Nr.33 SrübarrSsabe 183. Zahrgang Mittwoch. 8. Zebruar 1933 (Er|d)emt täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$:Bejug$preis: Mit 4 Beilagen MU 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrist für Drahtnach» richten- Anzeiger Siehen. poftschecklonto: $rantjvrt nm Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'fche Universtiüts-Vllch- und Lieindruckeret R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Sefchäftrstelle: ZchllMahe 7. Annahme von AnzeigeZ für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klamean-cigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20v , mehr. Chefredakteur- Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in (Bießen. Oie Auseinandersetzung in Preußen. Der neue Kurs. Oie neuen nationalsozialistischen Minister übernehmen ihre Aemier. Die Abrüflungsdebatie in Genf. Amerika behält sich alles vor. — Ungarn, Holland und Norwegen lehnen den französischen plan ab. Präsident Göring, eine Vermittlung herbei- führen, um die sachliche Arbeit des Ausschusses pflichtgemäß zu gewährleisten. Verwendung des Reichskanzlergehalis für Hinterbliebene der SA. und Polizei. Verl in. 7. Febr. (CAD.) Zu der Aachricht, daß Reichskanzler Hitler auf sein Gehalt verzichtet hat. weil er den Lebensunterhalt aus seinen schriftstellerischen Arbeiten verdiene, erfahren wir ergänzend, das; ein Gchaltsverzicht als solcher schon aus steucrtechnischen Gründen nicht möglich ist. Reichskanzler Hitler wird deshalb in der Form über sein Gehalt verfügen, das; er es nach Abzug der üblichen Steuern usw. einem besonderen Kuratori um überweist. Dieses wird das Geld an bedürftige Hinterbliebene erschossener Polizeibeamter und SA.- Leute verteilen. den echten Wurzeln u n s e r e s V o l k s - t u m s erwachsen uns die seelischen Riesenkräfte, die wir brauchen zum Aufstieg. Rur, wo diese Kräfte in den breiten Schichten des Volkes vorhanden sind, kann sich hohe Wissenschaft und große Kunst entwickeln. Nun bitte ich Sie um Ihre Mitarbeit. Auch von Ihnen muß eines als Erlösung empfunden werden: Daß endlich eine Entscheidung gefallen ist, daß endlich ein Kurs festgelegt wurde. Finden wir uns in dem Bewußtsein, daß mir nicht für uns, sondern für unser deutsches Volk arbeiten. Im Vertrauen aus Gott und im Glauben an unser Volk gehen wir an unsere Aufgaben. Kann es etwas Schöneres geben?! Reichskommiffar Göring an die preußische Beamtenschast. Berlin, 7. Febr. (Sil.) Der Kommissar des Reiches für das preußische Ministerium des Innern, Reichsminister Göring, hat an alle Beamten der preußischen inneren Verwaltung einen Erlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Ich grüße die mir unterstellte preußische Beamtenschaft und fordere sie auf, gemeinsam mit mir getreu den Idealen altpreußischen Beamtentums Preußen wieder zum Hort der Sauberkeit, Sparsamkeit und hingebenden Pflichterfüllung zu machen, llnfer Ziel muß es sein, endgültig alles das auszurotten, was eine lange Reihe von Iahren hindurch im Zeichen salschver- standener Freiheit unter Mißachtung preußischer Vergangenheit und deutschen Volkstums nichts gemein hatte mit echter Vaterlandsliebe und Aufopferung für die Gesamtheit der Ration. Es besteht kein Grund zur Beunruhigung in der Beamtenschaft über ihre wirtschaftliche und berufliche Zukunft. Wenn sie in diesem Sinne mit mir ehrlich und nach besten Kräften am Wiederaufbau des Vaterlandes zu arbeiten gewillt ist, wird sie an mir stets einen entschiedenen Förderer ihrer Interessen haben. Wenn es allerdings Beamte geben sollte, die da nicht glauben, mit dem Schiff, dessen Steuer ich in die Hand genommen habe, in gleicher Richtung fahren zu können, so erwarte ich von ihnen, daß sie als ehrliche Männer schon vor Antritt der Fahrt aus meiner Gefolgschaft ausscheiden. Ich erwarte von federn einzelnen den restlosen Einsatz seiner Kräfte. Ieder muh dabei stets des Wahlspruchs eingedenk sein, den sich die Führer der nationalen Bewegung zur Richtschnur genommen haben: „Gemeinnutz vor Eigennutz." Reiner Tisch. Der Reichspräsident hak sich nun doch dazu entschlossen, den preußischen Knoten zu durchhauen und die Schattenregierung Braun auch von den Rechten entbunden, die ihr de» Staatsgerichtshof noch gelassen hat. Eine andere Lösung war tatsächlich auch nicht mehr möglich. Es hat sich gezeigt, daß das -Urteil vom 25. Oktober, das vielleicht juristisch ein Meisterwerk ist. im praktischen Leben nur neue Konflikte schaffte. Der Reichspräsident war also gezwungen, wenn er nicht das Reichskommissariat, das doch nur ein Uebergangszustand sein sollte, in ein Desinitivum verwandeln wollte, den Weg zu gehen, den der Staatsgerichtshof als letzten offen gelassen hatte, indem er jetzt auf Grund des ersten Absatzes des Artikels 48 der Reichsverfassung eingriff. Das seht eine Pflichtverletzung der Staatsregicrung gegenüber dem Reich voraus. Aber eine solche Pflichtverletzung b lucht ja nicht immer subjektiv zu sein, sie kann auch objektiv sein, und der Tatbestand einer solchen objektiven Pflichtverletzung ist zweifellos gegeben, denn ein Land, das nicht imstande ist, sich eine verfassungsmäßige R e - g i e r u n g zu geben, kommt an sich den Verpflichtungen nicht nach, die ihm durch d'e Verfassung auferlegt sind. Jedenfalls nicht, wenn es sich um ein Land handelt, das nach Gröhe und Einfluß die ausschlaggebende Stellung innerhalb des Reiches einnimmt. Wir leiden auch hie: wieder un ec d:n Folgen der Verfassungsturpfuscherei, die nach der Revolution betrieben wurde. Damals hatten die Sozialdemokraten nichts anderes zu tun, als möglichst den Einfluß Preußens zu zerschlagen. Sie wollten nicht einsehen, dah Preußen und das Reich in gleicher Richtung marschieren müssen, wenn das Ganze nicht darunter leiden soll. Selbst Bismarck, der doch der Vater der alten Verfassung war, hat einen solchen Versuch nur vorübergehend gemacht: ist aber gerade angesichts der Schwierigkeiten sehr rasch wieder auf die Verbindung der Aemter des Reichskanzlers und des Ministe rpräsidenten zurückgelommen, obwohl doch damals noch in der Krone die einheitliche Spitze gewährleistet war. Eben deshalb aber wollten die Sozialdemokraten nach der Revolution Preuhen zerbrechen. Dieser Amtarismus dauerte nur so lange, bis sie erkannt hatten, welche Möglichkeiten für die Sicherstellung ihrer Parteiherrschaft in Preußen lagen. Seitdem sind sie ausgesprochene Föderalisten geworden und haben gerade von Preuhen her sachlich wie personell ihren Einfluß zu sichern gewußt. Die ganze preußische Politik des letzten Jahres ist ja eigentlich nur aus diesem Gesichtswinkel heraus zu verstehen. Der Ministerpräsident Otto Braun, der ein müder Mann geworden ist und sich gern zurückgezogen hätte, mürbe von seiner Partei gezwungen. auf seinem Posten auszuhalten und sich in eine auu.j nach seiner eigenen Meinung wohl unwürdige Stellung hineinmanöverieren zu lassen. Er war Demokrat genug, um die Folgerungen aus der Stimmungsverschiebung zu ziehen und nach den preußischen Wahlen einer neuen Mehrheit die Regierung zu überlassen. Die Parteimaschine aber hat ihn matt gesetzt. Sie hat diese Aenderung der Geschäftsordnung erfunden. die für die Wahl des Ministerpräsidenten die absolute Mehrheit verlangte. Was damals gerade von den Sozialdemokraten als eine Tat gefeiert wurde, hat sich nachträglich als eine superkluge Spitzfindigkeit erwiesen, die sich in ihren Wirkungen gerade gegen die Sozialdemokratie gerichtet hat. Denn dadurch, daß der neugewählte Landtag eine Mehrheit nicht aufbringen konnte, wurden gerade die Voraussetzungen geschaffen, unter denen erst der Regierung Papen die Einsetzung eines Reichskommissars ermöglicht wurde. Seither sind Monate vergangen, und wir haben das eigenartige Schauspiel eines Landtags erlebt, dessen vornehmstes Recht die Wahl des Ministerpräsidenten ist, der aber diese Wahl nicht einmal auf die Tagesordnung setzen kann, weil er durch die Fesseln seiner Geschäftsordnung zur Regation verurteilt ist: und verurteilt bleibt. Wenn also die Reichsregierung die Dinge hätte laufen lassen, der Zustand dieses Reichskommissariats würde noch drei Jahre bis zum Ablauf der Wahlperiode gedauert haben, und das ist für beide Teile unerträglich, zumal da sich im Laufe der Zeit auch die Spielregeln des Verhältnisses der beiden Regierungen zueinander immer unerfreulicher gestalteten. Der nationale Sinn des Reichskommissariats war doch, den Dualismus zwischen den beiden Regierungen zu beseitigen und die Voraussetzungen zu schaffen, daß in einer so kritischen Lage Reich und Preußen nicht gegeneinander arbeiteten. Das Urteil des Staatsgerichtshofs aber hat auf einer etwas veränderten Grundlage diesen Dualismus nur neu geschaffen, denn die Hoheitsregierung mußte natürlich, ob sie wollte oder nicht, ängstlich über den wenigen Rechten wachen, die ihr verblieben waren: mit dem Ergebnis, daß darüber nicht nur die Staatsmaschine lahmgelegt, sondern auch die Disziplin der Beamten dem Staate gegenüber untergraben wurde. Denn die Beamten wußten überhaupt nicht mehr, wem sie zu gehorchen hatten. Sie mußten dem Reichskommissar gehorchen, der die praktische Gewalt in Preußen ausübte, sie mußten aber auch der Schattenregierung Braun zur Verfügung stehen, die für sich das Recht der Repräsentation dem Reichsrat und den Parlamenten gegenüber beanspruchen konnte. Auch der gesunde Menschenverstand des Mannes auf der Straße begreift, daß niemand zwei Herren dienen kann und zwei Regierungen für die Beamtenschaft untragbar, für das Wohl des Landes aber verhängnisvoll fein müssen. Der Widerstand endlich, den die Hoheitsregierung und die Mehrheit des Landtags gegen den Versuch einer Generalentscheidung durch das Volk sich geleistet haben, entspringt nur parteipolitischen Motiven, die staatspolitisch nicht gerechtfertigt werden können. Es ist also nur logisch, wenn der Reichspräsident diesem unhaltbaren Zustand ein Ende machte und durch Auslösung des Landtags freie Bahn für eine Neuwahl nicht nur des Parlaments, sondern auch eine, verfassungsmäßigen Regierung schuf. Rückwärts gesehen haben die Bemühungen der letzten Tage im Landtag und im Dreimännerkollegium also nur dazu gedient, den Nachweis zu erbringen, daß die Lösung, die der Staatsgerichtshof zunächst im Auge hatte, untragbar ist. Und deshalb werden die Bemühungen der abgesetzten Regierung, jetzt von neuem den Staatsgerichtshof zum Eingreifen zu veranlassen, auch erfolglos bleiben, zumal ja, bis das Urteil aus Leipzig kommt, die Wahlen selbst wohl schon längst vollzogen sein werden. Am 5. März auch Neuwahl des preußischen Landtags. Der Beschluß des Ltändigen-Ausschusses. Berlin. 