Nr.57 Lvühausgabe |83. Jahrgang Mittwoch, 8. März MZ Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliifse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: fironlfurt am Main 11686. SietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- unö Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlltraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen led Ernst Dlumschein undiürdenAn- zeigcnteil i.D.TH.Kümmcl sämtlich in Giegeit. Das Reichskabinett berät die nächsten Entschlüsse. In der ersten Aprilwoche Zusammentritt des Reichstages und Vorlage eines Ermächtigungsgesetzes. - Fortsetzung des politischen Propagandafeldzuges durch eine Reichszentralstelle. — Oer Reichspressechef berichtet über die neue Lage. Besprechung beim Reichspräsidenten. Berlin, 7. März. (TU.) Reichspräsident von Hindenburg empfing heute Reichskanzler h i t- ler, Vizekanzler von Papen, Reichsminifter des Innern Dr. Frick, Reichswehrminifter F r e i h. von Blomberg und Reichsminifter und Reichstagspräsident Göring zu einer gemeinsamen Besprechung der politischen Lage. Ls dürfte sich bei diefer Befprechung im wesentlichen um die Form der Eröffnung des neuen Reichstags gehandelt haben. Oer Bericht des Reichspreffechefs. Berlin, 7. März. (WTB.) Reichspressechef Ministerialdirektor Funk sprach, heute über alle deutschen Sender zur Lage nach der Wahl. Er führte u. a. aus: Das R e ich s kabinett war heute nachmittag unter dem Borfitz des Reichskanzlers zusammengetreten, um zu der Lage nach den Wahlen Stellung zu nehmen. Zunächst erstattete der Kanzler einen Bericht über die durch die Reichstagswahl geschaffene politische Situation. Der neugewählte Reichstag soll in der Zeit vom 3. bis 8. April zusammentreten. Die feierliche Eröffnungssitzung wird i n d e r Potsdamer Garnisonkirche stattfinden. Der Raum für die weiteren Sitzungen steht noch nicht fest. Die Gottesdienste für die Abgeordneten am Tage der Reichstagseröffnung werden in der evangelischen Rikolaikirche und in der katholischen Stadtpfarrkirche in Potsdam statt- finden. Reichspräsident v. Hindenburg wird am Crösfnungstage am Grabe Friedrichs des Groszen einen Kranz niederlegen. In der heutigen Sitzung des Reichskabinetts hob der Reichskanzler Adolf Hitler hervor, daß nunmehr eine großzügige propaganöa- und Aufklärungsarbeit einfehen ptüjfe, damit keine politische Lethargie auftomme, und öafj diese Volksaufklärung von einer neu zu errichtenden Zentralstelle ausgehen müsse. Ferner betonte der Reichskanzler die Notwendigkeit einer einheitlichen Politik in Reich und Ländern. Dem Reichstage wird ein Ermächtigungsgesetz vorgelegt werden, das verfassungsändernden Charakter trägt. Vizekanzler v. P a p e n sprach dem Herrn Reichskanzler und der nationalsozialistischen Organisation den Dank des Reichskabinetts für die bewundernswerten Leistungen bei der Wahl aus. Dasselbe tat Reichsarbeitsminister S e l d t e für die Kampffront Schwarz-Weih-Rot. Reichsinnen- Minister Dr. Frick berichtete in der Kabinetts- fitjung über die Vorgänge in Hamburg, Bremen, Lübeck und Hessen. Dr. Frick führte aus, dah die Maßnahmen des Reiches erfolgen muhten, weil sonst höchste Gefahr für Ruhe und Sicherheit in diesen Ländern bestand. Die bisherigen Machthaber in diesen Ländern haben keine Resonanz mehr im Volke, und die Disziplin der Polizei erscheint gefährdet, wenn das Reich nicht eingreift. Der Reichspressechcf fuhr dann fort: Richt nur Deutschland, die ganze Welt steht in diesen Tagen unter dem gewaltigen Eindruck, den der Aufbruch des nationalen Deutschland überall hervorgerufen hat. Wenn man die Auslandpresse als das Spiegelbild der öffentlichen Meinung gelten läßt, so muh man zunächst feststellen, dah die Wahlen vom 5. März einen völligen Umschwung in der Beurteilung der politischen Lage inDeutsch- I a n 5 hervorgerufen haben. Bis in die letzten Tage der vergangenen Woche konnte man im Auslande die wildesten Schauermärchen über die Zustände in Deutschland lesen. Wir sind diesen das Ansehen und das Wirtschaftsleben Deutschlands schädigenden Verleumdungen mit allem Nachdruck entgegengetreten, und wir können heute feststellen^dah diese Arbeit von Erfolg gekrönt worden ist. Das wirtschaftliche Leben in Deutschland nimmt überall seinen gewohnten Fortgang. Das geschäftliche Ergebnis der Leipziger Messe wird durchaus zuversichtlich beurteilt. Aber über eines darf man -sich dabei nicht im Zweifel fein: Deutschland erlebt in diesen lagen in der lat eine Revolution, eine völlige Revolutionierung des Geistes und des politischen Lebens, die das System der vergangenen 14 Jahre zerbricht und einen neuen Staat mit einem neuen Inhalt und neuen Formen entstehen täht. Diese Revolution findet allerdings in Ruhe und Ordnung und in organischer Entwicklung statt. Der Reichspressechef stellte bann fest, dah die deutsche Arbeiterschaft sich weitgehend von den zersetzenden, klassenkämpferischen Ideen und wirtschaftlichen Irrlehren des Marxismus ebenso wie von dem kommunistischen Mord- und Brand- terro» abgekehrt und den aufbauendenKräf- | len und staatserhaltenden Ideen des Rationalismus zugewandt hat. Fast vier Millionen, fuhr der Reichspresscchef fort, sind diesmal mehr zur Urne gegangen als bei der letzten Reichstagswahl. Kommunisten und Sozialdemokraten haben von diesem Zuwachs nicht nur nichts gewonnen, sondern auch 1,2 Millionen Stimmen verloren. Diese Arbeiterstimmen hat der Rationalsozialismus restlos gewonnen und dazu noch weitere 4,3 Millionen Stimmen, weit mehr, als der gesamte Zuwachs an Wählern beträgt. Aber auch das Zentrum hat bei diefer Wahl schlecht abgeschnitten. Aeuherlich sieht es zwar so aus, als ob der vielgenannte Zentrumsturm unversehrt geblieben sei, aber der prozentuale Anteil des Zentrums ist von 11,9 auf 11 Prozent und der der Bayerischen Volkspartei von 3,1 auf 2,7 Prozent gesunken. Dieses Wahlergebnis hat eine sehr erhebliche innerpolitische Bedeutung erhalten, indem einmal die Machtstellung, die das Zentrum seit Jahrzehnten innegehabt hat, jetzt gebrochen ist, da ohne das Zentrum eine klare Mehrheit der nationalen Front im Reichstage besteht, und indem zweitens die Rationalsozialisten in Süddeutschland einen großen gewaltigen Sieg errungen haben, indem sie in Bayern, Württemberg und Baden ihre Stimmenzahl zum Teil mehr als verdoppeln konnten. In diesen Ländern, in denen jetzt die Jlational- soziatisien überall die stärkste Partei geworden sind, werden Regierungsneubildungen die unumgängliche Folge sein. Was in Süddeutschland kommen muh, ist in Nord- deutschland zum Teil bereits eingetreten, indem Hamburg, die rote Hochburg, von der marxistischen Gewaltherrfchaft befreit ist, und in Bremen und Lübeck eine politische Neuordnung vor sich geht. In Hessen hat das Wahlergebnis die Regierung zum Auflösungsantrag für den Landtag gezwungen. Die Einheitlichkeit der politischen Willensbildung und die Gleichrichtung der Politik in Reich und Ländern gehört zu den Konsequenzen dieser Wahl. Die Staatsräson verträgt nicht, das 16 Länderregierungen und eine Reichsregierung sich andauernd politisch gegenseitig heruntersehen. Die Reichsregierung, schloß der Reichsprestechef seinen Vortrag, ist schon wieder mitten in der Aufbauarbeit. Schon in den nächsten Tagen werden weitere Maßnahmen zur Dehe- bu ng der Rot der Landwirtschaft und zurBeschaffungvonArbeitundDrot für die Arbeitslosen und Armen ergriffen werden. Richt zuletzt deshalb ist ja das Wahlresultat vom 5. März für die Reichsregierung so günstig und anerkennend gewesen, weil diese Regierung in wenigen Wochen ihres Be- stehens eine weithin sichtbare und spürbare Arbeit geleistet, manche Rot gelindert und schweren Schaden an Volk und Staat bereits beseitigt hat. Das deutsche Volk hat durch die Wahl vom 5. März der Reichsregierung sein Vertrauen ausgesprochen. Gestützt auf dieses Vertrauen und auf die gewährte Frist von vier Jahren kann die Regierung jetzt an das große schwere Werk des Wiederaufstieges von Staat und Wirtschaft gehen. Das Volk ist dem Appell des Herrn Reichspräsidenten gefolgt. Von hier hebt eine neue Epoche'der Deutschen Geschichte an. Oie Beratungen des Reichskabinetts. Berlin, 7. März. (ERB.) Zur Vermeidung von Mißverständnissen wird darauf hingewiesen, daß der Reichstag nicht am 3. April zufammen- tritt und dann bis zum 8. tagt, sondern dah die Eröffnungssitzung an einem Tage zwischen den beiden angegebenen Daten stattfindet. Der genaue Termin liegt noch nicht fest: er hängt von technischen Gründen ab. Weiter erfahren wir ergänzend zu dem Plane eines Ermächtigungsgesetzes, daß die Reichsregierung hofft, durch Unterstützung auch des Zentrums und der DVP. die Zweidrittelmehrheit zu erreichen, die bei einem verfassungsändernden Charakter der Ermächtigung notwendig ist. Praktisch liegen die Dinge im Reichstag so, daß die Zweidrittelmehrheit ftch bei 647 Abgeordneten auf 432 beläuft. Sämtliche Parteien von rechts bis zum Zentrum und DVP. umfassen 440 Abgeordnete, so daß damit die Zweidrittelmehrheit gut gegeben wäre. Lieber die angekündigte Zentral st eile für die Reichspropaganda ist heute im Kabinett nur allgemein und grundsätzlich gesprochen worden: die personellen und sachlichen Einzelheiten wurden noch nicht behandelt. Es steht deshalb jedoch noch nicht fest, ob ein besonderes Ministerium hierfür geschaffen wird, oder ob es sich um ein Reichskommissariat oder etwas Aehnliches handelt. Zunächst wird der Reichskanzler mit den zuständigen Ressorts über die Einzelheiten Fühlung nehmen. Deutscher Protest in Stockholm. Stockholm, 7. März. (TLL.) Der sozialdemokratische schwedische Ministerpräsident Hansson hatte Zeitungsmeldungen zufolge am Montagabend in einem politischen Vortrag u. a. erklärt: „Sollten wir nicht von dem Llnglück in anderen Ländern etwas lernen können? Seht Deutschland an. Wer eine solche Politik, wie Hitler, macht, für den kommt der Tag, wo die Verbitterung die Gewaltherrschaft abwirft und dann vielleicht eine neue folgt." Im Auftrage der Reichsregierung hat nunmehr der deutsche Geschäftsträger Legationsrat M e h n e n beim schwedischen Außenminister nachdrücklich st en Protest dage- Berlin, 