderungen beim Warenhaus QBronfer in Frankfurt. In der Leitung der Hermann-Wronker- AG. in Frankfurt sind einschneidende Q3erän» derungen vorgenommen worden. Der Aufsichtsrat hat seinen Rücktritt erklärt und ist durch christliche Herren ersetzt worden. Gleichzeitig ist Herr Max W r o n t e r aus dem Vorstände ausgeschieden, so daß Walter Sack, der Mitglied der NSDAP, ist, alleiniger Vorstand ist. Die Vorbesitzer des Geschäfts sind kapitalmähig nicht mehr an der Gesellschaft beteiligt, Es ist beabsichtigt, dem Kaufhaus einen neuen Namen zu geben. Der Betriebsrat hat in Ansehung dieser Entwicklung freiwillig seinen sofortigen Rücktritt beschlossen. Frankfurter Abendbörse freundlich. Fr a n f f u r t a. M., 7. April. Das Kursniveau der Abendbörse zeigte gegenüber den Berliner Schluhkursen bei Eröffnung kaum Veränderungen, wenn auch allgemein eine freundliche Stimmung vorherrschte. Einiges Interesse war für den Montanmarkt vorhanden, auch IG. Farbenaktien waren 0,50 Prozent höher. Doch beschränkte sich die Nachfrage auf ein Mindestmaß, und die Umsätze waren dementsprechend gering. Im Verlaufe brodelten die Kurse einiger Spezial- werte auf Grund der Geschäftsstille etwas ab, im übrigen wurden die Schluhkurse der Berliner Börse nicht immer erreicht. Fest lagen nur Elektr. Lieferungen mit plus 1,25 Prozent, auch Siemens zogen 0,50 Prozent an. Am Rentenmarkt konnten Neubesihan- leihe 10 Pf. gewinnen, Altbesitzanleihe lagen 0,50 Prozent höher, Reichsschuldbuchforderungen waren gut gehalten. Neubesih 13,10, Altbesih 74, Schutzgebiete 7,93, Reichsbank 154, Harpener 87,25, Mannesmann 70 bis 69,75, Phönix 45,90 bis 45,38, Daimler 30,50, Licht & Kraft 106,50, IG. Farben 131,50 bis 130,75, Elektr. Lieferungen 91,50, Siemens 157,50, Südd. Zucker 160, Norddeutscher Lloyd 21,75. Erheblicher Rückgang der Arbeüslostgkeü Gute Fortschritte der Berlin, 7. April. (WTB.) Die Frühjahrsentlastung des Arbeitsmarktes hat in der Zeit von Mitte bis Ende März so gute Fortschritte gemacht, daß die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen in der Berichtszeit um rund 337 000 zurückge- gangen ist. Die Reichszahl der Arbeitslosen beträgt Lude März rund 5 598 000, sie liegt damit schon um rund 449 000 oder 7,4 v. h. unter dem winterlichen Höchstpunkt, während im vor- jahr der Umschwung erst in der zweiten März- hälsie einsehte und bis Ende Mär; eine Entlastung von nur 95 000 brachte. Gleichlaufend mit der Entwicklung der Arbeitslosenzahl nahmen die Unter st ühungsemp- f ä n g e r in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge beachtlich ab. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger ging in der Arbeitslosenversicherung auf rund 686 000, in der Krifenfürsorge — obgleich hier keine Aussteuerung stattfindet — auf rund 1 479 000 zurück. Anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende des Monats von den Arbeitsämtern rund 2 373 000 gezählt. Die günstige Witterung ermöglichte eine verstärkte Absetzung von Notstandsarbeiten im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms, dessen Auswirkung jetzt beginnt. Im Freiwilligen Arbeitsdienst wurden rund 214 000 junge Deutsche beschäftigt. An der arbeitsmarktlichen Entlastung waren alle Landesarbeitsamtsbezirke beteiligt. Die stärksten Abnahmen zeigen Brandenburg, Bayern, Mitteldeutschland und Sachsen. Der Rückgang war überwiegend saisonbedingt. Darüber hinaus hat anscheinend eine günsti- Frühjahrsentlastung. gtre Beurteilung der zukünftigen Entwicklung, vor allem in der Landwirtschaft, zu Mehr- anforderungen an Arbeitskräften geführt. So nahmen die Außenberufe um rund 212 000, die übrigen Berufe um rund 125000 Arbeitslose ab. Bei Den Abgabearbeitsämtern überstiegen die Anforderungen an jugendlichen Arbeitskräften für die östliche Landwirtschaft den Umfang der Vorjahre erheblich. Im Mittelpunkt der landwirtschaftlichen Vermittlungsarbeit steht im Augenblick die Landhilfe. Die Anträge d nehmungen ............... 