7. Febr. (VDZ.) Der Ständige Ausschuß des Preußischen Landtages trat am Dienstagabend unter dem Vorsitz des Landtagspräsidenten Kerrl zusammen, um, entsprechend den Vcrfassungsvorschriften, im Einvernehmen mit der Regierung denWahltermin für die Reuwahlen zum Landtag fest- zuschen. Präsident Kerrl teilte mit, daß die Regierung den 5. März als Wahltermin Vorschläge. Es kam zu einer kurzen Aussprache. An der Abstimmung beteiligten sich Zentrum, Sozialdemokraten und Kommunisten nicht. Mit den ^Stimmen der Rationalsozialisten. De^utschnatlonalen und des Landtagspräsidenten wurde der 5. März als Reuwahltermin festgesetzt. Das Kabinett Braun klagt vor dem Gtaategerichtshof. Die Klage bereits überreicht. Berlin, 7. Jebr. (VDZ.) Von der Regierung Braun wird mitgeleilt: Die Klage des Landes preuhen gegen das Reich und den Reichskommissar ist heute gegen 11 Uhr im Bureau des Slaäls- gerichlshofs beim Reichsgericht überreicht worden. Die Klage umfaßt 16 Seilen. Der Klageantrag lautet: „Der Staatsgerichtshof wolle erkennen: Die auf Grund des Artikels 48 Absatz 1 der Reichsverfassung erlassene Verordnung zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnifse in Preußen vom 6. Februar 1933 steht mit der R e i ch s v e r f a s s u n g nicht im Einklang und ist daher ungültig.“ Der Klageschrift ist in einem Anlageband von 53 Seiten der Schriftwechsel beigefügt, der vom Oktober 1932 bis zum 6. Februar 1933 zwischen dem preußischen Staatsminislerium und der Reichsregierung und dem Reichskommissar über die Durchführung des Leipziger Urteils vom 25. Oktober 1932 geführt wurde. Darübet*, ob mündliche Verhandlung stattfinden soll oder nicht, ist in den preußischen Anträgen nichts gesagt. preußensBerlrelunß imReichsrat Minister Frick ruft cinc Länderionserenz ein Berlin, 7. Febr. (DDZ.) Die bayerische Staatsregierung hat sich wegen der jüngsten Maßnahmen gegenüber Preußen mit dem Rcichsinnenminister Dr Frick in Verbindung gesetzt unter Hinweis vor allem auf die Der» änderte Situation i m Reichsrat. Die bayerische Staatsregierung hält unverändert an ihrem vor dem Staatsgerichtshof vertretenen Standpunkt fest, daß es unmöglich sei. dah Mitglieder des Reichstabinetts in ihrer Eigenschaft als Reichskommissare oder Landesorgane im Reichsrat mitzuwirten vermögen. Der Reichsinnenminister hat die Absicht, zu Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche eine Länder- konferenz nach Berlin einzuberufen. Vom Ergebnis dieser Besprechung wird die weitere Arbeit im Reichsrat wesentlich abhängen. Oer Krach im Lleberwachungsausschuß. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Frank 11 erklärt in einem Schreiben an den Reichstagspräsidenten Göring wegen der Vorkommnisse im äleberwachungsausschuh. der Brief des Abgeordneten L ö b c enthalte eine Fülle von Unrichtigkeiten. Es sei unwahr, daß die Rationalsozialisten durch ununterbrochenes Schreien, Beschimpfungen des Vorsitzenden und durch Gewaltandrohungen den Vorsitzenden an der Ausübung seines Amtes gehindert hätten. Abgeordneter Frank II fordert die Reuwahl des Vorsitzenden und erklärt, die Rationalsozialisten würden, solange dieser Forderung nicht stattgegeben sei, Sitzungen des Ausschusses mit allen parlamentarischen und gesetzlich erlaubten Mitteln unmöglich machen. Für den Fall, dah Löbe sich für seine dem Führer der RSDAP. angetane Verunglimpfung entschuldige, stellt Abgeordneter Frank II eine lieber* Prüfung des Standpunktes der Rationalsozialisten in Aussicht. Dem Abgeordneten Löbe hat Reichstagspräsident Göring geantwortet, dah erst einmal eine Bereinigung zwischen den beteiligten Aus- schußmitgliedem versucht werden soll, wie es in der Praxis auch bisher üblich gewesen sei. Wenn indessen ein befriedigendes Resultat nicht zu erzielen sei. so werde er, der Reichstags- DerkommjssarischeKMsmmister Rust über feine Aufgabe. Berlin, 7. Febr. (TU.) 'Am Dienstagmittag ließ sich der neuernannte kommissarische Kultusminister Rust die Beamten, Angestellten und Arbeiter seines Ministeriums vorstellen. Er führte dabei u. a. aus: Ich begrüße cs besonders, dah nicht nur die hohen geistigen Beamten hier versammelt sind, sondern alles, was in diesem Hause mitwirkt. Die Arbeiter der Stirn und Faust mit gegenseitiger Hochachtung vor ihrer Arbeit zu erfüllen und in eine deutsche Arbeitsfront einzugliedern, ist das Ziel meiner Bewegung. Der Einsichtige muß begreifen, daß die Bewegung der jungen Ration, die mich in dieses hohe Ministerium hineingetragen hat, etwas anderes als Parteipolitik ist. Wenn ich etwas in dieses Haus hitteinbringe, dann ist es vor allem anderen die enge Verbundenheit mit dem Volke, seiner wiedererwachten Kraft und Sehnsucht. Die Bewegung der jungen deutschen Ration hat Parallelen unter fast allen Völkern der Erde. Diese Bewegung ist die deutsche Ausprägung eines völkischen Erwachens und nationalen Erstarkens aller Völker. Die Lkebernahme des Kultusministeriums durch mich bedeutet eine grundsätzliche Entscheidung und eine Anpassung an den Willen der deutschen Ration. Ich weiß, daß für viele von Ihnen die Ueber- nahme der Kulturleitung durch einen 'Nationalsozialisten nicht leicht empfunden wird. Wenn diese Empfindungen entstehen sollten, aus dem unbegründeten Verdacht kulturkämpferischer Neigungen meiner Bewegung, so kann ich diese Bedenken sogleich zerstreuen. In fast 150jährigem Konsefsionskriege sind wir als Reich und Volk fast zugrundegegangen. Heute stehen wir in erbittertem Existenzkampf gegen den Bol- s ch e w i s m u s. Ich werde die christlichen Kirchen beider Konfessionen aufrusen, die in ihr ruhenden Werte von Glaube und Sitte gemeinsam mit uns im Kampf gegen diesen Feind einzusetzen. Ich werde nur einen deutschen K u r s st e u e r n und nur, was außerhalb dieser Linie liegt, findet meine, allerdings entschiedene Gegnerschaft. Es hat unser Volk saft alles verloren. Es ist zum Aufstieg aus Armut und Unfreiheit nur a u f seine geistigen und seelischen Kräfte angewiesen. Diese zu schützen, wo sie vorhanden sind, besonders bei der Jugend, sie wiederherzustellen, wo sie verloren gingen, das »ft meine Aufgabe und mein fester Wille. Nur aus Genf, 7. Febr. (TU.) Im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz wurde am Dienstag die Aussprache über den französischen Sicherheiis- und Ab- rüstungsplan fortgesetzt. Der s ü d s l a v i s ch e Außenminister Jeititsch erklärte, der französische Plan biete ein vollständiges System für den Frieden und die internationale Sicherheit, stärke die Autorität des Völkerbundes und ermögliche eine Durchsetzung von Ratsdefchlüssen gegen den Angreifer. Die Abrüstung könne nur durch den Ausbau der gegenwärtigen Sicherheitsgarantien erreicht werden. Der Vertreter Ungarns, Gesandter Masirovitsch, betonte, daß seine Regierung sich den Kritiken und Bedenken zum französischen Plan am schließe. Ungarn verlange eine wirksame und sofortige Herabsetzung sämtlicher Rüstungen. Der holländische Außenminister Belaerts übte scharfe Kritik am französischen Plan und vertrat den Standpunkt, daß neue Sicherheitsgarantien keineswegs notwendig seien. Die Abrüstung könne mit den gegenwärtigen Sicherheitsgarantien durchgcführt werden. Er wandte sich gegen den Plan der Schaffung einer Völkerbundsarmee und gegen die Internationalisierung der Zivilluftfahrt. Er gab sodann als erster auf der Abrüstungskonferenz seiner großen Befriedigung über die Regelung der Frage der deutschen Gleichberechtigung Ausdruck und verlangte, daß die von der öffenllichen Meinung so dringend geforderten Entscheidungen nun bald getroffen werden müßten. Bemerkenswert war insbesondere die Stellungnahme des Vertreters der Vereinigten Staaten, der unumwunden erklärte, daß die Verstärkung der Sicherheit gemäß den französischen Forderungen eine ausschließlich europäische Angelegenheit sei. Was Amerika tun werde, müsse Sache späterer lieber-» legungen sein. Was es tun könne, werde in entscheidendem Maße davon abhängen, zu welchen konkreten Abrüstungsmaßnah- m e n die Konferenz kommen werde. Der Vertreter der rumänischen Regierung beeilte sich, die uneingeschränkte Zustimmung zum französischen Plan zum Ausdruck zu bringen. Bei Der Herabsetzung der Rüstungen müsse entsprechend dem stets von Rumänien eingenommenen Standpunkt die besondere Lage einzelner Länder berücksichtigt werden. Der Vertreter der norwegischen Regierung schloß sich indessen ausdrücklich den Erklärungen des holländischen Außenministers an und betonte, daß die allgemeine Herabsetzung der Rüstungen die erste Vorbedingung für die allgemeine Sicherheit darstelle. Der österreichische Vertreter, Hecht, stellte fest, daß die in dem französischen Plan vorgesehene Lereinheitlichung der Armee Oesterreich I trat I und Itbea* lab es : Hn- ugust. c. um ntlich . das as er . Die n das chnell ß zur ) dort crum- t aus Zau» uf ein war. wurde Man gegen ) über des eifrig jenem tohlen Steuer Aur Schluß bschie» N. , (i ger n. Die ugenb- lordcn. raume, ja 200 wird, sachsen Haus bürg»- aper h eben- ng fin- nähen, ?n Ar- kochen, ursorge oralen ' junge )fii sich ächsten ich er- hiesige durch i g mit r weit hinaus itoerle, •riefte um i“ er» 25, be- 8 Ver- g -um ort seit ihntal» es ®e- • ,,Lä» er, der rnngee» nd das kte für »at hier leider :. Zwei i Man- ’ebenÄ- : stor » rufen Hus- i dessen ld toei» c Wet- lö nach Durch erdings e über •giebige Idlichen •en ab- t Druck olfigem ♦en lich später» Rieder- ig und trocken. Sielfach ag und i mild, ,8 Grad norgens inimum 10 cm '. März: 0,0 mm. die Einführung des vom österreichischen Volk dringend gewünschten M i l i z s y st e m s ermöglichen würde. Oesterreich erblicke in dem Milizsystem die entscheidende Bedeutung für die allgemeine Sicherheit. Das Milizsystem entspreche weit mehr als eine Berufsarmee der Gesinnung und der besonderen Lage Oesterreichs. Gras Albert Apponyi f. Genf. 7.Febr. (2BI23.) Graf Apponyi. der Führer der ungarischen Delegation auf der Abrüstungskonferenz. ist heute nachmittag nach kurzer Krankheit im 87. Lebensjahr g e st o r b e n. Mit dem Grafen Albert Apponyi ist der „Grand old Man“ Ungarns und zugleich seine markanteste Figur der neueren Geschichte dahingegangen. Am 29. Mai 1846 in Wien geboren, gehörte Graf Albert Apponyi dem ungarischen Parlament seit 1872, als Kammerpräsident von 1901 bis 1904 an. Von 1906 bis 1910 wirkte er als Unter- richts Minister, von manchen Seiten angefeindet, aber schon damals als eine überragende Figur in der ungarischen Regierung. 