7. März. (WTB.) Dr v. Winterfeld, der stellvertretende Vorsitzende der DNVP., hat an den Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Schreiben in der Flaggenfrage gerichtet: Als 1919 die Frage der deutschen Nationalfarben zum Gegenstand eines parlamentarischen Schachergeschästs gemacht und den Meuterern des Novemberumsturzes die ruhmreiche schwarz-weiß-rote Flagge geopfert wurde, empfand das nationale Deutschland den schimpflichen Vorgang des Flaggenwechsels als symbolische Feststellung der Marxistenherrschaft in der Geschichte des deutschen Volks. Die DNVP. hat sich damals vor 14 Jahren in der Nationalverjammlung mit aller Schärfe gegen den Flaggenwechsel gewandt und späterhin im Reichstag und vor allem auch im Preußischen Landtag die weiteren von der schwarzroten Koalition zur Verfemung des alten Reichssymbols unternommenen Maßnahmen nachdrücklich bekämpft. Wir fühlen uns in diesem Kampf eins mit der NSDAP, und der gesamten vaterländischen Bewegung. Nachdem nunmehr die Mehrheit des deutschen und des preußischen Volks sich klar und eindeutig hinter die Regierung der nationalen Einigung gestellt und damit die Entscheidung des Herrn Reichspräsidenten vom 30. Januar bekräftigt hat, ist es der Wunsch weite st er Dolkskreise, daß diesem gewaltigen Umschwung der politischen Verhältnisse auch in den äußeren Symbolen der Neichsgewalt Rechnung getragen wird. Im Sinne dieser Auffassung richte ich an Sie, sehr verehrter Herr Reichskanzler, die Bitte, für den Dienstbereich des Reichs Anordnungen zu treffen, die unbeschadet der noch zu treffenden formal- rechtlichen Aenderungen bisheriger Bestimmungen der Reichsoerfasfung, schon jetzt mit der Regelung der Flaggenfrage einen Zustand schaffen, der den Auffassungen der national g e • Darmstadt, 7. März. (Lpd.) Dem Vertreter der Telegraphen-Ll nion erklärte der hessische Landtagspräj ident Professor Dr. Werner u. a.: Die Erklärung der geschäftsführenden Regierung, dah Reuwahlen stattfinden sollen, sei nicht auf ihn, Dr. Werner, zurückzuführen. Heu- wählen will niemand, außer der Regierung Adelung. Das Volk hat jetzt gesprochen und bei der Wahl eine Kraftprobe gezeigt, die durch keine neue überboten werden kann. Das Ergebnis der Reichstagswahl, angewandt auf den Hessischen Landtag, ergibt eine Rechtsmehrheit von drei bis vier Stimmen. Die Sozialdemokraten haben eine sachliche Opposition versprochen. Das Zentrum hat sich bereit erklärt, einen national- sozialistischenStaatspräsidentenzu wählen und teils positiv, teils tolerierend eine nationalsozialistische Regierung zu stützen. Von dieser Sachlage ausgehend, hat Landtags- Präsident Professor Dr. Werner dem Staatspräsidenten Dr. Adelung am Montag nahegelegt, auf sein Amt zu verzichten, da man nicht wünsche, daß dieser Tag durch Zwangsmaßnahmen einen Mißklang erleiden würde. Er müsse als Mann mit demokratischen Grundsätzen aus der Reichstagswahl die Folgerung ziehen. Es sei keine Schande, der Mehrheit weichen zu müssen und er könne deshalb seinen Rücktritt unbeschadet gen eingelegt, daß sich der Chef der königlich- schwedischen Regierung in dieser Form über die deutsche Regierung geäußert hat. Gleichzeitig hat sich der deutsche Geschäftsträger über d ie Haltung eines Teiles der schwedischen Presse beschwert und insbesondere die Behauptungen von Wahlterror und Provokation energisch zurückgewiesen. Amtlich wird ferner mitgeteilt: Angesichts der böswilligen Berichterstattung über innerpolitische Vorgänge in der ausländischen Presse waren seitens der Reichsregierung ernste Maßnahmen gegen eine Anzahl von Auslandskorresponden- t c n in Vorbereitung. Ein Teil der fraglichen Korrespondenten hat sich dem Zugriff der Polizei durch Abreise entzogen, was die übrigen Korrespondenten anlangt, so liegt von diesen nunmehr die Zusicherung vor, in Zukunft in ihrer Berichterstattung sich jeder böswilligen Tendenz zu enthalten und Zweideutigkeiten zu vermeiden. Im Hinblick hierauf und auf die einsichtigere Beurteilung der hiesigen Vorgänge im Auslande sind die fraglichen Korrespondenten 'zunächst von der Ausweisung verschont geblieben. Es ist ihnen vielmehr eine Bewährungsfrist von zwei Monaten zugebilligt. sinnten Bevölkerung entspricht und der Ehrfurcht vor den geschichtlichen Werten unseres Volks, den Farben Schwarz-Weiß-Not Rechnung trägt. Auch der Kyffhmserbulid für Wiedereinführung der alten Mchssarbrn. Berlin, 7. März. (ERB.) Der Kysshäuser- bund erläßt folgende Erklärung: Mit Freude und Genugtuung begrüßt es der Kysfhäuserbund im Ramen seiner drei Millionen ehemaliger Soldaten, daß die Reichsregierung die Wiedereinführung der Reichsflagge Schwarz- Weiß-Rot plant. Der Kysshäuserbund, dem diese Farben stets einSymbol derReichs- e i n h e i t, deutscher Tüchtigkeit und deutscher Taten, deutschen Heldenmuts und deutschen Opfermuts waren, hat auch in bittersten Zeiten unentwegt an diesen Farben sestgehal- t e n und sie als Ehrenzeichen seines großen Soldatenbundes treu geführt in dem festen Glauben, daß mit ihnen der Wiederaufstieg unseres Vaterlandes erfolgen wird. Im Ramen der zwei Millionen Kameraden, deren heldischen Opfermutes das ganze deutsche Volk am kommenden Sonntag gedenkt, und im Ramen der ungezählten Millionen, die unter der Fahne Schwarz-Weiß-Rot in Frieden und Krieg den Ehrenrock des deutschen Volks trugen, erwartet der Kysfhäuserbund, daß die Reichsregierung die alten heiligen Farben Schwarz-Weiß-Rot so schnell wie möglich her- auslöst aus dem Parteikampf und sie als Fahne des nationalen to e f) r to i l * ligen gesamten deutschen Volkes bestimmt. Mit Schwarz-Weiß-Rot zum neuen Ausstieg und zur Freiheit! s u n g nicht erklären, worauf Professor Dr. Werner sagte, dah er feinen Auftrag als erledigt an* sehe und daß alle Verantwortung, für die Entwicklung der Dinge nunmehr auf die geschäfts- führende Regierung fiele. Runmehr fei der Reichsinnenmini st er auf die Llnruhe im Lande aufmerksam gemacht worden, was ihn veranlaßt habe, die Befugnisse der obersten hessischen Landesbehörden auf Grund der Verordnung zum Schuh von Volk und Staat selbst zu übernehmen unter gleichzeitiger Liebertragung der Polizeigewalt an Dr. Müller. Auf die Frage nach der voraussichtlichen Weiterentwicklung äußerte sich Dr. Werner dahin, dah Dr/ Frick belanntlich Donnerstag nach Frankfurt komme, um in einer nationalsozialistischen Versammlung in der Festhalle zu sprechen, und dah man dann endgültige Entschlüsse zusammen mit ihm fassen werde. Es sei durchaus möglich, dah der Hessische Landtag schon am Freitag dieser Woche zusammentrete, um die neue Regierung zu bildern Bekanntlich sei der Wunsch der Rationalsozialisten, lediglich einen M i - n i ft e r — den Staatspräsidenten — zu bestellen und im übrigen die Ministerien durch Ministerialdirektoren verwalten zu lassen. feiner Ehre erklären. Im übrigen verbürge die Disziplin der nationalsozialistischen Bewegung die A u f r e ch t e r h a 11 u n g von Ruhe und Ordnung im Lande und je rascher man den veränderten politischen Verhältnissen Rechnung trage, um so besser wäre es für den hessischen Staat. Dr. Adelung meinte dagegen, er könne seinen Rücktritt in Rücklicht auf die Verfal- Ausrus Röhms an die SA. München, 7. März. (WTB.) Der Chef des Stabes der SA. Röhm hat folgenden Aufruf erlassen: „Kameraden der SA. und SS. — Das deutsche Volk hat entschieden. In einer gewaltigen Dertrauenskundgebung hat es u n f e r e m Führer d i e Vollmacht zum Reuauf- bau Deutschlands erteilt. — Ihr, meine SA.- und SS.-Kameraden, habt durch eure treue Pflichterfüllung hervorragenden Anteil OieRückkehr zur altenReicheslagge Oie Oeutschnationalen beantragen beim Reichskanzler die Wiedereinführung von Schwarz-weiß-rot. Oie Weiterentwicklung in Hessen. Eine Rücksprache mit dem Landtagspräsidenten Werner. Sicherheit Danzigs und die guten"Deziehungen zwischen Danzig und Polen ernstlich gefährde. Der Kommissar des Völkerbundes hat daraus an den diplomatischen Vertreter der Republik Polen in Danzig ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Ich beehre mich. Ihnen anliegende Abschrift eines Schreibens vom 6. Mär; 1933 ju übermitteln. das ich soeben vom Präsidenten des Senats erhalten habe. Ich Hobe dem Präsidenten des Senates geantwortet, daß der hohe Kommissar keine Erlaubnis zur Vergrößerung des Bestandes der polnischen Wache auf der Westerplatte gegeben hat Wenn die in dem bei- gesügten Schreiben des Senats gegebenen Auskünfte richtig find, sehe ich mich verpflichtet. Sie zu bitten, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, daß die fraglichen Bestände unverzüglich von der Westerplatte zurückgezogen werden." Sin Ausruf des SanzigerSenates Danzig, 7. März. (WTB. Funkspruch.) Der Senat erläßt heute nachstehenden Aufruf: „An die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig! Die polnische Regierung hat einen schweren Rechtsbruch gegen die Freie Stadt Sanjia unternommen und ohne Genehmigung des Hoyen Kommissars und unter Verletzung der bestehenden Verträge auf der Westerplatte eine Truppenabteilung mit schweren Waffen gelandet. Sowohl der Senat wie der Hohe Kommissar haben sofort alle erforderlichen Schritte unternommen, um diesem schweren Rechtsbruch entgegenzutreten. Wir erwarten von der Besonnenheit der Danziger Bevölkerung, daß sie wie bisher in ähnlichen Fällen unbedingte Ruhe und Ordnung in dieser ernsten Lage bewahrt und Ausschreitungen vermeidet, die lediglich geeignet wäern, der gerechten Sache Danzigs Abbruch zu tun." Vom Danziger Polizeipräsidenten ist ein Teil der Danziger Einwohnerwehr als Hilfspolizei aufgeboten worden. Sie versieht zusammen mit der Schutzpolizei den Straßendienst. Aus oder Welt. Die Schiffsglocke der „Emden" wiedergesunden. Die Schiffsglocke des Kreuzers„Em- de n" , die im vergangenen Sommer vom Eingang des australischen Regierungsgebäudes in Garden- Island gestohlen war, ist wieder aufgefunden worden. Detektive fanden jetzt, wie aus Sid- neh gemeldet wird, die Glocke, die von der australischen Regierung als Andenken aufgehoben wurde, auf einem nahegelegenen Hügel in einer Tiefe von 30 Zentimeter vergraben. Bisher waren alle Versuche erfolglos, den