4 90,5 91 90 91 Rheinische Elektrizität ........b 94 94 Schuckerl & Co..............0 — 101,75 102,5 102 Siemens & Halske...........0 158 157,5 157 157 LahmeyerLCo..............10 127 58,5 129,5 58,5 127,25 59 129,5 . 59 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl .............4 Gelsenkirchener....... 0 65 102,25 65 87,25 101,75 65,5 86 102,75 65,75 87 Harpener...................0 86 Hoesch Eisen—Kolu-Neuessen.. 0 70,25 70,13 Ilse Bergbau .............7 170 170 170 171,5 Ilse Bergbau Genüsse........7 114 115,75 115,4 Kllnknerwerke ........ 0 63 62 63 63 Mannesmann-Röhren........0 70,9 69,75 70 70,13 Mansselder Bergbau....... 0 27,5 28,25 77,25 Oberschlei. Kokswerke.........0 — 76,75 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 46 45,4 45,5 45,13 202 200,5 Ryeinslahl........... 0 84 83,5 84 83,75 Frankfurt a.M. Aerlin Schluß» turö Schloßt. Abend» börse Echluß» turs Schloßt. Mittag» bör'e Datum 6.4. 7-4- 6.4. 7-4- Vereinigte Stahlwerke........ u 45 44,65 45 44.13 Olavi Minen ............... 0 — — 17.9 17,9 Kaliwerke Aschersleben........ 6 135 136 132,75 135,5 Kaliwerke Westeregeln........ 6 135,75 137 Kaliwerke Salzdetfurth....... S — 200 200,5 200 3. G. Farven-Industrie....... 7 133 130,75 132 131 Scheideanstalt............... 10 167 167 — — Goldschmidt ................ O 58,25 58,5 58,5 59,5 Rüigerswerke............... 0 52,5 — 52,65 52,25 Metällgeiellschaft............. 0 35,5 — 35,75 35,75 PHUtpp Holzmann........... 0 59,75 59,9 59,25 59,9 Zementwerk Heidelberg ...... Eementwerk Karlstadt......... 4 O 69 60 69 — - Watch & Frevtag ............ O — 6 - - EchulkhetS Payenhofer........ 0 _ _ 109,5 109,5 81hi (Allgemeine Kunstseide) ... 0 — — 38 37,5 Bcmberg................... 0 49,75 — 50 50,75 Zellstoff Waldhof............ 0 — — 52,5 52 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 27,25 — 26.25 Dessauer GaS ............... 7 — _ 112.5 112,65 Daimler Motoren............ 0 31 30,5 30,65 30,9 Deutsche Linoleum .......... 0 40,5 40,5 40 40 Orensieln & Koppel .......... 0 - 48,5 48 Leonhard Tietz.............. 6 31,5 31,5 32 31,5 5habe ...................... 12 126,5 131 126,5 130,65 Grttzncr.................... 0 34,75 34,25 34,25 34,25 Mainkrastwerke Höchst a.M» ... < - Süddeutscher Zucker ......... s — 160 - 160 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M. Banknoten. 6. April 7-Apiil Amtliche Votierung »ein | Brie Amtiicde Votierung Geld Brie Helstngsors.. 6,354 6,366 6,344 6,356 Wien....... 46,70 46,80 46,45 46,55 Prag....... — — — Budapest ... — — — — Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 170,08 170,42 170,08 170,42 OSlo....... 73,68 73,82 73,63 73,77 Kopenhagen. 64,25 64,36 64,24 64,36 Stoctlwlm... 76,07 76,23 76,02 76,18 London ..... 14,38 14,42 14,38 14.42 Buenos Aires 0,818 0,822 0,818 0,822 Neuyork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel----- 58,66 58,78 58,66 58,78 Italien..... 21,54 21.58 21,55 21,59 Paris..... Schweiz .... 16,54 16,58 16,54 16,58 81,25 81,41 81,24 81,40 Spanten.... 35,46 35,54 35,46 35,54 Danzig.... 82,12 82,28 82,12 82,28 Japan ...... 0,899 0,901 0,899 0,901 Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien Lissabon.... 5,145 5,155 5,135 5.145 13,08 13,10 13,08 13,ro gerlln, 7.AprÜ Geld Brief Amerikanische Noten.............. 4,193 4.213 Belgische Noten.................. 58,50 58,74 Dänische Noten ................. 63,87 64,13 Englische Noten ................. 14.34 14,40 Französische Noten............... 16,50 16,56 Holländische Noten............... 169,71 170,39 Italienische Noten................ 21,53 21,61 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling 73,45 73,75 Rumänische Noten.............. 2,46 2,48 Schwedische Noten............... 75,85 76,15 Schweizer Noten................. Spanische Noten................. 81,06 35,33 81,39 35,47 Ungarische Roten................