1917 nach Tiszas Rücktritt war er wiederum für kurze Zeit Kultusminister. Wahrend des Kriegsjahres wirkte er in der Roten-Kreuz-Mission besonders in der Kricgsgefangenenfürsorge. Nach Beendigung des Krieges wurde Apponyi Vorsitzender der ungarischen Friedensabordnung. Er bezeichnete die Friedensbedingungen der Entente als unannehmbar und trat, als er die Erfolglosigkeit seines Widerspruchs erkannte, noch vor Unterzeichnung des Trianoner Vertrages von seinem Amt zurück. 1924 wurde er Ungarns erster Vertreter beim Völkerbund. Hier widmete er seine Kraft dem Kampf um die Revision und um die Abwendung der schlimmsten Vertragsfolgen. Seine Redekämpfe mit T i - tulescu in der Optantenfrage zogen die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf diese hohe imponierende Greisengestalt, die mit schier unheimlicher Vollkommenheit in mehreren Sprachen im Natssaul die Sache Ungarns zum Siege zu führen wußte. Ehrungen aller Art hatten sich auf sein greises Haupt gehäuft, und in den Straßen von Budapest ebenso wie säst allen europäischen Hauptstädten kannte fast jedermann diesen schlanken, fast hageren großen Mann mit der Hakennase und dem weißen Bart. Sein 75. und sein 80. Geburtstag waren nationale Festtage, und unmittelbar an diesen zweiten anschließend begab sich Graf Apponyi aus eine Orientreise, von der er in meisterhaftem Stil Zeugnisse von seiner scharfen Beobachtungsgabe und seinem schriftstellerischen Talent ablegte. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes i n den Sielen gestorben. Nicht zu Hause, sondern aus dem Kampfplatz seiner letzten Lebensjahre, in Genf, hat ihn ein sanfter Tod hinweggerafft. Sein Tod entbehrt trotz der Fülle des Erlebten und Geleisteten, trotz der Fülle der Jahre eines tragischen Zuges nicht, weil Graf Apponyi das Ziel feines zähen Ringens die Erleichterung des ungarischen Schicksals,'die Revision von Trianon nicht erleben durste. Trauerkundgebung der Abrüstungskonferenz, Genf, 7. Febr. (£il ) 2lm Dienstagnachmittag fand im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz zu Ehren des verstorbenen ungarischen Staatsmannes Graf Apponyi eine feierliche Trauerkundgebung statt. Der Präsident Henderson machte dem Hauptausschuh die Mitteilung. daß „sein alter treuer Freund, Graf Apponyi" soeben verschieden sei. Die Konferenz hörte darauf stehend eine Erklärung des Vertreters der ungarischen Regierung, General T a n c z o s, an. Der Tod des Grafen Apponyi bedeute nicht nur einen schweren Schlag für die gesamte ungarische Ration, sondern gleichzeitig einen herben Verlust für den Völkerbund. Graf Apponyi sei stets ein treuer Anhänger des Völkerbundes gewesen. Graf Apponyi sei als ein wahrer Patriot und Kämpfer für die Ehrs und den Ruhm Ungarns auf dem politischen Schlachtfeldc geblieben. Henderson ersuchte den Vertreter Ungarns?;, der ungarischen Regierung und der Familie des Verstorbenen die Gefühle tiefsten Veilcids für den schweren Verlust zu übermitteln. Die Sitzung wurde sodann zum Zeichen der Trauer unterbrochen. Die Leiche des Grafen Apponyi soll vorläufig in der Genfer Rotre Dame-Kirche beigeseht und sodann nach einigen Tagen nach Ungarn überführt werden. Das Urteil gegen Mitglieder des Deutschtumsbundes vom Posener Appellaiionsgericht bestätigt. Posen, 7. Febr. (TA.) Am Dienstagvormittag begann vor dem Strafsenat des hiesigen Appellationsgerichts die neuerliche Berufungs- Verhandlung gegen Mitglieder des aufgelösten Deutschtumsbundes. Dasselbe Gericht hatte am 30. 3uni 1931 den Abgeordneten Graebe, Studienrat H e i d e l ch und weitere neun Angeklagte wegen „Anmaßung von Amtsbefugnissen" und „Verhinderung von Gesehen mit ungesetzlichen Mitteln" z u Gefängnis bis zu sechs Monaten verurteilt. Von der Anklage der Spionage, des Hochverrats und der Vorbereitung zum Hochverrat, weswegen die erste Instanz des Vrombergcr Landgerichts teilweise Zuchthausstrafen verhängt hatte, wurden die Angeklagten in Posen seinerzeit freigesprochcn. Die von der Verteidigung gegen das genannte Urteil beim obersten Warschauer Gericht beantragte Kassation hatte Erfolg und die Sache wurde an den neu zusammenzufetzenden Strafsenat des Posener Appellationsgerichts zurückverwiesen. Die neue Verhandlung begann mit der Verlesung des Urteils des höchsten Gerichts. Abg. G r a e b e , der allein von den Angeklagten erschienen war, erklärte, daß sämtliche Handlungen des Deutschtumsbundes streng legal gewesen seien. Von der Verteidigung wurde ein Antrag aus Wiederaufnahme desDeweisver- f ährens gestellt, da inzwischen das neue polnische Strafgesetzbuch in Kraft getreten fei, das für die angeblich von den Angeklagten begangenen Vergehen erheblich mildere Strafen vorsieht. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen diesen Antrag Widerspruch. Das Gericht fällte schließlich folgendes Urteil: Der Antrag der Verteidigung wird a b g e l e h n t und das Urteil des Appellationsgerichts Posen vom 30. Juni 1931 in vollem Umfange bestätigt. Gegen dieses Urteil wird voraussichtlich noch - malsKassation seitens der Verteidigung angemeldet werden. penona.DeranOerunflen in der Reichswehr Berlin, 7. Febr. (TU.) Das Reichswehrministerium teilt folgende Personalveränderungen in der Reichswehr mit: Befördert mit Wirkung vom 1. Februar 1933 zum Generalleutnant der Generalmajor von Bon in, Inspekteur der Nachrichtentrupps; zum Generalmajor der Oberst Professor Dr. ph’l. Leber Walter Gramatte. Zur bevorstehenden Aufstellung im Oberhessischen Kunstverein. Von der Leitung des Oberhessischen Kunstvereins werden uns folgende Zeilen zur Verfügung gestellt. Der Oberhessische Kunstverein veranstaltet in der Zeit vom 12. Februar bis zum 5. März eine Ausstellung der Arbeiten des jung verstorbenen Malers Walter Gramatte, der am 9. Februar 1929 nach schwerem Leiden im Alter von 32 Jahren starb. Er wurde 1897 in Berlin von Eltern, die aus Schlesien und Ostpreußen stammen, geboren. Der Rame ist, so lange die Familiengeschichte zurückverfolgt werden kann, in Deutschland nachzuweisen, aber hugenottischer Abstammung. 1914 geht der kaum Siebzehnjährige als freiwilliger Soldat ins Feld. Als der Reun- zehnjährige schwer verletzt wieder in die Heimat kommt, sind seine Arbeiten der erschütternde Aufschrei einer in ihren tiefsten und empfindlichsten Stellen getroffenen Seele. Seine eigene Kunst fängt erst an, als er sich in sich selbst zurück- zieht, und aus einer reinen und tiefen Seele erschütternde menschliche Bekenntnisse ablegt. Dieser Wendepunkt kommt mit seiner Frau, der Komponistin Sonja Gramatte. — Die Verhältnisse in Deutschland, vor allem die Wohnungsnot, zwangen das Ehepaar Gramatte, auszuwandern. 1924 gehen sie nach Spanien in der Hoffnung, daß er im Süden auch für ein immer stärker fühlbar werdendes Leiden Linderung finden würde. Dort hat er auch die letzte Reife in seinen Arbeiten gesunden. Rach Deutschland zurückgekehrt, war es ihm nur noch zwei Jahre vergönnt, zu schaffen. Es entstanden die letzten ganz reifen Radierungen von sich und seiner grau. 3n feinem letzten ' Lebensjahre entstand nur noch das Bildnis seiner Frau nach ihrem Kosenamen „Mein Hullele- Bild" genannt, das reifste und zugleich ausdrucksstärkste seiner Werke. Am 9. Februar 1929 ist er dann im Hamburg gestorben. — Wir geben hier eine von Dr. Ferdinand Eckhardt, Berlin, dem Biographen Gramattes, der auch am 12. Februar hier den Einführungsvortrag halten wird, zusammengestellte kurze Auswahl von Briefstellen wieder. * „Wenn ich nur erst wieder malen könnte I Ich bin so angefüllt, daß ich bald sprechen muß, ich kann es kaum noch so herumtragen, und dann habe ich so Angst, daß die Eindrücke sick) verwischen könnten und dabei müssen sie in Ekstase gemalt werden, direkt plötzlich. Sonst wird es nichts. Wenn ich nur alles rein ertrage. — Es war nicht möglich zu schreiben. Ich liege nun seit Wochen von morgens bis abends auf der Straße und suche nach hohen Dächern und wenn ich eins finde, dann nach dem Hauswirt, und wenn ich den finde, dann nach dem, der mir eine Wohnung baut. Und das tut niemand. Langsam fange ich an, verrückt zu werden! Hermsdorf ist so maßlos kalt, daß es eine Unmöglichkeit ist, dort zu arbeiten. So wohne ich jetzt bei Bekannten auf Sofas herum. . . Unfet Häuschen (Barcelona) ist herrlich. Hoch über der Stadt das Meer, die Dreitausend-Meter-Berge, alles das Tag um Rächt, aus jedem Fenster und man sagt mir, daß wir bei klarem Wetter die Bergspihen der Balearen sehen werden. Ich werde in einer Veranda malen oder im Garten, der ringsherum geschlossen ist. Sonja spielt unten im großen Salon. Der Garten ist so ganz klein, hat aber so viel Blüten, wie in Deutschland in einem Riesenpark vorhanden sind. And in einem Tempo geht das! Vor vier Tagen sind die Kastanienbäumchen auf gebrochen, heute sind die jungen Triebe fünfzehn Zentimeter lang, die Blätter sind entfaltet, in der Mitte ganz frei schoil die Blütenknospen, es ist so schwer zu denken, daß mit Mühe und Rot im Hamburger Botanischen Garten die ersten Schneeglöckchen blühen, während hier die Rosen herumschaukeln.. . Mein Hüll! Mein Engelchen, gräme dich nicht um Dinge, die höchst beklagenswert sind. Du selbst hast ja längst den Gedanken nach lautem Ruhm aufgegeben. Du denkst noch zuweilen daran, w eil du Ruhm als paradiesisch erachtest, nie aber warst du so klein, wie fast alle anderen Musiker. Ruhm zu erstreben aus Eitelkeit. Ach, wie sie sich alle großartig finden, sich aufblafen und lieber Mist fressen würden, ehe ihren für ihr kümmerliches Geistesleben so wertvollen Ruhm hergeben. Mit all diesen hast du nichts gemein. Richts. Ganz hoch unerreicht, aber fest für alle schwebst du engelgleich. Wir werden leben, wir beide, und bald besser leben, ich fühle es, weiß es, selbst ohne daß ich Metteur en scene sein muß. Wir werden arbeiten und das Gluck, was Menschen überhaupt genießen können, es wird bei uns fein. Königliche Kinder sind wir, und durch eigene Erkenntnis. And wenn die schön gepflegten Knochen all der großen, klugen reichen Meister, die heute auf uns niederlächeln, einst unter der Last ihrer prunkvollen Mausoleen zerpulvern, dann werden über unsere bescheidenen Gräblein unsere Werke Oie Explosions-Katastrophe in der pariser Autofabrik Renault. M . i t r 1 H f H VI vTi"; W •< Z-n ZZw Blick in die völlig zerstörte Elektrizitäts-Zentrale. h. c. Dr.