Dieb, der wegen des schweren Gewichtes der Glocke sehr stark gewesen sein muh, ausfindig zu machen. Wie die Polizei auf die Spur der Glocke gebracht worden ist, ist noch nicht bekannt. Rauschgiftfabrik bei Sofia entdeckt. In der Stadt Radomir bei Sofia haben die bul- gorischen Behörden eine geheime Rauschgift- fabrik entdeckt, die ausschließlich Heroin und Morphin erzeugte und auf Schleichwegen ins Ausland ausführte. Insgesamt wurden über 100 Kilo Lagerware b - sch l a g n a h m t. Das Personal setzte sich aus Leuten verschiedener Rationalitäten zusammen, darunter auch Griechen und Armenier. Die Entdeckung erfolgte auf Grund einer Benach- rlchtigung des amerikanischen Gesundheitsamts über in USA. umlaufendes Heroin bulgarischer Herkunft. Man vermutet, daß in Bulgarien noch weitere Rauschgiftfabriken bestehen. an diesem großen Siege unserer Idee. Roch mehr als bisher werdet Ihr Kämpfer des braunen Heeres die starke Stütze des Führers in seiner gigantischen Aufgabe und die Garanten der Macht unserer Bewegung sein. — Im alten frischen Geiste zum Marsch ins neue Reich! Deutschland, nichts als Deutschland!" Bekämpfung der Aacktkuiturbewegung. Berlin, 7.März. (TU. Amtlich.) Der Kommis- jar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern hat zum Zwecke der Bekämpfung der Nacktkultur an die unterstellten Polizeibehörden einen Runderlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt: So jehr cs im Interesse der Volksgesundheit zu begrüßen ist, daß der immer weitere Kreise, insbesondere auch der großstädtischen Bevölkerung bestrebt sind, d i e Heilkraft non Sonne, Luft und Wasser ihrem Körper dien st bar zu machen, so sehr muß die sogenannte Nacktkulturbewegung als eine kulturelle Verirrung abge- I lehnt werden. Es wird daher von allen Polizei- । behörden erwartet, daß sie in Unterstützung der durch die nationale Bewegung entwickelten geistigen Kräfte alle polizeilichen Maßnahmen ergreifen, uni die sogenannte Nacktkulturbewegung zu vernichten. Dio Nacktkulturverbände sind auf das schärfste zu überwachen. Soweit den Nacktkulturocrbänden für ihre Zwecke Badean st alten oder freies Gelände zur Verfügung gestellt sind, ist auf die Eigentümer der Anstalten oder Grundstücke unverzüglich im Verhandlungswege dahingehend einzuwirken, daß sie die abgeschlossenen Verträge lösen. Werbeveranstaltungen sowohl wie Uebungsabende und sonstige Veranstaltungen der Nacktkulturverbände sind zu verbieten, da die Tatsache, daß derartige Veranstaltungen in Kenntnis einer größeren Personenzahl stattfinden, als eine Gefahr für die öffentliche Ordnung anzusehen ist. Abgesehen davon wird auch häufig eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorliegen. Der neue polnische Rechlsbruch in Danzig. VölkerbundSkommiffar Costing verlangt Zurückziehung der neuen polnischen Wache auf der Westerplatte. Polnische Wache auf der Festungsmauer der Westerplatte, eine Geheimaufnahme, die dem Photographen erst nach stundenlangem Warten gelang. Mehrere Photographen, die solche Aufnahmen versuchten, wurden angeschossen. Die Westerplatte war ehemals ein beliebter Badestrand der Danziger Bevölkerung. 1924 wurde sie Polen auf Beschluß des Völkerbundes übergeben, damit es dort einen Hafen zur Aus schiffung von Munition unterhalten könne. DerkonNneiitaleSicherheitspMmGensabgelehm Es kommt kein Sonderausschuß zustande. - Eine französische Schlappe. Genf, 7. März. (TU.) Das von der französischen Regierung mit so großem Rachdruck vorgeschlagene europäische Abkommen für gegenseitige Hilfeleistung, das in Wirklichkeit zur Stabilisierung der heutigen kontinentaleuropäischen Verhältnisse führen, und Frankreich die gewünschtenSicherheits- bürgschaften geben sollte, ist am Dienstag im politischen Ausschuß am Widerstand von Deutschland, England, Italien, Sowjetrußland, Oestereich, Holland und Ungarn gescheitert. Die Verhandlungen im Ausschuß gingen von einem Vorschlag der Kleinen Entente, Finnland und Griechenland aus, nach dem der Ausschuß grundsätzlich ein europäisches Unter- stützungsabkommen beschließen und seine Ausarbeitung einem engeren Sonderausschuß übertragen sollte. Eden (England) erklärte, daß eine Teilnahme Englands an einem solchen Abkommen nicht in Frage komme, da der Völkerbunds-, Kellogg- und Locarno-Vertrag bereits die äußerste Grenze der für England tragbaren europäischen Sicherheitsbürgschaften seien. Der Aermelkanal sei der Ausdruck der Sonderstellung Englands. Auch der Vertreter Hollands lehnte eine Beteiligung ab. Der Vertreter Ungarns wies auf die Gefahren neuer Militärbündnisse in Europa hin und verlangte den Rüstungsausgleich aller europäischen Staaten. Der Schweizer Bundesrat Motta verwies auf die 400jährige militärische Reutralität der Schweiz, die eine Teilnahme der Schweiz an einem solchen Vertrag unmöglich mache. Der Vorschlag der fünf Mächte wurde dann vom Ausschuß mit 14 gegen 5 (Deutschland, Italien, Holland, Ungarn und Oesterreich) Stimmen bei Stimmenthaltung Sowjetrußlands und der nichtbeteiligten europäischen Staaten angenommen. Als der Präsident aber dann die Einsetzung des vorgesehenen Sonderausschusses für die Ausarbeitung des Unterstützungsabkommens vorschlug, erhob sich zuerst der Vertreter Italiens, dann die Vertreter Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns und Sowjetrußlands und lehnten die Teilnahme an dem Sonderausschuß ab. Nadolny betonte ebenso wie die Vertreter Italiens und Ungarns, daß für Deutschland infolge grundsätzlicher Bedenken eine Teilnahme an dem Ausschuß unmöglich sei. Deutschland habe volles Verständnis für die besondere Lage Englands, jedoch zeige die Ablehnung verschiedener europäischer Staaten die völlige Aussichtslosigkeit auf dem Gebiete eines solchen Vertrages zu iraktischen Ergebnissen zu, gelangen. Deutschland ei jedoch bereit, einen Beobachter in den Anschuß zu entsenden. Der r u s s i s ch e Vertreter lehnte )ie Teilnahme an dem Ausschuß mit dem Hinweis auf den Doppelcharakter Sowjetrußlands als europäische und asiatische Macht ab. Unter dem Eindruck dieser Erklärungen sah sich der französische Luftfahrtminister gezwungen, dem Präsidenten Henderson vorzuschlagen, von der Einsitzung des Ausschusses A b st a n d zu nehmen. Henderson erklärte darauf den Uebergang zum nächsten Punkt der Tagesordnung. Die weitere Behandlung des Unterstützungsvertrages wurde fristlos verschoben.— Die französische Sicherheitspolitik hat damit eine Niederlage erlitten. Selbstverständlich war aus französischer Seite niemals ernsthaft mit einer allgemeinen Annahme eines kontinental-europäischen Unterstützungsoertrages gerechnet worden. Ebenso wie die übrigen französischen Sicherheitssorderungen sollte der Vorschlag eines europäischen Unterstützungsvertrages nur die Stellung Frankreichs auf der Abrüstungskonferenz festigen und Frankreich bei einem Scheitern der Konferenz die Abwälzung der Verantwortung auf andere Mächte erleichtern. Danzig, 7.März. (211.) Der Danziger Senat hat an den Hohen Kommissar des Völkerbundes in Danzig, R o st i n g, über die Verstärkung der polnischen Wachtmannschaften auf der Westerplatte bei Danzig eine Rote gerichtet, in der darauf hingewiesen wird, daß die Verstärkung nur mit Zustimmung des Döl - kerbundskommissars erfolgen dürfe. Es wird dann angefragt, ob diese Zustimmung erfolgt sei und welche Gründe gegebenenfalls dafür vorlagen. Auf diese Rote hat Rosting die Antwort erteilt, daß er keine Erlaubnis zur Vergrößerung des Bestandes der polnischen Wache gegeben habe. Aus Grund dieser Antwort hat der Präsident des Danziger Senats, Dr. Z i e h m, an Rosting den Antrag gerichtet: 1. Gemäß Artikel 39 des Pariser Vertrags zu entscheiden: Die polnische Regierung ist verpflichtet, den auf den Verträgen beruhenden tegalenZustandunverzüglichwie- der h e r z u st e t l e n und die Besetzung der Westerplatte auf die vorgesehene Starke zu- rückzuführen. 2. Sofort Maßnahmen zu treffen, daß diese Handlung der polnischen Regierung als eine „action direde“ feftgefteUt wird. In der Begründung wir darauf hingewiesen, daß" Polen das Recht erhalten habe, auf der Westerplatte Wacht- und Aufsichtsmannschaften zur Bewachung des dortigen polnischen Muni- tioirslagcrs zu unterhalten. Diese Wachmannschaft sei auf höchstens zwei Offiziere, 20 Unteroffiziere und 66 Mann festgesetzt worden. Eine Erhöhung dieses Stan- d e s ohne Einwilligung des Hohen Kommissars widerspreche dem Vertrage vom 22. Juni 1921 und stelle eine Handlung dar, die die öffentliche Das Urbild des Rofenlavaliers. Don Dr. Stephan Kekute von Stradonih „Octavian, genannt Duinquin, ein junger Herr aus großem Haus", so wird im Personenoerzeich- nis der Oper „Der Rosenkavalier" von Hof- mannsthal und Richard Strauß, der Träger der Titelrolle bezeichnet. Woher der Verfasser des Textbuches den «tof| zu diesem genommen hat, ist mir bisher nicht bekannt geworden, die Urbilder des „Octavian genannt Quinquin" und, um es gleich mit zu erwähnen, auch der „Feldmarschallin Fürstin Werdenberg" auf genealogischem Wege aufzustöbern, schon seit langem mein Bemühen. Da ist es nun merkwürdig, baß, wer den Spitznamen „Quinquin" jum Ausgangspunkte nimmt, auf eine andere Persönlichkeit kommt, als wer von dem Vornamen „Octavian" ausgeht. Das Stück spielt unzweifelhaft zu der Zeit Maria Theresias, und Zwar in Wien. Den Spitznamen „Quinquin" hatte am Hofe dieser Fürstin, wie aus den Tagebüchern des Grafen, seit 1763 Reichsfürsten Johann Joseph von Khevenhüller, ihres Obersthosmeisters, zugleich Staats- und Konferenzministers, hervorgeht, der Graf Franz Esterhazy von Galant ho, aus der Forchtensteiner Linie dieses berühmten Geschlechts, geb. 1715, gestorben als Kämmerer, Geheimer Rat, Ritter des Goldenen Vließes, Großkreuzritter und Kanzler des St. Stephans-Ordens, Bonus von Dalmatien-Kroatien-Sla' uonien, ungarisch-siebenbürgjjcher Hofkanzler, am 7. November 1785, ein, nach den Bildern, blendend schöner, daneben auch eleganter, lebenslustiger und sehr reicher Mann. Das paßt also alles. Aber nur zu ein Viertel sozusagen paßt m die Hofmanns- thalsche Fabel seine Gemahlin, die in gefälligen Genealogien als „Nikoletta