-Ing. Becker, Leiter des Prüfwesens beim Heereswaffenamt; zu Obersten: die Oberstleutnants Hoepner, Chef des Stabes der 1. Division; Weyer, Abteilungsleiter im Reichswehrministerium; zum Oberstleutnant der Major Detme- ring, Infanterie-Regiment 16. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat dem aus seinem Amte scheidenden Staatssekretär Z w e i g e r t in einem herzlichen Handschreiben seinen besonder c n D a n k für die während der zehnjährigen Tätigkeit als Staatssekretär im Reichsministerium des Innern in schwieriger Zeit geleistete Arbeit ausgesprochen und ihm gleichzeitig sein Bild mit eigenhändiger Anterschrift übermittelt. • * Der König von Dänemark, der sich auf der Durchreise nach dem Süden in Berlin auf» hielt, stattete dem Herrn Reichspräsiden- t c n einen privaten Besuch ab. Der König und die Königin nahmen anschließend beim Reichs- auhenminister und Frau von Reurath das Frühstück ein. * Der neugewählte Lippische Landtag wählte zum Landtagspräsidenten mit den Stimmen der Rationalsozialisten und der Bürgerlichen den Abgeordneten Helms, zum Vizepräsidenten den bisherigen sozialdemokratischen Fraktionsführer Linne. Als Mitglieder der Landesregierung wurden die beiden nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Krappe, Adolf Wedderwille und Landwirt K 1 ö p p e r (parteilos) gewählt. Landtagsabgeordneter Köhler (RSDAP.) hat beim badischen Staatsministerium schriftlich die Auflösung des badischen Landtags auf Grund der Dietramszeller Rotverordnung beantragt. Die Reuwahlen sollen gleichzeitig mit der Reichstagswahl am 5. März statt- finden. In M ü n st e r wurde der Hamburger National- ötonom Professor Heimann, der auf Einladung schweben, unser Geist, und man wird jammern und auf die zerflossene Generation schimpfen, die uns so fremd behandelt hat und sich dicke tun, uns entdeckt zu haben, und so fein, wie es immer ist und immer war. Rur erraten werden sie nicht, daß wir auch zu Lebzeiten schon wußten, was wir taten und daß wir glücklich waren, und niemanden brauchten. Mein Hüll, mein Aepfelchen, wie sehr liebe ich dich und achte ich dich und erkenne ich dich, wie sehr reich bin ich durch dich, welch ein herrliches Schicksal ist mir gesandt worden, Hüll." — Goethe-Bund. IV. Dichterabend: Fetix Timmermans. Der flämische Dichter Timmermans, dessen jüngstes Buch über den heiligen Franziskus von Assisi wir vor Weihnachten an dieser stelle besprochen haben, ist in Gießen auch persönlich kein Unbekannter mehr; viele der gestrigen Zuhörer werden sich noch mit Freuden an seinen ersten Besuch bei uns und seine erste Vorlesung im Goethe-Bund erinnert haben. Wohl jeder aus der großen und andächtigen Gemeinde kennt wenigstens eines seiner schönen Bücher; und es war sicher ein glücklicher Gedanke des Dichters, seinen Lesern und Freunden, ivie es im ersten Teil dieses Abends geschah, von sich selber zu erzählen, aus seiner Kindheit und seiner Erinnerung, vorn Ursprung und von, Reifen seines Werkes und von den lebendigen Gestalten, die durch seine Bücher gehen und uns seit langem vertraut sind. In schlichter und von stiller Heiterkeit durchwirkter Erzählung (der das gebrochene Deutsch der Rede nichts von ihrer ursprünglichen Anschaulichkeit nahm) berichtete Timmermans von seinen frühen dichterischen Versuchen; von einem siebenaktigen Trauerspiel, das nach herber Kritik grausam amputiert wurde; vom Laientheater auf dem Lande, von seiner im bloßen Nachthemd gespielten ersten Rolle; von der erdichteten Landschaft des „Pallieter", die aus einem armseligen Blumen- stöckchen erblühte, und von den lebendigen Vorbildern zu den Gestalten des herrlichen Buches, dem Helden, dem Pfarrer und dem Dichter Franzoo. Wir hörten auch von der Entstehung der zarten und feinen Erzählung „Die Delphine", und wie die Intuition dieser Geschichte aus der guten alten Zeit auf ein Biedermeierbild und auf ein bei Nacht von der stillen Straße zum Dichter hereindringendes Lied zurückging, dessen sanfte Melodie aus der schwermütigen Weite der russischen Steppe der sozialistischen Arbeitsgemeinschaft des staats- wissenschaftlichenInstituts der Universität einen Vortrag über sozialistische Planwirtschaft halten wollte, gleich zu Beginn am Reden gehindert. Die Vorlesung wurde daraufhin abgebrochen. Während die Teilnehmer das Universitätsgebäude verließen, kam es vor dem Gebäude zu einer Schlägerei, bei dem mehrere Personen verletzt wurden. Aus aller Well. Wagner-Gedenkfeier im Leipziger Gewandhaus. Am kommenden Sonntag um 11.30 Uhr findet im Leipziger Gewandhaus eine Wagner-Gedenkfeier statt, an der Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsfingnzminifter Graf Schwerin-Krosigk, Reichsinnenminister Frick und Reichsminister Göring teilnehmen werden. Die genannten Mitglieder der Regierung begeben sich bann nach Weimar, wo um 18 Uhr im dortigen Nationaltheater anläßlich des Wagner-Jahres die Festaufführung „Tristan und Isolde" gegeben wird. Wiederaufnahmeverfahren im wordprozeß Dr. Richter obgelehnt. Das Oberlandesgericht Bonn hat den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens imMord- Prozeß D r. Richter, der bekanntlich die Krankenschwester Mertens aus Bonn vergiftet hatte, 'deswegen zum Tode verurteilt und zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden ist, a b gelehnt. Das Oberlandesgericht hält auch die Beschwerde eines Mainzer Rechtsanwalts gegen die Ablehnung der beantragten Wiederaufnahme des Verfahrens durch die Bonner Strafkammer für unbegründet. — Damit dürfte der Fall Dr. Richter endgültig erledigt fein. Bluttat in Preußisch-Skargacd. Im Verlaufe eines Streites zwischen vier Arbeitern in Preußisch-Stargard (Korridor-Gebiet) wurde der 29jährige Erich Hartung durch Axthiebe getötet und ein gewisser P e l p 1 i n s k i durch einen Schlag mit einer Eiscnstangc schwer verletzt. Die beiden Täter, zwei Brüder namens Äanta, sind bereits verhaftet worden. herzukommen schien. Mit dein Bild und dem Lied tauchten auch die Gestatten und Motive der „Delphine" auf und begannen Beziehung zueinander zu gewinnen: Anna Marie und die Erbschaft in Lier, der Notar Piruhn und der wettlustige Onkel mit der Magenerweiterung. Die Reihe der Bücher vom „Licht in der Laterne" bis zum „Franziskus" beschwor in (Erinnerung und Phantasie des Dichters eine Fülle lebendiger Gestalten herauf, die alle ein wenig Anteil und mitgeschaffen haben an seinem Werk: der Vater, der seine Kinder in Schlaf singt, die fröhlichen Begräbnismusikanten und die beiden Kerle, die zu zweit für drei Cents ein Fäßchen Schnaps aussaufen. Lauter schöne kleine Geschichten: von der Reise mit dem Frachtwagen nach Antwerpen; von der beglückenden ersten Begegnung mit dem Werk der großen Landsleute Rubens und Brueghel; vom unverhofften 'Almosen in der Kirche, das der Herr den Seinen im Schlafe gibt; von? Großvater und vom Apfelsinenbäumchen; von der Sehnsucht nach Italien, von den „Blümlein" des heiligen Franziskus und von Mariechen, der Frau des Dichters. — Den Abschluß bildete nach der Pause die Vorlesung von drei Erzählungen. Zuerst gab es das Mittelstück aus dem „Triptychon von den heiligen drei Königen", die mit ihrem Stern durch das winterlich verschneite Flandern ziehen und das Christkind finden: eine kleine, heitere, weihnachtliche Legende. Dann die groteske Geschichte vorn Bäcker Ambiorix in Lier, der ein haariger und muskelstarker, gewalttätiger und ruhmsüchtiger Mensch ist und seine arme und schlampige Ehefrau (Emma schrecklich tyrannisiert. Und zuletzt die an unsere Legende vom Distelfinken erinnernde, paradiesische Geschichte vom Schweinchen, dem der liebe Gott mit einer an den Sternen erhitzten Brennschere das Schwänzchen lockt als einzigen Zierat seines sonst nackten und rosigen Leibes. — Die Zuhörer dankten mit herzlichem Beifall und gingen heim in der Getvißheit, bei einem wirklichen Dichter zu Gast gewesen zu sein. —y— Hochschulnackrichten. Aus einen Lehrstuhl der Rationalökonomie in Berlin wurde Professor Dr. Constantin von Diehe in Jena berufen; er wird dem Auf Folge leisten. Professor Dr. Hans Eppinger von der Ani- versität Köln erhielt einen Ruf auf einen Lehrstuhl für innere Medizin an der Aniversität Wien. I i < L D. iz fd VÄ ' trat l und tbea- ab cv - Hn- uguft, c. um ntlich . da« ü6 er Die n do« chnell 3 zur » dort crum- t QU« Zau- uf ein war. wurde Qli an gegen ) über des eifrig jenem kohlen Freu- rr zur 5chlust bschic- N. ager n. Die ugcnd» rnrbcn. räume. ,a 200 wird, sachsen j)au9 burge- ager l*. eben» ng fin» nähen, kochen, irforge ovalen i junge )en sich äd)ften ich er» hiesige durch ig mit r weit hinaus itoertc, - r ts- sie um i“ er- 15, bell Der- g 8um ort seit rhntal- es Ge- „6ä- er, der anges- nd da« kte für iQt hier leider . Zwei . Man- leben«- • ft o t - iu f c n Huf- i dessen ld wei- c Wet- ib nach Durch rrdings e über giebige Glichen en tib- Druck oltigem •en sich später- Nieder- ig und trocken. Zielfach ig und i mild, .8 Grad aorgens inimum 10 cm . März: ),0 mm. I e I y W des staats- Mtät einen !Bor= 9Qn hallen wdUIc >ehindert. Die brachen. Während lebauöc verließen, ■r Schlägerei, t wurden. Seit. I« Gewandhaus. 11.30 Ul)r findet im 9ner:Qebent. ler Adolf Hitler, Detin^tofiqf, und Neichsminiiier Die genannten Mufich dann nach Weizen Nationaltheatcr die Festaufführung • vird. rjahren ikr obgelehnt. hat den Antrag auf rfahrens imMord- rtanntlidj bie Kran- >nn oer.qifW halte, jnb zu lebenslang- jrben ist, abge- Wt auch die Be- anwalts gegen die Wiederaufnahme des ■ Strafkammer für der Fall Lr. Richter Stargard. i zwischen vier Ar» ) lKorridor-Teblets rlung durch Ar!- isscr Pelplinsli kiscnstangc schwer zwei Brüder na» ^rhostet worden. Bild und dem Lied j Motive der X Ziehung zueinander die Erbschaft in T wettlustige Onfci . Zieihe der Bucher zum „Franziskus anlnfic des W -> herauf, die atie /haben,an -fej»« öcr in schlaf fwgi. kn und die beiden £ «n NU" akine ®#*n: ten Begeg'wng m» AW un5?efiie"mit ihre"' cn irftneife Flandern *flcine, he" r'Ss M ol,d„e todt «'* iwanzchen ro(ig?n 1üdlcn,it ber.?li*fm klen JjLjMt ^i der Gew'»' ein. ast gcwele"^ Aus der Provinzialhauptstadt. Mein Mann hat Grippe! Ich möchte lieber einen Jagdhund baden und ibn zum Trocknen in die Betten legen, un$ möchte lieber Möbelwagen laden, (Hy xinen grippekranken Mann zu pflegen. Jetzt will er schlafen. Er benennt es dösen. Ich leh ihn in die Kissen sich vergraben Jetzt will er plötzlich .Kreuzworträtsel lösen und eine bess're Nachttischlampe haben. Sein sogenanntes Fieber — 38 —, veranlaßt ihn schon fast zum Phantasieren. Er mißt sich stündlich, unentwegt und fleißig. Jetzt ift's ihm heiß, und jetzt glaubt er zu frieren. Die Dame, die im ersten Stock Klavier spielt, die soll man, so verlangt er es, erschlagen. Das Mädchen, das in diesem Fall Kurier spielt, soll einen Brief zum Hausbesitzer tragen. Jetzt hat er Hunger. Aufrecht will er fitzen. Er hat sich's überlegt: Er will nichts essen, und statt des Essens will er lieber schwitzen. Doch vorher muß er sich noch einmal messen. Er schluckt.Mixturen, Pillen und Tabletten Den Wickel reißt er fort nach fünf Minuten. Zu hart sind ihm die viel zu kalten Betten Er sagt, er wälze sich in’giebergluten. Dabei hat er nur 37,7. Er schimpft und sagt mit vielen Vorbehalten, was ihm der Arzt da wieder mal verschrieben, sei nur dafür, ihn lange krank zu halten. Es zieht. Ich muß jetzt alle Türen schließen. Es schmerzt der Hals ihn beim geringsten Husten. Er sagt, er müsse sich vom vielen Niesen die Seele völlig aus dem Leibe prüften. Ach, töt er's doch! Ich weiß, cs ist nicht christlich, wenn wir im Herzen solche Wünsche hegen. Doch Nerven muh man haben, unverwüstlich, um einen grippekranken Mann zu pflegen! Puck. Bornotizen. — 2lu s dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Als 18. Vorstellung im Mitt- woch»Abonnement heute, 20 Uhr, Wiederholung des Lustspiels „2:2 unentschieden" von Wilhelm Lichtenberg. Spielleitung Karl Heiser. Ende 22 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Zum erstenmal kommt die dreiaktige Komödie Erich Ebermayers und Franz Cammerlohrs: „Bargeld lacht" unter Peter F a s s o t t s Spielleitung am Freitag, 10. Februar. 20 Uhr, als 18. Vorstellung im Freitag- Abonnement zur Aufführung. Ende 22.15 Uhr. — -2m weihen Röhl", die erfolgreiche Operetten- Revue, kommt am Sonntag von 15 bis nach 18 Uhr zum neunten Male und Sonntag von 19 bis nach 22 Uhr zum zehnten Male als Fremdenvor- stellung außer Abonnement zur Aufführung. Cr- mähigte Operettenpreise. Dorzugsgutscheine haben in beiden Vorstellungen Gültigkeit. Schülerkarten nur in den Aachmittags-Lorstellungen — Das Opern-Ensemble des Hessischen Landesthea- ters Darmstadt weilt am Dienstag. 14. Februar, mit einer Aufführung „Der Roscnkavolier" von Aichard Strauh bei uns zu Gast. Das Operngast- spiel geht als 19. Vorstellung im Dienstag-Abon- nement. Opernpreise. Vorzugs- und Rundfunk- gutschelne haben Gültigkeit " Schwerer Unglürfsfall. Gestern mor- gen ereignete sich im Hause Kaplansgasse 15 ein schwerer Unglücksfall, dem das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Das fünfjährige Söhnchen des Weihbinders Helfrich hatte sich anfdyeinenb am Feuer 3U schaffen gemacht, tarn den Flammen aber zu nahe, daß die Kleider ergriffen wurden und das Kind schwere Brandwunden erlitt/ Durch die Freiwillige Sanitätskolonne wurde der Knabe sofort nach der Chirurgischen Klinik gebracht. Im Laufe des gestrigen Nachmittags ist das bedauernswerte Kind den erlittenen schweren Brandwunden erlegen. " Achtung! Falschgeld! Der hessische Flnanzminlfter weist die öffentlichen Kassenstellen auf eine Fälschung von Reichsbanknoten über 20 Mk. der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 hin. Das Papier dieser Falschscheinc ist etwas dicker als das der echten Scheine und besteht aus zwei zusammengefügten Blättchen. Die Pflanzenfasern fehlen und das Wasserzeichen ist vorgetäuscht. Der Kontrollstempel ist schwach geprägt, das weibliche Bildnis auf der Vorderseite ist schwärzlich verwischt, auf der Rückseite ist der Druck zum Teil verschwommen wiedergegeben. Die veränderliche Reihenbezeichnung und Ar. Y 7 250 450 ift mit ähnlich nachgebildeten Typen eingefügt. Die in Königsberg ermittelte Fälschung ist vermutlich in Buchdruck hergestellt. Für die Aufdeckung der Falschmünzerwerkstätte oder Angaben (die auf Wunsch vertraulich behandelt werden), die zur Ermittlung der Fälscher führen können, hat die Aeichsbank eine Belohnung von 3000 Mk. ausgesetzt- Bei der Gemeindekaffe in Dornheim ist dieser Tage ein falsches Fünfmark- und ein falsches 50°Pfennig-Stück abgegeben worden. Das Fünfmarkstück ist sehr täuschend nachgemacht. Aur im Klang ist es dumpfer als die echten Stücke. Bei der Annahme von Geld ist stets Vorsicht geboten, da man sonst Gefahr läuft, Verlust zu erleiden. Die Lahnkanalisierung. Gute wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten. — Die Industrie für das Projekt. öor zwei Fahren ein Gutachten abgegeben, in Bem feftgeftellt werde, doh allein in der Lindener Mark ein THangan- erzvorkommen vorhanden fei, welches das größte dieser Art in Deutschland darstelle. Aach diesem Gutachten und ebenso nach einem Gutachten des preußischen Landesgeologen Dr. Ahlburg vom Jahre 1918 sei es im Hinblick auf die Bodenschätze im Lahngebiet der Anstrengung wert, den Lahnkanal bis Gießen fertigzustellen. Der Vortragende erläuterte dann Bie wichtigsten technischen Einzelheiten des Lahnkanalprojekts und bemerkte dabei u. a„ daß man mit Schis- f e n von 19 0 Tonnen und 5,5 Meter Breite wegen des schmalen Fluhlaufes, aber auch mit Rücksicht auf die Zulassung solcher Schiffe auf Ben französischen Kanälen zum Transport von Minette ohne Umschlag rechne. Wegen des schmalen Flußlaufes und der vielen Krümmungen mühten die Schisse nur kurz und schmal fein, damit fic wendig geführt werden könnten, jedoch brauchten sie deswegen in keiner Weise an Widerstandsfähigkeit hinter Schiffen mit größerer Tonnage zurückzustehen. Der Ausbau von Steeden bis Gießen gelte einer Strecke von 74 Kilometer Länge: an der ganzen Lahn von Gießen bis zur Mündung gebe cö nur zwei Verkehrszentren, und zwar Gic - hen - Wetzlar und Limburg. Diese beiden Zentren, insbesondere Bergbau und Industrie, könnten durch die Kanalisierung der Lahn belebt und die Steuerkraft der Bevölkerung erhöht werden. gleichzeitig werde es dann aber auch mög- lid) fein, das Hochwasser beschleunigt a b laufen zu lassen und dadurch die Heber* schwemmungsschäden zu mildern. Aach dem gegenwärtigen Stande der Auffassungen sei vorläufig die Lage für die Einschaltung des freiwilligen Arbeitsdienst e s nicht sehr günstig. Die wichtigsten Arbeiten kämen für die Vertiefung der Fahrrinne, also für Bagger-Betrieb, d. h. Maschinenarbeit, in Betracht, ferner für Kunstbauten, du denen vor allem Facharbeiter erforderlich seien. Erdbewegungen, für die der freiwillige Arbeitsdienst hauptsächlich in Betracht komme, seien nur in verhältnismäßig geringem Umfange erforderlich, wodurch natürlich die Frage der Verwirklichung und Finanzierung des Projekts wesentlich beeinflußt werde. Das Projekt liege fertig vor. seine Durchprüfung unter 'Bem Gesichtswinkel der Einschaltung des freiwilligen Arbeitsdienstes sei immerhin empfehlenswert. Die Aussprache. An dem (Gedankenaustausch im Anschluß an den Vortrag nahmen zahlreiche Redner aus Gießen und Wetzlar teil. Zusammensassend ist über die Aussprache folgendes zu berichten: Ob der Freiwil- l • 9 c Arbeitsdienst für die Verwirklichung dieses Projekts von entscheidender Bedeutung werden wird, ist im Augenblick nicht zweifelsfrei, jedoch ist es ratsam, noch dieser Richtung hin ge- nauere Nachprüfung durch die berufenen amtlichen stellen anstellen zu lassen. Als unbedingt beachtenswert für die Entscheidung über die weitere Behandlung des Projekts wird die Tatsache angesehen, daß der «taat für die Unterhaltung der Anlagen der unteren Lahn alljährlich sehr erhebliche Mittel aufwendet, die gegeben werden müssen, wenn die Anlagen nicht verfallen fallen, die aber trotzdem vom wirtschaftlichen Standpunkt aus zum Fenster hinausgeworfen sind. Welche hohe Bedeutung die Erschließung eines billigen Transportwegs durch die Lahnkanalisierung gegenüber den 3n der Besprechung von Vertretern der Behörden, der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens der Städte Gießen und Wetzlar, die — wie gestern in summarischer Zusammenfassung schon berichtet wurde — am Montagabend im Sitzungssaale des Arbeitgeberverbandes zu Gießen auf Einladung des Iungdeutschen Ordens zur Prüfung der Möglichkeiten für Bie Inangriffnahme Bet Lahnkanalisierung von Steeden bis Gießen unter Einsatz des freiwilligen Arbeitsdienstes ftattfanB, hielt Direktor Bansa, Limburg Geschäftsführer des Lahn-Kanal-Dereins, den grundlegenden Vortrag. Der Redner betonte einleitend, die Lahn fei für die Bodenschätze unserer engeren Heimat, die konkurrenzfähig seien, ein billiger Transportweg, auf dem es möglich sein werde, den Absatz für die Schätze unseres Bodens und die Erzeugnisse unserer Industrie zu beleben. Als Beispiel dafür erwähnte er einen Stein» bruchbetrieb bei Fachingen, dessen Produktion nur durch den verbilligten Wasserweg über ote dort schon kanalisierte Lahn konkurrenzfähig lei und der Belegschaft dieses Betriebes eine jähr- nche Lohnsumme von rund 400 000 Mk. bringe. Aut Recht betonte der Vortragende, daß die beste Arbeitslosenfürsorgc nicht in der Auszahlung von Unterstützung bestehe, sondern in der Schaf- f u n g v o n A r b e i t s m ö g l i ch k e i t e n zu erblicken sei, die im vorliegenden Falle sowohl beim -öau des Lahnkanals, wie auch bei dessen späterer wirtschaftlicher Auswirkung vorhanden sein würden. Leber die bisherige Entwicklung der Lahnschiff» ifl™ tci*tc Direktor Bansa mit, daß im Fahre *H29 aus der kanalisierten Lahn von der Mün- oung bis ütccBen bei Limburg 3 Schiffe fuhren, yeute dagegen 13 gefahren würden. Diese Vor- weyrung der Tonnage innerhalb weniger Jahre oeute unzweifelhaft auf eine rentable Cntwick- lung des Reedereigeschäftes hin. Die Verfrachtung auf der Lahn belief sich im We 1929 auf 58 000 Tonnen, im Jahre 1930 au' 74 000 und im Jahre 1931 auf 105 000 Tonnen. feien 4ür die jetzt kanalisierte Strecke 2lahr 600 000 Tonnen veran- gewesen, jedoch habe man bei dieser Be- mS!19 PDr,naI.c wirtschaftliche Verhältnisse zu- kn hi» t9Ic$,t' während in den vorgenannten Zah- den nÄeren Auswirkungen der langandauern- Bielrr k^^rije voll zur Geltung kämen: bei S'rmnn« erhebliche Anwachsen der Wirten ^otz des starken Rückganges der W.'nn h; wvnerhin ein bedeutsames Merkmal, baut nnx va^n von Steeden bis Gießen auägc= fühlbar Wirtschaftskrise nicht mehr so stark werde hemmend für die Produktion sei, los nnm ?ct Persaud auf der Lahn zweisel- me JÄ ÄH|<6 verbessern. In diesem Zusam- fierte Pnh^U -C werden, daß Bie kanali- or Bentl?