Franziska verw. Baronin Dirville, geb. Richard de la Potr^au" bezeichnet wird, 1801 zu Wien gestorben ist, und die er 1756 geheiratet hatte. Hierzu ist zunächst zu sagen, daß cs „Pontr^au" heißen müßte, bann, daß ihr das Prädikat „de la Pontröau;' gar nicht zu kam, indem sie einfach eine geborene „Richard^ war (also nicht abelig!), endlich, daß sie auch keine „verwitwete Baronin Duroille gewesen ist, aus dem einfachen Grunde, weil es damals noch gar keinen Boron oder Freiherrn von Duroille, infolgedessen aud) keine Baronin oder Freifrau von Duroille gegeben hot, indem erst noch ihrer Verheiratung mit dem Grafen Franz Esterhazy ihre Durville-Kinder aus ihrer ersten Ehe, und zwar auf Verwendung ihres Stiefvaters, der bei Maria Theresia sehr in Gnaden stand, den Adel und Freiherrnstand erhielten. Bei Lofmannsthol-Strauß heiratet aber der „Rosenkavalier" am Schlüsse die Tochter eines „reichen Neugeodelten" („von Faninal"), wozu wieder zu bemerken ist, daß es eine adelige Familie dieses Namens nidjt gibt. Graf Franz Esterhazy war übrigens aud) sonst ein merkwürdiger Mann. Er hat in der Freimaurerei Oesterreichs eine gewisse Rolle gespielt und auf seinen und des am Tage vorher (6. November 1785) verstorbenen k. k. Generalmajors Herzog Georg August von Mecklenburg-Strelitz Tod Hot Mozart seine berühmte „Maurerische Trouermusik" für Orchester geschrieben, wie aus einer handschriftlichen Bemerkung des Tondichters festfteht. Sie war für die Wiener- Loge „Zur gekrönten Hoffnung" bestimmt, in der nm 17. November einer Totenfeier zu Ehren ihrer beiden vorgenannten Mitglieder ftattfanb. Geht man von dem Vornamen „Octavian" des Rosenkovaliers bei Hofmannsthal-Strauß aus, so kommt man auf dos berühmte böhmische Geschlecht Kinsky, denn jener seltene Vornome kommt m diesem totsächlich vor, z. B. bei dem Grafen Johann Octavion, bann bei besten Sohne, bem Grafen Werner Norbert Octavion Kinsky von Wschinitz usw. Beibe waren Großwürbenträger in Böhmen, da sie aber zeitlich zu früh sind, so soll auf Einzelheiten hier nicht weiter eingegangen werden. Der zweite der beiden oorgenannien Grafen war zweimal vermählt: in erster Ehe mit der Gräfin Anna Franziska von M o r t i n i tz, in zweiter mit Gräfin Mario Anno Theresia v. Nesselrode. Aus beiden Ehen stammten fünfzehn Kinder, adjf aus der ersten und sieben aus der zweiten, vier Söhne aus der ersten und drei aus der zweiten. Bei keinem dieser sieben Söhne kann ich aber vorläufig den Vornamen „Octavian" oder gar den „Quinquin" als Vor- oder Spitznamen Nachweisen, so daß man auf diesem Umweg wieder auf den Grafen Franz Esterhazy zurückkommen zu sollen scheint. Und nun die „Feldmarschallin Fürstin Werdenberg", die ganz große Dame, die dem geliebten jugendschönen „Rosenkovolier" zugunsten des von ihm erwählten jungen Mädchens, das er als Gattin heimführen wird, entsagt? Es ist wohl unnötig, zu sagen, daß es eine fürstliche ober gräfliche Familie „Werbenberg" zur Zeit Maria Theresias nicht gegeben Hot, nod) weniger bie Gemahlin eines Felb- morscholls unb Fürsten aus diesem Geschlechte. Forscht man aber dem Namen „Werdenberg" sonst genauer nach, so gelangt man doch zu einem gewissen Ergebnis. Werbenberg ist eine ganz kleine Stabt, bie kleinste ber Schweiz, bort im Rheintale, linksrheinisch gelegen, mit einer großen alten Burg, Stammort eines nach ihm benannten Grafengeschlechts, bas aber 1534 schon ausgestorben ist. Dann gab es nod) ein anbercs Geschlecht gleichen Namens im Görzischen, im 18. Jahrhunbert gegraft, gleich 1733 aber wieder erloschen. Die kleine links- rheinische Stadt Werdenberg in der Schweiz nun liegt unmittelbar bem Fürstentum Liechtenstein unb dessen in neuerer Zeit vielgenannten Hauptstädtchens Vaduz gegenüber, und das bringt ganz unwillkürlich auf die Idee, daß Hofmannsthal im „Rosenkavalier" „Werdenberg" als Decknamen für „Liechtenstein" eingesetzt hat. Und siehe, in der Tat hat es zur Zeit Mario Theresiias einen berühmten Generalfeld- marschall (unb Geheimen Rat) Fürsten v o n L i echte n st e i n gegeben, ben Fürsten Joseph Wenzel, großen Artilleristen unb Organisator, geboren 1696, gestorben 1772, vermählt seit 1718 mit Maria Anna, geborene Prinzessin von Liechtenstein, vorher verwitwet gewesener Gräfin Ernst von Thun, bie 1753 gestorben ist, also brei Jahre, ehe „Quinquin" bie geborene Richard geheiratet hat. Da diese Feldmarschallin 1699 geboren war, stimmen somit auch bie Altersverhältnisse zwischen ihr und bem „Nosen- kovolier" wie ebensv ber ungeheure Reichtum bes Hauses Liechtenstein zu bem Aufwonbe, bem Hof- monnsthal unb Strauß im ersten Aufzuge ber Oper im „Werbenbergschen" Palast herrschen lassen. Aber nicht bie geringste Spur deutet darauf hin, daß zwischen dieser Fürstin und bem Grafen Franz Ester- hozy ober gar einem ber obenerwähnten Grafen Kinsky jemals irgendeine Liebelei ftattgefunben habe. So ist also bas Endergebnis, daß Hofmannsthal >e- biglid) eine ganze Reihe von Einzelzügen, die ihm verschiedene Personen der Zeit boten, in einen im übrigen frei erdichteten „Rooellenstoff" hineinver- arbeitet und dadurch allerdings diesen Novellenstoff zu einem Rokoko-Kulturbild allerersten Ranges aus- gestaltet hat. llcbrigens hat ber genannte Generalfelbmarschall Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein eine gewisse Bedeutung für ben preußischen Kunstbesitz gehabt. Die bekannte antike Bronzeftatue bes sogenannten „Adoranten" (betenben Knaben) hat Friebrich ber Große im Jahre 1747 für 5000 Taler von ihm gekauft. Tonfilm: ^Ben Hur". Wir hoben diesen amerikanischen Film ber Metro- Goldwyn-Mayer vor mehreren Jahren hier gesehen unb seinerzeit ausführlich besprochen. Er erscheint jetzt in einer teilweise nachsynchronisierten Neufassung, bie technisch unb stilistisch am ehesten an bie zweite Fassung von „Quo vaais?“ erinnert. Zwar wirkt bieser neue „Ben Hur" auch jetzt noch, vor allem in ben Einzelszenen, wie ein stummer Film; aber Erfolg unb Anziehungskraft beruhten ja von Anfang an auf bem Augeneindruck unb auf ber technischen Leistung ber Regie von Freb N i b l n, dem ber berühmte Roman bes Lewis Wallace, wie man weih, bie Grundlage für bas Drehbuch geliefert hat. Die Ausmaße dieser Inszenierung in personeller unb materieller Hinsicht erscheinen auch heute noch imponierend. Der Aufwand an Kapital unb ber Einsatz an Menschen ist enorm. Als bromatische Höhepunkte ber Massenszenen bürfen die von einem schwimmenden Regieturm aus geleitete unb aufgenommene Seeschlacht der römischen Galeeren gegen bie übermächtige Piratenflotte unb bas mit bem ganzen sportlichen Ehrgeiz und Elan ber Amerikaner in Szene gesetzte große Wagenrennen in ber Arena von Antiochia gelten, in dem Ben Hur über seinen unversöhnlichen Gegner Messala triumphiert. Als eine technische Pikanterie wurden schon seinerzeit bei ber ersten Aufführung eine Anzahl naturfarbiger Bilder in der ausladenden Szenenfolge hervoroe- hoben. Die Handlung lehnt sich in großen Umrissen an die literarische Vorlage unb andeutungsweise an die in ben Evangelien ausgezeichnete Passionsgeschichte an. Ein richtiges Empfinden für bie natürlichen Grenzen ihrer Arbeit hat bie Hersteller dazu veranlaßt die Gestalt Christi nicht ober {ebenfalls nur inbireft ins Bild zu bringen. Die Darsteller sind von früher her bekannt; in her Hauptrolle sieht man Ramon Novarro, ber sich mit feurigem Temperament für Ben Hur einsetzt. Aus bem übrigen Solopersonol erwähnen wir: F. T. B u s h m a n (Messala), Moy M c A v o y (Esther), N. be Br u- licr (Simonibes), Frank Currier (Arrius) unb Betty Bronson (Mario). — Der Film lauft fett gestern im Lichtspielhaus unb scheint von seiner früheren Anziehungskraft nichts eingebüßt zu haben. Zeitschriften. — Das Märzheft ber ..Zeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung) enthält eine lesenswerte Besprechung der Denkwürdigkeiten des Obersten House, des vertrautesten Mitarbeiters Wilsons. Kurt von Raumer stellt vor allem das für die Tragödie Deutschlands Bedeutsame in den Vordergrund: den Kampf gegen deutschen Geist und gegen die moralische Widerstandskraft des deutschen Voltes, den Wilson und House mit der ganzen raffinierten Kunst demokratischer Massen-» bceinflussung führten und der schließlich die deutsche Revolution auslöste. Wir blicken hier in das Laboratorium, in dem die berüchtigten „14 Punkte" gebraut wurden. — Wie ein Seitenstück zu dem Aussatz über Wilson wirkt Wolfgang H. Veils „Bismarck und Bamberger". Hier erblicken wir den Kanzler in einem lebenfüllenden, dramatischen Kampf, der gegen ihn und von seiner Seite mit allen Waffen geführt wurde. Helft der Winternothilfe! Buntes Allerlei 1 und 3n- A. mit lebhaftem Beifall entgegengenommen eine rege Diskussion bewies das allgemeine teresse an den behandelten Gegenständen. Daten für Mittwoch, 8. März. bewiesen, konnte man sich von dem ehrlichen Wol- len um die Erhaltung und den Ausbau des beruflichen Könnens überzeugen. Der Bezirksleiter des veranstaltenden Derbandes. Herr A u t h , r e u t h c r betonte. Fortbildungsarbeit tm Rahmen der verfügbaren Mittel immer gerne fördern werde. Herr Wagner als Vertreter der Maler- und Weihbindervereinigung Gießen gab wertvolle Anregungen für den weiteren Ausbau des Unterrichts, der Leiter des Kurses der Maler, Herr Deeg, lMilderte den Aufbau der Arbeit in den Unterrichtsstunden. Es war interessant zu hören, daß im Gebiete des Arbeitsamtes Gießen bereits vier solcher Doppel- kursc abgehalten worden sind und dabei etwa 330 bis 340 berufsangehörige junge Leute erfaßt wurden. ** Forbildungstursus der Maler und Weihbinder. Gestern vormittag wurde mit einer Ausstellung im Gewerkschaftshaus in der Schanzenstrahe ein Fortbildungskursus für Maler und Weihbinder abgeschlossen, der mit Aln- terstützung des Arbeitsamtes Gießen vom Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder Deutschlands veranstaltet war und damit den Schülerinnen die sichere Grundlage für das Verantwortungsvolle ihres Berufes gegeben wird. Besonders erfreulich ist es, zu hören, daß sich das Alice-Seminar auch um die Wiederbelebung der kulturellen Werte in der heimischen hessischen Tracht