*ln Irland von außer- v o rlomm reichem Erz. unB Stein- schätze s^o? e » zu erschließen habe. Diese Boden- he eine nic6t Don der Art, daß loben an Fracht, d. h. einen sonst fnnh.r0 t s ah' vertragen könnten, da sie komme die bleiben mühten. Hier dem VZoN^^'lltgung durch den Transvort auf Se£ entscheidend in Betracht. Vereid) öcr Bodenschätze im ocr Lahn habe Bergrat K ö b r i ch erst tZrachtsätzen der Reichsbahn hat, geht aus einer Mitteilung eines Vertreters von Buderus-Wetzlar hervor, der betonte, daß heute die Vahnfracht für Er; von Hungen nach Essen sich auf 5,20 pro Tonne beläuft, die Tonne Erz von Spanien (mit Umschlag in Rotterdam) nach Essen nur 3,50 bis 3,80 Rlark Fracht kostet und erst beim Erztransport aus Kanada nach Essen der gleiche Frachtsatz wie aus der Strecke Hungen—Essen erreicht wird. Dieser Redner teilte weiter mit, daß nach der Er- ofsnung des französischen Kanals im Moselgebiet öic Frachtrate der dortigen Bahn sofort ganz er- hcblich gesenkt wurde. Wenn die heimische Industrie für den Transport den Wasserweg über die Lahn gewinne, dann kämen nicht nur Erze, son bern auch Basalt und Erzeugnisse der Tonin d u st r i e als Transportgüter in Betracht. Das oberhessische Erz werde im rheinisch-westfälischen Industriegebiet gern verhüttet, wenn cs auch fein hochwertiges Erz darstelle, aber die Fracht müsse erheblich billiger werden, wenn es gegenüber dem Auslandserz konkurrenzfähig sein solle. Das starke Interesse der Industrie an dem Lahnkanalprojekt brachte atzch der Leiter des Buderusschen Hochofenwerkes zum Ausdruck. In der Aussprache spielte ferner die Frage des .Kohlentransportes und dessen evtl. Ersetzung durch (tzassernversorgting eine Rolle^ jedoch kam man hierbei zu dem Ergebnis, daß hierdurch ein entscheidender Einfluß auf das Lahnkanalprojekt nicht zu erwarten sein werde. Ferner wurde der beachtenswerte Vorschlag gemacht, zur Ingangsetzung des ftanalprojefts unter Verwendung des Freiwilligen Arbeitsdienstes und der dafür fließenden Geldmittel zunächst die Erdarbeiten auf den in Betracht kommenden Teilstrecken vorzunehmen und späterhin die Kunstbauten anzuschlicßen. Jedoch wurde in diesem Zusammenhang auch erneut betont, daß die Erdarbeiten nur den kleineren Teil des Projektes barftcUen. Mit starkem Interesse nahm bie Versammlung Kenntnis von ber Schilderung des Leiters des Gießener otabibauamls über die gegenwärtig in der Nähe des Gießener Elektrizitätswerks im Gange befindlichen Arbeiten 311c Verlegung des Lahnbettes, die in ihrer weiterreichenden Auswirkung bereits ein Stück ber Lahnkanalisierung barftcUen. In der Erörterung spielten auch allgemein wirtschaftliche und hanbels- und verkehrspolitische Gesichtspunkte eine gewisse Rolle, jeboch wurde man auch in diesem Zusammenhang der hohen wirtschaftlichen Bedeu tung des Lahnkanalprojekts in vollem Umfange gerecht. Das Ergebnis der Beratungen faßte die Versammlung einstimmig in dem Beschluß zusammen, daß der Iungdeutsche Orden in Gießen in Gemeinschaft mit Direktor Bansa (Linwurg, eine beschleunigte Nachprüfung des Projekts der Lahnkanalisierung hinsichtlich der Nutzbarmachung des Freiwilligen Arbeitsdienstes in die Dege leiten soll. Um diese Nachprüfung sollen die zuständigen Wasser- bauämfer in Diez und in M । > n g 1 Die Versammlung gab der Hoffnung Ausdruck, daß man das Ergebnis dieser Prüfung möglichst bald vorliegen hab^' und bann in einer erneuten Sitzung dazu Stellung nehmen könne. S.J.«fporl Deutsche Straßenfahrer unb ftm den „preis der Nation" Rach- jeweils 17:21, 10:21, Berbandsspiet-Ergevnche aus dem Gau Gießen-Wetzlar. Bezirksklasse I (Gruppe Lahn): Bctten- yvrn — Wetzlarer SV. 3:1 (3:0); Frohnhausen — Wallau 6:1 (1: 1); die beiden Gießener Vereine waren spielfrei. Bezirksklasse II: Dislirchen — Weilburg, Halbzeit 0:0 abgebrochen; Leihgestern — Lollar 2:6 (0:2). ©auflaffc I Löhnberg II — Riedershausen 3:3 für Riedershausen gewonnen; Heuchelheim — Steinbach 1:0 (1:0). 5 ® j I a f f c Steinberg II — Leihgestern II (SpielDcretmgung 1900 Giehen Dillenburg A I — 1900 A I 3:3 (2:0). Die A I-Iugend mußte ihr erstes Spiel nach der Wintersperre infolge vieler Erkrankungen mit 10 Mann, darunter noch 4 Ersatzleuten, bestreiten. Die so geschwächte Elf vermochte in der ersten Halbzeit auf dem ungewohnten kleinen Platz der Dillenburger keine einheitliche Handlung zu zeigen. Die cifrmen und schnellen Gastgeber konnten deshalb dcs 6p.ei überlegen gestalten und bis zur Pause 2:0 in Führung gehen. Rachdem 1900 seine Mannschaft umgestellt hatte, kam mehr System in das Spiel. Durch besseres und planvolleres Zusammenspiel waren die Gießener nun fast dauernd überlegen und konnten, trotzdem Dillen- bürg noch ein drittes Tor erzielte, mit 3 schönen Toren den verdienten Ausgleich erreichen. Tisch-Tennis der Sp.-Bg. 1900. 1900 II — TTL. Großen-Buseck 11:1. (fin en irregulären Verlauf nahmen am Dienstag bie Viererbob-Weltmeisterschaften in Chamonix, da nur brei Nationen uin Start er schienen, weil der eieger Charlet-Frankreich im Zweiten Rennen nach Aussagen der deutschen Mannschaft sein Fahrzeug wechselte. Am Sonntag empfingen die 1900er den Ti sch- tennis-Club Großen-Buseck zum Rückkampf. Die Gäste bewiesen, daß sie in letzter Zeit einiges hinzugelernt haben, konnten jedoch nicht verhindern, daß die Spielvereinigungsleute das Turnier klar für sich entscheiden konnten, stehend die Ergebnisse «Großen-Buseck zuerst.genannt): Müller, Sieronffi unb Geyer, werben vom 14. 'bis 19. März an ber Rabfernfahrt Paris—Nizza teilnehmen. Einzel: Pfeiffer - Petsch 16:21, 20: 22; Steinmüller — Arzbächer 27: 25 21:13, 10:21, 9:21; W Schwalb - Reichel 6:21. 12: 21. 4:21; A. Schwalb — Gros 12:21, 19:21, 17:21; Kimmel — Frau Hauser 6: 21, 9 21. 9:21; Pfeiffer — Kurt Schmidt 17:21, 20:22, 22:20, 21: 19, 16:21; Steinmüller gegen Gustav Koch 25:23. 22:20, 8:21 21 8' W. Schwalb — Treser 13:21, 8:21. 10:21. Doppel. Pfeiffer-Steinmüller — Frau Hauser-Reichel 6:21. 17:21. 11:21; Pfeiffer-Stein- wüller — Arzbächer-Petsch 12:21. 21:19,15:21, 18:21; A. Schwalb - W. Schwalb -- Treser-Groß 19:21, 19:21, 8:21; W. «Schwalb-Kimmel — Gust Koch-Kurt Schmidt 12:21, 20:22, 15: 21. Arbeiter-Turn und Gporibund. Gießen I — Wetzlar I 4:1. Die Plahverhältnisse auf dem Trieb ließen zu wünschen übrig. Gießen legte zunächst zwei Tore vor. Wetzlar holte jedoch vis Halbzeit ein Tor auf. Rach dem Seitenwechsel lag Gießen noch im Vorteil und kam auch zu zwei weiteren Toren. Dann aber drängte Wetzlar, so daß sich Gießen ganz auf die Abwehr beschränken mußte. Ein längst verdienter weiterer Erfolg blieb den Gästen versagt. — Vorher: Gießen II Wetzlar II 5:3. Am Sonntagvormittag standen sich Gießen III und Lollar I! gegenüber. Man trennte sich mit dem Unentschieden von 1:1. Wieseck II — Großen-Linben I 5:1. Wicseck mit viel Ersah bot den Gästen ein gleichwertiges Spiel. Schon bald nach Spielbeginn verhalf Großen-Linden durch Selbsttor dem Gastgeber zur Führung. Durch ein Selbsttor fiel aber auch der Ausgleich. Dann, zeigte sich Wieseck im Spielaufbau besser und Übcrrckihm die Führung. Großen-Linden spielte nun körperlicher, verursachte Strafstöße, die zum 5:1 führten. ZZS -Rennen in Innsbruck. Schweben siegt im 40-fiilomcter-SlaffeUauf. Der zweite Tag ber Internationalen ? I8 Rennen in Innsbruck hatte ebenso wie sein Vorgänger unter^ben schlechten Schneeverhältnissen zu leiden. Die Strecke bcs 40-Kilorneter-Staffellaiifes befand sich in einem trostlosen Zustand, lieberlegener Sic gcr wurde die Mannschaft Schwebens, die in der unter den gegebenen Umständen hervorragenden Zeit von 2:49:09,4 vor der Tschechoslowakei in 2:57:34,4, Oesterreich (2:57:51,2) und Deutschland (2:58:00). Kurze Sporinoiizen. 12 Nationen haben bisher zur Fußball- Weltmeisterschaft gemeldet, bie 1934 in Italien ausgetragen wird. Unter den zwölf gemeldeten Teilnehmern befindet sich auch Deutschland. Im Frankfurter Sechstagerennen führen nach 90 Stunden Rausch'Pijnenbnrg und Kilian/Pützfeld mit Rundenvorsprung vor Vopel Korsmeier, Schön/Tietz, Ehmer/Rieger unb Dinale' Wals. Der bebeutcnbfte Mannschafts-Wettbewerb bcs Internationalen Reitturniers in Berlin ber Preis der Nationen würbe zu einem vollen Triumph ber deutschen Offiziere. — Von links nach rechts- Ober- leutnant eabtaii, Oberleutnant Momm, Major v. Waldenfels unb Oberleutnant Br an dt. het .er von WqgM Hier werden Vombenattentate untersucht. Lebensgefährliche Experimente der Ehemisch-technischen I^eichsanstalt. Der ahnungslose Spaziergänger horcht verwundert aus. Laute Detonationen in unmittelbarer Nähe! Berschiedene Explosions-Geräusche erschüttern abwechselnd die Luft. Der Frontkämpfer fühlt sich versucht, sein Ohr auf die Feststellung verwendeter Kaliberqrößen einzuüben. Aber so ernst ist es nicht. Geht man weiter durch die Tegeler Schrebergärten und anschließenden Waldgelände im nördlichen Berlin, dann findet man dicht hinter dem Spandauer Schiffahrtskanal: die E h e m i s ck - T e ch n i s ch e R e i ch s a n st a l t mit ihren Schießplätzen. Hier sind in einem größeren Gebäudekomplex des ehemaligen Militärversuchs- amtes über dreißig Wissenschaftler täglich mit gefährlichen Untersuchungen beschäftigt. Der Laie wird sich tiefe, unterirdische Gewölbe, dicke Panzerkammern, schwere Stahltüren und die Menschen hinter großen Bleiplatten vorstellen. Aber nichts von alledem. Vorerst sieht man in nichts von den üblichen chemischen Laboratorien sich unterscheidende Räume. Lange Tische mit blinkenden Gläsern, dickbauchigen Retorten und zierlichen Reaganz- gläschen. Glasschränke, vollgestellt mit vielen Flaschen. Darin allerlei geheimnisvolle Chemikalien und — Pulver. Es gibt viele Sorten von Pulver, aber eigentlich hat nur noch das alte Schwarzpulver die mehlige Form. Man findet die wurrderlichsten Gebilde: kleine Blättchen, alle Arten von Hohlstangen, Würfel, Sterr^n, sogar schwarze Locken, die von den Belgiern stammen und das sogenannte Sieben- lingspulver in wunderlichen Förmeü mit sieben Luftkanälchen durchzogen. Wieder ein Sprengstoff ist Gummiringen zum Verwechseln ähnlich und ein anderer hot die Form von Nudeln. Die furchtbare Explosion eines riesigen Silos mit über 1000 Tonnen Düngesalz im Jahre 1921 in Oppau, die mehreren hundert "Arbeitern das Leben kostete, gab in der Hauptsache die Veranlassung zur systematischen Untersuchung aller explosionsähnlichen Stoffe durch die Reichsanstalt. Es gibt eine