bemühen will. Auf den Tischen lagen viele Arbeiten unterschiedlichsten Charakters auF. Man sah ganze Kleider, die in Farbenzusammenstellung und Materialbehandlung keinen Wunsch offen lassen, Kindertleider und Leibwäsche, prächtige Tischdecken in den verschiedensten Techniken. Schürzen und Kissen, und viele andere Dinge des täglichen Gebrauches liehen erkennen, daß die Schülerinnen mit allen Gebieten der Handarbeit in innigste Berührung gebracht werden. Die Ausstellung ist ein treffliches Zeugnis lobenswerten Fleihes, zielbewuhten Wollens, der Ausdruck des Willens, der unpersönlichen Arbeit der Maschine das Schöpferische des lebendigen Menschen entgegenzustellen. Die Ausstellung ist noch heute und morgen geöffnet. Wissenschaftlicher Vortragsabend. Eine gemeinsame Sitzung der Chemischen Gesellschaft, des Bezirksvereins Oberhessen des VereinsDeutscherChemiker und der Oberhess. Gesellschaft für Aatur- und Heilkunde (Raturwissenschaftliche Abteilung) am vorigen Donnerstag galt neuen Forschungen und Ergebnissen über Zusammensetzung und Aufbau des tierischen Knochens. Zunächst sprach Herr Dr. R. K l e m e n t (Frankfurt a. M.) Ein langwieriger Prozeß. Der Stlarek-Prozeß mit seiner ,jährigen Vcr- Handlungsdauer kann sich noch lange nicht in die Spitzengruppe der langdauernden Prozesse ein- reihcn. Ein Prozeß, der über hundert Jahre die Gerichte beschäftigte, kann dieses Privileg ober bestimmt für sich in Anspruch nehmen Erst jetzt ist der besagte Prozeh. ein Grundstücksstreit zwischen der Stadt Stuttgart und dem Staate Württemberg, durch Vergleich beigelegt worden. 3m Jahre 1810 hotte König Friedrich dem Bürgerhospital in Stuttgart seine sämtlichen auf Stuti- gorter Markung gelegenen Güter entzogen und in staatliche Verwaltung genommen. 1817 wurde auf Veranlassung von Äönig Wilhelm I. dem Epital ein Teil der weggenommencn Stistungsgrund- stücke wieder zurückzugeben. Richt zurückgegeben wurden aber bereits versteigerte oder in Anlagen verwandelte Grundstücke im Ausmaß von rund 55.6 Morgen. Dafür wurde ein Pachtgeld in Höhe von jährlich 2384 Gulden und 16 Kreuzern bezahlt. Der Staat zählte diese Pachtsunime — 4087,31 Mark — regelmäßig bis zum Fahre 1922, hatte aber dann nach der 3nflation die Weiterzahlung verweigert. 1929 wurde der Staat zur Weiterzahlung unter hundertprozentiger Aufwertung verurteilt. Da der Staat Einspruch erhob,, kam die Angelegenheit vor den Kompetenzgerichtshof. der 1930 durch Urteil bestimmte, daß es sich um einen noch nicht erledigten Enteignunosfall handele, bei dem die Festsetzung der endgültigen Entscheidung noch offenstehe. Das Eigentum an den enteigneten Grundstücken stehe dem Bürger- Hospital aber nicht mehr zu. 1931 verlangte der Stuttgarter Oberbürgermeister eine Entschädigung von einigen Millionen Mark, der Staat bezahlte diese Summe aber nicht. 3eht endlich haben sich Stadt und Staat verglichen Württemberg hat der Stadt Stuttgart als Entschädigung für dis vor 123 Fahren weggenommenen Bürgerhvspitals- güter anderes Gelände zur Verfügung gestellt. sehen worden, aber das macht wohl deswegen keinen großen Unterschied, weil alle anderen ihre Zahne wohl auch irgendwo im Strom der Zeit auf der Strecke gelassen haben. Es ist außerordentlich gemütlich bei ihnen, denn es sind lebhaste, temperamentvolle alte Herren, deren Augen hinter ihren Brillengläsern ausleuchten. wenn sie von ihrer Zeit sprechen, deren lebendiges Wahrzeichen sie sind. Seit Fahrzehnten halten sie so zusammen, sie haben sogar einen Verein gegründet, die „^Bereinigung ehemaliger einjährig-freiwilliger Kampfgenossen von 1864, 1866 und 1870/71“. Alm 1900 herum zählte dieser Verein an die sünfhundert Mitglieder, aber langsam haben sich säst alle dieser alten Kämpfer aus der Welt gestohlen — und wenn heute, mitten im stürmisch bewegten Berlin von 1933 tausend Fahre um einen Tisch sitzen, so verteilen sie sich nur noch auf ein Dutzend liebenswürdiger, ehrwürdiger alter Herren mit langen weißen Bärten. Neues aus dem Bankwesen. Erschrecken Sie nicht — es handelt sich nicht um den Bericht von einem neuen Bankkrach. Worüber ich Ihnen berichten möchte, ist lediglich eine Sanierung. Alnb die Banken, die saniert werden sollen, sind keine Banken, auf denen man feine Wertpapiere deponiert, — sondern es handelt sich, grammatikalisch genau genommen, um Bä nie, lange Bänke, auf die man einiges schieben kann, und die, abgesehen davon, noch zu anderen Dingen nützlich sind. Wir sprechen von den Bänken des Berliner Tiergarlens. Im Tiergarten, der eine alte ehrwürdige Alnternehmung ist, durchsetzt mit Marmorbildern verstorbener regierender Fürsten, auf deren Helmen die Spatzen nisten, — in diesem Tiergarten, in dem nie ein Tier gesichtet wurde, außer Spatzen, Ratten, Goldfischen und einigen zu Tode erschrockenen Kaninchen wird die Wirtschaft angekurbelt. Allenthalben erscheinen Hilfsgärtner mit Harken und versuchen dem vom Winter her ungekämmten Rasen ein etwas glaubwürdigeres Aussehen zu geben. 185 Arbeiter sind insgesamt am Werk, um neue Bäumchen, die künftigen Stammbäume dieses Parks, in das kümmerliche Erdreich einzusehen, um die Kinder-Spielplätze mit neuem Sand zu versehen und die Alleen wieder auszufrischen. Aber das größte Kulturwerk, das dort im Gange ist, besteht darin, daß 200 neue Bänke ausgestellt wer den, sauber und bequem und zum Teil, wie man das von altersher gewohnt ist, mit der strengen Aufschrift ..Rur für Erwachsene". Die alten morschen Bänke im Tiergarten haben allerlei erlebt. Bald werden die Rovizen es auch erfahren. Roch vier Wochen ungefähr haben |ic Zeit, bis im abendlichen Tiergarten ein seltsames Leben anfängt, und die meisten vop ihnen zum Stammplatz für Liebespaare werden, sofern nicht inzwischen eine neue Rotverordnung dagegen erlassen wird. Aber der Almstand, daß jetzt sogar in dieser Krisenzeit durch die Ausstellung der Bänke für einen bequemen heimlichen Frühling im Tiergarten gesorgt wird, läßt darauf schließen, daß kein Mensch gewillt ist, den ehrwürdigen Traditionen dieses Parkes Abbruch zu tun... Tausend Fahre sitzen um einen Tisch. «... und dann kam der Hindenburg, der war damals noch ein ganz junger Leutnant, aus der Lichtung geritten und stürmte mit seinen Leuten die Höhe. Ich war damals gerade Meldeoffizier geworden...“ „... wie ich damals junger Mann bei Bleich- röder war, da bin ich immer abends zur königlichen Hofoper gegangen und habe mich als Statist angeboten. Das habe ich nur getan, weil ich die Pauline Lucca so gerne fingen hörte...“ „... da gab es an der Stechbahn so ein hübsches kleines Gartenlokal, wohin mich mein Vater manchmal mitgenommen hat. Der hat noch, als er ins Sechzigste ging, jeden Abend seine mächtige Berliner Weiße mit Portwein getrunken. Alnb bie Kapelle von ben Chevauxlegers unb die vielen eleganten Leute, mit Krinoline unb Zy- linber, bas war bamals boch ein schönes Bilb ...“ w. . . aber ben Fubel können Sie sich boch nicht vorstellen, wie bie Menge am 18. Fanuar 1871 vor bas Schloß gezogen ist unb bie ©rünbung bes Deutschen Reiches feierte. Fch erinnere mich baran, als ob es gestern gewesen wäre — meine selige Frau hatte eine Woche zuvor gerabe ihr zweites Kind bekommen ...“ Was sind bas für Gespräche? Aeuhem sich so bie Geister in spiritistischen Sitzungen? Richt im geringsten! Die so sprechen, weilen munter unb frisch unter ben ßebenben. Sie sprechen auch garniert in geheimen Sitzungen so, fonbem an ihrem abenblichen Stammtisch, in einem kleinen, gemütlichen, verräucherten Lokal ber Friebrichstabt. Solche Weinstuben sind vor vierzig Fahren durch den Besuch erlauchter Herren berühmt geworden — es sind merkwürdigerweise immer die gleichen, entweder ber Schauspieler Devrient ober ber Wagnersänger Albert Riemann, entweber ber Dichter E. T. A. Hoffmann oder der Revolutionär Ferdinand Lassalle. Heute noch scheinen ihre Geister hier wohlwollend umzugehen. Alnb bie Trabition wirb gewahrt burch eine Gruppe alter Herren, die dort jeden Abend zu sitzen pflegen, um sich Geschichten zu erzählen, die jeber einzelne von ihnen gewiß schon ein halbes butzcnbmal aus ihrem Munde vernommen hat. Tausend Fahre sitzen um einen Tisch — wirklich, so ist es. Der Iüngste, er ist 82 Fahre alt unb hat seinen kleinen Sohn, einen dicken Mann von etwa 50 Fahren, mitgebracht, ber aber wegen seiner übergroßen Fugenb nur eben stumm und nicht stimmberechtigt ist — , der Iüngste kann von seiner Mitwirkung bei Sedan erzählen, was freilich den anderen teinAi sehr großen Eindruck macht, denn das mindeste, was hier vorausgesetzt wird, ist die Teilnehmerschaft an der Schlacht von Kö- niggräh. Man liebt es aber trotzdem, ihm zuweilen gutmütig auf die Schulter zu klopfen, denn man weih, baß ihm bei Gravelotte ber Franzmann sämtliche Zähne aus dem Mund geschossen hat — nicht etwa „in Rotten zu zweien unb dreien", wie die berühmten Rosse, sondern gleich alle zwemnddrcißig auf einmal. Sein zahnloser Mund ist inzwischen mit einem schönen Ersatz Beruhet „Reue Erkenntnisse über Kalziumphosphate, Apatite unb bie anorganische Knochensubstanz". Der Rebner unterrichtete bie zahlreich erschienenen Hörer zunächst über ben chemischen Ausbau unb bie Eigenschaften ber Kalziumphosphate. Aus Arbeiten von T r ö m e l unb Möller hat sich u. a. ergeben, baß bei ber Hydrolyse von Kalziumphosphaten sowie bei ber Fällung biefer Derbinbungen aus wässerigen Lösungen immer ber sog. Hybroxhlazatit entsteht, ber somit das einzige in wässeriger Lösung beständige Kalziumphosphat ist. Eigene Versuche des Vortragenden über bie Löslichkeit von anorganischer Knochensubstanz in Wasser hatten das bemerkenswerte Ergebnis, daß bas anorganische Baumaterial bes Knochens überwiegend aus Hydroxhlapatit besteht. Die ältere, auf A. Werner zurückgehende unb in ben Lehrbüchern vorbereitete Meinung, wonach hier Kal- ziumphosvhatkarbonat vorliegen soll, muh daher als überholt angesehen werden. Zusammen mit Tröme 1 hat der Vortragende sein analytisch gewonnenes Ergebnis auch röntgenographisch bestätigt. Eine Ausdehnung der Alntersuchungen auf die Baustoffe der Zähne, Schmelz unb Zahnbein ergab auch hier, wenn auch in verschiedenem Mengenverhältnis, in der Hauptsache Hydroxilapatit, während sich für Fluorapatit (den man nach früheren Angaben im Schmelz erwarten sollte) keine Andeutungen fanden Zum Schluß • wurde über einen Modellversuch berichtet, bei dem es gelang, in einer bestimmten Salzlösung unter ähnlichen Bedingungen wie im lebendigen Organismus durch Hydrolyse Hhdroxylapatit zu bilden, den Vorgang ber Bildung von anorganischer Knochensubstanz im Körper also näherungsweise im Reagenzglas nachzuahmen. Hatte so ber Chemiker über bie anorganische Substanz bes Knochens berichtet, gab anschließend Prof. L. I. Schmidt (Gießen) als Zoologe Ausschluß über ihren strukturellen Einbau in den Knochen unb über ihre Beziehungen zu den übrigen, organischen Daubestand- teilcn dieses Skelettelementes. Schliffe unb Schnitte durch tierische Knochen wurden mit Hilfe eines Mikroprojektionsapparates gezeigt und boten besonders in polarisiertem Licht prächtige Bilder. An ihnen zeigte der Rebner, wie man durch geeignete Präparationsmethoben bie anorganische Knochensubstanz (Hydroxylapatit) ober die organische (neben Knochenzellen hauptsächlich kollagene, b. h. leimgebenbe Fasern) nach Belieben aus ben Schlissen entfernen unb bann, mit Hilfe des polarisierten Lichtes, jeden Bestandteil auf seinen submikroskopischen Ausbau prüfen kann. Alcber die Art der Einlagerung der Unorganischen Substanz in bas Kollagen bes Knochens gaben Versuche Auskunft, bie an Stelle bes Hydrorylapatits anbere Stoffe (Paraffin, Wachs. Farbstoffe) zu setzen vermochten. Die Ausführungen ber beiben Rebner wurden Die Organisation des Polizeihilfsdienstes unb damit bie Indienststellung der SS.-, SA-- und Stahlhelm-Mannschaften als Hilfspolizisten wird im Laufe des heutigen Tages durchgeführt werden. Handarbeitsausstellung des Alice-Schulvereins. Gestern vormittag wurde die Ausstellung von Handarbeiten des Seminars für Radelarbeitslehrerinnen im Turmhaus am Brandplah eröffnet. Oberstudienbirektor Dr. Kalbfleisch eröffnete die Ausstellung mit einigen Worten der Begrüßung und bat, angesichts des vorzüglichen Ergebnisses, das sich in ber Ausstellung barbictc, unterstützend dafür zu sorgen, daß das Institut stets die Möglichkeit habe, weiterzuwirken tm bisherigen Sinne. Fräulein Schmidt, die Seminarleiterin an der Alice-Schule, entwickelte sodann das Programm der Schule, den Ausbau der Arbeit, das Ziel aller Bemühungen, das darin zu sehen fei. ben jungen zukünftigen Handarbeitslehrerinnen das Wissen und Können an die Hand zu geben, das sie befähigt, wertvolle Kenntnisse in ihrem späteren Wirkungskreise zu vermitteln. Die Schule wolle mit einsachster Technik unb mit einfachstem, aber boch gutem Material (das Gute müsse nicht immer gleichbedeutend mit „teuer“ sein) praktisch wertvolle Singe schaffen, weil ja die Praxis den zukünftigen Lehrerinnen die Aufgabe stelle, mit einfachsten Mitteln unb geringstem Aufwanb das meiste zu erreichen. Der Alnterricht baue sich systematisch auf und führe die Schülerinnen von den einfachsten Geweben zu ben empfindsamsten Materialien, wobei besonderer Wert aus materialgcred)te Bearbeitung gelegt werde. Die verschiedensten Techniken der Handarbeit würden nebeneinander gepflegt, so daß den Schülerinnen eine möglichst universelle Ausbildung zuteil werde. Die Schülerinnen würden außerdem mit der Geschichte der Mode vertraut gemacht, ferner durch ergänzenden Aln- terricht besonders auch aus chre rein pädagogifche Arbeit vorbereitet. Großen Wert lege man darauf, daß jede Arbeit ohne jede Vorlage und ohne Schnittmuster, ganz aus eigener schöpferischer Tätigkeit geschaffen werde. Der Kursus werde mit einer Prüfung abgeschlossen, deren Bestehen bie behördliche Anerkennung als Handarbeitslehrerin bedeute. Bei einem Gang durch die Ausstellung drängt sich dem Besucher ber Einbruck auf, bah im Alice-Seminar nicht nur eine technisch sehr gute Ausbildung vermittelt wirb, fonbem gleichzeitig auch in befonberem Maße die rein ästhetische Seite ber Hanbarbeit sorgfältigste Pflege erfährt Berlin, sofern es Vollbari trägt Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt. Reichs-Polizeikomniiffar Or. Müller in Gießen. ' Gestern gegen 18 Alfjr traf der vorn Reichs- innenminifter Dr. Frick zum Reichs-Polizei- kommissar für Hessen ernannte Regierungsrat und nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Dr. Müller in Begleitung des Gauleiters Sprenger der RSDAP. in Hessen hier ein, um auf dem Hofe des Polizeiawtes und bes Kreisamtes bie Verpflichtung von SS.- unb SA.- Leuten, sowie von Mitgliedern des Stahlhelms zum Dienst als Hilfspolizisten vorzunehmen. Der überraschend angekündigte Besuch des Reichskommissars war gegen 17 Alhr durch Sprech- chöre von SA.-Leuten, bie in Kraftwagen burch bie Stadt fuhren, angekündigt worben. Eine große Menschenmenge hatte sich insolgebessen gemeinsam mit der SS. und SA. unb bem Stahlhelm vor dem Polizeiamt eingefunben. Gauleiter Sprenger richtete unmittelbar nach der Ankunft der beiden Herren eine Ansprache an die Menscher^ menge. Er skizzierte kurz die politische Lage nach dem Wahltag und betonte, in Zukunft müsse die hessische Politik nach ben gleichen Richtlinien geführt werben wie bie Politik im Reich. Hierauf sprach ber Polizeikommissar bes Reiches, Dr. M ü 11 e r. El wies auf ben Brand im Reichstagsgebäude unb bessen tiefe Debeutung hin unb betonte, baß ber Geist von Moskau in Deutschlanb nicht weiter an Einfluß gewinnen bürte, sondern mit aller Energie bekämpft werden müsse. Zum rechten Zeitpunkt sei in ber Person bes Reichsministers Göring bie beutsche Kraft fast symbolisch lebenbig geworben, bie auch in Zukunft alles verteidigen müsse, was deutsch sei. Der Wiederaufstieg Deutschlands sei nur möglich, wenn jedermann sich voll und ganz einsehe für das Vaterland und in diesem Geiste seine Pflicht tue. Anschließend wurde gemeinsam das Horst-Wessel-Lieb gesungen. Mittlerweile hatte die S21. im Hofe des Kreisamtes unb bes Polizeiamts Aufstellung genommen. Reichs-Kommissar Dr. Müller wandte sich mit einer kurzen Ansprache an bie SA., bie er auf bie hohe Bedeutung dieses Tages unb auf bie ihr von nun ab obliegenden Pflichten aufmerksam machte. Er ermahnte die SA.-Leute, dem Dater- lanbe stets bie Treue zu halten unb alle Zeit in vorbildlicher Weise bem Volke au bienen, bie übernommenen Pflichten getreulich zu erfüllen unb straffste Disziplin zu wahren. Mit bem begeistert aufgenommenen Ruf „Heil Hitler" schloß bie An spräche. Hieraus verpflichtete ber Reichskommissar 110 «A.-Leute zur Dienstleistung in ber Hilfspolizei. Währenbbessen hatte sich auch ber Stahlhelm im Hofe bes Kreisarztes in zwei Oliebern ausgestellt. Reichs-Kommissar Dr. Müller begrüßte bie Mannschaften im feldgrauen Rock und schritt deren Front ab, anschließend sand die Verpflichtung ber Stahlhelmer zum Dienst in ber Hilfspolizei^statt; vom Stahlhelm kommen für diesen Dienst 75 Mann in Betracht. Die SS. hatte sich unmittelbar am Eingang des Polizeiamtes aufgestellt, wo sie von dem Reichskommissar gleichfalls kameradschaftlich begrüßt unb von ihr 20 Leute zum Dienst für die Hilfspolizei verpflichtet wurden. Der Reichs-Kommissar drückte beim Abschreiten der SA.-, der Stahlhelm- und der SS.-Fronten jedem einzelnen Manne die Hand unb gab am Schlüsse der Erwartung Ausdruck, daß stets kameradschaftliches Zusammenarbeiten zum Besten der Gesamtheit obwalten möge. Von der Menschenmenge herzlich begrüßt, rückten die Formationen nach der Verpflichtung wieder ab. Reichskommissar Dr. Müller hatte noch eine kurze Besprechung im Polizeiamt mit dem Polizeidirektor Dr. Kayser. Anschließend begab sich der Reichskommissar in Begleitung des Gauleiters Sprenger zu einer weiteren Besprechung in die Kreis - Geschäftsstelle der RSDAP. 3m Verlaufe des Abends verließen die Herren unsere Stadt. Ans der provinzialhauptstadt Neues von GalapagoS. Die au der Galapogos-Gruppe gehörende kleine Insel Floreana, auf die sich bekanntlich vor einigen Iahren der Dr. Ritter aus Berlin mit seiner Frau zurückgezogen hatte, hat sich mittlerweile zu „einem Kaiserreich" entwickelt. Von dieser erstaunlichen Tatsache würde die Welt kaum etwas wissen, wenn nicht kürzlich zwei Farmer aus Ecuador aus einer Iagdexpedition bei dem Inselchen angelegt hätten. Sie glaubten, in eine paradiesische Einsamkeit zu kommen und waren nicht wenig erstaunt, als sie bei der Landung von ungefähr 20 Männern erwartet und mit drohenden Mienen zu einem neuerbauten Hause geführt wurden, dem „Schloß der Kaiserin von Floreana". Hier wurden sie von der Beherrscherin der Insel, einer temperamentvollen Französin, nicht eben sehr freundlich empfangen, und durften den Weg zu Dr. Ritter erst antreten, nachdem sie einen „Tribut" in Gestalt von einigen Paketen Streichhölzern, die dem laiserlichen Haushalt ausgegangen waren, entrichtet hatten. Roch schöner würde es aber, als die beiden nach der Rückkehr von Dr. Ritters Hütte mit einigen im Walde geschossenen Tieren die Reise in ihreist Segelboot wieder aufnehmen wollten. Da erschien die Herrscherin in Begleitung ihres Hofstaates am Strand und erklärte die Ausfuhr von Tieren für ungesetzlich. Sie hatte die Oberhoheit über alles, was da kreucht und fleucht. Aus dieser Meinungsverschiedenheit entwickelte sich ein Feuergefecht, bei dem einer der Farmer verwundet wurde. Rur mit Mühe und Rot gelang es den beiden, zu entkommen. Rach ihrer Rückkehr machten sie sofort der Regierung von Ecuador Mitteilung über das neugegründete Reich und dessen Gastfreundlichkeit. Hier war man darob sehr erstaunt und will nun sofort Truppen auf die Insel schicken, um das Regime, das auch Dr. Ritter nicht sehr angenehm fein dürfte, aufzulösen, und die selbstherrliche „Kaiserin“ in die Wüste zu schicken. Frankfurt a. M., dankte dem Arbeitsamt für dio Unterstützung und kennzeichnete die Ziele dieser Fortbrldungsarbeit. während der Vertreter des Arbeitsamtes Gießen, Herr Dr. Brauners- daß das Arbeitsamt diese 1858: der Komponist Ruggiero Leoncavallo in Reapel. geboren. — 1917: Gras Ferdinand Zeppelin in Charlottenburg gestorben Vornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Alice-Schule: Turmhaus am Brandplah. 