Menge Möglichkeiten plötzlicher Explosionsentwicklung bei der Herstellung chemischer Stoffe, die durch einen falschen Arbeitsgang plötzlich explosive Verbindungen eingehen und große Betriebsunfälle verursachen können. Solche und ähnliche Gesahrenmomente rechtzeitig zu erkennen, füllt einen großen Teil der Arbeit der Reichsanstalt aus. Außerdem hat der Sprengstoff als industrielles Hilfsmittel im Bergbau eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung. Naturgemäß arbeitet die Reichsanstalt neben den rein wirtschaftlichen Untersuchungen für die chemische Industrie, Bergbau und Landwirtschaft auch mit der Reichswehr, und erprobt neue Sprengstoffe und vor allen Dingen deren Verwendungsmöglichkeiten. Ein Warnungszeichen — unwillkürlich geht man langsamer und blickt gespannter. Hinter Baumgestrüpp ein einfacher, fester Bretterzaun. Ein heulendes Warnungssignal schreckt auf. Kurze Zeit ist es ruhig, dann zerreißt plötzlich die Luft durch einen Knall. Die Ohren sind plötzlich taub. „Kommen Sie hierher!" Man wird schnell in einen kleinen dunklen Unterstand geschoben. Durch kleine, mit dicken Glasscheiben versehene Löcher, kann man auf einen Sprengstand sehen. Wieder ein Schuß! Alles stürzt vor zum Versuchsplatz und prüft das Resultat. In einiger Entfernung steht ein Zementblock, auf dem in Verbindung mit einer dicken Eisenplatte eine primitive Zielvorrichtung eingebaut ist. Ringsherum sind arg zerfetzte Bohlenwände zum Schutz aufgerichtet. Es sind gerade Versuche im Gange, wie weit das neue patentierte kugelsichere Glas explosiven Beanspruchungen standhält. An einem Gestell ist eine Sprengkapsel aufgehängt, die durch elektrische Zündung die Glasplatte darunter zertrümmert. In einem anschließenden Raum ist die „Bleikammer" untergebracht. Hier werden kolossale Bleizylinder gegossen, in deren Innern die Sprengstoffe zur Versuchsexplosion gebracht werden. Die ausgeschnittenen Blöcke geben ein anschauliches Bild von der Explosionswirkung. Man kann deutlich die Explosionstendenz des Pulvers erkennen und seinen Charakter genau bestimmen. Der Wissenschaftler riskiert Kopf und Kragen bei den Analysen der versuchten Bomhen- attentate. Alle gefundenen Sprengkörper kommen in die Reichsanstalt zur Untersuchung. Da findet man in einer kleinen Sammlung die merkwürdigsten Kombinationen, die oft harmlos aussehen und doch die verheerendsten Wirkungen haben können. Im Jahre 1932 war Hochbetrieb in der Bombenabteilung. Man erinnert sich an die lange Reihe der Sprengstoffanschläge politisch radikaler Gruppen. Da sind 1924 bei der Denkmalsweihe des Garde du Corps in Potsdam, bei der Hindenburg und der Exkronprinz anwesend waren, Feldflaschen als Bo mben konstruiert worden, die „harmlose" Wandervögel am Schulterband trugen. Ein Vorstecker, herausgezogen, löste einen Schlagbolzen, der eine Zündschnur zum Glimmen brachte, die ihrerseits in spätestens sechs Sekunden die Explosion auslöste. Fast bei allen Attentatsversuchen ist der gleiche Mechanismus angebracht. Man kann bis zur Gegenwart eine ganz unbewußte Schulung der Bombenhersteller und eine äußerst sichere Attentatssystematik feststellen. In neuerer Zeit benutzt man, wie die Funde in einer Laubenkolonie im Jahre 1929 im Berliner Norden ergaben, geschickt verbundene Gasrohrstücke in der Form von Handgranaten, die ebenfalls durch den Schlagbolzenmecha- nismus ausgelöst werden. „Erst versucht man allerlei Vorsichtsmaßregeln anzuwenden. Bald gibt man dieses zwecklose Beginnen aber auf und greift herzhaft Hinein!" Das kann aber oft schief gehen. Wurden doch in Bremen explosiv konstruierte Eisenbahnbüchsen gesunden, deren Sprengstoffinhalt durch Schwefelsäure entzündet werden sollte. Wenn man die Büchse schräg hält, läuft die Schwefelsäure über und bringt den Inhalt zur Explosion. Da der Wissenschaftler die Konstruktion dieser Bomben von außen nicht erkennen konnte, befand er sich gerade bei den Oeff- nungsversuchen in großer Lebensgefahr. Eine Margarinekiste, aus der nur zwei kurze Drähte herausragen, wurde bei den Bauernunruhen in Oldenburg 1929 zu Attentaten benutzt. Fünf bis acht Kilogramm Sprengstoffinhalt konnten durch den Mechanismus einer Höllenuhr zur Explosion gebracht werden. Nicht immer sind die „Bomben" so gefährlich, wie sie aussehen. Da wird dann mit größter Vorsicht herangegangen und schließlich stellt sich das verwirrende Gewirr von elektrischen Schnüren und raffinierten Kontaktverbindungen als — Bluff heraus. Einige Künstler scheinen von Zeit zu Zeit aufregende Reklame nötig zu haben. So wurde von einer Filmschauspielerin eine „Höllenmaschine" in ihrer Wohnung gefunden, die sich bald als Spielzeug entpuppte. Oder einem Kapellmeister eines Berliner Vergnügungspalastes wurde — anscheinend von einer enttäuschten Liebhaberin — ein Paket geschickt, das beim Oeffnen explodieren sollte. Der Mechanismus versagte aber glücklicherweise, sonst wäre dem Musenjünger erheblich das Gesicht verbrannt worden. * Immerfort steht der Tod neben den Wissenschaftlern und Mitarbeitern der Reichsanstalt. Solange mit theoretischen Erfahrungen die Versuche und Untersuchungen vorberechnet werden können, ist mit verhältnismäßig geringen Unfällen zu rechnen. Merkwürdigerweise kommen Verletzungen viel eher bei der Behandlung von Leuchtmunition vor, weil oft deren Bestandteile Veränderungen ein- gehen, die unbekannt sind und erhebliche Ueber- raschungen bringen. F. W. Weitere Schulschließungen wegen Grippe. X Wieseck, 6. Febr. Die hiesige Schule muhte wegen des verstärkten Auftretens der Grippe für acht Tage geschlossen werden. V Gedern, 6. Febr. Die Grippeerkrankungen an der hiesigen Vottsschule haben sich in den letzten Tagen derart gesteigert, daß die Schule von morgen ab bis zum nächsten Montag geschlossen werden muhte. Wetzlar. 6. Febr. Nachdem an der hiesigen Landwirtschaftsschule rund 5 0 Prozent der Schüler an Grippe erkrankt sind, hat sich die Schulleitung entschlossen, die Schule für eine Woche zu schließen. Scheunenbrand in Watzenborn-Steinberg. Watzenborn-Steinberg, 7. Febr. Gestern gegen 20 Uhr brach auf bisher noch ungeklärte Weise im Anwesen des Weißbindermeisters Georg Schäfer II. von hier Feuer aus. In kurzer Zeit stand die Scheune in Flammen, und auch ein angrenzender Stall fiel dem Feuer zum Opfer. Die Flammen fanden an den in der Scheune aufgestapelten Heu- und Strohvorräten I reichlich Nahrung. Trotzdem die Watzenborn-Steinberger Feuerwehr sofort zur Stelle war, gelang es nicht, die Scheune zu erhalten. Man mußte sich darauf beschränken, die Nachbargebäude zu schützen; erleichtert wurde diese Arbeit durch die völlige Windstille. Die Kreismotorspritze von Gießen wurde trotzdem alarmiert und traf gegen 20.20 Uhr am Brandplatz ein, brauchte aber nicht in Tätigkeit zu treten, da die Ortsfeuerwehr durch ihr rasches Eingreifen die unmittelbare Gefahr zu bannen vermochte. Das Vieh konnte gerettet werden. Der Schaden ist beträchtlich. Eine vorbildliche Spende für das Zugend-Notwerk. r. Lang-Göns, 6. Febr. Für das N o t - werk der deutschen Jugend wurden in unserer Gemeinde 9 8,40 M k. in bar eingesammelt. An Lebensmittel wurden gestiftet: 50 Z tr. Kartoffeln, 35 Pfd. Bohnen, 28 Pfund Mehl, 7 Pfd. Fett, 2 Pfd. Wurst, 50 Stück Käse, 2 Pfd. Linsen. Eröffnung der Mainschiffahri. WSN. Frankfurt a. M., 7. Febr. Die Talfahrt von Aschaffenburg bis Frankfurt ist heute mittag, 12 Tlhr, freigegeben worden. Die Eröffnung der Gesamtschiffahrt erfolgt Mittwoch mit Schleusenbeginn. Zn dieTranSmistion geraten und getötet WSN. Hirzenhain, 7. Febr. Der 24Jahre alte Emil Emmerich geriet beim Bedienen des Windmotors des Windrades in die Transmission und wurde mehrere Male herumge- schleudert. Man fand den jungen Mann später in der Nähe des Windrades m i t schwersten Verstümmlungen am ganzen Körper tot vor. Die behördliche Unter» suchung des Unglücks wurde sofort eingeleitet. Kirche und Schule. Kreis Wetzlar. 0 Dutenhofen, 4. Febr. Im „Jagdschlöh- chen" fand eine gutbesuchte Presbytertagung der Kreissynode Wetzlar statt. Direktor 0. W a r n e ck von der Rheinischen Mis- sion aus Barmen hielt einen Vortrag. Der Redner, der seit 41 Jahren im Missionsdienst ist, selbst lange Jahre auf dem Missionsfelde gestanden und seit dem vorigen Jahre die Leitung der Rheinischen Mission übernommen hat, sprach über die augenblickliche Lage der Rheinischen Mission. In der Besprechung des Bortrags forderte Pfarrer Koch, Lützellinden, zu der bereits angeregten Missionssammlung „Eine Million in Groschen" auch in unserem Kreise auf. Missionsdirektor D. Warneck beantwortete noch eine Reihe Fragen. Eine Tellersammlung ergab den Betrag von 58,60 Mk. Wirtschaft. • Indexziffer der Großhandels« preise i m Januar. Jrn Monatsdurchschnitt Januar 1933 stellt sich die vom Statistischen Reichsamt berechnete Indexziffer der Großhandelspreise auf 91,0 (1913 = 100). Sie ist gegenüber dem Vormonat (92,4) um 1,5 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 80,9 (minus 4,1 v. H.), Kolonialwaren 80,9 (plus 0,6 v. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,1 (minus 0,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 113,0 (minus 0,5 v. H.) — hiervon Produktionsmittel 115,1 (minus 0,5 v. H.) und Konsumgüter 111,4 (minus 0,05 v. H.). • * Zahlungsein st ellung des Roxn- P a l a st e s. Die Roxy-Margulis-Film-G m. b. H., Frankfurt a. M., hat die Zahlungen eingestellt und ist an ihre Gläubiger zwecks Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens herangetreten. Die Hauptursache der Insolvenz ist in dem Mietvertrag zu sehen, der in Höhe von jährlich 60 000 RM. mit den Erträgnissen des'Theaters schon während der letzten zwei Jahre unvereinbar war. Die Passiven betragen nach Schätzungen etwa 125 000 RM. Die Betriebe dürften in unveränderter Weise fort- geführt werden. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 7. Febr. Bei freundlicher Grundstimmung verkehrte die Abendbörse in ruhiger Haltung. Don der Kundschaft lagen zu Beginn kleine Kauforders vor, so daß sich gegenüber den Berliner Schluhkursen meist Besserungen von 0,25 bis 0,75 Prozent ergaben, doch stagnierte das Geschäft nach Erledigung dieser Aufträge fast vollkommen. Die Spekulation übte weiter Zurückhaltung und engagierte sich nur kurzfristig. Im Verlauf zeigte sich vermehrte Nachfrage für AEG. und Reichsbank. Letztere wurden mangels entsprechenden Angebots gestrichen Geld notiert, die Taxe stellte sich auf 146 (Schlußkurs 144,5). Im übrigen zeigten die Kurse keine Veränderung von Belang. Am Rentenmarkt lag die Altbesitzanleihe lebhafter und 0,5 Proz. höher, Neubesitz zogen um 15 Pfennige an. Späte Reichsschuldbuchforderun- gen waren gut behauptet. Goldpfandbriefe lagen meist von 0,50 bis 0,75 Prozent höher, auch Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen wurden höher taxiert. Altbesih 63,75 bis 64, Neu- besih 8,45, Schutzgebiete 6,10, Gelsenkirchen 58,75, Mannesmann 60, AEG. 28, IG.