12 bis 13, 15 bis 17 Uhr. Ausstellung des Handarbeits- Seminars — Cafe Leib: 16 Uhr, Liesel Simons Kasperl-Theater vom Rundfunk — Aus dem Stadttheateroüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Alhr. 21. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement mit einer Wiederholung des Schwankes „Da stimmt was nicht" von Franz Arnold. Gewöhnliche Preise. Ende 22 Alhr. — Die nächste Erstaufsührung findet am Freitag, 10. März, statt (22. Vorstellung im Freitag-Abonnement) und zwar als Abschluß der Feier zu Hauptmanns 70. Geburtstag. Alnter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch , der auch die Rolle des Geheimrats Clausen spielt, kommt Hauptmanns Alterswerk „Vor Sonnenuntergang“ erstmalig zur Aufführung. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.45 Alhr. — Als nächste Volksvorstellung gelangt die Operette „Das Dreimäderlhaus" am Samstag, 11. März, letztmalig zur Aufführung. Kleine Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis 23 Alhr. und sich über einen Zeitraum von vier Wochen erstreckte. Der Kursus war von über 100 jungen Leuten besucht und gliederte sich in zwei Abteilungen Alnter der Leitung von Herrn M ü Her wurde einem Teil der Kursusteilnehmer die Herstellung von Holzimitationen gezeigt und ihnen dabei natürlich auch viel Gelegenheit gegeben, in praktischer Arbeit ihre Geschicklichkeit zu erproben Die ausgelegten Arbeiten aus diesem Teil des Kursus legten Zeugnis davon ab. dah man mit viel Liebe bei der Sache war. Sehr schone und wm Teil sehr interessante Arbeiten sah man bei dem Kursus der Maler. Systematisch aufbauend wurde den Schülern zunächst die Darstellung der einfachen Blockschrift nahegebracht und besonderer Wert daraus gelegt, dah die Buchstaben nicht mechanisch zum Worte gestaltet wurden sondern das Wort in harmonischer Aneinanderreihung gezeichnet und gemalt wurde. An Hand zahlreicher Plakate, die zum Teil auch gute zeichnerische Fähig- I leiten in der Behandlung figürlichen Schmuckes | SJ.-fpor/ Oie 3. Oeuischland-^undfahri. 18 Etappen — 4500 Kilometer auf dem Fahrrad. Die 3. Deutschland-Rundfahrt 1933 der Radfahrer ist nun endgültig gesichert. In 18 Etappen mit nur drei Ruhetagen in Chemnitz, Friedrichshafen und Frankfurt a. M. haben die Fahrer rund 4500 Kilometer zurückzulegen. Am 1. Mai erfolgt in Berlin der Start und Über Südostdeutschland, Vogtland, Thüringen, Franken, Bayern, durch die Allgäuer Alpen führt die Strecke zunächst bis zum Bodensee. Von hier aus über den Schwarzwald, Westdeutschland nach Homburg, durch die Lüneburger Heide und den Harz geht es dann über Leipzig wieder dem Ausgangspunkt Berlin zu, wo die Fahrt auf der Avus ihr Ende findet. Insgesamt starten 48 Fahrer in sechs Mannschaften, darunter je sechs Belgier und Franzosen sowie eine gemischte Mannschaft mit drei Schweizern, dem Luxemburger Frantz, sowie den Wienern Bulla und Thallinger. Die übrigen fünf Mannschaften werden aus deutschen Fahrern gebildet, und zwar eine Berliner, westdeutsche, süddeutsche, nord- und ostdeutsche, sowie eine deutsche Ländermannschaft mit den sogenannten „Assen". Frankfurter 3Reif= und Springiurnier. Der Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts veranstaltet vom Donnerstag bis Sonntag dieser Woche im Frankfurter Hippodrom ein Reit- und Springturnier, das einen interessanten Verlauf zu nehmen verspricht. Die besten Turnierställe aus dem Reich sind vertreten. Die Eignungsprüfung für Reitpferde wird sowohl nach Zahl, wie Qualität der Teilnehmer eine hervorragend besetzte Prüfung sein. Im Jagdspringen tritt der Turnierstall der Kavallerieschule Hannover mit den besten Springställen des Reiches in Konkurrenz. Erstmals findet in Frankfurt eine Auktion vstpreuhischer Pferde statt. Reben den sportlichen Punkten des Programms werden drei Schaunummern geboten, und zwar die „Parade der Kesselpauker mit anschließendem Zapfenstreich zu Pferde", ein Reigen „Auto und Pferd", sowie die „Reiterspiele auf dem Rohmarkt". Städtekampf im Kunstturnen. Mannheim — Saarbrücken — Wiesbaden. In Wiesbaden wird am kommenden Sonntag ein interessanter Städtekampf im Kunstturnen ausgetragen. Teilnehmer sind Mannschaften der Städte Mannheim, Saarbrücken und Wiesbaden. Saarbrücker Turnverein für die „Wilden". Gegenmaßnahmen des Verbandes. Der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletik- Verband gibt amtlich bekannt: „Der Tv. 1848 Saarbrücken hat seinen Spielplatz der wilden Berufs-Fnhballbewegung zur Verfügung gestellt. Dadurch hat er in gröblicher Weise gegen Sinn und Inhalt des mit der DT. abgeschlossenen Vertrages verstoßen. — Der VV. hat deshalb beschlossen, ihn von der weiteren Teilnahme an den Spielen des Verbandes mit sofortiger Wirkung auszufchliehen." Handball im Lahn-Oünslberg-. pb. Butzbach, 7. März. Heute gegen 9 Ahr traten unter Führung von Assessor S ckstä f e r SS.- und SA. -Mannschaften in der Weiseler Straße vor dem „Hessischen Hof" an. Die Kapelle der SA. intonierte einen Marsch, während Polizeimajor von der Recke die Front der SA. und SS. abschritt. Die SS. und Sa. rückte dann unter den Klängen der Musik in den Hof der Schupokaserne, bald darauf wurde auf dem Dache der Schupokaserne die Hakenkreuzfahne gehißt. Die SS. und die SA. zogen hierauf zum Rathaus auf den Marktplatz, bald darauf wurde auch auf dem Rathaus die Hakenkreuzfahne gehißt. Beim Hissen der Flagge wurde das Horst-Wessel-Lied und nach einer Ansprache von Assessor Schäfer das Deutschland-Lied, gesungen. In der Zeit von 11 bis 12 Ahr fand auf dem Marktplatz ein Konzert der SA.-Kapelle statt. Wirtschaft. Oie Leipziger Messe. In den Messehäusern in Leipzig hält reger Ausländerbesuch an. Die deutsche Kundschaft beschränkt sich meist auf kleine Aufträge. In der Porzellanindustrie konzentriert sich die Nachfrage auf geschmackvolle Gebrauchsgeschirre in mittlerer und billiger Preislage, worin großes Angebot vorliegt. Gut ist Angebot und Nachfrage in feuerfesten Hartporzellangegenständen, die vom Herdfeuer gleich auf den Tisch kommen können. Das frühere übergroße Angebot in Kristall ist wesentlich eingeschränkt, was offensichtlich den auf dieser Messe vertretenen Firmen zugutekommt. Recht guten Besuch von Interessenten hat das Kunstgewerbe aufzuweisen, wo auf künstlerisch gestaltete Gebrauchsware in Gläsern, Email und Metall teilweise schon ganz gute Aufträge, auch aus dem Auslande, besonders England und Holland, erteilt worden sind. In allen Messebranchen besteht nach wie vor lebhaftes Interesse für alle Waren, die für Einheitspreisgeschäfte in Frage kommen. Lei der Technischen Messe fand nach Abschluß der Straßenbautagung unter großer Beteiligung der Interessenten eine Besichtigung der Autostraßen und der Siedlungsstraßen in der Umgebung Leipzigs statt. In den Maschinenhallen hält ein normaler Besuch an. Auch hier macht sich die ausländische Kundschaft stark bemerkbar. Reges Interesse besteht für alle Maschinen und Apparate, durch die man den vorhandenen Maschinenpark zeitgemäß verbessern kann. Wie auf jeder Messe bedeutet der Dienstag insofern einen Wechsel in der Besucherzahl, als manche, die bereits ihre Aufgabe in Leipzig erledigt haben, abreifen und durch neue ersetzt werden, die wegen des Andranges in den ersten Tagen erst um die Mitte der Woche auf die Messe zu kommen pflegen. Die Konkurrenz der Länder, die sich vom Goldstandard abgewendet haben, ist insofern deutlich auf der Messe zu spüren, als englische, dänische und japanische Porzellanfirmen diesmal in Leipzig durch ihre deutschen Vertreter eine rege Werbetätigkeit entfalten. Das japanische Dumping in billigsten Messerwaren ist deutlich in dem Nachlassen der Nachfrage der ausländischen Kundschaft nach Solinger Messern und Scheren zu spüren. ** Der Großhandelsindex im Monatsdurchschnitt Februar. Im Monatsdurchschnitt Februar stellt sich die vom Statistischen Reichsamt berechnete Indexziffer der Großhandelspreise auf 91,2 (1913 — 100). Sie ist gegenüber dem Vormonat (91,0) leicht gestiegen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 82,2 (plus 1,6 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,0 (minus 0,3 v. H. gegenüber der berichtigten Ianuarzahl von 87,3), und industrielle Fertigwaren 112,3 (minus 0,6 v. H.), davon Produktionsmittel 114,6 (minus 0,4 v. H.), Konsumgüter 110,5 (minus 0,8 v. H.). Frankfurter Abendbörse ruhig. Frankfurt a. M., 7. März. Die Abendbörfe hatte nur kleines Geschäft zu verzeichnen, da von der Kundschaft kaum neue Aufträge eingegangen waren. Die Kulisse schien geneigt, weitere Realisationen vorzunehmen, wobei man auch auf den Streitfall zwischen Danzig und Polen verwies. Im allgemeinen blieben die Rotierungen gegenüber dem Berliner Schluß etwa gehalten, teilweise ergaben sich, aber auch Rückgänge von 0,25 bis 0,60 Prozent. Stärker rückläufig waren Buderus mit minus 1,25 Prozent und Scheideanstalt mit minus 2 Prozent. Am Rentenmarkt lag die Reubesihanleihe auf eine Zufallsorder fester und notierte 9,50 Prozent, ging aber später rasch auf 9,30 Prozent zurück. Die A^besihanleihe und späte Reichsschuldbuch- sorderui gen waren behauptet, auch auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Von fremden Werten lagen 3,50 Prozent Schweiz. Bundesbahn-Anleihe mit 126,39 Prozent erneut schwächer. Reubesitz 9,50 bis 9,30, Altbesitz 70,39, Schuhgebietsanleihe 6,55, Rc--chsbank 150, Buderus 50,39 bis 50, Scheide- anftaLfc 171, I.°G.°Farben 118,65. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Bäume in der Schulstraße. Die Bewohner der Schulstraße wären der Stadtverwaltung sehr zu Dank verpflichtet, wenn sie die Lindenbäume in unserer Straße einmal gründlich ausputzen und stutzen ließe. Seit mindestens drei bis vier Jahren ist hieran nichts geschehen, und wir Anwohner schämen uns, wynn Fremde diese Wildnis betrachten. Hoffentlich wird hier baldigst Wandel geschaffen. Mehrere Schul- und Sonnen st räßler« Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 8. März 1933. Iohanneskirche. 18 Uhr: 2. Passionsandacht; Pfarr» assistent Knell. Eewinnauszug 5. Klasse 40. Preuh.-Süddeutsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 23. Ziehungstag 6. März 1933 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 ©etoitme zu 25000 M. 252038 322502 2 Gewinne ju 10000 M. 357573 12 Gew^» >u 5000 Dl. 15681 38575 55489; 89750 210232 266773 14 Gewinne >u 3000 M. 3851 31147 125669 154502 260570 299886 356140 68 Dew.nne,n 2000 Dl. 6194 7452 14033 24318 42405 49302 51816 68212 82424 93136 93929 113518 122233 139704 169886 172530 185544 186022 188309 195615 214571 227235 247146 251307, 276634 296855 298275 339832 390064 136 Gewinne 'n 1000 Di. 1075 7413 10321 19410 26420 27048 32001 32583 33871 34091 6723486663 94375 104977 112137 124860 129409 132015 132151 133575 144048 147604 160008 163607 165866 169634 169898 178658 188338 196298 202064 205114 208190 203267 225701 232710 233542 240456 250922 257528 263449 263560 265777 267228 275372 278261 292384 314648 315560 317055 320842 321018 321511 326197 327901 328419 335621 337266 359094 369010 370545 380422 382951 385189 385377 388483 390852 394781 206 Gewinne in 500 M. 972 2685 6363 10809 12542 16174 23784 27015 34323 42238 44284 47081 49295 57041 58987 59966 64564 68451 69363 72455 73408 75330 77987 86500 88334 97363 99787 100092 104809 113270 114606 116068 117348 118179 121037 124208 124813 126341 137715 142109 146011 147361 148522 150497 158171 165110 168279 171208 174788 175454 176650 177833 178324 181223 181417 189066 189210 210991 221604 221937 222134 223052 230600 232962 236626 237536 240672 246448 252713 255800 256278 259149 271073 271404 276377 277256 278684 279911 284019 285263 287778 288699 294613 297938 298136 299399 308621 321936 322549 328504 333700 334914 339946 343593 354109 364727 369675 384718 384980 388746 389960 393898 397720 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 Gewinne zu 10000 M. 31740 124559 2 Gewinne zu 5000 M. 253939 12 Gewinne zn 3000 M. 104672 168926 275226 314573 333760 399013 50 Gewinne ju 2000 M. 26415 31327 35894 46884 66074 71332 95328 102029 126485 128087 129261 148762 155703 166152 175189 187690 192872 199849 205138 239921 248716 250621 253553 267225 399062 82 Gewinne zu 1000 M. 1293 5152 7427 14370 14461 24601 53669 67809 78704 84341 84869 118269 118703 126376 157821 160176 178235 194096 194341 205963 210380 244147 258991 266024 273549 281347 296229 318787 324237 326141 327075 329914 342718 355971 358405 360754 368226 381900 383082 391419 393432 148 Gewinne zu 500 DI. 5992 8916 22166 24003 30881 32840 34280 37888 38335 41027 54151 59661 60614 61445 63633 75175 78446 82094 84448 91845 96543 102376 111303 112657 118166 120570 130425 132384 138753 149052 150832 157308 158274 164099 164692 165146 174596 195778 200716 204131 204913 209206 214077 223525 225673 234134 241197 255945 259152 260588 260666 261324 266231 267968 268417 276169 286198 287459 296917 302465 302982 305058 313443 318466 322186 324232 328224 340305 341110 342064 350981 351505 377530 380424 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 100000, 8 zu je 25000, 42 zu je 10000, 112 zu je 5000, 188 zu je 3000, 574 zu je 2000, 1180 zu je 1000, 1926 zu je 500, 5618 zu je 400, u. 100 Schlußprämien zu je 3000 SOL, Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Echluß- fure Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag» börse Datum 6.3. 7.3. 6.3. 7.3. 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1921 80 80,5 80 80.5 6A>ehem.7°/oDi.Reich4anI.V. 1929 5>/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 93 94 93 94 81,5 82 81,25 82 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü Auslos.-Rechten ............ 70,4 70,4 70,13 70,65 Desgl. ohne Autzlos.-Rechte...... 6% efjem.8% Hess. Bolksstaat 1929 lrückzahlb. 102%) ........... 9,6 9,3 9,45 9,5 78 78 79,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............. 67 67 Deutsche Komm. Sammelab l.An- leihe Serie! mik Auslos.-Rechten 65,25 65,25 65 65 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Bant Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 86,5 86,25 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bcml Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 86,25 y/2% ehern. 4'/2% Franks. Hyp., Bank-LIqu.-Psandbriese ..... 86,75 86,9 6’/.% ehem. 4'a% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 86,7 86,7 6% ehem. 8% Pr. Landespfand brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19 85 85,25 84,75 85,25 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanstalt, Pfandbriefe 8t 10 84,5 85,25 4% Oesterretchtsche Goldrenre.... — 12 13,25 12,5 4,20% Oesterretchische Silberrente 1,25 1,25 1,4 4% Ungarische Goldrente....... — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 4%.% desgl. von 1918 ........ — — — 5% abgesi. Goldmextkaner von 99 6,25 6,13 6,35 6,25 4% Türkische Zollanteihe von 1911 5,275 5,2 5,4 5,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie >..................... —- 5,6 5,45 4% desgl. Serie II............. 5,5 5,5 5,6 5,55 5% Rumün. vereinh. Rente V. 1903 6,75 6,7 — 4^r%Rumün.oeretnh.Rentev.l913 10,7 10,1 — — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 5,6 5,7 5,65 5,7 3%% Anatolier............... 25,4 । 25,13 25,5 25,3 Frankfuri a. Dl. Berlin Schlußkurs Schlubk. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börse Datum 6-3. 7.3. 6.3. 7.3. Hamburg-Amertka-Pakei ..... L 18 18 17,65 17,75 Hamburg-Südam. Daurpsschisf. 0 — —— 37 36 Hansa Dampfschiff........... 0 .— — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 18,65 18,25 18,13 18,25 A G. für Verkehrswesen Akt .. 0 44,65 46 44,5 45,75 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 95 95 — 95,5 Commerz- und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- 0 53 53 — 53,5 Gesellschaft................ 0 70,75 70,75 — 70,75 Dresdner Bank.............. 0 61,5 61.5 — 61,5 Retchsbank ................. 1 152 150 151,75 151 A.E.G...................... 0 32,9 32/25 32,5 32 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 86 89,75 90,75 89,5 Licht und Ärast ............. 6 98,5 98,5 98,5 98,9 Felten & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter- 0 58,5 57,5 57,5 57,75 nehmungen............... 4 85,75 86,5 85,65 86.65 Rheinische Elektrizität ........ 5 102 102,5 102 102,75 Schlickert & Co.............. 0 92,75 93 92,75 92,65 Siemens & Halske........... 9 142,75 141,75 142,5 141,25 Lahme yer & (io.............. 10 124 128 124 127,65 Buderus ................... 0 50,5 50 50 51,13 Deutsche Erdöl ............. 4 98,5 99 97,9 99,5 Gelsenkirchener.............. 0 63,5 9 ,25 63 62.75 90,75 62,5 91,75 Harpener................... 0 91,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen.. 0 — — 60,75 61 Ilse Bergbau . ............ 7 145 151 145 150,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 7 106 109 105,25 107,9 Klöcknerwerke ............... 0 49,75 50,25 49,9 50,75 Mannesmonn-Röhren........ 0 64,9 28,5 65,25 28 64 65,75 Monsselder Bergbau ......... 0 28,25 27 Oberschles. Kokswerke......... 0 74,9 74,5 Phönix Bergbau............. Rheinische Braunkohlen ...... 0 10 37,4 214 36,5 211,5 36,75 212 36 209,25 Rheiustahl.................. 0 81,5 79 80,75 80 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittag- börie Datum 6.3. 7.3. 6.3. 7.3. Bereinigte Stahlwerke..... .. 0 37.75 37 37,25 36,5 Olavi Minen ............ ... 0 15,65 16,25 15,5 16 Kaliwerke Aschersleben..... .. 6 121,75 122,5 121,5 122 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 126 127 125,5 125 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 185 186 184,75 186,5 g. G. Farben-Industrie .... ... 7 119,4 118,65 118,5 119 Scheideanstalt............ ...10 — 171 Goldschmidt ............. ... 0 41,5 42 40,75 41,65 Rülgeröwerke............ ... 0 48,65 48 48,4 48,5 Metällgesellschaft.......... ... 0 36 35,75 36,5 35,75 Philipp Holzmann........ ... 0 52,5 53 | 53 54 Zementwerk Heidelberg ... Cementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 52,5 55 Wayb & Freylag......... ... 0 4 4 — — Schultheis Payenhoser..... ... 0 _ _ 106 108,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 39,5 37 38,65 36,65 Bemberg................ ... 0 50 47 50 46,25 Zellstoff Waldhos ......... ... 0 52,5 53,25 52,5 53,25 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 26,25 26,5 26,13 26,5 Dessauer Gas ............ ... 7 116,75 27,65 118 27 Daimler Motoren......... ... 0 —- 26,25' Deutsche Linoleum ....... ... 0 39 39 38,9 39 OrensteinL Koppel ....... ... 0 46 45,75 Leonhard Tietz........... ... 6 34 34,5 34,25 35,5 Thade ................... ...12 128,5 127 130,5 Krihner................. ... 0 27 27,5 28,25 29,5 Mainkraftwerke Höchst Q.BL ... 4 66 69 - Süddeutscher Zucker ...... ... 8 152,5 - - 155 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 6. März 7 .März Amtliche Geld Notierung Brie Amtliche Geld lotierung Brie Helsingfors. 6,444 6,456 6,454 6,466 Wien....... 48,45 48,55 48,45 48,55 Prag....... 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... • — — — —— Sofia ...... 3,047 3,053 3,057 3,063 Holland .... 170,08 170,42 170,08 170,42 Oslo....... 74,53 74,67 74,92 65,18 75,08 Kopenhagen. 64,84 84,96 65,32 Stockholm... 77,12 77,28 77,27 77,43 London..... 14,58 14,62 14,63 14,67 Buenos Aires 0,333 0,837 0,828 0,832 Neu York .... 4,176 4,184 4,156 4,164 Brüssel..... 58,99 59,11 58,99 59,11 Italien..... 21,52 21,56 21,46 21,50 Paris..... 16,60 16,64 16,60 16,64 Schweiz ... 81,67 81,83 34,98 81,62 81,78 Spanien.... 34,92 34,96 35,04 Danzig.... 82,47 82,63 82,42 82,58 Japan...... 0,869 0,871 0,869 0,871 Rio de Jan. 0,239 0,241 0,239 0,241 Jugoslawien 5,554 5,566 5,554 5,566 Lissabon.... 13,26 13,28 13,30 13,32 Banknoten Berlin, 7.März Geld Brief Amerikanische Noten...... 4,14 4,16 Belgische Noten.......... 58,83 59,07 Dänische Noten ......... 64,82 65,08 Englische Noten ......... 14,59 14,65 Französische Noten ....... 16,56 16,62 Holländische Noten....... 189,71 170,39 Italienische Noten........ Norwegische Noten ...... 21,39 21,47 74,75 75,05 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten....... 2,46 2,48 77,40 Schwedische Noten........ 77,40 Schweizer Noten.......... 81,44 81,76 Spanische Noten......... 34,83 34,97 Ungarische Noten.........