-Farben 105,50, Schuckert 85,25, Siemens 129,75 bis 130,50, Reichs- bahn-DA. 92, Hapag 17,75. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Ubr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Buntes Dom „postblait" zur Ansichtskarte. Die Deutsche Reichspost befördert jährlich durchschnittlich über 1,25 Milliarden Postkarten. Der Geheime Postrat und spätere Staatssekretär des Reichspostamts, von Stephan, dürfte wohl mit Recht als der Erfinder der Postkarte anzusehen sein. Er hatte schon im Jahre 1865 den Gedanken eines neuen „Postblatt" genannten Beförderungsgegenstandes entwickelt. Er unterbreitete feinen Vorschlag den Mitgliedern der in Karlsruhe tagenden Postkonferenz. Da der Gebührenbetrag von einem Silbergroschen zu hoch war, blieb sein Vorschlag aber ohne praktische Wirkung. Ilnanhängig von Stephan machte der Professor an der Militärakademie in Wiener-Neustadt, Emanuel Hermann., den Vorschlag, Postkarten (so nannte er die Karten schon), offen mit einer 2-Kreuzer-Freimarke frankiert, zur Postbeförderung zuzulassen, wenn sie mit Einschluß der Anschrift und der Unterschrift nicht mehr als 20 Wörter enthielten. Die damalige österreichische Postverwaltung verfolgte den Hcrmannschen Gedanken und ging gleichzeitig auf den Vorschlag von Stephan zurück, indem sie 1869 unter Beibehaltung des von Hermann gewünschten billigeren Gebührensatzes die ersten Postkarten, die den Aufdruck „Correspondenzkarte" trugen, ein» führte. Deutschland folgte ein Jahr später. Nachdem Stephan 1870 zum General-Poftdirektor ernannt worden war, griff er sofort den Gedanken der Einführung der Postkarte wieder auf. 1870 wurden für den Bereich des Nordd. Postgebietes „Korrespondenzkarten" ausgegeben, und zwar zuerst als ein mit einer Freimarke zu einem Silbergroschen zu beklebendes Formblatt. Besondere Beliebtheit erlangte die Postkarte bei unseren Truppen im Kriege 1870/71. Es wurden allein Allerlei. im ersten Kriegsjahr rund 10 Millionen Feldpostkarten zwischen der Armee und der Heimat ausgetauscht. Die damalige Korrespondenzkarte erhielt 1872 die amtliche Bezeichnung „Postkarte". Bald nach Einführung der Postkarten wurden diese gelegentlich mit Bildern bedruckt. 1872 fertigte ein Nürnberger Kupferstecher auf Postkarten Ansichten aus der Schweiz und anderen schönen Gegenden an. Tod einer 200 jährigen Schildkröte. Ein Methusalem der Tierwelt ist im Londoner Zoo dahingegangen. Dort starb die größte Riesen- Schildkröte des Gartens Sopa an einer Grippe, die eine Lungenentzündung nach sich zog, im Alter von 200 Jahren. Das ehrwürdige Geschöpf, das von den Galapagos-Jnseln stammt, war die größte und schwerste Schildkröte,, die der Londoner Zoo besitzt,. zwischen vier und fünf Fuß lang und fast eine halbe Tonne schwer. Bevor sie vor fünf Jahren in den Zoo kam, war Sopa in Valparaiso von dem Inhaber eines Gasthauses ausgestellt worden, um die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf die Vorzüglichkeit seiner Schildkrötensuppe zu lenken. Wenn nicht ein naturkundiger Engländer zufällig vorübergegangen wäre und bemerkt hätte, daß es sich hier um einen ungewöhnlichen Vertreter seiner Gattung handelt, hätte Sopa vorzeitig ihr Leben beschließen müssen und wäre zu Suppe verarbeitet worden. Im Londoner Zoo war sie sehr beliebt und viel bewundert. Wenngleich sie sich wenig um die Besucher kümmerte und niemals mit der Hand gefüttert werden konnte, da sie zu rasch zu- schnappte, ließ sie doch geduldig ihre jungen Verehrer auf ihrem Rücken Platz nehmen und unter- । nahm mit ihnen einen kurzen Ritt. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. FI. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- börse Schluß« lurs Schluß!. Mittag- hörte Datum 6.2. | 7.2. 6.2. 7-2. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1921 77.5 76 77 6% ehern.7% Dl.ReichsaM.v. 1929 * 89 89,75 89 90,13 5Vi% ?)ounfl-91n[eibe t>on 1930 .. 78,75 79,5 79 80 Deutsche Anl.-Avlüs.-Schuld mli Auülos.-Reckten ............. 63,75 64 62,5 63,75 Tesgl. ohne Auslos.-Neckte...... 6% ehe,m. m% He». Bolksslaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ Oberhoheit Provinz-Anleihe mii Auslos.-Recülen ............. 8,3 8,45 8,1 8,3 72 73,4 _ 73,75 — 62,75 Deutsche Komm. Sammelnd l.An leihe Seriel mit Auslos.-Rechlen 55,13 59 54,75 58 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 80 83 — 6% ehern. 7% Franks. Hnp.-Bon! Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 b'/r% ehern. 4'/2 % Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese ..... 80 83 _ _ 83,65 84,75 — _ 5’/2% ehern. 4'/2% Rheinische HyV.-Bank-Liqu.^oldpse..... 83,25 84,25 _ 6% ehern. 8% Br. LandeSpfand briefansiall, Psandbrtese R. 19 82,5 84 82,5 84 6% ehern. 7% Pr. LandeSpfand brtefanftalt, Psandbriese R. 10 - *% Oeslerretchiscke woldrenre.... 4,20% Oesterreichische Silberrente — — — — 1,4 1,4 1,4 1,35 4%, Ungarische Goldrenie....... — — — — 4% Ungarische Staatürenle v. 1910 — — — 4>/,% deSgl. von 1913.......... 6% obgelt. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Sollanleihe von 1911 — — — — 6,4 6.4 —— 6,4 5,15 5.05 5,1 5,15 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... 5,25 5,25 5,3 — 4% desgl. Serie II............. 5,25 5,25 5,3 5,45 6% Rumän. vecetnh. Rente v. 1903 6.75 6,75 — .—. 4^%Rumän.veretnh.Renlev.l913 10,6 10,75 10,75 10,9 4% Rumänische veretnh. Rente .. 5,7 5,75 5.7 5,7 6%% Anatolier............... 23,9 24 24 24,7 Franliun u. jjl Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend« bÖrfc Schluß« fürs Schluß!. Mittag« hörte Latum 6.2. 7-2. 6-2. 7-2. Hamburg-Amerila-Palei ..... u 17,75 17,75 17,75 18 Hamvurg-Südam. Dampfschiff. 0 — — — — Hansa Dampfschiff........... 0 _ — —— 32,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18,13 17 17,75 17,9 91.0). für Verkehrswesen Akt. .. 0 40 42,5 41,75 42.25 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 97 97 97,75 97,5 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Ttsconto» o 53 53 53.5 53,5 Gesellschaft................ 0 72 72.25 72 72,25 Dresdner Bank.............. 0 61,5 61,5 61,5 61,5 Reichsbank ................. 1 141,75 — 140.75 144,5 A.E.G...................... 0 27 28 27 27,5 Elektr. Lieserungegesellschaft... 5 79,5 80,5 79,5 81,5 Licht und Kraft ............. 6 92,75 93.5 93 93,25 Fellen & Guilleaume ........ Gesellschaft für Elektrische Unter- 0 52 52 52 52 nehmungen............... 4 78,5 79,5 78,5 79,5 Rheinische Elektrizität ........ 5 96 96,5 — 96,5 Schurken & (io.............. 0 83 85,25 82,5 84,13 Siemens & Halske........... 9 129 130,5 128,25 129,5 Lahme her & So.............. 10 114,5 117 114,65 115 Buderus ................... 0 «— 48,5 47 48 Deutsche Erdöl ............. 4 88,5 88.5 88 88,75 Gelsenkirchener.............. C 58,75 58,75 57,75 58,25 Harpener................... C 79 80 78,4 79,75 Harsch Eisen—Aoln-Neuessen.. 0 — 52 52,5 Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ 7 149,5 — — 149 •9 102 102 102 102,75 Klöcknerwerke ............... 0 43,5 — 44 45,75 McmneSmann-Röhren........ 0 59,9 60 59,25 59,25 Mansselder Bergbau ......... 0 21 23 21,75 23,75 Oberschlei. Koköwerke......... 0 — — 67,25 67,75 Phönix Bergbau............. 0 33,5 34 33,65 34 Rheinische Braunkohlen ...... 10 190 193 193 193,5 Rheinstahl.................. 0 72,5 73,25 73,5 73 Frankfurt a.M. »erlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börfe Schlußkur» Echlußk. Millag- börte Datum 6.2. 7.2. 6.2. 7-2- bereinigte Stahlwerke..... .. 0 33,5 33,75 33,4 34,13 Ltavi Minen ............ .. 0 15,75 15,5 — 16 Kaliwerke Aschersleben..... .. 6 113 113,5 111 113 Kaliwerke Westeregeln..... .. 6 115 117,75 115 116 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... e 166 — 167 167,5 I G. Farben-Indnftrie .... .. 7 104,9 105,5 104,9 105,25 Scheideanstalt............ ...10 149,75 —— — Goldschmidt ............. ... 0 36,9 39,25 36,5 38,75 Nülgerswerke............ ... 0 41 42 40,5 42 Metallgesellichafl.......... ... 0 35,5 36,5 35 35,25 Philipp Holzmann........ ... 0 49,25 50 49,25 49,5 Zementwerk Heidelberg ... ... 4 50 50 — — Lementwerk Karlstadt...... ... 0 — — — Wayb & Frehtag......... ... 0 4,4 4 - 4,5 Schultheis Patzenhofer..... ... 0 _ 101 101,25 Llku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 35,25 35,25 35 35.25 Bemberg................ ... 0 45,5 47,5 47,5 Zellstoff Waldhos......... ... 0 49,5 50,5 48 49,25 Zeltstoss Aschaffenburg .... ... 0 27 24,5 25 Dessauer GaS............ ... 7 110,25 110,75 Daimler Motoren......... ... 0 20,75 21,5 21 21.4 Deutsche Linoleum ....... ... 0 38,5 38,25 35,5 39 Lrenstein & Koppel....... ... 0 40,4 41,65 Leonhard Tietz........... ... 6 37 37,5 37 37,65 Ehade................... .. .12 Gritzncr................. ... 0 1 31 30 1 28 Mainkrastwerke Hockst a.8L ... 4 70,1 70,13 - - Süddeutscher Zucker ...... ... » 1 142 142 1 142 142 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. 6.Februar 7.Februar Amtliche Notierung Gelb | 3ric Amtliche Notierung Geld | Brie» Helsingforö.. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reuyork.... Brüssel..... Italien..... Parts...... Schweiz.... Spanien.... Danzig..... Japan...... Rio de Jan. . Iuooslawien Lissabon.... 6,354 49,95 12,465 3,057 169,23 73,83 64,24 77,72 14,43 0,838 4.209 58.54 21,53 16,43 81,18 34,47 81,83 0,879 0,239 5,554 13.11 6,366 50,05 12,485 3,063 169,57 73,97 64,36 77,88 14,47 0,842 4,217 58,66 21,57 16,47 81,34 34,53 81,99 0,881 0,241 5,566 13,13 Bantnoten 6,364 49,45 12,465 # 3,057 169,23 73,83 64,24 77,37 14,43 0,838 4,209 58,54 21,53 16,435 81,22 34,50 81,86 0,889 0,239 5,554 13,11 6,376 50,55 12,485 3,063 169,57 73,97 64,36 77,53 14,47 0,842 4,217 58,66 21.57 16.475 81,38 34,56 82.02 0.891 0,241 5,566 13,13 Serlin, 7.Februar Geld Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Roten................. Ungarische Noten................ 4,20 58,38 63,87 14.39 16,395 168,86 21,49 73,65 2,46 77,20 81,04 34,36 4,22 58,62 64.13 14,45 16,455 169,54 21,57 73,95 2,48 77,50 81,36 34,50